Putins neue Erklärungen: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 22.10.2026.

In diesen Minuten erscheinen in den sozialen Netzwerken Ausschnitte aus einem Interview des russischen Präsidenten Putin, das er einem der Kreml-Propagandisten gegeben hat, unmittelbar nachdem bekannt geworden war, dass Moskau der Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses mit der Ukraine zugestimmt hat. Und genau deshalb ist der Sondergesandte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, der Sankt Petersburg besucht und im Konstantinpalast mehrstündige Verhandlungen mit Putin geführt hat, hinsichtlich dieser künftigen Verhandlungen optimistisch eingestellt. Aber es ist sehr wichtig zu verstehen, was Putin selbst tatsächlich über den Verhandlungsprozess denkt und wie er die Situation nutzt, um seine eigenen Ziele zu erreichen.

Also, Putin im Wortlaut: „Was unsere Verhandlungen mit dem Vertreter der Regierung der Vereinigten Staaten betrifft, so haben wir uns tatsächlich darauf verständigt, dass wir bereit sind, unsere trilateralen Kontakte wieder aufzunehmen. Ziel dieser Verhandlungen wird es sein, die Frage der Gewährleistung der Sicherheit der Ukraine und Russlands nach dem Abschluss von Friedensvereinbarungen zu erörtern, und zwar in deren endgültiger Fassung und nicht als Ergebnis einer Einstellung der Kampfhandlungen für einen kurzen Zeitraum. Wir sind bereit, diese Kontakte wieder aufzunehmen, um dieses Ziel zu erreichen. Gleichzeitig hat der Vertreter der Regierung der Vereinigten Staaten darauf hingewiesen, dass wir, wenn wir Fragen im Zusammenhang mit der künftigen Gewährleistung der Sicherheit sowohl der Ukraine als auch Russlands erörtern, selbstverständlich auch über die Architektur der europäischen Sicherheit insgesamt sprechen müssen. Und dem stimme ich ebenfalls zu.“

Was bedeutet das in der Praxis? Erstens, dass im Kreml überhaupt kein Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine in Betracht gezogen wird. Dort ist man weiterhin der Ansicht, dass sämtliche Verhandlungen, die, wie Sie verstehen, selbst wenn sie tatsächlich stattfinden, jahrelang dauern können, vor dem Hintergrund intensiver Kampfhandlungen stattfinden müssen. Und zwar vor dem Hintergrund fortgesetzter Raketen- und Drohnenangriffe auf das ukrainische Hinterland, mit dem Ziel, es zu demoralisieren und die Ukraine dazu zu bringen, einer Kapitulation vor der Russischen Föderation zuzustimmen.

Und die Kapitulationsbedingungen könnten zugleich die Sicherheitsbedingungen für die Ukraine sein, denn bekanntlich vertritt man in Moskau die Vorstellung, dass die Russische Föderation selbst zum eigentlichen Garanten der Sicherheit der Ukraine werden müsse. Darüber haben sowohl Präsident Putin als auch Außenminister Lawrow und andere russische Beamte wiederholt gesprochen. Das wurde während der Verhandlungen in Istanbul erörtert. Russland sieht sich als ein Land, das die Ukraine verschlingen wird, wenn nicht territorial, dann zumindest dadurch, dass es sie in seine Einflusssphäre eingliedert und der Ukraine seine Bedingungen für das Zusammenleben aufzwingt.

Und Putin hofft, dass der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, dem zustimmen wird. Ebenso wie der Vorstellung, dass gerade Russland zum eigentlichen Gendarmen Europas werden müsse, indem es die Kontrolle über die Ukraine erhält. Wenn nicht über das Territorium, das in die Russische Föderation integriert wird, dann über einen Staat, der weiterhin in der Einflusssphäre der Russischen Föderation verbleibt.

Genau das ist die Idee hinter dem Verhandlungsprozess. Denn wir können erkennen, dass Witkoff Putins grundsätzlichem Ansatz zugestimmt hat, wonach nicht nur die Sicherheit der Ukraine, sondern auch die Sicherheit Russlands erörtert werden müsse. Als würde dieser größten Atommacht der heutigen Welt, die innerhalb weniger Minuten mit einem Atomangriff die Menschheit vernichten könnte, tatsächlich irgendetwas drohen. Als hätte irgendjemand Russland angegriffen und ihm Territorien gestohlen.

Aber wenn man der Auffassung zustimmt, dass Russland Sicherheitsbedenken hat, und dieser russischen Vorstellung stimmt man bekanntlich in Peking tatsächlich zu, sodass nur noch Washington zustimmen müsste, dann muss man natürlich Bedingungen schaffen, unter denen Russland keine Sorgen mehr haben muss. Und die wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Russische Föderation tatsächlich keine Sorgen mehr haben muss, ist die Unterwerfung ihrer Nachbarstaaten. Denn wenn diese nicht damit einverstanden sind, dass der Wolf sie fressen will, und sich wehren, dann bekommt der Wolf unangenehme Gefühle. Das ist die ganze Logik dieses Prozesses.

Und das Wichtigste ist die Erörterung von Sicherheitsgarantien für die Zeit nach dem Abschluss eines Friedensabkommens. Das heißt, Putin schlägt vor, zunächst die Sicherheitsgarantien und erst danach die Bedingungen für einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu erörtern. Und auch das ist, würde ich sagen, ein innovativer Ansatz zur Beendigung eines Krieges, wie Sie verstehen.

Jedenfalls erkennen wir zumindest, dass es Putin derzeit nicht darum geht, diese Verhandlungen zu beginnen, sondern darum, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, die Möglichkeit zu geben, sich vor seinen Landsleuten am Vorabend der Zwischenwahlen am 3. November mit seiner Rolle als Friedensstifter zu brüsten. Genau deshalb wurde beschlossen, dass die Verhandlungen nach dem 3. November stattfinden sollen. Denn wenn sie bereits jetzt stattgefunden hätten und das erwartete Fiasko eingetreten wäre, hätte Trump die Rolle des Friedensstifters nicht spielen können. Jetzt aber kann er bei seinen letzten Wahlkampfveranstaltungen in den umkämpften Bundesstaaten der Vereinigten Staaten, in denen die Republikaner Sitze im Senat verlieren könnten, über seine friedensstiftende Rolle sprechen. Das ist die ganze Kombination. Ziemlich einfach.

Nun zur friedensstiftenden Rolle Russlands. Russland hat sich, wie sich herausstellt, immer für eine friedliche Lösung des Konflikts eingesetzt. „2014 haben wir bereits darüber gesprochen. Lassen Sie uns Ihnen helfen, sich mit dem südöstlichen Teil des damaligen Landes zu einigen. Nein, stattdessen wurden Geschütze und Flugzeuge gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt, praktisch ein Krieg begonnen.“

Dann kamen die Minsker Vereinbarungen. „Wir haben immer angestrebt, dass sie sich mit jenem Teil der Ukraine einigen können, der mit dem Staatsstreich nicht einverstanden ist. Aber sie haben das abgelehnt.“ Das ist natürlich eine völlige Lüge. Denn wir erinnern uns sehr gut daran, dass es im Süden und Osten der Ukraine überhaupt keine Bestrebungen gab, irgendwelche alternativen Machtstrukturen zu denen in Kyiv zu schaffen. Mehr noch: Weder in Donezk noch in Charkiw, wohin der russische Handlanger Viktor Janukowytsch nach seinem gewaltsamen Vorgehen gegen seine eigenen Landsleute geflohen war, wollte man ihn aufnehmen oder sehen. Genau deshalb landete er auf der Krim.

Alle Probleme im Donbas begannen, wie Sie sich erinnern, nachdem Banden russischer Söldner unter der Führung von Strelkow, der derzeit weiterhin seine Strafe in einem russischen Gefängnis verbüßt, auf dem Territorium des Gebiets Donezk auftauchten. Sie begannen dort, alternative Machtstrukturen zu schaffen und den Mechanismus der sogenannten Volksbürgermeister zu nutzen. Ich erinnere daran, dass dies zunächst in Sewastopol unter Beteiligung des Agenten des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation, Tschaly, begann und danach in Slowjansk. Es gab also keinen Teil des Landes, der gegen einen anderen kämpfen wollte. Es gab keinen Konflikt. Es gab russische Truppen und Kollaborateure, die bereit waren, ihnen zu dienen.

Diese Situation besteht auch heute noch. Aber wie Sie verstehen, denkt Putin inzwischen nicht einmal mehr an die territoriale Integrität der Ukraine. „So stehe ich zu dieser Angelegenheit“, sagt Putin. „Das ist nicht ihr Territorium. Das ist das Territorium des historischen Russlands. Mehr noch: Die Menschen, die auf diesen Territorien leben, haben erstens für die staatliche Unabhängigkeit gestimmt. Und ich möchte betonen, dass sie als zweiten Schritt für die Wiedervereinigung mit der Russischen Föderation gestimmt haben. Deshalb halte ich es für unangebracht, von irgendwelchen territorialen Verlusten zu sprechen. Nun, das ist eine strittige Frage, darüber kann man endlos diskutieren. Das wurde für einige unserer ausländischen Gegner zum Grund oder Vorwand. Wie wir heute sehen, wird in den europäischen Ländern eine antirussische Kampagne geführt. Ständig wird von einer Bedrohung durch Russland und vom Beginn der Vorbereitungen auf einen Krieg mit Russland gesprochen, was meiner Meinung nach eine gewisse politische Schizophrenie ist.“

Also, bleiben wir zunächst beim ersten Absatz dieser Erklärung. Man muss verstehen, warum Putin so hartnäckig an der Vorstellung festhält, dass die Menschen, die auf diesen Territorien leben, für die staatliche Unabhängigkeit und anschließend für die Vereinigung mit der Russischen Föderation gestimmt hätten.

Die Verfassung der Russischen Föderation verbietet die Eingliederung von Territorien anderer Staaten in dieses Land. In die Russische Föderation können als föderalen Staat nur andere unabhängige Staaten aufgenommen werden. Und deshalb musste Russland zu dieser völlig schamlosen, völlig idiotischen Erfindung greifen, die mit der Ausrufung der Unabhängigkeit ukrainischer Gebiete zusammenhängt. Das wurde zunächst auf der Krim ausprobiert. Obwohl völlig offensichtlich ist, dass auch eine autonome Republik sich nicht selbst zu einem unabhängigen Staat erklären kann. Danach wurde es bereits bei solchen Gebieten wie Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja ausprobiert. Noch einmal: Das sind Gebiete in einem Einheitsstaat, in dem die Grenzen lediglich administrativ-territorial gezogen wurden und völlig anders gezogen werden können, wenn die gesamtstaatlichen Machtorgane eine entsprechende Entscheidung treffen. Das ist keine Föderation, die für jede solche Einheit einen staatlichen oder sonstigen besonderen Status vorsieht. Nicht die Vereinigten Staaten von Amerika und nicht die Russische Föderation.

Das Gebiet Donezk könnte als zwei Gebiete existieren. Das Gebiet Luhansk könnte Teil des Gebiets Donezk sein. Das alles ist eine Frage dessen, wie effizient der wirtschaftliche und volkswirtschaftliche Komplex in einem bestimmten Teil des Territoriums funktioniert, das gewissermaßen für eine effizientere Entwicklung abgegrenzt wurde. Wie Sie wissen, hatten wir auch andere Gebiete, die es heute in der Ukraine nicht mehr gibt. Es gab das Gebiet Drohobytsch, daran kann man sich erinnern. Aber all das hat überhaupt nichts mit irgendeinem besonderen staatlichen Status zu tun oder damit, dass das Territorium eines Gebiets zu einem unabhängigen Staat erklärt werden könnte, etwa das Gebiet Saporischschja, wie es während dieses Quasi-Referendums geschah.

Aber Putin versteht sehr gut, dass, wenn er nicht an diesen ersten Schritt erinnert, jeder seiner Nachfolger im Amt des Präsidenten der Russischen Föderation, der sich mit der Ukraine und der zivilisierten Welt einigen möchte, einfach sagen könnte, dass das gar nicht möglich gewesen sei, dass es nicht der Verfassung entspreche und dass diese Territorien nicht russisch seien. Und damit wäre die Sache erledigt.

Andererseits verstehen wir sehr gut, dass Putin nicht einmal daran denkt, irgendwelche Territorien der Ukraine zurückzugeben, die er als Territorien des historischen Russlands bezeichnet. Und aus dieser Sicht kann er jedes beliebige Territorium der Ukraine zum Territorium des historischen Russlands erklären. Wie Sie verstehen, wurde dieses sogenannte Territorium des historischen Russlands nur deshalb deklarativ Teil der Russischen Föderation, weil es besetzt ist. Aber hier gibt es eine ziemlich wichtige Frage: Wo endet das Territorium des historischen Russlands, wenn Putin auch in diesem Interview weiterhin darauf besteht, dass Russen und Ukrainer ein Volk seien und dass die neuesten genetischen Erkenntnisse dies belegen würden? Wenn Russen und Ukrainer also ein Volk sind, dann ist das gesamte Territorium dieses einen Volkes russisches Territorium. Stimmen Sie mir zu.

Putins Begehrlichkeiten haben sich also nicht verändert. Seine Herangehensweise hat sich nicht verändert. Und an der Stelle der Europäer würde ich sehr ernsthaft über seine Worte nachdenken, dass Russland nicht vorhabe, Krieg gegen Europa zu führen, und dass die Vorbereitung auf einen Krieg mit Russland politische Schizophrenie sei. Denn ungefähr dieselben Erklärungen gab dieser Mann vor dem Krieg gegen die Ukraine ab. Noch ein oder zwei Jahre vor diesem Krieg sagten Putin und andere russische Beamte und Propagandisten: „Wie stellen Sie sich die Möglichkeit eines Krieges zwischen Russland und der Ukraine vor? Wir sind doch Brudervölker, Bruderstaaten, wir sind überhaupt ein Volk. Wie könnten wir Krieg gegeneinander führen?“ Und dann stellte sich heraus, dass das ganz problemlos möglich ist. Mehr noch: Das, was zum Territorium des historischen Russlands erklärt wird, kann mit Raketen und Drohnen bombardiert werden. Noch 2022 fragten alle: „Wie stellen Sie sich vor, dass die Russen die Lawra und die Sophienkathedrale bombardieren?“ Ganz problemlos. Das können wir uns problemlos vorstellen. Jetzt sehen Sie es mit eigenen Augen.

Und dabei will Russland natürlich Frieden und keinen Krieg. „Warum hat die heutige ukrainische Führung beschlossen, dass alle, dass die ganze Welt diese ukrainische Führung bezahlen, für sie kämpfen und Waffen, Munition und Technik liefern müsse? Das ist unverständlich. Nun, wenn sie kämpfen wollen, dann sollen sie kämpfen. Aber wir wollen keinen Krieg gegen die Ukraine führen. Warum aber glauben sie, dass alle dafür bezahlen und ihnen Waffen liefern müssen?“

Nun stellt sich die Frage: Wenn Russland keinen Krieg gegen die Ukraine führen will, warum führt es dann Krieg? Warum geht der Krieg weiter? Aus welchem Grund hat Russland die Ukraine angegriffen und setzt diesen Krieg fort? Und auch das ist, wie Sie verstehen, genau jene Propaganda, mit der Putin nicht nur seine eigene Bevölkerung bearbeitet. Er bearbeitet damit auch Donald Trump. Denn er sagt ebenfalls ständig: „Wir wollen nicht kämpfen. Die Ukrainer wollen kämpfen, und Sie helfen ihnen dabei. Wenn Sie ihnen nicht helfen würden, wäre der Krieg längst vorbei. Glauben Sie mir, Genosse Trump.“

Und so läuft Trump zwischen diesen Erzählungen Putins darüber, dass Russland keinen Krieg führen wolle, und den tatsächlichen Handlungen des russischen Präsidenten hin und her, die die ganze Welt sieht und die sich, wie Sie verstehen, auf die amerikanische öffentliche Meinung auswirken, die ebenfalls auf Putins Angriffe gegen die Ukraine reagieren kann. Und noch einmal: Wenn wir über all diese sogenannten traditionellen russischen Territorien sprechen, müssen wir fragen: Wo hat aus Putins Sicht das Referendum über ihre Unabhängigkeit und danach über ihren Beitritt zur Russischen Föderation stattgefunden? Zweifeln Sie nicht daran, dass aus Putins Sicht das Referendum über die Unabhängigkeit und den Beitritt zur Russischen Föderation auf dem gesamten Territorium der Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja stattgefunden hat. Und wir besetzen auf niederträchtige Weise diese historischen russischen Gebiete, in denen sich die Menschen für die Unabhängigkeit ausgesprochen haben. Genau das tun wir. Wir wollten uns nicht mit ihnen einigen und besetzen sie jetzt.

Und ich erinnere noch einmal daran, dass Putin in ebendiesem Interview erneut sagt, dass alle Ziele der sogenannten militärischen Spezialoperation erreicht werden. Russland will also unter keinen Umständen Krieg gegen die Ukraine führen, will aber alle Ziele der Spezialoperation erreichen. Damit Sie an diesem politischen Irrsinn nicht zweifeln. Und dass diese Ziele der Spezialoperation zum Tod von Ukrainern führen, die zusammen mit Putin ein Volk bilden sollen, ist ebenfalls eine völlige Schizophrenie, die Putin in einem Interview mit russischen Propagandisten ganz ruhig zum Ausdruck bringt.

Und natürlich gibt es in diesem Interview einen sehr wichtigen Satz: „Dass sich alle davon überzeugt haben, dass es unmöglich ist, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen, und dass man sich deshalb mit Russland einigen muss.“ Das ist die ganze Logik dessen, was in Putins Vorstellungen über die Situation im russisch-ukrainischen Krieg vor sich geht. Deshalb können wir kaum davon sprechen, dass wir während des Verhandlungsprozesses etwas Reales erwarten können. Denn wir sehen, dass dieser ganze, ich würde sagen, Redeschwall des russischen Präsidenten im Grunde zeigt, dass er von seinen Vorstellungen darüber, wie das Ganze enden muss, von seinen Vorstellungen aus dem Jahr 2022, nicht abgerückt ist. Er hofft jetzt lediglich, dass ihm die Amerikaner helfen werden.

Aber wenn Putin ausschließlich über seine Ansprüche auf diese Territorien spricht, senkt das bis zu einem gewissen Grad bereits die Messlatte seiner Erwartungen. Und das ist ein Signal dafür, dass Putin erstens versteht, dass er den Verhandlungsprozess nicht ignorieren kann, ohne sich mit den Amerikanern zu überwerfen. Denn ich erinnere Sie daran, dass Putin diesen Verhandlungsprozess unter der Bedingung verlassen hatte, dass er erst dann zurückkehren werde, wenn die ukrainische Armee Kramatorsk, Slowjansk und die anderen Gebiete der Region Donezk verlässt, die unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung stehen. Erst danach. Und er ist an den Verhandlungstisch zurückgekehrt, während sich ukrainische Truppen weiterhin auf diesen Territorien befinden und sie verteidigen. Und es ist klar, dass die Russen sie nicht schnell einnehmen werden, vielleicht überhaupt nicht. Das bedeutet, dass er den Verhandlungsprozess selbst braucht.

Der zweite Punkt ist die Frage, ob er sich in diesem Verhandlungsprozess tatsächlich ausschließlich auf die Besetzung der Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja beschränken will, entweder vollständig oder entlang der Kontaktlinie der Truppen. Oder ob er den Verhandlungsprozess einfach für normale Beziehungen zu Trump nutzen will, um in der nächsten Phase des Krieges, zumindest während Trumps Amtszeit, zu versuchen, das ukrainische Hinterland zu zerstören und in dieser Zeit neue Territorien der Ukraine zu besetzen. Das wird nach dem 10. November klar werden, falls die Verhandlungen überhaupt stattfinden.

Ich denke, dass eine Verhandlungsrunde aus einem einfachen Grund stattfinden muss. Und dieser Grund ist Shenzhen. Putin ist sehr an einem trilateralen Treffen mit Trump und Xi Jinping gelegen. Und er könnte befürchten, dass Trump, wenn er ihn bei den Verhandlungen hängen lässt, einem solchen trilateralen Treffen einfach nicht zustimmen wird, das Putin zu einem Mitglied des Klubs der einflussreichsten Staats- und Regierungschefs der heutigen Welt machen würde. Deshalb könnte Putin selbst eine bloße Simulation von Verhandlungen bis zum 18. oder 19. November, bis zum Treffen in Shenzhen, brauchen.

Andererseits wird dieses Treffen bereits zwei Wochen nach den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten stattfinden. Derzeit kennen wir deren Ergebnisse nicht. Am 18. November werden wir sie kennen und verstehen, ob Trump zumindest die Kontrolle über den Senat behalten hat. Denn wenn er die Kontrolle über den Senat nicht behält, glaube ich, dass Putin möglicherweise wenig Lust haben wird, ihn noch ernsthaft zu berücksichtigen. Wir wissen nicht einmal, ob Trump eine Niederlage bei diesen Wahlen anerkennen wird. Und ob die Situation nach den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten zu einem großen politischen Chaos führen wird.

Wir wissen noch etwas anderes Wichtiges nicht: Was wird nach dem 27. Oktober im Nahen Osten geschehen? Am 27. Oktober finden in Israel Parlamentswahlen statt. Eine große Bewährungsprobe für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der versucht, sein Amt zu behalten. Und deshalb will Israel derzeit keine abrupten Schritte in der Region unternehmen und kann natürlich auch die Vereinigten Staaten von Amerika von solchen Schritten abhalten. Aber wenn die Wahlen vorbei sind, werden alle freie Hand haben. Und wir verstehen, dass der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, Pete Hegseth, Israel keineswegs zufällig besucht und dort Verhandlungen mit Netanjahu geführt hat. Offensichtlich haben sie gerade die Frage erörtert, was sie nach dem 27. Oktober tun werden.

Heute ist der Ölpreis erstmals seit Mai 2026 wieder auf über 113 gestiegen, und zwar für die Sorte Brent. Wie Sie verstehen, werden die Preise an den amerikanischen Tankstellen wieder steigen und die ohnehin nicht besonders guten Chancen der Republikaner weiter zerstören. Das bedeutet, dass Trump vor den Zwischenwahlen zumindest irgendwelche Anstrengungen unternehmen könnte, um die Preise durch die Wiederherstellung einer tatsächlichen Schifffahrt in der Straße von Hormus zu senken. Oder zumindest zeigen möchte, dass er sich darum bemüht. Denn tatsächlich hing auch Trumps und Putins Dieselgeschäft mit dem Versuch des amerikanischen Präsidenten zusammen, zu zeigen, dass er Anstrengungen unternimmt, um die Situation bei den Diesel- und Benzinpreisen zu normalisieren.

Das hat natürlich nicht funktioniert und konnte auch nicht funktionieren. Denn die Menge der russischen Diesellieferungen konnte sich in keiner Weise auf den Weltmarkt auswirken, nicht einmal auf die Erwartungen dieses Weltmarktes. Verstehen Sie, es geht ja nicht um 300 Tonnen Diesel, sondern darum, was der Markt erwartet. 300 Tonnen, dann 500 Tonnen, dann eine Million Tonnen, dann weiß niemand, was weiter geschieht. Wie soll sich das überhaupt auf den Preis auswirken? Wenn sich aber herausstellt, dass die Straße von Hormus tatsächlich frei von iranischer Kontrolle ist, dass also dort bald wieder eine echte Schifffahrt möglich sein wird, die nicht so teuer ist wie derzeit, dann könnte das die Markterwartungen verändern. Und deshalb könnte Trump in Versuchung geraten, zu diesem Krieg zurückzukehren, obwohl er zugleich zu einer Falle, zu einem Fiasko für den amerikanischen Präsidenten werden könnte.

Warum gehe ich so ausführlich darauf ein? Weil die Welt am 10. November 2026 ganz anders aussehen könnte als die Welt, die wir am 22. Oktober haben. In der Welt könnte bereits ein neuer großer Krieg lodern. Es könnte Angriffe auf die Länder des Persischen Golfs geben. Statt einer Wiederherstellung der Kontrolle über die Straße von Hormus könnte es zum Zusammenbruch der Möglichkeiten der Ölstaaten kommen und zu einem Ölpreis von 200 Dollar. Hören Sie, wenn die Huthis das Verteidigungsministerium Saudi-Arabiens angreifen, wie es heute geschieht, dann verstehen Sie doch das Ausmaß dieses Konflikts, falls die Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen werden. Deshalb können wir nicht einmal vorhersagen, in welcher Atmosphäre die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine stattfinden werden, falls sie überhaupt stattfinden.

Ich erinnere ständig daran, dass das russische Versprechen von Verhandlungen noch nicht bedeutet, dass Verhandlungen tatsächlich stattfinden. Etwas zu versprechen bedeutet noch lange nicht, zu heiraten. Aber gleichzeitig denke ich immer daran, Freunde, dass wir nicht vollständig wissen, was mit der Wirtschaft der Russischen Föderation geschieht. Und dass der Präsident der Russischen Föderation, Putin, darüber ziemlich gut informiert ist. Und dass es bestimmte Indikatoren gibt, sowohl wirtschaftliche als auch personelle, die zeigen, dass es dort ernsthafte Probleme gibt.

Der erste Indikator ist dieser, ich würde sagen, massive Verkauf der Goldreserven, die immer Putins Stolz waren: dass Russland über so große Goldreserven verfügt. Und jetzt wird dieses Gold in riesigen Mengen verkauft, um einen wirtschaftlichen Zusammenbruch zu verhindern.

Der zweite wichtige Punkt hängt mit den Umbesetzungen in der russischen Regierung zusammen, die buchstäblich in diesen Tagen, unmittelbar vor Witkoffs Besuch, stattgefunden haben. Es gibt dort viele Veränderungen, die ich als rein bürokratisch bezeichnen würde. Aber worauf ich wirklich aufmerksam machen möchte, ist, dass der russische Finanzminister Anton Siluanow wieder auf den Posten eines stellvertretenden Ministerpräsidenten der Russischen Föderation berufen wurde. Er war bereits früher, bis 2020, Erster stellvertretender Ministerpräsident gewesen. Warum mache ich überhaupt auf diese Ernennung Siluanows aufmerksam? Weil unter den Bedingungen des Geldmangels in Russland, eines ernsthaften Mangels an Finanzmitteln, zahlreiche Behörden der Russischen Föderation natürlich mehr Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse verlangen, während das Finanzministerium ihnen dieses Geld nicht gibt. Und das ist ein echtes Problem. Und der zuständige stellvertretende Ministerpräsident versucht immer, irgendwie zwischen dem zu vermitteln, was der Finanzminister denkt, und dem, was die jeweiligen Fachminister denken. Er ist eine Art Schiedsrichter zwischen den Fachministern und dem Leiter des Finanzministeriums.

Nun ist die Situation mit den Staatsfinanzen offenbar so kritisch, dass der Finanzminister selbst zu diesem Schiedsrichter ernannt wurde. Das bedeutet: Ich bin Minister irgendeines Ressorts, komme zu Siluanow und brauche Geld. Siluanow sagt mir, dass es kein Geld gibt und auch keines geben wird. Eigentlich müsste ich dann zum stellvertretenden Ministerpräsidenten gehen und mit ihm diese Frage klären, damit er irgendwie auf Siluanow einwirkt. Aber jetzt ist dieser stellvertretende Ministerpräsident Siluanow selbst. Ich kann nirgendwo mehr hingehen. Siluanow wird zum Diktator über die russischen Finanzen, die hinsichtlich der wirtschaftlichen Möglichkeiten immer weniger flexibel werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass alles zusammenbricht. Es bedeutet, dass Putin die Anzeichen einer problematischen Entwicklung erkennt. Darauf wollte ich hinaus, als ich diese Ernennung erwähnte.

Ich werde einige Fragen beantworten, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.

Frage: Und diese erfundenen 350 Milliarden, die die USA der Ukraine angeblich gegeben haben und die Trump ständig erwähnt: Gibt es denn keine Dokumente und Verträge, um diese Lüge zu entlarven?

Portnikov: Warum wollen Sie denn irgendeine Lüge entlarven? Trump sagt eine Menge Dinge, die völlig absurd sind. Wenn er zum 155. Mal von dem General erzählt, der seine Truppen in den Schlamm geführt und deshalb Kyiv nicht eingenommen habe, wollen Sie dann auch irgendwelche Dokumente finden, die zeigen, dass er Unsinn erzählt? Die überwiegende Mehrheit dessen, was Trump sagt, entspricht nicht der Wirklichkeit. Die amerikanischen Medien machen nach jedem seiner Auftritte einen Faktencheck und zeigen, dass er bei vielen Fragen schlicht lügt. Ganz zu schweigen von den Wahlen 2020, die er angeblich gewonnen hat. Und für Ämter in den Vereinigten Staaten werden jetzt nur Menschen eingestellt, die der Vorstellung zustimmen, dass er die Wahlen 2020 gewonnen habe. Und was nun? Wie wollen Sie das entlarven? Das ist tatsächlich so, und das scheint mir nicht weniger wichtig zu sein als diese 350 Milliarden.

Frage: Glauben Sie, dass Trump für sich und seine Familie einen Platz in Russland vorbereitet? Janukowytsch, Baschar al-Assad und so weiter?

Portnikov: Nein. Trump bereitet für seine Familie keinen Platz in Russland vor. Trump ist überzeugt, dass er einer der bedeutendsten Milliardäre der Vereinigten Staaten sein kann und dass seine Kinder die Erben seines Reichtums und möglicherweise auch seiner Macht sein werden. Glauben Sie mir, Trump denkt überhaupt nicht an Russland in diesem Sinne. Trump könnte im Gegenteil hoffen, in dieser Zeit alles Mögliche zu tun, um sein Vermögen und seine Möglichkeiten zu vergrößern, indem er seine Kontakte zu Putin nutzt.

Frage: Kommentieren Sie bitte die Ereignisse in Europa. Ich meine Frankreich, Italien und die angekündigten Demonstrationen in Deutschland.

Portnikov: Europa gerät immer wieder in eine Situation, in der seine sozialen Probleme auf die Straßen getragen werden. Auch jetzt erleben wir eine solche Situation. Und Sie sehen, dass sich das wie ein Feuer ausbreitet. Es begann in Frankreich, jetzt geschieht es in anderen Ländern. In Italien, Spanien, Belgien und anderen europäischen Staaten sehen wir diese Proteste der Menschen. Es ist verständlich, warum. Denn es gibt ernsthafte soziale Missstände in Europa. Es gibt einen großen Teil der Bevölkerung, der mit seiner gegenwärtigen sozialen Stellung unzufrieden ist. Natürlich können auch Migranten zu diesen Unzufriedenen gehören, aber es handelt sich keineswegs um reine Migrationsprobleme. Das ist etwas, was in Europa alle zehn, zwanzig oder fünfzig Jahre geschieht und zu solchen massiven Protesten führt. Es kann die politische Landschaft in die eine oder andere Richtung verändern. Wir wissen noch nicht, wie. Aber das ist es, was Europa zu Europa macht.

Man kann darüber natürlich lachen und sagen: „Sie haben einfach Migranten hereingelassen, und deshalb gibt es dort solche Unruhen.“ Und Menschen mit rechtsradikalen und rechten Überzeugungen verbreiten diesen ganzen Unsinn, besonders im russischsprachigen Teil der sozialen Netzwerke. Solche Idioten gibt es viele. Aber es handelt sich um objektive Probleme. Und sagen Sie mir: Als 1968 infolge der Studentenproteste in Frankreich ganz Europa in Aufruhr geriet, als es in Frankreich selbst unglaubliche Unruhen von praktisch revolutionärem Ausmaß gab und die politische Karriere von Präsident Charles de Gaulle zu Ende ging, war das etwa eine Migrationskrise? Nein. Das ist es, was den europäischen Kontinent letztlich stark macht. Das ist es, was Frankreich zur Avantgarde revolutionärer Stimmungen in Europa macht. Das verändert den Kontinent.

Damit Sie mich richtig verstehen: Ich sage damit nicht, dass ich alle Forderungen der Demonstranten unterstütze oder nicht sehe, dass sich unter ihnen viele Menschen mit radikalen Ansichten befinden und dass dies von Linksradikalen ausgenutzt wird. Ich sehe das alles sehr gut. Aber so war es immer. Auch die Studentenunruhen von 1968 wurden natürlich von französischen Kommunisten, Maoisten und Trotzkisten unterstützt. Aber gerade weil die europäischen Gesellschaften immer Schlussfolgerungen aus diesen linksliberalen Aktionen gezogen, stabile Gesellschaften geschaffen und ein Gleichgewicht gefunden haben, leben wir in der Welt, in der wir leben.

Ich hoffe, dass die europäischen Gesellschaften auch jetzt genug Vernunft haben werden, um erstens die Anarchie zu stoppen. Zweitens eine Antwort auf die Frage zu finden, wie man unter den Bedingungen sozialer Ungleichheit zusammenleben kann, die sich infolge zahlreicher wirtschaftlicher und politischer Prozesse verschärft. Drittens eine Antwort auf die Frage zu geben, was mit den Migrationsprozessen geschieht. Auch das ist eine große Herausforderung, wie ich verstehe.

Frage: Glauben Sie, dass Putin nach dem 3. November die Möglichkeit verlieren wird, als Aggressor zu für ihn günstigen Bedingungen aus dem Krieg auszusteigen? Es ist unwahrscheinlich, dass Trump 2028 noch die Möglichkeit haben wird, Putin dieselben Bedingungen anzubieten, falls dieser aufhören möchte.

Portnikov: Ich habe beim Präsidenten der Russischen Föderation bisher keinerlei Wunsch gesehen, aus dem Krieg auszusteigen, bevor der ukrainische Staat vernichtet und die Mehrheit seiner Bevölkerung vertrieben und ausgelöscht ist. Deshalb hat Putin überhaupt keinen Wunsch, aus dem Krieg auszusteigen. Putin möchte derzeit die Situation nutzen, um den Krieg fortzusetzen, ohne ernsthafte Sanktionen der Vereinigten Staaten befürchten zu müssen.

Möglicherweise könnten diese Sanktionen nach 2029 härter und schwerwiegender werden. Aber die Ukraine und die Ukrainer müssen diese nächsten Jahre eines grausamen Krieges erst noch überleben. Auch die Russische Föderation wird sie durchleben. Ich sage immer wieder, dass wir, wenn wir zu einem Waffenstillstand kommen, einen Waffenstillstand auf den Ruinen ukrainischer und russischer Städte und unseres früheren Lebens haben werden. Aber es wäre viel besser, wenn es uns bereits heute gelänge, Bedingungen zu schaffen, die Russland zum Aufhören zwingen. Bisher sehe ich diese Bedingungen nicht. Aber möglicherweise sieht Putin sie. Möglicherweise weiß Putin besser als ich, was mit seiner Wirtschaft geschieht. Hoffen wir zumindest darauf.

Frage: Glauben Sie nicht, dass Putin außer der Hilfe für Trump auch deshalb Verhandlungen zugestimmt hat, weil man die Ukraine zu irgendwelchen Zugeständnissen gedrängt hat?

Portnikov: Ich glaube, dass Putin überhaupt keine Zugeständnisse von dem von ihm gehassten pseudoseparatistischen Staat braucht, der zusammen mit seinen Anhängern vernichtet werden soll. Das glaube ich. Ich erinnere ständig daran. Die Ukraine ist kein eigenständiger Akteur in den Verhandlungen, denn für Putin ist sie Teil des historischen Territoriums Russlands. Das hat er heute erneut gesagt. Ein Volk, historisches Territorium Russlands. Das hören Sie ständig von Putin. Er sagt Ihnen offen, dass er Sie vernichten wird. Und Sie wollen das nicht hören. Sie können sich selbst nicht sagen: Die Russen sind gekommen, um uns zu vernichten. Und sie werden nicht aufhören, solange wir leben.

Warum sagen Sie sich das nicht? Das wäre doch die Wahrheit. Alles andere, was Sie erzählen, ist, sage ich Ihnen, Selbstberuhigung und Augenwischerei. Die Russen sind gekommen, um uns zu vernichten. Und die Russen wären keine Russen, wenn sie sich solche Ziele nicht setzen und sie nicht verfolgen würden. Genau deshalb war die Ukraine Teil des Russischen Reiches und nicht umgekehrt. Denn jemanden zu vernichten, etwas zu zerstören und bereit zu sein, jahrelang Krieg zu ertragen, das ist das Wesen der russischen staatlichen und nationalen Mentalität. Damit haben wir es zu tun. Das muss man einfach verstehen. Warum ist es so wichtig, ihnen ihre Stärke und ihre Möglichkeiten zu nehmen? Weil es überhaupt keine anderen Chancen gibt, aus dem Krieg herauszukommen. Das werden Sie nach dem 10. November sehen.

Frage: Werden im Falle einer totalen Niederlage der Republikaner Köpfe von Trump nahestehenden Personen in seiner Regierung rollen, um seine Umfragewerte zu stützen?

Portnikov: Ich halte es für möglich, dass es in der Regierung zu einigen personellen Veränderungen kommt. Denn Trump wird niemals anerkennen, dass er selbst für Niederlagen verantwortlich ist. Er versucht immer, die Verantwortung auf jemand anderen abzuwälzen. Natürlich. So wie er jetzt versucht, die Amerikaner davon zu überzeugen, dass der Anstieg der Dieselpreise nicht das Ergebnis seiner völlig undurchdachten Handlungen im Krieg gegen den Iran ist, sondern das Ergebnis ukrainischer Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation und so weiter. Dass also „nicht ich schuld bin, sondern Zelensky“. Und mit genau derselben Logik könnte er auch an sein eigenes Umfeld herangehen.

