Kein Recht auf blinden Glauben und Selbsttäuschung über die „Gewissheit eines Nichtangriffs“. Der Test für Artikel 5 der NATO. Interview mit dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Sender SVT vom 22.08.2026. Robert „Magyar“ Brovdi

Interview des Kommandeurs der Unbemannten Systeme Robert „Magyar“ Brovdi mit dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Sender SVT vom 22.08.2026. Die Chronologie des Interviews wurde geändert. Die aktuellen Themen befinden sich im zweiten Teil, deshalb beginnen wir mit diesem.

Magyar:All das habe ich bisher unter einem positiven Vorzeichen dargestellt. Jetzt komme ich zur negativen Seite. Der Gegner schläft ebenfalls nicht, und der Gegner ist ernst zu nehmen. Was die Unterbindung seiner Finanzierungsquellen betrifft, sind wir noch sehr weit davon entfernt, sie auch nur hypothetisch vollständig unterbinden zu können. Putin hat den Ausbau seiner Militärmaschine keine Minute lang gestoppt.

Die Finanzierung der Entwicklung von Drohnen und neuen Militärtechnologien, die kontinuierliche Produktion von Luftverteidigungssystemen, die Ausweitung der Produktion verschiedener Raketentypen, die bevorstehende Mobilisierung – all das zeugt davon, dass er die militärischen Fähigkeiten des Staates kontinuierlich ausbaut. Und dabei geht es nicht um Atomwaffen, nicht einmal um taktische.

Es geht um die Beschaffung billiger Waffen, mit denen sich Wirkung erzielen lässt. Nehmen wir die der ganzen Welt bekannten Shaheds, die wir täglich mit einer gewissen Regelmäßigkeit abfangen. Stand August sind das im Durchschnitt 300 Stück pro Tag. Und es gibt weltweit keine einzige Armee, die darauf vorbereitet ist, im laufenden Betrieb eine solche Menge an Loitering Munition abzuwehren. Am Montag 300, am Dienstag 300, am Mittwoch 300, am Freitag 300. Dazwischen zwei Raketenangriffe mit jeweils 30 oder 50 Raketen aus verschiedenen Richtungen. Und dafür traditionelle Mittel zur Abwehr ballistischer Raketen und Shaheds einzusetzen, kann keine Volkswirtschaft der Welt stemmen. Es geht ausschließlich um neue, moderne und kostengünstige Technologien.

Und Putin versteht die Wirksamkeit dieser Waffen. Ebenso versteht Putin, dass den NATO-Mitgliedstaaten eine klare und beständige Position fehlt. Deshalb erlaubt er sich die Rhetorik, dass die NATO-Staaten bereits in diesen Krieg hineingezogen seien und unmittelbar daran teilnähmen.

Was glauben Sie: Wird Putin seine Ambitionen jemals aufgeben, doch noch in das Territorium von NATO-Mitgliedstaaten einzudringen, um wieder jemanden zu „befreien“, zu „retten“ und irgendetwas mit irgendetwas zu „vereinigen“? Nehmen wir als Beispiel die baltischen Staaten, die Putin als Bruchstücke der ehemaligen Sowjetunion im Rahmen seiner imperialen Ambitionen und Vorstellungen gerne wieder zusammenfügen würde, indem er alle in der guten alten Sowjetunion vereint. Deshalb gebe ich Ihnen drei zentrale Quintessenzen, aber hören Sie mir bitte zu.

  • Erstens. Ein „Kyiv in drei Tagen“ wird es nie wieder geben, aber ob es die baltischen Staaten nicht innerhalb eines Tages treffen könnte, da bin ich mir nicht sicher.
  • Zweitens. Die Drohne ist ohne jede Dramatisierung eine reale Plage des dritten Jahrtausends. Die Mathematik belegt das.
  • Drittens. Die NATO-Partnerstaaten irren sich sehr – mir ist das Wort entfallen – sie überschätzen ihre eigene Bereitschaft erheblich, dem Druck einer feindlichen Armee standzuhalten, die moderne Technologien einsetzt und die derzeit von der Ukraine bei Russlands Offensive aufgehalten wird.

Die NATO-Staaten sind auf einen Drohnenkrieg nicht vorbereitet. Punkt. Wie auch immer die geopolitischen Karten am Ende liegen mögen, was auch immer die großen Staaten über eine mögliche Beendigung des Krieges in der Ukraine und Ähnliches vereinbaren mögen: Putin wird seine Militärmaschine nicht einmal für eine zehnminütige Abkühlung des Motors abstellen. Er wird diese Maschine weiter antreiben und Personal, Bewaffnung und Technologien maximal ausbauen, um den nächsten Schritt zu machen.

Und das ist keine leere Erklärung. Im Rahmen unserer Kommunikation und Zusammenarbeit mit den militärischen Führungen ausnahmslos aller NATO-Mitgliedstaaten geben wir unsere vorrangigen Empfehlungen für die Umsetzung der ersten Schritte, die bereits jetzt notwendig sind, um einen Angriff Putins auf Sie zu verhindern – einen erfolgreichen Angriff. Die ersten fünf Schritte zur sofortigen Umsetzung innerhalb von drei, sechs und zwölf Monaten wurden der politischen und militärischen Führung der NATO nicht nur übermittelt, sie wurden von mir bereits weltweit öffentlich gemacht. Sie wurden einfach veröffentlicht, ausgesprochen, von Journalisten wiedergegeben und in der ganzen Welt verbreitet. Man muss handeln, es gibt keine Zeit.

Was die Ukraine betrifft, liegt bereits alles offen zutage. Die Legalisierung der Mobilisierung, die Bekanntgabe und Umsetzung der Mobilisierung durch Putin, die Ausweitung der Angriffe mit Shaheds – sowohl mit strahlgetriebenen als auch mit gewöhnlichen –,und die Ausweitung gleichzeitiger Raketenangriffe. Ich spreche hier nicht von ballistischen Raketen, sondern von einer gleichzeitigen Salve aller Raketentypen, die Putin im Krieg gegen die Ukraine standardmäßig einsetzt, mit dem Ziel, unsere Infrastruktur zu zerstören, der Zivilbevölkerung das Leben in friedlichen Städten unmöglich zu machen und direkten genozidalen Terror gegen die Zivilbevölkerung auszuüben. Er kann auf dem Schlachtfeld keine Erfolge erzielen, er kann seinem Volk keine wirklichen Erfolge vorweisen. Also verlagert er den Schwerpunkt seiner Angriffe darauf, für die Einwohner, für die Zivilbevölkerung der Ukraine einen Albtraum zu schaffen.

Wir wissen, was dagegen zu tun ist. Aber auch hier liegt allem die Mathematik zugrunde, die nicht ausschließlich von uns abhängt. Zu dieser Art von Mathematik gehört auch die Beteiligung der Partner in Form rechtzeitiger – nicht nur angekündigter, sondern rechtzeitiger – finanzieller Unterstützung.

Es gibt auch kostenlose Schritte, die jedoch stark politisiert sind. Der wichtigste kostenlose, aber politische Schritt ist die Freigabe des Betriebs der Starlink-Satelliten über einem Teil des russischen Territoriums. Wir bekämpfen Drohnen, die über unser Territorium fliegen, aber wir haben nicht genügend Möglichkeiten, die Abschussvorrichtungen für Raketen und dieselben Shaheds zu bekämpfen, deren Standorte wir kennen, für die wir jedoch eine Kommunikationsverbindung brauchen.

Wir haben das in den vorübergehend besetzten Gebieten bewiesen. Aus den vorübergehend besetzten Gebieten setzt der Gegner heute bei massiven Raketenangriffen keine Raketen mehr ein, weil wir dafür gesorgt haben, dass dort keine Abschussvorrichtungen stationiert werden können. Irgendwo dort gibt es vielleicht noch welche, aber sie verstecken sich und werden nicht massenhaft eingesetzt.

Alle Starts erfolgen ausschließlich von russischem Territorium, vom Süden bis ganz in den Norden, von Rostow und Taganrog bis zu den Gebieten Brjansk, Kursk, Belgorod und so weiter. Wir kennen jede Zone, in der sich diese Abschussvorrichtungen befinden. Aber um sie zu zerstören, brauchen wir offene Augen. Keine Versprechen – offene Augen. Und dann werden wir das in kurzer Zeit bewältigen, innerhalb weniger Wochen.

Drittens – ich bin noch nicht fertig. Drittens geht es darum, dass die entscheidenden NATO-Partnerstaaten die Notwendigkeit einer Neuausrichtung und Überarbeitung ihrer eigenen Sicherheitsdoktrinen selbst erkennen und unverzüglich akzeptieren. Nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern wirklich akzeptieren. Und zwar sofort. Sofort. Wissen Sie, die Ukraine wird Ihre Länder ganz sicher mit Drohnen versorgen können, falls auf Ihrem Territorium plötzlich ein Krieg beginnt. Das kann ich heute mit Sicherheit sagen. Aber die Ukraine wird Ihnen ganz sicher nicht die Beteiligung ihrer Soldaten zur Verfügung stellen können, die Sie verteidigen werden. Wir werden schlicht nicht für Sie alle ausreichen. Und wenn Sie eine derart enge Zusammenarbeit mit uns haben, Zugang zu Analysen, zur Geschichte der Ereignisse, zu deren Auswertung und zur Übernahme unserer Erfahrungen, dann ist es, gelinde gesagt, gefährlich, jetzt keine neuen Entscheidungen für die eigene Sicherheit umzusetzen. Und das ist Ihre künftige Herausforderung.

