Die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, versucht nach Angaben der New York Times, die Lieferungen russischen Erdgases nach Europa über das ukrainische Gastransportsystem wieder aufzunehmen.
Vertreter der amerikanischen Regierung behaupten bei den Verhandlungen mit Moskau, dass dies einen erheblichen wirtschaftlichen Anreiz für den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, darstellen würde. Eine solche Entscheidung würde ihn zu ernsthaften Verhandlungen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges bewegen.
Im Rahmen einer friedlichen Lösung sollen die Europäer wieder größere Mengen russischen Erdgases kaufen und die Ukraine die Kapazitäten ihres Gastransportsystems zur Verfügung stellen, über das erst seit Kurzem kein russisches Gas mehr an europäische Verbraucher geliefert wird.
Sollten diese Informationen offiziell bestätigt werden, würde dies eine revolutionäre Kehrtwende in der amerikanischen Energiepolitik bedeuten. Schon während seiner ersten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten erklärte Donald Trump sowohl öffentlich als auch bei vertraulichen Treffen mit europäischen Staats- und Regierungschefs, dass die russischen Gaslieferungen nach Europa reduziert werden müssten und dass der Bau von Gaspipelines wie Nord Stream die Energieabhängigkeit Europas und insbesondere Deutschlands vom Kreml nur verstärke.
Bekannt ist ein öffentlicher Auftritt des Präsidenten der Vereinigten Staaten, bei dem er eine ganze Reihe durchaus logischer Argumente vorbrachte, die seiner Meinung nach Berlin dazu bewegen sollten, sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen. Die Kamera zeigte in diesem Moment nicht nur Trump, sondern auch Vertreter der deutschen Regierung, die sich ganz offen über die Worte des amerikanischen Präsidenten lustig machten. Die Szene mit Trumps Rede ist für immer zu einem Sinnbild der politischen Kurzsichtigkeit der deutschen Führung unmittelbar vor der groß angelegten Invasion der Russischen Föderation in die Ukraine und dem faktischen Verzicht Europas auf russische Energieträger geworden.
Und plötzlich erklärt derselbe Mann den Europäern, dass sie mehr Gas aus Russland kaufen sollten und dass dies angeblich helfen werde, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Dabei begann Wladimir Putin diesen Krieg in seiner heutigen Form gerade erst, nachdem der Bau des letzten Strangs der Nord-Stream-Pipeline abgeschlossen worden war. Damit hätte Russland für die Lieferung seiner Rohstoffe an europäische Verbraucher auf die Dienste des ukrainischen Gastransportsystems verzichten können.
Natürlich stellt sich die Frage, warum Donald Trump, der sich viele Jahre lang gegen die Energieabhängigkeit Europas von Russland ausgesprochen hat, nun energisch auf eben dieser Abhängigkeit besteht und dabei die Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine als Vorwand benutzt.
Möglicherweise deshalb, weil in den früheren Varianten dieses energiepolitischen Spiels für die Vereinigten Staaten kein Platz vorgesehen war, während nun im Zuge der Verhandlungen zwischen dem Sonderbeauftragten des Präsidenten der Russischen Föderation, Kirill Dmitrijew, und den Vertretern des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, eine mögliche Beteiligung amerikanischer Investoren erörtert werden könnte.
Wir wissen bereits von zahlreichen solchen Vereinbarungen zwischen Moskau und Washington, bei denen es vor allem darum geht, dass Personen aus dem Umfeld der amerikanischen Regierung an Gewinnen aus den Wirtschaftsbeziehungen mit Russland interessiert sind. Und es ist durchaus möglich, dass die Wiederaufnahme des Energietransits nach Europa Teil eines solchen gemeinsamen Projekts sein könnte. Genau deshalb dürften solche Vereinbarungen für die Europäer selbst keineswegs überzeugende Garantien ihrer eigenen Energiesicherheit darstellen.
Ja, hätten wir noch gestern erfahren, dass die Vereinigten Staaten an einem Konzern beteiligt sein würden, dessen Ziel die Lieferung russischen Erdgases an europäische Länder wäre, hätte dies durchaus wie eine zusätzliche Sicherheitsgarantie für den europäischen Kontinent aussehen können. Doch angesichts der gegenwärtigen Atmosphäre in den Beziehungen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin kann die Beteiligung von Personen aus dem Umfeld der amerikanischen Regierung an irgendwelchen Energieprojekten mit Russland bei denjenigen, die sich Gedanken über die Zukunft des europäischen Kontinents machen, nur Besorgnis auslösen.
Es gibt noch einen weiteren wichtigen Umstand, der auf die Gründe für diesen bewussten Positionswechsel Donald Trumps und der ihm nahestehenden Personen hinweist. Dabei könnte es nicht nur um Gewinne gehen, sondern auch um das Interesse an politischen Veränderungen auf dem europäischen Kontinent. Die Trump-Regierung ist bekanntlich ein politischer Förderer ultrarechter und antieuropäischer Kräfte, die nach ihrer Niederlage im Zweiten Weltkrieg in ganz Europa eine politische Revanche anstreben.
Vertreter genau dieser Kräfte – die übrigens nicht nur von Washington, sondern auch von Moskau unterstützt werden – sind ebenfalls am Scheitern des europäischen Projekts interessiert. Sie sprechen ständig davon, wie wichtig billiges russisches Gas für die Entwicklung der europäischen Wirtschaft sei und dass der Verzicht auf russische Energieträger auf dem gesamten europäischen Kontinent ernsthafte wirtschaftliche Probleme verursacht habe. Dies ist die Position der ultrarechten Partei Alternative für Deutschland, die derzeit die populärste politische Kraft des Landes ist.
Übrigens treten auch ultralinke politische Kräfte in Deutschland mit ähnlichen Parolen auf. Auch sie bestehen auf der Notwendigkeit, die Energiebeziehungen zur Russischen Föderation wieder aufzunehmen und erneut russisches Erdgas zu beziehen. Das Argument, dass eine solche Entscheidung nicht nur der deutschen Wirtschaft helfen, sondern auch den russisch-ukrainischen Krieg beenden könnte, indem die Ukraine zu einer Pufferzone für den Gastransit zwischen Russland und den europäischen Ländern gemacht würde, könnte den politischen Aufstieg jener Parteien zusätzlich befördern, die bereit sind, sich die Vorschläge Donald Trumps und Wladimir Putins aufmerksam anzuhören.
Und der Vorschlag, russisches Erdgas zu einem Faktor der Stabilisierung der Lage auf dem Kontinent zu machen, könnte weniger zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges führen – denn wir verstehen, dass solche Pläne Wladimir Putins aggressive Begehrlichkeiten nur weiter steigern – als vielmehr zu besseren Wahlchancen für jene Parteien, die schon heute von vielen Beobachtern als Totengräber des europäischen Projekts betrachtet werden.
Und dann könnten wir die Suche nach Vereinbarungen zwischen der Trump-Regierung und der Putin-Regierung als den Aufbau einer gemeinsamen politischen Inszenierung verstehen, die nicht nur zur Kapitulation der Ukraine vor den russischen Waffen führen, sondern auch Europa zu Grabe tragen soll.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Трамп спасает Газпром | Виталий Портников. 18.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:18.10.2026. Originalsprache:ru Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Einen Tag nach dem skandalösen Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und den Vereinbarungen über die Lieferung russischen Diesels auf den Weltmarkt wurde bekannt, dass amerikanische Beamte der Ukraine weiterhin mit der Einstellung der Hilfe drohen, falls unser Land seine Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation nicht einstellt.
In der Financial Times erschien die Information, dass amerikanische Beamte sowohl in Kyiv als auch in europäischen Hauptstädten angerufen und damit gedroht hätten, das Programm zur militärischen Unterstützung der Ukraine mit europäischen Geldern, das PURL-Programm, sowie den Austausch von Geheimdienstinformationen mit der Ukraine einzustellen, falls die Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation nicht aufhören. Gleichzeitig verkündete Donald Trump, dass Russland und die Ukraine eine Waffenruhe im Energiebereich erreicht hätten. Von dieser Nachricht wusste man weder in Kyiv noch in Moskau etwas.
Unmittelbar nach dieser Mitteilung des amerikanischen Präsidenten erklärte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky, dass die Ukraine dies als gute Nachricht betrachte und Russlands Zustimmung zu einer solchen Waffenruhe im Energiebereich erwarte, denn die Ukraine stimme ihr zu. Aus Russland gab es überhaupt keine Kommentare zu einer solchen WaffenruheimEnergiebereich. Es ist offensichtlich, dass Donald Trumps Mitteilung den Kreml völlig überrascht hat und Putin höchstwahrscheinlich die erneuten Äußerungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten, die nicht der Realität entsprechen, einfach ignorieren wird.
Nachdem Trump verkündet hatte, dass eine Waffenruhe im Energiebereich erreicht worden sei, griffen russische Truppen das Heizkraftwerk Nummer 5 in Charkiw an. Damit demonstrierten sie erneut die tatsächliche Haltung des Präsidenten der Russischen Föderation zum Gerede seines amerikanischen Kollegen. Überhaupt zeigen die Ereignisse der letzten Tage, Freunde, dass wir in einer Welt einer allgegenwärtigen, grellen, offensichtlichen Schizophrenie leben.
Und die beste Illustration dieser Schizophrenie ist, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten vor seinen Anhängern auftritt und ihnen verspricht, den Atlantischen oder den Pazifischen Ozean in „Ozean Amerikas“ oder, noch besser, in „Ozean Trumps“ umzubenennen. Und wir sollen diese Reden nicht als Ausdruck eines gewissen Wahnsinns betrachten, eines medizinischen und nicht politischen Wahnsinns, sondern als politische Wahlkampfslogans, die Donald Trump braucht, um die Haltung gegenüber der Republikanischen Partei zu verbessern, der infolge seiner Tätigkeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika eine vernichtende Niederlage droht.
Alles, was wir sehen, wirkt schizophren. Anders kann man das nicht interpretieren. Der Präsident der Vereinigten Staaten unterzeichnet demonstrativ, vielleicht ohne große Freude, aber demonstrativ, das Graham-Gesetz, das den fünf Ländern, die die größten Mengen russischer Energieträger kaufen, also Erdöl, Erdölprodukte einschließlich Diesel und Gas, mit Sanktionen droht. Donald Trump selbst bezeichnet dieses Gesetz als ein wichtiges Gesetz, das alle an seinen verstorbenen Mitstreiter Lindsey Graham erinnern soll, mit dem er ein Jahr lang über die wichtigsten Bestimmungen dieses Gesetzes diskutiert hatte.
Nicht einmal wenige Wochen vergehen, da vereinbart der Präsident der Vereinigten Staaten mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, dass Russland eine geringe Menge Dieselkraftstoff auf den Markt liefern wird, die die Situation auf diesem Markt nicht einmal um ein Jota verändern kann. Und das, obwohl ein Gesetz der Vereinigten Staaten aus dem Jahr 2022 den Vereinigten Staaten selbst verbietet, Dieselkraftstoff, irgendwelche anderen Erdölprodukte und Energieprodukte aus der Russischen Föderation zu kaufen. Trump lobt Russland dafür, dass es erhebliche Mengen Erdöl auf den Weltmarkt liefert. Gleichzeitig muss er bis zum 28. Oktober Maßnahmen ergreifen, um jene Länder zu bestrafen, die diese erheblichen Mengen Erdöl kaufen, und zwar gemäß demselben Gesetz, das er eigenhändig unterzeichnet hat.
Wie passt das eine zum anderen? Wie kann man ein Gesetz unterzeichnen, das Strafmaßnahmen gegen Länder vorsieht, die Erdöl aus der Russischen Föderation kaufen, und Strafmaßnahmen gegen die Wirtschaft der Russischen Föderation selbst? Und gleichzeitig mit dem Präsidenten der Russischen Föderation über den Verkauf von Diesel verhandeln und sich darüber freuen, dass die Russische Föderation erhebliche Mengen Erdöl auf den Markt liefert, während westliche Länder Jagd auf Schiffe der Russischen Föderation machen, die dieses Erdöl transportieren, diese Schiffe anhalten und ihnen nicht erlauben, dieses Erdöl zu befördern? Wie soll man das eine mit dem anderen in Einklang bringen?
Nun zu den Preisen. Die Anhänger Donald Trumps wiederholen bis heute, ich sehe das in den sozialen Netzwerken, völligen Unsinn darüber, dass das Auftauchen billigen russischen Diesels auf dem amerikanischen Markt die Preissituation verändern und amerikanischen Landwirten helfen könne. Amerika selbst exportiert unterdessen jeden Monat sechs Millionen Tonnen Dieselkraftstoff aus dem eigenen Land. Ich habe das schon mehrfach gesagt. Sechs Millionen Tonnen. Welche Bedeutung kann es auf dem Markt eines Landes, das monatlich sechs Millionen Tonnen exportiert, haben, wenn es von einem anderen Land 300.000 Tonnen kauft? Dann kann man seine eigenen 300.000 Tonnen eben noch dazurechnen. Es gibt also die Vorstellung, dass diese 300.000 Tonnen, wenn sie irgendwie trotz aller Gesetze der Vereinigten Staaten von Amerika auf den amerikanischen Markt gelangen, aus irgendeinem unerfindlichen Grund billiger sein werden als jene Millionen Tonnen Dieselkraftstoff aus amerikanischer Produktion, die Amerika selbst verbraucht. Aber wie können 300.000 Tonnen mit drei, vier, ich weiß nicht wie vielen Millionen Tonnen des eigenen Verbrauchs konkurrieren? Sie werden sich darin doch auflösen wie Zucker im Tee. Auch das ist, wie mir scheint, eine sehr gute Frage.
Viele sagen, Trump versuche einfach, Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation zu verhindern, und habe gerade deshalb dieses Geschäft mit diesen Tonnen Dieselkraftstoff und dieser Waffenruhe im Energiebereich erfunden. Wozu? Was ändert sich, wenn beispielsweise die Erdölraffinerien der Russischen Föderation auf Hochtouren arbeiten? Stellen wir uns vor, Russland könnte nicht 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff exportieren, sondern drei Millionen Tonnen. Obwohl ich erneut daran erinnern möchte, dass es dies nur durch Schmuggel tun kann, weil Amerika selbst Sanktionen gegen Russland verhängt hat, die allerdings jetzt für ein halbes Jahr aufgehoben wurden.
Ja, der russische Staatshaushalt würde dadurch offensichtlich gewaltige Einnahmen erzielen. Das stimmt. Aber das würde nicht zu einem niedrigeren Dieselpreis führen. Denn der Dieselpreis hängt vom Erdölpreis ab. Erdöl ist wegen der Blockade der Straße von Hormus teuer. Durch die Straße von Hormus fahren Schiffe, die sämtliche Sicherheitsanforderungen für die Durchfahrt durch einen so gefährlichen Ort erfüllen. Sie zahlen höhere Versicherungsprämien und schließen andere Vereinbarungen über den Gütertransport ab. Deshalb wird durch die Straße von Hormus teures Erdöl transportiert. Und deshalb sind entsprechend dem Preis dieses Erdöls auf dem Markt auch die Erdölprodukte so teuer, sowohl Benzin als auch Dieselkraftstoff, auch an den Tankstellen in den Vereinigten Staaten.
Wenn die Ukraine aufhört, die Erdölraffinerien der Russischen Föderation anzugreifen, wird in Russland der Benzinmangel verschwinden, und Russland wird mehr Möglichkeiten haben, überschüssigen Dieselkraftstoff zu verkaufen. Aber dadurch wird der Preis nicht sinken. Nun, vielleicht werden auf dem russischen Binnenmarkt die Preise für Benzin und Diesel niedriger sein, aber Russland wird zu den Preisen verkaufen, die an den Weltbörsen gelten. Warum sollte es anders handeln? Oder es wird Erdöl durch Schmuggel an die Volksrepublik China und Indien verkaufen, wie es das bisher getan hat. Aber dabei geht es nicht um Erdölprodukte. Gerade jetzt verkauft Russland mehr von seinem Erdöl als früher, weil eine gewaltige Menge Erdöl nicht in seine Raffinerien gelangt und deshalb aufs Meer hinausgebracht wird, um dieses Erdöl zu verkaufen, sobald sich eine Möglichkeit ergibt.
Ich erinnere Sie an die Zeit des Irankrieges. Damals erlaubte das Finanzministerium der Vereinigten Staaten angesichts der vollständigen Blockade der Straße von Hormus Indien, größere Mengen nicht von Erdölprodukten, sondern von russischem Rohöl von jenen Schiffen zu kaufen, die sich auf See befanden, um den Erdölmangel zu überwinden. Denn Indien brauchte damals ganz konkret Rohöl für seine Raffinerien, die nicht ausgelastet waren und wegen des Mangels an Rohstoffen unter einem Mangel an Erdölprodukten litten. Und ja, offensichtlich kaufte Indien russisches Erdöl zu einem niedrigeren Preis als dem damaligen Weltmarktpreis, aber immer noch zu einem wesentlich höheren Preis als dem, zu dem russisches Erdöl vor Beginn des Krieges im Iran verkauft worden war.
Und Präsident Zelensky hat vollkommen recht, wenn er sagt, dass man mit den Menschen in der SprachederWahrheit sprechen muss, dass die gesamte Energiesituation auf dem Markt nichts mit der Ukraine und nichts mit den ukrainischen Angriffen auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation zu tun hat. Nein, sie hängt ausschließlich mit der mangelnden Durchdachtheit und der Inkompetenz jener Menschen zusammen, die die Operation gegen den Iran geplant haben und die sich, genau so ist es, als völlige Idioten erwiesen haben, ebenso wie jene Menschen, die den Krieg gegen die Ukraine geplant haben und nicht in der Lage sind, dies einzugestehen. Im Grunde keiner von ihnen.
Heute habe ich wieder einmal ein Propagandavideo des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gesehen, eines der politisch Hauptverantwortlichen dafür, dass im Iran alles so verlaufen ist, wie es verlaufen ist, und dass Israel hinsichtlich seiner Sicherheit angesichts der neuen hochtechnologischen Errungenschaften Russlands und damit auch seiner Verbündeten jetzt vor den größten Problemen seit der Gründung des jüdischen Staates steht. Denn wir wissen nicht, was mit Israel geschehen wird, wenn es von strahlgetriebenen Drohnen aus dem Iran angegriffen wird. Diese Waffenruhe wird früher oder später enden. Und Netanjahu, der den jüdischen Staat in diese, wie ich sagen würde, unglaublichen Schwierigkeiten gebracht hat, kämpft gegen seine Gegner, indem er sagt: Sehen Sie, einer von ihnen, Yair Golan, der als Kandidat für Ministerposten in einer neuen Regierung gilt, die möglicherweise gebildet werden kann, wenn Benjamin Netanjahus Partei Likud und ihre ultrarechten Verbündeten bei den kommenden Parlamentswahlen in Israel eine Niederlage erleiden, sagt, dass die Tötung von Ajatollah Chamenei ein Fehler gewesen sei. „Sehen Sie, diese Menschen sind Anhänger unserer Feinde.“ Aber Yair Golan sagt das, was die Mehrheit der internationalen Analysten sagt: Nach der Tötung von Ajatollah Chamenei ist das iranische Regime nicht zusammengebrochen, wie Netanjahu gehofft hatte und wovon er auch den noch inkompetenteren Trump zu überzeugen versuchte. Und jetzt existiert das Regime weiter, aber es gibt nicht einmal mehr ein Zentrum, das irgendetwas entscheidet. Es ist unklar, mit wem man verhandeln soll. Und darüber hat Trump mehrfach gesprochen.
Und die Situation befindet sich in einer absoluten Sackgasse. Man kann den Iran nicht besiegen. Man kann sich mit ihm nicht einigen. Man kann nur dasitzen und darauf warten, dass der Vulkan ausbricht. Und gleichzeitig klammern sich die Menschen, die das alles organisiert haben, an die Macht und sind nicht einmal in der Lage, ihre Fehler zu überdenken. Denn die Wette darauf, dass „wir Chamenei töten und das Regime zusammenbricht“, hat sich als eine Wette erwiesen, die genau das Gegenteil bewirkte. Das Regime hat sich radikalisiert, ist erhalten geblieben und bereitet neue Verbrechen vor. Und es gibt keinen Führer des Regimes, mit dem man wenigstens irgendeinen Dialog führen könnte.
Und wir sprechen oft darüber, wie gefährlich Inkompetenz in der Politik ist. Darüber spreche ich seit 2019. „Sehen Sie, wir haben solche Probleme. Inkompetenz in der Politik, Zerstörung der staatlichen Verwaltung. Und warum das alles? Weil man einen ehemaligen Fernsehschauspieler zum Präsidenten des Landes gewählt hat.“ Nun gut. Hier haben wir eine Alternative, den Berufspolitiker Benjamin Netanjahu. Er war sein ganzes Leben lang Politiker, hat sich ausschließlich mit Politik beschäftigt. Davor diente er in den israelischen Verteidigungsstreitkräften, stammt aus der Familie eines ehemaligen Assistenten von Ze’ev Jabotinsky, einem der Begründer der zionistischen Ideologie. Er bekleidete verschiedene Ministerämter und kämpfte in der Likud-Partei um die Macht. Alle Rezepte, die ich nenne, wirklich alle dafür, wie man eine professionelle Staatsführung bekommt, finden sich in Benjamin Netanjahus Biografie. Wie konnte es dann geschehen, dass Israel in Wirklichkeit von einer völlig inkompetenten Regierung aus Profis, aus Politikern, wie ich immer sage, regiert wird? Widerlegt das etwa alles, was ich Ihnen die ganze Zeit erzähle?
Nehmen wir die israelische Politik und fragen wir: „Wie kann das sein? Alles, was Sie empfohlen haben, wird dort praktisch umgesetzt – sämtliche von Ihnen verschriebenen Mittel kommen zum Einsatz, aber die Situation ist das genaue Gegenteil Ihrer Erzählungen darüber, wie Berufspolitiker einen Staat führen.“ Und ich kann Ihnen diese Frage beantworten. Ein Berufspolitiker muss auch an seine politischen Perspektiven denken und nicht daran, dass er ins Gefängnis kommen könnte, wenn er die Macht verliert. Sämtliche politischen Instinkte des erfahrenen Benjamin Netanjahu sind in den letzten Jahren ausschließlich dem Wunsch untergeordnet, nicht in einer Gefängniszelle zu landen, in der sich bereits sein Vorgänger im Amt des Ministerpräsidenten, Olmert, befand und in der auch der ehemalige israelische Präsident Katzav saß. Das heißt, die israelische Justiz hat bereits bewiesen, dass sie einen Ministerpräsidenten ins Gefängnis bringen kann, wenn seine Schuld nachgewiesen wird. Und nichts wird diese Justiz daran hindern, das zu tun.
Und Netanjahu will nicht ins Gefängnis, will nicht die Zerstörung seiner politischen Karriere, will nicht die Zerstörung des normalen Lebens seiner Familie. Und seine gesamte Tätigkeit ist nicht den Interessen der nationalen Sicherheit des Staates Israel untergeordnet, sondern dem Interesse an seiner eigenen Freiheit. Und die Interessen seiner eigenen Freiheit werden als nationale Interessen des Staates Israel ausgegeben. Und die Gesellschaft hat das akzeptiert, zumindest jener Teil, der ihn wählt. Und auf diese Weise ist man in einer absoluten Sicherheitswüste gelandet.
Die Vereinigten Staaten von Amerika. Donald Trump musste in den vier Jahren zwischen seinen Präsidentschaften vor Gericht erscheinen und Auskünfte geben. Er wurde verhaftet, wenn auch nur für einige Stunden. Aber wie erniedrigend ist es für einen Menschen, der immer einen erfolgreichen Geschäftsmann und herausragenden Präsidenten gespielt hat, vor den Augen des ganzen Landes als Krimineller dazustehen. Und jetzt ist seine gesamte Tätigkeit darauf ausgerichtet, erstens zu verhindern, dass sich so etwas jemals wiederholt, jede Möglichkeit einer Inhaftierung oder einer Wiederaufnahme der Gerichtsverfahren gegen ihn auszuschließen – denn auch die amerikanische Justiz hat mehrfach bewiesen, wozu sie fähig ist – und zweitens, sich zu bereichern.
