Russland verliert den Abnutzungskrieg | Vitaly Portnikov. 16.08.2026.

Russland kann den Abnutzungskrieg verlieren, und seine führenden Ökonomen erkennen das an, während der Kreml davon nichts hören will. So lässt sich die Nachricht kommentieren, die heute praktisch den ganzen Tag in den Medien diskutiert wurde: die Entlassung des Chefökonomen der russischen Vnesheconombank, Andrei Klepach.

Auf den ersten Blick keine besonders bedeutende Position und keine besonders bedeutende Persönlichkeit, doch es geht um einen der bekanntesten russischen Ökonomen und um die Gründe für seine Entlassung. Russische oppositionelle Medien betonen, dass die Führung der Vnesheconombank gezwungen war, sich von Klepach zu trennen, gegen den es keinerlei dienstliche Beanstandungen gab, und zwar wegen seines jüngsten Auftritts, in dem er die Lage der russischen Wirtschaft beschrieb.

Klepach betonte, dass Russland den wirtschaftlichen Abnutzungskrieg verliert, dass es im Wettbewerb mit dem Westen nicht konkurrenzfähig ist und dass selbst die ukrainische Wirtschaft trotz der Angriffe auf ihre wichtigen Einrichtungen und trotz der demografischen Probleme besser überlebt, als man es in der Russischen Föderation erwarten konnte. Und gerade dieser Auftritt mit seinen düsteren Prognosen für die Zukunft der russischen Wirtschaft wurde zum Grund für die Entlassung des bekannten Ökonomen mit seiner relativ unabhängigen Position.

Das bedeutet, dass die Taktik, die die Ukraine heute im Bündnis mit dem Westen gewählt hat, im Hinblick auf die Suche nach Wegen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges richtig ist. Einerseits sehen wir tatsächlich, dass die russische politische Führung unter Putin nicht einmal daran denken will, den Krieg auf diese Weise zu beenden und die diplomatischen Bemühungen wieder aufzunehmen. Dass keinerlei Vorschläge zur Beendigung des Krieges Putins Haltung beeinflussen, der weiterhin darauf hofft, noch mehr ukrainisches Territorium zu erobern und die Wirtschaft unseres Landes zu zerstören.

Andererseits zeigt Russland immer wieder, dass es mit der zivilisierten Welt nicht konkurrieren kann, dass es die westlichen Sanktionen natürlich ignorieren kann, diese sich aber sowohl auf seine Realwirtschaft als auch auf sein Finanzsystem auswirken, dass die russischen Ressourcen ohne den westlichen Markt dazu verurteilt sind, ihre Rolle als wichtigstes Instrument zur Auffüllung des russischen Staatshaushalts zu verlieren. Und vor allem hilft Russlands Abhängigkeit von den Ländern des Globalen Südens, in erster Linie von der Volksrepublik China, nicht dabei, die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Russischen Föderation auszubauen, denn China ist gerade nicht daran interessiert, dass Russland überlebt. China ist sowohl an einer Schwächung des Westens als auch an einer Schwächung Russlands interessiert.

Aus der Perspektive Pekings kann Russland in dieser Situation schlicht wie ein politischer Satellit und wirtschaftliches Anhängsel der Volksrepublik China erscheinen. Wir verstehen sehr gut, dass Moskau im Wettbewerb der Volkswirtschaften nicht nur gegen Peking, sondern auch gegen den Westen verliert, nicht nur gegen Neu-Delhi, sondern gegen den gesamten Globalen Süden. Und wenn russische Ökonomen versuchen, ihre eigene Führung darauf aufmerksam zu machen, versucht man ihnen, wie wir sehen, wenn schon nicht die Möglichkeit zu öffentlichen Auftritten zu nehmen, dann zumindest jene Ämter, die es erlauben würden, solche Äußerungen mit einer offiziellen Position in Verbindung zu bringen.

Gerade deshalb sind die sogenannten Systemliberalen im Umfeld des russischen Präsidenten Putin mit ihren Prognosen so vorsichtig, obwohl auch ihre Auftritte auf den jüngsten russischen Wirtschaftsforen keineswegs von Optimismus geprägt waren. Diese Menschen verstehen sehr gut, dass Putin versucht, einen Krieg entgegen den wirtschaftlichen Realitäten zu führen, und sorgen sich deshalb um den Erhalt ihrer Ämter. Und die jetzige Entlassung eines Ökonomen, der bis zu diesem Zeitpunkt nur wenigen bekannt war, hat gezeigt, dass tatsächlich jede Meinung verfolgt wird, die von der allgemeinen optimistischen Haltung der russischen Führung abweicht, selbst wenn es um Menschen geht, die weiterhin Teil der Putin-Elite sind.

Wir können also mit Sicherheit sagen, dass Putin Russland mit seiner Kurzsichtigkeit und seinem mangelnden wirtschaftlichen Weitblick auf genau jenen wirtschaftlichen Abgrund zutreibt, den wir so dringend brauchen, damit der russisch-ukrainische Krieg endet. Denn ein anderes Mittel als den wirtschaftlichen Zusammenbruch Russlands, die Verarmung der russischen Bevölkerung und das Fehlen der Ressourcen für den weiteren Betrieb der russischen Kriegsmaschinerie gibt es schlicht nicht.

Natürlich schließt dies auch die Probleme der Ukraine nicht aus. Aber die Ukraine hat den offensichtlichen Vorteil, dass wir erstens nie in einem Zustand einer paternalistischen Wirtschaft wie in Russland gelebt haben und unsere Gesellschaft weitaus mehr Eigeninitiative zeigt als die Gesellschaft der Russischen Föderation, wo es eher eine Fassade der Marktwirtschaft gab, hinter der sich staatliche Mechanismen verbargen. Und zweitens profitieren wir von den Interessen und Möglichkeiten der zivilisierten Welt, die nicht nur die Notwendigkeit einer Niederlage Russlands in diesem Krieg versteht, sondern auch die Notwendigkeit des Wiederaufbaus der Ukraine. Auch das ist ein wichtiger Punkt für jeden, der sich der Lage im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung jener Ereignisse bewusst ist, die heute im russisch-ukrainischen Krieg von entscheidender Bedeutung sind.

Auch das ist ein wichtiger Punkt, an den man denken muss, wenn wir über die weitere Entwicklung in der Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine sprechen. Er ist auch deshalb wichtig, weil diese Konfrontation die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung verdeutlicht – sowohl jene, die mit den Möglichkeiten der westlichen Volkswirtschaften verbunden sind, als auch jene der Wirtschaft der Russischen Föderation. Und die Wirtschaft der Russischen Föderation verliert, wie es bereits zu Sowjetzeiten wiederholt der Fall war, ganz offensichtlich gegen die wirtschaftlichen Möglichkeiten der zivilisierten Welt.

Das sowjetische Szenario des Niedergangs wiederholt sich. Und es ist sehr erstaunlich, dass Putin, der seine Karriere in den letzten Jahren der Sowjetunion machte, später sogar stellvertretender Bürgermeister von St. Petersburg war und eigentlich verstehen müsste, wie Marktmechanismen funktionieren, erneut in dieselbe Falle gerät, in die vor ihm schon die Führer der Sowjetunion geraten waren. 

Offenbar begreift er nicht, dass es nicht genügt, sein Land zur Marktwirtschaft zu erklären. Dieses Land muss tatsächlich Teil des weltweiten Wirtschaftsgefüges sein und darf sich nicht einfach nur an China orientieren. Und seine Bürger sollten nicht damit beschäftigt sein, unter den Bedingungen von Explosionen in Wildberries-Lagern um ihr eigenes Überleben zu kämpfen, sondern Teil der weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen Prozesse in der Welt sein und in ihrem eigenen Land Eigeninitiative entfalten können, anstatt zu Kanonenfutter für Putins Krieg gemacht zu werden.


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Titel des Originals: Росія програє війну на винищення | Віталій Портников. 16.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.08.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach, veröffentlicht auf uebersetzungenzuukraine.data.blog.


Der Elefant im Raum. Vitaly Portnikov. 16.08.2026.

Слон у кімнаті. Віталій Портников. 16.08.2026.

Den Gefühlsausbruch der Sängerin Olja Poljakowa und die unerwartete gesellschaftliche Reaktion auf die Vorwürfe der Künstlerin gegen ihr eigenes Land, das Poljakowa selbst und die Anhänger ihrer Position nun als regelrechtes Konzentrationslager wahrnehmen, könnte man als Ausdruck von Kränkung abtun oder einfach an Demokratie und Meinungsfreiheit erinnern – schließlich ist es vielleicht gar nicht schlecht, dass die Menschen bei uns in aller Ruhe von einem Konzentrationslager erzählen und sich auf Tourneen vorbereiten können, statt auf „Tournee“ in den Hohen Norden geschickt zu werden wie in dem Land, das uns angegriffen hat.

Mich interessiert in dieser Situation jedoch gerade das Land, das uns angegriffen hat. Denn genau dieses Land versuchte Olja Poljakowa nicht zu erwähnen – als hätten die zentralen Probleme unserer heutigen Zeit nichts mit eben diesem Angriff zu tun.

