Die Russen haben die Waffenruhe gebrochen | Vitaly Portnikov. 05.09.2026.

Die von der Ukraine verkündete Waffenruhe hielt nicht einmal einige Stunden und reiht sich damit in die lange Liste einseitiger Feuerpausen von ukrainischer Seite ein, die von Moskau nicht unterstützt wurden.

Aber dass man in Russland keinerlei Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine will, sollte uns meines Erachtens nach viereinhalb Jahren des großen Krieges und zwölf Jahren des Konflikts zwischen Moskau und Kyiv nicht mehr überraschen. Zumal die ukrainische Waffenruhe offensichtlich weniger auf Russland ausgerichtet war als darauf, den amerikanischen Vermittlern Steve Witkoff und Jared Kushner zu demonstrieren, dass sie sicher in die russische und die ukrainische Hauptstadt reisen können, um den Verhandlungsprozess wiederzubeleben, der perspektivisch, wenn schon nicht zur Beendigung, so doch zumindest zu einer Unterbrechung des russisch-ukrainischen Krieges führen sollte.

Doch dass man in Moskau der Entscheidung Kyivs keinerlei Beachtung schenkte, erinnert noch einmal daran, dass man in der russischen Hauptstadt derzeit weder über eine Beendigung noch über eine Unterbrechung des Krieges nachdenkt, sondern über eine Fortsetzung der Eskalation an der russisch-ukrainischen Front sowie über weitere Angriffe auf friedliche ukrainische Städte.

Aus dieser Sicht wirkt die Reise der amerikanischen Vermittler merkwürdig. Obwohl – warum eigentlich merkwürdig? Wir sind es gewohnt, politische Ereignisse von jener Logik ausgehend zu analysieren, die in den vergangenen Jahrzehnten oder, ich würde sagen, Jahrhunderten in der Politik galt.

Doch in der Ära Donald Trumps läuft alles völlig anders ab. Bestimmte Entscheidungen werden nicht deshalb getroffen, weil sie mit der Suche nach irgendwelchen konkreten Handlungsmöglichkeiten verbunden wären. Und nicht einmal deshalb, weil Donald Trump irgendwelche Lösungen für wichtige Probleme erwartet, sondern weil er weniger die militärische Realität als vielmehr, sagen wir, die Auswirkungen seiner jeweiligen Handlungen auf sein Image berücksichtigt.

Viele Entscheidungen werden einfach deshalb getroffen, weil im Kopf des Präsidenten der Vereinigten Staaten eine Realität existiert, die nicht mit den Realitäten der heutigen Welt übereinstimmt – mit der Welt, in der wir alle leben. Und damit das nicht wie eine bloße Behauptung klingt, möchte ich daran erinnern, dass Trump bereits mehrmals vor den Reisen Steve Witkoffs in die russische Hauptstadt versichert hatte, es gebe Chancen auf eine Verständigung und seine hervorragenden Beziehungen zu Putin ließen auf ein Ende des Krieges hoffen. Doch Witkoffs Missionen waren schon zum Scheitern verurteilt, bevor der amerikanische Vermittler überhaupt in die russische Hauptstadt aufbrach – selbst damals, als sich Trumps Schwiegersohn Kushner ihnen noch nicht angeschlossen hatte.

Jetzt ist die Situation ungefähr dieselbe. Trump sagt, es gebe Chancen, betont jedoch, dass es keinerlei neue Vorschläge gebe. Und wir hoffen einfach auf die Logik des gesunden Menschenverstands, darauf, dass der amerikanische Präsident seine Vertreter in die russische Hauptstadt geschickt hat, weil er Informationen über Putins Bereitschaft zu konstruktivem Handeln hatte, oder darauf, dass dieses konstruktive Handeln inzwischen nicht mehr mit Trump, sondern mit jenem Dialog zusammenhängt, den der Präsident der Russischen Föderation mit dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China Xi Jinping geführt hat.

Und tatsächlich sind es nur noch wenige Wochen bis zum Treffen Trumps mit dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China. Und warum sollten der Präsident der Vereinigten Staaten und der Staatspräsident der Volksrepublik China nicht vor ihrem nächsten Gipfeltreffen eine Möglichkeit finden, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden? Aber das sind ausschließlich unsere Hoffnungen, die sich auf keinerlei Fakten stützen, sondern einzig und allein auf Vermutungen und auf unseren Wunsch, dass Russlands grausamer Krieg gegen die Ukraine endlich endet.

Die Fakten sprechen von etwas völlig anderem. Davon, dass Russland keinerlei Waffenruhe will, davon, dass Präsident Putin, der von Verhandlungen spricht, gleichzeitig an seiner gewohnten Sprache der Drohungen festhält.

Worauf also können wir im Zusammenhang mit der Reise Steve Witkoffs und Jared Kushners nach Moskau hoffen?

Nun, zunächst einmal darauf, dass diese Reise die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine nicht verschlechtert. Praktisch alle unsere Bemühungen im Zusammenhang mit diesem Verhandlungsprozess sind keine Bemühungen, die auf ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges abzielen, denn die Vereinigten Staaten verfügen derzeit über keinerlei reales zusätzliches Instrument, um auf die Russische Föderation Einfluss zu nehmen.