Und deshalb ist Trumps Präsidentschaft keine Präsidentschaft, Netanjahus Amtsführung als Ministerpräsident keine wirkliche Amtsführung als Ministerpräsident. Keine Professionalität kann irgendetwas retten, wenn man ständig eine Gefängniszelle vor Augen hat. Und übrigens nähern wir uns in der Ukraine ebenfalls dieser Situation, wenn nicht beim Präsidenten Zelensky, gegen den bekanntlich niemals offiziell irgendwelche Anschuldigungen erhoben wurden, zumindest nicht öffentlich, dann doch bei einer gewaltigen Zahl von Führungspersonen des ukrainischen Staates. Hören Sie, wenn bei uns der Generalstaatsanwalt im Grunde nach Österreich geflohen ist und dort nach Möglichkeiten sucht, politisches Asyl zu erhalten. Wenn sich bei uns machtnahestehende Personen im selben Israel verstecken, dann können Sie sich vorstellen, welche Atmosphäre tatsächlich in den Machtstrukturen herrscht, wenn niemand weiß, welche Aufzeichnungen die nationalen Antikorruptionsbehörden besitzen und was morgen veröffentlicht wird. Und wieder stellt sich heraus, dass eine gewaltige Zahl von Menschen nach demselben Muster nicht darüber nachdenkt, wie die Ukraine diesen Krieg überleben kann, sondern darüber, wie sie selbst nicht hinter Gittern landen. Auch das ist sehr gefährlich.
Deshalb denke ich, dass man in dieser Situation die Platte irgendwie wechseln muss: weg von der Notwendigkeit einer professionellen Führung des Landes, hin zur Bedeutung einer ehrlichen Führung des Landes. Auch das ist, wie sich herausstellt, eine notwendige Voraussetzung dafür, dass sich nicht eine gewaltige Zahl von Menschen als Geiseln ihres künftigen, praktisch unvermeidlichen Untergangs infolge solcher Manöver fühlen muss. Denn wir alle, ob in der Ukraine, in Israel oder in den Vereinigten Staaten, werden zu Geiseln fremder Gefängniszellen, des Wunsches anderer Menschen, nicht in diesen Gefängniszellen zu landen. Darin liegt das Wesen dieses Augenblicks.
Kehren wir zu Zelensky zurück. Zelensky antwortete Donald Trump, dass er bereit sei, innerhalb von 60 Tagen Präsidentschaftswahlen in der Ukraine abzuhalten, ich verstehe nicht so recht, wie sich das mit der ukrainischen Gesetzgebung vereinbaren lässt, falls Donald Trump von Putin eine Waffenruhe erreichen kann. Ich halte das für eine gute Antwort. Dem Präsidenten der Russischen Föderation ist es vollkommen egal, was der Präsident der Vereinigten Staaten sagt. Einfach vollkommen egal. Auch eine 60-tägige Waffenruhe mit der Ukraine, damit die Ukraine Wahlen durchführen kann, interessiert ihn nicht. Er braucht keinerlei Wahlen in der Ukraine. Er muss die Ukraine zerstören, und auch eine Waffenruhe im Energiebereich in der Ukraine ist ihm völlig egal. Und Zelensky befindet sich in einer guten Situation, denn es wird erneut demonstriert werden, dass Donald Trump für keines seiner Worte, die er dort äußert, einsteht.
Aber das Problem liegt nicht darin. Nicht in Zelenskys guter Situation. Das Problem ist, dass Donald Trump in seiner eigenen Welt lebt, in der nur das wahr ist, was er selbst sagt. Am Ufer des Trump-Ozeans. Es würde mich nicht überraschen, wenn Trump aufwacht. Das wird schon bald sein, bald ist Montag. Und wie spät ist es jetzt bei uns? In den Vereinigten Staaten von Amerika beginnt bald der Tag. Also, wenn er dann sagt, dass die Ukraine die Waffenruhe im Energiebereich nicht vereinbaren wolle, dass sie die Erdölraffinerien der Russischen Föderation angreife, während Putin den Krieg unbedingt beenden wolle. Genau das hat er ja heute Morgen gesagt, an unserem Morgen, dass Zelensky aus irgendeinem Grund keinerlei Vereinbarungen schließen wolle, während Putin den Krieg unbedingt beenden wolle.
Was soll die Ukraine in dieser Situation tun? Nun, erstens darf sie nicht alles, was Trump sagt, für bare Münze nehmen. Zweitens darf sie nicht versuchen, sich danach zu richten. Denn was erwartet Trump im Grunde von uns? Er verkündet eine Waffenruhe im Energiebereich. Russland zerstört weiterhin unsere Energieversorgung. Wir rühren Russland nicht an. Das heißt, wir kehren zum vergangenen Winter zurück, der für Putin so bequem war, als er mit uns machen konnte, was er wollte. Und jetzt hat er noch mehr Möglichkeiten, weil er das ballistische Zeitfenster nutzt und strahlgetriebene Drohnen einsetzt, während wir einfach zusehen, was er bei uns noch zerstört. Das wäre dann eine vollständige Katastrophe, die keine amerikanische Hilfe wert ist.
Ja, der Austausch von Geheimdienstinformationen ist ein großes Problem. Dann müssen wir darüber nachdenken, wie wir diese Geheimdienstinformationen von anderen Satelliten erhalten können. Denn wenn wir Trumps Bedingungen akzeptieren, erfüllen wir faktisch seinen gemeinsamen Wunsch mit Putin, dass sie uns beide zusammen vernichten, dass es uns nicht mehr gibt und sie ihre Geschäfte betreiben können. Man muss Trump nicht öffentlich antworten, dass das alles völliger Unsinn und eine völlige Erniedrigung ist, aber man darf nicht so handeln, wie er es will. Man muss ihm so antworten, wie Putin ihm antwortet: indem man leeres Gerede ignoriert, wenn es nicht durch Taten bestätigt wird. Wenn wir zugrunde gehen, während Trump Lukoil-Aktien kauft, wird daraus nichts Gutes entstehen.
Der zweite Punkt: Man muss verstehen, dass dies die Wahlkampfhysterie des Anführers der amerikanischen Ultrarechten ist, der auf sein politisches Fiasko zusteuert und alles versucht, um dieses Fiasko zu verhindern. Er weiß nicht mehr, was er noch anstellen soll, und könnte im Grunde sogar einen Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten auslösen, wenn er das Ergebnis der Kongresswahlen nicht anerkennt. Und das ist durchaus möglich, denn ein Mensch, der nicht ins Gefängnis gehen will, könnte bereit sein, sein eigenes Land zu zerstören, nur um in Freiheit zu bleiben. Auch das muss man verstehen, wie sehr die Präsidentschaft Trumps als solche die Vereinigten Staaten bedroht. Das ist der zweite Punkt.
Der drittePunkt: Man muss die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern verstärken. Was wir jetzt sehen, diese Konsultationen Zelenskys mit den Europäern, ist eine sehr wichtige Sache. Denn wenn man in der Illusion lebt, Trump werde sich für uns mit Putin einigen, kann man einfach sterben, ohne die Realität überhaupt zu bemerken. Vielleicht ist das für manche Menschen, die jetzt diese Partei der elektoralen Kollaboration anführen, von Vorteil, weil sie glauben, damit Wählerstimmen zu gewinnen. Aber das Problem ist, dass es dann niemals Wahlen geben wird. Und darüber muss man laut sprechen. Denn ich sehe jetzt auch noch, wie all diese Schurken mit ihren Äußerungen die ukrainischen Streitkräfte für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren. Anders nenne ich diese Menschen nicht, weil sie die ukrainischen Soldaten für ihre Zwecke missbrauchen. „Wer nicht im Schützengraben sitzt, kann nicht darüber sprechen, dass wir keine Verhandlungen mit der Russischen Föderation führen sollen.“ Das habe ich hier von einem solchen berüchtigten Demagogen gehört. Ja, ich bin bereit, darauf zu antworten.
Erstens sagt niemand, dass wir keine Verhandlungen mit der Russischen Föderation führen sollen. Ich behaupte ganz klar, dass die Russische Föderation nicht vorhat, mit uns zu verhandeln. Für die Russische Föderation existieren weder die Ukraine noch das ukrainische Volk. Wenn es für Putin nicht existiert, hat er niemanden, mit dem er verhandeln könnte. Echte Verhandlungen mit der Russischen Föderation sind unter den gegenwärtigen realen Bedingungen ausgeschlossen. Sie werden erst dann entstehen, wenn Putin keine Kräfte mehr hat, den Krieg fortzusetzen. Ich weiß nicht, wie viele Anstrengungen dafür noch notwendig sein werden.
Zweitens hat das jetzt überhaupt nichts mit der Armee als solcher zu tun. Die Armee erfüllt ihre Aufgaben vollständig. Sie hat die russische Offensive blockiert. Die Operation Vivaldi hat gezeigt, dass man sogar bestimmte Teile des ukrainischen Territoriums befreien kann. Ja, all das geschieht in der klassischen Sackgasse, die nach 2023 an der Front entstanden ist, aber es geschieht. Doch Putin setzt jetzt überhaupt nicht auf die Armee, er setzt auf das Hinterland. Es wird ein Moment kommen, in dem es wesentlich realistischer sein wird, in der Armee zu überleben als im Hinterland, wenn dieser Moment nicht bereits gekommen ist. Es wird ein Moment kommen, in dem die Zahl der Todesopfer im Hinterland größer sein wird als die Zahl der Todesopfer an der Front, wenn dieser Moment nicht bereits gekommen ist. Das muss man einfach ausrechnen. Worüber reden wir überhaupt?
Jeder Mensch, der sich in der Ukraine befindet, ob an der Front oder im Hinterland, ist jetzt einer absolut gleich großen Todesgefahr ausgesetzt. Und es wird ein Moment kommen, in dem es gefährlicher sein wird, sich im Hinterland aufzuhalten. Ist das denn nicht verständlich? Der gesamte Schwerpunkt des Krieges wurde ins Hinterland verlagert, weil Putin genau versteht, dass er mit der Armee nicht gewinnen wird. Warum sollen dann Menschen, die sich im Hinterland befinden, nicht die Wahrheit darüber sagen dürfen, was mit dem Verhandlungsprozess geschieht? Wer hat das diesen widerwärtigen Aferisten gesagt, die die Ukrainer in die Irre führen? Warum halten sie nicht endlich den Mund? Schließlich haben sie sich selbst davon überzeugt, dass sie Abgeordnete werden, dass sie Präsidenten werden, dass sie irgendwelches Geld stehlen werden, und reden immer weiter.
In Wirklichkeit ist ihre gesamte Tätigkeit, wenn sie den Menschen Lügen erzählen, wenn sie ausländischen Journalisten Lügen erzählen, wenn sie westlichen Fernsehsendern Interviews geben, eine verräterische Tätigkeit, die den Interessen der nationalen Sicherheit widerspricht. Das muss man verstehen, denn die Aufgabe dieser Menschen stimmt mit Putins Aufgabe überein: eine Konfrontation bei uns zu provozieren, die Menschen dazu zu zwingen, einer vollständigen, absoluten Kapitulation der Ukraine zu russischen Bedingungen zuzustimmen, also der Liquidierung des Staates. Und da die Meinungsumfragen zeigen, dass es in der Stimmung der Menschen nichts dergleichen gibt, versucht Moskau mithilfe solcher Botschaften und Narrative, unsere öffentliche Meinung umzukehren. Das ist es, was tatsächlich geschieht, auch wenn ich es emotional ausdrücke.
Ich werde einige Fragen beantworten, die während dieser Sendung gestellt wurden.
Frage: Welche Schritte sollte die Ukraine Ihrer Meinung nach unternehmen, um die Situation mit Trump würdig zu überstehen? Können wir irgendwie Einfluss nehmen, oder hat Trump bereits völlig die Kontrolle verloren?
Portnikov: Die Ukraine hat keinerlei wirkliche Hebel, um Einfluss auf Donald Trump auszuüben. Auf Donald Trump kann nur die amerikanische öffentliche Meinung Einfluss nehmen. So oder so können wir mit ihr arbeiten. Aber sehen Sie, Laura Loomer, Donald Trumps Lieblingsbloggerin, mit der er sich sogar in Personalfragen beraten hat, hat das Geschäft zwischen Trump und Putin aus ihrer eigenen Position heraus entschieden abgelehnt. Sie betonte, dass dieses Geschäft Russland ermöglichen werde, den Iran zu finanzieren, und der Iran sei ein Feind Amerikas. Als Trump über Präsidentschaftswahlen sprach, sagte sie praktisch dasselbe wie Zelensky. Man müsse eine Waffenruhe verkünden, damit Wahlen durchgeführt werden könnten, denn in der Ukraine gebe es keine Wahlen, weil man sie während des Krieges nicht durchführen könne. Nun, eine absolut logische Sichtweise.
Wir haben Laura Loomer so viel Aufmerksamkeit gewidmet, als diese Dame in die Ukraine kam. Sie traf sich sogar mit Zelensky, mit anderen ukrainischen Beamten und mit Bloggern. Trump schenkt ihr keinerlei Beachtung. Wenn Trump irgendeine Entscheidung trifft, die mit Putin zusammenhängt, interessiert ihn Laura Loomer überhaupt nicht. Wenn er irgendeine Entscheidung trifft, die mit seinen Positionen im Nahen Osten zusammenhängt, interessiert ihn Marjorie Taylor Greene überhaupt nicht. Auf Trump kann man überhaupt keinen Einfluss nehmen. Trump hat klar erklärt, welchen Stil er hat. Er versammelt seine Berater, sie geben ihm irgendwelche Ratschläge. Dann sagt Trump, wie es aus seiner Sicht sein soll. Und sie müssen seiner Meinung zustimmen. Er braucht keine fremden Ratschläge. Er lebt in einer Welt, in der er der Genialste ist und den höchsten IQ hat.
Und deshalb müssen wir uns einfach bewusst machen, dass wir bis zum 3. November durchhalten müssen, bis zum Beginn einer neuen politischen Epoche in den Vereinigten Staaten. Entweder erkennt Trump die Wahlen an, und dann beginnt das Abklingen seiner Präsidentschaft, oder er erkennt sie nicht an, und es wird einen Bürgerkrieg geben. Und auf jede dieser beiden Möglichkeiten, die beide real sind, muss man sich einstellen.
Frage: Wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit eines Sieges der Demokraten in beiden Kammern des Kongresses ein?
Portnikov: Das Repräsentantenhaus können die Demokraten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gewinnen. Was mit dem Senat geschehen wird, kann heute niemand beurteilen, denn dort handelt es sich um individuelle Wahlkämpfe. Und dort liegen die Kandidaten der Demokraten und Republikaner in jenen Bundesstaaten, in denen Zwischenwahlen stattfinden, häufig bei 50 zu 50. Das heißt, ja, früher hatten die Demokraten überhaupt keine Chance, eine Mehrheit im Senat zu gewinnen. Jetzt gibt es diese Chancen. Das ist alles, was man sagen kann.
Frage: Glauben Sie nicht, dass es Putin treffen würde, wenn wir in Russland sämtliche mit dem Internet verbundenen Rechenzentren ausschalten würden?
Portnikov: Verstehen Sie, mit dem Internet verbundene Rechenzentren sind nicht nur irgendwelche Informationen darüber, was in der Welt geschieht. Das ist auch Wirtschaft, das ist auch Krieg, das sind auch, wie Sie sehen, Botfarmen. Denn jetzt können Sie das sogar an den Kommentaren zu dieser und zu den vorherigen Sendungen erkennen. Die Aktivität der Bots weltweit ist nach unseren erfolgreichen Angriffen auf die Rechenzentren von Yandex um 70 bis 80 Prozent zurückgegangen. Das ist alles Propaganda, und Russland braucht sie. Nein, Putin braucht ein kontrolliertes Internet, nicht dessen Abschaffung.
Frage: Warum sehen die Republikaner und Fox News nicht, dass Trump ein Schwätzer ist, der zehnmal von einer Waffenruhe spricht, von der Russland sagt, es höre zum ersten Mal davon? Ist es ihnen egal, dass sich die Vereinigten Staaten zum Gespött gemacht haben? Trump ist schließlich nicht ewig da.
Portnikov: Nun, warum? Erstens ist es nicht allen Republikanern egal. Es gibt Republikaner, die sich gegen solche Entscheidungen aussprechen. Es gibt sogar Republikaner, die im Repräsentantenhaus ein Gesetz initiieren, das sie Ronald-Reagan-Gesetz nennen und das jeglichen Handel mit Erdölprodukten mit der Russischen Föderation in jeder Form vollständig verbieten soll. Obwohl ich wiederum nicht so recht verstehe, wozu dieses Gesetz zusätzlich zum Gesetz von 2022 notwendig ist. Das alles gibt es zweifellos.
Aber Sie verstehen doch, dass die Republikaner einen Anführer haben. Donald Trump, der Präsident des Landes, ist der Parteivorsitzende. Andere Anführer haben die Republikaner nicht. Eine populärere Persönlichkeit haben sie nicht, selbst wenn Trumps Umfragewerte sinken. Und außerdem hat Trump die Führung der Partei im Grunde monopolisiert. Und darüber hinaus wird Trump von Tech-Oligarchen wie Elon Musk unterstützt. Sie hören doch, was Elon Musk im Grunde über diese ganze Situation sagt. Dasselbe, was Trump sagt. Ja, das droht der Republikanischen Partei eine politische Katastrophe zu bringen. Aber was können sie denn tun?
Frage: Wenn von einer Waffenruhe im Energiebereich die Rede ist, stellt sich die Frage: Geht es bei dieser Waffenruhe auch um Angriffe auf Kindergärten, Krankenhäuser und Wohnhäuser? Oder gehört dieser Teil des Terrors nicht dazu?
Portnikov: Angriffe auf Schulen, Wohnhäuser und Kindergärten fallen nicht unter eine Waffenruhe im Energiebereich. Aber es gibt keine Waffenruhe im Energiebereich, und höchstwahrscheinlich wird es auch keine geben, weil in der russischen Hauptstadt niemand etwas davon weiß. Die ukrainische und die russische Delegation haben sich nicht getroffen und darüber nicht gesprochen. Es kann keine Waffenruhe geben, von der niemand etwas weiß. Wir werden noch abwarten, bis in Moskau wenigstens irgendjemand diese Geschichte kommentiert. Vielleicht wird das am Montagmorgen geschehen, aber bislang sehen Sie statt Kommentaren Angriffe auf Heizkraftwerke. Aber selbst wenn eine Waffenruhe im Energiebereich verkündet wird, behalten sich die Seiten das Recht vor, andere Ziele anzugreifen. Das ist klar.
Frage: Glauben Sie, dass Europa ohne die PURL-Initiative die notwendigen Mindestmengen an Waffen bereitstellen kann? Und wird es das tun, wenn die Ultrarechten immer lauter ihre Stimme erheben?
Portnikov: Dass die Ultrarechten ihre Stimme erheben, bedeutet noch gar nichts. Entscheidend ist der Wille der europäischen Regierungen, verstehen Sie? Die PURL-Initiative spielte keine bedeutende Rolle für die Verteidigungsfähigkeit der ukrainischen Armee. Auch das ist wahr. Eine große Menge der Waffen, die die Vereinigten Staaten im Rahmen dieser Initiative liefern wollten, kam wegen des Ressourcenmangels in den Vereinigten Staaten nach dem Irankrieg nicht an. Aber das Wichtigste ist, dass es auch noch die Interessen des militärisch-industriellen Komplexes der Vereinigten Staaten gibt, der vor den Zwischenwahlen durch das Einfrieren dieser Initiative Einnahmen verlieren würde, denn für all diese Waffen wird bezahlt. Und ich bin nicht sicher, dass Trump tatsächlich so weit gehen wird. Aber wir werden sehen.
Frage: Erhöhen Trumps Handlungen das Risiko eines neuen Angriffs auf europäische Länder?
Portnikov: Natürlich bringen uns sämtliche Handlungen Trumps einem großen Krieg näher, weil Putin seine völlige Straflosigkeit spürt. Wenn Trump jetzt Anstrengungen unternimmt, um ihn zu schützen und nicht uns, warum sollte Putin dann glauben, dass es anders sein wird, wenn er beispielsweise die baltischen Staaten angreift? Warum sollte Trump nicht sagen, dass die baltischen Staaten selbst schuld seien, weil sie Russland provoziert und Angriffe auf dessen Erdölraffinerien unterstützt hätten, obwohl er, Trump, gesagt habe, dass man das nicht tun solle? Nun, dann sollen sie sich jetzt eben selbst verteidigen. Und sie unterstützen Trump nicht einmal. Zweifeln Sie nicht daran, dass Trumps Präsidentschaft weitere Kriege näherbringt. Zweifeln Sie nicht daran.
Frage: Kann Donald Trump persönlich entscheiden, dass wir keine Geheimdienstinformationen mehr erhalten? Oder hat er nicht das Recht, solche Entscheidungen allein zu treffen?
Portnikov: Präsident Trump hat das Recht, eigenständig beliebige Entscheidungen zu treffen. Und wie Sie sich erinnern, wurde bereits einmal entschieden, dass uns keine Geheimdienstinformationen mehr übermittelt werden, nach dem Skandal zwischen Trump und Zelensky im Oval Office. Das dauerte mehrere Wochen. Das heißt, diese Entscheidung wird nicht Trump selbst treffen. Er wird Hegseth einfach den Befehl geben, eine solche Entscheidung zu treffen, und der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten ist vollkommen bereit, sämtliche Befehle Donald Trumps auszuführen. Also ja, das kann innerhalb von zehn Minuten geschehen. Es würde mich nicht einmal überraschen, wenn es noch heute geschieht. Und auch das ist ein wichtiger Punkt, über den wir sprechen müssen, wenn wir diese ganze schizophrene Situation erörtern. Das ist alles.
In diesen Minuten ist in der StraßevonHormus ein weiterer Supertanker auf eine iranische Mine gelaufen. Soviel zur vollständigen Minenräumung und Öffnung der Straße von Hormus. Nun, deshalb ist das Erdöl so teuer, verstehen Sie? Deshalb ist es so teuer, weil der eine Supertanker durchkommt und der andere auf eine Mine läuft und niemand weiß, was mit dem Erdöl geschieht. Und deshalb versichert die Versicherungsgesellschaft, die diesen Supertanker versichert, ihn gegen den Fall einer Minenexplosion. Können Sie sich diese Summen vorstellen? Dieses Erdöl wird bald so teuer wie Gold sein. Auch das ist ein sehr wichtiger Punkt, über den man sprechen muss. Das verstehen wir also alles sehr gut.
Gleichzeitig verstehen wir, dass Russland seine Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur fortsetzt. Wir sehen, was in Kyiv geschieht, wo derzeit nach Schätzungen 70 Prozent der Einwohner der ukrainischen Hauptstadt ohne Wasser sind, buchstäblich schon seit zehn Stunden, und manche Stadtteile seit dem Morgen kein Wasser haben. Und jetzt melden Monitoringkanäle, dass die Ursache ein Angriff einer Shahed-Drohne auf eine Stromleitung war, die gerade mit dieser Versorgung zusammenhing. Ich denke, dass all das natürlich wiederhergestellt werden wird, aber auch das zeigt das Ausmaß der Bedrohungen. Wenn wir bei diesem Ausmaß der Bedrohungen auch noch die Hände in den Schoß legen und sagen: „Ach, ach, Hauptsache, wir rühren Russland nicht an“, dann werden wir einfach zugrunde gehen. Einfach zugrunde gehen. Was soll man dazu noch sagen? Das scheint mir eine vollkommen offensichtliche Sache zu sein.
