Lawrow stellt Bedingungen für Rubio | Vitaly Portnikov. 09.11.2025.

Der Leiter des russischen Außenministeriums, Sergej Lawrow, betonte, dass er sowohl zu Telefongesprächen als auch zu einem persönlichen Treffen mit dem Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, bereit sei. Die Vereinigten Staaten müssten jedoch die russische Sichtweise dessen berücksichtigen, wie der von Russland gegen unseren Staat begonnene Krieg beendet werden solle.

Lawrow macht für das faktische Scheitern eines möglichen Treffens zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation in Budapest nicht sich selbst verantwortlich – also nicht den Mann, der während des Telefongesprächs mit Marco Rubio erneut die bekannten maximalistischen Forderungen des Kremls wiederholte –, sondern den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky und die Europäer.

Die Amerikaner, so Lawrow, hätten während des Gipfels in Alaska garantiert, dass Zelensky dem Friedensprozess nicht im Wege stehen werde. Doch auf diesem Gebiet seien offenbar gewisse Schwierigkeiten aufgetreten. Auch die Europäer, so Lawrow, versuchten, auf die Amerikaner „negativ einzuwirken“. Auf diese Weise könne Russland mit den Vereinigten Staaten in grundlegenden Fragen keine Einigung erzielen.

Damit kann man sagen, dass der Außenminister der Russischen Föderation eine Taktik beibehält, die in Moskau beschlossen wurde, nachdem Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten geworden war: Den amerikanischen Präsidenten und sein Umfeld nicht zu kritisieren, die Konstruktivität von Trumps Ansatz hervorzuheben, keiner der von den USA vorgeschlagenen Bedingungen für einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zuzustimmen. Man müsse diese Forderungen und Vorschläge vielmehr ignorieren, als existierten sie gar nicht, und für das Scheitern des Friedensprozesses nicht Trump und seine Administration verantwortlich machen, sondern den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky und die europäischen Führer.

Aus Sicht der russischen Führung, wie man sieht, ist das ein recht ertragreicher Ansatz, da er im Verlauf von zehn Monaten half, mit Hilfe eben jenes Donald Trump jede neuen Sanktionen gegen die Russische Föderation zu blockieren und auch Entscheidungen im Zusammenhang mit intensiver militärischer Unterstützung für die Ukraine auszusetzen.

Übrigens sehen wir auch jetzt keinen Hinweis darauf, dass Donald Trump bereit wäre, seine Haltung zu überdenken, wonach die Vereinigten Staaten unserem Land eigenständig helfen müssten. Der „Shutdown“ in Amerika behindere zudem die Waffenlieferungen an europäische Länder, die diese amerikanischen Waffen an die ukrainischen Verteidigungskräfte weitergeben könnten.

Gleichzeitig scheint man im Kreml nicht zu bemerken, dass die Zeit vorbei ist, in der Putin und sein Umfeld Donald Trump und die amerikanische Administration von entschlossenen Handlungen abhalten konnten. Lawrow hätte sich davon während seines letzten Telefongesprächs mit Rubio überzeugen können. Der Außenminister der Vereinigten Staaten habe dieses Gespräch offenbar als eines eingeschätzt, das keinerlei Perspektiven für Fortschritte bei der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges eröffnet – und somit auch keine Grundlage für ein Treffen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation schafft. Selbst wenn Donald Trump und Putin in ihrem letzten Telefongespräch ein solches Treffen vereinbart hätten.

Gerade nachdem Rubio mit Lawrow gesprochen und sich überzeugt hatte, dass der russische Außenminister die altbekannten Forderungen des Kremls wiederholte, wurde beschlossen, nicht nur das Treffen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und Russlands abzusagen, sondern auch neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen – insbesondere gegen die russischen Ölriesen Rosneft und Lukoil. Es ist offensichtlich, dass, falls Putin diese Sanktionen ignoriert und die militärischen Operationen an der russisch-ukrainischen Front fortsetzt, die Vereinigten Staaten immer neue Sanktionen gegen die russische Wirtschaft verhängen könnten – was weder im Interesse Putins noch seines engsten Umfelds noch der russischen Oligarchen liegt, die den russisch-ukrainischen Krieg bereitwillig finanzieren und längst Teil des russischen militaristischen Systems geworden sind.

Lawrows Aussagen widerlegen auch die Verschwörungstheorie, wonach Putin ihn für das Nichtzustandekommen des Treffens zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und Russlands verantwortlich gemacht habe. Bekanntlich war der russische Außenminister bei der letzten Sitzung des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, bei der Maßnahmen im Zusammenhang mit einer möglichen Reaktion auf die Äußerungen des US-Präsidenten zu möglichen Atomtests besprochen wurden, nicht anwesend.

Lawrow selbst betont jedoch, dass man im Kreml keinerlei Erläuterungen zu den Aussagen des amerikanischen Präsidenten erhalten habe. Somit kann man davon ausgehen, dass der russische Außenminister, selbst trotz seiner Abwesenheit bei der Sitzung des Sicherheitsrates, weiterhin ein Beamter bleibt, der sich mit nuklearen Fragen befasst und Putin in den Beziehungen zu Donald Trump berät. Ganz zu schweigen davon, dass wir alle verstehen, dass kein russischer Beamter eigene Positionen oder Meinungen vertreten kann, sondern ausschließlich die Direktiven ausführt, die direkt von Putin oder seinen Verwaltungsvertretern kommen.

Daher kann man sagen, dass – trotz der Sanktionen, trotz der Tatsache, dass es Putin mit seinen Schmeicheleien nicht mehr gelingt, Trump von Sanktionen gegen die Russische Föderation abzuhalten – im Kreml niemand beabsichtigt, seinen Ansatz zu ändern.

  • Fortsetzung der Kriegshandlungen gegen die Ukraine – in der Hoffnung, dass der Nachbarstaat vor der Russischen Föderation kapitulieren wird.
  • Fortsetzung der Schmeicheleien gegenüber Donald Trump – in der Hoffnung, dass der amerikanische Präsident weiterhin auf scharfe Schritte gegen Russland verzichtet.
  • Anschuldigungen gegenüber den europäischen Ländern – damit sie als Schuldige dafür erscheinen, dass der Krieg in Europa kein Ende findet.
  •  Vorbereitung auf eine Ausweitung des russisch-ukrainischen Krieges, falls die Aktionen ausschließlich an der russisch-ukrainischen Front Moskau nicht ermöglichen, das Ziel zu erreichen, das Putin seiner Armee bereits 2022 gesetzt hatte – das Ziel, die Ukraine zu besetzen und ihre Staatlichkeit zu vernichten.

Doch wir verstehen sehr gut, dass der Kreml dafür keine realen Kräfte besitzt. Und was tatsächlich geschehen müsste, wäre die Suche Russlands nach günstigeren Bedingungen, um das Feuer an der russisch-ukrainischen Front zu beenden – so, wie es Donald Trump von Putin fordert.

Doch die Kremlführung, wie man sieht, folgt keiner Logik. Und Putin scheint bereit zu sein, den Krieg gegen die Ukraine noch viele Jahre fortzusetzen – nur um jene Ziele zu erreichen, die er in elf Jahren des russisch-ukrainischen Konflikts nicht verwirklichen konnte. Denn gerade die Erreichung dieser Ziele, so sieht es der russische Präsident, würde ihm die Möglichkeit geben, sein Imperium wiederherzustellen.





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Titel des Originals: Лавров виставляє умови Рубіо | Віталій Портников. 09.11.2025.

Autor: Vitaly Portnikov

Veröffentlichung / Entstehung: 09.11.2025.

Originalsprache: uk

Plattform / Quelle: YouTube

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.



Hat Putin Lawrow „abserviert“? | Vitaly Portnikov. 06.11.2025.

In den Medien verbreitet sich die Information, dass der Leiter des russischen Außenministeriums, Sergej Lawrow, bei Präsident Putin in Ungnade gefallen sei, nachdem es ihm nicht gelungen war, während seines Gesprächs mit dem US-Außenminister Marco Rubio ein Treffen zwischen dem russischen und dem amerikanischen Präsidenten in Budapest zu vereinbaren.

Lawrow war bei der Sitzung des Sicherheitsrates der Russischen Föderation nicht anwesend, bei der die russische Antwort auf die Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump zu Atomtests diskutiert wurde. Er war übrigens das einzige ständige Mitglied des Sicherheitsrates, das bei dieser wichtigen Sitzung fehlte. Außerdem wird der Außenminister der Russischen Föderation die russische Delegation beim G20-Treffen nicht anführen. Früher vertrat Lawrow Putin stets auf diesem bedeutenden Gipfel. Diesmal wird der Leiter der russischen Delegation der stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung, Oreschkin, sein.