Aber welche Bedeutung hat das für Sie? Sagen Sie mir das bitte. Wir verstehen doch sehr gut, nach welchen Kriterien Trump die Menschen für seine Regierung auswählt. Wenn nun tatsächlich irgendein Minister oder jemand anderes zurücktritt, was wird das überhaupt ändern, wenn das Problem bei Trump selbst liegt? Auch das muss man ganz klar verstehen.

Deshalb glaube ich nicht, dass wir uns derzeit überhaupt vorstellen können, wie sich die Ereignisse nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten entwickeln werden. Ich sage noch einmal: Hoffen wir, dass wir überhaupt damit rechnen können, dass diese Wahlen in den Vereinigten Staaten als ordnungsgemäß durchgeführt anerkannt werden. Dass Trump nicht von Wahlfälschungen in den demokratisch regierten Bundesstaaten sprechen wird. Wir könnten nach den Wahlen ein völlig neues Verhalten Trumps erleben. Auch daran muss man denken, wenn wir über die Situation im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg sprechen.

Deshalb würde ich hier natürlich zunächst den 3. November abwarten. Auch das ist ein sehr wichtiger Zeitpunkt, der uns auf die eine oder andere Weise nicht nur zeigen wird, wie sich die Situation im russisch-ukrainischen Krieg verändern wird und wie sich Trumps Einfluss in den Vereinigten Staaten entwickeln wird. Wir werden auch verstehen, wie sich die Situation hinsichtlich der amerikanischen Stabilität selbst verändert. Genau das muss für das Verständnis der Situation nach dem 3. November tatsächlich am wichtigsten sein. Genau das wird zum Hauptproblem für die Zukunft des amerikanisch-ukrainischen Dialogs und der amerikanischen Beteiligung am Friedensprozess werden.

Was die Verhandlungen betrifft, so haben wir, wie Sie verstehen, von Putin bisher das gehört, was wir gehört haben: dass das Hauptziel der Verhandlungen darin bestehe, Frieden zu erreichen. „Aber wenn das andere Land keinen Frieden will, nun gut, dann werden wir weiterkämpfen. Die Ziele der Spezialoperation werden erfüllt.“ Man kann also sagen, dass Russland keinerlei Verpflichtung übernimmt, während dieser Verhandlungen Frieden zu erreichen. Und die Vorstellung, dass dieses Friedensabkommen bereits während des G20-Gipfels in Miami unterzeichnet werden könnte, erscheint mir bisher völlig wirklichkeitsfern. Obwohl das Magazin The Atlantic, wie Sie wissen, bereits berichtet hat, dass Trump die Unterzeichnung eines Friedensabkommens gerade während des G20-Gipfels erreichen möchte. Und der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat bereits gesagt, dass er bereit sei, an Verhandlungen während des G20-Gipfels teilzunehmen, wenn Trump ihn in einem entsprechenden Format zu diesem Treffen einlädt. Bisher hat die Ukraine, wie Sie wissen, keine Einladung zum G20-Gipfel erhalten. Den russischen Präsidenten Putin haben die Amerikaner dagegen eingeladen. Er hat allerdings ebenfalls noch nicht zugesagt, in die Vereinigten Staaten zu reisen.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Нові заяви Путіна: головне | Віталій
Портников. 22.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 22.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Putin–Witkoff: Erste Ergebnisse | Vitaly Portnikov. 21.10.2026.

Also, der Besuch des Vertreters des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, in Russland. Seine dreistündigen Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Putin im Konstantinpalast in Sankt Petersburg. Und all die Erklärungen, die nach diesen dreistündigen Verhandlungen abgegeben wurden, sowohl vom Vertreter des Präsidenten der Russischen Föderation, seinem außenpolitischen Berater Juri Uschakow, als auch vom norwegischen Ministerpräsidenten Støre, der Witkoff im Flugzeug traf, nachdem der Sondergesandte des Präsidenten der Vereinigten Staaten aus Sankt Petersburg nach Oslo zurückgekehrt war.

Ich erinnere daran, dass zuvor in Oslo seine Verhandlungen mit dem ukrainischen Präsidenten, dem finnischen Präsidenten und dem norwegischen Ministerpräsidenten stattgefunden hatten. Hinzu kommt der Kommentar von Jared Kushner, dem Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der bei diesem Treffen nicht anwesend war, sich jedoch virtuell an den Verhandlungen in Oslo beteiligte und, soweit man verstehen konnte, während der Verhandlungen zwischen Witkoff und Putin telefonisch mit Putin sprach.

Und hier sind die ersten Ergebnisse dieser Treffen, die man gewissermaßen kommentieren kann.

Erstens sind die Erklärungen auf allen Seiten optimistisch. Diese Erklärungen deuten zumindest auf eine gewisse Abschwächung, eine rhetorische Abschwächung der russischen Position hin. Der Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, sagt, dass bereits im November die Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten wieder aufgenommen werden. Möglicherweise wird dies in Abu Dhabi geschehen.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass Russland zuvor kategorisch jegliche Verhandlungen mit der Ukraine abgelehnt hatte, solange die ukrainischen Truppen nicht das gesamte Gebiet der Regionen Donezk und Luhansk verlassen hätten. Wie Sie sehen, ist es Russland bisher zumindest nicht gelungen, Kramatorsk, Slowjansk und andere Städte im Gebiet Donezk einzunehmen, die von der legitimen ukrainischen Regierung kontrolliert werden. Das wissen die Russen auch. Trotzdem stimmen sie Verhandlungen zu.

Solange sie mit Witkoff verhandelten, konnten sie diese Gespräche als etwas anderes als Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine darstellen. Wenn nun erneut Verhandlungen zwischen russischen und ukrainischen Delegationen beginnen, bedeutet das, dass sie von ihren früheren Positionen abgerückt sind und dass auch sie gezwungen sind, zumindest wieder einen Verhandlungsprozess zu simulieren.

Dass ihre Situation aus wirtschaftlicher Sicht keineswegs so makellos ist, wie Putin zu demonstrieren versucht. Dass sowohl die westlichen Sanktionen als auch unsere Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation und ihre Infrastruktur Wirkung gezeigt haben. Glauben Sie mir: Wenn es diese Angriffe nicht gegeben hätte, wenn Russland nicht brennen würde, gäbe es überhaupt keine Gespräche, nicht nur über Verhandlungen mit uns, sondern nicht einmal über Witkoff.

Das ist also der erste Punkt: die Wiederaufnahme der Verhandlungen.

Der zweite Punkt sind die Aussagen, dass das Hauptthema der Verhandlungen die Sicherheit der Ukraine und Russlands sein soll. Was bedeutet das, wenn man es aus Uschakows Sprache in eine verständliche Sprache übersetzt? Dass die Russische Föderation derzeit nicht davon ausgeht, dass sie die ukrainische Staatlichkeit als solche vernichten kann, was weiterhin Putins Hauptziel bleibt. Und damit rücken Fragen der politischen und wirtschaftlichen Unterwerfung des ukrainischen Staates in den Vordergrund.

Die Sicherheitsfragen waren im Grunde bereits in dem Schreiben klar formuliert, das das Außenministerium der Russischen Föderation 2021, vor Beginn des großen russisch-ukrainischen Krieges, an das Außenministerium der Vereinigten Staaten und die Außenministerien der NATO-Staaten richtete. Sie erinnern sich, dass der Kern dieses Schreibens ein kategorisches Verbot des NATO-Beitritts der Ukraine und anderer ehemaliger Sowjetrepubliken war.

Russland wird also als eine seiner Sicherheitsgarantien die Möglichkeit solcher verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Änderungen in der Ukraine betrachten, die jegliche Militärbündnisse unseres Landes mit anderen Staaten unmöglich machen und natürlich den euroatlantischen Ambitionen der Ukraine endgültig ein Ende setzen. Und das soll nun nicht vonseiten der NATO geschehen, denn die NATO hat schlicht nicht die rechtlichen Möglichkeiten dazu, sondern vonseiten jener Länder, die NATO-Mitglieder werden könnten: der ehemaligen Sowjetrepubliken und vor allem der Ukraine. 

Auch das kann zu den Fragen gehören, die Russland unter seiner Sicherheit versteht. Denn das ist, wie Sie verstehen, reine Demagogie. Die Ukraine hat Russland in keiner Weise bedroht und wird Russland auch künftig nicht bedrohen, wenn Russland seine aggressiven Ansprüche gegenüber unserem Staat aufgibt.

Die Frage der Sicherheit für die Ukraine ist ebenfalls eine gute Frage. Wenn Russland bereit ist, diese Frage zu erörtern, kann es natürlich der Ansicht sein, dass es selbst einer der Garanten der ukrainischen Sicherheit sein sollte. Und das ist kein Scherz. Russische Beamte sagen ständig, dass der einzige Staat, der die Sicherheit der Ukraine garantieren könne, die Russische Föderation sei.

Ich schließe nicht aus, dass aus dieser Sicht zumindest ein Teil der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen als Garanten der ukrainischen Sicherheit auftreten könnte. Und für Putin könnte das Teil jener Tagesordnung sein, die für ein trilaterales Treffen zwischen Putin, Trump und Xi Jinping vorgeschlagen wurde. Das ist im Grunde eine durchaus realistische Möglichkeit, die er vorantreiben könnte.

Wir wissen nicht, inwieweit Xi Jinping bereit sein wird, einem solchen Treffen zuzustimmen. Denn sich vorzustellen, dass diese Situation für China in einer Weise interessant wäre, dass China ein tatsächlicher Garant der ukrainischen Sicherheit sein und beispielsweise die Verantwortung für neue Phasen russischer Aggression übernehmen wollte, fällt schwer.

Aber Russland könnte versuchen, genau jenen Sicherheitsmechanismus wiederherzustellen, den es bereits während früherer Verhandlungen vorgeschlagen hatte: Es gibt Sicherheitsgaranten, aber jeder von ihnen kann die Handlungen der anderen Garanten blockieren. Das bedeutet eine Rückkehr zu Minsk und Istanbul. Das kann durchaus ein Thema dieser Verhandlungen sein.

Könnten es Verhandlungen um der Verhandlungen willen sein? Ja. Ich habe bereits mehrfach gesagt, dass Putin auch den Wunsch haben könnte, Zeit bis zum Ende der Amtszeit Donald Trumps zu schinden. Und aus Sicht der Führung der Russischen Föderation könnte es jetzt, wenn man Trump vor den Zwischenwahlen nicht wenigstens irgendetwas gibt, zu einer Abkühlung der persönlichen Beziehungen zwischen den Präsidenten und der russisch-amerikanischen Beziehungen insgesamt kommen.

Deshalb lässt Putin einen Amerikaner frei, dem die Russen vorgeworfen hatten, ukrainischer Soldat gewesen zu sein und sich der Territorialverteidigung angeschlossen zu haben. Soweit ich mich erinnere, hatten seine Angehörigen genau das bestritten. Und natürlich ist diese Freilassung eines amerikanischen Staatsbürgers ein typisches Wahlgeschenk an Trump. So handeln Diktatoren immer, oder sie machen das Gegenteil. Beispielsweise ließen die iranischen Ajatollahs die amerikanischen Diplomaten, die während der Herrschaft Ajatollah Chomeinis als Geiseln genommen worden waren, am Tag der Amtseinführung Ronald Reagans frei. Auch das ist ein ganz typisches Vorgehen. Das ist der erste Punkt.

Der zweite Punkt ist das Versprechen von Verhandlungen.

Der dritte Punkt ist die Skizzierung einer gewissen Verhandlungsagenda, die Fragen der nationalen Sicherheit Russlands und der Ukraine betrifft und bei der die territoriale Frage offenbar nicht an erster Stelle steht. Auch das ist ein wichtiger Punkt: die Territorialfrage.

Nun zum nächsten Punkt. Der norwegische Ministerpräsident sagt, dass es erstmals Verhandlungen auf hoher Ebene geben könnte. Auch das ist ein sehr wichtiger Punkt. Wir wissen wiederum nicht, was Verhandlungen auf hoher Ebene aus Sicht des norwegischen Ministerpräsidenten bedeuten. Welche Person soll nun die russische Delegation leiten?

Uschakow sagt etwas anderes. Er sagt, dass der Delegation Militärangehörige angehören könnten und dass auch Medinski dabei sein könnte. Aber natürlich werde der russische Präsident im Verlauf weiterer Konsultationen über die Zusammensetzung der Delegation entscheiden.

Einige weitere Punkte können wir schlicht nicht kennen. Denn man kann jetzt ganz eindeutig sagen, dass die Teilnehmer der Verhandlungen optimistische Prognosen äußern, diese aber gleichzeitig überhaupt nicht konkretisieren. Wir hören nach diesem Treffen keinerlei konkrete Angaben vonseiten der ukrainischen Führung. Wir haben von Witkoff keine konkreten Kommentare gehört. Wir haben von Uschakow keine konkreten inhaltlichen Kommentare gehört.

Wir können lediglich eine gewisse Zurückhaltung der russischen Seite feststellen, die nicht gleich von vornherein sämtliche Vorschläge vollständig verwirft, die während Witkoffs Treffen mit Zelensky, Stubb und Støre unterbreitet wurden. Wir sehen, dass Russland bereit ist, den Verhandlungsprozess erneut aufzunehmen.

Aber wie oft hat Russland bereits solche Verhandlungsprozesse begonnen, die zu nichts führen? Denn andererseits sehen wir, dass die russischen Angriffe auf die Ukraine weitergehen, auch in diesen Minuten.

Gerade jetzt wird der Westen der Ukraine weiter beschossen, während wir diese Sendung machen. Wir haben auch von Luftalarm in Kyiv und einem Angriff auf Hostomel gehört. Es gibt Angriffe auf Burschtyn, Halytsch, Tschortkiw und Kalusch.

Das heißt, es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Russen auch nur für einen Augenblick den Krieg beenden wollen, geschweige denn einem Energiewaffenstillstand zustimmen würden. Keinerlei Anzeichen. Im Gegenteil: Russland beschießt die ukrainische Energieinfrastruktur mit großer Hartnäckigkeit.

Wenn es tatsächlich auf ein Ende des Krieges hinausläuft, wie Uschakow sagt, warum sollten die Russen dann die intensiven Angriffe mit russischen Drohnen und Raketen auf die ukrainische Energieinfrastruktur fortsetzen?

Und hier wird es übrigens sehr interessant sein zu sehen, wie sich die ukrainische Seite verhält. Werden wir vor diesen sogenannten Verhandlungen, die im November stattfinden könnten, Angriffe auf die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation selbst durchführen?

Wir verstehen sehr gut, dass die Russen jetzt ebenfalls erkennen, unter welchem Zeitdruck Donald Trump steht. Das ist nicht nur der Zeitdruck vor den Wahlen. Denn die Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten finden bereits am 3. November statt. Und bis zum 3. November lässt sich natürlich nichts entscheiden.

Aber es gibt noch einen weiteren wichtigen Zeitpunkt, an den wir denken müssen. Das ist der Januar 2027, wenn der neue amerikanische Kongress seine Arbeit aufnehmen wird. Und Trump könnte davon ausgehen, dass es ihm dann ganz sicher nicht mehr gelingen wird, vom Kongress irgendwelche Entscheidungen zu erreichen, die mit einer Verbesserung der amerikanisch-russischen Beziehungen zusammenhängen. Mehr noch: Die Kongressabgeordneten werden alles Mögliche und Unmögliche tun, um es der Regierung zu erschweren, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren, falls der russisch-ukrainische Krieg bis dahin nicht endgültig beendet ist.

Deshalb halte ich es durchaus für möglich, dass Trump tatsächlich ein Dokument über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges vorbereiten möchte, zumindest über seine Aussetzung, und zwar für Dezember 2026, zum G20-Gipfel, der in seiner Residenz bei Miami, in Mar-a-Lago und an anderen Veranstaltungsorten im Bundesstaat Florida stattfinden wird. Und möglicherweise könnte während dieses Gipfels auch ein Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation sowie des Staatspräsidenten der Volksrepublik China stattfinden, falls zuvor bereits das Treffen in Shenzhen stattgefunden hat.

Gleichzeitig könnte aus Trumps Sicht auch irgendeine russisch-ukrainische Erklärung unterzeichnet werden. Dabei hat Trump gesagt, dass Putin und Zelensky sich für die Unterzeichnung einer solchen Erklärung keineswegs unbedingt treffen müssten. Zelensky könnte in die Vereinigten Staaten kommen und mit Trump eine entsprechende Erklärung unterzeichnen, während Trump dieselbe Erklärung mit Putin unterzeichnet.

Übrigens möchte ich Sie daran erinnern, dass dies das Format des Getreideabkommens ist. Genau so haben wir während dieses Krieges ein einziges Mal eine Vereinbarung über den Getreidekorridor getroffen. Damals trafen sich die Vertreter der Russischen Föderation und der Ukraine nicht miteinander. Sie unterzeichneten getrennte Dokumente mit identischem Inhalt mit dem Präsidenten der Republik Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, die Garanten dieser Vereinbarung waren.

Und Trump ist offensichtlich bereit, genau diese Rolle zu übernehmen. Ich glaube nicht, dass es für ihn unbedingt notwendig ist, sich gemeinsam mit Putin und Zelensky fotografieren zu lassen. Zumal er sehr gut versteht, dass Putin ein solches gemeinsames Foto mit dem ukrainischen Präsidenten ganz sicher nicht will. Aber er braucht ein Abkommen, das die Kampfhandlungen aussetzt. Zumindest ein Waffenstillstandsabkommen, zumindest eine Vereinbarung, die auf die eine oder andere Weise als langfristiges Ende des Krieges interpretiert werden kann.

Und genau darauf möchte Trump offensichtlich den Verhandlungsprozess der nächsten Monate ausrichten. Genau deshalb übt er Druck auf die Ukraine aus und nicht auf Russland. Denn erstens verfügt er unter den Bedingungen, die nach dem Iran-Krieg auf dem weltweiten Energiemarkt entstanden sind, nicht über besonders große Möglichkeiten, Druck auf Russland auszuüben. Und das einzige Land, auf das er in dieser Situation Druck ausüben kann, ist nicht Russland, sondern die Ukraine.

Aber auch hier sind seine Möglichkeiten nicht besonders groß. Denn angesichts des Umfangs der amerikanischen Unterstützung und der Haltung der amerikanischen Gesellschaft zu dieser Unterstützung sind auch Trumps Möglichkeiten begrenzt. Sie sehen doch, dass unmittelbar nachdem der Präsident der Vereinigten Staaten mit seinen antiukrainischen Ausfällen begonnen hatte, die Geschwindigkeit von Starlink faktisch ohne förmliche Ankündigung gedrosselt wurde und eine Zeit lang keine Informationen über den Abschuss ballistischer Raketen durch die Russische Föderation weitergegeben wurden und so weiter. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio, der sich derzeit auf einer Asienreise befindet, sprach mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky, und all diese Maßnahmen im Zusammenhang mit der amerikanischen Hilfe wurden wieder aufgenommen.

Das heißt, vor dem Hintergrund, dass die Mehrheit der Amerikaner die Unterstützung der Ukraine weiterhin befürwortet und es für völlig logisch hält, dass ihr Staat diese Hilfe leistet, können wir in einer solchen Situation davon ausgehen, dass Trump nicht lautstark über die Einstellung der Unterstützung sprechen wird. Denn das könnte sich auf die Wahlchancen der Republikaner auswirken.

Übrigens könnte er nach dem 3. November offener sein, denn dann hat er bereits das Ergebnis erhalten, das er erhalten hat. Aber hier könnte ihm seine eigene Unbeliebtheit im Weg stehen. Und vergessen Sie nicht, dass sich nach dem 3. November im noch amtierenden Kongress, nicht im bereits neu gewählten, tatsächlich eine Mehrheit bilden könnte, die aus Demokraten und jenen Republikanern besteht, die nicht mehr über ihre Wiederwahl nachdenken müssen, weil sie ihre Sitze verloren haben oder für den neuen Kongress gar nicht kandidiert haben. Auch diese Menschen werden versuchen, mögliche prorussische Maßnahmen der Regierung zu blockieren, falls es solche Maßnahmen geben sollte.

Das ist also die zeitliche Frist für die Treffen, die jetzt stattfinden, bis zum Zusammentritt des neuen Kongresses. Obwohl die Situation für Trump auch hier nicht einfach sein wird. Und wir verstehen dann, dass nun sowohl Putin als auch Trump gleichzeitig Druck auf die Ukraine ausüben werden, damit sie mehr russischen Forderungen zustimmt, als sie sonst akzeptieren könnte, um dieses Abkommen im Dezember zu erreichen.

Und natürlich bedeutet das nicht, dass tatsächlich irgendetwas unterzeichnet oder wirklich vereinbart werden kann. Denn wir kennen Putins wahre Absichten nicht. Er könnte nicht an ein Abkommen denken, sondern gerade daran, dass Russland der Ukraine solche Bedingungen stellt, die für die ukrainische Führung unannehmbar sein werden. Aber schon die bloße Tatsache, dass diese Bedingungen diskutiert und angenommen oder abgelehnt werden, könnte Möglichkeiten zur Destabilisierung des feindlichen Staates schaffen.bDenn wir müssen daran denken, dass Putins Ziel der Vernichtung der Ukraine keineswegs verschwunden ist.

Übrigens möchte ich noch etwas sagen. Wir hören ständig, dass die ukrainische Führung keine Verhandlungen mit Russland führen wolle. Unsere verschiedenen Parlamentsabgeordneten und Experten veröffentlichen Friedenspläne und kritisieren Kyiv dafür, dass es keine Friedensverhandlungen führen wolle. Als würden wir grundsätzlich darüber entscheiden, ob Verhandlungen stattfinden oder nicht. Und das, obwohl vonseiten Kyivs ständig von der Notwendigkeit gesprochen wird, Verhandlungen zu führen.

Ständig wird von der Notwendigkeit gesprochen, einen Energiewaffenstillstand zu schließen. Zelensky sagt ständig, dass er bereit ist, die Ölraffinerien der Russischen Föderation nicht zu beschießen, wenn Russland aufhört, die ukrainische Energieinfrastruktur zu beschießen. Und nun können Sie sich selbst davon überzeugen: Sobald die Russen bereit sind, mit uns zu sprechen, sind wir bereit, mit ihnen zu sprechen.nNicht an die ukrainische Führung sollte man sich mit wichtiger Miene und den Worten wenden: „Warum führen Sie keine Verhandlungen? Es ist längst Zeit, diesen Krieg zu beenden. Die Menschen haben schon genug gelitten.“

Es hängt nicht von der ukrainischen Führung ab, wann Verhandlungen stattfinden und wann der Krieg beendet wird. Die Ukraine ist in diesem Krieg aus Sicht der Durchführung von Verhandlungen kein eigenständiger Akteur. Sie ist ein Akteur, wenn sie Russland durch die Zerstörung russischer Infrastruktur zum Frieden bewegen kann. Der entscheidende Akteur ist hier aber Russland.

Sobald Russland über Frieden sprechen will, sind wir immer bereit, mit ihm zu sprechen. Nur stellt sich danach zur Enttäuschung aller Beteiligten heraus, dass Russland gar nicht über Frieden spricht, nicht einmal über Kapitulation, sondern einfach Zeit schindet, um nicht von einer weiteren Runde amerikanischer Sanktionen getroffen zu werden. Dass es seine Verhandlungen mit der Ukraine oder seine Verhandlungen mit Witkoff als eine Art Instrument benutzt, um Sanktionen zu entgehen. Und das ist alles. Auch das muss man verstehen, wenn wir miteinander über die Situation im Verhandlungsprozess sprechen.

Wir haben es also mit einigen, würde ich sagen, ziemlich widersprüchlichen Punkten zu tun. Einerseits ist offensichtlich, dass Russland seine Verhandlungsposition verändert hat und nun zu wirklichen Verhandlungen bereit ist. Wirklich nicht im Hinblick auf das Ergebnis, sondern im Hinblick auf ihre Durchführung. Und es wird sogar von der Möglichkeit gesprochen, dass diese Verhandlungen auf einer höheren Ebene stattfinden werden als die früheren Verhandlungen, bei denen Medinski die Hauptrolle spielte.

Der nächste Punkt ist, dass nicht nur in den Vereinigten Staaten optimistisch über die Möglichkeit solcher Verhandlungen gesprochen wird. Nicht nur Kushner oder Witkoff, die immer Optimisten sind und immer von der Konstruktivität solcher Verhandlungen sprechen. Wir haben solche Worte sowohl von Witkoff als auch von Kushner in ihren sozialen Netzwerken gesehen.

Aber auch der norwegische Ministerpräsident spricht davon. Und er wäre wohl kaum bereit gewesen zu sagen, dass alles so gut und so konstruktiv sei, wenn Witkoff ihm nicht irgendwelche Vorschläge unterbreitet hätte, die der norwegische Ministerpräsident als tatsächliche Veränderungen im Verlauf der Verhandlungen zumindest zwischen den Vereinigten Staaten und Russland hätte wahrnehmen können.

Andererseits kennen wir die wahren Absichten der Russischen Föderation nicht. Was strebt sie jetzt an? Einen teilweisen Waffenstillstand, das Schinden von Zeit, oder hat Putin tatsächlich beschlossen, den Krieg zu beenden oder auszusetzen?

Und übrigens: Wozu? Wenn wir ständig hören, dass Russland sich auf einen Krieg mit Europa vorbereitet und dass es die Amtszeit Trumps als günstiges Zeitfenster für einen solchen Krieg betrachten könnte, dann muss es Ressourcen freisetzen. Das ist alles.

Übrigens möchte ich noch ein paar Worte sagen, damit Sie nicht glauben, ich hätte das übersehen: über den Skandal darum, dass Witkoff Putin öffentlich einen Humanisten genannt hat. Und das am Tag, nachdem wir erneut ukrainische Kinder gesehen hatten, die bei russischen Bombardierungen getötet worden waren.

Und dieser Skandal findet keineswegs nur bei uns statt. Jetzt wurde der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, JD Vance, der bekanntlich neben Marco Rubio einer der Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei ist, danach gefragt.

Wie reagierte JD Vance? Erwartungsgemäß. „Ich stimme zu, dass Steve Witkoff etwas Nettes zu einem Menschen gesagt hat, der gerade eine amerikanische Geisel freigelassen hat. Unabhängig davon, ob wir dieser Meinung zustimmen oder nicht. Steve Witkoff ist Diplomat. Seine Aufgabe ist es, dorthin zu fahren und ein Ergebnis zu erzielen“, sagte Vance. Nun wird dieses weitere Kompliment Witkoffs an Putin einfach als diplomatischer Erfolg im Zusammenhang mit der Freilassung eines amerikanischen Staatsbürgers betrachtet werden.

Ich denke, Sie verstehen selbst sehr gut, dass die Freilassung des amerikanischen Staatsbürgers eine der wichtigsten Aufgaben Trumps und Witkoffs zum gegenwärtigen Zeitpunkt war. Und ich bin übrigens überzeugt, dass Trump auch die Geschichte mit dem Diesel mit der Freilassung dieses Menschen in Verbindung gebracht haben könnte. Denn er kann eine solche Freilassung immer als einen wichtigen Teil seiner Arbeit als Präsident betrachten. Und natürlich auch seines Wahlkampfs. Ich erinnere daran, dass Trump die Freilassung von Menschen erreichen kann, die von den Amerikanern als Landsleute begrüßt werden, die aus den Gefängnissen autoritärer Regime befreit werden konnten. Vor Wahlen spielt das eine wichtige Rolle.

Nun gibt es bereits einen Kommentar von Volodymyr Zelensky zum Treffen Witkoffs mit den Russen. „Russland unterstützt Verhandlungen auf Delegationsebene“, sagt der ukrainische Präsident. Russland, die Vereinigten Staaten und die Ukraine könnten bereits Anfang November trilaterale Verhandlungen führen. Die USA schlagen vor, sie so schnell wie möglich abzuhalten. Das Hauptziel besteht darin, das Ende des Krieges näherzubringen und ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der drei Länder vorzubereiten.

Die Ukraine unterstützt einen Waffenstillstand, die Rückkehr der Gefangenen und andere humanitäre Initiativen. Aber Zelensky hat meiner Meinung nach völlig zu Recht daran erinnert, dass Russland bereits mehrfach Verhandlungen zugestimmt, danach jedoch seine Position verändert hat. Ich schließe keineswegs aus, dass es jetzt leider wieder genauso sein könnte. Und dass wir diese ganze Situation buchstäblich vor dem Hintergrund von Bombardierungen im ganzen Land diskutieren, im Süden, in Kyiv, im Westen, zeigt ebenfalls, dass es eine Sache ist, Verhandlungen auf Delegationsebene zu unterstützen, und eine ganz andere, über ein tatsächliches Ende des Krieges zu sprechen.

Nun gibt es noch eine weitere wichtige Information. Die Zeitung New York Times berichtet, dass die Kritik Volodymyr Zelenskys an Donald Trump bei Steve Witkoff und natürlich auch bei Jared Kushner Unzufriedenheit ausgelöst habe. Sie hätten dies während der Verhandlungen in Oslo angesprochen und Zelensky gesagt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten über diese Worte geradezu unglaublich wütend gewesen sei. Und Zelensky habe angeblich aus diesen Mitteilungen von Witkoff und Kushner seine Schlüsse gezogen.

Aber mir scheint, dass der ukrainische Präsident sehr genau wusste, worauf er sich einließ, als er das Verhalten des amerikanischen Präsidenten gegenüber der Ukraine in den vergangenen Wochen charakterisierte. Und ich sage Ihnen noch mehr: Wenn es dieses Verhalten nicht gegeben hätte, wenn Trump durch sein unverantwortliches Verhalten gegenüber der Ukraine nicht buchstäblich in eine Sackgasse geraten wäre, dann wäre all das ebenfalls nicht geschehen.

Denn Trump möchte, dass er zumindest in seinen Beziehungen zu Putin alles tun kann, was ihm gerade einfällt, ohne dass irgendjemand darauf achtet. Er möchte in den Augen der amerikanischen Öffentlichkeit nicht als jemand erscheinen, der die Ukraine verraten hat, wenn der ukrainische Präsident davon spricht. Und ein großer Teil seiner Gesprächspartner könnte dem zustimmen.

Wie Sie verstehen, hätte Rubio ohne all das nicht versucht, die Situation durch seine Gespräche mit Zelensky zu korrigieren. Vance hätte nicht versucht, die Situation zu rechtfertigen, indem er in seinem eigenen Interview die Fragen zum russisch-ukrainischen Krieg so vorsichtig kommentierte. Trumps engste Mitarbeiter würden sich nicht so vorsichtig zu den Vorgängen in den ukrainisch-amerikanischen Beziehungen äußern und nicht Zelensky für alles verantwortlich machen. Und selbst der Sprecher des Repräsentantenhauses würde nicht sagen, dass die hohen Kraftstoff- und Dieselpreise durch die Straße von Hormus verursacht werden und nicht durch ukrainische Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation, wie Trump zu behaupten versucht. Das ist also eine ganz reale Sache, die im Grunde zeigt, dass man beachten muss, was Trump in dieser Situation tut.

Und natürlich: Wenn gesagt wird, dass das Hauptziel des künftigen Delegationstreffens darin besteht, ein trilaterales Treffen zwischen Trump, Zelensky und Putin vorzubereiten, wie Zelensky sagt, dann scheint mir, dass gerade das nicht die Hauptidee sein wird. Ich sehe bei Putin bisher keinerlei Begeisterung für ein Treffen mit Zelensky. Obwohl ich glaube, dass Trump ein solches Treffen gerade beim G20-Gipfel in den Vereinigten Staaten gerne durchführen würde.

Aber mir scheint, wenn er sagt, dass Putin und Zelensky sich nicht unbedingt treffen müssten, dann erkennt auch Trump, dass es ein solches Treffen möglicherweise einfach nicht geben wird. Und das könnte für ihn ebenfalls akzeptabel sein, wenn am Ende ein Friedensabkommen unterzeichnet wird.

Das ist also diese Turbulenz. Ich habe Ihnen in unseren Sendungen der vergangenen Tage mehrfach gesagt, dass wir uns in einem Zustand völliger Turbulenz befinden, dass wir noch vieles sehen und vieles hören werden. Aber vergessen Sie nicht, dass man auch im Kreml versteht, dass dies Tage der Turbulenz sind. Und dass man dort auf diese Tage der Turbulenz nicht unangemessen reagieren darf, um Trump nicht wirkliche Gründe für Unzufriedenheit zu liefern und sich beispielsweise neue Sanktionen einzuhandeln.

Das sind also die ersten Skizzen dieser Verhandlungen, die in Sankt Petersburg stattgefunden haben. Ich denke, dass wir in den nächsten Tagen noch einige Einzelheiten erfahren werden. Zumindest die amerikanische Presse wird darüber berichten.

Ich werde auf einige Fragen antworten, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.

Frage: Wenn die Republikaner die Wahlen verlieren, wie wahrscheinlich ist eine Untersuchung der nicht öffentlich bekannten Maßnahmen der Trump-Regierung, mit denen Druck auf die Ukraine ausgeübt wurde, und welche Folgen könnte eine solche Untersuchung haben?

Portnikov: Ich versichere Ihnen, dass es im Repräsentantenhaus Dutzende Untersuchungen zu den Handlungen dieser Regierung geben wird, wenn die Republikaner die Wahlen verlieren. Und ich schließe keineswegs aus, dass einer der Untersuchungsbereiche die Geschichte dessen sein wird, was in diesen Tagen geschehen ist. Das könnte die Beteiligten noch einholen.

Wie könnte das geschehen? Ganz einfach. Wenn jemand der Ansicht ist, dass die Regierung Russland heimlich im Krieg gegen die Ukraine unterstützt und bestimmte Hilfen für die Ukraine ohne irgendwelche Beschlüsse und schriftlichen Anordnungen heimlich zurückgehalten hat und so weiter, dann könnten Personen zur Aussage unter Eid vor den Kongress geladen werden.

Und das könnte natürlich im Falle einer Falschaussage zu einer strafrechtlichen Verfolgung des amerikanischen Verteidigungsministers, des Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs oder von Personen aus der Regierung führen. Und das könnte schwerwiegende Folgen haben, beispielsweise den Rücktritt des Verteidigungsministers oder die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn.

Ich möchte Ihnen allerdings sagen, dass dies keineswegs das Hauptthema der Untersuchungen sein wird. Ich versichere Ihnen einfach, dass wir von Missständen in einem Ausmaß erfahren könnten, das wir uns nicht einmal vorstellen können.

Frage: Wir wissen, dass die Mehrheit der Amerikaner die Ukraine unterstützt. Aber wirkt sich das auf das Wahlverhalten aus? Die Demokraten sind ohnehin für uns, und die Republikaner werden sich nicht gerade wegen der Ukraine von ihren eigenen Kandidaten abwenden.

Portnikov: Erstens sollte man nicht glauben, dass jeder demokratische Wähler für uns und jeder republikanische Wähler gegen uns ist. Das ist überhaupt nicht so. Wir genießen gerade eine breite parteiübergreifende Unterstützung.

Aber die Wahrheit ist, dass die Ukraine-Frage weder für demokratische noch für republikanische Wähler an erster Stelle steht. Natürlich sage ich das immer wieder, wenn jemand behauptet: „Trump kann die Wahlsituation verändern, weil er uns nicht unterstützt.“ Das ist nicht so. Das stimmt nicht.

Die Wahrheit ist, dass sich die Unterstützung der Ukraine derzeit nicht so auf das tägliche Leben von Millionen Amerikanern auswirkt wie beispielsweise die Situation im Nahen Osten. Und übrigens versucht Trump ständig, das zu ändern. Trump selbst, wenn er sagt: „Nein, nicht der Nahe Osten ist der Grund dafür, dass Sie nicht genug Diesel oder Benzin kaufen können oder dass Sie dafür hohe Preise bezahlen. Nein, die ukrainischen Angriffe auf die russische Ölraffinerieindustrie sind die Ursache all Ihrer Probleme.“ Aber niemand glaubt das.

Und hier geht es nicht darum, ob jemand die Ukraine-Frage als vorrangig oder zweitrangig betrachtet. Es geht darum, dass die unentschlossenen Wähler, und gerade diese Menschen entscheiden die Wahlergebnisse in vielen amerikanischen Bundesstaaten, eine ganze Reihe von Fragen an Trump haben, die dazu führen könnten, dass sie nicht für einen republikanischen Kandidaten stimmen. Die Unterstützung oder Nichtunterstützung der Ukraine ist gewissermaßen ein Teil dieses gesamten Fragenkomplexes.

Frage: Wenn Marine Le Pen die Wahlen in Frankreich und die Alternative für Deutschland die Wahlen in Deutschland gewinnt, wie wird sich das auf die Unterstützung der Ukraine in Europa auswirken?

Portnikov: Bisher gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass die Alternative für Deutschland der Bildung einer Bundesregierung in Deutschland nähergekommen wäre. Erstens finden die Wahlen dort noch lange nicht statt. Zweitens haben die anderen Parteien keineswegs ihre Haltung aufgegeben, dass sie mit ihr keine Koalition bilden können.

Selbst wenn diese Partei also eine große Zahl von Stimmen im deutschen Parlament erhält, könnte sie vollständig in der Opposition bleiben. Und eine Regierung könnte beispielsweise von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Grünen gebildet werden. Dann gäbe es eben eine Dreierkoalition statt einer Zweierkoalition, einfach um die Ultrarechten aufzuhalten. Deshalb erscheinen all diese Vorstellungen, dass die Alternative für Deutschland in Deutschland kurz vor der Machtübernahme stehe, bisher nicht realistisch.