Und jene Instrumente, die eingesetzt werden könnten – sagen wir, das vom Repräsentantenhaus verabschiedete Gesetz zur Unterstützung der Ukraine oder das vom Senat verabschiedete Graham-Gesetz –, stecken derzeit jeweils in der anderen Kammer des amerikanischen Kongresses fest. Und wir wissen nicht, ob sie künftig verabschiedet werden. Und vor allem wissen wir nicht, wie real die Unterstützung dieser Gesetzentwürfe durch Präsident Donald Trump ist, selbst wenn sie irgendwann tatsächlich zu Gesetzen werden sollten.

Unsere Aufgabe besteht also nicht darin, darauf zu hoffen, dass Witkoff und Kushner den dreisten russischen Präsidenten, der davon träumt, sein eigenes Imperium um den Preis ukrainischer Menschenleben wiederherzustellen, von irgendetwas überzeugen können. Unsere Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Amerikaner der Ukraine nicht vorwerfen können, sie bringe Trumps Verhandlungsprozess zum Scheitern, und uns auf dieser Grundlage beispielsweise die Weitergabe von Geheimdienstinformationen oder den Verkauf amerikanischer Waffen an die Europäer verweigern.

Zumal wir sehen, dass sowohl Trump als auch seine Minister ständig versuchen, für das, was geschieht, nicht den Aggressor, sondern das Opfer verantwortlich zu machen. Wie es übrigens erst vor Kurzem der Finanzminister der Vereinigten Staaten Bessent getan hat, der sagte, der Anstieg des Ölpreises auf dem Weltmarkt, der eine direkte Folge der ungeschickten Entscheidungen der amerikanischen Administration im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Iran war, sei, wie sich herausstellt, darauf zurückzuführen, dass die Ukraine das Ölverarbeitungspotenzial der Russischen Föderation zerstört.

In jedem solchen Vorwurf steckt, wie wir verstehen, das Potenzial für eine Verweigerung der Unterstützung unseres Landes. Und obwohl diese Unterstützung der Vereinigten Staaten derzeit nicht kritisch erscheint, bleibt sie dennoch wichtig. Wir werden also Trumps Spiel mitspielen müssen, auch wenn wir beide sehr gut verstehen, dass es hier nicht um Frieden geht, sondern um die Positionen, die die amerikanische Administration einnimmt.

Wenn Putin Trump bis zum Ende der Amtszeit des amerikanischen Präsidenten im Jahr 2029 aussitzen will, müssen auch wir diese Administration aussitzen und darauf hoffen, dass der nächste Präsident der Vereinigten Staaten ein Mensch sein wird, dessen Wahrnehmung der Realität mit der Realität der heutigen Welt übereinstimmt. Und wir müssen auf diese Weise Bedingungen schaffen, unter denen die Administration des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten der Ukraine nicht vorwerfen kann, dass wir keinen Frieden wollen. Zumal wir auf eine Veränderung der politischen Realitäten in den Vereinigten Staaten möglicherweise nicht Jahre, sondern nur Monate warten müssen.

Bereits nach den Kongresswahlen, die in diesem Herbst stattfinden werden, könnte sich die gesamte politische Infrastruktur der Vereinigten Staaten und auch der Welt als solcher bis zur Unkenntlichkeit verändern. Und wir werden tatsächlich in einem völlig neuen politischen Klima leben. Aber auch dieses politische Klima müssen wir erst erleben, ohne die Beziehungen zur gegenwärtigen amerikanischen Administration zu beschädigen und indem wir ein Fundament für die weitere Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten schaffen.

Und aus dieser Sicht kann man sogar eine Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front verkünden – in dem Bewusstsein, dass die russische Seite nicht nur keinerlei Interesse an einer solchen Feuerpause hat, sondern nicht einmal daran interessiert ist, überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, dass solche Waffenruhen verkündet werden.


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Titel des Originals: Росіяни зірвали перемирʼя | Віталій Портников. 05.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 05.09.2026.
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Warum Witkoff und Kushner kommen | Vitaly Portnikov. 04.09.2026.

Die Reise der Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, in die russische und die ukrainische Hauptstadt weckt Hoffnungen – wenn schon nicht auf Frieden, dann zumindest auf eine Wiederbelebung des Verhandlungsprozesses über ein Ende des Krieges in der Ukraine.

Es sei daran erinnert, dass es gerade die Russische Föderation war, die sich aus diesem Verhandlungsprozess zurückgezogen hat. Damals forderte man in Moskau als Voraussetzung für seine Wiederaufnahme, dass die Ukraine dem Abzug ihrer eigenen Truppen aus jenen Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk zustimmt, die sich weiterhin unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Staatsführung befinden.

Die Tatsache, dass man sich im Kreml bereit erklärt hat, mit den amerikanischen Vertretern zu sprechen und sie darüber hinaus sogar nach Moskau eingeladen hat, ohne dass die Ukraine diese Forderungen der russischen Führung erfüllt hat, zeugt bereits von einem gewissen diplomatischen Erfolg Kyivs.

