Rubio antwortete Lawrow | Vitaly Portnikov. 26.05.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio reagierte ziemlich gelassen auf den Telefonanruf des Leiters des russischen Außenministeriums Sergej Lawrow.

Lawrow informierte Rubio bekanntlich über die Absicht der Russischen Föderation, systematische Angriffe auf Kyiv durchzuführen, und riet damit faktisch zur Evakuierung der amerikanischen diplomatischen Vertretung aus der ukrainischen Hauptstadt.

Rubio sagte jedoch lediglich, dass Lawrow ihn daran erinnert habe, dass Kyiv eine gefährliche Stadt sei. Aber eine solche gefährliche Stadt bleibt die ukrainische Hauptstadt bereits seit Jahren. Und das zeige lediglich die Notwendigkeit, den Krieg zu beenden, der inzwischen länger andauert als der Zweite Weltkrieg.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten betonte außerdem, dass der Außenminister der Russischen Föderation ihn gebeten habe, Informationen von Präsident Putin an Präsident Trump weiterzugeben, was er auch getan habe. Worte über eine mögliche Schließung der Botschaft der Vereinigten Staaten in der ukrainischen Hauptstadt waren von Marco Rubio nicht zu hören.

Zuvor hatte die Botschaft der Vereinigten Staaten in Kyiv die russischen Angriffe auf diese ukrainische Stadt verurteilt. Somit zeigte sich, dass Russland seine Ziele nicht erreichte, obwohl es versuchte, sowohl den US-Außenminister als auch die Leiter anderer Außenministerien weltweit einzuschüchtern. Kein einziges Land erklärte seine Bereitschaft, seine Botschaft aus der ukrainischen Hauptstadt zu evakuieren.

Vertreter europäischer Länder betonten, dass die Botschaften in Kyiv bleiben und ihre Arbeit fortsetzen würden. Im Außenministerium der Volksrepublik China rief man zur Deeskalation der Situation und zu Verhandlungen zwischen den Seiten auf.

Wenn also der Außenminister der Russischen Föderation tatsächlich versuchte, panische Stimmungen sowohl unter westlichen Diplomaten als auch unter der Zivilbevölkerung der Ukraine zu fördern, kann man sagen, dass seine Pläne gescheitert sind.

Und dabei geht es natürlich nicht um die massiven russischen Angriffe auf Kyiv und andere ukrainische Städte. Diese massiven Angriffe dauern, wie wir verstehen, bereits all die Jahre des langen russisch-ukrainischen Krieges an und können bis zu dessen Ende weitergehen. Es geht darum, wie die Russische Föderation an die propagandistische Begleitung ihrer Angriffe herangeht.

Wie der Kreml vor allem versucht, panische Stimmungen unter den Ukrainern zu verstärken und damit versucht, noch an einem weiteren Krieg teilzunehmen – an einem demografischen Krieg. Denn die Abwanderung der Bevölkerung aus den großen Städten der Ukraine und die Umsiedlung der ukrainischen Bevölkerung aus dem Osten und Süden ins Zentrum und vom Zentrum in die westlichen Regionen unseres Landes und weiter ins Ausland sind ebenfalls Teil der Absichten der Russischen Föderation in ihrem Krieg gegen unseren Staat.

Ich habe wiederholt erklärt, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine nicht ein Krieg ist, sondern gleich mehrere. Und dass es neben dem Krieg, den die russische Armee führt, neben den Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur auch noch einen propagandistischen und einen demografischen Krieg gibt. Und gerade diese beiden Kriege beobachten wir jetzt.

Der propagandistische Krieg: panische Stimmungen unter der Bevölkerung Kyivs und anderer großer ukrainischer Städte. Der demografische Krieg: die Verringerung der ukrainischen Bevölkerung, damit die Ukraine selbst dann, wenn es gelingt, ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges zu erreichen, auf dem europäischen Kontinent und im sogenannten postsowjetischen Raum ein wesentlich geringeres Gewicht hat als vor 2022.

Denn Putin wägt, wie jeder erfahrene Tschekist, verschiedene Varianten ab, wie der russisch-ukrainische Krieg enden soll, falls es ihm nicht gelingt, seine ehrgeizigsten Ziele zu verwirklichen, die mit der Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit und dem Verschwinden des ukrainischen Volkes von der ethnografischen Karte der modernen Welt verbunden sind.

Aber wie wir sehen, wirkt diese Propaganda nicht, vor allem nicht auf die westlichen Verbündeten der Ukraine. Ich würde sagen: auf die westlichen Staaten insgesamt.

Aus den Aussagen des Außenministers der Vereinigten Staaten kann man schließen, dass man in Washington ebenso wenig versteht, wie man aus dem Krieg im Persischen Golf herauskommen soll, wie man auch nicht begreift, wie man aus Russlands Krieg gegen die Ukraine herauskommen soll, den Donald Trump bekanntlich bereits in den ersten Wochen seiner Amtszeit im Oval Office zu beenden versprochen hatte.

Jetzt bleibt dem Außenminister der Vereinigten Staaten nur festzustellen, dass es keine Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gibt, die Vereinigten Staaten aber jederzeit bereit seien, zum Verhandlungsprozess zurückzukehren, falls darin eine konstruktive Komponente vorhanden sei.

Wie Sie verstehen, sind das keineswegs Führungspositionen, sondern das Abwarten einer Situation, in der eine solche Rolle in den Verhandlungen – falls sie überhaupt in absehbarer Zukunft beginnen – für das Weiße Haus vorteilhaft wäre.

Aber sich dem Diktat der Kreml-Administration zu unterwerfen, wollen der Präsident der Vereinigten Staaten ebenfalls nicht, denn das wäre eine weitere Demonstration außenpolitischer Niederlage, die weder Donald Trump noch Marco Rubio noch andere Vertreter der amerikanischen Administration benötigen.

Und Moskau? Moskau wird sich mit einer ziemlich einfachen Tatsache abfinden müssen: Russland wird für Angriffe auf diplomatische Vertretungen der in Kyiv akkreditierten Staaten verantwortlich gemacht werden, falls diese Vertretungen, Botschafterresidenzen, Botschaften oder Konsulate während zukünftiger russischer Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt oder andere Städte der Ukraine Schaden nehmen.

Und die Versuche, sich durch Erklärungen des Außenministeriums der Russischen Föderation oder sogar durch Telefongespräche des russischen Außenministers mit seinem amerikanischen Kollegen der Verantwortung für weitere Verbrechen zu entziehen, sind offensichtlich gescheitert.

Niemand will an dieser widerwärtigen propagandistischen Inszenierung des Kremls teilnehmen: weder die Administration der Vereinigten Staaten noch die Führungen der europäischen Länder und ihrer Außenministerien, noch selbst Staaten, die sich faktisch in einem geopolitischen Bündnis mit der Russischen Föderation befinden, wie etwa die Volksrepublik China.

Für seine Verbrechen wird Putin selbst die Verantwortung tragen müssen, selbst wenn diese Verantwortung sich ausschließlich in diplomatischen Protestnoten an den Kreml äußern sollte.


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Titel des Originals: Рубіо відповів Лаврову | Віталій Портников. Vitaly Portnikov. 26.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Lawrow beschuldigt den Westen eines Krieges gegen Russland | Vitaly Portnikov. 24.04.2026. 

Der Leiter des russischen Außenministeriums, Sergej Lawrow, beschuldigte den Westen, einen Krieg gegen Russland begonnen zu haben, und erklärte, die Ukraine sei die Spitze dieses Angriffs. Und ohne die Hilfe des Westens hätte die ukrainische Führung den Widerstand gegen die russische Aggression einfach nicht fortsetzen können.

Lawrow äußerte diese Erklärung vor dem Hintergrund der Entscheidung der Europäischen Union, einen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine freizugeben, dessen Vergabe zuvor durch ein Veto des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán, kurz vor seiner Niederlage bei den Parlamentswahlen in seinem Land, blockiert worden war.

Wie wir sehen, hatte man in Moskau mit dieser Niederlage nicht gerechnet und darauf gehofft, dass die Ukraine in diesem Jahr ohne Geld bleiben würde und es Moskau dadurch leichter fallen würde, Druck auf Kyiv auszuüben und zugleich seine Offensive auf ukrainischem Gebiet fortzusetzen.

Dass Moskaus Pläne gescheitert sind, löste vorhersehbare Verärgerung in der russischen politischen Führung aus. Und wie immer beschloss man in Moskau, den Westen für alle Probleme verantwortlich zu machen und daran zu erinnern, dass die Ukraine ohne westliche Unterstützung ihren Widerstand gegen die russische Aggression nicht fortsetzen könnte.

Doch das Entscheidende ist hier meines Erachtens dennoch das Wort „Aggression“. Aus welchen Gründen sollten wir der Vorstellung zustimmen, dass der Westen Russland den Krieg erklärt habe, wenn doch Russland selbst bereits 2014 seinen Krieg gegen die Ukraine begonnen hat, als das Putin-Regime die Annexion der ukrainischen Krim beschloss und einen nicht erklärten Krieg im Donbas begann – unter Einsatz nicht nur eigener Saboteure, sondern auch regulärer Truppen? Und in dieser Situation können wir selbstverständlich davon sprechen, dass die Länder der zivilisierten Welt beschlossen haben, der Ukraine in diesem Kampf gegen Barbarei und gegen die Verletzung des Völkerrechts zu helfen – nicht, weil sie gegen Russland, gegen Putin oder gegen Lawrow kämpfen wollten, sondern weil sie die Prinzipien des Völkerrechts wahren wollten, die vor Beginn dieser Aggression angeblich auch von der Russischen Föderation anerkannt wurden.