Sie erinnern sich: Die Drohne ist die Plage des dritten Jahrtausends. Und ich scherze nicht. Außerhalb eines Krieges, in den Händen eines Terroristen oder einfach eines Rowdys, der ein Fußballspiel in einem Stadion mit 100.000 Zuschauern sprengen will. Der 11. September – ich weiß nicht mehr, in welchem Jahr – musste in den Vereinigten Staaten geschehen, damit sämtliche Fragen der Sicherheit im Luftverkehr neu überdacht wurden. Ein moderner 11. September ist in Europa noch nicht geschehen, obwohl Drohnen in Leipzig bereits den Flughafen erreicht haben und, Gott sei Dank, nicht explodiert sind.

Wenn es um die Sicherheit jedes einzelnen Penthouses in einem Hochhaus irgendeiner Stadt und um den sicheren Aufenthalt irgendeiner VIP-Person darin geht, eines Bankdirektors, einer finanziell bedeutenden Person, eines Industrieunternehmers oder sonst jemandes, dann werden sie weder in die Keller gehen können, um dort zu arbeiten, noch sich in einem Hochhaus sicher fühlen können. Seien Sie sich dessen sicher. Ich drohe nicht, ich stelle fest. Selbst für den Beruf des Scharfschützen wird nicht einmal mehr in der Kriminalität Platz bleiben. Im Krieg ist der Scharfschütze bereits nicht mehr gefragt.

Frage: Eine persönliche Frage zu Ihrem Hintergrund. Was hat Sie auf Ihre jetzige Position vorbereitet? Ihre Vergangenheit? Vielleicht Ihre Rolle als Geschäftsmann, vielleicht irgendeine andere Erfahrung. Wie sind Sie hierhergekommen? Und nicht einfach nur hierhergekommen, sondern so erfolgreich. Was hat Sie am meisten darauf vorbereitet?

Magyar: Ich bin Ukrainer. Das ist das Erste. Zweitens bin ich Eigentümer von etwas Eigenem – eines Baumes, eines Hauses, eines Unternehmens, egal. Drittens bin ich Vater. Viertens ist das mein Land. Was zum Teufel soll das? 

Und dann ist da einfach dieses einzigartige Phänomen, für das es in der Geschichte vermutlich kein Gegenstück gibt: dass im Jahr 2022 die absolute Mehrheit der Widerstandskräfte aus Zivilisten verschiedenster Berufe bestand, die einfach innerhalb von fünf Tagen zu den Waffen griffen, jeder in seinem Gebiet.

Neben Mut und Patriotismus ermöglichte das, den kollektiven Verstand verschiedener Berufsgruppen an einem Ort zu konzentrieren, ausgerichtet auf die Lösung eines einzigen konkreten Problems. Keine spezialisierte militärische Erfahrung, sondern der gemeinsame kollektive Verstand von Ärzten, Ingenieuren, Sportlern, Gaunern, Geschäftsleuten – von wem auch immer. 

Die Ideen jedes Einzelnen waren anfangs auf das Überleben gerichtet, konzentrierten sich später auf die Vernichtung des Gegners mit allen verfügbaren Mitteln und im nächsten Schritt auf die Skalierung dieser Lösungen und ihre Implementierung in jene Armee, in deren heutiger Form sie jetzt am Krieg teilnimmt. Und in den meisten dieser Gruppen von Menschen verschiedener Berufe fanden sich Projektmanager, die sich schnell orientierten und faktisch die Koordinierung all dieser Handlungen übernahmen.

Das ist der grundlegende Unterschied zu einer klassischen Armee irgendeines Landes der Welt. Kein eng spezialisiertes Berufsbild, sondern kollektiver Verstand. Kollektiver Verstand, gesteuert von einem Projektmanager, der sich von Mathematik leiten lässt. Das ist das Wort, mit dem wir unser Gespräch begonnen haben. Kollektiver Verstand ist das Äquivalent eines Teams. Natürlich baut hier niemand ein Monopol auf oder betreibt ein „Ruhm mir, dem Geliebten“, all das sind Teams. Mit einem solchen Ansatz hat Putin in der Ukraine keine Aussicht auf Erfolg und wird sie auch nicht haben.

Bedauerlicherweise um den Preis des Lebens sowohl unserer Kameraden als auch von der Zivilbevölkerung. Schade ist, dass die Aktivität der Partner erst an der Schwelle zu humanitären Katastrophen einsetzt. Erst dann unternehmen sie jene richtigen Schritte, die rechtzeitig notwendig wären, aber letztlich unternehmen sie sie dennoch. Andernfalls werden auch die Partner in einer Situation des Zugzwangs sein, gelinde gesagt, oder in einer von vornherein verlorenen Konstellation der Zukunft.

Und wir waren und bleiben allen Partnerstaaten dankbar, denen das Geschehen in der Ukraine nicht gleichgültig ist und die uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen, sich beteiligen, uns unterstützen und so weiter. Wenn die NATO lange zum Anspannen braucht, dann haben Sie, die einzelnen Staaten, eine ganze Reihe anderer Formen von Bündnissen, zum Beispiel JEF.

Klopfen Sie deshalb an die Herzen Ihrer Einwohner, aber klopfen Sie noch stärker an die Köpfe Ihrer Führung. Ihre Sicherheit liegt in Ihren Händen, und die Drohnen werden in den Händen der Piloten Ihres Landes liegen. Vielleicht mit einem Ausbilder aus einem anderen Land, aber der Großteil der Piloten wird aus Ihrem Land kommen, ebenso wie die Infanterie. Obwohl ich natürlich wünsche, dass alle Kriege, an denen Schweden beteiligt war, ausschließlich Geschichte bleiben und nicht Zukunft werden.

Erster Teil

Frage: Nach dem, was wir sehen, ist es Ihnen gelungen, eine sehr erfolgreiche Kampagne durchzuführen. Welche Schlüsse ziehen Sie jetzt aus den Ergebnissen dieser Kampagne, nach dem, was Sie sehen?

Magyar: Von welcher Kampagne sprechen wir?

Frage: Von der Drohnenkampagne, „Mid-Strike“ und „Deep-Strike“.

Magyar: Sehen Sie, ich würde das nicht in Kampagnen messen. Ich würde es anhand etwas anderer Kriterien messen. Der groß angelegte Krieg, den Russland gegen die Ukraine entfesselt hat, hat innerhalb kurzer Zeit durch das Aufkommen eines neuen Waffentyps grundsätzlich sämtliche bisherigen Doktrinen, Ansätze und Vorstellungen über die Führung dieses Krieges verändert.

Das heißt, die Drohne, die 2022 bereits als Mittel der Kriegsführung in Erscheinung trat, ist 2025 und 2026 zum Hauptelement dieses Krieges geworden. Das heißt, es ist ein Mittel, das durch die Erfüllung seiner Aufklärungs- und Angriffsfunktionen faktisch ganze Truppengattungen ersetzt hat: Es hat die Funktion der Artillerie übernommen, die Funktion der Luftwaffe übernommen, die Funktion gepanzerter Fahrzeuge, von Panzern und so weiter übernommen.

Denn all die oben genannten Mittel sind, sobald sie in der Killzone auftauchen, nicht einmal mehr in der Lage, ihre Feuerstellungen zu erreichen. Sie werden zu Zielen, die leicht zerstört werden können. Und zwar werden sie auf asymmetrische Weise zerstört. Denn die Asymmetrie zwischen den Kosten dieser Mittel und ihrer Anzahl ist so groß, eine solche Drohne ist im Verhältnis zu einem Panzer, der mehrere zehn Millionen Dollar kostet, so billig, während dieser Panzer im Grunde nicht einmal zu einem Kampfeinsatz ausrücken kann, weil er sich in einer potenziellen Killzone befindet. Einer Killzone, deren Ausdehnung heute ausschließlich von den technischen Eigenschaften der Drohnen selbst und ihrer Anzahl in der Luft bestimmt wird.

Erstens ersetzt die Drohne heute Personal. Das heißt, die Konzentration von Drohnen auf einem Frontabschnitt ermöglicht es, weniger Personal einzusetzen, bei dessen Mobilisierung es in der Ukraine gewisse Probleme gibt. Denn im Laufe von viereinhalb Jahren hat sich unsere Mobilisierungsreserve erheblich verringert, und alle, die kämpfen wollten, kämpfen bereits.

Zweitens hat die Drohne den Krieg transparent gemacht. Früher erhielt die Infanterie Informationen aus irgendwelchen Aufklärungsberichten, Meldungen und anderen Quellen. Heute liegt all das offen zutage. Es ist in Echtzeit sichtbar, weil die Drohnen im ständigen Wechsel fliegen, einander ablösen und es ermöglichen, das Bild des Gefechts, die Art der Handlungen, die logistischen Absichten des Gegners und seine Angriffsabsichten zu kennen. Man weiß buchstäblich alles im Voraus und hat die Möglichkeit, sich vorzubereiten und entsprechende Schläge zu führen.

Drittens ermöglicht die Drohne, gleichzeitig einen Krieg in vier verschiedenen Tiefen zu führen. Das ist die Luftverteidigung im Hinterland unmittelbar nahe der Frontlinie und weiter im Landesinneren. Das ist die Arbeit auf taktischer Ebene, die Arbeit auf operativer Ebene und die Bekämpfung von Zielen in der Tiefe auf strategischer Ebene, was uns wiederum schrittweise ermöglicht, den Krieg auf das Territorium des Besatzers, auf das Territorium Russlands zurückzutragen.

Viertens, fünftens, zehntens. Ich könnte noch viele weitere Punkte nennen, aber vor allem ist die Drohne Mathematik, und Mathematik bedeutet die Möglichkeit einer angemessenen Analyse, Steuerung und Planung des Krieges. Mathematik. Alles steckt darin.

