Nachdem in der Ukraine mitgeteilt worden war, dass die Geschwindigkeit des Starlink-Systems, das unsere Streitkräfte für den Kampf gegen die russische Aggression benötigen, nach mehreren Tagen faktischer Drosselung wiederhergestellt worden sei, erhob der amerikanische Milliardär Elon Musk, dem dieses System gehört, öffentlich Vorwürfe gegen die ukrainischen Streitkräfte.
Elon Musk betonte die Rolle von Starlink in den ersten Monaten des großen Krieges, als es mithilfe seines Systems gelang, die Verteidigung der Ukraine gegen die Invasoren sicherzustellen. Und er sagte, dass die ukrainischen Streitkräfte nun gegen die Nutzungsbedingungen von Starlink verstoßen hätten, weil das System für Offensivoperationen mit dem Ziel eingesetzt worden sei, Menschen zu töten, und Starlink als ziviles System solche Möglichkeiten nicht bereitstellen dürfe. Elon Musk betonte allerdings, dass es ein anderes System gebe, Starshield, das hinsichtlich seiner Kontrolle der amerikanischen Regierung unterstehe und das diese nach Belieben einsetzen könne, nicht aber Starlink.
In dieser Erklärung gibt es viele Aspekte, die uns helfen, nicht nur die Denkweise Musks zu verstehen, sondern auch die jener Menschen im amerikanischen Establishment, die heute Entscheidungen über die Hilfe für die Ukraine treffen. Wie wir wissen, geht es ausschließlich um den Einsatz des Starlink-Systems auf dem Territorium der Ukraine. Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky und andere ukrainische Vertreter haben den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und Elon Musk selbst wiederholt darum gebeten, Starlink auf dem Territorium der Russischen Föderation einsetzen zu dürfen, um die Abschussstellungen ballistischer Raketen zu zerstören, die das Putin-Regime gerade für seine ständigen Angriffe auf die Wohnviertel von Kyiv, Odessa, Charkiw und anderen ukrainischen Städten und Ortschaften nutzt, um Zivilisten zu töten, die ukrainische Bevölkerung einzuschüchtern, unsere Infrastruktur zu zerstören und die Kapitulation des ukrainischen Staates vor einem grausamen Feind zu erzwingen. Weder Trump noch Musk haben den Einsatz von Starlink auf dem Territorium der Russischen Föderation erlaubt.
Somit kann es bei Musks Vorwürfen ausschließlich um den Einsatz des Starlink-Systems auf dem Territorium der Ukraine selbst gehen. Derzeit verteidigt sich die ukrainische Armee, wie wir wissen, nicht nur gegen die russischen Invasoren, sondern ist an bestimmten Frontabschnitten auch zur Offensive übergegangen und befreit Teile ukrainischen Bodens von den Russen. Es ist völlig offensichtlich, dass solche Aktionen der ukrainischen Armee mit dem Tod von Besatzern einhergehen, die auf ukrainischen Boden gekommen sind, um zu töten, zu plündern, zu vergewaltigen und all das zu tun, wofür Putins Armee in der jüngeren Geschichte bekannt ist.
Und genau das gefällt Musk offenbar nicht besonders. Denn er könnte der Ansicht sein, dass die Offensive der ukrainischen Armee gegen russische Stellungen, die Vernichtung russischer Besatzer ebenso wie ukrainische Angriffe auf die Infrastruktur der Russischen Föderation mit dem Ziel, die Wirtschaft des feindlichen Staates zu zerstören, dazu führen könnten, dass unser Land den Krieg nicht zu jenen Bedingungen beendet, die Putin ihm faktisch mit Unterstützung der gegenwärtigen amerikanischen Regierung aufzwingt – also zu Bedingungen einer Kapitulation mit dem anschließend vorprogrammierten Zusammenbruch des ukrainischen Staates.
Als Elon Musk in den ersten Monaten nach dem russischen Überfall auf unser Land die Entscheidung traf, der Ukraine zu helfen, saßen im Weißen Haus ein anderer Präsident und eine andere Regierung, die keine Angst davor hatten, dem Aggressor Nein zu sagen, und damit die ehrgeizigen Pläne Putins und all jener ultrarechten, antidemokratischen Politiker und Geschäftsleute auf der Welt durchkreuzten, die ihn unterstützen, die das Böse unterstützen. Doch Elon Musk war damals gezwungen, der Ukraine die Dienste seines Systems zur Verfügung zu stellen, weil er an guten Beziehungen zu jeder Regierung im Weißen Haus interessiert ist. Man kann sagen, dass diese Beziehungen das Geld Elon Musks sind, seine Milliarden.
Jetzt sitzt eine andere Regierung im Weißen Haus, die nach Wegen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Putin sucht. Und solche Wege werden, wie wir sehen, gefunden. Schon heute sind journalistische Recherchen erschienen, die sich mit der faktischen russischen Finanzierung amerikanischer Energieprojekte in Alaska befassen. Ich bin überzeugt, dass wir nach dem Amtsantritt des neu zusammengesetzten Kongresses der Vereinigten Staaten immer mehr Einzelheiten über ähnliche Geschäfte erfahren werden.
Natürlich haben in dieser Situation weder Musk noch diejenigen, die seine politischen Ansichten teilen, irgendein großes Interesse daran, der Ukraine zu helfen. Aber sie können diese Hilfe auch nicht einstellen, denn dann würden sie auf den Widerstand der amerikanischen öffentlichen Meinung stoßen, die fast vollständig auf die Unterstützung der Ukraine und gegen eine Zusammenarbeit mit dem Putin-Regime ausgerichtet ist.
Deshalb sucht Musk ebenso wie Trump nach Wegen, gerade der Ukraine vorzuwerfen, dass sie gegen die Bedingungen der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten verstoße und den Krieg nicht beenden wolle. Genau deshalb handelt der letzte pathetische Absatz in Musks Erklärung nicht von Starlink, sondern von jenen heuchlerischen Kriegsbefürwortern, die den Krieg weiterhin tatsächlich anheizen. Und glauben Sie mir, der amerikanische Milliardär meint damit keineswegs den russischen Präsidenten Putin.
Die Ukraine steht diesen Menschen einerseits im Weg, weil sie ihnen faktisch den Weg zu einer Verständigung mit Moskau versperrt. Andererseits können sie das nicht offen sagen. Und deshalb begegnen wir einer derart erstaunlichen Kritik.
Interessant ist etwas anderes. Als die ukrainische Seite über die Drosselung der Geschwindigkeit von Starlink und des Starshield-Systems berichtete, wollte damals keiner der Beteiligten die Verantwortung für das Geschehen übernehmen. Elon Musk betonte, man müsse sich an die Regierung der Vereinigten Staaten wenden, während Donald Trump sagte, Elon Musk sei für den Betrieb des Systems verantwortlich. Auf eine direkte Frage von Journalisten betonte er sogar, dass er selbst gerne erfahren würde, wer die Entscheidung getroffen habe, Starlink zu drosseln. Obwohl wir alle sehr gut verstehen, dass eine Entscheidung über die Drosselung der Systemgeschwindigkeit nur auf höchster Ebene getroffen worden sein konnte. Höchstwahrscheinlich im Dialog zwischen Donald Trump und Elon Musk.
Jetzt, da die Geschwindigkeit von Starlink wiederhergestellt werden musste, hören wir neue Vorwürfe gegen die ukrainische Armee. Das heißt: Als Starlink gedrosselt wurde, schwiegen sie. Als Starlink wiederhergestellt wurde – was sie keineswegs freiwillig taten –, begannen sie, Vorwürfe zu erheben, um die Voraussetzungen für eine erneute Verweigerung der Hilfe für die Ukraine zu schaffen, falls wir den amerikanischen und, um ganz genau zu sein, auch den russischen Ultimaten nicht zustimmen sollten, die Elon Musk als den besten Ausweg aus diesem Krieg erscheinen mögen.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Маск звинувачує ЗСУ | Віталій Портников. 24.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:24.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Die Tragödie von Oleschky, dessen letzte Bewohner hungern und keine Chance haben, die Stadt über die verminten Straßen zu verlassen, hat sogar die Aufmerksamkeit der amerikanischen First Lady auf sich gezogen. Um sich vor den für den US-Präsidenten so wichtigen Kongresswahlen nicht mit Trump zu überwerfen, war Putin gezwungen, einer vorübergehenden Waffenruhe und einem humanitären Korridor aus der dem Untergang geweihten Stadt zuzustimmen. Doch wie es ihren Bewohnern gelingen soll, aus dieser zerbombten Falle herauszukommen, weiß heute niemand.
Das Schicksal von Oleschky ist wie das Schicksal der Ukraine. Es ist das, was sie mit uns allen machen würden, wenn sie könnten. Es ist eine Demonstration ihrer heuchlerischen Gleichgültigkeit – wenn die Bewohner eines Gebiets, die für den Anschluss an die Russische Föderation „gestimmt“ haben und zu deren Bürgern erklärt wurden, einfach ihrem Schicksal überlassen werden und sterben sollen, gerade weil ihr Leben für die „Befreier“ niemals einen Wert hatte.
Oleschky stirbt nicht zum ersten Mal. Im Jahr 1728 ging hier die Oleschky-Sitsch infolge innerkosakischer Machtkämpfe unter. Sie war nach der Niederlage im Krieg gegen Moskau und nach der Niederlage Moskaus im Krieg gegen die Hohe Pforte von Anhängern des in Ungnade gefallenen Hetmans Iwan Masepa auf dem Gebiet des Krim-Khanats gegründet worden. Diese Sitsch war das Werk des späteren Hetmans von Dubossary, Kost Hordijenko, der sich Masepa nicht aus persönlicher Ergebenheit angeschlossen hatte (Masepa konnte er nämlich nicht besonders leiden), sondern aus der aufrichtigen Überzeugung, dass die Kosaken unter Moskaus Herrschaft zugrunde gehen würden. Hordijenko gehörte zu den letzten Kosch-Atamanen, die nicht nur versuchten, Moskau zu entkommen, sondern auch die Ukraine von diesem Übel zu befreien. Doch er war gezwungen, sich in der Oleschky-Sitsch niederzulassen. Ihre Zerstörung – nicht durch Moskau, nicht durch den Khan, nicht durch den Sultan, sondern durch die eigenen Kosaken – bedeutete das Ende der politischen Karriere des Hetmans, aber dennoch nicht das Ende der Siedlung selbst. Diese blieb bis zu ihren letzten Tagen dem Erbe der Oleschky-Sitsch verbunden – ukrainisch und ukrainischsprachig. Daran änderten auch die Sowjetisierung und die Umbenennung von Oleschky in Zjurupynsk nichts, zu Ehren eines hier geborenen leninistischen Volkskommissars, eines der Organisatoren der unheilvollen Lebensmittelbeschaffungstrupps und Helden des bolschewistischen Mythos vom unglücklichen Leiter des Volkskommissariats für Ernährung, der in seinem eigenen Büro Hunger leidet – ein wunderbarer Beweis für die Effizienz der revolutionären Macht!
Doch die wichtigste Persönlichkeit für Oleschky war keineswegs ein Mitstreiter des ersten sowjetischen Führers, sondern eine bescheidene Einwohnerin, die hier ihr ganzes schwieriges Leben während der Epoche Zjurupynsks verbrachte – die Künstlerin Polina Rajko, die ihr kleines Häuschen in eine Märchenwelt verwandelte. Dieses unglaubliche Häuschen, von dem ich nur eine Nachbildung im Kyiver Mystezkyj Arsenal gesehen habe, steht mir noch immer vor Augen. Doch am 6. Juni 2023 sprengten die Russen den Damm des Kachowka-Wasserkraftwerks. Das Häuschen mit all seinen Wandmalereien ging unter. Und Oleschky ging erneut unter. Was danach kam, war nur noch ein Todeskampf – die Stadt unter Wasser, die Flucht der Bewohner, die Tragödie der Zurückgebliebenen, Minen, Drohnen, Hunger … Und die Russen? Was kümmern die Russen schon eine weitere ukrainische Siedlung, das Unglück ihrer Bewohner, der Hunger alter, gebrechlicher Menschen? Sie überfluteten die alte Stadt, zerstörten ihre Seele, die in Rajkos einzigartigen Wandmalereien bewahrt geblieben war, und sahen gleichgültig zu, wie die letzten Bewohner von Oleschky Hunger litten. Denn Oleschky ist für diesen Heuschreckenschwarm, wie das gesamte besetzte Gebiet Cherson, nichts weiter als ein Brückenkopf. So wie auch die Ukraine nichts weiter als ein Brückenkopf ist. Wie sie in den 1930er-Jahren den Holodomor organisierten und den Hunger in der Ukraine beobachteten, die für sie ein „Getreidebrückenkopf“ und ein Geldreservoir für die weitere Expansion nach Westen war, so ist es auch heute – Hunger, Gleichgültigkeit, Pläne für neue Kriege. In hundert Jahren haben sie sich selbst ohne Kommunismus nicht weiterentwickelt, sondern sind verkommen. Obwohl man meinen könnte: Wie kann man nach einer derart grauenhaften Diktatur überhaupt noch weiter verkommen? Doch, das geht!
Melania Trump ist im entscheidenden Moment noch in der Lage, den Bewohnern einer kleinen ukrainischen Stadt zu helfen, sich vor dem Hungertod zu retten, obwohl wir noch nicht wissen, was das tatsächliche Ergebnis ihrer Initiative sein wird. Doch die Ukraine selbst können weder Melania noch ihr Mann retten.
Nur die Ukrainer selbst können verhindern, dass der Heuschreckenschwarm die Ukraine in seine Gewalt bringt. Denn am traurigen Schicksal von Oleschky wissen wir bereits, was danach kommen wird.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Essay Titel des Originals:Загибель Олешків. Віталій Портников. 25.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:25.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Zeitung Link zum Originaltext:
Original ansehen
Schon während seiner ersten Amtszeit im Oval Office kritisierte Donald Trump Europa für den Kauf russischen Gases und betonte, dass dadurch eine gefährliche Abhängigkeit vom Kreml entstehen würde. Es gibt bekannte A ML ufnahmen, auf denen deutsche Minister zu sehen sind, die über diese Worte des amerikanischen Präsidenten lachen. Heute erscheint dieses Lachen als hervorragender Beleg für Kurzsichtigkeit und mangelndes strategisches Denken. Schließlich war Berlin davor gewarnt worden, dass die Fertigstellung der Nord-Stream-Pipelines keineswegs dazu führen könnte, Putin in große Geschäfte mit Europa einzubinden, sondern zu einem großen Krieg in Europa.
Doch derjenige, der damals auf die Gefahren der Energieabhängigkeit hinwies, verhandelt heute unter völlig veränderten Umständen mit Putin über die Lieferung russischen Dieselkraftstoffs auf die Weltmärkte. Mehr noch: Medienberichten zufolge soll die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Europa und die Nutzung des ukrainischen Gastransportsystems für diese Lieferungen zu einer wichtigen Bedingung für die Beendigung des Krieges werden.
Es entsteht der Eindruck, als würde diese Entscheidungen bereits ein anderer Donald Trump treffen – ein ganz anderer Mensch als jener, der den Europäern von den Gefahren einer Abhängigkeit von Russland erzählte. Aber warum hat sich die Haltung des amerikanischen Präsidenten gegenüber russischen Energieträgern so stark verändert? Vielleicht, weil er die Aussicht auf eine Bündelung der Kräfte und eine amerikanische Beteiligung am russischen Geschäft erkannt hat? Vielleicht erscheint eine solche Abhängigkeit gar nicht mehr als so große Abhängigkeit, wenn man nicht nur von russischen Energieträgern abhängig ist, sondern auch von amerikanischen Gewinnen aus deren Verkauf?
Doch welche Motive Donald Trump auch immer haben mag, sie dürften sich kaum auf die Beendigung des Krieges auswirken oder die Einnahmen Russlands beeinflussen.
Erstens, weil die Europäer offenbar der Ansicht Trumps zugestimmt haben – jenes Trumps, der sie davon überzeugte, sich aus der Energieabhängigkeit zu lösen, und nicht jenes Trumps, der ihnen nun anbieten könnte, diese Abhängigkeit wiederherzustellen. Der Verzicht auf russisches Gas – zumindest auf Pipelinegas – erfolgte in einem Tempo, mit dem selbst die Europäer nicht gerechnet hatten. Und selbst wenn man sich vorstellt, dass der Krieg endet und die Sanktionen gegen Russland gelockert werden: Wer sagt denn, dass Europa auf die Diversifizierung seiner Gaslieferungen verzichten wird? Schließlich hatte Trump recht: All diese Gaspipelines erwiesen sich als eine regelrechte Falle, mit deren Hilfe Putin Europa seine Bedingungen diktieren wollte – und möglicherweise noch immer diktieren will.
Zweitens: Russland hatte all das bereits. Es hatte eine Monopolstellung auf dem europäischen Markt, die durch jahrzehntelange Bemühungen sowjetischer und russischer Politiker und Energiefachleute aufgebaut worden war. Und es gab das ukrainische Gastransportsystem, das in der Lage war, größere Mengen russischen Gases zu transportieren, das in die europäischen Länder geliefert wurde.
Was tat Putin, als er gerade erst an die Macht gekommen war? Zunächst ersetzte er die Führung von Gazprom um den einflussreichen Mitbegründer des Konzerns Rem Wjachirew. Anschließend beauftragte er den neuen Gazprom-Chef Alexej Miller, der den Konzern inzwischen fast ebenso lange leitet, wie Putin Russland regiert, mit der Ausarbeitung eines Plans zum Bau sogenannter Umgehungspipelines – also eines Unterwassernetzes, das es ermöglichen sollte, auf die Dienste des ukrainischen Gastransportsystems zu verzichten. Und ungefähr zur selben Zeit begann die russische Propaganda, das mythische Bild eines Ukrainers zu erschaffen, der russisches Gas stiehlt und den man durch die Unterbrechung der Lieferungen erpressen kann. So begannen Putin und Miller, sich darauf vorzubereiten, auf die ukrainischen Dienstleistungen zu verzichten.
Mit anderen Worten: All das, was Trump Putin heute im Gegenzug für die Einstellung der Kampfhandlungen in der Ukraine und gemeinsame Energieprojekte anzubieten bereit ist, hatte Putin bereits. Und all das hat er für die Kontrolle über die Ukraine geopfert. Denn Putins politische Prioritäten unterscheiden sich erheblich von denen Trumps. Trump glaubt weiterhin an die Macht des Profits. Putin hingegen ist überzeugt, dass Profit mit Gewalt erwirtschaftet wird – genau das beweist er während seiner gesamten Herrschaft in Russland.
Deshalb wird aus den amerikanischen Vorschlägen an die Russen, Europäer und Ukrainer nichts werden. Putin will die Ukraine, und er ist überzeugt, dass er auf diese Weise auch ohne die Hilfe von Gazprom und Trump die Kontrolle über Europa erlangen wird – mit Gewalt. Die Ukrainer wiederum waren bereit, den Betrieb des Gastransportsystems sogar während des Krieges aufrechtzuerhalten, doch das hat uns nicht vor dem Krieg bewahrt.
Die Europäer haben einfach der Logik Donald Trumps vertraut, der sie vor fast zehn Jahren davon überzeugte, sich aus der Energieabhängigkeit von Russland zu lösen. Die Logik dieses „ersten“ Donald Trump gefiel uns allen besser.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:[Originaltitel] Autor/Kanal:Інший Дональд Трамп. Віталій Портников. 19.10.2026. Veröffentlichung:19.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Zeitung Link zum Originaltext:
Original ansehen
Moderator: Ich begrüße alle zu einem weiteren Treffen des Expertenclubs von „Tvoye Misto“. Dieses Format, zunächst Podcasts und später Treffen, wurde irgendwann im vergangenen Jahr von seiner Leiterin Svitlana Zhabjuk ins Leben gerufen, die auch Mitbegründerin und Redakteurin von „Tvoye Misto“ war.
Die Idee war, dass nicht nur zwei oder drei Menschen im Land alles kommentieren sollten – oder, wie wir heute sehen, geschieht das auch weltweit –, sondern dass Menschen, die wirkliche Fachleute und Experten in ganz unterschiedlichen Bereichen sind, die für die Entwicklung der Gesellschaft wichtig sind, gehört werden und dass Sie sich auch persönlich mit ihnen unterhalten können. So kamen wir damals zu diesem Format persönlicher Treffen, die ebenfalls aufgezeichnet werden, wie auch das heutige. Unser heutiges Treffen des Expertenclubs wird also dem Thema gewidmet sein, wie sich die Welt verändert und welche Rolle die Ukraine auf der erneuerten oder neuen Weltkarte spielt. Und ich denke, der beste Redner dafür ist natürlich Vitaly Portnikov.
Wir hatten im Frühjahr bereits ein Treffen in etwas kleinerem Kreis, bei dem Sie viel über jene geopolitischen Verschiebungen gesprochen haben, die in der Welt stattfinden. Ich denke, am besten beginnen wir unser heutiges Gespräch mit dem, was gerade aus Amerika kommt, mit den jüngsten Äußerungen von Donald Trump. Als ich hierherfuhr, fragte man mich in der Redaktion: „Was meinst du, Taras, ist das etwas Bewusstes oder sind das einfach irgendwelche Stimmungsschwankungen, eine herbstliche Verschlimmerung?“ Was meinen Sie, was geschieht heute mit Donald Trump, der noch vor wenigen Tagen, vor einigen Wochen, eine Menge positiver Dinge über die Ukraine gesagt hat und jetzt plötzlich wieder alles verändert hat?
Portnikov: Ich würde mit den globalen Gesetzmäßigkeiten beginnen, denn man kann diese Frage aus journalistischer Sicht beantworten oder aus der Perspektive jener Veränderungen, die sich vor unseren Augen im Leben und in der Geschichte der Menschheit vollziehen. Bis zu einem gewissen Grad ist es durchaus symbolisch, dass wir dieses Treffen auf dem Stanisław-Lem-Platz abhalten. Eines der letzten Bücher von Stanisław Lem war sehr populär. Ich erinnere mich, dass man damals, als es erschien, mit diesem Buch den Salon der Fluggesellschaft LOT betrat und sah, dass die Sitznachbarn in verschiedenen Reihen es ebenfalls lasen. Das war das Buch „Die Welt am Abgrund“, in dem Lem über die sehr rasche Entwicklung der Informationstechnologien, der künstlichen Intelligenz und der Biotechnologie sprach und vorhersagte – denn im Unterschied zu vielen anderen Menschen war er immer Pessimist und kein Optimist, und es wäre auch seltsam gewesen, von einem Menschen, der das Pogrom in Lwiw und die kommunistische Zeit überlebt hatte, etwas anderes zu erwarten –, dass dies sehr unerfreuliche Folgen für die Menschheit haben würde: eine schwere Krise der Zivilisation, das Auftreten von Menschen an der Spitze dieser Zivilisationen, die unfähig sind, sich von Werten leiten zu lassen, und einen solchen Triumph des lumpenproletarisierten Teils der Bevölkerung. Und all das wurde vor einigen Jahrzehnten geschrieben, und wir leben jetzt einfach darin, bereits ohne Lem, aber auf dem Lem-Platz. Und das ist tatsächlich bis zu einem gewissen Grad die Antwort auf die Frage.
Wir verstehen sehr gut, dass die jüngsten Wahlereignisse in den Vereinigten Staaten von Amerika und in vielen anderen Ländern, übrigens auch in der Ukraine, kein Triumph des politischen Wettbewerbs sind, kein Triumph des gesunden Menschenverstands, kein Wettbewerb von Werten und Ideen. Es ist ein Triumph der Informationstechnologien und des Geldes, mit dem Informationstechnologien gekauft werden. Das Ausmaß ist so gewaltig, so groß, dass Sie gesehen haben, was geschah, als ukrainische Drohnen irgendein unbedeutendes Rechenzentrum von Yandex trafen, nicht einmal das wichtigste. Plötzlich stellte sich heraus, dass die Landschaft der sozialen Netzwerke völlig anders war als das, woran wir uns im letzten Jahrzehnt gewöhnt hatten. Ich möchte Sie davon überzeugen, dass wir eine völlig andere Welt sehen würden, wenn jetzt die Rechenzentren der Russischen Föderation und der Volksrepublik China verstummen würden und wenn das Geld von Elon Musk vom Markt verschwände, das er seinerseits durch die Zusammenarbeit mit der Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten erhält und für die Aufrechterhaltung der Tätigkeit dieser Regierung ausgibt.
Wir leben einfach in einer Matrix, ohne uns dessen überhaupt bewusst zu sein. Und Donald Trump ist die anschauliche Verkörperung des Sieges eben dieser Matrix. Ein Mensch ohne irgendwelche Werte, ohne irgendwelche Überzeugungen, mit einer Gier nach Bereicherung, mit der Bereitschaft, seine Interessen buchstäblich innerhalb von 24 Stunden gerade wegen dieser Gier nach Bereicherung zu ändern. Ein Mensch, der gleichsam aus den Karikaturen der Zeitschriften „Krokodil“ und „Perec“ über amerikanische Imperialisten ins Oval Office geflohen ist. Wir lachten darüber und dachten: Wie primitiv sind diese sowjetischen Propagandisten, wenn sie dieses Bild von Uncle Sam schaffen. Denn solche Menschen hatten wir nie gesehen, auch nicht in Amerika. Und plötzlich stellte sich heraus, dass man eine solche Figur buchstäblich im Reagenzglas neuer Informationstechnologien züchten und zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika machen kann. Und man kann eine riesige Zahl von Menschen dazu bringen, zu glauben, dass gerade der Erfolg einer solchen Figur ihnen selbst die Möglichkeit gibt, ihr Leben zu verbessern, obwohl es in Wirklichkeit nur schlechter wird. Und ein kleiner Spoiler: Es wird auch weiterhin schlechter werden. Das lässt uns keineswegs kalt, im Gegenteil, es ist eher schlecht als gut, denn es ist schlecht, wenn der Einfluss der Vereinigten Staaten von Amerika schwächer wird. Aber es ist nun einmal so, wie es ist.
Wenn man also sagt, Trump habe plötzlich seine Position geändert, dann muss man feststellen: Trump war vom ersten Tag seiner politischen Karriere an gegen die Ukraine. Von dem Moment an, als er ins Weiße Haus kam, versuchte er, unsere Hilfe auszusetzen. Sie müssen sich daran erinnern, dass die Geschichten über die Javelins einfach mit dem Druck des Kongresses zusammenhingen, in dem die Demokraten die Mehrheit hatten. Das geschah unter dem Druck des Kongresses. Und jetzt hoffen wir doch darauf, dass Veränderungen im Kongress zu einer Ausweitung der Hilfe für uns führen können, weil Trump gezwungen sein wird, den Kongress zu berücksichtigen, den er jetzt nicht berücksichtigt. Trump suchte während seiner ersten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten nach Vereinbarungen mit Putin. Und sein damaliges Team, auf das er noch Rücksicht nehmen musste, zog ihn an Händen und Füßen von diesen Vereinbarungen weg. Wir wissen bis heute nicht, worüber sie bei diesen Treffen gesprochen haben, weil dort kein Dolmetscher des Weißen Hauses anwesend war, sondern nur ein Dolmetscher des Kremls. Als Trump nicht mehr Präsident war, blockierte er im Kongress erfolgreich die Hilfe für die Ukraine, die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten vorgeschlagen worden war, sodass der damalige und heutige Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, die Frage dieser Hilfe einfach nicht zur Abstimmung stellte. Und die Demokraten hatten damals nicht genügend Stimmen, um diesen Widerstand des Sprechers zu überwinden.
Was geschah infolgedessen? Wir verloren Awdijiwka. Das ist eine direkte Folge der Tätigkeit von Donald Trump. Als Präsident der Vereinigten Staaten veranstaltet Trump im Oval Office hysterische Ausbrüche gegenüber Zelensky, wofür natürlich alle gemeinsam Zelensky Vorwürfe machten. Aber das war ausschließlich ein Vorwand, die Suche nach einem Vorwand, um der Ukraine nicht zu helfen. Denn Trump war sich bewusst, dass er nach der Unterzeichnung dieses unglückseligen Rohstoffabkommens nicht mehr so einfach auf diese Unterstützung verzichten könnte, und tat alles Mögliche, um die Unterzeichnung zu verhindern. Denn es gab einen Teil seines Teams, der ihn buchstäblich dazu zwang, uns zu helfen, und uns sagte, wir sollten dieses Abkommen unterzeichnen. Das war Senator Lindsey Graham, damit Trump keine Trümpfe mehr in der Hand hätte und nicht erklären könnte, warum er uns nicht hilft. Und jetzt sind wir in einer neuen Phase angekommen, in der das Gesetz von Lindsey Graham verabschiedet wurde und hier alle vor Freude tanzten. Und ich fragte die ganze Zeit: „Warum freut ihr euch denn eigentlich? Was ändert sich durch dieses Gesetz? Glaubt ihr wirklich, dass der Präsident der Vereinigten Staaten, der den Zollkrieg gegen China bereits verloren hat, Sanktionen gegen die Volksrepublik China verhängen wird? Wie stellt ihr euch das vor?“ Ohne Sanktionen gegen China haben all diese Gespräche über die Bestrafung der Abnehmer russischen Öls keinerlei Bedeutung, denn alle anderen Länder beziehen wesentlich geringere Mengen russischen Öls, die keinen Einfluss auf den russischen Haushalt haben. Und wie Sie sehen konnten, hat Trump dieses Gesetz zwar unterzeichnet, tat dies aber äußerst zurückhaltend, ohne große Zeremonien, ohne Journalisten. Es wurde einfach ein Foto veröffentlicht. Obwohl er, wie Sie wissen, normalerweise aus jeder Gesetzesunterzeichnung eine Show macht.