Aber ich denke, dass wir auf diese Schizophrenie noch zurückkommen müssen. Ich sage Ihnen jedes Mal, in jeder Sendung: „Warten Sie auf noch erschütterndere Nachrichten, denn wir erleben die wirkliche Agonie der Rechtspopulisten der Vereinigten Staaten, Trumps und seines Umfelds. Vielleicht sogar nur Trumps. Vielleicht gibt es in seinem Umfeld Menschen, die nüchterner denken, aber gezwungen sind, sich dem Zustand eines Menschen anzupassen, der erstens verzweifelt ist und zweitens in einem Zustand, in dem er den Atlantischen Ozean Trump–Ozean nennen will.“ So etwas haben wir zuletzt zu Zeiten Neros gesehen. Können Sie sich vorstellen, was für ein Glück wir haben? Wie viel Zeit ist seit Nero vergangen, Jahrtausende, und jetzt sehen wir wieder Nero, nur in einer neuen Toga, in einer neuen Welt. Ich versichere Ihnen, dass weder Ihre Kinder noch Ihre Enkel, Ihre Urenkel oder Ihre Ururenkel so etwas erleben werden. So etwas geschieht einmal in tausend Jahren. Oder in anderthalbtausend oder zweitausend Jahren, niemand weiß, wann wir den nächsten Nero erwarten können. Vielleicht sollten wir uns also freuen, dass wir uns wenigstens eine solche Show ansehen können. Nur sollten wir dabei nicht getötet werden, und dieser Nero sollte sich nicht auch noch an den verschiedenen falschen Neros um ihn herum erfreuen, insbesondere in Moskau.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Трамп погрожує Україні | Віталій Портников.12.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:12.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Vor dem Hintergrund der anhaltenden terroristischen Angriffe der Russischen Föderation auf die ukrainische Hauptstadt und andere Städte und Ortschaften unseres Landes, vor dem Hintergrund des offensichtlichen Bestrebens, die Eskalation im Krieg gegen die Ukraine weiter zu verschärfen, und neuer Drohungen gegen den Westen tritt Präsident Putin bei einer Sitzung des Waldai-Diskussionsklubs auf – einer eigens veranstalteten Zusammenkunft von Experten sowohl aus der Russischen Föderation selbst als auch aus westlichen Ländern, die bereit sind, dem russischen Präsidenten und seinen Drohungen zuzuhören. Ein sorgfältig ausgewähltes Publikum, das eher als Expertenkulisse für den selbstverliebten russischen Diktator dient.
Schon vor Putins Auftritt sagte sein Pressesprecher Peskow, die ganze Welt warte auf diese Rede. Und es ist schwer zu sagen, inwieweit er hinsichtlich der Erwartungen der Welt damit recht hat. Aber ich bin bereit, Peskow darin zuzustimmen, dass diese Rede des Präsidenten der Russischen Föderation tatsächlich historisch ist, weil sie die Welt, selbst unabhängig vom Kontext der Ereignisse im russisch-ukrainischen Krieg, dem tatsächlichen Einsatz von Atomwaffen durch die Russische Föderation näher bringt. Und wir müssen feststellen, dass Moskau sich darauf vorbereitet. Das ist eine völlig neue außenpolitische Konzeption, die Putin in dieser Rede formuliert hat.
Früher sprachen sowohl sowjetische als auch russische Staatschefs davon, dass der Einsatz von Atomwaffen in jedem Krieg unmöglich sei, dass es in einem Atomkrieg keine Sieger geben werde und dass man alle Anstrengungen unternehmen müsse, damit es zu einem solchen Krieg nicht kommen könne. Eine solche Wende in der sowjetischen Außenpolitik, die die Russische Föderation später erbte, vollzog sich faktisch unmittelbar nach dem Tod des sowjetischen Diktators Josef Stalin, der bekanntlich für Putin und die Putinisten ein Vorbild ist.
Stalin zog grundsätzlich die Möglichkeit eines Atomkriegs mit dem Westen in Betracht, weil er von der Vernichtung der westlichen Zivilisation träumte. Nun, natürlich hatte er sich gerade deshalb in den 1930er-Jahren mit seinem Verbündeten Adolf Hitler über ein gemeinsames Vorgehen gegen die zivilisierte Welt verständigt und war sehr unzufrieden darüber, dass Hitler ihn hinterging. Doch nach Stalins Tod entstand die Konzeption der friedlichen Koexistenz von Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen.
Und man kann sagen, dass diese Konzeption bis zum 1. Oktober 2026 Bestand hatte, denn nun spricht der Präsident der Russischen Föderation, einer der größten Atommächte der heutigen Welt, die in der Lage ist, die gesamte Menschheit zu vernichten, ebenso wie dies etwa die Volksrepublik China könnte. Ein Land, das dafür größere Möglichkeiten besitzt als andere Atommächte. Denn selbst wenn man sich vorstellt, dass Frankreich oder Großbritannien an einem Atomkrieg teilnehmen und ihre gesamten Atomwaffen bereits eingesetzt haben, werden Russland und die Vereinigten Staaten noch eine beträchtliche Menge davon besitzen. China inzwischen ebenfalls. Und der Staatschef eines solchen Landes sagt bei einem Treffen mit Experten öffentlich, es könne dazu kommen, dass das Gewehr, das an der Wand hängt, auch abgefeuert werden müsse, womit er faktisch die Unvermeidlichkeit des Einsatzes von Atomwaffen in modernen Kriegen anerkennt. Das ist natürlich eine regelrechte zivilisatorische Katastrophe.
Und ich möchte, dass wir uns dieses Datum als den Tag merken, an dem diese Katastrophe aus dem Kreml angekündigt wurde. Wenn es uns in den nächsten Jahren nicht gelingt, die derzeitige Führung der Russischen Föderation dazu zu zwingen, auf sämtliche aggressiven Pläne zu verzichten, wird die Menschheit nicht an künstlicher Intelligenz zugrunde gehen, über deren Gefahren Putin heute bei der Sitzung des Waldai-Klubs ebenfalls gesprochen hat. Die Menschheit wird an Putin zugrunde gehen, und wir werden Zeugen dieser – wie der Präsident der Russischen Föderation selbst sagt – unvermeidlichen Katastrophe sein, sofern wir natürlich überleben.
Nun, ich werde diese Worte des russischen Präsidenten zitieren, damit wir verstehen, worauf sie sich beziehen. Es ist die Antwort auf eine Frage, die der Kreml-nahe Experte Fjodor Lukjanow zu einer Warnung des Außenministeriums der Russischen Föderation an die westlichen Länder stellte, die das russische Gebiet Kaliningrad betraf, eine Enklave, die zwischen zwei Mitgliedern der NATO und der Europäischen Union liegt, Polen und der Republik Litauen. Auch das ist inzwischen ein nicht mehr ganz neuer, ich würde sagen, propagandistischer Trick. Zuerst gibt Lawrows Außenministerium Warnungen heraus, anschließend wendet man sich an Putin, damit er seine Diplomaten gewissermaßen beruhigt. Doch dann geschieht etwas völlig anderes, vom Kreml Geplantes.
„Wir schüchtern niemanden ein“, sagt Putin. „Und das, was Sie gerade angesprochen haben, die Erklärungen des Außenministeriums und die Schreiben, die das Außenministerium an einige Länder geschickt hat, das ist keine Einschüchterung, sondern eine Antwort auf den Versuch, uns einzuschüchtern. Denn diese Äußerungen westlicher Politiker, europäischer Politiker über die Notwendigkeit, die Möglichkeit und die Vorbereitung eines Krieges mit Russland in den Jahren 2029 bis 2030 stammen doch nicht von uns. Wir hören das von der anderen Seite, und zwar ständig. Und jetzt kommen auch konkrete Handlungen hinzu. Eine Militärübung nach der anderen in der Ostsee und anschließend Versuche, unsere Schiffe festzuhalten. Aber all das ist die Eskalation, von der ich gerade in meiner Rede gesprochen habe. Und dann hörten wir Äußerungen zum Kaliningrader Gebiet. Und alles, was in der Erklärung des Außenministeriums und in den verschickten Schreiben steht, ist richtig. Sollte es zu einem direkten Angriff auf die Russische Föderation kommen – in diesem Fall ist sowohl Kaliningrad als möglicherweise auch anderes Territorium gemeint –, wird selbstverständlich unvermeidlich und unverzüglich die Frage des Einsatzes sämtlicher Waffen auf die Tagesordnung kommen, über die unser Land verfügt.“
Das heißt, Putin kann jede beliebige Provokation inszenieren, wie Hitler oder Stalin dies seinerzeit taten, und unter dem Vorwand dieser Provokation Waffen gegen jedes beliebige Land im Westen einsetzen, das er zum Ziel seiner Handlungen erklärt. Und das kann, wie Sie verstehen, keineswegs nur die Situation mit dem Kaliningrader Gebiet betreffen. Putin sagte heute ganz klar, dass er die Hilfe für die Ukraine weiterhin aufmerksam beobachtet und dass derzeit zwar nicht von Angriffen auf jene Rüstungsbetriebe die Rede sei, die der Ukraine helfen und Produkte für die ukrainische Armee herstellen, Russland diese Arbeit jedoch beobachte.
Das ist also ebenfalls eine Drohung. Es ist die Drohung mit dem Einsatz von Instrumenten hybrider Kriegsführung durch die Russische Föderation. Wie Sie verstehen, werden diese Bedrohungen in nächster Zeit auf dem gesamten europäischen Kontinent zunehmen. Und es sind möglicherweise Drohungen mit dem Beginn eines Krieges gegen europäische Länder. Denn vielleicht versuchte Putin am 1. Oktober 2026 seinen westlichen Partnern zu signalisieren, dass die Entscheidung über den Beginn eines Krieges auf dem europäischen Kontinent, eines Krieges, der zu einem wirklichen Dritten Weltkrieg werden könnte, im Kreml bereits getroffen wurde und nur noch der endgültige Befehl des Oberbefehlshabers der russischen Streitkräfte erforderlich ist, damit dieser Krieg beginnt.
Wir wissen nicht, auf welche Weise Russland angesichts des Mangels an Ressourcen, der aufgrund des fortdauernden endlosen russisch-ukrainischen Krieges derzeit zu beobachten ist, einen solchen Krieg führen würde. Aber dass Putin mit solchen möglichen Raketenangriffen, vielleicht mit dem Einsatz strahlgetriebener Drohnen droht, ist angesichts dieser Rede ebenfalls eine völlig offensichtliche Tatsache.
Was die Ukraine betrifft, denke ich, dass wir uns ebenfalls keinerlei Illusionen darüber gemacht haben, was Putin sagen würde. Es ist offensichtlich, dass er den russisch-ukrainischen Krieg nicht beenden will. Es ist offensichtlich, dass er keinerlei Möglichkeiten für Friedensverhandlungen zustimmen will, die zu einer tatsächlichen Unterbrechung, geschweige denn zu einer Beendigung der Kampfhandlungen führen würden. Wichtig ist aber auch, was er über die Ukraine sagte und wie er seine Aggression gegen unseren Staat erklärte. Putin trat mit friedensstiftenden Erklärungen auf, sprach davon, wie wichtig Frieden sei, und beantwortete selbst eine Frage, die sich sogar im Kreis der loyalen Experten von Waldai aufdrängte.
„Russland spricht also vom Frieden, hat aber selbst den Krieg begonnen. Nun, ich habe mich zu diesem Thema schon oft geäußert: Wo liegt die Wahrheit? Die Wahrheit ist, dass nicht wir kämpfen wollten und nicht wir den Krieg begonnen haben, sondern dass man begonnen hat, gegen uns Krieg zu führen“, sagt der russische Diktator. „Man hätte nicht jahrelang aggressiven Nationalismus und Russophobie in der Ukraine fördern dürfen, um sie zu einem Instrument des Kampfes gegen Russland zu machen. Die NATO hätte nicht mit der militärischen Erschließung beginnen dürfen.“ Und hier kommt der wichtigste Satz, der uns im Grunde die gesamte endlose Perspektive des russisch-ukrainischen Krieges für die kommenden Jahre und Jahrzehnte vor Augen führt: „Die NATO hätte nicht mit der militärischen Erschließung unserer historischen Gebiete im Interesse der Organisation selbst beginnen und dort ihre Stützpunkte planen dürfen.“
Das bedeutet, dass das Territorium der Ukraine als historisches Territorium der Russischen Föderation betrachtet wird und Russland diesen erbarmungslosen Krieg um Territorium, um das, was es als sein Eigentum betrachtet, führt und weiter führen wird. Natürlich interessiert die Russen in dieser Situation überhaupt nicht, welche Bevölkerung auf diesem Gebiet lebt, das historisch russisch sein und an Russland zurückgegeben werden soll. Putin hat das laut ausgesprochen. Man muss es einfach hören. Es ist ein Krieg um Territorium, um russisches Territorium.
„Man hätte die Radikalen in Kyiv nicht zu einem Staatsstreich drängen und das auf diese Weise geschaffene illegale Regime anschließend mit verschiedensten Offensivwaffen vollpumpen dürfen. Man hätte keine Pläne ausarbeiten dürfen“ – Achtung – „Konzentrationslager für die Bewohner des Donbas und der Krim einzurichten. Man hätte unbewaffnete Menschen nicht mit Panzern niederwalzen, mit Raketen beschießen, aus Flugzeugen unter Feuer nehmen und bei lebendigem Leib töten dürfen“ – er spricht hier nicht über russische Handlungen – „nur weil sie ihrer Nationalität und ihrem Geist nach Russen sind. Russland wurde bewusst in eine Situation gebracht, in der es schlicht gezwungen war, als Antwort auf diese aggressive Aggression zu den Waffen zu greifen. Man hat uns bewusst an diese Grenze gebracht. Man hätte Russophobie, die Unterdrückung und Ermordung von Russen und die Vernichtung Russlands nicht zur Staatsideologie machen und sich nicht die strategische Niederlage Russlands zum Ziel setzen dürfen. Ja, das wurde gesagt, nicht wahr? Niemand hat das vergessen. Wenn wir freundschaftlich miteinander leben wollen, dann lasst uns gemeinsam nach Wegen suchen, wie das möglich ist.“
Oder glauben Sie, Putin sagt nicht, welcher Weg das sein soll? Doch, sagt er. Er sagt ganz klar, dass es überhaupt keine Ukraine geben könne, dass „die Ukraine – ich weiß das, und alle wissen es sehr gut – nicht selbstständig existieren kann. Sie verliert zunehmend die Elemente ihrer Staatlichkeit. Meiner Ansicht nach ist das eine offensichtliche Tatsache. Sie wird von außen gesteuert. Und wenn jemand mit fremden Händen gegen uns Krieg führen will, in diesem Fall mit den Händen des ukrainischen Regimes, das seine Menschen, die es nicht einmal als die eigenen betrachtet, unter die Kugeln und faktisch in die Vernichtung schickt – wenn also jemand beginnt, mit fremden Händen gegen uns Krieg zu führen, dann ist das natürlich eine Bedrohung.“
Das heißt, alles ist sehr einfach: „Wenn ihr eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland wollt“ – das ist ein klares Signal an den Westen –, „dann überlasst Russland die Ukraine, setzt gemeinsam mit Moskau, gemeinsam mit Putin, gemeinsam mit den von chauvinistischer Galle erfüllten Russen einen Schlusspunkt unter die ukrainische Staatlichkeit. Und das ist das Einzige, was euch vor einem Atomkrieg bewahren wird. Denn die Alternative zu einer solchen Kapitulation der Ukraine vor Russland und zu gemeinsamen Anstrengungen zur Vernichtung der ukrainischen Staatlichkeit ist ein Atomkrieg.“ Das ist der Kern dieser Rede, einer sehr wichtigen, sehr aggressiven Rede, erfüllt von dem unverhohlenen Wunsch, die Gewalt fortzusetzen und auszuweiten.
Wie ich schon mehrfach gesagt habe, ist die Ausweitung des russisch-ukrainischen Krieges auf andere Länder, auf andere Gebiete und die Steigerung seines Eskalationsniveaus unvermeidlich. Putin hatte darauf gesetzt, dass die Wahlen 2024 in den Vereinigten Staaten von Amerika und Donald Trumps Machtantritt mit seinem Programm zur Einstellung der direkten Hilfe für die Ukraine einen Schlusspunkt unter den russisch-ukrainischen Krieg setzen und es Russland ermöglichen würden, sämtliche ukrainischen Gebiete, die heute nicht von Russland kontrolliert werden, als Regionen der Russischen Föderation an Russland anzuschließen, wie es in jedem politischen Plan steht, der seit Anfang der 2000er-Jahre auf Putins Tisch liegt. All das wird seit damals ausgearbeitet. Da dies nicht geschehen ist, besteht die Hauptaufgabe nun darin, die Europäer dazu zu zwingen, die Hilfe für die Ukraine einzustellen, selbst wenn dafür Massenvernichtungswaffen eingesetzt werden müssen. Das ist alles. Was muss man da noch erklären? Mir scheint, dass man genau das in dieser Rede, in dieser Strategie mit bloßem Auge erkennen kann, wenn Sie so wollen.
Natürlich versucht Putin dabei – und auch das ist eine sehr wichtige Tatsache –, die warmen Beziehungen zu Trump aufrechtzuerhalten. Er versteht, dass er dem amerikanischen Präsidenten weiterhin seine Zuneigung vorspielen muss, und auch während dieser Rede tut er das weiter. „Ich habe mit Präsident Trump“, sagt Putin, „seit vielen Jahren recht gute Beziehungen. Ich bin ihm dankbar dafür, dass er sich um eine Lösung, sagen wir, der Ukraine-Krise bemüht. Ich bin davon überzeugt, dass er das aufrichtig tut. Wir sind der First Lady der USA für ihre Arbeit im humanitären Bereich dankbar. Das sage ich vollkommen aufrichtig, ohne jede Ironie. Aber wie dem auch sei: Alles, was unsere Beziehungen zu den Staaten überschattet, jene Faktoren, die unsere Beziehungen verdunkeln und zerstören, sind nicht gestern und nicht heute entstanden. Sie sind über Jahrzehnte entstanden. Wir würden uns sehr wünschen, dass diese Faktoren, die uns trennen, der Vergangenheit angehören und sich neue Perspektiven für eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit eröffnen.“
Da haben Sie es ganz einfach. Einerseits wird betont, dass keinerlei reale Möglichkeiten zur Verbesserung der amerikanisch-russischen Beziehungen bestehen. Andererseits wird alles gesagt, was Trump später in seinen eigenen Reden verwenden kann, wenn er erzählt, wie unglaublich stark Putin ihn liebt. Putin geht hier also mit Trump vollkommen geschickt um. Ohne irgendwelche politischen Zugeständnisse, ohne jeden Wunsch, einem Ende des russisch-ukrainischen Krieges zuzustimmen, möglicherweise über einen Angriff auf Europa und den Einsatz von Atomwaffen zum Sieg über den Westen nachdenkend, macht Putin nur eines: Er macht Trump Komplimente.
Und wiederum können wir hier von einer Revision der Weltordnung sprechen. Und sie ist, würde ich sagen, keineswegs nur für einen Tag gedacht. Putin sagt ganz klar, dass sich die Weltordnung verändert, dass der Westen seine Rolle verliert und dass die Bedeutung der westlichen Staaten überschätzt werde. Nun, er meint dabei vor allem die G7, obwohl man feststellen kann, dass diese Gruppe bei aller angeblichen Überschätzung praktisch über den größten Teil der Ressourcen der Weltwirtschaft verfügt, was auch immer mit China oder anderen Ländern des Globalen Südens sein mag. Und das müsse historisch neu bewertet werden.
Putin griff sogar auf Gorbatschows politisches Erbe zurück, um zu zeigen, wie falsch dessen Versuch gewesen sei, die Sowjetunion zu reformieren: „Ich möchte auf eine gewisse Naivität, einen gewissen Edelmut und vielleicht sogar eine gewisse Sorglosigkeit jener Menschen hinweisen, die den Staat in den letzten Jahren der Sowjetära führten. Blindes Vertrauen in die westlichen Partner, die Überzeugung, dass gewisse Gentlemen’s Agreements möglich seien.“ Damit meint er die erfundene Behauptung, der Westen habe Gorbatschow versprochen, die NATO nicht zu erweitern. „Eine gewisse Naivität, als reiche es aus, sich auf das Wort anderer zu verlassen und zu glauben, man könne sich über etwas einigen – genau das hat der Sowjetunion einen so bösen Streich gespielt. Rückblickend wird deutlich, welch zerstörerische Rolle dies nicht nur für das Schicksal der UdSSR, sondern auch für die Gewährleistung langfristiger globaler Stabilität gespielt hat. Die sowjetischen Führer wollten dem Westen gefallen, der Westen dagegen wollte die Welt nach seinen Vorstellungen umgestalten. Das ist der ganze Kern dessen, was geschieht.“
Und natürlich kommt Putin in dieser Situation nach seiner Rede erneut auf das Thema Atomwaffen zurück. „Die These, Russland drohe mit Atomwaffen, soll davon ablenken, dass sie selbst eine aggressive Politik gegen Russland betreiben und ihre Bürger in der Konfrontation mit uns an eine gefährliche Grenze heranführen und treiben – das ist, würde ich sagen, eine instrumentelle Vorgehensweise westlicher Politiker. Aber wenn wir mit einer Aggression konfrontiert werden – wir selbst haben nicht vor, irgendjemanden anzugreifen –, werden wir gezwungen sein zu antworten. Und die Bürger der europäischen Länder müssen unsere Position und die Position der amtierenden politischen Führung dieser Länder klar verstehen und voneinander unterscheiden.“
Und hier kommt das Wichtigste: womit sich die Russische Föderation in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Mir scheint, dieses Verständnis ist vorhanden, und wir sehen das unter anderem an den Wahlergebnissen und den Stimmungen in den größten europäischen Ländern. Genau das möchte ich kommentieren. Die Russische Föderation arbeitet ganz bewusst darauf hin, dass in europäischen Ländern – und nicht nur in europäischen, sondern auch in nordamerikanischen Ländern – Politiker an die Macht kommen, die bereit sind, vor dem Kreml zu Kreuze zu kriechen, sich mit Putin zu verständigen, Russlands Recht auf vollständige Kontrolle über den postsowjetischen Raum durch die Eingliederung der Gebiete ehemaliger Sowjetrepubliken in die Russische Föderation anzuerkennen und ihm indirekte Kontrolle beziehungsweise eine Einflusssphäre in den Staaten Mitteleuropas zuzugestehen.
Und Putin sagt ganz klar, dass er die Wahlergebnisse als förderlich für die Interessen der Russischen Föderation betrachtet. Welche Wahlen? Gemeint ist vor allem der jüngste Erfolg der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland bei den Landtagswahlen in Deutschland, deren Führung ihre Sympathien für Putin nicht verbirgt. Denn wie könnten Menschen, die einer ultrarechten Ideologie anhängen, die faschistische Ideologie des heutigen Russlands nicht schätzen, das sich im Grunde in eine Neuauflage des Hitler-Reichs verwandelt hat, in ein Viertes Reich unter Putin? Und Sie verstehen doch, dass dieses Feuerwerk an Sabotageakten, das sich in der Bundesrepublik vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ereignete, jetzt nicht mehr in dieser Form stattfindet, nicht wahr? Es war gerade darauf abgestimmt, dass die Stimmung in den europäischen Gesellschaften diesen Zielen des Präsidenten der Russischen Föderation, der russischen Führung und der russischen Gesellschaft entspricht.