Frage: Man kann also nicht sagen, dass Deep Strikes wichtiger sind als Mid Strikes? Sie alle bilden ein Ganzes. Gibt es einen Unterschied bei der Priorität solcher Angriffe?

Magyar: Heute entfallen 95 Prozent aller Treffer gerade auf die taktische Ebene. Denn gerade auf der taktischen Ebene nutzt der Gegner sein im Vergleich zur Ukraine völlig anderes Mobilisierungspotenzial und wirft immer neue Soldaten nach vorn, um in weitere Gebiete einzusickern. Und gerade am Boden, auf taktischer Ebene, findet ein gewisses Vorrücken des Gegners zur Eroberung von Land statt. Es geschieht nicht aus der Luft, es geschieht nicht von Moskau aus, es geschieht konkret auf dem Schlachtfeld, Kilometer für Kilometer. Natürlich hat Putin, besonders im letzten halben Jahr, auf dem Schlachtfeld nicht viel vorzuweisen, deshalb hat er sich jetzt umorientiert und sich dem Terror gegen die Zivilbevölkerung zugewandt. Aber das ist ein anderes Thema.

Im Dezember 2025 haben wir den nächsten Punkt einer neuen Dimension des Krieges erreicht, als wir die Bilanz zwischen dem Zulauf und dem Ausfall gegnerischen Personals im Krieg ausgeglichen haben. Das heißt, die Zahl des vom Gegner unter Vertrag genommenen Personals entsprach der Zahl des vernichteten gegnerischen Personals. Gerade durch Drohnen haben wir diese Bilanz ausgeglichen. Das ist ein neuer Ausgangspunkt. Aber das löst das Problem nicht. Ich erkläre jetzt, warum.

Bis heute bezeichnet Putin diesen Krieg als militärische Spezialoperation und nutzt zur Auffüllung seines Personals ausschließlich das Potenzial von Vertragssoldaten. Das heißt, sie zahlen Geld und schließen Verträge ab – freiwillig oder nicht freiwillig, das spielt keine Rolle. Sie schließen Verträge mit Personen, die anschließend losziehen, um auf ukrainischem Boden zu sterben. Am 20. September finden bei Putin Wahlen statt. Und das ist die letzte Schwelle, die ihn derzeit noch davon abhält, jene verborgene Mobilisierung zu legalisieren, die in Wirklichkeit bereits stattfindet. Und dann wird er in seinem Land Menschen mit Gewalt zusammentreiben und sie zur Durchführung der sogenannten militärischen Spezialoperation schicken. 

Obwohl diese Mobilisierung jetzt noch als verdeckt und sozusagen „nicht bewiesen“ gilt, sehe ich das nicht so. Und ich analysiere sehr viele OSINT-Daten, Informationen und abgefangene Mitteilungen. Wir führen tiefgehende Analysen durch. Ich behaupte, dass diese Mobilisierung im Herbst beginnen wird, und dann werden wir auf einer ganzen Reihe von Frontabschnitten einen erheblichen Zustrom gegnerischen Personals spüren. Und diese Parität bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts von Zugängen und Ausfällen wird ihren Wettbewerbsvorteil verlieren, weil der Gegner erheblich mehr Personal zur Verfügung haben wird, auch wenn es unerfahren ist. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Das sind vollkommen offensichtliche Dinge.

Und um auf den ersten Teil Ihrer Frage zu antworten: Drohnen auf taktischer Ebene waren, sind und bleiben aus Sicht der Eindämmung des Gegners prioritär. Prioritär und am massenhaftesten eingesetzt. Das heißt, von den zehn Millionen Drohnen, die die ukrainische Militärindustrie heute produziert, wird die absolute Mehrheit der Systeme heute hier auf dem Schlachtfeld benötigt, innerhalb von 15 bis 30 Kilometern.

Operationen, die die operative und die strategische Tiefe betreffen, dienen der Erfüllung anderer Aufgaben. Eine gesonderte Operation rund um die Krim, ihre Blockade – Sie haben davon gehört – dient vor allem dazu, Putin die Nutzung der Halbinsel als militärischen Brückenkopf unmöglich zu machen, von dem aus er seine Operationen gegen die Ukraine führt.

Ihre nächste Aufgabe besteht darin, die Aktivitäten der Schattenflotte zu stoppen, die die besetzten Gebiete und entsprechend das Asowsche Meer mit der Straße von Kertsch nutzte, um Öl, Commodities und alles Mögliche andere abzutransportieren, das mithilfe der Hunderte Schiffe der Schattenflotte in unbegrenzten Mengen auf das offene Meer gelangte und dort zum Zweck des Verkaufs weiter umgeladen wurde.

Und diese Operation hatte eine blitzartige Wirkung. Sie wurde aus der Luft durchgeführt und brachte den Verkehr der Schattenflotte buchstäblich innerhalb von zwei Wochen zum Erliegen. Seit zwei Monaten läuft sie nun, und der Verkehr auf dem Asowschen Meer ist vollständig zum Stillstand gekommen. Die Straße von Kertsch ist blockiert. Der Verkehr auf dem Schwarzen Meer, zumindest in seinem nordöstlichen Teil, ist, gelinde gesagt, erheblich erschwert.

Auf der Krim gibt es eine ganze Reihe solcher Aufgaben. Ich werde sie nicht alle aufzählen. Ich nenne noch eine wichtige, die dritte. Die dritte ist die Logistik auf die Halbinsel und zu den südlichen Frontabschnitten, die intensiv als Landkorridor für Lieferungen auf die Halbinsel und an den südlichen Frontstreifen genutzt wurde – für die Zuführung von Personal, militärischer Ausrüstung, Munition und allem, was Putin die Kriegsführung auf taktischer Ebene, auf dem Schlachtfeld, ermöglicht.

Das heißt, wir schaffen Bedingungen, unter denen ein Militärkontingent nicht auf dem Territorium der Krim stationiert werden kann, um von dort gegen die Ukraine eingesetzt zu werden. Dazu kommen sämtliche begleitenden Bereiche zur Aufrechterhaltung des Lebens dort. Ein besonderer Fokus liegt auf einer Zahl in Millionenhöhe, einer Zahl, die sich auf eine Million und mehr beläuft. Das ist dieser russische kolonialistische Migrationstourismus von Menschen, die vor zehn oder 13 Jahren einfach auf unser Land kamen, die Häuser von Ukrainern bezogen und es sich unter den schönen Bedingungen auf der Krim bequem machten, nachdem sie aus den tiefsten Sümpfen gekommen waren, in denen sie gelebt hatten – im Zuge von Putins müheloser Einnahme der Krim. Denn die Krim fiel ihm leichter in die Hände, als es einem gewöhnlichen Dieb fallen würde, beispielsweise vor Ihrem Parlament ein Auto zu klauen. Dort wäre es schwieriger, denn dort gibt es Kameras und Polizei. Hier dagegen kam er einfach, nahm sich eine leichte Trophäe und machte sie obendrein noch zu etwas Sakralem.

Nun zur strategischen Ebene. Sie hat völlig andere Aufgaben. Und wir haben intensiv daran gearbeitet, die Fähigkeit zur Erfüllung dieser Aufgaben zu erlangen. Faktisch haben ukrainische Ingenieure während des Krieges, während sie das Schlachtfeld mit Drohnen versorgten, unermüdlich Drohnen entwickelt, die in der Lage sind, wesentlich tiefer zu fliegen und wesentlich wichtigere Spezialoperationen durchzuführen. Und in der strategischen Tiefe konzentriert sich die Hauptaufgabe auf drei oder vier völlig andere Zieltypen.

  • Erstens sind das sämtliche Unternehmen, die Finanzierungsquellen des Krieges darstellen.

Putin verfügt über grenzenlose Bodenschätze, durch deren Export er Devisen erhält, mit denen er den Krieg finanziert. Das heißt, sämtliche Quellen der Kriegsfinanzierung sind legitime militärische Ziele und müssen unverzüglich zerstört werden, um das System der Kriegsfinanzierung auszubluten.

Zweitens: Wenn man berücksichtigt, dass Putin nie aufgehört hat, sich auf diesen Krieg vorzubereiten. Dieses Land hat sein ganzes Leben lang seinem eigenen militärisch-industriellen Komplex große Aufmerksamkeit und erhebliche finanzielle Mittel gewidmet und tut dies weiterhin.

  • Deshalb sind die zweite Priorität strategischer Angriffe in der Tiefe sämtliche Produktionsstätten für Waffen in all ihren Formen.

Die Finanzierungsquellen des Krieges ausbluten lassen. Die Unternehmen ausschalten und zerstören, die Mittel und Waffen herstellen, die in den Krieg geschickt werden: unbemannte Systeme, gepanzerte Systeme, alles, was fliegt, schießt und so weiter. Das sind zwei wichtige Prioritäten.

  • Die dritte Priorität sind sämtliche logistischen Versorger der militärischen Spezialoperation.

Das sind Monopole innerhalb Russlands, die für die massenhafte Logistik und die Versorgung mit Gütern für militärische Zwecke sorgen. Wenn wir über bestimmte Logistikzentren sprechen, mit deren Zerstörung wir uns regelmäßig und erfolgreich beschäftigen, dann betrifft ein gesonderter Bereich die taktischen und sonstigen Luftverteidigungssysteme, die Russland noch aus den Errungenschaften der Sowjetunion geerbt hat und bis heute sehr intensiv produziert. Damit verschafft es sich den sogenannten Schild, der das Eindringen von Luftzielen tief nach Russland hinein begrenzt. Das heißt, es handelt sich um sämtliche Elemente der Luftverteidigung, von denen wir Hunderte ausschalten und dadurch das Fenster in die Tiefe des russischen Territoriums rund um die Uhr offen halten.

