Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky erläuterte in einem Gespräch mit dem britischen Fernsehsender Sky News die Ernennungen und Entlassungen der vergangenen Wochen.
Viele meiner Kollegen konzentrieren sich derzeit vor allem auf Volodymyr Zelenskys Worte über den schweren Winter, den die Ukrainer werden überstehen müssen, und darauf, dass sich nur wenige das Ausmaß der möglichen Probleme vorstellen könnten. Ich möchte jedoch daran erinnern, dass der Präsident weniger über einen schweren Winter sprach, als vielmehr die Notwendigkeit erklärte, den Ministerpräsidenten und die ukrainische Regierung auszuwechseln. Wenn der Winter sehr schwer werden kann, muss an der Spitze der Regierung ein Mensch stehen, der sich des Ausmaßes der Probleme bewusst und in der Lage ist, sie gerade aus energiepolitischer Sicht zu lösen.
Nun, meiner Ansicht nach wäre es besser, wenn ein erfahrener Fachmann, der das Ausmaß der Probleme versteht und an der Spitze des Unternehmens Naftogaz der Ukraine steht, zumindest bis zum Winter dort bliebe und auf diese Weise die einwandfreie Arbeit dieses Unternehmens sicherstellte. Aber natürlich ist das ein Diskussionsthema, das man gerade zu dem Zeitpunkt hätte erörtern sollen, als Serhij Korezkyj zum neuen Ministerpräsidenten der Ukraine ernannt wurde.
Ganz zu schweigen davon, dass die Frage, wer den Ministerpräsidenten vorschlagen soll, außerhalb der Befugnisse des amtierenden Staatsoberhaupts liegt – ebenso wie außerhalb der Befugnisse jedes anderen Präsidenten, der zu einer Zeit gewählt wurde, als die Ukraine zu einer parlamentarisch-präsidentiellen Republik geworden war.
Der Leiter der Koalition in der Werchowna Rada, also der Vorsitzende der Partei „Diener des Volkes“, müsste uns erklären, dass beschlossen wurde, die Regierung auszuwechseln, weil der Ukraine ein schwerer Winter bevorsteht und die Abgeordneten zu dem Schluss gekommen sind, dass ein Energiefachmann an der Spitze der Regierung in der entstandenen Situation geeigneter wäre.
Aber natürlich ist das ein Thema, das wir seit 2019 diskutieren, als Volodymyr Zelensky unter Ausnutzung der Tatsache, dass in der Werchowna Rada eine sogenannte Monomehrheit aus Vertretern der Präsidentenpartei gebildet worden war, sowohl die Entlassung als auch die Ernennung der ukrainischen Ministerpräsidenten und Regierungen an sich zog – noch einmal zur Erinnerung: eine Funktion, die in keiner Weise mit der in der Ukraine geltenden Verfassung verbunden ist.
Der Präsident der Ukraine hat jedoch offenkundige Rechte und Pflichten. Sie hängen damit zusammen, der Koalition und dem Parlament einen Kandidaten für das Amt des Verteidigungsministers vorzuschlagen und auf Vorschlag dieses Ministers den Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine zu ernennen. Und auch hier erläutert Zelensky seine Schritte.
Erneut achten viele meiner Kollegen und ukrainische Bürger derzeit darauf, dass der Präsident über die Notwendigkeit der Mobilisierung gesprochen hat und darüber, dass eine ineffektive Mobilisierung zur Besetzung weiterer ukrainischer Gebiete führen könnte. Doch auch diese These war in erster Linie nicht mit einer Charakterisierung des Prozesses selbst verbunden, sondern mit Zelenskys Versuch, die Entlassung des Verteidigungsministers Mychajlo Fedorov und des Oberbefehlshabers der Streitkräfte der Ukraine, General Oleksandr Syrsky, zu erklären.
Zelensky betonte, dass zwischen den beiden Amtsträgern ein Konflikt bestehe und dass er einfach keine Zeit habe, mit jedem von ihnen zu sprechen, während sie sich unter den gegebenen Bedingungen eigentlich jede Stunde treffen müssten, um zu entscheiden, wie der ukrainische Luftraum geschützt werden könne.
Nun, bei dieser Aussage stellt sich bereits eine gewisse Frage. Wenn der Präsident der Ukraine seinen Landsleuten gegenüber die unmittelbare Verpflichtung hat, sich gerade mit der Verteidigungs- und Außenpolitik des Landes zu befassen, und ihm die Zeit für Treffen mit dem Verteidigungsminister fehlt, den er selbst vorgeschlagen hat, sowie mit dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, den er selbst ernannt hat, stellt sich die Frage, wofür der Präsident dann überhaupt Zeit hat.
Vielleicht sollte sich das Staatsoberhaupt gerade auf die Verteidigung und die Außenpolitik konzentrieren und dem Ministerpräsidenten der Ukraine und dem Parlament die Möglichkeit geben, sich mit der Führung des Landes, der Vorbereitung auf den Winter, wirtschaftlichen Fragen und all dem zu befassen, was in die Zuständigkeit des Ministerpräsidenten fällt. Denn nach unserer Verfassung muss im Grunde er die operative Führung des Staates ausüben – mit Ausnahme der Verteidigung und der Außenpolitik der Ukraine.
Dann hätte der Präsident der Ukraine genügend Zeit, mit dem Verteidigungsminister und dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte zu sprechen und Wege zu finden, um die Meinungsverschiedenheiten zu überwinden, die zwischen zwei Menschen bestehen können, die die Probleme der Beschaffung für die Armee und des Funktionierens der Armee selbst unterschiedlich betrachten. Umso mehr, wenn der Präsident sagt, der Verteidigungsminister und der Oberbefehlshaber der Streitkräfte müssten sich beinahe jede Stunde treffen, um den ukrainischen Luftraum zu schützen.
Nun, auch in dieser Aussage liegt, wie wir verstehen, eine gewisse Weigerung, die Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass es ohne eine ausreichende Zahl von Raketen für die Patriot-Batterien oder ohne die Aufnahme einer eigenen Produktion von Abfangraketen – was natürlich nur langfristig möglich wäre – gegenwärtig technisch unmöglich erscheint, den ukrainischen Luftraum vor den ballistischen Angriffen des Feindes zu schützen.
Selbst die Vereinigten Staaten sind mit ihren Batterien derzeit gezwungen, ihre Operationen gegen den Iran einzustellen, weil ihnen die Abfangraketen ausgehen könnten, mit denen sie ihre eigenen Militärstützpunkte sowie strategische Einrichtungen verbündeter Länder schützen könnten.
Und wenn wir aus dieser Perspektive über die Suche nach Raketen für jene Patriot-Batterien sprechen, die der Ukraine in den Jahren des großen Krieges bereits übergeben wurden, dann ist es die Aufgabe des Präsidenten als Koordinator der Außenpolitik, mit den Verbündeten Vereinbarungen über die Lieferung zusätzlicher Abfangraketen für jene Systeme zu erzielen, die sich im Bestand der Streitkräfte der Ukraine befinden.
Dadurch, dass sich der Verteidigungsminister und der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine deswegen stündlich treffen, wird sich die Situation nicht wesentlich verändern. Durch Treffen des Präsidenten mit seinen Amtskollegen kann sich die Situation hingegen verändern. Und wir müssen dem Präsidenten für die kommenden Jahre aufrichtig Erfolg dabei wünschen, die Luftverteidigung der Ukraine in einem langwierigen Abnutzungskrieg sicherzustellen.
Doch erneut gilt: Weshalb der Präsident es in dieser Situation für notwendig hielt, sowohl den Verteidigungsminister als auch den Oberbefehlshaber der Streitkräfte zu entlassen, und weshalb er anschließend darauf verzichtete, den früheren Verteidigungsminister wieder einzusetzen, falls dieser einen Konflikt mit dem Oberbefehlshaber hatte und dies der einzige Grund für seine Entlassung gewesen sein sollte – das konnte Volodymyr Zelensky den Journalisten von Sky News selbstverständlich nicht erklären.
Und das Wichtigste ist meiner Ansicht nach: Derartige Erklärungen zu Personalentscheidungen, selbst zu solchen, die über die Grenzen der verfassungsmäßigen Befugnisse des amtierenden Staatsoberhaupts hinausgehen, sollten meines Erachtens nicht britischen, sondern ukrainischen Journalisten gegeben werden. Und nicht in Gesprächen über Messenger, bei denen ausgewählte Journalisten dem Staatsoberhaupt Fragen stellen und anschließend Audioantworten erhalten, sondern in einem scharfen und ehrlichen Gespräch über die Lage in der Ukraine, über Personalentscheidungen und nicht erfolgte Ernennungen sowie über die Perspektiven des russisch-ukrainischen Krieges in den kommenden schwierigen Jahren. Umso mehr, als inzwischen auch der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky selbst – wenn auch in einem Interview mit britischen Journalisten – einzuräumen beginnt, dass diese Jahre sehr schwierig und zermürbend werden könnten.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Інтервʼю Зеленського: головне | Віталій Портников. 26.07.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:26.07.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:YouTube Link zum Originaltext:
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Die Regierung des Weißen Hauses hat die ukrainische Führung im Vorfeld des Treffens von Präsident Donald Trump mit seinem ukrainischen Amtskollegen Volodymyr Zelensky in den Vereinigten Staaten davor gewarnt, im Schwarzen Meer Tanker anzugreifen, die nicht der Russischen Föderation gehören.
Diese Warnung erfolgte, nachdem sich herausgestellt hatte, dass eines der durch einen ukrainischen Angriff beschädigten Tankschiffe mit dem Kaspischen Pipeline-Konsortium verbunden war, dessen Pipeline bekanntlich direkt in der Bucht des Hafens von Noworossijsk endet. Einer der wichtigsten Investoren im kasachischen Energiesektor ist bekanntlich das amerikanische Unternehmen Chevron. Dessen Führung könnte befürchten, dass weitere ukrainische Angriffe die Lieferungen von Erdöl und anderen Gütern aus Kasachstan gefährden und damit Probleme für die Investitionen von Chevron schaffen würden.
Der Vorstandsvorsitzende von Chevron, Mike Wirth, der für seine guten Beziehungen zu Donald Trump bekannt ist, besuchte in diesen Tagen das Weiße Haus und führte gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Gespräche mit Vertretern der amerikanischen Regierung, unter denen sich selbstverständlich auch der Präsident der Vereinigten Staaten selbst befunden haben könnte. Nach Informationen des Wall Street Journal erfolgte die amerikanische Warnung unmittelbar nach diesem Besuch des Chevron-Chefs bei der Führung der Vereinigten Staaten. Sie zeigte erneut, dass Donald Trump, wenn es um die Suche nach Wegen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges einerseits und um die Interessen von Geschäftsleuten aus seinem engsten Umfeld andererseits geht, naturgemäß den Interessen der Wirtschaft den Vorzug geben wird.
In diesem Zusammenhang sollte daran erinnert werden, dass der Kampf zwischen Russland und der Ukraine im Schwarzen Meer heute ein entscheidender Faktor für das wirtschaftliche Überleben der Ukraine in den kommenden schwierigen Jahren des russisch-ukrainischen Krieges ist. Bereits jetzt sind die ukrainischen Schwarzmeerhäfen praktisch blockiert. Der Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist zum Erliegen gekommen. Dies kann sowohl zu erheblichen Problemen für jenen Teil der ukrainischen Wirtschaft führen, der weiterhin funktioniert – und damit auch zu einer zusätzlichen Belastung der Haushalte europäischer Staaten –, als auch zu ernsthaften Versorgungsproblemen mit Getreide weltweit, die wiederum die Stabilität in den Ländern des Globalen Südens gefährden könnten. Genau das geschah bereits, als Russland und die Ukraine unter Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen das Getreideabkommen vereinbarten.
Nun stehen wir erneut vor einer möglichen globalen Krise mit unvorhersehbaren Folgen. Sollte es der Ukraine ihrerseits gelingen, die russischen Transportkorridore unter Kontrolle zu bringen, könnte dies den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dazu bewegen, über ein Ende der Blockade der ukrainischen Häfen und die Freigabe des ukrainischen Handels nachzudenken.
Man kann sagen, dass dies eine geopolitische Aufgabe ist. Denn es geht nicht nur um die ukrainische Wirtschaft, sondern auch darum, dass ein Getreidemangel die Stabilität zahlreicher Regime im Globalen Süden infrage stellen und zusätzliche Schwierigkeiten für den Präsidenten der Vereinigten Staaten schaffen könnte, der bereits jetzt kaum einen Ausweg aus der Sackgasse des Nahostkonflikts findet. Doch wie wir sehen, orientiert sich Donald Trump ausschließlich an den Interessen, die gegenwärtig als Priorität für die amerikanische Wirtschaft gelten. Denn auch dort denkt man ausschließlich an den heutigen Gewinn und nicht an die Folgen von morgen.
Aus dieser Perspektive lohnt sich übrigens auch ein Blick auf die Haltung des kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew, der die Folgen der Kämpfe im Schwarzen Meer offenbar besser versteht als Trump. Bei seinem heutigen Treffen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, betonte Tokajew, dass all dies beendet werden müsse – womit er in erster Linie den russisch-ukrainischen Krieg meinte. Wie wir jedoch sehen, fällt es derzeit schwer zu behaupten, dass man in den Vereinigten Staaten den Kampf zwischen Russland und der Ukraine im Schwarzen Meer mit den Möglichkeiten verbindet, den russisch-ukrainischen Krieg tatsächlich zu beenden.