Und natürlich erwartet man in Russland genau so, dass im kommenden Jahr bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich die Vorsitzende des rechtsextremen Rassemblement National, Marine Le Pen, gewinnt, die zwar die Politik der Russischen Föderation verbal verurteilen kann, in der Praxis jedoch die Hilfe für die Ukraine einstellen und bestimmte Initiativen zur Unterstützung der Ukraine in der Europäischen Union blockieren könnte, während sie demonstrativ und deklarativ eine Gegnerin der Russischen Föderation bleibt.
So wird die Politik der Russischen Föderation aussehen. Dazu dient diese Einschüchterung mit Atomwaffen: damit die Europäer richtig wählen, damit man Europa ohne Atomwaffen erobern kann. Genau das haben sie in unserem Land immer versucht, als sie 1994 prorussischen Politikern zur Macht verhalfen, es 2004 versuchten, 2010 versuchten und anschließend nach 2014 die Revanche vorbereiteten. Das alles ist Moskau. Alles Moskau. Und jetzt tun sie in Europa genau dasselbe und geben dafür Milliarden aus und werden weiter Milliarden dafür ausgeben, weil sie sicher sein können, dass das sogar effektiver ist, als Geld für die Armee auszugeben: Die anderen kommen selbst und bringen ihnen alles.
Nun, mir scheint, das alles ist verständlich, ebenso wie klar ist, dass Russlands Aggression gegen die Ukraine weitergehen wird und die Ukraine ständig beschuldigt werden wird, Russland zu provozieren. Unter anderem sagte Putin während dieser Rede: „Die Ukraine hat angefangen, russische Ölraffinerien anzugreifen, aber das macht nichts, das ist nicht schlimm. Russland hat durch diese Angriffe nur ein Prozent seines BIP verloren.“ Tatsächlich ist das eine sehr große Zahl. Ich hoffe, dass wir die Ölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation auch weiterhin zerstören werden, um dieses räuberische, aggressive Land auf die Knie zu zwingen, von denen es sich in den kommenden schwarzen Jahrzehnten der Armut, der inneren Konflikte, der Katastrophen und der internen Kämpfe nicht wieder erheben soll. In einen solchen Zustand muss dieses Land gebracht werden – natürlich vorsichtig, damit seine inneren Konflikte nicht über die Grenzen der Russischen Föderation hinausgreifen und sämtliche Nachbarländer überfluten und sie neben einem brennenden Russland in eine dann nicht mehr zu bewältigende Katastrophe stürzen.
Auch das kann geschehen. So war es in den Jahren 1917 bis 1920 des 20. Jahrhunderts. Wir müssen diese Erfahrung im 21. Jahrhundert nicht wiederholen, aber ein starkes Russland bedeutet den Tod für die Ukraine und den Tod für Mitteleuropa. Den physischen Tod von Millionen Menschen, die hier leben. „Faschist, hier kommt die Granate – vom Sowjetsoldaten.“ Das sagte Putin, als er darüber sprach, dass Russland die ukrainische Metallurgie faktisch zerstört habe. Er verbirgt nicht einmal seinen Wunsch, zivile Branchen der ukrainischen Wirtschaft zu zerstören. Man muss das also nicht einmal übertreiben. Diese seine Absichten sind alle offensichtlich.
Und natürlich Komplimente an China. Hier kann Putin selbstverständlich nichts anderes tun, als sich vor Xi Jinping in den Staub zu werfen. Und hier ist die Linie seines Verhaltens, würde ich sagen, noch viel ernster als gegenüber Trump, weil sie familiär ist. Putin sagt, seine Enkel lernten Chinesisch und könnten, wie Sie verstehen, bei Treffen zwischen Putin und Xi Jinping als Dolmetscher arbeiten. Das ist, wie Sie verstehen, etwas anderes als bei Trump, mit dem er gute Beziehungen hat. Es ist der Versuch, alles dafür zu tun, dass Xi Jinping erkennt, wie groß die Ergebenheit des russischen Präsidenten ist.
Das heißt, trotz all dieser Drohungen, trotz all dieser Gefahren versucht Putin weiterhin, dem chinesischen Staatschef zu gefallen, weil er offensichtlich versteht, dass gerade davon die Zukunft der russischen Wirtschaft abhängt. Wenn China aufhört, russisches Öl zu kaufen, dann sind all diese selbstverliebten Erklärungen vorbei. Dann wird man seine eigenen Zähne vom Boden aufsammeln müssen, die einem mangels Parodontosebehandlung ausfallen werden, statt über einen globalen Atomkrieg zu erzählen.
Und nun zum globalen Atomkrieg. „Wir entwickeln unsere Nuklearstreitkräfte weiter. Wir haben strategische Raketentruppen. Fast 98 Prozent davon sind modern. Einen solchen Modernisierungsgrad gibt es bei keiner anderen Atommacht. Neue moderne Mittel, das sind völlig neue Systeme zur Überwindung von Luftverteidigungssystemen, hochmoderne Mittelstreckenwaffen, die modernsten überhaupt. Alle Atommächte sind Hochtechnologieländer. Irgendwann werden alle so etwas ebenfalls besitzen, aber bislang haben nur wir es.“ Das ist also, wenn Sie so wollen, bereits eine direkte Drohung auch an die Vereinigten Staaten von Amerika. Das ist der Anspruch darauf, dass Russland die wichtigste, die führende Atommacht der heutigen Welt sei, weil alle anderen Staaten in dieser Hinsicht anachronistisch seien. Da haben Sie Putins historische Antwort hinsichtlich seiner Möglichkeiten.
Und wenn wir natürlich wieder an die Liebe zu Trump denken, gibt es noch eine andere Liebe, die Trump ebenfalls bemerken müsste. „Die ganze Welt ist beeindruckt vom Mut und Heldentum des iranischen Volkes und von seiner Standhaftigkeit“, sagt Putin. Da haben Sie seine Haltung gegenüber einem Land, das Krieg gegen die Vereinigten Staaten führt und amerikanische Soldaten tötet. Ich denke, damit ist alles klar. Und natürlich betont Putin ausdrücklich, er hoffe, dass die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben würden und dann die Straße von Hormus geöffnet werde. Das ist alles.
Und noch einen Krieg bereitet Putin vor – auf dem Balkan. Auch das muss man klar verstehen. In dieser Rede gab es vieles, was uns bereits erlaubt zu sagen, dass Russland an vielen Fronten in die Offensive übergeht. „Die Serben“, sagt Putin, „sind eine geteilte Nation in Europa, mit Gewalt geteilt. Das ist ungerecht.“ Das heißt, Russland wird nun neue Anstrengungen zur territorialen Aufteilung Bosnien und Herzegowinas unternehmen. Und natürlich könnte das einen neuen Balkankrieg auslösen, den europäischen Perspektiven sowohl Serbiens als auch Bosnien und Herzegowinas ein Ende setzen und zum Hintergrund für den Beginn eines neuen Konflikts im Kosovo werden. Zu all dem könnte Putin nun den ehemaligen serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić anstacheln, der sich darauf vorbereitet, neuer Ministerpräsident dieses Landes zu werden.
Und wenn es den Serben natürlich nicht gelingt, proeuropäische, vernünftig denkende Politiker an die Macht zu bringen, die einen Schlusspunkt unter die Beziehungen ihres Landes zu dem widerwärtigen Putin-Staat setzen, werden sie erneut zu einem Instrument von Putins Krieg in Europa. Sie werden sehen, welche enormen Ausmaße dieser Krieg annehmen wird, wie der Balkan in den kommenden schweren Jahren brennen wird, wenn das nicht jetzt gestoppt wird. Denn, noch einmal, Putin sagt solche Dinge nicht einfach so. Das bedeutet, dass es bereits irgendwelche Dokumente gibt, die aus Sicht des Kremls vollkommen realistisch sind. Der Plan ist bereits von Putin gebilligt. Und genau das wird geschehen.
Und was wird nicht geschehen? Es wird kein trilaterales Treffen der Präsidenten Russlands, der Ukraine und der Vereinigten Staaten geben, ebenso wie es, denke ich, niemals zu einem Treffen zwischen Putin und Zelensky kommen wird. „Wir brauchen eine Tagesordnung für ein trilaterales Treffen“, sagt Putin auf die Frage nach einem solchen Treffen. „Wir müssen verstehen, wie diese aussehen könnte, worüber wir überhaupt sprechen werden.“ Das heißt, Putin hat nichts zu besprechen. Auch das muss man klar begreifen, wenn wir all diese Möglichkeiten irgendwelcher Verhandlungen, irgendwelcher Entscheidungen im Zusammenhang mit einem künftigen Verhandlungsprozess erörtern. In Putins Kopf gibt es keinen Verhandlungsprozess. In seinem Kopf gibt es nur die Ausweitung des Krieges. Wir glauben, er denke darüber nach, wie er den russisch-ukrainischen Krieg beenden kann. Er denkt nicht einmal 30 Sekunden darüber nach. Er denkt darüber nach, wie er diesen Krieg vergrößern, wie er ihn ausweiten und wo er Atomwaffen einsetzen kann. Darüber denkt er nach. Das sind die wirklichen Probleme.
Natürlich hat niemand vor, auf die besetzten Gebiete zu verzichten. „Russland“, sagt Putin, „wird bei der Wiederherstellung der historischen Regionen“ – Achtung, der historischen Regionen! – „davon ausgehen, dass dort russische Bürger leben und ihr Lebensstandard verbessert werden muss. Russland errichtet neue Betriebe des militärisch-industriellen Komplexes in möglichst sicheren Gebieten. Der Bau wird fortgesetzt.“ Das heißt, ja, inzwischen ist klar, dass ukrainische Shahed-Drohnen russische Rüstungsbetriebe erreichen können. Nun wird der militärisch-industrielle Komplex Russlands im Fernen Osten und in Sibirien jenseits des Urals im Eiltempo ausgebaut werden. Das ist ganz sicher kein Hinweis darauf, dass Putin den Krieg beenden will.
Übrigens noch ein Seitenhieb gegen Donald Trump, der ständig sagt, dass es weltweit an Dieselkraftstoff fehle, weil die Ukraine die Ölraffinerien der Russischen Föderation angreife und nicht etwa, weil die Straße von Hormus blockiert sei. „Nein“, sagt Putin zu Trump, „Russland hat genügend Dieselkraftstoff, aber aufgrund der Sanktionen gelangt er nicht auf die Weltmärkte.“ Das ist also ebenfalls ein sehr einfacher Appell sowohl an Trump als auch an die amerikanische Gesellschaft: „Wollt ihr die Preise an den Tankstellen senken?“ Sie werden nicht sinken – Spoiler –, weil das mit dem, was tatsächlich geschieht, überhaupt nichts zu tun hat. „Wollt ihr die Preise an den Tankstellen senken, dann hebt bitte die Sanktionen gegen Putins Regime auf und schafft ihm komfortable Bedingungen, damit es die Ukraine vernichten und ihre Bevölkerung auslöschen kann.“ Das ist der ganze Kern dieser Aussagen.
„Russland wird selbst entscheiden, welche Betriebe in den neuen Gebieten nach der militärischen Spezialoperation wiederaufgebaut und welche aus wirtschaftlicher Notwendigkeit verlagert werden.“ Was bedeutet das? Nun, erstens, dass Putin sich darüber im Klaren ist, dass er nicht das gesamte Territorium der Ukraine erobern kann, und deshalb hier so viel zerstören will. Er versteht, dass er früher oder später möglicherweise gezwungen sein wird, Halt zu machen. Aber das bedeutet hier etwas sehr Wichtiges. Er hat nicht vor, diesen Krieg zu beenden, selbst wenn irgendwann Bedingungen für seine Unterbrechung entstehen. Wenn er nicht vorhat, Betriebe in den besetzten Gebieten aufzubauen, die er als seine eigenen betrachtet und über die er die Kontrolle behalten will, bedeutet das, dass er diese besetzten Gebiete künftig als Brückenköpfe für einen neuen Angriff auf die Ukraine nutzen will. Genau deshalb braucht er sie. Warum sonst sollte er dieses Thema ansprechen?
Ein weiterer Mensch, dem er, sagen wir, nahestehen möchte, ist Narendra Modi, der indische Ministerpräsident, der zusammen mit Xi Jinping ein wichtiger energetischer Sponsor der Russischen Föderation bleibt. Es stellte sich heraus, dass Narendra Modi sehr gute Ideen für die Suche nach den notwendigen Lösungen für die Ukraine hat, aber absolut niemand weiß, was das für Ideen sein sollen und was Narendra Modi Putin vorgeschlagen haben könnte, das ihm so gut gefallen hat.
Und die wichtigste These dieser ganzen Geschichte, würde ich sagen, die zusätzlich verdeutlicht, was Putin will, lautet, dass die Welt nicht bipolar, sondern nur multipolar sein könne. Dieser Krieg um die Eroberung ukrainischer Gebiete, die Putin für historisch russisch hält, und die Einschüchterung Europas, das aus Putins Sicht jederzeit Angst vor einem russischen Angriff haben soll – all das ist Teil des Versuchs Russlands, ein Akteur der Weltpolitik zu bleiben. Und angesichts seines tatsächlichen wirtschaftlichen Potenzials kann Russland diese Rolle nur mithilfe von Gewalt bewahren. Andere Möglichkeiten, diese Stellung zu bewahren, hat die Russische Föderation, wie wir sehr gut verstehen, nicht.
Nun, das sind die ersten Randnotizen zu dieser historischen Rede des russischen Präsidenten, einer Rede, die das Gewehr der Atomwaffen und der Vernichtung der Menschheit von der Wand nimmt.
Ich werde einige Fragen beantworten, die bereits vorliegen.
Frage: Sie haben davon gesprochen, dass eine Normalisierung des Krieges nicht hingenommen werden darf. Russland erfindet inzwischen nicht einmal mehr Rechtfertigungen für seine Angriffe, und der Westen verurteilt sie nicht einmal mehr demonstrativ. Ist das nicht die Akzeptanz der Vorstellung einer Ukraine im ewigen Krieg durch den Westen?
Portnikov: Nun, mir scheint, dass der Westen sie durchaus verurteilt. Und als das Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften getroffen wurde, stand das auf den Titelseiten aller westlichen Medien. Westliche Politiker sprachen darüber. Ja, Präsident Trump hat sich nicht dazu geäußert. Aber wir verstehen doch sehr gut, welche Gefühle der Präsident der Vereinigten Staaten empfindet, wenn es um den Präsidenten der Russischen Föderation geht. Das verstehen wir sehr gut. Aber dass bis zu einem gewissen Grad eine Normalisierung des Krieges stattgefunden hat, ist ebenfalls eine Tatsache. Das ist nach vier Jahren Krieg ein völlig normaler Prozess. Und wir haben wiederholt gesagt: Ein Krieg, der nicht nach vier Monaten endet, kann dann auch acht oder zehn Jahre dauern.
Deshalb erkläre ich immer wieder, dass wir uns erst in der ersten Phase dieses grausamen und unerbittlichen Krieges befinden. Wir haben noch nicht einmal die Hälfte erreicht, von der aus wir sagen könnten, dass sich irgendwo ein Tunnel abzeichnet, an dessen Ende irgendwann – hoffentlich nicht erst in den 2030er-, sondern noch in den 2020er-Jahren des 21. Jahrhunderts – ein schwacher Lichtstrahl des Friedens erscheinen wird.
Ja, der Westen ist gezwungen, das hinzunehmen, aber stimmen Sie mir zu, dass er alles Mögliche tut, damit die Ukraine diesen langen Zermürbungskrieg gegen die Russische Föderation durchsteht und standhält. Ich möchte Sie daran erinnern, dass die Russische Föderation trotz dieser brutalen Angriffe auf Kyiv und andere ukrainische Städte diese Angriffe gerade deshalb durchführt, weil ihre militärischen Ziele nicht erreicht werden. Und solange die militärischen Ziele nicht erreicht sind, gibt es bislang keinen Grund anzunehmen, dass der Krieg endet oder dass Russland ihn gewinnen kann.
Frage: Gegen wen wäre es für Putin in seiner verdrehten Logik folgerichtig, Atomwaffen einzusetzen?
Portnikov: Nun, wissen Sie, ich weiß nicht gegen wen, aber wenn es um das Kaliningrader Gebiet geht, könnten natürlich Atomwaffen gegen Polen oder Litauen oder gegen irgendwelche militärischen Einrichtungen auf deren Territorium eingesetzt werden. Wir verstehen doch, dass, wenn man tatsächlich die Kaliningrad-Frage ins Zentrum stellt, man sich auf irgendetwas vorbereitet, sagen wir auf den Suwałki-Korridor, auf irgendeine provokative Entsendung von Truppen auf das Territorium Polens oder Litauens. Und als Antwort darauf, dass sie sich verteidigen, könnte man Atomwaffen einsetzen und schauen, wie die NATO darauf reagiert. Sollte sich herausstellen, dass die Amerikaner darauf überhaupt nicht reagieren, wird Russland zum König Mitteleuropas. Eine solche Idee könnte dahinterstehen: zu sehen, ob die NATO bereit ist zu reagieren, sie auf die Probe zu stellen.
Frage: Ich habe nur eine Frage: Was wäre gewesen, wenn Russland damals in die NATO aufgenommen worden wäre, als es darum gebeten hat?
Portnikov: Russland hat niemals darum gebeten, in die NATO aufgenommen zu werden. Das ist ein weiterer Unsinn, den Putin erzählt. Auch Stalin schlug vor, ihn in die NATO aufzunehmen, nachdem das Bündnis gegründet worden war. Es gab niemals einen ernsthaften Antrag Russlands auf eine NATO-Mitgliedschaft. Wiederholen Sie diese Propagandafloskeln nicht, denn wenn Russland der NATO hätte beitreten wollen, hätte es einen Antrag stellen müssen, wie alle Länder das getan haben, und mit Reformen beginnen müssen, damit seine Streitkräfte den NATO-Standards und der Staat selbst demokratischen Kriterien entsprechen. Was heißt „in die NATO aufgenommen“? In die NATO wird man nicht einfach aufgenommen. Der Staat muss demokratisch sein und die Kriterien erfüllen, und die Streitkräfte müssen die Kriterien erfüllen. Haben wir jemals etwas davon gehört? Gab es jemals auch nur einen einzigen offiziellen Antrag der Russischen Föderation auf NATO-Mitgliedschaft?
Frage: Wird der Westen die Ukraine nach dieser Erklärung Putins wirklich ihrem Schicksal überlassen, allein mit Russland?
Portnikov: Danke. Ich denke, diese Frage beschäftigt alle. Nein, der Westen wird die Ukraine nicht ihrem Schicksal überlassen und sie nicht allein mit Russland lassen, weil man im Westen sehr gut versteht, dass ein solches Vorgehen dazu führen würde, dass Russland den Westen anschließend von ukrainischem Territorium aus angreift. Deshalb teilen sich die westlichen Politiker in zwei Gruppen. Die eine Gruppe ist der Ansicht, dass die Ukraine ihre Souveränität verteidigen, das militärische Potenzial der Russischen Föderation verringern und für sich und ihre Nachbarn Sicherheit schaffen muss. Die andere Gruppe ist der Ansicht, dass die Ukraine ein Pufferstaat sein muss. Und darüber könne man sich dann ebenfalls mit dem Kreml verständigen. Aber Menschen, die sagen würden: „Lasst uns die Ukraine ihrem Schicksal überlassen, soll sie eben verschwinden, und die Russen sollen von Uschhorod aus mit Atomwaffen auf uns schießen“, solche Menschen gibt es nicht. Solche Idioten gibt es nicht, nicht einmal unter denen, die Geld vom Kreml bekommen. Das sind die beiden unterschiedlichen Positionen.
Frage: War die Welt während des Kalten Krieges an derselben Eskalationsgrenze wie heute? Wann war es Ihrer Meinung nach gefährlicher, heute oder damals?
Portnikov: Die Welt befand sich während des Kalten Krieges an derselben Eskalationsgrenze wie heute. Einen solchen Moment gab es beispielsweise während der Herrschaft Josef Stalins in der Sowjetunion. Einen solchen Moment gab es während der Kubakrise. Mit der Zeit, als das sowjetische Regime, würde ich sagen, zu degenerieren begann, verschwand diese unmittelbare Gefahr. Aber zweifeln Sie nicht daran, dass während des Kalten Krieges jederzeit die Möglichkeit bestand, dass ein Dritter Weltkrieg unter Einsatz von Atomwaffen beginnt.
Frage: Warum stimmen unsere Abgeordneten nicht für Gesetze, die es der Ukraine ermöglichen würden, europäische Unterstützung zu erhalten?
Portnikov: Ich selbst würde gern eine Antwort auf diese Frage bekommen. Aber ich denke, indirekt liegt die Antwort darin, dass ein großer Teil dieser Gesetze gerade deshalb verzögert wird, weil im Land eine Machtvertikale sowjetischen Typs aufgebaut wurde und der Mensch an der Spitze dieser Vertikale seine Befugnisse nicht verlieren will, wenn man es einfach ausdrückt. Und ich möchte Sie daran erinnern, dass die Ukrainer, die postsowjetisch geprägte Menschen sind, 2019 gerade für diese Machtvertikale gestimmt haben, weil der Glaube daran, dass wir einen guten Präsidenten haben werden, der alles für uns regelt, in den vernebelten Köpfen vieler unserer Landsleute erhalten geblieben war. Deshalb wollten sie nicht einmal besonders, dass die Macht geteilt wird, denn für uns ist es, wie Sie ebenfalls sehr gut wissen, immer ein negatives Element des politischen Lebens, wenn die Macht geteilt ist oder wenn es eine Position des Parlaments und eine Position der Regierung gibt, die sich von der Position des Präsidenten unterscheidet. In der ukrainischen politischen Sprache nennt man das Streit und Gezänk. Die Ukrainer verstehen nicht, was Kompromiss bedeutet, was Interessenausgleich bedeutet, was eine Koalition bedeutet, weil sie alle – nun, die meisten Menschen – aus dem Prokrustesbett der Sowjetunion hervorgegangen sind und ihre Kinder entsprechend erzogen haben. Und solange bei den Ukrainern kein europäisches politisches Denken entsteht, wird natürlich niemand solche europäischen Gesetze verabschieden wollen, die eine solche Gewaltenteilung garantieren.
Frage: Ich möchte Sie nach dem Zeitpunkt von Putins Erklärung fragen. Es ist doch kein Zufall, dass sie gerade jetzt, mitten in Trumps Präsidentschaft, erfolgt. Bedeutet das, dass es in den nächsten zwei Jahren Krieg geben wird?
Portnikov: Nun, ich glaube, ich habe auch in diesen Sendungen schon gesagt, dass Putin bis 2028 ein Zeitfenster zum Handeln hat. Denn wenn bis 2028 kein Krieg in Europa beginnt, könnte der neue Präsident der Vereinigten Staaten, der 2029 ins Amt kommt, ganz anders reagieren als Trump, selbst wenn es ein Republikaner sein sollte. Aber grundsätzlich steuern die Republikaner dank Donald Trumps Politik auf eine vernichtende, ich würde sagen endgültige Niederlage zu. Was ihnen eigentlich bereits zuvor, noch vor dem Auftauchen Trumps, hätte widerfahren sollen, nämlich der Zusammenbruch als politische Kraft infolge der demografischen Gesetzmäßigkeiten in den Vereinigten Staaten, könnte 2028 unausweichlich eintreten.
Vielleicht hat ihnen also die Umgestaltung von einer konservativen zu einer ultrarechten Partei nicht geholfen. Vielleicht hat das Entstehen der MAGA-Bewegung nicht geholfen. Vielleicht hat gerade das den Niedergang beschleunigt. Und deshalb könnte ein neuer Präsident der Vereinigten Staaten Putin große Angst machen. Andererseits müssen Sie verstehen, dass Putin erkennt, dass er den Krieg gegen die Ukraine nicht gewinnt, wirtschaftliches Potenzial verliert und darüber wütend ist. Und in seiner Wut versucht er, die Europäer einzuschüchtern, in denen er derzeit die wichtigsten Förderer seiner in einer solchen Situation unvermeidlichen Niederlage sieht. Insofern kann darin grundsätzlich eine gewisse Logik liegen. Und deshalb bereitet er, wie Sie verstehen, in dieser Lage, die sich in der Welt entwickelt hat, neue Kriege vor.