Ein Sieg Marine Le Pens erscheint realistischer. Aber ich glaube nicht, dass es für Marine Le Pen, wenn sie Präsidentin Frankreichs wird, so einfach sein wird, den Kurs der Europäischen Union zu verändern, wenn man die wirtschaftliche Situation Frankreichs selbst und seine Abhängigkeit von den Prozessen innerhalb der Europäischen Union berücksichtigt. Der Umfang der wirtschaftlichen, finanziellen und militärischen Hilfe Frankreichs für die Ukraine ist mit dem deutschen nicht vergleichbar.

Aber Marine Le Pen könnte versuchen, Einfluss auf den Umfang der gesamteuropäischen Unterstützung zu nehmen. Das stimmt, das könnte geschehen. Aber dafür muss sie erst noch gewinnen und ihr Amt antreten. Bis dahin ist es noch sehr lange.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass der zweite Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen am 2. Mai 2027 stattfinden wird. Überlegen Sie, wann das erst sein wird, was der 2. Mai 2027 überhaupt bedeutet und wie viele Ereignisse bis dahin noch stattfinden werden. Deshalb würde ich mich mit solchen Prognosen für einen so weit entfernten Zeitraum nicht beeilen.

Wir wissen überhaupt nicht, wie Europa aussehen wird, ob nicht bis 2027 irgendein neuer Konflikt beginnt. Sie haben, denke ich, gesehen, wie sich die Situation in der Welt nach Beginn des Iran-Krieges verändert hat. Wie Sie verstehen, werden bis Mai 2027, bis zu einem Machtwechsel in Frankreich, selbst wenn Marine Le Pen gewinnt, noch viele solcher Ereignisse stattfinden, deren Ausmaß Sie sich heute nicht einmal vorstellen können. Ich werde Ihnen in dieser Sendung nicht davon erzählen. Deshalb sollten Sie sich mit Prognosen nicht beeilen.

Frage: Kehren wir wieder zum Mai 2025 zurück, als Putin vorschlug, die Verhandlungen mit Russland wieder aufzunehmen, bei denen Medinski drohen wird: „Gebt den Donbas schon heute ab, damit ihr morgen nicht noch mehr verliert“?

Portnikov: Nein, ich glaube gerade, dass es anders sein könnte. Dass Uschakows Worte über die Sicherheitsfragen der Ukraine und Russlands gerade nicht vom Donbas sprechen, sondern von einem breiteren Ausmaß des Drucks auf die Ukraine, der gemeinsam von Amerikanern und Russen ausgeübt werden könnte. Wenn es nicht um den Vorrang territorialer Fragen gehen wird, sondern um den Vorrang von Sicherheitsfragen. Darum, dass die Ukraine zustimmt, den Frieden gegen die Rolle eines russischen Satelliten einzutauschen, unter Garantien der Vereinigten Staaten, dass die Ukraine ihre Staatlichkeit nicht verlieren wird. Und möglicherweise wird man versuchen, auch China daran zu beteiligen.

Ich sage nicht, dass es so kommen wird. Ich sage, dass die Russen zumindest ein solches Modell in Betracht ziehen könnten, im vollen Bewusstsein, dass, sobald Trump nicht mehr Präsident ist, auch all diese amerikanischen Garantien verschwinden werden und nur noch die Rolle eines russischen Satelliten übrig bleibt. Und das könnte eine solche Idee sein.

Frage: Erläutern Sie bitte den Zusammenhang zwischen den gegenwärtigen Verhandlungen und den Wahlen in den Vereinigten Staaten. Es sieht so aus, als würde Putin Trump die Illusion von Fortschritten vermitteln, aber wirkliche Fortschritte wird Trump bis zum 3. November nicht erleben.

Portnikov: Wer hat Ihnen denn gesagt, dass Trump bis zum 3. November eine Illusion von Fortschritten braucht? Er muss bis zum 3. November sagen können, dass die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unmittelbar bevorstehen, dass dabei erhebliche Fortschritte erzielt werden und dass Frieden erreicht wird. Und inzwischen hat sein Vertreter bei den Verhandlungen die Freilassung einer amerikanischen Geisel erreicht. Gut gemacht. Und Trump hat es auch gut gemacht. Und niemand außer Trump hat das geschafft.

Inzwischen liefert Russland Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt, was die Kraftstoffpreise bereits senkt und sie auch weiterhin senken wird, noch vor Beginn der Verhandlungen. Der Prozess läuft. Er kann nicht schnell sein. Aber Trump hat von Putin die Möglichkeit bekommen, sich mit seiner Rolle als Friedensstifter zu brüsten.

Putin hat nicht abgelehnt. Der Prozess der Vorbereitung der Verhandlungen läuft. Es werden die ersten ernsthaften Verhandlungen sein, die ersten Verhandlungen auf hoher Ebene. Ich zitiere jetzt nicht Trump, sondern den norwegischen Ministerpräsidenten. Sehen wir, was Trump selbst sagen wird.

Und ich wiederhole: Trumps Zeitdruck hängt nicht nur mit dem 3. November zusammen, sondern auch mit der Zeit im November, Dezember und Anfang Januar 2027. Auch das ist eine Zeit, in der er glauben könnte, dass er seine letzten Möglichkeiten hat, bestimmte Maßnahmen in den Beziehungen zu Moskau zu ergreifen.

Frage: Wenn Russland mit Europa Krieg führen will, soll es doch Krieg führen. Warum sollen die Ukrainer ein Schutzschild sein?

Portnikov: Die Ukraine ist kein Schutzschild, sondern ein potenzielles Aufmarschgebiet für einen solchen Krieg. Um Krieg gegen Europa führen zu können, muss Russland das Territorium der Ukraine erobern und dieses Territorium von einer illoyalen Bevölkerung befreien, die nicht bereit ist, die historische Rolle Russlands anzuerkennen.

Ihre Entscheidung, verehrter Zuschauer, betrifft also nicht die Frage eines Schutzschilds. Es geht darum, ob Sie in feuchter Erde liegen werden, während in Ihrem Haus ein Besatzer lebt, der bereit ist, Krieg gegen Europa zu führen, oder ob es Ihnen gelingt, zu überleben und die Staatlichkeit der Ukraine zu verteidigen. Das ist eine sehr einfache Entscheidung, vor der Sie schon bald stehen werden.

Frage: Wenn es jetzt keine intensiven Maßnahmen gibt, um Russland zum Frieden zu zwingen, wie wahrscheinlich ist es dann, dass die Armee und andere Sicherheitsorgane Trump folgen werden, falls Trump mit allen Mitteln an der Macht festhalten will?

Portnikov: Eine solche Wahrscheinlichkeit gibt es nicht. Die amerikanischen Institutionen sehen nicht wie Institutionen aus, in denen vor allem die Sicherheitskräfte alles entscheiden. Und angesichts von Trumps gegenwärtiger Popularität: Wer von den Menschen, die in diesen Institutionen dienen oder arbeiten, würde es riskieren, ihn zu unterstützen, wenn er gegen das Gesetz verstößt?

Frage: Glauben Sie, dass Witkoffs Besuch nicht eine Fortsetzung der Vereinbarung über den Erwerb von Lukoil war, getarnt als Friedensverhandlungen?

Portnikov: Witkoffs Besuch ist natürlich, wie jeder solche Besuch, eine Fortsetzung der Suche nach Möglichkeiten, die ausländischen Vermögenswerte von Lukoil an sich zu bringen. Zweifeln Sie nicht daran, dass Witkoff und Putin während dieses dreistündigen Gesprächs darüber gesprochen haben. Außerdem erschien erstmals bei russisch-amerikanischen Verhandlungen, ich glaube, ich habe das noch nicht erwähnt, Maxim Oreschkin.

Maxim Oreschkin ist stellvertretender Leiter der russischen Präsidialverwaltung und Berater des Präsidenten der Russischen Föderation. Er war früher stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung der Russischen Föderation und ehemaliger Minister für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation. Das heißt, dieser Mann ist tatsächlich für die russische Wirtschaft zuständig, denn in Russland wird, wie auch bei uns, alles vor allem in der Präsidialverwaltung entschieden.

Und nun erschien Oreschkin zum ersten Mal bei den Verhandlungen zwischen Putin und Witkoff. Das bedeutet, dass bei diesen Verhandlungen über sehr ernsthafte wirtschaftliche Fragen gesprochen wurde, wenn Putin dafür Oreschkin brauchte und nicht nur Kirill Dmitrijew. Denn Kirill Dmitrijews Aufgabe besteht darin, den Amerikanern Märchen aufzutischen, während Oreschkins Aufgabe darin besteht, konkrete wirtschaftliche Fragen zu lösen.

Sie müssen dort also über etwas sehr Ernstes gesprochen haben, wenn Oreschkin zu diesen Verhandlungen kam. Oder ist er etwa eigens nach Sankt Petersburg geflogen? Wissen Sie, dass das alles in Sankt Petersburg stattfindet? Es ist ja nicht so, dass Putin sagt: „Ach, wo ist denn unser Oreschkin? Fragen wir ihn doch mal.“ Das bedeutet, dass sie sich auf solche Verhandlungen vorbereitet haben. Und Oreschkin flog zusammen mit Putin nach Sankt Petersburg, um mit Witkoff zu sprechen.Dabei kann es um Lukoil gehen und um alles andere. 

Aber ich erinnere Sie daran, dass Witkoff ständig sagt, dass all diese Beziehungen erst nach dem Ende der Kampfhandlungen im russisch-ukrainischen Krieg zustande kommen und geregelt werden können. Das heißt, hier hat sich eine bestimmte amerikanische Position nicht verändert. Ein sehr wichtiger Punkt, wie mir scheint. Ich denke, dass auch Sie das sehr gut verstehen.

Aber dass der Wunsch, die Vermögenswerte von Lukoil zu erwerben, und überhaupt der Wunsch, irgendwelche Geschäfte mit Russland im Energiebereich und nicht nur dort zu machen, ein wichtiger Bestandteil des Handelns dieser Regierung ist, das muss ich meiner Meinung nach nicht immer wieder wiederholen. Denn das ist eine objektive Wahrheit, mit der auch wir umgehen müssen.

Und wir müssen verstehen, dass wir den Vereinigten Staaten aus Trumps Sicht trotz dieses gesamten Abkommens über ukrainische Mineralien, das bereits 2025 auf Initiative eben jenes Lindsey Graham unterzeichnet wurde, nicht so viel anbieten können, wie Putin ihnen anbieten kann.

Natürlich bedeutet etwas anzubieten noch lange nicht, dass man heiratet. Aber er bietet es an. Und wenn Trump sagt: „Wir haben der Ukraine Milliarden Dollar gegeben, und was haben wir dafür bekommen? Steigende Ölpreise?“, dann meint er genau das. Zweifeln Sie nicht daran.

Seien Sie deshalb sicher, dass dies erst der Beginn bestimmter Prozesse ist. Aber man kann nicht sagen, dass dies einfach eine Situation ist, die überhaupt zu keinen Veränderungen führen wird. Das heißt, wir spüren gewisse Korrekturen der russischen Position. Aber wir wissen nicht, womit diese Perspektiven und Korrekturen zusammenhängen. Ob tatsächlich mit dem Wunsch, die Kampfhandlungen irgendwann auf irgendeine Weise auszusetzen. Oder mit dem Wunsch, erneut Zeit zu schinden, in einer für Donald Trump so schwierigen Zeit vor den Wahlen und während der Bildung eines neuen Kongresses in den Vereinigten Staaten, der nach allen Anzeichen dem amtierenden amerikanischen Präsidenten gegenüber nicht wohlgesinnt sein wird.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін-Віткофф: перші підсумки | Віталій
Портников. 21.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 21.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Verhandlungen in Oslo: Die Ergebnisse | Vitaly Portnikov. 20.10.2026.

Heute fanden in Oslo Verhandlungen statt, bei denen der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky gemeinsam mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb mit dem Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, sprach. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der einigen Berichten zufolge derzeit an Grippe erkrankt ist, nahm telefonisch an diesem Gespräch teil.

Morgen wird Steve Witkoff in Sankt Petersburg mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, zusammentreffen, um ihm die abgestimmte Position der Vereinigten Staaten, der Ukraine und der europäischen Länder hinsichtlich eines möglichen Friedens in der Ukraine zu übermitteln.

Nach den Verhandlungen mit Witkoff trat Zelensky auf einer Pressekonferenz auf, auf der er sagte, dass die Versorgung der Ukraine mit Geheimdienstinformationen sowie die Geschwindigkeit von Starlink bereits wiederhergestellt seien. Er dankte der amerikanischen Seite dafür. Er betonte, dass Witkoff und, wie wir annehmen können, auch Kushner der Ukraine während der Verhandlungen in Oslo Sicherheitsgarantien angeboten hätten, die in ihrer Wirksamkeit mit Artikel 5 des NATO-Vertrags vergleichbar seien. Mir war das nie verständlich, weil ich nicht verstanden habe, warum Putin, der einem NATO-Beitritt der Ukraine gerade deshalb nicht zustimmt, damit Artikel 5 nicht zur Anwendung kommt, einer gesonderten Anwendung ähnlicher Garantien für die Ukraine zustimmen sollte. Aber das ist ein anderes Thema.

Wie dem auch sei, diese Konsultationen zwischen dem ukrainischen Präsidenten und dem amerikanischen Vermittler haben stattgefunden. Und wie man verstehen kann, soll Witkoff dem russischen Präsidenten dieselben Vorschläge unterbreiten, wenn sie sich morgen in Sankt Petersburg treffen.

Trump gibt unterdessen keine Ruhe. Als ich unser heutiges Gespräch plante, wollte ich gerade über diese Ergebnisse der Verhandlungen sprechen und darüber, dass sich die Situation, die sich nach dem bekannten Telefongespräch zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten und dem sogenannten Dieselgeschäft zwischen Donald Trump und Putin zugespitzt hatte, jetzt etwas verbessert hat. Aber wir sehen, dass Trump gerade im Oval Office spricht, und diese Rede wiederholt ihrem Inhalt nach im Grunde genau das, was er 2025 gesagt hat, als er versuchte, den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky davon zu überzeugen, den von Präsident Putin gestellten Kapitulationsbedingungen zuzustimmen. Genau dasselbe.

„Die Russen bewegten sich auf einer betonierten Autobahn mit 1.000 Panzern. Sie wären innerhalb von vier Stunden in der Ukraine gewesen, wenn sie mit der Höchstgeschwindigkeit der Panzer gefahren wären. Nichts hätte sie aufhalten können. Der Krieg wäre an einem einzigen Tag beendet gewesen. Aber dieser dumme General beschloss, nach rechts auf landwirtschaftliche Flächen abzubiegen und dann nach links in Richtung Kyiv zu fahren. Statt auf der Autobahn zu bleiben.“ Wer hat sich das für ihn ausgedacht? Warum erfindet er das ständig?

„Wir haben der Ukraine sehr viel Hilfe geleistet und dafür nichts bekommen außer Leid, Tod und kolossalen finanziellen Ausgaben. Die Ukraine sollte eine Vereinbarung anstreben, denn die USA haben dafür ein Vermögen ausgegeben, Europa hat ein Vermögen ausgegeben, Europa ist dessen bereits müde. Wenn sie keine Vereinbarung schließen, wird die Situation meiner Meinung nach letztlich viel schlimmer werden.“

Trump rechtfertigt Putin offen. „Einige Menschen leiden in einer Stadt, die von einem russischen Angriff getroffen wurde, oder so etwas, aber größtenteils sterben Soldaten.“ Im Grunde sehen wir, dass sich Trumps prorussische und völlig unrealistische Rhetorik nicht verändert. Aber Trump glaubt wahrscheinlich, dass er auf diese Weise Druck auf Zelensky ausübt, damit Zelensky gerade die russischen Friedensbedingungen akzeptiert, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt.

Und es entsteht der Eindruck, dass selbst in der Trump-Regierung bereits erkannt wird, wie gefährlich das für die Republikaner ist und wie sehr es ihre Positionen untergräbt. Deshalb sprach der amerikanische Außenminister Marco Rubio heute mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky und gab anschließend ein Interview, in dem er betonte: „Alles, was das Verteidigungsministerium in Bezug auf die Ukraine getan hat, hat sich nicht verändert, es bleibt unverändert. PURL, das Programm, bei dem Waffen an die Europäer verkauft werden und diese sie an die Ukraine weitergeben, bleibt unverändert. Der Austausch von Geheimdienstinformationen bleibt bestehen. Trump hat eindeutig erklärt, dass er keinerlei Anordnungen erteilt hat, diese Hilfe einzustellen. Nichts hat sich verändert, überhaupt nichts. Ich sehe Berichte über Veränderungen, aber das entspricht nicht der Wirklichkeit, das ist nicht wahr.“

Da haben Sie es. Eine ziemlich einfache Geschichte. „Der Ukraine wird nichts absichtlich vorenthalten. Wenn es um Patriots geht, handelt es sich einfach um eine Abwägung zwischen den Verpflichtungen gegenüber unseren Partnern und, offen gesagt, unseren eigenen Standards und Anforderungen an die Bestände.“ Und all das sagt Rubio. Während Trump erneut betont, wie es seiner Meinung nach sein sollte.

Was geschieht tatsächlich aus der Sicht der ukrainischen Position? Im Grunde befindet sich Trump in einer politischen Umklammerung. Er nähert sich den Zwischenwahlen. Und mit jedem neuen Tag sinken die Umfragewerte der Republikaner, während die der Demokraten steigen. Dabei geht es bereits nicht mehr nur um das Repräsentantenhaus, sondern auch um den Senat. Trump versteht sehr gut, dass Untersuchungen seiner Tätigkeit für ihn, seine Familienmitglieder und sein engstes Umfeld katastrophal sein könnten. Gerade deshalb können Menschen wie Rubio oder Vance, die wissen, dass sie davon nicht betroffen sein werden, es sich leisten, von Trumps Linie abzuweichen und den amerikanischen Präsidenten schon heute beinahe in seinem eigenen Schmutz zu ertränken. Stellen wir uns vor, wie sie sich morgen verhalten werden.

Trump muss etwas unternehmen. Sie könnten fragen: Was? Das ist eine gute Frage. Nun, er würde gerne die Kraftstoffpreise senken und demonstrieren, dass er ein Friedensstifter ist.

Im Nahen Osten wird das alles nicht gelingen. Dort lohnt es sich derzeit überhaupt nicht, über irgendetwas nachzudenken, zumal auch in Israel selbst jetzt, würde ich sagen, richtungsweisende Parlamentswahlen anstehen. Und Trump könnte noch befürchten, dass er Benjamin Netanjahu als Partner verliert und der nächste israelische Ministerpräsident bestimmte Bedrohungen völlig anders beurteilen könnte.

Also muss zumindest der Krieg gegen die Ukraine beendet werden. Das würde wiederum ermöglichen, die Sanktionen gegen die Russische Föderation aufzuheben, ihr Öl und ihre Erdölprodukte auf den legalen Markt zu bringen und damit die Belastung zu verringern, unter der dieser Markt aufgrund der faktischen Kontrolle Irans über die Straße von Hormus steht. Und dabei wird es sich, wie Sie verstehen, nicht mehr um die 300.000 Tonnen Kraftstoff handeln, über die Putin sich kürzlich mit Trump geeinigt hat.

Auf wen kann Donald Trump in dieser Situation Druck ausüben? Wirkliche Möglichkeiten, Druck auf Russland auszuüben, die Russland zur Beendigung des Krieges zwingen würden, hat der Präsident der Vereinigten Staaten nicht besonders viele, wie ich seit den Wahlen von 2024 immer wieder gesagt habe. Wenn wir die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation sowie ihre Energie- und militärisch-industrielle Infrastruktur zerstören, üben wir auf Russland tatsächlich einen viel größeren Einfluss aus als alle amerikanischen Sanktionen zusammengenommen. Denn Russland pfeift auf diese Sanktionen, solange es sein Öl und Gas nach China und Indien verkaufen kann. Wenn wir aber ihre Häfen bombardieren und sie kein Öl mehr exportieren können, wenn sie ihre Bohrlöcher stilllegen müssen, wenn sie ihre Ölraffinerien lange reparieren müssen, dann ist das tatsächlich ein Problem.

Wer bleibt also in dieser Situation übrig, auf den Trump Druck ausüben kann? Die Ukraine. Trumps gesamte Rhetorik richtet sich an uns. „Los, kapituliert.“ Aber hier müsste man eine andere Frage stellen: Wie sehr brauchen der Präsident der Russischen Föderation, der russische Staat, die russische Armee und auch das russische Volk unsere Kapitulation? Ich werde nicht müde, immer wieder daran zu erinnern, dass wir nicht zwischen Widerstand und Kapitulation wählen, sondern zwischen Widerstand und Vernichtung. Vernichtung ist keine Kapitulation. Sie bedeutet Vertreibung und Tod. Mögen die Scharen russischer Bots und ukrainischer nützlicher Idioten, von denen es auf ukrainischem Boden schon immer reichlich gab, versuchen, Sie von etwas anderem zu überzeugen. Aber Sie müssen sich das für Ihr ganzes Leben merken.

Die Situation ist also die, dass Trump zur Kapitulation der Ukraine bereit ist, nicht aber zu ihrer Vernichtung, denn diese würde ihm keinerlei Vorteile bringen. Was bedeutet die Kapitulation der Ukraine aus Trumps Sicht? Die Übergabe der Kontrolle über die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie die Krim an Russland und die Anerkennung dieser Kontrolle. Die Anerkennung der russischen Souveränität über die Krim durch die Vereinigten Staaten. Trump scheut sich nicht, das zu sagen. Er sagt: „Putin wird dort einen gewissen Teil des Eigentums bekommen, das er erobert hat.“

Dazu gehört ein neutraler Status der Ukraine. Sowohl Trump als auch sein Vizepräsident JD Vance, der sich anscheinend bereits darauf vorbereitet, Trumps Platz sogar ohne Wahlen einzunehmen, sagen, dass sie nicht sicher seien, ob die Ukraine NATO-Mitglied sein sollte. Obwohl wiederum aus Sicht der formalen Logik völlig unverständlich ist, von welchen Garantien auf dem Niveau von Artikel 5 hier überhaupt noch die Rede sein kann.

Es geht um Neutralität, um die russische Sprache und die russische Kirche und um russischen Einfluss in der Ukraine. Selbst trotz dieses grausamen Krieges glaubt Trump, Zelensky müsse eine solche Kapitulation akzeptieren und die Ukrainer müssten ihr zustimmen, unter der Drohung, dass die amerikanische Unterstützung endgültig eingestellt wird.

Wir können darüber sprechen, dass ein solcher Zustand für die Ukrainer unangemessen und inakzeptabel wäre. Aber jetzt geht es nicht um die Ukrainer, die für Trump in dieser Geschichte keine eigenständigen Akteure sind. Es geht um den Menschen, den er als Akteur betrachtet. Das ist Putin. Und nun stellt sich die Frage: Braucht Putin die ukrainische Kapitulation? Nein. Putin braucht die Vernichtung der Ukraine.

Denn diese langjährigen Bemühungen dauern, wie ich Sie erinnern möchte, nicht einmal nur viereinhalb Jahre, sondern zwölf Jahre. Und nicht einmal zwölf Jahre, sondern 26 Jahre von Putins Herrschaft. Denn Putin begann buchstäblich vom ersten Tag seiner Amtszeit als Präsident der Russischen Föderation an, sich mit der Vernichtung der Ukraine zu beschäftigen.

Erinnern Sie sich: Koltschuga, Tusla, der Maidan von 2004 und der Versuch, Janukowytsch auf den Präsidentensessel zu setzen. Die Revanche von 2010. Das Jahr 2013. Die Absage an die europäische Assoziierung. Die Annexion der Krim 2014. Der Krieg im Donbas. Die Diskreditierung der Regierung nach dem Maidan und die direkte Beteiligung Putins und Russlands am politischen Prozess von 2019, als sie alles Mögliche unternahmen, um eine Revanche zu erreichen, und verloren. Das alles war Putin während dieser 26 Jahre.

Die Umgehungsgaspipelines, deren Bau Putin Alexej Miller buchstäblich vom ersten Tag an auftrug, als dieser Vorstandsvorsitzender von Gazprom wurde. Nord Stream 1, Turkish Stream, Nord Stream 2 – das alles diente der Eroberung der Ukraine. Denn diese Gaspipelines sollten Russland niemals Gewinne bringen. Sie wurden gerade dafür gebraucht, um sich später rücksichtslos in ukrainische Angelegenheiten einzumischen und der Ukraine den Verzicht auf ihre Staatlichkeit zu diktieren.

Und nun sagt man Putin nach 26 Jahren solcher Bemühungen und Niederlagen, sowohl 2004 als auch 2014 und im Grunde auch 2019: „Gut. Nimm dir die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja zusammen mit der Krim und verschwinde wieder in deine Höhle.“

Nun, das ist eine Beleidigung, das ist einfach eine Verhöhnung durch einen alten Mann aus Washington. Der obendrein bereits seinen Einfluss verliert und in zwei Jahren nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten sein wird. Auf wen hören wir da? Was will er überhaupt?

Deshalb glaube ich, dass Zelensky all diesem Unsinn gegenüber Respekt gezeigt hat. Er hörte Witkoff zu. Er sagte, dass die Ukraine bereit sei, ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Russischen Föderation einzustellen, falls Russland aufhöre, die Energieinfrastruktur der Ukraine anzugreifen. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor?

Morgen wird Witkoff zu Putin reisen, sich mit ihm in Sankt Petersburg treffen, und Putin wird diesen Plänen der amerikanischen Regierung erneut nicht zustimmen. Was wird dann tatsächlich geschehen? Wie wird Trump sich verhalten? Wie werden sich die Vereinigten Staaten verhalten? Nun, das ist eine gute Frage.

Mir scheint, die wichtigste Frage ist nicht, ob es Witkoff gelingen wird, mit Putin Frieden zu vereinbaren. Ich glaube, diese Idee muss man sich als Hirngespinst aus dem Kopf schlagen, denn Putin will keinen Frieden. Mir scheint, man sollte auch nicht darüber diskutieren, ob Witkoff mit Putin über die Kapitulation der Ukraine sprechen kann. Auch diese Idee muss man als Hirngespinst verwerfen. Nicht einmal deshalb, weil wir heute eine solche Kapitulation nicht wollen, sondern weil der Präsident der Russischen Föderation, sein Volk und seine Armee sie nicht brauchen.

Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, zu verstehen, wie Trump handeln wird, wenn Putin ihn erneut zum Teufel schickt. Das ist das Interessanteste. Und Trump hat sich mit seinem Druck auf die Ukraine bereits richtig in Fahrt gebracht. Wird er diesen Druck einstellen? Wird er aufhören, all den erstaunlichen Unsinn zu erzählen, den er erzählt? Oder wird er weitermachen? Das ist das Interessanteste, was man in dieser Situation verstehen muss.

Denn Witkoff trifft sich mit Putin, und Putin sagt: „Nein, das ist für uns inakzeptabel.“ Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, hat bereits gesagt, dass Russland keinerlei Zugeständnisse machen werde. Keine. Sie sind absolut davon überzeugt, dass sie die Vernichtung der Ukraine erreichen und unser Territorium in ein Gebiet verwandeln werden, das für unser Leben ungeeignet, aber für das Leben russischer Siedler geeignet ist, die bereits ihre Koffer packen.

Das ist die Frage: Was geschieht danach? Denn wenn Zelensky Trump zustimmt, dass es Friedensbedingungen gibt, dass die Amerikaner diese vorschlagen und wir sie akzeptieren, dass wir zu diesem, jenem und noch anderem bereit sind, während die Russen zu überhaupt nichts bereit sind – was macht Trump dann?

Wenn er sieht, dass Putin ihn vor dem 3. November erneut durch den Dreck gezogen hat. Ihn gründlich durch den Dreck gezogen hat. Wird er dann einsehen, dass er der Ukraine doch die Patriots geben muss, die Pete Hegseth derzeit vor uns zurückhält? Natürlich nicht aus eigenem Antrieb. Wir verstehen, dass Hegseth in seinem Leben keinerlei selbstständige Entscheidungen trifft, dass das alles Trump ist.

Oder werden wir vielleicht Tomahawks bekommen? Oder wird man uns vielleicht dabei helfen, die russische Energiewirtschaft und Wirtschaft so gründlich zu zerstören, dass von ihr nichts mehr übrig bleibt, wenn Putin Trump schon auslacht? Oder wird Trump weiter auf Putin hoffen? Welchen Sinn hätte es noch, auf ihn zu hoffen?

Man muss verstehen, dass Trump nach dem 3. November, selbst bevor der neue Kongress seine Arbeit aufnimmt, nicht mehr viel Zeit dafür haben wird, Putin zu helfen. Selbst der dann noch amtierende Kongress, der sogenannte Lame-Duck-Kongress, in der Zeit von November 2026 bis Januar 2027, könnte sich bereits gegen Trump stellen.

Denn dort werden Republikaner sitzen, die verstehen, dass er ihnen nur Probleme bereitet, und die nicht wieder in den Kongress gewählt wurden. Wenn sie den Kongress verlassen müssen, werden sie wissen, dass sie nicht mehr von Trump abhängig sind. Sie können Gesetzentwürfe verabschieden, die im Grunde allen Absichten des amerikanischen Präsidenten widersprechen, auch denen im Zusammenhang mit den russisch-amerikanischen Beziehungen.

Einige Republikaner im Repräsentantenhaus verbergen ihre kämpferische Haltung nicht. Das ist, wie Sie verstehen, der interessanteste Punkt. Was wird geschehen, nachdem Putin erneut sämtliche Vorschläge Trumps zurückgewiesen hat? Das interessiert mich mehr.

Aus logischer Sicht müsste Putin Trump zumindest für eine gewisse Zeit etwas geben, das Trump als seinen Erfolg präsentieren könnte. Nun, beispielsweise könnte es um einen Energiewaffenstillstand gehen. Was verliert Putin im Grunde durch einen Energiewaffenstillstand? Eigentlich verliert er nichts, wenn man es genau betrachtet.

Nun, dann greift er drei oder vier Wochen lang die ukrainische Energieinfrastruktur nicht an. Aber auch die Ukraine wird seine Energieanlagen nicht angreifen und ihm dadurch ermöglichen, die Reparaturen zu beschleunigen und die Menge des exportierten Kraftstoffs zu erhöhen, der für die Fortsetzung des Krieges auch in den kommenden Jahren gebraucht wird. Und Trump wird als Friedensstifter dastehen.

Nach dem 3. November, nach dem 10., gut, kann man das alles wieder aufnehmen und die Ukraine beschuldigen, den Energiewaffenstillstand gebrochen zu haben. Putin beherrscht das alles.

Die Frage ist, wie weit er zu all dem bereit sein wird. Denn es gibt die Logik der Politik, und es gibt die Logik von Putins Verhalten. Er könnte der Ansicht sein, dass er Trump bereits einmal ausgenutzt hat und ihn nicht mehr braucht. Und deshalb könnte er die Gefühle seines amerikanischen Kollegen völlig ignorieren.

Und er wird nichts tun, was zeigen würde, dass Trump in dieser Angelegenheit wenigstens irgendeinen Erfolg erzielen konnte. Er wird weder als Friedensstifter dastehen, noch werden die Kraftstoffpreise sinken. Und es wird ihm schwerfallen, Zelensky die Schuld zu geben, der allen amerikanischen Vorschlägen zustimmen wird, statt Putin, der keinem dieser amerikanischen Vorschläge zustimmen wird.

Nun, im Grunde muss man sagen, dass die Teilnehmer dieser Pressekonferenz mit Zelensky, wie Sie verstehen, sehr vorsichtig waren. Der finnische Präsident sagte: „Nun ja, wir haben bestimmte Rahmenbedingungen für einen Frieden besprochen, wir werden sehr vorsichtig sein.“

Und dass Witkoff, genau das ist es, wovon ich spreche, „Putin einen Plan für einen teilweisen Waffenstillstand vorschlagen wird, der den Schutz der Energie- und Nahrungsmittelinfrastruktur vorsieht“. Also etwas, dem Putin bereits mehrfach nicht zugestimmt hat.

Ich erinnere Sie daran, dass er die Idee eines Energiewaffenstillstands als absurd bezeichnet hat. Nun stellt sich auch die Frage, inwieweit ihm diese Idee jetzt nicht mehr absurd erscheinen wird. Das ist doch die wichtigste Frage.

Jedenfalls sagt der finnische Präsident, dass die Verhandlungen zwischen Zelensky und Trumps Gesandten gut und konstruktiv gewesen seien. Niemand will sich also mit dem amerikanischen Präsidenten streiten. Alle sprechen von Fortschritten.

Übrigens könnte gerade jetzt noch ein weiteres Treffen stattfinden. Ein Treffen von Vertretern der Ukraine, Norwegens und Finnlands mit den nationalen Sicherheitsberatern der Europäischen Union, der NATO, Großbritanniens, Deutschlands und Italiens.

Das heißt, auf unserer Ebene, sagen wir, auf der Ebene der Ukraine und des Westens, gibt es Fortschritte. Auf russischer Ebene bleibt alles beim Alten. „Wir sind bereit, Ihnen zuzuhören, aber wir haben nicht die Absicht, politische Zugeständnisse zu machen“, sagt Lawrow.

Wie soll ein solcher Verhandlungsprozess überhaupt funktionieren? Nun, im Grunde müssen wir nicht lange warten. Man kann alles Mögliche tun, um Russland in der Ukraine zu entlarven, um zu zeigen, dass Putin nichts will, um Trump dazu zu bringen, unsere Unterstützung zu verstärken, weil es keine andere Alternative gibt.

Und dann kann man durch Druck auf Russland, auch durch militärischen Druck, Putin zum Abschluss eines wirklichen Friedens zwingen. Das ist die Logik der Situation, die mir am wichtigsten erscheint.

Und man sollte nicht glauben, dass in Russland alles so wunderbar läuft. Eine Nachricht, die buchstäblich in den letzten Minuten erschienen ist und auf die ich an Ihrer Stelle, liebe Freunde, aufmerksam achten würde: Russland hat angesichts des wachsenden staatlichen Haushaltsdefizits die größte Verkaufsaktion von Gold aus den staatlichen Reserven seit 1998 durchgeführt. Das sind Informationen der Zentralbank der Russischen Föderation. Im September verringerte sich der russische Goldbestand um weitere sechs Tonnen. Seit Dezember 2025 hat Russland etwa 62 Tonnen Gold verkauft. Der Gesamtumfang der Reserven sank auf den niedrigsten Stand seit Ende 2019. Die Verkäufe hängen mit der Verwendung von Mitteln des Nationalen Wohlstandsfonds zur Deckung des Haushaltsdefizits zusammen, das 2026 7,3 Billionen russische Rubel erreichen wird.

Wenn wir also sagen, Putin würde diesen Krieg gerne möglichst schnell beenden, dann sind wir der Wahrheit sehr nahe. Er könnte diesen Krieg tatsächlich gerne schneller beenden wollen. Nur besteht seine Vorstellung von einem Kriegsende darin, dass es ihm gelingt, die Ukraine schnell zu vernichten und uns schnell dazu zu zwingen, ihm unser eigenes Territorium, unser eigenes Zuhause, unser eigenes Land zu überlassen. Ihm und seinen Anhängern aus Russland.

Das ist die ganze Situation, die sich jetzt rund um dieses Treffen entwickelt. Noch einmal: Diese Situation ist nicht abgeschlossen, denn morgen werden wir über die Ergebnisse von Witkoffs Aufenthalt in Russland sprechen können. Obwohl, wie wir wissen, in der Regel keinerlei wirkliche Ergebnisse veröffentlicht werden, nachdem Witkoff sich mit Putin getroffen hat. Zumindest ist das bisher kein einziges Mal geschehen.

Und es ist klar, dass wir bis zum 3. November weiter in einer Welt unsinniger Äußerungen Trumps leben werden. Hier ist wieder eine Erklärung, die er abgegeben hat: „Ich glaube nicht, dass Zelenskys Volk das noch länger hinnehmen wird. Er muss eine Vereinbarung schließen. Zelensky hätte bereits im März 2025 eine vorteilhafte Vereinbarung schließen können. Damals hätte er viel bessere Bedingungen aushandeln können als diejenigen, mit denen er heute rechnen kann.“

„Sie erinnern sich doch, dass im März 2025 überhaupt alle Voraussetzungen für den Abschluss einer russisch-ukrainischen Vereinbarung bestanden und Putin damit einverstanden war“. Das ist reine Mythologie, aber Trump hält an dieser Mythologie fest.

Und dass er sagt, Zelenskys Volk werde das nicht hinnehmen, ist genau dieselbe russische Propaganda, die sich derzeit in den sozialen Netzwerken ausbreitet. Es sind genau dieselben berühmten Yandex-Bots und ukrainischen nützlichen Idioten, die sagen: „Man muss den Krieg unter allen Bedingungen beenden. Aber die ukrainische Regierung will ihn nicht beenden.“

Das heißt, die Geschichte mit der russischen Propaganda von 2019 wiederholt sich. Sie geben nicht einmal Geld für irgendwelche anderen Narrative aus. Sie haben lediglich gelernt, sich mithilfe künstlicher Intelligenz auf Ukrainisch auszudrücken. Und das ist im Grunde alles.

Das Einzige, was noch geschehen könnte, ist, dass Witkoff den Amerikaner Hubbard aus Moskau mitbringt, den russische Soldaten gefangen genommen haben, einen Amerikaner, der auf der Seite der Ukraine gekämpft hat. Vielleicht könnte das zu einem wirklichen Ergebnis werden. Es handelt sich um einen sehr alten Menschen, er ist 72 Jahre alt. Und natürlich ist die Freilassung jedes Amerikaners, der auf der Seite der Ukraine gekämpft hat oder sich überhaupt in einem russischen Gefängnis befindet, für Trump vor den Wahlen ein wichtiger Punkt.

