Wozu braucht Putin Witkoff und Kushner? Vitaly Portnikov. 07.09.2026.

Навіщо Путіну Віткофф і Кушнер. Віталій Портников. 07.09.2026.

Noch vor einigen Monaten erschien allein die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses zwischen Russland und der Ukraine unter Beteiligung amerikanischer Vermittler eher als politische Fantasie, obwohl sowohl in Moskau als auch in Kyiv neue Besuche von Steve Witkoff und Jared Kushner nicht ausgeschlossen wurden. Doch die Vermittler waren mit einer Sisyphusarbeit beschäftigt – der Suche nach Wegen zur Regelung der Lage nach dem Krieg mit Iran –, und auch im Kreml hatte man es mit Verhandlungen nicht eilig. Es sei daran erinnert, dass nicht die Amerikaner und nicht die Ukrainer den Konsultationsprozess verließen, sondern ausgerechnet die Russen. In Moskau wurde bis vor Kurzem betont, dass die Verhandlungen erst wieder aufgenommen werden könnten, nachdem Kyiv seine Truppen aus jenem Teil der Gebiete Donezk und Luhansk abgezogen habe, der weiterhin unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung steht. Bis dahin verweigert Putin jegliche Gespräche.

Doch dann kam der September – und die Vermittler reisten nach Moskau und Kyiv. Obwohl auf eine Regelung der Lage um Iran kaum zu hoffen ist. Obwohl die ukrainischen Truppen im Donbas bleiben. Und obwohl die russischen Angriffe auf Kyiv und andere ukrainische Städte weitergehen, gegen die man sich bislang nur schwer schützen kann.

Wir verstehen, wozu Zelensky die Wiederaufnahme der Verhandlungen braucht: Als Staatsoberhaupt eines Landes, das Opfer einer Aggression und von Zerstörungen geworden ist, ist er schlicht verpflichtet, nach Wegen zu einem gerechten Frieden zu suchen. Sowohl mit Blick auf die Erwartungen der eigenen Gesellschaft, die des endlosen Krieges müde ist, als auch mit Blick auf die Interessen der Partner, die möchten, dass Kyiv Chancen auf Frieden nicht zurückweist.

Wir verstehen, wozu Trump die Wiederaufnahme der Verhandlungen braucht, der sich einen Erfolg seiner Friedensbemühungen und Möglichkeiten zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland wünscht.

Und wir verstehen nicht so recht, wozu Putin die Wiederaufnahme der Verhandlungen braucht. Es sei denn, der russische Präsident ist tatsächlich über den Zustand seiner Wirtschaft besorgt und möchte die ukrainischen Angriffe beenden. Aber wie soll das ohne Vereinbarungen über Frieden geschehen?

Doch die Verhandlungen Witkoffs und Kushners in Moskau haben keine wirklichen Veränderungen der russischen Position erkennen lassen. Deshalb lässt sich Putins Bereitschaft zu Verhandlungen vorerst mit seiner üblichen Taktik der Zeitverzögerung erklären. Nur zieht Putin diesmal höchstwahrscheinlich nicht allein gegenüber Trump die Zeit in die Länge, sondern auch gegenüber den Staats- und Regierungschefs des Globalen Südens, den wirtschaftlichen Sponsoren Russlands – dem chinesischen Staatschef Xi Jinping und dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi. Putin traf sich mit beiden während des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Bischkek. Und übrigens änderte sich gerade danach der Ton seiner Äußerungen merklich.

Ein weiterer Grund, der Putins Haltung beeinflusst haben könnte, ist der Wunsch des russischen Präsidenten, seinen amerikanischen Amtskollegen beim APEC-Gipfel im November im chinesischen Shenzhen zu treffen. Es ist klar, dass Putins Weigerung, sich mit den amerikanischen Vermittlern zu treffen und Bereitschaft zur Suche nach Wegen zum Frieden zu demonstrieren, einem solchen Treffen im Wege stehen könnte. Zumal Putin noch eine ehrgeizigere Idee hat, die der Berater des russischen Präsidenten Juri Uschakow nach Putins Verhandlungen mit Witkoff und Kushner „ausplauderte“.

Es geht um die Abhaltung eines Dreiergipfels von Trump, Putin und Xi Jinping am Rande des Treffens in Shenzhen. Für Putin wäre ein solches Treffen ein gewaltiger Erfolg, weil es festhalten würde, dass er zu den führenden Politikern der heutigen Welt gehört und auf einer Stufe mit dem Präsidenten der USA und dem Staatschef der Volksrepublik China steht. Und auch Trump neigt bekanntlich zu einem solchen Format.

Und es ist durchaus möglich, dass die Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges Teil der Pläne des Kremls zur Organisation dieses Dreiertreffens geworden ist – und nicht mehr. Mit einem wirklichen Ende des Krieges und einem Übergang Russlands zu konstruktiveren und realistischeren Positionen dagegen könnte der Besuch der amerikanischen Vermittler überhaupt nichts zu tun haben.


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Titel des Originals: Навіщо Путіну Віткофф і Кушнер.
Віталій Портников. 07.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 07.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Rubio verspricht Verhandlungen | Vitaly Portnikov. 09.09.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio hat versprochen, in Kürze die Voraussetzungen für neue Verhandlungsrunden zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu schaffen.

Der Chef des US-Außenministeriums bewertete die jüngsten Gespräche positiv, die die Vertreter von Präsident Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, in der russischen und der ukrainischen Hauptstadt geführt hatten, und betonte, diese Gespräche hätten reale Möglichkeiten dafür geschaffen, dass sich die Seiten bei künftigen Treffen auf eine Beendigung des Krieges zu Bedingungen einigen könnten, die alle zufriedenstellen würden.

Zugleich warnte der Außenminister der Vereinigten Staaten, dass zwischen Moskau und Kyiv weiterhin ernsthafte Meinungsverschiedenheiten bestünden, die bislang nicht überwunden werden konnten und die man nicht ignorieren könne. Es könnte also sein, dass die optimistischen Prognosen des Außenministers, wie schon mehr als einmal zuvor, auf die unerbittliche Realität treffen werden, dass die russische Führung nicht bereit ist, irgendwelche wirklichen Verhandlungen unter Vermittlung der Vereinigten Staaten fortzusetzen.

Der Kreml versucht allerdings gerade, einen Streit mit Donald Trump zu vermeiden. Nachdem der amerikanische Präsident mit seinem russischen Amtskollegen gesprochen hat – ich möchte übrigens daran erinnern, dass auch noch ein Gespräch Trumps mit dem Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelensky stattfinden soll –, betonte der Berater des Präsidenten der Russischen Föderation Juri Uschakow, das Hauptthema des Gesprächs zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten sei die Wiederaufnahme der amerikanisch-russischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Falle einer Lösung der Frage nach der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gewesen.

Wie man erkennen kann, ist genau das Trumps wichtigster Trumpf bei seinen Gesprächen mit Putin, mit dessen Hilfe er den russischen Präsidenten davon zu überzeugen hofft, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Doch so merkwürdig es auch klingen mag: Trump verfügt heute gerade im Hinblick auf die wirtschaftlichen Interessen des Kreml über mehr Möglichkeiten, auf Putin einzuwirken, als noch vor einigen Monaten. Und das ist kein großes Verdienst des amerikanischen Präsidenten selbst. Es ist ein Verdienst der Streitkräfte der Ukraine.

Denn je mehr für Russland wichtige Wirtschaftsobjekte die ukrainischen Soldaten zerstören, je häufiger die Erdölraffinerien der Russischen Föderation brennen und je weniger Möglichkeiten Russland hat, Öl aus seinen Häfen zu exportieren, desto größer wird das Interesse des russischen Präsidenten an einer Aufhebung der Sanktionen gegen die Russische Föderation und an einer Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten.

Bis vor Kurzem war man in Moskau der Ansicht, alle mit den westlichen Sanktionen verbundenen Probleme gelöst zu haben und dass sich die Beendigung der Zusammenarbeit sowohl mit den Vereinigten Staaten als auch mit der Europäischen Union in keiner Weise auf die russische Wirtschaft auswirken werde, die Putin auf den Globalen Süden, auf China und Indien, umorientieren wollte. Doch nun zeigt sich, dass die Möglichkeiten, die Verluste durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Peking und Neu-Delhi auszugleichen, immer geringer werden. Zum einen deshalb, weil die Sanktionen gegen russisches Öl eben doch wirken und selbst Indien weniger davon kauft als noch vor einigen Jahren. Zum anderen deshalb, weil Russland inzwischen Probleme mit seiner Erdölverarbeitungsindustrie und mit dem Verkauf von Öl hat.

Jeder weitere Tag mit Angriffen auf die Erdölverarbeitung, jeder weitere Tag, an dem russische Ölhäfen zerstört werden, jeder weitere Tag, an dem die Europäer Jagd auf russische Tanker machen, die Öl transportieren, wird zusätzliche Probleme für die russische Wirtschaft schaffen. Und auf diese Weise wird Putin gezwungen sein, den Vorschlägen Donald Trumps ernsthafter Gehör zu schenken.

Das einzige Problem bei all dem ist die Frage, wann der Präsident der Russischen Föderation tatsächlich realistische Gespräche über die Beendigung des Krieges aufnehmen möchte. Dazu gibt es, wie wir wissen, zahlreiche widersprüchliche Informationen. Quellen aus dem Kreml betonen, Putin hoffe weiterhin darauf, dass es ihm gelingen werde, die gesamte Oblast Donezk zu erobern, und halte es zumindest für notwendig abzuwarten, wie die Ukraine den Winter 2026/2027 bewältigen wird.

Natürlich ist für Putin die Kapitulation unseres Staates und sein anschließendes Verschwinden von der politischen Weltkarte wichtiger als die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten. Und der russische Präsident kann schlicht davon ausgehen, dass die Amerikaner im Falle dieser Kapitulation ihre Beziehungen zu Moskau ohnehin wieder aufnehmen werden. Und deshalb besteht für ihn vorerst kein Grund zur Eile.

Die Amerikaner dagegen haben es eilig. Sowohl die Reise von Steve Witkoff und Jared Kushner in die russische und die ukrainische Hauptstadt als auch die Erklärungen des Außenministers der Vereinigten Staaten Marco Rubio über eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen sowie die Tatsache, dass Steve Witkoff seinen europäischen Gesprächspartnern versprochen hat, Moskau werde sich nach den sogenannten Wahlen zur Staatsduma der Russischen Föderation, die bereits in den kommenden Wochen stattfinden werden, intensiver an den Verhandlungen beteiligen – all das zeigt, dass die Administration zumindest irgendein positives Ergebnis im Zusammenhang mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges vor den Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten erzielen möchte, die für Trump buchstäblich eine Frage des politischen Überlebens sind.

Und natürlich würde der amerikanische Präsident den Amerikanern vor diesen Wahlen gerne konkrete Erfolge zumindest auf außenpolitischem Gebiet präsentieren. Erfolge im Zusammenhang mit der Möglichkeit, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, mit der Beendigung der Krise im Nahen Osten und mit der Möglichkeit, die Kraftstoffpreise an den amerikanischen Tankstellen zu senken.

All diese Dinge hängen miteinander zusammen. Denn wenn es gelingt, das Feuer an der russisch-ukrainischen Front einzustellen oder zumindest eine Waffenruhe im Energiebereich zu vereinbaren, würde das automatisch bedeuten, dass die Ukraine die russische Erdölverarbeitungsindustrie und die Häfen der Russischen Föderation nicht mehr angreifen würde und Russland mehr Öl an die Länder des Globalen Südens verkaufen könnte. Für die Russen bleibt das in der nächsten Zukunft tatsächlich eine ziemlich wichtige Frage.

Wie dem auch sei: Die Worte des Außenministers der Vereinigten Staaten, wonach es Möglichkeiten gibt, den Verhandlungsprozess selbst wieder aufzunehmen, werden schon bald auf die Probe gestellt werden. Und möglicherweise werden der amerikanische und der ukrainische Präsident, die sich ebenfalls bereits in den kommenden Wochen in den Vereinigten Staaten treffen könnten, vielleicht am Rande der Generalversammlung, genau darüber sprechen.


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Titel des Originals: Рубіо обіцяє перемовини | Віталій Портников. 09.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 09.09.2026.
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Deutsche Übersetzung vonViktoriya Limbach,
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Trump wird Zelensky und Putin anrufen | Vitaly Portnikov. 07.09.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump wird den Präsidenten der Ukraine und den Präsidenten Russlands nach dem Besuch anrufen, den die Vertreter des amerikanischen Staatschefs Steve Witkoff und Jared Kushner in Kyiv und Moskau absolviert haben.

Wie berichtet wird, soll das Gespräch Trumps mit Zelensky und Putin, das bereits heute stattfinden wird, darauf abzielen, nach Möglichkeiten für eine Annäherung der Positionen der Seiten zu suchen sowie möglicherweise ein amerikanisch-ukrainisch-russisches Treffen zu organisieren, um Verhandlungen über Möglichkeiten zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu führen.

Die Tatsache, dass Trump bereit ist, unmittelbar nachdem seine Vertreter die ukrainische Hauptstadt verlassen haben, mit dem ukrainischen und dem russischen Präsidenten zu sprechen, zeigt, dass der amerikanische Präsident diesmal tatsächlich daran interessiert ist, zumindest irgendein reales Ergebnis bei der Regelung der Situation rund um den Krieg in der Ukraine zu erzielen.

Umso mehr, als die Wahlen zum amerikanischen Kongress, die bereits im November dieses Jahres stattfinden werden, für den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu einer ernsthaften Bewährungsprobe werden und Probleme in den Beziehungen zwischen der Administration und dem Kongress schaffen könnten. Und genau das versucht Trump jetzt zu verhindern.

Somit kann man sagen, dass der Besuch Witkoffs und Kushners in Moskau und Kyiv aus Sicht der amerikanischen Administration keineswegs zufällig und auch keine bloße Episode war. Doch es stellt sich die Frage nach den konkreten Inhalten.

Die Financial Times, die sich auf eigene Quellen in der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten beruft, betont, dass die Vermittler lediglich aktualisierte Fassungen alter Dokumente in die russische und die ukrainische Hauptstadt mitgebracht hätten. Weder in Moskau noch in Kyiv brachten Witkoff und Kushner irgendwelche neuen Ideen dazu vor, wie man die Positionen der Seiten einander annähern und Voraussetzungen für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges schaffen könnte, und zumindest von der russischen Führung erhielten sie darauf auch keine ernsthafte positive Reaktion.

Der russische Präsident Putin hielt weiterhin an seiner harten und kompromisslosen Position hinsichtlich der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges fest, bestand auf dem Abzug der ukrainischen Truppen aus jenem Teil der Gebiete Donezk und Luhansk, der weiterhin unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung steht, und betonte außerdem, Russland werde seine Ziele auf jeden Fall mit Gewalt erreichen, wenn man in der ukrainischen Hauptstadt seinen Bedingungen nicht zustimme.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky betonte dagegen, dass die Ukraine ihre Truppen nicht aus einem Gebiet abziehen werde, das die Russen nicht erobern können.

Übrigens wurde gerade heute beim Institute for the Study of War betont, dass, selbst wenn die russische Armee das derzeitige Tempo ihres Vormarsches auf die ukrainischen Stellungen beibehält, die Russen erst in den 2030er-Jahren wirkliche Erfolge bei der Herstellung der Kontrolle über das gesamte Gebiet der Oblast Donezk erzielen könnten. Somit kann man davon ausgehen, dass Putin in einer Welt der Illusionen lebt, die zudem durch unrealistische Informationen seitens der militärischen Führung der Russischen Föderation genährt werden.

Aber es ist klar, dass die Amerikaner diesen Besuch ziemlich ernst nahmen. Witkoff und Kushner wurden von zahlreichen Beamten des Nationalen Sicherheitsrats der Vereinigten Staaten, des Außenministeriums sowie von Behörden begleitet, die für Sanktionen gegen die Russische Föderation und andere Staaten zuständig sind, die sich heute im Konflikt mit Washington befinden.

Man kann sagen, dass der Besuch der Vermittler diesmal tatsächlich auf staatlicher Ebene vorbereitet wurde, kein amateurhafter Besuch war, sondern von Beamten begleitet wurde. Das zeigt bereits, dass bei einer solchen Zusammensetzung der Delegation irgendwelche besonderen Absprachen hinter verschlossenen Türen nicht möglich waren und dass Beamte, die beispielsweise für die Sanktionen gegen die Russische Föderation zuständig sind, sowohl dem Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten Kirill Dmitrijew als auch Putin selbst die Folgen der russischen Unnachgiebigkeit hinsichtlich der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges erläutern konnten.

Aber jetzt liegt das Wort natürlich bei Trump. Während seiner früheren Gespräche mit Putin stimmte der amerikanische Präsident wiederholt solchen Vorschlägen seines russischen Amtskollegen zu, die für die ukrainische Führung eindeutig inakzeptabel waren und weit entfernt von den Möglichkeiten ihrer Umsetzung im Sinne jenes gerechten Friedens lagen, den die Ukrainer anstreben. Doch jetzt hat Trump natürlich nicht nur keine Möglichkeit, ernsthaften Druck auf die Russische Föderation auszuüben, sondern auch keine Möglichkeit, ernsthaften Druck auf die Ukraine auszuüben.

Zumindest die Logik der vergangenen Wahlen in den Vereinigten Staaten und die Sympathie der überwiegenden Mehrheit der Wähler für die Ukraine erlauben es dem amerikanischen Präsidenten nicht, offen Druck auf Kyiv auszuüben und gerade von uns Zugeständnisse in der Frage der Beendigung des Krieges und die Erfüllung russischer Bedingungen zu verlangen.