So verstehen wir natürlich, warum Lawrow weiterhin den Westen beschuldigt. Denn anzuerkennen, dass die Probleme Russlands – über die nun immer mehr Bürger der Russischen Föderation erfahren, vor dem Hintergrund der Angriffe auf die Ölverarbeitungsindustrie Russlands und brennender Ölhäfen – damit zusammenhängen, dass die Streitkräfte der Ukraine eine effektive Strategie zur Verringerung der russischen wirtschaftlichen Ressourcen entwickelt haben, wäre für ihn gleichbedeutend mit dem Eingeständnis, dass nicht „die ganze Welt“ gegen Russland kämpft.

Nur würde man gerne erfahren, zu welchem Zweck. Vielleicht hängt dieser „Krieg“ damit zusammen, Russland daran zu erinnern, dass es zu einem respektvollen Umgang mit den Grenzen seiner Nachbarn zurückkehren sollte? Dass es an der Zeit ist, Drohungen mit Atomwaffen zu vergessen, dass Politik nicht nur aus dem Wunsch besteht zu töten, zu vergewaltigen, zu plündern und zu drohen – womit sich die russische politische Führung seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt? Und dass in dieser Situation der beste Weg, den Krieg gegen sich selbst zu beenden, darin besteht, aufzuhören, gegen die Nachbarn Krieg zu führen – was im Grunde die Essenz der russischen Politik während nahezu der gesamten Zeit von Putins Herrschaft in der Russischen Föderation ist.

Viele sind der Ansicht, dass diese Beschuldigungen Lawrows in erster Linie der Vorbereitung eines Krieges der Russischen Föderation gegen westliche Länder dienen. Und über die Möglichkeit eines solchen Krieges sprechen immer mehr westliche Politiker. So rief der polnische Premierminister Donald Tusk die europäischen Länder dazu auf, sich auf einen solchen Angriff nicht erst in den kommenden Jahren, sondern bereits in den kommenden Monaten vorzubereiten und sich weniger auf die Vereinigten Staaten als vielmehr auf sich selbst zu verlassen.

Doch tatsächlich verfügt die Russische Föderation über keinerlei reale Ressourcen für einen Angriff auf Europa. All ihre Ressourcen sind heute gerade an der ukrainischen Front konzentriert. Und übrigens hat Lawrow dies selbst eingeräumt, als er, unter Berufung auf europäische Militärs, betonte, dass man im Westen davon ausgehe, je länger Russland gegen die Ukraine kämpfe, desto weniger Möglichkeiten habe es derzeit, Europa anzugreifen.

Man könnte sagen, er hat damit gegen sich selbst ausgesagt, denn mit diesem Zitat unterstrich Lawrow praktisch, dass, wenn die Russische Föderation derzeit nicht gegen die Ukraine kämpfen würde und ihre Ressourcen nicht im Donbas gebunden wären, sich die russischen Streitkräfte möglicherweise bereits auf einen Angriff auf eines der anderen Nachbarländer vorbereiten würden – auf ein Land der Europäischen Union oder der NATO.

Doch zum jetzigen Zeitpunkt verfügt Russland über solche Möglichkeiten nicht einmal, um seine Nachbarländer mit seiner Armee einzuschüchtern. Und auch das ruft im Grunde zusätzliche Verärgerung bei der russischen Führung hervor, weil sie verstehen, wie ihr Land in den Augen der zivilisierten Welt aussieht.

Ein Land, das bereits im fünften Jahr um fremdes Land kämpft und dafür Tausende, Zehntausende seiner verachtenswerten Söldner geopfert hat. Ein Land, das faktisch am Rande des Zusammenbruchs seiner eigenen Rohstoffwirtschaft steht, die über Jahrzehnte die Grundlage der Existenz des Russischen Imperiums, der Sowjetunion und nun der putinschen terroristischen Föderation bildete – einer „Zivilisation“, die praktisch nie etwas produzierte, sondern mit Rohstoffen handelte und fremde Errungenschaften und Erfolge stahl, von Peter dem Großen bis zu Stalin und Putin. Diebstahl und Schande. Schande und Diebstahl.

Und natürlich bleibt in dieser Situation nur, die zivilisierte Welt zu beschuldigen – in deren Kontakten die Russen stets einen unstillbaren Minderwertigkeitskomplex verspürten – und zugleich die Möglichkeiten der Ukraine herabzusetzen, die grausamen und niederträchtigen Aggressoren zu bestrafen, die bis heute nicht von der Idee abgerückt sind, die ukrainische Staatlichkeit zu zerstören.

So sprechen Lawrows Aussagen eher nicht davon, dass Russland sich auf einen Krieg mit den westlichen Ländern vorbereitet, sondern davon, dass es wütet – gerade weil seine Möglichkeiten zu kämpfen vor dem Hintergrund der letzten Jahre des russischen Krieges gegen die Ukraine und der jüngsten Monate und Wochen von Bränden in der russischen Ölverarbeitung und in den Ölhäfen der Russischen Föderation äußerst wenig überzeugend aussehen.

Und daran ist kein Westen schuld. Schuld ist die eigene Dummheit – die von Lawrow, von Putin und von anderen Vertretern der russischen Bande, die aus irgendeinem Grund als militärisch-politische Führung Russlands bezeichnet wird.


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Art der Quelle: Artikel /
Titel des Originals: Лавров звинувачує Захід у війні проти Росії | Віталій Портников. 24.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Geheime Verbindungen zwischen Szijjártó und Lavrov | Vitaly Portnikov. 31.03.2026.

Am Vorabend der Parlamentswahlen in Ungarn hat die Geschichte über die engen, man könnte sagen, korporativen Verbindungen der Regierung Viktor Orbáns mit dem Kreml ihre faktische Bestätigung erhalten – nach der Veröffentlichung von Telefongesprächen des ungarischen Außenministers Péter Szijjártó mit russischen чиновниками.

Dass Szijjártó direkt während Sitzungen der Außenminister der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der NATO Lavrov anrief und über den Verlauf der Sitzung berichtete, wurde schon lange gesagt. Doch die Telefonate werfen weniger Licht auf die Berichte Szijjártós als vielmehr darauf, dass er im Grunde Anweisungen russischer чиновников ausführte und über die geleistete Arbeit berichtete. Dabei hing diese „geleistete Arbeit“ sehr oft mit oligarchischen Interessen zusammen – und nicht einmal mit dem Schutz irgendwelcher Interessen Russlands.

Der veröffentlichte Ausschnitt eines Gesprächs zwischen den Außenministern Russlands und Ungarns, Sergey Lavrov und Péter Szijjártó, zeigt, dass beide чиновники versuchen, die Interessen eines der russischen Oligarchen, Alisher Usmanov, zu schützen und die Sanktionen gegen seine Schwester aufzuheben, was Usmanov natürlich ermöglichen würde, internationale Sanktionen zu umgehen.

Das Gespräch mit dem stellvertretenden Wirtschaftsminister Russlands, Pavel Sorokin, ist ebenfalls ein Warten auf Anweisungen und Hilfe. Szijjártó bittet diesen чиновник, ihm mehr Argumente zu geben, damit Ungarn auf die Aufhebung von Sanktionen gegen eine ganze Reihe russischer Unternehmen drängen kann.

Außerdem überzeugt Szijjártó Sorokin davon, dass die ungarische Regierung versuchen wird, einen Teil der russischen Finanzinstitutionen von der Sanktionsliste zu streichen. Das ist im Grunde sowohl Initiative als auch Ausführung von Anweisungen der Regierung eines fremden Staates.

Der ungarische Außenminister selbst, der früher mit dem Orden der Freundschaft ausgezeichnet wurde – und wir wissen nun wofür –, sieht in seiner Tätigkeit selbstverständlich nichts Besonderes. Und darin hat Szijjártó völlig recht: Wenn man eine Regierung schafft, um fremden und nicht den eigenen nationalen Interessen zu dienen, wenn man die Ämter des Premierministers oder des Außenministers in ein Instrument staatlicher Korruption und enger Verbindungen mit einem fremden Staat verwandelt, dann sieht man natürlich nichts Besonderes darin, den чиновникам dieses Staates mitzuteilen, wie man ihre Anweisungen erfüllt und auf welche Weise man ihnen nützlich sein kann.

Schon in den ersten Jahren nach der Rückkehr Viktor Orbáns auf den Posten des Ministerpräsidenten Ungarns sprachen seine Gegner und viele politische Analysten von einem System organisierter staatlicher Korruption in Ungarn, das sich zudem auf enge Verbindungen des Premierministers mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Vladimir Putin, und anderen russischen чиновниками stützt.

Orbán wies solche Annahmen stets empört zurück und behauptete, seine Beziehungen zu Moskau beruhten vor allem auf der Möglichkeit Ungarns, günstiges Öl aus der Russischen Föderation zu beziehen, was wiederum Chancen für das Wachstum der ungarischen Wirtschaft schaffe. Ein Wachstum, das es während Orbáns Amtszeit als Premierminister übrigens nicht gegeben hat.

Ungarn bleibt eines der ärmsten Länder der Europäischen Union. Und wie wir sehen, hat auch kein günstiges russisches Öl zu diesem Wachstum beigetragen – aus dem einfachen Grund, dass alles an den korrupten Verbindungen des ungarischen Regierungschefs mit der russischen Führung scheiterte. Nun sind diese Verbindungen sowohl der ungarischen Gesellschaft als auch der ganzen Welt vor Augen geführt worden. 

Jetzt können die Ungarn sehen, dass ihr Außenminister lediglich einer der Beamten in der Administration des Präsidenten der Russischen Föderation ist. Nun kann man vermuten, worüber Szijjártó sonst noch mit Lavrov, Sorokin und anderen russischen Beamten gesprochen haben könnte. Hat er in diesem Dialog nicht vielleicht die nationalen Interessen Ungarns infrage gestellt? Konnte er sensible Informationen weitergeben, die für die NATO und die Europäische Union von Bedeutung sind?