Denn Putin ist offenbar klar geworden, dass es ohne einen Verhandlungsprozess schlicht nicht möglich sein wird, in den Beziehungen zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump weiter auf Zeit zu spielen. Und selbst wenn das Hauptziel des russischen Staatschefs gerade darin besteht, bis zum Ende von Trumps Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten Zeit zu schinden, muss er nicht Drohungen gegen die Ukraine, sondern die Existenz eines tatsächlichen Verhandlungsprozesses vortäuschen.

Aber das ist nur eine der Möglichkeiten, die sich im Zusammenhang mit den Besuchen von Witkoff und Kushner ergeben. Die zweite Möglichkeit hängt mit den bevorstehenden Wahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten zusammen. Putin könnte befürchten, dass ein nahezu unvermeidlicher Sieg der Demokraten bei diesen Wahlen einen Kongress hervorbringen wird, der nicht nur Trump, sondern auch ihm selbst gegenüber wesentlich feindseliger eingestellt ist. Und dass die Demokraten, wenn sie über eine Mehrheit im Kongress verfügen, beispielsweise vom amerikanischen Präsidenten verlangen werden, ein Gesetz über Hilfen für die Ukraine zu unterstützen und der Ukraine eine milliardenschwere finanzielle Unterstützung zu gewähren – im Gegenzug für bestimmte Zugeständnisse der parlamentarischen Mehrheit im Kongress. Mit anderen Worten: Bedingungen zu schaffen, die für eine Fortsetzung des Krieges durch Russland äußerst ungünstig wären. Und hier wird die Suche nach einem Konzept zumindest für einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zu einer realistischen Option.

Die dritte Version besteht darin, dass die ukrainischen Streitkräfte tatsächlich erhebliche Erfolge bei ihren Angriffen auf die russische Wirtschaft erzielt haben. Diese Angriffe räumt inzwischen selbst Putin ein. Natürlich versuchte der russische Staatschef bei seinen Auftritten in Bischkek und Wladiwostok, die Auswirkungen der ukrainischen Angriffe auf die russische Wirtschaft herunterzuspielen. Doch mit welchen Zahlen Putin auch jonglieren mag, die Tatsache bleibt offensichtlich. Sowohl die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation als auch die Möglichkeiten, Öl in die Länder des Globalen Südens zu liefern, und die Landwirtschaft der Russischen Föderation – all das leidet erheblich unter den ukrainischen Angriffen und wird auch weiterhin darunter leiden.

Ja, Russland kann seine terroristischen Angriffe auf die städtische Infrastruktur Kyivs und anderer ukrainischer Städte fortsetzen. Aber dadurch, dass Russland die ukrainische Infrastruktur zerstört, wird die russische Infrastruktur nicht wiederhergestellt. Zudem können der Ukraine in einer derart schwierigen Phase der Konfrontation mit Moskau ihre europäischen Verbündeten beim Überleben helfen. Und wer, wenn nicht Putin, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Volksrepublik China zwar russisches Öl kaufen und dadurch reale Möglichkeiten für das Überleben der russischen Wirtschaft schaffen kann, Putin aber nicht einfach so Geld geben wird.

Und im Übrigen ist offensichtlich, dass die Wiederbelebung der Verhandlungsbemühungen auch mit dem jüngsten Treffen zwischen Putin und dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China Xi Jinping in der kirgisischen Hauptstadt zusammenhängen könnte. Denn gerade nach diesen Gesprächen, nach denen der chinesische Staatschef von der Bedeutung einer stärkeren politischen Koordinierung zur Beendigung des russisch-ukrainischen Konflikts sprach, lud der russische Präsident Steve Witkoff und Jared Kushner öffentlich nach Moskau ein.

Natürlich können wir davon ausgehen, dass die Reise der amerikanischen Vertreter im Voraus vorbereitet worden war. Solche Besuche lassen sich nicht buchstäblich innerhalb weniger Tage vorbereiten. Aber die öffentliche Einladung könnte eine Demonstration der Loyalität nicht nur gegenüber dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gewesen sein. Sie könnte zugleich eine Demonstration der Bereitschaft gewesen sein, den Verhandlungsprozess fortzusetzen. Putin muss das also sowohl Trump als auch Xi Jinping zeigen. Er muss zeigen, dass er sich den Verhandlungsbemühungen nicht verweigert.

Später kann man dann der Ukraine mangelnde Konstruktivität vorwerfen, behaupten, Moskau und Washington hätten versucht, einen Kompromiss zu finden, zu dem die ukrainische Führung nicht bereit sei, und genau solche Bedingungen erfinden, die nicht zu einem Ende des Krieges, sondern zu einer Destabilisierung der politischen Lage in der Ukraine führen würden.