Daraus wird geschlossen, dass Lawrow das von Putin gewünschte Treffen nicht erreichen konnte und daher beim Kremlchef keine Begeisterung mehr auslöst. Doch man muss sich fragen: Bedeutet das, dass Sergej Lawrow der „Falke“ ist, während Putin gerade nach einer Einigung mit Trump strebt? Wenn die Situation wirklich so aussähe, hätte nichts den russischen Präsidenten daran gehindert, seinem amerikanischen Kollegen ein Signal über seine Bereitschaft zu Zugeständnissen zu senden. Ich versichere Ihnen: Wenn Donald Trump nur erfahren hätte, dass Putin bereit sei, das Feuer an der russisch-ukrainischen Front einzustellen, hätte es keinerlei Schwierigkeiten gegeben, ein Treffen der beiden Präsidenten zu arrangieren – weder über den Ort noch über das Datum. Es hätte keine Rolle gespielt, wer und wie die Einzelheiten aushandelte.

Das Problem liegt jedoch genau darin, dass Putin keinerlei Zugeständnisse machen will. Im Gegenteil – in letzter Zeit versetzt er Trump regelrecht in Schrecken, indem er ständig russische ballistische Raketen testen lässt, die Ziele auf dem Territorium der Vereinigten Staaten treffen könnten. Und Lawrow hat in seinem Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio lediglich jene Thesen übermittelt, die mit Präsident Putin abgestimmt und ihm von der Präsidialverwaltung Russlands mitgeteilt worden waren. Denn genau so funktioniert die russische Machtstruktur – und genau so werden die Richtlinien der russischen Außenpolitik festgelegt.

Lawrow, der das russische Außenministerium nun seit zwei Jahrzehnten leitet, ist für Putin gerade deshalb bequem, weil er keinerlei Eigeninitiative zeigt und keine eigene Position vertritt. Sogar sein Vorgänger, der mittlerweile fast vergessene Igor Iwanow, der bereit war, jegliche Anweisungen der russischen Präsidenten Putin und Medwedew auszuführen, verließ seinen Posten, weil er als zu eigenständig und initiativ galt. Solche Vorwürfe hat es gegenüber Lawrow hingegen nie gegeben.

Daher stellt sich die Frage: Warum sollte Putin sich über jemanden ärgern, der alle seine Anweisungen eifrig und propagandistisch ausführt – ohne auch nur den Versuch, diplomatische Mittel zu nutzen, um seinen Gesprächspartnern wenigstens einen Hauch von Zivilisiertheit in der russischen Außenpolitik zu vermitteln?Was also ist der Grund für Lawrows Abwesenheit bei der Sitzung des Sicherheitsrates? Vielleicht liegt es am Gesundheitszustand des Ministers. Lawrow ist kein junger Mann mehr. Mehrfach hat er dem Präsidenten Russlands seine Bitte um Rücktritt vorgelegt, doch Putin hat jedes Mal abgelehnt.

Es ist durchaus möglich, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, an dem Putin einen neuen Minister braucht – doch das spielt keine große Rolle, denn auch der neue Leiter des russischen Außenministeriums wird eine initiativlose Figur sein, die alle Anweisungen der Präsidialverwaltung befolgt. Was den Austausch des Leiters der russischen Delegation beim G20-Gipfel betrifft, so versucht der Kreml hier vielmehr zu zeigen, dass er an diesem Treffen als solchem kein Interesse hat. Diese Reaktion ist offenbar eine Antwort auf die Gespräche darüber, dass Putin selbst nach Südafrika kommen könnte, um dort die Gesellschaft des US-Präsidenten Donald Trump zu suchen.

Der Kreml signalisiert also sinngemäß: „Dieses Treffen und die Anwesenheit des US-Präsidenten interessieren uns so wenig, dass selbst unser Außenminister bei einem für die russische Führung so unwichtigen Gipfel nichts zu suchen hat. Es reicht, wenn ein einfacher Beamter aus der Präsidialverwaltung dorthin reist – damit ist die Aktivität Russlands auf dem G20-Gipfel auch schon beendet.“

Ganz zu schweigen davon, dass Lawrow auf den G20-Gipfeln wiederholt zum Ziel unangenehmer Fragen von Journalisten wurde, die den Außenminister fragten, wie er zu dem Angriffskrieg seines Landes gegen die Ukraine und zu anderen rechtswidrigen und aggressiven Handlungen der russischen Führung stehe. Der stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung Oreschkin hingegen, den in den Gängen des Gipfels kaum jemand erkennen wird, ist vor solchen unangenehmen Fragen sicher. Auf diese Weise wird die Teilnahme der Russischen Föderation am G20-Treffen für den Kreml frei von jener unangenehmen Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit westlicher Medien.

Die eigentliche Frage ist also nicht, was mit Sergej Lawrow passiert und ob er seinen Posten als Außenminister verlassen könnte. Das Entscheidende ist: Wenn Lawrow mit Rubio oder einem anderen westlichen Diplomaten spricht, dann vermittelt er die Position der russischen politischen Führung – die Position Putins, der zu keinerlei Gesprächen mit Präsident Trump oder irgendeinem anderen westlichen Politiker über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges bereit ist.

Der Falke ist hier nicht Lawrow. Lawrow ist lediglich ein Werkzeug in den Händen des wahren Falken und Verfechters eines langen Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Und der Name dieses Mannes ist uns bestens bekannt: Es ist Putin – der Anführer der personalistischen Diktatur in der Russischen Föderation, einer Diktatur, die auf Krieg, Aggression und das sogenannte „Zurückführen Russlands in die Grenzen der Sowjetunion von 1991“ ausgerichtet ist. Und diese Haltung des russischen Präsidenten wird zweifellos von der überwiegenden Mehrheit der russischen Elite, der russischen Gesellschaft und des russischen Volkes geteilt.

Lawrow wies Trump und Rubio ab | Vitaly Portnikov. 21.10.2025.

Nach seinem Telefongespräch mit dem US-Außenminister Marco Rubio betonte der russische Außenminister Sergei Lawrow, dass jedweder Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front, der dazu führen würde, die sogenannten Ursachen des Konflikts zu vergessen, nicht den Interessen Russlands entspricht.

Damit hat Lawrow erneut den Vorschlag des US-Präsidenten Donald Trump zurückgewiesen, der nach seinem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky betont hatte, dass beide Seiten dort stehen bleiben sollten, wo sie sich befinden, und dass sie nach Hause gehen sollten. Wie man sieht, steht die russische Position in diesem Punkt im Widerspruch zu Trumps Sichtweise.

Damit bleibt die Frage offen, auf welcher Grundlage künftig die Kontakte zwischen dem US-Außenminister und dem russischen Außenminister organisiert werden sollen – insbesondere, wenn dieser überzeugt ist, dass die von Putin bereits 2022 angekündigte „Spezialoperation“ mit der Erfüllung sämtlicher vom russischen Präsidenten gesetzter Ziele enden wird.

Offensichtlich hat Washington von Moskau kein greifbares Ergebnis erzielt – unabhängig davon, was das Ergebnis des jüngsten Telefonats der Präsidenten der Vereinigten Staaten und Russlands auch gewesen sein mag. Darauf weist schon der Umstand hin, dass niemand sagen kann, wann das nächste Telefongespräch zwischen den Leitern der Außenministerien stattfinden wird, die eigentlich das Treffen der Präsidenten vorbereiten sollen – oder ob sich Lawrow und Rubio überhaupt treffen werden.

  • Die Financial Times betonte insbesondere, dass ein solches Treffen zwischen dem US-Außenminister und dem russischen Außenminister am 30. Oktober stattfinden könnte. 
  • Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa dementierte diese Information jedoch und riet den Medien, sich nicht an einem Wettlauf um Daten zu beteiligen. 
  • Außenminister Sergei Lawrow erklärte, Berichte über eine Verschiebung des Treffens zwischen den Präsidenten Russlands und der Vereinigten Staaten auf unbestimmte Zeit seien Gerüchte.
  • Der stellvertretende Außenminister Russlands Sergei Rjabkow wiederum sagte, zwischen Moskau und Washington sei überhaupt kein konkretes Datum für ein Präsidententreffen besprochen worden.

Da stellt sich die Frage: Welcher russische Beamte sagt überhaupt die Wahrheit?

  • Ist es Kirill Dmitrijew, der betont, dass Trump und Putin nach ihrem Gespräch eine Einigung über ein Treffen erzielt hätten und ihr Dialog „in einem konstruktiven Geist“ verlaufen sei? 
  • Oder ist es Sergei Lawrow, der sagt, das Treffen der Präsidenten der USA und Russlands werde nicht verschoben? 
  • Oder Sergei Rjabkow, der erklärt, ein solches Treffen sei überhaupt nie vereinbart worden?

Wann also wird das Treffen zwischen dem US-Außenminister und dem russischen Außenminister stattfinden – oder findet es gar nicht statt? Auf all diese Fragen gibt es eigentlich eine recht einfache Antwort: In Wirklichkeit existiert keine reale Grundlage für russisch-amerikanische Vereinbarungen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges.

Ohne solche greifbaren Vereinbarungen hat Trump natürlich wenig Interesse, Putin zu treffen – selbst wenn der russische Präsident eifrig bestrebt ist, ein weiteres Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten als diplomatischen Erfolg zu verbuchen und eine ähnliche „Sieg-Inszenierung“ zu erreichen, wie er sie beim Gipfel in Anchorage präsentieren konnte.

