Trump antwortet Zelensky | Vitaly Portnikov. 27.07.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat angekündigt, persönlich bei Putin nachzufragen, ob die Russische Föderation dem Iran Geheimdienstinformationen liefert – jene Informationen, die der Islamischen Republik dabei helfen, amerikanische Militäreinrichtungen anzugreifen.

Diese Worte des amerikanischen Präsidenten sind faktisch eine Antwort auf seinen ukrainischen Amtskollegen Volodymyr Zelensky im Vorfeld des Treffens der beiden Präsidenten, des amerikanischen und des ukrainischen. Zelensky hatte zuvor betont, dass die Ukraine über Informationen verfüge, die darauf hindeuten, dass Russland dem Iran Hilfe leistet.

Übrigens ist es durchaus bemerkenswert, dass Trump bereits im Voraus betonte, selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Russland dem Iran tatsächlich wichtige Geheimdienstinformationen liefert, werde dies die Wirksamkeit der iranischen Angriffe keineswegs beeinflussen. Denn nach Ansicht des amerikanischen Präsidenten könne Russland ohnehin nichts Ernsthaftes unternehmen – erst recht nicht, nachdem Amerika den Iran empfindlich getroffen habe.

Natürlich könnte man sagen, dass Trump weiterhin in einer Welt seiner eigenen Illusionen lebt und die geopolitische Falle nicht wahrnimmt, in die er nach Beginn der amerikanisch-israelischen Operation gegen das Regime der Ajatollahs geraten ist.

Ein Ausweg aus dieser Situation ist bislang nicht erkennbar, und wir wissen nicht, wie der weltweite Energiemarkt bereits in wenigen Monaten aussehen wird. Umso mehr, als die Vereinigten Staaten ihre Angriffe auf den Iran derzeit vor dem Hintergrund eines eklatanten Mangels an eigenen Luftverteidigungsmitteln aussetzen mussten. 

Und gerade hier könnten russische Informationen, die dem Iran zur Verfügung gestellt werden, dem Regime der Islamischen Republik erheblich dabei helfen, amerikanische Militärstützpunkte am Persischen Golf zu zerstören und amerikanische Soldaten zu töten.

Trump verteidigt jedoch konsequent die These, die seiner Ansicht nach belegen soll, dass selbst dann, wenn Russland und China der Islamischen Republik im Kampf gegen die Vereinigten Staaten helfen, dies keinerlei Auswirkungen haben könne. Deshalb lohne es sich seiner Meinung nach auch nicht, sich deswegen mit Putin oder Xi Jinping zu überwerfen. 

Und genau das erscheint mir als die gefährlichste Einschätzung der geopolitischen Lage durch den amerikanischen Präsidenten. Seit seiner Rückkehr ins Oval Office hält Trump weiterhin an der Doktrin fest, wonach es in der Welt nur drei entscheidende Akteure gibt: ihn selbst sowie die Staatschefs der Russischen Föderation und der Volksrepublik China. 

Gerade mit diesen Männern müsse er Vereinbarungen treffen – selbst wenn dies den Interessen der traditionellen Verbündeten der Vereinigten Staaten widerspreche. Gerade die Beziehungen zu diesen Männern stellt Trump als geopolitische Errungenschaft dar, obwohl dies der Realität und den nationalen Interessen des Landes widerspricht, das er führt.

Und selbst wenn Trump unwiderlegbare Informationen erhält, die belegen, dass Russland oder China gegen die Vereinigten Staaten arbeiten, versucht er entweder, diese Informationen nicht wahrzunehmen oder sie herunterzuspielen, damit die Vereinigten Staaten keinen direkten Konflikt mit Putin oder Xi Jinping eingehen.

Ein weiteres Beispiel dafür ist, dass Trump weiterhin betont, die Vereinigten Staaten würden der Ukraine weder Waffen verkaufen noch liefern. Stattdessen würden sie diese Waffen den NATO-Mitgliedstaaten übergeben, die sie anschließend an die ukrainische Armee zur Verteidigung gegen die russische Aggression weiterreichen.