Jetzt aber könnte Putin bestrebt sein, die Vertreter des Präsidenten der Vereinigten Staaten an seiner Seite zu sehen, um zu zeigen: „Sehen Sie, ich habe tatsächlich Bedingungen geschaffen, unter denen Russland bereit ist, nach politischen Lösungen für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges zu suchen. Ich treffe mich mit den Vertretern Donald Trumps. Gemeinsam mit ihnen suche ich nach einem ernsthaften Kompromiss. Und dass die ukrainische Führung nicht bereit ist, diesen Kompromiss einzugehen – nun, davor habe ich doch bereits gewarnt, noch bevor Witkoff und Kushner in der russischen Hauptstadt eingetroffen sind.“

Übrigens: in der russischen Hauptstadt. Moskau wird jetzt alles Mögliche tun, damit Witkoff und Kushner nach Moskau kommen und sich mit Putin treffen, zugleich aber aus Sicherheitsgründen auf eine Reise nach Kyiv verzichten. Bekanntlich haben die Sondergesandten des amerikanischen Präsidenten die ukrainische Hauptstadt bislang kein einziges Mal besucht. Allein die Tatsache ihrer Ankunft, sollte sie tatsächlich stattfinden, wäre daher bereits ein echter diplomatischer Durchbruch, der dem russischen Präsidenten offensichtlich nicht gefällt und den er in den kommenden Tagen zu verhindern versuchen wird.

Und das ist in gewissem Maße ebenfalls eine diplomatische Gefahr und eine Falle, die wir gemeinsam mit unseren amerikanischen Partnern bereits in nächster Zeit umgehen müssen. Offensichtlich ist diese Falle durchaus ernst zu nehmen, denn wenn Witkoff und Kushner nur in Moskau sein werden und nicht nach Kyiv kommen, werden sie zu Übermittlern gerade der russischen Vorstellung davon, wie der Krieg beendet oder ein Kompromiss zur Erreichung eines Waffenstillstands gefunden werden soll.


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Titel des Originals: Чому їдуть Віткофф і Кушнер | Віталій Портников. 04.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 04.09.2026.
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Geheime Verhandlungen zwischen Musk und Zelensky | Vitaly Portnikov. 26.08.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky führt geheime Verhandlungen mit dem amerikanischen Milliardär Elon Musk vor dem Hintergrund der Suche der Ukraine nach Möglichkeiten, noch vor dem Winter Schläge gegen die Abschussvorrichtungen russischer ballistischer Raketen zu führen.

Diese Meldung erschien vor dem Hintergrund der offiziellen Entscheidung Zelenskys, Musk mit einem ukrainischen Orden auszuzeichnen, was Teil des Verhandlungsprozesses sein und die Suche nach Lösungen gemeinsam mit dem Chef des amerikanischen Hightech-Unternehmens beeinflussen könnte.

Zuvor hatte der Zugang der Ukraine zu den Starlink-Systemen die Möglichkeiten der ukrainischen Streitkräfte, russische Stellungen in den besetzten ukrainischen Gebieten anzugreifen, erheblich verbessert und es ermöglicht, das Tempo der Offensive zu verringern und Putins Plan zu durchkreuzen. Würde Musk dem Einsatz von Starlink auf dem souveränen Territorium der Russischen Föderation zustimmen, wäre dies eine unangenehme Überraschung für den russischen militärisch-industriellen Komplex.

Bislang gibt es jedoch keine Informationen darüber, dass Musk tatsächlich bereit ist, der ukrainischen Führung bei der Suche nach Wegen zur Neutralisierung der russischen Bedrohung durch ballistische Raketen entgegenzukommen. Zumal wir uns auch darüber im Klaren sein müssen, dass der amerikanische Präsident Donald Trump hier derjenige ist, der letztlich entscheiden wird, ob Technologien der Vereinigten Staaten der Ukraine tatsächlich bei Angriffen auf das souveräne Territorium der Russischen Föderation helfen dürfen.

Bis vor Kurzem scheute Trump davor zurück, einen offenen Konflikt mit dem russischen Präsidenten Putin einzugehen, den er, wenn schon nicht als gleichberechtigten Akteur im Weltkonzert, so doch zumindest als jemanden betrachtet, auf dessen Interessen die Vereinigten Staaten Rücksicht nehmen müssen.

Und hier treten natürlich nicht die geheimen Verhandlungen zwischen Zelensky und Musk in den Vordergrund, sondern die geheimen Verhandlungen des Direktors der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten in der russischen Hauptstadt. Wobei die Geheimhaltung dieser Verhandlungen ziemlich relativ ist, denn nachdem der CIA-Direktor die russische Hauptstadt verlassen hatte, bestätigte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Peskow, dessen Aufenthalt dort. Einen anderen wichtigen Umstand bestätigte er allerdings nicht: Kontakte zwischen dem Direktor der Central Intelligence Agency und dem Präsidenten der Russischen Föderation selbst.

Es ist schwer vorstellbar, dass ein Amtsträger dieses Ranges zum ersten Mal seit fünf Jahren die russische Hauptstadt besucht und sich lediglich mit Kontakten zu seinen Amtskollegen vom Auslandsgeheimdienst der Russischen Föderation und vom Föderalen Sicherheitsdienst begnügt hätte. Solche Kontakte hätte man ohne größere Probleme auch auf neutralem Boden organisieren können. Der ganze Sinn der Reise des CIA-Direktors nach Moskau könnte also ausschließlich in seinem Kontakt mit dem Präsidenten der Russischen Föderation gelegen haben.