Trump braucht kein neues Alaska. Er braucht keine Schlagzeilen in den Weltmedien über ein weiteres Fiasko – zumal vor dem Hintergrund der Unruhen im Nahen Osten, die in wenigen Wochen den unter Trumps Druck ausgehandelten Waffenstillstand zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas völlig zunichtemachen könnten, trotz seines massiven Drucks auf den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und dessen Regierung.

Trump braucht von Putin ein konkretes Ergebnis – ein Ergebnis, das nach dem Treffen mit Zelensky so aussieht, dass ein Waffenstillstand entlang der Frontlinie möglich wäre, in einer Situation, in der die ukrainische Seite nicht bereit ist, ihre Truppen aus den von der legitimen ukrainischen Regierung kontrollierten, nicht von Russland besetzten Gebieten abzuziehen. Doch Putin, wie wir sehen, stimmt bislang nicht dieser Sichtweise des amerikanischen Präsidenten zu.

Wir kehren also erneut zu jenem Kreis der Ereignisse zurück, der schon nach dem Alaska-Treffen entstanden war, das für Trump ohne greifbares Ergebnis endete.

Das sind natürlich keine erfreulichen Nachrichten für jene, die gehofft hatten, dass nach dem Telefongespräch zwischen Trump und Putin tatsächlich eine reale Möglichkeit zur Feuereinstellung an der russisch-ukrainischen Front entstanden sei – und dass der russische Präsident dem Druck des amerikanischen Staatschefs nachgegeben und über Kompromisse zur Beendigung des Krieges nachgedacht habe.

Doch meiner Meinung nach wird Putin über jegliche Kompromisse erst dann nachdenken, wenn Trump nicht nur mit Worten droht, sondern konkrete Schritte unternimmt, die mit Druck auf Russland und seine Verbündeten verbunden sind.

Und wir wissen genau, was mit diesen Schritten gemeint ist:

  • Lieferung von Langstreckenraketen an die Ukraine, die uns helfen würden, die Ölverarbeitungsindustrie der „Terrorföderation“ und ihren militärisch-industriellen Komplex zu zerstören;
  • reale Sanktionen gegen die Energiesponsoren Russlands, die durch den Kauf von russischem Öl und die Weiterverarbeitung zu Erdölprodukten den Krieg Russlands gegen die Ukraine praktisch endlos machen und Putin ermöglichen, selbst unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen einen kriegsorientierten Haushalt aufzustellen;
  •  und schließlich die amerikanische Beteiligung an der militärischen Unterstützung der Ukraine, denn nach der faktischen Erschöpfung des Hilfspakets, das wir dem realistisch denkenden früheren US-Präsidenten Joseph Biden verdanken, liefert Amerika derzeit überhaupt keine Waffen mehr.

Die einzigen Waffenlieferungen, die stattfinden, sind jene, die über europäische NATO-Partner der Ukraine gegen Bezahlung abgewickelt werden.

Das bedeutet, dass die militärische Hilfe für die Ukraine in jüngster Zeit fast um die Hälfte zurückgegangen ist. Und das sehen nicht nur wir – das sieht auch der russische Präsident Putin, der deshalb darauf hofft, dass der Krieg – gemäß den Worten des russischen Außenministers Lawrow – mit der Erfüllung der Ziele der „Spezialoperation“ endet, also mit dem Verschwinden des ukrainischen Staates von der politischen Landkarte und der Eingliederung seines Territoriums in die Russische Föderation.

Ohne konkrete Maßnahmen seitens des US-Präsidenten, ohne eine grundlegende Änderung seiner Haltung gegenüber Putin, sind daher keine realen Veränderungen in Moskaus Position zu erwarten.

Und genau das hat die heutige offene Pressekonferenz des russischen Außenministers erneut deutlich gezeigt.

Rubio–Lawrow: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 20.10.2025.

US-Außenminister Marco Rubio führte ein Gespräch mit dem Leiter des russischen Außenministeriums, Sergei Lawrow. Der Austausch zwischen Rubio und Lawrow fand kurz nachdem die Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation sich auf ein mögliches Treffen in Budapest geeinigt hatten, sowie darauf, dass gerade die Außenminister diese Begegnung vorbereiten sollen.

Dem möglichen Treffen zwischen Rubio und Lawrow, das bereits am 23. Oktober stattfinden könnte, ging ein Telefonat zwischen beiden voraus. Über dieses Gespräch berichteten sowohl das US-Außenministerium (State Department) als auch das russische Außenministerium.

Allerdings lässt sich in diesen Mitteilungen keinerlei konkreter Inhalt erkennen. Marco Rubio betont die Bedeutung der Kontakte zwischen den Leitern der diplomatischen Behörden, um ein gegenseitiges Verständnis vor dem möglichen Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und Russlands zu erreichen. Lawrow hingegen unterstreicht die Wichtigkeit, jene Absprachen umzusetzen, die angeblich während des Telefonats zwischen Trump und Putin erzielt worden seien.

Doch welche Absprachen das sein sollen, teilt heute niemand mit. Denn, wie bekannt, hatte der Präsident der Vereinigten Staaten nach seinem Treffen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation wiederholt darauf bestanden, dass ein Waffenstillstand entlang der Kontaktlinie zwischen russischen und ukrainischen Truppen erreicht werden müsse. Mit anderen Worten: Er kehrte zu jener Idee zurück, mit der er praktisch seit seinem ersten Tag als US-Präsident auftrat. Und es ist kein großes Geheimnis, dass der Gegner dieser Idee der Präsident der Russischen Föderation ist. Bereits heute wurde bekannt, dass der Kreml weiter auf der sogenannten „Abfolge der Schritte“ besteht –

das heißt: zuerst ein umfassendes Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine, und erst danach die Beendigung der Kampfhandlungen. Offensichtlich entspricht das nicht den Plänen Donald Trumps.

Wie lässt sich da ein Kompromiss finden? – Eine, wie ich sagen würde, abstrakte Frage. Ich sehe die Situation im Allgemeinen folgendermaßen: Während des Telefonats zwischen Trump und Putin könnte der russische Präsident seinem amerikanischen Kollegen angedeutet haben, dass er bereit wäre, einem Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine unter der Bedingung zuzustimmen, dass die Ukraine ihre Truppen aus dem Gebiet Donezk abzieht – also aus jenem Teil, der sich derzeit unter Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung befindet.

Für Putin könnte das tatsächlich vorteilhaft sein. Erstens könnten die russischen Truppen neue strategische Positionen einnehmen, die es ihnen in naher Zukunft erlauben würden, neue ukrainische Regionen anzugreifen. Zweitens könnte eine solche Entscheidung der ukrainischen Führung – zudem unter Druck aus Washington getroffen – die Lage innerhalb der Ukraine destabilisieren, was eine weitere russische Besetzung ukrainischer Gebiete erleichtern würde.

Doch nachdem Donald Trump Volodymyr Zelensky getroffen und erkannt hatte, dass die Ukraine nicht beabsichtigt, ihre Territorien kampflos an den russischen Besatzer abzutreten, kehrte er erneut zu jener Idee zurück, mit der er bereits vor dem Telefonat mit Putin und dem Gipfel in Alaska aufgetreten war – also zum Waffenstillstand entlang der Frontlinie.

Putin hat keinen einzigen realen Grund, einer Idee zuzustimmen, gegen die er während – so scheint es – acht oder neun Telefonaten mit dem US-Präsidenten sowie während ihres Treffens in Alaska konsequent opponiert hat. Somit ist der Gipfel der Präsidenten Russlands und der Vereinigten Staaten zum Scheitern verurteilt. Und ein neues Fiasko nach der Blamage von Alaska kann sich Donald Trump schlicht nicht leisten.

Was tun also Marco Rubio und Sergei Lawrow in einer solchen Situation?

Beide sind abhängig von autoritär veranlagten Führern, die wollen, dass die Welt nicht so aussieht , wie sie tatsächlich aussieht, sondern so, wie sie sie gern sehen würden. Daher besteht die wichtigste Überlebensbedingung im Umfeld Trumps wie auch im Umfeld Putins darin, Aktivität zu imitieren und die Bereitschaft zu demonstrieren, allen Vorschlägen der Vorgesetzten zuzustimmen – selbst wenn diese unmöglich umzusetzen sind.

So werden sich Rubio und Lawrow treffen und versuchen, wenigstens irgendeine Lösung zu finden, die zugleich Donald Trump und Wladimir Putin zufriedenstellen könnte – zwei Politiker, die in dieser Situation diametral entgegengesetzte Positionen vertreten, die sich schlicht nicht vereinbaren lassen.

Und hier gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder denkt Putin tatsächlich, dass es – um neuen Druck seitens der USA zu vermeiden – jetzt besser wäre, einem Waffenstillstand entlang der Frontlinie zuzustimmen. Zumindest, um sich gründlich auf einen neuen russisch-ukrainischen Krieg vorzubereiten, der entweder noch während Trumps Amtszeit oder nach dem Ende seiner politischen Karriere stattfinden könnte.