Bemerkenswert ist auch, dass in Washington niemals ernsthafte Vorwürfe gegen die Russische Föderation erhoben wurden, als diese amerikanische Unternehmen in der Ukraine buchstäblich zerstörte. Vielleicht deshalb, weil die Unternehmer, die als Lobbyisten für die Interessen dieser Unternehmen hätten auftreten können, dem heutigen Hausherrn des Weißen Hauses nicht so nahestehen wie jene Geschäftsleute, die infolge von Putins demonstrativer Reaktion auf Trumps Behauptung, amerikanische Unternehmen in der Ukraine seien eine Sicherheitsgarantie für unser Land, Investitionen und Vermögenswerte verlieren.
Wie sich herausstellte, ist das keineswegs der Fall. Der russische Präsident hat gezeigt, dass er amerikanische Unternehmen in der Ukraine völlig ungestraft zerstören kann – ohne irgendwelche Konsequenzen für sein eigenes Land oder seine Streitkräfte befürchten zu müssen. Und niemand wird ihn auch nur darauf ansprechen, dass er amerikanische Fabriken auf ukrainischem Boden systematisch und demonstrativ vernichtet hat. Greift die Ukraine jedoch Tankschiffe an, von denen Russlands Rolle als Energielieferant und als Transitland für kasachisch-amerikanische Projekte abhängt, dann kann man, wie sich zeigt, tatsächlich auf amerikanischen Schutz hoffen.
Das bedeutet letztlich, dass die Vereinigten Staaten unter Donald Trump keine Sicherheitsgarantie für die Ukraine darstellen, indem sie die Interessen amerikanischer Unternehmen in unserem Land schützen. Für Russland hingegen könnten die heutigen Vereinigten Staaten – so paradox das auch klingen mag – durchaus eine solche Sicherheitsgarantie sein.
Der Ausweg aus dieser Situation ist selbstverständlich nur einer. Unter Berücksichtigung der Position des Präsidenten der Vereinigten Staaten und seiner Regierung muss alles getan werden, um die Ukraine vor den Folgen der russischen Handelsblockade zu schützen.
Letztlich verfügt der Präsident der Vereinigten Staaten gemeinsam mit seiner Regierung kaum noch über Möglichkeiten, Druck auf unser Land auszuüben, nachdem die amerikanische Finanzhilfe für die Ukraine praktisch ausgelaufen ist. Und selbst die Waffen, die die Amerikaner an uns liefern, verkaufen sie zunächst an die NATO-Mitgliedstaaten in Europa. Die Vereinigten Staaten können daher lediglich Wünsche äußern, nicht aber ihre Bedingungen diktieren.
Auch die amerikanischen Geschäftsleute, deren Interessen mit Noworossijsk verbunden sind, sollten darüber nachdenken, dass ihre Investitionen in jedem Fall Schaden nehmen werden, solange sie nicht nach Wegen suchen, Putins Angriffskrieg zu beenden, anstatt die ukrainische Antwort auf diesen Krieg einzuschränken.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Трамп зупиняє Україну| Віталій Портников. 25.07.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:25.07.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:YouTube Link zum Originaltext:
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Nach ukrainischen Angriffen brennen zwei große Lagerhäuser des russischen Unternehmens Wildberries in Krasnodar und in der Stadt Newinnomyssk in der Region Stawropol. Über Krasnodar ist das riesige Feuer zu sehen, das nach ukrainischen Treffern in den Lagerhäusern ausgebrochen ist. Und die Aufnahmen dieses Feuers verbreiten sich über Dutzende Telegram-Kanäle von Einwohnern Krasnodars.
Somit kann man sagen, dass die ukrainischen Angriffe auf Handelslager in der Russischen Föderation, die man mit den Lungen einer unter Sanktionen stehenden Wirtschaft vergleichen könnte, systematisch werden. Ich erinnere daran, dass wir nur wenige Tage vor diesen Bränden Angriffe auf Lagerhäuser des Unternehmens Wildberries in Elektrostal in der Oblast Moskau und in Kotowsk in der Oblast Tambow beobachten konnten. Dabei galt das Lager in Elektrostal als eines der wichtigsten für das Unternehmen, dessen Einnahmen mit hochrangigen russischen Beamten aus dem engsten Umfeld des russischen Präsidenten Putin in Verbindung gebracht werden. Nun sind es zwei weitere Lagerhäuser. Und auch das Lager in Krasnodar gilt als eines der größten und wichtigsten für das Funktionieren der russischen Wirtschaft.
Man kann davon ausgehen, dass solche Lagerhäuser das Ergebnis der Anpassung der Wirtschaft der Russischen Föderation an die Sanktionen der zivilisierten Welt geworden sind, worüber im Kreml wiederholt gesprochen wurde. Und das Wichtigste ist, dass gerade diese Lagerhäuser den Handel mit Waren ermöglichten, ohne dass russische Banken an SWIFT angeschlossen waren, worüber die Eigentümerin des Unternehmens Wildberries dem Präsidenten der Russischen Föderation Putin voller Stolz berichtete. Und nun können, wie wir sehen, zwei weitere Lagerhäuser die unter Sanktionen stehende Wirtschaft Russlands nicht mehr bedienen.
Wichtig ist außerdem, dass in jedem solchen Lager in der Regel Dutzende oder Hunderte von Erzeugnissen gelagert werden können, die mit der Produktion unbemannter Luftfahrzeuge verbunden sind, die für Russland und für seine weiteren Angriffe auf die Ukraine wichtig sind. Es handelt sich also nicht nur um einen Schlag gegen die Wirtschaft als solche, obwohl auch das sehr wichtig ist. Es ist zugleich ein Schlag gegen den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation, und zwar gegen genau jene Industrie, die den Krieg unmittelbar und nicht nur mittelbar unterstützt.
Somit ist jedes große Lagerhaus in der Russischen Föderation ein wichtiges und logisches Ziel für die Streitkräfte der Ukraine. Und natürlich können wir jetzt sagen, dass jeder solche Angriff die Zahl der Menschen in der Russischen Föderation erhöht, die begreifen, dass der Krieg in ihre eigenen Häuser gekommen ist und von dort bis zu dem Tag nicht mehr verschwinden wird, an dem die russische Führung seiner Beendigung zustimmt.
Die überwiegende Mehrheit der Kommentatoren zu den vorherigen Angriffen, die infolge der Brände alles verloren hatten, sprach in der Regel nur über ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Aber auch unter ihnen tauchten bereits Menschen auf, die von der Notwendigkeit sprachen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Das heißt, sie begannen, die wirtschaftliche Katastrophe, die sie und ihre Familien getroffen hatte, mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine in Verbindung zu bringen. Sie begriffen, dass man einen Abnutzungskrieg zu zweit führen kann, und das bedeutet, dass die Folgen dieses Abnutzungskrieges mit den Schicksalen Hunderttausender Russen verbunden sein werden, die sowohl ihr Eigentum als auch ihre Perspektiven auf Entwicklung und ein normales Leben verlieren werden. Und genau das wird die Perspektive für die Bürger der Russischen Föderation in den kommenden schwierigen Jahren der russisch-ukrainischen Konfrontation sein.
Die wachsende Zahl von Menschen, die sich gegen den Krieg aussprechen, auch wenn dies heute noch nicht wie eine Massenbewegung aussieht, kann ebenfalls zu einem Problem für die russische Führung werden. Denn diese hört auf die eine oder andere Weise darauf, was in der Gesellschaft geschieht, weil sie den berühmten russischen Aufstand fürchtet, der zum Zusammenbruch des abscheulichen Geheimdienstregimes führen könnte. Für Putin ist es zumindest wichtig, dass die Stimmung in der russischen Gesellschaft nicht die rote Linie überschreitet, nach der die gut gefütterten Sicherheitskräfte mit den Russen nicht mehr fertigwerden können. Diese Sicherheitskräfte verlieren übrigens ebenso durch die Brände in den Lagerhäusern des Unternehmens Wildberries wie die Mitarbeiter der Verwaltung des Präsidenten der Russischen Föderation.
Denn in die Einnahmen aus diesem Unternehmen hatten zahlreiche Menschen investiert, die unmittelbar mit der höchsten Führung Russlands verbunden sind. Und darüber kam es unter Beteiligung hochrangiger Beamter und des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow zu Konflikten. Alle verstehen, welche enormen Geldsummen heute mit dem Handel über Online-Marktplätze verbunden sind. Und nun geht dieser Handel vor den Augen der russischen Führung seinem Ende entgegen.
Beobachter hatten die Zahl der größten Lagerhäuser, die für das Funktionieren der russischen Wirtschaft wichtig sind, zuvor auf ungefähr 25 geschätzt. Somit sind nach dem jüngsten Angriff ukrainischer unbemannter Luftfahrzeuge auf Krasnodar und Newinnomyssk nur noch 21 Lagerhäuser übrig, die noch nicht von diesen Angriffen getroffen wurden. Aber wir verstehen, dass sie bis zur vollständigen Zerstörung der Online-Marktplätze auf dem Gebiet Russlands fortgesetzt werden.
Wie wir sehen, stellt inzwischen selbst die Entfernung kein wirkliches Hindernis mehr für ukrainische Drohnen dar, weil zum ersten Mal in der Geschichte der Kriege, an denen die Russische Föderation beteiligt ist, ihr Feind Sibirien tatsächlich bombardieren kann. Somit hört das, was früher ein wichtiger russischer Vorteil war – ein Territorium, auf dem man Rüstungsbetriebe oder den Handel verstecken konnte –, auf, die russische Wirtschaft vor dem unvermeidlichen und schändlichen Zusammenbruch zu retten. Dieser wiederum wird zum sozialen Ruin Hunderttausender, wenn nicht Millionen von Einwohnern eines der aggressivsten Länder der modernen Welt führen.
Natürlich könnte man sich aus logischer Sicht an der Stelle der Führung der Russischen Föderation schon jetzt zurückhalten und darüber nachdenken, ob es sich lohnt, diesen sinnlosen Krieg nur deshalb fortzusetzen, um die eigene Macht zu demonstrieren und daran zu erinnern, dass niemand Putin widersprechen darf. Denn wirkliche Chancen auf die Eroberung der gesamten Ukraine, von der Putin im Februar 2022 träumte, hat der Kreml heute nicht.
Aber die russische Führung folgt in der Regel keiner Logik. Und die gesamte Geschichte russischer Kriege zeigt, dass die Führung in Moskau die Konfrontation bis zum niederschmetternden Zusammenbruch der russischen Wirtschaft und Staatlichkeit fortsetzen wird. Die Frage ist, ob die Ukraine in dieser schwierigen Zeit standhalten und dabei das Potenzial des Feindes vernichten kann.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Україна нарощує удари по складах | Віталій Портников. 22.07.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:22.07.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:YouTube Link zum Originaltext:
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Wenige Stunden vor Beginn des für den russischen Präsidenten Putin wichtigen Petersburger Wirtschaftsforums und vor der Ankunft des russischen Staatschefs bei dieser Veranstaltung steht das Petersburger Ölterminal in Flammen – eines der größten Ölumschlagunternehmen Russlands.
Bewohner von Sankt Petersburg und Gäste des Petersburger Wirtschaftsforums filmen Aufnahmen, auf denen über dem Petersburger Ölterminal und den Gebäuden von Sankt Petersburg Rauchsäulen nach den Einschlägen ukrainischer Drohnen aufsteigen. Dies ist nicht nur ein Schlag gegen eines der wichtigen Ölunternehmen der Russischen Föderation. Es ist auch ein symbolischer Schritt, der daran erinnert, dass ohne die Waffenruhe, die Putin für einige Tage ausschließlich durch die Vermittlung seines amerikanischen Gönners Donald Trump erreicht hatte, keine Parade zum 9. Mai in der russischen Hauptstadt stattgefunden hätte. Und selbst wenn sie stattgefunden hätte, hätten sich Putin und die Gäste dieser Veranstaltung bei einem möglichen Angriff ukrainischer Drohnen auf Moskau oder das Moskauer Gebiet in Luftschutzbunkern verstecken müssen.
Die russischen Luftverteidigungssysteme werden mit den Angriffen ukrainischer Drohnen nicht fertig. Und man kann sich nur vorstellen, was mit dem Luftraum der Russischen Föderation geschehen wäre, wenn die westlichen Verbündeten Russlands nicht nach Wegen zu Vereinbarungen mit Putin gesucht hätten und der Ukraine erlaubt hätten, mit weitreichenden Raketen das Ölraffinerie- und militärisch-industrielle Potenzial der Russischen Föderation sowie die russischen Ölhäfen zu zerstören, um damit dem Funktionieren der russischen Wirtschaft ein Ende zu setzen und Russland zusammen mit seiner Wirtschaft ins Mittelalter zurückzuwerfen.
Und das wäre logisch, denn ein Staat, der selbst versucht, alle um sich herum in die Vergangenheit zurückzuversetzen – sowohl politisch als auch wirtschaftlich –, sollte selbst nicht in der Gegenwart existieren und seine Zukunft auf dem Unglück anderer aufbauen. Und es scheint, dass genau ein solcher Ansatz gegenüber der russischen Wirtschaft die Führung der Russischen Föderation dazu bringen würde, über die Perspektiven einer Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine nachzudenken.