Es ist klar, dass dies möglicherweise keine großen politischen Konsequenzen haben wird, weil Orbán derzeit praktisch von allen ultrarechten Kräften der Welt unterstützt wird. Während dieses Wahlkampfs ist auch der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, ein Unterstützer Orbáns – derselbe Trump, der seinerseits die Bereitschaft Russlands ignoriert, dem Iran zu helfen, ihm Aufklärungsinformationen und möglicherweise sogar Waffen zu liefern, damit der Iran den Vereinigten Staaten und Israel widerstehen, amerikanische Soldaten mit Drohnen töten und militärische Technik zerstören kann.

Und ich schließe nicht aus, dass wir eines Tages einen ähnlichen Skandal erleben werden – allerdings nicht mehr im Zusammenhang mit der ungarischen Regierung, sondern mit der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Doch im Moment haben wir eine ganz konkrete Bestätigung dafür, dass der Außenminister in der Regierung Viktor Orbáns, einer der vertrauenswürdigsten ungarischen Beamten, der sogar einmal als möglicher Nachfolger Orbáns auf dem Posten des Ministerpräsidenten bezeichnet wurde, ganz konkret, selbstbewusst und ohne jegliche Gewissensbisse für Moskau arbeitet – und nicht einfach für Moskau als staatliche Struktur, sondern für die Interessen russischer oligarchischer Clans. Das erinnert uns erneut daran, dass der russische Staat in Wirklichkeit ein Bündnis von Geheimdienstlern und Banditen ist, das erfolgreich die Macht im Land usurpiert hat und es trotz schwieriger Kriegszeiten weiter ausplündert.

So kommt es, dass die ungarischen Ultrarechten unter der Führung von Viktor Orbán und Péter Szijjártó Russland sowohl im Krieg als auch bei dieser Ausplünderung und bei der Umgehung der Sanktionen der zivilisierten Welt unterstützen. Und dabei fühlen sie sich, den Äußerungen des ungarischen Außenministers nach zu urteilen, durchaus wohl und sehen keinerlei Widerspruch zwischen der Mitgliedschaft Ungarns in der Europäischen Union und der NATO und der Unterstützung des russischen Oligarchats sowie der russischen Geheimdienststrukturen, die zu den wichtigsten Gegnern von NATO und Europäischer Union gehören und versuchen, das europäische Projekt zu untergraben.

Das ist genau die Situation, in der Menschen entweder aus Dummheit oder um der Macht und des Geldes willen selbstvergessen den Ast absägen, auf dem sie sitzen – und riskieren, jeden Moment herunterzufallen. Allerdings ist klar, dass all diese Mahnungen auf Szijjártó keinen Eindruck machen werden. Viel eher wird er erneut ein Gespräch mit Lavrov oder mit Putin führen und erfahren, welche weiteren Dienstleistungen die russische Führung von der ungarischen Regierung benötigt.


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Titel des Originals: Тайные связи Сийярто и Лаврова | Виталий Портников. 31.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 31.03.2026.
Originalsprache: ru
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Lawrows nukleare Hysterie | Vitaly Portnikov. 03.03.2026.

Der Leiter des russischen Außenministeriums Sergej Lawrow betonte, dass die Operation der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran im Gegenteil den Wunsch der Eliten dieses Landes verstärken könne, Atomwaffen zu erhalten. Gleichzeitig bestreitet Lawrow, entgegen den Fakten, dass der Iran an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet habe, und betont, dass es bisher keine offensichtlichen Beweise dafür gegeben habe. Obwohl bekannt ist, dass sich die Russische Föderation seinerzeit selbst den Sanktionen gegen den Iran angeschlossen hatte – gerade wegen des offensichtlichen Wunsches des Regimes der Ajatollahs, in den Besitz einer Atombombe zu gelangen.

Lawrow unterstrich außerdem die Unzulässigkeit dessen, dass die Vereinigten Staaten beschlossen hätten, den Iran nur deshalb anzugreifen, weil dieser sich geweigert habe, die Urananreicherung zu beenden, und bezeichnete diese Anreicherung als unveräußerliches Recht des iranischen Regimes. Darüber hinaus stellte der Außenminister der Russischen Föderation die Frage, welche Ziele die Vereinigten Staaten und Israel im Iran eigentlich erreichen wollen, selbst wenn sie vorhaben sollten, so lange zu kämpfen, wie es nötig ist.

Aus diesen Aussagen des Leiters der russischen Diplomatie wird deutlich, was Russland von der weiteren Entwicklung des Konflikts erwartet. In Moskau hofft man, dass es den Vereinigten Staaten und Israel nicht gelingen wird, den Zusammenbruch des Regimes der Islamischen Republik herbeizuführen – selbst nach der Liquidierung ihres langjährigen Führers Ajatollah Ali Chamenei und vieler anderer Vertreter des Regimes. Auf diese Weise würden Moskau und Peking nach dem Ende der militärischen Aktionen im Nahen Osten weiterhin die Möglichkeit behalten, die Führung der Islamischen Republik zu unterstützen und ihr zugleich zu helfen, schneller Atomwaffen zu erlangen, um mit Washington und Jerusalem in einer anderen Sprache zu sprechen – der Sprache eines Staates, der jederzeit bereit ist, Israel zu zerstören und die Sicherheit der Vereinigten Staaten selbst infrage zu stellen.

Die Russische Föderation und China könnten in dieser Situation als Vermittler auftreten, die Washington und Jerusalem bestimmte Sicherheitsgarantien versprechen würden – natürlich im Austausch gegen „gutes Verhalten“, also gegen die Berücksichtigung der Interessen der Russischen Föderation und der Volksrepublik China in jenen Regionen, die sie als ihre eigenen Einflusszonen betrachten.

Dass genau diese Idee derzeit im russischen politischen Führungskreis dominiert, lässt sich bereits an Lawrows Aussagen zum russisch-ukrainischen Krieg erkennen. Der russische Außenminister betonte erneut, man müsse die sogenannten „Realitäten vor Ort“ respektieren, die nicht mit Territorien, sondern mit den Meinungen der Menschen verbunden seien, die auf diesen Territorien leben. Er behauptete sogar, dass der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump während eines Treffens in Anchorage die Notwendigkeit anerkannt habe, diese Realitäten vor Ort zu respektieren.

Lawrow wies auch entschieden den Ansatz zurück, der mit der Gewährung von Sicherheitsgarantien für die Ukraine verbunden ist, um zu verhindern, dass nach dem Ende des gegenwärtigen Krieges ein neuer russisch-ukrainischer Krieg beginnt. Lawrow erklärte, dass jegliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine faktisch Garantien für den Erhalt eines „nazistischen Regimes“ seien. Aus den Äußerungen des Leiters der russischen Außenpolitik lässt sich schließen, dass Moskau entschieden gegen solche Sicherheitsgarantien auftreten und ihr Auftreten in jeder Friedensvereinbarung verhindern wird.

Das steht offensichtlich im Gegensatz zu den Aussagen des Leiters des Büros des Präsidenten der Ukraine, Kyrylo Budanov, der zuvor erklärt hatte, dass die Russen bereit seien, jene Sicherheitsgarantien anzuerkennen, die die Vereinigten Staaten der Ukraine gewähren würden. Wie wir aus den Aussagen des russischen Außenministers sehen können, hatte Moskau entweder nie vor, dies zu tun, oder es hat seine Position in der Euphorie über die Ereignisse im Nahen Osten geändert.

Und tatsächlich herrscht dort Euphorie. Viele könnten sich fragen: Was genau feiern Putin, Lawrow und andere in einer Situation, in der ein wichtiger Verbündeter der Russischen Föderation – die Islamische Republik Iran – täglich von Amerikanern und Israelis bombardiert wird?

Erstens feiern sie die Destabilisierung im Nahen Osten. Denn diese Destabilisierung macht die Russische Föderation zum Hauptnutznießer des Krieges gegen den Iran. Bereits jetzt beginnen die Ölpreise rasch zu steigen. Und Putin hofft offensichtlich, den russischen Staatshaushalt, den er so dringend für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges braucht, durch den Verkauf von Öl zu neuen Preisen aufzufüllen, unter anderem an die Volksrepublik China, die nun offenbar deutlich mehr russisches Öl verlangen wird, um damit jenes Öl zu ersetzen, das nicht mehr aus dem Iran zu chinesischen Raffinerien gelangen wird.

Auch in Indien wird man sich an russisches Öl erinnern müssen und möglicherweise die Versprechen gegenüber den Vereinigten Staaten aufgeben, kein russisches Öl zu kaufen, angesichts der realen Gefahr eines Mangels an Erdölprodukten in den Raffinerien dieses Landes – nicht nur für den Export, sondern auch für den eigenen Binnenbedarf.

Auch auf europäischer Ebene werden die Ölpreise so schnell steigen, dass viele europäische Politiker über alternative Ansätze nachdenken müssen. Zumindest wird nun niemand mehr dem ungarischen Premierminister Viktor Orbán und dem slowakischen Premierminister Robert Fico sagen, sie könnten Öl für ihre Länder über die kroatische Pipeline beziehen – denn in dieser Pipeline wird schlicht kein überschüssiges Öl vorhanden sein.

Somit wird die Europäische Kommission bereits jetzt beginnen, Druck auf die Ukraine auszuüben, den Wiederaufbau der Druschba-Pipeline zu beschleunigen und Ungarn sowie der Slowakei den Zugang zu russischem Öl zu ermöglichen – was wiederum die finanziellen Interessen Putins stärken würde.