Das ist eine erste Skizze dieses erneuten, würde ich sagen, Verhandlungsprozesses zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine, nicht zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten.

Ich werde auf einige der Fragen antworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden, natürlich nur auf einige davon.

Frage: Warum ist Witkoff Ihrer Meinung nach nicht gemeinsam mit den Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Norwegens und Finnlands zur Pressekonferenz erschienen?

Portnikov: Nun, offensichtlich, weil er nach Sankt Petersburg geflogen ist. Vielleicht hat er einen solchen Zeitplan. Und außerdem glaube ich, dass Witkoff unangenehme Fragen vermeiden wollte. Er könnte aus jener Pressekonferenz, an der er in Kyiv teilgenommen hat, seine Schlüsse gezogen haben, als ihm und Kushner sehr unangenehme Fragen gestellt wurden. Nach einer solchen kalten Dusche möchte man diesen Journalisten nicht noch einmal begegnen. Er ist schließlich nicht Trump, der auf jede Frage reagiert.

Frage: Erklären Sie, welchen Sinn all diese Verhandlungen haben, wenn doch offensichtlich ist, auf wessen Seite Trump steht. Er hat seine Maske fallen lassen, das haben Sie selbst gesagt. Was diskutieren wir hier überhaupt, worauf hoffen wir?

Portnikov: Nun, ich versuche doch schon seit 30 Minuten, das zu erklären. Erstens unterstützen die Vereinigten Staaten die Ukraine weiterhin mit Geheimdienstinformationen und Starlink, und wir sprechen weiterhin über Patriots.

Welche ideologischen Bewertungen wir auch immer über die Tätigkeit des Präsidenten der Vereinigten Staaten abgeben, er muss trotzdem die amerikanische öffentliche Meinung berücksichtigen.

Donald Trump steht seit dem ersten Tag seiner politischen Karriere auf Putins Seite. Aus der Sicht von Verschwörungstheorien, dass er dort angeworben worden sei, oder aus der Sicht dessen, worüber ich kürzlich gesprochen habe, dass er einfach ideologische Gemeinsamkeiten mit dem Präsidenten der Russischen Föderation hat.

Dass wir eine Welt erleben, in der ultrarechte Politiker bald mit ultralinken konkurrieren werden, eine Welt Adolf Hitlers und Josef Stalins, gewissermaßen ins 21. Jahrhundert übertragen.

Aber das bedeutet nicht, dass wir außer Acht lassen dürfen, dass die Vereinigten Staaten uns weiterhin wichtige Unterstützung leisten, die wir nicht zurückweisen sollten. Deshalb führen wir Verhandlungen mit Witkoff, um Trump keinen Anlass zu geben, uns die Unterstützung zu verweigern.

Wir können ganz ruhig über alles Mögliche sprechen, in dem Wissen, dass die Russische Föderation in den nächsten schweren Jahren nicht einmal daran denken wird, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Eine solche Perspektive existiert nicht.

Es sei denn, es gelingt uns, die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Russischen Föderation durch die Bombardierung ihres terroristischen Territoriums – oh, das klingt gut – so weit zu verringern, dass sie zum Frieden bereit sein wird.

Aber glauben Sie mir, wenn die Russen zum Frieden bereit sind, brauchen sie weder irgendwelche Trumps noch irgendwelche Witkoffs.

Frage: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die USA genug Verstand aufbringen, um Trump nicht zu erlauben, einen Bürgerkrieg zu entfachen?

Portnikov: Ich glaube, dass die Stärke der amerikanischen Institutionen derzeit realer ist als die Popularität Donald Trumps. Deshalb glaube ich nicht, dass es einfach so in einem Bürgerkrieg enden würde, wenn Trump beschließen sollte, die Ergebnisse der Kongresswahlen nicht anzuerkennen. Und ich glaube auch nicht, dass er überhaupt so weit gehen wird. Absichten mag es geben, Möglichkeiten gibt es nicht.

Frage: Was die Vereinigten Staaten betrifft: Warum stellen die Demokraten Ihrer Meinung nach bei Wahlen extrem linke Kandidaten auf, und das auch noch in roten Bundesstaaten, wo sie wahrscheinlich nicht gewinnen werden?

Portnikov: Nun, vielleicht stellen sie sie gerade deshalb in roten Bundesstaaten auf, wo sie nicht auf einen Sieg hoffen. Aus dem einfachen Grund, dass sie, ich würde sagen, eine Alternative zu den Alternativen zeigen wollen.

Und auch innerhalb der Demokratischen Partei verstärken sich linksradikale Stimmungen. Das ist ein völlig normales Ergebnis der Reaktion auf die Verstärkung rechtsradikaler Stimmungen in der Republikanischen Partei.

Den linksradikalen Strömungen gehört in den Vereinigten Staaten überhaupt die politische Zukunft. Denn Menschen, die bereit sind, für Rechtsradikale zu stimmen, können jederzeit für Linksradikale stimmen. So ist die menschliche Psychologie nun einmal beschaffen.

Ein roter Bundesstaat wird gerade dann blau werden, wenn ein Wähler eines rechtsradikalen Senators oder Kongressabgeordneten eine linksradikale Alternative sieht.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass Tucker Carlson einen linksradikalen demokratischen Kandidaten im Bundesstaat Michigan unterstützt. Und er sagt, dessen Programm sei der wahre Trump, während der heutige Trump nicht der wahre Trump sei.

Nun, da haben Sie die Antwort auf Ihre Frage. Wer bereit ist, für einen Ultrarechten zu stimmen, wird irgendwann zwangsläufig auch für einen Ultralinken stimmen. Das wird aus wahlstrategischer Sicht völlig richtig gemacht.

Frage: Wie viele zusätzliche Jahre hat Trump Russland durch seine Ideen ermöglicht, den Krieg fortzusetzen?

Portnikov: Ich glaube, gar keine. Denn alles hängt von der Menge der russischen Ressourcen ab. Trump hat keine der Sanktionen gegen die Russische Föderation aufgehoben, die sein Vorgänger eingeführt hatte. Das derzeitige Graham-Gesetz erlaubt es nicht, diese Sanktionen aufzuheben.

Wir haben von den Vereinigten Staaten Militärhilfe erhalten. Natürlich könnte man annehmen, dass unser Widerstand gegen die russische Offensive wirksamer gewesen wäre, wenn wir mehr Militärhilfe bekommen hätten. Aber wie Sie sehen, konzentriert sich Putin nicht besonders auf die Offensive seiner Armee. Er konzentriert sich auf die Vernichtung des Hinterlands.

Und hier verstehen wir sehr gut, dass alles davon abhängt, wie viel Geld Putin hat, um das ukrainische Territorium aus seiner Sicht bald in ein unbewohnbares Gebiet zu verwandeln.

Und dafür ist nicht Trump entscheidend, sondern China. Trump kann aber den Wirtschaftskrieg gegen China nicht gewinnen, wie wir aufgrund der kritischen Abhängigkeit der amerikanischen Wirtschaft von eben jenen chinesischen Seltenen Erden und so weiter gesehen haben.

Deshalb würde ich das alles nicht auf diese Weise in Jahren messen. Auch hier müssen wir realistisch sein.

Frage: Werden wir in den nächsten etwa 50 Jahren einen Sieg der Demokratie und der Menschen guten Willens in der westlichen Welt über die ultrarechten und ultralinken Feinde eben dieser Demokratie erleben?

Portnikov: Ich bin mir nicht sicher. Ich halte es für möglich, dass 50 Jahre sehr viele unterschiedliche Ereignisse umfassen können. Große Kriege, einen Sieg ultralinker Kräfte, was absolut realistisch ist, wenn ultrarechte Kräfte stärker werden, und neue Krisen.

Aber die menschliche Zivilisation sieht nicht vor, dass irgendjemand dauerhaft über irgendjemanden siegt. Die menschliche Zivilisation selbst ist Vielfalt. Vielfalt bedeutet, dass der Radikalismus der Mäßigung weicht, die Mäßigung dem Radikalismus weicht und der Frieden dem Krieg weicht. So wird die Menschheit in den nächsten Jahrhunderten leben.

Denn jetzt befinden wir uns gerade in der Zeit vor einem großen Krieg und danach vor einer Phase der Ruhe nach diesem großen Krieg. Wir sind einfach in eine solche unglaubliche Epoche geraten.

Das ist normal, das geschieht in der Geschichte der Menschheit alle 80 bis 90 Jahre auf verschiedenen Kontinenten. Wenn Sie also nicht wollen, dass eines Tages auf der Erde nur noch künstliche Intelligenz existiert und keine Menschen mehr, müssen Sie akzeptieren, dass die Zivilisation komplexer ist, als wir sie uns vorstellen möchten. Daran lässt sich nichts ändern. Das ist die Logik der Geschichte.

Frage: Glauben Sie, dass Trump nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten seine Rhetorik gegenüber der Ukraine mäßigen wird?

Portnikov: Ich glaube, dass er sie mäßigen wird. Denn dann wird er sie nicht mehr besonders brauchen. Und außerdem glaube ich generell, dass Trump nach den Wahlen, besonders wenn der neue Kongress seine Arbeit aufnimmt, weder für die Ukraine noch für den Nahen Osten Zeit haben wird.

Er wird eine Million innenpolitischer Probleme lösen müssen, die mit Russland, mit Untersuchungen und mit irgendwelchen Dingen zusammenhängen, die ans Licht kommen werden, irgendwelchen Sensationen. Wir wissen nicht einmal, was. Wir können uns nicht einmal vorstellen, wovon wir erfahren könnten.

Trump spricht jetzt so energisch über die Ukraine, weil er sich erlaubt hat zu glauben, dass er bis zum 3. November ein Ergebnis erzielen wird oder zumindest bis zu dem trilateralen Treffen in Shenzhen, das möglicherweise gar nicht stattfindet.

Aber Sie haben doch gesehen, dass er schon lange nicht mehr mit einer solchen Rhetorik aufgetreten ist. Er ist wieder in den Zustand zurückgekehrt, in dem er sich 2025 befand. Deshalb bin ich nicht sicher, dass er das fortsetzen wird.

Aber ich sage noch einmal: Ich rate Ihnen, sich daran zu erinnern, dass wir uns aufgrund dieser amerikanischen Zwischenwahlen in einer Welt völliger Turbulenzen befinden.

Dass Trump angesichts ihrer möglichen Ergebnisse einfach entsetzt ist, dass er geradezu außer sich vor Wut ist, das sehen wir. Er ähnelt nicht mehr jenem selbstsicheren Trump, den wir früher gesehen haben, denn er beantwortet Fragen zur Ukraine nicht besonders sicher, er verheddert sich. Das heißt, er hat Probleme. Und das alles ist verständlich.

Frage: Welche Ereignisse werden Ende 2029 stattfinden, und warum könnte der Krieg in der Ukraine dann enden?

Portnikov: Ich verstehe nicht, warum Sie glauben, dass der Krieg in der Ukraine Ende 2029 enden müsse.

Ich sage immer wieder etwas Wichtiges. Vor den Wahlen in den Vereinigten Staaten 2028 und nach den Wahlen, wenn er den Sieger kennt, kann Präsident Putin entscheiden, was er mit dem russisch-ukrainischen Krieg weiter tun soll, falls dieser Krieg bis dahin nicht beendet ist.

Er wird den Namen des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten kennen. Er wird wissen, wie dieser Präsident zu Russland und zum russisch-ukrainischen Krieg steht. Er kann darüber nachdenken, ob es, wenn man diesen Krieg grundsätzlich aussetzen will, sinnvoller ist, ihn mit Trump auszusetzen, der offensichtlich sein Sympathisant ist, oder ob er sich ein solches Geschenk für den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten aufheben sollte.

Oder ob er davon ausgehen sollte, dass auch der neue Präsident der Vereinigten Staaten nichts ändern wird und man deshalb auch ihn überdauern kann, so wie „wir hier im Kreml schon viele amerikanische Präsidenten überdauert haben“. Denn „wir sind hier für immer, wir sind schließlich Putin, und sie sind nur für vier Jahre da“.

Ich habe lediglich gesagt, dass 2028 eine neue Phase der Überlegungen darüber beginnen könnte, wie der russisch-ukrainische Krieg fortgesetzt werden soll. Bis 2028 weiß Putin aber bereits, wie er sich verhalten soll. Für ihn gibt es nichts Unbekanntes. Er kann ganz ruhig bis 2028 Krieg führen, ohne auch nur seine Herangehensweise an das Geschehen zu korrigieren.

Wenn wir wollen, dass das früher endet, haben wir nur ein einziges Instrument, um die Situation in den kommenden Kriegsjahren zu beeinflussen: die Zerstörung des russischen Energie- und Wirtschaftspotenzials.

Niemand hat jemals ohne Geld Krieg geführt. Wenn Russland kein Geld mehr hat, wenn es kein Öl mehr verkaufen kann, wenn es keine Waffen mehr produzieren kann, könnte beim Präsidenten der Russischen Föderation der Wunsch entstehen, den Krieg früher auszusetzen, ohne auf irgendwelche amerikanischen Wahlen zu warten. Das ist eine völlig logische Sache.

Frage: Könnte Putin Trump nicht versprochen haben, den Republikanern zu helfen und sich in die Wahlen in Amerika einzumischen?

Portnikov: Ich glaube nicht, dass die Russische Föderation, zumal gerade jetzt, sich so in die Wahlen in Amerika einmischen kann, dass sie deren Ergebnis beeinflussen könnte.

Natürlich könnte Putin Trump alles Mögliche versprochen haben. Aber das Ausmaß der Einmischung …

Übrigens wurde bei dem jüngsten Referendum in der kanadischen Provinz Alberta die Frage gestellt, ob ihre Bewohner bereit wären, der Durchführung eines Referendums über die Unabhängigkeit Albertas zuzustimmen.

Und wie Sie wissen, haben die Befürworter der Unabhängigkeit gegen diejenigen, die wollen, dass Alberta zu Kanada gehört, eine vernichtende Niederlage erlitten. Die Menschen wollen nicht einmal ein Referendum darüber abhalten. Nun, nach unseren Angriffen auf die Rechenzentren von Yandex ging die Zahl der Bots, die für die Unabhängigkeit Albertas eintraten, um ein Vielfaches zurück.

Das heißt, es stellte sich heraus, dass die Russen Botfarmen nicht nur in der Ukraine unterhalten, wo Sie sehen, welches Ausmaß ihre Tätigkeit hat, und nicht nur im Nahen Osten, wo der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, dass die Aktivität antiisraelischer Bots in den weltweiten sozialen Netzwerken nach den Angriffen auf Yandex um 60 Prozent zurückgegangen sei. Sie tun das auch in Nordamerika. Und stellen Sie sich vor: Wenn sie Bots unterstützen, die für den Zusammenbruch der kanadischen Staatlichkeit und die Abspaltung Albertas eintreten, dann stellen Sie sich ihre tatsächliche mögliche Rolle in den Wahlkämpfen der Vereinigten Staaten vor.

Sie tun das ohnehin bereits. Aber ihre Aufgabe besteht nicht darin, Trump und den Republikanern zu helfen. Ihre Aufgabe, und daran müssen wir uns immer erinnern, besteht darin, die Vereinigten Staaten zu destabilisieren. Putin ist kein Verbündeter Donald Trumps. Putin ist ein Mensch, der den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, als Instrument benutzt, als eine Art Werkzeug, um die Stabilität der Welt aufzubrechen.

Und Trump zu helfen, interessiert ihn überhaupt nicht. Ihn interessiert gerade, dass Trump sich in seinen Beziehungen zum Kongress verheddert, dass er sich festfährt, dass er überhaupt nichts mehr unternehmen kann, was die Möglichkeiten und Handlungen der Russischen Föderation irgendwie beeinflussen könnte.

Genau das nutzt er aus. Nicht zum ersten Mal. Wie Sie sich erinnern, war Putins Haltung gegenüber Trump während dessen erster Amtszeit genau dieselbe. Was könnte sich jetzt verändert haben? Nun, praktisch nichts. Außer dass Putin außerdem will, dass man ihm im Krieg gegen die Ukraine freie Hand lässt.

Das hat übrigens sein Außenminister Sergej Lawrow während seines Auftritts bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen und auf seiner anschließenden Pressekonferenz in New York ganz klar gesagt, als er erklärte: „Wenn wir gute nachbarschaftliche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika wollen und darüber Vereinbarungen treffen wollen, müssen wir die Ukraine aus unseren bilateralen Beziehungen ausklammern.“

Und ich glaube, dass Putin Steve Witkoff morgen in Sankt Petersburg genau das erneut sagen wird, wenn das Treffen zwischen dem Präsidenten der Russischen Föderation und dem amerikanischen Vermittler stattfindet. Und ich glaube, dass wir morgen natürlich unbedingt über dieses Treffen, seine Ergebnisse und überhaupt über seine Hintergründe in unserer nächsten Sendung auf diesem Kanal sprechen werden.


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Titel des Originals: Перемовини в Осло: підсумки | Віталій Портников. 20.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 20.10.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Zelensky – Rubio: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 20.10.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat mit dem Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, über all jene Sorgen gesprochen, die Kyiv in den vergangenen Wochen beschäftigt haben.

Dabei ging es sowohl um die Wiederherstellung der Geschwindigkeit der Satellitenkommunikationssysteme als auch um die Frühwarnung vor ballistischen Bedrohungen und um die Lage bei der Lieferung von Flugabwehrraketen für die Patriot-Systeme.

Wie wir sehen, war der amerikanische Außenminister auf einen solchen Dialog vorbereitet, und der ukrainische Präsident bezeichnete das Gespräch als konstruktiv.

Was ist also geschehen, dass Marco Rubio, der sich derzeit auf einer Auslandsreise befindet und Usbekistan und Indien besucht, so kurzfristig mit dem ukrainischen Präsidenten spricht?

Nun, wir wissen sehr genau, was vor sich geht. Es geht um die jüngsten Vereinbarungen zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, über die Lieferung russischen Dieselkraftstoffs auf den Weltmarkt und die Aussetzung der Energiesanktionen gegen die Russische Föderation für ein halbes Jahr. Es geht um die Drosselung der Starlink-Geschwindigkeit, um die Lage bei den Warnmeldungen vor russischen Angriffen mit ballistischen Raketen und um die provokanten Äußerungen des amerikanischen Präsidenten.

Letztere waren buchstäblich nur wenige Stunden vor dem Gespräch des ukrainischen Präsidenten mit dem amerikanischen Außenminister zu hören. Und man könnte meinen, dass diese Äußerungen des US-Präsidenten und seine Zugeständnisse an Putin genau jene staatliche Politik der Vereinigten Staaten darstellen, die von der Trump-Regierung in die Praxis umgesetzt wird.

Doch so einfach ist die Sache keineswegs. Auch innerhalb dieser Regierung kann man die öffentliche Meinung im eigenen Land nicht ignorieren. Ebenso wenig lässt sich übersehen, dass die überwältigende Mehrheit der Wähler sowohl der Republikaner als auch der Demokraten die Begeisterung für Putin nicht teilt und die Ukraine in ihrem Krieg gegen die Russische Föderation unterstützt. Damit helfen Trumps Zugeständnisse an den russischen Diktator den Republikanern im Wahlkampf nicht, sondern schaden ihnen.

Aus seiner eigenen Sicht und aus Sicht seiner Mitstreiter betreibt Trump mit diesen Schritten gerade Wahlkampf. Denn Trump und sein Umfeld können ihre Geschäfte mit Putin mit dem Versuch erklären, die Kraftstoffpreise zu senken. Gleichzeitig aber zu demonstrieren, dass man der Ukraine nicht helfen will, bedeutet, sich selbst ins Knie zu schießen – sowohl vor den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress als auch danach. Denn eine solche Politik wird von zahlreichen Republikanern, die als Senatoren oder Mitglieder des Repräsentantenhauses im Kongress sitzen, nicht mitgetragen.

Gerade Republikaner bereiten heute Gesetzentwürfe vor, die Donald Trump eine weitere Annäherung an Putin unmöglich machen sollen. Und deshalb versucht der amerikanische Außenminister selbst während dieses Wahlkampfs, die Folgen der besonders provokanten Äußerungen und Handlungen des amerikanischen Präsidenten zu korrigieren.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass Marco Rubio zugleich Nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist. Er bekleidet also beide wichtigen Positionen, die es ermöglichen, den außenpolitischen Kurs der USA zu kontrollieren. Und offensichtlich tut er dies in Abstimmung mit Donald Trump selbst. Denn dies ist keine Regierung, in der man sich gegen den Präsidenten stellen und anschließend sicher sein kann, seinen Posten zu behalten.

Donald Trump selbst hat, wie wir wissen, kein einziges Mal seine Verantwortung für die Drosselung der Starlink-Geschwindigkeit oder dafür eingeräumt, dass die Ukraine keine Warnmeldungen über ballistische Angriffe der Russischen Föderation erhält. Er hat seine Forderungen nach einem Rücktritt des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky faktisch abgeschwächt. In seiner jüngsten Serie provokanter Äußerungen sagte er lediglich, Zelensky solle jemand anderen zu den gar nicht existierenden Friedensverhandlungen entsenden. Damit hat er faktisch anerkannt, dass er keine Bedingungen schaffen kann, unter denen in unserem Land überhaupt irgendwelche Wahlen stattfinden könnten.

Und vor dem Hintergrund dieser hartnäckigen Weigerung Donald Trumps, die eigene Verantwortung für die ukrainefeindlichen Schritte seiner Regierung anzuerkennen, kommt es nun zu dem Gespräch zwischen Zelensky und Rubio.

Dabei ist es nicht Zelensky, der versucht, den Eindruck zu korrigieren, den seine Worte über die amerikanische Regierung hinterlassen haben – nämlich seine Aussage, dass diese die Ukraine faktisch zur Kapitulation vor dem gemeinsamen Gegner Kyivs und Washingtons drängt. Vielmehr ist es der amerikanische Außenminister, der den ukrainischen Präsidenten davon zu überzeugen versucht, dass die Vereinigten Staaten in der Lage sind, all jene Probleme bei der Unterstützung der Ukraine zu lösen, die offensichtlich durch tatsächliche, aber nicht öffentlich zugegebene Maßnahmen des amerikanischen Präsidenten selbst und hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter entstanden sind.

Denn tatsächlich erwarten wir von den Vereinigten Staaten heute vor allem, dass sie ihre bisherige Unterstützung für die Ukraine fortsetzen: die Bereitstellung von Starlink, Frühwarnmeldungen über russische Raketenangriffe und die Lieferung von Flugabwehrraketen – und das, obwohl diese Raketen auch in den USA selbst knapp sind und möglicherweise bereits Vorbereitungen auf eine neue Phase des Krieges mit dem Iran laufen. Während Rubio Usbekistan besucht, hält sich Hegseth im Nahen Osten auf. Genau diese Unterstützung ist es, die Kyiv von Washington erwartet.

Die Bemühungen um eine Friedenslösung durch Verhandlungen sind eher eine politische Inszenierung, die zumindest bis zum Winter 2029 kaum zu irgendwelchen konkreten Ergebnissen führen dürfte. Natürlich kann man gemeinsam einen Verhandlungsprozess vortäuschen. Doch wenn Putin nicht die Absicht hat, den Krieg zu beenden, wird es auch bei dieser Vortäuschung bleiben.

Die Gespräche über mögliche Wahlen in der Ukraine sind eben nur Gespräche, die wiederum daran scheitern, dass Trump nicht in der Lage ist, Putin von der Notwendigkeit irgendeiner Waffenruhe zu überzeugen.

Ebenso völlig unrealistisch sind all die Diskussionen darüber, ob die Ukraine der NATO beitreten sollte oder nicht, die erneut auf der Ebene hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter geführt werden, etwa durch den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, JD Vance.

Solange wir keine realistischen Aussichten auf ein Ende des Krieges erkennen und nicht zumindest irgendeinen Verhandlungsprozess in Gang bringen, sind all diese Diskussionen nichts weiter als akademische Übungen. Und es könnte durchaus sein, dass diese Regierung nicht in der Lage sein wird, die Frage nach einer Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu lösen.

Mit anderen Worten: Was wir von der Trump-Regierung brauchen, ist keine politische Inszenierung, sondern Hilfe.

Und wir verstehen sehr gut, dass selbst die Vereinbarungen, die heute zwischen Trump und Putin bestehen, die Lage im russisch-ukrainischen Krieg nicht wesentlich verändern werden. Denn die amerikanische Gesetzgebung schränkt die Möglichkeiten weitreichender Zugeständnisse an den Präsidenten der Russischen Föderation erheblich ein. Und die Europäer werden ihre Sanktionen nicht aufheben.

Denn all die Erleichterungen, die Trump Putin bei einer Fortsetzung des Krieges gewähren kann, bringen bei Weitem nicht jene Geldsummen ein, die der russische Präsident benötigen würde, wenn die Ukraine ihre Angriffe zur Zerstörung der russischen Energieinfrastruktur und anderer kritischer Infrastruktur fortsetzt.

Wie wir sehen, müssen sich die Vereinigten Staaten mit dieser Entwicklung der Ereignisse abfinden, solange sie den Präsidenten der Russischen Föderation nicht aufhalten können, der seinerseits nicht die Absicht hat, seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur einzustellen.

Das Gespräch zwischen Zelensky und Rubio ist somit ein weiterer Beweis dafür, dass der Handlungsspielraum der Trump-Regierung wesentlich enger ist und bleiben wird, als wir glauben. Und keine noch so markigen Erklärungen des amerikanischen Präsidenten auf Wahlkampfveranstaltungen können etwas an der einfachen Tatsache ändern, dass er Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist – eines Landes mit eigenen Interessen und eigenen Werten.

Und wenn diese Interessen und Werte nicht mit den Interessen und Werten Donald Trumps übereinstimmen, bedeutet das noch lange nicht, dass er ihnen dauerhaft und wirksam entgegenwirken kann.


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Titel des Originals: Зеленський – Рубіо: головне | Віталій
Портников. 20.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 20.10.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Putin bereitet ein neues München vor | Vitaly Portnikov. 19.10.2026.

Das Wall Street Journal berichtet, dass der Kreml vorgeschlagen habe, während des Gipfeltreffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) am 18. und 19. November im chinesischen Shenzhen ein trilaterales Treffen zwischen den Präsidenten Russlands und der Vereinigten Staaten sowie dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China abzuhalten, um unter anderem darüber zu entscheiden, wie der russisch-ukrainische Krieg beendet werden könnte.

Der Präsident der Russischen Föderation, Putin, schlägt vor, den ukrainischen Präsidenten Zelensky nicht zu diesem Treffen einzuladen. Auch die europäischen Staats- und Regierungschefs sollen nicht daran teilnehmen. 

Viele vergleichen Putins Wunsch, einen solchen Gipfel mit Trump und Xi Jinping in Shenzhen abzuhalten, mit einer sogenannten neuen Konferenz von Jalta. Dabei wird an das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Sowjetunion, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert, bei dem darüber entschieden wurde, wie die Grenzen Europas nach dem endgültigen Zusammenbruch des Hitlerreichs aussehen sollten.

Doch Putins Idee erinnert weniger an ein neues Jalta als vielmehr an ein neues München. An das Jahr 1938, als die Premierminister Großbritanniens und Frankreichs, Chamberlain und Daladier, der Übergabe des Sudetenlandes der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich zustimmten. 

Hitler wurde bei diesem Treffen mit Chamberlain und Daladier vom italienischen Diktator Mussolini unterstützt, der formal als Vermittler auftrat, tatsächlich aber ein Verbündeter des deutschen Diktators war. Und genau dieses Gipfelformat schwebt Putin nun für Shenzhen vor.

Natürlich ist klar, wozu der russische Präsident ein solches Treffen braucht. Selbst wenn Trump und Xi Jinping nicht allen seinen Vorschlägen für die künftige Weltordnung zustimmen sollten, würde Putin allein durch seine Teilnahme in den Kreis der führenden Staatsmänner der Welt aufgenommen. 

Dabei lässt sich die Wirtschaftsleistung der Russischen Föderation selbst in den kühnsten Träumen nicht mit der Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China vergleichen. Man könnte sagen, dass Putin beim Gipfel in Shenzhen ausschließlich auf dem schwarzen Pferd der Angst vor seiner Bereitschaft, Krieg zu führen und Menschen zu töten, in den exklusiven Kreis der wichtigsten Staats- und Regierungschefs der heutigen Welt einreiten würde.

Xi Jinping könnte einem solchen Treffen zustimmen, auch wenn bislang keineswegs feststeht, dass es tatsächlich vereinbart wird. Denn er versteht, dass er gemeinsam mit Putin bei diesem Treffen gegenüber dem amerikanischen Präsidenten in der Mehrheit wäre. Trump würde noch einmal vor Augen geführt, dass sämtliche amerikanischen Hirngespinste, wonach sich die Russische Föderation von der Volksrepublik China lösen ließe, abenteuerlich sind und in der Realität nicht verwirklicht werden können. Damit müsste der amerikanische Präsident nicht nur den wirtschaftlichen Einfluss des chinesischen Staatspräsidenten berücksichtigen, sondern auch dessen offensichtlichen Einfluss auf Moskau.

Die Frage, wozu Trump ein solches Treffen braucht, bleibt offen. Aus Sicht der Realpolitik und des Gewichts der Vereinigten Staaten dürfte ein solcher Gipfel eigentlich gar nicht stattfinden, zumindest nicht vor dem Ende des russisch-ukrainischen Krieges. Doch Trumps besondere Vorstellung von der Weltpolitik, in der es nur ihn selbst, Xi Jinping und Putin gibt, sowie seine Eitelkeit und Gier könnten dazu führen, dass der amerikanische Präsident einem solchen Format zustimmt und dabei übersieht, dass ein Treffen ohne Beteiligung des Landes, über dessen Schicksal drei Staatschefs entscheiden wollen, von denen einer der Aggressor ist, von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.

Trumps gesamtes Verhalten in den vergangenen Wochen deutet darauf hin, dass in Washington die Möglichkeit eines trilateralen Gipfels erörtert werden könnte und dass Trump möglicherweise darauf hofft, gerade bei seinem Treffen mit Putin und Xi Jinping eine Lösung ausarbeiten zu können, die anschließend uns und den Europäern aufgezwungen werden soll. Selbst der jüngste Beitrag des amerikanischen Präsidenten in den sozialen Medien zeigt, dass er sich auf die Seite des russischen Präsidenten schlägt.

Denn in diesem dreisten Beitrag gibt es Putin, der trotz der ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation weiterhin Millionen Tonnen Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt liefert und damit zur Stabilisierung der Weltwirtschaft beiträgt. Ich möchte gleich daran erinnern, dass dies eine Lüge ist, denn solche Millionen Tonnen russischen Dieselkraftstoffs gibt es auf dem Weltmarkt schon seit Langem nicht mehr. 

Und dann gibt es die Ukraine, gibt es Zelensky, der den Krieg nicht beenden will und nicht zur Stabilisierung des weltweiten Kraftstoffmarktes beiträgt, weil er die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation angreift, was zu ernsthaften Problemen für amerikanische Landwirte und Arbeiter führt. Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass auch dies eine Lüge ist. Denn die amerikanischen Landwirte und Arbeiter leiden unter der inkompetenten Politik des amerikanischen Präsidenten und seiner Regierung während des Irankrieges, unter dem mangelnden Verständnis für die Bedrohungen und Herausforderungen, die mit diesem Krieg verbunden sind. Und die unmittelbare Verantwortung dafür trägt nicht Volodymyr Zelensky, sondern Donald Trump.

Allerdings können solche Äußerungen in den sozialen Medien, wie wir verstehen, sowohl mit den Wahlkampfinteressen des amerikanischen Präsidenten zusammenhängen, der seiner eigenen Partei helfen will, die Zwischenwahlen zum Kongress nicht zu verlieren, als auch mit den außenpolitischen Absichten des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Ich möchte daran erinnern, dass das Thema eines trilateralen Gipfels in Shenzhen während des letzten aufsehenerregenden Telefongesprächs zwischen Putin und Trump erörtert worden sein könnte, bei dem auch die Vereinbarung über die Lieferung von Dieselkraftstoff aus der Russischen Föderation auf den Weltmarkt getroffen wurde. Schon damals wurde darauf hingewiesen, dass es bei diesem Gespräch keineswegs um die 300 Tonnen Dieselkraftstoff ging, die an der Lage auf dem weltweiten Kraftstoffmarkt überhaupt nichts ändern und den Republikanern auch nicht helfen würden, die Preise an amerikanischen Tankstellen zu senken und dadurch ihre Chancen im Wettbewerb mit den Demokraten zu verbessern. Vielmehr könnte es beim Dialog des amerikanischen Präsidenten mit seinem russischen Amtskollegen um weitaus grundlegendere Vereinbarungen zwischen Moskau und Washington gegangen sein.

Und gerade zur Bestätigung dieser grundlegenden Vereinbarungen, die es den Vereinigten Staaten ermöglichen könnten, den Kreis der demokratischen Staaten der Welt zu verlassen und sich stattdessen dem Kreis der Autokratien anzuschließen, könnten beim Gipfel in Shenzhen am 18. und 19. November entsprechende Absprachen getroffen werden.

Sollte ein solcher Gipfel stattfinden, wäre er zweifellos ein historisches Ereignis für die gesamte Menschheit. Denn er würde eine direkte Schnellstraße in den Dritten Weltkrieg eröffnen, zum Zusammenbruch der gemeinsamen Solidarität des Westens, zur Verstärkung der aggressiven Begehrlichkeiten autoritärer Staaten und zum Tod von Millionen Menschen in all diesem Grauen – bereits in den kommenden schwierigen Jahren und Jahrzehnten.


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Titel des Originals: Путін готує новий Мюнхен | Віталій
Портников. 19.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 19.10.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Zelenskys Auftritt in Brüssel: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 16.10.2026.

Zelensky ist heute in Brüssel aufgetreten, hat auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten beantwortet und dabei eine ganze Reihe wichtiger Aussagen gemacht, auf die es sich näher einzugehen lohnt.

Die erste dieser Aussagen betrifft die Ziele des russischen Machthabers Putin im Krieg gegen die Ukraine. Zelensky erklärt, dass Putin sich nicht mit dem Donbas zufriedengeben werde, sondern versuche, die Ukraine als solche zu vernichten. Und sollte er dieses Ziel erreichen, wäre ganz Europa unmittelbar bedroht, denn der Appetit des Aggressors würde natürlich weiter wachsen. Genau deshalb wendet sich Zelensky an die europäischen Partner mit der Bitte, die Lieferungen von Luftabwehrsystemen zu erhöhen, um die russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur zu stoppen.

Zugleich beziffert er die Kosten des Krieges für das kommende Jahr 2027 auf 155 Milliarden Euro und schlägt vor, der Ukraine 70 Milliarden Euro aus dieser Gesamtsumme zur Verfügung zu stellen. Er betont, dass der Druck auf Russland dadurch wesentlich größer würde. So könnte beispielsweise die Produktion von Drohnen gesteigert werden, die die wirtschaftliche Infrastruktur der Russischen Föderation zerstören, ihre Ölraffinerien und andere für Putin wichtige Einrichtungen der russischen Wirtschaft angreifen könnten. Und das ist tatsächlich der einzige Weg zum Frieden. Denn eine diplomatische Lösung des russisch-ukrainischen Krieges hat es angesichts der tatsächlichen Ziele des russischen Präsidenten, der russischen Armee und des russischen Volkes nie gegeben, es gibt sie nicht, und es wird sie auch in absehbarer Zukunft nicht geben, solange das russische Volk seine Haltung gegenüber der bloßen Existenz der Ukraine und des ukrainischen Staates nicht ändert.

Gleichzeitig zeigt Zelensky auch seine Bereitschaft zu Kompromissen. So erklärte er, dass er bereit sei, die Angriffe auf die Ölraffinerie-Infrastruktur der Russischen Föderation einzustellen, über die der amerikanische Präsident Donald Trump ständig spricht – vorausgesetzt, die Ukraine erhält eine ausreichende Zahl von Abfangraketen für das Patriot-Luftabwehrsystem, um sich gegen die menschenvernichtenden russischen Angriffe zu schützen.

Meiner Meinung nach werden die Vereinigten Staaten auf einen solchen Kompromiss kaum eingehen, und zwar aus einem einfachen Grund. Trump ist sich bewusst, dass die ukrainischen Angriffe auf den russischen Öl- und Gaskomplex keinerlei Einfluss auf die Öl- oder Gaspreise auf dem Weltmarkt haben. Denn diese Preise hängen mit dem Fiasko des amerikanischen Präsidenten im Krieg gegen den Iran und mit der faktischen Kontrolle Teherans über die Straße von Hormus zusammen. Daher ist es für Trump höchstwahrscheinlich wichtig, Zelensky als Sündenbock zu haben. Übrigens wurde diese Frage auch auf der Pressekonferenz des ukrainischen Präsidenten gestellt. Zelensky verzichtete jedoch darauf, sie mit Worten zu beantworten, und beschränkte sich auf ein Lächeln, das den Journalisten deutlich machte, was er tatsächlich von den Bemerkungen seines amerikanischen Amtskollegen hält.

Was Trumps Bemerkungen betrifft, so versuchte Zelensky übrigens, nicht persönlich darauf zu reagieren. Er sagte in Brüssel, dass es für ihn wesentlich leichter sei, mit Trump zu verhandeln als mit Putin. Damit reagierte er auf die Worte des amerikanischen Präsidenten, der inzwischen behauptet, es falle ihm wesentlich leichter, mit Putin zu verhandeln als mit Zelensky. Gleichzeitig versäumte es der ukrainische Präsident nicht, zu betonen, dass die Lage auf dem weltweiten Dieselmarkt nicht von den ukrainischen Angriffen abhänge, was dem amerikanischen Präsidenten kaum gefallen dürfte. Außerdem wandte er sich direkt an das amerikanische Volk und sprach über jene Werte, die die Vereinigten Staaten und die Bürger dieses großen Landes seit Jahrhunderten prägen.