Es ist jedoch offensichtlich, dass die Telefongespräche mit Putin und Zelensky auch für den ukrainischen Präsidenten zu einer schwierigen Bewährungsprobe werden können, weil der amerikanische Präsident Putins Bedingungen für die Beendigung des Krieges als seine eigenen Wünsche und als konstruktiven Ansatz ausgeben könnte. Erneut könnte die Frage jener Gebiete aufkommen, die die Ukraine im Austausch für die Beendigung der Kampfhandlungen aufgeben könnte.

Und außerdem wissen wir, dass ein solcher Ansatz auch bei einem bestimmten Teil der ukrainischen Gesellschaft Unterstützung findet, weil dort nicht verstanden wird, dass jegliche territorialen Zugeständnisse heute bereits morgen zu neuen Forderungen Russlands führen und keineswegs mit einem positiven Ergebnis enden werden.

Aber so oder so sehen wir, dass es dank des Besuchs Witkoffs und Kushners in der russischen und der ukrainischen Hauptstadt tatsächlich gelungen ist, den Verhandlungsprozess zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der Vereinigten Staaten wieder zu aktivieren. Und das ist zum heutigen Zeitpunkt das einzige reale Ergebnis, von dem man sprechen kann, wenn wir den Aufenthalt der Vermittler aus den Vereinigten Staaten in Moskau und Kyiv kommentieren.

Und natürlich ist es ebenfalls sehr wichtig, dass Russland in der Zeit, in der Witkoff und Kushner sich in der ukrainischen Hauptstadt aufhielten, seine barbarischen Angriffe auf Kyiv und auf die friedlichen Einwohner unserer Stadt eingestellt hat.


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Titel des Originals: Трамп зателефонує Зеленському і Путіну|Віталій Портников. 07.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 07.09.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach veröffentlicht auf

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Die Ankunft von Witkoff und Kushner: das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 06.09.2026.

Der Besuch der Vertreter des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, in der russischen und der ukrainischen Hauptstadt ist zu Ende gegangen. Diesem Besuch wurde, wie Sie wissen, besondere Aufmerksamkeit geschenkt, weil es sich faktisch um die erste derartige Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine unter Vermittlung der Vereinigten Staaten handelte, nachdem die Verhandlungen während der Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran faktisch eingefroren worden waren.

Aber man sollte daran erinnern, dass die Verhandlungen in Wirklichkeit weder von den Vereinigten Staaten noch von der Ukraine blockiert wurden, sondern dass die Russische Föderation selbst aus den Verhandlungen ausgestiegen war. Dabei stellte der Kreml als Bedingung für die Wiederaufnahme dieser Verhandlungen den Abzug der ukrainischen Truppen aus jenem Teil der Gebiete Donezk und Luhansk, der sich bis heute unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung befindet.

Dass der Verhandlungsprozess wieder aufgenommen wurde, obwohl im Donbas weiterhin schwere Kämpfe stattfinden und es der russischen Armee nicht gelingt, die Kontrolle über das gesamte Gebiet der Oblast Donezk zu erlangen, zeigt bis zu einem gewissen Grad, dass man im Kreml trotz aller Gespräche über eine Schwächung der Ukraine nicht sicher ist, ohne Verhandlungen auskommen zu können.

Aber die wichtigste Frage lautet: Wozu braucht die Russische Föderation diese Verhandlungen?

Viele mögen glauben, dass die Verhandlungen faktisch durch die Einladung initiiert wurden, die der Präsident der Russischen Föderation während seiner Pressekonferenz in Bischkek an Witkoff und Kushner richtete. Es ist klar, dass diese Verhandlungen im Voraus vorbereitet wurden und auch schon früher darüber gesprochen wurde, aber eine solche öffentliche Einladung könnte damit zusammenhängen, dass Putin eine Schwächung seiner Position spürt.

Ich gehe nicht davon aus, dass Putin darüber nachdenkt, die wirtschaftliche Lage in seinem Land sei inzwischen so schwierig, dass er gezwungen wäre, Verhandlungen aufzunehmen, deren Ziel die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges wäre. Ich habe wiederholt gesagt, dass Verhandlungen, die während fortdauernder Kampfhandlungen stattfinden, überhaupt keine Verhandlungen sind, sondern ein Spiel auf Zeit.

Dass Russland es sich erlaubte, die Angriffe auf Kyiv für einige Stunden einzustellen, einfach weil sich dort die amerikanischen Vermittler aufhalten würden, spricht gerade nicht dafür, dass Putin nach Frieden strebt, sondern dafür, dass er weiterhin Anhänger eines Konzepts ist, in dem Verhandlungen Teil des Krieges sind und erstens dazu dienen sollen, in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten Zeit zu gewinnen, und zweitens als Instrument für die Kapitulation der Ukraine dienen sollen, wenn man im Kreml entscheidet, dass sich sämtliche militärischen Anstrengungen sowohl gegen die ukrainische Front als auch gegen das ukrainische Hinterland bereits bemerkbar gemacht haben. Und dann wird man mit Kyiv ausschließlich noch über eine solche Kapitulation sprechen.

Eine weitere Motivation des Präsidenten der Russischen Föderation für die Wiederaufnahme dieses Verhandlungsprozesses könnte sein Treffen mit dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China Xi Jinping in Bischkek gewesen sein. Es mag den Anschein haben, dass Xi Jinping, der grundsätzlich an einem langen russisch-ukrainischen Krieg interessiert ist, nicht an einer Form dieses Krieges interessiert sein kann, bei der die Wirtschaft der Russischen Föderation zerstört wird – die Wirtschaft eines Landes, das bekanntlich ein wichtiger strategischer politischer Partner sowie ein politischer und wirtschaftlicher Satellit der Volksrepublik China ist.

Und in dieser Situation ist Putin einfach gezwungen, eine gewisse Imitation eines Verhandlungsprozesses zu inszenieren – auch das ist verständlich –, damit man in China sieht, dass er den Krieg ohne erhebliche Verluste für die russische Wirtschaft beenden möchte. Obwohl diese erheblichen Verluste den russischen Präsidenten meiner Ansicht nach wesentlich weniger interessieren als den chinesischen Staatschef. Denn Putin ist es nicht gewohnt, in wirtschaftlichen Kategorien zu denken. Und manchmal scheint mir sogar, dass er gar nicht in diesen wirtschaftlichen Kategorien denken kann.

Wie bekannt ist, dauerten die Gespräche, die Steve Witkoff und Jared Kushner gestern im Kreml unter Beteiligung des russischen Präsidenten Putin und seiner engsten Mitarbeiter führten, dreieinhalb Stunden. Von amerikanischer Seite wurden überhaupt keine Erklärungen abgegeben.

Wir hörten ausschließlich die Erklärungen des Beraters des Präsidenten der Russischen Föderation, Uschakow, der, wie Sie wissen, solche Treffen immer kommentiert und so etwas wie Moskaus wichtigster News-Maker ist. Und Uschakow sagte im Grunde nichts Konkretes zu den Fragen, die mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zusammenhängen.

Er sagte, Putin habe Witkoff und Kushner erzählt, was weiter an der Front geschehen könne; Putin werde die wichtigen Ziele der sogenannten Spezialoperation weiterverfolgen und ändere seine Position grundsätzlich nicht; die russische Seite habe erneut über die Ursachen des Konflikts gesprochen und ihre Sicht der Dinge der Sicht von Witkoff und Kushner gegenübergestellt; und es seien dort nicht nur Fragen im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg, sondern auch Fragen wirtschaftlicher Kontakte zwischen Russland und den Vereinigten Staaten erörtert worden.

Und übrigens scheint mir, dass wir gerade heute verstanden haben, warum Putin Witkoff und Kushner im Kreml treffen wollte und was er ihnen tatsächlich anbieten wollte.

Das Wichtigste ist, dass Putin während des bevorstehenden APEC-Gipfels ein trilaterales Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und Russlands und des Staatspräsidenten der Volksrepublik China abhalten möchte. Das ist das Hauptziel dessen, dass Witkoff und Kushner die russische Hauptstadt besucht haben.

Ich halte es übrigens sogar für möglich, dass dies das Hauptziel der Reise des Direktors der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten nach Moskau war.

Ich habe wiederholt gesagt, dass Trump der russisch-ukrainische Krieg als solcher in Wirklichkeit nicht besonders interessiert. Jetzt beschäftigt er sich ausschließlich mit den Zwischenwahlen. Die Ergebnisse des russisch-ukrainischen Krieges haben keinerlei Einfluss auf diese Wahlen. Deshalb erschien mir schon die Tatsache, dass Trump Witkoff und Kushner in die russische Hauptstadt schickt, um eine Frage zu lösen, die für die amerikanischen Wahlen keine Priorität besitzt, insgesamt merkwürdig.

Jetzt, da man in Moskau von der Möglichkeit eines solchen trilateralen Treffens spricht, denke ich, dass genau das das ist, was sie Trump verkaufen wollen. Und Trump, der bekanntlich von der Idee einer Aufteilung der Einflusssphären zwischen zwei – nein, nicht zwei, Entschuldigung – sondern drei Hauptakteuren lebt, zwischen Peking, Washington und Moskau, könnte diesen Köder schlucken und glauben, dass ein solches Treffen der Weltherrscher Trump, Putin und Xi Jinping Eindruck auf die republikanischen Wähler machen könnte.

Ob dieses Treffen tatsächlich stattfinden wird oder ob es bilaterale Treffen Trump–Putin, Putin–Xi Jinping, Xi Jinping–Trump und so weiter geben wird, ist allerdings unbekannt. Auch das ist also ein sehr wichtiger Punkt.

Gleichzeitig wird über die Möglichkeit eines trilateralen Treffens Russlands, der Vereinigten Staaten und der Ukraine gesprochen. Darüber sprach Steve Witkoff während seiner Verhandlungen in Kyiv. Aber es ist unbekannt, in welchem Format ein solches Treffen stattfinden könnte.

Offensichtlich ist es unwahrscheinlich, dass ein Treffen auf Ebene der Staatschefs in nächster Zeit stattfindet, und es geht ausschließlich um die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses, der vor dem Hintergrund der Kampfhandlungen ohnehin – erinnern Sie sich an diese Worte – keine greifbaren Ergebnisse bringen wird, sondern vom Kreml dazu genutzt werden wird, in den amerikanisch-russischen Beziehungen Zeit zu gewinnen, um neue Sanktionen gegen die Russische Föderation zu verhindern.

Witkoff und Kushner sagen Zelensky, dass sie vor dem Winter einen Durchbruch bei den Verhandlungen erreichen und an einem aktualisierten Friedensvorschlag arbeiten wollen. Was das bedeutet, weiß in Wirklichkeit niemand.

Denn zunächst hieß es, Witkoff und Kushner hätten Trumps alten Plan in die russische Hauptstadt gebracht. Der Präsident der Vereinigten Staaten selbst sagte, sie brächten nichts Neues nach Moskau. Jetzt ist plötzlich die Idee eines aktualisierten Vorschlags mit unbekannten Details aufgetaucht. Und auch Zelensky sagte, man müsse das erörtern, was die amerikanische Seite vorgeschlagen habe. Im Grunde haben wir nichts wirklich Konkretes gehört.

Witkoff sagte, in Moskau seien viele wichtige und substanzielle Ideen erörtert worden, die man nach Kyiv mitgebracht habe, und die Zusammenarbeit bei der Lösung dieser Probleme sei von entscheidender Bedeutung. Gerade deshalb waren bei dem Treffen die nationalen Sicherheitsberater europäischer Länder anwesend.

Und Witkoff betonte, dass beide Seiten gewisse Kompromisse eingehen und die Differenzen zwischen ihnen verringern müssten.

„Wir glauben, dass wir über die notwendigen Bestandteile verfügen“, sagt Witkoff, „um dieses Ziel zu erreichen. Wir sind entschlossen, es ist uns nicht gleichgültig. Und wir hoffen, dass all dies zu einer erfolgreichen, friedlichen, diplomatischen Regelung führen wird.“

Aber ich wiederhole noch einmal: All das ist wichtig, doch in diesen Worten steckt keinerlei Konkretes. Zum heutigen Zeitpunkt ist das einfach weißes Rauschen eines optimistisch gestimmten Vermittlers.

Zelensky sagt zugleich auf derselben Pressekonferenz mit Witkoff und Kushner, dass die Frage des Donbas die Frage des gesamten Krieges sei, dass sie eine der Schlüsselfragen bei den Verhandlungen über die Beendigung des Krieges sei und dass die Ukraine ihre Position hinsichtlich der Übergabe ihrer Gebiete im Donbas an Russland nicht ändern werde.

Ich möchte Sie davon überzeugen, dass die Frage des Donbas nicht die Schlüsselfrage dieses Krieges ist. Hier irrt sich der Präsident der Ukraine entschieden.

Der Donbas ist ausschließlich ein Brückenkopf, der dazu benutzt wird, die ukrainische Staatlichkeit selbst zu zerstören und die überwiegende Mehrheit der Ukrainer aus ihrem angestammten Siedlungsgebiet zu vertreiben, um die ukrainische Frage durch das Russische Imperium endgültig zu lösen.

So wird es kommen, wenn die Ukraine den Krieg verliert. Auf ukrainischem Boden wird es keine Ukrainer geben. Die Geschichte des ukrainischen Volkes in der Ukraine wird beendet sein. Und es wird einfach eine weitere über die Welt verstreute Diasporanation ohne eigenen Staat sein. So kann es bereits in den kommenden Jahren kommen, wenn der Krieg verloren wird.

Aber wenn die Ukraine den Donbas verteidigt, bedeutet das nicht, dass Russland nicht versuchen wird, andere ukrainische Gebiete zu erobern. Wenn die Ukraine den Donbas abgibt, bedeutet das nicht, dass Russland nicht von diesem Donbas aus andere ukrainische Regionen angreifen wird.

Wenn die Ukraine in den kommenden Jahren in der Lage sein wird, Russland seines militärischen und wirtschaftlichen Potenzials zu berauben, wird das bedeuten, dass der Krieg für eben diese Jahre aufhört, um später mit neuer Kraft wieder auszubrechen, falls die Ukraine in dieser Zeit keine entschlossenen Veränderungen ihrer eigenen Staatlichkeit mit dem Ziel einer maximalen Militarisierung und Befestigung durchführt.

Eine Ukraine, die keine Festung, kein militarisiertes Land ist, wird so oder so von der politischen Weltkarte verschwinden, selbst wenn sie der NATO beitritt.

Früher habe ich das nicht so gesehen. Aber jetzt, da wir verstehen, dass militärische Bündnisse infolge des schwindenden Sicherheitsverständnisses der Vereinigten Staaten selbst an Bedeutung verlieren, können nur die Länder selbst dafür sorgen, ihre Bürger vor der Perspektive des Verschwindens und der Flucht in andere Länder zu schützen, in denen später wiederum ein großer zerstörerischer Krieg beginnen wird.

Also nicht der Donbas. Und es ist völlig unrealistisch zu behaupten, der Donbas sei die Hauptgeschichte dieses Krieges.

Gleichzeitig muss man jedoch verstehen, dass Putin die Donbas-Frage in diesen Verhandlungen zur weiteren Destabilisierung der Situation in der Ukraine, zur Vertiefung des Bruchs zwischen Staatsführung und Gesellschaft, zwischen Staatsführung und Armee und zur Schaffung von Bedingungen nutzen wird, die es ermöglichen sollen, wesentlich größere ukrainische Gebiete zu besetzen. Auch das muss man verstehen, wenn wir über die Situation im Donbas sprechen.

Und wiederum werde ich der ukrainischen Führung nicht vorwerfen, es mangele ihr an Realismus. Denn anders als Witkoff und Kushner, die sagen, sie wollten den Krieg bis zum Winter beenden, sagt Zelensky realistisch, dass der Krieg auch im Winter weitergehen werde. Ich sage gleich, dass ich es für möglich halte, dass der Krieg auch im nächsten Winter, im Winter 2027/2028, weitergehen wird, wenn es uns nicht gelingt, das wirtschaftliche und demografische Potenzial Russlands zu verringern.

Objektive Voraussetzungen für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gab es 2022 nicht, und es gibt sie auch 2026 nicht. Jetzt zeichnet sich lediglich eine Tendenz zur Entstehung solcher Voraussetzungen in den kommenden Jahren ab – falls es der Ukraine gelingt, die russische Wirtschaft zu zerstören.

Das ist der einzige realistische Weg, der die Annahme erlaubt, dass der Präsident der Russischen Föderation beginnen könnte, über eine Unterbrechung des Krieges gegen die Ukraine nachzudenken – um Kräfte zu sammeln für weitere zerstörerische Angriffe in der Zukunft, auf die wir vorbereitet sein müssen. Eine sehr einfache und, wie mir scheint, elementare Situation, die sich ebenfalls aus diesem Besuch ergibt.

Im Grunde ist also genau das geschehen, was wir erwartet haben. Weder in Moskau noch in Kyiv haben wir irgendwelche wirklich konkreten Aussagen darüber gehört, wie der Krieg enden könnte, und wir konnten sie auch gar nicht hören. Man kann nicht hören, was es nicht gibt. Man kann in dem dunklen Raum eines nicht vorhandenen Kompromisses nicht nach einer schwarzen Katze suchen.

Dann kann natürlich die Frage entstehen: Wozu trifft man sich überhaupt mit Witkoff und Kushner? Dafür gibt es, würde ich sagen, für jede Seite, die jetzt diese Treffen führt, ihre eigenen Voraussetzungen.

Putins Interesse ist für mich verständlich, und heute ist es noch verständlicher geworden. Putins Interesse besteht in seinem Wunsch, ein trilaterales Treffen Trump–Xi Jinping–Putin abzuhalten und zu demonstrieren, dass er ein Herr der Welt ist.