Oder aber Putin entscheidet, dass der amerikanische Druck in dieser Situation weder an der Front noch im Zustand der russischen Wirtschaft Wesentliches verändern wird – und dass man Trumps Druck schlicht ignorieren und dem US-Präsidenten hartnäckig verdeutlichen müsse, dass Frieden nur zu russischen Bedingungen und nur durch eine Kapitulation der Ukraine vor dem siegreichen Russland möglich sei.

Da Trump einer solchen Version der Ereignisse jedoch kaum zustimmen wird, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass das neue Treffen der russischen und amerikanischen Präsidenten überhaupt nicht stattfindet. Trump wird sich dann damit abfinden müssen, dass Putin seine Vorschläge ignoriert, wenn sie nicht mit der russischen Sichtweise übereinstimmen.

Folglich wird Trump gezwungen sein, zu härterem und intensiverem Druck auf die Russische Föderation überzugehen, die Idee einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington – so sehr sie auch von Steve Witkoff verteidigt wird – aufzugeben,

und der Ukraine Langstreckenwaffen zu liefern, die in der Lage sind, strategische Ziele auf russischem Territorium zu zerstören, die Ölraffinerieindustrie des Landes und auch seinen militärisch-industriellen Komplex zu zerschlagen, Russland derart harte Schläge zu versetzen, dass sich seine Wirtschaft davon lange nicht erholen kann – und es somit auf absehbare Zeit kein wirtschaftlicher Partner der USA sein kann, weil sie nach diesen Schlägen durch amerikanische Raketen in einer äußerst schwierigen Lage wäre.

Und vielleicht wird gerade diese Bedrohung Putin dazu bringen, zu überlegen, ob es sich lohnt, den US-Bedingungen zuzustimmen – doch das wird die Vereinigten Staaten keineswegs einer wirtschaftlichen Verständigung mit Russland näherbringen. Mit anderen Worten: Die Hauptfrage Donald Trumps – „Und was ist mit dem Geld?“ – wird, wie ich sagen würde, in der Luft hängen bleiben, wenn Trump Druck auf Putin ausübt.

In dieser Situation hat Marco Rubio eine recht einfache Aufgabe: Er muss entweder Lawrow zu einem Minimum an Konstruktivität bewegen – oder Trump zeigen, dass es bei den Russen nach wie vor keinerlei Konstruktivität gibt, trotz all seiner Bemühungen.

Lawrow verspottet Trump | Vitaly Portnikov. 20.08.2025.

Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, bestätigte, dass Moskau – selbst wenn man sich Verhandlungen über ein Ende oder eine Aussetzung des Krieges in der Ukraine vorstellen würde – einem Sicherheitsmodell nicht zustimmen werde, das derzeit von den westlichen Ländern diskutiert wird und von dem US-Präsident Donald Trump bei seinen Treffen in Washington gesprochen hat.

Lawrow schlägt vor, zu jenem Sicherheitsmodell zurückzukehren, das bereits bei den Gesprächen in Istanbul im Jahr 2022 diskutiert wurde und das, nach den Worten des Leiters der russischen Diplomatie, von der ukrainischen Delegation selbst vorgeschlagen worden sei. Dabei geht es darum, dass die Garanten für die Sicherheit der Ukraine die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen sein sollten und möglicherweise noch einige weitere Staaten wie Deutschland oder die Türkei.

Wir verstehen dabei natürlich genau: Wenn es um Sicherheitsgarantien für die Ukraine durch die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats geht, dann würde selbstverständlich auch die Volksrepublik China dazugehören, die Russland in seiner Konfrontation mit dem Westen aktiv unterstützt und ihm hilft, unter den Sanktionen der zivilisierten Welt zu überleben – sowie natürlich auch die Russische Föderation selbst, die weiterhin ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine führt.

Lawrow betonte ausdrücklich, dass ohne Beteiligung Russlands keinerlei Sicherheitsgarantien für die Ukraine besprochen werden könnten. Und das ist ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass sich die Position des Kremls in Bezug auf die Bedingungen für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges praktisch nicht geändert hat.

Wir haben also eine sehr klare Situation: Während der Präsident der Vereinigten Staaten die Möglichkeit eines bilateralen Treffens zwischen den Präsidenten Russlands und der Ukraine erörtert und einen Dreiergipfel unter seiner Beteiligung zur Beendigung des Krieges verspricht. Während Donald Trump mit europäischen Politikern über die Möglichkeit spricht, der Ukraine Sicherheitsgarantien nach Artikel 5 der NATO zu geben – allerdings unter der Bedingung, dass die Ukraine selbst nicht Mitglied des Nordatlantischen Bündnisses wird. Während die Militärführer der NATO-Mitgliedsstaaten sich gerade heute versammeln, um jene Details zu diskutieren, die den Kern eines Sicherheitsgarantiemodells für die Ukraine bilden sollen. Während der US-Außenminister Marco Rubio eine Arbeitsgruppe leitet, die genau solche Garantien diskutieren soll – betont Moskau unmissverständlich, dass es keinerlei solchen Sicherheitsgarantien zustimmen wird.

Und übrigens entspricht das auch einer früheren Stellungnahme des russischen Außenministeriums, in der betont wurde, Russland werde niemals akzeptieren, dass NATO-Truppen auf ukrainischem Territorium stationiert würden. Wie bekannt, wird auch ein solches Modell im Rahmen der Sicherheitsgarantien diskutiert, die die westlichen Länder der Ukraine geben wollen.

Natürlich könnte man sagen, die Vereinigten Staaten und die europäischen Länder könnten diese russische Position einfach ignorieren – und es wäre auch gut, wenn sie es täten. Doch das hat rein gar nichts mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu tun.

Denn wir wissen genau: Wenn man ein Friedensabkommen mit der Russischen Föderation unterzeichnen will, diese Föderation aber den Punkten des Abkommens, die sich auf Sicherheitsgarantien für die Ukraine beziehen, nicht zustimmt – dann wird es kein Abkommen geben und der Krieg wird weitergehen.

Wenn man hingegen bereit ist, der Ukraine Sicherheitsgarantien auch mit eigenem militärischem Eingreifen zu geben, ohne die Sicht des Kremls zu berücksichtigen – kann man das schon heute tun. Doch in diesem Fall muss man sich bewusst sein, dass man damit selbst zum Teilnehmer des Krieges mit Russland wird. Und genau das wollen weder Washington noch die europäischen Hauptstädte.

So landen wir wieder in derselben Sackgasse wie schon vor dem Treffen zwischen Donald Trump und Putin in Alaska – nur mit dem Unterschied, dass dieses Treffen aus Trumps Sicht zeigen sollte, Putin sei zu Friedensgesprächen bereit, in Wahrheit aber zeigte, dass Putin nur zu Gesprächen zu seinen eigenen Bedingungen bereit ist.

Und das Treffen mit dem US-Präsidenten bestärkte ihn nur in der Richtigkeit seines Kurses: Denn wenn er den Krieg nicht beendet, weiterhin im Diktat mit der Ukraine spricht, seinen Luftterror gegen die Ukraine fortsetzt, seine Armee ukrainisches Territorium angreift – und der Präsident der Vereinigten Staaten sich trotzdem mit ihm trifft und keine der angekündigten Sanktionen gegen Russland verhängt – dann sagen Sie mir bitte: Warum sollte der russische Präsident seine Position überhaupt ändern, wenn doch alles genau nach seinem eigenen Plan läuft?

In einer solchen Situation hat sein Außenminister natürlich alle Möglichkeiten, den Präsidenten der Vereinigten Staaten offen zu verspotten – so wie Putin es bereits tat, als er Trump vorschlug, einen Dreiergipfel der Staatschefs der USA, Russlands und der Ukraine nicht irgendwo, sondern ausgerechnet in der russischen Hauptstadt abzuhalten, also in der Hauptstadt des Staates, der diesen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat und nicht im Geringsten die Absicht hat, ihn in absehbarer Zukunft zu beenden.

Und natürlich setzt Lawrow, der sieht, wie sein Chef Trump und die westlichen Politiker verhöhnt, dies mit – ich würde sagen – offenkundiger Genugtuung über seine Straffreiheit fort. Denn als man den russischen Außenminister fragte, mit welchen Absichten er eigentlich in einem T-Shirt mit der Aufschrift „UdSSR“ nach Alaska gekommen sei – ein eindeutiger Hinweis auf die wahren politischen Ambitionen der russischen Führung unter Putin – erklärte Lawrow, das habe nichts mit Imperialismus zu tun, sondern zeuge lediglich von Respekt vor der Geschichte.

Doch die Buchstaben „Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“ auf der Kleidung des russischen Außenministers sind ganz bestimmt kein Zeichen von Respekt vor der Geschichte. Sie sind eine klare und unmissverständliche Botschaft – an Donald Trump, an Marco Rubio und an alle US-Politiker, die nach Alaska zur Begegnung mit Putin und der russischen Delegation gekommen waren –, was die wahren politischen Ziele Russlands im russisch-ukrainischen Krieg sind und in den weiteren Kriegen, die im postsowjetischen Raum unausweichlich folgen werden, falls westliche Politiker nicht endlich beginnen, die Realität und eben diese wahren Ziele Moskaus angemessen wahrzunehmen.