Doch es geht nicht nur um Öl. Katar, einer der größten Gasproduzenten der Welt, hat seine Produktion eingestellt, und es ist unklar, wann das Land auf den Markt zurückkehren wird. Auch die Vereinigten Staaten verfügen nicht über die technischen Möglichkeiten, all jene mit Gas zu versorgen, die es angesichts des Marktmangels suchen werden.

Und Putin könnte hoffen – wenn auch vielleicht vergeblich –, dass sich die europäischen Länder angesichts der größten Energiekrise des 21. Jahrhunderts wieder an eine Gaszusammenarbeit mit der Russischen Föderation erinnern werden.

Gerade diese freudige Erwartung einer Katastrophe, von der der Kreml stets lebt, erlaubt es Putins Außenminister, immer dreistere und selbstsicherere Aussagen zu machen – vor dem Hintergrund der Fortsetzung sowohl des russisch-ukrainischen Krieges als auch des Krieges im Nahen Osten.


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Titel des Originals: Ядерна істерика Лаврова | Віталій Портников. 03.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.03.2026.
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Der Kreml droht Trump | Vitaly Portnikov. 10.02.2026.

Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, rief die Russen dazu auf, sich nicht vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump begeistern zu lassen und nicht darauf zu hoffen, dass dieser die Ukraine und die Europäer „in die Schranken weisen“ und Kyiv zwingen werde, den russischen Forderungen zuzustimmen.

Lawrow betonte, dass bereits zwei Verhandlungsrunden in Abu Dhabi stattgefunden hätten. Man würde sich zwar wünschen, dass der Krieg beendet werde, doch davon seien die Russen noch weit entfernt. Dies ist nicht die erste Erklärung eines russischen Funktionärs, in der die Enttäuschung des Kremls über die Schritte hervorgehoben wird, die die amerikanische Seite nach Anchorage unternimmt. 

Auch die führende russische Wirtschaftszeitung Wedomosti betont unter Berufung auf einen anonymen Teilnehmer der Gespräche in Abu Dhabi, dass Russland der Ansicht sei, die Vereinigten Staaten erfüllten jene Versprechen und Verpflichtungen nicht, die sie beim Treffen der Präsidenten der USA und Russlands eingegangen seien.

Die Quelle – bei der es sich auch um einen Vertreter des russischen außenpolitischen Apparats handeln könnte – ist der Meinung, dass Putin in Anchorage bereit gewesen sei, sogar bei territorialen Fragen Zugeständnisse zu machen. Selbstverständlich stellte er dabei jedoch die Notwendigkeit einer Kontrolle der gesamten Oblast Donezk durch die Russische Föderation nicht infrage. Es hätte sogar einen Kompromiss über die Stärke der ukrainischen Streitkräfte geben können. Voraussetzung Russlands sei jedoch gewesen, die Oblast Donezk von ukrainischen Truppen zu „säubern“ sowie eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten zu etablieren.

In Moskau heißt es, dies sei überhaupt eine zwingende Bedingung für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gewesen – was sehr deutlich die Sorge Putins über die wirtschaftliche Lage des eigenen Landes illustriert. Denn es stellt sich die Frage: Was haben die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Moskau und Washington mit dem Ende des Krieges an der russisch-ukrainischen Front zu tun?

Seitdem jedoch habe Russland von den Vereinigten Staaten keinerlei Belege dafür gesehen, dass Washington bereit sei, Moskau entgegenzukommen. Die Ukraine stimmt dem Abzug ihrer Truppen aus den Gebieten der Oblaste Donezk und Luhansk nicht zu, und die Vereinigten Staaten drängen Russland konsequent von den Energiemärkten und verhängen wirtschaftliche Sanktionen gegen das Land.

So kann man davon ausgehen, dass Russland – trotz Putins offensichtlichem Wunsch, sich nicht mit Donald Trump zu überwerfen – im Dialog mit der amtierenden US-Regierung keinerlei realen Fortschritt sieht. Genau davon spricht Lawrow.

Dies spiegelt zugleich mehrere Tendenzen wider.

Erstens beginnt Putin zu begreifen, dass es ihm mithilfe Trumps weder gelingen wird, die Kapitulation der Ukraine zu erreichen, noch die Europäer dazu zu bringen, ihre Unterstützung für unser Land im Widerstand gegen die Russische Föderation einzustellen.

Zweitens führt die ukrainische Verteidigung im Laufe der Zeit dazu, dass sich die russische Wirtschaft tatsächlich an der Grenze des Überlebens wiederfindet.

Gerade deshalb benötigt der russische Präsident so dringend eine sogenannte umfassende wirtschaftliche Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten. Diese Partnerschaft soll die Aufhebung der Sanktionen gegen die Russische Föderation, ihre Rückkehr auf die Energiemärkte – vor allem auf den europäischen Energiemarkt – sowie die Möglichkeit umfassen, die derzeit in der Europäischen Union eingefrorenen russischen Vermögenswerte zu bewahren und an Russland zurückzuführen.

Drittens nutzt Putin die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine ausschließlich als Instrument der Erpressung sowohl gegenüber der ukrainischen Seite als auch gegenüber den Vereinigten Staaten, ohne darauf zu hoffen, dass diese Gespräche zu konkreten Ergebnissen führen könnten.

Wenn der Außenminister der Russischen Föderation erklärt, dass dieser Prozess kaum schnell zu einem realen Ergebnis führen werde, meint er in erster Linie, dass die Verhandlungen sich kaum auf die vorwahlpolitische Position Donald Trumps im Vorfeld der Kongresswahlen auswirken werden. Wir wissen, wie ernst es der US-Präsident mit diesen Zwischenwahlen meint, von denen sowohl seine Fähigkeit abhängen kann, seine ehrgeizigen Pläne umzusetzen, als auch sogar seine Möglichkeit, bis 2029 an der Macht zu bleiben, falls die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses erlangen.

Gerade deshalb besteht das wichtigste Erpressungsinstrument der Russischen Föderation darin, Trump zu demonstrieren, dass Moskau seine Friedensbemühungen, die kurz vor den Zwischenwahlen mit Erfolg gekrönt sein sollen und zeigen sollen, dass er in der Lage ist, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, nicht zulassen wird. Wenn Trump also tatsächlich daran interessiert ist, dass der Krieg endet, müsse er nicht Russland unter Druck setzen, sondern die Ukraine und die Europäische Union.

Das heißt, Kyiv müsse gezwungen werden, den russischen Bedingungen zuzustimmen, die nach Berechnung des Kremls zu einer Destabilisierung der innenpolitischen Lage in der Ukraine führen und das Vorgehen der russischen Truppen erleichtern könnten. Auf diese Truppen setzt Putin weiterhin.

Auch jetzt sprechen Militärexperten von der die Verlegung neuer russischer Truppen in die östlichen und südlichen Richtungen, was auf den Wunsch Moskaus hindeuten könnte, sich auf eine neue Frühjahrsoffensive gegen ukrainische Stellungen vorzubereiten. Oder aber die Stationierung dieser Truppen und Ressourcen ist ein weiteres Element von Putins Bluff – mit dem Ziel, sowohl auf die Ukraine als auch auf die westlichen Länder Druck auszuüben und zu betonen, dass, sollten sie seinen Bedingungen nicht rasch zustimmen – darunter territoriale Zugeständnisse der Ukraine, ihre ideologische Umformung zu einem Satelliten der Russischen Föderation und die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland –, eine neue Offensive beginnen werde, mit Versuchen, weitere ukrainische Gebiete zu erobern.

Vor dem Hintergrund jedoch, dass auch die aktuelle russische Offensive faktisch zu keinen strategisch wichtigen Ergebnissen geführt hat, richten sich diese Elemente des Moskauer Bluffs in erster Linie an einen einzigen Zuschauer: den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die Signale, die Putin nun mithilfe Lawrows an Trump sendet, hängen vor allem mit dem Wunsch zusammen, den amerikanischen Präsidenten davon zu überzeugen, die Ukraine und unsere europäischen Verbündeten wirksamer dazu zu zwingen, der Erpressung des russischen Präsidenten und seines Umfelds zuzustimmen – eines Umfelds, das die Idee eines endlosen Krieges sowie die Destabilisierung der Ukraine und des Westens unterstützt.


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Titel des Originals: Кремль погрожує Трампу | Віталій Портников. 10.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: [Datum10.02.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Der Kreml lehnt Sicherheitsgarantien ab | Vitaly Portnikov. 29.01.2026.

Der Leiter des russischen Außenministeriums, Sergej Lawrow, betonte, dass Moskau nichts über Sicherheitsgarantien wisse, die die Vereinigten Staaten der Ukraine im Falle eines Endes des russisch-ukrainischen Krieges gewähren wollten. Sollte das Ziel dieser Garantien jedoch darin bestehen, ein bestimmtes Regime auf einem Teil des ukrainischen Territoriums zu bewahren, werde Moskau dem niemals zustimmen.

Als reale Sicherheitsgarantien bezeichnete Sergej Lawrow jene Garantien, die angeblich 2022 während der Verhandlungen zwischen den russischen und ukrainischen Delegationen in Istanbul vereinbart worden seien. Damals jedoch – so betonte der Chef des russischen Außenministeriums – habe der damalige britische Premierminister Boris Johnson der Ukraine verboten, diesen russischen Vorschlägen zuzustimmen.

Damit hat sich, den Äußerungen Lawrows zufolge, an der russischen Position praktisch nichts geändert. Sie bleibt dieselbe wie vor dem Beginn des sogenannten Friedensprozesses, der initiiert wurde, nachdem in den Medien Punkte eines Plans erschienen waren, der offenbar vom russischen Sondergesandten Kirill Dmitrijew den US-Vertretern Steve Witkoff und Jared Kushner vorgeschlagen worden war.