Sie verstehen doch, dass ein solches Treffen, sollte es beim APEC-Gipfel stattfinden, zu einem echten politischen Triumph für den Präsidenten der Russischen Föderation werden würde. Das ist genau jenes G3-Format, von dem sowohl Trump als auch Putin träumen. Es ist ein Format, das im Grunde einen Schlusspunkt unter jene Weltordnung setzt, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist.

Der APEC-Gipfel soll zu einem regelrechten politischen Umsturz mit unklaren Folgen werden und könnte uns im Grunde schneller in den Dritten Weltkrieg führen, als wir denken. Viel schneller. Dieser Express steht bereits am Bahnsteig, man muss nur noch die entsprechenden Knöpfe drücken, und dann wird alles derart losrasen, dass Sie es sich nicht einmal vorstellen können. Aber damit dieses trilaterale Treffen stattfinden kann, muss Putin Friedfertigkeit vorspielen.

Trump, der sich nicht mit Putin trifft, der nicht einmal mit dessen Vertretern sprechen und Verhandlungen führen will, kann sich nicht einmal ein bilaterales Treffen mit dem russischen Präsidenten erlauben, geschweige denn ein trilaterales.

Jetzt aber, nachdem Witkoff und Kushner die russische Hauptstadt besucht, dort mit Dmitrijew zu Mittag gegessen und mit Putin gesprochen haben, sind alle Schleusen sowohl für ein bilaterales Treffen der Präsidenten der Russischen Föderation und der Vereinigten Staaten von Amerika als auch grundsätzlich für einen trilateralen Gipfel China–USA–Russland geöffnet – sofern Washington und Peking dazu bereit sind. Das wäre ein echter politischer Triumph für Putin. Zweifeln Sie nicht daran.

Und damit verstehen wir sehr gut, warum Putin mit Kushner und Witkoff sprechen muss. Das hat überhaupt nichts Reales mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu tun.

Und nun der zweite, nicht weniger wichtige Punkt. Warum trifft sich Zelensky mit Witkoff und Kushner, obwohl er sehr gut versteht, dass sie sich mit Putin nicht über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges einigen können und dies vielleicht auch gar nicht anstreben?

Weil wir die Unterstützung der Vereinigten Staaten sichern müssen. Wenn Zelensky darüber scherzt, Witkoff und Kushner hätten die Rolle von Patriots gespielt – nun, seinerzeit spielten andere Vertreter der amerikanischen Administration, die in die Ukraine kamen, wie Sie sich erinnern, dieselbe Rolle. Wir haben sogar über diese Reisen des Vertreters des amerikanischen Präsidenten, Keith Kellogg, gelacht, der in der Administration keinerlei Einfluss hatte, dessen Status die Russen aber respektierten. Und wenn er zu völlig bedeutungslosen Besuchen kam, schossen sie wenigstens nicht.

Aber Scherz beiseite: Die Ukraine braucht Unterstützung. Die Unterstützung Amerikas ist für die Ukraine von entscheidender Bedeutung – sowohl hinsichtlich der Bereitstellung von Geheimdienstinformationen als auch hinsichtlich des Verkaufs von Waffen an Europa, die Europa anschließend uns zur Verfügung stellt. Auch das ist ein vollkommen verständlicher Teil unseres Interesses. Und wir können uns weder gegenüber den Amerikanern noch gegenüber den Europäern als Menschen darstellen, die keinen Frieden wollen. Das heißt, wir sind gezwungen, dieses Spiel mitzuspielen, das mit einem wirklichen Friedensprozess überhaupt nichts zu tun hat.

Sie können mich fragen: „Und wann wird dann ein wirklicher Friedensprozess beginnen?“

Erstens kann er auch niemals beginnen. Es kann einfach zu einem Abflauen des Krieges ohne irgendwelche Verhandlungen kommen, weil die Seiten so erschöpft sein werden, dass sie nicht mehr weiterkämpfen können.

Und ich hoffe, dass wir Russland so erschöpfen können, dass sie sich einigen wollen. Das ist der realistischste Ausgang jener Ereignisse, die mit dem großen russischen Angriff auf die Ukraine begonnen haben.

Und noch ein Punkt: Es gibt einen Indikator. Wenn eine Waffenruhe verkündet wird, wenn Witkoff eines schönen Tages gemeinsam mit Kushner nach Moskau kommt und sie sich mit Putin auf eine Waffenruhe einigen – dann verrate ich ihnen ein großes Geheimnis: Wenn Putin im russisch-ukrainischen Krieg eine Waffenruhe verkünden will, braucht er die Amerikaner überhaupt nicht.

Er hat übrigens selbst während seiner Pressekonferenz in Bischkek gesagt, dass Russland und die Ukraine sich über die Beendigung des Krieges einigen müssten. Der springende Punkt ist, dass die Amerikaner dort überhaupt nicht gebraucht werden.

Putin führt nicht deshalb Verhandlungen mit den Amerikanern, damit sie Vermittler im russisch-ukrainischen Konflikt sind. Er braucht ihre Vermittlung überhaupt nicht. Er trifft sich mit ihnen, um anderen Möglichkeiten der Amerikaner, Druck auf Russland auszuüben, zuvorzukommen.

Und wenn Putin zu der Auffassung gelangt, dass er den Krieg tatsächlich beenden muss – ich weiß nicht, ob das überhaupt geschehen wird, bislang sehe ich dafür keine Voraussetzungen –, wird er einfach eine Möglichkeit finden, damit irgendein Abramowitsch sich mit einem hypothetischen Arachamija trifft.

Und danach verkünden die Generalstabschefs der Streitkräfte der Ukraine und der Russischen Föderation eine Waffenruhe, und das war’s. Erst danach beginnt der Friedensprozess. Und die Teilnahme an diesem Friedensprozess wird für die Vermittler ein politischer Preis sein.

Wenn Putin Trump ein solches Geschenk machen will – oder vielleicht wird es um denjenigen gehen, der nach 2028 Präsident der Vereinigten Staaten sein wird –, dann ist auch das eine vollkommen realistische Variante für das Ende dieses Krieges. Er kann sie als Vermittler einladen. Wenn er der Ansicht ist, dass er die Amerikaner nicht braucht, wird er ihnen ein solches Geschenk nicht machen.

Wenn wir den Europäern ein Geschenk machen wollen und uns darauf einigen, dass auch die Russen bereit sind, dies zu berücksichtigen, laden wir die Europäer zu den Verhandlungen ein.

Wenn jemand China ein Geschenk machen will – ich halte es für möglich, dass dies in einer solchen Situation sowohl der Präsident Russlands als auch der Präsident der Ukraine sein könnte –, dann wird China bei diesen Verhandlungen vermitteln.

Aber die Rolle des Verhandlers, die Rolle des Vermittlers bei den Verhandlungen, ist rein dekorativ. Verstehen Sie das? Dekorativ.

Die Vereinigten Staaten spielen eine dekorative Rolle, weil sie erstens keinerlei wirksame Instrumente besitzen, um Druck auf die Russische Föderation auszuüben. Sie haben keine mehr, sie können kaum noch etwas tun. Und nach dem Krieg gegen Iran können sie überhaupt nichts mehr tun.

Sie beschweren sich sogar über die Ukraine, weil sie das Ölgleichgewicht in der Welt durcheinandergebracht habe. Das ist das Ergebnis, das wir von amerikanischen Regierungsvertretern hören, von Finanzminister Bessent, von Energieminister Wright. Sie beschuldigen die Ukraine inzwischen ganz offen. Weil sie die Lage auf dem Ölmarkt nicht in den Griff bekommen. Trump hat diesen Kampf verloren.

Und Trump kann auch gegen uns nicht besonders viel unternehmen, denn ja, wir brauchen amerikanische Hilfe, aber sie ist nicht so kritisch, dass wir wegen dieser Hilfe irgendwelche Entscheidungen treffen würden, die mit der Zerstörung unserer Souveränität verbunden sind.

Deshalb ist das keine Shuttle-Diplomatie Kissingers im Nahen Osten. Als Kissinger zwischen den Ländern des Nahen Ostens hin und her reiste und über die Beendigung des Krieges verhandelte, verfügten die Vereinigten Staaten über ein Vielfaches mehr Einfluss als heute, weil es China und die chinesische Wirtschaft in ihrer heutigen Form nicht gab.

Das Entstehen zweier wirtschaftlicher Systeme, die einander ausbalancieren, führt grundsätzlich dazu, dass die Vereinigten Staaten längst nicht mehr jener Vermittler sind, der sie selbst noch zu Zeiten Barack Obamas waren. All das verliert rasch an Bedeutung. Und Trump unternimmt übrigens unglaubliche Anstrengungen, um all das weiter zu entwerten.

Das ist also ein ziemlich ernstzunehmender Umstand, der uns eine Vorstellung davon vermittelt, wie der Verhandlungsprozess in nächster Zukunft aussehen wird.

Und noch ein Punkt, über den wir sprechen: Wir müssen dennoch verstehen, in welchem Maße die Positionen der Staatschefs dieselben bleiben wie zuvor.

Putin erzählt weiterhin davon, dass sämtliche Ziele der „Spezialoperation“ erreicht werden müssten, obwohl er sie nicht erreichen kann. Und er erzählt Witkoff und Kushner von irgendeiner „Faschisierung“ der Ukraine, begründet dies mit der Entscheidung, die Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten umzubetten, und erzählt den amerikanischen Vermittlern deren Biografien.

Zelensky wiederum betont weiterhin, dass territoriale Fragen auf Ebene der Staatschefs entschieden werden müssten. Das heißt, er strebt weiterhin ein Treffen mit Putin an, der sich nicht mit ihm treffen will.

All das hören wir schon seit vielen Jahren. Und das bedeutet nicht, dass sich dort jemand einfach querstellt – Putin oder Zelensky. Nein. Es bedeutet, dass es keinerlei reale Grundlage für einen Kompromiss gibt.

Putin ist nach wie vor der Ansicht, die Ukraine sei lediglich ein separatistisches Territorium mit einer nichtigen Regierung, das entweder mit Waffengewalt oder durch Kapitulation an Russland zurückgegeben werden müsse.

Zelensky wiederum betrachtet sich weiterhin als Staatschef eines souveränen Staates, der mit dem Präsidenten der Russischen Föderation auf Augenhöhe sprechen muss.

Diese beiden Positionen lassen sich nicht miteinander vereinbaren. Sie sind unvereinbar. Und so wird es bleiben, bis es gelingt, diese beiden Positionen miteinander in Einklang zu bringen.

Es gibt zwei Möglichkeiten.

Entweder erkennt der Präsident der Ukraine an, dass er überhaupt kein Staatschef eines souveränen Staates ist, stimmt der Liquidierung der Ukraine zu, wie Medwedew uns das bereits vor einigen Jahren vorgeschlagen hat. Die Werchowna Rada tritt zusammen und liquidiert die Ukraine. Das wäre der Weg zu Verhandlungen – zu solchen Verhandlungen, wie Hitler sie mit dem letzten Präsidenten der Tschechoslowakei vor dem Krieg, Emil Hácha, führte, als er ihn zum Staatspräsidenten des Protektorats Böhmen und Mähren machte.

Oder Putin – beziehungsweise Putins Nachfolger, denn all das kann erst unter Putins Nachfolgern enden, schließlich ist es ein langer Prozess – akzeptiert, dass die Ukraine ein Existenzrecht besitzt, dass sie kein Land mit eingeschränkter Souveränität und kein Territorium der Russischen Föderation, sondern ein wirklicher Staat ist.

In Russland hat das noch nie jemand ernsthaft so gesehen. Selbst als man die Ukraine anerkannte und Verträge mit ihr unterzeichnete, hielt man sie stets für ein vorübergehendes staatliches Gebilde.

Wenn irgendwann jemand in Russland zu der Auffassung gelangt, dass sich die Ukraine zumindest nicht von Polen oder Finnland unterscheidet – ich spreche noch nicht einmal von Deutschland oder Frankreich –, wäre das bereits eine solche Revolution im russischen Nationalbewusstsein, wie es sie seit den Zeiten des Moskauer Fürstentums nicht gegeben hat.

Und bislang gibt es keinerlei objektive Voraussetzungen für eine solche Revolution. Also werden wir uns verteidigen müssen.

Das sind im Grunde die wichtigsten Punkte, über die man, würde ich sagen, sprechen konnte, bevor wir vielleicht künftig irgendwelche konkreten Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Besuch Witkoffs und Kushners in der ukrainischen und der russischen Hauptstadt erfahren.

Ich werde auf einige Fragen antworten, die während dieser Sendung gestellt wurden.

Frage: Welche Rolle spielten die Vertreter der europäischen Länder bei dem heutigen Treffen?

Portnikov: Ich denke, dass die Vertreter der europäischen Länder vor allem eine Idee haben. Die Vertreter der europäischen Länder wollen, dass ihre Stimme Gewicht hat, dass man auf ihre Position hört. Sie wollen, dass auch die Ukraine in der Trump-Administration Gehör findet. Das ist alles.

Zumal die Amerikaner, wie Sie verstehen, ohne die europäische Position ohnehin keine ernsthaften Zugeständnisse an Moskau machen können, weil der Löwenanteil der Sanktionen gegen Russland – SWIFT und so weiter – eine europäische Angelegenheit ist.

Frage: Eine Frage der Logik: Wenn Putin selbst die Kampfhandlungen beenden will, warum sollte er Trump eine so einmalige Gelegenheit schenken, daran beteiligt zu sein? Er kann sich doch direkt einigen?

Portnikov: Natürlich kann er das. Genau das sage ich die ganze Zeit. Putin braucht Trump überhaupt nicht. Nur wenn Putin Trump aus irgendwelchen Gründen ein politisches Geschenk machen will. Putin kann das ganz sicher direkt vereinbaren.

Frage: Gibt es eine Chance, dass nach Putins Tod ein weniger imperialistischer Herrscher kommt, der unser Land nicht angreifen wird? Oder sind wir zu einem ewigen Kampf verdammt, bis entweder wir oder sie nicht mehr da sind?

Portnikov: Nach Putins Tod oder seinem politischen Zusammenbruch kann ein Mensch an die Macht kommen, der der Ansicht ist, die Ukraine könne nicht mit militärischen, sondern mit wirtschaftlichen und politischen Mitteln in die russische Zange genommen werden.

Übrigens könnte ein solcher Mensch wesentlich größere Erfolge erzielen als Putin, weil es Millionen Ukrainer gibt, die zu irgendeiner Form des Zusammenlebens mit Russland bereit sind und sich weiterhin als Teil der russischsprachigen Welt betrachten.

Und glauben Sie mir: Sobald der Krieg endet, werden sich diese Menschen wieder lautstark zu Wort melden und für entsprechende politische Kräfte stimmen. Damit Sie sich keinerlei Illusionen machen.

Wenn Putin kein Idiot wäre, befände sich die Ukraine längst faktisch in der Einflusssphäre der Russischen Föderation. Putin wollte von der Ukraine immer mehr, als sie ihm geben konnte. Er verweigerte prorussischen Ukrainern schlicht das Recht, prorussische Ukrainer zu sein. Er versuchte, sie zu Russen zu machen, wie es in den besetzten Gebieten geschieht.

Ein klügerer Mensch an der Spitze Russlands kann die Ukraine ohne Panzer und Raketen besiegen. Auch daran muss man denken.

Denn die ukrainische politische Nation in der Form, wie wir sie heute kennen, haben Putin und Yanukovych geschaffen. Andernfalls hätte sie möglicherweise auch in den kommenden drei oder vier Jahrzehnten nicht entstehen können.

Und die Ukrainer mit einem europäischen und nationalpatriotischen Bewusstsein wären in unserem Land, wie es auch vor Putin der Fall war, eine absolute Minderheit geblieben beziehungsweise hätten 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung ausgemacht.

Frage: Sie sagten, Trump werde diese beiden Herren jetzt nur dann zu Verhandlungen schicken, wenn realistische Vereinbarungen möglich seien. Was war diesmal anders?

Portnikov: Vielleicht war alles genau so? Vielleicht besteht die realistische Vereinbarung in einem trilateralen Gipfel von Trump, Putin und Xi? Vielleicht wollten sie darüber sprechen?

Realistische Vereinbarungen müssen nicht das Ende des Krieges betreffen. Ich sage noch einmal: Wir können unter Realismus bestimmte Dinge verstehen, während sie darunter etwas völlig anderes verstehen können.

Sie haben doch gesehen, dass sie sich nicht über das einigen, worüber wir glauben, dass sie sich einigen. Und das ist ein gewaltiges Problem, wenn wir über den russisch-ukrainischen Krieg und die Haltung der Trump-Administration zu diesem Krieg sprechen.

Frage: Wenn die Demokraten nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten die Mehrheit bekommen, kann die Ukraine dann mit militärischer Hilfe der USA rechnen?

Portnikov: Grundsätzlich bestehen solche Möglichkeiten. Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten bleibt unabhängig davon, wer im Kongress die Mehrheit besitzt, unter der Kontrolle des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Aber wenn man berücksichtigt, dass das Gesetz zur Unterstützung der Ukraine bereits verabschiedet wurde und sich jetzt im Senat befindet, wo es von den Trump-treuen Führern des Senats und von Trump selbst blockiert wird – und dieses Gesetz ist wesentlich wichtiger als das Graham-Gesetz –, dann können die Demokraten, wenn sie an die Macht kommen, die Zustimmung zu bestimmten Vorhaben Trumps gegen die Zustimmung zu eigenen Gesetzesvorhaben eintauschen.. So etwas geschieht in Amerika.