Über das, was mit der ukrainischen Gesellschaft, mit der staatlichen Verwaltung, mit der Personalpolitik und mit der Meinungsfreiheit geschehen ist, spreche ich selbst seit 2019 und nicht erst seit 2026. Aber was heißt hier seit 2019? Seit 2010. Und was heißt hier seit 2010? Seit 1994. Im ukrainischen Fernsehen wurden meine Sendungen eingestellt, nicht die von Poljakowa. Vor dem letzten Maidan wurden in meiner Wohnung in Kyiv Videokameras installiert, nicht in Poljakowas Schlafzimmer. Gleich zu Beginn des Krieges wurde in meiner Wohnung in Lwiw eine Abhörvorrichtung gefunden, nicht in Poljakowas Wohnung. Mein Fernsehsender wurde in den ersten Tagen des Krieges aus dem Programm genommen – ja, von den Fernsehbildschirmen im ganzen Land verschwand mein Gesicht und nicht das von Poljakowa. Ich weiß über den Druck der Staatsmacht, über Hetze und Drohungen weitaus besser Bescheid als alle Vertreter unseres Showbusiness zusammengenommen.

Doch im Unterschied zu vielen dieser Personen sehe ich den Elefanten im Raum. Ich sehe Russland. Ich weiß genau: Hätte es die russische Aggression nicht gegeben, wären Fragen zum Verhalten eines Künstlers auf einem Festival mit Menschen von zweifelhaftem Ruf überhaupt nicht aufgekommen. Ich weiß genau: Hätte es die Aggression Russlands nicht gegeben, gäbe es auch die Frage der Mobilisierung nicht und ebenso wenig Missstände in den Armeekorps. Und es gäbe keine Korruption im Krieg, wenn es den Krieg selbst nicht gäbe. Und mir ist vollkommen bewusst, dass eine effizientere Staatsführung – und ich erläutere seit viereinhalb Jahren buchstäblich lehrbuchartige Rezepte dafür, wie das zu erreichen ist – die negativen Auswirkungen vieler Entscheidungen verringern kann, aber nicht alle Probleme lösen wird. Denn unser Hauptproblem ist in Wirklichkeit nicht die Effizienz der Staatsführung, nicht die verschärfte gesellschaftliche Reaktion und nicht einmal die Korruption.

Unser Hauptproblem ist der Krieg. Denn vom Ausgang des Krieges hängt ab, ob die Ukraine auf der politischen Landkarte der Welt bestehen bleibt und ob die Ukrainer ihre Heimat werden behalten können. Trotz aller optimistischen Annahmen und Aussagen wie „Russland hat definitiv schon verloren“ sind dies nach wie vor offene Fragen. Und das muss jeder begreifen, der in die Zukunft blickt – in die Zukunft des Landes ebenso wie in seine eigene. Dass das Gute zwangsläufig das Böse besiegt, gibt es nur im Märchen. Im wirklichen Leben siegen Effizienz und Realismus.

Wenn Menschen anfangen, den Elefanten im Raum nicht mehr wahrzunehmen, reisen sie in die Vergangenheit – nämlich ins Jahr 2019. Damals, daran möchte ich erinnern, versuchte man ebenfalls, den Krieg nicht zu erwähnen, der künftige Präsident beendete ihn einfach in seinem Kopf, und seine Anhänger waren aufrichtig davon überzeugt, dass der Konflikt im Donbas nur deshalb andauerte, weil die Regierung daran interessiert sei und am Krieg verdiene. Wenn Sie sich die berühmte Debatte im Stadion noch einmal ansehen, werden Sie feststellen, dass ihr wesentlicher Inhalt aufseiten des Herausforderers gerade darin bestand, den Elefanten nicht sehen zu wollen.

Man könnte meinen, die ersten viereinhalb Jahre des großen Krieges hätten deutlich genug zeigen müssen, wie falsch die Vorstellungen der ukrainischen Gesellschaft von Krieg und Frieden waren – aber nein! Die Rückkehr ins Jahr 2019 hat bereits begonnen, nur dass sich nun Zelensky selbst in der Rolle Poroschenkos wiederfindet. Und warum?

Weil es sich so viel angenehmer leben lässt. „Kriegsmüdigkeit“ ist vor allem der Wunsch, so zu leben, als gäbe es keinen Krieg. Und sie bietet zudem eine hervorragende Möglichkeit, nicht nur Gerechtigkeit durch Ungerechtigkeit zu ersetzen, sondern sich auch selbst einzureden, dass gerade diese Ungerechtigkeit Gerechtigkeit sei.

Denn wenn du den Elefanten siehst, verstehst du zumindest, dass eine Situation, in der dein Klassenkamerad im Krieg kämpft, während du dich heraushältst, ungerecht ist – nicht einmal gegenüber dem Staat, nein, sondern gegenüber eben diesem Klassenkameraden. Nein, wahrscheinlich wirst du deshalb keine neuen Entscheidungen treffen, aber du gibst deiner eigenen Entscheidung zumindest eine angemessene moralische Bewertung.

Wenn du den Elefanten dagegen nicht siehst, dann ist dein Klassenkamerad ein Opfer und du bist der moralische Held, der sich der Willkür der Staatsmacht entgegengestellt hat: „Was kümmert mich die Ukraine, was kümmert mich der Krieg? Den Krieg muss die Regierung beenden – sobald alle Abgeordneten an die Front gehen, hört alles sofort auf.“

Und zum Schluss möchte ich Folgendes über den Elefanten sagen. Sie können ihn übersehen – aber er ist da. Er ist da und wird aus unserem Raum nicht verschwinden, solange wir ihn nicht zur Strecke gebracht haben. Und nein, der Präsident der Ukraine hat keinerlei Möglichkeit, ein Ende des Krieges auszuhandeln – und hatte sie auch nie. Und nein, der Präsident der Vereinigten Staaten hat keine Möglichkeit, ein Ende des Krieges auszuhandeln – schon vor dem Krieg mit dem Iran hatte er sie nicht, und jetzt erst recht nicht. Und ja, die Effizienz der Staatsführung muss verbessert, Korruption und Missstände müssen bekämpft werden – denn das wird uns helfen, den Krieg schneller zu beenden. Aber offenbar kann jeder unter Effizienz etwas anderes verstehen. Eine effiziente Mobilisierung ohne Korruption und Missstände beispielsweise, bei der die Staatsmacht die Bürger als Soldaten und nicht als Wähler betrachtet, bedeutet schlicht eine erheblich umfassendere Mobilisierung mit Rotationen und Versetzungen nicht von einer Million, sondern von Millionen Soldaten unterschiedlichen Alters und, Verzeihung, Geschlechts – und nicht die Einstellung der Mobilisierung (zumindest bis zum Beginn der Roboterkriege, die auch wir noch erleben und durchstehen müssen – möglicherweise in den Ruinen europäischer Städte). Das heißt, die Erwartungen an die Korrektur von Fehlern müssen nicht mit dem tatsächlichen Ergebnis für jeden Einzelnen übereinstimmen. Genauso wie damals, im Jahr 2019.

Unser Land hatte in den vergangenen 35 Jahren viele Probleme. Das ukrainische Volk hatte in den Jahrhunderten seiner Existenz noch mehr. Doch noch nie zuvor stellte sich die Frage so scharf und so offensichtlich: sein – oder verschwinden, nur noch als hundert Seiten in Lehrbüchern der Ethnografie fortbestehen. Als Mensch, dessen Vorfahren jahrtausendelang ohne eigenen Staat lebten und sich nur auf den Seiten des Buches wiederfanden, wünsche ich keinem Volk ein solches Schicksal. Und zugleich werde ich immer wissen, dass ein Volk, das aufhört, die eigentlichen Ursachen seines Unglücks wahrzunehmen, zu Niederlage und Vergessen verurteilt sein kann.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Слон у кімнаті. Віталій Портников. 16.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Krieg der Städte. Vitaly Portnikov. 10.08.2026.

Війна міст. Віталій Портников. 10.08.2026.

Wenn die Front erstarrt und sich wochenlang keinen Kilometer bewegt, wenden sich die Armeen früher oder später einem anderen Ziel zu – nicht den Schützengräben des Feindes, sondern seinen Städten. Das ist keine neue Erfindung des Kremls. Eine solche Logik hat die Welt bereits während des Iran-Irak-Krieges erlebt, den die Zeitgenossen genau so nannten: Krieg der Städte.

Mitte der achtziger Jahre war der Stellungskrieg zu Lande endgültig in einem jahrelangen „Abnutzungskrieg“ festgefahren – die Front bewegte sich jahrelang weder in die eine noch in die andere Richtung, und der Preis für jeden Meter wurde in Zehntausenden Menschenleben gemessen. Und dann versuchte Saddam Hussein, mit Raketen das zu erreichen, was er mit Panzern nicht erreichen konnte. Die irakische Luftwaffe und ballistische Raketen griffen Teheran und andere iranische Städte an, der Iran antwortete mit eigenen „Scud“-Raketen auf Bagdad. Beide Diktatoren setzten auf dasselbe: Die Zivilbevölkerung werde der ständigen Angst nicht standhalten und Druck auf die eigene Regierung ausüben, um deren Kapitulation zu fordern.