Ich kann also nicht sagen, dass hier jetzt etwas Neues geschieht. Ich halte das, was geschieht, sogar für einen Fortschritt und nicht für einen Rückschritt. Ich kann Ihnen sagen, warum. Denn als er beim letzten Mal zu dem Schluss kam, dass er die Möglichkeit habe, unsere Hilfe zu stoppen, kündigte er das öffentlich an. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten unter der Leitung von Pete Hegseth erklärte, dass es die Lieferung von Geheimdienstinformationen einstelle, dass es die Waffenlieferungen einstelle – damals galt noch das Hilfspaket von Biden –, dass es alles einstelle. Jetzt schweigen sie, sie verheimlichen es.
Moderator: Nun, sie haben bereits gesagt, dass sie nichts eingestellt haben.
Portnikov: Dass sie die Lieferung von Geheimdienstinformationen nicht ausgesetzt haben. Sie werden auch sagen, dass sie Starlink nicht gedrosselt haben. Sie verhalten sich wie Saboteure im Einsatz, machen still und heimlich irgendetwas und geben es nicht zu. Und wie Sie verstehen, kann das ohnehin nicht lange so weitergehen.
Moderator: Und was kann sich ändern?
Portnikov: Nichts, alles wird zurückkehren. Entweder werden sie sagen: „Ja, wir stellen alles ein“, aber dazu werden sie nicht den Mut aufbringen, weil sie in wenigen Tagen Zwischenwahlen haben. Oder sie werden zur Normalität zurückkehren, ihnen bleibt nichts anderes übrig. Alle sagen: „Man darf Donald Trump nicht beleidigen, man muss alles tun, was er sagt, sonst wird er wütend.“ Nein, das funktioniert ganz anders. Donald Trump versteht nur Stärke und die Möglichkeit, zu verlieren. Wenn man Angst vor ihm hat, wird er einen mit Füßen zertreten, genau wie Putin. Diese Menschen verstehen nur die Sprache der Stärke. Alle haben bereits versucht, mit Donald Trump so zu sprechen: „Ach, schau mal, mein Kleiner, hier ist so ein Püppchen, schau mal.“ Alle europäischen Staats- und Regierungschefs haben vor ihm getanzt. Der NATO-Generalsekretär führte überhaupt irgendwelche akrobatischen Kunststücke auf. Und was hat das gebracht? Was hat das gebracht? Dass Trump jetzt Besprechungen über die Zukunft der NATO abhält und zu diesen Besprechungen gerade jene Länder nicht eingeladen werden, die den von Donald Trump geforderten Anteil der Verteidigungsausgaben erfüllen. Warum? Weil diese Länder in der Nähe Russlands liegen. All dieses Geld ist ihm völlig egal. Ich habe immer gesagt, dass dieses Geld für ihn ausschließlich ein Vorwand ist, um die NATO zu zerstören.
Wie Putin verlangt er von uns ständig Unmögliches, damit wir nicht zustimmen und er die Fortsetzung des Krieges legitimieren kann. „Schneidet euch doch den Kopf ab, dann kehren wir an den Verhandlungstisch zurück.“ Genauso denkt sich Trump ständig Bedingungen aus, die seine Partner seiner Meinung nach nicht erfüllen werden, damit er sagen kann: „Wir brauchen keine NATO.“ Und wenn das nicht geschieht, wenn sie alle seine Bedingungen erfüllen, stellt sich am Ende heraus, dass die NATO trotzdem nicht gebraucht wird. Und es stellt sich heraus, dass man gerade jene Länder ignorieren kann, die Donald Trumps Bedingungen erfüllen. Da haben Sie die Beispiele. Was soll man da machen? So ist diese Regierung.
Wir müssen also verstehen, dass wir erstens den 3. November 2026 erleben müssen. Das ist sehr wichtig. Danach beginnt eine neue politische Epoche, und dann werden wir sehen und entscheiden können. Wenn es einen demokratisch dominierten Kongress gibt, wenn es eine demokratische Mehrheit gibt, müssen wir mit dieser Mehrheit zusammenarbeiten, um die Regierung zu zwingen, im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika zu handeln. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe und die der Amerikaner. Wenn es in den Vereinigten Staaten von Amerika einen Bürgerkrieg gibt, was durchaus möglich ist, falls Trump die Wahlergebnisse nicht anerkennt – in welcher Form, weiß ich nicht, aber es kann geschehen. Und wenn Sie dem skeptisch gegenüberstehen, erinnern Sie sich daran, dass alle auch dem Sturm auf das Kapitol skeptisch gegenüberstanden. Ich erinnere mich sogar nicht nur daran, dass man skeptisch war. Ich erinnere mich, dass ich während des Sturms auf das Kapitol mit einem Kollegen irgendwo war, ich weiß nicht mehr, in irgendeinem Café, und er sagte zu mir: „Schau mal auf den Bildschirm, da besetzen irgendwelche Leute das Kapitol.“ Und ich erlebte, würde ich sagen, ganz deutlich diesen Effekt, dass ein Mensch etwas sieht und es nicht sehen will. Ich sagte zu ihm: „Das kann nicht sein.“ „Wie kann das nicht sein? Schau, sie gehen die Treppe hinauf.“ „Nein, das kann nicht sein. Dort gibt es doch Sicherheitskräfte, dort gibt es solche Sicherheitsmaßnahmen. Das kann nicht sein. Das ist irgendein Fake.“ Ich trank noch ungefähr 15 Minuten weiter meinen Kaffee. Nach 15 Minuten dachte ich: „Nein, ich muss mich zusammenreißen. Das geschieht wirklich.“
Moderator: Wenn Sie sagen, dass er schon immer so war, dass es keine Stimmungsschwankung ist, sondern eine zielgerichtete Politik seit seiner vorherigen Amtszeit: Was ist sein Endziel?
Portnikov: Das Endziel ist, die Welt unter drei starken Männern aufzuteilen: sich selbst, Putin und Xi Jinping. Wobei völlig unklar ist, wozu er diese Welt braucht, wenn er 2029 das Präsidentenamt verlassen will. Aber wir müssen verstehen, dass er in seinen Fantasien vielleicht überhaupt nicht gehen wird. Noch einmal: Dieser Mensch lebt in seiner eigenen Welt. In seiner Welt kann seine Macht niemals enden. In seiner Welt wird Donald Trump Junior der nächste Präsident sein. In seiner Welt kann alles Mögliche geschehen. Erinnern Sie sich, dass er noch vor Kurzem einen Friedensrat gründete? Das haben schon alle vergessen. Erinnern Sie sich? Und er sagte, dass er lebenslanger Vorsitzender dieses Friedensrates sein werde und der Präsident der Vereinigten Staaten diesem Friedensrat als sein Sekretär angehören werde. Das hat er doch gemacht. Warum sollten wir glauben, dass er nicht irgendwelche Möglichkeiten ausarbeitet, um nach 2029 an der Macht zu bleiben? Das alles muss nicht geschehen, aber er kann so denken.
Seine Welt ist also eine Welt, in der es drei starke Führer und drei starke Staaten gibt und alle anderen Länder ihren Willen erfüllen müssen. Kanada ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Es soll auf Trump hören. Die Ukraine ist eine gewöhnliche Region irgendwo am Rande Russlands. Sie soll auf Putin hören. Was gibt es da zu diskutieren? Worüber soll man da überhaupt reden? Das ist die ganze Idee. Sie ist so einfach wie die Windeln des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Falls er welche trägt, natürlich.
Moderator: Wenn wir jetzt den Atlantik überqueren und nach Europa zurückkehren: Sie haben gesagt und sehr gut bemerkt, dass die digitale Welt heute vieles entscheidet und das prägt, worin wir leben, darunter auch Rechenzentren, die einfach physische Hardware sind und von irgendjemandem gesteuert werden. Könnte es eine Situation geben, in der in Europa solche Donald Trumps auftauchen? Wir haben heute bereits von Marine Le Pen gehört, dass sie im Falle eines Sieges die Ukraine nicht militärisch unterstützen werde.
Portnikov: Sehen Sie, in Bezug auf Europa gibt es eine vollständige Übereinstimmung der Interessen zwischen der Russischen Föderation, den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China. Daran darf man ebenfalls nicht zweifeln. In der Russischen Föderation hört man ständig, wie schlecht die Europäische Union sei, wie sie die nationalen Regierungen unterdrücke, wie sie Russland daran hindere, normal mit europäischen Regierungen und Völkern Handel zu treiben, wie die Europäische Kommission und Ursula von der Leyen Agenten des Weltkapitals seien. All das hören wir von russischen Beamten. In der nationalen Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika steht ausdrücklich, dass die größte Bedrohung für Europa von transnationalen Organisationen wie der Europäischen Union ausgehe. Dort steht es schwarz auf weiß, dass die Europäische Union eine Bedrohung für Europa und die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa darstellt. Das ist der offiziell beschlossene Kurs dieser Regierung.
Die Volksrepublik China würde, wie Sie verstehen, ebenfalls lieber mit jeder einzelnen nationalen Regierung zusammenarbeiten als mit der Europäischen Union als solcher. Alle diese Akteure haben unglaubliche Anstrengungen unternommen, damit Großbritannien die Europäische Union verlässt. Das war eine echte geopolitische Katastrophe des 21. Jahrhunderts, sowohl für Großbritannien als auch für die Europäische Union. Wobei viele das bis heute noch nicht verstehen. Ganz zu schweigen davon, dass sich Großbritannien seit dem Brexit in einer permanenten politischen Krise befindet. Dort gibt es inzwischen, ich weiß nicht mehr, den siebten, achten oder wievielten Premierminister seitdem, man kann sie kaum zählen. Cameron, Theresa May, Boris Johnson, Liz Truss, Rishi Sunak, Starmer und der jetzige Premierminister. Das sind sieben. Sieben in diesem kurzen Zeitraum. So etwas hat es noch nie gegeben. Die beiden größten Parteien befinden sich in einer Krise, die Stimmungen radikalisieren sich, es gibt Probleme in der Wirtschaft. Und ich erinnere mich sehr gut daran, wie die Brexit-Befürworter an den Tagen der Brexit-Abstimmung sagten: „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie Großbritannien aufblühen wird, wie wunderbar es sich ohne Migranten, ohne europäisches Diktat leben lässt. Niemand wird uns vorschreiben, wie wir zu leben haben.“ Ich weiß nicht, ob Sie in letzter Zeit in London oder Manchester waren, ob Sie dort Migranten gesehen haben oder nicht, aber das nur nebenbei. Ich werde diesen ganzen Unsinn nicht einmal diskutieren. Die Ergebnisse sind völlig klar. Wenn die Europäische Union heute Großbritannien umfassen würde, wäre der Einfluss der Länder des gesunden Menschenverstands in Europa wesentlich stärker. Und da man immer auf Großbritannien hören musste, um es in der Union zu halten, wäre auch die antirussische Haltung der Europäischen Union heute wesentlich entschiedener. Stattdessen haben wir die Unterstützung Großbritanniens, das aber politisch von Europa isoliert ist.
Moderator: Könnte in dieser Situation eine neue, ich weiß nicht, Sicherheitsarchitektur zwischen diesen Ländern entstehen, unabhängig von der Europäischen Union? Oder könnte Großbritannien irgendwann einen Ausstieg aus dem Brexit vollziehen und eines Tages zurückkehren?
Portnikov: Ich denke, dass es jetzt gerade Schritte geben wird, die auf die Zerstörung der Europäischen Union als solcher abzielen. Und tatsächlich werden diese Schritte sowohl von der amerikanischen Regierung als auch vom Kreml unternommen. Einer der ersten solchen Schritte ist zweifellos die technologische und finanzielle Unterstützung ultrarechter Kräfte auf dem gesamten Kontinent. Und auch das verheimlicht niemand. Führende Vertreter der Vereinigten Staaten treten in europäischen Hauptstädten mit rechtspopulistischen Manifesten auf. Sowohl JD Vance als auch Marco Rubio, und auch Elon Musk verheimlicht das nicht. Dafür werden politische Ressourcen und Geld eingesetzt, Bots, Sabotageaktionen, die Verschärfung von Migrationskrisen. All das ist der Nährboden, auf dem das Ansehen von Parteien wie der Alternative für Deutschland und von Politikern wie Marine Le Pen wächst. Das ist ein realer Einfluss von außen.
Ich möchte Sie daran erinnern, dass ich 2022, vor der großen Invasion, in meinen Sendungen gerade darüber sprach, dass ich große Angst hatte, der Zustrom von Millionen Migranten aus der Ukraine könnte zu einer Migrationskrise vom Ausmaß der syrischen Krise führen und dadurch den Einfluss rechtsradikaler Kräfte in ganz Europa stärken. Das ist zum Glück nicht geschehen, aber es geschieht jetzt. Und all diese Angriffe auf die Ukraine sind ebenfalls Teil der Bemühungen, eine neue Welle der Migrationskrise auszulösen, also eine neue Migrationswelle, eine Migrationskrise zu organisieren: „Wenn man den Ukrainern jetzt nicht mehr mit derselben Begeisterung begegnet wie 2022, dann versuchen wir doch, sie noch einmal dorthin zu schicken.“ Auch das gehört zu diesem Kalkül. All das ist eine reale Gefahr.
Moderator: Und außerdem bedeutet das den Verlust von Menschen. Hier sind viele Unternehmer anwesend, die das sehr stark spüren.
Portnikov: Natürlich, und sie werden es auch weiterhin spüren, denn all das wird nicht aufhören. Auch das gehört also zu dieser Geschichte. Die Zerstörung des europäischen Projekts ist eine der wichtigen Aufgaben der rechtspopulistischen und auch linkspopulistischen Kräfte in Europa, die im Grunde Kräfte des äußeren Einflusses entlang der Achse Washington–Moskau–Peking sind. Und ich glaube, Sie können sich nicht einmal vorstellen, welche Summen dafür ausgegeben werden. Übrigens nicht nur von Amerikanern und nicht nur von Russen. Wenn Sie den Fernseher einschalten, falls Sie ihn überhaupt noch einschalten, und dort einen ukrainischen Experten sehen, der mit kluger Miene sagt: „China ist sehr daran interessiert, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine endet, und sucht nach politischen Mechanismen, während unsere Regierung keinen ernsthaften Dialog mit Peking zustande bringt“, dann wissen Sie, dass für diesen wunderbaren Menschen nicht nur ein Yuan ausgegeben wurde. Alle russischen Rubel, die zur Unterstützung der ukrainischen Pseudoelite eingesetzt wurden, sind jetzt durch chinesische Yuan ersetzt worden. Es ist im Grunde dasselbe. Oder Dollar, das spielt keine Rolle. Entscheidend ist die Herkunft dieser Währung.
Moderator: Früher gab es den Pessimisten Stanisław Lem. Jetzt haben wir den Realisten Vitaly Portnikov, der uns auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Aber vielleicht könnten wir zum Positiven übergehen, denn bei unserem vorherigen Treffen des Expertenclubs sprach Pavlo Sheremeta, der ehemalige Minister für Wirtschaft und Handel, darüber, dass es eine Studie gibt, der zufolge Optimisten im Durchschnitt acht Jahre länger leben.
Portnikov: Wenn sie überleben.
Moderator: Das klang fast optimistisch. Wenn wir nun auf unsere Eigenständigkeit schauen: Was kann die Ukraine in all dem tun? Ich erinnere mich, dass ungefähr 1990, wenn ich mich nicht irre, Dmytro Pawlytschko von der Tribüne der Werchowna Rada aus die damalige Margaret Thatcher bat, eine britische Botschaft in Kyiv, in der Ukraine, zu eröffnen. Darauf antwortete sie, dass unterworfene Länder diese Möglichkeit, dieses Recht nicht hätten, und lächelte sogar. Seitdem sind gerade einmal 35 Jahre vergangen. Im historischen Kontext ist das wahrscheinlich sehr wenig. Und wir haben nicht nur eine Botschaft, die die Ukraine aktiv unterstützt, sondern inzwischen gibt es sogar in Lwiw ein Büro des britischen Königs. Bedeutet das, dass wir in einem ziemlich kurzen Zeitraum einen Quantensprung gemacht haben, besonders in den letzten Jahren, was die Veränderung unserer Eigenständigkeit in der Welt betrifft?
Portnikov: Nun, Margaret Thatcher sagte Dmytro Pawlytschko einfach die Wahrheit. Man muss nicht mit einer Botschaft anfangen, sondern mit der eigenen Eigenständigkeit. Wenn du eigenständig bist, wirst du eine Botschaft haben. Wenn du nicht eigenständig bist, wird dir keine Botschaft helfen. Übrigens gab es damals, als Dmytro Pawlytschko sich an Margaret Thatcher wandte, bereits eine völlig vollwertige Vertretung der Ukrainischen SSR bei den Vereinten Nationen, mit eigenem Büro, einem Ständigen Vertreter und allem, was auch andere souveräne Staaten hatten, außer einer einzigen Sache: der Souveränität und der Möglichkeit, eigene außenpolitische Entscheidungen und überhaupt irgendwelche eigenen Entscheidungen zu treffen. In dieser Hinsicht war das meiner Meinung nach eine absolut nüchterne Antwort. Überhaupt erscheint vieles, was damals nüchtern war und wie Unsinn klang, heute wie eine Vorhersage, die sich bewahrheitet hat. Wir diskutieren immer als Zeichen geopolitischer, würde ich sagen, Kurzsichtigkeit die berühmte Rede des Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Bush senior, vor der Werchowna Rada der Ukraine im August 1991, in der George Bush uns aufforderte, Gorbatschows erneuerte Union zu unterstützen. Und diese Rede wurde damals natürlich sehr kritisch aufgenommen. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich die Entwürfe dieser Rede noch in Moskau von dem Team sah, das George Bush begleitete, und ihnen sagte, dass es ein gewaltiger Fehler wäre, wenn er das verkünden würde. Denn wenn die Ukraine unabhängig werde – ich sagte ihnen, dass dies in den nächsten Jahren geschehen könnte, nicht in Wochen, sondern in Jahren; ich dachte nicht, dass es den Putsch des Staatskomitees für den Ausnahmezustand geben und sich dadurch alles so beschleunigen würde –, dann würde diese Rede, gelinde gesagt, strategisch nicht besonders begründet erscheinen. Und sie sagten mir, George Bush senior werde dann schon nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten sein, und das werde keine Bedeutung mehr haben. Niemand erwartete, dass es so unmittelbar geschehen würde.
Aber wovon ließ sich George Bush leiten, als er das sagte? Er sagte, dass im Falle der Unabhängigkeit der Ukraine große Kriege unvermeidlich seien. Er stützte sich auf die Erfahrungen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien, der damals stattfand, und übertrug die Erfahrungen Russlands und der Ukraine auf die Erfahrungen Serbiens und Kroatiens. Das heißt, das Gefährlichste für Staaten wie die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien oder die Sowjetunion ist ein Konflikt zwischen den beiden wichtigsten Teilstaaten. Denn Konflikte zwischen kleineren Teilstaaten und sogar zwischen der Metropole und kleineren Teilstaaten erwecken den Eindruck von Stabilität. Vereinfacht gesagt erweckte die lange Krise in den Beziehungen zwischen Serbien und seiner Autonomie Kosovo nicht den Eindruck eines großen Krieges. Das, was mit den georgischen Autonomien und mit Transnistrien in Moldau geschah, erweckte nicht den Eindruck eines großen Krieges. Der Karabach-Konflikt wurde einfach als ethnischer Zusammenstoß zweier Völker wahrgenommen.
Als aber der Krieg zwischen Russland und der Ukraine begann, verstanden alle, wie die Welt und Europa künftig aussehen würden und was auf uns zukommen würde. Dasselbe geschah, als es den Krieg zwischen Serbien und Kroatien gab. Er zerriss Jugoslawien buchstäblich und weitete sich auf Bosnien aus, auf den Konflikt zwischen den Serben in Kroatien und der dortigen muslimischen Bevölkerung. Das wurde also zu einer einzigen großen Katastrophe. Und all das geschah gerade 1991. Wir müssen anerkennen, dass George Bush eine absolut richtige Prognose abgegeben hat, die sich erst später erfüllte. Sein Problem war, dass unsere Unabhängigkeit eintrat, als er Präsident war, unser Krieg aber erst stattfand, als er nicht mehr Präsident war. Wenn das unmittelbar geschehen wäre, würde seine Rede als geniale Vorhersage der Zukunft gelten, wenn Sie sie heute noch einmal lesen.
Dabei erwies sich sogar die von ihm genannte Ursache dieses Krieges als geniale Vorhersage der Zukunft, denn er sprach in seiner Rhetorik von nationalistischen Stimmungen in der Ukraine. Aber genau das ist doch das Wesen der russischen Haltung zu dieser Frage. Sobald die Russen sahen, dass die Ukrainer in ihrem eigenen nationalstaatlichen Paradigma leben wollten und nicht einfach ein Randgebiet der Sowjetunion und eine umbenannte Sowjetrepublik sein wollten, sobald sie sahen, dass die Ukrainer bereit waren, ihre eigene geopolitische Wahl zu treffen – was im Grunde Nationalismus ist, wenn ein Land selbst entscheiden will und nicht nach dem Diktat der Metropole –, begannen sie einen großen Krieg zur endgültigen Lösung der ukrainischen Frage und zur Vernichtung des ukrainischen Staates. Was war daran falsch? Wir wollten einfach, dass all das falsch wäre, aber es war richtig.
Die Sache ist nur, dass man Menschen mit solchen Prognosen nicht davon abhalten kann, frei sein zu wollen. Aber die Menschen verstehen manchmal nicht einmal, dass sie, wenn sie sich für die Freiheit entscheiden, zugleich eine Entscheidung zugunsten des Krieges treffen. Wann begann der russisch-ukrainische Konflikt tatsächlich, der auf keine andere Weise als durch Krieg und die gegenseitige Vernichtung dieser beiden benachbarten Völker gelöst werden konnte? Am 24. August 1991, als eindeutig erklärt wurde, dass die Ukraine und Russland zwei verschiedene Staaten sein würden. Alle Voraussetzungen für diesen Konflikt wurden damals geschaffen. Und Sie wissen, dass ich einer derjenigen war, die das schon damals verstanden und alles Mögliche zu tun versuchten, damit es nicht dazu kam.
Gerade wenn ich an diese Zeit der Auseinandersetzung zwischen Pawlytschko und Margaret Thatcher denke, erinnere ich mich daran, dass ich meiner Meinung nach der einzige Publizist im gesamten postsowjetischen Raum war, der einen großen Text gegen die Unabhängigkeit der Russischen Föderation schrieb. Denn damals entstand die, wie ich bis heute finde, völlig bizarre Idee einer Unabhängigkeit Russlands von der Sowjetunion. Wie soll das gehen? War die Sowjetunion etwa nicht Russland? Ich schrieb in Moskau einen großen Artikel für die „Nesawissimaja Gaseta“, den ich irgendwann auch auf Facebook veröffentlicht habe. Darin sagte ich, dass die Russische Föderation gemeinsam mit denen, die eine erneuerte Union schaffen wollten, eine erneuerte Union gründen müsse, gemeinsam mit denen, die mit Russland in dieser erneuerten Union zusammen sein wollten und die ihre Unabhängigkeit als solche nicht erklärt hatten. Wir wussten, wer das war. Das war die Russische Föderation, das war die Mehrheit der Länder Zentralasiens. Zumindest Kasachstan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kirgisistan. Wahrscheinlich alle mit Ausnahme Usbekistans. Das war die Republik Belarus. Eine riesige Grundlage für eine erneuerte Union.
Und wir, die Länder, die ihren Austritt aus der Union und die Aufkündigung des Unionsvertrags erklärt hatten – Lettland, Litauen, Estland, die Ukraine, die Republik Moldau und wahrscheinlich Armenien, Georgien und Aserbaidschan –, würden unseren eigenen Weg gehen. Wobei wiederum jedes Land selbst entscheiden würde, ob es dieser erneuerten Union beitreten möchte oder nicht. Ihr schafft in eurem Staat diese erneuerte Union, und wir unterhalten gute Beziehungen zu euch als Union. Wir sind gegangen, ihr seid geblieben, alles ist in Ordnung. Von wem erklärt ihr eure Unabhängigkeit?
Und damals, ich habe das schon mehrfach erzählt, traf sich Boris Nikolajewitsch Jelzin nach diesem Artikel mit mir und sagte: „DreiPunkte, merk dir drei Punkte. Verstehst du? Erstens: Ich will Gorbatschow loswerden.“ Nun, verständlich, „er hindert mich daran, Reformen durchzuführen“. Das klingt logisch. Wir sehen heute, was das für Reformen waren. „Zweitens: Die russischen Republiken, die jetzt aus der Russischen Föderation austreten und Unionsrepubliken werden keinen Ort mehr haben, wohin sie austreten können.“ Nun, verständlich, der Tschetschenienkrieg. Wir wissen, wozu das führte. Zu zwei Tschetschenienkriegen, zu Flächenbombardements von Grosny, zum Tod Tausender Menschen. Das war der zweite Punkt. Und als dritten Punkt sagte er: „Du musst wissen, welcher der wichtigste ist.“ „Und welcher ist der wichtigste?“, fragte ich. „Mit der Ukraine“, sagte Boris Nikolajewitsch, „bin ich Präsident eines europäischen Staates, und ohne die Ukraine bin ich Präsident eines asiatischen Staates. Und Präsident eines asiatischen Staates will ich nicht sein und werde ich nicht sein.“ Und er ging.
Und das geschah noch vor dem 1. Dezember 1991. Am 1. Dezember 1991 begann die Idee, die Ukraine in eine erneuerte Union hineinzuziehen. Aber schon davor hatte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Waschtschanow, gerade am 24. August 1991 erklärt: „Wir haben keinerlei Ansprüche gegenüber den ehemaligen Unionsrepubliken, die ihre Unabhängigkeit erklären, solange sie sich mit uns in einer Union befinden, und behalten uns das Recht auf solche Ansprüche vor, wenn sie aus einer solchen Union austreten.“ Das wurde doch alles sofort gesagt. Wir hatten, bildlich gesprochen, diesen Unabhängigkeitsakt noch nicht einmal ausdrucken können. Und sie hatten das bereits gesagt.
Nur hatten die Russen bis zum Jahr 2000 und irgendetwas, ich weiß nicht einmal genau bis wann, wahrscheinlich bis 2019, immer noch die Illusion, dass sie die Ukraine auf politischem Wege zurückholen könnten. Und selbst wenn in dieser Ukraine plötzlich Ukrainer, ukrainisch denkende Menschen, an die Macht kamen, würden sie später trotzdem Revanche nehmen. „2004 kamen sie an die Macht und veranstalteten einen Aufstand. Wir nahmen 2010 Revanche. 2014 kamen sie an die Macht und veranstalteten einen Aufstand. Wir nahmen 2019 Revanche.“ Die Erkenntnis, dass diese Revanche von 2019 keine solche Revanche war wie die von 2010 und dass Zelensky, um Putin zu zitieren, „Angst vor den Nationalisten bekam“ – das ist ein wörtliches Zitat –, bestimmte im Grunde all das voraus, worin wir heute leben. Aber wir hätten schon sehr viel früher so leben müssen, wenn sie nicht in ihren Illusionen gelebt hätten. Mehr als 30 Jahre.
Moderator: Als sie also begriffen, dass wir niemals mit ihnen zusammen sein würden, beschlossen sie im Grunde, einfach zu versuchen, uns zu vernichten.
Portnikov: Nun, wenn wir von „uns“ sprechen, nehmen wir uns wieder einmal viel zu wichtig. Die Russen brauchen uns so nötig wie ein Kropf. Sie brauchen nicht uns, sie brauchen ukrainischen Boden, Territorium. Die ukrainische Bevölkerung brauchen sie nicht. Überschätzen Sie sich nicht, sozusagen. Bei ihnen gibt es, entschuldigen Sie: „Sibirien allein – unermesslich weit! Wie viel Kerker! Wie viel Leut!“ Aber in Sibirien gibt es schon niemanden mehr. Hinter dem Ural lebt niemand. Wie groß ist der Bevölkerungsanteil der föderalen Bezirke Ural, Sibirien und dieses, wie heißt es, Fernost? Zehn, fünfzehn, zwanzig Prozent der Bevölkerung der Russischen Föderation? Alle leben dort, wo sie schon immer lebten, zwischen Wladimir, Susdal und Moskau. Aber ihr Territorium gefällt ihnen, weil dieses Territorium sie zum größten Land der Welt macht. Es erlaubt ihnen, irgendeinen Blödsinn über einen Tunnel zwischen Alaska und Tschukotka zu erzählen, verstehen Sie? Und ein solcher geopolitischer Akteur zu sein.
Um ein geopolitischer Akteur in Europa zu sein, und damit setze ich Jelzins Gedanken fort, brauchen sie ukrainisches Territorium. Je näher sie an den Orten sind, die sie mit ihren Raketen erreichen können, desto wichtiger ist ihre Rolle auf dem europäischen Kontinent. Zivilisatorisch haben sie doch nichts geschaffen außer Angst. Aber auch die Angst braucht Raum, um sich auszubreiten. Verstehen Sie, es ist eine Sache, wenn Sie es mit irgendeinem Banditen zu tun haben, der irgendwo in einer Arbeitersiedlung lebt und bei dem unklar ist, ob er mit seiner Vorortbahn überhaupt zu Ihnen gelangt. Vor allem, wenn Sie zwischen dieser Bahn und Ihrem Bahnhof Grenzbeamte und Polizei aufstellen und er ausschließlich auf seiner eigenen inneren Strecke fahren kann. Eine andere Sache ist es, wenn er den Bahnhof selbst besetzt. Die Ukraine ist für ihn ein solcher Bahnhof. Sie versuchen, ihn zu besetzen.
