Dmitrij Kisseljow wurde ausgemustert | Vitaly Portnikov. 06.09.2026.

Dmitrij Kisseljow hat den internen Konkurrenzkampf gegen andere Propagandisten verloren, nicht nur gegen Wladimir Solowjow, sondern auch gegen Jewgenij Popow, der nun die Sendung moderieren wird, die bislang Dmitrij Kisseljow zugerechnet wurde.

Der langjährige Veteran der russischen Propaganda selbst ist mit einer 26-minütigen Sendung zurückgeblieben, die man mit einiger Mühe als Autorenprojekt bezeichnen kann, doch in Wirklichkeit ist das lediglich das Vorspiel zu seiner endgültigen Ausmusterung. Sogar das Team von Dmitrij Kisseljow, das ihm jahrzehntelang dabei half, im russischen Fernsehen zu lügen, wird Jewgenij Popow durch wesentlich eifrigere und gefügigere Lügner ersetzen, die den aggressiveren und offensiveren Stil der russischen Propaganda der letzten Jahre besser verstehen. Einen Stil, in dem nichts mehr übrig geblieben ist, was auch nur entfernt an Journalismus erinnert.

Natürlich kann sich eine einfache Frage stellen: Womit ist Dmitrij Kisseljow denn in Ungnade gefallen? Man sollte doch meinen, er habe sich nach Kräften bemüht. Er ist der Urheber eines Großteils jener Aussprüche, die mit der Verwandlung des russischen Journalismus verbunden werden, der einst zumindest den Anschein von Professionalität zu erwecken versuchte, in offen propagandistischen Irrsinn.

Nehmen wir nur die „radioaktive Asche“. Das war schließlich nicht Solowjow, das war nicht Popow, das war Dmitrij Kisseljow – und zwar schon zu einer Zeit, als es noch so schien, als seien in der russischen Staatsführung Menschen übrig geblieben, die, wenn schon nicht zurechnungsfähig, so doch zumindest in der Lage waren, die Gefahr eines großen Krieges zu begreifen. Dmitrij Kisseljow aber bereitete die Gesellschaft bereits damals auf einen solchen Krieg vor, als Dmitrij Medwedew und Sergej Karaganow noch nicht miteinander darin wetteiferten, zum Einsatz von Atomwaffen aufzurufen.

Doch ein Mitläufer bleibt trotzdem immer ein Mitläufer. Die russischen Tschekisten hatten allen Grund, nicht an die Aufrichtigkeit von Dmitrij Kisseljows Absichten zu glauben. In den ersten Jahren der Herrschaft Wladimir Putins gab es für ihn im russischen Fernsehen gerade deshalb keinen Platz, weil er das Image einer Art proeuropäischen Liberalen pflegte, der von einer europäischen Zukunft seines Landes träumte und Reportagen über das Leben auf dem europäischen Kontinent drehte oder Diskussionssendungen organisierte, in denen ebenfalls viel über solche Themen gesprochen wurde.

Gerade weil das russische Fernsehen für Dmitrij Kisseljow verloren war, ging er nach Kyiv, um dort zu arbeiten. Und ich erinnere mich übrigens sehr gut an diese Zeit. Ich erinnere mich daran, wie Dmitrij Kisseljow, nachdem er gerade erst in der ukrainischen Hauptstadt angekommen war und sich auf Sendungen beim Fernsehsender ICTV vorbereitete, mit mir darüber sprach, dass auf diesem Sender auch eine Reihe seiner Europa gewidmeten Sendungen gezeigt werden müsse.

Er hatte diese Sendungen für das russische Publikum gedreht und versucht, seine Landsleute davon zu überzeugen, dass die Zukunft Russlands nur in Europa, nur in einem Bündnis mit dem Westen liege. Und selbstverständlich wollte er genau das auch dem ukrainischen Fernsehzuschauer sagen.

Als ich jedoch sagte, dass dies tatsächlich jener Entwicklungsrichtung entspreche, mit der die ukrainische Zukunft verbunden sei, und dass es gut wäre, wenn jeder ukrainische Fernsehzuschauer solche Sendungen sehen würde, antwortete er, mit dem Start des Projekts solle man besser warten, bis die Sendungen ins Ukrainische übersetzt worden seien. Denn er sei überzeugt, dass für die ukrainischen Bürger die europäische Entwicklungsperspektive mit der ukrainischen Sprache, mit der ukrainischen Kultur und mit der eigenen Geschichte verbunden sein müsse.

Da haben Sie noch eine Maske Dmitrij Kisseljows und noch eine seiner Erscheinungsformen, an die er sich heute selbstverständlich kaum erinnern wollen dürfte. Obwohl er sich, wenn wir uns vorstellen, dass das Putin-Regime fällt und Dmitrij Kisseljow bleibt, uns genau mit dieser Seite seines Wesens wieder zuwenden wird.