Und hier stellt sich die wichtigste Frage: Worüber könnten der Präsident der Russischen Föderation und der Direktor der Central Intelligence Agency tatsächlich gesprochen haben? Welche Warnungen könnte der CIA-Direktor an den russischen Präsidenten gerichtet haben, falls es um den russisch-ukrainischen Krieg ging? Obwohl auch das unbekannt ist. Bekanntlich gibt es zwischen Moskau und Washington zahlreiche andere für Amerika wichtige strittige Themen, die etwa mit der Entwicklung der Konfliktsituation im Nahen Osten und der Erwartung einer echten globalen Energiekrise zusammenhängen, falls es den Vereinigten Staaten in den kommenden Monaten nicht gelingt, sich mit dem Iran zu einigen und die Straße von Hormus zu öffnen.

Vor dem Hintergrund der Verhandlungen zwischen Zelensky und Musk erscheint die Substanz der Konsultationen zwischen dem CIA-Direktor und dem Präsidenten der Russischen Föderation somit bereits als das realere Ereignis. Warum? Weil es darum gegangen sein könnte, dass die Vereinigten Staaten bereit wären, der Ukraine ernsthaftere Unterstützung zu gewähren, falls die Russische Föderation nicht der Möglichkeit einer Einstellung der Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front oder zumindest ihrer teilweisen Einstellung zustimmt.

In Washington könnte man davon ausgehen, dass Präsident Putin angesichts der fortgesetzten ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation und auf die Marktplätze des Terrorstaates nun selbst zumindest an einer teilweisen Einstellung der Kampfhandlungen interessiert sein könnte, um den russischen Ölraffineriekomplex und das wirtschaftliche Potenzial des Landes zu erhalten. Und gerade deshalb kann man jetzt von realen Chancen darauf sprechen, dass ein Waffenstillstand, zumindest ein Waffenstillstand in der Luft, erreicht werden könnte.

Die Alternative zu einem solchen Waffenstillstand könnte gerade darin bestehen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump dem Einsatz amerikanischer Technologien für weitere Angriffe auf die Russische Föderation zustimmt. Wobei es dabei, wie wir verstehen, nicht nur um Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen gehen könnte. Allein die Möglichkeit, Starlink einzusetzen, eröffnet bereits die Chance, dass die ukrainischen Streitkräfte sowohl den Ölraffineriekomplex der Russischen Föderation als auch russische Rüstungsbetriebe und Ansammlungen russischer Truppen wirkungsvoller angreifen können. Denn operative Informationen von Satelliten haben einen erheblichen Einfluss auf die mit der Fortsetzung des Krieges verbundene Situation.

Putin versteht das natürlich, könnte zugleich aber der Ansicht sein, dass die Zeit für ihn arbeitet und dass eine Einigung mit den Amerikanern gerade vor Beginn der Herbst-Winter-Periode in der Ukraine die Möglichkeiten schmälert, seine Erwartungen an die kommenden Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung und Infrastruktur zu verwirklichen.

Denn Putin glaubt weiterhin, dass es ihm mithilfe dieser Angriffe entweder gelingen wird, die ukrainische Gesellschaft zu destabilisieren und dadurch eine Stimmung zugunsten einer Kapitulation der Ukraine im russisch-ukrainischen Krieg zu erzeugen, oder, falls es ihm nicht gelingt, die ukrainische Gesellschaft zu destabilisieren, die Voraussetzungen für eine demografische Krise in der Ukraine selbst und eine Migrationskrise in den europäischen Staaten zu verschärfen.

Ganz zu schweigen davon, dass der russische Präsident noch immer die Möglichkeit von Angriffen auf europäische Länder in Betracht ziehen könnte, zumindest wenn es um Einrichtungen geht, die zur Unterstützung der Ukraine genutzt werden. Und alle westlichen Experten sprechen derzeit ernsthaft darüber.

Der Direktor der Central Intelligence Agency hatte also tatsächlich einiges, wovor er den Präsidenten der Russischen Föderation warnen konnte, und Zelensky hat tatsächlich einiges mit Elon Musk und anderen Vertretern des amerikanischen militärisch-industriellen Komplexes und der Hightech-Industrie zu besprechen.

Tatsächlich ist es gerade die Hilfe des Westens, die den russischen Präsidenten dazu zwingen kann, die Unmöglichkeit der Umsetzung all seiner Pläne zu erkennen, die mit der Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit und der Vernichtung des wirtschaftlichen Potenzials der Ukraine verbunden sind. Allerdings müsste Musk natürlich auch den ukrainischen Plänen zustimmen und nicht nur dem ukrainischen Präsidenten zuhören und aus dessen Händen ukrainische Orden entgegennehmen.


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Titel des Originals: Таємні перемовини Маска і Зеленського |
Віталій Портников. 26.08.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 26.08.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Handelskrieg zwischen den USA und Kanada | Vitaly Portnikov. 23.08.2026.

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat faktisch den Beginn eines Handelskrieges zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten eingeräumt, nachdem das geschehen war, was der kanadische Regierungschef als Angriff auf sein Land bezeichnete. Einen Angriff selbstverständlich vonseiten der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, nachdem der Verhandlungsprozess über ein Handelsabkommen zwischen Washington und Ottawa gescheitert war.