Moderator: Für ihn ist es so, aber für uns ist es ganz anders. Für uns sind die Menschen wichtig. Wir wissen ganz genau, dass es hier, sogar in unserem Publikum, Menschen gibt, die unglaubliche Spitzenleistungen erreichen und in ihren Geschäftsbereichen weltweit, in Europa und in der Welt, führende Positionen einnehmen. Sie kennen wahrscheinlich ebenfalls viele solche Beispiele. Bedeutet das, dass wir so etwas werden können wie, vereinfacht gesagt, Israel? Im Grunde ein kleines Land, das aber immer sehr einflussreiche Menschen hatte, natürlich auch infolge vieler schlimmer Jahrzehnte.
Portnikov: Vieler Jahrzehnte des Krieges, infolge vieler Jahrzehnte des Krieges.
Moderator: Nun, bei uns sind es auch schon zwölf Jahre, oder wenn man, wie Sie sagten, seit 1991 rechnet, dann ist es anders. Nur fand der Krieg damals wahrscheinlich auf einer anderen, kognitiven Ebene statt. Können wir genauso werden? Nicht nur, dass wir heute populär sind, dass die Ukraine populär wird, sondern können wir einflussreich werden, so wie die jüdischen oder protestantischen Gemeinschaften in Amerika oder wie es sie auch in vielen europäischen Ländern gibt? Wird die ukrainische politische Nation heute einflussreich? Und was müssen wir tun, damit wir, während der Feind hier den Boden schätzt, unsere Menschen besser wertschätzen und diese Menschen die Ukraine noch besser verteidigen können?
Portnikov: Nun, das ist eine gute Frage, weil sie die wichtigste Voraussetzung aufwirft: Wir können einflussreich sein, wenn wir den Staat bewahren. Und das sage ich den Ukrainern im Ausland ständig. Hoffen Sie nicht, dass Sie Ukrainer bleiben können, wenn es keinen Staat mehr gibt. Das wird bei den Ukrainern nicht so funktionieren wie, vereinfacht gesagt, bei den Juden oder Armeniern. Juden und Armenier sind auf die eine oder andere Weise abgeschlossene religiöse Gemeinschaften, die Armenier weniger, die Juden stärker, aber es sind trotzdem abgeschlossene religiöse Gemeinschaften, in denen schon das Gotteshaus von anderen Gotteshäusern getrennt ist. Man kann nicht einfach etwas anderes werden. Oder man muss sich selbst verändern, und nicht jeder ist dazu bereit. Die Ukrainer sind eine viel offenere Nation, weil sie Teil der allgemeinen orthodoxen und griechisch-katholischen Welt sind. Deshalb werden die Ukrainer ohne die Ukraine nicht überleben. Ich sage immer, dass man das verstehen und die Ukraine sowohl als Staat als auch als Land wertschätzen muss, das einem erlaubt, man selbst zu sein. Das ist der höchste Wert für einen Menschen: man selbst zu bleiben. Glauben Sie mir als einem Menschen jüdischer Herkunft. Das ist also der erste Punkt in Bezug auf den Einfluss.
Der zweite Punkt in Bezug auf den Einfluss ist eine realistische Haltung zum Dialog. Ich beginne ebenfalls zu denken, dass sich für uns jetzt neue Möglichkeiten eröffnen, falls es uns gelingt, in diesem Konflikt eine Art stabiles Plateau zu erreichen. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die Möglichkeiten dieses ukrainischen Staates nutzen können, die Diaspora, die inzwischen viele Millionen Menschen umfasst. Ich sehe jetzt eine völlig neue Qualität der ukrainischen Diaspora in der Welt, in Europa, in den Vereinigten Staaten. Ich erinnere mich ganz genau daran, dass die Diaspora, der ich in den 1990er-Jahren begegnete, hinsichtlich des Einflusses und der Möglichkeiten ihrer Mitglieder nicht so war. Wenn ich mich mit der jüdischen und mit der ukrainischen Diaspora traf, verstand ich den Unterschied sehr gut. Selbst in den Vereinigten Staaten besuchte ich ukrainische Museen in Amerika und sah dort beispielsweise einen Gedenkraum für ein Mitglied irgendeiner städtischen gesetzgebenden Versammlung. Und in einem polnischen Museum gab es einen Gedenkraum für irgendeinen, sagen wir, polnischstämmigen Senator aus dem Bundesstaat Illinois. Da war also ein Pole, Senator des Bundesstaates Illinois. Das ist eine große Leistung der Diaspora.
Sie verstehen doch, dass es in einem jüdischen Museum keine Gedenkräume für Kongressabgeordnete gibt, weil man ein jüdisches Museum nicht in eine Flucht von Gedenkräumen verwandeln kann. Nun, es gab dort Kongressabgeordnete, und das war es dann auch. Wie viele es waren, werden wir nicht lange zählen. Das ist also keine Leistung. Die Leistung liegt in etwas anderem. Für Juden besteht die Leistung darin, dass die Gemeinschaft erhalten bleibt, und nicht darin, dass sie bestimmte Menschen an der Macht hat. Und das ist ein wichtiger Punkt, denn heute müssen wir darüber nachdenken, wie wir den Einfluss dieser Menschen nutzen können, die in großen Konzernen arbeiten, die übrigens Pastoren in großen Gemeinden werden. Völlig neue Menschen, völlig neue Prozesse, völlig neue Möglichkeiten. Menschen, die sich vor dem Hintergrund des ukrainischen Widerstands daran erinnern, dass sie Ukrainer sind. Im Grunde gibt der ukrainische Widerstand ihnen die Möglichkeit aufzuwachen, vielen Menschen, die sich vielleicht vorher nicht als Ukrainer empfunden haben.
Und ich sehe darin übrigens, würde ich sagen, Parallelen zum Jahr 1967 in der Sowjetunion, zu den Juden, von denen sich eine riesige Zahl einfach dafür schämte, Juden zu sein, weil man ihnen ständig sagte: „Wo wart ihr denn? Was habt ihr gemacht? Als Krieg war, haben wir alle gekämpft, und ihr wart in Taschkent, weil ihr nicht kämpfen könnt.“ Und selbst Menschen, die selbst Frontsoldaten waren, mit Orden, oder deren Großväter oder Großmütter im Krieg gefallen waren, schämten sich dafür, dass sie angeblich so unglücklich und unfähig zum Kämpfen waren, im Gegensatz zum russischen Menschen, diesem großen Krieger überhaupt. Und dann kam 1967, als Israel die sowjetischen Flugzeuge vernichtete, noch bevor sie starten konnten, sowjetische Militärinstrukteure tötete und die Armeen der Staaten vernichtete, die sich an Moskau orientierten. Das löste natürlich eine unglaubliche Welle des Antisemitismus aus, aber auch einen Aufschwung des Nationalstolzes. Die Menschen erinnerten sich daran, wer sie waren und wer sie sein konnten. Und mit den Ukrainern in der Welt geschieht jetzt ebenfalls so etwas. Das darf man nicht ungenutzt lassen, verstehen Sie?
Moderator: Aber wir sprechen heute sehr wenig über die globalen Ukrainer im positiven Sinne. Wir hören viel über das Monaco-Bataillon, wissen aber sehr wenig über jene Ukrainer, die wirklich viel erreicht haben und Unterstützung leisten.
Portnikov: Nun, es gibt bereits viele solche Ukrainer, die noch in den Vorkriegsjahren ausgewandert sind, die schon lange in verschiedenen Ländern leben, Unternehmen haben, der Ukraine helfen und vielleicht ebenfalls nicht besonders bekannt sind. Ich treffe viele solche Menschen. Und ich treffe übrigens viele Menschen, die sich bewusst für das Ukrainertum entschieden haben und die im Grunde sehr oft sogar ihre eigenen Positionen in den einen oder anderen religiösen oder politischen Gemeinschaften für ihr Ukrainertum riskieren. Ich sehe das. Wir sprechen viel über die Unterstützung für Trump, über die Evangelikalen, auf die er sich stützt. Das ist übrigens gerade ein großer Teil jener Gemeinschaften, die Israel unterstützen. Aber zugleich sehe ich jetzt, wie in diesen evangelikalen Gemeinschaften der Vereinigten Staaten echte Prozesse stattfinden, bei denen Menschen eigens ukrainische Kirchen und ukrainische Gemeinden gründen. Neue Pastoren, neue geistliche Leiter treten auf, Menschen, die riesige Summen für die Ukraine sammeln. Es gibt Menschen, die, wie ich in Portland in Oregon gesehen habe, russischsprachige protestantische Radiosender kaufen, um daraus ukrainische zu machen. Ich habe einen solchen Sender gesehen und ihm ein Interview gegeben. Er heißt jetzt Radio Maidan. Noch gestern war das ein Radiosender der slawischen Gemeinde. Aber dieser Mensch hat sein eigenes Geld investiert, verstehen Sie, weil er sich als Ukrainer empfand.
Moderator: Im Grunde beginnen wir erst langsam, das zu tun, was Russland jahrzehntelang, wenn nicht jahrhundertelang, im Informationsbereich getan hat.
Portnikov: Sowohl bei uns als auch in der ganzen Welt versuchte Russland, die Menschen davon zu überzeugen, dass nur seine Zivilisation wichtig sei. Deshalb versuche ich seit ungefähr einem Jahr – das ist natürlich keine leichte Arbeit, wenn man so herumreist wie dieser Handelsreisende Menachem Mendel von Scholem Alejchem –, aber dadurch sehe ich, welch großes Potenzial das ukrainische Volk im weitesten Sinne dieses Wortes hat. Und wie viele Menschen ihr Ukrainertum wiederfinden und es nicht verlieren, sowohl hier als auch außerhalb des Landes. Ich glaube, dass die zukünftige Ukraine gerade in dieser Symbiose existieren muss. So wie übrigens Irland existiert. Wir sprechen viel über Israel, aber Israel ist wiederum eine besondere Situation, weil es um die Entscheidung von Menschen geht, die in das Land ihrer Vorfahren gekommen sind, um einen Staat aufzubauen. Aber es gibt doch Irland, wo niemand irgendwohin gekommen ist, wo alle schon da waren, aber eine große Zahl von Menschen ausgewandert ist und Iren geblieben ist.
Moderator: Und einen Irish Pub gibt es in jedem Land, in jeder Stadt.
Portnikov: Nun, nicht nur einen Pub, sondern auch einen irischen Präsidenten. Ich erinnere mich, dass ein BBC-Korrespondent Joseph Biden nach seiner Wahl bat, zwei Worte an das BBC-Publikum zu richten. Er sagte zwei Worte. Er sagte: „Ich bin Ire.“ Denn das ist Stolz auf das Eigene, auf die eigenen Wurzeln. Und ich würde mir wünschen, dass die ukrainische Gemeinschaft genauso wäre wie die irische: global, aber verwurzelt. Dafür braucht es jedoch eine entsprechende staatliche Politik. Der Premierminister Irlands und die irischen Minister packen am St. Patrick’s Day ihre Koffer und reisen zu den irischen Gemeinschaften in aller Welt. Der Premierminister kommt, glaube ich, in die Vereinigten Staaten. Und die Iren sehen, dass der Staat sich an sie erinnert, sich um sie kümmert und sich als eine Einheit mit ihnen betrachtet.
Moderator: Das heißt, wir sollten sowohl die öffentliche als auch die nichtöffentliche Volksdiplomatie stärken.
Portnikov: Ich denke einfach, dass unsere einzige wirkliche Antwort auf Russlands Krieg gegen die Ukraine der Widerstand gegen die russische Aggression ist. Und unsere einzige wirkliche Antwort auf die „Russki Mir“, die russische Welt, ist die ukrainische Welt. Und dafür muss man sich nicht schämen. Die ukrainische Welt kann nicht weniger interessant, nicht weniger groß, nicht weniger attraktiv und nicht weniger zivilisatorisch eigenständig sein als die „Russki Mir“, vielleicht sogar noch mehr.
Moderator: Zugleich haben wir, als wir letzte Woche mit Pavlo Sheremeta über die Produktivität gesprochen haben, die unsere Verteidigungsfähigkeit erhöhen soll, gehört, dass Wettbewerb ein außerordentlich wichtiger Faktor für das Wachstum der Produktivität ist. Er sagte auch, dass das Land global mit anderen Ländern konkurrieren müsse und wir uns dann besser entwickeln würden. Und diese unsere Eigenständigkeit habe ich persönlich zum Beispiel dieses Jahr in Polen, auf der Halbinsel Hel bei Danzig, gespürt, als ich mit vielen Polen sprach. Das geschah gerade in einer Zeit, in der sich unsere Beziehungen verschärften, sowohl zwischen den Völkern auf politischer Ebene als auch in persönlichen Gesprächen. Alles begann mit historischen Fragen, aber als wir länger und eingehender miteinander sprachen, kamen wir zu dem Schluss, dass sie die Wolhynien-Frage eigentlich gar nicht so sehr ärgert. Denn hier gibt es tatsächlich viele Dinge, die sie einfach noch nicht wissen, und auch wir kennen unsere eigene Geschichte schlecht. Was sie aber sehr ärgert, und das war in jedem Gespräch deutlich zu spüren, ist, dass wir nicht mehr der kleine Bruder auf dem Weg in die EU sind, dass unser Produkt wettbewerbsfähiger ist. Und genau das beschäftigt und schmerzt sie sehr oft.
Portnikov: Nun, für jeden Staat, der sich als Zentrum einer Region betrachtet, ist es schwierig, das Auftauchen eines Konkurrenten zu erleben. Außerdem glaube ich, dass es in Polen noch ein großes Problem gesellschaftlicher Natur gibt. Es besteht darin, dass Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, übrigens durch kommunistische Anstrengungen, und nicht zufällig, zu einem der wenigen ethnisch homogenen Länder Europas wurde. Wo gibt es solche Länder überhaupt noch? Welches Land könnte sich einer solchen, würde ich sagen, nationalen Reinheit rühmen? Nun, vielleicht die Ukraine, aber in der Ukraine gab es immerhin Millionen Russen. Bis in die 1990er-Jahre gab es dort eine große jüdische Gemeinde. Es gibt nationale Minderheiten, Ungarn, Rumänen. In Polen gab es praktisch nichts davon. Das heißt, selbst Menschen, die nationalen Minderheiten angehörten, verbargen ihre Herkunft und waren Polen. Ich kannte ethnische Ukrainer, die sich ihr ganzes Leben lang mit ukrainischer Kultur in Polen beschäftigten und sagten, sie seien Polen. Professoren der ukrainischen Literatur, die sagten, sie seien Polen. Das habe ich erlebt. Von den Juden ganz zu schweigen. Es gab Menschen, bei denen ich erst erfuhr, dass sie Juden waren – Menschen, die mir nahestanden und mit denen ich jahrzehntelang Kontakt hatte –, als sie bereits gestorben waren und ich einen Artikel in einer Enzyklopädie las. Ich dachte: „Wie kann das sein? Wir saßen doch hier, tranken bei dir zu Hause Tee, sprachen über irgendwelche jüdischen Themen, und du hast mit mir gesprochen wie ein Pole mit einem Juden. Aber du warst doch gar kein Pole.“ Die Menschen hatten also instinktiv Angst, auch nur zu erwähnen, dass sie im Grunde keine Polen waren. Nicht, dass man ihnen deswegen etwas angetan hätte. So war das gesellschaftliche Klima. Und plötzlich kommen in ein solches Land, in dem jeder Pole ein Pole ist und jeder Nichtpole ebenfalls ein Pole ist, wir alle sind Polen, eine Million Menschen, die nun einmal keine Polen sind. Man sieht, dass sie keine Polen sind. Und sie sind jetzt überall, ganz in der Nähe. Nun, da ist es klar, dass man sich an eine solche …
Moderator: Ungehörigkeit.
Portnikov: … nur schwer gewöhnen kann. Und Sie verstehen nicht einmal das ganze Ausmaß dieses Zustands, würde ich sagen, besonders in der Volksrepublik Polen, denn die polnische Kommunistische Partei war auch noch eine Partei glühender Chauvinisten. Die polnischen Dissidenten waren natürlich schon wesentlich toleranter, sie hatten eine andere Einstellung zu all dem. Aber dieses Regime, das es in Polen gab, war chauvinistisch. Nun, schließlich: Wer hat die Operation Weichsel durchgeführt?
Ich erinnere mich, wie fassungslos ich war, als ich – welches Jahr war das? 1991. Ich war gerade dabei, mein Studium beziehungsweise mein Aufbaustudium abzuschließen. Und ich war in der Redaktion einer sehr angesehenen polnischen demokratischen Zeitung. Da es ein privates Gespräch war, werde ich keine Namen nennen. Ich sitze also im Garten mit dem Chefredakteur dieser Zeitung, der für mich einfach ein Lehrer ist. Und ich frage ihn: „Wie steht es um die jüdische Gemeinde, um die jüdische Frage in Polen?“ Er sagt zu mir: „Weißt du, du kannst hier mit mir darüber sprechen, aber in der Redaktion oder auf der Straße solltest du besser nicht danach fragen.“ Ich sage: „Warum?“ Nun, ich war ja ein kleiner Junge, völlig ahnungslos. Ich war so, ich war nach Polen gekommen, „Professor Pleischner war von diesem Geschmack der Freiheit berauscht“. Vergessen Sie nicht, das war noch vor dem Putsch von 1991. Und er sagt zu mir: „Frag einfach nicht.“ Und dann vergehen 35 Jahre, und ich trinke wieder genauso Tee mit ihm. Und plötzlich erinnere ich mich an irgendein Buch mit seinen Memoiren und sage: „Warum hast du mir 1991, als ich dich nach der jüdischen Frage fragte, nicht gesagt, dass du selbst eigentlich Jude bist?“ Und er sagt: „Du hast nicht gefragt.“ Auch das muss man verstehen. Diesen inneren Zustand. Diesen inneren Zustand. Und plötzlich eine Million Ukrainer. Ich glaube, das ist sogar schlimmer als eine Million Juden. Das bleibt unter uns, man darf das niemandem erzählen, aber es ist nun einmal so.
Moderator: Und was sollen wir damit machen? Wir sind doch Nachbarn.
Portnikov: Eine gemeinsame Sprache mit den Nachbarn finden. Nun, hören Sie, was soll man denn sonst machen? Früher gab es die Stadt Lwiw in einer völlig anderen nationalen Vielfalt. Polen, Ukrainer, Juden, Armenier und Deutsche fanden hier eine gemeinsame Sprache, nicht ohne Zwischenfälle, aber im Grunde war das ein einziger Kosmos. Wenn wir an das Lwiw der Vorkriegszeit denken, erinnern wir uns an Polen, Ukrainer und Juden als Menschen dieser Stadt. Das ist einfach eine andere Kultur des Zusammenlebens. Es ist eine, wenn Sie so wollen, konfliktreiche Symbiose. Nun, wir werden mit dem polnischen Volk – das es meiner Meinung nach als unser Nachbar auf jeden Fall wert ist, denn es ist eine Zivilisation von Menschen mit Selbstachtung und Freiheitsgefühl – eine solche konfliktreiche Symbiose aufbauen müssen. Und wir müssen Verbündete finden, denn genauso wie die ukrainische Gesellschaft nicht homogen ist, ist auch die polnische Gesellschaft nicht homogen.
Die Krankheit des imperialen Chauvinismus ist dem polnischen Volk eigen, aber in wesentlich geringerem Maße als dem russischen. Denn ich würde sagen, dass in Russland die überwältigende Mehrheit am imperialen Chauvinismus leidet. Und in Polen leidet am polnischen Chauvinismus, sagen wir es vorsichtig, weniger als die Hälfte. Und auch das ist wichtig. Es gibt also immer Menschen, die zu einer solchen Symbiose bereit sind. Wichtig ist, dass auch wir bereit sind und verstehen, dass eine konfliktreiche Symbiose Zugeständnisse von unserer Seite bedeutet.
Moderator: Wie müsste diese konfliktreiche Symbiose richtig aussehen? Das heißt, wir müssen doch trotzdem unsere Position verteidigen, ohne nachzugeben. Wenn man uns beispielsweise auf politischer Ebene sagt: „Nun, vielleicht solltet ihr mit diesem Bandera, Schuchewytsch und der UPA doch ein wenig zurückhaltender sein.“ Müssen wir irgendwo einen Kompromiss suchen, oder müssen wir bei unserer Position bleiben und sie erklären? Und wie macht man das in dieser konfliktreichen Symbiose richtig, damit wir eine Win-win-Situation erreichen?
Portnikov: Nun, erstens glaube ich, dass es keine geben kann, in der ein Volk die Helden für ein anderes auswählt. Zumal auch dieses andere Volk unterschiedliche Helden hat. Wir verstehen sehr gut, dass die Bedeutung Banderas in Lwiw und die Bedeutung Banderas in Charkiw zwei verschiedene Banderas sind. Hier ist er eine historische Persönlichkeit. Dort ist er heute ein Symbol, ein abstraktes Symbol des Widerstands, und auch das nicht für alle. Und ich glaube, vieles hängt damit zusammen, dass wir unseren polnischen Nachbarn vieles nicht erklären können und sie vieles nicht hören wollen. Ich erkläre beispielsweise in polnischen Zuhörerkreisen immer, dass sie ihre Geschichte der Beziehungen zu Galizien auf die gesamte Ukraine übertragen. Aber die Menschen außerhalb der Gebiete Lwiw, Iwano-Frankiwsk, Ternopil und Wolhynien betrachten Polen, die Themen des historischen Erbes und alles andere ungefähr so wie das rumänische oder tschechische oder sogar deutsche Erbe. Das ist für sie sehr weit entfernt. All diese Tatsachen der polnischen Geschichte sind etwas sehr Fernes. Und jemand aus Charkiw oder sogar aus Kyiv kann manches einfach mit einem gewissen Abstand betrachten und verstehen.
Und ich weiß nicht, inwieweit das zutrifft, denn ich sage noch einmal, dass ich immerhin Jude bin. Und für das jüdische Volk ist die Nähe zur polnischen Kultur und zur polnischen Zivilisation wesentlich größer als für Ukrainer aus dem Osten und dem Zentrum der Ukraine. Deshalb kann auch ich mich bei dieser Distanz irren, denn mir scheint, dass meine eigene Distanz diejenige jedes Menschen in Kyiv ist, während meine Distanz in Wirklichkeit viel geringer ist. Nun, aus verschiedenen Gründen. Ich esse dieselben Kuchen, die die Menschen in Lwiw essen und die die Menschen in Krakau essen. Andere Menschen in Kyiv hatten diese Kuchen nie gesehen, bevor sie nach Lwiw kamen. Verstehen Sie, das geht sogar bis auf die Ebene der Alltagskultur und der Namensgebung. Hören Sie, meine Mutter und meine Großmutter, sie alle hatten polnische Vornamen. So etwas gibt es bei den Ukrainern nicht. Und deshalb scheint mir manchmal, dass meine Distanz die Distanz der Zentralukraine ist, aber die Zentralukraine ist eigentlich viel weiter entfernt. Und genau das muss man erklären.
Man darf der gesamten Ukraine nicht die Erfahrungen der traumatischen polnischen Beziehungen zu Galizien und Wolhynien aufzwingen. Vielleicht wird dann alles leichter zu verstehen sein. Man darf einen Menschen aus Charkiw nicht ständig dazu zwingen, sich für das zu entschuldigen, was, sagen wir, zwischen einem Menschen aus Wolhynien und einem Menschen aus dem damaligen Kleinpolen (Małopolska) geschah. Denn das wäre, wenn wir ernsthaft darüber sprechen, dasselbe, als würde man einen Menschen aus Zürich dazu zwingen, sich für die Handlungen eines Menschen aus Hamburg zu entschuldigen. Nun, beide sprechen im Grunde Deutsch, aber sie lebten in unterschiedlichen Zivilisationsräumen. Dieser Mensch aus Zürich hätte niemals einen solchen Staat gewollt wie der Mensch aus Hamburg.
Danach entstand die staatliche Symbiose, aber sie entstand erst nach all diesen Ereignissen. Tatsächlich begegneten sich die Ukrainer aus Galizien und Wolhynien und die Ukrainer aus der Zentral-, Ost- und Südukraine erst, nachdem die Geschichte der polnisch-ukrainischen Konflikte zu Ende gegangen war. Unser wirkliches gemeinsames nationalstaatliches Leben begann nach 1945. Und wie soll ein Mensch, der sein ganzes Leben im Osten der Ukraine verbracht hat, seine Zugehörigkeit zu etwas verstehen, die man ihm aufzwingt? Wie soll Zelensky das verstehen? In seinem Krywyj Rih hat überhaupt niemand jemals einen lebenden Polen gesehen. Nun, im Ernst, das ist nicht Lwiw. Und damit muss man anfangen. Man darf Konflikte, sagen wir, regionalen Charakters nicht zu einem gesamtnationalen Konflikt zwischen dem polnischen und dem ukrainischen Volk machen. Denn das ukrainische Volk ist mehr als Galizien, und das polnische Volk ist mehr als Wolhynien. Und mehr als die Operation Weichsel. Auch das ist wahr.
Und wenn wir anfangen, ernsthaft darüber zu sprechen, glaube ich, dass viele dieser Probleme verschwinden werden. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass die Zukunft Mitteleuropas von der Symbiose und dem gegenseitigen Verständnis zwischen dem polnischen und dem ukrainischen Volk abhängt. Ich bin jedenfalls ein Mensch, der immer aufrichtig an einer solchen Verständigung interessiert war, immer getan hat, was er in dieser Hinsicht konnte, und hoffe, dass ich das auch weiterhin tun werde. Obwohl das natürlich vielleicht schon das Alter ist, aber mit den Jahren beginnt mich die Frage der Entwicklung der ukrainischen Welt als solcher mehr zu interessieren als die Frage der ukrainischen Symbiose mit irgendjemandem. Vielleicht, weil ich darin heute eine größere Perspektive sehe. Und hier kündige ich gleich an, dass unsere nächste große Veranstaltung des Expertenclubs in nächster Zeit gerade dem Thema der ukrainisch-polnischen Beziehungen gewidmet sein wird, bei der wir gute Menschen von beiden Seiten einladen werden, um darüber zu sprechen.
Moderator: Aber zum Abschluss: Sie haben gesagt, wovon die Zukunft Mitteleuropas abhängt. Wovon hängt unser zukünftiger Sieg ab?
Portnikov: Unser zukünftiger Sieg hängt davon ab, dass wir die Bedrohung realistisch wahrnehmen und verstehen, wie wir mit dieser Bedrohung umgehen müssen. Denn wenn wir ernsthaft darüber sprechen, ist es uns in diesen viereinhalb Jahren tatsächlich gelungen, den Vormarsch der russischen Armee auf ukrainischem Boden aufzuhalten. Vergessen Sie nicht, dass sich die Frontlinie seit 2023 nicht bewegt. Dass die Russen, die meiner Meinung nach vorhatten, den größten Teil der Ukraine innerhalb weniger Wochen zu erobern, das Gebiet Donezk in viereinhalb Jahren nicht erobern können, ist eine wirkliche Heldentat des ukrainischen Volkes, denn die ukrainische Armee ist das ukrainische Volk. Dort kämpfen gewöhnliche Menschen, die in den letzten Jahren Teil dieser Armee geworden sind. Das sind keine Berufssoldaten, das sind keine Söldner wie in Russland, das sind unsere Verwandten, Nachbarn und Freunde. Und das ist eine Heldentat.
Aber jetzt wird alles von der Widerstandsfähigkeit des Hinterlands abhängen. Wenn das Hinterland diesen brutalen Druck aushalten kann, wird der ukrainische Staat nicht nur erhalten bleiben, sondern sich auch weiterentwickeln. Wenn das Hinterland diese Widerstandsfähigkeit gegen eine scheinbare Ruhe eintauscht und die russische Shahed-Drohne oder die russische Rakete über dem eigenen Kopf gegen einen russischen Nationalgardisten im eigenen Treppenhaus – und genau das ist die Wahl, keine andere –, dann werden der ukrainische Staat und das ukrainische Volk verschwinden, trotz des Mutes der Armee. Denn in der Geschichte gab es viele Fälle, in denen Armeen einen Staat verteidigten, aber keinen Ort mehr hatten, an den sie zurückkehren konnten. Aber ich glaube an die erste Möglichkeit.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Interview Titel des Originals:Брудні танці з Трампом | Віталій Портников @tvoyemistoTV. 18.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:18.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Der Pressesprecher des Präsidenten der Russischen Föderation, Peskow, betont, dass ein neues Treffen der ukrainischen, russischen und amerikanischen Delegationen über die Beendigung des Krieges, den Russland gegen die Ukraine fortsetzt, bereits in der ersten Novemberhälfte in Abu Dhabi stattfinden könnte. Peskow hält sogar die Teilnahme eines Vertreters der Europäischen Union an diesem Treffen für möglich, betont jedoch, dass dies von der Haltung Brüssels abhängen werde.
Aber die wichtigste Frage lautet: Was soll bei dieser erneuten Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses zwischen Moskau, Kyiv und Washington vor dem Hintergrund der anhaltenden Kampfhandlungen und der brutalen russischen Angriffe auf die Ukraine eigentlich besprochen werden? Die Zeitschrift The Economist berichtet unter Berufung auf ukrainische Quellen, dass die amerikanischen Unterhändler keine großen neuen Ideen hätten. Sie bestehen weiterhin darauf, dass die Ukraine auf einen NATO-Beitritt verzichten müsse, zugleich aber die Möglichkeit erhalten solle, der Europäischen Union beizutreten. Im Gegenzug für die Beendigung der Kampfhandlungen könnte die Russische Föderation Zugang zum Energiemarkt der Europäischen Union erhalten. Außerdem könnten die Sanktionen aufgehoben werden, die nach Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine verhängt wurden.
