Zelensky – Rubio: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 20.10.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat mit dem Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, über all jene Sorgen gesprochen, die Kyiv in den vergangenen Wochen beschäftigt haben.

Dabei ging es sowohl um die Wiederherstellung der Geschwindigkeit der Satellitenkommunikationssysteme als auch um die Frühwarnung vor ballistischen Bedrohungen und um die Lage bei der Lieferung von Flugabwehrraketen für die Patriot-Systeme.

Wie wir sehen, war der amerikanische Außenminister auf einen solchen Dialog vorbereitet, und der ukrainische Präsident bezeichnete das Gespräch als konstruktiv.

Was ist also geschehen, dass Marco Rubio, der sich derzeit auf einer Auslandsreise befindet und Usbekistan und Indien besucht, so kurzfristig mit dem ukrainischen Präsidenten spricht?

Nun, wir wissen sehr genau, was vor sich geht. Es geht um die jüngsten Vereinbarungen zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, über die Lieferung russischen Dieselkraftstoffs auf den Weltmarkt und die Aussetzung der Energiesanktionen gegen die Russische Föderation für ein halbes Jahr. Es geht um die Drosselung der Starlink-Geschwindigkeit, um die Lage bei den Warnmeldungen vor russischen Angriffen mit ballistischen Raketen und um die provokanten Äußerungen des amerikanischen Präsidenten.

Letztere waren buchstäblich nur wenige Stunden vor dem Gespräch des ukrainischen Präsidenten mit dem amerikanischen Außenminister zu hören. Und man könnte meinen, dass diese Äußerungen des US-Präsidenten und seine Zugeständnisse an Putin genau jene staatliche Politik der Vereinigten Staaten darstellen, die von der Trump-Regierung in die Praxis umgesetzt wird.

Doch so einfach ist die Sache keineswegs. Auch innerhalb dieser Regierung kann man die öffentliche Meinung im eigenen Land nicht ignorieren. Ebenso wenig lässt sich übersehen, dass die überwältigende Mehrheit der Wähler sowohl der Republikaner als auch der Demokraten die Begeisterung für Putin nicht teilt und die Ukraine in ihrem Krieg gegen die Russische Föderation unterstützt. Damit helfen Trumps Zugeständnisse an den russischen Diktator den Republikanern im Wahlkampf nicht, sondern schaden ihnen.

Aus seiner eigenen Sicht und aus Sicht seiner Mitstreiter betreibt Trump mit diesen Schritten gerade Wahlkampf. Denn Trump und sein Umfeld können ihre Geschäfte mit Putin mit dem Versuch erklären, die Kraftstoffpreise zu senken. Gleichzeitig aber zu demonstrieren, dass man der Ukraine nicht helfen will, bedeutet, sich selbst ins Knie zu schießen – sowohl vor den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress als auch danach. Denn eine solche Politik wird von zahlreichen Republikanern, die als Senatoren oder Mitglieder des Repräsentantenhauses im Kongress sitzen, nicht mitgetragen.

Gerade Republikaner bereiten heute Gesetzentwürfe vor, die Donald Trump eine weitere Annäherung an Putin unmöglich machen sollen. Und deshalb versucht der amerikanische Außenminister selbst während dieses Wahlkampfs, die Folgen der besonders provokanten Äußerungen und Handlungen des amerikanischen Präsidenten zu korrigieren.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass Marco Rubio zugleich Nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist. Er bekleidet also beide wichtigen Positionen, die es ermöglichen, den außenpolitischen Kurs der USA zu kontrollieren. Und offensichtlich tut er dies in Abstimmung mit Donald Trump selbst. Denn dies ist keine Regierung, in der man sich gegen den Präsidenten stellen und anschließend sicher sein kann, seinen Posten zu behalten.

Donald Trump selbst hat, wie wir wissen, kein einziges Mal seine Verantwortung für die Drosselung der Starlink-Geschwindigkeit oder dafür eingeräumt, dass die Ukraine keine Warnmeldungen über ballistische Angriffe der Russischen Föderation erhält. Er hat seine Forderungen nach einem Rücktritt des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky faktisch abgeschwächt. In seiner jüngsten Serie provokanter Äußerungen sagte er lediglich, Zelensky solle jemand anderen zu den gar nicht existierenden Friedensverhandlungen entsenden. Damit hat er faktisch anerkannt, dass er keine Bedingungen schaffen kann, unter denen in unserem Land überhaupt irgendwelche Wahlen stattfinden könnten.

Und vor dem Hintergrund dieser hartnäckigen Weigerung Donald Trumps, die eigene Verantwortung für die ukrainefeindlichen Schritte seiner Regierung anzuerkennen, kommt es nun zu dem Gespräch zwischen Zelensky und Rubio.

Dabei ist es nicht Zelensky, der versucht, den Eindruck zu korrigieren, den seine Worte über die amerikanische Regierung hinterlassen haben – nämlich seine Aussage, dass diese die Ukraine faktisch zur Kapitulation vor dem gemeinsamen Gegner Kyivs und Washingtons drängt. Vielmehr ist es der amerikanische Außenminister, der den ukrainischen Präsidenten davon zu überzeugen versucht, dass die Vereinigten Staaten in der Lage sind, all jene Probleme bei der Unterstützung der Ukraine zu lösen, die offensichtlich durch tatsächliche, aber nicht öffentlich zugegebene Maßnahmen des amerikanischen Präsidenten selbst und hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter entstanden sind.

Denn tatsächlich erwarten wir von den Vereinigten Staaten heute vor allem, dass sie ihre bisherige Unterstützung für die Ukraine fortsetzen: die Bereitstellung von Starlink, Frühwarnmeldungen über russische Raketenangriffe und die Lieferung von Flugabwehrraketen – und das, obwohl diese Raketen auch in den USA selbst knapp sind und möglicherweise bereits Vorbereitungen auf eine neue Phase des Krieges mit dem Iran laufen. Während Rubio Usbekistan besucht, hält sich Hegseth im Nahen Osten auf. Genau diese Unterstützung ist es, die Kyiv von Washington erwartet.

Die Bemühungen um eine Friedenslösung durch Verhandlungen sind eher eine politische Inszenierung, die zumindest bis zum Winter 2029 kaum zu irgendwelchen konkreten Ergebnissen führen dürfte. Natürlich kann man gemeinsam einen Verhandlungsprozess vortäuschen. Doch wenn Putin nicht die Absicht hat, den Krieg zu beenden, wird es auch bei dieser Vortäuschung bleiben.

Die Gespräche über mögliche Wahlen in der Ukraine sind eben nur Gespräche, die wiederum daran scheitern, dass Trump nicht in der Lage ist, Putin von der Notwendigkeit irgendeiner Waffenruhe zu überzeugen.

Ebenso völlig unrealistisch sind all die Diskussionen darüber, ob die Ukraine der NATO beitreten sollte oder nicht, die erneut auf der Ebene hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter geführt werden, etwa durch den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, JD Vance.

Solange wir keine realistischen Aussichten auf ein Ende des Krieges erkennen und nicht zumindest irgendeinen Verhandlungsprozess in Gang bringen, sind all diese Diskussionen nichts weiter als akademische Übungen. Und es könnte durchaus sein, dass diese Regierung nicht in der Lage sein wird, die Frage nach einer Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu lösen.

Mit anderen Worten: Was wir von der Trump-Regierung brauchen, ist keine politische Inszenierung, sondern Hilfe.

Und wir verstehen sehr gut, dass selbst die Vereinbarungen, die heute zwischen Trump und Putin bestehen, die Lage im russisch-ukrainischen Krieg nicht wesentlich verändern werden. Denn die amerikanische Gesetzgebung schränkt die Möglichkeiten weitreichender Zugeständnisse an den Präsidenten der Russischen Föderation erheblich ein. Und die Europäer werden ihre Sanktionen nicht aufheben.

Denn all die Erleichterungen, die Trump Putin bei einer Fortsetzung des Krieges gewähren kann, bringen bei Weitem nicht jene Geldsummen ein, die der russische Präsident benötigen würde, wenn die Ukraine ihre Angriffe zur Zerstörung der russischen Energieinfrastruktur und anderer kritischer Infrastruktur fortsetzt.

Wie wir sehen, müssen sich die Vereinigten Staaten mit dieser Entwicklung der Ereignisse abfinden, solange sie den Präsidenten der Russischen Föderation nicht aufhalten können, der seinerseits nicht die Absicht hat, seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur einzustellen.

Das Gespräch zwischen Zelensky und Rubio ist somit ein weiterer Beweis dafür, dass der Handlungsspielraum der Trump-Regierung wesentlich enger ist und bleiben wird, als wir glauben. Und keine noch so markigen Erklärungen des amerikanischen Präsidenten auf Wahlkampfveranstaltungen können etwas an der einfachen Tatsache ändern, dass er Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist – eines Landes mit eigenen Interessen und eigenen Werten.

Und wenn diese Interessen und Werte nicht mit den Interessen und Werten Donald Trumps übereinstimmen, bedeutet das noch lange nicht, dass er ihnen dauerhaft und wirksam entgegenwirken kann.


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Titel des Originals: Зеленський – Рубіо: головне | Віталій
Портников. 20.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 20.10.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Rubio lehnt Verhandlungen ab | Vitaly Portnikov. 08.10.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat auf Äußerungen des US-Außenministers Marco Rubio reagiert, der in einem Interview mit der griechischen Zeitung „Kathimerini“ betonte, dass sich die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges derzeit in einer Sackgasse befänden.

Nach Ansicht von Zelensky, der sich in Pryluky zu den Äußerungen des amerikanischen Diplomaten äußerte – in jener Stadt, in der man sich derzeit von Zivilisten verabschiedet, die Opfer des russischen Terrors geworden sind –, ist es unmöglich, gleichzeitig mit den Russen über Geschäfte zu verhandeln und festzustellen, dass sich die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in einer Sackgasse befinden.

Wenn wir jedoch die Äußerungen von Marco Rubio aufmerksam analysieren, werden wir feststellen, dass darin in Wirklichkeit keinerlei Widerspruch liegt. Im Gegenteil: Die Regierung von Präsident Donald Trump verfolgt eine konsequente Linie.

Der Präsident der Vereinigten Staaten wandte sich bekanntlich bereits in den ersten Wochen seiner Amtszeit im Oval Office an seinen russischen Amtskollegen mit dem Vorschlag, die Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front einzustellen und Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden aufzunehmen. Putin lehnte diese Vorschläge Trumps kategorisch ab. Infolgedessen einigten sich die Seiten auf Putins Variante: Verhandlungen zu führen, während die Kampfhandlungen weitergehen.

Dieser Prozess wird mal intensiviert, mal eingefroren, hat aber keinerlei wirklichen Bezug zu den Aussichten auf ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges. Er hilft dem Kreml lediglich, Zeit zu gewinnen und die Kontakte zu Washington aufrechtzuerhalten – genau das, was der russische Machthaber erreichen wollte.

Und nun gelangt die Regierung von Donald Trump, wie wir verstehen, zu einer neuen Variante, ihren Dialog mit Putins Regierung fortzusetzen: zur Möglichkeit wirtschaftlicher Vereinbarungen über Geschäfte, die mit Trumps Familie und seinem Umfeld verbunden sein könnten, ohne dass die aktive Phase der Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front beendet wird. Die beiden Seiten führten Verhandlungen über den Verkauf von Lukoil-Aktien an Unternehmen aus Trumps Umfeld.

Und wie man verstehen kann, war genau dies das eigentliche Hauptziel des Besuchs von Steve Witkoff und Jared Kushner in der russischen Hauptstadt – und keineswegs irgendwelche ernsthaften Friedensverhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten. Aus dieser Sicht diente der Besuch in Kyiv lediglich dazu, die wahren Absichten der Trump-Regierung zu verschleiern.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Bemühungen, die Wiederinbetriebnahme von Nord Stream voranzutreiben, also jener Gaspipeline, die eine Alternative zum ukrainischen Gastransportsystem darstellt. Darum kümmert sich Trumps Schwiegersohn Jared Kushner persönlich.

Und obwohl meiner Ansicht nach aus der möglichen Wiederinbetriebnahme von Nord Stream nichts werden wird – einfach deshalb, weil der Strang, der leider noch betriebsfähig ist, in Deutschland nicht zertifiziert wurde und es keinerlei realistische Aussicht darauf gibt, dass diese Zertifizierung erfolgen wird, selbst wenn Trump persönlich dies wünschen sollte –, ist die Situation bei den Lukoil-Aktien weitaus komplizierter. Und man kann verstehen, dass man sich im Weißen Haus allein an der Aussicht auf dieses Geld und die möglichen Gewinne derart berauscht hat, dass man überhaupt nicht mehr über irgendwelche Bemühungen um ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges nachdenken will.

Genau davon spricht Marco Rubio: „Das ist eine Sackgasse, weil die Russen schlicht nicht verhandeln wollen.“ Es ist aber auch deshalb eine Sackgasse, weil die Amerikaner keinen Druck auf den Kreml ausüben wollen, um nur ja Putin nicht zu verschrecken und eine für das Umfeld des US-Präsidenten so lukrative Vereinbarung über das Geld von Lukoil nicht zu gefährden.

Und im Grunde hat Marco Rubio, der bekanntlich zu jenem Teil der Regierung gehört, der gelegentlich nicht nur an Geld, sondern auch an Politik und die eigenen Zukunftsaussichten denkt, dies in seinem Interview mit der Zeitung „Kathimerini“ ganz offen ausgesprochen und Zelensky damit im Grunde signalisiert, was im Weißen Haus tatsächlich vor sich geht.

Zelensky hat dieses Signal verstanden. Entscheidend ist nicht einmal, was er dem Außenminister der Vereinigten Staaten sagt, sondern dass er eine Delegation nach Washington entsendet, die neue Verhandlungen mit Vertretern der Regierung führen soll, um den Friedensverhandlungsprozess zwischen der Russischen Föderation, der Ukraine und den Vereinigten Staaten wieder in Gang zu bringen.

Es handelt sich um eine hochrangig besetzte Delegation, der sowohl der Vorsitzende der Fraktion der Partei „Diener des Volkes“ in der Werchowna Rada, Dawyd Arachamija, angehören wird, der ständig am Verhandlungsprozess beteiligt ist, als auch der Leiter des Präsidentenbüros, General Budanow, dessen erster Stellvertreter Serhij Kyslyzja und der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Rustem Umjerow.

Doch schon jetzt lässt sich voraussagen, dass diese Delegation an der Haltung der US-Regierung zur Situation nichts Wesentliches ändern können wird. Ihr Besuch wird vor allem protokollarischen Charakter haben, einfach deshalb, weil Trump und sein Umfeld bis zum Abschluss der Vereinbarungen über die Lukoil-Aktien versuchen werden, keinerlei Schritte zu unternehmen, die diese Vereinbarungen gefährden könnten. Und diese Vereinbarungen könnten bereits im Oktober zustande kommen.

Jeder trilaterale Prozess, bei dem die Amerikaner schlicht gezwungen wären, die Ukrainer zu unterstützen, birgt die Gefahr, dass ihnen die Kohle durch die Lappen geht. Und damit könnte der Besuch der ukrainischen Delegation die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten nur daran hindern, das zu erreichen, was sie tatsächlich will: eine Vereinbarung über die Lukoil-Aktien.

Das Einzige, was die ukrainischen Beamten, die Washington besuchen werden, somit tun können, ist, vor dem Hintergrund dieses beschämenden Vorgangs zumindest irgendein Maß an finanzieller oder militärischer Unterstützung für die Ukraine auszuhandeln, irgendwelche neuen Waffen oder Genehmigungen für Angriffe auf russische Objekte, die bislang nicht stattgefunden haben. Vielleicht entscheidet Trump, dass solche Angriffe Putin dazu bewegen könnten, die Frage des Verkaufs der Aktien des russischen Ölunternehmens rasch zu klären, solange diese noch nicht an Wert verloren haben.

Aber wir verstehen sehr gut, dass dieser Besuch den tatsächlichen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein Ende des Krieges unter Vermittlung der Vereinigten Staaten keinerlei neuen Impuls geben kann, einfach weil Moskau und Washington derzeit völlig andere Prioritäten und Ziele haben.

Und in diesen Prioritäten und Zielen verstehen sich die beiden, Trump und Putin, ausgezeichnet. Putin hat begriffen, dass Trump Geld braucht, und Trump hofft, dass Putin ihm das Gewünschte verkaufen wird – zumindest jenen Menschen, denen er dabei gerne behilflich sein möchte.

Und das ist alles, was man über den Verhandlungsprozess wissen muss und darüber, warum der Außenminister der Vereinigten Staaten diesen Prozess als festgefahren bezeichnet. An seiner Stelle würde jeder Mensch, der bei der Analyse auch nur über die geringsten Ansätze gesunden Menschenverstands verfügt, zu derselben Einschätzung gelangen.


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Titel des Originals: Рубіо відкидає перемовини | Віталій Портников. 08.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 08.10.2026.
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Rubio–Lawrow: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 23.07.2026

Das Treffen der beiden ranghöchsten Diplomaten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation, Marco Rubio und Sergej Lawrow, das in Manila stattfand, dauerte etwa 35 Minuten und endete, wie zu erwarten war, ohne irgendwelche realen Ergebnisse, die auf ein Einvernehmen der Seiten hinsichtlich der Möglichkeiten zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges oder zumindest hinsichtlich einer Wiederaufnahme von Verhandlungen hindeuten würden, die zu einer solchen Beendigung führen könnten.

Rubio sagte Lawrow, dass die Vereinigten Staaten weiterhin auf der Notwendigkeit der Beendigung des Krieges bestehen. Lawrow wiederum schilderte dem US-Außenminister nach Mitteilungen offizieller russischer Quellen die Wahrheit über die Lage an der Front und unterstrich außerdem die Verbundenheit der Russischen Föderation mit jenen Vorschlägen, die die Vereinigten Staaten beim Treffen in Anchorage unterbreitet hatten.

Hier muss man, wie ich sagen würde, etwas genauer innehalten, denn es geht darum, dass die Vereinigten Staaten während des Treffens der Präsidenten Donald Trump und Vladimir Putin in Alaska der Russischen Föderation bestimmte Vorschläge unterbreitet hatten, die Putin nicht akzeptierte. Gerade deshalb endete das Treffen des amerikanischen und des russischen Präsidenten nach den Worten Trumps selbst ohne Vereinbarungen.

Nun aber erklärt Moskau, es halte an den amerikanischen Vorschlägen fest, obwohl diese mit der russischen Seite nie abgestimmt wurden. Und somit können wir feststellen, dass in Alaska tatsächlich keinerlei reale Vereinbarungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation erzielt wurden – genau das musste bewiesen werden.

Außerdem warnte Lawrow Rubio wie gewohnt davor, dass eine Fortsetzung der Waffenlieferungen an die Ukraine lediglich zu einer weiteren Eskalation führen werde. Damit trennten sich die Seiten.

Wie bekannt ist, vertritt der Außenminister der Vereinigten Staaten ebenso wie inzwischen auch der amerikanische Präsident weiterhin die Auffassung, dass ukrainische Angriffe auf die russische Logistik und auf Erdölraffinerien den Präsidenten Russlands dazu zwingen müssten, einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zuzustimmen. Bis heute ist dies jedoch nicht eingetreten.