Am schrecklichsten war das Frühjahr 1988, als der Irak Dutzende „Al-Hussein“-Raketen mit erhöhter Reichweite auf Teheran abfeuerte und die Bevölkerung der Hauptstadt aus Angst vor chemischen Sprengköpfen massenhaft aus der Hauptstadt floh. In den acht Jahren dieses Krieges kamen auf beiden Seiten Tausende Zivilisten ums Leben, Zehntausende wurden verletzt, beide Hauptstädte erlitten schwere Zerstörungen. Und es gab keine Kapitulation aufgrund eines gebrochenen Widerstandswillens.

Der Krieg endete im August 1988 nicht deshalb, weil eine der Hauptstädte kapituliert hätte. Er endete, weil beide Armeen an der Front erschöpft waren.

Der Irak erlangte die Kontrolle über die verlorenen Gebiete zurück, der Iran erkannte, dass eine Fortsetzung sinnlos war, die Ruinen der Städte wurden zur Kulisse dieses Krieges, zu einer schweren und blutigen Kulisse, aber nicht zu seinem siegreichen Finale. Weder Teheran noch Bagdad brachen unter den Raketen zusammen; zusammengebrochen war die Fähigkeit beider Armeen, ihre Offensive fortzusetzen.

Wir beobachten heute dieselbe Logik. Wenn die Kämpfe um Kostjantyniwka oder Pokrowsk in Metern pro Woche gemessen werden und Tausende Menschenleben kosten, sucht Moskau den Sieg wieder nicht in den Schützengräben, sondern im Hinterland: in Angriffen auf Umspannwerke, Wohnviertel und Hafeninfrastruktur. Das Kalkül ist dasselbe wie bei Saddam vor vierzig Jahren: Wo die Panzer nicht durchkommen, werden Raketen fliegen, und früher oder später wird eine von Dunkelheit und Kälte erschöpfte Gesellschaft ihre Regierung zur Kapitulation zwingen.

Doch es gibt etwas, das es in den Kriegen mit Russland bisher nicht gegeben hat – und genau das ist das Neue an diesem Krieg. Jahrelang hatte Russland praktisch das Monopol darauf, zivile Objekte tief im Hinterland anzugreifen, während die Ukraine allenfalls mit einigen Arten weitreichender Waffen aus eigener Produktion auf Grenzregionen reagieren konnte. Diese Asymmetrie vermittelte dem Kreml das Gefühl völliger Straflosigkeit: Man konnte zerstören, ohne befürchten zu müssen, die gleichen Zerstörungen im eigenen Land zu sehen. Heute endet dieses Monopol – und es endet schneller, als man sich in Moskau noch vor einem Jahr hätte vorstellen können.

In der Nacht zum 9. August wurde dies besonders deutlich. Russland führte einen der massivsten Angriffe dieses Jahres auf Odesa durch – mit ballistischen Raketen, Anti-Schiffs-Raketen und Antiradarraketen sowie Dutzenden Angriffsdrohnen. Die Energieinfrastruktur wurde beschädigt, Bewohner dreier Stadtbezirke blieben ohne Strom, auch Wohngebäude wurden zerstört. In derselben Nacht griffen ukrainische Drohnen Belgorod massiv an: In mehreren Stadtteilen, darunter im Zentrum, brachen Brände aus, mehrstöckige Wohnhäuser und Privathäuser wurden beschädigt; nach Angaben des amtierenden Gouverneurs der Region, Oleksandr Schuwajew, gab es dreizehn Verletzte.

Das ist nicht mehr ein Krieg, in dem nur eine Seite brennt, während die andere aus sicherer Entfernung zusieht. Russland erlebt nun Nacht für Nacht selbst, was es jahrzehntelang für ein ausschließlich ukrainisches Schicksal hielt. Und offenbar hat den Kreml vor allem überrascht, dass sich diese Angriffe immer wiederholen.

Bedeutet das, dass der Kreml schneller zu Zugeständnissen bereit sein wird?Die Erfahrungen aus dem Iran-Irak-Krieg geben allerdings wenig Anlass zu übermäßigem Optimismus: Dort dauerten die gegenseitigen Angriffe auf Städte jahrelang an und brachten für sich genommen den Frieden nicht näher; Frieden wurde erst durch die Erschöpfung der Ressourcenbasis an der Front erreicht und nicht durch eine gebrochene Psyche im Hinterland. Beide Hauptstädte hielten weit mehr aus, als man ihnen vor dem Krieg zugetraut hatte. Dasselbe Szenario kann sich durchaus auch hier wiederholen: Moskau kann Angriffe auf Belgorod oder Kursk möglicherweise genauso lange aushalten, wie Teheran Saddams Raketen aushielt.

Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied, und gerade er gibt Anlass zur Hoffnung. Im Iran und im Irak wurden die Entscheidungen über Krieg und Frieden von Diktatoren getroffen, für die das Leiden des eigenen Hinterlandes niemals das entscheidende Argument war. Ayatollah Khomeini und Saddam Hussein hielten den Preis für akzeptabel, solange die Armee die Front hielt. Putins Regime beruht auf derselben Logik der Gleichgültigkeit gegenüber dem Schmerz anderer. Doch es stützt sich zugleich auf den Mythos der eigenen Unantastbarkeit, auf die Überzeugung des russischen Durchschnittsbürgers, Krieg sei etwas, das irgendwo weit entfernt, mit jemand anderem geschieht. Für die Russen ist Krieg nur das, was auf ihrem eigenen Territorium geschieht; genau daraus entstand das Datum des 22. Juni 1941, obwohl der Zweite Weltkrieg unter Beteiligung der Armee der Sowjetunion damals bereits in vollem Gange war. Es ist also gerade der Mythos der Unantastbarkeit und nicht der Kampfgeist der Armee, der jedes Mal zerstört wird, wenn Belgorod genauso brennt wie Odesa.

Es gibt hier noch eine weitere Dimension, die es vor vierzig Jahren am Persischen Golf nicht gab. Der Iran-Irak-Krieg blieb im Grunde eine Privatangelegenheit zweier Diktaturen – die Welt schaute la zu, lieferte mitunter sogar beiden Seiten gleichzeitig Waffen, hatte aber kein unmittelbares Interesse an diesem Krieg, solange die Schifffahrt im Golf selbst nicht betroffen war. Der russisch-ukrainische Krieg ist anders: Der Ukraine hilft eine Koalition von Demokratien, die Technologien für weitreichende Angriffe liefert. Schon die Symmetrie selbst – die Tatsache, dass die Ukraine nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch im Luftraum des Gegners antworten kann – wird für die westlichen Partner zu einem zusätzlichen Argument für die Fortsetzung ihrer Unterstützung.

Raketenlieferungen lassen sich leichter begründen, wenn die Waffen nicht nur eine Offensive aufhalten, sondern die Kalkulationen des Feindes tatsächlich verändern. Die Symmetrie der Städte ist nicht nur psychologischer Druck auf Moskau, sondern auch eine politische Ressource Kyivs in den Verhandlungen mit den eigenen Verbündeten.

Putin begann diesen Krieg in der Überzeugung, dass nur ukrainische Städte brennen würden. Jetzt brennen auch St. Petersburg, Tscheboksary, Woronesch, Belgorod und sogar Moskau selbst. Das bringt die Kapitulation des Kremls noch nicht näher: Die Geschichte des Iran und des Irak lehrt, sich darauf nicht zu verlassen. Aber es zerstört die zentrale Illusion, auf der Russlands Bereitschaft beruhte, den Krieg endlos fortzusetzen – die Illusion der Straflosigkeit.


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Titel des Originals: Війна міст. Віталій Портников. 10.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 10.08.2026.
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Die ukrainischen Streitkräfte haben das größte Lager von Wildberries zerstört | Vitaly Portnikov. 16.08.2026.

Nach einem ukrainischen Angriff brennt ein weiteres Lager des Unternehmens Wildberries. Diesmal betrifft dieser gewaltige Brand jedoch den größten und wichtigsten Logistik-Hub des Unternehmens in der Region Moskau mit einer Fläche von mehr als 229.000 m².

Es geht um tatsächlich erhebliche logistische Schäden für ein Unternehmen, das danach wohl kaum in der Lage sein wird, die schnelle Auslieferung von Waren nicht nur innerhalb der Russischen Föderation, sondern auch in andere ehemalige Sowjetrepubliken fortzusetzen, die wirtschaftliche Beziehungen zu Moskau unterhalten, vor allem nach Belarus und Kasachstan.

Wie Beobachter betonen, wurden über dieses Lager die teuersten Warenkategorien abgewickelt. Deshalb könnte es ein zuverlässiges Lager für Dual-Use-Elektronik gewesen sein, für jene Ersatzteile für Drohnen und Komponenten ihrer Konstruktion, die in den Rüstungsbetrieben der Russischen Föderation benötigt werden.