Schon aus den ersten Einzelheiten dieses neuen alten Plans wird deutlich, dass man in der Regierung des amerikanischen Präsidenten weniger über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges nachdenkt als vielmehr über lukrative Geschäfte mit Putin. Wir verstehen inzwischen sogar, welche beiden Projekte für Witkoff und Kushner und damit auch für Trump am wichtigsten sind. Das erste ist der Kauf der Auslandsvermögenswerte des russischen Konzerns Lukoil. Und offenbar ist es genau das, worüber Witkoff während seines Aufenthalts in Russland stundenlang mit Putin und Dmitrijew spricht.
Und dann gibt es noch ein weiteres Projekt, das Projekt von Trumps Schwiegersohn Kushner. Es sieht die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Europa vor, sowohl über das ukrainische Gastransportsystem als auch über Pipelines wie Nord Stream 1 oder Nord Stream 2. Die Vereinigten Staaten sollen dabei als Garant für die Sicherheit dieser Lieferungen auftreten. Und es ist klar, dass es für die derzeitige amerikanische Regierung wichtig ist, dass der russisch-ukrainische Krieg möglichst schnell endet, damit diese Projekte verwirklicht werden können. Zumindest solange Trump noch im Weißen Haus sitzt und Putin die Interessen seines engsten Umfelds berücksichtigen kann.
Genau deshalb übt das Weiße Haus einen so intensiven Druck auf die Ukraine aus, damit der ukrainische Präsident Zugeständnisse macht und den wichtigsten russischen Forderungen für die Beendigung des Krieges zustimmt. Dazu gehören die Kontrolle über das gesamte Territorium der Gebiete Donezk und Luhansk sowie die Wiederherstellung des politischen und zivilisatorischen Einflusses Russlands auf die Ukraine.
Aber die wichtigste Frage ist hier nicht einmal, ob Zelensky bereit ist, solchen Bedingungen für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zuzustimmen. Die entscheidende Frage lautet, ob Putin bereit ist, diese Bedingungen zu akzeptieren. Und meiner Meinung nach könnte den Präsidenten der Vereinigten Staaten und seine engsten Vertrauten hier eine weitere Enttäuschung erwarten. Denn für den Präsidenten der Russischen Föderation, für sein engstes Umfeld und für alle chauvinistisch eingestellten Russen wäre allein die Tatsache, dass die Ukraine auf der politischen Weltkarte bestehen bleibt, noch dazu mit Sicherheitsgarantien des Westens, seien sie auch nur bedingt wirksam, und obendrein mit einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union, die größte staatliche Niederlage der Russischen Föderation und die größte nationale Niederlage des russischen Volkes seit dem Auftauchen des Fürstentums Moskau auf der politischen Weltkarte. Und Putin möchte wohl kaum als Anführer eines Staates in die Geschichte eingehen, der aus seiner Sicht eine derart eklatante zivilisatorische Niederlage erleidet.
Denn womit Russland derzeit beschäftigt ist, ist die Wiederherstellung seiner imperialen Macht und die Rückgewinnung seiner sogenannten historischen russischen Gebiete, zu denen selbstverständlich auch das Territorium der heutigen Ukraine gehört. Und in dieser Situation würde eine Zustimmung zu den Vorschlägen der Trump-Regierung natürlich bedeuten, all jene Anstrengungen zunichtezumachen, die die Russische Föderation in den vergangenen Jahren unternommen hat, um ihre geopolitischen Möglichkeiten auszubauen und den Prozess der sogenannten Sammlung russischer Länder einzuleiten, der 2014 mit der Annexion der ukrainischen Krim begann.
Warum sollte Putin dann überhaupt Verhandlungen in Abu Dhabi zustimmen und sogar Vertreter der Europäischen Union zu diesen Verhandlungen einladen? Die Antwort darauf ist sehr einfach und logisch. Der Präsident der Russischen Föderation arbeitet als erfahrener Geheimdienstmann mit dem Verhandlungsprozess wie mit einer Karotte, die er einem Esel direkt vor die Nase hält. Der Esel soll glauben, dass diese Karotte früher oder später zu einer wichtigen Belohnung für seine diplomatischen Bemühungen wird. Dabei weiß der Präsident der Russischen Föderation ganz genau, wann die Möglichkeiten des Esels, dem er diese Karotte vor die Nase hält, erschöpft sein werden.
Das wird Anfang 2029 geschehen, wenn Donald Trump das Oval Office verlässt und mit ihm auch seine Verwandten und Freunde ihren Einfluss verlieren. Und für Putin ist es von größter Bedeutung, diese Karotte dem amerikanischen Präsidenten und seinem engsten Umfeld so lange vor Augen zu halten, um sich vor neuen ernsthaften Sanktionen der Vereinigten Staaten zu schützen und eine Krise in den Beziehungen zwischen Amerikanern, Ukrainern und den europäischen Verbündeten Amerikas herbeizuführen.
Und jetzt sehen wir bereits die ersten Ergebnisse dieses Erfolgs von Putin. Trump versucht nicht einmal mehr, den Anschein zu erwecken, dass er daran interessiert wäre, Sanktionen gegen Russland und seine Unterstützer im Energiesektor zu verhängen. Diese Sanktionen sind im Graham-Gesetz vorgesehen, das er selbst unterzeichnet hat. Stattdessen schickt er Witkoff nach Sankt Petersburg, um nach neuen Möglichkeiten für neue Energiegeschäfte mit dem russischen Präsidenten zu suchen.
Aus dieser Sicht erscheint Putins Taktik also durchaus gerechtfertigt und logisch, wenn man berücksichtigt, wie gut er die Psychologie und die Taktik versteht, an die sich Trump selbst hält. Das Einzige, was den russischen Präsidenten bei seinem nicht besonders komplizierten, ich würde sagen, kindischen Spiel mit dem amerikanischen Staatschef aufhalten könnte, ist die Bereitschaft der Ukraine und Europas, die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Russischen Föderation zu schwächen und Donald Trump damit die Kontrolle über das Fell des noch nicht erlegten russischen Bären zu entziehen, von dessen Geld man in Washington weiterhin träumt.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Переговори в Абу-Дабі: на що чекати |
Віталій Портников. 23.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:23.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Ein langjähriger Freund von mir befand sich auf besetztem Gebiet, als die „Volksmiliz“ und die moskowitischen „Freiwilligen“ kamen. Fragen Sie nicht, wo und wann. Es gibt gewichtige Gründe, diese Informationen nicht preiszugeben.
Das Erste, was sie taten: Die Teilnehmer der Antiterroroperation (ATO), Aktivisten, Mitglieder proukrainischer Parteien und Freiwillige, die damals nicht rechtzeitig daran gedacht hatten, das Gebiet zu verlassen, wurden aufgrund von Denunziationen durch die sogenannten „Wartenden“– derjenigen, die auf die Russen gewartet hatten – zusammengetrieben und aus dem Ort gebracht. Danach hat sie niemand mehr gesehen.
Es wurden Führungspersonen aus der örtlichen Bevölkerung eingesetzt, ukrainische Bücher in den Bibliotheken und ukrainische Schulbücher in den Schulen verbrannt. Es wurde eine „Filtration“ durchgeführt. Das heißt, ein Teil der Einwohner, der seine Loyalität nicht nachweisen konnte oder einfach nur ein „bereinigtes“ Handy hatte, landete in einem Kellergefängnis. Einige von ihnen wurden später ebenfalls weggebracht, und auch sie hat danach niemand mehr gesehen oder etwas von ihnen gehört.
Lehrer aus Moskowien wurden hergebracht. Sie übernahmen die Leitung mehrerer Schulen und Kindergärten des Ortes. Viele einheimische Lehrer stellten auf den von den Moskowitern mitgebrachten „aktualisierten Lehrplan“ um.
Von Zeit zu Zeit kam es zu Vergewaltigungen und Plünderungen. Von Zeit zu Zeit betranken sich die „Befreier“ hemmungslos und schossen in die Luft, auf Katzen, Hunde und Hühner. Zwei- oder dreimal veranstalteten sie Schießereien und Spritztouren mit beschlagnahmten Autos.
Der Ort ist noch immer besetzt. Mein Freund ist schon vor langer Zeit, noch vor Beginn der groß angelegten Invasion, weggegangen und hat dabei alles verloren, was er besaß. Jetzt dient er in den Streitkräften der Ukraine, ebenso wie einige weitere Angehörige seiner Familie.
Warum erzähle ich das alles? Damals hatten die Moskowiter noch nicht so viele Verluste erlitten. Damals wurden ihre Städte, Ölraffinerien, Handelsketten und Rechenzentren noch nicht angegriffen. Damals gab es unter ihnen noch nicht so viele, die Angehörige im Krieg verloren hatten, die uns abgrundtief hassen und ihre Kinder – sowohl die eigenen als auch die Kinder in den besetzten Gebieten – in diesem Hass erziehen. Wenn sich jemand einen Frieden durch Zugeständnisse vorstellt, muss ich ihn enttäuschen: Einen solchen Frieden werden sie uns nicht gewähren. Und bitten Sie nicht darum, hoffen Sie nicht darauf, glauben Sie nicht daran. So etwas gibt es schlichtweg nicht.
Unser Staat ist korrupt, stellenweise durch und durch verrottet, stellenweise dumm, ungerecht und unehrlich. Aber er ist das einzige Hindernis zwischen uns und diesem tollwütigen, giftigen Dreck. Ja, ja, genau der Staat, zu dem die ukrainischen Verteidigungskräfte gehören, einschließlich der Streitkräfte der Ukraine. Und wir müssen diesen Staat gerade als Hindernis retten und bewahren: als Mauer, als Schutzwall und als Wassergraben voller Krokodile, der uns vor der Vernichtung schützt.
Wenn der Staat standhält, werden wir die Chance haben, ihn zu heilen. Wenn nicht, wird es uns nicht mehr geben. Höchstens noch in der Diaspora, über die ganze Welt verstreut – diejenigen, die es rechtzeitig schaffen.
Das Fazit: Niemand bietet uns Frieden an, nicht einmal eine Kapitulation. Was uns angeboten wird, ist, uns selbst, unsere Familien und unsere Nation der Willkür skrupelloser Schlächter auszuliefern, denen das Blut das Gehirn zerschmolzen hat. Oder eben zu kämpfen und/oder für die Verteidigung dieses beschissenen Staates zu arbeiten. Finden Sie heraus, wo Ihr Platz in dieser Situation ist. Denn diese Situation wird noch lange andauern.
Kommentare
Genau so ist es. Ein Mann, mit dem ich noch vor meiner Verletzung in unserem Schwarzmeerhafen zusammengearbeitet habe, zog später in die Region Cherson. 2022 geriet er unter russische Besatzung. Anfang 2024 konnte er ausreisen. Wir haben uns getroffen, und er erzählte mir, was dort geschehen war. Er ist anders als ich, der ich mein ganzes Leben lang einen tiefen Hass auf die russischen Sumpfbewohner in mir trage. Er ist ein ganz gewöhnlicher Mensch, dem wegen seiner Ansichten eigentlich nichts drohte. Aber er hat trotzdem einiges abbekommen. Er konnte sich nur knapp retten.
Den Katsapen ist das egal. Sie mögen nicht einmal Russischsprachige, nennen sie Verräter. Was soll man da erst über Soldaten, Patrioten und die Familien von Militärangehörigen sagen?
Mit wie vielen Menschen habe ich schon über dieses Thema gesprochen – von fanatischen Rentnern, die auf die Russen warten, bis hin zu den Ehefrauen von Wehrdienstverweigerern. Russland wird euch nicht verschonen, träumt nicht einmal davon. Sie werden euch wegen eines Huhns oder eines Äpfelchens erschießen, wenn sie in eure Stadt kommen. Euer Mann wird als Kanonenfutter an die Front geschickt, und euch werden die Zähne ausgeschlagen und die Nieren kaputtgeschlagen, wenn ihr es wagt, mit den Russen über seine Einberufung zu streiten. Übrigens frage ich solche Leute oft, wie es damals war, „NATO raus!“ zu schreien.
Ich habe eine Cousine zweiten Grades, die in Bachmut geblieben ist. Sie wollte nicht wegfahren. Am Ende wurde sie von Wagner-Söldnern vergewaltigt. Als sie zur russischen Kommandantur kam und anfing, „Gerechtigkeit“ zu verlangen – denn, man stelle sich vor, ihre Eltern waren russische Staatsbürger, also war auch sie Russin, und trotzdem hatte man sie vergewaltigt –, wurde sie deswegen in ein Filtrationslager bei Mariupol gesteckt. Man machte sie zur Alkoholikerin und psychisch Kranken, steckte sie in eine Zwangsbehandlung und brachte sie irgendwohin nach Sibirien, angeblich in die Oblast Tomsk. Sie hat in Russland eine leibliche ältere Schwester. Vor zwei Jahren konnte ich noch Kontakt zu ihr aufnehmen. Sie antwortete mir: „Was kann ich denn machen, wenn Lena (diese Schwester aus Bachmut) säuft und solche schrecklichen Sachen erzählt? Sie ist doch völlig unzurechnungsfähig.“ Als ich sie fragte: „Du willst also deiner eigenen leiblichen Schwester NICHT glauben, sondern glaubst einem Kerl vom FSB und der russischen Propaganda? Worüber reden wir dann überhaupt noch? Lebt dort eben mit dem Wissen, dass deine Schwester vergewaltigt und psychisch zugrunde gerichtet wurde. Aber HAUPTSACHE, du glaubst Putin!“ Danach habe ich keinen Kontakt mehr aufgenommen. Deshalb weiß ich NICHT, was aus Lena geworden ist und ob sie noch lebt. Aber ich hatte sie GEBETEN, Bachmut zu verlassen. Ich wollte hinfahren und sie zu mir holen. Sie lehnte damals kategorisch ab. Ihr Argument war ausgerechnet: „In der DVR leben doch auch Menschen. Warum sollte ich also aus Papas Haus fliehen?“ Und so ist sie nicht geflohen!
Hier ist eine dieser Geschichten aus unserem Rajon Polohy. Serhij Foschtschan. Russische Sicherheitskräfte verschleppten ihn in den ersten Tagen der groß angelegten Invasion aus dem Dorf Fedoriwka im Rajon Polohy. Danach verließ Serhijs Familie Fedoriwka und zog nach Saporischschja, wo sie begann, für seine Rückkehr nach Hause zu kämpfen. Serhij gilt seit mehr als vier Jahren als vermisst und weiß nicht, dass er keine nächsten Angehörigen mehr hat. Seine Frau Natalija, seine 16-jährige Tochter Polina und seine Schwiegermutter Wira Sihajowa wurden am 10. Oktober 2026 von den Russen bei Angriffen mit gelenkten Fliegerbomben auf Saporischschja getötet.“
Und im Nachbardorf Kinski Rosdory verschwand ebenfalls spurlos ein einheimischer Landwirt (leider erinnere ich mich nicht mehr an seinen Namen), bei dem wir zu Beginn der Besatzung Weizen kauften, um ihn zu mahlen und daraus etwas zu backen. Denn es gab kein Brot mehr – die Besatzer hatten die Geschäfte geplündert.
Ebenfalls im Mai 2022 folterten die russischen Dreckskerle den Eisenbahner Roman Semenenko zu Tode, der am Bahnhof Polohy als Diesellokomotivführer arbeitete. Sein Großvater und seine Großmutter, Hryhorij Juchymowytsch und Marija Juchymiwna Semenenko, waren in meiner Kindheit unsere Nachbarn. Roman hatte gemeinsam mit einer Gruppe von Einwohnern versucht, den Besatzern Widerstand zu leisten. Gut, dass der Großvater und die Großmutter diese Ereignisse nicht mehr erleben mussten, bei Gott. Sie hatten am Zweiten Weltkrieg teilgenommen. Hryhorij Juchymowytsch kam am 9. Mai in unsere Schule und hielt vor den Schülern Reden. Nicht einmal in ihren schlimmsten Albträumen hätten sie sich vorstellen können, dass ihr Enkel von den Besatzern unserer Zeit getötet werden würde.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Social Media
Autor:Gavrylko Nick Veröffentlichung:20.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Facebook Link zum Originaltext:
Original ansehen
In diesen Minuten erscheinen in den sozialen Netzwerken Ausschnitte aus einem Interview des russischen Präsidenten Putin, das er einem der Kreml-Propagandisten gegeben hat, unmittelbar nachdem bekannt geworden war, dass Moskau der Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses mit der Ukraine zugestimmt hat. Und genau deshalb ist der Sondergesandte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, der Sankt Petersburg besucht und im Konstantinpalast mehrstündige Verhandlungen mit Putin geführt hat, hinsichtlich dieser künftigen Verhandlungen optimistisch eingestellt. Aber es ist sehr wichtig zu verstehen, was Putin selbst tatsächlich über den Verhandlungsprozess denkt und wie er die Situation nutzt, um seine eigenen Ziele zu erreichen.
Also, Putin im Wortlaut: „Was unsere Verhandlungen mit dem Vertreter der Regierung der Vereinigten Staaten betrifft, so haben wir uns tatsächlich darauf verständigt, dass wir bereit sind, unsere trilateralen Kontakte wieder aufzunehmen. Ziel dieser Verhandlungen wird es sein, die Frage der Gewährleistung der Sicherheit der Ukraine und Russlands nach dem Abschluss von Friedensvereinbarungen zu erörtern, und zwar in deren endgültiger Fassung und nicht als Ergebnis einer Einstellung der Kampfhandlungen für einen kurzen Zeitraum. Wir sind bereit, diese Kontakte wieder aufzunehmen, um dieses Ziel zu erreichen. Gleichzeitig hat der Vertreter der Regierung der Vereinigten Staaten darauf hingewiesen, dass wir, wenn wir Fragen im Zusammenhang mit der künftigen Gewährleistung der Sicherheit sowohl der Ukraine als auch Russlands erörtern, selbstverständlich auch über die Architektur der europäischen Sicherheit insgesamt sprechen müssen. Und dem stimme ich ebenfalls zu.“
Was bedeutet das in der Praxis? Erstens, dass im Kreml überhaupt kein Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine in Betracht gezogen wird. Dort ist man weiterhin der Ansicht, dass sämtliche Verhandlungen, die, wie Sie verstehen, selbst wenn sie tatsächlich stattfinden, jahrelang dauern können, vor dem Hintergrund intensiver Kampfhandlungen stattfinden müssen. Und zwar vor dem Hintergrund fortgesetzter Raketen- und Drohnenangriffe auf das ukrainische Hinterland, mit dem Ziel, es zu demoralisieren und die Ukraine dazu zu bringen, einer Kapitulation vor der Russischen Föderation zuzustimmen.
Und die Kapitulationsbedingungen könnten zugleich die Sicherheitsbedingungen für die Ukraine sein, denn bekanntlich vertritt man in Moskau die Vorstellung, dass die Russische Föderation selbst zum eigentlichen Garanten der Sicherheit der Ukraine werden müsse. Darüber haben sowohl Präsident Putin als auch Außenminister Lawrow und andere russische Beamte wiederholt gesprochen. Das wurde während der Verhandlungen in Istanbul erörtert. Russland sieht sich als ein Land, das die Ukraine verschlingen wird, wenn nicht territorial, dann zumindest dadurch, dass es sie in seine Einflusssphäre eingliedert und der Ukraine seine Bedingungen für das Zusammenleben aufzwingt.
Und Putin hofft, dass der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, dem zustimmen wird. Ebenso wie der Vorstellung, dass gerade Russland zum eigentlichen Gendarmen Europas werden müsse, indem es die Kontrolle über die Ukraine erhält. Wenn nicht über das Territorium, das in die Russische Föderation integriert wird, dann über einen Staat, der weiterhin in der Einflusssphäre der Russischen Föderation verbleibt.
Genau das ist die Idee hinter dem Verhandlungsprozess. Denn wir können erkennen, dass Witkoff Putins grundsätzlichem Ansatz zugestimmt hat, wonach nicht nur die Sicherheit der Ukraine, sondern auch die Sicherheit Russlands erörtert werden müsse. Als würde dieser größten Atommacht der heutigen Welt, die innerhalb weniger Minuten mit einem Atomangriff die Menschheit vernichten könnte, tatsächlich irgendetwas drohen. Als hätte irgendjemand Russland angegriffen und ihm Territorien gestohlen.
Aber wenn man der Auffassung zustimmt, dass Russland Sicherheitsbedenken hat, und dieser russischen Vorstellung stimmt man bekanntlich in Peking tatsächlich zu, sodass nur noch Washington zustimmen müsste, dann muss man natürlich Bedingungen schaffen, unter denen Russland keine Sorgen mehr haben muss. Und die wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Russische Föderation tatsächlich keine Sorgen mehr haben muss, ist die Unterwerfung ihrer Nachbarstaaten. Denn wenn diese nicht damit einverstanden sind, dass der Wolf sie fressen will, und sich wehren, dann bekommt der Wolf unangenehme Gefühle. Das ist die ganze Logik dieses Prozesses.
Und das Wichtigste ist die Erörterung von Sicherheitsgarantien für die Zeit nach dem Abschluss eines Friedensabkommens. Das heißt, Putin schlägt vor, zunächst die Sicherheitsgarantien und erst danach die Bedingungen für einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu erörtern. Und auch das ist, würde ich sagen, ein innovativer Ansatz zur Beendigung eines Krieges, wie Sie verstehen.
Jedenfalls erkennen wir zumindest, dass es Putin derzeit nicht darum geht, diese Verhandlungen zu beginnen, sondern darum, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, die Möglichkeit zu geben, sich vor seinen Landsleuten am Vorabend der Zwischenwahlen am 3. November mit seiner Rolle als Friedensstifter zu brüsten. Genau deshalb wurde beschlossen, dass die Verhandlungen nach dem 3. November stattfinden sollen. Denn wenn sie bereits jetzt stattgefunden hätten und das erwartete Fiasko eingetreten wäre, hätte Trump die Rolle des Friedensstifters nicht spielen können. Jetzt aber kann er bei seinen letzten Wahlkampfveranstaltungen in den umkämpften Bundesstaaten der Vereinigten Staaten, in denen die Republikaner Sitze im Senat verlieren könnten, über seine friedensstiftende Rolle sprechen. Das ist die ganze Kombination. Ziemlich einfach.
Nun zur friedensstiftenden Rolle Russlands. Russland hat sich, wie sich herausstellt, immer für eine friedliche Lösung des Konflikts eingesetzt. „2014 haben wir bereits darüber gesprochen. Lassen Sie uns Ihnen helfen, sich mit dem südöstlichen Teil des damaligen Landes zu einigen. Nein, stattdessen wurden Geschütze und Flugzeuge gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt, praktisch ein Krieg begonnen.“
Dann kamen die Minsker Vereinbarungen. „Wir haben immer angestrebt, dass sie sich mit jenem Teil der Ukraine einigen können, der mit dem Staatsstreich nicht einverstanden ist. Aber sie haben das abgelehnt.“ Das ist natürlich eine völlige Lüge. Denn wir erinnern uns sehr gut daran, dass es im Süden und Osten der Ukraine überhaupt keine Bestrebungen gab, irgendwelche alternativen Machtstrukturen zu denen in Kyiv zu schaffen. Mehr noch: Weder in Donezk noch in Charkiw, wohin der russische Handlanger Viktor Janukowytsch nach seinem gewaltsamen Vorgehen gegen seine eigenen Landsleute geflohen war, wollte man ihn aufnehmen oder sehen. Genau deshalb landete er auf der Krim.
Alle Probleme im Donbas begannen, wie Sie sich erinnern, nachdem Banden russischer Söldner unter der Führung von Strelkow, der derzeit weiterhin seine Strafe in einem russischen Gefängnis verbüßt, auf dem Territorium des Gebiets Donezk auftauchten. Sie begannen dort, alternative Machtstrukturen zu schaffen und den Mechanismus der sogenannten Volksbürgermeister zu nutzen. Ich erinnere daran, dass dies zunächst in Sewastopol unter Beteiligung des Agenten des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation, Tschaly, begann und danach in Slowjansk. Es gab also keinen Teil des Landes, der gegen einen anderen kämpfen wollte. Es gab keinen Konflikt. Es gab russische Truppen und Kollaborateure, die bereit waren, ihnen zu dienen.
Diese Situation besteht auch heute noch. Aber wie Sie verstehen, denkt Putin inzwischen nicht einmal mehr an die territoriale Integrität der Ukraine. „So stehe ich zu dieser Angelegenheit“, sagt Putin. „Das ist nicht ihr Territorium. Das ist das Territorium des historischen Russlands. Mehr noch: Die Menschen, die auf diesen Territorien leben, haben erstens für die staatliche Unabhängigkeit gestimmt. Und ich möchte betonen, dass sie als zweiten Schritt für die Wiedervereinigung mit der Russischen Föderation gestimmt haben. Deshalb halte ich es für unangebracht, von irgendwelchen territorialen Verlusten zu sprechen. Nun, das ist eine strittige Frage, darüber kann man endlos diskutieren. Das wurde für einige unserer ausländischen Gegner zum Grund oder Vorwand. Wie wir heute sehen, wird in den europäischen Ländern eine antirussische Kampagne geführt. Ständig wird von einer Bedrohung durch Russland und vom Beginn der Vorbereitungen auf einen Krieg mit Russland gesprochen, was meiner Meinung nach eine gewisse politische Schizophrenie ist.“
Also, bleiben wir zunächst beim ersten Absatz dieser Erklärung. Man muss verstehen, warum Putin so hartnäckig an der Vorstellung festhält, dass die Menschen, die auf diesen Territorien leben, für die staatliche Unabhängigkeit und anschließend für die Vereinigung mit der Russischen Föderation gestimmt hätten.
Die Verfassung der Russischen Föderation verbietet die Eingliederung von Territorien anderer Staaten in dieses Land. In die Russische Föderation können als föderalen Staat nur andere unabhängige Staaten aufgenommen werden. Und deshalb musste Russland zu dieser völlig schamlosen, völlig idiotischen Erfindung greifen, die mit der Ausrufung der Unabhängigkeit ukrainischer Gebiete zusammenhängt. Das wurde zunächst auf der Krim ausprobiert. Obwohl völlig offensichtlich ist, dass auch eine autonome Republik sich nicht selbst zu einem unabhängigen Staat erklären kann. Danach wurde es bereits bei solchen Gebieten wie Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja ausprobiert. Noch einmal: Das sind Gebiete in einem Einheitsstaat, in dem die Grenzen lediglich administrativ-territorial gezogen wurden und völlig anders gezogen werden können, wenn die gesamtstaatlichen Machtorgane eine entsprechende Entscheidung treffen. Das ist keine Föderation, die für jede solche Einheit einen staatlichen oder sonstigen besonderen Status vorsieht. Nicht die Vereinigten Staaten von Amerika und nicht die Russische Föderation.
Das Gebiet Donezk könnte als zwei Gebiete existieren. Das Gebiet Luhansk könnte Teil des Gebiets Donezk sein. Das alles ist eine Frage dessen, wie effizient der wirtschaftliche und volkswirtschaftliche Komplex in einem bestimmten Teil des Territoriums funktioniert, das gewissermaßen für eine effizientere Entwicklung abgegrenzt wurde. Wie Sie wissen, hatten wir auch andere Gebiete, die es heute in der Ukraine nicht mehr gibt. Es gab das Gebiet Drohobytsch, daran kann man sich erinnern. Aber all das hat überhaupt nichts mit irgendeinem besonderen staatlichen Status zu tun oder damit, dass das Territorium eines Gebiets zu einem unabhängigen Staat erklärt werden könnte, etwa das Gebiet Saporischschja, wie es während dieses Quasi-Referendums geschah.
Aber Putin versteht sehr gut, dass, wenn er nicht an diesen ersten Schritt erinnert, jeder seiner Nachfolger im Amt des Präsidenten der Russischen Föderation, der sich mit der Ukraine und der zivilisierten Welt einigen möchte, einfach sagen könnte, dass das gar nicht möglich gewesen sei, dass es nicht der Verfassung entspreche und dass diese Territorien nicht russisch seien. Und damit wäre die Sache erledigt.
Andererseits verstehen wir sehr gut, dass Putin nicht einmal daran denkt, irgendwelche Territorien der Ukraine zurückzugeben, die er als Territorien des historischen Russlands bezeichnet. Und aus dieser Sicht kann er jedes beliebige Territorium der Ukraine zum Territorium des historischen Russlands erklären. Wie Sie verstehen, wurde dieses sogenannte Territorium des historischen Russlands nur deshalb deklarativ Teil der Russischen Föderation, weil es besetzt ist. Aber hier gibt es eine ziemlich wichtige Frage: Wo endet das Territorium des historischen Russlands, wenn Putin auch in diesem Interview weiterhin darauf besteht, dass Russen und Ukrainer ein Volk seien und dass die neuesten genetischen Erkenntnisse dies belegen würden? Wenn Russen und Ukrainer also ein Volk sind, dann ist das gesamte Territorium dieses einen Volkes russisches Territorium. Stimmen Sie mir zu.
Putins Begehrlichkeiten haben sich also nicht verändert. Seine Herangehensweise hat sich nicht verändert. Und an der Stelle der Europäer würde ich sehr ernsthaft über seine Worte nachdenken, dass Russland nicht vorhabe, Krieg gegen Europa zu führen, und dass die Vorbereitung auf einen Krieg mit Russland politische Schizophrenie sei. Denn ungefähr dieselben Erklärungen gab dieser Mann vor dem Krieg gegen die Ukraine ab. Noch ein oder zwei Jahre vor diesem Krieg sagten Putin und andere russische Beamte und Propagandisten: „Wie stellen Sie sich die Möglichkeit eines Krieges zwischen Russland und der Ukraine vor? Wir sind doch Brudervölker, Bruderstaaten, wir sind überhaupt ein Volk. Wie könnten wir Krieg gegeneinander führen?“ Und dann stellte sich heraus, dass das ganz problemlos möglich ist. Mehr noch: Das, was zum Territorium des historischen Russlands erklärt wird, kann mit Raketen und Drohnen bombardiert werden. Noch 2022 fragten alle: „Wie stellen Sie sich vor, dass die Russen die Lawra und die Sophienkathedrale bombardieren?“ Ganz problemlos. Das können wir uns problemlos vorstellen. Jetzt sehen Sie es mit eigenen Augen.