Natürlich könnte man den anderen Fragen, die zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation bei diesem Treffen in Manila erörtert wurden, größere Aufmerksamkeit widmen. Aber es ist klar, dass selbst dann, wenn Rubio und Lawrow über das sprechen, was sich derzeit im Persischen Golf ereignet, sie kaum irgendwelche realen Vereinbarungen erreichen können, weil sie in diesem Konflikt unterschiedliche Positionen vertreten und unterschiedliche Staaten unterstützen.

Die Vereinigten Staaten möchten selbstverständlich ihre Arbeit an der Entwaffnung Irans sowie an der Gewährleistung der Energiesicherheit der Staaten des Persischen Golfs und der Sicherheit Israels fortsetzen. Russland hingegen bleibt weiterhin ein treuer Verbündeter der Islamischen Republik.

Es stellt sich die Frage, inwieweit dieses Treffen die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland unter Vermittlung der Vereinigten Staaten nähergebracht hat. Denn unmittelbar vor diesem Treffen hatte der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, erstmals seit vielen Monaten mit den Sonderbeauftragten des amerikanischen Präsidenten, Steve Witkoff und Jared Kushner, gesprochen.

Man kann feststellen, dass es keinerlei Annäherung gegeben hat. Bereits damals, als Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten wurde, habe ich betont, dass sich in der Tasche des amerikanischen Präsidenten keinerlei Instrumente befinden, die seinen russischen Amtskollegen dazu zwingen könnten, über eine Beendigung des Krieges nachzudenken, weil der größte Teil der Sanktionsinstrumente bereits ausgeschöpft ist und diejenigen, die im Arsenal der Vereinigten Staaten noch verblieben sind, die Position des Kremls nicht wesentlich beeinflussen werden.

Seit Trump mit der Operation zur nuklearen Entwaffnung Irans begonnen hat, kann man sagen, dass die Möglichkeiten des Präsidenten der Vereinigten Staaten noch geringer geworden sind. Denn nun kann Amerika in bestimmten Momenten selbst an einem Gleichgewicht auf dem Ölmarkt interessiert sein, was nicht zu einer Verschärfung, sondern zu einer Abschwächung der Sanktionen gegen die Russische Föderation führt und Putin zusätzliche Einnahmen verschafft – Einnahmen für den russischen Staatshaushalt, der bekanntlich weiterhin vollständig auf den Krieg ausgerichtet ist.

Somit ist das Gespräch der Leiter der Außenministerien der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation angesichts der vollständigen Unterschiede ihrer Positionen eher ein akademisches Gespräch, das politisch nichts Ernsthaftes verändern wird.

  • Putin hofft immer weniger auf reale Vereinbarungen mit Trump und scheint bereits darauf eingestellt zu sein, abzuwarten, wie sich die Ereignisse in der amerikanischen Politik im Jahr 2028 entwickeln werden, wenn der nächste Präsidentschaftswahlkampf beginnt.
  • Trump wiederum kann trotz seines offensichtlichen Unwillens, sich mit Putin zu überwerfen, einfach nicht verstehen, welchen Kurs seine Beziehungen zum russischen Präsidenten nehmen sollen. Deshalb ist er einerseits bereit, den Gesetzentwurf des Senators Lindsey Graham über die Möglichkeit der Verhängung von Sanktionen gegen Länder zu unterstützen, die russisches Öl kaufen, bremst dieses Gesetz andererseits jedoch durch neue Vorschläge aus, die Russland selbst überhaupt nicht betreffen.

Deshalb würde ich empfehlen, für die nächste Zeit jegliche diplomatischen Möglichkeiten zur Lösung der Frage des russisch-ukrainischen Krieges zu vergessen. Sollte es der Ukraine gelingen, die wirtschaftliche Lage in der Russischen Föderation tatsächlich zu verändern, ernsthafte Probleme im Verhältnis zwischen der russischen Gesellschaft und dem Staat hervorzurufen und dazu zu führen, dass Russland schlicht das Geld zur Fortsetzung des Krieges ausgeht, dann können wir zumindest wieder auf das Thema einer Wiederaufnahme von Verhandlungen zurückkommen. Allerdings sage ich sofort: Verhandlungen während laufender Kampfhandlungen sind keine Verhandlungen, sondern ein Hinauszögern der Zeit zur Fortsetzung des Krieges. Genau so muss man sie verstehen.

Wenn die Russische Föderation jedoch über ausreichendes wirtschaftliches und demografisches Potenzial zur Fortsetzung des Krieges verfügt, dann wird der Krieg – mit wechselndem Erfolg für die Ukraine und Russland – so lange andauern, wie Putin und seine Bande dafür genügend Kraft und Zeit haben. Genau so muss man die Entwicklung der Ereignisse in den zwanziger und dreißiger Jahren des 21. Jahrhunderts verstehen – als Zeit eines unablässigen russisch-ukrainischen Konflikts.

Das Treffen zwischen dem Außenminister der Vereinigten Staaten und dem Außenminister der Russischen Föderation in Manila hat diese grundlegende Formel noch einmal eindrucksvoll bestätigt.


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Titel des Originals: Рубіо-Лавров: головне | Віталій Портников. 23.07.3026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 23.07.3026.
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Rubio entlarvt Putins Lüge über Anchorage | Vitaly Portnikov. 25.06.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, hat die Behauptungen der russischen Führung widerlegt, wonach beim Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation in Alaska irgendwelche Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine erzielt worden seien.

Rubio erinnerte die Journalisten daran, dass der Präsident der Vereinigten Staaten lange Zeit nach Wegen gesucht habe, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. In Alaska sei jedoch lediglich ein Vorschlag von Seiten der Vereinigten Staaten unterbreitet worden, den Russland ablehnte. Beim Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation seien keinerlei Vereinbarungen erzielt worden.

Allerdings wissen wir das selbst sehr genau. Schließlich waren wir Zeugen des Treffens der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation in Anchorage. Wir erinnern uns, mit welchem Enthusiasmus Donald Trump den Präsidenten der Russischen Föderation auf dem Flugplatz der Hauptstadt Alaskas empfing. Wir erinnern uns daran, dass die Präsidenten gemeinsam in einem einzigen Wagen zum Ort des Gipfels fuhren. Auch das war eine beispiellose Situation in den bilateralen Beziehungen.

Wir erinnern uns aber auch an etwas anderes. Das Treffen zwischen Donald Trump und Putin endete vorzeitig. Der Präsident der Vereinigten Staaten betonte auf der kurzen gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Staatschef, dass keinerlei Vereinbarungen erzielt werden konnten. Nicht nur das Treffen wurde vorzeitig beendet – auch das Abendessen, das bei der Vorbereitung des Gipfels zwischen Trump und Putin vorgesehen gewesen war, wurde abgesagt. Trump verabschiedete den russischen Präsidenten nicht einmal und flog sofort von Anchorage nach Washington zurück.

Präsident Putin blieb somit in Alaska faktisch ohne seine amerikanischen Gastgeber zurück. Sein Protokoll suchte nach Möglichkeiten, den Eindruck zu erwecken, Putin habe sich auf eine solche Entwicklung vorbereitet und über einen eigenen Plan für seinen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten verfügt. Auch das entsprach nicht der Wahrheit.

Was geschah danach? Bereits an Bord seines Flugzeugs wurde Donald Trump klar, dass nun praktisch alle Medien über sein Fiasko beim Treffen mit Putin sprechen würden. Und zwar nicht über das erste. Schließlich waren sämtliche vorherigen Treffen des amerikanischen und des russischen Präsidenten während Donald Trumps erster Amtszeit im Weißen Haus mit genau solchen Kommentaren von Journalisten und Beobachtern zu Ende gegangen.

Trump begann sofort gegenzusteuern. Er sprach davon, es sei ein sehr gutes Treffen gewesen, konkretisierte jedoch nicht, was daran eigentlich gut gewesen sei und worüber er sich mit Putin geeinigt habe, nachdem er selbst unmittelbar nach dem Gipfel betont hatte, dass keinerlei Vereinbarungen erzielt worden seien.

Die Russen griffen diesen offensichtlichen Wunsch des amerikanischen Präsidenten auf, Wunschdenken als Realität auszugeben und die Wirklichkeit zu verfälschen. Genau darauf gründeten sie ihre Mythologie vom sogenannten „Geist von Anchorage“.

Was ist überhaupt ein „Geist“ in den internationalen Beziehungen? In den internationalen Beziehungen gibt es konkrete Vereinbarungen, Punkte und Vorschläge, die von beiden Seiten abgestimmt werden. So geschieht es übrigens derzeit zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Wenn es keinerlei konkrete Vereinbarungen gibt, kann sie kein noch so großer „Geist“ ersetzen.

Trump wollte diese Behauptungen der russischen Führung jedoch nicht allzu energisch widerlegen. Denn andernfalls hätte er sein unbestreitbares Fiasko bei den Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten eingestehen müssen, hätte zugeben müssen, dass Putin ihn benutzt hatte, dass Trump dem russischen Präsidenten geholfen hatte, aus der internationalen Isolation herauszukommen, während dieser nicht einmal daran dachte, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Aus dieser Geschichte ging dann der sogenannte Verhandlungsprozess zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der Vereinigten Staaten hervor.

Trump konnte hoffen, dass die Verhandlungen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges oder zumindest über eine Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front nun schnell und erfolgreich verlaufen würden, nachdem Putin selbst vom Geist von Anchorage sprach. Putin hingegen hatte selbstverständlich vor, Zeit zu gewinnen – möglicherweise bis zum Ende der Amtszeit des amtierenden amerikanischen Präsidenten –, um sich anschließend damit zu befassen, wie er mit dessen Nachfolger umgehen würde. Mit anderen Worten: genauso zu handeln, wie er bereits gegenüber Barack Obama, Joseph Biden und auch Donald Trump während dessen erster Amtszeit im Oval Office gehandelt hatte. An eine solche Entwicklung der Ereignisse ist Putin gewissermaßen gewöhnt.

Als Trump erkannte, dass Putin nicht einmal daran dachte, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, und sich nach Beginn des Krieges der Vereinigten Staaten gegen den Iran nicht einmal mehr für die russisch-ukrainischen Verhandlungen interessierte, weil er davon ausging, dass die Amerikaner nun weit weniger Möglichkeiten hätten, Druck auf ihn hinsichtlich einer Fortsetzung des Verhandlungsprozesses auszuüben, änderte er, wie wir sehen, seine Haltung – weniger gegenüber dem russischen Präsidenten als vielmehr gegenüber dem, was zwischen Russland und der Ukraine geschieht.

Ein gewisser Beleg dafür war der Beitritt des amerikanischen Präsidenten zur gemeinsamen Erklärung der G7, in der die Unterstützung unseres Landes im Kampf gegen die russische Aggression bekräftigt wird. Ich erinnere daran, dass Trump im vergangenen Jahr während des G7-Gipfels nicht einmal das Ende dieses hochrangigen Treffens abgewartet und sich der gemeinsamen Abschlusserklärung nicht angeschlossen hatte.

Daran, dass die Amerikaner auf den Tagungen der Generalversammlung der Vereinten Nationen konsequent für russische Resolutionen zum russisch-ukrainischen Krieg gestimmt haben, möchte ich gar nicht erst erinnern. Wozu an eine Schande erinnern?

Jetzt wird darüber gesprochen, dass auch auf dem NATO-Gipfel in Ankara, ebenfalls in Anwesenheit Donald Trumps, eine Resolution über die Fortsetzung der Unterstützung für die Ukraine verabschiedet werden könnte. Das Nordatlantische Bündnis könnte unserem Staat bis zu 70 Milliarden Dollar Militärhilfe bereitstellen – möglicherweise ohne Beteiligung der Vereinigten Staaten, aber auch ohne deren Widerspruch gegen diese Absichten der NATO-Verbündeten.

Und natürlich kann Marco Rubio in einer solchen Situation, der, wie wir verstehen, vom ersten Tag an wusste, dass es in Anchorage keinerlei Vereinbarungen gegeben hatte, das sagen, was ohnehin alle wissen: Auf dem Gipfel in Alaska haben sich Trump und Putin auf nichts geeinigt. Wenn Putin, Lawrow, Uschakow, Peskow und andere russische Funktionäre uns von irgendwelchen Vereinbarungen erzählen, die von den Vereinigten Staaten angeblich gebrochen worden seien, und behaupten, der Geist von Anchorage sei irgendwo verschwunden, dann lügen sie schlichtweg.


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Titel des Originals: Рубіо викрив брехню Путіна про Анкоридж | Віталій Портников. 25.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 25.06.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Rubio antwortete Lawrow | Vitaly Portnikov. 26.05.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio reagierte ziemlich gelassen auf den Telefonanruf des Leiters des russischen Außenministeriums Sergej Lawrow.

Lawrow informierte Rubio bekanntlich über die Absicht der Russischen Föderation, systematische Angriffe auf Kyiv durchzuführen, und riet damit faktisch zur Evakuierung der amerikanischen diplomatischen Vertretung aus der ukrainischen Hauptstadt.

Rubio sagte jedoch lediglich, dass Lawrow ihn daran erinnert habe, dass Kyiv eine gefährliche Stadt sei. Aber eine solche gefährliche Stadt bleibt die ukrainische Hauptstadt bereits seit Jahren. Und das zeige lediglich die Notwendigkeit, den Krieg zu beenden, der inzwischen länger andauert als der Zweite Weltkrieg.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten betonte außerdem, dass der Außenminister der Russischen Föderation ihn gebeten habe, Informationen von Präsident Putin an Präsident Trump weiterzugeben, was er auch getan habe. Worte über eine mögliche Schließung der Botschaft der Vereinigten Staaten in der ukrainischen Hauptstadt waren von Marco Rubio nicht zu hören.

Zuvor hatte die Botschaft der Vereinigten Staaten in Kyiv die russischen Angriffe auf diese ukrainische Stadt verurteilt. Somit zeigte sich, dass Russland seine Ziele nicht erreichte, obwohl es versuchte, sowohl den US-Außenminister als auch die Leiter anderer Außenministerien weltweit einzuschüchtern. Kein einziges Land erklärte seine Bereitschaft, seine Botschaft aus der ukrainischen Hauptstadt zu evakuieren.

Vertreter europäischer Länder betonten, dass die Botschaften in Kyiv bleiben und ihre Arbeit fortsetzen würden. Im Außenministerium der Volksrepublik China rief man zur Deeskalation der Situation und zu Verhandlungen zwischen den Seiten auf.

Wenn also der Außenminister der Russischen Föderation tatsächlich versuchte, panische Stimmungen sowohl unter westlichen Diplomaten als auch unter der Zivilbevölkerung der Ukraine zu fördern, kann man sagen, dass seine Pläne gescheitert sind.

Und dabei geht es natürlich nicht um die massiven russischen Angriffe auf Kyiv und andere ukrainische Städte. Diese massiven Angriffe dauern, wie wir verstehen, bereits all die Jahre des langen russisch-ukrainischen Krieges an und können bis zu dessen Ende weitergehen. Es geht darum, wie die Russische Föderation an die propagandistische Begleitung ihrer Angriffe herangeht.

Wie der Kreml vor allem versucht, panische Stimmungen unter den Ukrainern zu verstärken und damit versucht, noch an einem weiteren Krieg teilzunehmen – an einem demografischen Krieg. Denn die Abwanderung der Bevölkerung aus den großen Städten der Ukraine und die Umsiedlung der ukrainischen Bevölkerung aus dem Osten und Süden ins Zentrum und vom Zentrum in die westlichen Regionen unseres Landes und weiter ins Ausland sind ebenfalls Teil der Absichten der Russischen Föderation in ihrem Krieg gegen unseren Staat.

Ich habe wiederholt erklärt, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine nicht ein Krieg ist, sondern gleich mehrere. Und dass es neben dem Krieg, den die russische Armee führt, neben den Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur auch noch einen propagandistischen und einen demografischen Krieg gibt. Und gerade diese beiden Kriege beobachten wir jetzt.

Der propagandistische Krieg: panische Stimmungen unter der Bevölkerung Kyivs und anderer großer ukrainischer Städte. Der demografische Krieg: die Verringerung der ukrainischen Bevölkerung, damit die Ukraine selbst dann, wenn es gelingt, ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges zu erreichen, auf dem europäischen Kontinent und im sogenannten postsowjetischen Raum ein wesentlich geringeres Gewicht hat als vor 2022.

Denn Putin wägt, wie jeder erfahrene Tschekist, verschiedene Varianten ab, wie der russisch-ukrainische Krieg enden soll, falls es ihm nicht gelingt, seine ehrgeizigsten Ziele zu verwirklichen, die mit der Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit und dem Verschwinden des ukrainischen Volkes von der ethnografischen Karte der modernen Welt verbunden sind.

Aber wie wir sehen, wirkt diese Propaganda nicht, vor allem nicht auf die westlichen Verbündeten der Ukraine. Ich würde sagen: auf die westlichen Staaten insgesamt.

Aus den Aussagen des Außenministers der Vereinigten Staaten kann man schließen, dass man in Washington ebenso wenig versteht, wie man aus dem Krieg im Persischen Golf herauskommen soll, wie man auch nicht begreift, wie man aus Russlands Krieg gegen die Ukraine herauskommen soll, den Donald Trump bekanntlich bereits in den ersten Wochen seiner Amtszeit im Oval Office zu beenden versprochen hatte.

Jetzt bleibt dem Außenminister der Vereinigten Staaten nur festzustellen, dass es keine Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gibt, die Vereinigten Staaten aber jederzeit bereit seien, zum Verhandlungsprozess zurückzukehren, falls darin eine konstruktive Komponente vorhanden sei.

Wie Sie verstehen, sind das keineswegs Führungspositionen, sondern das Abwarten einer Situation, in der eine solche Rolle in den Verhandlungen – falls sie überhaupt in absehbarer Zukunft beginnen – für das Weiße Haus vorteilhaft wäre.

Aber sich dem Diktat der Kreml-Administration zu unterwerfen, wollen der Präsident der Vereinigten Staaten ebenfalls nicht, denn das wäre eine weitere Demonstration außenpolitischer Niederlage, die weder Donald Trump noch Marco Rubio noch andere Vertreter der amerikanischen Administration benötigen.

Und Moskau? Moskau wird sich mit einer ziemlich einfachen Tatsache abfinden müssen: Russland wird für Angriffe auf diplomatische Vertretungen der in Kyiv akkreditierten Staaten verantwortlich gemacht werden, falls diese Vertretungen, Botschafterresidenzen, Botschaften oder Konsulate während zukünftiger russischer Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt oder andere Städte der Ukraine Schaden nehmen.

Und die Versuche, sich durch Erklärungen des Außenministeriums der Russischen Föderation oder sogar durch Telefongespräche des russischen Außenministers mit seinem amerikanischen Kollegen der Verantwortung für weitere Verbrechen zu entziehen, sind offensichtlich gescheitert.