Die Verhandlungen dauerten ziemlich lange an, endeten jedoch ohne jedes Ergebnis, nachdem die Vereinigten Staaten und Kanada buchstäblich in den letzten Tagen vor dem endgültigen Abschluss der Arbeit an dem Dokument zu keiner Verständigung gelangen konnten.

Mark Carney behauptet, man habe in Ottawa einem Punkt des Abkommens nicht zugestimmt, dem zufolge Kanada keine neuen Wirtschaftsabkommen mit anderen Ländern hätte abschließen dürfen. Ein solcher Prozess hatte sich jedoch nur noch intensiviert, nachdem Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten geworden war und versucht hatte, einen Zollkrieg mit der gesamten Menschheit zu entfesseln.

Darüber hinaus waren ein weiterer Punkt – und das ist vielleicht der befremdlichste Moment im gesamten Verhandlungsprozess – die Forderungen der amerikanischen Delegation im Zusammenhang mit der Förderung der Rolle der französischen Sprache und Kultur in Kanada. Und das zeigt, dass sich das Wirtschaftsabkommen vor unseren Augen in ein politisches Abkommen zu verwandeln begann, das lediglich jene Werte bestätigen sollte, die Donald Trump selbst in den Vereinigten Staaten zu propagieren versucht – inzwischen weniger als Präsident denn als Anführer der Ultrakonservativen.

Damit ist die Mobilmachung für einen heißen Handelskrieg erfolgt. Trump kündigte die Einführung von Zöllen in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Waren an, die in die Vereinigten Staaten gelangen. In Ottawa verspricht man, Gegenmaßnahmen vorzubereiten und auf diese Weise auf jeden Dollar zu reagieren, den die kanadische Wirtschaft infolge der Einführung neuer Zölle durch die Vereinigten Staaten verlieren wird.

Und es ist bereits offensichtlich, dass die Folgen dieses Handelskrieges sowohl für die amerikanische als auch für die kanadische Wirtschaft ziemlich schwerwiegend sein werden. Mehr noch: Sie werden auf die Zerstörung der einheitlichen nordamerikanischen Wirtschaft hinauslaufen, an deren Aufbau amerikanische Präsidenten und kanadische Premierminister viele Jahre gearbeitet haben und, was am wichtigsten ist, die arbeitenden Menschen in beiden Ländern Nordamerikas.

Und diese Zerstörung der nordamerikanischen Wirtschaft wird zu einem wichtigen Bestandteil des politischen und wirtschaftlichen Erbes Donald Trumps werden – eines Erbes wirtschaftlicher und möglicherweise auch politischer Ruinen, die wir am Ende der Amtszeit eines der hinsichtlich seiner zerstörerischen Folgen historisch bedeutendsten amerikanischen Präsidenten sehen werden.

Donald Trump spricht nicht selten gerade über dieses sein Erbe. Und wir sehen bereits die ersten Ergebnisse dessen, womit sich in den kommenden Jahren nicht nur die Amerikaner, sondern die ganze Welt auseinandersetzen müssen.

  • Eine dramatische Energiekrise, deren Voraussetzungen gerade jetzt in der Straße von Hormus geschaffen werden. Während die Vereinigten Staaten und Iran nicht einmal versuchen, zu irgendeiner wirklichen Einigung zu gelangen.
  • Eine dramatische Nahrungsmittelkrise, deren Voraussetzungen wir buchstäblich jetzt im Schwarzen Meer sehen. Während die Vereinigten Staaten nicht einmal versuchen, irgendwelche wirklichen Anstrengungen zu unternehmen, um Russland dazu zu zwingen, die Blockade der ukrainischen Häfen aufzugeben und damit Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch die russischen Häfen für den Transport der für die Länder des Globalen Südens so wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse geöffnet werden.
  • Eine Krise der nordamerikanischen Wirtschaft.

Natürlich wird Kanada seine wirtschaftlichen Beziehungen neu ausrichten. Aber wichtig war hier gerade, dass die Wirtschaft auf dem gesamten Kontinent einen gemeinsamen Raum sowohl für Arbeit als auch für Kapital schuf und damit die Grundlagen für die Zukunft legte. Jetzt verstehen wir sehr gut, dass diese Grundlagen in jedem Fall – selbst wenn es gelingt, ein Handelsabkommen zu erreichen, oder selbst wenn es Donald Trumps Nachfolger gelingt, sich von dessen politischen und wirtschaftlichen Ansätzen abzuwenden – bereits für immer vom Geist des Misstrauens gegenüber der Politik der Vereinigten Staaten überschattet sein werden.

Und hier sehen wir einen weiteren wichtigen Bestandteil des Erbes von Donald Trump.

  • Den Bruch mit den Verbündeten.