Und da haben Sie noch eine wunderbare Antwort auf eine Frage. Putin wurde in Waldai vorgeschlagen, die Europäische Union auseinanderbrechen zu lassen. Und er sagte: „Das ist gar nicht nötig, sie wird von selbst auseinanderbrechen.“ Da haben Sie einen weiteren Teil der russischen Politik gegenüber den Europäern. Russland stellt keinerlei Bedingungen für eine Wiederherstellung der Beziehungen zu Europa insgesamt oder zu irgendwelchen konkreten Ländern. Aber Russland hofft darauf, dass die Europäische Union von selbst auseinanderfällt.
Nun, während dieser Diskussion wird noch vieles gesagt werden. Wir sprechen ja miteinander, während Putin diese Diskussion in Waldai fortsetzt, deshalb wird er noch vieles sagen, was außerhalb unserer heutigen Sendung liegt. Mir scheint, auch das ist eine völlig offensichtliche Tatsache. Aber grundsätzlich verstehen wir sehr gut, wie gefährlich ein Mensch ist, der seine Ziele nicht erreicht, darüber wütend wird, alle einschüchtert und tobt. Und in den Händen dieses schrecklichen Menschen befinden sich Atomwaffen.
Da haben Sie die ganze Antwort auf die Frage, wozu diese Rede diente. Und hier stellt sich immer die Frage, ob Putin tatsächlich endgültig den Verstand verloren hat, was unter den Bedingungen, dass er sich bereits seit viereinhalb Jahren in einem großen Krieg befindet und nichts von dem eingetreten ist, worauf er gehofft hatte, ebenfalls durchaus möglich ist. Oder ob dieser Widerling nur den Wahnsinnigen spielt, um daraus Vorteile zu ziehen, damit alle glauben, er sei verrückt. Er folgt damit einem Rezept Trumps: „Sollen sie glauben, dass ich verrückt bin, dann werden sie mir zustimmen.“ Die Menschen sollen glauben, dass er verrückt ist, und ihm dann Zugeständnisse machen, insbesondere aufhören, uns zu unterstützen.
So sieht also dieser Auftritt des Präsidenten der Russischen Föderation in Waldai aus. Ich sage noch einmal, dass dies eine wichtige Rede ist, keine nebensächliche Rede, die von einer zunehmenden Aggressivität in Putins Handeln zeugt, von seinem Versuch, nicht nur die NATO, sondern inzwischen auch den Westen einzuschüchtern. Auch das ist meines Erachtens völlig offensichtlich.
Zum Abschluss unseres Gesprächs möchte ich Sie dazu aufrufen, die Streitkräfte der Ukraine zu unterstützen. Ich möchte daran erinnern, dass in den kommenden schwierigen Jahren der erbitterten russisch-ukrainischen Konfrontation und auch dann, wenn die heiße Phase des Krieges in eine Phase ausgesetzter Kampfhandlungen übergeht, und in den kommenden schwierigen Jahrzehnten lediglich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine fortbesteht, die Streitkräfte der Ukraine die wichtigste Garantie für den Erhalt der ukrainischen Staatlichkeit und dafür bleiben werden, dass das ukrainische Volk auf dem Land leben kann, das der Feind für historisches Territorium Russlands hält. Vergessen Sie das niemals.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Виступ Путіна на Валдаї: головне | Віталій Портников. 01.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:01.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Der armenische Ministerpräsident Nikol Pashinyan erklärte, er werde keine Einwände erheben, sollte Russland beschließen, die 102. Militärbasis aus dem Land abzuziehen, und betonte, dass er die Präsenz dieser Basis in Gyumri nicht für lebensnotwendig für die Republik Armenien halte. In Yerevan würde man also keine Einwände erheben, sollte Russland beschließen, dieses Militärobjekt zu schließen. Sollte man sich in Moskau jedoch dafür entscheiden, die Basis beizubehalten, ist man in Yerevan bereit, auch diesen Vorschlag der russischen Führung zu erörtern.
Die Erklärung des armenischen Ministerpräsidenten kann als eine regelrechte Ohrfeige für den russischen Präsidenten Wladimir Putin betrachtet werden. Auf seiner jüngsten Pressekonferenz in Bischkek nach dem Ende des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit griff Putin gegenüber Armenien wie üblich zu primitiver Erpressung und erklärte, sollte man in diesem Land auf die Militärbasis verzichten wollen, werde Russland seine Truppen ohne Zögern von dort abziehen.
Es ist klar, dass Putin mit einer völlig anderen Reaktion der armenischen Führung gerechnet hatte. Er wollte, dass man ihn darum bittet, die Basis zu erhalten. Er rechnete damit, dass man in Armenien schon die bloße Schließung der russischen Militärbasis als zusätzlichen Faktor mangelnder Sicherheit und als Auslöser neuer Konflikte im Südkaukasus betrachten würde. Stattdessen stieß er auf eine völlig andere Reaktion: Der armenische Ministerpräsident sagt, dass die Existenz der Basis keineswegs eine Sicherheitsgarantie für sein Land darstellt und dass die Basis genau in dem Moment geschlossen werden kann, in dem man in Russland entscheidet, dass der Kreml dieses Objekt nicht mehr braucht.
Und nun ist es nicht mehr Pashinyan, der als Bittsteller auftreten und Putin dazu überreden muss, die Militärbasis auf armenischem Boden zu erhalten. Vielmehr müsste Putin gegenüber Pashinyan als Bittsteller auftreten und ihn dazu überreden, einer weiteren Stationierung russischer Truppen auf armenischem Territorium zuzustimmen. Eine völlig andere Ausgangslage, auf die der russische Präsident ganz offensichtlich nicht vorbereitet war.
Und das ist eine weitere Fehlkalkulation, die Putins völliges Unverständnis für die Realitäten im postsowjetischen Raum demonstriert.
Erstens lässt sich Russlands heutiger Einfluss in den ehemaligen Sowjetrepubliken nicht einmal mit dem Gewicht vergleichen, über das Russland vor Beginn des großen Krieges gegen die Ukraine verfügte. Vielen im postsowjetischen Raum ist nicht nur klar geworden, dass Russland ein Koloss auf tönernen Füßen ist, sondern auch, dass dieser Staat die Souveränität seiner Nachbarn nicht respektiert, die ehemaligen Sowjetrepubliken nicht als eigenständige Staaten, sondern als Länder mit eingeschränkter Souveränität betrachtet und die Präsenz eigener Truppen nicht einfach als Ausdruck gegenseitig vorteilhafter Beziehungen, sondern als Bestätigung seines Einflusses und seines Diktats im postsowjetischen Raum versteht. Und das betrifft selbstverständlich keineswegs nur Armenien.
Bei Armenien kommt jedoch noch etwas anderes hinzu. In den vergangenen Jahren war für Yerevan vollkommen offensichtlich, dass Russland weder um die Sicherheit Armeniens noch um seine eigenen Verpflichtungen als Verbündeter dieses Landes besorgt ist. Für Russland ist es wichtig, dass Armenien und Aserbaidschan in der Falle ihres bilateralen Konflikts bleiben und gezwungen sind, Moskau darum zu bitten, nicht nur als Vermittler in ihren schwierigen Beziehungen aufzutreten, sondern faktisch als Konfliktpartei, die entscheidet, welche Seite diesmal den Vorteil haben soll.
Und die Erkenntnis dieser scheinbar elementaren Tatsache wurde nicht nur zu einer Enttäuschung für die Menschen, die Armenien heute führen. Sie ist eine der größten historischen Enttäuschungen des armenischen Volkes. Und genau deshalb erlitten die prorussischen korrupten Kräfte, die bei den jüngsten Parlamentswahlen beinahe als geschlossene Front gegen die Regierung von Nikol Pashinyan antraten, eine vernichtende Niederlage.
Und nein, das ist nicht die Niederlage Robert Kocharyans oder Gagik Tsarukyans oder anderer prorussischer Politiker, die nicht selten geradezu aus Moskau nach Armenien geschickt wurden, um dort unter Ausnutzung ihrer armenischen ethnischen Herkunft an den Parlamentswahlen teilzunehmen. Das ist eine persönliche Niederlage Wladimir Putins und eine staatliche Niederlage Russlands.
Und wie reagiert Putin auf diese Niederlage? Er greift zur Erpressung. Und diese Erpressung betrifft keineswegs nur die Fragen, die mit der Stationierung der russischen Militärbasis auf armenischem Territorium zusammenhängen.
Die Erpressung hängt auch mit den Diskussionen über Armeniens Mitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion zusammen, der derselbe Putin den ehemaligen armenischen Präsidenten Serzh Sargsyan beizutreten zwang, nachdem dieser unter dem Druck seines russischen Amtskollegen auf die Unterzeichnung des bereits vorbereiteten Assoziierungsabkommens Armeniens mit der Europäischen Union verzichten musste. Und nun sagt Putin, die Bereitschaft der armenischen Regierung, die Frage eines künftigen Beitritts zur Europäischen Union zu prüfen, erfordere Armeniens Verzicht auf die Mitgliedschaft in der Eurasischen Union oder zumindest eine Entscheidung Yerevans, diese merkwürdige Wirtschaftsorganisation zu verlassen.
Nikol Pashinyans Erklärung, dass bislang lediglich vorbereitende Arbeiten im Zusammenhang mit der europäischen Integration Armeniens stattfinden, stellt Putin nicht zufrieden. Sowohl er als auch die anderen Staatschefs der Länder, die der Eurasischen Wirtschaftsunion angehören, versuchen – selbstverständlich auf Weisung Moskaus –, den armenischen Ministerpräsidenten dazu zu zwingen, unverzüglich ein Referendum über die europäische Integration des Landes abzuhalten.
Und interessant ist die Frage: Was werden all diese Leute tun, wenn es den armenischen Behörden gelingt, ein erfolgreiches Referendum abzuhalten, bei dem die Mehrheit der Bürger der Republik Armenien – im Bewusstsein der tatsächlichen Rolle Russlands in der Region und der Notwendigkeit, nach neuen Garanten ihrer Sicherheit im Südkaukasus zu suchen – für die europäische Integration stimmt? Welche Mittel und Argumente zur Erpressung wird Wladimir Putin dann noch haben?
An der Basis in Gyumri scheint er sich bereits die Finger verbrannt zu haben, obwohl er offensichtlich nicht bereit ist, das einzugestehen. Nun bleibt ihm nur noch, sich auch an der europäischen Integration Armeniens, an der Öffnung der Handelswege in der Region und an all dem die Finger zu verbrennen, was Moskau zu verhindern versucht hat, um auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten im Südkaukasus dominieren zu können. Doch früher oder später musste die Geduld der Völker, die zu Putins Geiseln geworden sind, ein Ende haben.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Пашинян послал Путина | Виталий Портников. 03.09.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:03.09.2026. Originalsprache:ru Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Schon in nächster Zeit bereitet sich Bundeskanzler Friedrich Merz darauf vor, Russland zu beschuldigen, den Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig organisiert zu haben, und die Einführung neuer ernsthafter Maßnahmen gegen die Russische Föderation anzukündigen – sowohl im Hinblick auf wirtschaftlichen Druck als möglicherweise auch auf eine Verstärkung der Militärhilfe für die Ukraine. Die Maßnahmen könnten so weitreichend sein, dass deutschen Medien zufolge im Bundeskanzleramt bereits von einer neuen grundlegenden Wende in der deutschen Außenpolitik die Rede ist.
Die erste derartige grundlegende Wende fand 2022 statt, als Friedrich Merz’ Vorgänger im Amt des Bundeskanzlers, Olaf Scholz, vor dem Hintergrund des unprovozierten Angriffs des Putin-Regimes auf die benachbarte Ukraine eine erhebliche Veränderung der deutschen Außenpolitik gegenüber Russland ankündigte. Damals begriff man in Berlin, dass man sich von der Politik der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation verabschieden müsse, dass sich die Vorstellung als falsch erwiesen hatte, eine solche wirtschaftliche Zusammenarbeit könne Wladimir Putin von aggressiven Handlungen gegenüber den Nachbarstaaten abhalten, und dass Expansion, Aggression und Verbrechen für das russische Regime eine weitaus attraktivere Handlungsstrategie darstellen als Geschäfte und die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage im eigenen Land.
Seitdem wird die Militärhilfe für die Ukraine ausgeweitet, während die Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegen die Russische Föderation sowohl von Bundeskanzler Olaf Scholz als auch von seinem Nachfolger Friedrich Merz energisch unterstützt werden. Doch diesmal können wir davon sprechen, dass Russland zu direkten militärischen Aktionen gegen europäische Länder übergegangen ist. Es ist völlig offensichtlich, dass das Auftauchen von Drohnen am Flughafen Leipzig lediglich der Vorbereitung neuer groß angelegter Angriffe gegen europäische Staaten dient. Und die Drohnen tauchen nicht ausschließlich deshalb auf, um jemanden einzuschüchtern, sondern um herauszufinden, wie realistisch es ist, militärische Objekte zu treffen – insbesondere solche Objekte, die der Unterstützung der Ukraine in ihrem Kampf gegen die russische Aggression dienen.
Man kann also sagen, dass Berlin gezwungen ist, gegenüber Russland eine aktivere Haltung einzunehmen und über einen deutlich stärkeren Druck auf die russische Führung nachzudenken. Mögliche neue deutsche Maßnahmen sollen mit der Vorbereitung eines weiteren umfangreichen Sanktionspakets der Europäischen Union gegen die Russische Föderation zusammenfallen. Und obwohl die bisherigen Sanktionspakete keine wesentliche Veränderung der russischen Politik bewirkt und Wladimir Putin lediglich dazu veranlasst haben, über die Fortsetzung der Konfrontation mit Europa nachzudenken, besteht diesmal vor dem Hintergrund ukrainischer Angriffe auf Einrichtungen der russischen Wirtschaft die Hoffnung, dass neue Sanktionen dazu beitragen werden, die wirtschaftliche Gesamtlage Russlands zu verschlechtern und Moskau die Mittel zu entziehen, die es zur Fortsetzung seiner aggressiven Handlungen gegen die Ukraine und zur Vorbereitung einer Aggression gegen europäische Länder benötigt.
Dass eine solche Aggression tatsächlich vorbereitet werden könnte, wird auch durch die jüngste Reise des Direktors der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten, John Ratcliffe, nach Moskau deutlich. Obwohl die Administration von US-Präsident Donald Trump zu vermitteln versucht, dieser Besuch habe eher routinemäßigen Charakter gehabt, sind sich Beobachter in Europa darin einig, dass gerade Informationen über Russlands Vorbereitung eines hybriden Krieges gegen die europäischen NATO-Mitgliedstaaten den Direktor der Central Intelligence Agency dazu veranlassten, in die russische Hauptstadt zu fliegen und mit den Leitern der Geheimdienste der Russischen Föderation sowie möglicherweise mit Präsident Wladimir Putin selbst zu sprechen, der der geistige Urheber der aggressiven Politik seines terroristischen Staates gegen die zivilisierte Welt ist.
Eine Frage für sich ist, wann Friedrich Merz seine neuen Schläge gegen Russland ankündigen wird. Zumal der Bundeskanzler bereits versprochen hat, dass die Verantwortlichen für den Angriff auf den Flughafen Leipzig nicht ungestraft davonkommen werden. Der Bundeskanzler hat eine recht einfache Wahl zwischen zwei Zeitpunkten.
Schon in ein oder zwei Wochen finden Landtagswahlen in zwei ostdeutschen Bundesländern statt, in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. In beiden Ländern liegt Umfragen zufolge die rechtsextreme Partei Alternative für Deutschland an der Spitze, die für ihre Sympathien für die russische Führung und ihre faktischen Forderungen bekannt ist, die Unterstützung für die Ukraine einzustellen, um den russisch-ukrainischen Krieg möglichst schnell zu beenden.
Einzelne Vertreter dieser Partei sind für ihre Besuche in der russischen Botschaft und ihr Interesse an der nationalsozialistischen Vergangenheit des eigenen Landes bekannt – etwas, das bei deutschen Rechtsextremen ebenso wie bei der politischen Führung Russlands in der Regel miteinander einhergeht.
Daher kann man auch hier von einer Seelenverwandtschaft sprechen, wenn nicht sogar von einer Finanzierung der Alternative für Deutschland aus entsprechenden russischen Quellen. Bekanntlich haben sowohl rechtsextreme als auch linksextreme politische Bewegungen in Europa, die stets eine Verringerung des russischen Drucks auf den europäischen Kontinent durch eine Politik der Verständigung mit Moskau propagieren, immer wieder Finanzierungsquellen in Kreisen gefunden, die mit dem Kreml verbunden sind.
Und hier stellt sich eine recht einfache Frage: Wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt, diese Maßnahmen anzukündigen? Werden sie die Position der Alternative für Deutschland bei den Landtagswahlen stärken oder im Gegenteil schwächen?
Wird der Nachweis, dass das Land, mit dem sich die Führung der Alternative für Deutschland verständigen will, in Wirklichkeit bereits Sabotageaktivitäten in Deutschland betreibt, als Beweis dafür verstanden werden, dass man mit dieser Partei besser nichts zu tun haben sollte? Oder wird dies im Gegenteil für viele ostdeutsche Wähler gerade der überzeugendste Beweis dafür sein, dass man sich mit Putin verständigen muss, solange er noch nicht jene roten Linien überschritten hat, nach deren Überschreiten eine Verständigung, schlicht gesagt, nicht mehr möglich sein wird? Und das ist bereits keine Frage der Soziologie mehr, sondern eine Frage der Intuition.
Sollte man die Anschuldigungen gegen Russland und harte Sanktionen gegen die Führung der Russischen Föderation und die Wirtschaft des terroristischen Staates als Wahlkampftrumpf für die Christlich Demokratische Union und andere politische Parteien nutzen, die Gegner der Alternative sind? Oder sollte man eine solche Erklärung besser bis nach den Wahlen zurückhalten, um die Wähler im Osten des Landes nicht noch zusätzlich zu verängstigen?
Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt, der die gesamte Außenpolitik beeinflusst, und zwar aus dem einfachen Grund, dass es ebenfalls eine grundlegende Wende wäre, wenn es der Alternative für Deutschland gelingen sollte, bei einer Landtagswahl die Mehrheit zu erringen und zumindest in einem deutschen Bundesland eine eigene Regierung zu bilden. Nur wäre es diesmal eine Wende in der deutschen Innenpolitik und nicht in der deutschen Außenpolitik – eine Wende möglicherweise mit unumkehrbaren Folgen.
Und an genau einer solchen Wende ist niemand anderes interessiert als der russische Präsident Wladimir Putin. Ich halte es sogar für möglich, dass bereits der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig auf eine Destabilisierung im Vorfeld der Wahlen abzielte – darauf, dass die Führung der Alternative für Deutschland ihren Wählern einen greifbaren Beweis dafür liefern kann, dass man Putin besser nicht verärgert und dass man sich mit dem russischen Diktator besser verständigt, bevor die Drohnen tatsächlich beginnen, auf deutschen Flughäfen und überhaupt in deutschen Städten zu explodieren.
Und herauszufinden, inwieweit die Bürger Deutschlands bereit sind, die Tatsache einer unvermeidlichen Konfrontation mit Putins Russland zu akzeptieren, oder ob sie vielmehr jenen Politikern den Vorzug geben werden, die versprechen, sich mit Putin zu verständigen und die Bedrohungen abzuwenden – all das ist tatsächlich eine ziemlich schwierige Frage für den Bundeskanzler und für die gesamte politische Klasse Deutschlands. Dennoch ist klar, dass eine grundlegende Wende sowohl in der deutschen Außenpolitik als wahrscheinlich auch in der innenpolitischen Landschaft Deutschlands unvermeidlich ist.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Атака на Лейпциг: Германия готовит удар по России | Виталий Портников. 29.08.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:29.08.2026. Originalsprache:ru Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Eine gewaltige Explosion hat sich in einem der wichtigen Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes Italiens in der Stadt Colleferro bei Rom ereignet. Obwohl der Bürgermeister von Colleferro, Giulio Calamato, betont, dass die Lage unter Kontrolle sei, äußern italienische Medien ernsthafte Besorgnis darüber, dass sich solche Explosionen auch in Zukunft wiederholen könnten. Denn das Unternehmen KNDS, dessen Betrieb so erheblich beschädigt wurde, ist ein wichtiger Waffenlieferant für die Verteidigungskräfte der Ukraine und hat sogar einen eigenen Betrieb auf dem Territorium unseres Landes eröffnet.
Dies ist bereits die zweite Explosion in einer Waffenfabrik in Europa innerhalb der vergangenen Tage. Am 10. August ereignete sich eine ebenso heftige Explosion in einem Betrieb des Unternehmens EMCO in Bulgarien. Und dies ist nicht der erste Angriff auf dieses Unternehmen, das für seine Verbindungen zum ukrainischen militärisch-industriellen Komplex und für Waffenlieferungen an die Streitkräfte der Ukraine bekannt ist. Ähnliche Explosionen ereigneten sich auch 2022 und 2023.
Der Eigentümer des Unternehmens, Emilian Gebrew, berichtete, dass Agenten der Hauptverwaltung für Aufklärung des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation im April 2015 versucht hätten, ihn in seiner eigenen Wohnung im bulgarischen Burgas zu vergiften. Und im Übrigen führte die Analyse der Umstände zu der Erkenntnis, dass bei dem Versuch, den bulgarischen Geschäftsmann zu vergiften, das inzwischen sehr bekannte „Nowitschok“ eingesetzt wurde.
Diese Erinnerung an den Vergiftungsversuch an Emilian Gebrew ist auch heute aktuell. Denn gerade heute teilte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk mit, dass die Geheimdienste seines Landes einen Versuch der Russen vereitelt hätten, einen Bürger der Vereinigten Staaten zu töten, der nach Berichten polnischer Medien ebenfalls mit dem militärisch-industriellen Komplex zu tun hat und mit Waffenlieferungen an die Ukraine verbunden ist.
Somit versuchen die Russen, die Unterstützung der ukrainischen Armee bereits auf dem Territorium der Länder der Europäischen Union zu sabotieren, und tun dies systematisch mithilfe von Explosionen in Waffenfabriken sowie durch Versuche, die Eigentümer von Unternehmen zu töten, die Waffen für die Ukraine produzieren.
Man kann nicht sagen, dass dies angesichts der Aktivitäten russischer Geheimdienste auf europäischem Boden eine Sensation wäre. Ich möchte daran erinnern, dass die Russen, als sie sich auf den Krieg gegen die Ukraine vorbereiteten, eine ganze Serie von Explosionen in Munitionslagern sowohl in unserem Land als auch in europäischen Ländern durchführten. Auch der Anschlagsversuch auf Gebrew ereignete sich 2015, als man in Russland die Möglichkeit einer Ausweitung der militärischen Operationen auf ukrainischem Territorium erwog, um einen größeren Teil der Regionen Donezk und Luhansk zu erobern.
Doch die Systematik der Aktionen, die Russland heute in europäischen Ländern durchzuführen versucht, zwingt mich erneut, auf einen Gedanken zurückzukommen, den ich in den vergangenen Monaten geäußert habe. Die Ausweitung des russisch-ukrainischen Krieges ist unvermeidlich, und Europa kann zu einem ebenso großen Aufmarschgebiet für diesen Krieg werden, wie es einst die Krim und der von Russland besetzte Donbas waren.