Natürlich sind nun nicht nur die russischen Führer, sondern auch die Gäste des Petersburger Wirtschaftsforums, all diese Schmeichler und Unternehmer aus verschiedenen Ländern, die immer noch über Investitionen in Russland nachdenken, gezwungen, über die Sicherheit ihres Geldes und übrigens auch über ihre persönliche Sicherheit nachzudenken. Der Schlag gegen Petersburg gerade am 3. Juni 2026 ist eine weitere Erinnerung daran, was tatsächlich mit der Sicherheit in Russland geschieht, wie die Luftverteidigung der Russischen Föderation tatsächlich aufgebaut ist, wenn sie nicht einmal am Tag der Ankunft des russischen Präsidenten und anderer hochrangiger Gäste des Forums in Sankt Petersburg das Potenzial besitzt, den Angriff ukrainischer Drohnen abzuwehren und das Ölterminal zu schützen.
Mehr noch: Sie besitzt nicht einmal die Möglichkeit, den Luftraum über Sankt Petersburg zu schützen. So musste auch der internationale Flughafen Pulkowo seinen Betrieb einstellen und Flüge auf Ausweichflughäfen in Russland umleiten, darunter vor allem auf die Flughäfen eben jenes Moskaus, aus dem die Gäste des Petersburger Wirtschaftsforums nach Sankt Petersburg anreisen wollten. Welch ein bitteres Paradox.
Und natürlich sollte daran erinnert werden, dass sich die heutige Drohnenattacke keineswegs nur gegen Sankt Petersburg und seine Ölanlagen richtete. Einer der Angriffe ukrainischer Drohnen erfolgte auch in der Oblast Tambow, wo eines der wichtigsten Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes der Russischen Föderation tätig ist, das Waffen für die Tötung friedlicher Bewohner der Ukraine herstellt. Über diesen Schlag berichtet lediglich der Gouverneur der Region Tambow, während sich das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation mit Mitteilungen darüber zurückhält, jedoch von Angriffen auf eine ganze Reihe von Föderationssubjekten Russlands spricht und betont, dass es den Russen gelungen sei, diesen Angriff abzuwehren.
Doch wir wissen sehr gut, dass das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation in den meisten Fällen schlicht lügt. Und übrigens lügt es nicht nur uns gegenüber, sondern auch Präsident Putin. Doch diesmal wird es Putin nicht gelingen, weder die Lügen seiner eigenen Militärs noch die Realität zu ignorieren, in der er sich dank seines aggressiven Krieges gegen die Ukraine befindet.
Wenn der Präsident der Russischen Föderation in seine Heimatstadt kommt, um auf dem Petersburger Wirtschaftsforum bedeutungslose aggressive Reden zu halten, wird er die Brände über Sankt Petersburg nicht übersehen können. Sie werden zu einem der Symbole seiner ruhmlosen und grausamen Herrschaft in der Russischen Föderation werden, die vor allem auf Krieg, Mord und die Plünderung fremder Gebiete ausgerichtet ist.
Einst zwang ein russischer Monarch die Ukrainer, die nach der Entscheidung Peters I., die ukrainischen Gebiete endgültig dem Imperium zu unterwerfen, für die Freiheit ihres Landes kämpften, seine neue Hauptstadt zu bauen. Eine Hauptstadt, errichtet auf den Gebeinen ihrer Erbauer. Heute zerstören die Nachfahren jener Menschen, die den Russen diese Stadt errichteten, ihre wirtschaftlichen Kapazitäten, um die Zeit näherzubringen, in der die Nachfahren eines der abscheulichsten Imperien der Geschichte darüber nachdenken müssen, die Vernichtung der Ukraine zu beenden.
Darüber sollte der Präsident der Russischen Föderation nachdenken, wenn er in seinem Konvoi zum Petersburger Wirtschaftsforum fährt und unterwegs auf das Denkmal Peters des Großen blickt, das bis heute eines der Symbole des alten Russlands und seiner Verbrechen bleibt – Verbrechen, die im Laufe der gesamten Weltgeschichte buchstäblich niemals aufgehört haben.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Удар по Петербургу перед приїздом
Путіна | Віталій Портников. 03.06.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung / Entstehung:03.06.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:YouTube Link zum Originaltext:
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Donald Trump sagte auf die Frage von Journalisten, dass er nicht vorhabe, den russischen Präsidenten Putin festnehmen zu lassen.
Offensichtlich wurde diese Frage nach der amerikanischen Spezialoperation gegen den venezolanischen Diktator Nicolás Maduro gestellt. Ebenso offensichtlich ist, dass Trump nicht bereit ist, den russischen Präsidenten festzunehmen.
Doch schon die Tatsache, dass solche Fragen im Weißen Haus gestellt werden, ist natürlich keine gute Nachricht für den russischen Herrscher. Genau deshalb gerieten seine Propagandisten in Aufregung und drohen den Vereinigten Staaten nun mit dem Dritten Weltkrieg und Vernichtung.
Aber das Wichtigste ist, dass Putin in den Augen der amerikanischen Medien praktisch auf einer Stufe mit kleinen Diktatoren steht, die es sich erlauben, die Vereinigten Staaten zu verhöhnen. Das Entscheidende ist, dass amerikanische Journalisten annehmen, der russische Präsident könne das Schicksal seiner Verbündeten teilen: Baschar al-Assad, der sich nach dem Zusammenbruch seines repressiven Regimes in der russischen Hauptstadt verstecken muss, oder Nicolás Maduro, der nicht rechtzeitig nach Rostow geflohen ist und nun gezwungen ist, vor einem amerikanischen Gericht auszusagen. Und übrigens ist es keineswegs ausgeschlossen, dass diese Liste von Putins Verbündeten, die Zuflucht in Russland suchen oder vor Gericht erscheinen müssen, nicht noch durch die Führer der Islamischen Republik Iran ergänzt wird, die derzeit ihre Macht in einem blutigen Konflikt mit ihrem eigenen Volk verteidigen.
Wie wir sehen, kann Putin nicht derjenigen helfen, die auf ihn gesetzt haben. Denn es ist eine Sache, friedliche Bewohner von Aleppo oder Charkiw zu bombardieren, und eine ganz andere, sich realen geopolitischen Kräften entgegenzustellen, die den russischen Präsidenten nicht als ebenbürtigen Gegner betrachten. Man sucht zwar Möglichkeiten, mit ihm zu verhandeln und gemeinsam Geld zu verdienen, scheut sich aber nicht, ein Schiff festzusetzen, das von der russischen Führung demonstrativ als eigener Tanker unter eigener Flagge bezeichnet wird.
Und vielleicht gerade diese Tatsache, dass amerikanische Spezialkräfte sich nicht gescheut haben, einen von Russland als seinen eigenen erklärten Tanker zu beschlagnahmen, bringt die Medien in den Vereinigten Staaten dazu, über die Frage nachzudenken, ob Trump Putin festnehmen könnte. Und bei allen möglichen Sympathien, die der amerikanische Präsident für den russischen Herrscher haben mag, gefallen ihm solche Fragen natürlich, weil sie ihn daran erinnern, dass er und nur er der alternativelose politische Führer der heutigen Welt ist. Warum sollte er sich also vor Fragen über eine mögliche Festnahme des russischen Präsidenten scheuen?
Offensichtlich ist für Putin derzeit nicht die Hauptfrage, ob amerikanische Spezialkräfte in seine Residenz in Waldai eindringen oder ob diese Residenz von ukrainischen Drohnen angegriffen wird. Für Putin ist entscheidend, das finanzielle Potenzial seines Staates für den Krieg gegen die Ukraine unter weiterem Druck der Vereinigten Staaten und anderer westlicher Staaten zu erhalten.
Natürlich wissen wir, dass der russische Präsident seine Wirtschaft ignorieren kann, ohne zu begreifen, dass er für die Fortsetzung dieses grausamen Krieges gegen die Ukraine nicht nur Menschen braucht, die bereit sind, für Geld zu töten, sondern auch dieses Geld selbst. Und dass jede neue Runde von Sanktionen der zivilisierten Welt gegen einen der brutalsten Staaten der Gegenwart seine Fähigkeit, den Krieg fortzusetzen, verringert.
Doch darin liegt auch eine Falle für den russischen Herrscher. Denn wir verstehen sehr gut, dass die Logik jeder Diktatur darin besteht, die Bevölkerung wenigstens auf einem Niveau zu halten – wenn schon nicht des Wohlstands, so doch des bloßen Überlebens. Auf diesem Überlebensniveau stellt man natürlich keine Fragen an die oberste Macht, die Eroberungskriege führt. Zumal in Russland, dessen Bevölkerung immer in den Traditionen solcher aggressiven, grausamen und ungerechten Kriege erzogen wurde.
Doch wenn es nicht mehr möglich ist, die Bevölkerung zu versorgen, wenn es keine reale Perspektive mehr gibt, ihr auch nur ein Mindestmaß an Überleben in dieser Kriegszeit zu sichern, dann beginnt das Unverständnis – sowohl bei den sogenannten einfachen Leuten, die glauben, sie seien „außerhalb der Politik“ und könnten der Macht jede noch so abscheuliche Tat erlauben, als auch bei den Eliten, die bis zu einem bestimmten Moment den Zorn des Diktators fürchten und dann begreifen, dass sein Verbleib an der Macht für ihr eigenes Überleben und ihre Bereicherung weitaus gefährlicher ist als das Risiko, sich einem Mann entgegenzustellen, der den Bezug zur Realität verloren hat.
Dass Putin diesen Bezug zur Realität längst verloren hat, daran, so scheint mir, hat in Russland niemand Zweifel. Doch er hat jene rote Linie noch nicht überschritten, ab der der rasche Absturz der russischen Staatlichkeit in Perspektivlosigkeit und Unfähigkeit zur Erholung beginnt.
Wenn westliche Sanktionen wirksam arbeiten, wenn Trump nicht davor zurückschreckt, Zölle gegen die Energiesponsoren Russlands zu verhängen und sie so zwingt, den Kauf russischen Öls einzustellen, um den Bankrott russischer Ölkonzerne und den faktischen Zusammenbruch der Öl- und Raffinerieindustrie der Russischen Föderation herbeizuführen; wenn die ukrainischen Streitkräfte die nötigen Zielkoordinaten erhalten, um russische Raffinerien und die Tanker der russischen Schattenflotte zu zerstören, und die Amerikaner sich nicht scheuen, diese weiterhin festzusetzen – dann könnten für das russische Regime tatsächlich ernste und unvermeidliche Probleme entstehen. Und in diesen ernsten und unvermeidlichen Problemen könnte Putin eine weit realere Bedrohung erleben als eine mögliche Festnahme durch Donald Trumps Spezialkräfte.
Denn wir wissen: In Russland ändert sich jahrzehntelang nichts – und dann bricht ein russischer Aufstand aus, voller Gewalt und Leid, ohne klares Ziel oder Nutzen. Und die erste Person des Staates wird zur ersten Opfer dieses Aufstands. Dann muss man sich nicht mehr vor den Amerikanern fürchten, sondern vor den Russen selbst, deren Grausamkeit alle Vorstellungen übertreffen kann, die heute im Kopf ihres jeweiligen Herrschers existieren. Deshalb wird Putin bei seinen weiteren Spielen mit Donald Trump sehr vorsichtig sein müssen.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Чи захопить Трамп Путіна | Віталій Портников. 10.01.2026.
Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung / Entstehung:10.01.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:YouTube Link zum Originaltext:
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Heute werden wir darüber sprechen, wie die realen Perspektiven für Veränderungen im russisch-ukrainischen Krieg aussehen. Nicht über den Verhandlungsprozess, den wir seit mehreren Wochen verfolgen und der bisher vor allem wie ein Hinauszögern der Zeit durch den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin wirkt, sondern über reale mögliche Veränderungen, die in Zukunft zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges führen können.
Ich habe wiederholt gesagt, als wir die Bedingungen dafür diskutierten, wie man den russisch-ukrainischen Krieg beenden oder zumindest für eine gewisse Zeit aussetzen kann, dass im Grunde die einzige reale Voraussetzung für seine Beendigung oder Aussetzung eine wirtschaftliche Krise in der Russischen Föderation ist. Eine reale wirtschaftliche Krise, die es nicht erlaubt, den Krieg fortzusetzen.
Und heute ist in der Washington Post eine recht detaillierte Analyse erschienen, die dem Zustand der russischen Wirtschaft vor dem Hintergrund neuer harter Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen die russischen Ölriesen Rosneft und Lukoil gewidmet ist. Genau deshalb habe ich entschieden, dass es viel wichtiger ist, dieses Gespräch über wirtschaftliche Themen zu führen, als die Details diplomatischer Verhandlungen zu besprechen, die ohnehin zu nichts Realistischem führen.
Warum haben Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil jetzt einen so ernsthaften Einfluss auf die russische Wirtschaft? Vor allem deshalb, weil die gesamte russische Wirtschaft auf Einnahmen aus Öl und Gas basiert; weil die Russen Yuan und Rupien in die für sie benötigten Güter umwandeln können; weil sie gerade über den Verkauf von Öl überhaupt Zugang zu wenigstens irgendeinem Weltmarkt haben. Niemand schenkt ihnen irgendetwas einfach so.