Und aus dieser Sicht heraus soll Russland natürlich der Garant der Sicherheit der Ukraine sein – denn die Ukraine muss aus Sicht Putins und Lawrows entweder Teil der Einflusssphäre der Russischen Föderation sein oder gleich Teil dieses Staates selbst. Genau deshalb führen sie diesen Krieg. Genau deshalb wollen sie ihn fortsetzen.

Und dass Donald Trump das nicht begreift – das ist nicht Lawrows Problem. Das ist selbstverständlich Trumps Problem. Und natürlich auch unser aller Problem.

Lawrow stellt Putins Plan vor | Vitaly Portnikov. 09.06.2025.

Der Chef des russischen Außenministeriums, Sergej Lawrow, hat auf dem sogenannten Forum der Zukunft 2050 in Moskau den russischen Plan zur Fortsetzung des Krieges in der Ukraine mit gleichzeitiger Vortäuschung diplomatischen Bemühungen vorgestellt.

Lawrow sagte den Teilnehmern des Forums, dass die sogenannte russische Sonderoperation in der Ukraine fortgesetzt wird, aber gleichzeitig mit den sogenannten diplomatischen Bemühungen in Einklang gebracht werden kann. Der Leiter des russischen Außenministeriums erklärte jedoch, worüber die Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation geführt werden sollen. In erster Linie um humanitäre Fragen, den Austausch von Gefangenen und andere Aspekte im Zusammenhang mit dem humanitären Track im russisch-ukrainischen Krieg.

Das heißt, alles sieht ziemlich einfach und transparent aus. Wie ich schon mehrfach gesagt habe, sah der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, eine andere Entwicklung der Ereignisse, dass Kyiv und Moskau sich auf einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front einigen und anschließend Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden zwischen diesen beiden Ländern beginnen.

Putin hatte von Anfang an einen anderen Plan. Fortsetzung der Verhandlungen während der Kampfhandlungen. Und obwohl Trump diesem Plan zunächst nicht zustimmte, übernahm der Präsident der Vereinigten Staaten im Mai tatsächlich die Position des Präsidenten der Russischen Föderation. Wir kennen sogar den Tag, an dem dies geschah, nach einem Telefonat mit Putin, das genau mit dem tatsächlichen Scheitern der ersten Runde der russisch-ukrainischen Verhandlungen zusammenhing.

Dort konnte man sich nur auf humanitäre Fragen einigen. Donald Trump sagte den europäischen Staats- und Regierungschefs und dem Präsidenten der Ukraine, dass er mit den Ergebnissen seines Gesprächs mit Putin zufrieden sei, dass er nie auf einem bedingungslosen Waffenstillstand bestanden habe und dass er die Idee, bereits zuvor vereinbarte harte Sanktionen gegen die Russische Föderation einzuführen, ablehne, um den Verhandlungsprozess nicht zu unterbrechen.

Das heißt, tatsächlich liegt jetzt die diplomatische Initiative auf Seiten des russischen Führers. Putin kann den Verhandlungsprozess simulieren. Die russische und die ukrainische Delegation können sich in Istanbul oder in einer anderen Stadt treffen und nicht über die Einstellung der Feindseligkeiten, nicht über Krieg und Frieden, sondern ausschließlich über humanitäre Fragen sprechen, die nicht wirklich Teil der Verhandlungen über das Kriegsende sind.

Und Donald Trump wird diesen von Russland simulierten Verhandlungsprozess als erfolgreich ansehen und dem russischen Präsidenten nicht im Wege stehen, seinen Vormarsch auf ukrainischem Boden fortzusetzen. Denn wenn sich der amerikanische Präsident tatsächlich auf die Einführung neuer, strenger Sanktionen gegen die Russische Föderation geeinigt und die Kommunikation mit Putin und anderen russischen Beamten unterbrochen hätte, würde dies zumindest auf neue wirtschaftliche Probleme für die Russische Föderation und auf einen neuen diplomatischen Misserfolg Putins hindeuten.

Aber genau das hat Putin von Trump nicht bekommen.

Lawrow sagt auch, dass die Ergebnisse der sogenannten Sonderoperation vor Ort früher oder später in Rechtsdokumenten festgehalten werden. Und das ist sozusagen die nächste Stufe der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Die Russen sind sich möglicherweise bewusst, dass sie nicht in der Lage sind, das gesamte Gebiet der Ukraine zu erobern, und wollen daher so lange kämpfen, wie sie über die Ressourcen verfügen und so lange, wie es die Vereinigten Staaten und andere westliche Länder der Russischen Föderation erlauben.

Aber wenn die sogenannte russische Sonderoperation beendet werden muss, einfach weil die Mittel für ihre Fortsetzung nicht mehr ausreichen, würde der Kreml wünschen, dass die Ukraine und andere Länder der Welt – und das ist der erste Punkt des sogenannten russischen Memorandums – den russischen Status der von Moskau besetzten ukrainischen Gebiete anerkennen.

Heute sind das die Autonome Republik Krim, Sewastopol, die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja der Ukraine. Wir verstehen jedoch, dass der Kreml diesen ukrainischen Regionen so viel ukrainisches Land hinzufügen möchte, wie die russische Armee erobern kann.

Und ich würde mich nicht von all diesen Erklärungen russischer Beamter täuschen lassen, dass die russische Armee derzeit eine Pufferzone in den an die besetzten Gebiete der Ukraine angrenzenden Regionen der Ukraine oder in den Regionen der Ukraine schafft, die an das international anerkannte Gebiet der Russischen Föderation angrenzen. Nein. Der Kreml braucht keine Pufferzonen.

Natürlich kann der Kreml zu Beginn seiner Besatzungsaktionen sagen, dass es sich um eine Pufferzone handelt. Später findet in der Pufferzone ein weiterer gefälschter Referendum über die Gründung eines pseudounabhängigen Staates statt, der dann an die Russische Föderation angegliedert wird. Das alles haben wir auf der Krim, im Donbass und in der Südukraine gesehen.

Und dann fordert der Kreml Kyiv auf, die ukrainischen Truppen von ukrainischem Gebiet abzuziehen. Und genau das soll nach Ansicht des russischen Außenministers in einem Rechtsdokument festgehalten werden.

Putins Plan ist also ziemlich einfach. Punkt eins: Den Krieg mit der Ukraine so lange fortsetzen, wie die finanziellen, wirtschaftlichen, demografischen und militärischen Ressourcen der Russischen Föderation dafür ausreichen.

Punkt zwei: Während dieses Krieges den Verhandlungsprozess simulieren, um die Möglichkeit der Kommunikation mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, zu erhalten und die Möglichkeit der Einführung neuer, strengerer Sanktionen gegen die Russische Föderation zu verhindern, zumindest Donald Trump und seinem Umfeld die Möglichkeit zu geben, neue Sanktionen gegen die Russische Föderation seitens des amerikanischen Kongresses und der europäischen Partner der Vereinigten Staaten zu blockieren.

Punkt drei: Wenn der Vormarsch der russischen Armee auf ukrainischem Boden gestoppt werden muss, von der Ukraine und den westlichen Ländern die internationale Anerkennung des russischen Status der besetzten ukrainischen Gebiete mit Unterzeichnung entsprechender Abkommen sowie mit Änderungen in der ukrainischen Verfassung zu erreichen.

Ein so ehrgeiziger und dreister Plan des Aggressors, der genau deshalb dreist bleibt, weil ihm die Möglichkeit gegeben wird, seine Aktionen fortzusetzen und dieses Fortsetzen sogar zu rechtfertigen, wie wir es in zahlreichen Äußerungen von Donald Trump und anderen amerikanischen Politikern des ultrarechten politischen Lagers bereits mehrfach gesehen haben. 

Lawrow hat Gespräche im Vatikan abgesagt | Vitaly Portnikov. 23.05.2025.

Der Chef des russischen Außenministeriums, Sergej Lawrow, hat die Möglichkeit von Verhandlungen im Vatikan zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation dementiert. Zuvor hatten viele westliche Politiker, darunter auch der finnische Präsident Sauli Niinistö, über die Möglichkeit solcher Verhandlungen gesprochen. 

Er hatte berichtet, dass sich bereits nächste Woche im Vatikan Vertreter Russlands, der Ukraine, der Vereinigten Staaten und europäischer Länder treffen könnten, um Möglichkeiten für weitere Konsultationen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu erörtern. Niinistö bezeichnete diese Verhandlungsrunde im Vatikan als rein technisch.

Es gab auch Berichte, dass das russische Außenministerium darüber diskutiert, wie russische Beamte, insbesondere solche, die italienischen Sanktionen als Mitglied der Europäischen Union unterliegen, in den Vatikan gelangen könnten.

Jetzt sagt Sergej Lawrow jedoch, es wäre seltsam, wenn zwei orthodoxe Länder die Frage des Friedens auf einem katholischen Platz untereinander besprechen würden.  So, als ob die Verhandlungen in Istanbul – und wie wir wissen, stimmt Moskau weiterhin der Möglichkeit von Treffen in dieser türkischen Stadt zu – Verhandlungen auf einem orthodoxen Platz wären.  Wir verstehen jedoch alle, dass es sich um reine Demagogie handelt, durch die sich Sergej Lawrow auszeichnet. Lawrow erhielt den Auftrag, Zeit zu gewinnen, und Russland tut dies erfolgreich.

