Der Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio hat versprochen, in Kürze die Voraussetzungen für neue Verhandlungsrunden zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu schaffen.
Der Chef des US-Außenministeriums bewertete die jüngsten Gespräche positiv, die die Vertreter von Präsident Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, in der russischen und der ukrainischen Hauptstadt geführt hatten, und betonte, diese Gespräche hätten reale Möglichkeiten dafür geschaffen, dass sich die Seiten bei künftigen Treffen auf eine Beendigung des Krieges zu Bedingungen einigen könnten, die alle zufriedenstellen würden.
Zugleich warnte der Außenminister der Vereinigten Staaten, dass zwischen Moskau und Kyiv weiterhin ernsthafte Meinungsverschiedenheiten bestünden, die bislang nicht überwunden werden konnten und die man nicht ignorieren könne. Es könnte also sein, dass die optimistischen Prognosen des Außenministers, wie schon mehr als einmal zuvor, auf die unerbittliche Realität treffen werden, dass die russische Führung nicht bereit ist, irgendwelche wirklichen Verhandlungen unter Vermittlung der Vereinigten Staaten fortzusetzen.
Der Kreml versucht allerdings gerade, einen Streit mit Donald Trump zu vermeiden. Nachdem der amerikanische Präsident mit seinem russischen Amtskollegen gesprochen hat – ich möchte übrigens daran erinnern, dass auch noch ein Gespräch Trumps mit dem Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelensky stattfinden soll –, betonte der Berater des Präsidenten der Russischen Föderation Juri Uschakow, das Hauptthema des Gesprächs zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten sei die Wiederaufnahme der amerikanisch-russischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Falle einer Lösung der Frage nach der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gewesen.
Wie man erkennen kann, ist genau das Trumps wichtigster Trumpf bei seinen Gesprächen mit Putin, mit dessen Hilfe er den russischen Präsidenten davon zu überzeugen hofft, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Doch so merkwürdig es auch klingen mag: Trump verfügt heute gerade im Hinblick auf die wirtschaftlichen Interessen des Kreml über mehr Möglichkeiten, auf Putin einzuwirken, als noch vor einigen Monaten. Und das ist kein großes Verdienst des amerikanischen Präsidenten selbst. Es ist ein Verdienst der Streitkräfte der Ukraine.
Denn je mehr für Russland wichtige Wirtschaftsobjekte die ukrainischen Soldaten zerstören, je häufiger die Erdölraffinerien der Russischen Föderation brennen und je weniger Möglichkeiten Russland hat, Öl aus seinen Häfen zu exportieren, desto größer wird das Interesse des russischen Präsidenten an einer Aufhebung der Sanktionen gegen die Russische Föderation und an einer Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten.
Bis vor Kurzem war man in Moskau der Ansicht, alle mit den westlichen Sanktionen verbundenen Probleme gelöst zu haben und dass sich die Beendigung der Zusammenarbeit sowohl mit den Vereinigten Staaten als auch mit der Europäischen Union in keiner Weise auf die russische Wirtschaft auswirken werde, die Putin auf den Globalen Süden, auf China und Indien, umorientieren wollte. Doch nun zeigt sich, dass die Möglichkeiten, die Verluste durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Peking und Neu-Delhi auszugleichen, immer geringer werden. Zum einen deshalb, weil die Sanktionen gegen russisches Öl eben doch wirken und selbst Indien weniger davon kauft als noch vor einigen Jahren. Zum anderen deshalb, weil Russland inzwischen Probleme mit seiner Erdölverarbeitungsindustrie und mit dem Verkauf von Öl hat.
Jeder weitere Tag mit Angriffen auf die Erdölverarbeitung, jeder weitere Tag, an dem russische Ölhäfen zerstört werden, jeder weitere Tag, an dem die Europäer Jagd auf russische Tanker machen, die Öl transportieren, wird zusätzliche Probleme für die russische Wirtschaft schaffen. Und auf diese Weise wird Putin gezwungen sein, den Vorschlägen Donald Trumps ernsthafter Gehör zu schenken.
Das einzige Problem bei all dem ist die Frage, wann der Präsident der Russischen Föderation tatsächlich realistische Gespräche über die Beendigung des Krieges aufnehmen möchte. Dazu gibt es, wie wir wissen, zahlreiche widersprüchliche Informationen. Quellen aus dem Kreml betonen, Putin hoffe weiterhin darauf, dass es ihm gelingen werde, die gesamte Oblast Donezk zu erobern, und halte es zumindest für notwendig abzuwarten, wie die Ukraine den Winter 2026/2027 bewältigen wird.
Natürlich ist für Putin die Kapitulation unseres Staates und sein anschließendes Verschwinden von der politischen Weltkarte wichtiger als die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten. Und der russische Präsident kann schlicht davon ausgehen, dass die Amerikaner im Falle dieser Kapitulation ihre Beziehungen zu Moskau ohnehin wieder aufnehmen werden. Und deshalb besteht für ihn vorerst kein Grund zur Eile.
Die Amerikaner dagegen haben es eilig. Sowohl die Reise von Steve Witkoff und Jared Kushner in die russische und die ukrainische Hauptstadt als auch die Erklärungen des Außenministers der Vereinigten Staaten Marco Rubio über eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen sowie die Tatsache, dass Steve Witkoff seinen europäischen Gesprächspartnern versprochen hat, Moskau werde sich nach den sogenannten Wahlen zur Staatsduma der Russischen Föderation, die bereits in den kommenden Wochen stattfinden werden, intensiver an den Verhandlungen beteiligen – all das zeigt, dass die Administration zumindest irgendein positives Ergebnis im Zusammenhang mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges vor den Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten erzielen möchte, die für Trump buchstäblich eine Frage des politischen Überlebens sind.
Und natürlich würde der amerikanische Präsident den Amerikanern vor diesen Wahlen gerne konkrete Erfolge zumindest auf außenpolitischem Gebiet präsentieren. Erfolge im Zusammenhang mit der Möglichkeit, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, mit der Beendigung der Krise im Nahen Osten und mit der Möglichkeit, die Kraftstoffpreise an den amerikanischen Tankstellen zu senken.
All diese Dinge hängen miteinander zusammen. Denn wenn es gelingt, das Feuer an der russisch-ukrainischen Front einzustellen oder zumindest eine Waffenruhe im Energiebereich zu vereinbaren, würde das automatisch bedeuten, dass die Ukraine die russische Erdölverarbeitungsindustrie und die Häfen der Russischen Föderation nicht mehr angreifen würde und Russland mehr Öl an die Länder des Globalen Südens verkaufen könnte. Für die Russen bleibt das in der nächsten Zukunft tatsächlich eine ziemlich wichtige Frage.
Wie dem auch sei: Die Worte des Außenministers der Vereinigten Staaten, wonach es Möglichkeiten gibt, den Verhandlungsprozess selbst wieder aufzunehmen, werden schon bald auf die Probe gestellt werden. Und möglicherweise werden der amerikanische und der ukrainische Präsident, die sich ebenfalls bereits in den kommenden Wochen in den Vereinigten Staaten treffen könnten, vielleicht am Rande der Generalversammlung, genau darüber sprechen.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Рубіо обіцяє перемовини | Віталій Портников. 09.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 09.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung vonViktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.