Und die Tschekisten verstehen das selbstverständlich ausgezeichnet und haben ihm deshalb nie vertraut. Ja, sobald Dmitrij Kisseljow begriff, dass eine Rückkehr möglich war und dass das wirkliche Geld im Kreml lag und von dort verteilt wurde, versuchte er alles nur Mögliche zu tun, um zu zeigen, dass das Regime, das sich rasch in ein faschistisches verwandelte, ihn brauchte. Doch wirkliches Vertrauen konnte er selbstverständlich nicht mehr gewinnen.

Ob du dich nun bemühst oder nicht – Genosse Ermittler erinnert sich sehr gut daran, welche politischen Ansichten du hattest, mit wem du verkehrtest, welche Erklärungen du abgabst, von wem du abhängig warst und von wem du nicht abhängig sein wolltest. Deshalb war die Karriere Dmitrij Kisseljows trotz all seiner Bereitschaft zu dienen und sich anzudienen vom ersten Tag nach seiner Rückkehr nach Russland an zum Scheitern verurteilt.

Und nun zum Wichtigsten: Eben jener Fernsehzuschauer, den Dmitrij Kisseljow zunächst von der Bedeutung des europäischen Projekts zu überzeugen versuchte und später von der Notwendigkeit, Russland in ein abscheuliches blutiges Ungeheuer zu verwandeln, wird ihn vergessen. Denn wer genug Geduld hatte, sich solche Sendungen anzusehen und all den Unsinn zu glauben, der dort verbreitet wurde, wird sich selbstverständlich mit noch größerem Vergnügen Solowjow und Popow ansehen.

Und anständige Menschen werden Dmitrij Kisseljow nicht nur niemals die Hand reichen, sie werden niemals auch nur eine einzige Fernsehsendung mit seiner Beteiligung einschalten. Für die einen wie für die anderen ist er tot.

Im Grunde ein vollkommen vorhersehbares Ende. Und jetzt stellt sich nur noch eine Frage: Wozu war das alles eigentlich nötig? Wozu die eigene Reputation begraben? Wozu vom Fernsehbildschirm aus lügen? Für ein gutes Gehalt, für einen Platz im Fernsehen, dafür, dass irgendein Putin einem auf die Schulter klopft und einen Orden überreicht?

Ein solcher Abschied von der eigenen Reputation und vom eigenen Beruf, eine solche Bereitschaft, sich selbst dem Vergessen preiszugeben, ist ebenfalls lehrreich für jeden, der versuchen sollte, diese zweifelhafte Erfahrung zu wiederholen.

Ja, natürlich gefällt es dem Pack in Uniform immer, wenn man ihm die Stiefel mit der Zunge sauberleckt. Aber wer bereit ist, solche Dienste zu leisten, muss immer daran denken, dass diese Dienste nicht gewürdigt werden und dass sich andere finden werden, die noch eifriger und unterwürfiger sind und jeden ersetzen, der den Kontakt zu seinem eigenen Gewissen und seinem Anstand verliert.

Das ist das Ende der Geschichte der Fernsehkarriere eines Mannes, der noch vor Kurzem zu den wichtigsten russischen Propagandisten gehörte.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Дмитрия Киселева списали в утиль |
Виталий Портников. 06.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 06.09.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Solowjow und Kornilow logen über den „Portnikov-Plan“ | Vitaly Portnikov. 06.06.2026.

Während einer seiner jüngsten Propagandasendungen rief Wladimir Solowjow dazu auf, Kyiv, Odesa, Tschernihiw und andere ukrainische Städte dem Erdboden gleichzumachen.

Ich würde diesem erneuten menschenverachtenden Aufruf eines der odiosesten und widerwärtigsten russischen Propagandisten keine Aufmerksamkeit schenken, wenn er nicht angeblich eine Antwort auf meine Thesen gewesen wäre, die zuvor von einem anderen russischen Propagandisten, Wladimir Kornilow, verbreitet worden waren. Kornilow arbeitete viele Jahre in der Ukraine unter dem Deckmantel des sogenannten Instituts der GUS-Staaten, das von dem nicht minder odiosen Konstantin Satulin gegründet wurde, und zog nach Beginn der russischen Aggression gegen unser Land in die russische Hauptstadt, um an Propagandashows teilzunehmen und andere schmutzige Aufträge derjenigen auszuführen, die von der Auslöschung der Ukraine träumen.

Kornilows These lief darauf hinaus, dass ich für einen langen Frieden und kurze Kriege eintrete, also die Ukraine auf ständige, permanente Angriffe gegen die Russische Föderation vorbereite. Und genau deshalb schlägt Solowjow vor, unser Land zu zerstören, um Russland vor einer solchen Aggression zu schützen.