Obwohl der Anteil der Angriffe in der Tiefe Russlands – Sie haben die Zahl heute gehört: 95 Prozent entfallen auf die taktische Ebene – also nicht mehr als fünf Prozent beträgt, kann man heute, Stand August 2026, mit Sicherheit sagen, dass es im europäischen Teil Russlands keinen einzigen Ort mehr gibt, den der Gegner als ruhiges Hinterland betrachten kann. In jedem Winkel, auf jedem Kilometer gibt es Raum, der für Angriffe durch einen freiheitsliebenden ukrainischen Vogel erreichbar ist.

Und schließlich ist das ein gesondertes Mittel, um auf den moralisch-psychologischen Zustand der gewöhnlichen Einwohner dieses Landes, Russlands, einzuwirken, damit sie ihre eigene Verbindung zu diesem Krieg spüren. Denn all die früheren Kriege, die Russland führte, um, wie sie sagen, jemanden von irgendetwas zu befreien, berührten keinen einzigen gewöhnlichen Einwohner Russlands, weil sie nicht auf russischem Territorium stattfanden. Es brauchte vier Jahre, in denen wir den Vormarsch der Russen in den von ihnen besetzten ukrainischen Gebieten aufhielten, um 2025 und 2026 damit beginnen zu können, den Krieg in vollem Umfang auf die Seite des Gegners zu verlagern. Und das ist inzwischen nicht mehr nur eine Tatsache, sondern Alltag – ein Alltag, an den sich die Bürger des Aggressorstaates nicht gewöhnen und der für sie dennoch alltäglich geworden ist.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Interview
Titel des Originals: Без права на сліпу віру та самонавіювання про „впевненість у ненападі“. Тест Статті 5 NATO. Інтервʼю суспільному мовнику Швеції SVT від 22.08.2026. Роберт Мадяр Бровді.
Kanal: schwedischer öffentlich-rechtlichen Sender SVT
Veröffentlichung: 22.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Rubio: Die USA steigen aus den Verhandlungen aus | Vitaly Portnikov. 22.05.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio hat heute faktisch den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem sogenannten dreiseitigen Verhandlungsprozess zwischen den Vereinigten Staaten, der Ukraine und Russland festgestellt und betont, dass die Vereinigten Staaten keinen Sinn darin sehen, an einem Prozess teilzunehmen, der zu keinerlei konkreten Ergebnissen führt, aber bereit seien, zu den Verhandlungen zurückzukehren, wenn sie irgendeinen praktischen Sinn hätten.

Im Grunde hat der Außenminister der Vereinigten Staaten gerade heute den endgültigen Tod jenes Verhandlungsprozesses festgestellt, der von niemand anderem als dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump initiiert worden war, nachdem dieser zum zweiten Mal ins Weiße Haus eingezogen war. Und wie bekannt ist, setzte man in Washington große Hoffnungen auf diesen Verhandlungsprozess.

Und noch vor einigen Wochen, wenn nicht Tagen, sprach Donald Trump selbst davon, dass die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine auf irgendeiner unverständlichen Ebene erfolgreich weitergingen und der Krieg zwischen Russland und der Ukraine seinem Ende entgegengehe. Jetzt hat der Außenminister der Vereinigten Staaten im Grunde das Gegenteil festgestellt. Und gerade deshalb lohnt es sich, bei dieser Erklärung des amerikanischen Diplomaten stehenzubleiben, um zu verstehen, was geschieht.

Nun, zunächst einmal muss man, wenn man über die Erklärung von Marco Rubio spricht, verstehen, dass er selbst nie ein großer Anhänger jenes Verhandlungsprozesses war, den Donald Trump begonnen hatte. Und ich erinnere daran, dass Marco Rubio selbst an diesem Verhandlungsprozess praktisch nie real teilgenommen hat. Er traf sich tatsächlich, nachdem Donald Trump ins Weiße Haus zurückgekehrt war, in der ersten Phase der Trump-Regierung mit der russischen Delegation.

Erinnern Sie sich, dass es ein Treffen gab, bei dem Rubio als Außenminister der Vereinigten Staaten anwesend war? Er war noch nicht Nationaler Sicherheitsberater. Ein weiterer Teilnehmer dieser Verhandlungen war Steve Witkoff. Und auf russischer Seite konnte man den Außenminister Russlands Sergej Lawrow und den außenpolitischen Berater des Präsidenten der Russischen Föderation Juri Uschakow sehen. Aber auch dieses Treffen der Beamten führte zu keinerlei konkreten Ergebnissen, und es war kein Teil des russisch-ukrainisch-amerikanischen Verhandlungsprozesses.

Es ist sehr schwer zu verstehen, wer in dem Chaos, das Trump anstelle eines Systems staatlicher Verwaltung der Vereinigten Staaten geschaffen hat, tatsächlich Außenminister ist. Formal bekleidet Marco Rubio dieses Amt, aber ich erinnere daran, dass er schon seit langer Zeit Nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist.

Diese Ämter werden in der amerikanischen Diplomatie nur sehr selten kombiniert. Die einzige Person, scheint es, die ein solches Amt für kurze Zeit in der Ära des Präsidenten der Vereinigten Staaten Richard Nixon kombinierte, war der berühmte Henry Kissinger, auf dessen Gewissen strategische Fehler der amerikanischen Außenpolitik liegen, die die Vereinigten Staaten schließlich in jenen außenpolitischen Abgrund geführt haben, aus dem sie ohne sichtbare Erfolge herauszukommen versuchen.

Rubio bekleidet das Amt des Nationalen Sicherheitsberaters des Präsidenten der Vereinigten Staaten, aber im Unterschied zu Kissinger erinnert sich praktisch niemand an dieses Amt von ihm, nicht einmal in der offiziellen Chronik.

Aktuell ist der Außenminister ein Mensch, der sich gerade mit der Erfüllung der Pflichten eines Beraters des Präsidenten beschäftigt. Er verbringt praktisch die ganze Zeit im Weißen Haus und nicht im Außenministerium. Im Außenministerium erscheint Marco Rubio äußerst selten. Dieses Ressort leitet im Grunde, aus Sicht der praktischen Arbeit, einer seiner Stellvertreter.

Dabei muss man sagen, dass Rubio auch auf diesen beiden Posten – sowohl als Außenminister als auch als Vertreter des Präsidenten für Fragen der nationalen Sicherheit – nicht jene Aufgaben erfüllt, die in der Regel seine Vorgänger erfüllten, sich nicht mit grundlegenden Verhandlungen beschäftigt. Denn der kollektive Außenminister der Vereinigten Staaten sind in Wirklichkeit andere: Trumps Freund Steve Witkoff, Sonderbeauftragter des US-Präsidenten, und sein Schwiegersohn Jared Kushner. Sie führen jene außenpolitischen Verhandlungen, die für Trump wirklich wichtig sind. Wie wir wissen, waren sie bei den russisch-ukrainischen Verhandlungen anwesend und beschäftigen sich jetzt mit dem Wichtigsten: mit den Iran-Verhandlungen, von denen Trumps politisches Schicksal, die Wirtschaft und die Zukunft Amerikas abhängen.

Rubio nimmt an all dem faktisch nicht teil. Er beschäftigt sich mit für Trump eher nebensächlichen Fragen – etwa mit Reisen nach Europa und Gesprächen mit europäischen Außenministern, obwohl die Beziehungen zu Europa für Trump keinerlei Priorität haben. Oder mit der Kuba-Frage, die für Trump ebenfalls keine Priorität darstellt, für Rubio jedoch als ethnischen Kubaner und als jemanden, der natürlich den Zusammenbruch des kommunistischen Regimes auf der Insel erleben möchte, von besonderer Bedeutung ist.

Aber selbst wenn ein solcher Zusammenbruch eintreten sollte, wäre dies für die amerikanische Außenpolitik eher eine nebensächliche Frage – erst recht im Vergleich zu den Herausforderungen, vor denen die Vereinigten Staaten wegen der blockierten Straße von Hormus und der Unmöglichkeit stehen, das Problem des iranischen nuklearen Raketenprogramms zu lösen.

Und es schiene, dass gerade Rubio sich als Nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten und als Außenminister der Vereinigten Staaten mit diesen Fragen beschäftigen müsste, aber er befindet sich, wie wir sehen, an einem völlig anderen Ort. Daher wäre es aus Sicht der Interessen des Außenministers selbst für ihn gar nicht schlecht, wenn die russisch-ukrainischen Verhandlungen scheiterten, um noch einmal die Hilflosigkeit des kollektiven Außenministers Witkoff und Kushner zu demonstrieren.

Aber man sollte nicht denken, dass Rubio irgendwelche Anstrengungen unternimmt, um diesen Verhandlungsprozess scheitern zu lassen. Er stellt einfach den Tod dessen fest, was gar nicht geboren wurde.

Erinnern wir uns überhaupt daran, wie das alles die ganze Zeit aussah. Trump initiierte seine ersten Gespräche mit Putin bereits im Frühjahr 2025, und jetzt ist Frühjahr 2026, vergessen Sie nicht, es ist nur ein Jahr vergangen, aber es war so voller Informationsereignisse, dass es uns scheinen kann, als sitze Donald Trump schon seit fünf bis sieben Jahren im Oval Office.

Trump initiierte Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, die Wiederaufnahme dieser Verhandlungen, als Putin mit der Idee der Wiederaufnahme der Istanbuler Verhandlungen auftrat. Zugleich bestand Trump jedoch die ganze Zeit auf der Notwendigkeit einer Waffenruhe als Hauptbedingung für die Fortsetzung des Verhandlungsprozesses.