Und dabei will Russland natürlich Frieden und keinen Krieg. „Warum hat die heutige ukrainische Führung beschlossen, dass alle, dass die ganze Welt diese ukrainische Führung bezahlen, für sie kämpfen und Waffen, Munition und Technik liefern müsse? Das ist unverständlich. Nun, wenn sie kämpfen wollen, dann sollen sie kämpfen. Aber wir wollen keinen Krieg gegen die Ukraine führen. Warum aber glauben sie, dass alle dafür bezahlen und ihnen Waffen liefern müssen?“
Nun stellt sich die Frage: Wenn Russland keinen Krieg gegen die Ukraine führen will, warum führt es dann Krieg? Warum geht der Krieg weiter? Aus welchem Grund hat Russland die Ukraine angegriffen und setzt diesen Krieg fort? Und auch das ist, wie Sie verstehen, genau jene Propaganda, mit der Putin nicht nur seine eigene Bevölkerung bearbeitet. Er bearbeitet damit auch Donald Trump. Denn er sagt ebenfalls ständig: „Wir wollen nicht kämpfen. Die Ukrainer wollen kämpfen, und Sie helfen ihnen dabei. Wenn Sie ihnen nicht helfen würden, wäre der Krieg längst vorbei. Glauben Sie mir, Genosse Trump.“
Und so läuft Trump zwischen diesen Erzählungen Putins darüber, dass Russland keinen Krieg führen wolle, und den tatsächlichen Handlungen des russischen Präsidenten hin und her, die die ganze Welt sieht und die sich, wie Sie verstehen, auf die amerikanische öffentliche Meinung auswirken, die ebenfalls auf Putins Angriffe gegen die Ukraine reagieren kann. Und noch einmal: Wenn wir über all diese sogenannten traditionellen russischen Territorien sprechen, müssen wir fragen: Wo hat aus Putins Sicht das Referendum über ihre Unabhängigkeit und danach über ihren Beitritt zur Russischen Föderation stattgefunden? Zweifeln Sie nicht daran, dass aus Putins Sicht das Referendum über die Unabhängigkeit und den Beitritt zur Russischen Föderation auf dem gesamten Territorium der Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja stattgefunden hat. Und wir besetzen auf niederträchtige Weise diese historischen russischen Gebiete, in denen sich die Menschen für die Unabhängigkeit ausgesprochen haben. Genau das tun wir. Wir wollten uns nicht mit ihnen einigen und besetzen sie jetzt.
Und ich erinnere noch einmal daran, dass Putin in ebendiesem Interview erneut sagt, dass alle Ziele der sogenannten militärischen Spezialoperation erreicht werden. Russland will also unter keinen Umständen Krieg gegen die Ukraine führen, will aber alle Ziele der Spezialoperation erreichen. Damit Sie an diesem politischen Irrsinn nicht zweifeln. Und dass diese Ziele der Spezialoperation zum Tod von Ukrainern führen, die zusammen mit Putin ein Volk bilden sollen, ist ebenfalls eine völlige Schizophrenie, die Putin in einem Interview mit russischen Propagandisten ganz ruhig zum Ausdruck bringt.
Und natürlich gibt es in diesem Interview einen sehr wichtigen Satz: „Dass sich alle davon überzeugt haben, dass es unmöglich ist, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen, und dass man sich deshalb mit Russland einigen muss.“ Das ist die ganze Logik dessen, was in Putins Vorstellungen über die Situation im russisch-ukrainischen Krieg vor sich geht. Deshalb können wir kaum davon sprechen, dass wir während des Verhandlungsprozesses etwas Reales erwarten können. Denn wir sehen, dass dieser ganze, ich würde sagen, Redeschwall des russischen Präsidenten im Grunde zeigt, dass er von seinen Vorstellungen darüber, wie das Ganze enden muss, von seinen Vorstellungen aus dem Jahr 2022, nicht abgerückt ist. Er hofft jetzt lediglich, dass ihm die Amerikaner helfen werden.
Aber wenn Putin ausschließlich über seine Ansprüche auf diese Territorien spricht, senkt das bis zu einem gewissen Grad bereits die Messlatte seiner Erwartungen. Und das ist ein Signal dafür, dass Putin erstens versteht, dass er den Verhandlungsprozess nicht ignorieren kann, ohne sich mit den Amerikanern zu überwerfen. Denn ich erinnere Sie daran, dass Putin diesen Verhandlungsprozess unter der Bedingung verlassen hatte, dass er erst dann zurückkehren werde, wenn die ukrainische Armee Kramatorsk, Slowjansk und die anderen Gebiete der Region Donezk verlässt, die unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung stehen. Erst danach. Und er ist an den Verhandlungstisch zurückgekehrt, während sich ukrainische Truppen weiterhin auf diesen Territorien befinden und sie verteidigen. Und es ist klar, dass die Russen sie nicht schnell einnehmen werden, vielleicht überhaupt nicht. Das bedeutet, dass er den Verhandlungsprozess selbst braucht.
Der zweite Punkt ist die Frage, ob er sich in diesem Verhandlungsprozess tatsächlich ausschließlich auf die Besetzung der Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja beschränken will, entweder vollständig oder entlang der Kontaktlinie der Truppen. Oder ob er den Verhandlungsprozess einfach für normale Beziehungen zu Trump nutzen will, um in der nächsten Phase des Krieges, zumindest während Trumps Amtszeit, zu versuchen, das ukrainische Hinterland zu zerstören und in dieser Zeit neue Territorien der Ukraine zu besetzen. Das wird nach dem 10. November klar werden, falls die Verhandlungen überhaupt stattfinden.
Ich denke, dass eine Verhandlungsrunde aus einem einfachen Grund stattfinden muss. Und dieser Grund ist Shenzhen. Putin ist sehr an einem trilateralen Treffen mit Trump und Xi Jinping gelegen. Und er könnte befürchten, dass Trump, wenn er ihn bei den Verhandlungen hängen lässt, einem solchen trilateralen Treffen einfach nicht zustimmen wird, das Putin zu einem Mitglied des Klubs der einflussreichsten Staats- und Regierungschefs der heutigen Welt machen würde. Deshalb könnte Putin selbst eine bloße Simulation von Verhandlungen bis zum 18. oder 19. November, bis zum Treffen in Shenzhen, brauchen.
Andererseits wird dieses Treffen bereits zwei Wochen nach den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten stattfinden. Derzeit kennen wir deren Ergebnisse nicht. Am 18. November werden wir sie kennen und verstehen, ob Trump zumindest die Kontrolle über den Senat behalten hat. Denn wenn er die Kontrolle über den Senat nicht behält, glaube ich, dass Putin möglicherweise wenig Lust haben wird, ihn noch ernsthaft zu berücksichtigen. Wir wissen nicht einmal, ob Trump eine Niederlage bei diesen Wahlen anerkennen wird. Und ob die Situation nach den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten zu einem großen politischen Chaos führen wird.
Wir wissen noch etwas anderes Wichtiges nicht: Was wird nach dem 27. Oktober im Nahen Osten geschehen? Am 27. Oktober finden in Israel Parlamentswahlen statt. Eine große Bewährungsprobe für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der versucht, sein Amt zu behalten. Und deshalb will Israel derzeit keine abrupten Schritte in der Region unternehmen und kann natürlich auch die Vereinigten Staaten von Amerika von solchen Schritten abhalten. Aber wenn die Wahlen vorbei sind, werden alle freie Hand haben. Und wir verstehen, dass der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, Pete Hegseth, Israel keineswegs zufällig besucht und dort Verhandlungen mit Netanjahu geführt hat. Offensichtlich haben sie gerade die Frage erörtert, was sie nach dem 27. Oktober tun werden.
Heute ist der Ölpreis erstmals seit Mai 2026 wieder auf über 113 gestiegen, und zwar für die Sorte Brent. Wie Sie verstehen, werden die Preise an den amerikanischen Tankstellen wieder steigen und die ohnehin nicht besonders guten Chancen der Republikaner weiter zerstören. Das bedeutet, dass Trump vor den Zwischenwahlen zumindest irgendwelche Anstrengungen unternehmen könnte, um die Preise durch die Wiederherstellung einer tatsächlichen Schifffahrt in der Straße von Hormus zu senken. Oder zumindest zeigen möchte, dass er sich darum bemüht. Denn tatsächlich hing auch Trumps und Putins Dieselgeschäft mit dem Versuch des amerikanischen Präsidenten zusammen, zu zeigen, dass er Anstrengungen unternimmt, um die Situation bei den Diesel- und Benzinpreisen zu normalisieren.
Das hat natürlich nicht funktioniert und konnte auch nicht funktionieren. Denn die Menge der russischen Diesellieferungen konnte sich in keiner Weise auf den Weltmarkt auswirken, nicht einmal auf die Erwartungen dieses Weltmarktes. Verstehen Sie, es geht ja nicht um 300 Tonnen Diesel, sondern darum, was der Markt erwartet. 300 Tonnen, dann 500 Tonnen, dann eine Million Tonnen, dann weiß niemand, was weiter geschieht. Wie soll sich das überhaupt auf den Preis auswirken? Wenn sich aber herausstellt, dass die Straße von Hormus tatsächlich frei von iranischer Kontrolle ist, dass also dort bald wieder eine echte Schifffahrt möglich sein wird, die nicht so teuer ist wie derzeit, dann könnte das die Markterwartungen verändern. Und deshalb könnte Trump in Versuchung geraten, zu diesem Krieg zurückzukehren, obwohl er zugleich zu einer Falle, zu einem Fiasko für den amerikanischen Präsidenten werden könnte.
Warum gehe ich so ausführlich darauf ein? Weil die Welt am 10. November 2026 ganz anders aussehen könnte als die Welt, die wir am 22. Oktober haben. In der Welt könnte bereits ein neuer großer Krieg lodern. Es könnte Angriffe auf die Länder des Persischen Golfs geben. Statt einer Wiederherstellung der Kontrolle über die Straße von Hormus könnte es zum Zusammenbruch der Möglichkeiten der Ölstaaten kommen und zu einem Ölpreis von 200 Dollar. Hören Sie, wenn die Huthis das Verteidigungsministerium Saudi-Arabiens angreifen, wie es heute geschieht, dann verstehen Sie doch das Ausmaß dieses Konflikts, falls die Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen werden. Deshalb können wir nicht einmal vorhersagen, in welcher Atmosphäre die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine stattfinden werden, falls sie überhaupt stattfinden.
Ich erinnere ständig daran, dass das russische Versprechen von Verhandlungen noch nicht bedeutet, dass Verhandlungen tatsächlich stattfinden. Etwas zu versprechen bedeutet noch lange nicht, zu heiraten. Aber gleichzeitig denke ich immer daran, Freunde, dass wir nicht vollständig wissen, was mit der Wirtschaft der Russischen Föderation geschieht. Und dass der Präsident der Russischen Föderation, Putin, darüber ziemlich gut informiert ist. Und dass es bestimmte Indikatoren gibt, sowohl wirtschaftliche als auch personelle, die zeigen, dass es dort ernsthafte Probleme gibt.
Der erste Indikator ist dieser, ich würde sagen, massive Verkauf der Goldreserven, die immer Putins Stolz waren: dass Russland über so große Goldreserven verfügt. Und jetzt wird dieses Gold in riesigen Mengen verkauft, um einen wirtschaftlichen Zusammenbruch zu verhindern.
Der zweite wichtige Punkt hängt mit den Umbesetzungen in der russischen Regierung zusammen, die buchstäblich in diesen Tagen, unmittelbar vor Witkoffs Besuch, stattgefunden haben. Es gibt dort viele Veränderungen, die ich als rein bürokratisch bezeichnen würde. Aber worauf ich wirklich aufmerksam machen möchte, ist, dass der russische Finanzminister Anton Siluanow wieder auf den Posten eines stellvertretenden Ministerpräsidenten der Russischen Föderation berufen wurde. Er war bereits früher, bis 2020, Erster stellvertretender Ministerpräsident gewesen. Warum mache ich überhaupt auf diese Ernennung Siluanows aufmerksam? Weil unter den Bedingungen des Geldmangels in Russland, eines ernsthaften Mangels an Finanzmitteln, zahlreiche Behörden der Russischen Föderation natürlich mehr Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse verlangen, während das Finanzministerium ihnen dieses Geld nicht gibt. Und das ist ein echtes Problem. Und der zuständige stellvertretende Ministerpräsident versucht immer, irgendwie zwischen dem zu vermitteln, was der Finanzminister denkt, und dem, was die jeweiligen Fachminister denken. Er ist eine Art Schiedsrichter zwischen den Fachministern und dem Leiter des Finanzministeriums.
Nun ist die Situation mit den Staatsfinanzen offenbar so kritisch, dass der Finanzminister selbst zu diesem Schiedsrichter ernannt wurde. Das bedeutet: Ich bin Minister irgendeines Ressorts, komme zu Siluanow und brauche Geld. Siluanow sagt mir, dass es kein Geld gibt und auch keines geben wird. Eigentlich müsste ich dann zum stellvertretenden Ministerpräsidenten gehen und mit ihm diese Frage klären, damit er irgendwie auf Siluanow einwirkt. Aber jetzt ist dieser stellvertretende Ministerpräsident Siluanow selbst. Ich kann nirgendwo mehr hingehen. Siluanow wird zum Diktator über die russischen Finanzen, die hinsichtlich der wirtschaftlichen Möglichkeiten immer weniger flexibel werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass alles zusammenbricht. Es bedeutet, dass Putin die Anzeichen einer problematischen Entwicklung erkennt. Darauf wollte ich hinaus, als ich diese Ernennung erwähnte.
Ich werde einige Fragen beantworten, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.
Frage: Und diese erfundenen 350 Milliarden, die die USA der Ukraine angeblich gegeben haben und die Trump ständig erwähnt: Gibt es denn keine Dokumente und Verträge, um diese Lüge zu entlarven?
Portnikov: Warum wollen Sie denn irgendeine Lüge entlarven? Trump sagt eine Menge Dinge, die völlig absurd sind. Wenn er zum 155. Mal von dem General erzählt, der seine Truppen in den Schlamm geführt und deshalb Kyiv nicht eingenommen habe, wollen Sie dann auch irgendwelche Dokumente finden, die zeigen, dass er Unsinn erzählt? Die überwiegende Mehrheit dessen, was Trump sagt, entspricht nicht der Wirklichkeit. Die amerikanischen Medien machen nach jedem seiner Auftritte einen Faktencheck und zeigen, dass er bei vielen Fragen schlicht lügt. Ganz zu schweigen von den Wahlen 2020, die er angeblich gewonnen hat. Und für Ämter in den Vereinigten Staaten werden jetzt nur Menschen eingestellt, die der Vorstellung zustimmen, dass er die Wahlen 2020 gewonnen habe. Und was nun? Wie wollen Sie das entlarven? Das ist tatsächlich so, und das scheint mir nicht weniger wichtig zu sein als diese 350 Milliarden.
Frage: Glauben Sie, dass Trump für sich und seine Familie einen Platz in Russland vorbereitet? Janukowytsch, Baschar al-Assad und so weiter?
Portnikov: Nein. Trump bereitet für seine Familie keinen Platz in Russland vor. Trump ist überzeugt, dass er einer der bedeutendsten Milliardäre der Vereinigten Staaten sein kann und dass seine Kinder die Erben seines Reichtums und möglicherweise auch seiner Macht sein werden. Glauben Sie mir, Trump denkt überhaupt nicht an Russland in diesem Sinne. Trump könnte im Gegenteil hoffen, in dieser Zeit alles Mögliche zu tun, um sein Vermögen und seine Möglichkeiten zu vergrößern, indem er seine Kontakte zu Putin nutzt.
Frage: Kommentieren Sie bitte die Ereignisse in Europa. Ich meine Frankreich, Italien und die angekündigten Demonstrationen in Deutschland.
Portnikov: Europa gerät immer wieder in eine Situation, in der seine sozialen Probleme auf die Straßen getragen werden. Auch jetzt erleben wir eine solche Situation. Und Sie sehen, dass sich das wie ein Feuer ausbreitet. Es begann in Frankreich, jetzt geschieht es in anderen Ländern. In Italien, Spanien, Belgien und anderen europäischen Staaten sehen wir diese Proteste der Menschen. Es ist verständlich, warum. Denn es gibt ernsthafte soziale Missstände in Europa. Es gibt einen großen Teil der Bevölkerung, der mit seiner gegenwärtigen sozialen Stellung unzufrieden ist. Natürlich können auch Migranten zu diesen Unzufriedenen gehören, aber es handelt sich keineswegs um reine Migrationsprobleme. Das ist etwas, was in Europa alle zehn, zwanzig oder fünfzig Jahre geschieht und zu solchen massiven Protesten führt. Es kann die politische Landschaft in die eine oder andere Richtung verändern. Wir wissen noch nicht, wie. Aber das ist es, was Europa zu Europa macht.
Man kann darüber natürlich lachen und sagen: „Sie haben einfach Migranten hereingelassen, und deshalb gibt es dort solche Unruhen.“ Und Menschen mit rechtsradikalen und rechten Überzeugungen verbreiten diesen ganzen Unsinn, besonders im russischsprachigen Teil der sozialen Netzwerke. Solche Idioten gibt es viele. Aber es handelt sich um objektive Probleme. Und sagen Sie mir: Als 1968 infolge der Studentenproteste in Frankreich ganz Europa in Aufruhr geriet, als es in Frankreich selbst unglaubliche Unruhen von praktisch revolutionärem Ausmaß gab und die politische Karriere von Präsident Charles de Gaulle zu Ende ging, war das etwa eine Migrationskrise? Nein. Das ist es, was den europäischen Kontinent letztlich stark macht. Das ist es, was Frankreich zur Avantgarde revolutionärer Stimmungen in Europa macht. Das verändert den Kontinent.
Damit Sie mich richtig verstehen: Ich sage damit nicht, dass ich alle Forderungen der Demonstranten unterstütze oder nicht sehe, dass sich unter ihnen viele Menschen mit radikalen Ansichten befinden und dass dies von Linksradikalen ausgenutzt wird. Ich sehe das alles sehr gut. Aber so war es immer. Auch die Studentenunruhen von 1968 wurden natürlich von französischen Kommunisten, Maoisten und Trotzkisten unterstützt. Aber gerade weil die europäischen Gesellschaften immer Schlussfolgerungen aus diesen linksliberalen Aktionen gezogen, stabile Gesellschaften geschaffen und ein Gleichgewicht gefunden haben, leben wir in der Welt, in der wir leben.
Ich hoffe, dass die europäischen Gesellschaften auch jetzt genug Vernunft haben werden, um erstens die Anarchie zu stoppen. Zweitens eine Antwort auf die Frage zu finden, wie man unter den Bedingungen sozialer Ungleichheit zusammenleben kann, die sich infolge zahlreicher wirtschaftlicher und politischer Prozesse verschärft. Drittens eine Antwort auf die Frage zu geben, was mit den Migrationsprozessen geschieht. Auch das ist eine große Herausforderung, wie ich verstehe.
Frage: Glauben Sie, dass Putin nach dem 3. November die Möglichkeit verlieren wird, als Aggressor zu für ihn günstigen Bedingungen aus dem Krieg auszusteigen? Es ist unwahrscheinlich, dass Trump 2028 noch die Möglichkeit haben wird, Putin dieselben Bedingungen anzubieten, falls dieser aufhören möchte.
Portnikov: Ich habe beim Präsidenten der Russischen Föderation bisher keinerlei Wunsch gesehen, aus dem Krieg auszusteigen, bevor der ukrainische Staat vernichtet und die Mehrheit seiner Bevölkerung vertrieben und ausgelöscht ist. Deshalb hat Putin überhaupt keinen Wunsch, aus dem Krieg auszusteigen. Putin möchte derzeit die Situation nutzen, um den Krieg fortzusetzen, ohne ernsthafte Sanktionen der Vereinigten Staaten befürchten zu müssen.
Möglicherweise könnten diese Sanktionen nach 2029 härter und schwerwiegender werden. Aber die Ukraine und die Ukrainer müssen diese nächsten Jahre eines grausamen Krieges erst noch überleben. Auch die Russische Föderation wird sie durchleben. Ich sage immer wieder, dass wir, wenn wir zu einem Waffenstillstand kommen, einen Waffenstillstand auf den Ruinen ukrainischer und russischer Städte und unseres früheren Lebens haben werden. Aber es wäre viel besser, wenn es uns bereits heute gelänge, Bedingungen zu schaffen, die Russland zum Aufhören zwingen. Bisher sehe ich diese Bedingungen nicht. Aber möglicherweise sieht Putin sie. Möglicherweise weiß Putin besser als ich, was mit seiner Wirtschaft geschieht. Hoffen wir zumindest darauf.
Frage: Glauben Sie nicht, dass Putin außer der Hilfe für Trump auch deshalb Verhandlungen zugestimmt hat, weil man die Ukraine zu irgendwelchen Zugeständnissen gedrängt hat?
Portnikov: Ich glaube, dass Putin überhaupt keine Zugeständnisse von dem von ihm gehassten pseudoseparatistischen Staat braucht, der zusammen mit seinen Anhängern vernichtet werden soll. Das glaube ich. Ich erinnere ständig daran. Die Ukraine ist kein eigenständiger Akteur in den Verhandlungen, denn für Putin ist sie Teil des historischen Territoriums Russlands. Das hat er heute erneut gesagt. Ein Volk, historisches Territorium Russlands. Das hören Sie ständig von Putin. Er sagt Ihnen offen, dass er Sie vernichten wird. Und Sie wollen das nicht hören. Sie können sich selbst nicht sagen: Die Russen sind gekommen, um uns zu vernichten. Und sie werden nicht aufhören, solange wir leben.
Warum sagen Sie sich das nicht? Das wäre doch die Wahrheit. Alles andere, was Sie erzählen, ist, sage ich Ihnen, Selbstberuhigung und Augenwischerei. Die Russen sind gekommen, um uns zu vernichten. Und die Russen wären keine Russen, wenn sie sich solche Ziele nicht setzen und sie nicht verfolgen würden. Genau deshalb war die Ukraine Teil des Russischen Reiches und nicht umgekehrt. Denn jemanden zu vernichten, etwas zu zerstören und bereit zu sein, jahrelang Krieg zu ertragen, das ist das Wesen der russischen staatlichen und nationalen Mentalität. Damit haben wir es zu tun. Das muss man einfach verstehen. Warum ist es so wichtig, ihnen ihre Stärke und ihre Möglichkeiten zu nehmen? Weil es überhaupt keine anderen Chancen gibt, aus dem Krieg herauszukommen. Das werden Sie nach dem 10. November sehen.
Frage: Werden im Falle einer totalen Niederlage der Republikaner Köpfe von Trump nahestehenden Personen in seiner Regierung rollen, um seine Umfragewerte zu stützen?
Portnikov: Ich halte es für möglich, dass es in der Regierung zu einigen personellen Veränderungen kommt. Denn Trump wird niemals anerkennen, dass er selbst für Niederlagen verantwortlich ist. Er versucht immer, die Verantwortung auf jemand anderen abzuwälzen. Natürlich. So wie er jetzt versucht, die Amerikaner davon zu überzeugen, dass der Anstieg der Dieselpreise nicht das Ergebnis seiner völlig undurchdachten Handlungen im Krieg gegen den Iran ist, sondern das Ergebnis ukrainischer Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation und so weiter. Dass also „nicht ich schuld bin, sondern Zelensky“. Und mit genau derselben Logik könnte er auch an sein eigenes Umfeld herangehen.
Aber welche Bedeutung hat das für Sie? Sagen Sie mir das bitte. Wir verstehen doch sehr gut, nach welchen Kriterien Trump die Menschen für seine Regierung auswählt. Wenn nun tatsächlich irgendein Minister oder jemand anderes zurücktritt, was wird das überhaupt ändern, wenn das Problem bei Trump selbst liegt? Auch das muss man ganz klar verstehen.
Deshalb glaube ich nicht, dass wir uns derzeit überhaupt vorstellen können, wie sich die Ereignisse nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten entwickeln werden. Ich sage noch einmal: Hoffen wir, dass wir überhaupt damit rechnen können, dass diese Wahlen in den Vereinigten Staaten als ordnungsgemäß durchgeführt anerkannt werden. Dass Trump nicht von Wahlfälschungen in den demokratisch regierten Bundesstaaten sprechen wird. Wir könnten nach den Wahlen ein völlig neues Verhalten Trumps erleben. Auch daran muss man denken, wenn wir über die Situation im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg sprechen.
Deshalb würde ich hier natürlich zunächst den 3. November abwarten. Auch das ist ein sehr wichtiger Zeitpunkt, der uns auf die eine oder andere Weise nicht nur zeigen wird, wie sich die Situation im russisch-ukrainischen Krieg verändern wird und wie sich Trumps Einfluss in den Vereinigten Staaten entwickeln wird. Wir werden auch verstehen, wie sich die Situation hinsichtlich der amerikanischen Stabilität selbst verändert. Genau das muss für das Verständnis der Situation nach dem 3. November tatsächlich am wichtigsten sein. Genau das wird zum Hauptproblem für die Zukunft des amerikanisch-ukrainischen Dialogs und der amerikanischen Beteiligung am Friedensprozess werden.
Was die Verhandlungen betrifft, so haben wir, wie Sie verstehen, von Putin bisher das gehört, was wir gehört haben: dass das Hauptziel der Verhandlungen darin bestehe, Frieden zu erreichen. „Aber wenn das andere Land keinen Frieden will, nun gut, dann werden wir weiterkämpfen. Die Ziele der Spezialoperation werden erfüllt.“ Man kann also sagen, dass Russland keinerlei Verpflichtung übernimmt, während dieser Verhandlungen Frieden zu erreichen. Und die Vorstellung, dass dieses Friedensabkommen bereits während des G20-Gipfels in Miami unterzeichnet werden könnte, erscheint mir bisher völlig wirklichkeitsfern. Obwohl das Magazin The Atlantic, wie Sie wissen, bereits berichtet hat, dass Trump die Unterzeichnung eines Friedensabkommens gerade während des G20-Gipfels erreichen möchte. Und der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat bereits gesagt, dass er bereit sei, an Verhandlungen während des G20-Gipfels teilzunehmen, wenn Trump ihn in einem entsprechenden Format zu diesem Treffen einlädt. Bisher hat die Ukraine, wie Sie wissen, keine Einladung zum G20-Gipfel erhalten. Den russischen Präsidenten Putin haben die Amerikaner dagegen eingeladen. Er hat allerdings ebenfalls noch nicht zugesagt, in die Vereinigten Staaten zu reisen.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Нові заяви Путіна: головне | Віталій
Портников. 22.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:22.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Also, der Besuch des Vertreters des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, in Russland. Seine dreistündigen Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Putin im Konstantinpalast in Sankt Petersburg. Und all die Erklärungen, die nach diesen dreistündigen Verhandlungen abgegeben wurden, sowohl vom Vertreter des Präsidenten der Russischen Föderation, seinem außenpolitischen Berater Juri Uschakow, als auch vom norwegischen Ministerpräsidenten Støre, der Witkoff im Flugzeug traf, nachdem der Sondergesandte des Präsidenten der Vereinigten Staaten aus Sankt Petersburg nach Oslo zurückgekehrt war.
Ich erinnere daran, dass zuvor in Oslo seine Verhandlungen mit dem ukrainischen Präsidenten, dem finnischen Präsidenten und dem norwegischen Ministerpräsidenten stattgefunden hatten. Hinzu kommt der Kommentar von Jared Kushner, dem Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der bei diesem Treffen nicht anwesend war, sich jedoch virtuell an den Verhandlungen in Oslo beteiligte und, soweit man verstehen konnte, während der Verhandlungen zwischen Witkoff und Putin telefonisch mit Putin sprach.
Und hier sind die ersten Ergebnisse dieser Treffen, die man gewissermaßen kommentieren kann.
Erstens sind die Erklärungen auf allen Seiten optimistisch. Diese Erklärungen deuten zumindest auf eine gewisse Abschwächung, eine rhetorische Abschwächung der russischen Position hin. Der Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, sagt, dass bereits im November die Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten wieder aufgenommen werden. Möglicherweise wird dies in Abu Dhabi geschehen.
Ich möchte Sie daran erinnern, dass Russland zuvor kategorisch jegliche Verhandlungen mit der Ukraine abgelehnt hatte, solange die ukrainischen Truppen nicht das gesamte Gebiet der Regionen Donezk und Luhansk verlassen hätten. Wie Sie sehen, ist es Russland bisher zumindest nicht gelungen, Kramatorsk, Slowjansk und andere Städte im Gebiet Donezk einzunehmen, die von der legitimen ukrainischen Regierung kontrolliert werden. Das wissen die Russen auch. Trotzdem stimmen sie Verhandlungen zu.
Solange sie mit Witkoff verhandelten, konnten sie diese Gespräche als etwas anderes als Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine darstellen. Wenn nun erneut Verhandlungen zwischen russischen und ukrainischen Delegationen beginnen, bedeutet das, dass sie von ihren früheren Positionen abgerückt sind und dass auch sie gezwungen sind, zumindest wieder einen Verhandlungsprozess zu simulieren.
Dass ihre Situation aus wirtschaftlicher Sicht keineswegs so makellos ist, wie Putin zu demonstrieren versucht. Dass sowohl die westlichen Sanktionen als auch unsere Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation und ihre Infrastruktur Wirkung gezeigt haben. Glauben Sie mir: Wenn es diese Angriffe nicht gegeben hätte, wenn Russland nicht brennen würde, gäbe es überhaupt keine Gespräche, nicht nur über Verhandlungen mit uns, sondern nicht einmal über Witkoff.