Und ja, dies ist eine der realen Möglichkeiten, die russische Wirtschaft weiter zum Stillstand zu bringen. Denn die Marktplätze von Wildberries sind eines der wichtigsten Instrumente, die es der russischen Wirtschaft ermöglichen, so zu funktionieren, als gäbe es die westlichen Sanktionen überhaupt nicht, und finanzielle Beschränkungen mithilfe von Lieferungen aus den Ländern des Globalen Südens, vor allem aus der Volksrepublik China, zu umgehen.

Je mehr Kapazitäten von Wildberries zerstört werden können, desto größer werden die Probleme für die russische Wirtschaft sein, desto geringer werden die Einnahmen in den Staatshaushalt der Russischen Föderation ausfallen und desto schneller werden Putin und andere russische Führungskräfte auf den Gedanken kommen, dass man den Krieg vielleicht nicht beenden, aber zumindest unterbrechen sollte, um das wirtschaftliche Potenzial der Russischen Föderation wiederherzustellen und soziale Erschütterungen zu verhindern.

Gleichzeitig muss man natürlich auch die Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes der Russischen Föderation angreifen. Ich habe bereits mehrfach gesagt, dass gerade die Zerstörung der russischen Rüstungsproduktion ebenfalls ein wichtiger Bestandteil unseres Kampfes für ein Ende des Krieges ist.

Und heute berichtete der ukrainische Generalstab, dass es gelungen sei, das Unternehmen „Kombinat Kamenski“ in der Region Rostow der Russischen Föderation zu treffen. Gerade dieses Kombinat produzierte festen Raketentreibstoff, der für jene Raketen benötigt wird, die von den Streitkräften der Russischen Föderation weiterhin für Angriffe auf zivile Wohnviertel ukrainischer Städte eingesetzt werden, zur Vernichtung ukrainischer Bürger, zur Tötung von Frauen und Kindern, also für all das, was das Hauptziel des Präsidenten der Russischen Föderation Putin, seiner Armee und seiner Gesellschaft in diesem ungerechten und grausamen Krieg ist.

Deshalb müssen sowohl die Angriffe auf Wildberries als auch die Angriffe auf Rüstungsbetriebe und auf die russische Petrochemie, die ebenfalls einen wichtigen Beitrag zu den Einnahmen des Staatshaushalts der Russischen Föderation leistet, zu einem Gesamtkomplex von Maßnahmen werden, der in Zukunft zum Beginn nicht mehr vorgetäuschter, sondern realer Verhandlungen über ein Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine führen könnte – oder zu einem Abflauen dieses Krieges unter Bedingungen, unter denen die russische Führung keine Möglichkeiten mehr hat, ihn fortzusetzen.

Und natürlich müssen dabei Angriffe auf Marktplätze einen der vordersten Plätze einnehmen, denn ohne Geld kann niemand einen Krieg führen. Und hier hat die Ukraine gegenüber der Russischen Föderation gerade deshalb einen Vorteil, weil wir in diesem Krieg die Unterstützung westlicher Länder in Anspruch nehmen, die erkennen, dass es notwendig ist, die russische Wirtschaft zu besiegen, wenn schon nicht Russland selbst, das wirtschaftliche und militärische Potenzial Russlands zu zerstören und die Russische Föderation in ein Land zu verwandeln, das nicht mehr in der Lage sein wird, seine Nachbarn zu bedrohen.

Es ist unmöglich, die öffentliche Meinung in Russland zu verändern, die durch die chauvinistische Entwicklung des Staates während der vergangenen schändlichen Jahrhunderte der Aggression, der Überfälle und der Gewalt buchstäblich vergiftet wurde, aber es ist möglich, die russische Wirtschaft zu zerstören. Menschen der älteren Generationen wissen sehr gut, wie das geschieht, und erinnern sich daran, wie die Wirtschaft der Sowjetunion zerstört wurde.

Und das menschenverachtende Imperium hörte zu unserer Freude im Strudel wirtschaftlicher Schwierigkeiten und sozialer Probleme auf zu existieren, konnte seine schreckliche Ideologie nicht bewahren und verlor auf diesem Weg die Kommunistische Partei, obwohl es das Komitee für Staatssicherheit bewahrte, das sich auf dem Territorium Russlands in den Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation verwandelte. Später ergriff dieses umbenannte bolschewistische Organ die gesamte Macht in Russland und schlug den Weg zur Wiederherstellung des Imperiums mit militärischen Mitteln ein.

Genau an diesem historischen Punkt befinden wir uns jetzt. Und um aus ihm herauszukommen, müssen wir dem FSB die Macht nehmen und diese Struktur durch wirtschaftliche Erschütterungen zerstören, so wie seinerzeit die Kommunistische Partei durch wirtschaftliche und soziale Erschütterungen zerstört wurde.

Den Weg zu einer solchen Destabilisierung, die Rezepte dafür, wie man repressive Strukturen zerstört, indem man ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten vernichtet und diejenigen, die zu Geiseln solcher Strukturen werden, zu wirtschaftlichen Bettlern der zivilisierten Welt macht, kennen wir sehr gut gerade aus den letzten Jahren der sowjetischen Erfahrung.

Und um den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, um Putin, seine Bande und seine Bürger zu zwingen, auf die Aggression zu verzichten, muss diese Erfahrung, ein aggressives Land in ein Gebiet zu verwandeln, das von „Bush-Beinchen“ träumt – nun, heute könnten es „Trump-Beinchen“ sein –, in ein Gebiet, dessen Bewohner unter schwierigen Bedingungen zu überleben versuchen und nicht wissen, wie sie zurechtkommen sollen, genau der reale Weg sein, um den Frieden in die Häuser der Ukrainer zurückzubringen.

Und wenn ein weiterer Marktplatz von Wildberries brennt – und ich hoffe, dass auch andere Marktplätze brennen werden – und wenn sich der durchschnittliche Russe rasch eben jener ersehnten sowjetischen Armut nähert, dann sehe ich darin gerade einen Weg zum Frieden. Denn wenn eine Gesellschaft in den Augen anderer aggressiv erscheint – genau so erschien die erbärmliche sowjetische Gesellschaft, und genau so erscheint die russische Gesellschaft –, dann muss man ihr die Kapazitäten und das Geld nehmen, die es ihr ermöglichen, ihre Aggression in die Tat umzusetzen, die es ihr ermöglichen zu töten, zu schießen, zu vergewaltigen und zu bombardieren. Genau damit beschäftigen sich unsere Streitkräfte.


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Titel des Originals: ЗСУ знищили найбільший склад Wildberries| Віталій Портников. 16.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.08.2026.
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Die ukrainischen Streitkräfte haben die Region Dnipropetrowsk befreit | Vitaly Portnikov. 15.08.2026.

Die Verteidigungskräfte der Ukraine haben einen Teil der Region Dnipropetrowsk befreit, in dem sich die Truppen der Besatzer befanden. Tatsächlich ist dies ein sehr wichtiges Ereignis, nicht nur im Hinblick auf das, was im Krieg geschieht, sondern auch aus politischer Sicht.

Denn was bedeutet für den Feind ein Teil des Territoriums irgendeiner Region der Ukraine? Es ist nicht nur die Möglichkeit, seine Positionen für die Besetzung der bereits formell annektierten ukrainischen Regionen zu verbessern. Es ist auch die Vorbereitung einer neuen Annexion.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass, als sich die Verteidigungskräfte der Ukraine auf die Befreiung der Region Charkiw vorbereiteten, auf dem besetzten Gebiet dieser ukrainischen Region, im sogenannten provisorischen Verwaltungszentrum Kupjansk, bereits die Durchführung eines Referendums vorbereitet wurde, um die Region Charkiw zu einem unabhängigen Staat zu erklären, so wie es später mit den Regionen Saporischschja und Cherson geschah, mit dem gleichzeitigen Beitritt der Region Charkiw als unabhängiger Staat zur Russischen Föderation.

Die Russen brauchen das, weil ihre eigene Verfassung und Gesetzgebung den Anschluss von Territorien anderer Staaten an Russland kategorisch verbieten. Deshalb greift Putin ständig zu offenkundigen Lügen, erklärt ukrainische Gebiete zu unabhängigen Staaten, und anschließend treten diese unabhängigen Staaten der Russischen Föderation bei, allerdings ohne jedes Recht auf einen Austritt, denn selbst Gespräche über eine Abtrennung von Föderationssubjekten von der Russischen Föderation werden in Russland strafrechtlich verfolgt.

Und natürlich wollten die Russen genau diesen Trick auch in der Region Charkiw anwenden. Die Operation der ukrainischen Streitkräfte hat ihnen diese Möglichkeit genommen. Aber die Kämpfe um Kupjansk dauern bis heute an, weil Putin seinen Wunsch nicht aufgegeben hat, die Region Charkiw zu einer Region der Russischen Föderation zu erklären.

Und als die Russen in die Region Dnipropetrowsk eindrangen, war auch dies Teil der Vorbereitung eines solchen Referendums mit anschließender Annexion der Region Dnipropetrowsk und der Aufnahme in die russische Verfassung, dass die Region Dnipropetrowsk ein Subjekt der Russischen Föderation sei.