Misstrauen gegenüber den Vereinigten Staaten und ihrer Politik in der gesamten zivilisierten Welt. Sowohl in Kanada als auch auf dem europäischen Kontinent, wo selbst eine solche ideologische Verbündete Trumps wie die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sagt, sie habe mit günstigeren Beziehungen zum amerikanischen Präsidenten gerechnet, also eingesteht, dass sie nicht verstanden hatte, dass sich Trumps Haltung gegenüber Europa durch gemeinsame ideologische Prioritäten keineswegs abmildern lassen würde – Prioritäten übrigens, das sei gleich gesagt, die sowohl für die Vereinigten Staaten als auch für den europäischen Kontinent falsch sind.

Und das ist nur ein Teil jener Prozesse, die sich in den vergangenen anderthalb Jahren bereits vollzogen haben. Stellen Sie sich das Ausmaß der Ruinen und das Ausmaß der Prüfungen vor, die die Vereinigten Staaten und ihre Nachbarn, ihre – hoffentlich nicht ehemaligen – Verbündeten in den kommenden Jahren der Präsidentschaft Donald Trumps noch durchstehen müssen. Ich denke, das Ausmaß dieser Ruinen und die Folgen der politischen und wirtschaftlichen Katastrophe werden so beeindruckend sein, dass wir heute, da die Voraussetzungen für künftige Krisen und Prüfungen erst geschaffen werden, noch nicht einmal das ganze Ausmaß jenes wahrhaft antiken Dramas vorausahnen können, das eine der interessantesten und gefährlichsten Präsidentschaften in der Geschichte der Vereinigten Staaten und der ganzen Welt begleiten wird.

Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada ist nur der Anfang eines Prozesses ernsthafter Prüfungen und Folgen, die sich in der Welt, in der wir uns befinden, letztlich niemals vollständig werden überwinden lassen. Aber natürlich möchte man sowohl Kanada als auch den Vereinigten Staaten wünschen, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden, die mit diesem praktisch bereits begonnenen Handelskonflikt verbunden sind.


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Titel des Originals: Торговая война США и Канады | Виталий Портников. 23.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 23.08.2026.
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Trump antwortet Zelensky | Vitaly Portnikov. 27.07.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat angekündigt, persönlich bei Putin nachzufragen, ob die Russische Föderation dem Iran Geheimdienstinformationen liefert – jene Informationen, die der Islamischen Republik dabei helfen, amerikanische Militäreinrichtungen anzugreifen.

Diese Worte des amerikanischen Präsidenten sind faktisch eine Antwort auf seinen ukrainischen Amtskollegen Volodymyr Zelensky im Vorfeld des Treffens der beiden Präsidenten, des amerikanischen und des ukrainischen. Zelensky hatte zuvor betont, dass die Ukraine über Informationen verfüge, die darauf hindeuten, dass Russland dem Iran Hilfe leistet.

Übrigens ist es durchaus bemerkenswert, dass Trump bereits im Voraus betonte, selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Russland dem Iran tatsächlich wichtige Geheimdienstinformationen liefert, werde dies die Wirksamkeit der iranischen Angriffe keineswegs beeinflussen. Denn nach Ansicht des amerikanischen Präsidenten könne Russland ohnehin nichts Ernsthaftes unternehmen – erst recht nicht, nachdem Amerika den Iran empfindlich getroffen habe.

Natürlich könnte man sagen, dass Trump weiterhin in einer Welt seiner eigenen Illusionen lebt und die geopolitische Falle nicht wahrnimmt, in die er nach Beginn der amerikanisch-israelischen Operation gegen das Regime der Ajatollahs geraten ist.

Ein Ausweg aus dieser Situation ist bislang nicht erkennbar, und wir wissen nicht, wie der weltweite Energiemarkt bereits in wenigen Monaten aussehen wird. Umso mehr, als die Vereinigten Staaten ihre Angriffe auf den Iran derzeit vor dem Hintergrund eines eklatanten Mangels an eigenen Luftverteidigungsmitteln aussetzen mussten. 

Und gerade hier könnten russische Informationen, die dem Iran zur Verfügung gestellt werden, dem Regime der Islamischen Republik erheblich dabei helfen, amerikanische Militärstützpunkte am Persischen Golf zu zerstören und amerikanische Soldaten zu töten.

Trump verteidigt jedoch konsequent die These, die seiner Ansicht nach belegen soll, dass selbst dann, wenn Russland und China der Islamischen Republik im Kampf gegen die Vereinigten Staaten helfen, dies keinerlei Auswirkungen haben könne. Deshalb lohne es sich seiner Meinung nach auch nicht, sich deswegen mit Putin oder Xi Jinping zu überwerfen. 

Und genau das erscheint mir als die gefährlichste Einschätzung der geopolitischen Lage durch den amerikanischen Präsidenten. Seit seiner Rückkehr ins Oval Office hält Trump weiterhin an der Doktrin fest, wonach es in der Welt nur drei entscheidende Akteure gibt: ihn selbst sowie die Staatschefs der Russischen Föderation und der Volksrepublik China. 

Gerade mit diesen Männern müsse er Vereinbarungen treffen – selbst wenn dies den Interessen der traditionellen Verbündeten der Vereinigten Staaten widerspreche. Gerade die Beziehungen zu diesen Männern stellt Trump als geopolitische Errungenschaft dar, obwohl dies der Realität und den nationalen Interessen des Landes widerspricht, das er führt.