Das ist also der erste Punkt: die Wiederaufnahme der Verhandlungen.
Der zweite Punkt sind die Aussagen, dass das Hauptthema der Verhandlungen die Sicherheit der Ukraine und Russlands sein soll. Was bedeutet das, wenn man es aus Uschakows Sprache in eine verständliche Sprache übersetzt? Dass die Russische Föderation derzeit nicht davon ausgeht, dass sie die ukrainische Staatlichkeit als solche vernichten kann, was weiterhin Putins Hauptziel bleibt. Und damit rücken Fragen der politischen und wirtschaftlichen Unterwerfung des ukrainischen Staates in den Vordergrund.
Die Sicherheitsfragen waren im Grunde bereits in dem Schreiben klar formuliert, das das Außenministerium der Russischen Föderation 2021, vor Beginn des großen russisch-ukrainischen Krieges, an das Außenministerium der Vereinigten Staaten und die Außenministerien der NATO-Staaten richtete. Sie erinnern sich, dass der Kern dieses Schreibens ein kategorisches Verbot des NATO-Beitritts der Ukraine und anderer ehemaliger Sowjetrepubliken war.
Russland wird also als eine seiner Sicherheitsgarantien die Möglichkeit solcher verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Änderungen in der Ukraine betrachten, die jegliche Militärbündnisse unseres Landes mit anderen Staaten unmöglich machen und natürlich den euroatlantischen Ambitionen der Ukraine endgültig ein Ende setzen. Und das soll nun nicht vonseiten der NATO geschehen, denn die NATO hat schlicht nicht die rechtlichen Möglichkeiten dazu, sondern vonseiten jener Länder, die NATO-Mitglieder werden könnten: der ehemaligen Sowjetrepubliken und vor allem der Ukraine.
Auch das kann zu den Fragen gehören, die Russland unter seiner Sicherheit versteht. Denn das ist, wie Sie verstehen, reine Demagogie. Die Ukraine hat Russland in keiner Weise bedroht und wird Russland auch künftig nicht bedrohen, wenn Russland seine aggressiven Ansprüche gegenüber unserem Staat aufgibt.
Die Frage der Sicherheit für die Ukraine ist ebenfalls eine gute Frage. Wenn Russland bereit ist, diese Frage zu erörtern, kann es natürlich der Ansicht sein, dass es selbst einer der Garanten der ukrainischen Sicherheit sein sollte. Und das ist kein Scherz. Russische Beamte sagen ständig, dass der einzige Staat, der die Sicherheit der Ukraine garantieren könne, die Russische Föderation sei.
Ich schließe nicht aus, dass aus dieser Sicht zumindest ein Teil der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen als Garanten der ukrainischen Sicherheit auftreten könnte. Und für Putin könnte das Teil jener Tagesordnung sein, die für ein trilaterales Treffen zwischen Putin, Trump und Xi Jinping vorgeschlagen wurde. Das ist im Grunde eine durchaus realistische Möglichkeit, die er vorantreiben könnte.
Wir wissen nicht, inwieweit Xi Jinping bereit sein wird, einem solchen Treffen zuzustimmen. Denn sich vorzustellen, dass diese Situation für China in einer Weise interessant wäre, dass China ein tatsächlicher Garant der ukrainischen Sicherheit sein und beispielsweise die Verantwortung für neue Phasen russischer Aggression übernehmen wollte, fällt schwer.
Aber Russland könnte versuchen, genau jenen Sicherheitsmechanismus wiederherzustellen, den es bereits während früherer Verhandlungen vorgeschlagen hatte: Es gibt Sicherheitsgaranten, aber jeder von ihnen kann die Handlungen der anderen Garanten blockieren. Das bedeutet eine Rückkehr zu Minsk und Istanbul. Das kann durchaus ein Thema dieser Verhandlungen sein.
Könnten es Verhandlungen um der Verhandlungen willen sein? Ja. Ich habe bereits mehrfach gesagt, dass Putin auch den Wunsch haben könnte, Zeit bis zum Ende der Amtszeit Donald Trumps zu schinden. Und aus Sicht der Führung der Russischen Föderation könnte es jetzt, wenn man Trump vor den Zwischenwahlen nicht wenigstens irgendetwas gibt, zu einer Abkühlung der persönlichen Beziehungen zwischen den Präsidenten und der russisch-amerikanischen Beziehungen insgesamt kommen.
Deshalb lässt Putin einen Amerikaner frei, dem die Russen vorgeworfen hatten, ukrainischer Soldat gewesen zu sein und sich der Territorialverteidigung angeschlossen zu haben. Soweit ich mich erinnere, hatten seine Angehörigen genau das bestritten. Und natürlich ist diese Freilassung eines amerikanischen Staatsbürgers ein typisches Wahlgeschenk an Trump. So handeln Diktatoren immer, oder sie machen das Gegenteil. Beispielsweise ließen die iranischen Ajatollahs die amerikanischen Diplomaten, die während der Herrschaft Ajatollah Chomeinis als Geiseln genommen worden waren, am Tag der Amtseinführung Ronald Reagans frei. Auch das ist ein ganz typisches Vorgehen. Das ist der erste Punkt.
Der zweite Punkt ist das Versprechen von Verhandlungen.
Der dritte Punkt ist die Skizzierung einer gewissen Verhandlungsagenda, die Fragen der nationalen Sicherheit Russlands und der Ukraine betrifft und bei der die territoriale Frage offenbar nicht an erster Stelle steht. Auch das ist ein wichtiger Punkt: die Territorialfrage.
Nun zum nächsten Punkt. Der norwegische Ministerpräsident sagt, dass es erstmals Verhandlungen auf hoher Ebene geben könnte. Auch das ist ein sehr wichtiger Punkt. Wir wissen wiederum nicht, was Verhandlungen auf hoher Ebene aus Sicht des norwegischen Ministerpräsidenten bedeuten. Welche Person soll nun die russische Delegation leiten?
Uschakow sagt etwas anderes. Er sagt, dass der Delegation Militärangehörige angehören könnten und dass auch Medinski dabei sein könnte. Aber natürlich werde der russische Präsident im Verlauf weiterer Konsultationen über die Zusammensetzung der Delegation entscheiden.
Einige weitere Punkte können wir schlicht nicht kennen. Denn man kann jetzt ganz eindeutig sagen, dass die Teilnehmer der Verhandlungen optimistische Prognosen äußern, diese aber gleichzeitig überhaupt nicht konkretisieren. Wir hören nach diesem Treffen keinerlei konkrete Angaben vonseiten der ukrainischen Führung. Wir haben von Witkoff keine konkreten Kommentare gehört. Wir haben von Uschakow keine konkreten inhaltlichen Kommentare gehört.
Wir können lediglich eine gewisse Zurückhaltung der russischen Seite feststellen, die nicht gleich von vornherein sämtliche Vorschläge vollständig verwirft, die während Witkoffs Treffen mit Zelensky, Stubb und Støre unterbreitet wurden. Wir sehen, dass Russland bereit ist, den Verhandlungsprozess erneut aufzunehmen.
Aber wie oft hat Russland bereits solche Verhandlungsprozesse begonnen, die zu nichts führen? Denn andererseits sehen wir, dass die russischen Angriffe auf die Ukraine weitergehen, auch in diesen Minuten.
Gerade jetzt wird der Westen der Ukraine weiter beschossen, während wir diese Sendung machen. Wir haben auch von Luftalarm in Kyiv und einem Angriff auf Hostomel gehört. Es gibt Angriffe auf Burschtyn, Halytsch, Tschortkiw und Kalusch.
Das heißt, es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Russen auch nur für einen Augenblick den Krieg beenden wollen, geschweige denn einem Energiewaffenstillstand zustimmen würden. Keinerlei Anzeichen. Im Gegenteil: Russland beschießt die ukrainische Energieinfrastruktur mit großer Hartnäckigkeit.
Wenn es tatsächlich auf ein Ende des Krieges hinausläuft, wie Uschakow sagt, warum sollten die Russen dann die intensiven Angriffe mit russischen Drohnen und Raketen auf die ukrainische Energieinfrastruktur fortsetzen?
Und hier wird es übrigens sehr interessant sein zu sehen, wie sich die ukrainische Seite verhält. Werden wir vor diesen sogenannten Verhandlungen, die im November stattfinden könnten, Angriffe auf die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation selbst durchführen?
Wir verstehen sehr gut, dass die Russen jetzt ebenfalls erkennen, unter welchem Zeitdruck Donald Trump steht. Das ist nicht nur der Zeitdruck vor den Wahlen. Denn die Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten finden bereits am 3. November statt. Und bis zum 3. November lässt sich natürlich nichts entscheiden.
Aber es gibt noch einen weiteren wichtigen Zeitpunkt, an den wir denken müssen. Das ist der Januar 2027, wenn der neue amerikanische Kongress seine Arbeit aufnehmen wird. Und Trump könnte davon ausgehen, dass es ihm dann ganz sicher nicht mehr gelingen wird, vom Kongress irgendwelche Entscheidungen zu erreichen, die mit einer Verbesserung der amerikanisch-russischen Beziehungen zusammenhängen. Mehr noch: Die Kongressabgeordneten werden alles Mögliche und Unmögliche tun, um es der Regierung zu erschweren, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren, falls der russisch-ukrainische Krieg bis dahin nicht endgültig beendet ist.
Deshalb halte ich es durchaus für möglich, dass Trump tatsächlich ein Dokument über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges vorbereiten möchte, zumindest über seine Aussetzung, und zwar für Dezember 2026, zum G20-Gipfel, der in seiner Residenz bei Miami, in Mar-a-Lago und an anderen Veranstaltungsorten im Bundesstaat Florida stattfinden wird. Und möglicherweise könnte während dieses Gipfels auch ein Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation sowie des Staatspräsidenten der Volksrepublik China stattfinden, falls zuvor bereits das Treffen in Shenzhen stattgefunden hat.
Gleichzeitig könnte aus Trumps Sicht auch irgendeine russisch-ukrainische Erklärung unterzeichnet werden. Dabei hat Trump gesagt, dass Putin und Zelensky sich für die Unterzeichnung einer solchen Erklärung keineswegs unbedingt treffen müssten. Zelensky könnte in die Vereinigten Staaten kommen und mit Trump eine entsprechende Erklärung unterzeichnen, während Trump dieselbe Erklärung mit Putin unterzeichnet.
Übrigens möchte ich Sie daran erinnern, dass dies das Format des Getreideabkommens ist. Genau so haben wir während dieses Krieges ein einziges Mal eine Vereinbarung über den Getreidekorridor getroffen. Damals trafen sich die Vertreter der Russischen Föderation und der Ukraine nicht miteinander. Sie unterzeichneten getrennte Dokumente mit identischem Inhalt mit dem Präsidenten der Republik Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, die Garanten dieser Vereinbarung waren.
Und Trump ist offensichtlich bereit, genau diese Rolle zu übernehmen. Ich glaube nicht, dass es für ihn unbedingt notwendig ist, sich gemeinsam mit Putin und Zelensky fotografieren zu lassen. Zumal er sehr gut versteht, dass Putin ein solches gemeinsames Foto mit dem ukrainischen Präsidenten ganz sicher nicht will. Aber er braucht ein Abkommen, das die Kampfhandlungen aussetzt. Zumindest ein Waffenstillstandsabkommen, zumindest eine Vereinbarung, die auf die eine oder andere Weise als langfristiges Ende des Krieges interpretiert werden kann.
Und genau darauf möchte Trump offensichtlich den Verhandlungsprozess der nächsten Monate ausrichten. Genau deshalb übt er Druck auf die Ukraine aus und nicht auf Russland. Denn erstens verfügt er unter den Bedingungen, die nach dem Iran-Krieg auf dem weltweiten Energiemarkt entstanden sind, nicht über besonders große Möglichkeiten, Druck auf Russland auszuüben. Und das einzige Land, auf das er in dieser Situation Druck ausüben kann, ist nicht Russland, sondern die Ukraine.
Aber auch hier sind seine Möglichkeiten nicht besonders groß. Denn angesichts des Umfangs der amerikanischen Unterstützung und der Haltung der amerikanischen Gesellschaft zu dieser Unterstützung sind auch Trumps Möglichkeiten begrenzt. Sie sehen doch, dass unmittelbar nachdem der Präsident der Vereinigten Staaten mit seinen antiukrainischen Ausfällen begonnen hatte, die Geschwindigkeit von Starlink faktisch ohne förmliche Ankündigung gedrosselt wurde und eine Zeit lang keine Informationen über den Abschuss ballistischer Raketen durch die Russische Föderation weitergegeben wurden und so weiter. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio, der sich derzeit auf einer Asienreise befindet, sprach mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky, und all diese Maßnahmen im Zusammenhang mit der amerikanischen Hilfe wurden wieder aufgenommen.
Das heißt, vor dem Hintergrund, dass die Mehrheit der Amerikaner die Unterstützung der Ukraine weiterhin befürwortet und es für völlig logisch hält, dass ihr Staat diese Hilfe leistet, können wir in einer solchen Situation davon ausgehen, dass Trump nicht lautstark über die Einstellung der Unterstützung sprechen wird. Denn das könnte sich auf die Wahlchancen der Republikaner auswirken.
Übrigens könnte er nach dem 3. November offener sein, denn dann hat er bereits das Ergebnis erhalten, das er erhalten hat. Aber hier könnte ihm seine eigene Unbeliebtheit im Weg stehen. Und vergessen Sie nicht, dass sich nach dem 3. November im noch amtierenden Kongress, nicht im bereits neu gewählten, tatsächlich eine Mehrheit bilden könnte, die aus Demokraten und jenen Republikanern besteht, die nicht mehr über ihre Wiederwahl nachdenken müssen, weil sie ihre Sitze verloren haben oder für den neuen Kongress gar nicht kandidiert haben. Auch diese Menschen werden versuchen, mögliche prorussische Maßnahmen der Regierung zu blockieren, falls es solche Maßnahmen geben sollte.
Das ist also die zeitliche Frist für die Treffen, die jetzt stattfinden, bis zum Zusammentritt des neuen Kongresses. Obwohl die Situation für Trump auch hier nicht einfach sein wird. Und wir verstehen dann, dass nun sowohl Putin als auch Trump gleichzeitig Druck auf die Ukraine ausüben werden, damit sie mehr russischen Forderungen zustimmt, als sie sonst akzeptieren könnte, um dieses Abkommen im Dezember zu erreichen.
Und natürlich bedeutet das nicht, dass tatsächlich irgendetwas unterzeichnet oder wirklich vereinbart werden kann. Denn wir kennen Putins wahre Absichten nicht. Er könnte nicht an ein Abkommen denken, sondern gerade daran, dass Russland der Ukraine solche Bedingungen stellt, die für die ukrainische Führung unannehmbar sein werden. Aber schon die bloße Tatsache, dass diese Bedingungen diskutiert und angenommen oder abgelehnt werden, könnte Möglichkeiten zur Destabilisierung des feindlichen Staates schaffen.bDenn wir müssen daran denken, dass Putins Ziel der Vernichtung der Ukraine keineswegs verschwunden ist.
Übrigens möchte ich noch etwas sagen. Wir hören ständig, dass die ukrainische Führung keine Verhandlungen mit Russland führen wolle. Unsere verschiedenen Parlamentsabgeordneten und Experten veröffentlichen Friedenspläne und kritisieren Kyiv dafür, dass es keine Friedensverhandlungen führen wolle. Als würden wir grundsätzlich darüber entscheiden, ob Verhandlungen stattfinden oder nicht. Und das, obwohl vonseiten Kyivs ständig von der Notwendigkeit gesprochen wird, Verhandlungen zu führen.
Ständig wird von der Notwendigkeit gesprochen, einen Energiewaffenstillstand zu schließen. Zelensky sagt ständig, dass er bereit ist, die Ölraffinerien der Russischen Föderation nicht zu beschießen, wenn Russland aufhört, die ukrainische Energieinfrastruktur zu beschießen. Und nun können Sie sich selbst davon überzeugen: Sobald die Russen bereit sind, mit uns zu sprechen, sind wir bereit, mit ihnen zu sprechen.nNicht an die ukrainische Führung sollte man sich mit wichtiger Miene und den Worten wenden: „Warum führen Sie keine Verhandlungen? Es ist längst Zeit, diesen Krieg zu beenden. Die Menschen haben schon genug gelitten.“
Es hängt nicht von der ukrainischen Führung ab, wann Verhandlungen stattfinden und wann der Krieg beendet wird. Die Ukraine ist in diesem Krieg aus Sicht der Durchführung von Verhandlungen kein eigenständiger Akteur. Sie ist ein Akteur, wenn sie Russland durch die Zerstörung russischer Infrastruktur zum Frieden bewegen kann. Der entscheidende Akteur ist hier aber Russland.
Sobald Russland über Frieden sprechen will, sind wir immer bereit, mit ihm zu sprechen. Nur stellt sich danach zur Enttäuschung aller Beteiligten heraus, dass Russland gar nicht über Frieden spricht, nicht einmal über Kapitulation, sondern einfach Zeit schindet, um nicht von einer weiteren Runde amerikanischer Sanktionen getroffen zu werden. Dass es seine Verhandlungen mit der Ukraine oder seine Verhandlungen mit Witkoff als eine Art Instrument benutzt, um Sanktionen zu entgehen. Und das ist alles. Auch das muss man verstehen, wenn wir miteinander über die Situation im Verhandlungsprozess sprechen.
Wir haben es also mit einigen, würde ich sagen, ziemlich widersprüchlichen Punkten zu tun. Einerseits ist offensichtlich, dass Russland seine Verhandlungsposition verändert hat und nun zu wirklichen Verhandlungen bereit ist. Wirklich nicht im Hinblick auf das Ergebnis, sondern im Hinblick auf ihre Durchführung. Und es wird sogar von der Möglichkeit gesprochen, dass diese Verhandlungen auf einer höheren Ebene stattfinden werden als die früheren Verhandlungen, bei denen Medinski die Hauptrolle spielte.
Der nächste Punkt ist, dass nicht nur in den Vereinigten Staaten optimistisch über die Möglichkeit solcher Verhandlungen gesprochen wird. Nicht nur Kushner oder Witkoff, die immer Optimisten sind und immer von der Konstruktivität solcher Verhandlungen sprechen. Wir haben solche Worte sowohl von Witkoff als auch von Kushner in ihren sozialen Netzwerken gesehen.
Aber auch der norwegische Ministerpräsident spricht davon. Und er wäre wohl kaum bereit gewesen zu sagen, dass alles so gut und so konstruktiv sei, wenn Witkoff ihm nicht irgendwelche Vorschläge unterbreitet hätte, die der norwegische Ministerpräsident als tatsächliche Veränderungen im Verlauf der Verhandlungen zumindest zwischen den Vereinigten Staaten und Russland hätte wahrnehmen können.
Andererseits kennen wir die wahren Absichten der Russischen Föderation nicht. Was strebt sie jetzt an? Einen teilweisen Waffenstillstand, das Schinden von Zeit, oder hat Putin tatsächlich beschlossen, den Krieg zu beenden oder auszusetzen?
Und übrigens: Wozu? Wenn wir ständig hören, dass Russland sich auf einen Krieg mit Europa vorbereitet und dass es die Amtszeit Trumps als günstiges Zeitfenster für einen solchen Krieg betrachten könnte, dann muss es Ressourcen freisetzen. Das ist alles.
Übrigens möchte ich noch ein paar Worte sagen, damit Sie nicht glauben, ich hätte das übersehen: über den Skandal darum, dass Witkoff Putin öffentlich einen Humanisten genannt hat. Und das am Tag, nachdem wir erneut ukrainische Kinder gesehen hatten, die bei russischen Bombardierungen getötet worden waren.
Und dieser Skandal findet keineswegs nur bei uns statt. Jetzt wurde der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, JD Vance, der bekanntlich neben Marco Rubio einer der Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei ist, danach gefragt.
Wie reagierte JD Vance? Erwartungsgemäß. „Ich stimme zu, dass Steve Witkoff etwas Nettes zu einem Menschen gesagt hat, der gerade eine amerikanische Geisel freigelassen hat. Unabhängig davon, ob wir dieser Meinung zustimmen oder nicht. Steve Witkoff ist Diplomat. Seine Aufgabe ist es, dorthin zu fahren und ein Ergebnis zu erzielen“, sagte Vance. Nun wird dieses weitere Kompliment Witkoffs an Putin einfach als diplomatischer Erfolg im Zusammenhang mit der Freilassung eines amerikanischen Staatsbürgers betrachtet werden.
Ich denke, Sie verstehen selbst sehr gut, dass die Freilassung des amerikanischen Staatsbürgers eine der wichtigsten Aufgaben Trumps und Witkoffs zum gegenwärtigen Zeitpunkt war. Und ich bin übrigens überzeugt, dass Trump auch die Geschichte mit dem Diesel mit der Freilassung dieses Menschen in Verbindung gebracht haben könnte. Denn er kann eine solche Freilassung immer als einen wichtigen Teil seiner Arbeit als Präsident betrachten. Und natürlich auch seines Wahlkampfs. Ich erinnere daran, dass Trump die Freilassung von Menschen erreichen kann, die von den Amerikanern als Landsleute begrüßt werden, die aus den Gefängnissen autoritärer Regime befreit werden konnten. Vor Wahlen spielt das eine wichtige Rolle.
Nun gibt es bereits einen Kommentar von Volodymyr Zelensky zum Treffen Witkoffs mit den Russen. „Russland unterstützt Verhandlungen auf Delegationsebene“, sagt der ukrainische Präsident. Russland, die Vereinigten Staaten und die Ukraine könnten bereits Anfang November trilaterale Verhandlungen führen. Die USA schlagen vor, sie so schnell wie möglich abzuhalten. Das Hauptziel besteht darin, das Ende des Krieges näherzubringen und ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der drei Länder vorzubereiten.
Die Ukraine unterstützt einen Waffenstillstand, die Rückkehr der Gefangenen und andere humanitäre Initiativen. Aber Zelensky hat meiner Meinung nach völlig zu Recht daran erinnert, dass Russland bereits mehrfach Verhandlungen zugestimmt, danach jedoch seine Position verändert hat. Ich schließe keineswegs aus, dass es jetzt leider wieder genauso sein könnte. Und dass wir diese ganze Situation buchstäblich vor dem Hintergrund von Bombardierungen im ganzen Land diskutieren, im Süden, in Kyiv, im Westen, zeigt ebenfalls, dass es eine Sache ist, Verhandlungen auf Delegationsebene zu unterstützen, und eine ganz andere, über ein tatsächliches Ende des Krieges zu sprechen.
Nun gibt es noch eine weitere wichtige Information. Die Zeitung New York Times berichtet, dass die Kritik Volodymyr Zelenskys an Donald Trump bei Steve Witkoff und natürlich auch bei Jared Kushner Unzufriedenheit ausgelöst habe. Sie hätten dies während der Verhandlungen in Oslo angesprochen und Zelensky gesagt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten über diese Worte geradezu unglaublich wütend gewesen sei. Und Zelensky habe angeblich aus diesen Mitteilungen von Witkoff und Kushner seine Schlüsse gezogen.
Aber mir scheint, dass der ukrainische Präsident sehr genau wusste, worauf er sich einließ, als er das Verhalten des amerikanischen Präsidenten gegenüber der Ukraine in den vergangenen Wochen charakterisierte. Und ich sage Ihnen noch mehr: Wenn es dieses Verhalten nicht gegeben hätte, wenn Trump durch sein unverantwortliches Verhalten gegenüber der Ukraine nicht buchstäblich in eine Sackgasse geraten wäre, dann wäre all das ebenfalls nicht geschehen.
Denn Trump möchte, dass er zumindest in seinen Beziehungen zu Putin alles tun kann, was ihm gerade einfällt, ohne dass irgendjemand darauf achtet. Er möchte in den Augen der amerikanischen Öffentlichkeit nicht als jemand erscheinen, der die Ukraine verraten hat, wenn der ukrainische Präsident davon spricht. Und ein großer Teil seiner Gesprächspartner könnte dem zustimmen.
Wie Sie verstehen, hätte Rubio ohne all das nicht versucht, die Situation durch seine Gespräche mit Zelensky zu korrigieren. Vance hätte nicht versucht, die Situation zu rechtfertigen, indem er in seinem eigenen Interview die Fragen zum russisch-ukrainischen Krieg so vorsichtig kommentierte. Trumps engste Mitarbeiter würden sich nicht so vorsichtig zu den Vorgängen in den ukrainisch-amerikanischen Beziehungen äußern und nicht Zelensky für alles verantwortlich machen. Und selbst der Sprecher des Repräsentantenhauses würde nicht sagen, dass die hohen Kraftstoff- und Dieselpreise durch die Straße von Hormus verursacht werden und nicht durch ukrainische Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation, wie Trump zu behaupten versucht. Das ist also eine ganz reale Sache, die im Grunde zeigt, dass man beachten muss, was Trump in dieser Situation tut.
Und natürlich: Wenn gesagt wird, dass das Hauptziel des künftigen Delegationstreffens darin besteht, ein trilaterales Treffen zwischen Trump, Zelensky und Putin vorzubereiten, wie Zelensky sagt, dann scheint mir, dass gerade das nicht die Hauptidee sein wird. Ich sehe bei Putin bisher keinerlei Begeisterung für ein Treffen mit Zelensky. Obwohl ich glaube, dass Trump ein solches Treffen gerade beim G20-Gipfel in den Vereinigten Staaten gerne durchführen würde.
Aber mir scheint, wenn er sagt, dass Putin und Zelensky sich nicht unbedingt treffen müssten, dann erkennt auch Trump, dass es ein solches Treffen möglicherweise einfach nicht geben wird. Und das könnte für ihn ebenfalls akzeptabel sein, wenn am Ende ein Friedensabkommen unterzeichnet wird.
Das ist also diese Turbulenz. Ich habe Ihnen in unseren Sendungen der vergangenen Tage mehrfach gesagt, dass wir uns in einem Zustand völliger Turbulenz befinden, dass wir noch vieles sehen und vieles hören werden. Aber vergessen Sie nicht, dass man auch im Kreml versteht, dass dies Tage der Turbulenz sind. Und dass man dort auf diese Tage der Turbulenz nicht unangemessen reagieren darf, um Trump nicht wirkliche Gründe für Unzufriedenheit zu liefern und sich beispielsweise neue Sanktionen einzuhandeln.
Das sind also die ersten Skizzen dieser Verhandlungen, die in Sankt Petersburg stattgefunden haben. Ich denke, dass wir in den nächsten Tagen noch einige Einzelheiten erfahren werden. Zumindest die amerikanische Presse wird darüber berichten.
Ich werde auf einige Fragen antworten, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.
Frage: Wenn die Republikaner die Wahlen verlieren, wie wahrscheinlich ist eine Untersuchung der nicht öffentlich bekannten Maßnahmen der Trump-Regierung, mit denen Druck auf die Ukraine ausgeübt wurde, und welche Folgen könnte eine solche Untersuchung haben?
Portnikov: Ich versichere Ihnen, dass es im Repräsentantenhaus Dutzende Untersuchungen zu den Handlungen dieser Regierung geben wird, wenn die Republikaner die Wahlen verlieren. Und ich schließe keineswegs aus, dass einer der Untersuchungsbereiche die Geschichte dessen sein wird, was in diesen Tagen geschehen ist. Das könnte die Beteiligten noch einholen.
Wie könnte das geschehen? Ganz einfach. Wenn jemand der Ansicht ist, dass die Regierung Russland heimlich im Krieg gegen die Ukraine unterstützt und bestimmte Hilfen für die Ukraine ohne irgendwelche Beschlüsse und schriftlichen Anordnungen heimlich zurückgehalten hat und so weiter, dann könnten Personen zur Aussage unter Eid vor den Kongress geladen werden.
Und das könnte natürlich im Falle einer Falschaussage zu einer strafrechtlichen Verfolgung des amerikanischen Verteidigungsministers, des Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs oder von Personen aus der Regierung führen. Und das könnte schwerwiegende Folgen haben, beispielsweise den Rücktritt des Verteidigungsministers oder die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn.
Ich möchte Ihnen allerdings sagen, dass dies keineswegs das Hauptthema der Untersuchungen sein wird. Ich versichere Ihnen einfach, dass wir von Missständen in einem Ausmaß erfahren könnten, das wir uns nicht einmal vorstellen können.
Frage: Wir wissen, dass die Mehrheit der Amerikaner die Ukraine unterstützt. Aber wirkt sich das auf das Wahlverhalten aus? Die Demokraten sind ohnehin für uns, und die Republikaner werden sich nicht gerade wegen der Ukraine von ihren eigenen Kandidaten abwenden.
Portnikov: Erstens sollte man nicht glauben, dass jeder demokratische Wähler für uns und jeder republikanische Wähler gegen uns ist. Das ist überhaupt nicht so. Wir genießen gerade eine breite parteiübergreifende Unterstützung.
Aber die Wahrheit ist, dass die Ukraine-Frage weder für demokratische noch für republikanische Wähler an erster Stelle steht. Natürlich sage ich das immer wieder, wenn jemand behauptet: „Trump kann die Wahlsituation verändern, weil er uns nicht unterstützt.“ Das ist nicht so. Das stimmt nicht.
Die Wahrheit ist, dass sich die Unterstützung der Ukraine derzeit nicht so auf das tägliche Leben von Millionen Amerikanern auswirkt wie beispielsweise die Situation im Nahen Osten. Und übrigens versucht Trump ständig, das zu ändern. Trump selbst, wenn er sagt: „Nein, nicht der Nahe Osten ist der Grund dafür, dass Sie nicht genug Diesel oder Benzin kaufen können oder dass Sie dafür hohe Preise bezahlen. Nein, die ukrainischen Angriffe auf die russische Ölraffinerieindustrie sind die Ursache all Ihrer Probleme.“ Aber niemand glaubt das.