Niemand will an dieser widerwärtigen propagandistischen Inszenierung des Kremls teilnehmen: weder die Administration der Vereinigten Staaten noch die Führungen der europäischen Länder und ihrer Außenministerien, noch selbst Staaten, die sich faktisch in einem geopolitischen Bündnis mit der Russischen Föderation befinden, wie etwa die Volksrepublik China.

Für seine Verbrechen wird Putin selbst die Verantwortung tragen müssen, selbst wenn diese Verantwortung sich ausschließlich in diplomatischen Protestnoten an den Kreml äußern sollte.


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Titel des Originals: Рубіо відповів Лаврову | Віталій Портников. Vitaly Portnikov. 26.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Rubio: Die USA steigen aus den Verhandlungen aus | Vitaly Portnikov. 22.05.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio hat heute faktisch den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem sogenannten dreiseitigen Verhandlungsprozess zwischen den Vereinigten Staaten, der Ukraine und Russland festgestellt und betont, dass die Vereinigten Staaten keinen Sinn darin sehen, an einem Prozess teilzunehmen, der zu keinerlei konkreten Ergebnissen führt, aber bereit seien, zu den Verhandlungen zurückzukehren, wenn sie irgendeinen praktischen Sinn hätten.

Im Grunde hat der Außenminister der Vereinigten Staaten gerade heute den endgültigen Tod jenes Verhandlungsprozesses festgestellt, der von niemand anderem als dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump initiiert worden war, nachdem dieser zum zweiten Mal ins Weiße Haus eingezogen war. Und wie bekannt ist, setzte man in Washington große Hoffnungen auf diesen Verhandlungsprozess.

Und noch vor einigen Wochen, wenn nicht Tagen, sprach Donald Trump selbst davon, dass die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine auf irgendeiner unverständlichen Ebene erfolgreich weitergingen und der Krieg zwischen Russland und der Ukraine seinem Ende entgegengehe. Jetzt hat der Außenminister der Vereinigten Staaten im Grunde das Gegenteil festgestellt. Und gerade deshalb lohnt es sich, bei dieser Erklärung des amerikanischen Diplomaten stehenzubleiben, um zu verstehen, was geschieht.

Nun, zunächst einmal muss man, wenn man über die Erklärung von Marco Rubio spricht, verstehen, dass er selbst nie ein großer Anhänger jenes Verhandlungsprozesses war, den Donald Trump begonnen hatte. Und ich erinnere daran, dass Marco Rubio selbst an diesem Verhandlungsprozess praktisch nie real teilgenommen hat. Er traf sich tatsächlich, nachdem Donald Trump ins Weiße Haus zurückgekehrt war, in der ersten Phase der Trump-Regierung mit der russischen Delegation.

Erinnern Sie sich, dass es ein Treffen gab, bei dem Rubio als Außenminister der Vereinigten Staaten anwesend war? Er war noch nicht Nationaler Sicherheitsberater. Ein weiterer Teilnehmer dieser Verhandlungen war Steve Witkoff. Und auf russischer Seite konnte man den Außenminister Russlands Sergej Lawrow und den außenpolitischen Berater des Präsidenten der Russischen Föderation Juri Uschakow sehen. Aber auch dieses Treffen der Beamten führte zu keinerlei konkreten Ergebnissen, und es war kein Teil des russisch-ukrainisch-amerikanischen Verhandlungsprozesses.

Es ist sehr schwer zu verstehen, wer in dem Chaos, das Trump anstelle eines Systems staatlicher Verwaltung der Vereinigten Staaten geschaffen hat, tatsächlich Außenminister ist. Formal bekleidet Marco Rubio dieses Amt, aber ich erinnere daran, dass er schon seit langer Zeit Nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist.

Diese Ämter werden in der amerikanischen Diplomatie nur sehr selten kombiniert. Die einzige Person, scheint es, die ein solches Amt für kurze Zeit in der Ära des Präsidenten der Vereinigten Staaten Richard Nixon kombinierte, war der berühmte Henry Kissinger, auf dessen Gewissen strategische Fehler der amerikanischen Außenpolitik liegen, die die Vereinigten Staaten schließlich in jenen außenpolitischen Abgrund geführt haben, aus dem sie ohne sichtbare Erfolge herauszukommen versuchen.

Rubio bekleidet das Amt des Nationalen Sicherheitsberaters des Präsidenten der Vereinigten Staaten, aber im Unterschied zu Kissinger erinnert sich praktisch niemand an dieses Amt von ihm, nicht einmal in der offiziellen Chronik.

Aktuell ist der Außenminister ein Mensch, der sich gerade mit der Erfüllung der Pflichten eines Beraters des Präsidenten beschäftigt. Er verbringt praktisch die ganze Zeit im Weißen Haus und nicht im Außenministerium. Im Außenministerium erscheint Marco Rubio äußerst selten. Dieses Ressort leitet im Grunde, aus Sicht der praktischen Arbeit, einer seiner Stellvertreter.

Dabei muss man sagen, dass Rubio auch auf diesen beiden Posten – sowohl als Außenminister als auch als Vertreter des Präsidenten für Fragen der nationalen Sicherheit – nicht jene Aufgaben erfüllt, die in der Regel seine Vorgänger erfüllten, sich nicht mit grundlegenden Verhandlungen beschäftigt. Denn der kollektive Außenminister der Vereinigten Staaten sind in Wirklichkeit andere: Trumps Freund Steve Witkoff, Sonderbeauftragter des US-Präsidenten, und sein Schwiegersohn Jared Kushner. Sie führen jene außenpolitischen Verhandlungen, die für Trump wirklich wichtig sind. Wie wir wissen, waren sie bei den russisch-ukrainischen Verhandlungen anwesend und beschäftigen sich jetzt mit dem Wichtigsten: mit den Iran-Verhandlungen, von denen Trumps politisches Schicksal, die Wirtschaft und die Zukunft Amerikas abhängen.

Rubio nimmt an all dem faktisch nicht teil. Er beschäftigt sich mit für Trump eher nebensächlichen Fragen – etwa mit Reisen nach Europa und Gesprächen mit europäischen Außenministern, obwohl die Beziehungen zu Europa für Trump keinerlei Priorität haben. Oder mit der Kuba-Frage, die für Trump ebenfalls keine Priorität darstellt, für Rubio jedoch als ethnischen Kubaner und als jemanden, der natürlich den Zusammenbruch des kommunistischen Regimes auf der Insel erleben möchte, von besonderer Bedeutung ist.

Aber selbst wenn ein solcher Zusammenbruch eintreten sollte, wäre dies für die amerikanische Außenpolitik eher eine nebensächliche Frage – erst recht im Vergleich zu den Herausforderungen, vor denen die Vereinigten Staaten wegen der blockierten Straße von Hormus und der Unmöglichkeit stehen, das Problem des iranischen nuklearen Raketenprogramms zu lösen.

Und es schiene, dass gerade Rubio sich als Nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten und als Außenminister der Vereinigten Staaten mit diesen Fragen beschäftigen müsste, aber er befindet sich, wie wir sehen, an einem völlig anderen Ort. Daher wäre es aus Sicht der Interessen des Außenministers selbst für ihn gar nicht schlecht, wenn die russisch-ukrainischen Verhandlungen scheiterten, um noch einmal die Hilflosigkeit des kollektiven Außenministers Witkoff und Kushner zu demonstrieren.

Aber man sollte nicht denken, dass Rubio irgendwelche Anstrengungen unternimmt, um diesen Verhandlungsprozess scheitern zu lassen. Er stellt einfach den Tod dessen fest, was gar nicht geboren wurde.

Erinnern wir uns überhaupt daran, wie das alles die ganze Zeit aussah. Trump initiierte seine ersten Gespräche mit Putin bereits im Frühjahr 2025, und jetzt ist Frühjahr 2026, vergessen Sie nicht, es ist nur ein Jahr vergangen, aber es war so voller Informationsereignisse, dass es uns scheinen kann, als sitze Donald Trump schon seit fünf bis sieben Jahren im Oval Office.

Trump initiierte Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, die Wiederaufnahme dieser Verhandlungen, als Putin mit der Idee der Wiederaufnahme der Istanbuler Verhandlungen auftrat. Zugleich bestand Trump jedoch die ganze Zeit auf der Notwendigkeit einer Waffenruhe als Hauptbedingung für die Fortsetzung des Verhandlungsprozesses.

Als man in Washington sich überzeugt hat, dass die bilateralen russisch-ukrainischen Verhandlungen zu nichts führen, entschied die Administration, dass ihr Eingreifen den Lauf der Ereignisse verändern könne. Damals begannen die Treffen Steve Witkoffs mit Putin. Damals begannen bedingt trilaterale Konsultationen, bei denen es fast nie direkte Gespräche zwischen Moskau und Kyiv gab. Sie fanden erst in letzter Zeit statt.

Und dann musste Trump schließlich auf seine zentrale Verhandlungsidee verzichten. Übrigens auf jene Idee, die er während des iranisch-amerikanischen Krieges umgesetzt hat. Ich erinnere Sie jetzt daran: Wenn Sie sehen wollen, wie echte Verhandlungen über die Beendigung eines Krieges stattfinden sollen, schauen Sie auf die Vereinigten Staaten und die Islamische Republik.

Das Erste, was man in Washington und Teheran erreichte, war eine Waffenruhe. Ja, natürlich kann der Krieg jeden Moment wieder aufgenommen werden, er kann noch ernstere und blutigere Formen annehmen. Wir wissen nicht, welche Entscheidungen Donald Trump treffen wird, natürlich. Aber zugleich muss man auch begreifen: Jetzt wird an der amerikanisch-iranischen Front nicht geschossen, sondern versucht, sich zu einigen.

Dieser Verhandlungsprozess findet statt, jetzt ist der Oberbefehlshaber der pakistanischen Armee, Feldmarschall Munir, in Pakistan, der Premierminister Pakistans Sharif ist jetzt in Peking. Das heißt, es gibt eben solche diplomatischen Bemühungen, reale Bemühungen. Trump wollte Putin dieses Rezept vorschlagen.

Putin lehnte die Idee einer Waffenruhe mehrfach ab. Und dann, praktisch nach dem Gipfel des russischen und amerikanischen Präsidenten in Anchorage, Alaska, verzichtete Trump im Grunde auf diese Idee. Zunächst verzichtete er auf die Idee einer bedingungslosen Waffenruhe und begann zu überzeugen, dass Putin Bedingungen für eine Waffenruhe stellen könne.

Und nach Anchorage ging er überhaupt zu einer noch größeren Kapitulation vor seinem russischen Kollegen über, als er anerkannte, dass Friedensverhandlungen während der laufenden Kampfhandlungen stattfinden können. Was Putin im Übrigen auch wollte.

Offensichtlich konnte Trump hoffen, dass, falls er Putin Verhandlungen während der Kampfhandlungen anbietet, dieser im Gegenzug der Idee einer schnellen Unterzeichnung eines Friedensabkommens zustimmen würde.

In Wirklichkeit brauchte Putin all das vom ersten Tag an nicht. Er hatte nicht vor, an irgendeinem realen Verhandlungsprozess teilzunehmen. Und wie der Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika richtig sagt, zog er die Zeit hinaus.

Wozu? Um normale Kontakte mit dem amerikanischen Präsidenten aufrechtzuerhalten und sich vor irgendwelchen ernsthaften Sanktionen seitens der Vereinigten Staaten zu schützen, was vor dem Iran-Krieg ebenfalls nicht besonders gut gelang, denn wie Sie wissen, wurden Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft verhängt, die größten russischen Ölunternehmen, Putins Geldbörsen.

Nachdem der Iran-Krieg begonnen hatte und Trump als Erstes seinen russischen Kollegen anrief, verstand Putin, dass die Kontakte mit Trump nun nicht von den russisch-ukrainisch-amerikanischen Verhandlungen abhängen, und verlor überhaupt jedes Interesse an ihnen.

Man kann sagen, dass auch die amerikanische Seite jetzt absolut nicht an diesen Verhandlungen interessiert ist, weil Trump niemand anderen außer Witkoff und Kushner hat, dem er zumindest ansatzweise vertrauen könnte, besonders in Kontakten mit Putin. Und offensichtlich prägt die Idee wirtschaftlicher Beziehungen mit dem russischen Machthaber weiterhin das Bewusstsein des amerikanischen Präsidenten, während Witkoff und Kushner hoffnungslos im nahöstlichen Anti-Friedensprozess feststecken. Und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sie da schnell herauskommen.

Wenn Sie von ukrainischen oder russischen Beamten hören, dass Witkoff und Kushner bald nach Kyiv kommen werden, wie uns wiederholt versprochen wurde, oder dass sie in einigen Wochen nach Moskau kommen werden, wie kürzlich der außenpolitische Berater des Präsidenten der Russischen Föderation Uschakow sagte, müssen Sie wissen, dass „in einigen Wochen“ in der Übersetzung aus der bürokratischen Sprache „niemals“ bedeutet.

In der Diplomatie gibt es keine „einigen Wochen“. Die Ankunftstermine bestimmter Menschen werden entweder abgestimmt oder nicht abgestimmt. Das heißt, derzeit gibt es keinen abgestimmten Termin für die Ankunft von Witkoff und Kushner entweder in der russischen oder in der ukrainischen Hauptstadt angesichts der offensichtlichen Sinnlosigkeit dieser Reisen.

Denn die Frage ist nicht einmal, dass Putin sich überzeugt hat, dass seine Kontakte mit dem amerikanischen Präsidenten nicht mehr vom Krieg in der Ukraine abhängen. Er hat sich auch von etwas anderem überzeugt: dass Trump keine Möglichkeiten mehr hat, weiter Druck auf ihn auszuüben. Anstatt die Energiesanktionen gegen die Russische Föderation zu verschärfen, heben die Vereinigten Staaten bereits zum dritten Mal Sanktionen gegen russisches Öl auf und erlauben Ländern des Globalen Südens, und nicht nur ihnen, russisches Öl zu kaufen, das sich derzeit auf See befindet und das Russland trotz aller Angriffe auf russische Ölhäfen und Ölraffinerien weiterhin dorthin ausführen kann, wenn auch nicht in dem Umfang, wie es vor Beginn der Angriffe der ukrainischen Armee auf Ölraffinerien und Ölhäfen der Russischen Föderation der Fall war.

Was bedeutet das für uns praktisch? Dass die Vereinigten Staaten nun schon zweimal hintereinander nach ihrer ersten Entscheidung, Russland eine Lizenz zum Verkauf von Öl zu gewähren, bis zum letzten Tag sagen, dass sie die Erlaubnis nicht verlängern werden, und buchstäblich 24 Stunden vor dem Moment, kurz bevor diese Genehmigung ausläuft, sie wieder verlängern. Das heißt, die Vereinigten Staaten gestehen damit faktisch ihre eigene Ohnmacht ein. Denn es ist offensichtlich, dass der amerikanische Finanzminister Scott Bessent, einer der entschiedensten Befürworter der Verdrängung Russlands vom Energiemarkt als Konkurrenten der USA, alles dafür tun würde, russisches Öl vom Markt zu verdrängen. Doch dazu fehlt ihm die Möglichkeit, weil Donald Trump am bestehenden Ölgleichgewicht festhält. Trump ist sich der verheerenden Folgen bewusst, die eine Blockade der Straße von Hormus durch Iran für seine politische Karriere und möglicherweise sogar für seine persönliche Zukunft und Freiheit haben könnte.

Daher fehlen jene Druckinstrumente, die die Vereinigten Staaten gegenüber Russland vor Beginn des Nahostkrieges hatten, derzeit. Das bedeutet nicht, dass sie immer fehlen werden. Das bedeutet, dass diese Instrumente derzeit fehlen. Natürlich kann man Druck auf die Ukraine ausüben, aber unter den Bedingungen, in denen sich die Vereinigten Staaten derzeit befinden, gelingt ihnen auch das nicht besonders.

Und es ist ebenfalls verständlich, warum. Praktisch hat sich jenes Interesse am Kauf amerikanischer Waffen, das in Kyiv noch mehrere Monate lang bestand, aus dem einfachen Grund verringert, dass der amerikanische Waffenmarkt unter dem Druck jener unüberwindbaren Umstände, die mit den halsbrecherischen Fehlern amerikanischer Politiker und amerikanischer Militärs im Iran-Krieg verbunden sind, wie Chagrinleder schrumpft.

Amerikanische Politiker planten einen Blitzkrieg mit schnellem Machtwechsel. Und hier machte Trump sich genauso zum Narren, wie Putin sich in der Ukraine zum Narren machte – bei viel größerer Stärke Amerikas im Vergleich zu Russland.

Trump, der sich noch vor kurzem über Putin lustig machte, weil dieser seit vielen Jahren in der Ukraine herumwurstelt und seine Aufgaben nicht erfüllen kann, ist im Iran faktisch vollständig den Weg des russischen Präsidenten gegangen, indem er sich eine völlig merkwürdige Sache ausdachte: dass er durch die Vernichtung des Obersten Führers des islamischen Regimes, Ayatollah Khamenei, und seines nächsten Umfelds das Problem des Systems der Macht im iranischen Staat lösen könne.

Eine erstaunliche Unwissenheit und ein Unverständnis dessen, was in der Welt geschieht, sowohl seitens des amerikanischen Präsidenten als auch seitens des israelischen Premierministers, der im Prinzip den jüdischen Staat jetzt an den Rand einer realen, wenn nicht strategischen, dann ganz sicher taktischen Niederlage in der Konfrontation mit einem der gefährlichsten Regime der heutigen Welt für Israel geführt hat.

Aber auch die Militärs haben enorme Fehler gemacht. Es entsteht geradezu der Eindruck, dass sie den russisch-ukrainischen Krieg nicht verfolgt haben, nicht begriffen haben, wie sehr sich der Krieg verändert hat, die Gefahr der Drohnen unterschätzt und im Kampf gegen billige iranische Fluggeräte die teuersten amerikanischen Raketen verschossen haben. Dabei wird sich der amerikanische militärisch-industrielle Komplex noch jahrzehntelang von diesen massiven Verlusten erholen müssen.

Und wenn man sich vorstellt, dass der Krieg wieder aufgenommen wird und genau so weitergeht, wie er war, könnten die Amerikaner gegenüber den Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte schutzlos werden. Das ist es, was jetzt mit den Vereinigten Staaten von Amerika geschieht. Erstaunlich.

Dann stellt sich aber die Frage, was sie uns verkaufen können, wenn sie selbst nicht genug haben und wenn sich für die Luftverteidigungssysteme, die in den Vereinigten Staaten nur sehr langsam produziert werden, weil der amerikanische militärisch-industrielle Komplex auf die neuen Herausforderungen nicht vorbereitet war, inzwischen eine Warteschlange von Ländern gebildet hat, die für Trump deutlich wichtigere Verbündete sind als die Ukraine. Daher ist es schwer, hier Druck auszuüben, wenn man nichts anzubieten hat und wenn praktisch das gesamte Interesse am Thema Ukraine in den Vereinigten Staaten heute nicht so sehr mit Waffen verbunden ist, die es fast nicht gibt, und nicht so sehr mit Geld, das es überhaupt nicht gibt, sondern mit dem Austausch von Aufklärungsinformationen.