Als man in Washington sich überzeugt hat, dass die bilateralen russisch-ukrainischen Verhandlungen zu nichts führen, entschied die Administration, dass ihr Eingreifen den Lauf der Ereignisse verändern könne. Damals begannen die Treffen Steve Witkoffs mit Putin. Damals begannen bedingt trilaterale Konsultationen, bei denen es fast nie direkte Gespräche zwischen Moskau und Kyiv gab. Sie fanden erst in letzter Zeit statt.

Und dann musste Trump schließlich auf seine zentrale Verhandlungsidee verzichten. Übrigens auf jene Idee, die er während des iranisch-amerikanischen Krieges umgesetzt hat. Ich erinnere Sie jetzt daran: Wenn Sie sehen wollen, wie echte Verhandlungen über die Beendigung eines Krieges stattfinden sollen, schauen Sie auf die Vereinigten Staaten und die Islamische Republik.

Das Erste, was man in Washington und Teheran erreichte, war eine Waffenruhe. Ja, natürlich kann der Krieg jeden Moment wieder aufgenommen werden, er kann noch ernstere und blutigere Formen annehmen. Wir wissen nicht, welche Entscheidungen Donald Trump treffen wird, natürlich. Aber zugleich muss man auch begreifen: Jetzt wird an der amerikanisch-iranischen Front nicht geschossen, sondern versucht, sich zu einigen.

Dieser Verhandlungsprozess findet statt, jetzt ist der Oberbefehlshaber der pakistanischen Armee, Feldmarschall Munir, in Pakistan, der Premierminister Pakistans Sharif ist jetzt in Peking. Das heißt, es gibt eben solche diplomatischen Bemühungen, reale Bemühungen. Trump wollte Putin dieses Rezept vorschlagen.

Putin lehnte die Idee einer Waffenruhe mehrfach ab. Und dann, praktisch nach dem Gipfel des russischen und amerikanischen Präsidenten in Anchorage, Alaska, verzichtete Trump im Grunde auf diese Idee. Zunächst verzichtete er auf die Idee einer bedingungslosen Waffenruhe und begann zu überzeugen, dass Putin Bedingungen für eine Waffenruhe stellen könne.

Und nach Anchorage ging er überhaupt zu einer noch größeren Kapitulation vor seinem russischen Kollegen über, als er anerkannte, dass Friedensverhandlungen während der laufenden Kampfhandlungen stattfinden können. Was Putin im Übrigen auch wollte.

Offensichtlich konnte Trump hoffen, dass, falls er Putin Verhandlungen während der Kampfhandlungen anbietet, dieser im Gegenzug der Idee einer schnellen Unterzeichnung eines Friedensabkommens zustimmen würde.

In Wirklichkeit brauchte Putin all das vom ersten Tag an nicht. Er hatte nicht vor, an irgendeinem realen Verhandlungsprozess teilzunehmen. Und wie der Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika richtig sagt, zog er die Zeit hinaus.

Wozu? Um normale Kontakte mit dem amerikanischen Präsidenten aufrechtzuerhalten und sich vor irgendwelchen ernsthaften Sanktionen seitens der Vereinigten Staaten zu schützen, was vor dem Iran-Krieg ebenfalls nicht besonders gut gelang, denn wie Sie wissen, wurden Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft verhängt, die größten russischen Ölunternehmen, Putins Geldbörsen.

Nachdem der Iran-Krieg begonnen hatte und Trump als Erstes seinen russischen Kollegen anrief, verstand Putin, dass die Kontakte mit Trump nun nicht von den russisch-ukrainisch-amerikanischen Verhandlungen abhängen, und verlor überhaupt jedes Interesse an ihnen.

Man kann sagen, dass auch die amerikanische Seite jetzt absolut nicht an diesen Verhandlungen interessiert ist, weil Trump niemand anderen außer Witkoff und Kushner hat, dem er zumindest ansatzweise vertrauen könnte, besonders in Kontakten mit Putin. Und offensichtlich prägt die Idee wirtschaftlicher Beziehungen mit dem russischen Machthaber weiterhin das Bewusstsein des amerikanischen Präsidenten, während Witkoff und Kushner hoffnungslos im nahöstlichen Anti-Friedensprozess feststecken. Und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sie da schnell herauskommen.

Wenn Sie von ukrainischen oder russischen Beamten hören, dass Witkoff und Kushner bald nach Kyiv kommen werden, wie uns wiederholt versprochen wurde, oder dass sie in einigen Wochen nach Moskau kommen werden, wie kürzlich der außenpolitische Berater des Präsidenten der Russischen Föderation Uschakow sagte, müssen Sie wissen, dass „in einigen Wochen“ in der Übersetzung aus der bürokratischen Sprache „niemals“ bedeutet.

In der Diplomatie gibt es keine „einigen Wochen“. Die Ankunftstermine bestimmter Menschen werden entweder abgestimmt oder nicht abgestimmt. Das heißt, derzeit gibt es keinen abgestimmten Termin für die Ankunft von Witkoff und Kushner entweder in der russischen oder in der ukrainischen Hauptstadt angesichts der offensichtlichen Sinnlosigkeit dieser Reisen.

Denn die Frage ist nicht einmal, dass Putin sich überzeugt hat, dass seine Kontakte mit dem amerikanischen Präsidenten nicht mehr vom Krieg in der Ukraine abhängen. Er hat sich auch von etwas anderem überzeugt: dass Trump keine Möglichkeiten mehr hat, weiter Druck auf ihn auszuüben. Anstatt die Energiesanktionen gegen die Russische Föderation zu verschärfen, heben die Vereinigten Staaten bereits zum dritten Mal Sanktionen gegen russisches Öl auf und erlauben Ländern des Globalen Südens, und nicht nur ihnen, russisches Öl zu kaufen, das sich derzeit auf See befindet und das Russland trotz aller Angriffe auf russische Ölhäfen und Ölraffinerien weiterhin dorthin ausführen kann, wenn auch nicht in dem Umfang, wie es vor Beginn der Angriffe der ukrainischen Armee auf Ölraffinerien und Ölhäfen der Russischen Föderation der Fall war.

Was bedeutet das für uns praktisch? Dass die Vereinigten Staaten nun schon zweimal hintereinander nach ihrer ersten Entscheidung, Russland eine Lizenz zum Verkauf von Öl zu gewähren, bis zum letzten Tag sagen, dass sie die Erlaubnis nicht verlängern werden, und buchstäblich 24 Stunden vor dem Moment, kurz bevor diese Genehmigung ausläuft, sie wieder verlängern. Das heißt, die Vereinigten Staaten gestehen damit faktisch ihre eigene Ohnmacht ein. Denn es ist offensichtlich, dass der amerikanische Finanzminister Scott Bessent, einer der entschiedensten Befürworter der Verdrängung Russlands vom Energiemarkt als Konkurrenten der USA, alles dafür tun würde, russisches Öl vom Markt zu verdrängen. Doch dazu fehlt ihm die Möglichkeit, weil Donald Trump am bestehenden Ölgleichgewicht festhält. Trump ist sich der verheerenden Folgen bewusst, die eine Blockade der Straße von Hormus durch Iran für seine politische Karriere und möglicherweise sogar für seine persönliche Zukunft und Freiheit haben könnte.

Daher fehlen jene Druckinstrumente, die die Vereinigten Staaten gegenüber Russland vor Beginn des Nahostkrieges hatten, derzeit. Das bedeutet nicht, dass sie immer fehlen werden. Das bedeutet, dass diese Instrumente derzeit fehlen. Natürlich kann man Druck auf die Ukraine ausüben, aber unter den Bedingungen, in denen sich die Vereinigten Staaten derzeit befinden, gelingt ihnen auch das nicht besonders.

Und es ist ebenfalls verständlich, warum. Praktisch hat sich jenes Interesse am Kauf amerikanischer Waffen, das in Kyiv noch mehrere Monate lang bestand, aus dem einfachen Grund verringert, dass der amerikanische Waffenmarkt unter dem Druck jener unüberwindbaren Umstände, die mit den halsbrecherischen Fehlern amerikanischer Politiker und amerikanischer Militärs im Iran-Krieg verbunden sind, wie Chagrinleder schrumpft.

Amerikanische Politiker planten einen Blitzkrieg mit schnellem Machtwechsel. Und hier machte Trump sich genauso zum Narren, wie Putin sich in der Ukraine zum Narren machte – bei viel größerer Stärke Amerikas im Vergleich zu Russland.

Trump, der sich noch vor kurzem über Putin lustig machte, weil dieser seit vielen Jahren in der Ukraine herumwurstelt und seine Aufgaben nicht erfüllen kann, ist im Iran faktisch vollständig den Weg des russischen Präsidenten gegangen, indem er sich eine völlig merkwürdige Sache ausdachte: dass er durch die Vernichtung des Obersten Führers des islamischen Regimes, Ayatollah Khamenei, und seines nächsten Umfelds das Problem des Systems der Macht im iranischen Staat lösen könne.

Eine erstaunliche Unwissenheit und ein Unverständnis dessen, was in der Welt geschieht, sowohl seitens des amerikanischen Präsidenten als auch seitens des israelischen Premierministers, der im Prinzip den jüdischen Staat jetzt an den Rand einer realen, wenn nicht strategischen, dann ganz sicher taktischen Niederlage in der Konfrontation mit einem der gefährlichsten Regime der heutigen Welt für Israel geführt hat.