Und hier geht es nicht darum, ob jemand die Ukraine-Frage als vorrangig oder zweitrangig betrachtet. Es geht darum, dass die unentschlossenen Wähler, und gerade diese Menschen entscheiden die Wahlergebnisse in vielen amerikanischen Bundesstaaten, eine ganze Reihe von Fragen an Trump haben, die dazu führen könnten, dass sie nicht für einen republikanischen Kandidaten stimmen. Die Unterstützung oder Nichtunterstützung der Ukraine ist gewissermaßen ein Teil dieses gesamten Fragenkomplexes.
Frage: Wenn Marine Le Pen die Wahlen in Frankreich und die Alternative für Deutschland die Wahlen in Deutschland gewinnt, wie wird sich das auf die Unterstützung der Ukraine in Europa auswirken?
Portnikov: Bisher gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass die Alternative für Deutschland der Bildung einer Bundesregierung in Deutschland nähergekommen wäre. Erstens finden die Wahlen dort noch lange nicht statt. Zweitens haben die anderen Parteien keineswegs ihre Haltung aufgegeben, dass sie mit ihr keine Koalition bilden können.
Selbst wenn diese Partei also eine große Zahl von Stimmen im deutschen Parlament erhält, könnte sie vollständig in der Opposition bleiben. Und eine Regierung könnte beispielsweise von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Grünen gebildet werden. Dann gäbe es eben eine Dreierkoalition statt einer Zweierkoalition, einfach um die Ultrarechten aufzuhalten. Deshalb erscheinen all diese Vorstellungen, dass die Alternative für Deutschland in Deutschland kurz vor der Machtübernahme stehe, bisher nicht realistisch.
Ein Sieg Marine Le Pens erscheint realistischer. Aber ich glaube nicht, dass es für Marine Le Pen, wenn sie Präsidentin Frankreichs wird, so einfach sein wird, den Kurs der Europäischen Union zu verändern, wenn man die wirtschaftliche Situation Frankreichs selbst und seine Abhängigkeit von den Prozessen innerhalb der Europäischen Union berücksichtigt. Der Umfang der wirtschaftlichen, finanziellen und militärischen Hilfe Frankreichs für die Ukraine ist mit dem deutschen nicht vergleichbar.
Aber Marine Le Pen könnte versuchen, Einfluss auf den Umfang der gesamteuropäischen Unterstützung zu nehmen. Das stimmt, das könnte geschehen. Aber dafür muss sie erst noch gewinnen und ihr Amt antreten. Bis dahin ist es noch sehr lange.
Ich möchte Sie daran erinnern, dass der zweite Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen am 2. Mai 2027 stattfinden wird. Überlegen Sie, wann das erst sein wird, was der 2. Mai 2027 überhaupt bedeutet und wie viele Ereignisse bis dahin noch stattfinden werden. Deshalb würde ich mich mit solchen Prognosen für einen so weit entfernten Zeitraum nicht beeilen.
Wir wissen überhaupt nicht, wie Europa aussehen wird, ob nicht bis 2027 irgendein neuer Konflikt beginnt. Sie haben, denke ich, gesehen, wie sich die Situation in der Welt nach Beginn des Iran-Krieges verändert hat. Wie Sie verstehen, werden bis Mai 2027, bis zu einem Machtwechsel in Frankreich, selbst wenn Marine Le Pen gewinnt, noch viele solcher Ereignisse stattfinden, deren Ausmaß Sie sich heute nicht einmal vorstellen können. Ich werde Ihnen in dieser Sendung nicht davon erzählen. Deshalb sollten Sie sich mit Prognosen nicht beeilen.
Frage: Kehren wir wieder zum Mai 2025 zurück, als Putin vorschlug, die Verhandlungen mit Russland wieder aufzunehmen, bei denen Medinski drohen wird: „Gebt den Donbas schon heute ab, damit ihr morgen nicht noch mehr verliert“?
Portnikov: Nein, ich glaube gerade, dass es anders sein könnte. Dass Uschakows Worte über die Sicherheitsfragen der Ukraine und Russlands gerade nicht vom Donbas sprechen, sondern von einem breiteren Ausmaß des Drucks auf die Ukraine, der gemeinsam von Amerikanern und Russen ausgeübt werden könnte. Wenn es nicht um den Vorrang territorialer Fragen gehen wird, sondern um den Vorrang von Sicherheitsfragen. Darum, dass die Ukraine zustimmt, den Frieden gegen die Rolle eines russischen Satelliten einzutauschen, unter Garantien der Vereinigten Staaten, dass die Ukraine ihre Staatlichkeit nicht verlieren wird. Und möglicherweise wird man versuchen, auch China daran zu beteiligen.
Ich sage nicht, dass es so kommen wird. Ich sage, dass die Russen zumindest ein solches Modell in Betracht ziehen könnten, im vollen Bewusstsein, dass, sobald Trump nicht mehr Präsident ist, auch all diese amerikanischen Garantien verschwinden werden und nur noch die Rolle eines russischen Satelliten übrig bleibt. Und das könnte eine solche Idee sein.
Frage: Erläutern Sie bitte den Zusammenhang zwischen den gegenwärtigen Verhandlungen und den Wahlen in den Vereinigten Staaten. Es sieht so aus, als würde Putin Trump die Illusion von Fortschritten vermitteln, aber wirkliche Fortschritte wird Trump bis zum 3. November nicht erleben.
Portnikov: Wer hat Ihnen denn gesagt, dass Trump bis zum 3. November eine Illusion von Fortschritten braucht? Er muss bis zum 3. November sagen können, dass die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unmittelbar bevorstehen, dass dabei erhebliche Fortschritte erzielt werden und dass Frieden erreicht wird. Und inzwischen hat sein Vertreter bei den Verhandlungen die Freilassung einer amerikanischen Geisel erreicht. Gut gemacht. Und Trump hat es auch gut gemacht. Und niemand außer Trump hat das geschafft.
Inzwischen liefert Russland Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt, was die Kraftstoffpreise bereits senkt und sie auch weiterhin senken wird, noch vor Beginn der Verhandlungen. Der Prozess läuft. Er kann nicht schnell sein. Aber Trump hat von Putin die Möglichkeit bekommen, sich mit seiner Rolle als Friedensstifter zu brüsten.
Putin hat nicht abgelehnt. Der Prozess der Vorbereitung der Verhandlungen läuft. Es werden die ersten ernsthaften Verhandlungen sein, die ersten Verhandlungen auf hoher Ebene. Ich zitiere jetzt nicht Trump, sondern den norwegischen Ministerpräsidenten. Sehen wir, was Trump selbst sagen wird.
Und ich wiederhole: Trumps Zeitdruck hängt nicht nur mit dem 3. November zusammen, sondern auch mit der Zeit im November, Dezember und Anfang Januar 2027. Auch das ist eine Zeit, in der er glauben könnte, dass er seine letzten Möglichkeiten hat, bestimmte Maßnahmen in den Beziehungen zu Moskau zu ergreifen.
Frage: Wenn Russland mit Europa Krieg führen will, soll es doch Krieg führen. Warum sollen die Ukrainer ein Schutzschild sein?
Portnikov: Die Ukraine ist kein Schutzschild, sondern ein potenzielles Aufmarschgebiet für einen solchen Krieg. Um Krieg gegen Europa führen zu können, muss Russland das Territorium der Ukraine erobern und dieses Territorium von einer illoyalen Bevölkerung befreien, die nicht bereit ist, die historische Rolle Russlands anzuerkennen.
Ihre Entscheidung, verehrter Zuschauer, betrifft also nicht die Frage eines Schutzschilds. Es geht darum, ob Sie in feuchter Erde liegen werden, während in Ihrem Haus ein Besatzer lebt, der bereit ist, Krieg gegen Europa zu führen, oder ob es Ihnen gelingt, zu überleben und die Staatlichkeit der Ukraine zu verteidigen. Das ist eine sehr einfache Entscheidung, vor der Sie schon bald stehen werden.
Frage: Wenn es jetzt keine intensiven Maßnahmen gibt, um Russland zum Frieden zu zwingen, wie wahrscheinlich ist es dann, dass die Armee und andere Sicherheitsorgane Trump folgen werden, falls Trump mit allen Mitteln an der Macht festhalten will?
Portnikov: Eine solche Wahrscheinlichkeit gibt es nicht. Die amerikanischen Institutionen sehen nicht wie Institutionen aus, in denen vor allem die Sicherheitskräfte alles entscheiden. Und angesichts von Trumps gegenwärtiger Popularität: Wer von den Menschen, die in diesen Institutionen dienen oder arbeiten, würde es riskieren, ihn zu unterstützen, wenn er gegen das Gesetz verstößt?
Frage: Glauben Sie, dass Witkoffs Besuch nicht eine Fortsetzung der Vereinbarung über den Erwerb von Lukoil war, getarnt als Friedensverhandlungen?
Portnikov: Witkoffs Besuch ist natürlich, wie jeder solche Besuch, eine Fortsetzung der Suche nach Möglichkeiten, die ausländischen Vermögenswerte von Lukoil an sich zu bringen. Zweifeln Sie nicht daran, dass Witkoff und Putin während dieses dreistündigen Gesprächs darüber gesprochen haben. Außerdem erschien erstmals bei russisch-amerikanischen Verhandlungen, ich glaube, ich habe das noch nicht erwähnt, Maxim Oreschkin.
Maxim Oreschkin ist stellvertretender Leiter der russischen Präsidialverwaltung und Berater des Präsidenten der Russischen Föderation. Er war früher stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung der Russischen Föderation und ehemaliger Minister für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation. Das heißt, dieser Mann ist tatsächlich für die russische Wirtschaft zuständig, denn in Russland wird, wie auch bei uns, alles vor allem in der Präsidialverwaltung entschieden.
Und nun erschien Oreschkin zum ersten Mal bei den Verhandlungen zwischen Putin und Witkoff. Das bedeutet, dass bei diesen Verhandlungen über sehr ernsthafte wirtschaftliche Fragen gesprochen wurde, wenn Putin dafür Oreschkin brauchte und nicht nur Kirill Dmitrijew. Denn Kirill Dmitrijews Aufgabe besteht darin, den Amerikanern Märchen aufzutischen, während Oreschkins Aufgabe darin besteht, konkrete wirtschaftliche Fragen zu lösen.
Sie müssen dort also über etwas sehr Ernstes gesprochen haben, wenn Oreschkin zu diesen Verhandlungen kam. Oder ist er etwa eigens nach Sankt Petersburg geflogen? Wissen Sie, dass das alles in Sankt Petersburg stattfindet? Es ist ja nicht so, dass Putin sagt: „Ach, wo ist denn unser Oreschkin? Fragen wir ihn doch mal.“ Das bedeutet, dass sie sich auf solche Verhandlungen vorbereitet haben. Und Oreschkin flog zusammen mit Putin nach Sankt Petersburg, um mit Witkoff zu sprechen.Dabei kann es um Lukoil gehen und um alles andere.
Aber ich erinnere Sie daran, dass Witkoff ständig sagt, dass all diese Beziehungen erst nach dem Ende der Kampfhandlungen im russisch-ukrainischen Krieg zustande kommen und geregelt werden können. Das heißt, hier hat sich eine bestimmte amerikanische Position nicht verändert. Ein sehr wichtiger Punkt, wie mir scheint. Ich denke, dass auch Sie das sehr gut verstehen.
Aber dass der Wunsch, die Vermögenswerte von Lukoil zu erwerben, und überhaupt der Wunsch, irgendwelche Geschäfte mit Russland im Energiebereich und nicht nur dort zu machen, ein wichtiger Bestandteil des Handelns dieser Regierung ist, das muss ich meiner Meinung nach nicht immer wieder wiederholen. Denn das ist eine objektive Wahrheit, mit der auch wir umgehen müssen.
Und wir müssen verstehen, dass wir den Vereinigten Staaten aus Trumps Sicht trotz dieses gesamten Abkommens über ukrainische Mineralien, das bereits 2025 auf Initiative eben jenes Lindsey Graham unterzeichnet wurde, nicht so viel anbieten können, wie Putin ihnen anbieten kann.
Natürlich bedeutet etwas anzubieten noch lange nicht, dass man heiratet. Aber er bietet es an. Und wenn Trump sagt: „Wir haben der Ukraine Milliarden Dollar gegeben, und was haben wir dafür bekommen? Steigende Ölpreise?“, dann meint er genau das. Zweifeln Sie nicht daran.
Seien Sie deshalb sicher, dass dies erst der Beginn bestimmter Prozesse ist. Aber man kann nicht sagen, dass dies einfach eine Situation ist, die überhaupt zu keinen Veränderungen führen wird. Das heißt, wir spüren gewisse Korrekturen der russischen Position. Aber wir wissen nicht, womit diese Perspektiven und Korrekturen zusammenhängen. Ob tatsächlich mit dem Wunsch, die Kampfhandlungen irgendwann auf irgendeine Weise auszusetzen. Oder mit dem Wunsch, erneut Zeit zu schinden, in einer für Donald Trump so schwierigen Zeit vor den Wahlen und während der Bildung eines neuen Kongresses in den Vereinigten Staaten, der nach allen Anzeichen dem amtierenden amerikanischen Präsidenten gegenüber nicht wohlgesinnt sein wird.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Путін-Віткофф: перші підсумки | Віталій
Портников. 21.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:21.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Heute fanden in Oslo Verhandlungen statt, bei denen der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky gemeinsam mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb mit dem Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, sprach. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der einigen Berichten zufolge derzeit an Grippe erkrankt ist, nahm telefonisch an diesem Gespräch teil.
Morgen wird Steve Witkoff in Sankt Petersburg mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, zusammentreffen, um ihm die abgestimmte Position der Vereinigten Staaten, der Ukraine und der europäischen Länder hinsichtlich eines möglichen Friedens in der Ukraine zu übermitteln.
Nach den Verhandlungen mit Witkoff trat Zelensky auf einer Pressekonferenz auf, auf der er sagte, dass die Versorgung der Ukraine mit Geheimdienstinformationen sowie die Geschwindigkeit von Starlink bereits wiederhergestellt seien. Er dankte der amerikanischen Seite dafür. Er betonte, dass Witkoff und, wie wir annehmen können, auch Kushner der Ukraine während der Verhandlungen in Oslo Sicherheitsgarantien angeboten hätten, die in ihrer Wirksamkeit mit Artikel 5 des NATO-Vertrags vergleichbar seien. Mir war das nie verständlich, weil ich nicht verstanden habe, warum Putin, der einem NATO-Beitritt der Ukraine gerade deshalb nicht zustimmt, damit Artikel 5 nicht zur Anwendung kommt, einer gesonderten Anwendung ähnlicher Garantien für die Ukraine zustimmen sollte. Aber das ist ein anderes Thema.
Wie dem auch sei, diese Konsultationen zwischen dem ukrainischen Präsidenten und dem amerikanischen Vermittler haben stattgefunden. Und wie man verstehen kann, soll Witkoff dem russischen Präsidenten dieselben Vorschläge unterbreiten, wenn sie sich morgen in Sankt Petersburg treffen.
Trump gibt unterdessen keine Ruhe. Als ich unser heutiges Gespräch plante, wollte ich gerade über diese Ergebnisse der Verhandlungen sprechen und darüber, dass sich die Situation, die sich nach dem bekannten Telefongespräch zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten und dem sogenannten Dieselgeschäft zwischen Donald Trump und Putin zugespitzt hatte, jetzt etwas verbessert hat. Aber wir sehen, dass Trump gerade im Oval Office spricht, und diese Rede wiederholt ihrem Inhalt nach im Grunde genau das, was er 2025 gesagt hat, als er versuchte, den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky davon zu überzeugen, den von Präsident Putin gestellten Kapitulationsbedingungen zuzustimmen. Genau dasselbe.
„Die Russen bewegten sich auf einer betonierten Autobahn mit 1.000 Panzern. Sie wären innerhalb von vier Stunden in der Ukraine gewesen, wenn sie mit der Höchstgeschwindigkeit der Panzer gefahren wären. Nichts hätte sie aufhalten können. Der Krieg wäre an einem einzigen Tag beendet gewesen. Aber dieser dumme General beschloss, nach rechts auf landwirtschaftliche Flächen abzubiegen und dann nach links in Richtung Kyiv zu fahren. Statt auf der Autobahn zu bleiben.“ Wer hat sich das für ihn ausgedacht? Warum erfindet er das ständig?
„Wir haben der Ukraine sehr viel Hilfe geleistet und dafür nichts bekommen außer Leid, Tod und kolossalen finanziellen Ausgaben. Die Ukraine sollte eine Vereinbarung anstreben, denn die USA haben dafür ein Vermögen ausgegeben, Europa hat ein Vermögen ausgegeben, Europa ist dessen bereits müde. Wenn sie keine Vereinbarung schließen, wird die Situation meiner Meinung nach letztlich viel schlimmer werden.“
Trump rechtfertigt Putin offen. „Einige Menschen leiden in einer Stadt, die von einem russischen Angriff getroffen wurde, oder so etwas, aber größtenteils sterben Soldaten.“ Im Grunde sehen wir, dass sich Trumps prorussische und völlig unrealistische Rhetorik nicht verändert. Aber Trump glaubt wahrscheinlich, dass er auf diese Weise Druck auf Zelensky ausübt, damit Zelensky gerade die russischen Friedensbedingungen akzeptiert, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt.
Und es entsteht der Eindruck, dass selbst in der Trump-Regierung bereits erkannt wird, wie gefährlich das für die Republikaner ist und wie sehr es ihre Positionen untergräbt. Deshalb sprach der amerikanische Außenminister Marco Rubio heute mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky und gab anschließend ein Interview, in dem er betonte: „Alles, was das Verteidigungsministerium in Bezug auf die Ukraine getan hat, hat sich nicht verändert, es bleibt unverändert. PURL, das Programm, bei dem Waffen an die Europäer verkauft werden und diese sie an die Ukraine weitergeben, bleibt unverändert. Der Austausch von Geheimdienstinformationen bleibt bestehen. Trump hat eindeutig erklärt, dass er keinerlei Anordnungen erteilt hat, diese Hilfe einzustellen. Nichts hat sich verändert, überhaupt nichts. Ich sehe Berichte über Veränderungen, aber das entspricht nicht der Wirklichkeit, das ist nicht wahr.“
Da haben Sie es. Eine ziemlich einfache Geschichte. „Der Ukraine wird nichts absichtlich vorenthalten. Wenn es um Patriots geht, handelt es sich einfach um eine Abwägung zwischen den Verpflichtungen gegenüber unseren Partnern und, offen gesagt, unseren eigenen Standards und Anforderungen an die Bestände.“ Und all das sagt Rubio. Während Trump erneut betont, wie es seiner Meinung nach sein sollte.
Was geschieht tatsächlich aus der Sicht der ukrainischen Position? Im Grunde befindet sich Trump in einer politischen Umklammerung. Er nähert sich den Zwischenwahlen. Und mit jedem neuen Tag sinken die Umfragewerte der Republikaner, während die der Demokraten steigen. Dabei geht es bereits nicht mehr nur um das Repräsentantenhaus, sondern auch um den Senat. Trump versteht sehr gut, dass Untersuchungen seiner Tätigkeit für ihn, seine Familienmitglieder und sein engstes Umfeld katastrophal sein könnten. Gerade deshalb können Menschen wie Rubio oder Vance, die wissen, dass sie davon nicht betroffen sein werden, es sich leisten, von Trumps Linie abzuweichen und den amerikanischen Präsidenten schon heute beinahe in seinem eigenen Schmutz zu ertränken. Stellen wir uns vor, wie sie sich morgen verhalten werden.
Trump muss etwas unternehmen. Sie könnten fragen: Was? Das ist eine gute Frage. Nun, er würde gerne die Kraftstoffpreise senken und demonstrieren, dass er ein Friedensstifter ist.
Im Nahen Osten wird das alles nicht gelingen. Dort lohnt es sich derzeit überhaupt nicht, über irgendetwas nachzudenken, zumal auch in Israel selbst jetzt, würde ich sagen, richtungsweisende Parlamentswahlen anstehen. Und Trump könnte noch befürchten, dass er Benjamin Netanjahu als Partner verliert und der nächste israelische Ministerpräsident bestimmte Bedrohungen völlig anders beurteilen könnte.
Also muss zumindest der Krieg gegen die Ukraine beendet werden. Das würde wiederum ermöglichen, die Sanktionen gegen die Russische Föderation aufzuheben, ihr Öl und ihre Erdölprodukte auf den legalen Markt zu bringen und damit die Belastung zu verringern, unter der dieser Markt aufgrund der faktischen Kontrolle Irans über die Straße von Hormus steht. Und dabei wird es sich, wie Sie verstehen, nicht mehr um die 300.000 Tonnen Kraftstoff handeln, über die Putin sich kürzlich mit Trump geeinigt hat.
Auf wen kann Donald Trump in dieser Situation Druck ausüben? Wirkliche Möglichkeiten, Druck auf Russland auszuüben, die Russland zur Beendigung des Krieges zwingen würden, hat der Präsident der Vereinigten Staaten nicht besonders viele, wie ich seit den Wahlen von 2024 immer wieder gesagt habe. Wenn wir die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation sowie ihre Energie- und militärisch-industrielle Infrastruktur zerstören, üben wir auf Russland tatsächlich einen viel größeren Einfluss aus als alle amerikanischen Sanktionen zusammengenommen. Denn Russland pfeift auf diese Sanktionen, solange es sein Öl und Gas nach China und Indien verkaufen kann. Wenn wir aber ihre Häfen bombardieren und sie kein Öl mehr exportieren können, wenn sie ihre Bohrlöcher stilllegen müssen, wenn sie ihre Ölraffinerien lange reparieren müssen, dann ist das tatsächlich ein Problem.
Wer bleibt also in dieser Situation übrig, auf den Trump Druck ausüben kann? Die Ukraine. Trumps gesamte Rhetorik richtet sich an uns. „Los, kapituliert.“ Aber hier müsste man eine andere Frage stellen: Wie sehr brauchen der Präsident der Russischen Föderation, der russische Staat, die russische Armee und auch das russische Volk unsere Kapitulation? Ich werde nicht müde, immer wieder daran zu erinnern, dass wir nicht zwischen Widerstand und Kapitulation wählen, sondern zwischen Widerstand und Vernichtung. Vernichtung ist keine Kapitulation. Sie bedeutet Vertreibung und Tod. Mögen die Scharen russischer Bots und ukrainischer nützlicher Idioten, von denen es auf ukrainischem Boden schon immer reichlich gab, versuchen, Sie von etwas anderem zu überzeugen. Aber Sie müssen sich das für Ihr ganzes Leben merken.
Die Situation ist also die, dass Trump zur Kapitulation der Ukraine bereit ist, nicht aber zu ihrer Vernichtung, denn diese würde ihm keinerlei Vorteile bringen. Was bedeutet die Kapitulation der Ukraine aus Trumps Sicht? Die Übergabe der Kontrolle über die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie die Krim an Russland und die Anerkennung dieser Kontrolle. Die Anerkennung der russischen Souveränität über die Krim durch die Vereinigten Staaten. Trump scheut sich nicht, das zu sagen. Er sagt: „Putin wird dort einen gewissen Teil des Eigentums bekommen, das er erobert hat.“
Dazu gehört ein neutraler Status der Ukraine. Sowohl Trump als auch sein Vizepräsident JD Vance, der sich anscheinend bereits darauf vorbereitet, Trumps Platz sogar ohne Wahlen einzunehmen, sagen, dass sie nicht sicher seien, ob die Ukraine NATO-Mitglied sein sollte. Obwohl wiederum aus Sicht der formalen Logik völlig unverständlich ist, von welchen Garantien auf dem Niveau von Artikel 5 hier überhaupt noch die Rede sein kann.
Es geht um Neutralität, um die russische Sprache und die russische Kirche und um russischen Einfluss in der Ukraine. Selbst trotz dieses grausamen Krieges glaubt Trump, Zelensky müsse eine solche Kapitulation akzeptieren und die Ukrainer müssten ihr zustimmen, unter der Drohung, dass die amerikanische Unterstützung endgültig eingestellt wird.
Wir können darüber sprechen, dass ein solcher Zustand für die Ukrainer unangemessen und inakzeptabel wäre. Aber jetzt geht es nicht um die Ukrainer, die für Trump in dieser Geschichte keine eigenständigen Akteure sind. Es geht um den Menschen, den er als Akteur betrachtet. Das ist Putin. Und nun stellt sich die Frage: Braucht Putin die ukrainische Kapitulation? Nein. Putin braucht die Vernichtung der Ukraine.
Denn diese langjährigen Bemühungen dauern, wie ich Sie erinnern möchte, nicht einmal nur viereinhalb Jahre, sondern zwölf Jahre. Und nicht einmal zwölf Jahre, sondern 26 Jahre von Putins Herrschaft. Denn Putin begann buchstäblich vom ersten Tag seiner Amtszeit als Präsident der Russischen Föderation an, sich mit der Vernichtung der Ukraine zu beschäftigen.
Erinnern Sie sich: Koltschuga, Tusla, der Maidan von 2004 und der Versuch, Janukowytsch auf den Präsidentensessel zu setzen. Die Revanche von 2010. Das Jahr 2013. Die Absage an die europäische Assoziierung. Die Annexion der Krim 2014. Der Krieg im Donbas. Die Diskreditierung der Regierung nach dem Maidan und die direkte Beteiligung Putins und Russlands am politischen Prozess von 2019, als sie alles Mögliche unternahmen, um eine Revanche zu erreichen, und verloren. Das alles war Putin während dieser 26 Jahre.
Die Umgehungsgaspipelines, deren Bau Putin Alexej Miller buchstäblich vom ersten Tag an auftrug, als dieser Vorstandsvorsitzender von Gazprom wurde. Nord Stream 1, Turkish Stream, Nord Stream 2 – das alles diente der Eroberung der Ukraine. Denn diese Gaspipelines sollten Russland niemals Gewinne bringen. Sie wurden gerade dafür gebraucht, um sich später rücksichtslos in ukrainische Angelegenheiten einzumischen und der Ukraine den Verzicht auf ihre Staatlichkeit zu diktieren.
Und nun sagt man Putin nach 26 Jahren solcher Bemühungen und Niederlagen, sowohl 2004 als auch 2014 und im Grunde auch 2019: „Gut. Nimm dir die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja zusammen mit der Krim und verschwinde wieder in deine Höhle.“
Nun, das ist eine Beleidigung, das ist einfach eine Verhöhnung durch einen alten Mann aus Washington. Der obendrein bereits seinen Einfluss verliert und in zwei Jahren nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten sein wird. Auf wen hören wir da? Was will er überhaupt?
Deshalb glaube ich, dass Zelensky all diesem Unsinn gegenüber Respekt gezeigt hat. Er hörte Witkoff zu. Er sagte, dass die Ukraine bereit sei, ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Russischen Föderation einzustellen, falls Russland aufhöre, die Energieinfrastruktur der Ukraine anzugreifen. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor?
Morgen wird Witkoff zu Putin reisen, sich mit ihm in Sankt Petersburg treffen, und Putin wird diesen Plänen der amerikanischen Regierung erneut nicht zustimmen. Was wird dann tatsächlich geschehen? Wie wird Trump sich verhalten? Wie werden sich die Vereinigten Staaten verhalten? Nun, das ist eine gute Frage.
Mir scheint, die wichtigste Frage ist nicht, ob es Witkoff gelingen wird, mit Putin Frieden zu vereinbaren. Ich glaube, diese Idee muss man sich als Hirngespinst aus dem Kopf schlagen, denn Putin will keinen Frieden. Mir scheint, man sollte auch nicht darüber diskutieren, ob Witkoff mit Putin über die Kapitulation der Ukraine sprechen kann. Auch diese Idee muss man als Hirngespinst verwerfen. Nicht einmal deshalb, weil wir heute eine solche Kapitulation nicht wollen, sondern weil der Präsident der Russischen Föderation, sein Volk und seine Armee sie nicht brauchen.
Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, zu verstehen, wie Trump handeln wird, wenn Putin ihn erneut zum Teufel schickt. Das ist das Interessanteste. Und Trump hat sich mit seinem Druck auf die Ukraine bereits richtig in Fahrt gebracht. Wird er diesen Druck einstellen? Wird er aufhören, all den erstaunlichen Unsinn zu erzählen, den er erzählt? Oder wird er weitermachen? Das ist das Interessanteste, was man in dieser Situation verstehen muss.
Denn Witkoff trifft sich mit Putin, und Putin sagt: „Nein, das ist für uns inakzeptabel.“ Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, hat bereits gesagt, dass Russland keinerlei Zugeständnisse machen werde. Keine. Sie sind absolut davon überzeugt, dass sie die Vernichtung der Ukraine erreichen und unser Territorium in ein Gebiet verwandeln werden, das für unser Leben ungeeignet, aber für das Leben russischer Siedler geeignet ist, die bereits ihre Koffer packen.
Das ist die Frage: Was geschieht danach? Denn wenn Zelensky Trump zustimmt, dass es Friedensbedingungen gibt, dass die Amerikaner diese vorschlagen und wir sie akzeptieren, dass wir zu diesem, jenem und noch anderem bereit sind, während die Russen zu überhaupt nichts bereit sind – was macht Trump dann?
Wenn er sieht, dass Putin ihn vor dem 3. November erneut durch den Dreck gezogen hat. Ihn gründlich durch den Dreck gezogen hat. Wird er dann einsehen, dass er der Ukraine doch die Patriots geben muss, die Pete Hegseth derzeit vor uns zurückhält? Natürlich nicht aus eigenem Antrieb. Wir verstehen, dass Hegseth in seinem Leben keinerlei selbstständige Entscheidungen trifft, dass das alles Trump ist.