Wenn Trump unbedingt etwas verabschieden muss – bis hin zu einer Begnadigung irgendwelcher Verwandten oder Mitarbeiter, der Bestätigung irgendeiner Person für ein Amt oder der Verabschiedung bestimmter Haushaltsposten –, wir wissen nicht, was es sein wird. Er hat schließlich noch zwei Jahre als Präsident vor sich. Danach kommen 2026, 2027, 2028. Gott bewahre, dass in diesen Jahren nicht der Dritte Weltkrieg beginnt, denn unter Trump ist alles möglich.

Nun, er kann diese Gesetze gegeneinander eintauschen. Und auf diese Weise können wir von den Vereinigten Staaten mehr militärische Hilfe bekommen. Nicht weil Trump das verlangen würde, sondern weil der Kongress es verlangen würde. Diese Möglichkeiten bestehen durchaus. Das sage ich gleich.

Frage: Müssen wir also mindestens bis 2029 warten?

Portnikov: Ich kann Ihnen nicht sagen, wann der russisch-ukrainische Krieg enden wird. Es gibt auf der Welt keinen einzigen Menschen, der weiß, wie er enden soll und wann.

Ich wiederhole: Es gibt keine objektiven Voraussetzungen für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges und, weiter gefasst, des russisch-ukrainischen Konflikts.

2029 ist nicht das Jahr, in dem der Krieg endet. Es ist das Jahr, in dem im Sicherheitsrat der Russischen Föderation Entscheidungen getroffen werden. Das wird nach November 2028 sein: Welche Taktik soll man im Krieg angesichts eines neuen amerikanischen Präsidenten wählen?

Aber wer hat Ihnen gesagt, dass der Krieg nicht weitergehen kann oder dass der Konflikt nicht während der gesamten nächsten Präsidentschaft weitergehen kann? Wer hat Ihnen das gesagt?

Ich sage Ihnen lediglich, dass Putin nach 2029 einige ernsthafte Entscheidungen treffen wird. Das bedeutet aber nicht, dass dann irgendetwas beendet sein wird. Es ist einfach eine Etappe.

Der russisch-ukrainische Krieg und der russisch-ukrainische Konflikt haben verschiedene Etappen. Das Jahr 2028, das Jahr der Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten, wird eine bestimmte Etappe sein, aber vielleicht keine so wichtige, wie es uns erscheint.

Aus dem einfachen Grund, dass Putin 2024, als in den Vereinigten Staaten Präsidentschaftswahlen stattfanden, möglicherweise dachte, ein Wechsel des amerikanischen Präsidenten würde es ermöglichen, den Krieg zugunsten Russlands zu beenden, dass diese ganze Geschichte mit dem Krieg dann vorbei wäre und Putin die Ukraine besiegen könnte, weil es keine amerikanische Hilfe mehr geben würde.

Könnte das die Vorstellung des russischen Präsidenten gewesen sein? Ja, das könnte sie gewesen sein.

Jetzt ist bereits klar, dass der Wechsel des Präsidenten der Vereinigten Staaten darauf keinen so wesentlichen Einfluss hat.

Deshalb überschätzen vielleicht sowohl ich als auch wir alle gemeinsam die Bedeutung des Wechsels an der Spitze der amerikanischen Macht im Jahr 2029.

Wie Sie alle würde auch ich sehr gerne wissen, wann der russisch-ukrainische Krieg enden wird. Leider verfügt bislang keiner von uns über dieses Wissen.

Aber zum Abschluss unserer Sendung und während wir darauf warten, vielleicht konkrete Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Besuch der amerikanischen Vermittler zu erfahren, möchte ich Sie an eine wichtige Sache erinnern.

Es wird von den Streitkräften der Ukraine abhängen und von der Bereitschaft der Ukrainer, ihr Land in den Reihen dieser Streitkräfte zu verteidigen, sowie von der Bereitschaft der Gesellschaft, den Streitkräften dabei zu helfen, Ressourcen und Möglichkeiten für den Widerstand gegen die russische Aggression in den kommenden schweren Jahren zu finden.

Einen anderen historischen Ausweg hat es für das ukrainische Volk nie gegeben, gibt es nicht und wird es nicht geben. Das garantiere ich Ihnen mit hundertprozentiger Klarheit.

Und wenn es der Ukraine gelingt, die russische Wirtschaft zu zerstören und die Zahl der russischen Mörder auf ukrainischem Boden so weit zu verringern, dass keine Mobilmachung Russland dabei helfen kann, seine Pläne zur Zerstörung unseres Staates fortzusetzen, können wir das ersehnte Abflauen erreichen. Ein Abflauen, kein Ende. Für ein Ende gibt es überhaupt keine Voraussetzungen. Ein Abflauen des Krieges.

Dafür müssen die Ukrainer arbeiten und kämpfen. Zumal sich uns, wie Sie verstehen, bald eine enorme Zahl von Menschen anschließen wird, die in europäischen Ländern leben, weil auch diese Länder zu Ländern werden, die von Konflikten betroffen sind. Und viele unserer Landsleute werden entweder diese Länder in neuen Konflikten verteidigen oder Teil der ukrainischen Verteidigung werden.

Auch das ist eine Perspektive, an die jeder denken muss, der über die Zukunft des ukrainischen Staates, über die Zukunft des russisch-ukrainischen Krieges und über einen möglichen großen Krieg in Europa nachdenkt, an dessen Grenze wir uns nun ebenfalls befinden.

Ich denke, der Besuch der amerikanischen Vermittler Witkoff und Kushner in der russischen und der ukrainischen Hauptstadt hat Sie davon überzeugt, dass gerade die ukrainische Armee in den kommenden Jahren der wichtigste Garant für den Erhalt des ukrainischen Staates und für Ihr physisches Überleben als solches bleiben wird, denn die Alternative besteht in der Zerstörung des Staates und im Tod seiner Bürger.

Ich hoffe, dass es eine solche Alternative für uns nicht geben wird, dass die Ukraine standhalten wird und dass keinerlei Manöver um die Ukraine herum uns dazu zwingen werden, auf die ukrainische staatliche Souveränität und auf die Existenz der ukrainischen Nation auf ukrainischem Boden zu verzichten.

Das heißt, Putin wird es nicht gelingen, jene Ziele zu erreichen, die bereits formuliert und verkündet wurden und die der russische Aggressor derzeit in die Tat umzusetzen versucht.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Приїзд Віткоффа і Кушнера: головне |Віталій Портников. 06.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 06.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Warum Witkoff und Kushner kommen | Vitaly Portnikov. 04.09.2026.

Die Reise der Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, in die russische und die ukrainische Hauptstadt weckt Hoffnungen – wenn schon nicht auf Frieden, dann zumindest auf eine Wiederbelebung des Verhandlungsprozesses über ein Ende des Krieges in der Ukraine.

Es sei daran erinnert, dass es gerade die Russische Föderation war, die sich aus diesem Verhandlungsprozess zurückgezogen hat. Damals forderte man in Moskau als Voraussetzung für seine Wiederaufnahme, dass die Ukraine dem Abzug ihrer eigenen Truppen aus jenen Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk zustimmt, die sich weiterhin unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Staatsführung befinden.

Die Tatsache, dass man sich im Kreml bereit erklärt hat, mit den amerikanischen Vertretern zu sprechen und sie darüber hinaus sogar nach Moskau eingeladen hat, ohne dass die Ukraine diese Forderungen der russischen Führung erfüllt hat, zeugt bereits von einem gewissen diplomatischen Erfolg Kyivs.

Denn Putin ist offenbar klar geworden, dass es ohne einen Verhandlungsprozess schlicht nicht möglich sein wird, in den Beziehungen zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump weiter auf Zeit zu spielen. Und selbst wenn das Hauptziel des russischen Staatschefs gerade darin besteht, bis zum Ende von Trumps Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten Zeit zu schinden, muss er nicht Drohungen gegen die Ukraine, sondern die Existenz eines tatsächlichen Verhandlungsprozesses vortäuschen.

Aber das ist nur eine der Möglichkeiten, die sich im Zusammenhang mit den Besuchen von Witkoff und Kushner ergeben. Die zweite Möglichkeit hängt mit den bevorstehenden Wahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten zusammen. Putin könnte befürchten, dass ein nahezu unvermeidlicher Sieg der Demokraten bei diesen Wahlen einen Kongress hervorbringen wird, der nicht nur Trump, sondern auch ihm selbst gegenüber wesentlich feindseliger eingestellt ist. Und dass die Demokraten, wenn sie über eine Mehrheit im Kongress verfügen, beispielsweise vom amerikanischen Präsidenten verlangen werden, ein Gesetz über Hilfen für die Ukraine zu unterstützen und der Ukraine eine milliardenschwere finanzielle Unterstützung zu gewähren – im Gegenzug für bestimmte Zugeständnisse der parlamentarischen Mehrheit im Kongress. Mit anderen Worten: Bedingungen zu schaffen, die für eine Fortsetzung des Krieges durch Russland äußerst ungünstig wären. Und hier wird die Suche nach einem Konzept zumindest für einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zu einer realistischen Option.

Die dritte Version besteht darin, dass die ukrainischen Streitkräfte tatsächlich erhebliche Erfolge bei ihren Angriffen auf die russische Wirtschaft erzielt haben. Diese Angriffe räumt inzwischen selbst Putin ein. Natürlich versuchte der russische Staatschef bei seinen Auftritten in Bischkek und Wladiwostok, die Auswirkungen der ukrainischen Angriffe auf die russische Wirtschaft herunterzuspielen. Doch mit welchen Zahlen Putin auch jonglieren mag, die Tatsache bleibt offensichtlich. Sowohl die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation als auch die Möglichkeiten, Öl in die Länder des Globalen Südens zu liefern, und die Landwirtschaft der Russischen Föderation – all das leidet erheblich unter den ukrainischen Angriffen und wird auch weiterhin darunter leiden.

Ja, Russland kann seine terroristischen Angriffe auf die städtische Infrastruktur Kyivs und anderer ukrainischer Städte fortsetzen. Aber dadurch, dass Russland die ukrainische Infrastruktur zerstört, wird die russische Infrastruktur nicht wiederhergestellt. Zudem können der Ukraine in einer derart schwierigen Phase der Konfrontation mit Moskau ihre europäischen Verbündeten beim Überleben helfen. Und wer, wenn nicht Putin, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Volksrepublik China zwar russisches Öl kaufen und dadurch reale Möglichkeiten für das Überleben der russischen Wirtschaft schaffen kann, Putin aber nicht einfach so Geld geben wird.

Und im Übrigen ist offensichtlich, dass die Wiederbelebung der Verhandlungsbemühungen auch mit dem jüngsten Treffen zwischen Putin und dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China Xi Jinping in der kirgisischen Hauptstadt zusammenhängen könnte. Denn gerade nach diesen Gesprächen, nach denen der chinesische Staatschef von der Bedeutung einer stärkeren politischen Koordinierung zur Beendigung des russisch-ukrainischen Konflikts sprach, lud der russische Präsident Steve Witkoff und Jared Kushner öffentlich nach Moskau ein.

Natürlich können wir davon ausgehen, dass die Reise der amerikanischen Vertreter im Voraus vorbereitet worden war. Solche Besuche lassen sich nicht buchstäblich innerhalb weniger Tage vorbereiten. Aber die öffentliche Einladung könnte eine Demonstration der Loyalität nicht nur gegenüber dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gewesen sein. Sie könnte zugleich eine Demonstration der Bereitschaft gewesen sein, den Verhandlungsprozess fortzusetzen. Putin muss das also sowohl Trump als auch Xi Jinping zeigen. Er muss zeigen, dass er sich den Verhandlungsbemühungen nicht verweigert.

Später kann man dann der Ukraine mangelnde Konstruktivität vorwerfen, behaupten, Moskau und Washington hätten versucht, einen Kompromiss zu finden, zu dem die ukrainische Führung nicht bereit sei, und genau solche Bedingungen erfinden, die nicht zu einem Ende des Krieges, sondern zu einer Destabilisierung der politischen Lage in der Ukraine führen würden.

Jetzt aber könnte Putin bestrebt sein, die Vertreter des Präsidenten der Vereinigten Staaten an seiner Seite zu sehen, um zu zeigen: „Sehen Sie, ich habe tatsächlich Bedingungen geschaffen, unter denen Russland bereit ist, nach politischen Lösungen für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges zu suchen. Ich treffe mich mit den Vertretern Donald Trumps. Gemeinsam mit ihnen suche ich nach einem ernsthaften Kompromiss. Und dass die ukrainische Führung nicht bereit ist, diesen Kompromiss einzugehen – nun, davor habe ich doch bereits gewarnt, noch bevor Witkoff und Kushner in der russischen Hauptstadt eingetroffen sind.“

Übrigens: in der russischen Hauptstadt. Moskau wird jetzt alles Mögliche tun, damit Witkoff und Kushner nach Moskau kommen und sich mit Putin treffen, zugleich aber aus Sicherheitsgründen auf eine Reise nach Kyiv verzichten. Bekanntlich haben die Sondergesandten des amerikanischen Präsidenten die ukrainische Hauptstadt bislang kein einziges Mal besucht. Allein die Tatsache ihrer Ankunft, sollte sie tatsächlich stattfinden, wäre daher bereits ein echter diplomatischer Durchbruch, der dem russischen Präsidenten offensichtlich nicht gefällt und den er in den kommenden Tagen zu verhindern versuchen wird.

Und das ist in gewissem Maße ebenfalls eine diplomatische Gefahr und eine Falle, die wir gemeinsam mit unseren amerikanischen Partnern bereits in nächster Zeit umgehen müssen. Offensichtlich ist diese Falle durchaus ernst zu nehmen, denn wenn Witkoff und Kushner nur in Moskau sein werden und nicht nach Kyiv kommen, werden sie zu Übermittlern gerade der russischen Vorstellung davon, wie der Krieg beendet oder ein Kompromiss zur Erreichung eines Waffenstillstands gefunden werden soll.


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Titel des Originals: Чому їдуть Віткофф і Кушнер | Віталій Портников. 04.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 04.09.2026.
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veröffentlicht auf

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Russland lehnt einen Waffenstillstand ab | Vitaly Portnikov. 15.08.2026.

Der Außenminister der Russischen Föderation Sergej Lawrow hat selbst die Möglichkeit einer Erörterung der Frage eines Waffenstillstands entlang der Kontaktlinie zwischen den russischen und ukrainischen Truppen kategorisch zurückgewiesen. Mehr noch: Lawrow begann jenen im Westen zu drohen, die der Ukraine weiterhin helfen, gegen die russische Aggression zu kämpfen, und betonte zufrieden, dass man dort bereits zu stöhnen beginne.

Diese Antwort des russischen Außenministers war zugleich eine Reaktion auf die öffentlichen Äußerungen vieler Politiker, selbst solcher, die der russischen Führung nahestehen, über die Notwendigkeit, den Krieg zu beenden. „So wird es nicht sein“, betonte Lawrow und reagierte damit im Grunde auf die jüngste Erklärung des kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew, der in Anwesenheit des russischen Präsidenten Putin die Notwendigkeit betonte, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, und die Frage nach den Ursachen für den Beginn dieser Tragödie stellte.

Wie wir sehen, gibt es keinerlei reale Anzeichen, die auf den Wunsch der Russen hindeuten könnten, auch nur ansatzweise zu irgendeinem Verhandlungsprozess zurückzukehren. Am selben Tag wie Lawrows Äußerungen hörten wir auch Erklärungen seiner Untergebenen, der Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa, die dem türkischen Außenminister Hakan Fidan die Möglichkeit eines Waffenstillstands auf See kategorisch verweigerte und nicht nur die Notwendigkeit eines solchen Waffenstillstands für Russland selbst, sondern auch die Haltung der Türkei ziemlich skeptisch charakterisierte, die, wie Sacharowa betonte, die ukrainischen Angriffe auf russische Schiffe nicht verurteilt.

Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation betonte gleichzeitig, dass es beabsichtige, die Ukraine in diesem Winter erfrieren zu lassen und die Angriffe auf das feindliche Land zu verstärken, das weiterhin das Hauptziel für den russischen Präsidenten Putin, seine Armee und die chauvinistisch aufgeladene Gesellschaft bleibt.

All diese Erklärungen und die Art und Weise, wie Lawrow die Notwendigkeit des Krieges begründet – er ist bereits so weit gegangen, die Notwendigkeit einer Fortsetzung des Krieges mit dem sogenannten Andenken an die Vorfahren zu begründen und den Russen zu raten, sich keine Sorgen darüber zu machen, dass der Krieg in ihre Häuser gekommen ist, weil es um die Geschichte Russlands und seine staatlichen Möglichkeiten gehe –, all das zeugt davon, dass das russische Regime die Eskalation endgültig als Instrument seines Drucks sowohl auf die Ukraine und ihr Volk als auch auf die westlichen Partner gewählt hat.

Aus dieser Perspektive gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass angesichts derart harter Äußerungen russischer Beamter die Bemühungen der Vereinigten Staaten um eine Wiederaufnahme der Verhandlungen, von denen der Leiter des amerikanischen Außenministeriums Marco Rubio vor Kurzem gesprochen hat, zu irgendwelchen realistischen Ergebnissen führen könnten. 

Selbst wenn man sich vorstellt, dass die amerikanischen Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, die damit beschäftigt sind, dass es ihnen nicht gelingt, die Probleme im Nahen Osten zu lösen, ihre vergeblichen Bemühungen in dieser Region unterbrechen und tatsächlich mit neuen Initiativen nach Kyiv und Moskau reisen werden, ist klar, dass die Russische Föderation sämtliche Vorschläge und Erklärungen, die sie von den amerikanischen Vermittlern hören wird, mit Sarkasmus aufnehmen wird.