Wozu, wenn es doch nur um ein geringfügiges Gebiet einer ukrainischen Region geht? Dazu, um so vorzugehen, wie es beispielsweise mit den Regionen Donezk und Luhansk gemacht wurde: Putin erklärte diese Gebiete zu sogenannten Volksrepubliken, gliederte sie in die Russische Föderation ein und verlangt nun von Kyiv, dass die ukrainischen Truppen den nicht von Russland kontrollierten Teil der Regionen Donezk und Luhansk verlassen.

Einfach, um Verhandlungen über einen möglichen Waffenstillstand in dem seit vielen Jahren andauernden Krieg zu führen. Wie wir verstehen, würde, wenn irgendein Referendum in der Region Dnipropetrowsk stattfindet, auch die Region Dnipropetrowsk zu einem solchen Bestandteil der Forderungen des Kremls werden.

Ganz zu schweigen davon, dass selbst dann, wenn Kyiv dem Abzug seiner Truppen aus jenen Gebieten, die Russland formell annektiert hat, nicht zustimmt und ein Waffenstillstand ausgerufen wird, dies noch lange keinen Schlusspunkt unter den Krieg setzt. Es bedeutet, dass der Krieg vorübergehend eingefroren ist, die Russische Föderation jedoch weiterhin die Gebiete jener Regionen, die sie annektiert hat, als vorübergehend von der Ukraine besetzt betrachtet und erklärt, dass sie bereit ist, Anstrengungen zu unternehmen, um diese Gebiete unter russische Kontrolle zu bringen.

Genau auf diese Weise wurde übrigens während der Verhandlungen amerikanischer Vermittler mit Putin vorgeschlagen, einen Waffenstillstand im russisch-ukrainischen Krieg auszurufen. Es war auch eine amerikanische Idee, dass die ukrainischen Truppen die Gebiete der Regionen Donezk und Luhansk verlassen könnten, während der Konflikt in den Regionen Saporischschja und Cherson für eingefroren erklärt würde. Dabei würden jedoch weder die Ukraine noch Russland die Idee aufgeben, im ukrainischen Fall die Kontrolle über jene Gebiete wiederherzustellen beziehungsweise im russischen Fall jene Gebiete zu erobern, in denen sich ihre Truppen nicht befinden.

Und auf diese Weise wird der Krieg, selbst wenn man sich irgendwelche Vereinbarungen über einen Waffenstillstand vorstellt, ausschließlich als aufgeschobenes Ereignis wahrgenommen und kann von der Russischen Föderation als wichtiges Instrument zur Einflussnahme auf die Ukraine und die Ukrainer eingesetzt werden, beispielsweise bei beliebigen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in unserem Land.

So wie es beispielsweise in Georgien geschieht, wo alle sehr gut verstehen, dass nach der Anerkennung Abchasiens und Südossetiens als unabhängige Staaten durch Russland selbst jeder Gedanke in Tiflis an die Wiederherstellung der territorialen Integrität ein Schritt in Richtung eines aufgeschobenen Krieges ist. Und deshalb braucht es eine Führung, die garantiert, dass zumindest von georgischer Seite niemals Anstrengungen zur Wiederherstellung der territorialen Integrität des Landes unternommen werden. Von russischer Seite hingegen kann alles Mögliche geschehen.

Ja, bei uns ist die Situation noch komplizierter, weil Russland während des letzten Krieges mit Georgien seine Kontrolle über Abchasien und Südossetien innerhalb der administrativen Grenzen dieser Regionen errichtete. Im ukrainischen Fall hingegen gelingt es Russland nicht, die Kontrolle über die Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja innerhalb ihrer administrativen Grenzen zu erlangen.

Und die Russen wollen im Gegenteil auch noch Gebiete der Regionen Charkiw und Dnipropetrowsk hinzufügen. Das ist die berühmte Salamitaktik, mit der Putin versucht, die Misserfolge seiner Streitkräfte in der ersten Phase des jahrelangen, endlosen russisch-ukrainischen Krieges, die Misserfolge des Blitzkriegs, zu kaschieren.

Deshalb bedeutet es jedes Mal, wenn die Verteidigungskräfte der Ukraine den Feind auch nur aus einem kleinen Gebiet irgendeiner ukrainischen Region vertreiben, in dem dieser Feind bis dahin geherrscht hat, dass sie die Bewohner dieser Region, alle Bewohner der Regionen Dnipropetrowsk oder Charkiw, vor der Gefahr bewahren, dass die Russische Föderation die Annexion verkündet, diese Region zu einem Teil der Russischen Föderation erklärt und diese Region zum Gegenstand dauerhafter politischer Ansprüche nicht nur Putins, sondern, wie wir verstehen, auch von Putins Nachfolgern wird. Denn auch seine Nachfolger können sich an den Wortlaut der Verfassung der Russischen Föderation halten, die im Grunde ein Dokument des Raubes fremder Gebiete ist und keineswegs ein Dokument, das auch nur irgendwie mit dem modernen Völkerrecht verbunden wäre.

Deshalb möchte ich uns allen dazu gratulieren, dass die Region Dnipropetrowsk frei ist vom chauvinistischen, imperialistischen Geist einer der abscheulichsten und widerwärtigsten Armeen der modernen Welt und eines der terroristischsten Staaten auf der politischen Landkarte des 21. Jahrhunderts.

Wo der russische Feind nicht ist, dort scheint die Sonne und die Menschen denken an die Zukunft. Wo er ist, herrscht schwarze Finsternis und die Vorbereitung immer neuer Verbrechen, mit denen allein die terroristische Föderation ihre staatliche Macht unter Beweis stellen kann.


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Titel des Originals: ЗСУ звільнили Дніпропетровщину | Віталій Портников. 15.08.2026.
Autor/Kanal: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 15.08.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Russland lehnt einen Waffenstillstand ab | Vitaly Portnikov. 15.08.2026.

Der Außenminister der Russischen Föderation Sergej Lawrow hat selbst die Möglichkeit einer Erörterung der Frage eines Waffenstillstands entlang der Kontaktlinie zwischen den russischen und ukrainischen Truppen kategorisch zurückgewiesen. Mehr noch: Lawrow begann jenen im Westen zu drohen, die der Ukraine weiterhin helfen, gegen die russische Aggression zu kämpfen, und betonte zufrieden, dass man dort bereits zu stöhnen beginne.

Diese Antwort des russischen Außenministers war zugleich eine Reaktion auf die öffentlichen Äußerungen vieler Politiker, selbst solcher, die der russischen Führung nahestehen, über die Notwendigkeit, den Krieg zu beenden. „So wird es nicht sein“, betonte Lawrow und reagierte damit im Grunde auf die jüngste Erklärung des kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew, der in Anwesenheit des russischen Präsidenten Putin die Notwendigkeit betonte, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, und die Frage nach den Ursachen für den Beginn dieser Tragödie stellte.

Wie wir sehen, gibt es keinerlei reale Anzeichen, die auf den Wunsch der Russen hindeuten könnten, auch nur ansatzweise zu irgendeinem Verhandlungsprozess zurückzukehren. Am selben Tag wie Lawrows Äußerungen hörten wir auch Erklärungen seiner Untergebenen, der Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa, die dem türkischen Außenminister Hakan Fidan die Möglichkeit eines Waffenstillstands auf See kategorisch verweigerte und nicht nur die Notwendigkeit eines solchen Waffenstillstands für Russland selbst, sondern auch die Haltung der Türkei ziemlich skeptisch charakterisierte, die, wie Sacharowa betonte, die ukrainischen Angriffe auf russische Schiffe nicht verurteilt.

Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation betonte gleichzeitig, dass es beabsichtige, die Ukraine in diesem Winter erfrieren zu lassen und die Angriffe auf das feindliche Land zu verstärken, das weiterhin das Hauptziel für den russischen Präsidenten Putin, seine Armee und die chauvinistisch aufgeladene Gesellschaft bleibt.

All diese Erklärungen und die Art und Weise, wie Lawrow die Notwendigkeit des Krieges begründet – er ist bereits so weit gegangen, die Notwendigkeit einer Fortsetzung des Krieges mit dem sogenannten Andenken an die Vorfahren zu begründen und den Russen zu raten, sich keine Sorgen darüber zu machen, dass der Krieg in ihre Häuser gekommen ist, weil es um die Geschichte Russlands und seine staatlichen Möglichkeiten gehe –, all das zeugt davon, dass das russische Regime die Eskalation endgültig als Instrument seines Drucks sowohl auf die Ukraine und ihr Volk als auch auf die westlichen Partner gewählt hat.

Aus dieser Perspektive gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass angesichts derart harter Äußerungen russischer Beamter die Bemühungen der Vereinigten Staaten um eine Wiederaufnahme der Verhandlungen, von denen der Leiter des amerikanischen Außenministeriums Marco Rubio vor Kurzem gesprochen hat, zu irgendwelchen realistischen Ergebnissen führen könnten. 