Aber derzeit gibt es ein Interesse der Vereinigten Staaten, weil die Ukrainer sie in Drohnenfragen beraten. Und die amerikanischen Militärs sind die Letzten, die jetzt mit der Ukraine Porzellan zerschlagen möchten, weil dies für sie zu viel ernsthafteren Folgen führen kann als für uns, wenn sie, gerade die Amerikaner, keine Aufklärungsinformationen liefern, die durch Informationen aus europäischen Quellen ersetzt werden können.

Deshalb fürchtet nicht nur Putin keinen harten Druck von Trump, sondern auch Zelensky fürchtet ihn nicht. In dieser Situation sind für uns aus Sicht des Drucks sogar die Europäer viel ernsthafter als die Amerikaner. Es ist erstaunlich, dass das so schnell passiert ist, dass Trump Amerika innerhalb eines Jahres wieder groß gemacht hat – allerdings, würde ich sagen, mit einer Konsequenz, die selbst im ersten Monat seines Aufenthalts im Weißen Haus schwer vorherzusehen war.

Das heißt, ich war mir bewusst, dass ein solcher Mensch an der Spitze Amerikas eine Kaskade von Fehlern und Prüfungen bedeutet. Aber ich würde nicht sagen, dass ich damit gerechnet hätte, dass alles derart schlecht ist und dass ein so vollständiges Unverständnis der Welt und der Situation besteht, dass das alles so weit gehen würde. Nun, Zollkriege, okay, das ist wirtschaftliche Unwissenheit, die für einen Immobilienmakler völlig normal ist. Nun, Kakophonie in sozialen Netzwerken. Okay, das ist normal für einen Menschen, der immer im Vordergrund stehen wollte. Nun, die Bereitschaft, gegen feindliche Regime zu kämpfen. Okay, das war aus Sicht des heutigen Selbstbildes Trumps absolut verständlich. Aber dass dies völlig unvorbereitet sein würde, dass sich das System als so, ich würde sagen, unvollkommen und hilflos erweisen würde, das habe ich nicht erwartet, ehrlich gesagt.

Das heißt, das Ausmaß unserer weiteren Prüfungen können wir nie bis zum Ende begreifen, weder 2019 noch 2025. So ist das Leben.

Also stellt sich in dieser Situation die Frage: „Worüber soll man Verhandlungen führen, wenn die Vereinigten Staaten in diesen Verhandlungen nicht als starke Seite auftreten können?“ Praktisch über nichts.

Deshalb kehren wir mit Ihnen einfach zu der Situation zurück, in der wir bis Januar 2025 im Grunde waren, als die Amerikaner mit den Russen keinerlei Verhandlungen über die Beendigung des Krieges führten und die Russen natürlich nicht vorhatten, mit uns irgendetwas zu besprechen, denn unter Verwendung eines Zitats des Präsidenten der Russischen Föderation Putin, das er dem inzwischen ehemaligen Premierminister und vielleicht künftigen Premierminister Israels Naftali Bennett sagte, der 2022 mit einer vermittelnden Friedensmission zu ihm kam und fragte, was er den Ukrainern übermitteln solle, sagte Putin klar: „Sag ihnen, dass ich sie alle vernichten werde.“ Diese Idee bleibt bis zum heutigen Tag die Leitidee des russischen Machthabers, seiner Armee und seines Volkes.

Hier hat sich seit 2022 nichts geändert, nicht einmal um einen Zentimeter. Und nun stellt sich die Frage: Was weiter?

Nun, alles ist einfach. Ich sage immer, dass es weiter nur unsere reale Arbeit an der Schwächung des wirtschaftlichen Potenzials der Russischen Föderation geben kann. Russland wird ohne Geld und Soldaten nicht kämpfen können. Wenn Russland Ressourcen hat, wird der russisch-ukrainische Krieg sowohl in den 2020er als auch in den 2030er Jahren des 21. Jahrhunderts ohne jede Hoffnung auf ein Ende weitergehen.

Aber es stellt sich immer die Frage, ob Russland solche Ressourcen haben wird. Ich werde nicht sagen, dass es irgendeinen realen Bruch im Krieg gegeben hat, aber Sie sehen selbst, dass ukrainische Drohnen und Raketen bereits die entferntesten Punkte in der Russischen Föderation erreichen und Unternehmen des militärisch-industriellen und des Erdölraffineriekomplexes der Russischen Föderation zerstören. Das heißt, man kann sagen, den Körper und das Blut der russischen Wirtschaft.

Ohne Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes wird die russische Armee nicht funktionieren, ebenso wie es ohne Unternehmen des Erdölraffineriekomplexes einfach kein reales Geld geben wird. Wenn Russland keine Möglichkeiten haben wird, sein Öl aus Ölhäfen auszuführen, die wir ebenfalls angreifen, wird das bedeuten, dass keine Präferenzen, die Putin heute von Trump gewährt werden, in dem Maße funktionieren werden, wie es hätte sein können, wenn es solche Angriffe nicht gäbe. Und wenn man berücksichtigt, dass die westlichen Sanktionen gegen die russische Wirtschaft ebenfalls wirken, schafft dies im Prinzip Bedingungen für eine Verschlechterung der wirtschaftlichen und sozialen Situation in Russland.

Dass die russischen Truppen absolut beispiellose Verluste haben, wird faktisch auch in Russland selbst anerkannt. Und derzeit diskutieren viele die Frage, ob Putin eine teilweise Mobilmachung durchführen wird oder nicht.

Aber eine teilweise Mobilmachung ohne Verträge ist leichter gesagt als getan. Erstens verstehen Sie, dass es eine Sache sind Menschen, die für ein Haufen Geld Ukrainer töten gehen und diesen Krieg faktisch als sozialen Aufzug benutzen, weil sie keine anderen Chancen haben, in diesem sozialen Aufzug aufzusteigen. Zweitens – und das muss man ebenfalls klar begreifen – werden Menschen, die nicht für Geld kämpfen, völlig anders kämpfen als jene, die für Geld in den Krieg ziehen.

Die Gefahr besteht auch darin, dass eine große Zahl dieser Menschen, wie wir es bereits 2022 gesehen haben, einfach aus Russland irgendwohin fliehen werden, um nicht in die russische Armee mobilisiert zu werden. Der russisch-ukrainische Krieg ist in Russland aus Sicht der Besonderheiten der Teilnahme jener, die keine Vertragssoldaten werden wollen, äußerst unpopulär.

Und eine solche Mobilmachung verletzt in jedem Fall jenen Gesellschaftsvertrag, den die russische Macht mit der russischen Gesellschaft hat. Und zwar muss man jetzt viel mehr als 2022 mit diesem Gesellschaftsvertrag rechnen, weil der Krieg bereits in die Häuser der Russen gekommen ist, er sich bereits dort niedergelassen hat, bereits klar geworden ist, dass die kommenden Jahre des Krieges tragisch nicht nur für die Ukrainer, sondern auch für die Russen verlaufen werden, dass beide Länder auf einen Waffenstillstand der Ruinen zusteuern, wenn es ihnen in den kommenden Jahren nicht gelingt, zumindest eine minimale Vereinbarung über eine Waffenruhe zwischen Moskau und Kyiv zu erreichen, und dass es nicht so sein wird, dass man uns hier beschießt, tötet, zerstört und so weiter, während die Russen einfach weiterleben und den Krieg nicht bemerken. Nein.

Die Tatsache, dass Drohnen bereits am Stadtrand der russischen Hauptstadt explodieren, ist für die Russen ein viel eindringlicheres Zeugnis dessen, was sie erwartet, als alle Reden Putins. Und unter solchen Umständen auch noch eine Mobilmachung durchzuführen, dürfte äußerst schwierig werden.

Daher sehe ich für den russischen Präsidenten derzeit nicht, natürlich werde ich nicht sagen zu 100 Prozent, Gründe und Bereitschaft, so etwas zu tun. Und ich habe immer gesagt, dass ein realer Verhandlungsprozess dann möglich ist, wenn Putin tatsächlich eine reale Waffenruhe brauchen wird – nicht für Gespräche um der Gespräche willen mit Trump, sondern für eine Atempause seines eigenen Systems und der russischen Armee, um Kräfte zu sammeln für einen neuen, vielleicht umfassenderen und ernsthafteren Schlag gegen die Ukraine in der Zukunft.

Aber bis zur Zukunft muss man, sozusagen, erst einmal durchhalten. Und in dieser Situation werden keinerlei Witkoffs und Kushners gebraucht werden, denn man muss begreifen, dass Witkoff und Kushner Putin nicht als Vermittler bei Verhandlungen mit der Ukraine braucht. Er braucht sie als Leute, die sich manipulieren lassen, damit sie anschließend Trump manipulieren.

Dabei geht es nicht um russisch-ukrainische Verhandlungen, sondern um amerikanisch-russische Beziehungen. Reale russisch-ukrainische Verhandlungen werden höchstwahrscheinlich keine amerikanische Vermittlung brauchen, denn die Amerikaner waren bei diesen Verhandlungen kein realer Vermittler, sondern eine Seite der Nutzung durch uns wie auch durch die Russen.

Wir nutzten Witkoff und Kushner, um uns nicht mit Trump zu zerstreiten, damit der Austausch von Aufklärungsinformationen nicht aufhörte, damit man uns weiter Waffen verkaufte. Putin nutzte Witkoff und Kushner, um Kontakte mit dem amerikanischen Präsidenten aufrechtzuerhalten und nach Möglichkeit Sanktionsdruck seitens Trump zu vermeiden.

Das bedeutet eine einfache Sache: Wenn Vermittler für die Verhandlungsparteien praktisch nur noch ein Instrument zur eigenen Nutzung sind, dann sind sie keine Vermittler mehr. Wenn es also in den kommenden Jahren, vielleicht Monaten, tatsächlich eine Chance geben wird, reale russisch-ukrainische Verhandlungen zu führen, können sie überhaupt ohne Vermittler stattfinden, oder sie können mit anderen Vermittlern stattfinden, die nicht für die Nutzung durch die Seiten wichtig sein werden, sondern weil die Seiten bereit sein werden, ihnen gerade als Vermittlern zu vertrauen. Das ist ebenfalls eine reale Möglichkeit für die Zukunft.

Nun, ich würde sagen, dass das, was wir von Rubio gehört haben, die Feststellung dessen ist, was all diese Monate in Wirklichkeit geschah. Und das Einzige, was mich wunderte, war, dass es Menschen gab, die von diesem Verhandlungsprozess tatsächlich irgendetwas erwarteten. Selbst dann, als die Vereinigten Staaten faktisch feststellten, dass sie an diesem Prozess nicht mehr teilnehmen, waren wir die ganze Zeit bereit, den Erklärungen von Politikern, demselben Trump, mehr zu glauben als der Realität.

Und die Realität ist, dass die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, der Ukraine und Russland die ganze Zeit ausschließlich als Theateraufführung stattfanden. Und nach Beginn des Nahostkrieges entfiel für alle Seiten die Notwendigkeit einer Theateraufführung.

Putin und Zelensky müssen in dieser Theateraufführung nicht mehr spielen. Trump muss sich diese Theateraufführung nicht mehr ansehen. Er hat jetzt völlig andere Premieren auf dem Spielplan. Und hinsichtlich der Folgen dieser Premieren hat Trump, wie Sie verstehen, dass Trump wegen des Nahen Ostens tatsächlich massive Kopfschmerzen hat und nicht wegen des russisch-ukrainischen Krieges.

Obwohl ich nicht ausschließe, dass Trump wirklich möchte, dass der russisch-ukrainische Krieg zumindest in nächster Zeit endet, weil er bei den Zwischenwahlen wenigstens irgendwelche Ergebnisse vorlegen muss. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass der russisch-ukrainische Krieg die 45. Frage auf der Tagesordnung des amerikanischen Wählers ist. Aber zugleich gibt es trotz der Zweitrangigkeit dieses Problems für den gewöhnlichen Amerikaner einen Konsens in der amerikanischen Gesellschaft über die Unterstützung der Ukraine und die Nichtunterstützung Russlands.

Und für Trump wäre es tatsächlich wichtig, vieles zu tun, um zu zeigen, dass er ein realer Friedensstifter ist, dass er den russisch-ukrainischen Krieg beendet.

Ich werde einige Fragen beantworten, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.

Frage. Sie sagen, die Russische Föderation habe keine Ressourcen für einen Angriff auf die baltischen Staaten. Wie ist dann zu erklären, dass sie neue Startpunkte für Shaheds bauen?

Portnikov. Ich glaube, Sie hören meinen Kommentaren, die mit einem Angriff Russlands auf die baltischen Länder oder auf irgendwelche anderen NATO-Mitgliedsländer verbunden sind, nicht sehr aufmerksam zu. Ich sage, dass die Russische Föderation kein reales menschliches Potenzial dafür hat, jemanden anzugreifen. Das betrifft übrigens nicht nur einen Angriff auf die baltischen Länder oder Polen.

Das betrifft auch die Möglichkeit eines Angriffs auf die Ukraine vom Territorium Belarus’ aus. Ich sage nicht, dass dieses Potenzial nicht noch entstehen könnte – durch eine Teilmobilmachung oder andere Maßnahmen –, aber derzeit ist die gesamte russische Armee auf die ukrainische Front konzentriert, genauer gesagt auf den Osten der Ukraine. Und sie erleidet solche Verluste, dass es keinerlei zusätzliche Ressourcen der Streitkräfte der Russischen Föderation gibt. Und das schon seit Jahren.

Gerade deshalb erwies sich die Russische Föderation im Südkaukasus praktisch als hilflos und zog ihre sogenannten Friedenstruppen von dort ab. Gerade deshalb erwies sich die Russische Föderation in Syrien als absolut hilflos, und dort fiel das diktatorische Regime Bashar al-Assads. Die Russische Föderation hat im Grunde den realen Vorteil ihrer Stützpunkte im Nahen Osten verloren. Gerade deshalb bereitet sich die Russische Föderation jetzt darauf vor, möglicherweise Teile ihres Afrikakorps aus Mali abzuziehen. Es gibt einfach keine überzähligen Menschen, selbst für eine begrenzte Erfüllung von Aufgaben.

Deshalb wird es keinen Angriff auf die baltischen Länder geben. Denn damit es einen Angriff gibt, muss man Streitkräfte bilden, die bereit sind, sich mit diesem Angriff zu befassen. Und Reserven für sie müssen gebildet werden. Ganz zu schweigen davon, dass niemand garantieren kann, dass diese Streitkräfte nicht einfach vernichtet würden, falls sie irgendwohin verlegt werden — aber rein zahlenmäßig existieren sie schlicht nicht.

Aber das bedeutet nicht, dass keine Shaheds oder Raketen in Richtung NATO-Länder gestartet werden können, wenn in Russland eine grundsätzliche Entscheidung getroffen wird, die NATO-Länder auf ihre Reaktion auf solche Handlungen zu testen. Das ist überhaupt keine Sensation. Ich erinnere Sie daran, dass wir im Luftraum Polens bereits eine ganze Armee von Shaheds gesehen haben, die durch den Luftraum der Ukraine in den Luftraum dieses Landes geflogen sind. Wenn Russland Aufklärungs-Shaheds oder Nicht-Aufklärungs-Shaheds, irgendwelche echten Shaheds, in Richtung eines bedingten Lettland oder Estland startet, kann das absolut sein, aber das ist kein Angriff, das ist eine Provokation.

In hybriden Formen können Provokationen stattfinden, wie Sie verstehen. Stellen Sie sich vor, dass die russische Armee praktisch die Kampfhandlungen auf ukrainischem Territorium eingestellt hat, während Drohnen- und Raketenangriffe weiterhin immer wieder stattfinden. Das sieht doch wie ein anderer Krieg aus, oder? Nun, hier ist die Antwort auf die Frage.

Frage. Ergibt es überhaupt Sinn, über die Haltung der amerikanischen Führung zu diesen Pseudo-Verhandlungen zu sprechen, wenn sie faktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Ereignisse hat und nur versucht, ihre eigene Hilflosigkeit zu verbergen?

Portnikov. Nun, ich denke, es hat Sinn, gerade deshalb zu diskutieren, damit es keine überflüssigen Illusionen über die Möglichkeiten der amerikanischen Führung in dieser Situation, in dieser historischen Periode gibt. Zumal es sich dennoch, ich bitte um Entschuldigung, um die Führung des einflussreichsten Landes der demokratischen Welt handelt. Und jetzt werden Sie sehen, wie man bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7 in Paris bereits im Juni versuchen wird, Donald Trump davon zu überzeugen, an der Gruppe und an der NATO festzuhalten.

Das militärische Potenzial der Vereinigten Staaten, das wirtschaftliche Potenzial der Vereinigten Staaten verschwindet nicht wegen der Hilflosigkeit der heutigen Administration. Es ist wichtig, dieses Potenzial zu aktivieren und, ich würde sagen, die richtigen Wege für den Dialog mit dieser Administration, für ihre eigene Tätigkeit zu finden.

Frage. Ist der Grund für Trumps Verzicht auf Verhandlungen nicht, dass Russland die Initiative an der Front verliert und zu verlieren beginnt und Trump die Ukraine nicht zur Kapitulation zwingen kann?

Portnikov. Ich denke, für eine wirkliche Niederlage Russlands an der Front müssen noch sehr viele Ereignisse geschehen. Russland verliert derzeit tatsächlich die Initiative an der Front, aber das ist Krieg. Russland kann diese Initiative sowohl verlieren als auch sie wiedererlangen. Ich möchte nicht, dass wir, ich würde sagen, übermäßige Erwartungen schaffen, um dann nicht enttäuscht zu werden. Derzeit haben die Streitkräfte der Ukraine tatsächlich große Erfolge, aber das ist ein starker Feind, der alles Mögliche tun wird, um den Lauf der Ereignisse zu ändern.

Und Trump verzichtet auf Verhandlungen, weil es keine Verhandlungen gibt. Und weil er in dem Zustand, in dem er sich derzeit befindet, nicht nur die Ukraine zu keinerlei realen Zugeständnissen zwingen kann, sondern auch Russland nicht. Und deshalb erweist sich, dass die Verhandlungen selbst für ihn kein Weg zum Erfolg sind.

Übrigens hält man im Weißen Haus vielleicht die Verweigerung von Verhandlungen für einen Anstoß, dass beide Seiten die amerikanische Gunst suchen. Und dann wird allein die Idee einer Wiederbelebung der Verhandlungen bereits die Möglichkeit geben, mit den Russen und Ukrainern irgendwelche Wege zur Beendigung des Krieges zu suchen. Das kann ein solcher Schachzug sein.

Frage. Sie sagen, Starke und Professionelle werden nicht angegriffen. Wie erklären Sie dann den Angriff der Sowjetunion auf Finnland 1939? Japans auf die USA 1941? Deutschlands auf die UdSSR 1941? Den Angriff auf Israel 1973, des Irak auf Kuwait 1990?