Es wurde bereits mehrfach erklärt, dass dieser sogenannte Friedensplan für Moskau nicht zur Beendigung des Krieges gedacht war, sondern dazu, Initiativen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zur Verhängung neuer Sanktionen gegen die Russische Föderation zu verhindern. Nachdem der Plan diese Rolle nicht erfüllt hatte, verlor Moskau das Interesse an ihm, ist jedoch gezwungen, weiterhin den Wunsch nach Beteiligung an Verhandlungen zu inszenieren, um nicht erneut mit neuem Sanktionsdruck aus Washington konfrontiert zu werden.

Dennoch unterstreicht Lawrow bei jeder Gelegenheit im Kern die offizielle russische Position, die sich sowohl von dem unterscheidet, was Dmitrijew sagt, als auch von dem, worüber offenbar bei den russisch-ukrainisch-amerikanischen Gesprächen gesprochen wird. So war es übrigens auch damals, als Donald Trump angeblich mit Präsident Putin ein Treffen in Budapest vereinbart hatte. Doch ein kurzes Gespräch zwischen dem US-Außenminister Marco Rubio und Lawrow führte dazu, dass man in Washington überzeugt war, Putin sei zu keinerlei Kompromissen bereit, die den russisch-ukrainischen Krieg beenden könnten. Daraufhin sagte Trump das Treffen ab und beschloss Sanktionen gegen russische Ölgiganten.

Jetzt wird dies allerdings nicht geschehen, da Lawrow seine Erklärungen vor dem Hintergrund von Meldungen über die Fortsetzung der russisch-ukrainischen Verhandlungen mit möglicher amerikanischer Beteiligung abgibt. Selbst in dieser Rede des russischen Außenministers ist von Verhandlungen die Rede – davon, dass Moskau bereit sei, „faire Vorschläge“ der amerikanischen Seite anzuhören. Einerseits wird der Verhandlungsprozess also nicht verworfen, andererseits bleibt die russische Position unverändert.

Damit stellt sich natürlich die Frage: Wozu setzt Moskau die Verhandlungen fort, wenn es seine Position nicht ändert? Genau aus den Gründen, über die hier bereits mehrfach gesprochen wurde. 

  • Der erste Grund ist der Wunsch, Donald Trump in einer Situation zu halten, in der der amerikanische Präsident weiterhin auf Kompromisse seines russischen Amtskollegen hofft. Und wenn er schon Sanktionen, die nach weiteren russischen Erklärungen oder Handlungen dennoch verhängt werden, nicht vollständig verhindern kann, so liefert er zumindest keine weitreichenden Waffen an die Ukraine – Waffen, vor deren Einsatz durch die ukrainischen Streitkräfte man sich in Russland tatsächlich fürchtet. Und wenn es keine amerikanischen Langstreckenwaffen gibt, gibt es, wie wir sehen, auch keine europäischen. Insofern kann man sagen, dass dieser Verhandlungsprozess real zur Erreichung der Ziele Moskaus beiträgt.
  • Zweitens hilft der Verhandlungsprozess den Russen, die Europäer von scharfen Schritten abzuhalten, vor denen man sich in Moskau ebenfalls fürchtet. Das deutlichste Beispiel dafür ist der Druck der Amerikaner auf die Europäer, der darauf abzielte, der Ukraine nicht die eingefrorenen russischen Vermögenswerte zu überlassen, sodass Moskau das Geld, das es zurückzuerhalten hofft, nicht verliert.
  • Der dritte Punkt ist die Hoffnung, dass während des Verhandlungsprozesses die Angriffe Russlands auf die ukrainische Infrastruktur sowie die Aktionen der russischen Armee an der Front – wobei wir sehr gut verstehen, dass Putin hierzu seine eigenen Vorstellungen hat – zur Kapitulation der Ukraine vor der Russischen Föderation beitragen werden. Dann würde Kyiv all jenen sogenannten Vorschlägen zustimmen, die wir in den Reden des russischen Außenministers hören. Dann würde man in Kyiv begreifen, dass dies die offizielle Position Russlands ist, mit der man rechnen muss. Alles andere sei lediglich ein chekistischer Trick gewesen, der weniger auf die Ukraine als vielmehr auf die Vereinigten Staaten und andere westliche Länder abzielte.

Genau deshalb sollte man meiner Ansicht nach vor allem auf die offiziellen Erklärungen achten und nicht auf Hoffnungen, die mit der Fortsetzung des Verhandlungsprozesses verbunden sind. Diese Sichtweise wird auch dadurch gestützt, dass der Pressesprecher des Präsidenten der Russischen Föderation, Dmitri Peskow, nahezu zeitgleich mit Lawrow daran erinnerte, dass der Kreml den Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, eingeladen habe, zu Gesprächen mit Putin nach Russland zu kommen – wie wir verstehen, ohne jegliche Vermittlung durch Donald Trump.

Aus dieser Perspektive müssen wir begreifen, dass man in der russischen Hauptstadt glaubt, die Einladung des ukrainischen Präsidenten „auf den Teppich“ zum russischen Präsidenten sei nicht bloß eine offene Verhöhnung Zelenskys oder der Versuch zu demonstrieren, dass Trump im Verhandlungsprozess nichts Ernstzunehmendes darstelle. Nein, dahinter steht auch die aufrichtige Überzeugung, dass der ukrainische Präsident die Notwendigkeit einer Kapitulation vor dem russischen Präsidenten erkennen müsse und jederzeit nach Moskau kommen könne, um diese Kapitulation zu unterzeichnen. Und wenn er nicht erscheinen wolle, wenn man ihn im Kreml dazu auffordert, bedeute das lediglich, dass er noch nicht zur Kapitulation bereit sei – und dass Russland den Druck auf die Ukraine fortsetzen müsse, um diese Kapitulation unseres Landes vor dem brutalen Aggressor zu erzwingen.

Und was ist dann der Verhandlungsprozess? Nun, der Verhandlungsprozess befindet sich praktisch dort, wo er schon war: bei Treffen von Delegationen, die weiterhin technische Fragen erörtern, die nichts mit der politischen Entscheidung des russischen Präsidenten über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu tun haben.

Die Konturen dieser politischen Entscheidung – in Form der bedingungslosen Kapitulation der Ukraine, der Installierung einer Marionette an der Macht und gewissermaßen einer Revanche für den gescheiterten Blitzkrieg – werden genau von der offiziellen Person umrissen, vom Außenminister der Russischen Föderation, der entsprechende Weisungen von Präsident Putin erhalten hat. Alles andere kann man, solange es keine realen Ergebnisse des Verhandlungsprozesses gibt, genau genommen außer Acht lassen.


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Titel des Originals: Кремль відкидає гарантії безпеки | Віталій Портников. 29.01.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 29.01.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Verhandlungen in Miami: Was ist zu erwarten | Vitaly Portnikov. 17.12.2025.

Das Magazin Politico berichtet, dass an diesem Wochenende in Miami Verhandlungen zwischen dem russischen Sondergesandten Kirill Dmitriew und den Sondervertretern des amerikanischen Präsidenten Steve Witkoff und Jared Kushner stattfinden werden.

Wie bekannt, waren Witkoff und Kushner zuvor in der russischen Hauptstadt und führten Gespräche mit Präsident Putin, um sich danach – nach diesen Verhandlungen – mit dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, und den Staats- und Regierungschefs europäischer Länder zu treffen.

Damit soll eine neue Runde amerikanisch-russischer Konsultationen stattfinden, damit die Vertreter der Vereinigten Staaten den Vertreter der Russischen Föderation über jene Vereinbarungen informieren, die während der Gespräche mit der ukrainischen Seite und mit den europäischen Regierungschefs erzielt werden konnten.

Doch es stellt sich die Frage, wie sehr Moskau daran interessiert ist, die Ergebnisse dieser Verhandlungen zu erfahren. Denn wir verstehen sehr gut, dass Kirill Dmitriew ganz und gar nicht derjenige ist, der Entscheidungen trifft. Im besten Fall kann er als eine Art „Briefkasten“ für den russischen Präsidenten Putin auftreten. Doch Dmitriew ist definitiv nicht derjenige, der Entscheidungen über die Fortsetzung der Kampfhandlungen, über territoriale Ansprüche der Russischen Föderation, über das Schicksal des Kernkraftwerks Saporischschja oder über Sicherheitsgarantien für die Ukraine treffen könnte.

Und allein die Tatsache, dass Putin erneut Dmitriew in die Vereinigten Staaten entsendet, zeigt vor allem, dass er die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten in die Länge ziehen möchte – um Donald Trump von neuen scharfen Schritten abzuhalten, die zu einer Verschärfung der Sanktionspolitik gegen die Russische Föderation führen könnten, und natürlich, um den Schwerpunkt auf wirtschaftliche Geschäfte zu legen, die nach Ansicht des russischen Staatschefs ein guter Anreiz für amerikanische Sondergesandte sein könnten, die in erster Linie am Geschäft und erst danach an Politik interessiert sind.

Natürlich kann man grundsätzlich sagen, dass sich die Situation bislang nach Putins Szenario entwickelt. Denn Donald Trump bot vom ersten Tag seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten dem russischen Präsidenten an, das Feuer an der russisch-ukrainischen Front einzustellen und danach über Friedensbedingungen zu verhandeln. Putin war kategorisch dagegen und drängte Trump letztlich das entgegengesetzte Szenario auf: „Lassen Sie uns über Friedensbedingungen sprechen. Und erst dann, wenn diese Friedensbedingungen erreicht sind und wenn die sogenannten Sicherheitsbedenken der Russischen Föderation beseitigt sind, kann man von einem Waffenstillstand sprechen.“ Und was wir jetzt beobachten, ist genau die Umsetzung eben dieses putinschen – und nicht des trumpschen – Szenarios.