Selbst wenn man sich vorstellt, dass die amerikanischen Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, die damit beschäftigt sind, dass es ihnen nicht gelingt, die Probleme im Nahen Osten zu lösen, ihre vergeblichen Bemühungen in dieser Region unterbrechen und tatsächlich mit neuen Initiativen nach Kyiv und Moskau reisen werden, ist klar, dass die Russische Föderation sämtliche Vorschläge und Erklärungen, die sie von den amerikanischen Vermittlern hören wird, mit Sarkasmus aufnehmen wird.

Deshalb muss man die Realität so wahrnehmen, wie sie ist, und nicht so, wie sie uns von Beamten in Washington oder Kyiv dargestellt wird. Man darf die Augen vor dem Wunsch des russischen Regimes, den Krieg fortzusetzen, nicht verschließen, weil es sich nicht lohnt, darauf zu hoffen, dass das Putin-Regime unter Bedingungen, in denen der Krieg in die Häuser der Russen eingezogen ist und sich die Geografie dieses Krieges auf dem Territorium Russlands selbst in den kommenden Jahren der Konfrontation nur noch ausweiten wird, etwas anderes als Eskalation und Verschärfung der Konfrontation wählen könnte. Denn in dieser Eskalation, in dieser Konfrontation liegt gewissermaßen das Rezept für das Überleben dieses autoritären Regimes, das sich vom Krieg nährt und gerade dank des Krieges den Autoritarismus der jüngeren Vergangenheit in einen brutalen und schändlichen Autoritarismus und Totalitarismus verwandeln konnte. Jede Rakete, die auf Kyiv fliegt, bietet die Möglichkeit, in Moskau die Schrauben immer fester anzuziehen.

Aus dieser Perspektive sollte man die Erklärung Sergej Lawrows wohl kaum ausschließlich als Propagandadokument betrachten. Sie könnte den Standpunkt des russischen Präsidenten selbst widerspiegeln sowie Putins Bestreben, den russisch-ukrainischen Krieg auszuweiten, um den Russen selbst zu zeigen, dass die Gefahr buchstäblich auf Schritt und Tritt auf sie lauert und dass Russland tatsächlich einen Krieg gegen den sogenannten kollektiven Westen führt.

In diese Politik des russischen Präsidenten fügt sich auch der Angriff mit einem Marschflugkörper auf polnisches Territorium ein, unweit eines Werks, das Produkte für die ukrainischen Verteidigungskräfte herstellte. Ebenso die inzwischen systematischen Sabotageakte in Rüstungsbetrieben westlicher Länder: vor Kurzem in Bulgarien, jetzt in Italien. Und natürlich Putins Reise auf die Kurilen, die erste in den 27 Jahren, in denen der russische Machthaber die Ämter des Regierungschefs und des Präsidenten der Russischen Föderation bekleidet.

Das heißt, Moskau will nicht nur die Konfrontation mit den europäischen Verbündeten der Vereinigten Staaten, sondern auch mit den asiatischen. Aus dieser Perspektive kann man sagen, dass wir bereits sehen: Putin will gemeinsam mit der Volksrepublik China eine gemeinsame Politik der Konfrontation und des Kampfes gegen den Westen betreiben. Und zwar nicht nach dem Prinzip: „Ihr werdet die Konfrontation in Europa verschärfen, und wir werden die Konfrontation in Asien verschärfen.“ So könnte es aus der Perspektive Pekings aussehen. Aus der Perspektive Moskaus könnte es hingegen so aussehen: „Wir werden gemeinsam die Konfrontation in Asien verschärfen. Und ihr, liebe chinesische Freunde, helft uns bitte dabei, die Konfrontation in Europa zu verschärfen.“

Lawrows Erklärungen, in denen er die Möglichkeit zurückweist, nach Wegen zu einem Waffenstillstand oder auch nur zu einer Wiederaufnahme der Diplomatie im russisch-ukrainischen Krieg zu suchen, bestärken nur in der Überzeugung, dass der Kreml heute genau diese, für die Welt noch gefährlichere Eskalationslinie gewählt hat, die mit der Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges verbunden ist.


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Titel des Originals: Росія відмовляється від перемирʼя | Віталій Портников. 15.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 15.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube15.08.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Russland sprengt Europa | Vitaly Portnikov. 13.08.2026.

Eine gewaltige Explosion hat sich in einem der wichtigen Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes Italiens in der Stadt Colleferro bei Rom ereignet. Obwohl der Bürgermeister von Colleferro, Giulio Calamato, betont, dass die Lage unter Kontrolle sei, äußern italienische Medien ernsthafte Besorgnis darüber, dass sich solche Explosionen auch in Zukunft wiederholen könnten. Denn das Unternehmen KNDS, dessen Betrieb so erheblich beschädigt wurde, ist ein wichtiger Waffenlieferant für die Verteidigungskräfte der Ukraine und hat sogar einen eigenen Betrieb auf dem Territorium unseres Landes eröffnet.

Dies ist bereits die zweite Explosion in einer Waffenfabrik in Europa innerhalb der vergangenen Tage. Am 10. August ereignete sich eine ebenso heftige Explosion in einem Betrieb des Unternehmens EMCO in Bulgarien. Und dies ist nicht der erste Angriff auf dieses Unternehmen, das für seine Verbindungen zum ukrainischen militärisch-industriellen Komplex und für Waffenlieferungen an die Streitkräfte der Ukraine bekannt ist. Ähnliche Explosionen ereigneten sich auch 2022 und 2023.

Der Eigentümer des Unternehmens, Emilian Gebrew, berichtete, dass Agenten der Hauptverwaltung für Aufklärung des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation im April 2015 versucht hätten, ihn in seiner eigenen Wohnung im bulgarischen Burgas zu vergiften. Und im Übrigen führte die Analyse der Umstände zu der Erkenntnis, dass bei dem Versuch, den bulgarischen Geschäftsmann zu vergiften, das inzwischen sehr bekannte „Nowitschok“ eingesetzt wurde.

Diese Erinnerung an den Vergiftungsversuch an Emilian Gebrew ist auch heute aktuell. Denn gerade heute teilte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk mit, dass die Geheimdienste seines Landes einen Versuch der Russen vereitelt hätten, einen Bürger der Vereinigten Staaten zu töten, der nach Berichten polnischer Medien ebenfalls mit dem militärisch-industriellen Komplex zu tun hat und mit Waffenlieferungen an die Ukraine verbunden ist.

Somit versuchen die Russen, die Unterstützung der ukrainischen Armee bereits auf dem Territorium der Länder der Europäischen Union zu sabotieren, und tun dies systematisch mithilfe von Explosionen in Waffenfabriken sowie durch Versuche, die Eigentümer von Unternehmen zu töten, die Waffen für die Ukraine produzieren.

Man kann nicht sagen, dass dies angesichts der Aktivitäten russischer Geheimdienste auf europäischem Boden eine Sensation wäre. Ich möchte daran erinnern, dass die Russen, als sie sich auf den Krieg gegen die Ukraine vorbereiteten, eine ganze Serie von Explosionen in Munitionslagern sowohl in unserem Land als auch in europäischen Ländern durchführten. Auch der Anschlagsversuch auf Gebrew ereignete sich 2015, als man in Russland die Möglichkeit einer Ausweitung der militärischen Operationen auf ukrainischem Territorium erwog, um einen größeren Teil der Regionen Donezk und Luhansk zu erobern.

Doch die Systematik der Aktionen, die Russland heute in europäischen Ländern durchzuführen versucht, zwingt mich erneut, auf einen Gedanken zurückzukommen, den ich in den vergangenen Monaten geäußert habe. Die Ausweitung des russisch-ukrainischen Krieges ist unvermeidlich, und Europa kann zu einem ebenso großen Aufmarschgebiet für diesen Krieg werden, wie es einst die Krim und der von Russland besetzte Donbas waren.

In Moskau kann man nicht umhin zu verstehen, dass die europäische Hilfe Russland daran hindert, den benachbarten Staat zu beseitigen und anschließend dessen Territorium der Russischen Föderation einzuverleiben. Und ohne die Einverleibung der Ukraine, ohne einen entscheidenden Sieg im russisch-ukrainischen Krieg, der in den russischen Wahnvorstellungen mit der Beseitigung der ukrainischen Staatlichkeit und der Vertreibung des größten Teils der ethnischen Ukrainer aus ihren Siedlungsgebieten verbunden ist, wird Russland seinen imperialen Status nicht wiedererlangen und auf der internationalen Bühne kein gleichberechtigter Partner der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China werden können.

Genau ein solches Russland – ein imperiales Russland, das ungeachtet der Degeneration seiner eigenen Wirtschaft in der Lage ist, um größeren Einfluss zu kämpfen – will der selbstverliebte Wahnsinnige Putin seinen Nachfolgern aus dem Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation hinterlassen. Für genau ein solches Russland sind er und seine Landsleute bereit, in den kommenden Jahren des russisch-ukrainischen Krieges zu kämpfen.

Doch damit dieser Krieg für Russland siegreich sein kann, muss er zu einem russisch-europäischen Krieg werden. Und diese Schlussfolgerung wurde in den Büros des Kremls offenbar bereits gezogen. Somit sind Explosionen in europäischen Betrieben und Versuche, diejenigen zu töten, die in europäischen Ländern mit der Waffenproduktion beschäftigt sind, nur der Anfang der russischen Expansion.