Portnikov. Nun, warum glauben Sie, dass der Satz „Starke und Professionelle werden nicht angegriffen“ mit der richtigen Einschätzung der Stärke und Professionalität durch das angreifende Land verbunden sein kann? Wenn du ein starkes, professionelles und vorbereitetes Land angreifst, bekommst du ein reales Ergebnis. Die Sowjetunion gewann 1939 den Krieg gegen Finnland nicht. Japan gewann 1941 den Krieg gegen die Vereinigten Staaten nicht. Deutschland gewann 1941 den Krieg gegen die Sowjetunion nicht. Die Angreifer auf Israel gewannen 1973 den Krieg gegen Israel nicht. Kuwait konnte 1990 Möglichkeiten zur Bildung einer solchen internationalen Koalition finden, die es von der irakischen Besatzung befreite. Die Regime, die all diese Länder angriffen, haben einfach das Niveau der Professionalität und Stärke jener, die sie angriffen, falsch eingeschätzt. Wobei Stärke unterschiedlich sein kann.

Natürlich können wir die Stärke Iraks nicht mit der Kuwaits vergleichen, aber Kuwait hatte starke internationale Unterstützung und sogar die Bereitschaft der Vereinigten Staaten, ihre eigene Armee für seine Befreiung einzusetzen. Daher geht es nicht einmal darum, ob angegriffen wird oder nicht, sondern darum, welches Ergebnis der Angriff hat. Und natürlich: Wenn Sie ein starkes Land sind, das sich nicht innerhalb weniger Tage besiegen lässt, dann überlegt ein angreifender Staat sehr genau, ob er sich auf einen jahrelangen Krieg einlassen will — wenn ursprünglich ein Blitzkrieg geplant war und kein langer Abnutzungskrieg. Ich denke, Stärke und Professionalität sind gerade die realen Heilmittel gegen all jenen Schrecken, in dem wir in den 2020er Jahren leben und vielleicht auch in den 2030er Jahren leben werden. Mir scheint, dass das einfach ist.

Frage. Bitte kommentieren Sie das Ende des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und Iran.

Portnikov. Ehrlich gesagt sehe ich bislang keinerlei Gründe, das Ende des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten zu kommentieren, weil ich keinerlei Wege zu diesem Ende sehe. Bislang haben wir jenen fragilen Status quo, der sich infolge der Waffenruhe, der Blockade der Straße von Hormus durch Iran und der Blockade iranischer Schiffe, die Öl transportieren, durch die Vereinigten Staaten eingestellt hat.

Wie sich das alles weiterentwickeln wird, wissen wir nicht, denn das hängt ausschließlich davon ab, wie geduldig die iranische Gesellschaft noch sein wird. Iran hat ernsthafte wirtschaftliche Probleme. Außerdem hängt es davon ab, in welchem Maß Trump bereit ist, die Wahlaussichten der Republikanischen Partei bei den Zwischenwahlen zu opfern.

Hier gibt es sehr viele Bestandteile für die kommenden Monate, aber vorerst kann der Status quo halten. Trump kann alle paar Tage sagen, dass er Iran noch einige Tage gibt. Ich weiß nicht, inwieweit der amerikanische Präsident einen neuen Angriff auf Iran wagen wird, wenn dieser Angriff ihm nicht die Öffnung der Straße von Hormus garantiert.

Frage. Sollte die Ukraine jetzt einer Waffenruhe zustimmen, wenn Russland sie ernsthaft anbieten würde?

Portnikov. Wenn Russland eine Waffenruhe entlang der Kontaktlinie der Truppen mit anschließenden Friedensverhandlungen anbieten würde, könnte die Ukraine einem solchen Verlauf der Ereignisse natürlich zustimmen, denn das ist das, was wir aus der heutigen Situation bekommen könnten. Ganz zu schweigen davon bis zum Winter, der wiederum sehr schwierig für die Ukraine sein kann. Auch daran muss man denken, dass wir jetzt am Anfang des Sommers stehen, aber es wird noch Herbst und Winter geben. Wenn wir Russland in eine Situation bringen könnten, in der Putin dem ersten Vorschlag Trumps bezüglich der Einstellung der Kampfhandlungen entlang der Trennlinie der Truppen zustimmen würde, wäre das für uns zum heutigen Zeitpunkt ein sehr gutes Ergebnis.

Und wiederum könnte es Russland in jahrelange Friedensverhandlungen hineinziehen, die wegen der Tatsache, dass es zwischen unseren Ländern keinerlei reale Grundlagen für die Unterzeichnung eines realen Friedensabkommens gibt, mit nichts enden könnten. Auch das muss man verstehen und sich darauf vorbereiten. Russland und die Ukraine werden kein Friedensabkommen unterzeichnen, weil die verfassungsrechtlichen Probleme zwischen den beiden Ländern derart sind, dass sie im gegenwärtigen Moment unmöglich zu lösen sind und vielleicht über Jahrzehnte unmöglich zu lösen sein werden.

Man muss verstehen, dass sich beide Völker in einer Atmosphäre gegenseitigen Misstrauens und gegenseitigen Hasses existieren werden. Und die russisch-ukrainische Grenze wird immer eine Grenze des Todes sein, zumindest in unserem Leben. Vielleicht wird sich diese Situation ändern, wenn sich Generationen von Menschen ändern, wenn es keinen neuen Krieg gibt, in 25–30 Jahren. Aber vorerst ist dies ein ziemlich ernstes Problem, das so oder so unsere Sicherheit und unsere Ruhe im kommenden Jahrzehnt real überschatten wird.

Aber das ist kein großes Problem. Das große Problem für uns ist nicht, wie wir mit Russland koexistieren werden, sondern ob wir den Krieg mit Russland beenden, ob es uns gelingt, eine Waffenruhe zu erreichen. Vielleicht wird eine Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front genau jenes reale Ziel sein — unser eigentliches und maximal mögliches Ergebnis in diesem Krieg, das uns den Weg in die Europäische Union und perspektivisch auch in die NATO öffnen könnte. Denn offensichtlich könnten eine solche Waffenruhe und ein Ende des Krieges das russische Regime destabilisieren und Russland selbst vor schwere Probleme stellen.

Kommentar. Man bittet mich, den Rücktritt der Leiterin der Nationalen Nachrichtendienste der Vereinigten Staaten, Tulsi Gabbard, zu kommentieren.

Portnikov. Sie sagt, dass ihr Rücktritt mit der Diagnose ihres Mannes verbunden sei, um den sie sich kümmern muss. Bei ihm wurde eine seltene Form von Knochenkrebs diagnostiziert, und sie möchte an seiner Seite sein. Ich kann mir übrigens vorstellen, dass diese Information, wenn man berücksichtigt, wie die amerikanische Gesellschaft aussieht und wie wichtig solche Wertefragen in Trumps Kreisen sind, absolut realistisch ist, ein absolut menschlicher Schritt.

Allerdings können wir ungeachtet dieser Tatsache klar sagen, dass Tulsi Gabbard für jene Beziehungen, die sich bei ihr mit der Administration und mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten selbst ergeben hatten, rechtzeitig zurückgetreten ist. Sie wissen, dass es bereits Momente gab, in denen sie mit vielen Handlungen führender Mitglieder der Administration nicht einverstanden war, sie wurde zu bestimmten Beratungen nicht eingeladen. Und im Prinzip konnte dies ebenfalls ein Grund dafür sein, dass sie die familiäre Situation nutzte, um dieses Schiff zu verlassen.

Für die Ukraine ist das gar nicht schlecht, denn diese Person kann man schwerlich als jemanden bezeichnen, der gegenüber der Ukraine positiv eingestellt war, während wir wissen, dass sie gegenüber Moskau wiederholt, nun, wenn nicht Sympathien, dann sagen wir so, Verständnis demonstrierte.

Nun, und das ist nicht das erste Mitglied der Administration, das jetzt seinen Posten in der Trump-Administration verlässt. Obwohl ich, wenn man das mit jenen personellen Veränderungen vergleicht, die es in der ersten Phase der Präsidentschaft Donald Trumps gab, sagen würde, dass dies noch eine ziemlich gute Situation ist.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Рубіо: США виходять з перемовин | Віталій Портников. 22.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 22.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Trump droht mit der Zerstörung der Zivilisation | Vitaly Portnikov. 07.04.2026.

Heute ist ein weiterer Tag im Krieg im Nahen Osten. So wichtig im Hinblick auf die Entwicklung von Ereignissen, die zu unglaublichen Folgen für die Welt führen können, dass in einigen Fernsehstudios bereits Uhren mit einem Countdown eingeblendet werden. Gemeint ist, dass die Frist des Ultimatums, das der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump dem Iran gestellt hat, buchstäblich in wenigen Stunden endet, um 3 Uhr nachts Kyiv-Zeit.

Niemand weiß, was geschehen wird, nachdem dieses Ultimatum abgelaufen ist. Donald Trump meint, dass das iranische Regime genau diese Stunden habe, um auf die amerikanischen Vorschläge zu antworten und Vereinbarungen mit der Führung der Vereinigten Staaten über die Beendigung eines der gefährlichsten Kriege im Nahen Osten zu treffen – gefährlich sowohl für die Menschheit als auch für die politische Karriere Donald Trumps selbst. Am Morgen trat Donald Trump mit einem weiteren starken Tweet in den sozialen Netzwerken auf, in dem er dem Iran mit der Zerstörung der Zivilisation drohte und zugleich beteuerte, dass die Menschen im Iran seine Schritte gegen die Führung der Islamischen Republik unterstützten.

In letzter Zeit ist offensichtlich, wie ernsthaft sich der amerikanische Präsident sorgt, der nun sogar bereit ist, in seinen Beiträgen in sozialen Netzwerken starke Ausdrücke zu verwenden, die früher selbst für ihn in den Texten, die wir in den sozialen Netzwerken sahen, untypisch waren. Eine solche Arroganz kann von einer ernsten Nervosität des amerikanischen Präsidenten zeugen, der buchstäblich beobachtet, wie seine politische Karriere zusammen mit der amerikanischen Wirtschaft und der Haltung der Amerikaner zu Donald Trump selbst in den Abgrund rast – möglicherweise dem unpopulärsten amerikanischen Präsidenten des letzten Jahrzehnts. Und das ist ganz sicher nicht das, womit Trump gerechnet hatte, als er die Iran-Operation plante.

Heute veröffentlicht die Zeitung New York Times eine detaillierte Untersuchung darüber, auf welche Weise Donald Trump die Entscheidung über einen Krieg traf, der für sein politisches Erbe verhängnisvoll werden könnte. Diese Entscheidung basierte auf einem klaren Plan, den Premierminister Benjamin Netanyahu vorgelegt hatte. Der Chef der israelischen Regierung betonte, dass die Liquidierung des Obersten Führers des Iran, Ajatollah Khamenei, und einer Reihe iranischer Militärs zu einem Regimewechsel im Iran führen und damit helfen könne, das Problem der nuklearen Ambitionen der Islamischen Republik sowie jener Bedrohungen zu neutralisieren, die der Iran durch die Existenz des islamisch-radikalen Regimes für die Vereinigten Staaten, Israel und die Länder des Persischen Golfs faktisch schuf.

Mitarbeiter Donald Trumps – sowohl die Führung der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten als auch der Vereinigte Generalstab – unterstrichen die ganze Gefährlichkeit einer solchen Entscheidung. Kaum jemand zweifelte daran, dass die erste Etappe, also die Liquidierung von Ajatollah Ali Khamenei und die Vernichtung iranischer Militärs, zu einem positiven Ergebnis führen könnte. Doch in der CIA äußerte man von Anfang an ernsthafte Zweifel daran, dass die Vernichtung des Obersten Führers des Iran zu realen Entscheidungen führen würde, die mit einem Wechsel des iranischen Regimes verbunden wären, dass nach dieser Entscheidung tatsächlich ein Aufstand der Iraner stattfinden würde, die bereit wären, eines der gefährlichsten Regime im Nahen Osten zu zerstören. Aber Trump, so versichern die Autoren dieser Untersuchung, meinte, dass ein Regimewechsel Sache der Iraner selbst sei und dass es für ihn wichtiger sei, Ali Khamenei und das engste Umfeld des iranischen Obersten Führers loszuwerden.

Die Militärs warnten, dass ein Krieg mit dem Iran, wenn er sich hinziehe, zu katastrophalen Folgen für das amerikanische Militärarsenal führen könne. Insbesondere werde er zu einem Mangel an Abfangraketen führen, nachdem die Vereinigten Staaten diese Raketen in den letzten vier Jahren an die Ukraine geliefert hatten und ab 2023 begonnen hatten, sie intensiv an Israel und die Länder des Persischen Golfs zu liefern. Doch Trump stimmte diesen Warnungen nicht zu, weil er als technologieferner Mensch nicht begriff, was tatsächlich mit den amerikanischen Arsenalen strategischer Waffen geschieht.

Eine weitere Warnung, die Donald Trump hinsichtlich der künftigen Folgen des Iran-Krieges zu hören bekam, war die Warnung, dass der Iran die Straße von Hormus sperren und damit eine katastrophale Situation für die Weltwirtschaft und für Donald Trump selbst schaffen könnte, weil die Preise an amerikanischen Tankstellen rasch steigen würden und die Amerikaner unzufrieden wären mit dem, was weiter mit ihrem Wohlstand und mit der Wirtschaft ihres Landes geschehen würde. Doch der amerikanische Präsident wies diese Einwände zurück und betonte, dass der Iran zerschlagen werde, noch bevor die Straße von Hormus geschlossen werde.

Infolgedessen unterstützte ein großer Teil der Mitarbeiter Donald Trumps seine Entscheidung faktisch nicht. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, machte deutlich, dass er gegen den Krieg mit dem Iran sei, auch weil er sich bewusst war, dass ein großer Teil der sogenannten Basiswählerschaft Trumps aus der Bewegung Make America Great Again, dem odiosen MAGA, für Trump vor allem gestimmt hatte, damit Amerika sich nie wieder in irgendwelche Kriege in verschiedenen Regionen der Welt einmischt. Wir dürfen auch den Antisemitismus vieler MAGA-Anhänger nicht vergessen, die Israel vom ganzen Herzen hassen. Das kann man an den zahlreichen Reportagen eines der Lieblinge dieser rechtsextremen Gruppe, Tucker Carlson, sehen, der, kann man sagen, seinen Antisemitismus mit der Liebe zum russischen Diktator Putin verbindet.

Zugleich befand sich J. D. Vance in einer ziemlich schwierigen Lage. Er war sich bewusst, dass Trumps Entscheidung den Ambitionen jedes Trumpisten, der 2028 bei den nächsten Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten kandidieren würde, ein Ende setzen könnte. Denn MAGA und der Kern der republikanischen Wählerschaft würden dem Erben Trumps nicht verzeihen, dass Trump sie im Wahlkampf schlicht widerlich belogen hat. Und unabhängige Wähler würden in dieser Situation, wie wir verstehen, für einen solchen Republikaner ganz sicher nicht stimmen. Zugleich war sich J. D. Vance bewusst, dass Trump ihn, wenn er Trump in der entscheidenden Situation nicht unterstützte, nicht zu seinem Erben ernennen würde. Wobei man aus Sicht von Vance und anderer Anpasser in Trumps Umfeld ohne eine solche Billigung durch den amtierenden amerikanischen Präsidenten die republikanische Nominierung für die von all diesen Leuten begehrten Wahlen 2028 nicht würde erhalten können.

Ungefähr dieselbe Position nahm Außenminister Marco Rubio ein, der während der Beratungen im Weißen Haus die Prognosen über einen möglichen Sturz des iranischen Regimes selbst als Unsinn charakterisierte. Auch Rubio begriff, dass er, wenn er Donald Trump nicht unterstützte, auf die Nominierung für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten verzichten müsste, um die er seinen unverhüllten Kampf mit Vizepräsident J. D. Vance fortsetzt.

Der einzige Mensch, der alle Vorschläge zum Beginn des Krieges entschieden unterstützte, war der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, der sogenannte Kriegsminister Pete Hegseth, bekannt für seine eklatante Inkompetenz und sein Unverständnis für das Ressort, in dem er sich befindet.

Der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs, General Caine, stand den möglichen Vorschlägen und möglichen Folgen des Iran-Krieges ebenfalls recht skeptisch gegenüber.

Und so stimmte letztlich praktisch die überwiegende Mehrheit von Trumps Ministern – mit Ausnahme seines Kriegsministers – dem Plan der Ereignisentwicklung, den Premierminister Netanyahu Trump beschrieben hatte, nicht zu, wobei dieser ihn zudem mit Videomaterial über mögliche neue Führer des Iran illustrierte. Doch es siegte gerade die Position von Netanyahu und Hegseth. Nicht einmal deshalb, weil Trump der Realitätsnähe des Plans zustimmte, den die israelische Delegation vorgelegt hatte, sondern weil den amerikanischen Präsidenten wie ein Kind die ersten zwei Punkte des Plans interessierten. Und Trump erwies sich, wie schon mehrfach in seiner Geschäfts- und Politkarriere, als unfähig, weiter als bis zur eigenen Nasenspitze zu schauen.

Das heißt, den amerikanischen Präsidenten, selbstverliebt und inkompetent, interessierten in Wahrheit der dritte und vierte Punkt des Plans nicht. Er dachte nicht an die Folgen seiner Entscheidung für die amerikanische Wirtschaft, weil er aufrichtig überzeugt war, dass die ersten zwei Punkte schön sein würden. Faktisch verband er mit diesen ersten zwei Punkten auch das, was zuvor in Venezuela geschehen war, wo es Trump nach der Entführung des widerwärtigen Diktators Nicolás Maduro und seiner Frau durch amerikanische Spezialkräfte gelang, Maduros Nachfolgerin im Präsidentenamt, seine eigene Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, an die Macht zu bringen, die sich zur Zusammenarbeit mit Donald Trump ausschließlich aus wirtschaftlich-merkantilen Interessen des amerikanischen Präsidenten bereit erklärte, der die Weltwirtschaft als echter Pirat wahrnimmt, bereit, alle auszuplündern, die man ausplündern kann, und dabei Gerede über Drogenhändler und Diktatoren zu benutzen. Denn wir sehen, dass es in Venezuela nicht zu einer wirklichen Demokratisierung des Regimes gekommen ist, sondern zu einer Demonstration des völligen Fehlens bei Donald Trump und seinem engsten Umfeld nicht einmal von Werten, sondern von ganz gewöhnlichen Normen menschlichen Verhaltens.

Und nun befinden wir uns, sozusagen, hier, wo Donald Trump in acht Stunden eine Entscheidung treffen kann, die die Weltwirtschaft, kann man sagen, in einen akuten und unheilbaren Sturzflug versetzen kann. Und niemand wird die Folgen dieser Entscheidung kennen. Dabei wissen wir nicht, worauf Donald Trump sich stützt, wenn er eine solche Entscheidung trifft. Jetzt erscheint viel Information darüber, dass Kriegsminister Pete Hegseth den amerikanischen Präsidenten darüber desinformiert, was tatsächlich mit dem Iran-Krieg und mit dem Potenzial der Islamischen Republik geschieht.

Trump könnte einfach nicht begreifen, welcher Teil der Waffen der Iran derzeit besitzt, wie viele Abschussanlagen dem fanatischen Korps der Wächter der Islamischen Revolution zur Verfügung stehen und wie dieses Korps diese Anlagen nutzen will, um den Nahen Osten in eine echte Wüste zu verwandeln. Dabei muss man sagen, dass es sich in diesem seinem Wunsch vervollkommnet.