Deshalb muss man die Realität so wahrnehmen, wie sie ist, und nicht so, wie sie uns von Beamten in Washington oder Kyiv dargestellt wird. Man darf die Augen vor dem Wunsch des russischen Regimes, den Krieg fortzusetzen, nicht verschließen, weil es sich nicht lohnt, darauf zu hoffen, dass das Putin-Regime unter Bedingungen, in denen der Krieg in die Häuser der Russen eingezogen ist und sich die Geografie dieses Krieges auf dem Territorium Russlands selbst in den kommenden Jahren der Konfrontation nur noch ausweiten wird, etwas anderes als Eskalation und Verschärfung der Konfrontation wählen könnte. Denn in dieser Eskalation, in dieser Konfrontation liegt gewissermaßen das Rezept für das Überleben dieses autoritären Regimes, das sich vom Krieg nährt und gerade dank des Krieges den Autoritarismus der jüngeren Vergangenheit in einen brutalen und schändlichen Autoritarismus und Totalitarismus verwandeln konnte. Jede Rakete, die auf Kyiv fliegt, bietet die Möglichkeit, in Moskau die Schrauben immer fester anzuziehen.

Aus dieser Perspektive sollte man die Erklärung Sergej Lawrows wohl kaum ausschließlich als Propagandadokument betrachten. Sie könnte den Standpunkt des russischen Präsidenten selbst widerspiegeln sowie Putins Bestreben, den russisch-ukrainischen Krieg auszuweiten, um den Russen selbst zu zeigen, dass die Gefahr buchstäblich auf Schritt und Tritt auf sie lauert und dass Russland tatsächlich einen Krieg gegen den sogenannten kollektiven Westen führt.

In diese Politik des russischen Präsidenten fügt sich auch der Angriff mit einem Marschflugkörper auf polnisches Territorium ein, unweit eines Werks, das Produkte für die ukrainischen Verteidigungskräfte herstellte. Ebenso die inzwischen systematischen Sabotageakte in Rüstungsbetrieben westlicher Länder: vor Kurzem in Bulgarien, jetzt in Italien. Und natürlich Putins Reise auf die Kurilen, die erste in den 27 Jahren, in denen der russische Machthaber die Ämter des Regierungschefs und des Präsidenten der Russischen Föderation bekleidet.

Das heißt, Moskau will nicht nur die Konfrontation mit den europäischen Verbündeten der Vereinigten Staaten, sondern auch mit den asiatischen. Aus dieser Perspektive kann man sagen, dass wir bereits sehen: Putin will gemeinsam mit der Volksrepublik China eine gemeinsame Politik der Konfrontation und des Kampfes gegen den Westen betreiben. Und zwar nicht nach dem Prinzip: „Ihr werdet die Konfrontation in Europa verschärfen, und wir werden die Konfrontation in Asien verschärfen.“ So könnte es aus der Perspektive Pekings aussehen. Aus der Perspektive Moskaus könnte es hingegen so aussehen: „Wir werden gemeinsam die Konfrontation in Asien verschärfen. Und ihr, liebe chinesische Freunde, helft uns bitte dabei, die Konfrontation in Europa zu verschärfen.“

Lawrows Erklärungen, in denen er die Möglichkeit zurückweist, nach Wegen zu einem Waffenstillstand oder auch nur zu einer Wiederaufnahme der Diplomatie im russisch-ukrainischen Krieg zu suchen, bestärken nur in der Überzeugung, dass der Kreml heute genau diese, für die Welt noch gefährlichere Eskalationslinie gewählt hat, die mit der Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges verbunden ist.


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Titel des Originals: Росія відмовляється від перемирʼя | Віталій Портников. 15.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 15.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube15.08.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Der Kreml verschärft die „Friedensbedingungen“ | Vitaly Portnikov. 02.06.2026.

Um den Krieg zu beenden – sogar innerhalb eines Tages –, müsse der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, seinen Streitkräften den Befehl geben, die russischen Regionen zu verlassen, betont der Pressesprecher des Präsidenten der Russischen Föderation Putin, Dmitri Peskow. Mit den russischen Regionen meint man in Moskau bekanntlich die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja der Ukraine sowie die Autonome Republik Krim und Sewastopol, die in der Verfassung der Russischen Föderation als Subjekte Russlands verzeichnet sind.

Somit ist Russland der Auffassung, dass nicht seine Truppen die aus Sicht des Völkerrechts und des gesunden Menschenverstands besetzten ukrainischen Gebiete verlassen sollten, sondern im Gegenteil die Streitkräfte der Ukraine den Donbass, das Gebiet Saporischschja und die Region Cherson räumen müssten, damit Putins geopolitische Fantasien verwirklicht werden können – zumindest unter Bedingungen, in denen die russische Armee nicht in der Lage ist, das gesamte Territorium der Ukraine zu besetzen.

Schon als die Russen betonten, dass die ukrainische Armee für den Beginn von Verhandlungen über einen Waffenstillstand die Gebiete Donezk und Luhansk verlassen müsse, stellte ich mir die Frage: Warum sind für den Kreml damals nur Donezk und Luhansk Gegenstand von Verhandlungen über den Frieden gewesen? Warum sollten die Gebiete Saporischschja und Cherson, die von Russland genauso annektiert wurden wie die Gebiete Donezk und Luhansk der Ukraine, nicht ebenfalls jene Territorien sein, aus denen Russland den Abzug ukrainischer Truppen fordert?

Offensichtlich war dies damals Teil irgendwelcher Konsultationen mit der Administration von Präsident Donald Trump. Damit man in Washington die Ansprüche des Kremls nicht für überzogen hielt, entschied man sich, zunächst mit den Gebieten Donezk und Luhansk zu beginnen. Auch deshalb, weil Kramatorsk, Slowjansk und andere Städte des Gebiets Donezk, die unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung stehen, von Russland als befestigte Festungen wahrgenommen wurden, deren Eroberung das Leben vieler russischer Söldner sowie militärischer Ausrüstung kosten würde, die – wie wir verstehen – für Putin weitaus wichtiger ist als das Leben irgendwelcher russischer Bürger, die bereit sind, für Geld unsere Landsleute zu töten.

Doch nun sehen wir, dass Peskow ausspricht, was tatsächlich gemeint ist, da keinerlei echte Verhandlungen mit der Ukraine stattfinden und dieser Verhandlungsprozess für Putin nicht mehr erforderlich ist, um Kontakte mit der Trump-Administration aufrechtzuerhalten. Damit Russland überhaupt über einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front nachdenken kann, muss Putin seinen Landsleuten zumindest den Anschein eines Sieges vermitteln können – davon, dass es Russland gelungen ist, die Kontrolle über sämtliche Gebiete zu erlangen, die nach der Verfassung dieses Landes als russisch erklärt wurden.

Das wäre zumindest eine Art Simulation eines Sieges in einer Situation, in der die Kontrolle über das gesamte Territorium unseres Landes nicht erreicht werden kann. Gleichzeitig besteht natürlich auch der Wunsch, Zwietracht innerhalb der ukrainischen Gesellschaft zu säen, denn die Destabilisierung der Ukraine war und bleibt eine der wichtigsten Aufgaben der russischen politischen Führung.

Man möchte erreichen, dass die Menschen in der Ukraine glauben, es gebe doch Möglichkeiten, den Krieg zu beenden, den Beschuss ukrainischer Städte und die Tötung ukrainischer Bürger zu stoppen. Und diese Möglichkeit bestehe darin, Russland jene ukrainischen Gebiete zu überlassen, auf die es territoriale Ansprüche erhebt und die es in seine Verfassung eingetragen hat – eine Verfassung, die Putin längst zu einem wertlosen Lappen gemacht hat.

Ich würde jedoch nicht empfehlen, die Erklärungen des Kreml-Sprechers oder auch die Aussagen Putins ernst zu nehmen. Man sollte sich immer daran erinnern: Mit einem Menschenfresser kann man über nichts verhandeln. Der Appetit des Menschenfressers wächst beim Essen. Wenn man ihm das Territorium von vier ukrainischen Regionen überlässt, wird er, glauben Sie mir, sofort Pläne zur Eroberung benachbarter ukrainischer Gebiete schmieden. Gibt man ihm diese benachbarten Gebiete, wird er weitergehen.

Genau das ist die klassische Salami-Taktik, an die man sich stets erinnern sollte, wenn wir die Situation im russisch-ukrainischen Krieg diskutieren. Und es ist kein Zufall, dass diese Forderungen gerade jetzt erhoben werden, da die Ukraine den Korridor von Russland zur Krim unter Kontrolle nimmt, da russische Raffinerien und militärisch-industrielle Betriebe angegriffen werden, da Putin trotz neuer Einnahmen aus dem Verkauf russischen Öls katastrophal das Geld für den Krieg ausgeht und es im Interesse des russischen Präsidenten liegt, diesen Krieg aus Sicht der Stabilität seines menschenverachtenden Regimes möglichst schnell zu beenden – allerdings mit einem realen Ergebnis, das man als Sieg darstellen und das die Vorbereitung auf einen neuen Krieg nach der Wiederherstellung russischer Möglichkeiten ermöglichen kann. Und Putin kann durchaus davon ausgehen, dass der Abzug ukrainischer Truppen aus vier Regionen unseres Landes ein Sprungbrett für neue Offensiven schaffen würde.

Deshalb bleibe ich dabei, dass von einem echten Friedensvertrag zwischen Russland und der Ukraine keine Rede sein kann. Ebenso wenig kann man echte Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kyiv erwarten – selbst nicht unter Vermittlung der Administration des amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

Worauf man hingegen hoffen kann, ist, dass die russischen Truppen zum Stillstand kommen, weil die Reserven des Aggressorstaates erschöpft sein werden. Genau zur Vernichtung dieser Reserven müssen die ukrainischen Streitkräfte arbeiten. Genau zur Vernichtung dieser Reserven müssen die ukrainischen Diplomaten arbeiten, indem sie Voraussetzungen für neue verheerende Sanktionen gegen die Wirtschaft der Terrorföderation schaffen.

Und natürlich wird es in dieser Situation keinen Truppenabzug geben. Möglich wäre vielmehr ein Waffenstillstand entlang der Kontaktlinie der verfeindeten Armeen, verbunden mit einer ernsthaften weiteren Arbeit zur Verhinderung eines neuen Angriffs der Russischen Föderation durch die Umwandlung der Ukraine in einen echten Festungsstaat.

All das liegt noch vor uns, wenn es gelingt, die russische Armada heute aufzuhalten. Dem Menschenfresser zu geben, was er verschlingen will, wäre nicht der Weg zum Ende des Konflikts, sondern die schlechteste denkbare Form seiner Fortsetzung.


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Titel des Originals: Кремль посилює «умови миру» | Віталій Портников. 02.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 02.06.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Sibiga lehnt Schröder ab | Vitaly Portnikov. 11.05.2026.

Der ukrainische Außenminister Andriy Sybiha hat gegen die Kandidatur des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder als möglichen Vermittler bei Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und der Russischen Föderation protestiert. Der Leiter des ukrainischen außenpolitischen Ressorts betonte, dass es in Europa viele andere angesehene Politiker gebe, die eine solche Rolle spielen könnten.

Zuvor hatte sich auch die Leiterin der europäischen Diplomatie, Kaja Kallas, negativ über die Kandidatur Gerhard Schröders geäußert. Sie betonte, dass es unzulässig sei, dass der russische Präsident selbst die Kandidatur eines Diplomaten der Europäischen Union für Verhandlungen mit Russland auswähle. Auch die deutsche Regierung reagierte negativ auf die Idee, Gerhard Schröder in mögliche Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und der Russischen Föderation einzubeziehen.

Somit wird, wie zu erwarten war, die Kandidatur des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers praktisch von niemandem akzeptiert. Vielleicht mit Ausnahme einiger Vertreter seiner eigenen Sozialdemokratischen Partei, die dazu raten, diesen Vorschlag des russischen Präsidenten genauer zu prüfen.

Putin wusste sehr genau, dass die Kandidatur des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers genau so aufgenommen werden würde. Denn über Schröders prorussische Ansichten und seine engen Verbindungen zur Russischen Föderation spricht seit Jahren nur derjenige nicht, der zu faul dazu ist. Nachdem Schröder seine politische Karriere beendet hatte, beschäftigte er sich ausschließlich mit dem Lobbyismus für russische energiepolitische und politische Interessen in Deutschland und Europa, wurde Vorsitzender der Aufsichtsräte von für den Kreml prinzipiell wichtigen Unternehmen, die den Bau alternativer Energiewege durch die Ostsee nach Deutschland vorantrieben, um die Ukraine als Transitroute auszuschalten und die europäischen Staaten energetisch von Gaslieferungen aus der Russischen Föderation abhängig zu machen.

Mehr noch: Selbst nachdem der große russisch-ukrainische Krieg begonnen hatte und die Europäische Union beschlossen hatte, sich von dieser beschämenden Energieabhängigkeit zu lösen, trat der ehemalige deutsche Bundeskanzler weiterhin mit Aufrufen auf, die energiepolitische Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation aufrechtzuerhalten, als wäre nichts geschehen. Und bereits damals sah sich sogar seine eigene Sozialdemokratische Partei gezwungen, sich von den Positionen Gerhard Schröders zu distanzieren.

Und ich würde daran erinnern, dass der ehemalige Bundeskanzler die ganze Zeit offen antiukrainische Positionen vertreten hat. Dabei, wie ich verstehe, sind diese antiukrainischen Positionen bei Schröder keineswegs erst entstanden, nachdem er die politische Bühne verlassen hatte, um russische Energieinteressen zu lobbyieren. Ich habe mit vielen ehemaligen Politikern und Diplomaten gesprochen, die bereits damals mit Schröder gesprochen hatten, als er die deutsche Bundesregierung leitete. Und jedes Mal stellte sich heraus, dass, sobald die Rede auf die Ukraine kam, der Kanzler unser Land als einen nicht existierenden bedingten Staat bezeichnete und seine Gesprächspartner dazu aufrief, auf jene Argumente zu hören, die der russische Präsident Putin gegenüber der Ukraine vorbrachte.

Das heißt faktisch: Selbst im Amt des deutschen Bundeskanzlers blieb Schröder, wenn auch informell, ein Mensch, der russische Narrative unterstützte. Und dieses Erbe blieb praktisch unangetastet, selbst nachdem er das Amt des Bundeskanzlers verloren hatte. Denn in den neuen deutschen Regierungen, die sich mehrfach aus Vertretern eben jener Sozialdemokratischen Partei und der Christlich Demokratischen Union zusammensetzten, vertraten die sozialdemokratischen Minister – viele von ihnen verdankten Schröder übrigens ihre politische Karriere – genau jene Prinzipien, für die er als Bundeskanzler eingetreten war, lobbyierten die Energieinteressen der Russischen Föderation und taten alles Mögliche, um die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine zu verringern.

Und die Ergebnisse dieser fehlerhaften Politik Berlins machen sich meiner Meinung nach sogar bis heute bemerkbar. Ganz zu schweigen davon, wie schwer es Deutschland fiel, sich nach 2022 von der Energieabhängigkeit von der Russischen Föderation zu lösen.

Da könnte die Frage entstehen, wie Putin überhaupt auf die Idee kam, eine solche Kandidatur vorzuschlagen, die weder von der eigenen Regierung noch von der Europäischen Union noch von der Ukraine gebilligt werden kann. Und die Antwort auf diese Frage erscheint mir ziemlich einfach.

Putin schlägt die Kandidatur Gerhard Schröders gerade deshalb vor, weil er an keinerlei Verhandlungen mit der Europäischen Union interessiert ist und sich schlicht über die europäischen Ideen lustig macht, die Verhandlungen mit Russland wiederaufzunehmen, um diesen Konsultationsprozess nicht allein der amerikanischen Administration zu überlassen. Putin ist überzeugt, dass er keine Verhandlungen mit den Europäern braucht, weil er sie nicht davon überzeugen kann, die Unterstützung der Ukraine einzustellen. Und alle anderen Fragen interessieren den russischen Präsidenten, der auf den Krieg gegen unser Land fixiert ist, schlicht nicht.

Und deshalb schlägt der russische Präsident eine Kandidatur vor, die für seine möglichen Verhandlungspartner ganz sicher unannehmbar sein wird. Wenn der Wunsch nach Verhandlungen auftaucht, werden auch andere Kandidaturen auftauchen. Ganz zu schweigen davon, dass es in Putins Tradition liegt, als Verhandler jene Menschen vorzuschlagen, die in ihren eigenen Ländern nicht akzeptiert werden, aber besonderen persönlichen Respekt bei Putin genießen.

Aus dieser Perspektive ist Schröder die Fortsetzung der ukrainischen Tradition des Lobbyismus für die Interessen Viktor Medvedchuks, den Putin, wie mir scheint, bis heute als zukünftigen Präsidenten der von seinem Militär eroberten und zerstörten Ukraine betrachtet.

Dasselbe geschieht in Armenien, wo Moskau hartnäckig Oligarchen unterstützt, die aus Moskau nach Jerewan kommen, oder die Interessen des ehemaligen armenischen Präsidenten Robert Kocharyan lobbyiert, der seine prorussischen politischen Ansichten nicht verbirgt. Und wie wir gesehen haben, scheut sich Putin nicht, prorussische politische Kräfte in Armenien zu unterstützen, selbst während persönlicher Treffen mit dem Premierminister dieses Landes, Nikol Pashinyan.

Das Verhalten Putins als eines Menschen, der mit niemandem auf Augenhöhe verhandeln will und als mögliche Vermittler jene Personen vorschlägt, die die Kapitulation der Gegenseite sichern könnten und bereit ist, gerade ihm und nicht den eigenen nationalen Interessen zu dienen, entspricht also vollkommen dem Stil des russischen Präsidenten. Und dass solche Leute von europäischen Diplomaten und vom ukrainischen Außenminister zurückgewiesen werden, zeigt eher, dass niemand bereit ist, sich diesem Diktat Putins zu unterwerfen.