Und selbst wenn Trump unwiderlegbare Informationen erhält, die belegen, dass Russland oder China gegen die Vereinigten Staaten arbeiten, versucht er entweder, diese Informationen nicht wahrzunehmen oder sie herunterzuspielen, damit die Vereinigten Staaten keinen direkten Konflikt mit Putin oder Xi Jinping eingehen.

Ein weiteres Beispiel dafür ist, dass Trump weiterhin betont, die Vereinigten Staaten würden der Ukraine weder Waffen verkaufen noch liefern. Stattdessen würden sie diese Waffen den NATO-Mitgliedstaaten übergeben, die sie anschließend an die ukrainische Armee zur Verteidigung gegen die russische Aggression weiterreichen.

Das ist ein ziemlich kindischer Versuch, das Ausmaß der amerikanischen Unterstützung für die ukrainische Armee herunterzuspielen. Denn in Russland versteht man sehr genau, mit welchen Waffen russische Soldaten getötet und russische Militärtechnik zerstört werden. Putin kann Trump damit nicht täuschen. Trump möchte jedoch, dass der russische Präsident von seiner offensichtlichen Abneigung gegen einen direkten Konflikt mit dem Kreml überzeugt ist.

Und hier stellt sich eine ziemlich einfache Frage: Wie sollte dann eigentlich die Politik der Ukraine gegenüber den militärischen Interessen der Vereinigten Staaten aussehen? 

Die Ukraine hat einen iranischen Tanker versenkt. Das hat bereits eine recht scharfe Reaktion der gegenwärtigen iranischen Führung ausgelöst.

Natürlich wäre es übertrieben zu behaupten, der Iran könne der Ukraine ernsthaften Schaden zufügen. Zumal das Regime der Islamischen Republik seit 2022 aktiv am Krieg gegen unser Land beteiligt ist, indem es Russland Shahed-Drohnen und Raketen für Angriffe auf ukrainisches Territorium liefert. 

Doch jetzt, da der Iran eigene militärische Interessen verfolgt, die sich nicht mit den russischen decken, weil er sich in einer intensiven militärischen Konfrontation mit den Vereinigten Staaten befindet, stellt sich die Frage, ob man dem Regime der Ajatollahs einen zusätzlichen Anlass oder Wunsch geben sollte, Russland neue Waffen zu liefern.

Die Lage ist nämlich ziemlich einfach. Russland verfügt nur über eine begrenzte Anzahl ballistischer Raketen. Russland kann die Ukraine – insbesondere die ukrainische Hauptstadt – nur mit der Anzahl von Raketen angreifen, die in den Fabriken der Russischen Föderation produziert werden. In den Depots ist nach den intensiven Bombardierungen der Ukraine in den vergangenen Kriegsjahren praktisch nichts mehr übrig geblieben.

Jede Lieferung von Raketen durch mit Russland verbündete Staaten wie den Iran erhöht daher schlicht die Zahl der Einschläge auf ukrainischem Territorium – unter Bedingungen eines kritischen Mangels an Luftverteidigungssystemen.

Was sehen wir also? Wir greifen einen Tanker eines Landes an, mit dem sich die Vereinigten Staaten in einem militärischen Konflikt befinden, der bereits heute erhebliche Probleme für Amerika selbst verursacht. Währenddessen vermeiden alle anderen Verbündeten der Vereinigten Staaten eine Konfrontation mit Teheran.

Der Präsident der Vereinigten Staaten tut so, als geschehe für ihn nichts Ernsthaftes – ebenso übrigens wie in der Frage der Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine im Bereich der Drohnentechnologie.

Die Führung eines Landes, das sich in einem ernsthaften geopolitischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten befindet, warnt, dass sie auf diesen Angriff gegen die Ukraine reagieren werde. Trump hingegen versucht nicht nur, die Rolle Putins bei den iranischen Angriffen auf amerikanische Militäreinrichtungen herunterzuspielen, sondern beeilt sich auch nicht, der Ukraine neue Raketen für die Patriot-Systeme zu liefern.

Natürlich müssen wir Verbündete der Vereinigten Staaten bleiben, denn auch in den kommenden Jahren der weltweiten Konfrontation werden die Vereinigten Staaten unser wichtiger Partner und Verbündeter bleiben. Aber sollten wir Schritte unternehmen, die im Weißen Haus gar nicht wahrgenommen werden und dort nicht als Maßnahmen gelten, die Amerika tatsächlich im Konflikt mit autoritären Regimen helfen zu überleben?

Vielleicht sollten wir uns wie alle anderen amerikanischen Verbündeten verhalten: helfen, zusammenarbeiten und zustimmen – aber keine zusätzlichen Schritte unternehmen, die unseren eigenen Interessen und unserer eigenen Sicherheit schaden könnten. Zumindest so lange, bis im Weißen Haus eine Regierung im Amt ist, die echte Bündnisbeziehungen zu schätzen weiß.


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Titel des Originals: Трамп відповідає Зеленському | Віталій Портников. 27.07.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 27.07.2026.
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