Und dabei lässt sich die Zeit perfekt hinauszögern. Meiner Ansicht nach wurde Dmitriew genau deshalb zum Sondergesandten des russischen Präsidenten und zum Leiter des Direktinvestitionsfonds ernannt – um dieses Hinauszögern sicherzustellen, denn Dmitriew kann während der Gespräche mit Witkoff und Kushner keinerlei reale Entscheidungen treffen. Aber er kann ein paar optimistische Posts in den sozialen Netzwerken schreiben, ein paar Interviews den amerikanischen Medien geben, in denen er betonen wird, dass er optimistisch gestimmt sei in Bezug auf die Fortsetzung des russisch-amerikanischen Dialogs. Er kann amerikanischen Journalisten auch neue Dokumente und Entwürfe von Friedensplänen vorlegen, die ihm die Präsidialadministration der Russischen Föderation noch vor seinem Abflug in die Vereinigten Staaten in die Hand drücken wird.

Und dann kommen die Neujahrsfeiertage, und man kann Witkoff und Kushner anbieten, sich erneut mit der ukrainischen Seite zu treffen, um diese Vorschläge zu erörtern, die von den Russen während der Konsultationen in Miami übergeben werden. Man wird sich erneut mit den amerikanischen Vertretern treffen können, nachdem sie eine weitere Gesprächsrunde mit ukrainischen Experten abgehalten haben. All das wird dann bereits im Januar oder Februar 2026 stattfinden. Und während dieser Verhandlungen werden – wie es sich der auf einen jahrelangen Krieg eingestellte Putin wünscht – die Kampfhandlungen weitergehen.

Welchen Sinn haben dann die Treffen zwischen Witkoff und Kushner mit Dmitriew? Ausschließlich den Zweck, Donald Trump die Illusion zu verschaffen, es finde ein realer Friedensprozess statt und Putin sei zu Frieden bereit. Ausschließlich den Zweck, damit der Präsident der Vereinigten Staaten bei seinen Pressekonferenzen mit amerikanischen Journalisten weiterhin behaupten kann, Russland sei am Friedensprozess interessiert und er sei bereit, gemeinsam mit Putin den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden.

Während dessen werden die realen Ereignisse in der realen Welt nicht verändern. Es werden weiterhin russische Angriffe auf die Stellungen der ukrainischen Verteidigungskräfte in den ukrainischen Regionen stattfinden. Es werden Raketenangriffe auf die ukrainische Infrastruktur und Drohnenstarts weitergehen. All das, woran Putin tatsächlich interessiert ist.

Hier stellt sich natürlich die zentrale Frage, wann in Washington die völlige Ergebnislosigkeit dieser Versuche erkannt wird – und wann man versteht, dass das wichtigste Mittel für Frieden in einem intensiveren und ernsthaften Sanktionsdruck auf den russischen Präsidenten Putin liegt, ebenso wie in der Lieferung jener Waffen an die Ukraine, die die wichtigsten Objekte für das Funktionieren der militärischen und energetischen Maschinerie der Russischen Föderation zerstören könnten? Wie viele Gespräche mit Dmitriew werden Witkoff und Kushner noch benötigen, um diese einfache Tatsache zu begreifen, die offenbar jeder versteht, der den Verlauf des russisch-ukrainischen Krieges verfolgt?

Doch Dmitriew reist gerade deshalb nach Miami, damit ein solcher Gedanke in den Köpfen jener amerikanischen Politiker, die Donald Trump nahestehen, noch recht lange nicht entsteht. Und auch sie selbst sind offensichtlich nicht daran interessiert, eindeutige Urteile zu fällen. Denn von der Abwesenheit solcher eindeutigen Urteile hängt ihr eigenes Renommee im Weißen Haus ab.

Und noch einmal: Wir sollten verstehen, dass ein institutioneller Verhandlungsprozess nicht zwischen Menschen stattfinden kann, die nichts entscheiden. Man sollte sich daran erinnern, dass der Gipfel Trump–Putin in Budapest abgesagt wurde, nachdem die beiden wichtigsten Diplomaten miteinander gesprochen hatten: der US-Außenminister Marco Rubio und der Außenminister der Russischen Föderation Sergej Lawrow.

Und als sich herausstellte, dass die Präsidenten konkrete Entscheidungen treffen müssten – und als klar wurde, dass Lawrow Rubio nichts anbieten konnte außer der harten, kompromisslosen Position der Russischen Föderation –, da musste Trump auf ein weiteres Treffen mit Putin verzichten, um ein außenpolitisches Fiasko und negative Kommentare in den amerikanischen Medien zu vermeiden.

Und wenn sich Menschen treffen, die für nichts Besonderes verantwortlich sind und die keine offiziellen Amtsträger sind – wenn also der Ehemann von der Freundin Putins Tochter mit dem Ehemann von Trumps Tochter spricht –, kann man über beliebige Projekte reden, die nichts mit der Realität zu tun haben – sozusagen auf familiärer Ebene –, ohne überhaupt darüber nachzudenken, welche realen politischen Folgen das haben kann und ob es tatsächlich zur Beendigung des Krieges führen wird. Hauptsache, die Auftraggeber sind zufrieden.

Für Witkoff und Kushner ist das Donald Trump, für Dmitriew ist es Putin. Und genau zur Zufriedenstellung ihrer Auftraggeber werden sie ihre Treffen in Miami fortsetzen – Treffen, die echten Verhandlungen zwischen Politikern, die Fragen von Krieg und Frieden entscheiden können, nur sehr wenig ähneln.


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Titel des Originals: Перемовини в Майамі: чого очікувати | Віталій Портников. 17.12.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.12.2025.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Putin spuckt auf Trump | Vitaly Portnikov. 17.12.2025.

Der Präsident der Russischen Föderation trat bei der Kollegiumssitzung des russischen Verteidigungsministeriums mit einer weiteren kriegerischen Rede auf. Putin versprach, alle sogenannten Ziele der „Sondermilitäroperation“ zu erreichen und betonte, dass, falls dies nicht auf diplomatischem Wege gelingen sollte, die sogenannten historischen Territorien Russlands mit Gewalt „befreit“ würden. Welche historischen Territorien das sein sollen, präzisiert das russische Staatsoberhaupt dabei wie gewohnt nicht.

Putin prahlte mit „Poseidons“, „Burewestniks“, „Oreschnik“ (Anm.: Namen russischer Waffensysteme bzw. Projekte) und widmete besondere Aufmerksamkeit den angeblichen Heldentaten der russischen Militärs, die weiterhin – wie er sich ausdrückt – Ortschaften auf unserem Territorium, also auf dem Territorium der Ukraine, „befreien“.

Putin ging zu direkten Drohungen gegenüber den Europäern über und beschuldigte sie, sich auf einen Krieg mit Russland vorzubereiten; er unterstrich, dass Russland selbst bereit sei, auf jede Stufe der Gefahr zu antworten. Mit ähnlichen Anschuldigungen gegenüber dem Westen und den Europäern trat auch der Leiter des russischen Verteidigungsministeriums, Andrei Beloussow, auf, der ebenfalls bei dieser Kollegiumssitzung sprach.

In Tonfall und Inhalt wäre an diesen Auftritten nichts Sensationelles, wenn sie sich nicht vor dem Hintergrund der sogenannten Friedensverhandlungen ereigneten, die derzeit zwischen der Ukraine, den Vereinigten Staaten und den europäischen Ländern stattfinden. Und während die Vereinigten Staaten weiterhin mit Kyiv die Parameter von Sicherheitsgarantien für die Ukraine und das Schicksal der Territorien diskutieren, die heute von der ukrainischen Armee kontrolliert werden, äußerte der russische Präsident nicht einmal den geringsten Wunsch, den Krieg zu beenden. In seiner Rede fand sich kein Platz für den Friedensprozess oder die amerikanische Vermittlung. Im Gegenteil – man kann von einem bewussten und harten Anheizen der Spannungen sprechen.

Und damit beschäftigen sich natürlich nicht nur Putin und Beloussow. Wie bekannt ist, traten bereits im Vorfeld dieser Rede des russischen Präsidenten sowohl der russische Außenminister Lawrow als auch sein Stellvertreter Rjabkow sowie Putins Sprecher Peskow mit ähnlichen Erklärungen auf. Offensichtlich kannten sie den Inhalt der Rede genau, die Putin beim Kollegium des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation halten würde.

Hier stellt sich eine völlig logische Frage. Wir verstehen, womit sich die ukrainische Diplomatie beschäftigt – sie versucht, sich nicht mit der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten zu überwerfen vor dem Hintergrund der fortgesetzten friedensstiftenden Bemühungen Donald Trumps. Doch das Interessanteste ist, womit sich die amerikanische Administration selbst beschäftigt.

Wenn nach dem Aufenthalt von Steve Witkoff und Jared Kushner in der russischen Hauptstadt der Tonfall der Äußerungen des russischen Präsidenten hinsichtlich der Verschärfung der Spannungen sich nicht einmal um ein Jota verringert hat – ich würde sogar sagen, er hat sich verstärkt, denn genau seit dieser Zeit begann Putin systematisch, Europa mit Krieg zu drohen –, dann bedeutet das, dass auf irgendwelche realen Kompromisse mit der Russischen Föderation nicht zu hoffen ist. Umso mehr, als die Russen ihre Absicht nicht verbergen, sogenannte historische russische Länder zu befreien. Und zu diesen „historischen russischen Ländern“ kann man natürlich alles zählen, was der Kreml gerade will.