Und jetzt können wir im Prinzip davon sprechen, dass der Ölpreis, zu dem Russland an China und Indien verkauft, derzeit ungefähr 35 Dollar pro Barrel beträgt. Und wir müssen uns daran erinnern, dass der russische Haushalt mit 69 Dollar pro Barrel kalkuliert ist. Das heißt: In jedem Fall wird man zur Auffüllung des Haushalts die letzten Ressourcen aus russischen Fonds nutzen müssen, die im Prinzip schon 2026 aufgebraucht sein können. Und das vor dem Hintergrund einer fortgesetzten Zahlungsunfähigkeit der Bevölkerung und der Unternehmen.
Menschen, die im russischen Bankensektor arbeiten, sprechen in Gesprächen mit der Washington Post von einer realen Krise der Nichtzahlungen und von einer wirklich großen Bankenkrise. In dieser Situation können wir also klar die Zahl für den Rückgang der russischen Energieeinnahmen nennen: Das sind 49 Prozent im Dezember dieses Jahres im Vergleich zum Jahr 2024. Und das schafft reale Möglichkeiten für ein Haushaltsdefizit und dafür, dass man sogar den Militärhaushalt nicht erfüllen kann.
Man kann nicht sagen, Putin habe die Folgen dieser Sanktionen nicht verstanden. Gerade damit diese Sanktionen nicht eingeführt werden, wurde dieses Abenteuer mit dem Friedensprozess ausgedacht: um Trump selbst nach dem Scheitern eines Treffens des russischen und des amerikanischen Präsidenten in Budapest von der Friedensbereitschaft des russischen Präsidenten zu überzeugen und so den amerikanischen Präsidenten dazu zu bringen, die Umsetzung dieser Sanktionen aufzuschieben, damit Putin den russischen Haushalt vergrößern konnte. Nichts davon ist in dieser Situation geschehen.
Natürlich ist ein weiteres Zeichen dafür, wie schwer diese Niederlage mit den Sanktionen war, die Entscheidung der russischen Zentralbank, die Leitzinsen zu erhöhen, was faktisch zu neuen zerstörerischen Prozessen in der Wirtschaft geführt hat. Denn ja: Die Inflation beschleunigt sich in Russland nicht in dem wahnsinnigen Tempo, in dem sie sich beschleunigen müsste, wenn es solche hohen Zinsen nicht gäbe. Aber zugleich fressen diese Entscheidungen praktisch auch die letzten Geldreserven der Russischen Föderation und die Gewinne ihrer größten Unternehmen auf. Auch das muss man begreifen.
Und ich würde sagen: Es gibt jetzt den wichtigsten Faktor, über den wir real sprechen können. Anstatt Geld von den Energieriesen zu erhalten, gewährt Russland den zwei größten Energieunternehmen des Landes – dem Gasmonopolisten Gazprom und dem wichtigsten Ölunternehmen Russlands Rosneft – Steuervergünstigungen.
Das heißt: Putin erlaubt den wichtigsten staatlichen Energieunternehmen der Russischen Föderation faktisch, ins Haushalt nicht viel einzuzahlen. Er subventioniert sie. Und das ist eine absolut katastrophale Situation, weil ich mich noch sehr gut an Zeiten erinnere, als Gazprom auf allen Fernsehsendern der Russischen Föderation demonstrierte, es sei der wichtigste Reichtum dieses Landes. Und jetzt sehen wir eine Situation, in der der Nettoverlust von Gazprom im vergangenen Jahr fast 13 Milliarden Dollar beträgt.
Wie hätte es auch anders sein können? Gazprom hatte ein Energiemonopol nicht nur in Russland. Es war ein Energiemonopol in ganz Europa. Und jetzt, wo Europa sich praktisch vollständig vom russischen Gas befreit hat, wohin soll Gazprom es bringen? Nach China.
Aber um reale Pipelines zu bauen, die Gazprom erlauben, Gas nach China zu liefern, braucht man Jahre. Und wie Sie verstehen, wird China auch russisches Gas nicht zu den Preisen zu kaufen, zu denen die Europäer bereit waren, es zu kaufen. Das ist dieselbe Situation wie bei den Ölunternehmen. Und die Probleme der Ölunternehmen sind viel größere Probleme als die von Gazprom, weil Gazprom nicht solche Möglichkeiten für den russischen Staatshaushalt geschaffen hat, wie sie zum Beispiel Rosneft schafft.
Und hier muss man einfach über Zahlen nachdenken. Noch bevor Trump seine Sanktionen gegen Rosneft einführte, meldete dieses Unternehmen einen Rückgang seines Nettogewinns um 70 Prozent auf ungefähr 3,5 Milliarden Dollar in den ersten drei Quartalen 2025 im Vergleich zum Vorjahr – weil die Ölpreise schon gefallen waren. Und stellen Sie sich jetzt vor, wie hoch die Verluste dieses Unternehmens des engen Putin-Vertrauten Igor Setschin im vierten Quartal sein werden.
Ich denke, viele Mitarbeiter von Rosneft werden sich von hohen Einkommen und Gehältern verabschieden müssen. Viele werden sich von ihren Arbeitsplätzen verabschieden müssen. Und vor allem wird der russische Haushalt sich von Rosneft-Geldern verabschieden und Rosneft neben der russischen Armee subventionieren müssen.
Und das spricht im Grunde dafür, dass eine enorme Zahl russischer Ölförderquellen ihre Geschichte beendet. Und das ist übrigens – selbst wenn man nicht über den russisch-ukrainischen Krieg spricht – eine Garantie für Stabilität in der Zukunft. Denn wenn man Russland das Öl nimmt, kann man ihm die Aggressivität nehmen.
Erinnern Sie sich, was mit Russland passierte – sowohl in der Form der Sowjetunion als auch in der Form des neuen Russland der Jelzin-Zeit –, als die Ölpreise niedrig waren. Demokratie. Sie vergaßen ihre vorgetäuschte Größe, die „Größe“ ihrer Kultur, und beschäftigten sich mit dem, womit sich ein unterentwickeltes Land beschäftigen soll, das den zivilisatorischen Wettbewerb längst verloren hat. Sie beschäftigten sich damit, Hähnchenschenkel aus den USA zu essen. Damit sollen sie sich auch in Zukunft beschäftigen, wenn es gelingt, ihnen die Ölgewinne zu nehmen.
Das Einzige, was man klar sagen muss: Der Prozess, der zum Zusammenbruch eines der abscheulichsten Imperien des 20. Jahrhunderts führte – der Sowjetunion –, war ein absolut natürlicher Prozess. Und hier zieht Putin selbst, eigenhändig, die Schlinge um den Hals des russischen Volkes zu. Wozu wir dieses Volk beglückwünschen. Denn all das hätte es im Grunde nicht geben sollen, wenn sie nicht beschlossen hätten, in unser Land einzudringen.
In dieser Situation – wie Sie verstehen – selbst wenn wir sagen: Man muss die russische Schattenflotte stoppen, die russischen Tanker, die jetzt nach China und Indien fahren; die Frage ist nur die Routen. Aber man muss noch eine wichtige Sache verstehen: Eine enorme Zahl dieser Tanker fährt überhaupt nirgendwohin, weil russisches Öl in dieser Situation auf dem Weltmarkt keine Nachfrage findet. Und die Tanker stehen und warten, wann es schließlich gelingt, das alles zu verkaufen.
In diesem Sinne gibt es völlig klare Tendenzen: im Kern ein Rückgang der Kaufkraft der Bevölkerung. Das sind ebenfalls ziemlich ernste Signale, die von Veränderungen sprechen. Und die Washington Post berichtet über einen Bericht der Sberbank Russlands, der meldet: Die Ausgaben der Bevölkerung für Kleidung sind Anfang Dezember dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um etwa 8,7 Prozent gesunken; für Haushaltswaren um 8,8 Prozent; für Gesundheit und Schönheit um 5,9 Prozent.
Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Das bedeutet, dass die Menschen sich – zum Glück – nicht leisten können zu kaufen, was sie sich früher leisten konnten; dass jener von vielen herbeigesehnte Sturz des gewöhnlichen Russen in den wirtschaftlichen Abgrund begonnen hat, aus dem er möglichst nicht herauskommen darf. Denn wenn er nicht herauskommt, wenn er darin strampelt, dann haben die Russen wieder einmal keine Zeit für Krieg und Größe.
Diese Entscheidung der Zentralbank über hohe Zinsen: Viele sagten, wie genial Elvira Nabiullina sei. Ja, vielleicht als Bankfachfrau. Aber in der Sache hat sie im ganzen Land eine enorme Anzahl krisenhafter Unternehmen geschaffen. Und so: Abbau von Arbeitsplätzen, Senkung von Löhnen, Ausbleiben von Lohnzahlungen in vielen wichtigen Betrieben.
Vor kurzem – und das ist eine Meldung russischer Medien – gab es eine Geschichte über einen Streik in Nischni Tagil von Arbeitern des Unternehmens Novalex, die betonen, dass sie seit zwei Monaten keinen Lohn bekommen. Und solche Ereignisse haben – laut der im Grunde regierungsnahen russischen Zeitung Iswestija, falls Sie sie noch kennen – bei ungefähr 34 Unternehmen der Russischen Föderation stattgefunden.
So wächst mit jedem Tag die Summe der nicht ausgezahlten Löhne. Auch das ist eine sehr ernste Geschichte. Zwei Monate lang zahlt man nicht einmal den Menschen, die in der Region Uljanowsk ein Kernkraftwerk bauen. Das ist alles. Und das bedeutet: Menschen können ihre Kredite nicht bezahlen; in den Banken entstehen enorme Bestände unbezahlter Kredite. Und so geht es darum, dass die Banken selbstverständlich ebenfalls vor einer echten Krise der Nichtzahlungen stehen.
Will ich Ihnen mit all dem sagen, dass dies das Ende des Krieges bedeutet? Nein. Der Präsident der Russischen Föderation wird immer nach dem Prinzip handeln: Wenn man mir weniger zahlt, wirst du weniger essen. Er ist nicht so sehr an sozialer Stabilität in Russland interessiert wie an der Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges, der Zerstörung unseres Staates und der Einschüchterung Europas.
Putin hat nie in wirtschaftlichen Kategorien gedacht. Und selbst wenn man sich vorstellt, dass reale große soziale Unruhen beginnen, wird es vor allem davon abhängen, wie effektiv und stark der Gewaltapparat der Russischen Föderation ist, der in der Lage ist, diese sozialen Unruhen in großem Blut zu ertränken.
Letztlich erinnern wir uns gut an die Ereignisse von 2020 in Belarus. Wenn Ereignisse dieses Ausmaßes in der Ukraine stattgefunden hätten, hätte Präsident Alexander Lukaschenko natürlich die Macht verloren, wäre verhaftet worden und säße, ich versichere Ihnen, seit inzwischen fünf Jahren im Gefängnis. Aber in der Situation, die sich in Belarus entwickelte, war – wie wir verstehen – der Gewaltapparat dieses Landes viel effektiver als der ukrainische, weil er fast drei Jahrzehnte lang auf eine Person aufgebaut wurde, Lukaschenko, und auf ein Kuratorland, die Russische Föderation.
In der Ukraine, wo zum Zeitpunkt, als Janukowytsch schon fast sein Amtsende erreichte und bis zu neuen Wahlen nicht mehr viel Zeit blieb, bereits vier Präsidenten gewechselt hatten, orientierte sich nicht jeder von ihnen an Russland als Kurator. Das heißt: In allen ukrainischen Sicherheitsbehörden gab es Gruppen, die sich sowohl am amtierenden Präsidenten als auch an der Russischen Föderation als politischem Sponsor Janukowytschs orientierten, und Gruppen von Sicherheitsleuten, die meinten, man müsse sich an den eigenen Interessen orientieren und darüber nachdenken, wer Janukowytschs Nachfolger sein werde, um mit ihm für die Zukunft zu verhandeln.
In einer Situation nicht konsolidierter Sicherheitsstrukturen gewinnt das Volk. In einer Situation konsolidierter Sicherheitsstrukturen gewinnt der Präsident, der ein effektives diktatorisches Regime schafft. Das ist etwas, was Janukowytsch offensichtlich nicht verstehen konnte. Aber in jedem Fall muss man das ebenfalls begreifen.
Das Anwachsen dieser wirtschaftlichen Probleme im Jahr 2026 oder 2027 wird ohnehin zu einer realen Veränderung der Lage in der Führung des Krieges führen. Es wird einfach nicht genug Geld geben, um Söldner zu bezahlen. Und Sie wissen, dass viele russische Regionen schon gezwungen sind, die Zusatzprämien für diese Verbrecher aus ihren eigenen Haushalten zu kürzen, weil sie schlicht kein Geld haben.
Die Ausgaben für den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation werden sinken. Es werden nicht mehr so viele Raketen und Drohnen produziert werden. Es wird nichts geben, womit man China und Nordkorea für Waffen bezahlen kann. Und wenn es doch so ist, wird das bedeuten, dass man Geld denselben Arbeitern wegnehmen muss, die erzählen werden, dass man ihnen nicht mehr zwei, sondern vier Monate lang keinen Lohn zahlt.
Und dann wird sich der Prozess des Hinauszögerns der Zeit, den wir jetzt vor dem Hintergrund der Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine beobachten, in einen anderen Prozess verwandeln – und darüber muss man ernsthaft nachdenken – in einen Prozess des Aushandelns der für die Russische Föderation bequemsten Bedingungen zur Beendigung des Krieges vor dem Hintergrund ihres wirtschaftlichen Zusammenbruchs.