Heute wurde bekannt – und das ist ebenfalls, kann man sagen, sensationelle Information –, dass die Russische Föderation dem Iran echte Fotos von Zielen in Israel zur Verfügung gestellt hat. Gemeint sind vor allem Kraftwerke auf dem Gebiet des jüdischen Staates. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um Satellitenaufnahmen, die dem Iran helfen sollen, die israelische Energieversorgung so zu zerstören, wie Russland die ukrainische zerstört. Hier sehen wir absolut dieselben Ansätze, aber auch die Schlussfolgerung, dass Israel, anders als die europäischen Staaten – und hier ist wiederum die Ukraine gemeint, die den Export europäischer Elektrizität nutzen kann –, eine isolierte Energieinsel ist. Und somit wird die Vernichtung der wichtigsten Energieobjekte Israels zum vollständigen Zusammenbruch der Energieversorgung dieses Landes führen.

Wir wissen im Prinzip von den iranischen Plänen. Das ist die Verwandlung Israels in eine schwarze Ödnis durch die Vernichtung seiner Energieobjekte, an die man buchstäblich nirgends mehr anschließen kann. Und Russland arbeitet aktiv an dieser Vernichtung Israels, indem es das Vermächtnis der Führer der Sowjetunion erfüllt, die hofften, den jüdischen Staat zu vernichten. Heute rechtfertigte sich der Botschafter der Russischen Föderation in Israel, Genosse Viktorov, wegen dieser Information und erklärte, das sei völliger Blödsinn, denn all diese Fotos könne man aus offenen Quellen nehmen, und daher habe Russland dem Iran gar nichts liefern müssen, weil die Iraner das alles ohnehin selbst wüssten.

Doch der nächste Plan des Iran, an den man erinnern sollte, ist die Möglichkeit von Schlägen gegen Entsalzungsanlagen und Kraftwerke in den Ländern des Persischen Golfs mit dem Ziel, diese Region von einer blühenden, investitionsattraktiven Region der Welt, einer Oase für Investoren wie Trump, in eine Wüste ohne jede reale Möglichkeit zur Rückkehr zu einem normalen Leben zu verwandeln. Und natürlich wird in dieser Wüste auch die Ölförderung enden, und dieses Öl, das es in den Vereinigten Staaten gibt, wird nicht ausreichen, um irgendwie jenes Defizit zu decken, das in der Welt buchstäblich wenige Wochen nach diesem Kollaps entstehen wird, falls es dem Iran natürlich gelingt, diese seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen.

Und wenn die Iraner zudem auf einen amerikanischen Schlag in Form der Bombardierung oder der Eroberung der Insel Kharg mit iranischem Öl stoßen oder wenn die Amerikaner diese Insel erobern und die Iraner dort amerikanische Militärangehörige vernichten, mit dem Ziel, vor den Kongresswahlen möglichst viele Särge in die Vereinigten Staaten zu schicken, dann werden wir den Öl-Energiesektor komplett vergessen und auf Elektrizität umsteigen müssen. Trumps Hass auf Windräder und erneuerbare Energie wird ihm einen bösen Streich spielen, denn nur diese Energie wird der verängstigten Menschheit in den kommenden Jahrzehnten bleiben. Somit wird man Trump, wenn er stirbt – möge er lange leben –, unter dem Zeichen der Windräder begraben können, deren Inspirator und Vater in der Energiewirtschaft er sein wird. Das ist so ein Paradox, aber sehr oft schaffen Menschen, die etwas derart hassen, ideale Bedingungen für dessen Entwicklung. Darin liegt die Besonderheit der Situation.

Und außerdem ist nicht ganz klar, was auf iranischer Seite geschieht. Das ist überhaupt ein echter Nebel. Wir wissen nicht, mit wem die Amerikaner im Prinzip verhandeln. Nun, vermutlich weiß der Oberbefehlshaber der pakistanischen Armee davon, aber er tauscht Informationen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi aus. Araghchi ist im Prinzip nicht der Mensch, der Entscheidungen treffen kann. Er arbeitet hier als Briefkasten. Und da stellt sich ebenfalls eine gute Frage: Briefkasten für wen? Für was? Wem übermittelt er diese Information? Was ist mit dem Obersten Führer des Iran, der nach dem Tod von Ajatollah Ali Khamenei gewählt wurde, Ajatollah Mojtaba Khamenei? Gibt es ihn überhaupt, existiert er? Es gab bereits viele widersprüchliche Informationen darüber, dass er überhaupt getötet wurde, dass er sich in schlechtem Gesundheitszustand befinde, dass er nach seiner Wahl nicht in der Lage sei, Entscheidungen zu treffen. Im Prinzip ist er kein einziges Mal in der Öffentlichkeit aufgetreten. Wir haben weder sein Videobild gesehen noch seine Stimme gehört. Es ist absolut unverständlich, ob dieser Mensch überhaupt existiert.

Im Iran gibt es scheinbar ein kollektives Organ, so etwas wie einen Obersten Militärrat, es gibt einen Nationalen Sicherheitsrat. Doch nach dem Tod des Sekretärs dieses Rates, Ali Laridschani, den man – auch das könnte völlige Desinformation gewesen sein – nach dem Tod Ali Khameneis für den faktischen Führer des Staates hielt, hört man auch über diesen Rat nichts mehr. Wir können uns theoretisch vorstellen, dass es irgendeine kollektive Führung gibt, die eine Entscheidung über einen Waffenstillstand treffen kann. Auch über die Rolle des iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian, der lebendig und gesund ist, ist absolut nichts klar. Er tritt von Zeit zu Zeit mit Tweets in sozialen Netzwerken auf, die den Handlungen widersprechen, die in seinem eigenen Land stattfinden.

Daher bleibt die Frage, mit wem die Vereinigten Staaten real über einen Waffenstillstand verhandeln, offen. Nachdem Trump mit einem weiteren kämpferischen Tweet aufgetreten war und mit der Zerstörung der Zivilisation gedroht hatte, erschien zunächst eine Mitteilung, dass alle Kontakte zu den Vereinigten Staaten abgebrochen seien. Später erschien die Mitteilung, dass sie nein, nicht abgebrochen seien. Tatsächlich gingen sie weiter. Und all das aus iranischen offiziellen Quellen. Falls es im Iran überhaupt irgendwelche offiziellen Quellen gibt; auch das ist eine absolut unklare Situation, die man nicht so charakterisieren kann, als gäbe sie uns eine Antwort auf die Frage, was in ein paar Stunden geschehen wird.

Arabische Medien erinnern daran, dass wir jetzt von einer Entwicklung der Situation in Richtung einer Fortsetzung der Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sprechen können. Zugleich sagen diese Medien aber auch, dass vor dem möglichen Ablauf von Trumps Ultimatum die Möglichkeit, ein Abkommen zu erreichen, wächst. Wobei absolut unverständlich ist, wie realistisch diese Situation aus Sicht der Ereignisse aussieht, die wir beobachten. Sofort wird auch offensichtlich, dass sich in der Region alle auf eine Entwicklung der Ereignisse vorbereiten. Buchstäblich während unserer Sendung erscheint die Meldung, dass man in den arabischen Ländern des Persischen Golfs den Bürgern rät, die Häuser nicht zu verlassen, da eine Verstärkung der Raketenangriffe seitens des Iran für möglich gehalten wird. Die Briten ziehen ihre Truppen aus dem Irak ab, aus Sorge, dass sie zu einem leichten Ziel für iranische Raketen werden könnten. Das heißt, praktisch sprechen einerseits alle davon, dass Verhandlungen stattfinden könnten, andererseits davon, dass eine Eskalation stattfinden könnte, aber wiederum wissen wir nicht, eine Eskalation welchen Niveaus.

Was meint Donald Trump, wenn er von Schlägen gegen Kraftwerke im Iran spricht, die jetzt von Zivilisten umringt werden, die zu einem lebenden Schutzschild für die iranische Energieversorgung werden wollen oder dazu gezwungen sind? Auch das sagt übrigens viel über das iranische Regime, nicht wahr? Stellen Sie sich doch einmal vor: Wir haben mit Ihnen viele Beschüsse ukrainischer Energieobjekte erlebt. Stellen Sie sich vor, die ukrainische Regierung würde von ukrainischen Bürgern verlangen oder sie dazu anhalten, dass wir nachts nicht in Schutzräumen, sondern bei Heizkraftwerk 5 in Kyiv oder bei Heizkraftwerk 6 wären, und dass es sich dabei um Kinder und Frauen handelte. Auch das darf man nicht vergessen, wenn wir darüber sprechen, gegen welches Regime die Vereinigten Staaten und Israel überhaupt Krieg führen. Ein Regime, das bereit ist, die eigenen Bürger als lebenden Schild zu benutzen, das sogar in Kriegszeiten weiterhin Menschen wegen der Teilnahme an regierungsfeindlichen Demonstrationen tötet – das ist kein menschliches Regime. Nein, nein, auch das muss man klar begreifen.

Ein ziemlich wichtiger Moment ist auch, was mit Vizepräsident J. D. Vance geschieht, der eigentlich jetzt real Verhandlungen mit dem Iran führen müsste und der ein Befürworter dieser Verhandlungen war. Er flog überhaupt nach Budapest. Er flog nach Budapest. Und in Budapest äußerte er sich ziemlich gemäßigt über den Krieg, sagte, die wichtigsten militärischen Ziele der Vereinigten Staaten seien bereits erreicht, es sei noch einige militärische Arbeit nötig, und danach werde der Krieg enden. Das heißt, selbst vor dem Hintergrund völliger Ungewissheit wirkte er wie ein Mensch, der sicher ist, dass es in dieser Nacht keine Apokalypse geben wird, selbst wenn keine realen Abkommen mit dem Iran erreicht werden können. Zumindest verstehen wir, dass ein Mensch, der Stunden damit verbringt, dem odiosen Viktor Orbán, diesem Idol der ultrarechten Kräfte der ganzen Welt, zum Sieg bei den Parlamentswahlen zu verhelfen, kaum gleichzeitig Verhandlungen mit iranischen Vertretern führen kann. Das heißt, er ist nicht Teil dieser Delegation.

All diese Informationen, von denen sogar Trump erzählte, dass J. D. Vance mit den Iranern verhandle – nun, das ist doch völliger Quatsch, wenn man sieht, dass er sich einfach mit Agitationstätigkeit in Ungarn beschäftigt. Daher ist klar, dass in dieser Delegation kein Vance ist, dass die Verhandlungen höchstwahrscheinlich von denen geführt werden, die sie immer führen: Witkoff und Jared Kushner mittels Zettelchen-Austausch mit Abbas Araghchi über die Pakistaner. Und ich weiß nicht, inwieweit man das Verhandlungen nennen kann. Mir scheint auch wichtig, dass wir vor dem Hintergrund all dieser Apokalypse auch gesehen haben, wie J. D. Vance Viktor Orbán unterstützt, wie er erzählt, dass der Mensch, über den heute gerade Informationen mit der Veröffentlichung des Protokolls seines Telefongesprächs mit Putin auftauchten, dass dieser Mensch sich Putins Mäuschen nannte, Putins Mäuschen, und versprach, alles Mögliche zu tun, um als Mäuschen den Löwen aus dem Käfig zu lassen, damit Putin noch jemanden zerreißt, Ukrainer hat er wohl nicht genug, und versprach, Russland im Kampf gegen den Westen so gut zu helfen, wie es eben geht. Und in diesem Moment kommt der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, formal des größten demokratischen Landes der ganzen Welt, nach Budapest und schreit den Ungarn zu, sie sollten für Orbán stimmen, weil gerade Donald Trump und Viktor Orbán besser als alle anderen wüssten, wie man den russisch-ukrainischen Krieg beendet.

Natürlich weiß Orbán, wie man den russisch-ukrainischen Krieg beendet. Durch die Kapitulation der Ukraine. Wer zweifelt denn daran? Und er beschuldigt nicht sich selbst der Einmischung in die Wahlen in Ungarn, obwohl dieser Funktionär aus den Vereinigten Staaten von der Tribüne direkt dazu aufrief, für Orbán zu stimmen, sondern die ukrainischen Nachrichtendienste. Stellen Sie sich vor: die ukrainischen Nachrichtendienste! Irgendein Teil von ihnen habe sich nicht nur in die Parlamentswahlen in Ungarn eingemischt, sondern auch in die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten. Stellen Sie sich vor, wie unglaublich bewundernswert wir eigentlich sind, dass wir uns im Prinzip in die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten eingemischt haben. Und nun entscheiden wir auf Ebene der Nachrichtendienste die Frage der Parlamentswahlen in Ungarn. Stellen Sie sich vor, was im Kopf von J. D. Vance, der kürzlich erzählte, dass Dämonen durch Amerika spazieren, tatsächlich vorgeht. Stellen Sie sich vor, dass ein Mensch mit einem solchen Denken der neue Präsident der Vereinigten Staaten wird, nachdem Donald Trump endgültig die Orientierung im Raum verloren hat – und das wird schneller passieren, als Sie denken. Das alles schreitet mit unglaublicher Geschwindigkeit voran. Oje.

Nun, also so. Ich finde auch, das war heute sehr interessant und sehr bezeichnend, dass Viktor Orbán J. D. Vance als eine Art hochrangigen Wahlagitator auf Zuruf der ungarischen Regierung benutzt hat, dass J. D. Vance im Hinblick auf die Entwicklung des Iran-Krieges sehr beruhigend wirken wollte. Und dass klar wurde, dass er genau der Mensch ist, der diesen Krieg offenkundig nicht unterstützt. Auch das sind Tatsachen, wichtige Tatsachen für die weitere Entwicklung der Ereignisse. Also, was werden wir in der Nacht sehen? Niemand kann das wissen. Leider sagt man im Weißen Haus, dass der einzige Mensch, der das weiß, Donald Trump ist. Aber ich möchte Ihnen ein Staatsgeheimnis verraten. Im gesamten Moment jetzt, um 21 Uhr Kyiv-Zeit und bis 3 Uhr nachts Kyiv-Zeit, wird Donald Trump selbst noch nichts wissen. Er wird die Entscheidung buchstäblich im letzten Moment treffen oder aber keine Entscheidung treffen und das Ultimatum an den Iran verlängern, weil man angeblich bereits fast irgendein Abkommen erreicht habe und nun von einem Waffenstillstand sprechen könne.

Das ist also ein reales Problem, das mit dem verbunden ist, was sich hinsichtlich der Entwicklung der Ereignisse im Nahen Osten im Zusammenhang mit dem abspielt, was wir erwarten. Natürlich ist das eine ziemlich ernste und ziemlich wichtige Frage für jeden, der diese Situation verfolgt. Wird diese Nacht eine Nacht der Apokalypse sein? Was erhalten wir am Ende dieser Nacht, oder ist es doch eine Nacht der Erpressung der iranischen Ajatollahs, damit sie Donald Trump erlauben, aus dieser Situation mit erhobenem Haupt und möglicherweise sogar mit einer offenen Straße von Hormus herauszukommen? Wir werden sehen.

Frage. Wenn die Ukraine der Schild Europas ist, wer ist dann das Schwert?

Portnikov. Warum denken Sie, dass die Ukraine nicht Schild und Schwert Europas zugleich sein kann? In diesem Fall ist die Ukraine sowohl Schild als auch Schwert Europas. Denn die Ukraine fügt der russischen Ölverarbeitung Schläge zu, die Ukraine fügt den russischen Ölhäfen Schläge zu. Die Ukraine hindert Präsident Putin daran, Präferenzen aus jenen faktischen Vorteilen zu ziehen, die ihm der amerikanische Präsident Donald Trump nach dem Beginn seines Krieges mit dem Iran gewährt hat. Das alles ist bislang die Ukraine. Ja, die Ukraine kann finanziell unterstützt werden, der Ukraine können Waffen gegeben werden, damit sie das tut. Aber all das tut die ukrainische Armee. Und Sie verstehen, dass, wenn es uns gelingt zu erreichen, dass Russland 75–80 % seiner Ölverarbeitung und die Möglichkeit verliert, Rohöl zu verkaufen, dann werden der russische Präsident und seine Bande mit uns in einem ganz anderen Ton sprechen. Wir müssen ihnen das Geld für den Krieg nehmen. Und das liegt in unserem Interesse, das liegt im Interesse der Europäer. Wobei darin ein kognitiver Dissonanz liegt, dass die Welt einerseits Öl braucht, dass Trump die Weltwirtschaft faktisch in ein tiefes, tiefes Grab schaufelt, wir Russland aber zugleich das Öl nehmen müssen. So eine Katastrophe. Können Sie sich das vorstellen? Wenn Russland nicht in den Krieg gegen die Ukraine gezogen wäre, sich diesen ganzen Schrecken nicht angetan hätte und Trump jetzt in den Krieg gegen den Iran gegangen wäre – wie viel Geld hätte Putin verdient? Wie hätte er sein Regime den Russen vorführen können, einfach, wissen Sie, wie ein Milchfluss mit Geleebänken. So wäre es dort gewesen.

Frage. Menschenmengen von Iranern bei Energieobjekten, von denen berichtet wird, dass sie getroffen werden könnten – ist das iranische Propaganda?

Portnikov. Das ist ganz normale iranische Propaganda. Ich habe Ihnen schon gesagt, dass die Iraner versuchen, ihre Leute als lebenden Schild zu benutzen. Und das ist eine regelrechte Katastrophe im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung. Oder sie zeigen Trump und seinen Generälen einfach, dass, wenn diese auf Kraftwerke schlagen, das Ergebnis nicht nur Schläge gegen Kraftwerke sein wird, sondern auch der Tod von Hunderten Menschen, Frauen, Kindern, die diese Kraftwerke schützen. Das ist alles.

Frage. Werden wir nicht in ein paar Stunden die realen Möglichkeiten von Trumps Amerika sehen, auf die geopolitischen Prozesse in der Welt Einfluss zu nehmen? Trump könnte noch vor den Zwischenwahlen zur lahmen Ente werden.

Portnikov. Das stimmt, denn es gibt hier mehrere Fragen. Es gibt die Frage, was sein wird, wenn Trump zuschlägt und diese Ergebnisse erreicht. Der Iran antwortet und erreicht ebenfalls seine Ergebnisse. Und am Ende hätten wir absolutes wirtschaftliches, energetisches Chaos. Das ist ein schlechtes Ergebnis. Aber es gibt auch ein anderes schlechtes Ergebnis: Trump schlägt zu und erreicht nichts, und die iranischen Schläge werden sagen wir zumindest für die Länder des Persischen Golfs ein Problem. Nicht für Israel vielleicht, aber für die Länder des Persischen Golfs. Allen gehen jetzt die Abfangraketen rapide aus. Ja, einerseits meinen die Vereinigten Staaten, sie kontrollierten den Luftraum des Iran, aber wir sehen, dass weder die israelische Flugabwehr noch die Flugabwehrsysteme der Länder des Persischen Golfs diesem Hagel von Angriffen bereits wirklich standhalten. Und wenn man sich vorstellt, dass die Iraner ihre Raketen für irgendeinen entscheidenden Gegenschlag auf die Handlungen der Vereinigten Staaten zurückgehalten haben, dann können sie größeren Erfolg haben als Amerika. Das ist ein sehr gefährlicher Moment. Noch gefährlicher ist weniger, dass Trump nichts tut, dass es kein Abkommen und keine Schläge geben wird. Dann würden wir wieder in einer Situation der Ungewissheit bleiben, in der niemand mehr auf Trumps Warnung achten würde. Und das würde eine weitere Eskalation der Lage im Nahen Osten bedeuten. Es gibt hier also einen sehr wichtigen Punkt, den man ebenfalls nennen muss.