In einer solchen Situation sind keineswegs nur das Donezker Gebiet oder Saporischschja betroffen, sondern auch das Gebiet Kyiv, Schytomyr, Wolhynien und sogar Galizien könnten als historisches russisches Land ausgerufen werden. Und übrigens ist so etwas im Verlauf der russischen Geschichte mehr als einmal geschehen. Es genügt, sich anzusehen, was die Russen während des Ersten Weltkriegs als uraltes russisches Land betrachteten und wie sie sich über die „Heimkehr“ Lembergs freuten. Dann stellt sich die Frage, über welche diplomatischen Abmachungen und mit wem wir heute eigentlich sprechen.

Möglicherweise wissen amerikanische Beamte über Putins Stimmungen mehr als wir. Viele mögen das denken, wenn sie verfolgen, wie sich die Verhandlungen zwischen ukrainischen und amerikanischen Diplomaten entwickeln. Oder vielleicht wollen weder Witkoff noch Kushner – ebenso wenig wie Zelensky, Macron oder Merz – den amerikanischen Präsidenten Donald Trump reizen, der weiterhin in seiner eigenen Realität lebt, fern von den tatsächlichen Absichten Putins.

Und während Putin mit offentlichen Reden auftritt, die auf die Fortsetzung der Aggression gegen die Ukraine und die Zerstörung eines Nachbarstaates zielen, versucht Trump weiterhin, alle – und offensichtlich auch sein Umfeld – davon zu überzeugen, dass der russische Präsident Frieden wolle und den Krieg beenden wolle.

Doch keinerlei reale Beweise dafür sehen wir bislang. Wir sehen keine diplomatischen Erklärungen irgendeines Vertreters der russischen Führung, die von Friedensbereitschaft zeugen würden. Und wenn schon Putin selbst mit kriegerischen Aussagen auftritt, ist es überhaupt nicht interessant, welche Erklärungen andere russische Beamte abgeben.

Wir sehen, dass Russland den Vormarsch auf ukrainischem Boden fortsetzt und versucht, möglichst viele Ortschaften der Ukraine zu besetzen. Und wir verstehen sehr gut, dass es dabei keineswegs nur um jene ukrainischen Regionen geht, die nicht nur teilweise besetzt, sondern auch von der Terrorföderation annektiert wurden. Der Feind versucht auch in den Gebieten Sumy, Charkiw und Dnipropetrowsk vorzurücken. 

Und wir verstehen warum: damit man dort seine Scheinreferenden abhalten, die „Angliederung“ dieser ukrainischen Gebiete an Russland verkünden und in der nächsten Phase des Kampfes den Abzug der ukrainischen Streitkräfte aus diesen Regionen verlangen kann. Die berühmte „Salami-Taktik“ Putins, die vom russischen Präsidenten unmittelbar nach dem Fiasko des Blitzkriegs 2022 gewählt wurde.

Wir sehen die fortgesetzte Zerstörung ukrainischer Infrastruktur. Odesa hat sich noch immer nicht von einem massiven Angriff erholt, andere ukrainische Städte leiden weiterhin unter infrastrukturellen Problemen. Wo sehen wir bei den Russen den Wunsch, Frieden zu erreichen? Und wo sehen wir bei den Russen die Bereitschaft, an jenem Verhandlungsprozess teilzunehmen, der sich in den letzten Wochen nach der Veröffentlichung des sogenannten Trump-Plans ereignet?

Höchstwahrscheinlich bleibt die gesamte angebliche Bereitschaft der Russen, diesen Plan zu diskutieren, nur eine Nebelwand – vor dem Hintergrund der Absicht, den russisch-ukrainischen Krieg als Abnutzungskrieg fortzusetzen, so lange, wie der russische Staatschef dafür Geld und Menschen zur Verfügung hat, die bereit sind, ukrainische Bürger für blutige Putin-Rubel zu töten.


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Titel des Originals: Путін плює на Трампа | Віталій Портников. 17.12.2025.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.12.2025.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Lawrow: Russland ist bereit, gegen Europa Krieg zu führen | Vitaly Portnikov. 11.12.2025.

Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, betonte, dass Russland bereit für einen Krieg mit Europa sei. Der Leiter des russischen Außenministeriums setzte damit eine ganze Serie von Drohungen gegenüber den europäischen Ländern fort, die wir in letzter Zeit aus dem Kreml hören. 

Die Logik dieser Drohungen ist vollkommen klar: Moskau versucht einerseits, die Europäer einzuschüchtern und sie dazu zu zwingen, ihre Hilfe für die Ukraine einzustellen – in einer Situation, in der die politische Führung Russlands hofft, mit der amerikanischen Präsidentschaftsverwaltung eine Vereinbarung über die Beendigung dieser Hilfe zu erzielen. 

Gleichzeitig fürchtet man in Moskau, dass europäische Staats- und Regierungschefs Donald Trump erklären könnten, in welche Lage er geraten könnte, wenn er weiterhin dem russischen Präsidenten Putin und dessen angeblich friedensstiftenden Absichten glaubt.

Eine weitere offene Drohung der Russen gegenüber den Europäern waren die Worte Sergej Lawrows, dass ein europäisches Friedenskontingent in der Ukraine sofort zu einem legitimen Ziel der Streitkräfte der Russischen Föderation würde. 

Fragen Sie nicht, wo in der Behauptung die Logik liegt, dass Russen bereit seien, Friedensstifter zu töten. Ich denke, diese Logik ist ziemlich leicht zu finden. Sie hängt damit zusammen, dass die russische politische Führung nicht daran interessiert ist, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Der gesamte sogenannte Friedensprozess, den Moskau mit amerikanischen Vertretern fortführt, dient ausschließlich dazu, Zeit zu gewinnen, um neue Kräfte an der russisch-ukrainischen Front zu sammeln und den Beschuss der ukrainischen zivilen Infrastruktur fortzuführen.

Wir wissen aber, dass auch Donald Trump seine Meinung über das Schicksal eines Friedenskontingents auf ukrainischem Gebiet mehrfach geändert hat. Während er zu Beginn seiner Präsidentschaft – noch beim ersten Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky in Paris – im Gegenteil darauf gedrängt hatte, Macron solle die Initiative zur Schaffung eines solchen europäischen Kontingents übernehmen, gab er diese Idee nach den ersten Telefonaten mit dem russischen Präsidenten Putin wieder auf. Mehr noch: Er blockierte praktisch alle Bemühungen europäischer Staats- und Regierungschefs, ein Kontingent zu schaffen, das die Möglichkeit eines erneuten Angriffs des russischen Aggressors auf ukrainisches Territorium verhindern sollte.

Und jetzt, da wir neue Punkte des sogenannten Friedensplans von Trump kennenlernen – der, wie offensichtlich ist, in Wahrheit Putins Friedensplan ist –, könnten wir uns in einer Situation wiederfinden, in der die Vereinigten Staaten bewusst die Möglichkeit verhindern, dass ein solches Friedenskontingent auf ukrainischem Boden erscheint. Und damit würden die Präsidenten der Vereinigten Staaten und Russlands – wie zu erwarten war – als einheitliche Front gegen Europa auftreten. Denn das sogenannte Konzept der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten, das von amerikanischen Ultrarechten speziell für Trumps Administration ausgearbeitet wurde, erinnert in bemerkenswerter Weise an die nationale Sicherheitsstrategie der Russischen Föderation – zumindest in jenem Teil, der den europäischen Kontinent und die Ukraine als Teil Europas betrifft.

Natürlich wird in einer solchen Situation niemand ernsthaft an einen Friedensprozess denken. Und auch die heutigen Erklärungen Lawrows vor Diplomaten machten deutlich: Der russische Außenminister beschuldigt einerseits die Ukraine und Präsident Volodymyr Zelensky, den Krieg zu verlängern, ist aber andererseits selbst keineswegs bereit, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, und wiederholt weiterhin, dass Russland alle Ziele erreichen müsse, die von Präsident Putin bei der Verkündung der sogenannten „militärischen Spezialoperation“ festgelegt wurden.

Der historische Exkurs, den Lawrow zusätzlich einfügte, als er über die Ursachen des russisch-ukrainischen Krieges sprach, zeigt ebenfalls das völlige Fehlen jeglicher Logik – sowohl bei diesem russischen Minister als auch bei den anderen Kriminellen aus dem Kreml. Denn Lawrow beharrt weiterhin darauf, dass Russland diesen schändlichen Krieg begonnen habe, um die sogenannte russischsprachige Bevölkerung im Osten und Süden der Ukraine zu schützen. 

Und man möchte fragen: Wie sieht dieser „Schutz“ aus, wenn die Städte, in denen bis zum russischen Angriff die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung weiterhin in der Sprache des Imperiums sprach, ständig bombardiert werden? Wie sah der barbarische Beschuss Mariupols aus, der diese ukrainische Stadt buchstäblich vom Erdboden getilgt hat? Wie sehen die anhaltenden Bombardierungen von Charkiw, Odessa, Krywyj Rih, Mykolajiw und anderer ukrainischer Städte aus – sowohl an der Front als auch weit dahinter?

Es stellt sich die Frage, wie logisch die Behauptung ist, man müsse zur „Verteidigung“ eines russischsprachigen Bewohners der Ukraine diesen zunächst töten. Und wenn man ihn nicht töten könne, verstümmeln. Und wenn man ihn nicht verstümmeln könne, ihm Wärme und Licht nehmen. 