Und das ist übrigens der gefährlichste Prozess für uns. Man sagt: „Na und, was ist daran schlecht? Sie werden Frieden wollen.“ Schauen Sie: Heute wünscht der Westen Frieden und will sehr aus dem russisch-ukrainischen Krieg herauszukommen, um kein Geld für den Krieg auszugeben; um sich nicht in Gefahr zu fühlen – wie die Länder Europas; um nicht die enge Bindung Russlands an die Volksrepublik China zu spüren – wie die Vereinigten Staaten. Das ist alles offensichtlich. Aber parallel zum ukrainischen Wunsch, den Krieg zu beenden, gibt es keinerlei russischen Wunsch. Der russische Wunsch ist, Zeit zu verzögern, um die Ukraine weiter zu zerstören und unsere Gebiete zu besetzen.
Stellen Sie sich jetzt vor, die Situation ändere sich und Russland sei tatsächlich bereit, den Krieg zu beenden. Nicht nur in Worten. Und Sie alle würden sagen: „Na wunderbar.“ Nein, das ist keine lineare Situation, Freunde. Wenn Russland nicht in Worten, sondern real bereit wird, den Krieg zu beenden, dann wird derselbe Trump Russland die privilegiertesten Bedingungen anbieten, damit der Krieg endet. Und das wird bedeuten: Anerkennung des russischen Status der besetzten Gebiete – jener, die zu dem Zeitpunkt besetzt sein werden, wenn das Feuer eingestellt wird. Und das wird bedeuten: Aufhebung der Sanktionen gegen die Russische Föderation. Und das wird bedeuten: Rückgabe der eingefrorenen russischen Vermögenswerte. Und das wird bedeuten: Wiederherstellung russischer Ressourcen für einen weiteren Krieg gegen die Ukraine, wenn Russland wieder Kräfte gesammelt hat.
Darin liegt das größte Problem, das entstehen kann. Einen Krieg mit einem nicht niedergerungenen Russland zu beenden, das in der Lage sein wird, seine Anstrengungen wiederherzustellen und der Ukraine in ein paar Jahren einen tödlichen Schlag zu versetzen, ist überhaupt nicht dasselbe wie einen Krieg mit einem Russland zu beenden, das in den Abgrund fällt. Wenn wir vom realen ukrainischen Interesse sprechen, ist es für uns viel wichtiger, dass Russland in einen solchen Abgrund gerät, aus dem es 20–25 Jahre lang nicht herauskommen könnte, damit wir in dieser Zeit schaffen uns zu erholen, der Europäischen Union beizutreten, der NATO beizutreten und eine so starke Armee zu erschaffen, die russische Ambitionen, wenn sie wieder aufkommen – und sie werden wieder aufkommen –, zerschlagen könnte.
Wenn man uns dafür zwei oder drei Jahre gibt, dann wird vier Jahre nach dem Ende des ersten Krieges ein zweiter Krieg solches Ausmaßes beginnen, der der Ukraine weitere Millionen Menschen nimmt und der der ukrainischen Staatlichkeit ein Ende setzen kann. Das ist ebenfalls absolut real, was geschehen kann.
Das ist bis zu einem gewissen Grad auch eine Wahl – eine Wahl der Zukunft, wie sie aussehen wird. Ich rufe nicht dazu auf, den Krieg fortzusetzen, wenn Bedingungen geschaffen werden, um Frieden zu erreichen oder zumindest den Krieg für eine bestimmte Zeit auszusetzen. Denn wiederum wird kein Ukrainer glauben, dass das nur ein Intervall ist, nach dem ein Schrecken größeren Ausmaßes beginnt. Aber in dieser Situation rufe ich zu einer anderen Formel auf: zu begreifen, dass, wenn Russland real einem Frieden zustimmt, das bedeutet, dass es in einem katastrophalem Zustand ist. In einer echter Katastrophe. Die russische Regierung wird niemals dem Frieden zustimmen, solange sie nicht versteht, dass sie faktisch schon mit einem Bein über dem Abgrund steht. Und gerade deshalb soll man nicht auf Kapitulationsbedingungen eingehen.
Wenn sie wirklich an Frieden interessiert sind, werden sie jedem Bedingungen zustimmen, um ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten und ihre Kontrolle über die Bevölkerung wiederherzustellen, die 2026 mit jedem Tag mehr und mehr verarmen und in einen sozialen Abgrund fallen wird, aus dem es keinen Ausweg gibt. Sie werden das selbst erleben, wenn Ihre Verwandten – die, wenn Sie welche haben – in der Russischen Föderation, die Sie seit 2022 vergessen haben und warteten, bis man Sie „befreit“ oder „bestraft“, je nach dem, welches Niveau an Dummheit Ihre Verwandten und Freunde haben, anfangen, Ihnen zu schreiben oder sogar anzurufen und zu sagen: „Ach, Maria, bei uns ist so ein Horror hier. Du kannst dir gar nicht vorstellen. Maxim hat nicht einmal die Möglichkeit, Schuhe für die Schule zu kaufen.“ Und so weiter. Das soll für Sie die beste Musik sein. Kein Geld, um dem Sohn Schulkleidung zu kaufen oder so etwas.
Damit beginnt Ihr normales glückliches Leben. Verstehen Sie: Sie rufen Sie an und jammern, dass sie reale wirtschaftliche Probleme haben. Mit der Verwandlung der Russen in Bettler ohne Perspektive beginnt Ihr glückliches Leben. Nur schicken Sie ihnen keine Äpfel oder sonst etwas.
Das wird die ersten Regentropfen auf dem Dach bedeuten, das bald mit sozialen Aufständen, nationalen Konflikten, Clan-Kämpfen, Auftragsmorden in Flammen stehen wird – alles, wie sie es mögen. Denn Russen sind dazu fähig, einander zu zerstören, viel effektiver als irgendwen sonst. Die Erfahrung des 20. Jahrhunderts mit seinem unglaublichen Bürgerkrieg, faktisch dem Selbstauffressen der Russen von 1917 bis – rechnen Sie – 1939, war eine der besten Illustrationen dafür, wie ein Volk sich selbst auffressen kann. Das soll passieren. Das ist die Garantie für Frieden: die Verlagerung der menschenfresserischen Gewohnheiten von uns auf sie selbst.
Aber wenn der Frieden beginnt, bevor das alles passiert, wird es keine Atmosphäre der Niederlage geben. Was man auch über das Ende der 80er und die 90er Jahre sagt, als es so viele demokratische Tendenzen in Russland gab: Es war eine Atmosphäre der Niederlage – verstehen Sie – der Niederlage der Sowjetunion. Sie war zu Ende. Niederlage des Putschkomitees, Niederlage des russischen Projekts der Dominanz in Europa, Niederlage im Krieg in Afghanistan. Das konnte man nicht verbergen. Und gerade vor dem Hintergrund dieser Niederlagen begann eine gewisse Selbstreflexion. Aber sobald die Ölpreise stiegen, wachte sofort der Genosse Menschenfresser auf, schaute sich um und dachte: „Ich bin schon satt, ich habe schon alles, Kaviar und Hering. Jetzt muss man jemanden töten und essen.“ Und dann begannen all diese Ereignisse, die am Ende in den endlosen russisch-ukrainischen Krieg übergingen.
Deshalb verfolge ich mit großem Interesse die wirtschaftlichen Veränderungen in der Russischen Föderation, in welchem Jahr sie auch immer zu einem Kollaps führen. Nicht einmal zu einem Kollaps der russischen Staatlichkeit, wie viele darüber denken. Nein: zu einem Kollaps der aggressiven Möglichkeiten. Auch das ist ein absolut realistisches Szenario des Ausgangs aus der ukrainischen Krise. Viel realistischer als wenn Dmitrijew zu Witkoff mit Kushner fährt und ihnen erzählt, wie sie in Zukunft wunderbar familiär Geld verdienen werden.
Deshalb schließe ich nicht aus, dass dieser absolut sinnlose Verhandlungsprozess, den wir beobachten, im Jahr 2026 mit Inhalt gefüllt wird, wenn er nicht unterbrochen wird. Und die Russen wollen ihn gerade deshalb nicht unterbrechen, weil sie begreifen, dass er ihnen in irgendeinem Moment – sie wissen nicht wann, aber irgendwann – als reales Instrument zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges nützlich sein kann. Das ist eine absolut offensichtliche Sache, an die wir uns erinnern müssen.
Das ist eine Analyse der Situation, die schon im nächsten Jahr entstehen kann.
Ich beantworte Fragen, die während dieser Sendung gestellt wurden.
Frage. Ähnelt unser ukrainischer Glaube an einen Zerfall Russlands in Teile nicht dem Glauben der Juden an die Ankunft des Messias? Auch ein schönes Märchen, das dem Volk irgendwann in der Zukunft ein paradiesisches Leben verspricht.
Portnikov. Als Jude muss ich Ihnen sagen: Es geht überhaupt nicht um ein paradiesisches Leben in der Zukunft. Es geht darum, dass der Mensch in seinem jetzigen Leben verantwortlich sein muss. Denn wenn er nicht verantwortlich ist, wird nichts seine Zukunft ändern. Das ist eine völlig andere Vorstellung vom Verhalten im Leben als im christlichen Glauben, wo man sündigen kann und dann alle zwei Tage herumrennen und bereuen. Im Judentum „bereust“ du nicht in diesem Sinn, weil der Messias nicht denen, die richtig gelebt haben, ein Paradies verspricht, sondern einfach die Rückkehr zur Normalität. Also ist es besser, schon heute normal zu sein, stimmt’s? Im Judentum gibt es keinen Himmel und keine Hölle. Das ist, würde ich sagen, eine völlig andere Form religiöser Mythen, die gerade mit der Antike und der Übertragung dieser antiken religiösen Praktiken auf jüdischen Boden durch Christen verbunden ist.
Aber das ist eine andere Geschichte, denn ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man, wenn wir über politische Kategorien sprechen, an nichts „glauben“ sollte. In diesen 30 Minuten habe ich kein einziges Wort über einen Zerfall Russlands gesagt, wie Sie bemerkt haben, weil что ich im Allgemeinen glaube, dass wir gerade jetzt den Zerfall Russlands als Imperium während des russisch-ukrainischen Krieges beobachten. Die Russische Föderation ist meiner Meinung nach ein typischer Nationalstaat mit einer überwältigenden Mehrheit russischer ethnischer Bevölkerung, der aus dieser Sicht dem ukrainischen Staat in derselben Form absolut ähnelt. Ja, in der Russischen Föderation gibt es nationale Gemeinschaften, aber sie spielen keine kritische Rolle – so wie sie eine kritische Rolle in der Sowjetunion und davor im Russischen Imperium spielten. Deshalb halte ich den Zerfall Russlands nicht für einen unvermeidlichen Prozess, aber ich sage Ihnen etwas ganz anderes.
Was schon vor dem Zerfall der Sowjetunion war und schon vor dem Zerfall des Russischen Imperiums: wirtschaftlicher Niedergang nimmt Russland immer die aggressiven Möglichkeiten. Als Ganzes oder in Teilen. Nur darüber spreche ich. Und dass es Menschen gibt, die glauben, dass das Ergebnis ein Zerfall Russlands sein werde, und ständig sagen: „Wir werden niemals existieren können, wenn Russland existiert“ – wie Sie verstehen, kann ein kleiner Staat nicht den Zerfall eines großen herbeiführen.
Wir sind nur ein kleiner Teil des Russischen Imperiums, dem es gelungen ist, sich von der Metropole abzuspalten. Und dass wir uns abgespalten haben, bedeutet nicht, dass der Teil, der in der Metropole geblieben ist, ebenfalls unbedingt zerfallen muss – obwohl das, würde ich sagen, ein künstlich geschaffenes Territorium der Metropole ist. Wir verstehen ja, dass alle Grenzen der Sowjetrepubliken nicht historisch gewachsene Grenzen sind, sondern Grenzen Stalins. Daher ist unbekannt, wie ein reales Russland in Zukunft aussehen kann. Aber das diskutieren wir nicht. Wir diskutieren, wie sich die wirtschaftliche Situation entwickeln kann.
Frage: Wie objektiv sind westliche Einschätzungen der wirtschaftlichen Lage in Russland? Überschätzt der Westen nicht die Wirkung seiner Sanktionen?
Portnikov. Der Westen stützt sich auf objektive Zahlen. Die Summe, für die Russland Öl verkauft, ist eine objektive Zahl. Jeder kennt sie. Man kann sie nicht verbergen. Man muss kein großer Ökonom sein, um den Rückgang der russischen Einnahmen zu berechnen. Wenn Sie vorhatten, Öl für 69 pro Barrel zu verkaufen, und verkaufen für 35 – ich verstehe überhaupt nicht, worüber wir sprechen. Was hat hier der Westen damit zu tun? Das ist Mathematik. Wenn Sie wissen, dass 24 plus 24 gleich 48 ist, brauchen Sie dafür keinen Westen. So ist es auch hier.
Der Westen überschätzt die Wirkung seiner Sanktionen gerade nicht, weil er versteht, dass noch ein langer Prozess der Zerstörung dieser Wirtschaft bevorsteht. Aber die Anzeichen ihrer, sagen wir, Lähmung sind aktuell absolut offensichtlicher als vor einem Jahr, nach objektiven Zahlen, die wir in Russland selbst sehen. In Russland selbst.