In Moskau kann man nicht umhin zu verstehen, dass die europäische Hilfe Russland daran hindert, den benachbarten Staat zu beseitigen und anschließend dessen Territorium der Russischen Föderation einzuverleiben. Und ohne die Einverleibung der Ukraine, ohne einen entscheidenden Sieg im russisch-ukrainischen Krieg, der in den russischen Wahnvorstellungen mit der Beseitigung der ukrainischen Staatlichkeit und der Vertreibung des größten Teils der ethnischen Ukrainer aus ihren Siedlungsgebieten verbunden ist, wird Russland seinen imperialen Status nicht wiedererlangen und auf der internationalen Bühne kein gleichberechtigter Partner der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China werden können.
Genau ein solches Russland – ein imperiales Russland, das ungeachtet der Degeneration seiner eigenen Wirtschaft in der Lage ist, um größeren Einfluss zu kämpfen – will der selbstverliebte Wahnsinnige Putin seinen Nachfolgern aus dem Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation hinterlassen. Für genau ein solches Russland sind er und seine Landsleute bereit, in den kommenden Jahren des russisch-ukrainischen Krieges zu kämpfen.
Doch damit dieser Krieg für Russland siegreich sein kann, muss er zu einem russisch-europäischen Krieg werden. Und diese Schlussfolgerung wurde in den Büros des Kremls offenbar bereits gezogen. Somit sind Explosionen in europäischen Betrieben und Versuche, diejenigen zu töten, die in europäischen Ländern mit der Waffenproduktion beschäftigt sind, nur der Anfang der russischen Expansion.
Putin muss die europäischen Gesellschaften einschüchtern und die Staats- und Regierungschefs Europas dazu zwingen, der Ukraine nicht zu helfen. Putin braucht einen europäischen Wähler, der konsequent für politische Kräfte stimmt, die Putin nicht daran hindern werden, die Ukraine zu besetzen, sondern Putin dabei helfen werden, die Ukraine zu besetzen.
Und somit werden die Versuche, die Europäer einzuschüchtern, nun zu einem untrennbaren Bestandteil der gesamten Politik Moskaus auf dem europäischen Kontinent. Zumal die offenkundige Gleichgültigkeit des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, gegenüber europäischen Angelegenheiten Putin nur zu immer aggressiveren und gefährlicheren Handlungen anstachelt.
Nun, damit sich niemand Illusionen über das Ausmaß dieses künftigen großen und schrecklichen Krieges macht, möchte ich einfach darauf hinweisen, dass Explosionen inzwischen keineswegs nur in Bulgarien, Tschechien oder Polen stattfinden. Explosionen finden jetzt in Italien statt.
Keines der europäischen Länder kann sich sicher fühlen, solange Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine nicht besiegt ist. Keines der europäischen Länder kann auf Ruhe und Frieden hoffen, solange die imperialen Ambitionen Russlands nicht überwunden sind.
Die Alternative ist eine immer größere Zahl von Explosionen, Auftragsmorden und massenhaften Opfern unter der Zivilbevölkerung, die Sabotageakten oder der hybriden Aggression der russischen Geheimdienste und der Armee dieses terroristischen Gebildes zum Opfer fallen könnte. Das ist es, was Europa bereits in den kommenden, wenn nicht Monaten, so doch Jahren erwartet, wenn es dem Westen gemeinsam mit uns nicht gelingt, Putins Wahnvorstellungen und Bestrebungen ein Ende zu setzen und seinem offensichtlichen Interesse am Krieg, an dessen Fortsetzung und Verschärfung er weiterhin wie an einem wahr gewordenen Jugendtraum festhält.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Росія підриває Європу | Віталій Портников. 13.08.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:13.08.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Die Ölraffinerie Syzran in der Region Samara sowie die Ölraffinerie Ilsky im Krasnodarer Gebiet wurden heute von ukrainischen Drohnen angegriffen.
Damit lässt sich feststellen, dass die Ukraine ihre systematischen Bemühungen zur Zerstörung der russischen Erdölverarbeitungsindustrie fortsetzt. Dies bleibt – ebenso wie die Angriffe auf russische Marktplätze und die Versuche, den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation außer Gefecht zu setzen – nahezu der einzige Weg, den russisch-ukrainischen Krieg in den kommenden Jahren zumindest auszusetzen oder sogar zu beenden.
Meiner Ansicht nach ist inzwischen offensichtlich geworden, dass die diplomatischen Bemühungen, die nach der Rückkehr Donald Trumps ins Oval Office erneut aufgenommen wurden, mit einem vorhersehbaren Fiasko geendet haben. Der russische Präsident will den russisch-ukrainischen Krieg erst dann beenden, wenn die ukrainische Staatlichkeit zerstört und der größte Teil der Bevölkerung der Ukraine aus den angestammten Siedlungsgebieten der Ukrainer vertrieben worden ist. Sämtliche diplomatischen Prozesse und Verhandlungen werden von Putin genutzt, um die Kampfhandlungen fortzusetzen und Zeit zu gewinnen – vermutlich bis zum Ende der Amtszeit Donald Trumps im Weißen Haus.
Damit liegt die Frage, wie und wann der russisch-ukrainische Krieg enden soll, genau im Bereich ukrainischer Angriffe auf die russische Wirtschaft – auf Ölraffinerien, auf Marktplätze und vor allem auf Betriebe des militärisch-industriellen Komplexes. Im Grunde geht es also um dieselben weitreichenden Sanktionen, die sich in der Praxis als weitaus wirksamer erweisen als die vom Westen verhängten Sanktionen.
Denn in den Jahren dieses Krieges sind wir noch zu einer weiteren wichtigen Erkenntnis gelangt. Es gibt in der Welt zwei wirtschaftliche Pole, die erbittert um die Führungsrolle konkurrieren. Die Sanktionen der Vereinigten Staaten, Donald Trumps Zölle, die Entscheidungen der Europäer zur Blockierung russischer Vermögenswerte – all diese wichtigen Maßnahmen funktionieren nicht und werden auch künftig nicht funktionieren, weil Russland ein organischer Bestandteil der Wirtschaften der Länder des Globalen Südens ist. Länder, die westliche Vorstellungen von Werten und internationalem Recht überhaupt nicht teilen. Länder, die jedes Handeln Amerikas und Europas als Diktat betrachten. Länder, die nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation fortsetzen wollen, sondern Russland auch nicht fallen lassen möchten, weil ein Zusammenbruch Russlands für diese Staaten einen Sieg des Westens bedeuten würde. Und genau das können diese Staaten – allen voran natürlich die Volksrepublik China, in der weiterhin ein kommunistisches Regime herrscht – nicht zulassen.
So kann der Westen auf russisches Öl und russisches Gas verzichten und russische Vermögenswerte blockieren, während gleichzeitig die Volksrepublik China, Indien und andere Länder des Globalen Südens weiterhin russisches Öl und russisches Gas kaufen und darauf sogar noch stolz sind.
Erst vor Kurzem habe ich eine Äußerung des Energieministers der Republik Türkei gesehen, dessen Nachname – Bayraktar – ich als durchaus bezeichnend bezeichnen würde. Er warf den Europäern vor, auf die Gaslieferungen über Nord Stream verzichtet zu haben, und sprach von der Weisheit der türkischen Politik, die auf dem Ausbau von TurkStream und der Fortsetzung der Öl- und Gaslieferungen aus der Russischen Föderation für die Bedürfnisse der türkischen Wirtschaft beruhe. Und wie wir sehen, kümmert es keinen einzigen Regierungsvertreter in Ankara – angefangen natürlich beim Präsidenten des Landes, Recep Tayyip Erdoğan –, dass türkisches Geld vom Präsidenten der Russischen Föderation für die Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine verwendet wird.
Es stellt sich heraus, dass man gleichzeitig russisches Öl und russisches Gas kaufen, den russischen Staatshaushalt finanzieren und lautstark die territoriale Integrität der Ukraine sowie die Notwendigkeit eines Kriegsendes unterstützen kann – obwohl man genau weiß, dass solche Erklärungen in Moskau niemanden interessieren, während sich buchstäblich jeder dort für das türkische Geld interessiert, das für russisches Öl und Gas gezahlt wird.
Und genau eine solche Politik verfolgen praktisch alle Länder des Globalen Südens. Natürlich lässt sich der türkische Beitrag zu dem finanziellen Polster Russlands, das Putin hilft, den Krieg fortzusetzen, nicht einmal annähernd mit dem chinesischen Beitrag vergleichen.
Den Zollkrieg gegen die Volksrepublik China hat Donald Trump, so kann man sagen, in Rekordzeit verloren. Deshalb könnte selbst das Lindsey-Graham-Gesetz, das vom amerikanischen Senat verabschiedet wurde und offensichtlich für ein tatsächliches Vorgehen der Vereinigten Staaten gegenüber den Ländern des Globalen Südens von erheblicher Bedeutung ist, keinerlei Rolle bei der Fortsetzung der Käufe russischen Öls spielen, weil der amerikanische Präsident sich möglicherweise nicht dazu entschließen wird, neue Zölle gegen die Volksrepublik China zu verhängen.
Was also tun in dieser Situation wirtschaftlicher Ausweglosigkeit? Den Ausweg finden, den die Ukraine bereits gefunden hat.
Die Zerstörung der Ölraffinerien der Russischen Föderation führt dazu, dass mehr Rohöl für den Binnenmarkt bereitgestellt werden muss – doch es gibt keine Kapazitäten mehr, dieses Öl zu verarbeiten. Soll man es stattdessen über den Seeweg exportieren und hoffen, ausländische Käufer zu finden? Doch deren Zahl wird immer kleiner, weil – mit Ausnahme Chinas – alle anderen vermeiden müssen, amerikanische Sanktionen zu riskieren, die heute vielleicht noch unrealistisch erscheinen, künftig aber durchaus möglich sind. Und wenn sich herausstellt, dass das Öl weder verarbeitet noch verkauft werden kann, bleibt nichts anderes übrig, als die Förderquellen stillzulegen. Genau das ist der Weg zur Degradierung der russischen Erdölindustrie, zur Schließung der Tankstelle.
Der andere Weg sind Angriffe auf Marktplätze, die Unternehmen in der Russischen Föderation zerstören und die Zahl derjenigen verringern, die tatsächlich auf eine weitere wirtschaftliche Entwicklung und damit auf neue Steuereinnahmen für den russischen Staatshaushalt hoffen können. Auch das schafft Probleme für die Zukunft, denn ein Krieg kostet gewaltige Summen.
Und noch ein weiterer wichtiger Weg – neben diesen beiden – ist tatsächlich der Versuch, Abschussanlagen für ballistische Raketen zu zerstören. Ich würde zudem darüber nachdenken, die Fabriken zu zerstören, in denen diese ballistischen Raketen hergestellt werden.
Genau auf diesen Feldern kann man nach einem Weg suchen, diesen endlosen Krieg auszusetzen und vielleicht in den kommenden Jahren sogar zu beenden. Ohne Angriffe auf Russland wird dieser Krieg noch viele schwierige Jahre andauern.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Україна продовжує знищувати НПЗ |Віталій Портников. 08.08.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:08.08.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:YouTube Link zum Originaltext:
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Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat angekündigt, persönlich bei Putin nachzufragen, ob die Russische Föderation dem Iran Geheimdienstinformationen liefert – jene Informationen, die der Islamischen Republik dabei helfen, amerikanische Militäreinrichtungen anzugreifen.
Diese Worte des amerikanischen Präsidenten sind faktisch eine Antwort auf seinen ukrainischen Amtskollegen Volodymyr Zelensky im Vorfeld des Treffens der beiden Präsidenten, des amerikanischen und des ukrainischen. Zelensky hatte zuvor betont, dass die Ukraine über Informationen verfüge, die darauf hindeuten, dass Russland dem Iran Hilfe leistet.
Übrigens ist es durchaus bemerkenswert, dass Trump bereits im Voraus betonte, selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Russland dem Iran tatsächlich wichtige Geheimdienstinformationen liefert, werde dies die Wirksamkeit der iranischen Angriffe keineswegs beeinflussen. Denn nach Ansicht des amerikanischen Präsidenten könne Russland ohnehin nichts Ernsthaftes unternehmen – erst recht nicht, nachdem Amerika den Iran empfindlich getroffen habe.
Natürlich könnte man sagen, dass Trump weiterhin in einer Welt seiner eigenen Illusionen lebt und die geopolitische Falle nicht wahrnimmt, in die er nach Beginn der amerikanisch-israelischen Operation gegen das Regime der Ajatollahs geraten ist.
Ein Ausweg aus dieser Situation ist bislang nicht erkennbar, und wir wissen nicht, wie der weltweite Energiemarkt bereits in wenigen Monaten aussehen wird. Umso mehr, als die Vereinigten Staaten ihre Angriffe auf den Iran derzeit vor dem Hintergrund eines eklatanten Mangels an eigenen Luftverteidigungsmitteln aussetzen mussten.
Und gerade hier könnten russische Informationen, die dem Iran zur Verfügung gestellt werden, dem Regime der Islamischen Republik erheblich dabei helfen, amerikanische Militärstützpunkte am Persischen Golf zu zerstören und amerikanische Soldaten zu töten.
Trump verteidigt jedoch konsequent die These, die seiner Ansicht nach belegen soll, dass selbst dann, wenn Russland und China der Islamischen Republik im Kampf gegen die Vereinigten Staaten helfen, dies keinerlei Auswirkungen haben könne. Deshalb lohne es sich seiner Meinung nach auch nicht, sich deswegen mit Putin oder Xi Jinping zu überwerfen.
Und genau das erscheint mir als die gefährlichste Einschätzung der geopolitischen Lage durch den amerikanischen Präsidenten. Seit seiner Rückkehr ins Oval Office hält Trump weiterhin an der Doktrin fest, wonach es in der Welt nur drei entscheidende Akteure gibt: ihn selbst sowie die Staatschefs der Russischen Föderation und der Volksrepublik China.
Gerade mit diesen Männern müsse er Vereinbarungen treffen – selbst wenn dies den Interessen der traditionellen Verbündeten der Vereinigten Staaten widerspreche. Gerade die Beziehungen zu diesen Männern stellt Trump als geopolitische Errungenschaft dar, obwohl dies der Realität und den nationalen Interessen des Landes widerspricht, das er führt.
Und selbst wenn Trump unwiderlegbare Informationen erhält, die belegen, dass Russland oder China gegen die Vereinigten Staaten arbeiten, versucht er entweder, diese Informationen nicht wahrzunehmen oder sie herunterzuspielen, damit die Vereinigten Staaten keinen direkten Konflikt mit Putin oder Xi Jinping eingehen.
Ein weiteres Beispiel dafür ist, dass Trump weiterhin betont, die Vereinigten Staaten würden der Ukraine weder Waffen verkaufen noch liefern. Stattdessen würden sie diese Waffen den NATO-Mitgliedstaaten übergeben, die sie anschließend an die ukrainische Armee zur Verteidigung gegen die russische Aggression weiterreichen.
Das ist ein ziemlich kindischer Versuch, das Ausmaß der amerikanischen Unterstützung für die ukrainische Armee herunterzuspielen. Denn in Russland versteht man sehr genau, mit welchen Waffen russische Soldaten getötet und russische Militärtechnik zerstört werden. Putin kann Trump damit nicht täuschen. Trump möchte jedoch, dass der russische Präsident von seiner offensichtlichen Abneigung gegen einen direkten Konflikt mit dem Kreml überzeugt ist.
Und hier stellt sich eine ziemlich einfache Frage: Wie sollte dann eigentlich die Politik der Ukraine gegenüber den militärischen Interessen der Vereinigten Staaten aussehen?
Die Ukraine hat einen iranischen Tanker versenkt. Das hat bereits eine recht scharfe Reaktion der gegenwärtigen iranischen Führung ausgelöst.
Natürlich wäre es übertrieben zu behaupten, der Iran könne der Ukraine ernsthaften Schaden zufügen. Zumal das Regime der Islamischen Republik seit 2022 aktiv am Krieg gegen unser Land beteiligt ist, indem es Russland Shahed-Drohnen und Raketen für Angriffe auf ukrainisches Territorium liefert.
Doch jetzt, da der Iran eigene militärische Interessen verfolgt, die sich nicht mit den russischen decken, weil er sich in einer intensiven militärischen Konfrontation mit den Vereinigten Staaten befindet, stellt sich die Frage, ob man dem Regime der Ajatollahs einen zusätzlichen Anlass oder Wunsch geben sollte, Russland neue Waffen zu liefern.
Die Lage ist nämlich ziemlich einfach. Russland verfügt nur über eine begrenzte Anzahl ballistischer Raketen. Russland kann die Ukraine – insbesondere die ukrainische Hauptstadt – nur mit der Anzahl von Raketen angreifen, die in den Fabriken der Russischen Föderation produziert werden. In den Depots ist nach den intensiven Bombardierungen der Ukraine in den vergangenen Kriegsjahren praktisch nichts mehr übrig geblieben.
Jede Lieferung von Raketen durch mit Russland verbündete Staaten wie den Iran erhöht daher schlicht die Zahl der Einschläge auf ukrainischem Territorium – unter Bedingungen eines kritischen Mangels an Luftverteidigungssystemen.
Was sehen wir also? Wir greifen einen Tanker eines Landes an, mit dem sich die Vereinigten Staaten in einem militärischen Konflikt befinden, der bereits heute erhebliche Probleme für Amerika selbst verursacht. Währenddessen vermeiden alle anderen Verbündeten der Vereinigten Staaten eine Konfrontation mit Teheran.
Der Präsident der Vereinigten Staaten tut so, als geschehe für ihn nichts Ernsthaftes – ebenso übrigens wie in der Frage der Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine im Bereich der Drohnentechnologie.
Die Führung eines Landes, das sich in einem ernsthaften geopolitischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten befindet, warnt, dass sie auf diesen Angriff gegen die Ukraine reagieren werde. Trump hingegen versucht nicht nur, die Rolle Putins bei den iranischen Angriffen auf amerikanische Militäreinrichtungen herunterzuspielen, sondern beeilt sich auch nicht, der Ukraine neue Raketen für die Patriot-Systeme zu liefern.
Natürlich müssen wir Verbündete der Vereinigten Staaten bleiben, denn auch in den kommenden Jahren der weltweiten Konfrontation werden die Vereinigten Staaten unser wichtiger Partner und Verbündeter bleiben. Aber sollten wir Schritte unternehmen, die im Weißen Haus gar nicht wahrgenommen werden und dort nicht als Maßnahmen gelten, die Amerika tatsächlich im Konflikt mit autoritären Regimen helfen zu überleben?
Vielleicht sollten wir uns wie alle anderen amerikanischen Verbündeten verhalten: helfen, zusammenarbeiten und zustimmen – aber keine zusätzlichen Schritte unternehmen, die unseren eigenen Interessen und unserer eigenen Sicherheit schaden könnten. Zumindest so lange, bis im Weißen Haus eine Regierung im Amt ist, die echte Bündnisbeziehungen zu schätzen weiß.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Трамп відповідає Зеленському | Віталій Портников. 27.07.2026.
Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:27.07.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Ich habe keine besonderen Illusionen über die Tätigkeit der UPA.
Und das ist wohl das Erste, was man ehrlich sagen muss – ohne den Eigenen zuzuzwinkern und ohne demonstratives Bußtheater für die Fremden. Die UPA handelte in einer Zeit, als die Ukraine keine eigene Staatlichkeit besaß, keine Regierung hatte, keine Armee, keine internationale Stimme, nicht das Recht, sich an einen Verhandlungstisch zu setzen und zu sagen: Das sind unsere Grenzen, das sind unsere Menschen, das sind unsere Interessen – und nun, verehrte Imperien, rückt beiseite.
Die Ukrainer lebten damals nicht in einem romantischen Geschichtsbuch, sondern zwischen Hammer und Amboss: Der eine Besatzer kam mit dem roten Stern, der zweite mit dem schwarzen Hakenkreuz, der dritte mit seiner eigenen Erinnerung an den Vorkriegsstaat, der die Ukrainer ebenfalls nicht als politische Nation anerkennen wollte. Und in diesem Fleischwolf griffen die Menschen nach jeder Möglichkeit des Kampfes, nach jeder Waffe, nach jeder Chance, eine Ukraine zusammenzuführen, die auf der politischen Landkarte faktisch nicht existierte.
Ich bin überzeugt, dass die Polen an unserer Stelle dasselbe getan hätten. Mehr noch: Sie haben es getan.
Die Armia Krajowa war ebenfalls eine militärische Untergrundstruktur. Auch sie sammelte Aufklärungsinformationen, baute Kommunikationsnetze auf, führte Sabotageakte durch, liquidierte Kollaborateure, griff Verwaltungsstrukturen an, bestrafte diejenigen, die sie für Verräter hielt, kämpfte gegen die Deutschen und stritt und kämpfte mit anderen Kräften in Gebieten, in denen es keine funktionierende Staatsgewalt gab. Das war keine Organisation von Pazifisten mit Broschüren über Toleranz. Es war die Armee eines Volkes, das seinen Staat verloren hatte und ihn zurückgewinnen wollte.
Die UPA tat dasselbe – allerdings mit einem grundlegenden Unterschied, über den man in Polen oft nicht gern offen spricht: Polen verfügte über staatliche Kontinuität, eine Exilregierung, internationale Anerkennung, einen diplomatischen Rahmen, die Erinnerung an den eigenen Staat. Die Ukraine hingegen hatte nichts außer Menschen, Wäldern, Waffen, dem Hass auf die Besatzer und dem verzweifelten Wunsch, nicht länger Material für fremde Imperien zu sein.
Das rechtfertigt keine Verbrechen. Es wischt kein Blut weg. Es hebt den Schmerz polnischer Familien ebenso wenig auf wie den Schmerz ukrainischer Familien. Aber es erklärt, warum die Frage im Stil von „entweder die UPA oder die Europäische Union“ keine historische Ehrlichkeit ist, sondern politische Manipulation, eingehüllt in eine moralische Pose.
Dann seien wir doch konsequent ehrlich. Entweder die Armia Krajowa oder die Europäische Union? Entweder der polnische Untergrund oder Europa? Entweder die Erinnerung an die Eigenen oder das Recht, Teil der zivilisierten Welt zu sein?
Absurd? Ja. Und genauso absurd ist es im Fall der Ukraine.
Wir müssen mit den Polen über Wolhynien sprechen, über Galizien, über die Aktion „Weichsel“, über ukrainische und polnische Opfer, über Exhumierungen, über Archive, über Namen, über Gräber, über die Verbrechen konkreter Menschen und konkreter Strukturen. Wir dürfen schwierigen Themen nicht ausweichen, denn ein Volk, das sich vor seiner eigenen Geschichte fürchtet, beginnt sehr schnell, nach der Geschichtsversion anderer zu leben.
Aber wir dürfen auch keine Ultimaten akzeptieren, in denen von uns verlangt wird, die Erinnerung gegen eine politische Eintrittskarte nach Europa einzutauschen.
Schon gar nicht von einem Land, das selbst sehr genau weiß, was Untergrund bedeutet, was Besatzung bedeutet, was Wald bedeutet, was Waffen ohne eigenen Staat bedeuten, was Befehle bedeuten, die nicht in der schönen Sprache des Völkerrechts geschrieben werden, weil das Völkerrecht in einem solchen Moment irgendwo unter dem Stiefel des Stärkeren liegt.
Die Ukraine besaß damals keine eigene Staatlichkeit. Und genau das ist der Schlüssel zur gesamten Diskussion.
Wenn wir heute über den besetzten Donbas sprechen, verstehen wir doch sehr gut, dass die Menschen dort nicht in einem normalen politischen Raum leben. Dort gibt es keine Wahlfreiheit im europäischen Sinn. Es gibt keine unabhängigen Gerichte, keine freie Presse, keine offenen Parteien, keine sichere Möglichkeit, öffentlich Stellung zu beziehen. Dort gibt es eine Besatzungsverwaltung, Angst, Zwang, Überlebenskampf, Kollaboration, Schweigen, Widerstand, Denunziationen, Partisanen, Angepasste und Menschen, die einfach nur den Morgen erleben wollen.