Insbesondere das Memorandum, das nach dem Telefongespräch der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation hätte vorbereitet werden sollen, hat bisher niemand gesehen.  Und ich spreche gar nicht erst davon, dass der Text der russischen Vorschläge Punkte enthalten könnte, die diese Vorschläge absolut inakzeptabel für die ukrainischen und europäischen Teilnehmer der Konsultationen machen würden. Nicht umsonst riet der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, Putin, solche Vorschläge zu unterbreiten, die nicht sofort von der ukrainischen Seite und den Europäern abgelehnt würden.

Aufgrund der Erfahrungen aus früheren Gesprächen zwischen Trump und Putin können wir jedoch mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass der russische Präsident den Ratschlägen des Amerikaners nicht folgen wird. Wozu auch?

Darüber hinaus legt der Kreml bereits jetzt eine für ihn bekannte Zeitbombe unter alle möglichen Entscheidungen, die die Teilnehmer solcher Konsultationen treffen könnten. Es stellt sich heraus, dass für Moskau die Legitimität des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky und die Frage, wer die russisch-ukrainischen Vereinbarungen auf Seiten Kyivs unterzeichnen wird, eine entscheidende Frage für das Zustandekommen russisch-ukrainischer Vereinbarungen ist.

Und wenn der russische Präsident zuvor zu verstehen gegeben hatte, dass er bereit sei, der Legitimität des Vorsitzenden der Werchowna Rada zuzustimmen, der diese Abkommen unterzeichnen könnte, während Zelensky an der Formulierung der Entscheidungen beteiligt sein könnte, so spricht man in Moskau jetzt davon, dass die beste Lösung für die Frage der Legitimität die Abhaltung von Wahlen in der Ukraine wäre.

Und hier entsteht natürlich eine ziemlich paradoxe, aber für Russland absolut akzeptable Situation. Russland beabsichtigt nicht, einer Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front zuzustimmen. Alle Wahlen können gemäß der ukrainischen Verfassung erst stattfinden, nachdem der Kriegszustand auf dem Territorium der Ukraine aufgehoben wurde. Und natürlich müssen Zeit und Bedingungen für die Durchführung freier Wahlen gewährleistet sein.

Der Kriegszustand kann nur nach einer Waffenruhe aufgehoben werden, gegen die sich die Russische Föderation ausspricht, da sie der Meinung ist, dass alle Verhandlungen während der Fortsetzung der Feindseligkeiten stattfinden müssen. Unlogisch? Nein, absolut logisch, wenn man eine Falle für den Feind stellen und Gründe für die Fortsetzung des Krieges finden will.

Daher können wir jetzt ziemlich einfache Entscheidungen seitens Moskaus feststellen.  Die Zeit auf allen Ebenen zu verzögern. Solche Vorschläge zu unterbreiten, die für die Ukraine und die europäischen Länder inakzeptabel sind, Kyiv und die europäischen Hauptstädte der Unkonstruktiven zu beschuldigen und neue Verhandlungen zwischen dem Präsidenten der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten einzuleiten, wohl wissend, dass Donald Trump, wenn er Putin während dieser Gespräche nicht unterstützt, zumindest gegen neue Sanktionen gegen die Russische Föderation kämpfen, der Ukraine keine neue militärische Hilfe leisten und so die Aufgaben der russischen Streitkräfte auf ukrainischem Boden erleichtern wird.

Das ist alles, was Putin von seinem amerikanischen Kollegen braucht. Zu ist Trump ist aus der Sicht der russischen politischen Führung nicht fähig, daher muss man dem vertrauensseligen amerikanischen Präsidenten nur Märchen über russisch-amerikanische Wirtschaftsgeschäfte erzählen und ihn von dem russisch-ukrainischen Krieg fernhalten.

Wenn doch effektive Verhandlungen geführt werden müssen, was nur dann geschehen kann, wenn Trump plötzlich seine Position ändert und energischer und ernsthafter auf Putin Druck ausübt oder mit dem Abbruch des Dialogs zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation droht, woran der russische Führer interessiert ist, dann wird man die Frage der Illegitimität des ukrainischen Präsidenten und die Abhaltung von Wahlen in der Ukraine zu stellen.

Auch hier kann der Kreml auf das Verständnis der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten hoffen. Wie bekannt ist, haben sowohl Trump als auch seine Mitarbeiter wiederholt erklärt, dass in der Ukraine Wahlen abgehalten werden müssen, denn ein demokratischer Staat ohne Wahlen ist kein demokratischer Staat.

Und natürlich wird die amerikanische Regierung nicht sehr stören, dass die Abhaltung von Wahlen während eines Krieges gegen die ukrainische Verfassung verstößt und im Allgemeinen nicht dem Willen der überwiegenden Mehrheit der ukrainischen Bürger entsprechen wird, da die Bedingungen für eine freie, wettbewerbsfähige Abstimmung einfach nicht geschaffen werden.

Als einziger Ausweg bleibt nur die Situation, an der Putin interessiert ist. Ein Krieg ohne einen konkreten Beendigungszeitpunkt und ohne einen realen Mechanismus zur Einigung zwischen Moskau und Kyiv über die Beendigung der Feindseligkeiten. Und in dieser Situation erscheinen Gespräche über Wahlen in der Ukraine, die Illegitimität Zelenskys oder den Vatikan einfach als zusätzliche Erklärung dafür, warum der Kreml nicht an der Beendigung der Feindseligkeiten und der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges als solchen interessiert ist.

Lawrow verhöhnt Trump | Vitaly Portnikov. 28.04.2025.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow ließ in einem Interview mit amerikanischen Journalisten durchblicken, dass der Kreml keine realen Vorschläge des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges oder zumindest einer Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front akzeptieren wird.

Der Chef des russischen Außenministeriums betonte, dass Putin Trumps Vorschlag einer bedingungslosen Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front unterstützt.  Allerdings unter der Bedingung, dass die westlichen Länder in dieser Zeit aufhören, die ukrainische Armee zu bewaffnen.

So ließ Lawrow verstehen, dass in seiner diplomatischen Sprache eine Waffenruhe mit Bedingungen eine bedingungslose Waffenruhe ist. Und wir verstehen sehr gut, warum die russische Führung vorschlägt, dass die ukrainische Armee während eines Waffenstillstands nicht bewaffnet werden darf.

Damit Russland selbst sorgfältig einen neuen Angriff auf die Ukraine vorbereiten kann, denn Russland verpflichtet sich nicht, die Militarisierung des eigenen Staates, die Mobilisierung für die eigene Armee und die Waffenproduktion einzustellen. Und in der Situation, in der der Kreml beschließt, dass der Waffenstillstand gebrochen werden kann, wird die Ukraine somit eine leichte Beute für die russischen Streitkräfte sein. Das ist die ganze Idee eines Waffenstillstands, als Pause vor der endgültigen Zerstörung des ukrainischen Staates.

Lawrow reagierte auch ziemlich deutlich auf Trumps Warnung vor russischen Schlägen auf zivile Ziele und Städte in der Ukraine. Wie bekannt, wandte sich Donald Trump mit den Worten „Wladimir, Stopp“ an Putin und sagte später, er sei sehr unzufrieden mit den russischen Schlägen auf ukrainische Städte.

Lawrow erklärte jedoch zynisch einer amerikanischen Journalistin, dass die Russen ukrainische militärische Ziele oder zivile Ziele angreifen, die vom Militär genutzt werden. Und so gibt es keinerlei Gründe, dem amerikanischen Präsidenten in Bezug auf die Unzulässigkeit von Schlägen auf zivile Ziele in der Russischen Föderation zuzustimmen, einfach weil Russland solche Schläge nicht ausführt. Nein. Jeder russische Schlag ist ein Schlag gegen die ukrainische Militärinfrastruktur oder gegen das, was Moskau für ukrainische Militärinfrastruktur hält. Und so ließ der Außenminister der Russischen Föderation verstehen, dass es keine Einstellung der russischen Schläge auf ukrainische Städte gibt.

Absolut klar war Lawrows Antwort auch auf den Vorschlag der Vereinigten Staaten zur Kontrolle des Atomkraftwerks Saporischschja, die Rückgabe dieses Kraftwerks, wenn nicht an die Ukraine, dann zumindest an internationale Beobachter und die Energieproduktion für die Bedürfnisse des ukrainischen Staates, der ukrainischen Nutzer von Atomstrom aus diesem Kraftwerk.

Lawrow betonte, dass das Kraftwerk von Rosatom kontrolliert wird und sich dort IAEA-Militärs befinden. Und gäbe es keine ukrainischen Schläge auf dieses Kraftwerk, gäbe es überhaupt keine Probleme mit seiner Sicherheit.  Also, alles, was die Amerikaner und andere Verbündete der Ukraine tun müssen, ist, Kyiv von Schlägen auf Saporischschja abzuhalten.