Vor einem Jahr gab es in Russland keine Krise der Nichtzahlungen. Vor einem Jahr gab es in Russland nicht einen so niedrigen Ölpreis. Vor einem Jahr gab es in Russland nicht einen solchen Rückgang der Gewinne von Energieunternehmen. Russland selbst hat vor einem Jahr Energieunternehmen nicht subventioniert. Das ist ebenfalls objektive Realität. Faktisch sind heute die Hauptfaktoren verschwunden, die der russischen Wirtschaft erlaubten, schnell zu wachsen: hohe Ölpreise, die monopolistische Rolle Russlands auf dem Energiemarkt Europas und so weiter.
Frage. Haben Sie keine Angst, dass das Thema des Zusammenbruchs der russischen Wirtschaft jetzt von Russland selbst eingeworfen werden könnte, um die Hilfe für uns zu verringern? Nach dem Motto: Russland bricht ja bald zusammen, und es wird keinen Krieg geben.
Portnikov. Russland will absolut nicht, dass irgendwelche Themen über den Zusammenbruch der russischen Wirtschaft eingeworfen werden, weil es glauben kann: Wenn der Westen denkt, die russische Wirtschaft bricht zusammen, dann wird er mit viel weniger Lust auf politische Zugeständnisse an Russland eingehen. Umso mehr, als die Russen im Fall Trump es mit einem Raubtier zu tun haben. Das müssen Sie auch verstehen. Einerseits erzählt Trump, wie er mit Putin befreundet sein will, andererseits gibt er der Ukraine faktisch die Möglichkeit, den Öl- und Gassektor der Russischen Föderation zu zerstören, inzwischen einschließlich der Tanker. Wir verstehen ja, dass ohne amerikanische Geheimdienstinformationen all das nicht geschehen wäre.
Und Sie können fragen: „Wie kann das sein?“ Weil Trump einerseits mit Putin Geld verdienen will, und andererseits Putin vom Energiemarkt verdrängen will. Nichts Persönliches, nur Geschäft. Wenn es einen Anlass wie den russisch-ukrainischen Krieg gibt, der die Möglichkeit schafft, die Ölunternehmen Russlands legal zu zerstören, ohne besonderes Risiko für sich selbst – warum sollte man das nicht tun? Das ist Trump. Und ich schließe übrigens nicht aus, dass, wenn Trump dem Friedensprozess wirklich einen „Punkt“ setzt, weil Putin ihn nicht unterstützt, wir noch weitreichende Raketen bekommen können, um diese Unternehmen weiter zu zerstören.
Dabei interessiert Trump absolut nicht, was am Ende mit uns passiert. Hauptsache, wir zerstören das alles. Wenn wir uns dabei selbst in eine Wüste verwandeln – dann ist es eben eine Wüste, man kann die Wüste wieder aufbauen. Was macht das für einen Unterschied, wenn Russland dann kein Energie-Konkurrent mehr ist? Sie müssen einfach verstehen: Das hat nichts mit Werten zu tun.
Und Putin versteht das. Das ist schlimmer als mit Biden, weil Trump ist die Ukraine egal. Man kann ihn nicht mit der Ukraine einschüchtern. „Oh, ich werde da etwas machen.“ „Mach. Ich benutze sie als Instrument für deinen Energie-Zusammenbruch. Und was du mit ihnen machst, ist dein Problem. Das geht uns überhaupt nicht an.“
Frage. Könnten die Russen eine deutlich größere „Kriegskasse“ haben, auf die sie für den Krieg setzen, außer den eingefrorenen Vermögenswerten? Vielleicht liegen irgendwo noch 900 Milliarden in anderen Ländern und niemand spricht darüber?
Portnikov. Ich sehe, dass das Verständnis der Wirtschaft noch komplizierter ist als das Verständnis der Politik. Ich freue mich sogar, dass ich kein Wirtschaftsexperte bin, weil ich sonst wahrscheinlich völlig den Verstand verlieren würde. Dass wir politische Kategorien nicht verstehen – daran habe ich mich irgendwie gewöhnt. Aber dass wir die Wirtschaft wie ein Kinder-Märchen wahrnehmen, ist überhaupt wunderbar. Nein, so etwas kann es nicht geben. Man kann 900 Milliarden nicht irgendwo verstecken, ohne dass irgendjemand davon weiß. Versuchen Sie mal, bei sich zu Hause ein paar Millionen Dollar zu verstecken, ohne dass jemand davon weiß. Ich möchte sehen, wie das geht.
Frage. Aber die Russen sind es gewohnt, schlecht zu leben. Können wirtschaftliche Probleme ihre Unterstützung für den Krieg zerstören?
Portnikov. Erstens glaube ich nicht, dass die Russen den Krieg besonders unterstützen. Sie stehen ihm gleichgültig gegenüber. Zweitens geht es nicht darum, ob sie den Krieg unterstützen oder nicht. Die Frage ist, ob der Staat Geld hat, um den Krieg zu finanzieren. Die Russen gehen ruhig mit dem Krieg um, weil es so etwas wie einen sozialen Pakt zwischen ihnen und dem Staat gibt: Sie überleben, der Staat führt Krieg. Aber was, wenn die Leute nicht mehr überleben können? Und dann verstehen Sie: Irgendwann wird es nicht mehr um das Überleben des russischen Volkes gehen, sondern um das Überleben des militärisch-industriellen Sektors. Auch dafür braucht man Geld. Menschen, die den Zusammenbruch der Sowjetunion erlebt haben, erinnern sich, wie riesige Betriebe des militärisch-industriellen Komplexes der Sowjetunion geschlossen wurden, weil es kein Geld dafür gab.
Übrigens hat das den wirtschaftlichen Zusammenbruch unseres Landes verursacht, das ein Flaggschiff des militärisch-industriellen Komplexes der Sowjetunion war, weil hier viel Ingenieurwesen, viel wissenschaftlich-technische Intelligenz, viele qualifizierte Arbeiter gabs. Hier war die größte Dichte solcher Betriebe konzentriert. Und wer brauchte das alles damals schon? Damit endete die wirtschaftliche Geschichte der Ukraine. Die Ukraine verwandelte sich relativ schnell von einem Staat des militärisch-industriellen Komplexes in einen Agrarstaat und einen metallurgischen Staat. War sie vor 1991 so? Nein, war sie nicht. Es war ein Staat des militärisch-industriellen Komplexes. Sie erinnern sich sehr gut daran. Allein Piwdenmasch ist ein Beispiel dafür.
Frage. Ich habe Nachrichten über Personalmangel und niedrige Löhne im russischen Innenministerium gehört. Ist das eher ein Zeichen eines Kampfes des Inlandsgeheimdienstes gegen die Polizei oder einer allgemeinen Schwächung des Regimes?
Portnikov. Das ist ein Zeichen einer allgemeinen Schwächung des Regimes, wenn nicht genug Geld für nicht privilegierte Sicherheitskräfte da ist. Denn das ist tatsächlich eine Machtvertikale, die auf dem Monopol des Inlandsgeheimdienstes der Russischen Föderation aufgebaut ist. Das haben Sie absolut richtig bemerkt. Und deshalb werden die Geheimdienstleute zuerst Gehalt und andere Einnahmen bekommen. Aber sagen wir: Das Innenministerium kann als erstes wirtschaftliche Verluste spüren.
Außerdem darf man noch etwas nicht vergessen. In Russland gilt es auf Elitenebene als absolut legal, würde ich sagen: Menschen, die im Innenministerium arbeiten, nicht „auf der Straße“, sondern im Apparat, sollen Gehälter bekommen. Aber diejenigen, die „auf der Straße“ arbeiten – Polizisten – sollen sich von den Leuten ernähren. Das tun sie auch. Ich erinnere mich, ich sah einmal das Ergebnis einer geschlossenen Umfrage, in der Verkehrspolizisten gefragt wurden: Wie viel Geld würden sie gerne verdienen, um keine Bestechungsgelder zu nehmen? Ich werde Ihnen diese Zahl nicht einmal nennen. Sie ist hübsch. Und ich weiß nicht, wie ein Staat aussehen soll, der ihren Appetit befriedigt. Stellen Sie sich also vor: niedrige Gehälter bei der Verkehrspolizei der Russischen Föderation. Wer geht da wegen des Gehalts hin? Das ist wie bei uns bei irgendeinem Zoll.
Frage. Wie passen zwei Nachrichten zusammen: über die schwierige wirtschaftliche Lage Russlands und darüber, dass Pläne für einen Angriff auf Europa von 2030 auf 2027 vorverlegt wurden? Mit welchem Geld?
Portnikov. Ich denke, dass der Eindruck, Russland habe reale Möglichkeiten, Europa anzugreifen, ebenfalls eine enorme Übertreibung ist. Ich stimme vollständig dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius zu, der glaubt, es gebe keinen Grund zu glauben, Russland werde einfach so angreifen. Aber das heißt nicht, dass es keine Elemente hybrider Kriegsführung geben kann. Um Drohnen nach Europa zu schicken, auch ударfähige, braucht man kein großes Geld. Das ist alles sehr billig. Und man muss keine Menschen schicken, damit sie dort zu Fuß herumgehen. So kann ein Krieg aussehen.
Sie verstehen: Wenn Russland beginnt, beispielsweise militärische Objekte in Europa anzugreifen, die zur Unterstützung der Ukraine genutzt werden, und die NATO nicht weiß, was zu tun ist – ob man auf Russland zurückschlagen soll oder nicht –, das wird eine neue Stufe dieser Geschichte sein. Darüber sollte man nachdenken, wenn wir über die weitere Entwicklung des Konflikts sprechen. Das ist nicht die Frage des Geldes. Aber wiederum: Was kann Russland damit erreichen, außer einer Eskalation und einer Prüfung, wie weit der Westen bereit ist, mit ihm zu kämpfen?
Frage. Wenn das Regime Maduros fällt, wie beeinflusst das Russland?
Portnikov. Gar nicht. Hat der Fall des Assad-Regimes Russland ernsthaft beeinflusst? Sie überschätzen die realen geopolitischen Möglichkeiten Russlands zusammen mit Putin. Ich sage: Sie überschätzen, weil ja, Russland hatte Basen in Syrien, aber ich würde nicht sagen, dass es ein so großer geopolitischer Spieler war, selbst im Nahen Osten, denn sein geopolitischer Einfluss basierte im Wesentlichen darauf, dass es aus Flugzeugen friedliche Viertel von Aleppo bombardieren konnte. Aber es hatte – im Unterschied zur Türkei – keine eigenen paramilitärischen Anhänger in Syrien. Es hatte das Assad-Regime, das faktisch jede Autorität und Popularität verloren hatte.
Die Iraner hatten dort ihre Anhänger, die Türkei ihre, die Vereinigten Staaten ihre. Und wie Sie sehen, kämpfen all diese Kräfte bis heute miteinander. Wir sehen gerade wieder Kämpfe um Aleppo und so weiter. Und Russland kam über Brutalität durch.
In Venezuela hat Russland überhaupt nichts dergleichen, was es ernsthaft verlieren könnte. Das Einzige, was die russische Situation beeinflussen kann, ist, sagen wir, die Freisetzung der Energiepotenziale des Landes mit den größten Ölreserven der Gegenwart und das Erscheinen venezolanischen Öls auf dem Markt.
Aber auch das ist vorerst eine sehr große Frage. Wird das Regime Maduros wirklich fallen? Kann Trump sich in einen ebenso langen und zermürbenden Krieg in Venezuela hineinziehen lassen, wie Putin sich in der Ukraine hineinziehen ließ? Kann das sein? Kann. Wie ist aktuell die Lage mit venezolanischem Öl? Wie viel Zeit braucht man, bis es real auf den Weltmarkt kommt? Hier gibt es völlig unterschiedliche Prognosen von Experten. Einige sagen, es würden ein paar Monate genügen, andere sagen, ein paar Jahre würden genügen und dass Trump diesen Strom kaum sehen wird.
Hier gibt es also viele Fragen, auf die ich keine Antwort habe. Aber eines ist offensichtlich: Wir befinden uns in einer Situation, die damit zusammenhängt, wie sich die wirtschaftliche Lage in Russland weiterentwickeln wird. „Die Zeit arbeitet nicht für Russland“, schrieb mir ein Kommentator im Telegram-Kanal, „aber auch nicht für uns. Wir brauchen dringend Veränderungen in der Regierung.“ Wiederum: Veränderungen in der Regierung hängen davon ab, inwieweit der ukrainische Präsident die Notwendigkeit solcher Veränderungen versteht. Bisher gibt es keine objektiven Voraussetzungen für einen Machtwechsel in der Ukraine in absehbarer Zeit – egal was man über Wahlen sagt –, weil es keine Perspektive für ein Ende der Kampfhandlungen und keine Sicherheit für Wähler gibt. Reale Wahlen sind unmöglich. Und selbst Wahlen würden nicht zu einer Anerkennung ihrer Legitimität führen, sagen wir, durch die Russische Föderation. Deshalb würde ich in diesem Punkt nicht eilig Schlüsse darüber ziehen, was im russisch-ukrainischen Krieg geschieht.