„Das amerikanische Volk wird noch sein Wort sprechen“, betonte Volodymyr Zelensky. Und man kann sich vorstellen, wie Trump und andere ultrarechte und prorussisch eingestellte Politiker und Geschäftsleute der Vereinigten Staaten auf diese berechtigten Worte reagieren könnten. Denn sie können als Signal verstanden werden, dass die Herrschaft über die Gedanken einer riesigen Zahl amerikanischer Wähler, die Trump und seine Mitstreiter dazu gebracht haben, sich von den traditionellen Idealen und Werten der Vereinigten Staaten abzuwenden, mit einem Fiasko für diejenigen enden könnte, die sich an diesen Werten der freien Welt vergriffen haben.

Der ukrainische Präsident sprach auch darüber, wie sich die Lage im russisch-ukrainischen Krieg und im russisch-amerikanischen Dialog weiterentwickeln dürfte. Er erinnerte daran, dass Putin auf sämtliche Vorschläge im Zusammenhang mit Verhandlungen lediglich mit einer Intensivierung seiner Angriffe auf die Ukraine reagiere. Und er erinnerte daran, dass an einem einzigen Tag Tausende Drohnen am ukrainischen Himmel aufgetaucht seien. Auch das ist ein unübersehbarer Hinweis auf die tatsächlichen Absichten des russischen Präsidenten, selbst wenn man diese wahren Absichten in Washington nicht zur Kenntnis nehmen will.

Einerseits kann man also durchaus davon ausgehen, dass der ukrainische Präsident versuchte, eine offene Konfrontation mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zu vermeiden. Andererseits äußerte er sich in einer Weise, die Trump und seinem engsten Umfeld kaum gefallen dürfte. Allerdings gibt es inzwischen auch innerhalb dieses Umfelds Meinungsverschiedenheiten darüber, wie man künftig auf die Entwicklungen im russisch-ukrainischen Krieg reagieren soll.

Wir verstehen allerdings sehr gut, dass Trump seine Entscheidungen nicht davon abhängig macht, ob sich jemand wohlwollend oder mit wenig Sympathie über ihn geäußert hat, sondern ausschließlich davon, was er im jeweiligen Moment für seine eigenen Interessen hält. Und wenn man in Trumps engstem Umfeld der Ansicht ist, dass die Angelegenheit um die Aktien des Unternehmens Lukoil für diesen inneren Kreis und den amerikanischen Präsidenten selbst Vorrang hat, dann müssen wir uns natürlich darüber im Klaren sein, dass Donald Trump der russisch-ukrainische Krieg und die gegenwärtige Lage in der Ukraine völlig gleichgültig sind. Denn all das bedeutet ihm nichts im Vergleich zu seinem Traum von dem Geld, das er verdienen könnte, wenn er weiterhin mit dem russischen Machthaber Putin über verschiedene Energieverträge verhandelt.

Und Putin hat bereits erkannt, dass er Trump mit seinen Energieversprechen am Haken halten und den amerikanischen Präsidenten so einsetzen kann, wie es die russischen Geheimdienste für ihre Zwecke brauchen. Diese haben aus dieser Perspektive bereits eine regelrechte mentale Kontrolle über das Weiße Haus erlangt – allein mithilfe von Geldversprechen.

Stellen wir uns vor, dass es Trump oder Witkoff tatsächlich gelingt, durch die Zusammenarbeit mit dem Kreml beträchtliche Vermögen anzuhäufen. Doch die ukrainischen Angriffe könnten das Interesse der amerikanischen Führung an solchen Gewinnen bis zu einem gewissen Grad verringern. Und meiner Meinung nach hat sich heute, ausgerechnet am Tag von Volodymyr Zelenskys Auftritt in Brüssel, ein historisches Ereignis zugetragen: Ukrainische Drohnen sind bereits bis nach Surgut vorgedrungen und haben eine der wichtigsten Industrieanlagen dieser Stadt getroffen, die sich bekanntlich im Zentrum der russischen Erdölförderindustrie befindet.

Der Gouverneur des Autonomen Kreises, Ruslan Kucharuk, der gerade seine Hochzeit mit der Tochter des berüchtigten Filmregisseurs und Propagandisten Nikita Michalkow feiert und auf diese Weise versucht, Zugang zu den höchsten Kreisen der Elite der Russischen Föderation zu finden, musste einräumen, dass in der Anlage ein Brand ausgebrochen ist. Diese trägt ironischerweise den Namen des ehemaligen russischen Ministerpräsidenten und früheren russischen Botschafters in der Ukraine, Viktor Tschernomyrdin. Und wir wollen hoffen, dass auch dieses Werk in die Liste jener russischen Betriebe aufgenommen werden kann, die infolge ukrainischer Angriffe ihren Betrieb einstellen.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der vollständige Zusammenbruch der Erdöl- und Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation, verbunden mit der Unmöglichkeit, diese Industrie in absehbarer Zukunft wiederaufzubauen, das mit Abstand wirksamste Mittel wäre, um sowohl auf Trump als auch auf Putin Einfluss zu nehmen. Diese blutige Tankstelle muss für immer geschlossen werden.


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Titel des Originals: Виступ Зеленського у Брюсселі: головне | Віталій Портников. 16.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.10.2026.
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Trump geht auf Zelensky los | Vitaly Portnikov. 16.10.2026.

Vor dem Hintergrund der Verschärfung der amerikanisch-ukrainischen Beziehungen nach dem Dieselgeschäft zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, hat Donald Trump in seinem Interview mit dem Fernsehsender Newsmax den ukrainischen Präsidenten erneut scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, den Krieg mit Russland nicht beenden zu wollen.

Man kann sagen, dass dies eine weitere Runde von Trumps Vorwürfen gegen Zelensky ist, in der alles enthalten ist, was wir bereits bei früheren Äußerungen des amerikanischen Präsidenten über den ukrainischen Präsidenten gehört haben. Dass Volodymyr Zelensky keinen Frieden mit Russland aushandeln wolle. Dass die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation eine regelrechte Schande seien, weil sie nur dazu beitrügen, die Ölpreise weltweit in die Höhe zu treiben. Und sogar, dass die Ukrainer selbst Zelensky vorwerfen würden, er habe die heutige Situation im Land herbeigeführt. Dabei beruft sich Trump auf ein Interview mit irgendeiner Frau, das er angeblich im Fernsehen gesehen hat.

Viele glauben, dass es sich bei dieser Frau um Zelenskys ehemalige Pressesprecherin handeln könnte, die berüchtigte Julia Mendel, die dafür bekannt ist, auf westlichen Fernsehsendern, vor allem solchen, die mit ultrarechten politischen Strömungen verbunden sind, hartnäckig russische Propagandanarrative zu verbreiten. Es könnte sich aber auch um irgendein beliebiges Interview handeln. Und vor allem könnte Trump jede beliebige Information erfunden haben, die er für seinen Auftritt im Fernsehen brauchte.

Aber meiner Meinung nach sollten wir, wenn wir darüber sprechen, was Trumps Äußerungen zeigen, vor allem nicht darauf achten, was er über Zelensky sagt, sondern darauf, was er über Putin nicht sagt. Der amerikanische Präsident hat in diesem Interview erneut die ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation erwähnt, aber mit keinem einzigen Wort die russischen Angriffe auf Wohnviertel in Kyiv und anderen ukrainischen Städten, die russischen Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine oder den Wunsch des russischen Präsidenten, auf dessen Bekanntschaft Trump so stolz ist, die Ukraine erfrieren zu lassen. Überhaupt kein einziges Wort der Verurteilung Putins haben wir von Trump in diesem Interview gehört, ebenso wenig wie in vielen seiner früheren Äußerungen. Und genau das macht den amerikanischen Präsidenten zumindest zu einem propagandistischen Komplizen des russischen Präsidenten.

Ganz zu schweigen davon, dass zahlreiche Behauptungen Trumps, wie es bei seinen Fernsehauftritten immer wieder der Fall ist, schlicht nicht der Wirklichkeit entsprechen. Die ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation wirken sich praktisch überhaupt nicht auf die Ölpreise aus. Diese hängen vielmehr mit dem Fiasko des amerikanischen Präsidenten in seinem Krieg gegen den Iran zusammen, mit Trumps Unfähigkeit, die Möglichkeit einer iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus vorauszusehen, und mit Trumps Unfähigkeit, dieses Problem zu lösen – sowohl vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten, deren Ergebnisse der amerikanische Präsident so sehr fürchtet, als auch nach diesen Wahlen. Man kann sagen, dass nicht nur Trump, sondern die Vereinigten Staaten in eine regelrechte wirtschaftliche Falle geraten sind, aus der sie möglicherweise noch lange nicht herauskommen werden. Das wird sich auf den Wohlstand dieses Landes und natürlich auf sein geopolitisches Gewicht auswirken. Die Feinde der Vereinigten Staaten, die Feinde der Demokratie, haben ein Instrument zur Einflussnahme gefunden. Aber dafür sollte man ganz sicher nicht Zelensky verantwortlich machen.

Wir kennen den Menschen, der unmittelbar dafür verantwortlich ist. Es ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Und ja, das ist eine regelrechte geopolitische Katastrophe, deren Zeugen wir alle sind und die sich auf die Möglichkeiten der Ukraine im Krieg gegen einen grausamen Aggressor auswirkt, der darüber hinaus auch ein Verbündeter des Iran ist. Aber auch das erwähnt Trump niemals. Und wenn er direkt nach den Verbindungen Russlands und Chinas zum Iran und einer möglichen Unterstützung Teherans durch Moskau und Peking gefragt wird – was auf einem so unterwürfigen Sender wie Newsmax natürlich nicht geschehen wird –, lässt er diese Fragen einfach unbeantwortet oder sagt, dass er nicht an eine solche mögliche Unterstützung glaube. Nun, den Behauptungen von Julia Mendel oder irgendeiner anderen Propagandistin, die Zelensky die Schuld gibt und Putin nicht, glaubt er. Aber an die offensichtlichen Tatsachen, die vom russischen Präsidenten Putin und anderen russischen Beamten im Grunde selbst verkündet werden, nämlich ihre Unterstützung für den Iran, glaubt er nicht. Jeder glaubt das, was ihm gelegen kommt, besonders wenn es sich um einen Menschen wie Trump handelt.

Und diese Behauptungen des amerikanischen Präsidenten erinnern im Grunde an das, worüber ich bereits mehrfach gesprochen habe, als ich frühere Äußerungen Trumps kommentierte. Wir befinden uns in einer Situation heftiger politischer Turbulenzen, die mit Trumps tatsächlichen Befürchtungen darüber zusammenhängen, was nach den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress geschehen könnte, falls es den Demokraten gelingt, die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückzugewinnen, und insbesondere, falls es den Demokraten gelingt, die Kontrolle über den Senat zurückzugewinnen. Denn nur Trump selbst kann wissen, welche vernichtenden Informationen die Untersuchungsausschüsse im Kongress erhalten werden, wenn sie eingesetzt werden und die Tätigkeit des amerikanischen Präsidenten und seines engsten Umfelds in der Zeit nach Trumps Rückkehr ins Oval Office untersuchen. Und wie viele weitere sensationelle Enthüllungen die beunruhigte Welt im Zuge dieser Untersuchungen noch erfahren wird.

Und Trump versucht mit aller Kraft, dies zu verhindern und noch vor den Zwischenwahlen viele andere für ihn wichtige Probleme zu lösen, insbesondere solche, die mit seinen besonderen Beziehungen zu Putin zusammenhängen. Genau deshalb befinden wir uns in einer Situation politischer Turbulenzen. Genau deshalb versucht Trump, das Unerreichbare zu erreichen: beispielsweise die Kapitulation der Ukraine vor Russland zu russischen Bedingungen, ohne auch nur zu begreifen, dass der Präsident der Russischen Föderation keine Kapitulation, sondern die Vernichtung des Nachbarstaates will. Und er benutzt Trump einfach dazu, diesen Vernichtungsprozess mit geringeren Verlusten durchzuführen, als sie derzeit entstehen, wenn die Infrastruktur des Aggressorstaates angegriffen wird, das Trump als ein Land betrachtet, das den Krieg unbedingt gewinnen muss.

Denn auch darüber spricht der amerikanische Präsident in seinem Interview mit dem ultrarechten amerikanischen Fernsehsender, wenn er betont, dass Russland mehr Menschen und Ressourcen habe als die Ukraine und dass die Ukraine schon deshalb offenbar vor der Russischen Föderation zu den Bedingungen seines Partners Putin kapitulieren müsse. Aber auch das haben wir von Donald Trump buchstäblich seit den ersten Tagen nach seiner Rückkehr ins Oval Office gehört, wohin er zurückgekehrt ist, um völlig neue Ziele und Werte in der Politik der Vereinigten Staaten von Amerika zu verkünden.


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Titel des Originals: Трамп наїхав на Зеленського | Віталій Портников. 16.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.10.2026.
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Trump und Zelensky: Die Krise verschärft sich | Vitaly Portnikov. 15.10.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky droht damit, die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation nach einer dreitägigen Pause wieder aufzunehmen, die mit der Erklärung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu einem Energiewaffenstillstand zusammenhing.

Wir alle haben deutlich gesehen, was während dieses Energiewaffenstillstands geschah. Die Ukraine verzichtete auf Angriffe gegen die Ölraffinerieinfrastruktur der Russischen Föderation, während Russland weiterhin systematisch die Energieinfrastruktur der Ukraine zerstörte. Wir wissen nicht, was Donald Trump unter einem Energiewaffenstillstand verstand, aber wir verstehen sehr gut, was der Präsident der Russischen Föderation darunter versteht, der sich kürzlich mit seinem amerikanischen Amtskollegen über die Lieferung russischen Dieselkraftstoffs und die sechsmonatige Aufhebung der Energiesanktionen gegen die Russische Föderation geeinigt hat, damit Russland wieder Zugang zum legalen Weltmarkt für Energieressourcen erhält. Gemeint ist ein Verbot für die Ukraine, die Ölraffinerien der Russischen Föderation anzugreifen. Russland kann im Gegenzug ebenfalls darauf verzichten, die Ölraffinerien der Ukraine anzugreifen, die es bereits im fernen Jahr 2022 zerstört hat, als im Kreml die endgültige Entscheidung getroffen wurde, die ukrainische Staatlichkeit und das ukrainische Volk selbst zu vernichten.

Somit ist Putin mit dem, was geschieht, vollkommen zufrieden. Es kann auch Trump zufriedenstellen, der seit mehreren Monaten an den Erhalt des Ölraffineriesektors der Russischen Föderation denkt und den ukrainischen Präsidenten davon zu überzeugen versucht, die Zerstörung dieses wichtigsten Vermögenswerts der russischen Wirtschaft einzustellen. Aber das kann offensichtlich weder Zelensky noch die Ukrainer zufriedenstellen, die sehen, dass Russland weiterhin darauf hofft, unseren Staat in den kommenden Monaten oder Jahren dieses endlosen Krieges zu vernichten.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs, mit denen Zelensky sich in diesen Tagen berät und trifft – morgen wird gerade ein Treffen in größerer Runde mit den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten der Europäischen Union stattfinden –, unterstützen im Großen und Ganzen die Angriffe auf die Ölraffinerieinfrastruktur der Russischen Föderation. Sie hoffen, die russische Wirtschaft so weit zu schwächen, dass Russland in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein wird, einen großen Krieg in Europa zu beginnen, der im Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation offensichtlich bereits geplant ist. Gleichzeitig versuchen diese europäischen Staats- und Regierungschefs, wie man verstehen kann, Volodymyr Zelensky von einer weiteren persönlichen Konfrontation mit Donald Trump und von emotionalen Äußerungen gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und seine engsten Vertrauten abzuhalten.

In den letzten Tagen hält Zelensky seine Emotionen nicht zurück. Er sagt, dass er sich nach dem Geschäft zwischen Trump und Putin, natürlich einem schändlichen Geschäft, verraten gefühlt habe. Und aus dieser Sicht ist er der Meinung, dass ein Land, das sich selbst zum neutralen Vermittler erklärt hat, sich nicht auf die falsche Seite stellen dürfe. Aber wiederum wissen wir nicht, was der Präsident der Vereinigten Staaten selbst für die richtige oder falsche Seite hält. Seine politischen Maßstäbe haben sich bekanntlich wiederholt ganz anders gezeigt, als wir uns die Prioritäten des Präsidenten des größten demokratischen Landes der heutigen Welt wünschen würden.

Die Krise verschärft sich also. Gleichzeitig sehen wir, dass Donald Trump bislang keine Eile zeigt, Volodymyr Zelensky zu antworten. Möglicherweise ist er der Ansicht, dass eine derart offene Auseinandersetzung zwischen den Präsidenten den Wahlchancen der Republikaner schaden würde, und zwar in einer Situation, in der die überwältigende Mehrheit sowohl der republikanischen als auch der demokratischen Wähler die Ukraine in unserer Konfrontation mit der Russischen Föderation weiterhin unterstützt. Und was am wichtigsten ist: Die Unterstützung für die Ukraine ist auch unter jenen Wählern verbreitet, die noch unentschlossen sind. Von ihnen wird weniger die Entscheidung über die Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus abhängen. Dort gilt ein Sieg der Demokraten für fast alle bereits vor Beginn der Wahlen als sicher. Vielmehr geht es um den für Trump wichtigsten Punkt: die Möglichkeit, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Senat behalten, was sich, wie wir verstehen, auf den weiteren Verlauf der Präsidentschaft Donald Trumps auswirken wird. Sollte es den Demokraten gelingen, sowohl die Kontrolle über das Repräsentantenhaus als auch über den Senat zu gewinnen, werden sie den 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten endgültig zu einer lahmen Ente machen, die nicht einmal mehr Einfluss auf den Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei nehmen kann. Denn jeder ernsthafte potenzielle Präsident wird versuchen, sich nicht mit Trumps zweifelhaftem Erbe und dem Trumpismus in Verbindung bringen zu lassen.

All das sind innenpolitische amerikanische Machenschaften, die auf die eine oder andere Weise die Haltung Donald Trumps und anderer amerikanischer Politiker zum russisch-ukrainischen Krieg und zu ihrer eigenen Rolle in diesem Krieg beeinflussen. Sehen Sie sich an, was nach dem berühmten Skandal im Oval Office geschah. Weder Donald Trump noch andere amerikanische Beamte nahmen damals ein Blatt vor den Mund, wenn es darum ging, Volodymyr Zelensky zu charakterisieren und dem ukrainischen Präsidenten zu raten, sich gegenüber dem Präsidenten der Vereinigten Staaten höflicher zu verhalten. Auch dass Amerika die Ukraine durch die Einstellung der Unterstützung für unser Land bestrafen könnte, wurde praktisch von niemandem verheimlicht. In dieser Situation wurde buchstäblich am Tag nach dem Konflikt zwischen Trump und Zelensky, erinnern Sie sich daran, auch die Entscheidung getroffen, den Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine einzustellen. Auch die Waffenlieferungen wurden faktisch gestoppt, die uns die Vereinigten Staaten damals gemäß dem Unterstützungsgesetz für die Ukraine zur Verfügung stellten, das der amerikanische Kongress noch zu der Zeit verabschiedet hatte, als Joseph Biden Präsident der Vereinigten Staaten war.

Jetzt, wo wir mit offensichtlichen Versuchen konfrontiert sind, uns Geheimdienstinformationen nicht in dem erforderlichen Umfang zur Verfügung zu stellen, was natürlich verhindert, rechtzeitig von Abschüssen ballistischer Raketen zu erfahren, und jetzt, wo die Geschwindigkeit der militärischen Version von Starlink gedrosselt wird, übernehmen weder Donald Trump noch ein anderer, man könnte sagen, wichtiger Vertreter des ultrarechten politischen Lagers in den Vereinigten Staaten von Amerika, Elon Musk, die Verantwortung für das, was geschieht. Sie versuchen, die Verantwortung gegenseitig aufeinander abzuwälzen. Sie erklären, dass es keinerlei offizielle Entscheidungen gegeben habe.

Das heißt, faktisch geht es nicht um eine Erklärung des politischen Willens, sondern um Sabotage, zu der sich die Beteiligten nicht zu bekennen wagen. Und ich denke, dass wir erst nach dem Ende von Trumps Präsidentschaft und der Öffnung der Archive die Namen derjenigen erfahren werden, die diese oder jene geheimen Befehle erteilten, weil sie deren öffentliche Bekanntmachung und die Reaktion der Öffentlichkeit darauf fürchteten. Ich halte das bereits für einen Fortschritt in dieser Situation. Aber offensichtlich schließt das nicht die Notwendigkeit aus, den Dialog mit Washington fortzusetzen, selbst in einer Situation, in der Trump eindeutig eine Verständigung mit seinem russischen Amtskollegen anstrebt.

Im Grunde verstehe ich nicht, was daran jetzt so sensationell sein soll. Trump hat seit dem ersten Tag seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten, schon während seiner ersten Amtszeit, seine besonderen Sympathien für Putin ebenso wenig verborgen wie für andere autoritäre Staatschefs dieser Welt. Und da Putin sich in diesen zehn Jahren von einem autoritären Staatschef zu einem totalitären Diktator entwickelt hat, ist es offensichtlich, dass sein Ansehen in Trumps Augen auf eine Höhe gestiegen ist, die für niemanden sonst in der heutigen Weltpolitik erreichbar ist. Deshalb applaudierte Trump dem Kriegsverbrecher auf dem Flugplatz in Anchorage. Deshalb bezeichnete er Putin am 24. Februar 2022 als Genie. Putins politischer Stil ist genau jener Stil, den Donald Trump gern zu seinem eigenen Lebensstil machen würde. Nur wurde er zu seinem Unglück im falschen Land geboren. Sonst wäre ihm vielleicht alles gelungen. Sobald also klar wurde, dass eine Einigung mit Putin in greifbare Nähe rückte, auch wenn das vielleicht nur eine Illusion war, spielte Trump sein Spiel mit dem Diesel.

Aber darüber hinaus muss man verstehen, was Putin tatsächlich anstrebt. Die New York Times beschreibt heute im Grunde, wie sein neuer Plan zur Vernichtung der Ukraine aussieht. In einer Situation, in der die russischen Truppen im Donbas feststecken, in der es keine spürbaren militärischen Erfolge gibt und in der das ukrainische Volk keinerlei Bereitschaft zeigt, auf seine Staatlichkeit zu verzichten, beschreitet Putin einen Weg, den man immer gewählt hat, wenn die militärischen Erfolge zu wünschen übrig ließen: die Bombardierung großer Städte, die Zerstörung ihrer Infrastruktur, der Entzug normaler Überlebensmöglichkeiten für die Bevölkerung, verbunden mit der Forderung, dass gerade diese Bevölkerung zur entscheidenden treibenden Kraft der Kapitulation und des Zusammenbruchs werden soll, die den feindlichen Staat vernichtet und ihn bereits in den kommenden Monaten der Jahre 2026 und 2027 in Trümmer verwandelt. Kyiv, Odessa und Charkiw sollen zu unbewohnbaren Gebieten werden, und ihre Bevölkerung soll auf die Straßen gehen und die Kapitulation der Ukraine vor Russland, die Abschaffung der ukrainischen Staatlichkeit und den Anschluss dieser Gebiete an die Russische Föderation fordern, die ihnen Leben und Schutz gewährleisten werde. Das ist Putins Plan, ein vollkommen verständlicher, konsequenter Maßnahmenplan, der im Sicherheitsrat der Russischen Föderation gebilligt wurde. Zweifeln Sie nicht einmal daran. Und der Dialog mit Trump ist Teil dieses Plans.

„Wenn wir beschließen, dass wir die Sache mit der Ukraine bereits im Dezember bis Februar 2026/2027 beenden, wenn schon im März 2027 die Entscheidung getroffen wird, die ehemaligen Gebiete der Ukraine als Föderationssubjekte in die Russische Föderation einzugliedern, wenn bereits im Mai 2027 die russische Armee von Uschhorod aus die europäischen Länder bedrohen wird, warum zum Teufel verlieren wir dann unsere Ölindustrie? Warum sollten wir sie verlieren, wenn die Ukraine doch schon in unserer putinschen Tasche steckt? Deshalb rufen wir Trump an und sagen ihm ganz klar: ‚Donald, mit der Ukraine ist es vorbei. In wenigen Monaten wird dieses Gebiet russisch sein. Während du noch Kanada annektieren willst, annektiere ich bereits die Ukraine. Du Trottel! Bitte, wenn du eine normale wirtschaftliche Zusammenarbeit mit mir, dem Herrscher Eurasiens, willst, dann rette meine Ölraffinerieindustrie. Sonst könnte es passieren, Donald, dass ich die Ukraine erobere, aber nichts mehr habe, womit ich mit dir Handel treiben kann, weil meine Ölraffinerien von den verrückten Ukrainern zerstört worden sind, bevor ich sie endgültig vernichtet habe. Also bitte, solange ich die Ukraine zur Kapitulation zwingen und ihre Bevölkerung vernichten, ihre Frauen und Kinder töten und sie zwingen werde, entweder meine Gebiete zu verlassen oder zu akzeptieren, dass sie Russen sind, bewahre den wichtigsten Vermögenswert Russlands, die Ölraffinerieindustrie. Sie wird uns beiden noch nützlich sein, zumal du Lukoil-Aktien haben willst.‘“

Das ist der Kern dessen, was geschieht. Mehr steckt dahinter nicht. Denn wir verstehen doch sehr gut, dass in Wirklichkeit keine Lieferungen von 300 Tonnen Dieselkraftstoff, darüber haben wir schon mehrfach gesprochen, dazu führen werden, dass sich die Preise an den Tankstellen in den Vereinigten Staaten wesentlich verändern. Das werden sie nicht, zumal dieser Dieselkraftstoff selbst gar nicht an die Vereinigten Staaten von Amerika verkauft werden darf. Das wird sich nicht positiv auf die Chancen der Republikaner im Repräsentantenhaus und im Senat auswirken. Mehr noch, Sie sehen, dass sich jetzt zahlreiche republikanische Kongressabgeordnete gemeinsam mit den Demokraten gegen Trump stellen und an einer Gesetzgebung arbeiten, die Trump und seinem Unternehmen den Kauf russischer Energieträger erneut verbieten soll. Obwohl es bereits zwei Gesetze gibt, die dies ausdrücklich untersagen, und eines davon sogar Sanktionen gegen Länder vorsieht, die russische Energieträger kaufen. Übrigens war in der ersten Fassung des Gesetzes von Lindsey Graham überhaupt von Zöllen gegen alle Länder die Rede, die russische Energieträger kaufen. Gegen alle. Erst später kamen die fünf größten Abnehmer hinzu. Stellen wir uns also vor, das Graham-Gesetz wäre in seiner ersten Fassung verabschiedet worden, die im Senat diskutiert wurde. Was hätte Donald Trump dann tun müssen? Sanktionen gegen sich selbst verhängen? Das nur zur Erinnerung an diese Situation.

Jedenfalls ist, wie wir beide sehr gut verstehen, für die Ukraine jetzt das Wichtigste, diesem gemeinsamen Druck standzuhalten. Es gibt also mehrere besonders wichtige Aufgaben.

  • Aufgabe Nummer eins sind der Winter und die Städte. Kyiv, Odessa, Charkiw, Dnipro. 

Wir müssen verstehen, dass dies die vier wichtigsten Ziele sein werden, um diese Gebiete unbewohnbar zu machen. Wir wissen nicht, ob das gelingen wird. Jeden Winter sprechen wir darüber, dass die Russische Föderation Pläne hat, den Winter zu nutzen, um der ukrainischen Staatlichkeit ein Ende zu setzen. Ich erinnere immer daran, dass Kyiv, Odessa, Charkiw und Dnipro noch nicht die gesamte Ukraine sind. Ja, das sind wichtige Städte für jeden von uns. Kyiv ist schließlich meine Heimatstadt. Aber die Ukraine besteht nicht nur aus Kyiv, nicht nur aus Odessa und nicht nur aus Charkiw. Man muss sich entweder auf einen schweren Winter in diesen Städten vorbereiten oder darüber nachdenken, wie ein großer Teil der Bevölkerung dieser Städte den Winter außerhalb dieser Städte überstehen kann. Aber das ist eine staatliche Aufgabe und nicht einfach die Aufgabe eines einzelnen Menschen.

Denn man kann sich zwar vorstellen, dass einige Menschen für den Winter aus diesen Städten entweder in andere ukrainische Städte oder ins Ausland ziehen. Aber es gibt Menschen, die dazu körperlich nicht in der Lage sind. Die Aufgabe des Staates und der Gemeinden besteht darin, diese Menschen in diesem Winter und möglicherweise auch im nächsten Winter 2027/28 zu unterstützen, der nicht leichter sein muss als dieser. Denn wir stehen erst am Anfang eines wirklichen Krieges, der sowohl die Front als auch das Hinterland erfassen und für uns wie für die Russen noch viele lange, schwere Jahre dauern kann. Man sollte sich keine Illusionen machen.

  • Zweitens. Man muss sich allen Vorstellungen widersetzen, dass die Kapitulation der Ukraine ein Ausweg aus dieser Situation sei. 

Erstens erinnere ich noch einmal daran, dass die Ukraine flächenmäßig das größte Land Europas ist und dass man diese territorialen Vorteile nutzen muss. Für die Ukraine ist es leichter, mit dem Druck fertigzuwerden, als für Belgien, Luxemburg oder beispielsweise Israel, dessen Fläche, sagen wir, ungefähr der Fläche des Gebiets Kyiv entspricht. Der überwiegende Teil der israelischen Bevölkerung lebt in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa, alles auf einem kleinen Gebiet. Düsengetriebene Shahed-Drohnen, die die Infrastruktur zerstören, können ein Land tatsächlich unbewohnbar machen. Das stimmt. Und wohin sollten die Israelis gehen, wenn die Städte nicht mehr funktionieren würden, falls so etwas geschähe? In die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Ägypten oder Jordanien? Sie verstehen doch, wovon wir sprechen. Hier aber gibt es glücklicherweise enorme territoriale Vorteile, und auch diese muss man nutzen.

Politisch muss man verstehen, dass es für die Ukrainer keine Kapitulation gibt. Es gibt keine Wahl zwischen Krieg und Kapitulation, sondern eine Wahl zwischen Widerstand und Vernichtung. Die russische Führung betrachtet die Ukrainer nicht als Menschen, sondern als Insekten, die vernichtet werden müssen, um die „angestammten Gebiete“ der Russischen Föderation freizumachen. Und das muss jeder verstehen.

  • Der dritte Punkt ist das, was gerade geschieht. Die Gespräche mit den europäischen Partnern über einen gemeinsamen Plan, um sowohl der russischen Aggression als auch der amerikanischen Dummheit und Gier entgegenzutreten. 

Das ist wichtig. Die Europäer müssen begreifen, dass nach der Vernichtung der Ukraine – ich verwende nicht das Wort Kapitulation, sondern Vernichtung – sie selbst die nächsten Ziele der Expansion sein werden, weil Putin glauben wird, dass ihm nun alles erlaubt ist. Neue technologische Möglichkeiten der Kriegsführung könnten grundsätzlich die Chance eröffnen, einen großen Teil der an die Ukraine angrenzenden Gebiete zu zerstören, ohne dass Artikel 5 des NATO-Vertrags aktiviert wird. Zumal mich eines interessieren würde: Glaubt heute überhaupt noch jemand an Artikel 5 der NATO? Könnte Artikel 5 der NATO gegen Dieselkraftstoff eingetauscht werden? Aber leicht.

  • Der nächste Punkt. Der Dialog mit den Vereinigten Staaten muss fortgesetzt werden. 

Man muss sich an eine sehr wichtige Sache erinnern: Das amerikanische Volk, die amerikanische Gesellschaft steht auf der Seite der Ukraine. Donald Trump vertritt mit seinen Ansichten eine absolute Minderheit der Amerikaner. Auch wenn er Präsident der Vereinigten Staaten ist. Ja, es gibt Dinge, für die ihn ein großer Teil der Menschen unterstützt, obwohl er inzwischen der unpopulärste Präsident der amerikanischen Geschichte ist, zumindest in seiner zweiten Amtszeit. Seine Zustimmungswerte sind gesunken, sinken weiter und werden weiter sinken, selbst unter republikanischen Wählern, weil nichts von dem eingetreten ist, was man von Donald Trump erwartet hatte. Aber das bedeutet nicht, dass man mit der Regierung nicht sprechen sollte. Schließlich kann man auch darüber sprechen, welche Ziele für unsere Angriffe ebenfalls wichtig und überzeugend sein könnten, wenn der Dialog sich um die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation dreht. Die Zerstörung von Online-Marktplätzen, die Zerstörung von Rechenzentren, die Zerstörung von Industrieanlagen der Russischen Föderation, des militärisch-industriellen Komplexes und der Energieinfrastruktur außerhalb der Ölraffinerien, damit Städte wie Moskau und Petersburg in winterliche Finsternis versinken.

Wenn Donald Trump sagt, Zelensky könne alles angreifen, was er wolle, dann soll er eben angreifen. Wo liegt dann das Problem? Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten seinen Segen dazu gibt, Russland in eine Eiswüste zu verwandeln, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten nicht versteht, dass, wenn Russland zu einer Eiswüste wird, niemand mehr da sein wird, der in den Ölraffinerien arbeitet. Dann werden die Menschen andere Sorgen haben. Aber auch sein mangelndes Verständnis muss man zum Nutzen der Ukraine und zum Nachteil der Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten einsetzen. „Steht die Fabrik still? Sie steht still. Arbeitet sie nicht? Sie arbeitet nicht. Wo dürfen wir sonst noch nicht angreifen? Was sollen wir noch tun? Vereinbare mit deinem Freund Putin Frieden, Trump. Sonst werden deine Lukoil-Aktien zu nichts, zu wertlosen Papierfetzen.“ Aber trotzdem bin ich ein Befürworter eines solchen Dialogs. Und auch das muss man verstehen. Der Dialog muss dennoch realistisch sein. Ebenso wie das Verständnis der Ziele unserer Angriffe auf Russland. 

Heute sehe ich eine Veröffentlichung von Simon Shuster in The Atlantic, der bekanntlich Zelenskys Biograf ist, ein schmeichelhaftes Buch über ihn geschrieben hat und offensichtlich gerade deshalb jemand ist, der mit Zelensky selbst und mit Menschen aus seinem Büro sprechen kann. Und dort habe ich folgende These gelesen: „Wir dachten, dass Russland infolge der ukrainischen Angriffe auf den Ölraffineriesektor der Russischen Föderation zusammenbrechen würde, aber es bricht nicht zusammen. Und dann werden wir, wenn sich die Amerikaner auf seine Seite stellen, mit ihnen über Frieden sprechen müssen.“

An diesem Abschnitt ist einfach alles bemerkenswert. Erstens kann ich überhaupt nicht verstehen, wer all diesen Menschen – ich verstehe ja, dass sich in der ukrainischen Regierung auch politisch unerfahrene Menschen befinden, die vielleicht nicht einmal fünf Bücher gelesen haben – in den Kopf setzt, dass Russland durch Angriffe auf Ölraffinerien zusammenbrechen müsste. Dass es überhaupt objektive Voraussetzungen für einen Zusammenbruch der russischen Staatlichkeit gäbe, wenn 80 Prozent der Bevölkerung der Russischen Föderation ethnische Russen sind, zwischen denen die Unterschiede geringer sind als zwischen ethnischen Ukrainern in der Ukraine. Wie um alles in der Welt kommt man darauf?

Natürlich können sich im Laufe der Jahre Voraussetzungen für eine politische Krise in der Russischen Föderation, für irgendwelche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und all das entwickeln. Aber wir müssen uns auf eine Situation einstellen, in der neben uns jahrzehntelang die größte Supermacht der heutigen Welt mit einer riesigen Menge an Atomwaffen existieren wird, wenn auch mit einer winzigen, zwergenhaften Wirtschaft, aber mit dem größten Staatsgebiet der Welt. Und wir müssen mit diesem Land als Nachbarn leben, statt zu glauben, dass es jeden Augenblick zusammenbricht. Sollte es aus irgendwelchen heute noch unbekannten Gründen zusammenbrechen, wäre das ein Bonus. Aber höchstwahrscheinlich wird es nicht zusammenbrechen, sondern putinistisch, vom Geheimdienst geprägt, aggressiv und auf die Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer ausgerichtet bleiben. So können die 2020er-, 2030er- und 2040er-Jahre vergehen. Das wäre so, als hätte man in Israel in den 1940er- oder 1950er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts geglaubt, dass Ägypten, der Irak und Syrien bald zusammenbrechen würden. Warum sollten sie?

Kurz gesagt, wir müssen lernen, neben diesem Russland zu überleben. Das bedeutet, dass die Hauptaufgabe der Angriffe nicht darin bestehen darf, Russland zum Zusammenbruch zu bringen. Man darf nicht auf irgendwelche Experten hören, die nichts von Russland verstehen und lediglich von der Unwissenheit der Machthaber profitieren. Vielmehr müssen Bedingungen geschaffen werden, unter denen für Russland, für dieses übermächtige Russland mit Atomwaffen, der Preis des Krieges höher ist als der Gewinn durch die Eroberung der Ukraine. Genau so muss man es formulieren. Der finanzielle, demografische, wirtschaftliche und soziale Preis des Krieges für Russland, für Russland von Kursk bis Wladiwostok, muss höher sein als sämtliche Vorteile der Eroberung der Ukraine und des Aufstiegs in den Rang eines geopolitischen Akteurs in Europa. Und genau das kann in den kommenden Jahren der erbitterten russisch-ukrainischen Konfrontation durch ukrainische Angriffe auf Russland erreicht werden. Das ist die Idee.