Putin muss die europäischen Gesellschaften einschüchtern und die Staats- und Regierungschefs Europas dazu zwingen, der Ukraine nicht zu helfen. Putin braucht einen europäischen Wähler, der konsequent für politische Kräfte stimmt, die Putin nicht daran hindern werden, die Ukraine zu besetzen, sondern Putin dabei helfen werden, die Ukraine zu besetzen.

Und somit werden die Versuche, die Europäer einzuschüchtern, nun zu einem untrennbaren Bestandteil der gesamten Politik Moskaus auf dem europäischen Kontinent. Zumal die offenkundige Gleichgültigkeit des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, gegenüber europäischen Angelegenheiten Putin nur zu immer aggressiveren und gefährlicheren Handlungen anstachelt.

Nun, damit sich niemand Illusionen über das Ausmaß dieses künftigen großen und schrecklichen Krieges macht, möchte ich einfach darauf hinweisen, dass Explosionen inzwischen keineswegs nur in Bulgarien, Tschechien oder Polen stattfinden. Explosionen finden jetzt in Italien statt.

Keines der europäischen Länder kann sich sicher fühlen, solange Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine nicht besiegt ist. Keines der europäischen Länder kann auf Ruhe und Frieden hoffen, solange die imperialen Ambitionen Russlands nicht überwunden sind.

Die Alternative ist eine immer größere Zahl von Explosionen, Auftragsmorden und massenhaften Opfern unter der Zivilbevölkerung, die Sabotageakten oder der hybriden Aggression der russischen Geheimdienste und der Armee dieses terroristischen Gebildes zum Opfer fallen könnte. Das ist es, was Europa bereits in den kommenden, wenn nicht Monaten, so doch Jahren erwartet, wenn es dem Westen gemeinsam mit uns nicht gelingt, Putins Wahnvorstellungen und Bestrebungen ein Ende zu setzen und seinem offensichtlichen Interesse am Krieg, an dessen Fortsetzung und Verschärfung er weiterhin wie an einem wahr gewordenen Jugendtraum festhält.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Росія підриває Європу | Віталій Портников. 13.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 13.08.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Putin bereitet einen neuen Krieg vor | Vitaly Portnikov. 13.08.2026.

Putin hat zum ersten Mal in den 27 Jahren, in denen er die Ämter des Präsidenten und des Regierungschefs der Russischen Föderation bekleidet, die Kurilen besucht, die bekanntlich bis heute ein umstrittenes Gebiet zwischen Russland und Japan bleiben und beide Länder daran hindern, eine Entscheidung über den Abschluss eines Friedensvertrags nach dem Zweiten Weltkrieg zu treffen.

Putin ist nicht der erste russische Präsident oder Regierungschef, der die Kurilen besucht. Während seiner Amtszeit als Oberhaupt des russischen Staates besuchte Putins Vorgänger Medwedew die Kurilen. Auch der amtierende Ministerpräsident der Russischen Föderation, Mischustin, hat die Kurilen besucht.

Aber wir verstehen sehr gut, wie man in Tokio gerade den Besuch Putins wahrnimmt, den man in der japanischen Hauptstadt, wie übrigens auch in der gesamten übrigen Welt, praktisch seit dem Moment, als Putin amtierender Präsident der Russischen Föderation wurde, stets als den tatsächlichen Machthaber der Russischen Föderation wahrgenommen hat. Und das geschah, daran möchte ich erinnern, bereits am 1. Januar 2000.

Somit haben wir es mit einer offenen und scharfen Provokation zu tun. Und Japans Premierministerin Sanae Takaichi reagierte ebenso wie andere hochrangige Vertreter der Regierung in Tokio umgehend auf diesen Besuch des russischen Präsidenten und betonte, dass er die Haltung der Japaner gegenüber Russland nur verschlechtere.

Es kann sich die Frage stellen: Warum brauchte Putin diese Reise, wenn er während seiner 27 Jahre an der Macht von einem solchen Besuch abgesehen hatte? Und warum fand sie unmittelbar statt, nachdem Putin während seines Auftritts bei einer Übung der Pazifikflotte der Russischen Föderation betont hatte, Russland drohe Japan in keiner Weise, vielmehr habe Japan aggressive Pläne gegenüber der Russischen Föderation?

Hier spielen gleich mehrere Faktoren eine Rolle.

  • Erstens müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass man in Moskau weiter am endgültigen Abbau des Völkerrechts als solchem und an dessen Ersetzung durch das Recht des Stärkeren arbeitet. Was derzeit während des russisch-ukrainischen Krieges in Europa geschieht, soll aus Sicht der Strategen im Kreml auch in Asien geschehen.

Somit ist Moskau nicht mehr an einem Friedensvertrag mit Tokio interessiert. Es ist nicht an einer Normalisierung der bilateralen Beziehungen interessiert, nicht an den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Japan und der Russischen Föderation. Zumal sich Japan vielen Sanktionen der zivilisierten Welt angeschlossen hat, die nach Beginn der russischen Aggression gegen unseren Staat gegen die Russische Föderation verhängt wurden.

Und in dieser Situation demonstriert Putin Japan, dass Russland bereit ist, seine Ansprüche auf die Kurilen weiterzuverfolgen und dass keinerlei Kompromisse in den bilateralen Beziehungen, auf die man in Tokio noch vor einigen Jahren so sehr gehofft hatte, in Betracht gezogen werden.

  • Zweitens, und das ist möglicherweise noch wichtiger als der erste Punkt, versucht Putin, sich bei demjenigen beliebt zu machen, der heute der wichtigste Energiesponsor der Russischen Föderation ist. Bei demjenigen, der russisches Erdöl kauft, der dem russischen Machthaber die Möglichkeit gibt, eine Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine in den kommenden schwierigen Jahren in Betracht zu ziehen. Das ist der Staatspräsident der Volksrepublik China und Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping.

Bekanntlich ist Peking in den vergangenen Monaten zu einem offenen Angriff auf Tokio übergegangen, und der Leiter der außenpolitischen Kommission des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und Außenminister der Volksrepublik China, Wang Yi, erlaubte sich sogar, Tokio von der Tribüne der renommierten Münchner Sicherheitskonferenz offen zu drohen, was viele als mögliche Vorbereitung auf eine große Krise, vielleicht sogar auf einen Krieg im asiatisch-pazifischen Raum werteten.

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass angesichts der offensichtlichen Schwächung des internationalen Einflusses der Vereinigten Staaten während der Präsidentschaft Donald Trumps ein solcher Krieg zwar nicht unvermeidlich, aber durchaus wahrscheinlich ist, weil man in Peking möglicherweise sehen möchte, inwieweit die Vereinigten Staaten tatsächlich bereit sind, ihre Verbündeten in Asien zu verteidigen.

Und Donald Trumps Verhalten im russisch-ukrainischen Krieg, seine offenkundige Abneigung dagegen, sich mit Putin anzulegen, sowie die Komplimente, die wir vom Präsidenten der Vereinigten Staaten an die Adresse des Präsidenten der Russischen Föderation gehört haben, bestärken die Führung der Kommunistischen Partei Chinas natürlich nur in der Überzeugung, dass Donald Trump auch im Falle Japans schlicht Angst davor haben wird, Xi Jinping selbst herauszufordern.

Putin versteht all das sehr gut, und man kann sagen, dass er, wenn er die Japaner provoziert, sich zugleich bei den Chinesen einschmeichelt und versucht, seinen Status als Lieblingsvasall des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Chinas zu verteidigen.

Und all das ist natürlich sehr, sehr gefährlich, denn Putin, der in der Sackgasse des Ukraine-Krieges feststeckt, muss seiner chauvinistisch eingestellten Bevölkerung immer neue Fälle von Eskalation und immer neue Demonstrationen der Bereitschaft Russlands präsentieren, seine Interessen gerade mit Gewalt und nicht auf diplomatischem Wege zu verteidigen. Und wenn es nicht gelingt, die Ukraine zu verschlingen und der Existenz unseres Staates ein Ende zu setzen, wenn in Russland selbst ernsthafte wirtschaftliche Probleme beginnen, die mit den Angriffen der ukrainischen Verteidigungskräfte auf die russische Erdölverarbeitung, den militärisch-industriellen Komplex und andere strategische Infrastruktur der terroristischen Föderation zusammenhängen, entsteht natürlich die Versuchung, noch einen weiteren, vielleicht kleinen Krieg zu entfesseln, zu versuchen, die Japaner zu provozieren und sie anschließend zu beschuldigen, nach den russischen Kurilen zu greifen.

Nun, wie ein Szenario russischer Provokationen aussehen kann, wissen wir sehr gut aus jenem schrecklichen Krieg, der bereits 2014 im ukrainischen Donbas begann und uns die ganze Amoralität der russischen Propaganda und die Bereitschaft der russischen Führung zu jeglichen Provokationen im Stil des Komitees für Staatssicherheit der Sowjetunion vor Augen geführt hat.