Übrigens muss ich Ihnen sagen, dass gerade jetzt, während wir sprechen, eine Sitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen stattfindet, die Venezuela gewidmet ist. Das ist eine wunderbare Geschichte der Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und Russland, die sich dort abspielt. Dort sagt der Vertreter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen Mike Walz, dass die Vereinigten Staaten Sanktionen im maximalen Umfang anwenden werden, um Maduro Ressourcen zu entziehen, die er zur Finanzierung eines Drogenkartells nutzt. Und sanktionierte Öltanker seien der wichtigste wirtschaftliche Korridor für Maduro und sein illegitimes Regime. Das ist alles.
Der russische Vertreter Nebensja betont: „Das ist ein künstlicher Vorhang eines Anti-Drogen-Kampfes, der die Ziele der Vereinigten Staaten verbirgt, die Druck auf einen unabhängigen Staat ausüben, dessen Politik Washington nicht gefällt. Und die Russen verurteilen entschieden die Beschlagnahmung von Öltankern, faktisch die Blockade Venezuelas, was ein offensichtlicher Akt der Aggression ist.“ „Washington“, sagt Nebensja, „respektiert Unabhängigkeit nur dann, wenn Staaten ihre Politik an die Interessen der USA anpassen. Wir bedauern, dass die neue US-Regierung, die in ihrem Ansatz gegenüber anderen Krisensituationen nüchtern und pragmatisch war, gegenüber Venezuela voreingenommen bleibt – in einem Ansatz, den sie selbst aktiv kritisiert.“
Übrigens: Den Ansatz, den sie selbst aktiv kritisiert – wenn ich es richtig verstehe, ist das der russische Ansatz gegenüber der Ukraine oder wie? Das ist einfach eine Illustration dafür, dass sich ein neues Niveau der russisch-amerikanischen Eskalation rund um das Maduro-Regime ebenfalls buchstäblich vor unseren Augen entfaltet.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Російська економіка у прірві: наслідки | Віталій Портников. 23.12.2025.
Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung / Entstehung:23.12.2025. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:YouTube Link zum Originaltext:
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Das Finanzministerium der Volksrepublik China hat einen zusätzlichen fünfzigprozentigen Zoll auf alle in die VR China importierten amerikanischen Produkte angekündigt. Der Gesamtzölle für Produkte aus den Vereinigten Staaten, die in die Volksrepublik China importiert werden, beträgt somit 84 Prozent, verglichen mit 104 Prozent Zöllen, die von US-Präsident Donald Trump zusammen mit anderen Zöllen für alle Länder der Welt insgesamt eingeführt wurden.
Natürlich ist der Zoll für die Volksrepublik China der höchste und atemberaubendste, und die Reaktion der chinesischen Führung hat gezeigt, dass Chinas Präsident Xi Jinping bereit ist, diese Herausforderung von Donald Trump anzunehmen. Der US-Finanzminister Scott Bassett bezeichnete China als den größten Übeltäter im Welthandel, und das Handelsministerium der Volksrepublik China erklärte in einem Vorwort zu dem heute vom chinesischen Informationsamt als Antwort auf den Zollkrieg von Donald Trump veröffentlichten Weißbuch, dass Zölle die Probleme der Vereinigten Staaten niemals gelöst haben, was sowohl die Geschichte als auch die Wirtschaftspraxis zeigt.
Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Parteien echte Verhandlungen aufnehmen, die den Druck Washingtons auf Peking und Pekings auf Washington verringern könnten. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass der Präsident der Volksrepublik China, Xi Jinping, an einer Verschärfung des Wirtschaftskonflikts mit den Vereinigten Staaten interessiert ist.
China hat erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten, und es wäre für die chinesische Führung äußerst unangenehm, wenn seine Landsleute dies auf Misserfolge in der Wirtschaftspolitik der Kommunistischen Partei zurückführen würden. Sowohl während der sogenannten Null-COVID-Politik als auch in den folgenden Jahren. Die Wirtschaftsaggression der Regierung Donald Trumps zu beschuldigen und die gesamte Verantwortung für die sozialen Probleme der Chinesen den Amerikanern in die Schuhe zu schieben – das ist genau das, was die chinesische Führung jetzt möglicherweise braucht.
Außerdem ist offensichtlich, dass viel weniger Produkte aus den Vereinigten Staaten nach China exportiert werden als aus China in die Vereinigten Staaten. Ja, natürlich wird es für die chinesische Wirtschaft nicht einfach sein, neue Absatzmärkte für ihre Produkte zu finden, aber auch der amerikanische Verbraucher muss sich an ein völlig anderes Preisniveau für gewohnte Waren und Dienstleistungen gewöhnen. Die Dienstleistungen werden natürlich auch je nach Warenkosten stark teurer werden. Und die Amerikaner erwarten noch atemberaubende Enthüllungen, die zeigen, wie abhängig die Wirtschaft und der Verbrauchermarkt der Vereinigten Staaten von den Lieferungen aus der Volksrepublik China waren.
Und Xi Jinping kann darauf rechnen, dass soziale Unruhen in den Vereinigten Staaten, einem demokratischen Land, die Führung dazu zwingen könnten, China weit größere Zugeständnisse zu machen als soziale Unruhen in der Volksrepublik China, angesichts des Machtpotenzials in der VR China und der Bereitschaft, mit Protesten fertig zu werden, die angesichts des sich verschlechternden Lebensstandards der Bürger der VR China möglicherweise sogar entstehen könnten.
Die US-Regierung hingegen wird sich, wenn nicht mit Protesten, dann zumindest mit einem deutlichen Rückgang der Popularität von Donald Trump und der gesamten Republikanischen Partei auseinandersetzen müssen, was für die Regierung angesichts der Vorbereitung auf die Nachwahlen zum Kongress äußerst unerwünscht ist. Diese Wahlen könnten, wie wir wissen, schon im nächsten Jahr die Möglichkeiten von Donald Trump, die Politik zu betreiben, die er in der Folgezeit seiner Amtszeit als Staatsoberhaupt betreiben möchte, erheblich erschweren.
Aber das ist Zukunftsmusik. Im Moment befinden wir uns im Epizentrum eines ausgewachsenen Handelskrieges, eines Krieges, der natürlich auch mit militärischen Auseinandersetzungen verbunden sein kann. Hier gibt es vorerst keine Aussicht auf solche militärischen Auseinandersetzungen. Das Auftauchen amerikanischer Schiffe vor der Küste Panamas ist auf gemeinsame Übungen der Vereinigten Staaten und Panamas zum Schutz des Panamakanals zurückzuführen, d. h. diese Übungen wurden vom US-Verteidigungsminister Peter Haxet während seines Aufenthalts in diesem Land mit der panamaischen Führung abgestimmt.
Und es ist unwahrscheinlich, dass China in der Lage sein wird, die Interessen seiner Unternehmen zu schützen, die einen Teil der Häfen des Panamakanals kontrollieren, selbst wenn diese Unternehmen diese Kontrolle an Unternehmen der Vereinigten Staaten außerhalb der Zuständigkeit des panamaischen Rechts abtreten. Es könnte aber zu Problemen bei anderen Auseinandersetzungen im asiatisch-pazifischen Raum kommen, dort, wo China und die Vereinigten Staaten Schiffe haben, die sich sozusagen auf Augenhöhe begegnen könnten. Dies ist eines der ersten vielversprechenden möglichen Ergebnisse des beginnenden Handelskrieges.
Ein weiteres sehr wichtiges Ergebnis, an das man sich erinnern sollte, ist der galoppierende Rückgang der Ölpreise. Dieser Rückgang kann zu einer grundlegenden Veränderung der Lage in vielen Ländern der Welt führen. Wir verstehen, dass für Russland unter Wladimir Putin ein Rückgang der Ölpreise ein deutliches Absinken des Angriffspotenzials dieses Landes bedeuten kann. Und so wird es uns dem Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front näher bringen.
Aber nicht nur das. Der Rückgang der Ölpreise bedeutet Instabilität nicht nur in Russland, sondern auch in vielen Ländern, deren Wohlergehen, deren soziale Stabilität davon abhängt, zu welchem Preis sie Öl auf dem Weltmarkt verkaufen können. Und daher sind Aufstände, Revolutionen, Krisensituationen, möglicherweise auch die Konfrontation von Ländern, die sich von dir Stabilität verabschieden mussten, allesamt eine Perspektive der nächsten paar Jahre, vielleicht sogar Monate, wenn der chinesisch-amerikanische Handelskrieg von Tag zu Tag schlimmer wird.
All dies werden wir natürlich in Kürze sehen. Und was am wichtigsten ist, das, was wir nicht sehen werden. Und wir werden wahrscheinlich nicht die Bemühungen Washingtons und Pekings sehen, zumindest Delegationen zu bilden, die die drängenden Probleme erörtern könnten. Daran ist US-Präsident Donald Trump nicht interessiert, und daran ist der Präsident der Volksrepublik China, Xi Jinping, nicht interessiert. Das bedeutet, dass beide Seiten über neue Gegenmaßnahmen nachdenken werden, die ihrerseits die Weltwirtschaft für lange Zeit in den Ruin treiben werden. Zumal sich jetzt möglicherweise Länder der Europäischen Union, die natürlich auch nicht mit den von Donald Trump gegen diesen europäischen Staatenbund verhängten Zöllen einverstanden sind, in irgendeiner Weise den Sanktionen der Volksrepublik China gegen die Vereinigten Staaten anschließen.
Journalisten der Agentur Reuters sprechen von einer deutlichen Verlangsamung der russischen Wirtschaft. Die Statistiken der ersten Monate des Jahres 2025 unterscheiden sich deutlich von denen des vergangenen Jahres 2024. Die Kapazitäten der russischen Industrie schrumpfen. Bessere Ergebnisse zeigt nur der militärisch-industrielle Komplex, den Putin für die Fortsetzung des Kampfes gegen unser Land benötigt.
Und so fließen die wichtigsten Investitionen aus dem russischen Staatshaushalt dorthin. Dies geschieht jedoch auf Kosten anderer Industriezweige, und so bewirkt das Ausbleiben des Wachstums der gesamten russischen Wirtschaft.
Auch die Kaufkraft der Bürger der Russischen Föderation sinkt. Dies ist auch anhand der Statistiken der ersten Monate des Jahres 2025 offensichtlich. Es könnte sich um die ersten Anzeichen einer Rezession handeln, und von einer Rezession zu einer ernsthaften Krise sind es nur noch wenige Schritte.
Und all dies sind Statistiken, mit denen Journalisten arbeiten, noch bevor Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump seine berühmten Zölle für alle Länder der Welt eingeführt hat.
Russland fehlt in dieser Liste. Und vielleicht hat Trump, ungeachtet der Erklärung, dass Russland nicht auf der Liste steht, weil es bereits unter Sanktionen steht, Russland einfach deshalb von der Liste gestrichen, weil er tatsächlich hofft, noch etwas mit Putin auszuhandeln.
Aber selbst die Abwesenheit Russlands auf der Liste der Länder, mit denen der Präsident der Vereinigten Staaten seinen großen Handelskrieg begonnen hat,
bedeutet nicht, dass die Ergebnisse dieses Krieges nicht wichtig für die Wirtschaft der Russischen Föderation sein werden, denn die Ölpreise fallen.Und wenn in den nächsten Monaten im Nahen Osten kein großer Krieg ausbricht, sagen wir, eine Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, ist kaum mit einem deutlichen Anstieg des Preisniveaus zu rechnen.
Russland verkauft derzeit Öl unter dem Preis, auf den sein Haushalt für 2025 ausgerichtet war. Dies könnte die Wirtschaftspläne der Führung der Russischen Föderation ändern und vor allem den Kreml zwingen, Reserven zu verwenden, um nicht einmal die Stabilität Russlands als solche aufrechtzuerhalten, sondern um den militärisch-industriellen Komplex am Laufen zu halten, der notwendig ist, um einen Abnutzungskrieg mit der Ukraine zu führen.
Und es ist offensichtlich, dass dieses Geld auf lange Sicht nicht ausreichen wird, und Putin wird ständig entscheiden müssen, was am wichtigsten ist: den Krieg fortzusetzen oder zumindest ein gewisses Maß an sozialer Stabilität in Russland aufrechtzuerhalten, das notwendig ist, um die Lebensfähigkeit seines Regimes zu erhalten. Und das unter der Voraussetzung, dass die Vereinigten Staaten nicht beschließen, neue sanktionsrechtliche Druckmittel gegen Russland einzusetzen, um den Präsidenten der Russischen Föderation zu einem Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front zu bewegen, den Trump fordert und gegen den sich Putin, wie wir wissen, weiterhin wehrt.
Dass die russische Wirtschaft in den Jahren nach der Verhängung von Sanktionen des Westens gegen Russland ernsthafte Probleme haben würde, war bereits 2022 absehbar. Natürlich kann man auch unter Sanktionen und mit einer schwierigen wirtschaftlichen Situation lange Zeit leben. Dies zeigen die Ergebnisse des Überlebens von Ländern wie Iran oder Nordkorea.
Gleichzeitig unter Sanktionen zu überleben und neue Schläge unter dem Druck der weltweiten Wirtschaftskrise zu erleiden, ist jedoch eine viel ernstere Situation.