Mit Russland über Frieden zu sprechen ist möglich. Aber ich wiederhole: Russland wird mit Insekten nicht über Frieden sprechen. Es wird sie einfach zertreten, wenn es ihre Schwäche erkennt. Wenn man erzählt, wie Russland nach dem Winterkrieg und dem Fortsetzungskrieg zweimal mit Finnland Frieden schloss, sollte man daran erinnern, dass in Helsinki Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt wurden: der eigene Präsident, der Ministerpräsident und Minister, die den Widerstand gegen die sowjetische Aggression organisiert hatten, nachdem Stalin Finnland noch in den 1930er-Jahren angegriffen hatte. Da würde mich interessieren: Wollen Zelensky und seine Mitstreiter auf der Anklagebank sitzen? Diese Anklagebank wird nicht in Kyiv stehen, sondern in Moskau. Zelensky wird dort in einem Käfig sitzen, wenn er glaubt, sich mit Putin einigen zu können. Nur darüber wird er sich einigen können. Und danach wird eine lebenslange Haftstrafe in der Strafkolonie „Weißer Schwan“ folgen, mit einem unerwarteten Tod zwei Monate nach Beginn der Haftstrafe. Das ist die ganze Kapitulation, das sind sämtliche Gespräche über Frieden mit Putin.

Das Schicksal gewöhnlicher Menschen wird nicht viel besser sein als das Schicksal Zelenskys und der Mitarbeiter des Präsidialamts, der Minister und Abgeordneten. Nur wird sich mit ihnen nicht ein Gericht in Moskau befassen, sondern ein gewöhnlicher Angehöriger der russischen Nationalgarde, der die Befugnis erhalten wird, die Ukraine von Ukrainern zu säubern. Und glauben Sie mir, er wird diese Aufgabe bewältigen. All diese Hoffnungen nach dem Motto „Ich werde hier weiterleben, man wird nur die Fahnen austauschen“ werden also mit einem kräftigen Schlag eines Schlagstocks auf den Schädel enden, der dabei zerbricht. Und die Fahne wird sich nicht ändern. Es wird einfach rotes Blut, einen weißen Tisch und einen blauen Körper geben. Das wird die Fahne sein, und nicht eine Fahne über irgendeinem Verwaltungsgebäude. Nein.

Machen Sie sich also nichts vor. Es gibt keine Wahl zwischen Widerstand und Kapitulation. Es gibt eine Wahl zwischen Widerstand und Vernichtung. Und das muss jeder begreifen, der auf ukrainischem Boden lebt. Natürlich kann man auf verschiedene Idioten hören, die erzählen, wie man sich mit Russland einigen könne, weil sie sich davon aus irgendeinem Grund irgendwelche Perspektiven versprechen. Aber auch sie werden einen Schlag mit diesem Schlagstock auf den Kopf bekommen. Und auch sie werden sich auf dem Tisch in der Leichenhalle als russische Flagge wiederfinden, ganz gleich, was sie daherreden, in der Hoffnung, dass Sie bei irgendwelchen unrealistischen Wahlen für sie stimmen werden, falls die ukrainische Staatlichkeit zusammenbricht. Diejenigen, die am Leben bleiben, weder fliehen noch vertrieben werden, werden bei den Wahlen zur Staatsduma abstimmen. Ich glaube nicht, dass viele Menschen in der Ukraine einen solchen Schrecken wollen.

Das sind also die ersten Skizzen zur Entwicklung dieser Situation, die mit der Verschärfung der Krise zwischen der Ukraine und Russland zusammenhängt.

Ich werde einige Fragen beantworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden.

Frage: Sie haben Trump früher nach seinem Gespräch mit Putin mit Janukowytsch verglichen und mögliche Drohungen gegen das Leben des amerikanischen Präsidenten vermutet. Können die russischen Geheimdienste tatsächlich ein solches Attentat erfolgreich organisieren?

Portnikov: Nun, erstens wissen wir sogar aus Trumps eigener Biografie, dass Attentate auf amerikanische Präsidenten möglich sind. Zweitens glaube ich nicht, dass Putin Trump damit droht, ihn zu töten. Er kann ihm mit der Veröffentlichung beliebiger Informationen drohen, die sich im Besitz der russischen Geheimdienste befinden könnten. Wir wissen ja in Wirklichkeit nicht, was diese beiden Menschen verbindet. Das gehört alles in den Bereich der Verschwörungstheorien. Aber man sollte nicht glauben, dass Putin einfach dasitzt und sagt: „Ich werde dich töten.“ So kann er mit einem erfahrenen ehemaligen Häftling wie Janukowytsch sprechen. Bei Trump, denke ich, geht es in dem Gespräch um ganz andere Drohungen und Gefahren.

Frage: Warum wird Ihrer Meinung nach dem Beschuss des Flughafens von Riad so wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Das ist doch eine sehr ernste Sache, die von einer schweren Eskalation im Nahen Osten zeugt.

Portnikov: Entschuldigen Sie, Freunde. Ich muss sagen, dass mir scheint, dass der Krieg in der Ukraine und der Krieg im Nahen Osten für die Welt inzwischen zu einer Art Routine geworden sind. Und deshalb werden sehr viele bedeutende Ereignisse übersehen. Gerade diese barbarische Bombardierung Kyivs und anderer großer ukrainischer Städte wäre noch vor zwei Jahren auf den Titelseiten der Weltpresse gewesen. Heute ist das nicht mehr so. Wenn vor drei Jahren der Flughafen von Riad beschossen worden wäre und damit die Verwundbarkeit Saudi-Arabiens gegenüber den Huthi-Einheiten deutlich geworden wäre, wäre das ein echter Schock gewesen.

Aber wozu hätte das geführt? Zu einem Anstieg des Ölpreises? Ja, der Ölpreis ist ohnehin schon sehr hoch und wird nicht fallen. Das heißt, inzwischen verstehen einfach alle, dass sie inmitten der ukrainischen und der nahöstlichen Krise leben. Und aus beiden Krisen ist kein Ausweg zu erkennen. Die Welt hat gelernt, unter den Bedingungen endloser Kriege zu leben. Und so wird das 21. Jahrhundert sein. Deshalb erregen viele Dinge, die Aufmerksamkeit erregten, als die Menschen glaubten, in Frieden zu leben, heute keine Aufmerksamkeit mehr, weil alle verstehen, dass sie im Krieg leben. Und jetzt besteht die Hauptaufgabe jedes Landes darin, nicht selbst in diesen Fleischwolf zu geraten.

Frage: Halten Sie es für möglich, dass Putin Trump etwas gesagt hat, das für ihn persönlich so schrecklich war, dass er jetzt schon bei bloßen Fragen von Journalisten so nervös wird?

Portnikov: Ja, ich freue mich, dass auch Sie bemerkt haben, wie nervös Trump auf alle Fragen reagiert, die mit seinem Geschäft mit Putin zusammenhängen. Er fühlt sich nicht sicher. Er überhörte die Erinnerung daran, dass Zelensky seine Entscheidung über das Geschäft mit Putin als schwach bezeichnet hatte. Dabei hätte er sich in jeder anderen Situation sofort aufregen, schreien und vor Wut schnauben müssen. Stattdessen wartete er eine Weile, um dann irgendeinen Tweet mit der Forderung nach Wahlen in der Ukraine zu schreiben. Das ist überhaupt nicht der Ton, den er noch 2025 gegenüber Zelensky anschlug, als er ihn einen Diktator nannte, der an der Fortsetzung des Krieges interessiert sei und Wahlen fürchte. Also muss während dieses Gesprächs etwas geschehen sein. Aber ich denke, es war eine Art Mischung, eine Symbiose aus Drohungen und Angeboten, die man nicht ablehnen kann, weil sie finanzieller Natur sind. Und das war im Grunde das Hauptthema des Gesprächs zwischen Putin und Trump, nach dem sich die Stimmung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, würde ich sagen, auf diese Weise veränderte.

Frage: Heute liegt die Alternative für Deutschland laut Umfragen bei 30 Prozent und die Christlich Demokratische Union bei 18 Prozent. Welche Folgen könnten uns erwarten, wenn sie die nächsten Wahlen gewinnt? Und hat sie Chancen, tatsächlich an die Macht zu kommen?

Portnikov: Bei den nächsten Wahlen wird die Alternative für Deutschland wohl kaum gewinnen, weil die Umfragewerte überhaupt nicht widerspiegeln, wie die Stimmenauszählung nach Parteilisten in den verschiedenen Bundesländern und so weiter tatsächlich funktioniert. Die Popularität, die die Alternative für Deutschland in den ostdeutschen Bundesländern genießt, muss sich nicht in Popularität im Westen umsetzen. Das Wichtigste ist, dass die Alternative für Deutschland, selbst wenn sie zur stärksten Partei im Bundestag wird, in der Opposition gegenüber einer Regierung landen kann, die beispielsweise von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Grünen gebildet wird.

Aber zweifellos ist die Alternative für Deutschland ein sehr beunruhigendes Signal für die Bundesrepublik. Und es bedeutet vor allem eines: das Schmelzen des Eises, verstehen Sie? Jedes Land hat eine bestimmte Eisschicht, die entsteht, nachdem es Autoritarismus erlebt, im Zusammenhang mit einem autoritären Regime schwere Niederlagen erlitten und die Erfahrungen autoritärer Herrschaft neu bewertet hat. In der Sowjetunion schmolz auf diese Weise das Eis, das mit der Neubewertung der stalinistischen Erfahrung verbunden war. Sie verstehen sehr gut, dass der Totalitarismus nationalsozialistischer Prägung in Deutschland selbst niemals entstanden wäre, wenn er nicht von einem großen Teil der Bevölkerung Unterstützung erhalten hätte. Das heißt, das ist bis zu einem gewissen Grad eine Gesetzmäßigkeit. Danach fürchtet dieser Teil der Bevölkerung solche Regime einfach und verständigt sich deshalb mit jenen, die für Demokratie eintreten. Und später taut er, wenn Sie so wollen, einfach wieder auf. Das heißt, dieses Eis ist einfach geschmolzen. Und genau deshalb sind die Ergebnisse der Alternative für Deutschland so, wie sie sind.

Aber die deutsche Demokratie verfügt diesmal über enorme Erfahrungen damit, was geschieht, wenn jemand Vereinbarungen mit solchen Kräften eingeht, und über Erfahrungen im Widerstand gegen solche Kräfte. Sie verstehen doch, dass die Nationalsozialisten Adolf Hitlers, als sie in Deutschland an die Macht kamen, in den ersten Reichstagskonstellationen, in denen Hitler Reichskanzler war, keine Stimmenmehrheit hatten. Für die demokratischen Parteien hätte es genügt, sich zusammenzuschließen, um eine eigene Regierung zu bilden. Aber das hätte bedeutet, dass sich Konservative und Sozialdemokraten zusammenschließen, Parteien, die einander so sehr hassten, dass die Konservativen um Franz von Papen bereit waren, sich mit Hitler zu verbünden, nur um zu verhindern, dass eine sozialdemokratische Regierung oder sozialdemokratische Minister in irgendeiner Form an die Macht kamen. Papen war bereit, Hitlers Stellvertreter zu werden, nur damit keine Sozialdemokraten in der Regierung saßen. Das war ein tragischer Fehler. Das ist den Deutschen bis heute bewusst.

Frage: Der Kreml hätte raffinierter vorgehen und Trump vor den Wahlen möglichst viele Stimmen verschaffen können. Warum verzichten sie darauf, seine Idiotie noch zwei Jahre lang auszunutzen?

Portnikov: Nun, das ist Ihre Bewertung Trumps, dass es sich um Idiotie handelt. Wie Sie verstehen, kann man das in Moskau anders sehen. Und ich sage Ihnen, dass für den Kreml möglicherweise Instabilität in den Vereinigten Staaten besser ist als eine stabile Herrschaft Trumps. Vergessen Sie nicht, dass wir es mit Menschen zu tun haben, die die Vereinigten Staaten ihr ganzes Leben lang aus tiefster Überzeugung hassen. Und möglicherweise sehen sie die Perspektive, dass es ihnen nur nützt, wenn es infolge einer Wahlniederlage dort Chaos und einen Machtkampf zwischen dem US-Präsidenten und dem Kongress gibt, weil das Amerika destabilisiert. Das ist also ihre einfache Idee.

Frage: Kann Trumps offene Unterstützung für republikanische Kandidaten deren Wahlchancen verringern?

Portnikov: Nun, derzeit glauben das viele Menschen in Amerika. Sogar einige republikanische Kandidaten sind der Meinung, dass Trumps aktive Beteiligung am Wahlkampf die Chancen der republikanischen Kandidaten in Wirklichkeit nicht erhöht, sondern verringert. Das ist tatsächlich so. Das geschieht, und dagegen lässt sich nichts machen. Aber Sie verstehen doch, dass keiner dieser Menschen Trump das jemals sagen wird. Etwa: „Wissen Sie, es wäre besser, wenn Sie nirgendwo hinfahren, zu Hause bleiben und Golf spielen, damit alle Sie vergessen. Dann erzielen wir vielleicht irgendwelche Ergebnisse.“ Menschen dieses Typs, solche selbstverliebten Narzissten, wollen so etwas nicht einmal hören.

Ich erinnere mich, wie ich mit Micheil Saakaschwili sprach, als er vor einem Parlamentswahlkampf zum ersten Mal nach Georgien zurückkehren wollte, um die Opposition zu unterstützen. Und ich sagte ihm: „Micheil Nikolosowitsch, Sie sind für Georgien eine sehr umstrittene Persönlichkeit. Es gibt Menschen, die Sie aufrichtig lieben, aber noch mehr Menschen, die Sie einfach hassen. Gleichzeitig können sie auch Bidsina Iwanischwili hassen. Und wenn Sie nach Georgien reisen, werden Sie faktisch zur Niederlage der Opposition beitragen. Sie werden ihr Stimmen wegnehmen.“ Saakaschwili sah mich an und sagte: „Die sind nicht einmal meinen kleinen Finger wert, all diese georgischen Oppositionspolitiker.“ Er war aufrichtig von seiner Einzigartigkeit, seiner Auserwähltheit überzeugt, davon, dass es in der ganzen Welt und erst recht in Georgien niemanden gebe, der besser sei als er, und dass alle das wüssten.

Nun, das ist eine solche politische Krankheit, die selbst bei außergewöhnlichen Menschen vorkommt. Und übrigens erreichen gerade Menschen mit einem solchen Selbstbild, mit absoluter, hundertprozentiger Selbstverliebtheit, sehr oft solche Höhen in der Politik. Aber danach beginnen sie, ihrem eigenen Umfeld dabei im Weg zu stehen, seine Positionen zu bewahren, wenn es sich natürlich um einen demokratischen Staat handelt, in dem Wahlen stattfinden. Das ist alles.

Frage: Welches Szenario erwartet den Iran, falls die Demokraten bei den US-Zwischenwahlen gewinnen?

Portnikov: Nun, ich erinnere noch einmal daran, dass die Außenpolitik der Vereinigten Staaten weiterhin in den Händen von Präsident Trump liegen wird. Möglicherweise werden die Demokraten versuchen, irgendwelche Gesetze zu verabschieden, die die Handlungsmöglichkeiten des US-Präsidenten einschränken.

Aber ich wiederhole, vieles wird davon abhängen, was nicht nur im Repräsentantenhaus, sondern auch im Senat geschieht. Außerdem verstehen Sie sicherlich, dass die Demokraten keine großen Freunde des Iran sind. Sie werden einfach auf eine überlegtere Haltung der Regierung setzen. Aber insgesamt ist das eine Sackgasse, die auf die eine oder andere Weise künftig für jede Regierung zur Falle werden kann. In dieser Hinsicht scheint mir das verständlich zu sein.

Frage: Glauben Sie, dass die ukrainischen Geheimdienste den tatsächlichen Inhalt der Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland während der Reise von Kushner und Witkoff übersehen haben?

Portnikov: Kushner und Witkoff waren übrigens in Kyiv. Ich glaube nicht, dass sie dort besonders viel darüber verheimlicht haben, worüber sie mit den Russen sprechen. Und da würde mich wirklich interessieren: Warum haben Sie sich ausgerechnet auf diese Geheimdienste eingeschossen? Nehmen wir an, die Geheimdienste hätten gewusst, dass Witkoff und Kushner mit Putin über Lukoils Vermögenswerte im Ausland verhandeln. Ist das etwa ein großes Geheimnis? Nachdem Trump Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft verhängt hatte, verschob er deren Inkrafttreten gerade deshalb, weil Käufer für diese Vermögenswerte im Ausland gesucht wurden. Man muss kein großer Geheimdienstexperte sein, entschuldigen Sie, um vorherzusehen, dass irgendwelche Menschen, die auf die eine oder andere Weise mit Trumps Umfeld verbunden sind, Anspruch auf diese Vermögenswerte erheben könnten. Was ist daran unverständlich, und was bringt uns das? Nehmen wir also an, wir hätten davon erfahren. Was dann? Produzieren wir plötzlich dringend Patriot-Systeme in Lukjaniwka? Was tun wir denn anders, wenn wir von den Ergebnissen der russisch-amerikanischen Verhandlungen erfahren?

Überschätzen Sie nicht Ihre eigene Handlungsfähigkeit. Bitte betrachten Sie die Situation nüchtern, in der sich unser Land befindet: ein Land ohne Atomwaffen, mit einer zerstörten Wirtschaft und einer kleineren Bevölkerung, das sich der größten Macht unserer Zeit entgegenstellt, einem großen Atomstaat mit dem weltweit größten Atomwaffenpotenzial neben den Vereinigten Staaten. Ich habe immer gesagt: Dass wir einer solchen Macht seit viereinhalb Jahren widerstehen, während der Konflikt mit Russland bereits zwölf Jahre andauert und alle Chancen hat, bis in die 2030er-Jahre des 21. Jahrhunderts weiterzugehen, obwohl er schon in den 2010er-Jahren begann, ist bereits eine Heldentat, verstehen Sie? Das ist doch kein Krieg zwischen Amerika und Russland, bei dem man sagen könnte: „Oh, sehen Sie, sie führen schon seit viereinhalb Jahren Krieg.“ Das ist nicht einmal der Krieg des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion.

Deshalb hätte sich nichts geändert, ob wir davon gewusst hätten oder nicht. Worauf hätten wir Einfluss nehmen können? Ob wir es wissen oder nicht, Einfluss nehmen können wir erst dann, wenn diese Vereinbarungen öffentlich bekannt gegeben werden. Und wir können uns im Grunde an die öffentliche Meinung wenden, an die amerikanische öffentliche Meinung, an die europäische öffentliche Meinung, an die europäischen Staats- und Regierungschefs. Genau das, womit Zelensky sich im Grunde derzeit beschäftigt. Aber solange es nicht öffentlich bekannt gemacht wurde und nicht zur Tatsache geworden ist, haben wir kaum Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen. Denn niemand in der amerikanischen Führung glaubt ernsthaft, entschuldigen Sie, dass er irgendwelche ukrainischen Ratschläge beachten müsste, ebenso wenig wie kanadische oder europäische.

Im Weltbild Donald Trumps und seiner Mitstreiter gibt es all das überhaupt nicht. Für sie gibt es Putin, Xi Jinping und Trump als die wichtigste Figur dieses Triumvirats starker Kerle. Es geht also überhaupt nicht darum, wann wir etwas erfahren. Es geht darum, wie wir auf Herausforderungen reagieren und wie realistisch wir die Gefahren einschätzen, die bereits in den 2010er- und 2020er-Jahren bestanden und uns, wie Sie verstehen, auch in den 2030er- und 2040er-Jahren verfolgen werden. Selbst wenn wir irgendwann, und das hoffe ich sehr, das Ende der intensiven Kampfhandlungen erleben und die Situation in einen schwelenden Konflikt übergeht.

Denn Frieden können Sie komplett vergessen. Es gibt keinerlei Voraussetzungen für einen vollständigen Frieden. Aber die Voraussetzungen dafür, zu einer Formel eines langen Friedens mit kurzen Kriegen überzugehen, bestehen vorerst noch. Die Formel langer Kriege mit kurzem Frieden ist für uns bisher noch nicht unausweichlich. Aber ich werde Ihnen unbedingt mitteilen, wenn diese Formel unausweichlich wird. Glauben Sie mir, ich werde der Erste sein, der sagt, dass es nun so weit ist. Aber vorerst haben wir dank des Mutes unserer Streitkräfte, denen Sie hoffentlich helfen, weil Sie ihre Bedeutung für den weiteren Fortbestand der Ukraine auf der politischen Weltkarte, für das Überleben des ukrainischen Volkes und für Ihr eigenes physisches Überleben in den kommenden Jahren verstehen, dank der Streitkräfte haben wir vorerst noch solche Chancen. Das ukrainische Volk hält dem Angriff stand.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп і Зеленський: загострення кризи |Віталій Портников. 15.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 15.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Zelensky geht auf Trump los | Vitaly Portnikov. 14.10.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat möglicherweise die schärfste Kritik am Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, geübt, seit der amerikanische Milliardär 2025 ins Weiße Haus zurückgekehrt ist.

Selbst während des letzten großen Skandals zwischen Zelensky und Trump im Oval Office hatte sich Zelensky mit scharfen Bewertungen von Trumps Politik zurückgehalten. Doch jetzt sagt er, dass der amerikanische Präsident auf der falschen Seite der Geschichte stehe, und nennt Trump dabei praktisch beim Namen.

„Wenn man eine neutrale Position einnimmt, muss man auch dabei bleiben und darf sich nicht auf die falsche Seite stellen. Das ist nicht die Seite der Geschichte, auf der man stehen sollte“, betonte der ukrainische Präsident in einem Interview mit einem britischen Fernsehsender und unterstrich, dass die Ukrainer ihr Land nicht verkaufen würden. „Für uns ist das kein Geschäft, es geht um unser Leben“, betonte Zelensky. Damit hat die Konfrontation zwischen Kyiv und Washington ein neues, möglicherweise bisher beispielloses Niveau erreicht.

Andererseits geschieht dies, wenn man darüber nachdenkt, vor dem Hintergrund der faktischen Weigerung der Vereinigten Staaten, jene Vereinbarungen einzuhalten, die zuvor zwischen diesem Land und der Ukraine über die Versorgung der Ukraine mit Geheimdienstinformationen sowie mit Daten der Satelliten des Starlink-Systems für die ukrainischen Streitkräfte getroffen worden waren. Und das geschah übrigens sowohl aus Solidarität mit der Ukraine, die Opfer einer dreisten russischen Aggression geworden ist, als auch, um die Chancen beider Seiten bis zu einem gewissen Grad anzugleichen. Denn man sollte daran erinnern, dass die Ukraine gegen die mächtigste Atommacht der heutigen Welt kämpft, die in der Lage ist, die Vereinigten Staaten innerhalb weniger Stunden zu vernichten. Obwohl natürlich klar ist, dass in diesen wenigen Stunden auch das Leben auf dem Gebiet der terroristischen Föderation selbst zu Ende wäre.

Aber so oder so waren die Kräfte der Ukraine und der Russischen Föderation seit 2022 nicht miteinander vergleichbar. Und die Vereinigten Staaten halfen der Ukraine gerade deshalb, weil sie verstanden, dass unser Land Opfer einer unprovozierten Aggression seitens der Russischen Föderation geworden war.

In dieser Situation gibt es immer eine Wahl. Entweder man stimmt sämtlichen Handlungen der Regierung von Präsident Trump zu und tut so, als gäbe es diese Handlungen nicht, oder man appelliert an die öffentliche Meinung und erinnert daran, dass die überwältigende Mehrheit der Amerikaner im Gegensatz zu ihrem Präsidenten und seinen engsten Vertrauten auf der Seite der Ukraine und nicht Russlands steht und Russland als Gegner und nicht als Partner betrachtet. Und diese Auffassung teilen sowohl die Wähler der Demokratischen Partei als auch die Wähler der Republikanischen Partei und jene Wähler, die noch unentschlossen sind und sich, wie ich hoffe, bei den kommenden Wahlen für Kandidaten entscheiden werden, die Donald Trump und seine dreiste, gegen die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika gerichtete Außenpolitik nicht unterstützen. Eines steht für mich fest: Die Politik Donald Trumps, die auf seiner persönlichen Bereicherung und der Bereicherung seiner Familienmitglieder sowie seines engsten Umfelds beruht, hat grundsätzlich nichts mit den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten zu tun.

Natürlich kann man der Meinung sein, dass man den Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht reizen sollte. Und genau diese Linie verfolgte Zelensky übrigens seit jenem berühmten Streit im Oval Office. Auch unsere europäischen Partner rieten dem ukrainischen Präsidenten, sich gegenüber Donald Trump genau so zu verhalten und alles Mögliche zu tun, damit sich der Präsident der Vereinigten Staaten beruhigt und den ukrainischen Präsidenten lieb gewinnt. Im Grunde kann man sagen, dass Zelensky anderthalb Jahre lang nach dieser Anweisung handelte. Er übersah die offensichtlichen Sympathien des amerikanischen Präsidenten für seinen russischen Amtskollegen, reagierte gelassen auf das Treffen des Präsidenten der Vereinigten Staaten mit dem Präsidenten der Russischen Föderation in Anchorage und darauf, wie Donald Trump den Kriegsverbrecher Putin auf dem Flugplatz in der Hauptstadt Alaskas mit Applaus begrüßte.

Aber wozu wurde das alles getan? Wozu hat diese Nachsicht gegenüber dieser Gier und diesem offenen politischen Irrsinn geführt? Sagen Sie es mir! Zur Abschaltung von Starlink, vorerst zur Drosselung seines Betriebs, und zur faktischen Weigerung, uns Geheimdienstinformationen zur Verfügung zu stellen. Und man muss sich klar darüber sein, dass Donald Trump ebenso wie Putin nur eine Sprache versteht: die Sprache brutalen Drucks. Und genau diese Sprache brutalen Drucks zwingt ihn, wie der Krieg gegen Iran gezeigt hat, eine völlig andere Linie zu verfolgen. Wenn man dagegen versucht, so zu tun, als würde man seine Eskapaden nicht bemerken, wird einem ein Mensch dieses Typs unweigerlich auf der Nase herumtanzen. Und genau das ist geschehen.

Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass es einen Unterschied zwischen Trumps Verhalten während des Skandals im Oval Office und seinem heutigen Verhalten gibt. Nach dem Skandal im Oval Office wurde ganz unmissverständlich verkündet, dass die Vereinigten Staaten die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine und die Waffenlieferungen an die Ukraine einstellen würden. Ich erinnere daran, dass damals noch jenes Hilfspaket lief, das während der Präsidentschaft von Trumps Vorgänger Joseph Biden, einem echten Freund der Ukraine, bewilligt worden war. Sie erinnern sich alle gut daran. Jetzt wird nichts dergleichen verkündet. Im Gegenteil, man sagt, die Hilfe werde weiterhin geleistet.

Das heißt, sowohl Trump als auch sein engstes Umfeld verstehen, dass die Ankündigung einer Einstellung der Hilfe für die Ukraine vor den Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten zu weiteren Stimmenverlusten für die Republikaner führen würde. Und ich hoffe sehr, dass diese Wahlen zur Agonie der ultrarechten politischen Kräfte in den Vereinigten Staaten werden und 2028 zu ihrem endgültigen, schmachvollen Zusammenbruch führen. Einfach deshalb, weil ich den Vereinigten Staaten von Amerika nur das Beste wünsche. Und deshalb hoffe ich sehr, Zeuge dieser Agonie und des Erfolgs der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Denn der Erfolg der Vereinigten Staaten von Amerika ist unser gemeinsamer Erfolg – und er ist kein Erfolg für Putin. Auch das muss man verstehen.

Wenn man also diesen intensiven Druck fortsetzt, wenn die amerikanischen Medien ihren Zuschauern und Lesern von Trumps Verrat berichten, und genau das wird geschehen, dann werden sie gezwungen sein, die Hilfe in vollem Umfang wiederherzustellen und mit terroristischen Sabotageakten aufzuhören. Denn wenn wir nicht wissen, dass ballistische Raketen im Anflug sind, ist das faktisch eine Unterstützung der terroristischen Angriffe Russlands. Denn dabei sterben Zivilisten, die nicht einmal rechtzeitig gewarnt werden können, damit sie Schutzräume aufsuchen können. Denn die Abschaltung von Starlink ist eine Unterstützung der russischen Aggression und der Eroberung ukrainischer Gebiete. Und all das ist eine vollkommen bewusste Arbeit auf die Kapitulation der Ukraine hin, damit die Ukraine zu Bedingungen kapituliert, die Trumps Dieselfreund Putin vorgeben wird. Darin liegt das Problem.

Ganz zu schweigen davon, dass ich absolut überzeugt bin, dass diese Hilfe den Interessen der Vereinigten Staaten selbst dient. Denn die Ukraine ist ein Land, das von einem Staat angegriffen wurde, der das Völkerrecht verletzt. Die Ukraine ist ein Land, das für die Wiederherstellung dieses Völkerrechts und der Rechtsordnung kämpft. Und die Vereinigten Staaten waren immer ein Staat, der das Völkerrecht verteidigt und unterstützt hat. Nur weil Russland über viel Öl und Gas verfügt und man irgendwelche Lukoil-Aktien kaufen kann, wird es noch lange nicht zum Partner der Vereinigten Staaten von Amerika.

Natürlich kann man sagen, dass sich Donald Trumps grundsätzliche Haltung durch keinerlei Druck ändern lässt. Ich bin mir vollkommen darüber im Klaren, wie Donald Trumps Weltbild aussieht. Ja, das ist mir vollkommen klar. Donald Trump betrachtet die Welt als eine Sphäre, die unter drei großen Staaten, drei starken Männern aufgeteilt werden muss: Trump, Putin und Xi Jinping. In diesem Weltbild muss Kanada, wie wir bereits mehrfach gesehen haben, die Launen des amerikanischen Präsidenten erfüllen, andernfalls verhängt er empörende Zölle auf kanadische Produkte. Und übrigens ist diese ganze Geschichte mit dem Diesel auch eine Folge seines Konflikts mit Kanada.

Vergessen wir nicht: Im Falle der Ukraine ist er innerlich absolut davon überzeugt, dass die Ukraine sämtliche Launen Putins erfüllen müsste, und er will sich nicht einmal mit den Einzelheiten befassen. Und in dieser Situation werden Sie einem Menschen, der bereits 80 Jahre alt ist, nicht mehr erklären können, dass die Welt in Wirklichkeit auf Werten und nicht auf Gier beruhen sollte, dass das Völkerrecht eine große Errungenschaft ist, die im Wesentlichen mit dem Blut der Völker während des Zweiten Weltkriegs erkämpft wurde, als es ebenfalls durch Hitlerdeutschland, also durch die damaligen Ultrarechten, zerstört worden war.

Aber glücklicherweise ist Trump im Gegensatz zu Putin kein totalitärer Herrscher, dem seine eigenen Landsleute vollkommen gleichgültig sind und der sie lediglich als Kanonenfutter betrachtet. Er ist ein Mensch, der gezwungen ist, auf Institutionen Rücksicht zu nehmen, der gezwungen ist, auf den Kongress Rücksicht zu nehmen. Und genau auf diese Weise kann und muss man auf diesen Menschen Einfluss nehmen. Eine andere Möglichkeit, Trumps Entscheidungen zu beeinflussen, gibt es nicht, denn seine Ansichten stehen in diametralem Gegensatz zu dem, was wir uns von einem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wünschen würden. Und das ist übrigens ebenfalls eine bekannte Tatsache. Daran ist nichts unbekannt.

Hören Sie, Trump war schon während seiner ersten Präsidentschaft von der Ukraine nicht begeistert, schon damals, wie Sie sich erinnern. Das alles war für ihn, gelinde gesagt, unverständlich: Warum sollte man die Ukraine unterstützen? Dieselben berühmten Javelins, mit denen er prahlt, gelangten nur dank des intensiven Drucks des Kongresses auf den amerikanischen Präsidenten in unsere Hände. Der Kongress war demokratisch dominiert. Genau deshalb können wir auch jetzt hoffen, dass eine demokratische Mehrheit im amerikanischen Kongress, sollte sie zustande kommen, intensiven Druck auf die Regierung ausüben und sie zwingen wird, ihre kapitulationistische Haltung gegenüber Putins Russland zu ändern.

Das alles ist eine völlig offensichtliche Tatsache. Tatsache ist auch, dass er selbst dann, als er nicht Präsident war, aber im Grunde weiterhin der Hoffnungsträger der Republikaner blieb, ab einem bestimmten Zeitpunkt irgendwelche halb geheimen Kontakte zu Putin unterhielt. Und möglicherweise führten gerade diese Kontakte dazu, dass er mit seinem Einfluss auf die republikanischen Kongressabgeordneten monatelang die Bewilligung der Militärhilfe für uns blockierte, die Präsident Biden beim Kongress beantragt hatte. Und genau diese Pause führte zu Veränderungen an der Front, zum Verlust von Awdijiwka, zu dem es niemals gekommen wäre, wenn sich die Abstimmung über die Einzelheiten dieses Hilfspakets nicht so lange hingezogen hätte. Und übrigens war es für mich schon damals ein Warnsignal, als die Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus gegen die Hilfe für die Ukraine stimmte. Dieses Paket kam nur zustande, weil fast alle Demokraten und ein Teil der Republikaner dafür stimmten.

Aber damals gab es für mich noch ein weiteres, sehr beunruhigendes Warnsignal: Dieselben Republikaner stimmten in großer Zahl auch gegen die Hilfe für Taiwan. Das deutete für mich ebenfalls auf eine mögliche Neuausrichtung der amerikanischen Außenpolitik hin. Und ja, er versucht, nicht nur Putin, sondern auch Xi Jinping zu gefallen. Und jetzt wird die Bereitstellung von Mitteln für die Verteidigung Taiwans, obwohl diese durch das Taiwan-Gesetz geregelt wird, das der Kongress noch während der Präsidentschaft Jimmy Carters vor dem Hintergrund der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China verabschiedete, diese Bereitstellung von Waffen wird erneut verzögert.

Und übrigens: Genauso, wie er jetzt Putins Begehrlichkeiten anheizt und dazu beiträgt, dass der russische Präsident nicht einmal eine Minute darüber nachdenkt, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden – wozu auch, wenn er einen solchen Trump hat –, kann er auch die Begehrlichkeiten Xi Jinpings anheizen. Dieser könnte unter diesen Umständen glauben, dass ihm nichts droht, wenn er eine Militäroperation zur Rückführung Taiwans in den Heimathafen durchführt. Und dann könnten bereits die Voraussetzungen für einen Dritten Weltkrieg geschaffen sein, mit all diesen Dummheiten. Denn diese Menschen, sowohl Putin als auch Xi Jinping, verstehen ebenfalls nur die Sprache harter Macht und nicht die Sprache der Zugeständnisse. Sie sind genauso eingestellt wie Trump.

Vor allem aber ist es sehr schwer, den Sinn dessen zu verstehen, was gerade geschieht. Warum hat Trump im russisch-ukrainischen Krieg alle roten Linien überschritten und sich nahezu eindeutig auf Putins Seite gestellt? Was ist passiert? Was hat Putin ihm gesagt, das Trump so furchtbar erschreckt hat? Wir verstehen doch, dass 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff, die nach amerikanischem Recht nicht einmal auf den amerikanischen Markt gelangen können und die, selbst wenn sie dorthin gelangten, auf diesem Markt keinen Unterschied machen würden – denn was sind schon 300.000 Tonnen, entschuldigen Sie, für ein Land, das, wie ich schon mehrfach gesagt habe, monatlich sechs Millionen Tonnen exportiert? Es gibt also keinen Grund anzunehmen, dass Trump sich mit diesen 300.000 Tonnen irgendetwas erkaufen könnte oder dass sie ihm helfen würden, das Kräfteverhältnis im Kampf um den Kongress zu verändern. Zumal sich die Zahlen auf den Preistafeln amerikanischer Tankstellen durch diese 300.000 Tonnen nicht verändern.

Natürlich kann man sagen, dass das alles ein Spiel mit Lukoil-Aktien ist, dass Witkoff und Kushner zu Putin reisen werden, nachdem wir aufgehört haben, die Ölraffinerien anzugreifen. Na und? Wir greifen die Ölraffinerien schon seit mehreren Tagen nicht mehr an, und dadurch ändert sich nichts zum Besseren. Mehr noch, Russland bombardiert weiterhin unsere Energieinfrastruktur. Die vergangene Nacht in Kyiv war schrecklich, das haben diejenigen unter Ihnen, die in der ukrainischen Hauptstadt leben, selbst erlebt. Deshalb lassen sich diese Handlungen Trumps logisch nicht erklären. Und wenn ich darüber nachdenke, denke ich an Putins Kontakte zu einem anderen Präsidenten desselben Typs, Viktor Janukowytsch, im Jahr 2013. Heute wissen wir, dass es sowohl öffentliche als auch geheime Treffen gab und dass Putin von Janukowytsch verlangte, auf die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit Europa zu verzichten. Irgendwann, wie Sie wissen, kam es tatsächlich zu dieser Absage, die eine schwere politische Krise in der Ukraine auslöste, aus der später die Revolution der Würde hervorging.