Frage. War das eine Rettungsoperation zur Evakuierung des Piloten oder in Wirklichkeit Aufklärung und eine misslungene Landung mit Verlust von Fluggeräten?

Portnikov. Nein, das war eine Rettungsoperation zur Evakuierung des Piloten. Man muss verstehen: Wenn Sie jedem Ihrer Bürger Sicherheit geben wollen, gehen Sie Risiken ein. Wenn Sie meinen, dass es misslungene Operationen geben könnte und irgendeine Zahl von Menschen umkommt, dann sind Sie im Prinzip kein Staat, der jedem seiner Bürger Sicherheit garantiert – erst recht nicht einem Militärangehörigen, der einen Befehl ausführt. Deshalb halte ich das gerade für den Stil der Vereinigten Staaten. Wissen Sie, der ältere Bruder des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu kam auf dem ugandischen Flughafen Entebbe ums Leben, als Terroristen ein Flugzeug mit israelischen Bürgern entführten und dort auf diesem Flughafen parkten und verschiedene Bedingungen und Forderungen an die israelische Regierung stellten, damit sie diese erfülle. Und die Terroristen wurden damals vom Diktator Ugandas, Idi Amin, unterstützt. Und die israelischen Spezialdienste organisierten einen Einsatz zur Befreiung dieser Passagiere und zur Vernichtung dieser Terroristen. Und bei diesem Einsatz kam nur ein einziger Mensch ums Leben, der Bruder des israelischen Premierministers. Alle Geiseln wurden befreit, aber der Premierminister Israels verlor seinen leiblichen Bruder. Auch das ist, wie Sie verstehen, eine Erfahrung.

Frage. Kann der Iran als Antwort auf Bombardierungen in dieser Nacht durch die Vereinigten Staaten zum Beispiel Europa bombardieren? Und sollte man eine reale nukleare Bedrohung erwarten?

Portnikov. Ich denke, dass iranische Raketen heute die Länder Europas nicht erreichen werden. Und wenn irgendeine Zahl es doch schaffen sollte, wäre das weder wirksam noch ernsthaft. Außerdem würde das die Hoffnungen des Iran zerstören, dass die europäischen Länder diesen Krieg weiterhin als nicht ihren Krieg betrachten werden. Denn es wäre aus logischer Sicht sehr seltsam, wenn die Iraner auf Europa schlügen, während Europa versucht, sich von den Handlungen der Vereinigten Staaten zu distanzieren und die Vereinigten Staaten zu einer diplomatischen Lösung des Problems aufruft. Aber worauf die Iraner in dieser Nacht als Antwort auf die Handlungen der Vereinigten Staaten ganz sicher schlagen können, das sind die Länder des Persischen Golfs und Israel. Wiederum: Wir wissen nicht, welches reale Potenzial der Iran hat. Es gilt als wahrscheinlich, dass dem Korps der Wächter der Islamischen Revolution etwa bis zur Hälfte der Raketen und bis zur Hälfte der Abschussanlagen zur Verfügung stehen. Genau deshalb eilen die radikalsten Vertreter der jetzigen iranischen politischen Führung nicht mit irgendwelchen Vereinbarungen mit Donald Trump, in der Hoffnung, in der nächsten Etappe des Krieges möglichst viel zu zerstören. Und das kann es auch sein, was Donald Trump reizt. Übrigens kann er meinen, dass er auf diese Länder nicht genügend Hebel des Einflusses hat.

Frage. Welche Prioritäten – politisch-ideologische oder wirtschaftliche – werden den Kurs der Volksrepublik China hinsichtlich des Krieges im Iran künftig bestimmen?

Portnikov. Nun, ich sage Ihnen gleich: China wird von Kommunisten regiert. Wenn sie zwischen Wirtschaft und dem Zusammenbruch der Vereinigten Staaten von Amerika wählen müssen, werden sie den Zusammenbruch der Vereinigten Staaten von Amerika wählen. Natürlich kann man sagen: „Nein, in Wirklichkeit sind die Chinesen an der Straße von Hormus interessiert. Sie brauchen Öl.“ China verfügt jetzt über ziemlich große Ölreserven, wie auch viele andere Länder, die Energiereserven angelegt haben. Eine gewisse Zeit kann China noch aushalten. Außerdem kann China den Kauf russischen Öls steigern. Jetzt ist der Preis für russisches Öl auf das höchste Niveau seit den 90er Jahren gestiegen. Ich würde sagen, einen solchen Preis für russisches Öl gab es nicht. Ja, es kann wegen unserer Schläge nicht in der Menge geliefert werden, die nötig wäre, aber China hat so oder so die Möglichkeit, es zu erhalten, zumindest jenes Öl, das sich derzeit auf See befindet. Daran können wir nicht energisch genug hindern. Aber der Iran kann hoffen, dass sowohl die Schläge gegen die Länder des Persischen Golfs als auch der Anstieg der Preise für Öl, Treibstoff, Lebensmittel und alles andere in den Vereinigten Staaten selbst zu einer Chaotisierung des politischen Lebens in Amerika führen. Zumindest tatsächlich, wie hier in der Frage gesagt wurde, die Möglichkeiten der Vereinigten Staaten, auf die Welt Einfluss zu nehmen, zunichtemachen. Das kann ein sehr wichtiger Moment sein, der für China in der weiteren Entwicklung der Ereignisse in der Krise am Persischen Golf vorrangiger sein kann.

Frage. Wie meinen Sie: Wenn Trump die Entscheidung trifft, strategische Atomwaffen gegen den Iran einzusetzen, wäre das ein Signal für Putin, denselben Schritt gegen die Ukraine zu tun?

Portnikov. Erstens spricht niemand von der Möglichkeit des Einsatzes strategischer Atomwaffen, sondern von der Möglichkeit eines taktischen Atomschlags. Ich will nicht vor Ihnen verbergen: Sobald eines der Atomländer taktische Atomwaffen einsetzt, macht es damit anderen Atomländern die Hände frei. Derzeit besteht ein solcher Status quo, dass kein Atomland Atomwaffen gegen Nicht-Atomländer einsetzt. Ich denke nicht, dass Trump zum Einsatz von Atomwaffen greifen wird, weil ich die Zweckmäßigkeit eines taktischen Atomschlags gegen den Iran unter Bedingungen, in denen die Vereinigten Staaten den Luftraum über dem Iran tatsächlich kontrollieren, nicht verstehe. Was könnten sie durch einen taktischen Atomschlag erreichen? Nichts. Nur sich selbst in ein Land verwandeln, zu dem alle um sie herum mit Entsetzen schauen würden. Denn Sie verstehen, was der Preis dafür ist, als Erster Atomwaffen einzusetzen. Deshalb scheint mir, dass das eher ein Hochschrauben der Hysterie in dieser Nacht ist. Wobei man natürlich angesichts dessen, wie rasant sich, würde ich sagen, der psychologische Zustand Donald Trumps verändert, nichts ausschließen kann. Auch das ist absolute Realität.

Es gibt eine Frage zu Ungarn. Warum ist Ungarn gegen die Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union? Würde das Ungarn nicht statt zur Peripherie zu einem zentralen Land der EU machen?

Portnikov. Weil es nicht um Ungarn geht, sondern um eine ganz konkrete Person, Viktor Orbán, der, wie wir sehen, durch korrupte Beziehungen mit Putin verbunden ist. Verstehen Sie: Ungarn ist eines der ärmsten Länder der Europäischen Union. Die Entwicklung der ungarischen Wirtschaft, der Umstand, dass Orbán in Ungarn ein bestimmtes Maß an sozialer Stabilität aufrechterhalten kann – all das hängt vor allem damit zusammen, dass Ungarn jahrelang billiges russisches Öl kaufte. Sie verstehen doch, dass das nicht um schöner Augen willen geschieht. All diese Energielieferungen zu reduzierten Preisen. Putin senkt den Preis immer für Loyalität.

Und ich möchte Sie daran erinnern, dass dies, würde ich sagen, ein echtes Urteil für die Ukraine geworden ist. Dass wir immer kostenloses, billiges Gas wollten. 1994 gewann Leonid Kutschma die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine gerade deshalb, weil die überwiegende Mehrheit unserer Mitbürger meinte, dass billiger Käse, kostenloser Käse, nicht nur in der Mausefalle vorkommt. Und die Ukrainer haben sich mit ihrer eigenen Stimmabgabe selbst in den Käfig getrieben, in dem sie dann fröhlich auf den Krieg mit Russland warteten. Aber das war der Preis für Loyalität. Und sobald die ukrainische Regierung versuchte, eigene politische oder wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, erhöhte man uns entweder den Gaspreis oder schaltete das Gas ab, wie das schon während der Präsidentschaft Wiktor Juschtschenkos begann. Das heißt, man nutzte Gas weiter als Waffe. Dabei zeigte die Erfahrung nach 2014, dass wir ganz auf russisches Gas hätten verzichten können, dass wir es gar nicht brauchten, damit man uns damit erpressen konnte. Aber Gas war Teil einer Korruptionsvertikale, an der eine riesige Zahl von Vertretern der ukrainischen Eliten beteiligt war, unabhängig davon, welche politischen Ansichten sie hatten. Und das führte letztlich sowohl zur Degradierung der ukrainischen Gesellschaft, zumindest eines großen Teils von ihr, der überhaupt nicht verstand, was um ihn herum geschah und woraus dieses Fest eigentlich bezahlt wurde, als auch zu dem möglichen Krieg mit Russland, das, als es seine energetischen Hebel eingesetzt und verstanden hatte, dass es uns damit nicht mehr kaufen konnte, beschloss, uns zu erobern.

In Ungarn ist die Situation sehr ähnlich. Orbán kann nicht für eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union oder in der NATO sein, weil er weiß, dass man ihn bestrafen und ihm kein billiges Gas mehr liefern wird. Auf nicht billigem Gas basiert seine Wirtschaft nicht, denn dann müsste er auf jenes Modell verzichten, dank dessen er all diese Jahre die Wahlen gewann. Deshalb rastet er wegen dieses billigen Öls die ganze Zeit so aus. Das ist alles. In diesem Sinne können wir darüber nicht mehr weiter sprechen.

Frage. Wenn Trump aus irgendeinem Grund das Amt vorzeitig verlässt und Jay D. Vance Präsident wird – wird er dann aus der NATO austreten und China und Putin erlauben, alles zu tun, was sie wollen?

Portnikov. Entschuldigung. Erstens hat Trump noch gar nichts verlassen. Zweitens haben wir doch sehr gut gesehen, dass J. D. Vance ein klassischer anpassungsfähiger Politiker ist. Er hat seinerzeit Donald Trump scharf kritisiert, den er mit Adolf Hitler verglich. Diesen Eindruck hatte er von Trump. Auch seine öffentlichen Einschätzungen Trumps waren ziemlich hart und ziemlich, würde ich sagen, realistisch. Doch später, als er begriff, dass seine politische Karriere in der Republikanischen Partei davon abhängen würde, ob er bereit ist, Trump in allen Entscheidungen und Handlungen zuzustimmen, wurde er ein größerer Trumpist als Trump selbst.

Aber stellen Sie sich vor, Trump verlässt das Präsidentenamt aus körperlichen Gründen oder wegen irgendwelcher anderer Umstände, nicht infolge eines Impeachments, denn es gibt keinerlei Grundlage, davon zu sprechen, dass Trump ein Impeachment drohen könnte, selbst wenn die Demokraten die Wahlen zum Kongress gewinnen. Ich erkläre das immer wieder, weil dafür zwei Drittel des Senats nötig wären. Zwei Drittel im Senat haben die Demokraten nicht und werden sie auf keinen Fall haben. Das ist unmöglich. Deshalb wird Trump höchstwahrscheinlich bis Januar 2029 Präsident der Vereinigten Staaten bleiben, wenn die körperlichen Umstände es ihm erlauben, wenn sich sein Gesundheitszustand nicht verschlechtert. Das ist für einen Menschen, der in diesem Jahr 80 wird, möglich, aber bislang sehen wir dafür keine offensichtlichen Anzeichen.

Aber niemand weiß, wie sich J. D. Vance verhalten wird, wenn er Trump über seinem Kopf los ist. Lyndon Johnson war als Vizepräsident der Vereinigten Staaten John Kennedy sehr loyal. Obwohl sie vor dem gemeinsamen Gang in die Präsidentschaftswahlen keine großen Freunde waren. Doch seine Präsidentschaft unterschied sich nach dem Tod des amerikanischen Präsidenten sehr stark von der Kennedys. Solche Beispiele könnte man millionenfach anführen. Also: Erstens ist es gar nicht so einfach, die Vereinigten Staaten aus der NATO herauszuführen. Zweitens glaube ich nicht, dass es im Interesse von J. D. Vance läge, Putin und Xi Jinping die Möglichkeit zu geben, alles zu tun, was ihnen einfällt. Insofern denke ich nicht, dass die Situation so bedrohlich ist, wie Sie es sagen wollen, wenn wir über die weitere Entwicklung der Situation sprechen.

Und überhaupt ist das sehr weit weg. Wissen Sie, ich finde es sehr interessant, wenn Menschen jetzt eine Situation, die mit ferner Zukunft zusammenhängt, als eine Situation wahrnehmen, die man jetzt besprechen müsse. Wir leben längst in einer Welt, in der es, bedingt gesagt, keine ferne Zukunft mehr gibt, sondern taktische Aufgaben, die gelöst werden müssen. Die Ukraine muss den großen Krieg überleben, der, wie Sie sehen, keinerlei objektive Gründe für ein Ende hat. Objektive gibt es nicht, subjektive aber schon.

Denn wenn wir diese Schwachstelle Russlands ertastet haben, seine Achillesferse, und wenn wir sein Energiepotenzial zerstören können, dann werden in diesem Jahr nichtobjektive Gründe für ein Kriegsende entstehen. Stellen Sie sich das vor: Ich sage Ihnen doch in der Regel, dass es keine objektiven Gründe gibt. Das hier ist ein anderer Grund, eben kein objektiver. Konnte man das noch vor ein paar Monaten voraussehen? Nein. Es gibt viele Dinge, die man nicht voraussehen kann. Können wir uns eine massive Energiekrise infolge dessen vorstellen, dass heute Nacht jemand daneben trifft? Ja, kann man, aber man kann nicht klar verstehen, ob es so kommt oder nicht, wie genau es aussehen wird. Verstehen Sie, das alles ist eine absolut unwirkliche Sache, die man heute nicht durchrechnen kann.

Deshalb halte ich all diese Gespräche darüber, was nach Donald Trump sein wird, was J. D. Vance tun wird, was in Russland sein wird, wenn Putin stirbt, für völlig unangebrachtes Kaffeesatzlesen. Lassen Sie uns zunächst die Präsidentschaft Trumps überleben. Lassen Sie uns den Moment erleben, in dem Präsident Putin stirbt oder das Amt verlässt. Das können noch zehn Jahre sein oder weniger oder mehr. Er ist nicht in dem Alter, um einfach zu verschwinden. Und dann werden wir sehen, wer sein Nachfolger wird – der unter den Bedingungen des heutigen russischen Regimes sehr viel grausamer und radikaler sein kann als Putin. Es kann Chaos geben, alles kann sein, aber man muss erst einmal bis zu diesem Moment gelangen und dann weiterdenken.

Sich auf eine der unzähligen Varianten vorzubereiten, die es heute in der Zivilisation gibt, würde ich Ihnen nicht raten, denn im Prinzip verstehen wir doch, dass echtes Chaos herrscht. Wir sind in eine solche historische Periode eingetreten, in eine Periode des Chaos, in eine Periode politischer Ungewissheit, in eine Periode, in der es sehr schwer ist, irgendetwas durchzurechnen. Ich habe nie versucht, als ein Mensch zu erscheinen, der dort rechnen kann, wo es keine Formeln gibt. In der klassischen Politik gibt es offensichtliche Formeln, dank derer man bestimmte Dinge begreifen kann. Aber im Chaos ist es wichtiger, den Ereignissen zu folgen. Warum? Weil man, wenn man aufmerksam den Ereignissen folgt und versteht, wie sie sich in der aktuellen Phase entwickeln, eine unschätzbare Möglichkeit hat. Die Möglichkeit zu überleben und dann zu den strategischen Aufgaben zurückzukehren. Wenn Sie nicht überleben, kehren Sie nicht zu strategischen Aufgaben zurück. Auch das ist eine absolut offensichtliche Sache, über die man in der heute entstandenen Situation sprechen kann – in der Weltpolitik, in jenen zwei großen Kriegen. Ich könnte sagen, wir seien ihre Zeugen, aber wir sind nicht Zeugen, sondern ihre Teilnehmer.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп погрожує знищенням цивілізації | Віталій Портников. 07.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.04.2026.]
Originalsprache: uk
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Skandal der Illusionen. Vitaly Portnikov. 01.04.2026.

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Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, und der Außenminister der USA, Marco Rubio, haben Erklärungen zum Fortgang des Verhandlungsprozesses zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten ausgetauscht. 

Der ukrainische Präsident behauptet, dass die amerikanischen Teilnehmer der Gespräche Druck auf ihre ukrainischen Kollegen ausüben und verlangen, den nicht besetzten Teil des Donbas im Austausch für amerikanische Sicherheitsgarantien nach dem Ende der Kampfhandlungen aufzugeben. 

Der Außenminister der USA bezeichnete diese Behauptungen hingegen als unwahr und betonte, dass Washington der Ukraine keinerlei Entscheidungen aufgezwungen habe, sondern lediglich darauf hingewiesen habe, dass Kyiv selbst seine Antwort auf die russischen Bedingungen bestimmen müsse. 

Gleichzeitig könnten amerikanische Sicherheitsgarantien, so Rubio, erst nach dem Ende der Kampfhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Armee in Kraft treten. Zelensky entgegnet, dies sei nur die Spitze des Eisbergs und die Bewertung der Situation hänge weitgehend von Interpretationen ab, besteht jedoch darauf: In den USA sei tatsächlich von der Aufgabe des Donbas die Rede gewesen.

All dies ließe sich als echter diplomatischer Skandal bezeichnen, wenn die Seiten nicht mit vollkommen abstrakten Dingen operieren würden. Tatsächlich gibt es derzeit keinerlei vollwertige ukrainisch-amerikanisch-russische Verhandlungen. Und die, die stattgefunden haben, erinnerten eher an ein Hinauszögern der Zeit, die Putin benötigt, um den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen und zugleich die Vereinigten Staaten davon abzuhalten, die Sanktionen gegen Moskau zu verschärfen. 