Der Besuch des Präsidenten der Russischen Föderation auf den Kurilen ist also kein zufälliges Ereignis. Dieser Besuch riecht geradezu nach einem neuen schrecklichen Krieg.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін готує нову війну | Віталій Портников. 13.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 13.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Mach mich, o Gott, zu ätzendem Regen. Bogdan Andruch.

Зроби мене, боже, кислотним дощем

Mach mich, o Gott, zu ätzendem Regen,
Zu glutroter, brodelnder Lava.
Lass sie in Flammen zugrunde gehn,
Mach mich zur vernichtenden Rache.

Kleid mich in Schwarz, mach mich selbst zum Tod,
Lass mich von der Kette wie Baal.
Lass, Gott, mich vierteilen, was aufrecht noch steht,
Was nicht mir zu Füßen schon fiel.

Mach mich zum wilden Erbeben der Erde –
Dann kehrt in die Welt Harmonie.
Lass mich im Frühling zur Sturzflut werden –
Und Moskowien wird Grund unter mir.

2026


Зроби мене, боже, кислотним дощем,
Багрянокипілою лавою.
Дозволь мені, боже, спалити їх вщент
І стати лихою розправою.

Вбери мене в чорне, зроби з мене смерть,
Спусти з ланцюга, мов Баала.
Дозволь мені, боже, ділити на чверть
Усе, що під ноги не впало.

Зроби мене диким тремтінням землі-
І в світ повернеться гармонія.
Пусти мене в повінь на ранній весні,
І дном моїм стане московія.

2026


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Art der Quelle: Gedicht
Titel des Originals: Зроби мене, боже, кислотним дощем
Autor: Богдан Андрух
Veröffentlichung: 2026
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Putins Auftritt: das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 12.08.2026.

Während seines Auftritts bei einer Übung der Pazifikflotte der Russischen Föderation versprach Putin eine spiegelbildliche Antwort auf die Maßnahmen europäischer und anderer westlicher Länder, die mit Sanktionen belegte Schiffe der Russischen Föderation stoppen. Übersetzt man dies aus der bürokratischen in die allgemein verständliche Sprache, versprach er, fremde Schiffe zu versenken.

Dass dieser Auftritt des russischen Präsidenten kein Zufall war, sondern den Beginn einer neuen Propagandakampagne der Russischen Föderation darstellt, zeigte sich daran, dass sich Putins Drohungen umgehend sowohl der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, als auch das Außenministerium der Russischen Föderation anschlossen, das bereits offizielle Drohungen gegen jene europäischen Länder aussprach, die Schiffe unter sogenannten Billigflaggen stoppen, die Russland dabei helfen, westliche Sanktionen zu umgehen.

Dieser Vorstoß Putins ist keineswegs zufällig. Er bedeutet, dass die Russische Föderation begonnen hat, eine Bedrohung für ihre weiteren Öllieferungen auf die Märkte der Länder des Globalen Südens zu spüren. Denn der überwiegende Teil dieser Lieferungen ist gerade mit der sogenannten russischen Schattenflotte verbunden, die sich in Wirklichkeit keineswegs im Schatten befindet. Alle wissen sehr genau, wo sich diese Schiffe befinden und wohin sie fahren; sie verstecken sich vor niemandem. Und die Frage ihrer Festsetzung ist eine Frage des politischen Willens und der Möglichkeiten.

Wenn die westlichen Länder darauf bestehen, dass Russland jene Sanktionen einhalten muss, die nach Beginn der Aggression der Russischen Föderation gegen unseren Staat gegen das Land verhängt wurden, bedeutet dies, dass Moskau auch diesen Teil der für seinen Haushalt so wichtigen Einnahmen verlieren wird. Und das zu einer Zeit, in der Putin fest entschlossen ist, den Krieg fortzusetzen, und für die Fortsetzung des Krieges braucht er Geld.

Natürlich kann sich die Frage stellen, auf welche Weise die Russische Föderation zu Akten der Piraterie greifen will. Denn die europäischen Länder stoppen Tanker, die mit der Russischen Föderation verbunden sind, in der Regel in ihren eigenen Hoheitsgewässern. Sie hindern sie daran, eine Route fortzusetzen, die unter die Sanktionsgesetzgebung fällt. Und somit können wir von der Tatsache sprechen, dass die Russische Föderation zu tatsächlichen Akten der Piraterie gegen die europäische Schifffahrt greifen könnte.

Genau davon spreche ich, wenn ich auf die Möglichkeit einer Ausweitung des russisch-ukrainischen Krieges auf die Länder Europas hinweise. Putin ist daran interessiert, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine schneller endet, als ihm das Geld für die Fortsetzung des Feldzugs ausgeht.

Doch natürlich sieht der russische Diktator das Ende dieses Krieges zu seinen Bedingungen. Er hofft noch immer darauf, dass die ukrainische Staatlichkeit zerstört und ihre ehemaligen Territorien als Föderationssubjekte der Russischen Föderation angeschlossen werden, so wie dies formell bereits mit den ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie mit der Autonomen Republik Krim und Sewastopol geschehen ist.

Damit dies jedoch geschieht, braucht Putin eine Ukraine ohne westliche Hilfe. Der russische Präsident ist sich sehr wohl bewusst, dass die Ukraine den Krieg gegen sein Piratenland als Teil der zivilisierten Welt fortsetzt. Und er will, dass diese zivilisierte Welt die Unterstützung unseres Staates einstellt.

Zumal Putin bestimmte Möglichkeiten dafür bereits genutzt hat. Wir haben gesehen, wie man in Washington nach den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten im Jahr 2024 und der Rückkehr des Republikaners Donald Trump ins Oval Office im Jahr 2025 nicht einmal mehr an die Möglichkeit einer intensiven militärischen Unterstützung der Ukraine nach dem Vorbild der vorherigen Regierung von Joseph Biden dachte.

Warum sollte Putin nicht davon ausgehen können, dass auch europäische Politiker in Zukunft bereit sein werden, auf die Unterstützung der Ukraine zu verzichten? Zumal derzeit bei vielen bevorstehenden Wahlen rechtsextreme Politiker als Favoriten gelten, die bereits zuvor zu jeglichen Vereinbarungen mit Russland bereit waren und keine Befürworter der Unterstützung der Ukraine in unserer Auseinandersetzung mit der aggressiven Politik Russlands waren.

Deshalb ist es hier wichtig, die westlichen Gesellschaften einzuschüchtern. Denn wir verstehen sehr gut, dass für die Europäer bereits die Tatsache, dass ihre Schiffe von den Seestreitkräften der Russischen Föderation angegriffen werden, einen gefährlichen Präzedenzfall darstellt, der nur die Position jener stärken wird, die behaupten werden, man dürfe der Ukraine nicht helfen und müsse sich mit Russland einigen.

Von Gesprächen über die Notwendigkeit, eine Verständigung mit dem Westen zu suchen, ist Putin zu offenen Drohungen übergegangen. Und im Übrigen sind dies Drohungen gegen den kollektiven Westen als solchen und nicht nur gegen Europa. Denn einen großen Teil des Auftritts des russischen Präsidenten machten auch seine Drohungen gegen Japan aus. Und dies ist nicht nur der Versuch, die Beziehungen zwischen Moskau und Tokio zu verschärfen. Es ist auch der Wunsch des russischen Staatschefs, seinen Energiesponsoren aus der Volksrepublik China zu gefallen, die einen Kurs zur Verschlechterung der chinesisch-japanischen Beziehungen eingeschlagen haben.

Wir erinnern uns daran, wie der Außenminister der Volksrepublik China und Leiter der außenpolitischen Kommission des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, Wang Yi, vom Podium der hochrangig besetzten Münchner Sicherheitskonferenz Japan mit weiteren Maßnahmen Chinas drohte, sollte dieses Land seine außenpolitischen Prioritäten nicht ändern, insbesondere seine Befürchtung, dass sich eine Krise in der Taiwanstraße tatsächlich auch auf die Sicherheit Japans auswirken könnte.

Und nun schloss sich Putin während seines Auftritts bei der Übung der Pazifikflotte der Russischen Föderation im Grunde diesen chinesischen Drohungen am entsprechenden geografischen Ort an. Doch dieser geografische Ort ist auch im Hinblick auf das von Bedeutung, worüber wir sprechen, wenn wir die Drohungen gegen die Europäer erörtern.

Denn wenn wir über die russische Flotte in Europa sprechen, hat die Russische Föderation nicht allzu viel vorzuweisen. Insbesondere nachdem die russische Schwarzmeerflotte Sewastopol verlassen musste und sich nun in der Bucht von Noworossijsk versteckt, das ebenfalls von den Streitkräften der Ukraine angegriffen wird. Im Pazifik dagegen kann Putin noch wie eine Art Admiral wirken, der nicht nur aus Pappe besteht.

Doch all das gilt nur vorerst. Und wir müssen uns daran erinnern, dass die Möglichkeiten der Russischen Föderation nur so lange bestehen, wie man dem dreisten Aggressor auf seine Drohungen und seine Handlungen nicht antwortet.


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Titel des Originals: Виступ Путіна: головне | Віталій Портников. 12.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 12.08.2026.
Originalsprache: uk
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