Aber auch die Militärs haben enorme Fehler gemacht. Es entsteht geradezu der Eindruck, dass sie den russisch-ukrainischen Krieg nicht verfolgt haben, nicht begriffen haben, wie sehr sich der Krieg verändert hat, die Gefahr der Drohnen unterschätzt und im Kampf gegen billige iranische Fluggeräte die teuersten amerikanischen Raketen verschossen haben. Dabei wird sich der amerikanische militärisch-industrielle Komplex noch jahrzehntelang von diesen massiven Verlusten erholen müssen.

Und wenn man sich vorstellt, dass der Krieg wieder aufgenommen wird und genau so weitergeht, wie er war, könnten die Amerikaner gegenüber den Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte schutzlos werden. Das ist es, was jetzt mit den Vereinigten Staaten von Amerika geschieht. Erstaunlich.

Dann stellt sich aber die Frage, was sie uns verkaufen können, wenn sie selbst nicht genug haben und wenn sich für die Luftverteidigungssysteme, die in den Vereinigten Staaten nur sehr langsam produziert werden, weil der amerikanische militärisch-industrielle Komplex auf die neuen Herausforderungen nicht vorbereitet war, inzwischen eine Warteschlange von Ländern gebildet hat, die für Trump deutlich wichtigere Verbündete sind als die Ukraine. Daher ist es schwer, hier Druck auszuüben, wenn man nichts anzubieten hat und wenn praktisch das gesamte Interesse am Thema Ukraine in den Vereinigten Staaten heute nicht so sehr mit Waffen verbunden ist, die es fast nicht gibt, und nicht so sehr mit Geld, das es überhaupt nicht gibt, sondern mit dem Austausch von Aufklärungsinformationen.

Aber derzeit gibt es ein Interesse der Vereinigten Staaten, weil die Ukrainer sie in Drohnenfragen beraten. Und die amerikanischen Militärs sind die Letzten, die jetzt mit der Ukraine Porzellan zerschlagen möchten, weil dies für sie zu viel ernsthafteren Folgen führen kann als für uns, wenn sie, gerade die Amerikaner, keine Aufklärungsinformationen liefern, die durch Informationen aus europäischen Quellen ersetzt werden können.

Deshalb fürchtet nicht nur Putin keinen harten Druck von Trump, sondern auch Zelensky fürchtet ihn nicht. In dieser Situation sind für uns aus Sicht des Drucks sogar die Europäer viel ernsthafter als die Amerikaner. Es ist erstaunlich, dass das so schnell passiert ist, dass Trump Amerika innerhalb eines Jahres wieder groß gemacht hat – allerdings, würde ich sagen, mit einer Konsequenz, die selbst im ersten Monat seines Aufenthalts im Weißen Haus schwer vorherzusehen war.

Das heißt, ich war mir bewusst, dass ein solcher Mensch an der Spitze Amerikas eine Kaskade von Fehlern und Prüfungen bedeutet. Aber ich würde nicht sagen, dass ich damit gerechnet hätte, dass alles derart schlecht ist und dass ein so vollständiges Unverständnis der Welt und der Situation besteht, dass das alles so weit gehen würde. Nun, Zollkriege, okay, das ist wirtschaftliche Unwissenheit, die für einen Immobilienmakler völlig normal ist. Nun, Kakophonie in sozialen Netzwerken. Okay, das ist normal für einen Menschen, der immer im Vordergrund stehen wollte. Nun, die Bereitschaft, gegen feindliche Regime zu kämpfen. Okay, das war aus Sicht des heutigen Selbstbildes Trumps absolut verständlich. Aber dass dies völlig unvorbereitet sein würde, dass sich das System als so, ich würde sagen, unvollkommen und hilflos erweisen würde, das habe ich nicht erwartet, ehrlich gesagt.

Das heißt, das Ausmaß unserer weiteren Prüfungen können wir nie bis zum Ende begreifen, weder 2019 noch 2025. So ist das Leben.

Also stellt sich in dieser Situation die Frage: „Worüber soll man Verhandlungen führen, wenn die Vereinigten Staaten in diesen Verhandlungen nicht als starke Seite auftreten können?“ Praktisch über nichts.

Deshalb kehren wir mit Ihnen einfach zu der Situation zurück, in der wir bis Januar 2025 im Grunde waren, als die Amerikaner mit den Russen keinerlei Verhandlungen über die Beendigung des Krieges führten und die Russen natürlich nicht vorhatten, mit uns irgendetwas zu besprechen, denn unter Verwendung eines Zitats des Präsidenten der Russischen Föderation Putin, das er dem inzwischen ehemaligen Premierminister und vielleicht künftigen Premierminister Israels Naftali Bennett sagte, der 2022 mit einer vermittelnden Friedensmission zu ihm kam und fragte, was er den Ukrainern übermitteln solle, sagte Putin klar: „Sag ihnen, dass ich sie alle vernichten werde.“ Diese Idee bleibt bis zum heutigen Tag die Leitidee des russischen Machthabers, seiner Armee und seines Volkes.

Hier hat sich seit 2022 nichts geändert, nicht einmal um einen Zentimeter. Und nun stellt sich die Frage: Was weiter?

Nun, alles ist einfach. Ich sage immer, dass es weiter nur unsere reale Arbeit an der Schwächung des wirtschaftlichen Potenzials der Russischen Föderation geben kann. Russland wird ohne Geld und Soldaten nicht kämpfen können. Wenn Russland Ressourcen hat, wird der russisch-ukrainische Krieg sowohl in den 2020er als auch in den 2030er Jahren des 21. Jahrhunderts ohne jede Hoffnung auf ein Ende weitergehen.

Aber es stellt sich immer die Frage, ob Russland solche Ressourcen haben wird. Ich werde nicht sagen, dass es irgendeinen realen Bruch im Krieg gegeben hat, aber Sie sehen selbst, dass ukrainische Drohnen und Raketen bereits die entferntesten Punkte in der Russischen Föderation erreichen und Unternehmen des militärisch-industriellen und des Erdölraffineriekomplexes der Russischen Föderation zerstören. Das heißt, man kann sagen, den Körper und das Blut der russischen Wirtschaft.

Ohne Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes wird die russische Armee nicht funktionieren, ebenso wie es ohne Unternehmen des Erdölraffineriekomplexes einfach kein reales Geld geben wird. Wenn Russland keine Möglichkeiten haben wird, sein Öl aus Ölhäfen auszuführen, die wir ebenfalls angreifen, wird das bedeuten, dass keine Präferenzen, die Putin heute von Trump gewährt werden, in dem Maße funktionieren werden, wie es hätte sein können, wenn es solche Angriffe nicht gäbe. Und wenn man berücksichtigt, dass die westlichen Sanktionen gegen die russische Wirtschaft ebenfalls wirken, schafft dies im Prinzip Bedingungen für eine Verschlechterung der wirtschaftlichen und sozialen Situation in Russland.

Dass die russischen Truppen absolut beispiellose Verluste haben, wird faktisch auch in Russland selbst anerkannt. Und derzeit diskutieren viele die Frage, ob Putin eine teilweise Mobilmachung durchführen wird oder nicht.

Aber eine teilweise Mobilmachung ohne Verträge ist leichter gesagt als getan. Erstens verstehen Sie, dass es eine Sache sind Menschen, die für ein Haufen Geld Ukrainer töten gehen und diesen Krieg faktisch als sozialen Aufzug benutzen, weil sie keine anderen Chancen haben, in diesem sozialen Aufzug aufzusteigen. Zweitens – und das muss man ebenfalls klar begreifen – werden Menschen, die nicht für Geld kämpfen, völlig anders kämpfen als jene, die für Geld in den Krieg ziehen.

Die Gefahr besteht auch darin, dass eine große Zahl dieser Menschen, wie wir es bereits 2022 gesehen haben, einfach aus Russland irgendwohin fliehen werden, um nicht in die russische Armee mobilisiert zu werden. Der russisch-ukrainische Krieg ist in Russland aus Sicht der Besonderheiten der Teilnahme jener, die keine Vertragssoldaten werden wollen, äußerst unpopulär.

Und eine solche Mobilmachung verletzt in jedem Fall jenen Gesellschaftsvertrag, den die russische Macht mit der russischen Gesellschaft hat. Und zwar muss man jetzt viel mehr als 2022 mit diesem Gesellschaftsvertrag rechnen, weil der Krieg bereits in die Häuser der Russen gekommen ist, er sich bereits dort niedergelassen hat, bereits klar geworden ist, dass die kommenden Jahre des Krieges tragisch nicht nur für die Ukrainer, sondern auch für die Russen verlaufen werden, dass beide Länder auf einen Waffenstillstand der Ruinen zusteuern, wenn es ihnen in den kommenden Jahren nicht gelingt, zumindest eine minimale Vereinbarung über eine Waffenruhe zwischen Moskau und Kyiv zu erreichen, und dass es nicht so sein wird, dass man uns hier beschießt, tötet, zerstört und so weiter, während die Russen einfach weiterleben und den Krieg nicht bemerken. Nein.

Die Tatsache, dass Drohnen bereits am Stadtrand der russischen Hauptstadt explodieren, ist für die Russen ein viel eindringlicheres Zeugnis dessen, was sie erwartet, als alle Reden Putins. Und unter solchen Umständen auch noch eine Mobilmachung durchzuführen, dürfte äußerst schwierig werden.

Daher sehe ich für den russischen Präsidenten derzeit nicht, natürlich werde ich nicht sagen zu 100 Prozent, Gründe und Bereitschaft, so etwas zu tun. Und ich habe immer gesagt, dass ein realer Verhandlungsprozess dann möglich ist, wenn Putin tatsächlich eine reale Waffenruhe brauchen wird – nicht für Gespräche um der Gespräche willen mit Trump, sondern für eine Atempause seines eigenen Systems und der russischen Armee, um Kräfte zu sammeln für einen neuen, vielleicht umfassenderen und ernsthafteren Schlag gegen die Ukraine in der Zukunft.