Und was die Jurisdiktion dieses Objekts betrifft, kann von Verhandlungen über das Territorium der Russischen Föderation keine Rede sein. Und das gilt auch für die Krim. Lawrow betonte, dass es außer Diskussion steht, ob jemand die Krim als russisches Territorium anerkennen wird oder nicht. Man muss bedenken, dass Russland selbst gemäß seiner Verfassung nicht beabsichtigt, Verhandlungen über Gebiete zu führen, die ein integraler Bestandteil der Russischen Föderation sind.

Ich denke, aus diesem Interview geht hervor, dass der Kreml die Vorschläge des Präsidenten der Vereinigten Staaten, die wir besprochen haben oder die durch entsprechende Vorschläge der Ukraine oder der Länder der Europäischen Union ergänzt werden, absolut nicht beachtet hat und nicht beachten wird.

Während wir eine akademische Diskussion darüber führen, welche amerikanischen Vorschläge für die Ukraine akzeptabel sein könnten und welche nicht, und wie interessant für die Amerikaner der sogenannte Gegenentwurf zu den Vorschlägen für eine Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front und für Verhandlungen über eine friedliche Regelung sein könnte, der von Ukrainern und Europäern vorgelegt wurde, nachdem die Amerikaner in Paris ihr Paket von Vereinbarungen vorgelegt hatten, ignorieren die Russen diese und jene Vorschläge.

Möglicherweise haben die Vereinigten Staaten der russischen Seite tatsächlich diese Vorschläge unterbreitet, mit denen wir uns kürzlich vertraut gemacht haben, aber es ist absolut offensichtlich, dass für den Kreml all diese Vorschläge in Bezug auf ihre Konkretisierung absolut uninteressant sind.

Lawrow spricht sogar davon, dass Moskau bereit sein wird, die Verhandlungen fortzusetzen, sie aber nicht kommentieren wird. Auf alle konkreten Fragen amerikanischer Journalisten zu den Einzelheiten dieser Verhandlungen, selbst wenn es um öffentliche Erklärungen amerikanischer Beamter geht., und darüber, wie besorgt Moskau darüber ist, dass Donald Trump und andere Vertreter der Präsidentschaftsverwaltung der Vereinigten Staaten sagen, dass Amerika bald aus dem Verhandlungsprozess aussteigen könnte, auf all diese Fragen gibt es keine klare, konkrete Antwort, die darauf hindeuten würde, dass in der russischen Hauptstadt auch nur theoretisch über eine Überprüfung der eigenen Position bei den Verhandlungen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges nachgedacht wird.

Das Interview mit Lawrow kann also als eine Diagnose bezeichnet werden, eine Diagnose dessen, was Russland selbst für die Vorschläge des Präsidenten der Vereinigten Staaten zur Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front hält. Und die ausführlicheren Vorschläge zu den Positionen, die während der Verhandlungen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges eingenommen werden können, sind lediglich ein Vorwand, um die Kampfhandlungen fortzusetzen, die vor dem Hintergrund der Verhandlungen zwischen der amerikanischen Regierung und dem Kreml stattfinden sollen.

Andere Absichten, die darauf hindeuten würden, dass Putin auch nur für eine Minute in diesen hundert Tagen den Wunsch verspürt hat, das Feuer an der russisch-ukrainischen Front einzustellen oder realistische Verhandlungen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu beginnen, sehen wir einfach nicht.

Und dieses Interview des russischen Außenministers ist ein weiteres, ich würde sagen, ausführliches Zeugnis dafür, wie Moskau den Verhandlungsprozess in die Länge zieht und Präsident Donald Trump der Vereinigten Staaten in diesen Verhandlungsprozess hineinzieht. Und es scheint, dass Trump selbst langsam zu verstehen beginnt, wie meisterhaft und zynisch Putin ihn ausmanövriert.

Lawrow beleidigt Usbeken | Vitaly Portnikov. 25.04.2025.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist erneut in einen zentralasiatischen Skandal verwickelt. Diesmal in Usbekistan.

Während seines Besuchs in diesem Land, bei einem Besuch des Mahnmals in Samarkand interessierte  sich Lawrow ausschließlich dafür, dass die Inschrift auf diesem Mahnmal nicht auf Russisch, sondern nur auf Usbekisch und Englisch verfasst ist.

Worte, um das Heldentum der Bürger Usbekistans zu würdigen, die am Zweiten Weltkrieg teilgenommen haben, fand der Chef des russischen Außenministeriums natürlich nicht.

Ehrlich gesagt, überrascht mich das aber auch nicht sehr. Sowohl in der Sowjetunion als auch im heutigen Russland wird versucht, den Sieg im Zweiten Weltkrieg ausschließlich als Heldentat des russischen Volkes darzustellen, wobei der Beitrag aller anderen vergessen wird.

Nicht umsonst sagte Sergej Lawrows Chef Wladimir Putin einst, dass die Bewohner Russlands diesen Krieg auch allein hätten gewinnen können, wobei die enormen Opfer unter den Bürgern aller anderen Unionsrepubliken und letztendlich die Tatsache, dass ein Sieg nur dank einer starken Heimatfront möglich ist, vergessen werden, und die Rolle der zentralasiatischen Länder,

als Gebiet, in das unzählige Evakuierte umgesiedelt wurden und in das die Industrie aus den von Hitler besetzten Gebieten der Sowjetunion verlegt wurde, kann man sogar ganz außer Acht lassen. Zumal Lawrow oder Putin das nicht überzeugen wird. Wenn Lawrow an einem Denkmal einer Mutter, die um ihre gefallenen Kinder trauert, ausschließlich an nationalistische Narrative denkt.

Die offiziellen Stellen in Usbekistan reagierten nicht auf die Worte des russischen Außenministers. Vor dem Chef des russischen Außenministeriums am Mahnmal musste sich der Reiseleiter rechtfertigen.

Der Rektor der Universität für Journalistik und Massenkommunikation, Sherzadhon Kudradchodscha, reagierte jedoch auf die Worte des russischen Außenministers und bemerkte, dass es völlig falsch sei, dass der Außenminister eines anderen Landes, der aus dem Ausland kommt, Usbekistan kritisiert. Usbekistan sei keine Kolonie von ihnen, betonte der Rektor. Und natürlich erinnert diese Erklärung noch einmal an die Irritation, die die nationalistischen Umgangsformen Lawrows und anderer russischer Beamter in Usbekistan hervorrufen.

Kudradchodscha erinnerte daran, dass in Russland, wenn die Rechte von Migranten verletzt werden, keiner der Beamten und Vertreter der Behörden, keiner der Vertreter der Polizei auf diese Tatsachen reagiert.

„Wenn Herr Lawrow von der Heiligkeit des Mutterbildes spricht und sich auf die Sprache der Inschrift bezieht, dürfen wir ihn daran erinnern, dass die Menschenrechte nicht weniger heilig sind.“

Es ist klar, dass der Rektor eine solche Erklärung wohl kaum ohne das Verständnis abgegeben hätte, dass sie in der Führung Usbekistans mit Zustimmung aufgenommen werden würde, dass es in Taschkent niemandem gefallen kann, wenn der Außenminister der Russischen Föderation die Führung eines anderen Landes belehrt, in welcher Sprache Inschriften auf Denkmälern angebracht werden sollen. Als ob er kein Gast Usbekistans, sondern dessen Generalgouverneur wäre.

Ich zweifle jedoch nicht daran, dass Lawrow in jeder ehemaligen Sowjetrepublik genau diese Rolle spielt, und die Länder, die mit diesen Vorstellungen der russischen Elite über ihre Rolle in den Beziehungen zu Moskau nicht einverstanden sind, werden mit Gewalt oder sogar Krieg konfrontiert.

Man muss sich nur daran erinnern, dass Lawrow über die russische Sprache nicht nur spricht, wenn er an Denkmälern in Usbekistan auftaucht, sondern auch, wenn er Bedingungen für die Beendigung des Krieges Russlands gegen die Ukraine stellt.

Auch dort ist das Recht der russischen Sprache im Nachbarland eine wichtige Bedingung. Und um diese Rechte zu gewährleisten, tötet die russische Armee ukrainische Frauen und Kinder. Übrigens oft diejenigen, die gerade Russisch sprechen. Aber wir verstehen sehr wohl, dass aus Sicht des Drucks, aus Sicht des nationalistischen Programms, je mehr Menschen getötet und bestraft werden, desto besser es für Lawrow und diejenigen ist, deren Außenpolitik er mit seinen Besuchen unterstützt.

Wie wir sehen, sind wir in eine Situation geraten, in der russische Beamte in ihrem nationalistischen Rausch nicht einmal Hemmungen haben und bereit sind, buchstäblich auf dem Territorium der Länder, die sie besuchen, zu belehren. In Bezug auf die zentralasiatischen Staaten kann diese Irritation noch eine wichtige Komponente haben, die mit dem Bestreben dieser Staaten zusammenhängt, andere Partner außerhalb der Russischen Föderation zu finden.