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Titel des Originals: Сибіга послав Шредера | Віталій Портников. 11.05.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 11.05.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Iran stimmt Verhandlungen zu | Vitaly Portnikov. 24.03.2026.

Der Iran stimmt Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu. Diese sensationelle Nachricht erscheint jetzt in einer ganzen Reihe von Weltmedien, nachdem über die bloße Tatsache des Gesprächs des iranischen Außenministers Abbas Araghchi mit dem Sonderbeauftragten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, bekannt wurde.

Aber schon in dieser Nachricht selbst liegt der Beweis dafür, dass beide Seiten nicht die ganze Wahrheit sagen, wenn sie die weitere Entwicklung der dramatischen Ereignisse im Nahen Osten kommentieren. Es stellte sich heraus, dass Donald Trump die Wahrheit gesagt hat, als er von Kontakten mit iranischen Vertretern sprach und davon, dass man mit ihnen eine Vereinbarung erreichen könne und dass er gerade im Zusammenhang mit dieser Möglichkeit sein Ultimatum an den Iran, innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus freizugeben, zurücknehme und die Geltung dieses Versprechens um fünf Tage verlängere, in Erwartung einer Friedensvereinbarung mit dem Iran.

Unwahr ist hier etwas anderes. Abbas Araghchi ist nicht jener angesehene Staatsmann, mit dem Trump verhandelt und den er in der Rolle des neuen Führers des Iran sieht. Er ist Außenminister, ein Mensch, der für keinerlei Handlungen der iranischen Armee und des Korps der Wächter der Islamischen Revolution verantwortlich ist, sogar noch weniger als der Präsident der Islamischen Republik Iran, Masoud Pezeshkian, der sich bei den arabischen Nachbarn für die Bombardierung ihres Territoriums entschuldigen kann, während diese Bombardierung durch das Korps der Wächter der Islamischen Revolution weitergeht.

Und sehr interessant ist der Umstand, dass Abbas Araghchi über den Segen des Obersten Führers des Iran, Ajatollah Khamenei, für die Führung solcher Verhandlungen berichtet hat. Während Trump selbst sagt, dass er Khamenei nicht als Führer anerkennt und dass an der Spitze des Iran andere Menschen stehen könnten. Aber, wie wir sehen, gestalten die Iraner selbst diesen Prozess gerade als einen Prozess, der vom Obersten Führer abhängt. Und das ist viel logischer als das, was Trump behauptet. Denn selbst wenn man sich vorstellt, dass zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran irgendeine Vereinbarung erreicht werden könnte, ist in jedem Fall die einzige Person, die sowohl den Streitkräften des Iran als auch dem Korps der Wächter der Islamischen Revolution Befehle erteilen kann, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte dieses Landes, also der Oberste Führer. Kein anderer Funktionär, mit dem Trump oder jemand seiner Vertreter verhandeln wird, ist einfach in der Lage, die Sicherheitsstrukturen zu lenken, die im Iran auch noch doppelt vorhanden sind.

Und so wird Donald Trump Verhandlungen entweder mit dem Phantom dieses Obersten Führers und seinen Vertretern führen müssen und damit einverstanden sein, dass der Iran von dem regiert wird, den die örtliche Geistlichkeit auswählt, oder keine Verhandlungen führen und der Fortsetzung des Krieges in der Straße von Hormus und im Persischen Golf zustimmen müssen. Und das ist die objektive Realität.

Deshalb gibt es die Wahrheit über die Kontakte ganz offensichtlich, aber keinerlei besondere Hoffnungen erzeugen diese Kontakte schon aus dem Grund nicht, dass Abbas Araghchi unterstrichen hat, der Iran sei zu Verhandlungen bereit, damit seine Bedingungen für die Beendigung des Krieges erfüllt werden. Das ist nicht Trumps Ultimatum an den Iran, sondern das iranische Ultimatum an die Vereinigten Staaten, das so verkündet wird, als müssten die Vereinigten Staaten schon jetzt vor der Islamischen Republik kapitulieren.

Denn unter den Punkten dieses den Ajatollahs zufolge Trump vorgelegten Ultimatums sind auch Garantien für einen neuen Nichtangriff auf den Iran. Völlig unklar ist, welche Garantien das überhaupt sein sollen. Und eine finanzielle Kompensation für jene Schäden, die die iranische Infrastruktur während dieses schon mehr als zwanzigtägigen Krieges erlitten hat, und die Schaffung von Möglichkeiten für den Nuklearzyklus im Iran, und der Verzicht Israels auf Angriffe auf die Positionen der Terrororganisation Hisbollah, die jetzt den Norden Israels beschießt, um einen Teil der israelischen Ressourcen abzulenken, die im Krieg gegen die Islamische Republik eingesetzt sind. Im Prinzip ist das tatsächlich ein echtes Programm amerikanischer Kapitulation und Demütigung Trumps, die darüber hinaus, was dem amerikanischen Präsidenten ganz sicher überhaupt nicht gefallen wird, öffentlich sein soll. Irgendwelche Hinweise darauf, dass der Iran bereit ist, Trumps Bedingungen anzunehmen, gibt es überhaupt nicht. Die Wahrheit gibt es also, aber es ist ganz und gar nicht jene Wahrheit, von der Donald Trump wollte, dass wir sie erfahren.

Auf der anderen Seite lügen auch die Vertreter der Islamischen Republik, wie es auch zu erwarten war, denn Abbas Araghchi sagte gerade in dem Moment, als er den Telefonhörer abnahm, um mit dem Sonderbeauftragten des Präsidenten der Vereinigten Staaten zu sprechen, dass die Verhandlungen mit den Amerikanern ein für alle Mal beendet seien, dass der Iran nach den Schlägen der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten mehr führen werde. Wie wir sehen, entspricht auch das nicht der Wirklichkeit. Die Führung der Islamischen Republik ist zu Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten bereit, wenn die Vereinigten Staaten bereit sein werden, vor dem Iran zu kapitulieren, was ebenfalls nicht geschehen wird. Aber offensichtlich hofft man im Iran, dass die Fortsetzung der umfassenden wirtschaftlichen und energetischen Krise infolge der Blockade der Straße von Hormus und weiterer Schläge gegen die Infrastruktur der Länder des Persischen Golfs die Vereinigten Staaten zu einer solchen schmählichen Kapitulation vor dem Regime der Ajatollahs zwingen wird. Das mag Wahn sein, aber es lohnt sich, Witkoff noch einmal und noch einmal daran zu erinnern, in welcher Lage sich sein Chef befindet. Und deshalb können die Verhandlungen aus iranischer Sicht gerade unter solchen Bedingungen weitergehen.

Was wird dann in Wirklichkeit geschehen? Nun, natürlich können wir die Situation betrachten, in der Donald Trumps Handlungen in Wirklichkeit ausschließlich von seiner eigenen und der Bereicherung seiner Familie an Kursschwankungen gelenkt werden, die faktisch von politischen Prozessen abhängen, die oft weit von der Realität entfernt, für Investoren aber wichtige Erklärungen des amerikanischen Präsidenten sind. Aber außer der Situation mit der Bereicherung derjenigen, die sich neben Donald Trump befinden, gibt es auch reale Politik und reale Wirtschaft. All das rast kopfüber in einen Abgrund, aus dem es in den kommenden Jahren und Jahrzehnten offensichtlich keinen wirklichen Ausweg mehr geben wird. Und wir müssen diesen Abstieg in den wirtschaftlichen und energetischen Abgrund der modernen Welt beobachten, der ziemlich wichtig und, ich würde sagen, aus historischer Sicht faszinierend ist.

Sie sehen bereits, wie in vielen Ländern der Welt die Energiekrise nicht einfach nur zu steigenden Treibstoffpreisen führt, nicht einfach nur zu steigenden Preisen für Waren des täglichen Bedarfs; es gibt schon Länder, in denen Tankstellen einfach schließen, sagen wir, wie in Bangladesch. Und solcher Länder wird es auf der politischen Weltkarte mit jedem Kriegstag der Vereinigten Staaten gegen den Iran mehr und mehr geben. Wenn der Ölinfrastruktur der Länder des Persischen Golfs, insbesondere Saudi-Arabiens, ein tödlicher Schlag versetzt wird, wird man im Prinzip eine Energiekrise von unglaublichem Ausmaß beobachten können, die sowohl mit einem steilen und ernsten Einbruch der Weltwirtschaft enden wird als auch natürlich mit der Vergrößerung der energetischen Möglichkeiten jener Länder, die außerhalb der Grenzen dieser Krise bleiben werden. Ich meine dabei vor allem die Russische Föderation. Wenn ich Agent des Föderalen Sicherheitsdienstes in Washington wäre, würde ich genau so handeln, wie jene handeln, die heute darüber nachdenken, was man mit der Krise im Nahen Osten machen soll. Aber wiederum, ich bin kein Verschwörungstheoretiker und habe nicht vor, irgendjemanden einer realen systematischen Arbeit für die Lubjanka zu beschuldigen.

In jedem Fall verstehen wir mit Ihnen, dass es jetzt drei Positionen der Hauptbeteiligten dieses Konflikts auf amerikanischer Seite gibt. Donald Trump ist sich offensichtlich bewusst, dass es außer der Bereicherung seiner Familie auch noch die Frage seines eigenen politischen Überlebens und seiner Freiheit gibt. Denn falls er den Krieg mit dem Iran vollständig verliert, die Straße von Hormus nicht öffnen kann und durch seine Fehler neue Runden der wirtschaftlichen und energetischen Krise provoziert, wird das automatisch die Niederlage der Republikaner bei den Nachwahlen zum Kongress und den Beginn der Arbeit der Demokraten an einem Amtsenthebungsverfahren gegen den amerikanischen Präsidenten bedeuten.

Wir sprechen jetzt mit Ihnen darüber, dass dieses Amtsenthebungsverfahren physisch unmöglich ist, weil die Republikaner im Senat niemals für die Entmachtung Donald Trumps stimmen werden. Aber wir wissen mit Ihnen nicht, wie die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten selbst in dem Moment sein wird, wenn die Möglichkeit eines solchen Amtsenthebungsverfahrens entsteht. Und ob nicht die Republikaner selbst Donald Trump loswerden wollen, der sich vom Symbol ihres Erfolges in einen echten Mühlstein verwandeln wird, der diese politische Partei auf den Grund der politischen Bedeutungslosigkeit hinabzieht und so praktisch einen Prozess aktiviert, der schon vor dem Auftreten Donald Trumps auf der politischen Bühne der Vereinigten Staaten in Gang gesetzt worden war, ein Prozess, der für die Republikanische Partei aus demografischen und sozialen Gründen nur dank der Tatsache aufgeschoben wurde, dass sie diese populistisch ausgerichtete charismatische Person gefunden hat und so im Grunde ihren geplanten politischen Tod aufgeschoben hat.

Wie Sie also verstehen, wollen auch die Republikaner nicht sterben, weil diese charismatische Person ihre Ausstrahlung und ihre Positionierung in den breiten Massen gewöhnlicher Amerikaner verlieren wird, die sich kaum über Monate wirtschaftlicher Degeneration und des Zusammenbruchs aller Hoffnungen ihrer Familien freuen dürften. Und so etwas, so etwas kann geschehen, das kann in den nächsten schweren Monaten passieren, wenn sich die Situation mit Energie und Wirtschaft nicht regelt. Und keine Steigerung der Ölförderung in den Vereinigten Staaten selbst wird diese schwierige Situation kompensieren.

Trump denkt also darüber nach, wie er aus der Situation herauskommen soll. Und er hat mehrere Optionen. Eine davon sind Verhandlungen mit dem Iran. Aber wir sehen, dass der Iran auf ihn als auf einen Menschen blickt, der vor Ajatollah Mojtaba Khamenei auf die Knie fallen soll, erfüllt von dem Wunsch, sich am amerikanischen Präsidenten für den Tod seines Vaters und seiner Familienmitglieder zu rächen. Und natürlich würde ich an Trumps Stelle nicht darauf hoffen, dass Ajatollah Khamenei mit Trump ein solches Abkommen schließt, das Trump nicht, vorsichtig gesagt, unangenehmen Kommentaren und einem Reputationszusammenbruch in der ganzen Welt aussetzt. Vielleicht geschieht das, wenn einige Monate nach dem Krieg irgendeine andere Figur an die Spitze des Iran tritt, aber wer weiß schon, was nach diesem Krieg mit der Welt sein wird.

Trump hat eine andere Option, nämlich eine Bodenoperation im Iran. Das heißt, das Leben von Hunderten, vielleicht sogar Tausenden junger Amerikaner für die Rettung seiner Reputation zu opfern. Natürlich gehört Trump nicht zu den Menschen, die irgendeine Empathie für eine solche Art von Opfern haben, aber zugleich könnte er fürchten, dass das Scheitern einer Bodenoperation ihn noch mehr in eine ausweglose Sackgasse seines eigenen zukünftigen Lebens treiben kann. Und deshalb weiß er buchstäblich nicht, was er tun soll, macht widersprüchliche Erklärungen, versucht sich durch Spekulationen auf dem Aktienmarkt abzulenken, aber all das hilft ihm nicht besonders.

Es gibt eine andere Person, die unmittelbar an diesem Krieg beteiligt ist und die die Armee führt, die den Krieg mit dem Iran und mit dem Libanon fortsetzt. Das ist der Ministerpräsident Israels Benjamin Netanyahu. Der Ministerpräsident Israels ist natürlich daran interessiert, dass der Krieg bis zum Zusammenbruch des iranischen Regimes fortgesetzt wird. Selbstverständlich hat Netanyahu sich schon davon überzeugt, dass jene Prognosen seiner Geheimdienstler, die davon ausgingen, dass das iranische Regime zusammenbrechen werde, wenn es von Amerikanern und Israelis angegriffen und Ajatollah Ali Khamenei zusammen mit seinen Gefährten und Verwandten getötet werde, sich als inkompetent erwiesen und sich nicht erfüllt haben, wie der Ministerpräsident Israels aus irgendeinem Grund irrtümlich gehofft hatte.

Netanyahu ist, wie es oft mit Menschen geschieht, die viele Jahre Regierungen führen, zum Geisel seiner eigenen Politik bei der Auswahl inkompetenter, aber loyaler Kader auf verschiedenen Ebenen geworden. Und nach vielen Jahren der Auswahl solcher Leute, vor allem in den Sicherheitsstrukturen, bekommen selbstverständlich jene den Vorzug, die das berichten, was der ersten Person gefällt, und ganz und gar nicht das, was tatsächlich geschehen wird. Und in dieser Situation verstand natürlich jeder Schüler, dass man mit Raketenangriffen kein beliebiges Regime stürzen kann. Netanyahu musste nicht mit dem Leiter des Mossad reden. Er hätte an den ersten Kurs der politikwissenschaftlichen Fakultät irgendeiner funktionierenden Universität in Israel kommen müssen. Aber Netanyahu entschied sich statt einer Beratung mit Erstsemestern, die ihm die Gesetze der Geschichte erklärt hätten, mit dem Leiter des Mossad zu sprechen, und stand dann als Dummkopf da.

In dieser Situation muss der Ministerpräsident Israels jetzt natürlich zumindest minimale Ziele dieser Operation erreichen, die weitere Angriffe des Iran unmöglich machen würden, der seine Idee der vollständigen Zerstörung des jüdischen Staates und der Vertreibung seiner Bevölkerung aus dem Gebiet des ehemaligen Mandatsgebiets Palästina nicht aufgibt. Das heißt, je länger dieser Krieg andauert, je mehr iranische Raketenstellungen zerstört werden, je mehr iranische nukleare Ressourcen vernichtet werden, je mehr die gesamte iranische Wirtschaft zerstört wird, so dass dieser Staat sich viele Jahre lang nicht aus den Ruinen erheben kann, desto besser für den jüdischen Staat, der dann zumindest in den nächsten Jahren keine Angst mehr vor seiner vollständigen Liquidierung haben wird und Zeit haben wird, nach irgendwelchen Elementen des Schutzes zu suchen, von denen es unter den Bedingungen neuer Technologien für so kleine und von Extremisten gehasste Länder wie Israel immer weniger, weniger und weniger gibt.

Und aus dieser Sicht kümmern sich die Israelis natürlich nicht besonders darum, was aus ihrem wirtschaftlichen Wohlstand wird, und können dem Zusammenbruch all dessen zustimmen, auf welchem wirtschaftlichen Niveau sie im letzten Jahrzehnt gelebt haben, und dieses Niveau des Wohlstands gegen ein Niveau der Sicherheit eintauschen. Aber, wie wir verstehen, muss dieser Blick der Israelis auf ihre eigene Zukunft nicht mit den Ansichten der Bewohner der Vereinigten Staaten und der europäischen Länder übereinstimmen. Und aus dieser Sicht werden die Interessen Israels und des Westens mit jedem neuen Tag dieses nicht einfachen Krieges, der bereits in einen echten dramatischen Krieg der wirtschaftlichen und energetischen Erschöpfung übergeht, immer schärfer auseinandergehen.