Aber bis zur Zukunft muss man, sozusagen, erst einmal durchhalten. Und in dieser Situation werden keinerlei Witkoffs und Kushners gebraucht werden, denn man muss begreifen, dass Witkoff und Kushner Putin nicht als Vermittler bei Verhandlungen mit der Ukraine braucht. Er braucht sie als Leute, die sich manipulieren lassen, damit sie anschließend Trump manipulieren.

Dabei geht es nicht um russisch-ukrainische Verhandlungen, sondern um amerikanisch-russische Beziehungen. Reale russisch-ukrainische Verhandlungen werden höchstwahrscheinlich keine amerikanische Vermittlung brauchen, denn die Amerikaner waren bei diesen Verhandlungen kein realer Vermittler, sondern eine Seite der Nutzung durch uns wie auch durch die Russen.

Wir nutzten Witkoff und Kushner, um uns nicht mit Trump zu zerstreiten, damit der Austausch von Aufklärungsinformationen nicht aufhörte, damit man uns weiter Waffen verkaufte. Putin nutzte Witkoff und Kushner, um Kontakte mit dem amerikanischen Präsidenten aufrechtzuerhalten und nach Möglichkeit Sanktionsdruck seitens Trump zu vermeiden.

Das bedeutet eine einfache Sache: Wenn Vermittler für die Verhandlungsparteien praktisch nur noch ein Instrument zur eigenen Nutzung sind, dann sind sie keine Vermittler mehr. Wenn es also in den kommenden Jahren, vielleicht Monaten, tatsächlich eine Chance geben wird, reale russisch-ukrainische Verhandlungen zu führen, können sie überhaupt ohne Vermittler stattfinden, oder sie können mit anderen Vermittlern stattfinden, die nicht für die Nutzung durch die Seiten wichtig sein werden, sondern weil die Seiten bereit sein werden, ihnen gerade als Vermittlern zu vertrauen. Das ist ebenfalls eine reale Möglichkeit für die Zukunft.

Nun, ich würde sagen, dass das, was wir von Rubio gehört haben, die Feststellung dessen ist, was all diese Monate in Wirklichkeit geschah. Und das Einzige, was mich wunderte, war, dass es Menschen gab, die von diesem Verhandlungsprozess tatsächlich irgendetwas erwarteten. Selbst dann, als die Vereinigten Staaten faktisch feststellten, dass sie an diesem Prozess nicht mehr teilnehmen, waren wir die ganze Zeit bereit, den Erklärungen von Politikern, demselben Trump, mehr zu glauben als der Realität.

Und die Realität ist, dass die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, der Ukraine und Russland die ganze Zeit ausschließlich als Theateraufführung stattfanden. Und nach Beginn des Nahostkrieges entfiel für alle Seiten die Notwendigkeit einer Theateraufführung.

Putin und Zelensky müssen in dieser Theateraufführung nicht mehr spielen. Trump muss sich diese Theateraufführung nicht mehr ansehen. Er hat jetzt völlig andere Premieren auf dem Spielplan. Und hinsichtlich der Folgen dieser Premieren hat Trump, wie Sie verstehen, dass Trump wegen des Nahen Ostens tatsächlich massive Kopfschmerzen hat und nicht wegen des russisch-ukrainischen Krieges.

Obwohl ich nicht ausschließe, dass Trump wirklich möchte, dass der russisch-ukrainische Krieg zumindest in nächster Zeit endet, weil er bei den Zwischenwahlen wenigstens irgendwelche Ergebnisse vorlegen muss. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass der russisch-ukrainische Krieg die 45. Frage auf der Tagesordnung des amerikanischen Wählers ist. Aber zugleich gibt es trotz der Zweitrangigkeit dieses Problems für den gewöhnlichen Amerikaner einen Konsens in der amerikanischen Gesellschaft über die Unterstützung der Ukraine und die Nichtunterstützung Russlands.

Und für Trump wäre es tatsächlich wichtig, vieles zu tun, um zu zeigen, dass er ein realer Friedensstifter ist, dass er den russisch-ukrainischen Krieg beendet.

Ich werde einige Fragen beantworten, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.

Frage. Sie sagen, die Russische Föderation habe keine Ressourcen für einen Angriff auf die baltischen Staaten. Wie ist dann zu erklären, dass sie neue Startpunkte für Shaheds bauen?

Portnikov. Ich glaube, Sie hören meinen Kommentaren, die mit einem Angriff Russlands auf die baltischen Länder oder auf irgendwelche anderen NATO-Mitgliedsländer verbunden sind, nicht sehr aufmerksam zu. Ich sage, dass die Russische Föderation kein reales menschliches Potenzial dafür hat, jemanden anzugreifen. Das betrifft übrigens nicht nur einen Angriff auf die baltischen Länder oder Polen.

Das betrifft auch die Möglichkeit eines Angriffs auf die Ukraine vom Territorium Belarus’ aus. Ich sage nicht, dass dieses Potenzial nicht noch entstehen könnte – durch eine Teilmobilmachung oder andere Maßnahmen –, aber derzeit ist die gesamte russische Armee auf die ukrainische Front konzentriert, genauer gesagt auf den Osten der Ukraine. Und sie erleidet solche Verluste, dass es keinerlei zusätzliche Ressourcen der Streitkräfte der Russischen Föderation gibt. Und das schon seit Jahren.

Gerade deshalb erwies sich die Russische Föderation im Südkaukasus praktisch als hilflos und zog ihre sogenannten Friedenstruppen von dort ab. Gerade deshalb erwies sich die Russische Föderation in Syrien als absolut hilflos, und dort fiel das diktatorische Regime Bashar al-Assads. Die Russische Föderation hat im Grunde den realen Vorteil ihrer Stützpunkte im Nahen Osten verloren. Gerade deshalb bereitet sich die Russische Föderation jetzt darauf vor, möglicherweise Teile ihres Afrikakorps aus Mali abzuziehen. Es gibt einfach keine überzähligen Menschen, selbst für eine begrenzte Erfüllung von Aufgaben.

Deshalb wird es keinen Angriff auf die baltischen Länder geben. Denn damit es einen Angriff gibt, muss man Streitkräfte bilden, die bereit sind, sich mit diesem Angriff zu befassen. Und Reserven für sie müssen gebildet werden. Ganz zu schweigen davon, dass niemand garantieren kann, dass diese Streitkräfte nicht einfach vernichtet würden, falls sie irgendwohin verlegt werden — aber rein zahlenmäßig existieren sie schlicht nicht.

Aber das bedeutet nicht, dass keine Shaheds oder Raketen in Richtung NATO-Länder gestartet werden können, wenn in Russland eine grundsätzliche Entscheidung getroffen wird, die NATO-Länder auf ihre Reaktion auf solche Handlungen zu testen. Das ist überhaupt keine Sensation. Ich erinnere Sie daran, dass wir im Luftraum Polens bereits eine ganze Armee von Shaheds gesehen haben, die durch den Luftraum der Ukraine in den Luftraum dieses Landes geflogen sind. Wenn Russland Aufklärungs-Shaheds oder Nicht-Aufklärungs-Shaheds, irgendwelche echten Shaheds, in Richtung eines bedingten Lettland oder Estland startet, kann das absolut sein, aber das ist kein Angriff, das ist eine Provokation.

In hybriden Formen können Provokationen stattfinden, wie Sie verstehen. Stellen Sie sich vor, dass die russische Armee praktisch die Kampfhandlungen auf ukrainischem Territorium eingestellt hat, während Drohnen- und Raketenangriffe weiterhin immer wieder stattfinden. Das sieht doch wie ein anderer Krieg aus, oder? Nun, hier ist die Antwort auf die Frage.

Frage. Ergibt es überhaupt Sinn, über die Haltung der amerikanischen Führung zu diesen Pseudo-Verhandlungen zu sprechen, wenn sie faktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Ereignisse hat und nur versucht, ihre eigene Hilflosigkeit zu verbergen?

Portnikov. Nun, ich denke, es hat Sinn, gerade deshalb zu diskutieren, damit es keine überflüssigen Illusionen über die Möglichkeiten der amerikanischen Führung in dieser Situation, in dieser historischen Periode gibt. Zumal es sich dennoch, ich bitte um Entschuldigung, um die Führung des einflussreichsten Landes der demokratischen Welt handelt. Und jetzt werden Sie sehen, wie man bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7 in Paris bereits im Juni versuchen wird, Donald Trump davon zu überzeugen, an der Gruppe und an der NATO festzuhalten.

Das militärische Potenzial der Vereinigten Staaten, das wirtschaftliche Potenzial der Vereinigten Staaten verschwindet nicht wegen der Hilflosigkeit der heutigen Administration. Es ist wichtig, dieses Potenzial zu aktivieren und, ich würde sagen, die richtigen Wege für den Dialog mit dieser Administration, für ihre eigene Tätigkeit zu finden.

Frage. Ist der Grund für Trumps Verzicht auf Verhandlungen nicht, dass Russland die Initiative an der Front verliert und zu verlieren beginnt und Trump die Ukraine nicht zur Kapitulation zwingen kann?