Sergej Lawrow kann natürlich nicht damit einverstanden sein, dass sich der usbekische Präsident Schawkat Mirsijajojew ständig mit dem Vorsitzenden der Volksrepublik China, Xi Jinping, trifft. Und Xi Jinping war übrigens der wichtigste Gast des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Samarkand, Xi Jinping, nicht Wladimir Putin. Und das war mit bloßem Auge zu sehen. 

Besonders verärgert war Moskau über den jüngsten Gipfel der Europäischen Union und Zentralasiens, auf dem die Leiter der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates mit den Präsidenten der zentralasiatischen Staaten über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Ländern der Region im Kontext der wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Monate sprachen.

Und es ist klar, dass alle diese Kooperationsvektoren Moskau genau deshalb verärgern, weil sie daran erinnern, dass Usbekistan und andere zentralasiatische Länder keine Kolonien Moskaus sind, während Russland in all diesen Jahrzehnten Anstrengungen unternommen hat, damit diese Staaten russische Kolonien bleiben. Ein Reservoir billiger Arbeitskräfte bleiben, über die man sich lustig machen konnte. Gebiete der Russifizierung bleiben. 

Und natürlich ruft jede Aufschrift auf Usbekisch, auf Usbekisch, nicht auf Englisch, jeden russischen nationalistischen Beamten, der mit einem Besuch in Taschkent oder Samarkand weilt, in den Wahnsinn. Sergej Lawrow zeigte dies in seiner Dreistigkeit einfach demonstrativ und erinnerte an das, woran alle seine anderen Kollegen denken, die in Usbekistan und anderen zentralasiatischen Ländern zu Besuch sind. Es ist also nicht einmal ein Signal oder ein Skandal. Es ist einfach eine Art nationalistisches Denken. 

Lawrow spottet über Amerika | Vitaly Portnikov. 19.02.2025.

Am Tag nach dem ersten Treffen russischer und amerikanischer Beamter seit vielen Jahren in Riad hielt einer der Teilnehmer dieses Treffens, der russische Außenminister Sergej Lawrow, einen Vortrag über die russische Außenpolitik vor den Abgeordneten der Staatsduma der Föderalen Versammlung Russlands und gab eine Pressekonferenz für die in der unteren Kammer des russischen Pseudo-Parlaments anwesenden Journalisten.

Lawrow bewies erneut, dass Russland nicht von seinen Vorstellungen über den Abschluss des russisch-ukrainischen Konflikts abrücken will. Oder, um es nicht in Lawrows Worten auszudrücken: Der Angriffskrieg, den Russland bereits 2014 gegen die Ukraine begann und der am 24. Februar 2022 mit einer großen Offensive fortgesetzt wurde.

Lawrow spricht erneut von der Gefahr eines NATO-Beitritts der Ukraine und lobt Donald Trump als ersten westlichen Führer, der offen sagte, dass genau dies die Ursache des Krieges sei. Und genau in dieser Aussage liegt die Gefahr von Trumps Thesen. Denn wir wissen genau, dass der NATO-Beitritt der Ukraine, der unabhängig vom Angriff Putins in den nächsten Jahren kaum stattgefunden hätte, ein Vorwand und nicht die Ursache des Krieges war. Dass Russland befürchtete, dass die Besetzung des Nachbarlandes und die Annexion seiner Gebiete die euroatlantische Integration der Ukraine verhindern könnte.  Somit war nicht der NATO-Beitritt die Ursache des russischen Angriffs, sondern Putins Befürchtung, dass eine solche Integration, falls sie jemals stattfinden sollte, die russische Aggression behindern könnte.

Und dennoch hatte diese großzügige Erklärung von Donald Trump keinen Einfluss auf die Stimmung des russischen Führungspersonals. Die Vereinigten Staaten versuchen bekanntlich, Russland von China zu trennen, und Lawrow sprach von beispiellosen Bündnisbeziehungen zwischen Moskau und Peking. Die umfassende Partnerschaft mit China, so Lawrow in seiner Rede in der Staatsduma, befinde sich auf einem beispiellosen Niveau und übertreffe alle früheren Bündnisse des klassischen Typs. Und genau deshalb ist Russland entschlossen, das bankrotte euroatlantische Modell durch eine neue Initiative zu ersetzen, die für alle Bündnisse auf dem Kontinent offen ist, einschließlich des europäischen Teils Eurasiens. 

Das ist der Kern dessen, was Moskau erreichen will. Und ich denke, die Berater von Donald Trump sollten ihn mit diesem Zitat Lawrows vertraut machen. Im Großen und Ganzen will Russland die Auflösung der euroatlantischen Einheit und die Umwandlung Europas in eine Einflusssphäre Russlands.

Moskau rechnet damit, dass die NATO einfach zusammenbrechen wird und die Europäer aus Angst vor der russischen Atommacht und der Tatsache, dass sie nicht mehr unter dem amerikanischen Atom-Schutzschirm stehen werden, einfach Teil des russisch-chinesischen Einflusses und dieser beispiellosen Zusammenarbeit werden. Und zumindest in einem Großteil der Länder des europäischen Kontinents wird man den Anweisungen aus Moskau und Peking folgen. 

Aber das Thema Ukraine hindert Russland immer noch daran, sich als solchen globalen Führer zu sehen. Deshalb behauptet Lawrow, dass Russland seine BRICS-Mitgliedschaft nutzen will, um die ukrainische Agenda weltweit zu verhindern.

Das heißt, es begrüßt die Tatsache, dass die BRICS-Mitgliedsstaaten praktisch auf einen Bruch der Beziehungen zur Russischen Föderation verzichtet haben, im Gegensatz zu dem, was der kollektive Westen getan hat. Und so ermöglichte es Russland, ein gewisses Maß an wirtschaftlichem Gleichgewicht zu erhalten, um den Krieg fortzusetzen und seinen militärisch-industriellen Komplex weiterzuentwickeln.

Daher kann man deutlich sagen, dass die amerikanische Führung ihre Ziele bisher nicht erreicht hat. Lawrow verhehlt nicht, dass Moskau seine Gespräche mit der Führung der Vereinigten Staaten vor allem nutzen will, um die Isolation Russlands im Westen zu überwinden, sich die Hände für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges frei zu machen, denn Trump rechnet damit, Putin zumindest die Idee eines Waffenstillstands an der russisch-ukrainischen Front aufzwingen zu können. Und Putin will offensichtlich einen Verhandlungsprozess während der Fortsetzung der militärischen Aktionen.

Russland hofft, dass die gegensätzlichen Ansätze der Amerikaner und Europäer gegenüber der ukrainischen Krise den Westen spalten werden, dass die Vereinigten Staaten aus Europa abziehen werden, obwohl Donald Trump eine solche Entwicklung derzeit kategorisch ablehnt, aber Moskau wird weiterhin darauf hoffen und von den Vereinigten Staaten als eine der Bedingungen für einen globalen Frieden auf dem Kontinent den Abzug ihrer Truppen fordern. Und dann, wenn die NATO das Zeitliche segnet, den europäischen Ländern als Alternative zu einem militärischen Einmarsch in ihr Hoheitsgebiet ein neues globales Bündnis anbieten, in dem die Russische Föderation und die Volksrepublik China die Garanten ihres Bestehens sind.

Übrigens, wir haben bereits ein Land, das nach einem solchen Modell lebt, das ist Belarus unter Alexander Lukaschenko. Auf dem Territorium von Belarus befinden sich russische Truppen. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Moskau die Wirtschaft von Belarus und sein pseudopolitisches Leben kontrolliert. Gleichzeitig ist die Volksrepublik China Garant der Souveränität, wenn man so sagen kann, oder genauer gesagt, der staatlichen Unabhängigkeit der Republik Belarus. Das heißt, es gibt Wladimir Putin nicht die Möglichkeit, das Nachbarland einfach durch Gebiete zu annektieren, wie es der russische Präsident einst dem belarussischen Präsidenten vorschlug, als er auf dessen Frage antwortete, wie eine Vereinigung der beiden Nachbarländer erfolgen könne.

Und dieses belarussische Rezept, das Putin bekanntlich als das beste Rezept für die Ukraine ansah, sollte das Ergebnis des gescheiterten Blitzkrieges vom Februar 2022 sein. Wenn die Vereinigten Staaten die Sicherheitsgarantien für Europa aufgeben, dann wird dies genau das Rezept sein, das die russische Führung den baltischen Staaten, Polen und den südeuropäischen Ländern anbieten wird. Und es ist klar, dass die Angst vor einem russischen Einmarsch die Positionen derjenigen Politiker stärken wird, die ihrerseits alles tun werden, um sich mit Moskau zu einigen, auf Kosten der Stärkung ihrer eigenen Interessen. Und auf Kosten der Hilfe beim Sieg bei Parlaments- oder Präsidentschaftswahlen. Die Infrastruktur für eine solche Entwicklung der Ereignisse ist bereits vorhanden, und oft erklären sich Politiker, die aufmerksam in Richtung Kreml schauen, zu Anhängern von Donald Trump. 

Nur was wird mit dem amerikanischen Einfluss in der Welt und mit der Rolle der Vereinigten Staaten als globaler Führer der modernen Welt? Darüber sollte sich die amerikanische Regierung nach den offenen Kommentaren von Sergej Lawrow Gedanken machen.