Und wenn in 80 Jahren jemand beginnen sollte, jede Handlung der Menschen im besetzten Donbas so zu beurteilen, als hätten sie in Krakau, Berlin oder Paris gelebt, dann wäre das keine Geschichtsschreibung, sondern moralische Bequemlichkeit, verkleidet als Rechtschaffenheit.
Genauso wenig kann man die ukrainische Befreiungsbewegung der 1940er Jahre beurteilen, als wäre die Ukraine damals ein Staat mit Regierung, Armee, Gerichten, Parlament, Diplomatie und der Möglichkeit gewesen, ihre Interessen auf friedlichem Weg zu verteidigen.
Das war sie nicht.
Und genau deshalb begehen polnische Politiker einen gewaltigen Fehler, wenn sie die Frage so stellen, als müsse die Ukraine ihre Europatauglichkeit dadurch beweisen, dass sie auf einen Teil ihrer tragischen, schwierigen, blutigen, widersprüchlichen, aber eigenen Geschichte verzichtet.
Die Ukraine ist bereits Teil der europäischen Gemeinschaft. Nicht, weil man uns das in Brüssel oder Warschau großzügig erlaubt hätte, sondern weil die Ukrainer jeden Tag mit Blut, Leben, Städten, Kindern, ihrer Wirtschaft, ihrer Zukunft, ihren Nerven und mit Friedhöfen bezahlen, die schneller wachsen als europäische Erklärungen.
Kein Land der Europäischen Union hat einen solchen Preis für das Recht bezahlt, in Europa zu leben.
Und, sagen wir es ganz offen: Dank der Ukraine wird auch keines einen solchen Preis bezahlen müssen.
Denn das russische Imperium steht heute nicht vor Warschau, nicht vor Vilnius, nicht vor Bukarest und nicht vor Berlin. Es steht vor Pokrowsk, Kupjansk, Cherson, Charkiw, Sumy und Saporischschja. Und wenn sich heute noch jemand in Europa den Luxus leisten kann, die historische Erinnerung zu einem Instrument der Innenpolitik zu machen, dann nur deshalb, weil die Ukrainer die Front halten.
Aber es gibt noch etwas Wichtiges, das ich ebenfalls ohne populären Zuckerguss sagen möchte.
Ich bin kein Befürworter eines Beitritts einer schwachen Ukraine zur Europäischen Union. In vielen Fragen bin ich sogar Euroskeptiker, weil ich sehr gut sehe, wie das heutige Europa durch übermäßige Regulierung, Angst vor Risiken, bürokratische Selbstverliebtheit und den Verlust industriellen Gestaltungswillens gegenüber den globalen Führungsmächten zurückfällt. China baut Fabriken, die USA schaffen technologische Ökosysteme, Asien skaliert seine Produktion, während Europa oft Verordnungen, Verbote, Verfahren und schöne Dokumente über eine Zukunft produziert, die längst andere gestalten.
Die Ukraine darf nicht als armer Bittsteller mit ausgestreckter Hand in die EU gehen, dem erlaubt wird, im Flur eines großen Hauses Platz zu nehmen, wenn er sich zuvor richtig entschuldigt, richtig Buße getan und seine eigene Erinnerung korrekt umgeschrieben hat.
Die Ukraine muss als Große Ukraine nach Europa gehen. Als Land einer neuen Industrialisierung. Als Land der Verteidigungstechnologien, der Drohnen, der robotisierten Kriegsführung, der künstlichen Intelligenz, der Rechenzentren, der Kernenergie, der eigenen Produktion, starker Städte, einer produktiven Minderheit, von Ingenieuren, Unternehmern, Soldaten, Landwirten, Wissenschaftlern und Menschen, die niemanden um Erlaubnis bitten, existieren zu dürfen.
Wir brauchen keine schwache Integration, bei der die Ukraine als Gebiet billiger Arbeitskräfte, von Rohstoffen, Agrarexporten und dauerhafter Förderabhängigkeit in die EU aufgenommen wird. Wir brauchen eine starke Integration, bei der die Ukraine als Staat kommt, ohne den europäische Sicherheit, Energieversorgung, Rüstungsindustrie und technologische Zukunft schlicht nicht funktionieren.
Deshalb muss die Antwort auf polnische Ultimaten ruhig, nüchtern und entschieden sein.
Wir sind bereit, über Geschichte zu sprechen. Wir sind bereit, Archive zu öffnen. Wir sind bereit zu Exhumierungen. Wir sind bereit, Verbrechen als Verbrechen zu bezeichnen. Wir sind bereit, den Schmerz der Polen anzuerkennen, wenn die Polen bereit sind, den Schmerz der Ukrainer anzuerkennen. Wir sind bereit, eine gemeinsame Erinnerung aufzubauen, aber wir sind nicht bereit zu politischer Erpressung.
Denn eine Partnerschaft unter Gleichen wird nicht auf Ultimaten aufgebaut.
Polen hat uns sehr geholfen, und daran muss man sich erinnern. Die Ukrainer dürfen das nicht vergessen. Aber auch Polen muss sich an etwas anderes erinnern: Die Ukraine verteidigt heute nicht nur sich selbst – und ganz sicher nicht nur ihre historische Erinnerung. Die Ukraine verteidigt jenen Raum, in dem polnische Politiker über die UPA streiten können, ohne über ihren Köpfen russische Raketen zu hören.
Deshalb ist die Formel „entweder die UPA oder Europa“ nicht nur politisch falsch, sondern auch moralisch.
Die richtige Formel lautet anders: Entweder wir reifen gemeinsam zu einer schwierigen Wahrheit heran, oder Moskau wird uns allen erneut die Geschichte schreiben.
Und das ist ganz sicher keine Entscheidung, die weder Kyiv noch Warschau treffen sollten.
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Art der Quelle:Social Media
Autor:Lubomir Haidamaka Veröffentlichung:24.06.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:Facebook Link zum Originaltext:
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Heute erinnerte der amerikanische Präsident Donald Trump an das Ultimatum, das er der Führung der Islamischen Republik Iran gestellt hat – im Zusammenhang mit der Notwendigkeit, entweder mit den Vereinigten Staaten über die Beendigung dieses Krieges zu verhandeln, den Amerikaner und Israelis seit mehr als einem Monat gegen den Iran führen, oder die Straße von Hormus zu öffnen, deren Kontrolle durch die Islamische Republik die Welt auf ein beispielloses Ausmaß an Energiekrise zutreibt. Viele sagen bereits, dass diese Energiekrise in ihrem Ausmaß jene übertreffen wird, die die Welt noch in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kannte. Als wir in der Sowjetunion lebten, beobachteten wir diese Krise natürlich ausschließlich in den Informationsmeldungen, denn die Planwirtschaft der Sowjetunion war von jenen Problemen getrennt, die die zivilisierte Welt erlebte. Jetzt jedoch haben wir gute Chancen, gemeinsam mit der ganzen Welt einen weiteren großen Energieschock zu erleben, was natürlich nicht sehr gut für die Ukraine ist, wenn man die Abhängigkeit unseres Landes von der Energieversorgung bedenkt – auch für die Fortsetzung des Widerstands gegen die russische Aggression, die, wie wir verstehen, vor dem Hintergrund dieser Energiekrise niemand zu beenden gedenkt.
Offensichtlich hat Trump tatsächlich den Wunsch, die Situation mit der Öffnung der Straße von Hormus zu einer neuen Entwicklung zu bringen. Und er kann hoffen, dass sein Druck auf die Führung des Iran zumindest irgendein Ergebnis bringt. Senator Lindsey Graham, der dem amerikanischen Präsidenten noch vor wenigen Tagen geraten hatte, ein Friedensabkommen mit dem Iran zu unterzeichnen, spricht jetzt nach einem Treffen mit Trump – wie es bei diesem Politiker schon mehrfach der Fall war – in einem anderen Ton und sagt, Trump sei fest entschlossen, dem Iran schwere Schläge zu versetzen, und die Iraner täten gut daran, darüber nachzudenken, was mit ihnen geschehen könnte, wenn solche Schläge ausgeführt werden.
Man kann nicht sagen, dass man in Teheran auf solche Warnungen des amerikanischen Präsidenten überhaupt nicht reagiert. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi beschloss heute, Berichte einer ganzen Reihe amerikanischer und europäischer Medien zu dementieren, die betonten, dass die Bemühungen Pakistans, Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zu organisieren, daran gescheitert seien, dass der Iran sich geweigert habe, an diesen Verhandlungen teilzunehmen. Der iranische Außenminister sagte, Vertreter der Islamischen Republik seien jederzeit bereit, nach Islamabad zu reisen. Sie interessiere nicht die Tatsache einer solchen Reise selbst, sondern die Bedingungen, unter denen der Krieg der Vereinigten Staaten und Israels mit dem Iran beendet werde.
Ich erinnere daran, dass die Vorschläge der Vereinigten Staaten vom Iran zurückgewiesen wurden und dass die Vorschläge des Iran, die im Wesentlichen ein Plan der Kapitulation der Vereinigten Staaten und Israels vor der Islamischen Republik sind, für Washington natürlich unannehmbar sind. Und selbst wenn man sich vorstellt, dass solche Verhandlungen von iranischer Seite tatsächlich stattfinden, könnten sie – übrigens ähnlich wie von russischer Seite im russisch-ukrainischen Dialog – wie ein echtes Hinauszögern der Zeit aussehen, um die Schläge gegen die Infrastruktur der Länder des Persischen Golfs und gegen Israel fortzusetzen. Denn die heutigen Bilder aus dem jüdischen Staat zeigen zahlreiche Zerstörungen in vielen israelischen Städten.
Und das ist im Grunde das, womit der Iran sich vor allem Aufmerksamkeit und die Gunst der sogenannten arabischen Straße zu erkaufen hofft, die unzufrieden darüber sein könnte, dass Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate heute möglicherweise bereits an Kampfhandlungen gegen den Iran teilnehmen. Die Drohnen, die am Ort des Beschusses iranischer Militäranlagen gefunden werden, werden von einigen Beobachtern als Drohnen saudi-arabischer oder emiratischer Herstellung bezeichnet. Und zugleich tut der Iran weiterhin alles, um den jüdischen Staat zu zerstören, der den aufrichtigen Hass einer großen Zahl islamischer Radikaler auf sich zieht.
Wie auch immer der Iran jetzt beteuern mag – möglicherweise vor allem, um gute Beziehungen zu Pakistan zu bewahren, dessen Außenminister auf die Erklärung seines iranischen Kollegen mit Sympathie reagierte –, so ist doch die Tatsache, dass der Iran das von den Vereinigten Staaten vorgeschlagene 48-stündige Waffenstillstandsangebot abgelehnt hat, ebenfalls offensichtlich und bedarf zusätzlicher Aufmerksamkeit. Man kann sagen, dass es derzeit überhaupt keine reale Verhandlungsposition gibt, die von den Führungen der Vereinigten Staaten und des Iran besprochen werden könnte, und dass es keine Kontakte gibt, die auf einen Fortschritt der Seiten hin zum Ende des Krieges hindeuten würden, der, wie ich bereits sagte, mit der größten Energiekrise des 21. Jahrhunderts schwanger ist.
Und dann stellt sich die Frage: Was kann Donald Trump dann in 48 Stunden tun? Nachdem die Frist seines Ultimatums schließlich abgelaufen sein wird, wird der amerikanische Präsident eine Entscheidung treffen müssen, die den weiteren Verlauf des Krieges bestimmt. Hier gibt es eine ganze Reihe von Varianten.
Die erste Variante sind Schläge gegen die iranische Energieinfrastruktur.
Das ist es, wovon Donald Trump sprach, als er versprach, den Iran in die Steinzeit zu versetzen. Und das sind offensichtlich nicht jene Handlungen, die zum Sturz des iranischen Regimes beitragen würden. Trump kann jedoch hoffen, dass solche Handlungen die Verhandlungsposition des iranischen Regimes beeinflussen könnten. Es kann aber auch umgekehrt sein: Das Regime wird versuchen, die Länder des Persischen Golfs in die Steinzeit zu versetzen, was den Positionen der Vereinigten Staaten in der Region einen schweren Schlag versetzen und den Erhalt jener Investitionen infrage stellen würde, die mit den Interessen des amerikanischen Präsidenten selbst, seiner Familie und seines Umfelds sowie vieler amerikanischer Geschäftsleute verbunden sind, die die Länder des Persischen Golfs bisher als ruhigen Investitionshafen betrachteten. Natürlich würde dann auch von Investitionen dieser Länder in die Wirtschaft der Vereinigten Staaten keine Rede mehr sein.
Obwohl wir nicht wissen, wie man heute in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten zum weiteren Verlauf des Krieges mit dem Iran steht. Hier gibt es viele widersprüchliche Berichte. Die einen sagen, Prinz Mohammed, der faktische ungekrönte Herrscher Saudi-Arabiens, sei ein glühender Befürworter der Fortsetzung dieses Krieges. Andere wiederum meinen, dass er in Wirklichkeit diese Gefahr des Krieges für den fragilen Frieden im Nahen Osten und für die Lage im Persischen Golf begriffen habe und dass der eigentliche Hauptlobbyist für die Fortsetzung des Krieges mit dem Iran heute der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu bleibe, der natürlich braucht, dass der Iran möglichst viele seiner Ressourcen verliert und Israel zumindest in den kommenden Jahren nicht bedroht, falls sich das iranische Regime an der Macht hält.
Eine weitere reale Möglichkeit für Donald Trump nach 48 Stunden ist die Durchführung einer groß angelegten Bodenoperation, die die Straße von Hormus entsperren und es ermöglichen würde, auch ohne Zustimmung des Iran Öltanker und Tanker mit anderen wichtigen Produkten durch diese Meerenge zu führen, die sich schon jetzt in der Lage der Weltwirtschaft widerspiegeln und in Zukunft zu Lebensmittelknappheit führen können, wenn keine Düngemittel durch die Straße von Hormus gelangen, die ebenfalls für die Herstellung einer ganzen Reihe von Hochtechnologien benötigt werden.
Nun, auf all diese wirtschaftliche Katastrophe steuern wir natürlich bereits zu, aber aus Sicht Washingtons könnte es die Chance geben, diese Transportarterie mithilfe einer Bodenoperation zu entsperren. Wie realistisch ist das? Im Prinzip, wenn man davon ausgeht, dass es amerikanischen Fallschirmjägern gelingt, die Kontrolle über die Küste der Straße von Hormus zu erlangen, wird das natürlich zu zahlreichen Verlusten unter den Soldaten führen, aber das ist der Preis jedes Krieges. Und ich weiß nicht, wie die amerikanische Gesellschaft auf diesen Preis reagieren wird und wie sich das auf die Chancen Donald Trumps und der Republikaner bei den Zwischenwahlen auswirkt. Aber das ist eine andere politische Geschichte, die wir jetzt nicht besprechen. Im Prinzip ist das möglich.
Es gibt jedoch ein anderes Problem: Es könnte sein, dass die Kontrolle über die Küste nicht ausreicht, angesichts der Bereitschaft des iranischen Regimes, auf jeden Tanker zu schießen, der durch die Straße von Hormus fährt – selbst aus einer gewissen Entfernung, in der sich die Raketenstellungen des Regimes befinden und von der aus Drohnen gestartet werden können. Das ist eine sehr einfache Formel, die ich, wie mir scheint, bereits einige Male zu erklären versucht habe.
Stellen wir uns vor, jetzt fährt ein Tanker durch die Straße von Hormus, den der Iran passieren lässt. Und dieser Tanker fährt näher an die Territorialgewässer des Iran. Und deshalb beschießt der Iran ihn nicht. Er fährt in diesen Territorialgewässern und passiert diese Arterie ohne große Hindernisse. Hätten Amerikaner und Israelis die Bewegung dieses Tankers stören können? Natürlich hätten sie das. Es gäbe dabei keine großen Probleme. Mit einem Raketen- oder Drohnenschlag hätten sie seine Fahrt stoppen können. Aber die Tanker, die derzeit durch die Straße von Hormus fahren, wissen genau, dass die Vereinigten Staaten und Israel an diesem Verkehr interessiert sind, und sie werden keinen Tanker behindern, den der Iran durchlässt, denn sie hoffen, dass jeder neue Tanker die Folgen dieser schwindelerregenden energie- und wirtschaftspolitischen Krise abmildert, die wir bereits erleben und die mit jedem neuen Tag des iranischen Krieges geometrisch wachsen wird.
Stellen wir uns jedoch die entgegengesetzte Situation vor. Die Vereinigten Staaten haben die Kontrolle über die Küste hergestellt. Die Tanker fahren, wie sie wollen, und der Iran schießt mit Raketen auf sie. Welcher Tanker wird dorthin fahren? Wie hoch werden die Versicherungssummen sein, wenn die Versicherungsgesellschaften sich darüber im Klaren sind, dass Tanker in der Straße von Hormus real für iranische Schläge erreichbar sind? Das heißt, selbst unter der Bedingung der Kontrolle über die Küste der Straße von Hormus werden die Vereinigten Staaten weiterhin gezwungen sein, nach Vereinbarungen mit dem Regime der Ajatollahs zu suchen, die keine Vereinbarungen mit Trump wollen, weil sie seinen schnellen politischen Tod wünschen und hoffen, dass die Fortsetzung des Krieges ihnen das ersehnte Ergebnis bringen wird.
Viele in den Vereinigten Staaten hoffen darauf, dass die Volksrepublik China auf den Iran einwirken wird, um ihn zur Entsperrung der Straße von Hormus zu zwingen, denn das Fehlen von Öl in den nötigen Mengen schafft wirtschaftliche Probleme bereits für China selbst. Darin steckt Logik – wenn die amerikanischen Führer nur die Logik der chinesischen Kommunisten begreifen würden, wobei doch in China die Kommunistische Partei regiert und nicht irgendein Wirtschaftssyndikat. Wenn ein Kommunist zwischen dem politischen Tod des Feindes und der Wirtschaft wählen muss, wird er sich natürlich für den politischen Tod des Feindes entscheiden. Wenn man in Peking der Meinung ist, dass der von Donald Trump begonnene Krieg in einem Fiasko für ihn und für Israel enden muss, werden sie alles Mögliche und Unmögliche tun, damit dieses Fiasko Realität wird, selbst auf Kosten der eigenen Wirtschaft. Die Wirtschaft werden sie wiederherstellen. Die Chance, die Vereinigten Staaten in die Knie zu zwingen, kann sich aus ihrer Sicht gerade jetzt ergeben, und eine solche Chance wird sich in Zukunft nicht wiederholen. All das ist ein vollkommen realer Gang der Dinge schon in der nächsten Zukunft.
Ein weiterer Punkt, über den man nachdenken sollte und an den der Sprecher des iranischen Parlaments Ghalibaf Donald Trump erinnerte, ist, dass die Antwort auf den Versuch, die Straße von Hormus zu entsperren, die Blockade der Bab al-Mandab sein könnte, was die Weltwirtschaft im Prinzip in die Knie zwingen würde. Warum wird diese Meerenge jetzt nicht blockiert? Sie könnte im Prinzip leicht durch die Handlungen der mit dem Iran verbündeten Huthi blockiert werden. Nach den letzten Schlägen der Vereinigten Staaten und Israels gegen die Stellungen dieser terroristischen Gruppierung der Widerstandsachse, die jetzt einen großen Teil des Territoriums des Jemen kontrolliert, aber nicht die legitime Regierung des Jemen ist, verhalten sich die Huthi jedoch ziemlich vorsichtig in ihren militärischen Handlungen, weil sie verstehen, dass sie Gegenschläge erhalten werden. Und zwar womöglich nicht nur von den Vereinigten Staaten und Israel, sondern auch von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die nur auf den Moment warten, um erneut Schläge gegen ihre Feinde zu führen, zu deren Zerschlagung sie sogar eine erfolglose Bodenoperation unternommen hatten, die damit endete, dass sowohl die Truppen Saudi-Arabiens als auch die Truppen der Vereinigten Arabischen Emirate das Schlachtfeld verlassen mussten. Aber natürlich könnten sie mit Unterstützung der Vereinigten Staaten zumindest in Form von Bombardierungen der Huthi-Stellungen und der Führung dieser Organisation in den Jemen zurückkehren.
Jetzt können die Huthi meinen, dass die Iraner auch ohne sie zurechtkommen. Zumal ihr Raketenpotenzial nicht mehr so groß ist wie während des Krieges um den Gazastreifen. Offensichtlich haben sich die Huthi entweder schlechter auf den neuen Krieg vorbereitet als die Terrororganisation Hisbollah, die weiterhin den Norden Israels terrorisiert, oder sie bewahren einfach ihre Raketen- und Drohnenvorräte für Schläge auf, die gerade im kritischen Moment gebraucht werden. Ein solcher kritischer Moment für die Huthi, die von der Finanzierung des Iran abhängen, könnte gerade der Versuch der Vereinigten Staaten sein, die Energieanlagen der Islamischen Republik zu zerstören oder durch eine Bodenoperation die Kontrolle über die Straße von Hormus zu übernehmen. Dann könnte die Kontrolle der Huthi über die Bab al-Mandab-Meerenge eingesetzt werden, was im Prinzip die weitere Versorgung der ganzen Welt mit Öl und anderen wichtigen strategischen Produkten einschränken würde.
Das also kann im Prinzip in 48 Stunden beginnen. Unbekannt ist, welche Wahl Donald Trump treffen wird.
Er hat immer noch eine dritte Variante: sein Ultimatum an den Iran zu verlängern, beispielsweise unter dem Vorwand, dass eine iranische Delegation nach Islamabad reisen werde, um mit den Amerikanern zu verhandeln.
Und wiederum könnten wir in das russisch-ukrainische Szenario eintreten. Alles in der Welt könnte sich jetzt überhaupt nach diesem seltsamen Szenario abspielen. Es wird keinen Waffenstillstand geben. Die Amerikaner könnten ihn den Iranern noch einmal anbieten. Diese könnten ihn noch einmal ablehnen, aber es würden Verhandlungen laufen, die irgendwelche strategischen Schläge gegen den Iran ausschließen würden, weil Trump hoffen würde, die Iraner zu irgendeiner für ihn nötigen Vereinbarung zu drängen, während diese davon ausgehen würden, dass die Zeit für sie arbeitet, weil sie ernste Probleme in der Weltwirtschaft schafft, insbesondere in der amerikanischen Wirtschaft, und Trump zur Kapitulation zu ihren Bedingungen zwingen wird. Und so würde das eine gewisse Zeit lang weitergehen. Im Prinzip ist klar, dass der Iran – und wir sehen das an diesem letzten Krieg – nicht so viele Möglichkeiten hat, Zeit zu schinden wie Russland, aber die Zeit, die er hinausziehen kann, wird er nutzen.
In dieser Situation kann natürlich wiederum die Rolle der Ukraine geopolitisch wachsen. Dass die Amerikaner und die Länder des Persischen Golfs jetzt Abfangmittel brauchen, die iranische Angriffe auf ihre strategischen Objekte und auf den zivilen Sektor stoppen würden, scheint mir offensichtlich, nachdem die Amerikaner buchstäblich innerhalb weniger Tage mehrere Flugzeuge und Hubschrauber verloren haben. Und das wurde zu einer weiteren Demonstration dafür, dass die Iraner trotz aller Berichte darüber, ihre Möglichkeiten seien unterdrückt, weiterhin ein достаточно hohes Maß an Effektivität für den weiteren Kampf gegen Amerikaner und Israelis bewahren und sogar in der Lage sind, deren teure militärische Instrumente wie Flugzeuge zu zerstören, die Millionen, zig Millionen Dollar kosten.