Selbst wenn wir uns vorstellen, dass Putin, Lawrow und andere Vertreter der russischen politischen Führung – in völliger Übereinstimmung mit der neofaschistischen Moral des Staates, den sie führen – jene hassen, die Ukrainisch sprechen, so müsste man dennoch fragen: Warum versuchen sie dann, jene zu vernichten, die Russisch sprechen? Worin genau bestehen ihre angeblichen Sympathien für die russischsprachige Bevölkerung der Ukraine, also für ukrainisierte Russen oder ethnische Russen, die ebenfalls auf ukrainischem Territorium leben und gezwungen sind, sich jeden Tag in Luftschutzkellern zu verstecken oder in ihren eigenen Wohnungen durch russische Bomben zu sterben?

Und welche andere Nation außer der russischen könnte gleichgültig auf den Völkermord blicken, der direkt an ihrer Grenze gegenüber jenen verübt wird, die die Russen weiterhin „unsere Brüder“ nennen und die dieselbe Sprache sprechen?

Aber all das, wie wir verstehen, sind rhetorische Fragen. Denn all diese russischsprachige Bevölkerung war für Moskau immer nur aus einem einzigen Grund interessant: zur Rechtfertigung der territorialen Ansprüche der russischen politischen Führung – und offensichtlich auch des russischen Volkes – auf ukrainisches Land, auf fremdes Land. So war es seit dem 10. Jahrhundert, seit den Völkermorden auf all den Gebieten, die Moskau eroberte. Und so ist es bis heute geblieben, einfach weil sich in all diesen Jahrhunderten nichts an der Moral derjenigen geändert hat, die jedem den Krieg androhen, der sich nicht der russischen Vorstellung von Leben als Erniedrigung und Sklaverei unterwirft.


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Titel des Originals: Лавров: Росія готова воювати з Європою | Віталій Портников. 11.12.2025.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 11.12.2025.
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Friedensplan ohne Beteiligung der Ukraine | Vitaly Portnikov. 19.11.2025

Die amerikanischen Medien beharren weiterhin darauf, dass die Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, gemeinsam mit dem Umfeld des russischen Präsidenten Putin einen neuen Friedensplan für die Ukraine ausarbeitet.

Nach Angaben amerikanischer Journalisten umfasst dieser Plan ganze 28 Punkte, die Fragen wie Frieden in der Ukraine, Sicherheitsgarantien, Sicherheit auf dem europäischen Kontinent sowie die künftigen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation abdecken.

Gleichzeitig ist unbekannt, wie die Autoren dieses Plans Fragen behandeln wie die ukrainischen Gebiete und die territoriale Integrität unseres Staates sowie die Frage des zukünftigen Status der Ukraine und ihre europäische und euroatlantische Integration.

Meiner Meinung nach ist die Arbeit an diesem Plan eine weitere Farce – ein Verhandlungsspiel, dessen Hauptziel für den Kreml darin besteht, den amerikanischen Präsidenten Donald Trump von neuen Sanktionen gegen die Russische Föderation sowie von neuer qualitativer Militärhilfe für unser Land abzuhalten.

Man darf nicht vergessen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten in nur wenigen Tagen eine Entscheidung über Sanktionen treffen muss, die die wichtigsten russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil betreffen. Und wenn Donald Trump unter dem Vorwand der Vorbereitung eines neuen Friedensplans auf diese Sanktionen verzichtet oder ihre Anwendung hinauszögert, wird das ein wahrer politischer Erdrutsch sein, der erneut zeigen wird, wie stark der Einfluss der russischen Präsidialadministration auf den Präsidenten der USA ist.

Dass es sich ausschließlich um eine Farce handelt, zeigt die Tatsache, dass die Autoren des Plans der Sonderbeauftragte des US-Präsidenten Steve Witkoff ist – der seine völlige Inkompetenz in der Ukraine-Frage bereits unter Beweis gestellt hat – sowie der wichtigste Kreml-„Problemlöser“ Kirill Dmitrijew, den Putin genau zu dem Zweck in die USA geschickt hat, neue Wege zur amerikanischen Administration zu finden, nachdem bekannt wurde, dass Donald Trump den russisch-amerikanischen Gipfel in Budapest abgesagt hatte und neue Sanktionen gegen die Öl-Giganten der Russischen Föderation möglich wurden.

Dmitrijew sprach mit Witkoff unmittelbar vor den bevorstehenden Konsultationen zwischen dem Sonderbeauftragten des US-Präsidenten und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Türkei und verbrachte mehrere Tage mit Witkoff im Oktober. Genau in dieser Zeit entstand der Friedensplan, den der Kreml als neue bequeme diplomatische Falle für den Präsidenten der Vereinigten Staaten betrachten könnte.

Und tatsächlich: Witkoff – über den europäische Partner sagen, er sei kaum in der Lage, die Signale aus Moskau angemessen zu verstehen und sie korrekt an seinen Golfkumpel Donald Trump weiterzugeben – könnte nun Druck auf den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky ausüben. Er wird darauf bestehen, dass die ukrainische Seite bedeutende Zugeständnisse an Russland macht, um den Frieden zu erreichen.

Wir wissen bereits, dass Witkoff während des letzten Treffens der amerikanischen und ukrainischen Delegation in Washington darauf bestanden hat, dass die ukrainischen Streitkräfte das gesamte Gebiet der Oblast Donezk verlassen sollten – da er meinte, genau dieser Schritt könne zum Ende der Feuergefechte an der russisch-ukrainischen Front führen.

Nach den Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten jedoch lehnte Donald Trump diesen Vorschlag seines Sonderbeauftragten ab. Ich schließe jedoch nicht aus, dass diese Idee jetzt – vor dem Hintergrund neuer Gespräche zwischen Witkoff und Dmitrijew – wieder aufkommen könnte, und zwar mit noch größerem Nachdruck, insbesondere wenn die amerikanische Administration überzeugt sein sollte, dass sie sich gegenüber Volodymyr Zelensky härter verhalten kann, da die Ukraine in eine groß angelegte Korruptionskrise geraten ist.

Und natürlich wird dies eine ernsthafte Konsolidierung aller politischen Kräfte und eine einheitliche Position erfordern, um diese Forderungen der amerikanischen Administration zu stoppen, falls Washington wirklich glauben sollte, dass die Ukraine jene Territorien aufgeben müsse, die sich heute unter Kontrolle der ukrainischen Armee befinden und von der russischen Armee nicht erobert werden können – alles im Namen eines bedingten Friedens mit Russland.

Wir müssen uns daran erinnern, dass der Präsident der Russischen Föderation erstens nicht vorhat, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden, bevor er sicher ist, dass die Ukraine als Staat aufhört zu existieren – oder bis Russland das Geld ausgeht, um den Krieg fortzusetzen.

Zweitens benötigt der Präsident der Russischen Föderation nicht die Oblast Donezk, sondern eine Destabilisierung in der Ukraine, die den russischen Streitkräften helfen soll, einen wesentlich größeren und bedeutenderen Teil des ukrainischen Territoriums zu erobern, als es derzeit unter russischer Kontrolle steht.

Drittens könnte für Putin die Einnahme des gesamten Gebiets der Oblast Donezk bedeuten, dass die russischen Truppen ein neues operatives Feld betreten, das es ihnen später ermöglichen würde, große Gebiete der Ukraine zu besetzen, um ihre Strategie der Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit weiterzuführen.

Dass die Gespräche zwischen Witkoff und Dmitrijew ein weiteres Kreml-Manöver zur Täuschung Trumps sind, zeigt die Tatsache, dass an diesen Gesprächen weder Vertreter der Ukraine noch Vertreter europäischer Länder beteiligt waren. Die amerikanische Administration plant offenbar erst jetzt, Kiew und die europäischen Hauptstädte über die Ergebnisse der Konsultationen zwischen Witkoff und Dmitrijew zu informieren.

Und der Kreml hat dabei seine eigene Berechnung: Wenn in der ukrainischen Hauptstadt und in den Hauptstädten europäischer Länder die Ergebnisse dieser Konsultationen erneut als faktische Kapitulation der Trump-Administration vor Moskau bezeichnet werden, wird Russland die Möglichkeit erhalten, als „konstruktiver Akteur“ aufzutreten, amerikanischen Politikern zu erzählen, dass Russland Frieden wolle, während Kyiv diesen blockiere – und unter diesem Vorwand die Trump-Administration dazu zu bringen, nicht nur auf die Sanktionen zu verzichten, die in den nächsten Tagen verhängt werden sollten, sondern auch jene Sanktionen aufzuheben, die bereits gegen die Russische Föderation verhängt wurden, um sie zur Einstellung der Aggression gegen unser Land zu zwingen.

Daher kann man davon ausgehen, dass das Treffen zwischen Steve Witkoff und Volodymyr Zelensky in der Türkei – falls es tatsächlich stattfindet – ein nervöses Treffen sein wird, bei dem der Sonderbeauftragte des US-Präsidenten erneut unrealistische Forderungen stellen und die wahre Natur seiner Gespräche mit dem russischen Vertreter nicht verstehen wird.

Und das Wichtigste: Wenn Russland auch nur zehn Minuten ernsthaft darüber nachdenken würde, den Krieg an der russisch-ukrainischen Front zu beenden, dann wäre ich sicher, dass die Verhandlungen nicht Dmitrijew führen würde, sondern in einem Telefongespräch zwischen dem Außenminister der USA, Marco Rubio, und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow stattfinden würden – also zwischen Beamten, die tatsächlich befugt sind, staatliche Entscheidungen Washingtons und Moskaus zu formulieren. Sergej Lawrow machte dem US-Außenminister deutlich, dass Moskau nicht von seinen sogenannten maximalistischen Bedingungen abgerückt ist und nicht abzurücken gedenkt.

Das ist die Realität, die sich heute auf dem russisch-amerikanischen Verhandlungspfad abspielt – und sie beantwortet die Frage, ob ein Kriegsende in der Ukraine durch Verhandlungen zwischen der Trump-Administration und der Putin-Administration überhaupt realistisch ist.


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