Das ist ein ziemlich kindischer Versuch, das Ausmaß der amerikanischen Unterstützung für die ukrainische Armee herunterzuspielen. Denn in Russland versteht man sehr genau, mit welchen Waffen russische Soldaten getötet und russische Militärtechnik zerstört werden. Putin kann Trump damit nicht täuschen. Trump möchte jedoch, dass der russische Präsident von seiner offensichtlichen Abneigung gegen einen direkten Konflikt mit dem Kreml überzeugt ist.

Und hier stellt sich eine ziemlich einfache Frage: Wie sollte dann eigentlich die Politik der Ukraine gegenüber den militärischen Interessen der Vereinigten Staaten aussehen? 

Die Ukraine hat einen iranischen Tanker versenkt. Das hat bereits eine recht scharfe Reaktion der gegenwärtigen iranischen Führung ausgelöst.

Natürlich wäre es übertrieben zu behaupten, der Iran könne der Ukraine ernsthaften Schaden zufügen. Zumal das Regime der Islamischen Republik seit 2022 aktiv am Krieg gegen unser Land beteiligt ist, indem es Russland Shahed-Drohnen und Raketen für Angriffe auf ukrainisches Territorium liefert. 

Doch jetzt, da der Iran eigene militärische Interessen verfolgt, die sich nicht mit den russischen decken, weil er sich in einer intensiven militärischen Konfrontation mit den Vereinigten Staaten befindet, stellt sich die Frage, ob man dem Regime der Ajatollahs einen zusätzlichen Anlass oder Wunsch geben sollte, Russland neue Waffen zu liefern.

Die Lage ist nämlich ziemlich einfach. Russland verfügt nur über eine begrenzte Anzahl ballistischer Raketen. Russland kann die Ukraine – insbesondere die ukrainische Hauptstadt – nur mit der Anzahl von Raketen angreifen, die in den Fabriken der Russischen Föderation produziert werden. In den Depots ist nach den intensiven Bombardierungen der Ukraine in den vergangenen Kriegsjahren praktisch nichts mehr übrig geblieben.

Jede Lieferung von Raketen durch mit Russland verbündete Staaten wie den Iran erhöht daher schlicht die Zahl der Einschläge auf ukrainischem Territorium – unter Bedingungen eines kritischen Mangels an Luftverteidigungssystemen.

Was sehen wir also? Wir greifen einen Tanker eines Landes an, mit dem sich die Vereinigten Staaten in einem militärischen Konflikt befinden, der bereits heute erhebliche Probleme für Amerika selbst verursacht. Währenddessen vermeiden alle anderen Verbündeten der Vereinigten Staaten eine Konfrontation mit Teheran.

Der Präsident der Vereinigten Staaten tut so, als geschehe für ihn nichts Ernsthaftes – ebenso übrigens wie in der Frage der Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine im Bereich der Drohnentechnologie.

Die Führung eines Landes, das sich in einem ernsthaften geopolitischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten befindet, warnt, dass sie auf diesen Angriff gegen die Ukraine reagieren werde. Trump hingegen versucht nicht nur, die Rolle Putins bei den iranischen Angriffen auf amerikanische Militäreinrichtungen herunterzuspielen, sondern beeilt sich auch nicht, der Ukraine neue Raketen für die Patriot-Systeme zu liefern.

Natürlich müssen wir Verbündete der Vereinigten Staaten bleiben, denn auch in den kommenden Jahren der weltweiten Konfrontation werden die Vereinigten Staaten unser wichtiger Partner und Verbündeter bleiben. Aber sollten wir Schritte unternehmen, die im Weißen Haus gar nicht wahrgenommen werden und dort nicht als Maßnahmen gelten, die Amerika tatsächlich im Konflikt mit autoritären Regimen helfen zu überleben?

Vielleicht sollten wir uns wie alle anderen amerikanischen Verbündeten verhalten: helfen, zusammenarbeiten und zustimmen – aber keine zusätzlichen Schritte unternehmen, die unseren eigenen Interessen und unserer eigenen Sicherheit schaden könnten. Zumindest so lange, bis im Weißen Haus eine Regierung im Amt ist, die echte Bündnisbeziehungen zu schätzen weiß.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп відповідає Зеленському | Віталій Портников. 27.07.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 27.07.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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