Oder werden wir vielleicht Tomahawks bekommen? Oder wird man uns vielleicht dabei helfen, die russische Energiewirtschaft und Wirtschaft so gründlich zu zerstören, dass von ihr nichts mehr übrig bleibt, wenn Putin Trump schon auslacht? Oder wird Trump weiter auf Putin hoffen? Welchen Sinn hätte es noch, auf ihn zu hoffen?
Man muss verstehen, dass Trump nach dem 3. November, selbst bevor der neue Kongress seine Arbeit aufnimmt, nicht mehr viel Zeit dafür haben wird, Putin zu helfen. Selbst der dann noch amtierende Kongress, der sogenannte Lame-Duck-Kongress, in der Zeit von November 2026 bis Januar 2027, könnte sich bereits gegen Trump stellen.
Denn dort werden Republikaner sitzen, die verstehen, dass er ihnen nur Probleme bereitet, und die nicht wieder in den Kongress gewählt wurden. Wenn sie den Kongress verlassen müssen, werden sie wissen, dass sie nicht mehr von Trump abhängig sind. Sie können Gesetzentwürfe verabschieden, die im Grunde allen Absichten des amerikanischen Präsidenten widersprechen, auch denen im Zusammenhang mit den russisch-amerikanischen Beziehungen.
Einige Republikaner im Repräsentantenhaus verbergen ihre kämpferische Haltung nicht. Das ist, wie Sie verstehen, der interessanteste Punkt. Was wird geschehen, nachdem Putin erneut sämtliche Vorschläge Trumps zurückgewiesen hat? Das interessiert mich mehr.
Aus logischer Sicht müsste Putin Trump zumindest für eine gewisse Zeit etwas geben, das Trump als seinen Erfolg präsentieren könnte. Nun, beispielsweise könnte es um einen Energiewaffenstillstand gehen. Was verliert Putin im Grunde durch einen Energiewaffenstillstand? Eigentlich verliert er nichts, wenn man es genau betrachtet.
Nun, dann greift er drei oder vier Wochen lang die ukrainische Energieinfrastruktur nicht an. Aber auch die Ukraine wird seine Energieanlagen nicht angreifen und ihm dadurch ermöglichen, die Reparaturen zu beschleunigen und die Menge des exportierten Kraftstoffs zu erhöhen, der für die Fortsetzung des Krieges auch in den kommenden Jahren gebraucht wird. Und Trump wird als Friedensstifter dastehen.
Nach dem 3. November, nach dem 10., gut, kann man das alles wieder aufnehmen und die Ukraine beschuldigen, den Energiewaffenstillstand gebrochen zu haben. Putin beherrscht das alles.
Die Frage ist, wie weit er zu all dem bereit sein wird. Denn es gibt die Logik der Politik, und es gibt die Logik von Putins Verhalten. Er könnte der Ansicht sein, dass er Trump bereits einmal ausgenutzt hat und ihn nicht mehr braucht. Und deshalb könnte er die Gefühle seines amerikanischen Kollegen völlig ignorieren.
Und er wird nichts tun, was zeigen würde, dass Trump in dieser Angelegenheit wenigstens irgendeinen Erfolg erzielen konnte. Er wird weder als Friedensstifter dastehen, noch werden die Kraftstoffpreise sinken. Und es wird ihm schwerfallen, Zelensky die Schuld zu geben, der allen amerikanischen Vorschlägen zustimmen wird, statt Putin, der keinem dieser amerikanischen Vorschläge zustimmen wird.
Nun, im Grunde muss man sagen, dass die Teilnehmer dieser Pressekonferenz mit Zelensky, wie Sie verstehen, sehr vorsichtig waren. Der finnische Präsident sagte: „Nun ja, wir haben bestimmte Rahmenbedingungen für einen Frieden besprochen, wir werden sehr vorsichtig sein.“
Und dass Witkoff, genau das ist es, wovon ich spreche, „Putin einen Plan für einen teilweisen Waffenstillstand vorschlagen wird, der den Schutz der Energie- und Nahrungsmittelinfrastruktur vorsieht“. Also etwas, dem Putin bereits mehrfach nicht zugestimmt hat.
Ich erinnere Sie daran, dass er die Idee eines Energiewaffenstillstands als absurd bezeichnet hat. Nun stellt sich auch die Frage, inwieweit ihm diese Idee jetzt nicht mehr absurd erscheinen wird. Das ist doch die wichtigste Frage.
Jedenfalls sagt der finnische Präsident, dass die Verhandlungen zwischen Zelensky und Trumps Gesandten gut und konstruktiv gewesen seien. Niemand will sich also mit dem amerikanischen Präsidenten streiten. Alle sprechen von Fortschritten.
Übrigens könnte gerade jetzt noch ein weiteres Treffen stattfinden. Ein Treffen von Vertretern der Ukraine, Norwegens und Finnlands mit den nationalen Sicherheitsberatern der Europäischen Union, der NATO, Großbritanniens, Deutschlands und Italiens.
Das heißt, auf unserer Ebene, sagen wir, auf der Ebene der Ukraine und des Westens, gibt es Fortschritte. Auf russischer Ebene bleibt alles beim Alten. „Wir sind bereit, Ihnen zuzuhören, aber wir haben nicht die Absicht, politische Zugeständnisse zu machen“, sagt Lawrow.
Wie soll ein solcher Verhandlungsprozess überhaupt funktionieren? Nun, im Grunde müssen wir nicht lange warten. Man kann alles Mögliche tun, um Russland in der Ukraine zu entlarven, um zu zeigen, dass Putin nichts will, um Trump dazu zu bringen, unsere Unterstützung zu verstärken, weil es keine andere Alternative gibt.
Und dann kann man durch Druck auf Russland, auch durch militärischen Druck, Putin zum Abschluss eines wirklichen Friedens zwingen. Das ist die Logik der Situation, die mir am wichtigsten erscheint.
Und man sollte nicht glauben, dass in Russland alles so wunderbar läuft. Eine Nachricht, die buchstäblich in den letzten Minuten erschienen ist und auf die ich an Ihrer Stelle, liebe Freunde, aufmerksam achten würde: Russland hat angesichts des wachsenden staatlichen Haushaltsdefizits die größte Verkaufsaktion von Gold aus den staatlichen Reserven seit 1998 durchgeführt. Das sind Informationen der Zentralbank der Russischen Föderation. Im September verringerte sich der russische Goldbestand um weitere sechs Tonnen. Seit Dezember 2025 hat Russland etwa 62 Tonnen Gold verkauft. Der Gesamtumfang der Reserven sank auf den niedrigsten Stand seit Ende 2019. Die Verkäufe hängen mit der Verwendung von Mitteln des Nationalen Wohlstandsfonds zur Deckung des Haushaltsdefizits zusammen, das 2026 7,3 Billionen russische Rubel erreichen wird.
Wenn wir also sagen, Putin würde diesen Krieg gerne möglichst schnell beenden, dann sind wir der Wahrheit sehr nahe. Er könnte diesen Krieg tatsächlich gerne schneller beenden wollen. Nur besteht seine Vorstellung von einem Kriegsende darin, dass es ihm gelingt, die Ukraine schnell zu vernichten und uns schnell dazu zu zwingen, ihm unser eigenes Territorium, unser eigenes Zuhause, unser eigenes Land zu überlassen. Ihm und seinen Anhängern aus Russland.
Das ist die ganze Situation, die sich jetzt rund um dieses Treffen entwickelt. Noch einmal: Diese Situation ist nicht abgeschlossen, denn morgen werden wir über die Ergebnisse von Witkoffs Aufenthalt in Russland sprechen können. Obwohl, wie wir wissen, in der Regel keinerlei wirkliche Ergebnisse veröffentlicht werden, nachdem Witkoff sich mit Putin getroffen hat. Zumindest ist das bisher kein einziges Mal geschehen.
Und es ist klar, dass wir bis zum 3. November weiter in einer Welt unsinniger Äußerungen Trumps leben werden. Hier ist wieder eine Erklärung, die er abgegeben hat: „Ich glaube nicht, dass Zelenskys Volk das noch länger hinnehmen wird. Er muss eine Vereinbarung schließen. Zelensky hätte bereits im März 2025 eine vorteilhafte Vereinbarung schließen können. Damals hätte er viel bessere Bedingungen aushandeln können als diejenigen, mit denen er heute rechnen kann.“
„Sie erinnern sich doch, dass im März 2025 überhaupt alle Voraussetzungen für den Abschluss einer russisch-ukrainischen Vereinbarung bestanden und Putin damit einverstanden war“. Das ist reine Mythologie, aber Trump hält an dieser Mythologie fest.
Und dass er sagt, Zelenskys Volk werde das nicht hinnehmen, ist genau dieselbe russische Propaganda, die sich derzeit in den sozialen Netzwerken ausbreitet. Es sind genau dieselben berühmten Yandex-Bots und ukrainischen nützlichen Idioten, die sagen: „Man muss den Krieg unter allen Bedingungen beenden. Aber die ukrainische Regierung will ihn nicht beenden.“
Das heißt, die Geschichte mit der russischen Propaganda von 2019 wiederholt sich. Sie geben nicht einmal Geld für irgendwelche anderen Narrative aus. Sie haben lediglich gelernt, sich mithilfe künstlicher Intelligenz auf Ukrainisch auszudrücken. Und das ist im Grunde alles.
Das Einzige, was noch geschehen könnte, ist, dass Witkoff den Amerikaner Hubbard aus Moskau mitbringt, den russische Soldaten gefangen genommen haben, einen Amerikaner, der auf der Seite der Ukraine gekämpft hat. Vielleicht könnte das zu einem wirklichen Ergebnis werden. Es handelt sich um einen sehr alten Menschen, er ist 72 Jahre alt. Und natürlich ist die Freilassung jedes Amerikaners, der auf der Seite der Ukraine gekämpft hat oder sich überhaupt in einem russischen Gefängnis befindet, für Trump vor den Wahlen ein wichtiger Punkt.
Das ist eine erste Skizze dieses erneuten, würde ich sagen, Verhandlungsprozesses zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine, nicht zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten.
Ich werde auf einige der Fragen antworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden, natürlich nur auf einige davon.
Frage: Warum ist Witkoff Ihrer Meinung nach nicht gemeinsam mit den Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Norwegens und Finnlands zur Pressekonferenz erschienen?
Portnikov: Nun, offensichtlich, weil er nach Sankt Petersburg geflogen ist. Vielleicht hat er einen solchen Zeitplan. Und außerdem glaube ich, dass Witkoff unangenehme Fragen vermeiden wollte. Er könnte aus jener Pressekonferenz, an der er in Kyiv teilgenommen hat, seine Schlüsse gezogen haben, als ihm und Kushner sehr unangenehme Fragen gestellt wurden. Nach einer solchen kalten Dusche möchte man diesen Journalisten nicht noch einmal begegnen. Er ist schließlich nicht Trump, der auf jede Frage reagiert.
Frage: Erklären Sie, welchen Sinn all diese Verhandlungen haben, wenn doch offensichtlich ist, auf wessen Seite Trump steht. Er hat seine Maske fallen lassen, das haben Sie selbst gesagt. Was diskutieren wir hier überhaupt, worauf hoffen wir?
Portnikov: Nun, ich versuche doch schon seit 30 Minuten, das zu erklären. Erstens unterstützen die Vereinigten Staaten die Ukraine weiterhin mit Geheimdienstinformationen und Starlink, und wir sprechen weiterhin über Patriots.
Welche ideologischen Bewertungen wir auch immer über die Tätigkeit des Präsidenten der Vereinigten Staaten abgeben, er muss trotzdem die amerikanische öffentliche Meinung berücksichtigen.
Donald Trump steht seit dem ersten Tag seiner politischen Karriere auf Putins Seite. Aus der Sicht von Verschwörungstheorien, dass er dort angeworben worden sei, oder aus der Sicht dessen, worüber ich kürzlich gesprochen habe, dass er einfach ideologische Gemeinsamkeiten mit dem Präsidenten der Russischen Föderation hat.
Dass wir eine Welt erleben, in der ultrarechte Politiker bald mit ultralinken konkurrieren werden, eine Welt Adolf Hitlers und Josef Stalins, gewissermaßen ins 21. Jahrhundert übertragen.
Aber das bedeutet nicht, dass wir außer Acht lassen dürfen, dass die Vereinigten Staaten uns weiterhin wichtige Unterstützung leisten, die wir nicht zurückweisen sollten. Deshalb führen wir Verhandlungen mit Witkoff, um Trump keinen Anlass zu geben, uns die Unterstützung zu verweigern.
Wir können ganz ruhig über alles Mögliche sprechen, in dem Wissen, dass die Russische Föderation in den nächsten schweren Jahren nicht einmal daran denken wird, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Eine solche Perspektive existiert nicht.
Es sei denn, es gelingt uns, die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Russischen Föderation durch die Bombardierung ihres terroristischen Territoriums – oh, das klingt gut – so weit zu verringern, dass sie zum Frieden bereit sein wird.
Aber glauben Sie mir, wenn die Russen zum Frieden bereit sind, brauchen sie weder irgendwelche Trumps noch irgendwelche Witkoffs.
Frage: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die USA genug Verstand aufbringen, um Trump nicht zu erlauben, einen Bürgerkrieg zu entfachen?
Portnikov: Ich glaube, dass die Stärke der amerikanischen Institutionen derzeit realer ist als die Popularität Donald Trumps. Deshalb glaube ich nicht, dass es einfach so in einem Bürgerkrieg enden würde, wenn Trump beschließen sollte, die Ergebnisse der Kongresswahlen nicht anzuerkennen. Und ich glaube auch nicht, dass er überhaupt so weit gehen wird. Absichten mag es geben, Möglichkeiten gibt es nicht.
Frage: Was die Vereinigten Staaten betrifft: Warum stellen die Demokraten Ihrer Meinung nach bei Wahlen extrem linke Kandidaten auf, und das auch noch in roten Bundesstaaten, wo sie wahrscheinlich nicht gewinnen werden?
Portnikov: Nun, vielleicht stellen sie sie gerade deshalb in roten Bundesstaaten auf, wo sie nicht auf einen Sieg hoffen. Aus dem einfachen Grund, dass sie, ich würde sagen, eine Alternative zu den Alternativen zeigen wollen.
Und auch innerhalb der Demokratischen Partei verstärken sich linksradikale Stimmungen. Das ist ein völlig normales Ergebnis der Reaktion auf die Verstärkung rechtsradikaler Stimmungen in der Republikanischen Partei.
Den linksradikalen Strömungen gehört in den Vereinigten Staaten überhaupt die politische Zukunft. Denn Menschen, die bereit sind, für Rechtsradikale zu stimmen, können jederzeit für Linksradikale stimmen. So ist die menschliche Psychologie nun einmal beschaffen.
Ein roter Bundesstaat wird gerade dann blau werden, wenn ein Wähler eines rechtsradikalen Senators oder Kongressabgeordneten eine linksradikale Alternative sieht.
Ich möchte Sie daran erinnern, dass Tucker Carlson einen linksradikalen demokratischen Kandidaten im Bundesstaat Michigan unterstützt. Und er sagt, dessen Programm sei der wahre Trump, während der heutige Trump nicht der wahre Trump sei.
Nun, da haben Sie die Antwort auf Ihre Frage. Wer bereit ist, für einen Ultrarechten zu stimmen, wird irgendwann zwangsläufig auch für einen Ultralinken stimmen. Das wird aus wahlstrategischer Sicht völlig richtig gemacht.
Frage: Wie viele zusätzliche Jahre hat Trump Russland durch seine Ideen ermöglicht, den Krieg fortzusetzen?
Portnikov: Ich glaube, gar keine. Denn alles hängt von der Menge der russischen Ressourcen ab. Trump hat keine der Sanktionen gegen die Russische Föderation aufgehoben, die sein Vorgänger eingeführt hatte. Das derzeitige Graham-Gesetz erlaubt es nicht, diese Sanktionen aufzuheben.
Wir haben von den Vereinigten Staaten Militärhilfe erhalten. Natürlich könnte man annehmen, dass unser Widerstand gegen die russische Offensive wirksamer gewesen wäre, wenn wir mehr Militärhilfe bekommen hätten. Aber wie Sie sehen, konzentriert sich Putin nicht besonders auf die Offensive seiner Armee. Er konzentriert sich auf die Vernichtung des Hinterlands.
Und hier verstehen wir sehr gut, dass alles davon abhängt, wie viel Geld Putin hat, um das ukrainische Territorium aus seiner Sicht bald in ein unbewohnbares Gebiet zu verwandeln.
Und dafür ist nicht Trump entscheidend, sondern China. Trump kann aber den Wirtschaftskrieg gegen China nicht gewinnen, wie wir aufgrund der kritischen Abhängigkeit der amerikanischen Wirtschaft von eben jenen chinesischen Seltenen Erden und so weiter gesehen haben.
Deshalb würde ich das alles nicht auf diese Weise in Jahren messen. Auch hier müssen wir realistisch sein.
Frage: Werden wir in den nächsten etwa 50 Jahren einen Sieg der Demokratie und der Menschen guten Willens in der westlichen Welt über die ultrarechten und ultralinken Feinde eben dieser Demokratie erleben?
Portnikov: Ich bin mir nicht sicher. Ich halte es für möglich, dass 50 Jahre sehr viele unterschiedliche Ereignisse umfassen können. Große Kriege, einen Sieg ultralinker Kräfte, was absolut realistisch ist, wenn ultrarechte Kräfte stärker werden, und neue Krisen.
Aber die menschliche Zivilisation sieht nicht vor, dass irgendjemand dauerhaft über irgendjemanden siegt. Die menschliche Zivilisation selbst ist Vielfalt. Vielfalt bedeutet, dass der Radikalismus der Mäßigung weicht, die Mäßigung dem Radikalismus weicht und der Frieden dem Krieg weicht. So wird die Menschheit in den nächsten Jahrhunderten leben.
Denn jetzt befinden wir uns gerade in der Zeit vor einem großen Krieg und danach vor einer Phase der Ruhe nach diesem großen Krieg. Wir sind einfach in eine solche unglaubliche Epoche geraten.
Das ist normal, das geschieht in der Geschichte der Menschheit alle 80 bis 90 Jahre auf verschiedenen Kontinenten. Wenn Sie also nicht wollen, dass eines Tages auf der Erde nur noch künstliche Intelligenz existiert und keine Menschen mehr, müssen Sie akzeptieren, dass die Zivilisation komplexer ist, als wir sie uns vorstellen möchten. Daran lässt sich nichts ändern. Das ist die Logik der Geschichte.
Frage: Glauben Sie, dass Trump nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten seine Rhetorik gegenüber der Ukraine mäßigen wird?
Portnikov: Ich glaube, dass er sie mäßigen wird. Denn dann wird er sie nicht mehr besonders brauchen. Und außerdem glaube ich generell, dass Trump nach den Wahlen, besonders wenn der neue Kongress seine Arbeit aufnimmt, weder für die Ukraine noch für den Nahen Osten Zeit haben wird.
Er wird eine Million innenpolitischer Probleme lösen müssen, die mit Russland, mit Untersuchungen und mit irgendwelchen Dingen zusammenhängen, die ans Licht kommen werden, irgendwelchen Sensationen. Wir wissen nicht einmal, was. Wir können uns nicht einmal vorstellen, wovon wir erfahren könnten.
Trump spricht jetzt so energisch über die Ukraine, weil er sich erlaubt hat zu glauben, dass er bis zum 3. November ein Ergebnis erzielen wird oder zumindest bis zu dem trilateralen Treffen in Shenzhen, das möglicherweise gar nicht stattfindet.
Aber Sie haben doch gesehen, dass er schon lange nicht mehr mit einer solchen Rhetorik aufgetreten ist. Er ist wieder in den Zustand zurückgekehrt, in dem er sich 2025 befand. Deshalb bin ich nicht sicher, dass er das fortsetzen wird.
Aber ich sage noch einmal: Ich rate Ihnen, sich daran zu erinnern, dass wir uns aufgrund dieser amerikanischen Zwischenwahlen in einer Welt völliger Turbulenzen befinden.
Dass Trump angesichts ihrer möglichen Ergebnisse einfach entsetzt ist, dass er geradezu außer sich vor Wut ist, das sehen wir. Er ähnelt nicht mehr jenem selbstsicheren Trump, den wir früher gesehen haben, denn er beantwortet Fragen zur Ukraine nicht besonders sicher, er verheddert sich. Das heißt, er hat Probleme. Und das alles ist verständlich.
Frage: Welche Ereignisse werden Ende 2029 stattfinden, und warum könnte der Krieg in der Ukraine dann enden?
Portnikov: Ich verstehe nicht, warum Sie glauben, dass der Krieg in der Ukraine Ende 2029 enden müsse.
Ich sage immer wieder etwas Wichtiges. Vor den Wahlen in den Vereinigten Staaten 2028 und nach den Wahlen, wenn er den Sieger kennt, kann Präsident Putin entscheiden, was er mit dem russisch-ukrainischen Krieg weiter tun soll, falls dieser Krieg bis dahin nicht beendet ist.
Er wird den Namen des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten kennen. Er wird wissen, wie dieser Präsident zu Russland und zum russisch-ukrainischen Krieg steht. Er kann darüber nachdenken, ob es, wenn man diesen Krieg grundsätzlich aussetzen will, sinnvoller ist, ihn mit Trump auszusetzen, der offensichtlich sein Sympathisant ist, oder ob er sich ein solches Geschenk für den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten aufheben sollte.
Oder ob er davon ausgehen sollte, dass auch der neue Präsident der Vereinigten Staaten nichts ändern wird und man deshalb auch ihn überdauern kann, so wie „wir hier im Kreml schon viele amerikanische Präsidenten überdauert haben“. Denn „wir sind hier für immer, wir sind schließlich Putin, und sie sind nur für vier Jahre da“.
Ich habe lediglich gesagt, dass 2028 eine neue Phase der Überlegungen darüber beginnen könnte, wie der russisch-ukrainische Krieg fortgesetzt werden soll. Bis 2028 weiß Putin aber bereits, wie er sich verhalten soll. Für ihn gibt es nichts Unbekanntes. Er kann ganz ruhig bis 2028 Krieg führen, ohne auch nur seine Herangehensweise an das Geschehen zu korrigieren.
Wenn wir wollen, dass das früher endet, haben wir nur ein einziges Instrument, um die Situation in den kommenden Kriegsjahren zu beeinflussen: die Zerstörung des russischen Energie- und Wirtschaftspotenzials.
Niemand hat jemals ohne Geld Krieg geführt. Wenn Russland kein Geld mehr hat, wenn es kein Öl mehr verkaufen kann, wenn es keine Waffen mehr produzieren kann, könnte beim Präsidenten der Russischen Föderation der Wunsch entstehen, den Krieg früher auszusetzen, ohne auf irgendwelche amerikanischen Wahlen zu warten. Das ist eine völlig logische Sache.
Frage: Könnte Putin Trump nicht versprochen haben, den Republikanern zu helfen und sich in die Wahlen in Amerika einzumischen?
Portnikov: Ich glaube nicht, dass die Russische Föderation, zumal gerade jetzt, sich so in die Wahlen in Amerika einmischen kann, dass sie deren Ergebnis beeinflussen könnte.
Natürlich könnte Putin Trump alles Mögliche versprochen haben. Aber das Ausmaß der Einmischung …
Übrigens wurde bei dem jüngsten Referendum in der kanadischen Provinz Alberta die Frage gestellt, ob ihre Bewohner bereit wären, der Durchführung eines Referendums über die Unabhängigkeit Albertas zuzustimmen.
Und wie Sie wissen, haben die Befürworter der Unabhängigkeit gegen diejenigen, die wollen, dass Alberta zu Kanada gehört, eine vernichtende Niederlage erlitten. Die Menschen wollen nicht einmal ein Referendum darüber abhalten. Nun, nach unseren Angriffen auf die Rechenzentren von Yandex ging die Zahl der Bots, die für die Unabhängigkeit Albertas eintraten, um ein Vielfaches zurück.
Das heißt, es stellte sich heraus, dass die Russen Botfarmen nicht nur in der Ukraine unterhalten, wo Sie sehen, welches Ausmaß ihre Tätigkeit hat, und nicht nur im Nahen Osten, wo der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, dass die Aktivität antiisraelischer Bots in den weltweiten sozialen Netzwerken nach den Angriffen auf Yandex um 60 Prozent zurückgegangen sei. Sie tun das auch in Nordamerika. Und stellen Sie sich vor: Wenn sie Bots unterstützen, die für den Zusammenbruch der kanadischen Staatlichkeit und die Abspaltung Albertas eintreten, dann stellen Sie sich ihre tatsächliche mögliche Rolle in den Wahlkämpfen der Vereinigten Staaten vor.
Sie tun das ohnehin bereits. Aber ihre Aufgabe besteht nicht darin, Trump und den Republikanern zu helfen. Ihre Aufgabe, und daran müssen wir uns immer erinnern, besteht darin, die Vereinigten Staaten zu destabilisieren. Putin ist kein Verbündeter Donald Trumps. Putin ist ein Mensch, der den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, als Instrument benutzt, als eine Art Werkzeug, um die Stabilität der Welt aufzubrechen.
Und Trump zu helfen, interessiert ihn überhaupt nicht. Ihn interessiert gerade, dass Trump sich in seinen Beziehungen zum Kongress verheddert, dass er sich festfährt, dass er überhaupt nichts mehr unternehmen kann, was die Möglichkeiten und Handlungen der Russischen Föderation irgendwie beeinflussen könnte.
Genau das nutzt er aus. Nicht zum ersten Mal. Wie Sie sich erinnern, war Putins Haltung gegenüber Trump während dessen erster Amtszeit genau dieselbe. Was könnte sich jetzt verändert haben? Nun, praktisch nichts. Außer dass Putin außerdem will, dass man ihm im Krieg gegen die Ukraine freie Hand lässt.
Das hat übrigens sein Außenminister Sergej Lawrow während seines Auftritts bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen und auf seiner anschließenden Pressekonferenz in New York ganz klar gesagt, als er erklärte: „Wenn wir gute nachbarschaftliche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika wollen und darüber Vereinbarungen treffen wollen, müssen wir die Ukraine aus unseren bilateralen Beziehungen ausklammern.“
Und ich glaube, dass Putin Steve Witkoff morgen in Sankt Petersburg genau das erneut sagen wird, wenn das Treffen zwischen dem Präsidenten der Russischen Föderation und dem amerikanischen Vermittler stattfindet. Und ich glaube, dass wir morgen natürlich unbedingt über dieses Treffen, seine Ergebnisse und überhaupt über seine Hintergründe in unserer nächsten Sendung auf diesem Kanal sprechen werden.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Перемовини в Осло: підсумки | Віталій Портников. 20.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:20.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Durch die Berge, durch die Wälder fließt ein Bächlein, klar und klein, Früh am Morgen ruft der Himmel: „Sonne, wach auf, schenk uns Schein! Weck die Welt mit deinen Strahlen, lass die Heimat fröhlich sein, Singe Lieder voller Freude, stimm die guten Herzen ein!“
Refrain Wie bei uns in der Ukraine alle Felder prächtig blühen, So hört man in der Ukraine frohe Lieder weithin zieh’n! Glück und Freude soll hier wohnen, Lieder sollen stets erklingen, Denn bei uns in der Ukraine kann kein Fest sein ohne Singen!
Wie bei uns in der Ukraine alle Felder prächtig blühen, So hört man in der Ukraine frohe Lieder weithin zieh’n! Glück und Freude soll hier wohnen, Lieder sollen stets erklingen, Denn bei uns in der Ukraine kann kein Fest sein ohne Singen!
Fließt das Bächlein hin zum Meere, findet seinen Weg hinaus, Kleine, klare Wasserläufe stärken seinen schnellen Lauf. Durch die Heimat strömt das Wasser, schenkt den Feldern neues Grün, Alles lebt und alles jubelt – Erde, sing und lass es blüh'n!
Refrain Wie bei uns in der Ukraine alle Felder prächtig blühen, So hört man in der Ukraine frohe Lieder weithin zieh’n! Glück und Freude soll hier wohnen, Lieder sollen stets erklingen, Denn bei uns in der Ukraine kann kein Fest sein ohne Singen!
Wie bei uns in der Ukraine alle Felder prächtig blühen, So hört man in der Ukraine frohe Lieder weithin zieh’n! Glück und Freude soll hier wohnen, Lieder sollen stets erklingen, Denn bei uns in der Ukraine kann kein Fest sein ohne Singen!
Тече річка невеличка через гори, через гай Рано вранці небо кличе: "Вставай, сонце, вставай Розбуди усе навколо, хай почує рідний край Пісню гарну, серцю милу добрим людям співай!"
Приспів Як у нас на Україні всі лани квітучі Так у нас на Україні люди всі співучі Хай же щастя буде в домі і пісень багато Бо без пісні в Україні не буває свята! Як у нас на Україні всі лани квітучі Так у нас на Україні люди всі співучі Хай же щастя буде в домі і пісень багато Бо без пісні в Україні не буває свята!
Тече річка в синє море, прокладає собі путь І малі струмки прозорі сили їй додають По землі вода гуляє, напуває рідний край Все довкола оживає - спі́вай, земле, співа́й!
Приспів Як у нас на Україні всі лани квітучі Так у нас на Україні люди всі співучі Хай же щастя буде в домі і пісень багато Бо без пісні в Україні не буває свята! Як у нас на Україні всі лани квітучі Так у нас на Україні люди всі співучі Хай же щастя буде в домі і пісень багато Бо без пісні в Україні не буває свята!
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Lied Titel des Originals:Як у нас на Україні Autor:Kateryna Buzynska Veröffentlichung:2004 Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Lied-Sammlung Link zum Originaltext:
Original ansehen