Der dritte Teilnehmer dieser Geschichte, der glühend an der Fortsetzung dieses Krieges interessiert ist, ist der faktische Herrscher Saudi-Arabiens, der autoritäre Mohammed bin Salman. Der Prinz, der sich darauf vorbereitet, saudischer König zu werden, und faktisch alle Hebel der Macht in seinen Händen im autokratischen Königreich konzentriert hat, ist Träger der Idee der königlichen sunnitischen Herrschaft, die aus Sicht der Anerkennung der Realität des revolutionär-schiitischen Iran völlig unvereinbar ist. Die Zerstörung der sunnitischen königlichen Herrschaft in Saudi-Arabien, die Zerstörung der gesamten sunnitischen monarchischen Herrschaft im Persischen Golf ist eine der wichtigen Aufgaben der Islamischen Revolution von 1979 selbst. Und Prinz Mohammed bin Salman versteht sehr gut, dass im Falle der Zerstörung Israels und der Auslöschung dieses Landes von der politischen Landkarte der Welt, was Teil des Programms des Iran ist, die Monarchen des Persischen Golfs die Nächsten sein werden.

Aber am paradoxesten ist, dass sie nicht die Nächsten, sondern auch die Vorigen sein werden. Wenn sich jetzt herausstellen sollte, dass das iranische Regime unter amerikanischen und israelischen Schlägen standhalten konnte, denn in Teheran hat man bereits verstanden, dass es den Iranern nicht gelingen wird, die vollständige Zerstörung Israels zu erreichen, sofern man natürlich nicht den Atomreaktor in Dimona bombardiert und das Gebiet Israels infolge eines radioaktiven Unfalls in unbewohnbares Land verwandelt. Aber die Infrastruktur der Länder des Persischen Golfs zu zerstören und damit der langjährigen Herrschaft der Monarchendynastien ein Ende zu setzen, das kann der Iran noch, und ich würde sagen: schon. Denn das ganze Wesen der Herrschaft der Monarchendynastien in den Ländern des Persischen Golfs und vor allem in Saudi-Arabien beruht auf zwei Bestandteilen: Stärke und Geld.

Wenn die Ölmöglichkeiten Saudi-Arabiens und der Länder des Persischen Golfs zerstört werden, und die Menschen ohne Geld bleiben, werden die Ausländer wegfahren, und die Untertanen werden Prinz Mohammed und die anderen Monarchen der Länder des Persischen Golfs an Laternenpfählen aufhängen, die vorsorglich vom Iran aufgestellt werden. Die ersten Kandidaten für die Zerstörung sind die Königsdynastie Bahrains, wo es während des Arabischen Frühlings bereits einen umfassenden Aufstand der schiitischen Mehrheit gab, die diese sunnitische Dynastie hasst, und danach wird alles wie Domino fallen. Und natürlich möchte Prinz Mohammed aus dieser Sicht absolut weder sich vom Geld trennen, zumal er für das Lobbying zugunsten der Interessen der Ölproduzenten zusammen mit den Ölproduzenten der Vereinigten Staaten eine riesige Menge an Mitteln aufgewendet hat, als er den arroganten Donald Trump mit seinem Hass auf grüne Technologien an die Macht brachte, noch möchte er natürlich am Laternenpfahl landen.

Aus dieser Sicht ist Prinz Mohammed an der Fortsetzung des Krieges gegen den Iran interessiert, an der Zerstörung nicht nur der Streitkräfte dieses Landes, sondern auch seiner Ölreserven, um so die Konkurrenz loszuwerden, und damit der Iran der Zukunft, als schiitischer Staat, monarchisch, revolutionär oder demokratisch, überhaupt keine Möglichkeiten mehr hat, sich den Monarchien des Persischen Golfs entgegenzustellen, und diese ihre autoritäre Herrschaft auch in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen können, sich der Öleinnahmen und der Lobbyanstrengungen in den Vereinigten Staaten bedienend, wo, wie wir verstehen, ein großer Teil des republikanischen Establishments an der Spitze mit Donald Trump bereit ist, diesen Monarchien Dienstleistungen jeglicher Art zu erweisen.

Was soll Trump in einer solchen Situation tun? Er ist politisch mit Benjamin Netanyahu verbunden, weil er ohne die Stimmen der sogenannten christlichen Zionisten, Evangelikalen und Baptisten, die Israel ausschließlich aus der Logik der Lehre ihrer Pastoren wahrnehmen, die daran glauben, dass gerade die Existenz Israels zum baldigen Erscheinen des Messias, zu seiner Wiederkunft führen werde, den Republikanern keinen Wahlsieg sichern kann und selbst das Präsidentenamt verlieren könnte. Er ist finanziell von Prinz Mohammed abhängig, weil er auf saudische Investitionen in die amerikanische Wirtschaft hofft, und das saudische Geld schmilzt vor Donald Trumps Augen buchstäblich dahin. Und zugleich ist ihm sehr wohl bewusst, dass ihm Menschen gegenüberstehen, die meinen, dass neue Zerstörungen sowohl im Iran selbst als auch jenseits seiner Grenzen das baldige Kommen des verborgenen Imam Mahdi fördern werden.

Das heißt, Trump selbst ist, vorsichtig gesagt, ein Mensch in einer schwierigen Situation, aber dennoch zynischer und realistischer als viele seiner eigenen Landsleute, gezwungen, auf die Stimmen jener zu hoffen, die auf die zweite Wiederkunft warten, im Kampf mit jenen, die auf die zweite Wiederkunft warten. Faktisch sind wir abhängig von den Stimmen und Ansichten von Menschen, die sich vom Standpunkt ihrer Wahrnehmung in einem tauben Mittelalter befinden und sich überhaupt nicht dafür interessieren, was hier geschieht. Sie denken, dass die zweite Wiederkunft des Messias oder des Imam ihnen ewiges Leben geben wird. Dem einen im Paradies, dem anderen in Begegnungen mit Huris und anderen wunderbaren Instrumentarien des Jenseits. Und wir müssen irgendwie unser Leben hier einrichten. Denn wir, im Unterschied zu diesen glücklichen Menschen, denen es völlig gleichgültig ist, wann man lebt und wann man stirbt, befinden uns in einer konkreten Situation des Aufenthalts auf dieser Erde. Nun, und zusammen mit uns befindet sich Donald Trump, der natürlich sehr in den Himmel will und aufrichtig überzeugt ist, dass ihm seine Taten die Möglichkeit geben werden, sich für irgendein grobes Geld ein Ticket in diese unglaublich interessante Stadt zu kaufen oder wenigstens dieses Ticket bei irgendeinem x-beliebigen amerikanischen Pastor zu erbetteln. Aber er will dennoch hier auf der Erde leben und den Applaus der aufgewühlten Menge der Evangelikalen genießen und nicht dort sein, wohin sie zu gelangen hoffen, wenn sie durch die Existenz Israels das Kommen des Messias näherbringen.

Ich mache übrigens keine Witze. Wirklich nicht. Das ist genau das reale Bild der Situation. Kohle ist Kohle, und Mahdi als Zugabe und der Messias auch. Was wir also sehen, ist nicht einfach Konkurrenz der Vereinigten Staaten mit dem autoritären Regime der Ajatollahs. Es ist auch Konkurrenz verschiedener Konzepte des Mittelalters, von der Milliarden Menschen abhängig geworden sind, die schon in wenigen Jahren Opfer des Hungertodes, neuer Kriege und Konflikte werden. Und das ist praktisch unvermeidlich. Ich würde gern sagen: wenn das nicht endet, aber bei einem solchen Blick auf die Welt ist sehr interessant, was noch alles anfangen wird, wie Sie verstehen.

Nun, und Sie verstehen, dass wir in dieser Situation absolut nicht in der Lage sind zu verstehen, wie denn die anderen Teilnehmer dieses Spiels reagieren werden. Aber wir wissen schon: Putin wird diese Möglichkeit nutzen, um kein Geld aus dem russischen Haushalt auszugeben, aus jenen Ersparnissen, die ihm noch geblieben sind. Der Hauptprofiteur dessen, was geschieht, ist die Russische Föderation, die auf die Fortsetzung des Krieges in der Ukraine hoffen kann. Ich denke, jeder, der in jener Nacht den Flug der Raketen und Drohnen am ukrainischen Himmel verfolgt hat, hat sich davon ein weiteres Mal überzeugt. Etwas, wovon man sich eigentlich gar nicht erst überzeugen muss.

Nun, und da ist der Vorsitzende der Volksrepublik China, der ebenfalls aufmerksam verfolgt, was geschieht und sich in einer widersprüchlichen Lage befindet. Einerseits ist die Situation, die mit der Schließung der Straße von Hormus zusammenhängt, ein riesiges Problem für China und für seine Wirtschaft. Und sie kann ganze Sektoren der ölverarbeitenden Industrie Chinas zerstören. Es ist unklar, in welchem Maß jenes iranische Öl, das China jetzt nicht erhält, durch Öl etwa aus der Russischen Föderation ersetzt werden kann. All das ist eine gute Frage. Zumal Sie verstehen, dass es bei China mit dem venezolanischen Öl nicht so gut aussieht. Andererseits verfolgt die Führung der Volksrepublik China mit Genugtuung, wie Donald Trump immer tiefer in einen politischen und wirtschaftlichen Abgrund gerät. Denn der Hass auf die Vereinigten Staaten und ihren Einfluss ist für die Chinesen viel wichtiger als der Zustand ihrer eigenen Wirtschaft. Denn letztlich wird China nicht von ehemaligen Wolkenkratzerentwicklern und Liebhabern des Planens von Hotels und Ballsälen regiert, sondern von Kommunisten, echten Nomenklaturkommunisten. Und auch das muss man im Zusammenhang mit dem verstehen, was im Hinblick auf das Interesse der Führung der Volksrepublik China an diesem Prozess geschieht.

Aber während wir miteinander gesprochen haben, ist eine Erklärung des Premierministers von Pakistan, Shehbaz Sharif, erschienen, in der betont wird, dass Pakistan die Bemühungen um die Fortsetzung des Dialogs zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten im Interesse von Frieden und Stabilität in der Region und über ihre Grenzen hinaus begrüßt und voll unterstützt. Und unter der Bedingung der Zustimmung der Vereinigten Staaten und des Iran ist Pakistan bereit und wird es als Ehre betrachten, als die Seite aufzutreten, die Verhandlungen aufnimmt, um zu ihren inhaltlichen und effektiven Ergebnissen zur Regelung dieses andauernden Konflikts beizutragen. Einfacher gesagt: Man hatte schon früher davon gesprochen, dass Pakistan das Land werden könnte, in dem die erste Runde offizieller Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran stattfinden wird. Warum Pakistan? Eben weil ganz offensichtlich ist, dass die Vereinigten Staaten und der Iran keine Verhandlungen mehr in den Ländern des Persischen Golfs führen können, die sich, vorsichtig gesagt, jetzt nicht gerade sehr wohl fühlen, da der Iran versucht, ihre Infrastruktur zu zerstören. Und so sind von Ländern, in denen amerikanische und iranische Vertreter sich treffen könnten, nur sehr wenige übrig geblieben.

Natürlich hätte auch der Präsident der Russischen Föderation Putin seine Vermittlungsdienste anbieten können, und ich denke, hat sie auch angeboten. Aber für Trump wäre es natürlich demütigend, seine Vertreter für solche Verhandlungen nach Moskau zu schicken. Zumal ihm die Tiefe der Bündnisbeziehungen zwischen dem Iran und der Russischen Föderation bewusst ist, die trotz Trumps Gleichgültigkeit in dieser Frage weiterhin alle möglichen, ich würde sagen, Hilfsmittel an den Iran schickt. Vielleicht nicht militärische, aber jedenfalls finanzielle und technische, und vielleicht auch militärische. Sie können auf meinem Kanal „Portnikov Argumente“, falls Sie es nicht gesehen haben, mein Gespräch mit dem Politexperten aus Zentralasien Artem Khan ansehen, in dem wir gerade die Lieferungen humanitärer Ladungen aus Tadschikistan in den Iran besprechen. Diese, wissen Sie, aus der Geschichte mit dem Donezker Gebiet sehr gut bekannten „Humanitärkonvois“. Und ich schließe absolut nicht aus, dass in diesen sogenannten Humanitärkonvois aus Tadschikistan russische Drohnen und andere Militärtechnik transportiert werden, die dem Iran in den nächsten Monaten, vielleicht sogar länger, helfen sollen, das militärische und energetische Potenzial nicht nur der Vereinigten Staaten und Israels, sondern auch der Länder des Persischen Golfs zu zerstören. Welche Beteiligung Russlands könnte es in einer solchen Situation also geben? Nun gut, dann bleibt Pakistan, und über Pakistan wurde gesprochen.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, die man stellen sollte. Lohnt es sich tatsächlich zu glauben, dass Pakistan bereits ein solches Angebot von der Führung der Vereinigten Staaten und des Iran erhalten hat? Oder wollen die Pakistaner selbst ihr politisches Niveau, ihr politisches Gewicht dadurch erhöhen, dass sie zu einer solchen Plattform für Verhandlungen werden? So wie seinerzeit Präsident Alexander Lukaschenko von Belarus sein politisches Gewicht dadurch erhöhte, dass er, wie Sie sich erinnern, die Verhandlungen der Ukraine mit Russland aufnahm und damals zum ersten und letzten Mal in seinem politischen Leben in Minsk die deutsche Bundeskanzlerin, damals war das Angela Merkel, und den Präsidenten Frankreichs erwartete. Er war damals Olmert. Und vielleicht kann für Shehbaz Sharif das Erscheinen irgendwelcher ernsthafter amerikanischer Vertreter in Pakistan, die Pakistan für seine Vermittlungsmission dankbar sein werden, ebenfalls ein durchaus ernster und wichtiger Moment im Hinblick auf das sein, was weiter geschehen wird.

Nun, das sind also Kommentare zu den ersten Meldungen über mögliche Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die diesen Krieg entweder beenden oder eine neue beispiellose Runde der Eskalation mit weiterer Energie- und Wirtschaftskrise in der ganzen Welt bedeuten können.

Sie können natürlich Ihre Fragen stellen, auf einige Fragen werde ich antworten.

Frage: Bereits jetzt schreiben mehrere Quellen über sehr profitable spekulative Operationen, die wenige Minuten vor Trumps Post über Verhandlungen mit dem Iran durchgeführt wurden. Wird ihn jemand für diesen eklatanten Fall von Insiderhandel bestrafen?

Portnikov: Ja, tatsächlich schreiben viele Quellen darüber, dass diese Käufe im Grunde mit Trumps Erklärungen zusammenfielen. Ich habe Ihnen schon in meiner gestrigen Sendung, noch bevor all diese Berichte in der westlichen Presse erschienen sind, unter anderem in einer so soliden Zeitung wie der Financial Times, von diesen Dingen gesprochen. Und die Frage, ob Trump bestraft wird oder nicht, ist eine rhetorische Frage, denn die Beteiligung des amerikanischen Präsidenten oder höchstens der Vertreter seiner Administration an diesen offensichtlichen Spekulationen nachzuweisen, solange Trump an der Macht ist, ist praktisch unmöglich. Gut, dass man das wenigstens sieht, aber für mich ist daran nichts Verwunderliches, denn Trumps Wahrnehmung der Welt als Maklerbüro scheint mir jedem verständlich, der seine Unternehmerkarriere und seine politischen Ambitionen überhaupt verfolgt. Und dass Trump von der Idee der Bereicherung geleitet wird und seine Familie und sein Umfeld von der Idee geleitet werden, seine Präsidentschaft zum Erlangen von Milliarden zu nutzen. Nun, letztlich hat Trump das ja nie verborgen, als er seine Bitcoins geschaffen hat und als er die Kursschwankungen von Kryptowährungen genutzt hat. Darüber sind Dutzende Artikel geschrieben worden. Dass Trump dafür nicht verantwortlich gemacht wird und die Mitglieder seiner Familie nicht verantwortlich gemacht werden, bedeutet, dass wir im Fall Amerikas heute so etwas wie eine kapitalistische Sowjetunion sehen. Das ist alles. Nun, so etwas kommt auch manchmal in der Geschichte vor.

Oh, eine wunderbare Frage. Gab es lange nicht. Frage an Sie als Juden. Halten Sie die jüdische Nation tatsächlich für auserwählt und für höherstehend als andere Nationen? Es ist einfach interessant, ob das ein Mythos ist oder ob Juden das wirklich so sehen. Danke.