Also möchte ich sowohl Kornilow als auch Solowjow sagen: „Wolodja, du lügst. Ich habe von einer völlig anderen möglichen Entwicklung der Ereignisse gesprochen. Ich habe meine Landsleute dazu aufgerufen, davon überzeugt zu sein, dass die aggressiven Absichten der Russischen Föderation gegenüber unserem Land sich nicht ändern werden, selbst dann nicht, wenn es uns durch die Zerstörung des Potenzials des russischen militärisch-industriellen Komplexes und der russischen Ölverarbeitungsindustrie gelingt, Putin zum Frieden mit der Ukraine zu zwingen. Ich habe betont, dass sich die russische öffentliche Meinung, die schon die bloße Existenz des ukrainischen Staates und des ukrainischen Volkes ignoriert und die ihr mit euren menschenverachtenden Aufrufen nur weiter anheizt, nicht schnell verändern wird. Und ich habe betont, dass Russland selbst im Falle einer Einstellung der Kampfhandlungen noch mehrfach versuchen könnte, die Ukraine zu zerstören, die Ukrainer zu vernichten.“

Und deshalb muss die wichtigste Richtung unserer Sicherheit in der Zukunft darin bestehen, ein solches Land aufzubauen, das Russland gar nicht angreifen möchte. Und falls bei dem russischen Aggressor dennoch ein solcher Wunsch entsteht, müssen wir so stark, so selbstbewusst sein, dass wir in der Lage sind, diesem Aggressor schnell und wirksam Widerstand zu leisten, ihn auf sein eigenes Territorium zurückzudrängen und ihn zu zwingen, seine Aggression, seine Morde, Vergewaltigungen, Plünderungen – all das, womit ihr euch beschäftigt habt, womit ihr euch beschäftigt und womit ihr euch auf unserem Boden weiter beschäftigen werdet, wenn man euch von hier vertreibt, Solowjows und Kornilows, Tschekisten und Propagandisten – zu beenden.

Genau das bedeutet das Konzept eines langen Friedens und kurzer Kriege. Denn wenn wir stark sind, wird der Frieden lang sein. Wenn wir stark sind, wird der Krieg kurz sein, und eure nächste Niederlage wird beschämend sein. Und schließlich werdet ihr diese aggressiven Handlungen einstellen, so wie ihr sie immer gegen jene Staaten eingestellt habt, vor denen ihr Angst zu bekommen begonnen habt und deren bloße Existenz zu einem Faktor eures eigenen nationalen Bewusstseins geworden ist.

Ja, ich sage, dass man für das Erreichen eines dauerhaften Friedens die 2020er bis 2050er Jahre unseres Jahrhunderts brauchen wird. Und wisst ihr, warum die 2020er bis 2050er Jahre?

Weil in dieser Zeit jene Menschen aus dem aktiven Leben ausscheiden können, die ihr bereits mit diesem schändlichen Krieg vergiftet habt, die ihr bereits mit eurer menschenverachtenden Propaganda vergiftet habt, die ihr bereits mit euren Aufrufen vergiftet habt, Kyiv und Odesa, Tschernihiw und Dnipro, Charkiw und Sumy zu vernichten, die ihr bereits mit der Überzeugung vergiftet habt, dass ein Atomschlag und der Tod von Frauen und Kindern für euch die beste Variante zivilisatorischer Entwicklung seien, denen ihr einredet, Russe zu sein bedeute, ein Menschenfresser zu sein.

Ich hoffe sehr, dass die kommenden Jahre, wenn sie Jahre des Friedens sein werden, das Entstehen neuer Generationen ermöglichen, die neue Kriege einfach fürchten werden, die euch, Solowjows, Kornilows, Tschekisten, KGB-Leute und Verbrecher, mit Verachtung und Hass betrachten werden.

Natürlich würde ich mir, wie jeder andere anständige Mensch auch, sehr wünschen, dass ihr diese Jahre von den 2020ern bis zu den 2050ern in Gefängniszellen verbringt, dass ihr als Kriegsverbrecher tatsächlich zur Verantwortung für all die Verbrechen gezogen werdet, die ihr gemeinsam mit euren politischen Führern und Generälen begangen habt, dass neue Generationen politischer Journalisten und Fernsehmoderatoren sich solche menschenverachtenden Aufrufe in euren widerwärtigen Sendungen nicht mehr erlauben und dass die Russen endlich begreifen, dass nicht sie Menschenfresser sind, sondern ihr.

Aber ich wiederhole noch einmal: Es ging nicht um eine Aggression seitens der Ukraine. Es ging um das, was wir jede Woche, jeden Monat, jeden Tag und jedes Jahr beobachten. Um die aggressiven Absichten des russischen Staates gegenüber seinen Nachbarn, um die Bereitschaft zu töten, zu vergewaltigen, zu lügen und Toilettenschüsseln zu stehlen, und um die Bereitschaft, blutige Rubel für all diese widerwärtigen Lügen zu erhalten, die weiterhin in euren Sendungen erklingen – Lügen, an die, wie ich aus persönlicher Bekanntschaft mit jedem von euch sehr genau weiß, keiner von euch auch nur ein Jota glaubt von dem, was er verkündet.

Und in diesem Zynismus liegt noch ein weiteres großes Verbrechen von euch.


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Titel des Originals: Соловйов і Корнілов збрехали про «План
Портникова» | Віталій Портников. 06.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 06.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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