Portnikov. Ich denke, für eine wirkliche Niederlage Russlands an der Front müssen noch sehr viele Ereignisse geschehen. Russland verliert derzeit tatsächlich die Initiative an der Front, aber das ist Krieg. Russland kann diese Initiative sowohl verlieren als auch sie wiedererlangen. Ich möchte nicht, dass wir, ich würde sagen, übermäßige Erwartungen schaffen, um dann nicht enttäuscht zu werden. Derzeit haben die Streitkräfte der Ukraine tatsächlich große Erfolge, aber das ist ein starker Feind, der alles Mögliche tun wird, um den Lauf der Ereignisse zu ändern.

Und Trump verzichtet auf Verhandlungen, weil es keine Verhandlungen gibt. Und weil er in dem Zustand, in dem er sich derzeit befindet, nicht nur die Ukraine zu keinerlei realen Zugeständnissen zwingen kann, sondern auch Russland nicht. Und deshalb erweist sich, dass die Verhandlungen selbst für ihn kein Weg zum Erfolg sind.

Übrigens hält man im Weißen Haus vielleicht die Verweigerung von Verhandlungen für einen Anstoß, dass beide Seiten die amerikanische Gunst suchen. Und dann wird allein die Idee einer Wiederbelebung der Verhandlungen bereits die Möglichkeit geben, mit den Russen und Ukrainern irgendwelche Wege zur Beendigung des Krieges zu suchen. Das kann ein solcher Schachzug sein.

Frage. Sie sagen, Starke und Professionelle werden nicht angegriffen. Wie erklären Sie dann den Angriff der Sowjetunion auf Finnland 1939? Japans auf die USA 1941? Deutschlands auf die UdSSR 1941? Den Angriff auf Israel 1973, des Irak auf Kuwait 1990?

Portnikov. Nun, warum glauben Sie, dass der Satz „Starke und Professionelle werden nicht angegriffen“ mit der richtigen Einschätzung der Stärke und Professionalität durch das angreifende Land verbunden sein kann? Wenn du ein starkes, professionelles und vorbereitetes Land angreifst, bekommst du ein reales Ergebnis. Die Sowjetunion gewann 1939 den Krieg gegen Finnland nicht. Japan gewann 1941 den Krieg gegen die Vereinigten Staaten nicht. Deutschland gewann 1941 den Krieg gegen die Sowjetunion nicht. Die Angreifer auf Israel gewannen 1973 den Krieg gegen Israel nicht. Kuwait konnte 1990 Möglichkeiten zur Bildung einer solchen internationalen Koalition finden, die es von der irakischen Besatzung befreite. Die Regime, die all diese Länder angriffen, haben einfach das Niveau der Professionalität und Stärke jener, die sie angriffen, falsch eingeschätzt. Wobei Stärke unterschiedlich sein kann.

Natürlich können wir die Stärke Iraks nicht mit der Kuwaits vergleichen, aber Kuwait hatte starke internationale Unterstützung und sogar die Bereitschaft der Vereinigten Staaten, ihre eigene Armee für seine Befreiung einzusetzen. Daher geht es nicht einmal darum, ob angegriffen wird oder nicht, sondern darum, welches Ergebnis der Angriff hat. Und natürlich: Wenn Sie ein starkes Land sind, das sich nicht innerhalb weniger Tage besiegen lässt, dann überlegt ein angreifender Staat sehr genau, ob er sich auf einen jahrelangen Krieg einlassen will — wenn ursprünglich ein Blitzkrieg geplant war und kein langer Abnutzungskrieg. Ich denke, Stärke und Professionalität sind gerade die realen Heilmittel gegen all jenen Schrecken, in dem wir in den 2020er Jahren leben und vielleicht auch in den 2030er Jahren leben werden. Mir scheint, dass das einfach ist.

Frage. Bitte kommentieren Sie das Ende des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und Iran.

Portnikov. Ehrlich gesagt sehe ich bislang keinerlei Gründe, das Ende des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten zu kommentieren, weil ich keinerlei Wege zu diesem Ende sehe. Bislang haben wir jenen fragilen Status quo, der sich infolge der Waffenruhe, der Blockade der Straße von Hormus durch Iran und der Blockade iranischer Schiffe, die Öl transportieren, durch die Vereinigten Staaten eingestellt hat.

Wie sich das alles weiterentwickeln wird, wissen wir nicht, denn das hängt ausschließlich davon ab, wie geduldig die iranische Gesellschaft noch sein wird. Iran hat ernsthafte wirtschaftliche Probleme. Außerdem hängt es davon ab, in welchem Maß Trump bereit ist, die Wahlaussichten der Republikanischen Partei bei den Zwischenwahlen zu opfern.

Hier gibt es sehr viele Bestandteile für die kommenden Monate, aber vorerst kann der Status quo halten. Trump kann alle paar Tage sagen, dass er Iran noch einige Tage gibt. Ich weiß nicht, inwieweit der amerikanische Präsident einen neuen Angriff auf Iran wagen wird, wenn dieser Angriff ihm nicht die Öffnung der Straße von Hormus garantiert.

Frage. Sollte die Ukraine jetzt einer Waffenruhe zustimmen, wenn Russland sie ernsthaft anbieten würde?

Portnikov. Wenn Russland eine Waffenruhe entlang der Kontaktlinie der Truppen mit anschließenden Friedensverhandlungen anbieten würde, könnte die Ukraine einem solchen Verlauf der Ereignisse natürlich zustimmen, denn das ist das, was wir aus der heutigen Situation bekommen könnten. Ganz zu schweigen davon bis zum Winter, der wiederum sehr schwierig für die Ukraine sein kann. Auch daran muss man denken, dass wir jetzt am Anfang des Sommers stehen, aber es wird noch Herbst und Winter geben. Wenn wir Russland in eine Situation bringen könnten, in der Putin dem ersten Vorschlag Trumps bezüglich der Einstellung der Kampfhandlungen entlang der Trennlinie der Truppen zustimmen würde, wäre das für uns zum heutigen Zeitpunkt ein sehr gutes Ergebnis.

Und wiederum könnte es Russland in jahrelange Friedensverhandlungen hineinziehen, die wegen der Tatsache, dass es zwischen unseren Ländern keinerlei reale Grundlagen für die Unterzeichnung eines realen Friedensabkommens gibt, mit nichts enden könnten. Auch das muss man verstehen und sich darauf vorbereiten. Russland und die Ukraine werden kein Friedensabkommen unterzeichnen, weil die verfassungsrechtlichen Probleme zwischen den beiden Ländern derart sind, dass sie im gegenwärtigen Moment unmöglich zu lösen sind und vielleicht über Jahrzehnte unmöglich zu lösen sein werden.

Man muss verstehen, dass sich beide Völker in einer Atmosphäre gegenseitigen Misstrauens und gegenseitigen Hasses existieren werden. Und die russisch-ukrainische Grenze wird immer eine Grenze des Todes sein, zumindest in unserem Leben. Vielleicht wird sich diese Situation ändern, wenn sich Generationen von Menschen ändern, wenn es keinen neuen Krieg gibt, in 25–30 Jahren. Aber vorerst ist dies ein ziemlich ernstes Problem, das so oder so unsere Sicherheit und unsere Ruhe im kommenden Jahrzehnt real überschatten wird.

Aber das ist kein großes Problem. Das große Problem für uns ist nicht, wie wir mit Russland koexistieren werden, sondern ob wir den Krieg mit Russland beenden, ob es uns gelingt, eine Waffenruhe zu erreichen. Vielleicht wird eine Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front genau jenes reale Ziel sein — unser eigentliches und maximal mögliches Ergebnis in diesem Krieg, das uns den Weg in die Europäische Union und perspektivisch auch in die NATO öffnen könnte. Denn offensichtlich könnten eine solche Waffenruhe und ein Ende des Krieges das russische Regime destabilisieren und Russland selbst vor schwere Probleme stellen.

Kommentar. Man bittet mich, den Rücktritt der Leiterin der Nationalen Nachrichtendienste der Vereinigten Staaten, Tulsi Gabbard, zu kommentieren.

Portnikov. Sie sagt, dass ihr Rücktritt mit der Diagnose ihres Mannes verbunden sei, um den sie sich kümmern muss. Bei ihm wurde eine seltene Form von Knochenkrebs diagnostiziert, und sie möchte an seiner Seite sein. Ich kann mir übrigens vorstellen, dass diese Information, wenn man berücksichtigt, wie die amerikanische Gesellschaft aussieht und wie wichtig solche Wertefragen in Trumps Kreisen sind, absolut realistisch ist, ein absolut menschlicher Schritt.

Allerdings können wir ungeachtet dieser Tatsache klar sagen, dass Tulsi Gabbard für jene Beziehungen, die sich bei ihr mit der Administration und mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten selbst ergeben hatten, rechtzeitig zurückgetreten ist. Sie wissen, dass es bereits Momente gab, in denen sie mit vielen Handlungen führender Mitglieder der Administration nicht einverstanden war, sie wurde zu bestimmten Beratungen nicht eingeladen. Und im Prinzip konnte dies ebenfalls ein Grund dafür sein, dass sie die familiäre Situation nutzte, um dieses Schiff zu verlassen.

Für die Ukraine ist das gar nicht schlecht, denn diese Person kann man schwerlich als jemanden bezeichnen, der gegenüber der Ukraine positiv eingestellt war, während wir wissen, dass sie gegenüber Moskau wiederholt, nun, wenn nicht Sympathien, dann sagen wir so, Verständnis demonstrierte.

Nun, und das ist nicht das erste Mitglied der Administration, das jetzt seinen Posten in der Trump-Administration verlässt. Obwohl ich, wenn man das mit jenen personellen Veränderungen vergleicht, die es in der ersten Phase der Präsidentschaft Donald Trumps gab, sagen würde, dass dies noch eine ziemlich gute Situation ist.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Рубіо: США виходять з перемовин | Віталій Портников. 22.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 22.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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