Diese russische Aufführung für einen einzigen Zuschauer – Donald Trump – endet sofort, sobald Putin versteht, dass er mit ihm auch ohne jegliche Verhandlungen kommunizieren kann und dass es keine neuen Sanktionen geben wird. Und derzeit ist für den russischen Präsidenten genau ein günstiger Moment, denn der amerikanische Führer braucht russisches Öl, um wenigstens irgendwie das energetische Gleichgewicht in einer brennenden Welt aufrechtzuerhalten.

Es gibt auch kein klares Verständnis davon, was amerikanische Sicherheitsgarantien überhaupt sind. Unter Trump treten die USA entschieden gegen einen NATO-Beitritt der Ukraine auf, und auch unter der Präsidentschaft von Joe Biden war in Washington kein großer Enthusiasmus in dieser Frage zu beobachten. 

Der Grund ist offensichtlich: Die Vereinigten Staaten versuchen, eine Situation zu vermeiden, in der sie in einen direkten Konflikt mit der Russischen Föderation eintreten müssten. Und das würde unvermeidlich geschehen, wenn die Ukraine Mitglied der NATO würde und Russland sie erneut angreifen würde. 

Wenn die Amerikaner jedoch die Möglichkeit eines Krieges mit Russland kategorisch ausschließen, aus Angst vor einer nuklearen Konfrontation, welchen Sinn können dann irgendwelche Garantien haben? Zumal wir heute sehen, wie die Verbündeten der USA im Persischen Golf – dort, wo sich reale amerikanische Stützpunkte befinden und die amerikanische Flotte präsent ist – ihre eigene Schutzlosigkeit in vollem Umfang gespürt haben, als sie Angriffe auf amerikanische Militäranlagen und Beschuss amerikanischer Soldaten beobachteten. 

In der Welt des neuen Krieges sind amerikanische Garantien ein Phantom. Aber offenbar sind weder Rubio noch Zelensky bereit, sich das einzugestehen.

Auch die Bedingung, den Krieg durch den Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbas zu beenden, erscheint als ein ebenso großes Phantom. Denn dann müsste man anerkennen, dass Putin vier Jahre lang Krieg geführt, Hunderttausende seiner eigenen Bürger in den Fleischwolf geworfen und enorme Ressourcen verbraucht hat – nur um die Kontrolle über Kramatorsk und Slowjansk zu erlangen. 

Die Forderung nach dem Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbas ist lediglich Teil einer umfassenderen Operation zur vollständigen Einverleibung der Ukraine. Und der Abzug ukrainischer Truppen aus irgendeiner Stadt wird den Krieg nicht beenden – er wird ihn nur verlängern.

Somit haben wir es mit einer völlig neuen Form eines diplomatischen Skandals zu tun – einer Form, die der modernen Realität entspricht. Wenn die Seiten nicht über mögliche politische Schritte streiten, sondern über Formulierungen, die nur in der Vorstellung der Teilnehmer des politischen Prozesses existieren. 

Die Amerikaner haben ihre eigenen Illusionen: dass der Krieg in der Ukraine durch ukrainische Zugeständnisse beendet werden könne und danach für beide Seiten vorteilhafte wirtschaftliche Beziehungen mit Russland wiederhergestellt werden könnten. Die Ukrainer haben andere: dass die USA Sicherheitsgarantien bieten werden, die eine neue Aggression unmöglich machen. 

Weder das eine noch das andere hat etwas mit der Realität zu tun. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keinen Ausweg gibt. Es gibt ihn.

Und er hängt in erster Linie mit der Unterminierung des wirtschaftlichen Potenzials Russlands und mit Schlägen gegen seinen militärisch-industriellen Komplex zusammen. Wenn Russland keine Ressourcen für den Krieg hat, wird es auch keinen Krieg geben. 

Ja, eine für beide Seiten vorteilhafte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland wird in diesem Fall unmöglich. Aber dafür entsteht die Chance, sich auf einen neuen Krieg vorzubereiten, der erneut beginnen kann – dann, wenn Russland sein wirtschaftliches Potenzial wiederherstellt und zu einem neuen Sprung bereit ist.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Скандал ілюзій. Віталій Портников. 01.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 01.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Zelensky beschuldigt Trump | Vitaly Portnikov. 31.03.2026.

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, betonte, dass der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump und Vertreter seiner Administration nur einen einzigen Weg sehen, um den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden – nämlich den Abzug der Truppen aus jenem Teil des Gebiets der Region Donezk, der von der legitimen ukrainischen Regierung kontrolliert wird.

Volodymyr Zelensky unterstrich in seinem Interview mit der Ausgabe Axios, dass er glaubt, Donald Trump wünsche aufrichtig ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges, doch bereite ihm die Tatsache Sorge, dass Trump und Vertreter seiner Administration nur eine einzige Möglichkeit für ein solches Ende sehen. Zelensky betonte, dass er nach dem Ende des Krieges mit dem Iran befürchte, die amerikanische Administration werde den Druck auf die Ukraine wieder aufnehmen, um sie zu Zugeständnissen an Russland zu bewegen, und stellte die Frage, warum die Ukraine ihre Truppen von ihrem eigenen Territorium abziehen solle.

Zelensky spricht nicht zum ersten Mal davon, dass auf die Ukraine Druck ausgeübt wird, um sie zum Verzicht auf einen Teil des Gebiets der Region Donezk zu bewegen. Seine früheren Äußerungen haben bereits eine scharfe Reaktion des US-Außenministers Marco Rubio ausgelöst, der betonte, Zelensky lüge und in Wirklichkeit müsse gerade die Ukraine selbst entscheiden, wie sie auf die Bedingungen der Russischen Föderation reagiere. Die Vereinigten Staaten, so Rubio, würden der ukrainischen Seite lediglich die Bedingungen mitteilen, die die russische Delegation stellt, um dem russisch-ukrainischen Krieg ein Ende zu setzen.

Der russische Präsident Wladimir Putin und andere russische Offizielle verbergen bekanntlich nicht, dass jegliche Gespräche über ein Ende des Krieges in der Ukraine nur dann fortgesetzt werden können, wenn die Ukraine ihre Truppen aus dem Gebiet des Donezker Gebiets abzieht. Bei einem jüngsten Treffen mit russischen Unternehmern, bei dem Putin von ihnen Geld für die Fortsetzung des Krieges verlangte, machte er seinen Gesprächspartnern deutlich, dass der Krieg zumindest bis zur Einnahme des gesamten Donezker Gebiets durch russische Truppen fortgesetzt wird.

Und hier kann man Putin verstehen. Wenn er in Zukunft die Einnahme der gesamten Ukraine plant, kann die Eroberung des Gebiets der Region Donezk mit befestigten Städten der russischen Armee neue Möglichkeiten geben, benachbarte Regionen zu besetzen und ihre Offensive bis zur Liquidierung des Nachbarstaates fortzusetzen.

Tatsächlich stellt sich die Frage, warum die Ukraine solchen Bedingungen zustimmen sollte und warum man in der Administration Trump es für notwendig hält, Druck auf Kyiv auszuüben, um es zur Annahme dieser Vorschläge der Russischen Föderation zu zwingen. Es stellt sich auch die Frage, warum der Präsident der Ukraine in den letzten Wochen die Diskussion in die Öffentlichkeit verlagert hat und sich bereits deutlich weniger optimistisch über die Ergebnisse der ukrainisch-amerikanischen Konsultationen äußert.

So betonte Zelensky im Zusammenhang mit dem letzten Treffen von Vertretern der Ukraine mit der amerikanischen Delegation in den Vereinigten Staaten, dass es keinerlei Ergebnisse gebracht habe – was sich von seinen in der Regel optimistischen Einschätzungen der Verhandlungen zwischen der ukrainischen und der amerikanischen Delegation unterscheidet, die wir früher gehört haben. Obwohl es auch zuvor keine ernsthaften Ergebnisse bei den Konsultationen der Vertreter der Ukraine mit Steve Witkoff und Jared Kushner gegeben hatte.

Offenbar sehen Zelensky wie auch andere Politiker in der Welt eine ernsthafte Schwächung der Position Donald Trumps, der trotz all seiner optimistischen Erklärungen nicht weiß, wie er aus dem für die Weltwirtschaft zerstörerischen Krieg mit dem Iran herauskommen soll. Im Weißen Haus werden widersprüchliche Erklärungen abgegeben. Und natürlich hört kaum noch jemand auf den Inhalt dieser Aussagen.

Allerdings ist für viele offensichtlich, dass die Fortsetzung des Krieges mit dem Iran Trump wesentlich anfälliger für äußeren Druck machen wird als zu dem Zeitpunkt, bevor sich der amerikanische Präsident bei den Zeitplänen und den Folgen des Krieges verkalkulierte, den die Vereinigten Staaten und Israel gegen das Regime der Ajatollahs begonnen haben.

Auch unlogisch – und darauf weist Zelensky in seinem Interview mit Axios hin – ist die offensichtliche Weigerung von Präsident Trump und Vertretern seiner Administration, die Beteiligung Russlands an diesem Krieg auf Seiten des Iran zur Kenntnis zu nehmen. Zelensky unterstrich erneut, dass Russland dem Iran in diesem Krieg hilft, und sprach sogar konkret über die Parameter dieser Hilfe.

Doch wie bekannt ist, hat der Präsident der Vereinigten Staaten wiederholt jede Erinnerung daran zurückgewiesen, dass Russland dem Iran Aufklärungsinformationen liefert und möglicherweise sogar den iranischen Regime mit Waffen unterstützt, die ihrerseits amerikanische Militäranlagen in den Ländern des Persischen Golfs zerstören.

Akls Außenminister der G7-Länder dieselbe Situation dem US-Außenminister Marco Rubio schilderten, antwortete der Leiter der amerikanischen Außenpolitik ihnen, dass Russland nichts tue, was die amerikanische Operation gegen den Iran ernsthaft behindern könnte.

Ganz abgesehen davon, dass dies nicht der Realität entspricht, kann die Tatsache, dass Rubio die russische Beteiligung am Krieg einräumte, zugleich aber zu verstehen gab, dass diese Beteiligung die Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht beunruhigt, zahlreiche Fragen zum tatsächlichen Niveau der Kontakte und des gegenseitigen Verständnisses zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation aufwerfen. Denn man muss einen ernsthaften Grund haben, um hartnäckig nicht sehen zu wollen, was ein anderes Land gegen deine eigene Armee unternimmt, und gleichzeitig die Sanktionen gegen dieses Land zu lockern und ihm damit zusätzliche wirtschaftliche Möglichkeiten zu verschaffen, jenen zu unterstützen, der deine militärischen Objekte zerstören und die Entwicklung der Weltwirtschaft zum Stillstand bringen will, wie es der Iran derzeit mit der Blockade der Straße von Hormus tut.

So könnten all diese Umstände es Volodymyr Zelensky heute ermöglichen, viel offener über seine Eindrücke von den diplomatischen Bemühungen der Vereinigten Staaten zu sprechen, als dies in den vergangenen Monaten der Fall war.

Und wie ich bereits mehrfach gesagt habe, müssen wir alle eine einfache Tatsache verstehen: Die diplomatischen Bemühungen Donald Trumps seit dem Moment, als diese Person im Oval Office erschien, bringen das Ende des russisch-ukrainischen Krieges nicht näher, sondern entfernen es. Denn Trumps Diplomatie und seine aufrichtige Bewunderung für Putin überzeugen den russischen Präsidenten nur von der Möglichkeit und sogar der Notwendigkeit, diesen Krieg fortzusetzen.


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Titel des Originals: Зеленський звинувачує Трампа | Віталій Портников. 31.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 31.03.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Rubio wirft Zelensky Lüge vor | Vitaly Portnikov. 28.03.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, bezeichnete die Aussagen des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky als Lüge, wonach die Vereinigten Staaten bereit seien, der Ukraine Sicherheitsgarantien nur dann zu gewähren, wenn die Streitkräfte der Ukraine die von ihnen kontrollierten Gebiete der Region Donezk verlassen.

Rubio sagte Journalisten, er wisse nicht, warum Zelensky solche Aussagen mache, räumte jedoch zugleich ein, dass amerikanische Sicherheitsgarantien der Ukraine erst nach dem Ende der Kampfhandlungen gewährt werden könnten. Was das Ende der Kampfhandlungen selbst betrifft, übermitteln die Vereinigten Staaten Kyiv die Forderungen der Russen, stellen aber selbst keine Forderungen an die ukrainische Seite.

Damit enthält dieser Vorwurf dennoch eine gewisse fehlerhafte Logik. Die Vereinigten Staaten sind bereit, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu gewähren, nachdem der Krieg zwischen Russland und der Ukraine beendet ist. Gleichzeitig könnten amerikanische Vermittler jedoch der Ansicht sein, dass der Weg zur Beendigung dieses Krieges gerade mit dem Abzug ukrainischer Truppen aus der Region Donezk verbunden ist.

Wir haben wiederholt nicht nur Andeutungen, sondern direkte Aussagen gehört, die diese Tatsache belegen – von amerikanischen Beamten und sogar vom Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump selbst. Und so kann die Position hinsichtlich des Abzugs ukrainischer Truppen aus dem Gebiet der Region Donezk nicht einmal wie ein Ultimatum seitens der amerikanischen Seite erscheinen, sondern wie ein schlichtes Beharren darauf, dass es ohne eine Entscheidung der Ukraine zum Abzug der Truppen aus der Region Donezk kein Ende des Krieges und folglich auch keine amerikanischen Garantien geben wird.

Auch darin liegt ein ganz gewöhnlicher logischer Fehler. Schon deshalb, weil wir sehr wohl verstehen, dass der Abzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet der Region Donezk nicht zur Beendigung des Krieges führen wird, sondern nur zur Erhebung neuer Forderungen an die ukrainische Seite.

Die Russen haben die Administration Donald Trumps bereits mehrfach genutzt, um ihre Forderungen Wirklichkeit werden zu lassen. Man erinnere sich nur an die Geschichte, wie die Europäer faktisch auf die Bereitstellung eingefrorener russischer Vermögenswerte für die Ukraine verzichteten – genau auf Drängen von Vertretern der amerikanischen Administration, die behaupteten, eine solche Entscheidung der Länder der Europäischen Union könne die Friedensbemühungen von Präsident Donald Trump untergraben.

Diese Behauptungen hatten nichts mit der objektiven Realität zu tun. Doch die Amerikaner schienen daran zu glauben, genauso wie sie jetzt an die Tatsache von Verhandlungen Steve Witkoffs mit nicht existierenden iranischen Vertretern glauben. Und schon die Tatsache, dass die Administration von Präsident Trump weiterhin in einer von ihm selbst und seinem engsten Umfeld erfundenen Realität lebt – einer Realität, die es in der Wirklichkeit nicht gibt –, schafft natürlich zahlreiche Probleme für diejenigen, die in der realen Welt leben und versuchen, ihre Beziehungen zu Trump und seinem Umfeld gerade in dieser realen Welt aufzubauen und nicht im Kopf und in den Fantasien des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Dass es schwer ist, die Amerikaner aus diesem fantastischen Weltbild herauszuholen, das Donald Trump im Laufe seines Jahres im Oval Office geschaffen hat, wurde auch während des Treffens von Marco Rubio mit den Außenministern der G7 deutlich. Wie Quellen berichten, kam es zu einer ziemlich scharfen Diskussion zwischen dem Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio und der Leiterin der europäischen Diplomatie Kaja Kallas, mit der Rubio übrigens bis heute kein bilaterales Treffen abgehalten hat – und damit eine Geringschätzung gegenüber der europäischen Diplomatie als solcher demonstriert und zeigt, in welchem Maße die Administration Trump den europäischen Integrationsprozess gern untergraben würde.

Kaja Kallas fragte Marco Rubio offen, wann die Vereinigten Staaten denn beginnen würden, gerade auf Russland Druck auszuüben, um den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, und erhielt als Antwort vom verärgerten amerikanischen Außenminister, dass die Amerikaner alles täten, was sie könnten, und wenn den Europäern etwas nicht gefalle, sollten sie sich selbst um die Beilegung des russisch-ukrainischen Konflikts kümmern.

Natürlich bestätigen weder Rubio noch die europäischen Beamten, die an dem Treffen teilnahmen, die Tatsache einer scharfen Diskussion zwischen dem amerikanischen Außenminister und der Leiterin der europäischen Diplomatie. Doch wir sehen sehr wohl, auf wen die Administration Trump heute tatsächlich Druck ausübt. Schon allein vor dem Hintergrund, dass diese Administration gezwungen war, die Energiesanktionen gegen Russland zu lockern, um irgendwie die Auswirkungen der Krise abzumildern, die durch die unzureichende Vorbereitung eben dieser Administration – und übrigens auch Rubios – auf den Krieg gegen den Iran verursacht wurde, sowie durch das Unverständnis des Präsidenten der Vereinigten Staaten und seines Umfelds darüber, zu welchen globalen Risiken ihre eklatante Inkompetenz und ihr mangelndes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge sowie schlicht ihre Unkenntnis elementarer Geografie führen würden – Dinge, die diese Menschen, wenn nicht an den renommierten Universitäten, an denen sie studiert haben, dann zumindest in der Schule hätten lernen müssen.

Doch jetzt geht es nicht um die Bildung Trumps, Rubios und der Vermittler im Konflikt, die sich offenbar erneut vor unseren Augen lächerlich machen. Die Frage ist vielmehr, in welchem Maße sich die Beziehungen zwischen Washington und Kyiv verschlechtern können, wenn der Außenminister der Vereinigten Staaten es sich erlaubt, dem ukrainischen Präsidenten öffentlich Lüge vorzuwerfen. Man kann nur hoffen, dass Rubio solche Aussagen in erster Linie macht, um Trump zu gefallen.

Denn während seiner Reise traf er nicht nur mit den Leitern der diplomatischen Behörden der Länder zusammen, sondern auch mit dem Außenminister der Ukraine, Andrii Sybiha. Und dieses Treffen hat möglicherweise diese Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung des phantomhaften Verhandlungsprozesses zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten konkretisiert, der im Weißen Haus weiterhin aufrechterhalten wird, um zu demonstrieren, dass die Vereinigten Staaten Anstrengungen unternehmen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden.

In Wirklichkeit jedoch sollten diese Anstrengungen nicht mit den von Trump und Putin erfundenen Verhandlungen verbunden sein, sondern vor allem mit Druck auf Russland und der Bereitschaft, gemeinsam mit der Ukraine auf die gemeinsame Herausforderung zu reagieren. Denn vor dem Hintergrund, dass sich die amerikanischen Streitkräfte in den ersten Tagen nach dem Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran als unvorbereitet auf den von diesem Land aufgezwungenen Drohnenkrieg erwiesen haben, hätte das Weiße Haus erkennen müssen, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der Ukraine und die Instrumente des Drucks auf Russland sind, das weiterhin dem Iran hilft, den Vereinigten Staaten entgegenzutreten. Doch wie wir sehen, weiß man in der Administration von Präsident Trump nicht, was nüchterne Schlussfolgerungen sind.


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Titel des Originals: Рубіо звинувачує Зеленського у брехні | Віталій Портников. 28.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 28.03.2026.
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