Portnikov: Die Auserwähltheit der Juden ist etwas Religiöses. Vielleicht gibt es irgendwelche Menschen, die, weil sie Juden sind, Juden für höherstehend als irgendeine Nation halten. Mir scheint, dass Menschen, die ihre Nation für höherstehend als andere Nationen halten, es bei jedem Volk gibt. Und die Gedanken von Idioten zu beobachten, war für mich nie interessant. Ich meine, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft gleich und einander gleichwertig sind. Welcher Herkunft sie auch sein mögen, ukrainischer, jüdischer, tschuktschischer, französischer, russischer, arabischer. Von der nationalen Herkunft hängt überhaupt nichts ab. Es hängt vom Umfeld, von der Gesellschaft, von deiner Fähigkeit ab, dich zu entwickeln und Herausforderungen zu widerstehen. Die ethnische Herkunft, das Blut, bedeutet nichts. Obwohl ich weiß, dass viele Menschen anders denken. Aber diese Menschen sind in der Regel bitter enttäuscht, wenn sie der Realität im eigenen Volk begegnen. Die Auserwähltheit aus religiöser Sicht des Judentums, als die Juden das einzige monotheistische Volk dieser Welt waren – Sie erinnern sich, das war das einzige Volk, das an den einen Gott glaubte, unter Heiden, die an den Polytheismus glaubten –, hing damit zusammen, dass die Juden glaubten, der Herr habe sie für den Bund auserwählt und dass sie, damit der Herr ihnen gegenüber gerecht und respektvoll sei, all jene Weisungen erfüllen müssten, die Mose auf dem Berg Sinai übergeben wurden. Und Sie können sie alle lesen, denn das ist Teil des christlichen Weltbildes, und die anderen, die nicht an den einen Gott glauben, können all das nicht erfüllen. Das heißt: Auserwähltheit bedeutet die Notwendigkeit, sich all diesen Geboten zu unterwerfen. Aber wenn der Mensch Christ wird, also dieses jüdische Weltbild in der etwas reformierten Gestalt annimmt, die von den Aposteln nach Christus und natürlich von Christus selbst geschaffen wurde, dann werden ihm selbstverständlich genau dieselben Verpflichtungen auferlegt, die klar und deutlich in der Bergpredigt dargelegt sind, die zur Fortsetzung des Empfangs des Bundes auf Sinai wurde. Dasselbe gilt für die Muslime, die an eine modifizierte Version des Judentums glauben, wie sie vom Propheten Mohammed vorgeschlagen wurde. Das ist alles. Wenn du anfängst, an den einen Gott zu glauben, wenn du überhaupt, sagen wir so, an diese Verpflichtungen oder moralischen Weisungen gebunden bist, die nicht so sehr aus deinem Glauben hervorgehen wie aus dem Respekt vor anderen Menschen und vor dir selbst, dann wirst du auserwählt; wenn du daran nicht glaubst und meinst, du könntest alles tun, was du willst, und das habe keine Bedeutung, ob du in die Kirche, in die Synagoge oder in die Moschee läufst, dort mit dem Kopf gegen Wände, gegen Ikonen, gegen das schlägst, was du gerade siehst – das ist eine Frage deines inneren Zustands –, dann bist du nicht auserwählt. Das hat mit Herkunft überhaupt nichts zu tun. Papst Benedikt hat ganz klar gesagt, dass sich heute Menschen, die nicht an Gott glauben, so verhalten, als wären sie fromme Gläubige, während fromme Gläubige sich so verhalten, als gäbe es Gott nicht. Das ist das Gesetz des 21. Jahrhunderts. Ein Gesetz. Das ist alles. Danke für den Versuch, eine antisemitische Frage in anständiger Form zu formulieren.

Zuschauer: Ich bin mit Ihrer Meinung über Jahrzehnte der Energiekrise nicht einverstanden. Es gibt eine sehr attraktive Chance für die Entwicklung der Stromerzeugung. Das ist eine riesige Chance.

Portnikov: Natürlich, eine riesige Chance, die Entwicklung der Stromerzeugung. Ich stimme Ihnen vollkommen zu, vorausgesetzt nur, dass die Kraftwerke nicht zerstört werden. Wir haben in der Ukraine eine solche Menge an Möglichkeiten des Verkaufs von Strom, Energieressourcen, aber es gibt Schwärme von Drohnen, die jetzt über ukrainischen Städten kreisen; gerade jetzt sprechen wir mit Ihnen, und mir scheint, diese Drohnen kreisen weiter über ukrainischen Städten. Der Alarm dauert an. Es stimmt, ich habe die Realität in Bezug auf die Angriffe schon einfach verloren. Aber in diesen Minuten, gerade wenn wir miteinander sprechen, wenn wir über die Möglichkeit der Entwicklung der Stromerzeugung sprechen, geschehen in Lwiw mitten am hellen Tag starke Explosionen. Und wir sprechen darüber, wie sich die Stromerzeugung unter Begleitung von Explosionen in einer ukrainischen Stadt nahe der Grenze entwickeln wird. Und zur gleichen Zeit, wie Sie verstehen, brennt es im Hafen von Primorsk schon am zweiten Tag nach dem Angriff ukrainischer Drohnen in Russland. Hoffen wir, dass das in Lwiw die Flugabwehr ist. Im Nahen Osten geschehen Explosionen. Aber ja, natürlich, die Chancen für die Entwicklung der Stromerzeugung sind unglaublich. Ich bestreite das nicht. Nur, wissen Sie, wie unsere Großmütter sagten: Hsuptsache gibt es keinen Krieg „. Aber er ist da.

Frage: Warum wurden Ihrer Meinung nach im gesamten Zeitraum der Unabhängigkeit keine starken Beziehungen zwischen der Ukraine und Israel aufgebaut, angesichts der offensichtlichen Vorteile für beide Länder?

Portnikov: Weil die Länder in sehr unterschiedlichen Regionen der Welt liegen, weil sie unterschiedliche Sicherheitsinteressen haben und weil bis zum letzten Moment in beiden Ländern der Eindruck bestand, dass der Konflikt, der sich in jedem von ihnen abspielt, nicht ihr Krieg sei. In Israel meinte man, der Krieg in der Ukraine sei nicht ihr Krieg. In der Ukraine meinte man, der Nahostkonflikt sei nicht unser Krieg. Da ich als Mensch jüdischer Herkunft und als ukrainischer Staatsbürger immer meinte, dass es ein und derselbe Krieg ist, habe ich den Moment erlebt, in dem das fast allen offensichtlich wurde, wenn auch nicht vollständig, dass sowohl Israel als auch die Ukraine sich aus sicherheitspolitischer Sicht im Epizentrum der Konfrontation feindlicher Supermächte wiederfanden. Das ist ohne jeden Zweifel ein Problem, dass wir das nicht gesehen haben, aber wir haben es eben nicht gesehen. Daran ist jetzt nichts mehr zu ändern. Vielleicht muss man jetzt sagen, wie sich die Situation in Zukunft entwickeln wird, ob wir irgendein Ergebnis daraus ziehen können, was in Zukunft geschehen wird, wie sich die Situation mit dem Krieg in der Ukraine und mit dem Krieg im Nahen Osten entwickeln wird.

Frage: Führt die Situation mit der Zerstörung der Weltwirtschaft zu einem Aufflammen von Antisemitismus und Anti-Amerikanismus? Womit kann das drohen?

Portnikov: Natürlich führt sie dazu, sowohl in den Ländern des globalen Südens als auch möglicherweise in den Ländern Europas. Und das geschieht bereits. Und das ist nicht nur der Krieg im Nahen Osten. Dass seit dem Zweiten Weltkrieg bereits achtzig Jahre vergangen sind, nimmt all jene Impfungen überhaupt weg, die damals gesetzt wurden. Und das hängt nicht nur mit dem Antisemitismus zusammen. Das hängt damit zusammen, dass die Angst vor dem Krieg verschwunden ist. Verstehen Sie, um diese Idee der Auserwähltheit und Moralität weiterzuführen: Einst verschwand bei den Menschen die Angst vor Gott. Nun, die Angst verschwand eben. Letztlich sollen Menschen keine Angst haben, sie sollen glauben, wenn sie irgendwelche moralischen Prinzipien teilen. Aber das Verschwinden der Angst vor Gott bei Millionen Menschen machte diese Millionen Menschen zu ungestraften Verbrechern. Denn wenn sie Gott nicht fürchten, dann fürchten sie auch die menschliche Verurteilung nicht, wenn ihnen auf Erden nichts dafür geschieht. Und wir haben gesehen, wie schwer es ist, unter Menschen zu leben, die keine Angst vor Gott haben. Schwer, denn du kannst nicht glauben und dennoch ein moralischer Mensch sein, während dein Nachbar nicht glaubt, aber ein amoralischer Mensch ist. Früher fürchtete er Gott, dich fürchtete er nicht. Und jetzt, da er auch Gott nicht mehr fürchtet, kommt er zu dir und erschlägt dich. Und die Angst vor dem Krieg ist dasselbe. Solange die Menschen den Krieg fürchteten, bemühten sie sich wenigstens, sich vorsichtig zu verhalten, damit weder Raketen noch Drohnen auf ihren Kopf fallen. Aber jetzt, da sie keine Angst mehr haben, meinen sie, sie könnten ungestraft irgendwen anders töten, die Zerstörung ganzer Staaten, ganzer Nationen planen, und es werde ihnen nichts dafür geschehen. In einer solchen Welt werden wir jetzt leben. Und es ist sehr wichtig, dass wir aus diesem Abgrund irgendwie in eine Welt herauskommen, in der der Krieg nicht die Fortsetzung der Politik sein wird, sondern jener Schrecken und jener von allen verurteilte Albtraum, der er einige Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg war.

Nun, das sind im Prinzip die wichtigsten Fragen, die gestellt wurden, nachdem ich meine Sendung begonnen habe. Hier fragt ein Mensch mit dem Nickname Stirlitz, wann ich mich ausruhe. Ich meine, dass man über die Erholung nicht sprechen sollte, weil das vertrauliche Information ist, aber ich kann Sie davon überzeugen, dass ich Zeit für mich finde, und ziemlich viel Zeit. Und überhaupt meine ich, dass ein Mensch sich auf diese Weise entwickelt, wenn er über etwas nachdenkt, mit dem Publikum spricht, Texte schreibt; unerquicklich ist nur das, was kein Vergnügen bringt. Deshalb werde ich mich bemühen, sowohl mit Ihnen zu sprechen als auch Möglichkeiten zur Entwicklung zu finden, damit diese Gespräche ergiebig sind. Und das ist, wie mir scheint, ebenfalls sehr wichtig für die weitere Entwicklung unseres Dialogs und für das, was wir weiter beobachten werden.

Hoffen wir, dass dieser Angriff auf Lwiw ohne wesentliche Folgen enden wird. Ein sehr ernster Angriff. Jetzt berichten Monitoring-Kanäle darüber. Drohnen versuchen mitten am hellen Tag bis zum Bahnhof von Lwiw zu gelangen. Nun, wir sehen, dass der Feind jetzt die Eisenbahninfrastruktur ziemlich ernsthaft angreift. Und auch das ist absolut verständlich, warum er das tut. Und das ist ein weiteres Signal dafür, dass in Russland niemand irgendein Ende des Krieges wünscht. Und niemand interessiert sich für irgendeinen Donbas als ein Territorium, aus dem ukrainische Truppen abgezogen werden sollen. Denn suchen Sie die Logik: Wenn sie wollen, dass die ukrainischen Truppen aus dem Donbas abgezogen werden, warum greifen sie dann Lwiw an und versuchen, die ukrainische Infrastruktur so weit entfernt von den Gebieten Donezk und Luhansk zu zerstören? Ganz abgesehen davon, dass die Iraner, über die wir in dieser ganzen Sendung gesprochen haben, auf genau dieselbe Weise handeln. Gerade jetzt schlagen sie gegen Technologieunternehmen in Israel, schlagen gegen Energieressourcen in den Ländern des Persischen Golfs. Also, das ist ebenfalls eine ganz reale Gefahr dessen, dass wir gegen Länder Krieg führen, die wirklich versuchen, alles ringsum zu zerstören, damit die Menschen nicht normal leben, denn militärische Objekte sind ihnen, wie Sie verstehen, nicht so wichtig; sie hoffen vor allem, die Bevölkerung der Länder, denen sie gegenüberstehen, zu paralysieren und zu demoralisieren. Das ist die Logik solcher Regime.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Іран погодився на перемовини | Виталий Портников. 24.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 24.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Budanov bestreitet Forderungen der USA | Vitaly Portnikov. 28.02.2026.

Der Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, General Kyrylo Budanov, wies die Information zurück, dass die Vereinigten Staaten der Ukraine konkrete Fristen setzen, bis wann der russisch-ukrainische Krieg beendet sein müsse.

In letzter Zeit wird über solche Fristen viel gesprochen, und selbst ohne die Zurückweisung durch den Leiter des Präsidialamtes wirkt dies recht unlogisch. Die Vereinigten Staaten können der Ukraine zwar beliebige Bedingungen stellen. Offensichtlich ist jedoch, dass Präsident Donald Trump nicht über ausreichende Möglichkeiten verfügt, den russischen Präsidenten Putin dazu zu zwingen, den Krieg zu einem von Trump gewünschten Zeitpunkt zu beenden – zumal Putin den Verhandlungsprozess nutzt, um den russisch-ukrainischen Krieg fortzusetzen. Schon die Tatsache, dass Trump zugestimmt hat, dass Verhandlungen parallel zu den Kampfhandlungen stattfinden, verschafft Putin zusätzliche Möglichkeiten, die Wünsche des amerikanischen Präsidenten und seiner Unterhändler zu ignorieren.

Zugleich betont Budanov, dass seiner Meinung nach den russischen Unterhändlern klar sei, dass sie letztlich gezwungen sein werden, allen Sicherheitsgarantien zuzustimmen, die die Vereinigten Staaten der Ukraine zu gewähren bereit sind. Wir wissen nicht, auf welche Informationen sich der General dabei stützt. Offensichtlich ist jedoch auch, dass sämtliche Sicherheitsgarantien, die die Vereinigten Staaten und europäische Länder der Ukraine geben könnten, erst nach Beendigung der Kampfhandlungen wirksam würden. Gerade deshalb ist für den russischen Präsidenten bereits die bloße Diskussion zwischen dem amerikanischen und dem ukrainischen Präsidenten über Sicherheitsgarantien für unseren Staat – selbst auf theoretischer Ebene – ein zusätzlicher Anreiz, den Krieg nicht durch einen stabilen Friedensvertrag zu beenden und damit die Möglichkeit solcher Garantien in absehbarer Zeit auszuschließen.

Es scheint, dass auch Budanov sich dieser Tatsache bewusst ist, wenn er von der Komplexität des Verhandlungsprozesses spricht und betont, dass der wichtigste Garant dafür, dass Russland seine Ziele nicht erreicht, die ukrainische Armee sei, die seit zwölf Jahren die imperialen Ambitionen des Nachbarstaates zurückhält. Übrigens spricht Budanov auch ausführlich über diese imperialen Ambitionen und unterstreicht, dass die wichtigste Voraussetzung für das Überleben des ukrainischen Staates der Zusammenbruch Russlands als Imperium sei.

Er präzisiert nicht, was genau er unter einem solchen Zusammenbruch versteht oder welches Schicksal die heutige Russische Föderation innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen erwarten könnte. Gemeint sind jedoch die imperialen Ambitionen der Russischen Föderation, die sich bekanntlich nicht auf das Territorium des heutigen Russland beschränken, sondern auf die Gebiete der ehemaligen Sowjetrepubliken.

Aus dieser Perspektive sind sowohl der Krieg Russlands gegen Georgien im Jahr 2008, die Annexion der Krim im Jahr 2014, der große Krieg Russlands gegen die Ukraine seit 2022 als auch die fortgesetzte russische Kontrolle über Transnistrien in Moldau Teil eines umfassenden Plans zur sogenannten Korrektur des „Fehlers“ von 1991, als die Sowjetunion von der politischen Landkarte verschwand.

Bekanntlich haben die russischen Sicherheitseliten das Verschwinden der Sowjetunion niemals akzeptiert. Mit dem Aufstieg Putins an die Spitze des russischen Staates wurden die Bemühungen intensiviert, die russische Staatlichkeit wieder an die Grenzen der Sowjetunion von 1991 heranzuführen. Der große Krieg gegen die Ukraine ist aus dieser Sicht nur eine Etappe dieser sogenannten Spezialoperation. Das Scheitern des Blitzkriegs hat diese Pläne jedoch erheblich gebremst.

Insofern kann man sagen, dass die imperialen Ambitionen Russlands heute deutlich geschwächt wirken. Selbst wenn man annimmt, dass der russische Staat in seinen international anerkannten Grenzen bestehen bleibt – auch nach dem Übergang von der heißen Phase des Krieges zu einem weniger intensiven, aber nicht minder beunruhigenden Konflikt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.

Tatsächlich könnte der Zusammenbruch dieser imperialen Ambitionen die einzige Garantie für das Überleben sowohl der Ukraine als auch anderer ehemaliger Sowjetrepubliken sein, die 1991 ihre Unabhängigkeit erklärten. Damit verteidigt die ukrainische Armee nicht nur die Ukraine, sondern auch diese Staaten vor den fortdauernden Versuchen, ihre Souveränität zu untergraben – Versuche, die stets Teil russischer Staatspolitik waren.

Libanesische Journalisten, die mit Budanov sprachen, fragten ihn auch nach möglichen eigenen Präsidentschaftsambitionen. Seine Antwort war weniger eine Aussage über persönliche Pläne als vielmehr eine Feststellung der objektiven Realität: Derzeit gebe es keine Voraussetzungen für Wahlen. Dieser Kommentar des Leiters des Präsidialamtes, der in aktuellen Umfragen als eine politisch populäre Persönlichkeit gilt, spiegelt die objektive Lage in Bezug auf Verhandlungen und Frieden stärker wider als seine Ausführungen zum Verhandlungsprozess selbst. Budanov macht deutlich, dass es nicht um persönliche Ambitionen geht, sondern darum, dass es in absehbarer Zeit keine objektiven Voraussetzungen für Präsidentschafts- oder Parlamentswahlen gibt. Denn es gibt keine realen Anzeichen dafür, dass die Friedensgespräche – ob in Abu Dhabi oder in Genf – zu konkreten Ergebnissen führen könnten, auf die man in Washington hofft.

Selbst die Wünsche Donald Trumps, die er mit den Präsidenten der Ukraine oder Russlands bespricht, ändern nichts an der Realität, in der Putin weiterhin auf militärischen Druck setzt. Solange das Kriegsrecht gilt, die Kampfhandlungen andauern und das Hinterland unter russischem Beschuss leidet, kann nur jemand von realen Wahlen träumen, der die Lage der Ukraine im fünften Jahr dieses erschöpfenden großen Krieges nicht begreift.

In diesem Sinne erscheint Budanovs Haltung zu Wahlen und Verhandlungen deutlich realistischer als die vieler ukrainischer Politiker und Kommentatoren, die den Prozess – offenbar vor allem im Interesse eines einzigen Zuschauers, Donald Trump – als reale und nicht als illusorische Politik betrachten, obwohl wir uns seit Januar 2025 in einer weitgehend von Illusionen geprägten außenpolitischen Situation befinden.


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Titel des Originals: Буданов заперечує вимоги США | Віталій
Портников. 28.02.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 28.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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