Aber Janukowytsch hatte überhaupt nicht vorgehabt, auf diese Unterzeichnung zu verzichten. Obwohl russische Spitzenpolitiker, von Putin bis Glasjew, lange Zeit entschieden dagegen aufgetreten waren. Und dann geschah etwas bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen zwischen Putin und Janukowytsch, etwas, das Janukowytsch dazu brachte, innerhalb von buchstäblich 24 Stunden seine Haltung zum Assoziierungsabkommen zu ändern, obwohl ihm bewusst war, welche schwere Krise das auslösen würde. Er zwang die Regierung, eine Erklärung abzugeben, mit der sie von einem Kurs abrückte, den Janukowytsch selbst und seine Partei der Regionen mehrere Jahre lang propagiert hatten. Und heute haben alle vergessen, dass jene Menschen, die später die Ukraine verlassen sollten, sowohl in der Regierung als auch im Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat, die wichtigsten, sagen wir, Akteure dieses Prozesses der europäischen Integration und der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens gewesen waren. Das Einzige, was Janukowytsch im Grunde verlangte, war, dass man ihn mit der Inhaftierung von Julia Tymoschenko nicht reizen und ihm damit nicht auf die Nerven gehen sollte. Und ich war gerade der Meinung, dass das falsch sei, dass man mit einem Land, in dem es eine selektive Justiz gibt, kein Abkommen unterzeichnen dürfe. Aber die Europäische Union ließ sich schließlich darauf ein. Janukowytsch selbst lehnte es ab.

Was zwischen ihm und Putin geschah, wissen wir nicht. Genauso wenig wissen wir, was zwischen Putin und einem anderen Präsidenten geschah, Sersch Sargsjan, dem damaligen Präsidenten Armeniens, der unmittelbar nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten auf die Unterzeichnung eines bereits fertig ausgehandelten Assoziierungsabkommens verzichtete, ohne auch nur seine eigene Regierung, das Parlament oder das Außenministerium über seine Entscheidung zu informieren. Was sagte Putin dem ukrainischen und dem armenischen Präsidenten, dass sie ihren propagierten politischen Kurs, der die Grundlage ihrer Umfragewerte und ihrer Popularität gewesen war, vollständig revidierten und dass dies schließlich zum Zusammenbruch beider führte, bei dem einen schnell, bei dem anderen nicht so schnell? Und wie Sie sehen, gelang es weder im Falle der Ukraine noch im Falle Armeniens, diesen Kurs der europäischen Integration tatsächlich aufzuhalten. Aber das ist ein anderes Thema. 

Etwas Ähnliches ist während des letzten Gesprächs zwischen Putin und Trump geschehen. Ich denke, wir werden nicht so bald erfahren, welche Argumente der russische Präsident gefunden hat, damit sich der amerikanische Präsident so verhält. Und zwar ohne besondere Freude. Sie sehen ja, dass er auf alle Fragen zu seinen Handlungen gereizt antwortet. Er kann es sich selbst nicht vollständig erklären. Also muss Putin irgendetwas gefunden haben, irgendwelche Worte, die ihn nicht erfreut, sondern vielleicht erschreckt haben. Ja, wenn die Untersuchungsausschüsse des Kongresses ihre Arbeit aufnehmen und die Aktivitäten Trumps und seiner engsten Vertrauten untersuchen, wenn Minister und andere Mitglieder der Regierung unter Eid vor dem Kongress aussagen, werden wir vielleicht etwas erfahren. Vielleicht erfahren wir es erst, nachdem Trump aus dem Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten ausgeschieden ist, vielleicht erfahren wir es niemals. Aber man kann nicht sagen, dass dieses demonstrative Verhalten jetzt durch irgendwelche logischen Interessen im Zusammenhang mit dem Wahlkampf oder den Lukoil-Aktien begründet wäre. Darin liegt keine erkennbare Logik, außer der Logik der Angst. Denn Trump sympathisierte schon früher mit Putin und hat diese Sympathien niemals verborgen, war aber in seinen politischen Äußerungen hinreichend zurückhaltend. Und auch das lässt sich verstehen. Deshalb kann man natürlich über die gegenwärtige Situation diskutieren.

Gerade ist eine Mitteilung eingegangen, die der ehemalige Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow veröffentlicht hat, wonach der Betrieb von Starlink bei Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h wiederhergestellt wird. Und jetzt muss daran gearbeitet werden, die Geschwindigkeitsbeschränkung für Starshield, diese militärische Version von Starlink, vollständig aufzuheben. Genau davon habe ich gesprochen. Wenn man darauf entschieden reagiert, werden sie gezwungen sein, das wiederherzustellen, denn sie wollen nicht eingestehen, dass sie uns die Hilfe verweigern. Sehen Sie, das geschieht buchstäblich vor unseren Augen. Sie wollen keine Verantwortung für die Einstellung der Hilfe für die Ukraine übernehmen, auch keine Verantwortung gegenüber den Wählern. Und das ist ebenfalls ein ziemlich wichtiger Punkt.

Deshalb bin ich überzeugt, dass wir in dieser Situation darüber nachdenken müssen, wie unsere Beziehungen zu dieser Regierung künftig aussehen sollen und wie wir sie gestalten: durch entschiedenen Druck unter Nutzung der öffentlichen Meinung oder dadurch, dass wir allen Abenteuern zustimmen, die wir weiterhin erleben werden. Ich würde allerdings weder in die eine noch in die andere Richtung ins Extrem gehen. Ich würde keine scharfen Anschuldigungen gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten erheben, aber ich würde mich stets an die amerikanische Öffentlichkeit wenden. Natürlich kann Zelensky seine eigene Auffassung von dieser Taktik haben. Schließlich ist er der Präsident der Ukraine. Und man muss sich über die Realität im Klaren sein.

Diese Realität besteht darin, dass wir nicht auf irgendwelche bewussten Sympathien Donald Trumps für die Ukraine hoffen können. Er hat keinerlei bewusste Sympathien für die Ukraine. Und er hat bewusste Sympathien für Putin. Und das wurde niemals verborgen. Das bedeutet, dass er der Ukraine nur unter dem Druck der Umstände oder der öffentlichen Meinung helfen kann. Also müssen wir daran arbeiten, dass dieser Druck der Umstände und dieser Druck der öffentlichen Meinung möglichst wirksam werden. Wir müssen unsere europäischen Partner für diesen Druck nutzen, die amerikanische öffentliche Meinung für diesen Druck nutzen und die ukrainische Diaspora nutzen. Ich bin der Meinung, dass die Möglichkeiten der ukrainischen Diaspora für einen solchen Druck, für den Dialog mit Kongressabgeordneten und Senatoren, bisher noch nicht ausgeschöpft wurden. In Amerika leben heute viel mehr Ukrainer als früher. Und das muss man nutzen.

Das heißt, alles, was man nutzen kann, muss man gerade dafür nutzen, die Wahlmechanismen in Gang zu setzen. Zumal sich die Vereinigten Staaten praktisch ständig im Wahlkampf befinden. Wenn alle zwei Jahre Wahlen stattfinden, verstehen Sie doch, dass man damit politisch spielen kann. Und die Russen spielen damit. Warum sollten wir also nicht auch damit spielen? Jetzt werden die Wahlen, die Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten, im Grunde die Wahlen zum Repräsentantenhaus, zu Ende gehen, und schon 2027 wird der Präsidentschaftswahlkampf beginnen. Man wird bereits nach Menschen suchen, die ihre Parteien bei den Präsidentschaftswahlen anführen können. Und auch das wird ein sehr wichtiger Moment sein, der ebenfalls mit uns zusammenhängt.

Frage: Ich wollte schon lange fragen: Bedeutet rechts in Ihrem Verständnis gleich schlecht? Ich höre von Ihnen oft Aussagen dieses Inhalts. Und ich verstehe nicht, worin Putins Ultrarechtsextremismus besteht. Es scheint, als bestehe er nur darin, dass alle das sagen. In meinem Verständnis bedeutet rechts nicht gleich schlecht.

Portnikov: Ich spreche immer nicht von Rechten, sondern von Ultrarechten. Ich verstehe überhaupt nicht, wie Sie darauf kommen, dass ich irgendwelche Rechten für schlecht halte. Ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger des politischen Stils von Ronald Reagan, der ein, wie ich sagen würde, rechter Konservativer war. Ich betrachte es bis heute als Ehre, dass ich über den ersten Besuch Ronald Reagans und später seines Nachfolgers George Bush senior in der Sowjetunion berichtet habe. Das waren rechte Konservative. Auch George Bush junior habe ich damals immer großen Respekt entgegengebracht, selbst als er in den Vereinigten Staaten selbst unglaublich unpopulär war. Er ist ein rechter Konservativer, ein ehemaliger Gouverneur von Texas. Man darf Ultrarechte nicht mit Rechten verwechseln, Rechtsradikale nicht mit Rechten.

Warum ist Putin ultrarechts? Weil sein politisches Programm das Programm einer ultrarechten politischen Bewegung ist. Es beruht auf Chauvinismus. Es beruht auf dem Lebensraum für einen bestimmten Staat. Es beruht auf der Schaffung, ich würde sagen, auf der Übersteigerung der Idee sogenannter traditioneller Werte, auf der gewaltsamen Verteidigung dieser traditionellen Werte durch die Verabschiedung repressiver Gesetze. Das alles ist ein ultrarechtes politisches Programm. Putins Präsidentschaft ist ideologisch ein typisches Beispiel für eine ultrarechte, postfaschistische Präsidentschaft. Was gibt es da zu erklären?

Lesen Sie all diese Programme und Gesetze, die die Staatsduma der Russischen Föderation verabschiedet hat. Der Kampf gegen Andersdenkende, der Kampf gegen sexuelle Minderheiten. Das alles ist ein ultrarechtes, postfaschistisches politisches Programm. Lebensraum für Russen, das Recht des Stärkeren. Vielleicht sollten Sie einmal das wunderbare Büchlein Mein Kampf von Adolf Hitler lesen, um zu verstehen, was ultrarechte Ideologie ist. Oder irgendwelche Schriften von Benito Mussolini oder Salazars Buch Der neue Staat. Dort steht das alles.

Wenn Sie sich die Rede von Marco Rubio in Athen anhören, dann ist das die Rede eines ultrarechten Politikers. Denn in dieser Rede, in der von der Größe der antiken Welt die Rede ist, fand das Wichtigste keinen Platz, das schon immer das Wesen der westlichen Zivilisation ausgemacht hat: Humanismus, Toleranz, Respekt vor dem Mitmenschen, all das, was die christlichen Werte und die Werte der monotheistischen Religionen ausmacht. Deshalb ist Marco Rubio ein postfaschistischer Politiker, genau wie Putin, JD Vance und Trump. Was gibt es da noch zu sagen? Ist das etwa falsch?

Verwechseln Sie das nicht. Ein Konservativer verteidigt traditionelle Werte und lässt andere leben. Ein Ultrarechter tötet diejenigen, die seine Ansichten nicht teilen, oder drängt sie an den Rand der Gesellschaft. Das ist doch keine höhere Mathematik.

Frage: Die Demokraten sprechen auf ihren Kundgebungen und bei ihren Debatten überhaupt nicht über die Ukraine, und selbst wenn sie Trump kritisieren, erwähnen sie uns nicht. Sind sie nicht genauso isolationistisch wie MAGA?

Portnikov: Bei Debatten werden außenpolitische Fragen in der Regel nicht als die wichtigsten betrachtet. Die Demokraten versuchen derzeit, möglichst viele Wählerstimmen gerade durch die Thematisierung innenpolitischer Probleme zu gewinnen. Deshalb gehören außenpolitische Themen, insbesondere bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus, sagen wir, sehr oft nicht zu den Hauptthemen der Diskussion. Wenn Sie sagen, die Demokraten seien genauso isolationistisch wie MAGA, möchte ich Sie daran erinnern, dass die gesamte demokratische Fraktion im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten das Gesetz zur Unterstützung der Ukraine unterstützt hat, das jetzt vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde. Dafür stimmten eine kleine Zahl von Republikanern und alle Demokraten. Und dieser Plan sieht vor, uns Milliarden Dollar bereitzustellen, wie es während Bidens Präsidentschaft geschah, uns kostenlose Militärhilfe zu leisten und die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen.

Wenn Sie also sagen, die Demokraten seien genauso isolationistisch wie MAGA, verstehe ich nicht, wie Sie das nach der Verabschiedung dieses Dokuments durch alle Demokraten überhaupt behaupten können. Eine einzige Demokratin hat dagegen gestimmt oder sich enthalten, ich erinnere mich nicht mehr, wer es war. Alle haben dafür gestimmt, während die Republikaner nicht dafür stimmten. Nur eine Minderheit von ihnen stimmte dafür, genau wie beim vorherigen Unterstützungsgesetz.

Frage: Europa wartet in der warmen Badewanne das Ende von Trumps Amtszeit ab. Oder hat es das Vertrauen in die Vereinigten Staaten für immer verloren? Gibt es eine Garantie, dass die Amerikaner nicht irgendwann einen neuen Trump wählen?

Portnikov: Erstens glaube ich nicht, dass Europa in einer warmen Badewanne sitzt. Was derzeit in Europa geschieht, ähnelt, ehrlich gesagt, allem Möglichen, nur keiner warmen Badewanne. Aber ich denke, dass das Misstrauen gegenüber den Vereinigten Staaten nach Trumps zweiter Wahl ein unglaubliches Ausmaß erreicht hat. In Europa gab es politisch schon immer eine ziemlich starke, ich würde sagen, Strömung des Antiamerikanismus, aber jetzt hat sie einen unglaublichen Auftrieb erhalten.

Als nach Trumps erster Präsidentschaft Joseph Biden gewählt wurde und sagte, Amerika sei zurück, nahmen alle das als Realität wahr und betrachteten Trump als eine Art, ich würde sagen, Missverständnis an der Spitze der Vereinigten Staaten, das infolge der Informationstechnologien und seiner Popularität als Showman zustande gekommen war. Man glaubte, dass sich das alles nicht wiederholen könne. Trumps zweite Rückkehr zeigte, dass es sich um ein Symptom und nicht um einen Einzelfall handelt. Und zweifellos wird man keinem neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der sagt, Amerika sei zurück, glauben, nicht einmal diejenigen, die so tun werden, als glaubten sie ihm.

Zweifellos ist das große Vertrauen in die Vereinigten Staaten, das das Wesen der Nachkriegswelt ausmachte, verloren gegangen. Das ist ein gewaltiges Problem für uns alle, denn die westliche Nachkriegswelt beruhte gerade auf dem Vertrauen in die Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten selbst haben diese Welt im Grunde geschaffen, als sie den Europäern sowohl den Marshallplan als auch ihren nuklearen Schutzschirm anboten, im Gegenzug dafür, dass die Europäer ihre Waffen kaufen und der Stationierung ihrer Truppen auf dem Kontinent zustimmen würden. Dafür traten in erster Linie die Amerikaner selbst ein und nicht die Europäer. Unter den europäischen Politikern war damals gerade die Frage der Zahl der amerikanischen Truppenkontingente umstritten, weil sie befürchteten, zum Schauplatz eines nicht mehr kalten, sondern heißen Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zu werden. Die Vereinigten Staaten bestanden darauf. Und jetzt erleben wir einen so drastischen Wandel der Prioritäten. Und dass eine große Zahl amerikanischer Wähler einen Menschen unterstützt hat, der für diesen Wandel steht, ist natürlich ein ernstes Problem.

Frage: Wenn gegen Trump ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wird, kommt Vance an die Macht. Was erwartet die Ukraine dann?

Portnikov: Ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wird nicht dazu führen, dass er aus dem Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten ausscheidet. Trump hat alle Möglichkeiten, bis zum Ende seiner Amtszeit im Amt zu bleiben. Wenn das Repräsentantenhaus ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn beschließt, geht dieses Verfahren an den Senat. Im Senat sind für eine Amtsenthebung zwei Drittel der Stimmen erforderlich. So viele Stimmen werden die Demokraten nicht haben, selbst wenn sie im Senat die Mehrheit gewinnen.

Deshalb droht dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, nach heutigem Stand bis 2029 nichts. Aber das ist der heutige Stand. Wir wissen nicht, wie die Untersuchungsausschüsse des Kongresses arbeiten werden und was sie herausfinden. Ob das nicht dazu führen wird, dass ein Teil der Republikaner von den gewonnenen Informationen so erschreckt sein wird, dass er für eine Amtsenthebung stimmt. Aber wer hat Ihnen gesagt, dass JD Vance an die Macht kommen wird? Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde nach dem Rücktritt Richard Nixons angesichts einer drohenden, unvermeidlichen Amtsenthebung Gerald Ford, der nicht gemeinsam mit Nixon zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden war. Er war Senator, glaube ich, oder Mitglied des Repräsentantenhauses, den das Repräsentantenhaus nach dem Rücktritt von Vizepräsident Spiro Agnew, der unter der Last von Korruptionsvorwürfen zurücktreten musste, zum Vizepräsidenten gewählt hatte.

Wenn also Trumps Regierung derart auseinanderzufallen beginnt, dass die Republikaner bereit sind, für Amtsenthebungsverfahren gegen ihre Vertreter zu stimmen, könnte auch JD Vance aus dem Amt entfernt werden. Und Präsident der Vereinigten Staaten würde dann eine Person, die vom Repräsentantenhaus zum Vizepräsidenten gewählt wurde, also höchstwahrscheinlich ein Vertreter der Demokratischen Partei. Aber ich halte ein solches Szenario überhaupt nicht für wahrscheinlich. Ich sage Ihnen nur, wie es aus rechtlicher Sicht aussehen könnte.

Frage: Wird sich wirklich alles unmittelbar nach den Wahlen und erst recht nach dem 3. November ändern, oder wird Trump höchstwahrscheinlich wegen der Wahlergebnisse vor Gericht ziehen und Zeit schinden?

Portnikov: Ich glaube nicht, dass Trump vor Gericht ziehen wird, weil die Gerichte ihm kaum irgendein Ergebnis bringen werden. Ich halte es für möglich, dass er die Wahlergebnisse nicht anerkennt, was den Beginn einer neuen politischen Epoche in Form eines Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten von Amerika bedeuten würde. Das halte ich durchaus für möglich. Nach dem 3. November kann sowohl die Agonie der Trump-Regierung beginnen, weil die Demokraten im Kongress an die Macht kommen, als auch die Agonie der Trump-Regierung durch den Beginn eines Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten, falls die Regierung die rechtskräftig festgestellten Ergebnisse der Wahlen zum US-Kongress nicht anerkennt. Beide Möglichkeiten schließe ich nicht aus. Wir können Zeugen beider Szenarien werden. Man muss sich also auf das eine wie auf das andere vorbereiten.

Frage: Wie wichtig ist eine Erneuerung der Republikanischen Partei und ihre Rückkehr auf den Weg Reagans?

Portnikov: Wenn Trump rapide an Popularität verliert, werden sich die Republikaner natürlich nicht nur von ihm abwenden, sondern auch von der MAGA-Bewegung, die im Grunde Donald Trumps Wählerbasis bildet und gerade eine klassische ultrarechte politische Bewegung im heutigen Verständnis dieses Begriffs ist. Aber hier stellt sich eine andere Frage: Wenn die Republikaner zu ihrem klassischen Parteiprofil zurückkehren, werden sie dann genügend Wählerstimmen auf sich vereinen können, um Wahlen zu gewinnen?

Ich vertrete gerade die Auffassung, dass die Republikaner zum Zeitpunkt von Donald Trumps Auftreten auf der politischen Bühne der Vereinigten Staaten, als er gegen Hillary Clinton antrat, das war 2016, bereits damals faktisch eine demografische Niederlage erlitten hatten. Und sie hatten nicht mehr genügend Wähler, um irgendwelche Wahlen gewinnen zu können. Und Trump gab ihnen einen zweiten Atem, weil es ihm gelang, Bevölkerungsgruppen auf ihre Seite zu ziehen, die zuvor nicht für die Republikaner gestimmt oder überhaupt nicht an Wahlen teilgenommen hatten. Und genau das erklärt, warum sich die Republikanische Partei bis heute im politischen System der Vereinigten Staaten als eine Partei behaupten kann, die in der Lage ist, Wahlen zu gewinnen. Wir wissen nicht, ob die Republikanische Partei als solche noch über eine demografische Basis unter diesen klassischen Amerikanern, den Nachkommen der Pioniere im übertragenen Sinne, verfügt. Ich bin mir da nicht sicher.

Frage: Warum können die Demokraten die Dinge nicht beim Namen nennen und Trump der Lüge überführen, indem sie sagen, dass der Grund für den Anstieg der Dieselpreise der Krieg im Iran ist?

Portnikov: Das haben sie schon eine Million Mal gesagt. Und nicht nur sie haben das gesagt. Vor Kurzem sprach darüber in einem Interview auch der Sprecher des Repräsentantenhauses des amerikanischen Kongresses, Mike Johnson, ein engster Verbündeter Trumps. Er sagte: „Wir verstehen, dass die Preise steigen, weil wir in der Straße von Hormus noch nicht alles geklärt haben.“ Das alles wird offen ausgesprochen. Sie verfolgen das einfach nicht. Nur welche Bedeutung hat es für Trump, was irgendjemand sagt?

Frage: Warum brauchte Biden Abstimmungen zwischen den Kammern, die monatelang dauerten, während Trump das nicht braucht und jede Entscheidung allein und sofort trifft?

Portnikov: Weil die Republikaner im Repräsentantenhaus und im Senat die Mehrheit haben. Ganz einfach. Biden hatte das nicht. Er kontrollierte das Repräsentantenhaus nicht, sondern nur den Senat. Deshalb war Trumps Sieg 2024 historisch, weil die Republikaner sowohl bei der Präsidentschaftswahl als auch im Senat und im Repräsentantenhaus des amerikanischen Kongresses die Oberhand gewannen. Deshalb brauchte Biden Monate für die Abstimmungen, weil die Republikaner nicht stimmen wollten und die Mehrheit stellten. Und ohne sie konnte man über bestimmte grundsätzliche Fragen nicht abstimmen. Trump dagegen braucht das überhaupt nicht. Das ist einfach Mathematik.

Frage: Wie groß sind Zelenskys Möglichkeiten, durch seine Kritik an Trumps Handlungen potenzielle Wähler in den Vereinigten Staaten zu beeinflussen? Hat Zelensky das Potenzial, den Republikanern bei den Wahlen zu schaden?

Portnikov: Ich bin nicht sicher, dass Zelensky ein derart großes Potenzial hat, amerikanische Wähler zu beeinflussen. Aber zweifellos hat Zelensky das Potenzial, die amerikanischen Medien zu beeinflussen, dieselben Medien, die Trump verächtlich als Fake News bezeichnet. Indem sie aber Zelensky und andere in dieser Situation zitieren, lassen sie Trump keine Wahl. Entweder muss er klar sagen, dass er der Ukraine nicht helfen will, oder er muss zur Hilfe für die Ukraine zurückkehren. Dass Zelensky Trump kritisiert und den Vereinigten Staaten vorwirft, dass infolge der amerikanischen Politik Menschen sterben könnten, dass die Vereinigten Staaten Putins Seite gewählt hätten, verschafft den Demokraten zweifellos zusätzliche Trümpfe. Das verstehen alle sehr gut.

Frage: Sie erinnern die Ukrainer immer an ihre Wahl von 2019. Die Ukraine ist seit 35 Jahren unabhängig, Amerika hat 250 Jahre Demokratie hinter sich, und trotzdem gibt es Trump. Sind das Ihrer Meinung nach Methoden politischer Gehirnwäsche oder etwas anderes?

Portnikov: Ich denke, das sind neue Informationstechnologien. Ich muss Ihnen sagen, dass die Informationstechnologie, die Zelensky zum Wahlsieg verholfen hat, bis zu einem gewissen Grad der politischen Technologie Trumps ähnelt. Beide waren Showmen. Trump wurde nicht als Geschäftsmann populär, sondern als Showman. Zelensky begann seine politische Karriere im Grunde mit der Serie Diener des Volkes. Und ja, ich stimme zu, dass man meinen könnte, in der amerikanischen Demokratie dürfte es nach ihrer 250-jährigen Erfahrung solche Geschichten wie die Geschichte Trumps eigentlich nicht geben. Aber noch einmal: Wir leben in einer Welt neuer Informationstechnologien, die völlig andere Verhaltensregeln diktieren. Das ist zweifellos so.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass Trump nicht nach, sondern vor Zelensky gewählt wurde. Und Zelenskys Wahl war im Grunde eine Fortsetzung von Trumps Wahl, also die Nutzung dieser Informationstechnologien, lediglich unter Berücksichtigung von Zelenskys eigener Persönlichkeit. Aber ich habe das immer als Fortsetzung ein und derselben Epoche betrachtet. Einer Epoche, in der beliebte Fernsehpersönlichkeiten, heute können das auch Persönlichkeiten aus den sozialen Netzwerken sein, gegen sogenannte traditionelle Politiker gewinnen, weil die Menschen keine traditionellen Politiker mehr brauchen, sondern Lieblinge, die sie auf dem Fernsehbildschirm oder auf dem Bildschirm ihres Smartphones sehen und die einfache Antworten auf schwierige Fragen geben.

Frage: Wird sich in der amerikanischen Politik noch jemand finden, der eine ähnliche Politik wie Biden verfolgen könnte, um zumindest mit der Stabilisierung der Weltordnung zu beginnen?

Portnikov: Nun, das ist eine gute Frage, und wir werden während des Präsidentschaftswahlkampfs 2028 eine Antwort darauf bekommen. Welche Wahl werden die Amerikaner letztlich treffen? Wie werden die Politiker aussehen, die um die amerikanische Präsidentschaft kämpfen werden? Welche grundsätzliche Haltung werden sie zu den Beziehungen mit autoritären Regimen und zur Frage haben, wie die Weltordnung aussehen sollte? Aber ich glaube nicht so recht daran, dass im Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten erneut ein Mensch erscheinen wird, der derart in autoritäre Herrscher verliebt ist, ein Mensch, der mit seinen herzlichen Beziehungen zu Putin, Xi Jinping oder Kim Jong-un prahlt. Das alles hängt möglicherweise doch gerade mit Trumps Persönlichkeit zusammen und nicht einmal mit irgendwelchen ideologischen Grundsätzen jener Bewegung, die die Grundlage seiner politischen Karriere bildet. Denn auch dort gibt es Menschen, die Putin und den Putinismus entschieden ablehnen, nicht weil es sich um eine ultrarechte Ideologie handelt, sondern weil es sich in Russland um eine totalitäre Ideologie und ein totalitäres Regime handelt. Wir werden also sehen. Ich denke, gewisse Chancen bestehen. Obwohl natürlich klar ist, dass sich die politische Bühne der Vereinigten Staaten durch Trump bis zur Unkenntlichkeit verändert hat. Und auch das muss man tatsächlich berücksichtigen.


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Titel des Originals: Зеленський накинувся на Трампа |
Віталій Портников. 14.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 14.10.2026.
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Trump rechtfertigt sich vor den Ukrainern | Vitaly Portnikov. 13.10.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, betonte heute, dass sein Land weiterhin Geheimdienstinformationen mit der Ukraine teilt. Im Pentagon heißt es, dass die Lieferungen im Rahmen des PURL-Programms nicht eingestellt wurden, bei dem europäische Länder die Vereinigten Staaten für Waffen bezahlen, die diese an die Ukraine liefern. Diese Erklärungen Donald Trumps erfolgten, nachdem es in Kyiv, übrigens nicht zum ersten Mal, einen Angriff mit russischen ballistischen Raketen gegeben hatte, ohne dass die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt zuvor gewarnt worden waren.

Natürlich können wir nicht wissen, was das Ausbleiben der Informationen verursacht hat. Tatsächlich hat es solche Vorfälle mit dem Start russischer ballistischer Raketen ohne vorherige Warnung auch früher gegeben. Aber das gab dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, die Möglichkeit, infrage zu stellen, ob der Mechanismus der Informationsübermittlung noch derselbe ist wie vor dem Dieselabkommen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation.

Das Wichtigste an dieser Situation ist vor allem, dass Trump sich vor Journalisten rechtfertigt und der Ukraine nicht mit einer möglichen Einstellung des Austauschs von Geheimdienstinformationen droht. Es lohnt sich, daran zu erinnern, dass die Situation während des vorherigen großen Skandals zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine, der sich im Oval Office vor dem Hintergrund der Unterzeichnung eines weiteren bedeutungslosen Dokuments über die ukrainischen Bodenschätze ereignete, völlig anders war. Danach wird es, wie Sie wissen, noch viele bedeutungslose Vereinbarungen und Gesetzesvorlagen geben, von denen die jüngste, das Graham-Gesetz, Donald Trump buchstäblich erst vor wenigen Wochen unterzeichnet hat. Damals war die Situation völlig anders. Das Pentagon entzog der Ukraine buchstäblich innerhalb weniger Stunden den Zugang zu Geheimdienstinformationen.

Und Sie können fragen: „Was ist denn in dieser Zeit geschehen, das den Präsidenten der Vereinigten Staaten dazu zwingt, sich völlig anders zu verhalten? Denn es scheint offensichtlich, dass nach Trumps Drohungen gegen die Ukraine eine Entscheidung über irgendeine Bestrafung, etwa die Einstellung der Übermittlung von Geheimdienstinformationen oder die Schließung des PURL-Programms, einfach eine logische Weiterentwicklung der Ereignisse in der Ukraine-Frage gewesen wäre.“ Aber wie Sie sehen, geschieht das nicht. Ich denke, nicht nur deshalb, weil die Ukraine seit zwei Tagen keine Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation durchführt und Donald Trump damit die Möglichkeit nimmt, neue Drohungen auszusprechen, sondern auch deshalb, weil Trump nicht mehr derselbe ist.

In dieser Zeit hat der Krieg im Nahen Osten stattgefunden, der für den amerikanischen Präsidenten zu einem regelrechten politischen Fiasko wurde und zu einem erheblichen und praktisch nicht mehr rückgängig zu machenden Anstieg der Kraftstoffpreise an amerikanischen Tankstellen geführt hat. Nicht mehr rückgängig zu machen, zumindest deshalb, weil es für Trump wichtig ist, dass dieses Preisniveau bereits bis zu den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress am 3. November dieses Jahres sinkt. Und das wird wohl kaum geschehen, zumindest nicht in größerem Umfang. Und keinerlei Vereinbarungen mit Präsident Putin werden dazu beitragen.

Trump hat sich verändert, weil er jetzt die niedrigsten Popularitätswerte sowohl seiner eigenen politischen Karriere als auch der politischen Karriere jedes amerikanischen Präsidenten in dessen zweiter Amtszeit hat. Ja, er ist der unpopulärste amerikanische Präsident der jüngeren Geschichte, und die Zahl der Menschen, die ihn nicht unterstützen, wird mit jedem Tag weiter wachsen. Trump hat sich verändert, weil er all die Bedrohungen spürt, die für ihn und seine Familienmitglieder entstehen, nachdem die Republikaner zumindest die Kontrolle über das Repräsentantenhaus des amerikanischen Kongresses verloren haben werden. Von der Möglichkeit, auch die Kontrolle über den Senat zu verlieren, will ich gar nicht erst sprechen.

Und deshalb ist er einfach gezwungen, keine abrupten Schritte zu unternehmen. Er ist gezwungen, so zu handeln, dass er zumindest jene Wähler nicht verschreckt, die noch bereit sind, für die Republikaner zu stimmen. Und diese Wähler könnten, wie wir verstehen, nicht einmal ausreichen, um wenigstens die Kontrolle über den Senat zu behalten. Deshalb sieht diese ganze Geschichte in Wirklichkeit wie ein gutes Signal aus, das man im Gedächtnis behalten sollte. Trump kann sich am Vorabend der Zwischenwahlen keinen ernsthaften Konflikt mit der Ukraine erlauben.

Und die Idee selbst, mit Putin Vereinbarungen über Dieselkraftstoff zu treffen, wurde zu einem weiteren Fehler in der Reihe jener vielen Fehler, die Donald Trump seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus bereits begangen hat. Wir wissen in Wirklichkeit nicht, welche Ziele dieses Abkommen hatte, denn es kann sich nicht auf die Dieselpreise auf dem Weltmarkt auswirken, wo nach wie vor letztlich die Straße von Hormus alles bestimmt. Das müssen sogar republikanische Kongressabgeordnete selbst einräumen, wie etwa der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson. Es kann die Einnahmesituation des russischen Staatshaushalts nicht wirklich verändern, der immer mehr Geld für den ununterbrochenen, jahrelangen Krieg benötigt, den der Präsident der Russischen Föderation für den politischen Kalender der zwanziger und dreißiger Jahre dieses kriegerischen 21. Jahrhunderts vorgesehen hat.

Wozu wurde das alles dann getan? Ich habe nur eine wirkliche Erklärung. Das alles könnte ausschließlich zur Rettung des Erdölverarbeitungskomplexes der Russischen Föderation geschehen sein. Der Erdölverarbeitungskomplex der Russischen Föderation wird von den Amerikanern gebraucht, damit sie sich an Lukoils Vermögenswerten im Ausland bereichern können. Ich erinnere Sie daran, dass Trump, nachdem er die sogenannten Sanktionen aus der Hölle gegen die russischen Konzerne Lukoil und Rosneft verhängt hatte, deren Umsetzung aussetzte, offensichtlich bis zu dem Zeitpunkt, an dem über das Schicksal der Vermögenswerte von Lukoil im Ausland, eines der wichtigsten Erdölkonzerne der Welt, entschieden sein wird. Und in diesem Moment stellte sich heraus, dass sich unter denjenigen, die bereit sind, diese Aktien zu kaufen, Personen befinden, die Witkoff und Kushner nahestehen, also Menschen, die für ihre engen Verbindungen zur Administration Donald Trumps bekannt sind.

Putin, ein, wie ich sagen würde, geschickter Rattenfänger, nahm sofort diesen Geruch des Geldes wahr, mit dem man Trumps engste Mitstreiter anlocken und sie dazu bringen kann, im Weißen Haus zu Vertretern seiner eigenen Interessen zu werden. Genau das geschah auch mit Witkoff und Kushner. Und offensichtlich schildern sie Donald Trump diese Aussichten auf eine tatsächliche Bereicherung mit Freude beim gemeinsamen Golfspiel. Wenn man schon nicht Golf spielen kann, kann man wenigstens beim Spielen darüber reden.

Und darin liegt eine gewisse Logik. Welchen Sinn hat es, Lukoils Vermögenswerte zu kaufen, wenn ukrainische Angriffe die Erdölraffinerien dieses Unternehmens in Schrott verwandeln? Und ich möchte Sie übrigens daran erinnern, dass eine der letzten Aktionen der ukrainischen Verteidigungskräfte in Russland gerade die Zerstörung der Produktionsanlagen eines Lukoil-Unternehmens war, das nach diesen Angriffen seinen Betrieb einstellte. Was meinen Sie, ist es für Witkoff und Kushner und andere Trump nahestehende Personen, die bereits den Geruch dieser blutigen russischen Milliarden wahrnehmen, angenehm, solche Nachrichten zu lesen?

Natürlich nicht. Und deshalb gibt es ein sehr einfaches Programm, das, wie ich verstehe, von Witkoff und Kushner während der Verhandlungen in Miami nicht nur den Vertretern der ukrainischen Delegation, sondern auch jenen europäischen Beamten und nationalen Sicherheitsberatern vorgestellt wurde, die gemeinsam mit der ukrainischen Delegation in die Vereinigten Staaten gekommen waren, in der Hoffnung, über etwas Reales und Konkretes sprechen zu können.

Zunächst stellt die Ukraine ihre Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation ein. Und danach reisen Witkoff und Kushner in die russische Hauptstadt und schlagen dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, einen Plan zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges vor, wie er es wollte. Aber sie begleiten diesen Plan mit einigen beträchtlichen Zahlen, mit jenem Geld, mit dem sie den Präsidenten der Russischen Föderation für Lukoil-Aktien bezahlen wollen.

Das heißt, wenn man die Dinge beim Namen nennt, wollen Beamte des Weißen Hauses den Präsidenten der Russischen Föderation bestechen, damit er einer Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zustimmt, vielleicht sogar noch vor den Zwischenwahlen. Das wäre tatsächlich ein ernsthafter, ich würde sagen, gewichtiger Beitrag zum Wahlkampf der Republikaner, denn es könnte zeigen, dass Donald Trump ein wirklicher Friedensstifter ist und nicht jemand, der von irgendwelchen acht angeblich beendeten Kriegen erzählt, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Aber ich denke, dass es hier auch den entgegengesetzten Wunsch gibt. Putin will ebenfalls Witkoff, Kushner und Trump mit Lukoils Vermögenswerten im Ausland bestechen. Nur verfolgt der Präsident der Russischen Föderation ein völlig anderes Ziel. Er will, dass sie die Ukraine in Ruhe lassen und ihm ermöglichen, unseren Staat mitsamt seiner ihm gegenüber illoyalen Bevölkerung zu vernichten und auf dem von russischen Truppen eroberten Gebiet von Uschhorod bis Charkiw ihm gegenüber loyale ethnische Russen und andere Bürger der Russischen Föderation anzusiedeln, die später bereit sein werden, als Kanonenfutter für die russische Armee bei ihrem siegreichen Marsch auf Europa zu dienen. Denn genau darauf bereitet sich Putin in den nächsten Jahren seiner Karriere vor.

Und hier liegt ein Missverständnis vor. Die einen wollen die anderen kaufen, aber ihre Ziele sind völlig entgegengesetzt. Witkoff und Kushner wollen Putin Geld für die Beendigung des Krieges anbieten. Putin will der amerikanischen Administration Geld anbieten, damit sie ihn nicht daran hindert, zu töten, zu schießen, zu vergewaltigen, zu zerstören und all das zu tun, was sowohl dem Präsidenten der Russischen Föderation als auch seinen auf Chauvinismus und Krieg ausgerichteten Landsleuten so sehr gefällt.