Offensichtlich konnte Putin mit einer solchen Situation nicht rechnen, denn nur wenige konnten sich vorstellen, wie stark die wirtschaftlichen Probleme für die ganze Welt sein würden, nachdem Donald Trump mit seinen phantasmagorischen Wirtschaftsauffassungen im Oval Office des Weißen Hauses erschienen war.
Putin ist also, so könnte man sagen, in die Hölle geraten. Einerseits die Ergebnisse der Wirtschaftssanktionen, die die westlichen Länder seit 2022, nach Beginn des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine, gegen die Russische Föderation verhängt haben, andererseits eine neue, gewaltige Wirtschaftskrise, die sich auf das Wohlergehen und die Bedürfnisse praktisch aller Länder der Welt auswirken könnte. Und natürlich in erster Linie auf die Volksrepublik China, die einen beispiellosen Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten beginnt.
Das bedeutet, dass China und Indien, das ebenfalls ein wichtiger Abnehmer russischen Öls ist, nicht mehr so viel Rohstoffe benötigen werden.
Die Frage wird nicht einmal darin bestehen, wie hoch der Preis für russisches Öl sein wird, wie ich bereits sagte, wenn es keinen großen Krieg im Nahen Osten gibt, wird er niedrig. Die Frage ist, wie viel russisches Öl Länder wie China und Indien benötigen werden.
Es könnte sich herausstellen, dass Russland einfach nicht in der Lage sein wird, die Menge an Rohstoffen zu vermarkten, die es produziert. Und dies wird auch ein ernsthaftes Problem für die russische Ölindustrie darstellen.
In einer solchen Situation wird sich der russische Präsident natürlich mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob er eine Pause im Abnutzungskrieg mit der Ukraine einlegen muss.
Aber das ist keine so einfache Situation, wie es scheint, denn sowohl die Ukraine als auch ihre Verbündeten werden von den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise betroffen sein. Und nach einer gewissen Zeit wird sich die Frage stellen, ob die Vereinigten Staaten, die Länder der Europäischen Union und Großbritannien über die finanziellen Mittel verfügen, um die Ukraine zu unterstützen.
Waffen wird es natürlich geben. Diese Waffen müssen jedoch kostenlos geliefert werden, was eindeutig nicht der Tradition von Donald Trump entspricht, denn es stellt sich die Frage, ob die europäischen Länder das Geld haben, um solche Waffen zu kaufen, und ob die Vereinigten Staaten bereit sein werden, sie wieder so zu liefern, wie es unter Präsident Joseph Biden der Fall war. Das heißt als Zuschuss und nicht als Ergebnis finanzieller Vereinbarungen. Dazu kommt die reale Möglichkeit von Instabilität im Westen, die den russisch-ukrainischen Krieg auch zu einer zweitrangigen Frage im Hinblick auf das politische und wirtschaftliche Überleben der Länder im Handelskrieg machen könnte.
Wenn die westlichen Länder die Situation, die sich als die größte Wirtschaftskrise des beginnenden 21. Jahrhunderts erweisen und die Vereinigten Staaten, die europäischen Länder und die Volksrepublik China erheblich verändern könnte, mit Würde meistern, kann man sicher sein, dass die Russische Föderation den Kampf um ihr wirtschaftliches Überleben und den Krieg gegen die Ukraine verlieren wird.
Angesichts der schwierigen Lage, in der sich praktisch alle Länder der Welt befinden, ist es am wichtigsten, wer zuerst zusammenbricht und wie laut der Fall desjenigen sein wird, der die ersten Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise zu spüren bekommt. Dies wird natürlich vom Grad der Stabilität der Weltwirtschaften bis zu dem Zeitpunkt abhängen, an dem Donald Trump beschloss, einen Handelskrieg zu beginnen.
Und wir verstehen sehr gut, dass die russische Wirtschaft nicht zu denjenigen gehört, die lange um ihr Überleben kämpfen können, schon allein deshalb, weil sie durch die Sanktionen der letzten Jahre und den Krieg, den Putin unbedingt fortsetzen möchte, aber möglicherweise keine neuen Kräfte mehr hat, erheblich geschwächt ist.
Die CNN-Berichterstattung betont, dass das Bild einer stabilen russischen Wirtschaft, das in den letzten Jahren von Präsident Putin und anderen russischen Beamten benutzt wurde, um zu beweisen, dass der Kreml die Folgen der westlichen Sanktionen nach Beginn des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine überwunden hat, bis zu einem gewissen Grad eine Illusion ist.
Und jetzt beginnen wir, ein reales Bild des russischen Wirtschaftszustands zu sehen. Und dieses Bild ist, gelinde gesagt, weit entfernt von Stabilität und den Aussichten auf eine nachhaltige Entwicklung.
CNN betont, dass Russland seine tatsächlichen Kriegskosten verschleiert und dass es einen ganzen Schattenhaushalt gibt, der von der russischen Regierung nicht offengelegt wird, um nicht zu zeigen, wie enorm die russischen Ausgaben sind. Doch wie wir verstehen, machen sich all diese Ausgaben im Zustand der russischen Wirtschaft bemerkbar.
Die Berichterstattung spricht von einem ernsthaften Arbeitskräftemangel in Russland, der durch die Verluste an der russisch-ukrainischen Front entstanden ist. Und auch die tatsächlichen Verlustzahlen werden von der russischen Führung heruntergespielt. Wir können uns natürlich nur auf die Zahlen verlassen, die von westlichen und ukrainischen Politikern veröffentlicht wurden. Aber selbst wenn man glaubt, dass diese Zahlen in Bezug auf die russischen Verluste überhöht sind, wird die Tatsache des Arbeitskräftemangels in Russland weder von der offiziellen Statistik noch von russischen Ökonomen bestritten.
Und die Ergebnisse der westlichen Sanktionen beginnen sich wirklich bemerkbar zu machen. Umso mehr, als diese Sanktionen mit den Jahren des russisch-ukrainischen Krieges nur noch verschärft werden.
In den letzten Wochen der Präsidentschaft von Joe Biden, wurden Sanktionen gegen russische Energiegiganten und die sogenannte Schattenflotte der Russischen Föderation verhängt. Dies war ein schwerer Schlag für die russischen Öllieferungen nach Indien und China. Denn beide Länder weigerten sich, Tanker, die unter die amerikanischen Sanktionen fielen, in ihren Häfen zuzulassen.
Das bedeutet, dass Russland neue Schiffe suchen muss, die sein Öl transportieren, und befürchten muss, dass auch diese unter Sanktionen geraten. Das bedeutet, dass Indien und China neue Öllieferanten für den Bedarf ihrer Wirtschaft suchen werden. Und das wird bedeuten, dass der russische Energiemarkt schrumpfen wird. Und wenn die Ölpreise zusätzlich noch fallen, wird dies ebenfalls ein ernsthaftes Problem für die russische Wirtschaft darstellen.
Die Berichterstattung erinnert auch an die Entscheidung der Ukraine, den Transit von russischem Gas über das ukrainische Gastransportsystem zu verweigern. Denn diese historische Entscheidung, die dem Status der Ukraine als Transitland für russisches Gas faktisch ein Ende setzte, machte sich in den Einnahmen von Gazprom bemerkbar. Ein Unternehmen, das eines der wichtigsten staatsbildenden, ja ich würde sagen, regimebildenden Unternehmen der Russischen Föderation war, sowohl zu Zeiten des ersten russischen Präsidenten Boris Jelzin als auch zu Zeiten seines Nachfolgers Wladimir Putin. Jetzt ist es ein Verlustgeschäft, das gezwungen ist, eher dafür Gas zu fördern, um die Energiekapazitäten der Russischen Föderation zu demonstrieren. Gazprom kann jedoch keine Gelder mehr an den Haushalt abführen.
Und natürlich stellt sich in dieser Situation die Frage, was Präsident Putin im Jahr 2025 wählen wird: die Aufrechterhaltung der sozialen Stabilität in Russland oder die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges. Dies ist das Dilemma, vor dem die russische politische Führung in den kommenden Monaten stehen wird.
Aber man muss bedenken, dass diese Darstellung der Schlussfolgerungen von CNN nicht so sehr auf objektiven statistischen Daten, die wir nicht haben, als vielmehr auf subjektiven wirtschaftlichen Einschätzungen basiert. Man muss verstehen, dass man für einen alternativen Bericht Ökonomen finden kann, die Sie davon überzeugen werden, dass es mit der russischen Wirtschaft nicht so schlecht steht. Und dass Putin in den nächsten Jahren den russisch-ukrainischen Krieg fortsetzen kann, ohne sich von dem Problem der sozialen Stabilität in seinem Land ablenken zu lassen. Natürlich kann diese zweite Gruppe von Ökonomen Wunschdenken betreiben. Für uns ist es jedoch wichtig, wem der russische Führer zuhört, um zu verstehen, welche Wahl er treffen wird.
Bekanntermaßen ignorierte die sowjetische Führung hartnäckig die Situation im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der sowjetischen Wirtschaft und die Probleme, die für diese Wirtschaft auch im Zusammenhang mit dem Krieg in Afghanistan wichtig waren. Das endete schrecklich für die Sowjetunion, die schließlich von der politischen Landkarte der Welt verschwand, als wäre sie nie darauf gewesen.
Den Krieg in Afghanistan führte die sowjetische Führung jedoch ohne jegliche Hoffnung auf einen tatsächlichen Sieg und die Niederwerfung der Aufstandsbewegung in diesem Land fort, selbst als es offensichtlich wurde, dass dieser Krieg keine Priorität für die sowjetische Führung hatte.
Die sowjetischen Truppen marschierten zu Zeiten Leonid Breschnews in Afghanistan ein und verließen das Land bereits während der Perestroika unter Michail Gorbatschow.
Und wie wir verstehen, muss man diese Situation nicht nur mit den Augen ehemaliger sowjetischer Bürger betrachten, sondern auch mit den Augen der Afghanen, denen die Sowjetunion durch ihre Aggression ein zerstörtes Land hinterließ.
Zu sagen, dass Putin weitsichtig sein wird und dass er denken wird, dass die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges zur Zerstörung der russischen Staatlichkeit führen wird, bedeutet, nicht zu verstehen, wie der russische Präsident die Realität wahrnimmt.
Ja, er könnte sein Land nach einigen Jahren harten Konflikts mit der Ukraine zum Zusammenbruch bringen, aber für uns ist es wichtig, dass in diesen Jahren der ukrainische Staat auch nicht in Trümmer liegt, wie Putin und die Vertreter der Kriegspartei in seinem Umfeld träumen. Diese Vertreter der Kriegspartei mögen auch eine realistische Sicht auf die Zukunft der russischen Wirtschaft haben. Der Putin-nahe Politologe Dmitrij Trenin, der einst das Carnegie Endowment for International Peace in der russischen Hauptstadt leitete, betonte kürzlich, dass die Russen bereit seien, in Armut zu leben, sich aber nicht dem Diktat des Westens beugen und ihre Aktionen gegen die Ukraine und damit gegen die Aggression der westlichen Welt fortsetzen würden, wie der Krieg von Vertretern der russischen Sonderdienste und dem militanten Teil der russischen Gesellschaft wahrgenommen wird.
Dies ist natürlich keine Garantie dafür, dass Putin diese Ansicht vertritt, aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass diese Möglichkeit der mangelnden Bereitschaft Putins, sich mit der Realität auseinanderzusetzen, besteht und durchaus wahrscheinlich ist.
Man sollte aber auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass der russische Präsident erkennt, dass seine Wirtschaft eine Fata Morgana ist. In dieser Situation hat er keine andere Wahl, als jetzt seine Karten auszuspielen und den Wunsch des neuen US-Präsidenten Donald Trump nach einer Einigung mit dem Kreml auszunutzen, um den russisch-ukrainischen Krieg zu den für ihn günstigsten Bedingungen zu beenden, wie z. B. einer Garantie für den neutralen Status der Ukraine und der Unmöglichkeit für unser Land, in Zukunft auf die Frage der Rückgabe des Gebiets von Donezk, Luhansk, Cherson, Saporischschja
Regionen und der Krim zurückzukommen, die Verabschiedung von Gesetzen, die zu einer Destabilisierung in der ukrainischen Gesellschaft und dem Konflikt zwischen verschiedenen Teilen unserer Bürgerinnen und Bürger, die sich sowohl für die Beibehaltung des Status quo in Bezug auf diese von Moskau auferlegte Gesetzgebung aussprechen, als auch für deren Aufhebung, um zum national-demokratischen Modell der ukrainischen Staatlichkeit zurückzukehren.
Mit anderen Worten, selbst Putins nüchternes Verständnis für die Probleme, die in seiner Wirtschaft bestehen, schafft viele ernste und gefährliche Herausforderungen für die Zukunft der Ukraine. Aber wir sind uns bewusst, dass noch größere Herausforderungen entstehen, wenn Putin den Zustand seiner Wirtschaft nicht berücksichtigt und bereit ist, diesen Krieg noch jahrelang fortzusetzen, bis zur endgültigen Zerstörung der russischen Wirtschaft zusammen mit der Staatlichkeit der Ukraine. Und dies ist eine viel ernstere existenzielle Gefahr, die in den kommenden Jahren der Situation abgewendet werden muss. Es sei denn, es gibt eine echte Chance, eine vorübergehende Einstellung der Feindseligkeiten an der russisch-ukrainischen Front zu erreichen, wie es der neue US-Präsident Donald Trump wünscht, aber bekanntermaßen nicht kann.