Ich frage nicht einmal, wer in dieser Geschichte der Bestechung gewinnen wird. Ich denke, niemand. Dass die Reise von Witkoff und Kushner, wie zu erwarten ist, mit einer absoluten Niederlage und dem Zusammenbruch aller Hoffnungen auf wirkliche Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine enden wird. Wie ich bereits gesagt habe, wird es in einer absehbaren Zukunft keine wirklichen Friedensverhandlungen zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine geben. Und man sollte aufhören, darüber nachzudenken.

Wenn der russisch-ukrainische Krieg tatsächlich in irgendeiner absehbaren Zukunft endet und wir sagen können, dass die nächsten Jahre das Finale dieses endlosen Krieges sein werden, dann kann er ohne irgendwelche wirklichen Vereinbarungen, ohne ein Treffen der Präsidenten, durch ein Abflauen und ein sporadisches Wiederaufflammen dieses Konflikts in der Zukunft enden. Und das wird das Schicksal zweier verfeindeter Länder und zweier verfeindeter Völker sein, die für die nächsten schweren und schwierigen Jahrzehnte Todfeinde bleiben werden.

Wenn sich natürlich nicht etwas in Russland verändert, wenn dort nicht solche umwälzenden politischen Prozesse stattfinden, die zum Zusammenbruch des Geheimdienstregimes, zum Beginn einer innergesellschaftlichen Konfrontation in der Russischen Föderation führen und das Nachbarland mit dem Blut verfeindeter Bevölkerungsgruppen überziehen, die bereit sind, gegeneinander zu kämpfen. Aber bislang sehe ich keine Perspektiven für eine solche Entwicklung der Ereignisse. Denn wir wissen, dass die Eroberung fremder Gebiete die Russen immer zusammenschweißt und aus ihnen eine ziemlich monolithische Gesellschaft macht. Wenn das russische Volk anders wäre, würde es nicht über das Territorium des flächenmäßig größten Landes der heutigen Welt verfügen. Auch daran muss man denken, wenn wir über die Ethnogenese dieses Imperiums sprechen.

Wie könnte also der Plan aussehen, den Witkoff und Kushner dem russischen Präsidenten vorschlagen? Heute hat bereits in der Washington Post einer der führenden Kolumnisten dieser Zeitung über diesen Plan gesprochen. Im Grunde wurde er dort als westlicher Plan bezeichnet, aber dann kam aus dem Büro des ukrainischen Präsidenten die Klarstellung, dass es sich vor allem um die amerikanische Position handelt. Der Plan ist vollkommen utopisch. Das heißt, man kann verstehen, warum wir ihm zustimmen könnten. Es ist völlig unverständlich, warum der Kreml ihm zustimmen sollte.

Nun, beispielsweise gibt es in dem Plan einen Abschnitt über den Wiederaufbau der Ukraine. Aber den können wir sofort vergessen, denn mit einem Wiederaufbau der Ukraine wird, wie Sie verstehen, nicht begonnen werden, bevor eine Entscheidung über die Beendigung der Kampfhandlungen getroffen und eine Entscheidung über Sicherheitsgarantien gefällt wurde. Und beide Entscheidungen erscheinen, gelinde gesagt, illusorisch.

Nun also zu den Sicherheitsgarantien, dem zweiten Punkt dieses Plans. Dort wird vorgeschlagen, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben, die ihrem Sinn nach mit Artikel 5 des NATO-Vertrags vergleichbar wären. Entschuldigen Sie, aber dieser Ansatz erscheint als völliger Idiotismus, wenn wir hoffen, dass Russland dem zustimmen wird. Denn es stellt sich die Frage: Wenn Moskau will, dass uns niemand hilft und dass im Falle eines möglichen neuen Angriffs, falls es den alten beenden will, kein einziges Land der Welt der Ukraine zu Hilfe eilt und erst recht nicht an ihrer Seite kämpft, wozu sollte es dann wollen, dass am Ende des Krieges zwischen der Ukraine und Russland die Ukraine von westlichen Ländern, von denen einige Atommächte sind, Sicherheitsgarantien erhält, die Artikel 5 des NATO-Vertrags entsprechen? Denn das bedeutet für Russland die Aussicht auf einen möglichen Atomkrieg. Wozu sollte es das brauchen? Nennen Sie mir wenigstens einen einzigen Grund.

Oder wir müssten der russischen Erzählung zustimmen, wie es einige ukrainische Abgeordnete tun, die ihren Wahlkampf bereits in ihren, wie ich sagen würde, schmutzigen Träumen vor sich sehen, dass Russland tatsächlich über das Heranrücken der NATO an seine Grenzen besorgt sei. Warum führt es dann keinen Krieg gegen Finnland? Warum führt es keinen Krieg gegen Schweden? Warum führt es keinen Krieg gegen Polen? Warum führt es keinen Krieg gegen Litauen, Lettland und Estland? Warum hat es mit der Ukraine begonnen, die kein NATO-Mitglied ist, statt einen entschlossenen Schlag gegen Länder zu führen, die bereits Mitglieder des Nordatlantischen Bündnisses sind? Denn wenn die NATO eine Bedrohung ist, muss man die NATO angreifen. Deshalb ist das völliger Unsinn.

Russland wird niemals zustimmen, dass die Ukraine irgendwelche wirklichen Sicherheitsgarantien erhält. Das wird nicht geschehen. Sonst müssten die Russen anerkennen, dass sie all diese Jahre vergeblich Krieg geführt und die Ukraine zerstört haben. Damit die Russen also einer solchen Sache zustimmen, müssten feindliche Armeen in der russischen Hauptstadt stehen und der russische Präsident, nicht einmal Putin, irgendwelche Vereinbarungen unter vorgehaltener Maschinenpistole unterzeichnen. Solange das nicht geschieht, erwarten Sie nicht, dass Russland etwas Derartigem zustimmen wird.

Der nächste Punkt, den die Amerikaner vorschlagen werden, ist die Wiederaufnahme der Lieferungen russischen Erdöls und Erdgases nach Europa. Dabei wird die Ukraine zu einem Transitdrehkreuz für dieses Gas. Ukrainische Erdöl- und Erdgaspipelines werden zu Transitrouten für russische Energieträger. Wiederum kann ich verstehen, wozu die Ukraine das braucht, die Geld für den Transit erhalten wird. Ich kann verstehen, dass Russland an der Wiederaufnahme seiner Energieexporte nach Europa interessiert wäre. Obwohl ich mir da nicht ganz sicher bin, denn Russland würde sich offensichtlich lieber nach Osten orientieren. Aber das ist eine andere Frage. Es würde gern, kann aber nicht so recht, obwohl es Anstrengungen unternimmt. Gerade in diesen Tagen bespricht einer von Putins wichtigsten Beratern, Nikolai Patruschew, in Peking den Weiterbau der Gaspipeline „Kraft Sibiriens 2“. Nun ja, wissen Sie, eine Pipeline weiterzubauen und bereits über die entsprechenden Möglichkeiten zu verfügen, ist natürlich nicht dasselbe.

Aber die Ukraine war doch viele Jahrzehnte lang ein Transitdrehkreuz für die Russische Föderation. Europa war doch der Kontinent, in den Russland jahrzehntelang Gas lieferte. Und Russland begann den Krieg genau aus dieser Position heraus. Mehr noch: Eine der ersten Entscheidungen Putins, als er Präsident der Russischen Föderation wurde, war die Übernahme der Kontrolle über Gazprom. Die alte Führungsmannschaft, die noch mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten der Russischen Föderation Viktor Tschernomyrdin und dem Gazprom-Chef Rem Wjachirew verbunden war, wurde aus diesem Konzern entfernt und durch Putins Manager unter der Führung von Alexei Miller ersetzt, der Gazprom all diese Jahrzehnte lang leitet. Und welche erste Aufgabe gab Putin Miller? Umgehungspipelines zu bauen, damit die Ukraine aufhört, ein Transitland für die Russische Föderation zu sein.

Putin bereitete sich praktisch vom ersten Tag seiner Amtszeit als Präsident der Russischen Föderation darauf vor, der Ukraine ihren Status als Transitland zu nehmen. Der große russisch-ukrainische Krieg begann kurz nach der Fertigstellung der Gaspipeline Nord Stream 2. Damit brauchte Russland die Transitdienstleistungen der Ukraine nicht mehr und musste sich keine Gedanken mehr über das Schicksal unseres Gastransportsystems machen.

Und übrigens war ich einer jener Journalisten, die sowohl die Ukrainer als auch, übrigens, die Deutschen immer gewarnt haben. Ich sagte meinen deutschen Kollegen, dass der große Krieg genau dann beginnen werde, wenn Putin sicher sei, dass er über Transitmöglichkeiten zur Umgehung der Ukraine mithilfe von Unterwasserpipelines verfüge. Leider ist es genau so gekommen. Das ist einer der Gründe, warum er 2022 keine Angst vor einem solchen Angriff hatte. Denn wenn diese Gaspipelines fertiggestellt worden wären und die Coronavirus-Pandemie nicht begonnen hätte, wäre der große russische Angriff auf die Ukraine einige Monate nach dem Treffen des russischen Präsidenten Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Zelensky in Paris im Normandie-Format erfolgt. Putin hätte dabei gesehen, dass Zelensky nicht zu jener Kapitulation vor Russland bereit war, die die russische Führung unmittelbar nach den ukrainischen Präsidentschaftswahlen 2019 erwartet hatte, weil diese in Moskau als Triumph der Kapitulationsstimmung in unserem Land betrachtet wurden. So funktioniert das im Grunde.

Dann stellt sich die Frage: Wozu sollte Putin dem jetzt zustimmen? Diesem Punkt des Plans. Und auch das ist ein ziemlich wichtiger Punkt, über den man sprechen muss, wenn wir die Situation im Zusammenhang mit den Plänen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges erörtern, wie Sie verstehen.

Deshalb scheint es mir, dass man alle anderen Punkte dieses Plans schon gar nicht mehr diskutieren muss. Sie sind traditionell: die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland. Nun, das wäre ein logisches Ergebnis der Beendigung des Krieges, wenn man nach Wegen sucht, sich mit Putin zu verständigen. Und außerdem die Beendigung der Kampfhandlungen entlang der Trennlinie. Ich glaube auch nicht so recht, dass jemand dem zustimmen wird, denn Sie sehen, dass Russland nicht bereit ist, die Kampfhandlungen einzustellen, bevor es die Gebiete Donezk und Luhansk vollständig erobert hat. Aber Sie sehen, dass solche Pläne von amerikanischer Seite vorgeschlagen werden. Das bezeugt erneut, dass einige amerikanische Beamte in ihrem Wunsch, die Kontrolle über Lukoils Vermögenswerte im Ausland zu erlangen, den gesunden Menschenverstand verlieren.

Nun stellt sich die Frage: Wie werden sich die Ereignisse tatsächlich entwickeln? Genau so werden sie sich entwickeln. Wenn Putin sagt, dass Russland nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren wird, bevor die ukrainischen Truppen das Gebiet der Regionen Donezk und Luhansk verlassen haben oder bevor die russische Armee die vollständige Kontrolle über diese Regionen erlangt hat, sollte man ihm glauben. So wie man ihm damals hätte glauben sollen, als er praktisch ganz offen vor einem Angriff auf die Ukraine warnte. Das heißt, solange die Frage der vollständigen Kontrolle über Donezk und Luhansk nicht auf die eine oder andere Weise geklärt ist oder bis eine der Seiten so erschöpft ist, dass sie keine wirksamen Kampfhandlungen mehr fortsetzen kann, wird es überhaupt keine wirklichen Verhandlungen geben.

Was wird geschehen, wenn beispielsweise die Frage von Donezk auf die eine oder andere Weise diplomatisch oder militärisch gelöst wird und irgendwelche Verhandlungen beginnen? Auch sie werden zu keinem wirklichen Ergebnis führen. Schon in der ersten Verhandlungsrunde wird Russland neue Bedingungen an die Ukraine stellen. Wenn die Ukraine die Regionen Donezk und Luhansk nicht verteidigen kann und sie verloren gehen, wird Russland verlangen, dass sich die Ukraine aus den Gebieten Saporischschja und Cherson zurückzieht.

Wenn die Frage von Donezk und Luhansk auf diplomatischem Wege gelöst wird und Russland beispielsweise auf Druck der Vereinigten Staaten die Kontrolle über diese Gebiete kampflos erlangen kann, woran ich nicht glaube, aber ich sage nur: Wenn die Frage der Gebiete Saporischschja und Cherson auf demselben diplomatischen Wege gestellt wird, wird damit alles enden. Das heißt, Russland hatte niemals den Wunsch, durch Verhandlungen einen Frieden in der Ukraine zu vereinbaren, hat ihn nicht und wird ihn auch in absehbarer Zukunft nicht haben.

Was kann man dem entgegensetzen? Man kann dem die schrittweise Zerstörung der russischen Ressourcen und die Verwandlung Russlands in einen dysfunktionalen Staat entgegensetzen: Rechenzentren zerstören, Erdölraffinerien zerstören, sobald Trump von seinen Forderungen ablässt oder ohne auf Trump zu achten, Rüstungsbetriebe zerstören, Brücken sprengen, die Situation destabilisieren, alles Mögliche tun, damit der russische Staat nicht mehr funktionsfähig ist, aber nicht so sehr, dass er auseinanderbricht. Denn die demografische Katastrophe in Russland und Flüchtlinge aus der Russischen Föderation könnten für die Nachbarländer, einschließlich der Ukraine, zu einem Verhängnis werden. Man sollte nicht glauben, dass wir damit fertigwerden, wenn es zu einer humanitären Katastrophe kommt, oder dass wir die Grenzen schließen und niemanden hereinlassen werden. Auch das könnte bis zu einem gewissen Grad eine Illusion sein.

In jedem Fall ist das eine Frage des Gleichgewichts. Wenn es uns gelingt, die Möglichkeiten der Russischen Föderation zu untergraben, wird der Krieg abflauen. Wenn es uns nicht gelingt, wird der Krieg weitergehen, die ukrainischen Städte werden Infrastruktur und Ressourcen verlieren, die Bevölkerung wird immer kleiner werden. Und so wird sich die Situation in den nächsten Jahren entwickeln. Das sind im Grunde zwei Szenarien für die Entwicklung der Ereignisse. Ein drittes Szenario, dass wir uns zusammensetzen und uns einigen, wird es nicht geben, denn niemand hat vor, sich mit uns zu einigen.

Im ersten Szenario müssen wir von unseren Verbündeten energischere Hilfe verlangen. Vielleicht können die Amerikaner, wenn sie endgültig zu der Überzeugung gelangen, dass Putin Trump völlig egal ist und dass er ihn täuscht, mehr und schneller handeln. Obwohl ich nicht besonders daran glaube. Vielleicht wird nach den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten bereits der Kongress von Trump entschlossenere Maßnahmen verlangen. Auch das könnte geschehen. Das heißt, man muss irgendwelche Wege suchen, den Krieg durch die Erschöpfung des Aggressorstaates zu beenden. Man muss sich bewusst machen, dass der diplomatische Weg eine Sackgasse ist. Man muss verstehen, dass Russland versuchen wird, die Ukraine mithilfe seiner Agenten und nützlichen Idioten zu destabilisieren, die nach Macht und Geld gieren und erzählen werden: „Wir setzen uns hier zusammen und einigen uns.“ Auch dieses Bewusstsein muss vorhanden sein.

Man darf den Fehler von 2019 nicht noch einmal wiederholen. Was beim ersten Mal einfach als Tragödie durchging, wird beim nächsten Mal zum endgültigen Verschwinden sowohl der Ukraine als auch der Ukrainer führen. Das garantiere ich Ihnen. Einen solchen fatalen Fehler darf man nicht zweimal hintereinander begehen. Zumal Volodymyr Zelensky 2019 noch das Recht auf einen gewissermaßen entschuldbaren Fehler hatte, weil niemand in der Ukraine bis zum Ende begriff, wozu Russland bereit sein könnte, um die Kontrolle über das wiederherzustellen, was es als historische russische Gebiete betrachtet. Jetzt aber verstehen das alle, und Menschen, die versuchen, etwas anderes zu behaupten, sind absolut widerwärtige, niederträchtige Zyniker, deren tatsächliche Verbindungen man untersuchen sollte, nicht ihre Ansichten, verdammt noch mal, sondern ihre Verbindungen.

Und auch hier darf man keine naiven Idioten sein. Wie viele russische Agenten sind inzwischen von hier geflohen? Die einen 2014, dann flohen in den zwanziger Jahren jene, die geblieben waren. All diese Menschen befanden sich in den höchsten Etagen der ukrainischen Macht und erwiesen sich sämtlich als russische Agenten. Der Präsident, der Ministerpräsident, der Innenminister, der Leiter des Sicherheitsdienstes der Ukraine, der Generalstabschef, der Befehlshaber der Seestreitkräfte, der Generalstaatsanwalt, der Leiter des Zolldienstes. Was muss man denn noch erklären, wenn ich daran erinnere, dass wir buchstäblich mit Agenten der Russischen Föderation, mit Offizieren und Agenten des FSB und des russischen Auslandsgeheimdienstes durchsetzt waren? 

Ja, das war 2014. Und welche Schlussfolgerungen wurden gezogen? Dass diese Agenten 2022 unmittelbar vor der russischen Invasion einfach in Autos, Züge und Flugzeuge stiegen und die Ukraine verließen. Man hat wieder nichts gelernt. Der ehemalige Vizepremierminister der Ukraine und ehemalige Chef der ukrainischen Nationalbank Arbusow ist jetzt Abgeordneter der Staatsduma der Russischen Föderation. Der ehemalige Abgeordnete der Werchowna Rada der Ukraine Derkatsch ist jetzt Mitglied des Föderationsrates der Föderalversammlung Russlands, ein Held Russlands. Der ehemalige Leiter der Präsidialverwaltung der Ukraine, Medwedtschuk, behauptet, dass es die Ukraine als Staat niemals gegeben habe und dass es das ukrainische Volk nicht gegeben habe. Reicht Ihnen das nicht, oder glauben Sie, dass die Liste der Agenten damit endet?

So viele es gab, so viele sind geblieben. Sie werden später einfach feststellen, dass all diese Menschen nicht bloß irgendwelche Betrüger waren, sondern Menschen mit ganz konkreten russischen Verbindungen. Dabei ist es schon erstaunlich, dass diese Leute nicht gleich mit den spitzen Mützen der Roten Armee herumlaufen. Und ich frage meine Kollegen immer: „Warum laden Sie diese Menschen in Ihre Sendungen ein? Warum sprechen Sie mit ihnen? Sehen Sie denn nicht, dass sie keinerlei eigene Gedanken äußern? Sie verbreiten russische Narrative.“

Nun, bis 2022 liefen bei meinen Kollegen irgendwelche Dschangirow und Pogrebinski durch die Sendungen. Menschen, bei denen man, wissen Sie, gar nicht genug Brandzeichen hätte anbringen können. Das waren einfach russische Agenten. Jetzt übernimmt irgendein verrückter Dazjuk, der als Einziger aus dieser Gesellschaft übrig geblieben ist, diese Rolle. Nun, das ist doch dasselbe. Das ist doch genau dasselbe, nur in anderer Aufmachung. Die anderen sind einfach irgendwo verschwunden oder geflohen, ich weiß nicht einmal, wo sie sind. Er ist geblieben. Irgendwann wird auch er fliehen, und alle werden sagen: „Oh, er ist geflohen.“ Verstehen Sie das wirklich nicht? Wir sind ein Land, in dem Russland immer wie eine Metropole in einer Kolonie gearbeitet hat. Sowohl der KGB als auch der FSB haben Menschen angeworben. Nun seien Sie doch nicht naiv. Das ist eine ganz einfache Geschichte.

Und ich soll mich auch noch mit diesen Menschen streiten, irgendwelche ihrer Thesen diskutieren, obwohl das überhaupt keine Thesen sind, sondern ganz gewöhnliche Arbeit für den Feind. Zweifeln Sie nicht einmal daran. Sie werden es später nur bereuen. Ganz zu schweigen von all diesen nützlichen Trotteln, entschuldigen Sie, die uns erzählt haben, wie Trump nach seinem Wahlsieg den Krieg beenden werde. Da gab es eine ganze Brigade russischsprachiger Rentner aus Brighton Beach, bildlich gesprochen, und aus verschiedenen anderen Gegenden der Vereinigten Staaten, die niemand jemals gekannt oder zu Gesicht bekommen hatte. Glauben Sie, die sind zufällig aufgetaucht?

Ihre Anhänger haben mir regelrecht, ich würde sagen, das Telefon heißlaufen lassen und verrückte Kommentare geschrieben: „Warum sind Sie nicht zu einer Debatte mit dem nächsten Schwindler gegangen?“, dessen  Agent, wie ich ebenfalls glaube, ein bekannter politischer Berater mit Verbindungen ins Ausland, hatte mir vorgeschlagen, diese Debatte auf dem zentralen Platz von Charkiw auf Russisch zu führen. Zum Teufel mit ihm. Und Oles Donij sollte die Debatte ebenfalls auf Russisch moderieren. Im Ernst, das ist doch alles Auftragsarbeit, verstehen Sie? Das ist doch keine journalistische Tätigkeit. Das ist ein Auftrag, der von bekanntlich wem erteilt wurde.

Und diese Menschen verschwinden ja nicht. Sie setzen ihr schmutziges Werk fort. Einer von ihnen erklärt jetzt, wie Georgien und Finnland sich mit Russland geeinigt hätten und warum wir uns nicht einigen. Er stellt sich dumm. Als wäre nicht klar, warum wir uns mit den Russen nicht einigen. Weil sie wahrscheinlich glauben, dass Finnen und Georgier andere Völker sind. Und deshalb dürfen sie dort vorerst im Vorzimmer warten, bis die wichtigsten Fragen geklärt sind. Wir aber seien ein Volk mit den Russen. Und deshalb wird jenen Ukrainern, die sich als Ukrainer betrachten, einfach das Existenzrecht abgesprochen. Und diese Leute versuchen in reinem Ukrainisch, diese Schweine, so zu tun, als würden sie das nicht bemerken. Dafür fehlen einem einfach die Nerven, verstehen Sie? Man hat keine Nerven mehr für diesen niederträchtigen Idiotismus. Nun ja, das sind Emotionen.

Ich werde die Fragen beantworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden.

Frage: Was meinen Sie, sind diese Rechtfertigungen eine neue Fassade, und tut Trump alles, damit die Republikaner den Senat wiedergewinnen beziehungsweise behalten? Ergibt das in dieser Hinsicht irgendeinen Sinn?

Portnikov: Natürlich tut er alles, damit die Republikaner den Senat behalten. Deshalb kann er nicht besonders viel riskieren, zumal er bereits gesehen hat, dass es selbst unter den Republikanern nicht wenige Menschen gibt, die sich gegen seine sinnlose Dieselabsprache mit Putin ausgesprochen haben. Denn nochmals: Diese Absprache ergibt überhaupt keinen Sinn, außer dem Versuch, wissen Sie, das Fell des von Witkoff noch nicht erlegten Bären nicht zu beschädigen. Also die Lukoil-Aktien. Deshalb versucht er tatsächlich irgendwie, beides zu haben: seinen Vorteil zu bekommen und sich gleichzeitig nicht mit uns zu zerstreiten.

Frage: Könnte es sein, dass Trump versucht, sämtliche Geschäfte noch vor den Kongresswahlen abzuschließen, weil er versteht, dass sie im Falle einer Niederlage der Republikaner wesentlich schwieriger zu organisieren sein werden?

Portnikov: Nun, ich glaube nicht, dass es so viel schwieriger sein wird. Schließlich wird er die Kontrolle über die Außenpolitik behalten, ganz gleich, wie der Kongress zusammengesetzt sein wird. Aber es stimmt, dass er dann vielleicht einfach keine Zeit mehr für solche Geschäfte haben wird. Das ist realistisch. Dem stimme ich zu. Denn wenn der Kongress, selbst wenn es nur das Repräsentantenhaus ist, sich in einen Untersuchungsausschuss verwandelt und alles untersucht, was Trump und seine Administration in dieser Zeit angerichtet haben, können Sie sich nicht einmal vorstellen, was wir alles erfahren könnten. Es sei denn natürlich, wir werden in den Vereinigten Staaten sogar Zeugen eines Bürgerkriegs, denn Trump könnte die Niederlage einfach stumpfsinnig nicht anerkennen. Auch das ist möglich. Auch darauf muss man sich vorbereiten. Aber wenn er die Niederlage anerkennt und all das beginnt, dann wird uns Watergate, glaube ich, wie eine Kleinigkeit vorkommen. Sie können sich das Ausmaß dessen, was da geschehen könnte, einfach nicht vorstellen.

Frage: Wie stehen die Chancen, dass nach Trump der Ultralinke in den Vereinigten Staaten an die Macht kommt? Welche Folgen könnte das für die Ukraine haben?

Portnikov: Im Grunde habe ich keine Gewissheit, dass gerade in diesem Abschnitt des Wahlzyklus ein ultralinker Kandidat an die Macht kommen könnte, dass die Demokraten gerade einen solchen Kandidaten aufstellen werden. Ja, der ultralinke Flügel gewinnt innerhalb der Demokratischen Partei an Einfluss. Das stimmt. Ja, er kann bei der Auswahl des Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei eine sehr wichtige Rolle spielen. Das alles stimmt, aber er stellt dort keine Mehrheit. Das heißt, heute habe ich keine Gewissheit, dass eine Person wie beispielsweise Zohran Mamdani als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei aufgestellt werden könnte.

Aber ich schließe nicht aus, dass sich die weitere Entwicklung der Ereignisse in den Vereinigten Staaten nach einem solchen Szenario vollziehen könnte, denn wir wissen nicht, was in den nächsten Jahren von Trumps Präsidentschaft geschehen wird. Denken Sie nur daran, dass wir noch nicht einmal zwei Jahre hinter uns haben. Dieses ganze, sagen wir, Feuerwerk der Ereignisse findet seit Februar 2025 statt. Praktisch sind das ein Jahr und acht Monate, noch nicht einmal zwei Jahre, und vor uns liegen noch zwei weitere Jahre. Sie können sich nicht einmal vorstellen, wie sie werden könnten. Stellen Sie es sich lieber gar nicht vor.

Ich sage immer: Wenn es während dieser Präsidentschaft keinen Dritten Weltkrieg gibt, wird das schon ein riesiger Erfolg sein, ein solcher Erfolg. Wenn Trump im Winter 2029 das Oval Office verlässt und es bis dahin noch keinen Dritten Weltkrieg gegeben hat, dann werden wir sagen: „Mein Gott, mein Gott, was haben wir für ein Glück gehabt. Was haben wir für ein Glück gehabt.“ Verstehen Sie, wir hätten mit Zelensky so viel Glück haben müssen. Wenn Zelensky sein Amt ohne einen russisch-ukrainischen Krieg verlassen hätte, wäre das ein Glück gewesen. Aber wir hatten kein Glück, denn im Grunde war der Krieg durch die Wahl Zelenskys vorprogrammiert. Die Wahl Trumps programmiert den Dritten Weltkrieg vor. Nun, wir werden sehen. Nicht immer geschieht alles nach Programm. Wir sind schließlich alle lebendige Menschen.

Aber ich glaube nicht, dass ein ultralinker Kandidat ein gewaltiges Problem für die Ukraine wäre. Für Israel könnte das ein großes Problem sein. Das ist eine Tatsache. Die Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten könnten sich bis zur Unkenntlichkeit verändern. Die Ukraine aber ist ein Land, das immerhin in beiden politischen Parteien Unterstützung genießt. Die Mehrheit der Bürger der Vereinigten Staaten unterstützt die Ukraine und nicht Russland. Deshalb würde ich nicht sagen, dass sich dort etwas so Wesentliches ändern wird.

Aber hören Sie, wir müssen bis 2029 überleben. Die nächsten Jahre werden sehr schwere Kriegsjahre sein. Deshalb sollten wir nicht darüber nachdenken, was 2029 sein wird, sondern versuchen, bis 2029 zu überleben. Auch das ist eine Aufgabe mit fünf Sternchen.

Frage: Gibt es oder kann es wirkliche Voraussetzungen für einen Friedensvertrag zwischen der Ukraine und Russland geben? Gibt es historische Beispiele dafür, dass wir einen dauerhaften Frieden erreichen könnten?

Portnikov: Nein. Wenn ein Land einem anderen das Existenzrecht abspricht und glaubt, dass sich dieses Land auf seinem historischen Territorium befindet, dann gibt es keinerlei Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zwischen diesem Land und jenem Land, das ihm und sogar seinem eigenen Volk das Existenzrecht abspricht. Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zwischen Russland und der Ukraine wird es nie wieder geben.

Sie können fragen, warum es früher anders war. Weil man in Russland von 1991 bis ungefähr 2014 der Meinung war, dass die Eingliederung der Ukraine mit politisch-wirtschaftlichen Mitteln erfolgen würde und man keine Gewalt anwenden müsse. Der Sieg des Maidan 2013–2014 und der Zusammenbruch des prorussischen Regimes Janukowytschs, das die Institutionen des ukrainischen Staates selbst hätte demontieren sollen, denn russische Aufseher saßen bereits in all unseren Behörden und einige russische Staatsbürger leiteten sogar solche Behörden, beispielsweise das Verteidigungsministerium.

Die Schlussfolgerung war vollkommen eindeutig: Ohne Gewaltanwendung würde es nicht gelingen, die Ukraine einzugliedern. Das heißt, wenn es uns gelingt, Russland zurückzuschlagen, werden wir für eine gewisse Zeit die Möglichkeit erhalten, uns auf die nächste Konfrontation vorzubereiten. Und wenn wir einen ausreichend starken Staat schaffen und nicht auf Idioten hören, die uns sagen werden, dass jetzt Frieden herrsche, dann wird Russland uns beim nächsten Mal vielleicht nicht angreifen, sondern sich ausschließlich mit der politischen und wirtschaftlichen Destabilisierung der Ukraine beschäftigen und nichtmilitärische Mittel einsetzen.

Dann werden wir, bildlich gesprochen, so leben wie Israel in der Zeit zwischen den Kriegen. Terror, Sabotage, politische Morde, irgendwelche Explosionen in Rüstungsbetrieben, aber zu einem regelrechten Krieg wird es nicht kommen. Oder es wird kurze Kriege geben. Ich sage immer, dass das Glück der Ukraine im Grunde in kurzen Kriegen und lang anhaltendem Frieden liegt.

So werden die Beziehungen zu Russland aussehen. Aber damit wir einen dauerhaften Frieden mit Russland haben können, müsste Russland die Idee einer möglichen Eingliederung der Ukraine selbst aufgeben. Wenn der Krieg Russlands gegen die Ukraine mit einem gewissen Abflauen endet und wir in den nächsten Jahrzehnten keine aktiven Kampfhandlungen zulassen, weil wir ein starker militärisch ausgerichteter Staat an der Grenze zu Russland sein werden, dann werden jene Kinder, die ungefähr jetzt geboren werden und zum Zeitpunkt des Endes der Kampfhandlungen in die erste Klasse gehen werden, sagen wir, ich weiß nicht, in welchem Jahr das sein wird, nehmen wir das Jahr 2030, also Kinder des Geburtsjahres 2023, wenn sie erwachsen werden und die Mehrheit der Bevölkerung stellen, also etwa in den Jahren 2063 bis 2069, die Ukraine tatsächlich als einen anderen Staat wahrnehmen. Sie werden nichts mit ihr gemeinsam haben. Sie werden niemals hier gewesen sein, werden das Land nicht als etwas betrachten, das ihnen gehört. Vielleicht als etwas Feindliches, aber nicht als etwas Eigenes. Dann könnten in den sechziger oder siebziger Jahren des 21. Jahrhunderts gewisse Voraussetzungen für die Unterzeichnung irgendeines Friedensabkommens entstehen. Vielleicht aber auch nicht. Zwischen den beiden Koreas geschieht das schließlich auch nicht. Ungefähr so. Aber solche Chancen wird es in den siebziger und achtziger Jahren des 21. Jahrhunderts geben.

Frage: Sehen Sie ein realistisches Szenario, in dem Donald Trump aufhört, Druck auf die Ukraine auszuüben, und beginnt, systematisch Druck auf Putin auszuüben? Oder sollte die Ukraine anerkennen, dass das niemals geschehen wird?

Portnikov: Ich denke, dass das niemals geschehen wird. Ich sehe für Donald Trump keinen Grund, systematisch Druck auf Putin auszuüben und aufzuhören, Druck auf die Ukraine auszuüben. Wozu denn? Wozu sollte er systematisch Druck auf Putin ausüben? Wenn er darüber besorgt ist, dass Russland sich China noch weiter annähern könnte, wenn er Russland von China lösen will, wozu sollte er dann systematisch Druck auf Putin ausüben? Man muss einfach verstehen, dass diese Präsidentschaft so sein wird. Sie sollte auch so sein. Sie ist für uns übrigens, das muss ich Ihnen sagen, Freunde, viel besser, als man sich Trumps Präsidentschaft vorgestellt hatte. Sowohl in unserer Vorstellung als auch, würde ich sagen, in Putins Vorstellung, denn Putin hatte mit Trumps Präsidentschaft wesentlich größere Hoffnungen verbunden als das, was er bekommen hat. Also wollen wir das Schicksal nicht herausfordern. Trump ist gezwungen, diese offensichtliche Unterstützung für die Ukraine zu berücksichtigen, die ich mehrfach beobachtet habe und die es in der amerikanischen Gesellschaft gibt. Zweifellos gibt es sie.

Frage: Wird Trump nach den Zwischenwahlen über genügend Ressourcen verfügen, um Russlands Sieg im Krieg zu garantieren?

Portnikov: Nein, Russlands Sieg im Krieg hängt nicht von Trump ab. Russlands Sieg im Krieg hängt von der ukrainischen Armee, vom ukrainischen Volk und von ihrer Fähigkeit ab, dem russischen Aggressor Widerstand zu leisten. Wenn die Ukraine dazu bereit ist, wird es keinen Sieg Russlands im Krieg geben, denn Russland verfolgt im Krieg wesentlich maximalistischere Siegesziele als wir. Unser Ziel ist es, den Angriff abzuwehren. Unser Maximalziel ist es, unsere Staatsgrenzen von 1991 wiederherzustellen. Und Russlands Maximalziel ist es, die Ukraine vollständig zu zerstören, die ukrainischen Gebiete von Transkarpatien bis Charkiw der Russischen Föderation einzuverleiben und den größten Teil der ukrainischen Bevölkerung zu vernichten, indem man sie über die Grenzen vertreibt, die Städte in Ruinen verwandelt und das Territorium der Ukraine mit Russen besiedelt. Und das sind nicht meine Worte, das sind die Worte des Beraters des russischen Präsidenten, dieses Koltunow, der genau das gesagt hat: „Die Ukraine nähert sich bereits der Grenze ihrer Existenz, und nur Russland kann sie retten, so wie es sie immer gerettet hat, durch die Umsiedlung von Menschen aus dem Gebiet der Russischen Föderation.“ Denn man könnte sagen, dass ich irgendwelche unglaublich radikalen Dinge erzähle, dass ich mir etwas ausdenke. Ich zitiere doch immer. Ich denke mir das doch nicht einfach selbst aus. Ich zitiere Ihnen einfach russische Beamte. Sie wollen ihnen nur nicht glauben, diejenigen, die mit mir streiten. Nun, glauben Sie ihnen nicht. Wenn man Ihnen die Kehle durchschneidet, werden Sie schon glauben. Wo liegt das Problem?

Frage: Welchen Sinn haben Geschäfte mit Russland, wenn die Demokraten sie für Ermittlungen gegen Trump nutzen können? Sich die Taschen vollstopfen und sich nach 2028 selbst begnadigen?

Portnikov: Nun, natürlich ist die Bereicherung eines der wichtigsten Ziele dieser Präsidentschaft. Außerdem könnte Trump in einer Welt unmittelbarer Ziele leben. Er könnte nicht daran glauben, dass es irgendwelche Ermittlungen geben wird, die ihn wirklich bedrohen. Er ist ein Kämpfer. Sie konnten doch bemerken, dass er ein Kämpfer ist. Wie er in der Zeit zwischen seinen Präsidentschaften für sich gekämpft hat, wie er ins Oval Office zurückgekehrt ist. Er wird auch weiterhin für sich und sein Geld kämpfen. Deshalb wird er sich nicht davon ablenken lassen, dass die Demokraten ihm irgendwelche Steine in den Weg legen werden. Diese Menschen denken nicht nach, sie denken: „Wir werden sowieso alles bekommen, wir werden sowieso alle ausnehmen und wissen schon, was wir tun werden.“ Das ist eben dieser Typus von Oligarch.

Also ist das alles, wie mir scheint, zum heutigen Zeitpunkt vollkommen verständlich. Alles andere ist unverständlich. Und wir werden verfolgen, wie sich diese Situation weiterentwickelt. Wir werden in den nächsten Tagen darüber sprechen. Vielleicht beruhigt sich alles ein wenig. Aber ich sage Ihnen noch einmal das, was ich seit diesem Dieselgeschäft zwischen Trump und Putin unermüdlich wiederhole: Denken Sie daran, dass wir uns in einer schwierigen Wahlkampfphase in den Vereinigten Staaten von Amerika befinden und dass uns bis zum 3. November noch unzählige Überraschungen erwarten. Deshalb sollte man sich mit Beruhigungsmitteln eindecken, unsere Nerven sind ja jetzt bei all diesen Beschüssen, Angriffen, Shahed-Drohnen und so weiter ohnehin bestens, und nicht mit übersteigerten Emotionen auf Donald Trump reagieren. Man muss verstehen, dass es für ihn jetzt sehr, sehr schwer ist. Nicht so schwer wie für uns, aber auch nicht besonders einfach.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп виправдовується перед українцями | Віталій Портников. 13.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 13.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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