Präsident Zelensky, der kürzlich in den Ländern des Persischen Golfs war, verhandelte dort über Wege militärischer Zusammenarbeit. Und vielleicht könnten die Länder des Persischen Golfs nicht nur unsere Drohnen kaufen, sondern auch eine gewisse Atmosphäre des Drucks auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump schaffen, der, wie bekannt, Bemerkungen aus dem Persischen Golf ernster nimmt als aus der Europäischen Union. Gerade jetzt, da sich die überwältigende Mehrheit der Länder der Europäischen Union faktisch geweigert hat, an seiner Operation im Iran und an einer gemeinsamen Operation mit den Vereinigten Staaten zur Entsperrung der Straße von Hormus teilzunehmen. Und auch das könnte im Prinzip recht gut für Kyiv sein, wenn wir über unsere Rolle in der Region sprechen.
Heute ist Zelensky in der Türkei. Und das könnte ein nicht minder wichtiger Besuch sein, wiederum aus der Sicht unserer Integration in die regionale Situation, unserer Rolle in dem Krieg, der jetzt zur Realität des Nahen Ostens wird. Denn die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist ebenfalls ein wichtiger geopolitischer Akteur. Sie nimmt an dem Krieg selbst nicht teil, aber man achtet in Washington ebenso wie in Teheran auf ihre Position. Sie wissen, dass Präsident Erdoğan die besondere Sympathie Präsident Trumps genießt – trotz seiner deutlich antiisraelischen Haltung, trotz seines Hasses auf den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu. Trump schenkt dem überhaupt keine Aufmerksamkeit und ist natürlich zur Zusammenarbeit mit Ankara in vielen sensiblen Fragen bereit. Deshalb wäre es für uns nur von Vorteil, wenn Präsident Erdoğan sich in seiner Sicht darauf, wie man auf Russland einwirken müsse, um den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, den Führern der Länder des Persischen Golfs anschließen würde.
Und übrigens sollte daran erinnert werden, dass Präsident Erdoğan gerade vor seinem Treffen mit Zelensky ein Gespräch mit dem Präsidenten Russlands Putin geführt hat. Er bleibt einer der wenigen Weltführer, die ständig mit dem russischen Präsidenten kommunizieren und ihn sogar in Ankara erwarten. Dieser Besuch findet zwar einfach nicht statt, aber etwas anderes ist klar: In letzter Zeit sind die Kontakte zwischen Erdoğan und Putin nicht mehr so, würde ich sagen, regelmäßig. Und dass der Präsident der Türkei gerade am Vorabend der Ankunft des Präsidenten der Ukraine mit dem Präsidenten der Russischen Föderation sprach, deutet im Prinzip darauf hin, dass Erdoğan den Wunsch nicht verloren hat, zumindest Mediator zwischen Zelensky und Putin zu sein – unter den Bedingungen des fortdauernden russisch-ukrainischen Krieges und der Suche des Westens, nicht Russlands, nach Wegen aus diesem Krieg in absehbarer Zukunft.
Deshalb kann ich mir vorstellen, dass Erdoğan während der Verhandlungen mit Zelensky jene Informationen mit ihm teilen konnte, die er aus seinem Telefongespräch mit dem russischen Kollegen mitgenommen hat. Ob das dem imitieren russisch-ukrainischen Verhandlungsprozess über Frieden, der eben deshalb imitiert ist, weil die Russische Föderation keinerlei Appetit auf die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges hat, irgendwelche Energie verleihen wird, wissen wir nicht. Man kann jedoch hoffen, dass die intensiven Schläge der Ukraine auf die russische Ölverarbeitung und die Zerstörung der Ölhäfen der Russischen Föderation, die dem Präsidenten Russlands faktisch die Möglichkeit genommen haben, jene Probleme auszugleichen, die ihm im Zusammenhang mit den amerikanischen Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil entstanden, und von den Präferenzen zu profitieren, die Donald Trump Putin nach Beginn seines Krieges gegen den Iran freudig gewährt hat, vielleicht doch irgendeine Stimmung – wenn nicht hinsichtlich der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges, so doch hinsichtlich der Suche nach irgendwelchen Wegen zu einem Waffenstillstand – im Kreml wiederum in absehbarer Perspektive hervorrufen könnten.
Aber darüber kann Zelensky gerade mit Erdoğan sprechen, darüber können ukrainische Verhandler mit amerikanischen Verhandlern sprechen. Auch hier gibt es viele Informationen, denn der Leiter des Präsidentenbüros der Ukraine Budanov sagte, dass die amerikanischen Verhandler – gemeint sind der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Vereinigten Staaten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner – bereits nach den Osterfeiertagen nach Kyiv kommen könnten, um den russisch-ukrainischen Verhandlungsprozess neu zu starten. Aus meiner Sicht gibt es da nichts neu zu starten, aber schon eine solche Reise wirkt jetzt ausreichend fantastisch.
Erstens deshalb, weil sowohl Witkoff als auch Kushner tief in den Prozess zur Beendigung des Krieges mit dem Iran eingebunden sind. Bislang gibt es keinerlei reale, absehbare Perspektiven für das Ende dieses Krieges. Vielleicht begreifen die Amerikaner das nicht. Vielleicht hoffen sie auf ihre eigene militärische Stärke, die das iranische Regime zwingen werde, von der Fortsetzung des Krieges abzusehen. Das wissen wir nicht. Auf welchen Grundlagen überhaupt sie ihre Handlungen hinsichtlich der Fortsetzung des Verhandlungsprozesses zwischen Russland und der Ukraine und der Verknüpfung dieses Verhandlungsprozesses mit dem Krieg gegen den Iran stützen. Aber eines ist offensichtlich. Solange Donald Trump aus diesem Krieg nicht herauskommt, und besser für ihn mit den geringsten Verlusten, wird es kaum möglich sein, den Verhandlungsprozess zwischen Russland und der Ukraine neu zu starten – schon deshalb nicht, weil der Präsident der Russischen Föderation selbst an solchen Verhandlungen nicht interessiert sein wird, solange er nicht sieht, wie der Präsident der Vereinigten Staaten in einer neuen, wenn Sie so wollen, Rolle auf die Situation reagiert.
Sie verstehen doch, dass Putin nach dem Ende des russisch-ukrainischen Krieges in einer Rolle sein wird und Trump nach dem Ende des Krieges mit dem Iran in einer anderen. Und deshalb muss Putin, um zu verstehen, wie das Finale des russisch-ukrainischen Krieges aus Sicht amerikanischer Wünsche aussehen wird, begreifen, wie Trump am letzten Tag des Krieges mit dem Iran aussehen wird.
Wenn das ein unzweifelhafter Erfolg des Präsidenten der Vereinigten Staaten sein wird, wird er sich darüber im Klaren sein, dass Trump, der sich in einem Zustand diplomatischer Euphorie befindet, der neue Möglichkeiten im Nahen Osten erhält, der sich womöglich sogar mit dem Iran über Öl verständigen kann, als достаточно harter Verhandler auftreten wird und darauf hofft, dass Putin ihm vor den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress das gewünschte Ergebnis liefert. Das heißt, zumindest einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front, damit er bereits wie ein vollkommener Friedensstifter aussieht, sozusagen.
Aber wenn Trump deutlich geschwächt aus dem Krieg mit dem Iran hervorgeht, wenn in Amerika die Energiekrise andauert, wenn die Geldbörsen der Amerikaner durch die Folgen dieses Krieges endgültig geleert sein werden, dann wird Putin beginnen, Trump ungefähr so zu behandeln wie Biden. Er wird den amerikanischen Präsidenten ignorieren, der seiner Meinung nach nach den Zwischenwahlen zum Kongress zu einer lahmen Ente wird, die ausschließlich in ihren Konflikt mit dem amerikanischen Gesetzgebungsorgan vertieft ist, das von Demokraten kontrolliert werden könnte, die alles tun werden, um Donald Trumps politische Zukunft zu verschlechtern, Untersuchungen zu seiner Tätigkeit einzuleiten und ihm ein drittes Amtsenthebungsverfahren anzukündigen.
Und in dieser Situation, wie wir verstehen, wird es selbst dann, wenn sie Donald Trump nicht aus dem Weißen Haus herausbekommen können – was sehr schwer sein wird, wenn die Demokraten nicht über zwei Drittel des Senats verfügen, was sie in solcher Zahl kaum haben werden, jedenfalls sehen die Zwischenwahlen zum Senat das nicht vor, ganz gleich, wie das Ergebnis für die Demokraten ausfällt –, zumindest möglich sein, seine politischen Möglichkeiten so weit zu verschlechtern, dass seine Partner auf der internationalen Bühne aufhören, mit Trump zu rechnen. Und Putin wird der erste solcher Partner sein.
Wir verstehen doch, dass Putin nur mit denen rechnet, die ihm gewisse Probleme bereiten können. Diejenigen, die ihm keine Probleme bereiten können, interessieren ihn nicht. Deshalb spricht er so dreist mit den europäischen Führern, weil er von ihnen keine solchen Probleme erwartet, wie er sie von den Vereinigten Staaten erwarten kann. Und hier wiederum muss man begreifen, dass Europa, wenn es Subjekt sein wollte, vor dem Hintergrund dieser Erwartung Putins, dass Probleme von den USA kommen könnten, gegenüber Russland viel ernster sein müsste. Es stellt sich heraus, dass Europa Zähne bekommen kann, wenn es um die Vereinigten Staaten geht. Wir sehen, wie hart die europäischen Führer jetzt mit Trump sprechen, gerade weil sie seine Schwächung sehen. Und selbst der französische Präsident Emmanuel Macron spricht bereits von einer Koalition der Unabhängigen, zu der er außer den Ländern der Europäischen Union auch Australien, Südkorea, Kanada, Indien, Neuseeland und Japan einlädt – also alle amerikanischen Verbündeten, er will Trump im Grunde alle amerikanischen Verbündeten wegnehmen, wenn sie Amerika nicht nötig sind.
Eine solche Härte gegenüber Russland sehen wir heute jedoch nicht wirklich. Vielleicht, weil die Europäische Union selbst durch Streikbrecher gelähmt ist, wie den ungarischen Premierminister Viktor Orbán oder den slowakischen Premierminister Robert Fico, die alles tun, um die russischen Möglichkeiten in Europa zu verbessern. Und auch das ist eine Nachricht der letzten Tage, als wir eine absolut aufsehenerregende Nachricht erfuhren, wonach Orbán und Fico bei der Bewertung der Situation mit der Druschba-Pipeline russische Satellitenkarten und Aufnahmen verwendet haben könnten, die dazu angefertigt werden, um das Ausmaß der Schäden an einem Objekt zu beurteilen, nachdem gegen dieses Objekt ein Schlag ausgeführt wurde.
Das heißt, Orbán könnte eine solche Information vom Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation erhalten haben. Können Sie sich überhaupt vorstellen, was das für ein Grad der Einbindung ist? Und Ungarn unter Orbán bleibt nicht nur Mitglied der Europäischen Union, es bleibt Mitglied der NATO und hat damit Zugang zu wichtiger geheimer Information, die es seinerseits, wenn Orbán es wünscht, auch mit Moskau teilen wird.
Insofern besteht der Ausweg womöglich tatsächlich in einer Neuformatierung der Strukturen, damit es in diesen Strukturen keine Länder mehr gibt, die eng mit dem Kreml verbunden sein können. Und, was wichtig ist, dass sie in diesen Strukturen, selbst wenn sie an bestimmten Strukturen teilnehmen, kein Vetorecht hätten – wie Ungarn, das jetzt faktisch diese 90 Milliarden Euro für die Ukraine blockiert hat und ohne jede große zusätzliche Krisenbelastung, die in der modernen Welt jetzt ohnehin entstehen wird, zum wirtschaftlichen Kollaps unseres Landes beiträgt.
Auch das sagt viel aus, ebenso wie die Tatsache, dass Orbán, der von uns die Reparatur der Druschba-Pipeline verlangt, praktisch nicht erwähnt, dass diese Pipeline infolge von Schlägen der Russischen Föderation beschädigt wurde. Ich habe bereits mehrfach gesagt, dass ich diesen russischen Schlag auf Druschba als Teil von Orbáns Wahlkampf betrachte, dass das alles ein Schlag war, der speziell von russischen Polittechnologen geplant wurde, die für den ungarischen Premierminister arbeiten und auf das hoffen, was auch Trump will, was auch Putin will, was auch Xi Jinping will – den Erhalt Orbáns an der Macht.
Und Sie sehen, dass jetzt diese ganze ultrarechte Internationale faktisch für den ungarischen Premierminister arbeitet. Nach Budapest wird der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, kommen, der auf Orbáns Wahlkundgebungen auftreten wird. Das ist ein absolut beispielloses Phänomen. Aber wenn es darum geht, einen politischen Verbündeten zu erhalten, denkt man, wie wir sehen, im Weißen Haus nicht besonders darüber nach, irgendetwas mit weißen Handschuhen zu machen. Und in diesem Sinne muss jeder von Donald Trump lernen. Wenn er seine Handschuhe abgelegt hat und sich jetzt einfach so verhält, wie es ihm passt, dann denke ich, dass auch alle anderen sich genau so verhalten können – zur Verteidigung ihrer Interessen, wenn sie nicht von allen Elefanten zertrampelt werden wollen, die sich in unseren Porzellanläden versammelt haben.
Das sind also die allgemeinen Konturen dieser Situation, die sich 48 Stunden vor einer neuen möglichen Entwicklung der Ereignisse rund um den Iran abzeichnet, vor einer neuen möglichen Entwicklung atemberaubender, absolut krisenhafter Ereignisse in der Weltwirtschaft.
Ich möchte Sie nun auch bitten, Fragen zu stellen. Auf einige Fragen, die es in dieser Sendung bereits gibt, werde ich jetzt antworten.
Frage. Halten Sie ein Szenario für möglich, in dem der Kreml, während er Mojtaba Khamenei zur Behandlung festhält, künstliche Intelligenz nutzt, um Befehle des iranischen Diktators zu imitieren, die Länder des Persischen Golfs zu bombardieren?
Portnikov. Nein, ich halte keinerlei solche Szenarien für möglich, weil ich kein Verschwörungstheoretiker bin, und ich rate auch Ihnen, sich nicht mit Verschwörungstheorien zu beschäftigen. Erstens wissen wir nicht, wo Mojtaba Khamenei ist. Dass er sich in Russland zur Behandlung befindet, kann völlig erfunden sein. Wir wissen nicht, was mit ihm geschieht. Er kann im Iran sein, er kann nicht im Iran sein. Aber im Iran gibt es eine vollkommen richtige Strategie, die schon von Mojtaba Khameneis Vater Ali Khamenei entwickelt wurde: die Globalisierung des Konflikts. Das war genau die Überraschung, die der Iran dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump und dem Premierminister Israels Benjamin Netanyahu vorbereitet hatte. Sie hatten sich auf eine solche Globalisierung nicht vorbereitet. Sie konzentrierten sich auf einen möglichen realen Schlag gegen den Iran und darauf, dass der Iran auf Israel schlagen werde. Sie meinten, dass sie mit diesen Schlägen gegen Israel fertigwerden könnten, dass dies ein absolut akzeptabler Preis für die Zerstörung des nuklearen Potenzials des Iran und für die Zerstörung seines Raketenpotenzials sei. Deshalb verstehe ich nicht, warum der Kreml da mithilfe künstlicher Intelligenz irgendetwas imitieren sollte, wenn die Iraner sich aus Sicht ihrer Interessen in diesem Krieg absolut logisch verhalten. Sie haben den Persischen Golf bereits in eine Krisenregion, in eine Kriegsregion verwandelt, sie haben bereits die Investitionen in die Länder dieser Region infrage gestellt, sie haben den Amerikanern bereits gezeigt, dass sie alles ringsum terrorisieren können. Aus Sicht eines Landes wie des Iran ist das eine absolut verständliche Taktik. Eine unverständliche Strategie, aber eine verständliche Taktik.
Frage. Wie wird es sich auf die Ukraine auswirken, wenn die Demokraten die Wahlen gewinnen? Können sie Trump durch ein Gesetz oder durch Überwindung seines Vetos dazu zwingen, der Ukraine militärisch zu helfen?
Portnikov. Ich denke nicht, dass es so leicht sein wird, Trump dazu zu zwingen, der Ukraine militärisch zu helfen. Aber Sie verstehen doch, dass jedes Gesetz in den Vereinigten Staaten, wenn im Kongress jene Partei, die in Opposition zum Präsidenten steht, die Mehrheit hat, durch Konsultationen und Kompromisse verabschiedet wird. Diese berühmten Javelins, mit denen Trump prahlte, dass er sie uns zuerst gegeben habe – im Grunde hat er sie uns doch nur deshalb gegeben, weil gerade die demokratischen Kongressabgeordneten dafür waren, diese Waffe in den Militärhaushalt der Vereinigten Staaten aufzunehmen, und Trump seinerseits an der Verabschiedung dieses Haushalts interessiert war. Ein solches Maß an Kompromiss ist möglich, aber wiederum muss es klare finanzielle Grenzen haben. Und vergessen Sie nicht, dass die Vereinigten Staaten im Herbst, wenn die Demokraten gewinnen, sehr begrenzte Möglichkeiten für eine besondere militärische Hilfe haben könnten, falls dieser Krieg im Nahen Osten andauert. Die Vereinigten Staaten werden jetzt eine enorme Menge Militärtechnik verlieren, deren Wiederherstellung Jahre und nicht Monate brauchen wird. Dasselbe gilt für Raketenabwehr, für viele Arten der Waffenpalette. Sie müssen verstehen, dass die Vereinigten Staaten unter Trump nicht die Vereinigten Staaten unter Biden sind. Und im Grunde sagten viele bereits damals, als das Hilfspaket beschlossen wurde, das das letzte für die Ukraine unter der Biden-Administration war und das die Republikaner, wie Sie sich erinnern, auf Anweisung Donald Trumps lange blockierten, dass dies im Prinzip das letzte solche Hilfspaket unter irgendeiner Administration sei. Dass es ein solches Hilfspaket nicht geben werde, egal ob Biden wiedergewählt würde oder Trump gewählt würde. Es kann also irgendeine militärische Hilfe geben, aber sie wird nicht so erheblich sein wie in den ersten drei Jahren des großen russisch-ukrainischen Krieges.
Frage. Was ist die politische Natur und Ursache der Verschärfung der Beziehungen zwischen China und Japan bis hin zu öffentlichen Drohungen gegenüber Japan? Liegen diese Gründe im Zweiten Weltkrieg oder ist das etwas Neues?
Portnikov. Nein, diese Gründe liegen nicht im Zweiten Weltkrieg. Diese Gründe liegen im Wunsch Chinas, die Region zu dominieren, sich im Grunde als Supersmacht der Region zu präsentieren, als Supermacht, zu der es keine Alternativen geben könne. Die bündnispolitischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan reizen Peking aus dieser Sicht. Und noch mehr reizt Peking, wenn Japan eine eigene außenpolitische Position einnimmt, falls es keinen amerikanischen nuklearen Schutzschirm mehr über sich hat. Wenn die Chinesen sagen, Japan sei, falls es seine pazifistische Politik aufgebe, in der Lage, selbst Atomwaffen herzustellen, ist das die reine Wahrheit. Japan hat solche technologischen Möglichkeiten. Sie verstehen doch, dass es einer der technologisch am weitesten entwickelten Staaten der modernen Welt ist. Und dass es keine Atomwaffen besitzt, ist eine Frage seines guten Willens und nicht seiner Möglichkeiten.
Ein weiterer Punkt hängt damit zusammen, dass China es nicht gewohnt ist, wenn Partner mit ihm in der Sprache ihrer eigenen nationalen Interessen sprechen. Die Chinesen begannen, den Japanern zu drohen, nachdem die Premierministerin Japans ganz logisch gesagt hatte, dass ein Krieg Chinas gegen Taiwan die Lage in der Region verschlechtern und den nationalen Interessen Japans und der Sicherheit in der Region nicht dienen werde. Das ist die reine Wahrheit. Der chinesische Außenminister verdrehte diese Geschichte so, als erinnere sich Japan wieder an seine imperialen Ambitionen, an die Zeiten, als es Taiwan beherrschte.
Tatsächlich war die Insel Taiwan nie Teil der chinesischen Staatlichkeit. Sie war Besitz Japans. Nur ist die Mehrheit der Bevölkerung auf dieser Insel chinesisch. Als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs und der Niederlage Japans in diesem Krieg übergab Japan die Kontrolle über diese Insel an China, aber nicht an jene kommunistische Regierung, die in Peking sitzt und damals einen Bürgerkrieg gegen die legitime chinesische Regierung, die Generalissimos Chiang Kai-shek, führte, sondern eben an die Regierung Chiang Kai-sheks. Und nach der Niederlage der Regierung Chiang Kai-sheks im Bürgerkrieg gegen die von der stalinistischen Sowjetunion unterstützten Kommunisten war die Regierung Chiang Kai-sheks gezwungen, zusammen mit der Armee nach Taiwan zu fliehen. Seitdem existiert dort eine alternative Regierung der Republik China, die von den Vereinigten Staaten bis zur Präsidentschaft Richard Nixons als legitim anerkannt wurde – jenes Präsidenten, der ein historisches Abkommen mit dem kommunistischen chinesischen Führer Mao Zedong schloss.
Und in der Situation, in der die japanische Premierministerin über Taiwan spricht, bedeutet das absolut nicht, dass Japan Taiwan als Staat zurückhaben möchte, sondern dass es nicht möchte, dass China in der Region Krieg führt. China gefällt das nicht, weil es der Meinung ist, alle müssten sein Recht respektieren, die territoriale Integrität der Volksrepublik China mit Gewalt wiederherzustellen. Eine einfache Idee.
Frage. Hat Trump irgendeine für ihn positive Variante, oder sind alle schlecht? Und wenn ja, gibt es unter diesen schlechten auch positive für die Ukraine?
Portnikov. Verstehen Sie, wenn man einen Krieg beginnt, dann gibt es, wie Sie verstehen, nicht viele positive Möglichkeiten, aus diesem Krieg herauszukommen. Aber das ist Krieg, und es könnte sein, dass wir die militärischen Möglichkeiten des Iran überschätzen. Wenn Trump durch Schläge gegen die iranische Infrastruktur oder durch eine Bodenoperation die Straße von Hormus entsperren kann, wenn das iranische Regime infolge dieser Operation fällt, dann wäre das eine positive Variante für Trump. Aber ob das geschieht oder nicht, wissen wir nicht. Im Moment sind die Varianten, über die ich zu Ihnen gesprochen habe, erschöpfend. Andere Varianten gibt es derzeit nicht.
Für die Ukraine ist positiv, dass die Ukraine jetzt bereits eine wichtige Rolle als regionale Militärmacht spielt, dass wir mit den Ländern des Persischen Golfs über ihren Schutz verhandeln. Das erhöht das Gewicht der Ukraine und damit auch den Wunsch, uns zu helfen, uns in den kommenden Jahren des zermürbenden Krieges mit der Russischen Föderation als souveränen Staat zu erhalten – und die Russische Föderation wird ja nicht verschwinden. Dieser Krieg kann parallel zum Krieg im Nahen Osten und zu anderen regionalen Kriegen verlaufen, die, glauben Sie mir, nicht auf sich warten lassen werden. Insofern ist das eine der positiven Folgen für uns.
Die Energiekrise ist natürlich eine negative Folge, aber das ist jetzt ein Schlag gegen alle, nicht nur gegen uns und gegen Amerika. Und ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass, wenn wir unsere Möglichkeiten verbessern, Schläge gegen die russische Infrastruktur, gegen die Öl-, Raffinerie- und Militärinfrastruktur auszuführen – und auch das kann mit den Interessen unserer Verbündeten zusammenhängen, die gerade in Europa den Krieg möglichst schnell beenden wollen, um sich die Hände für die Lösung anderer Konflikte frei zu machen –, dann kann das die Russische Föderation auf jenes Niveau bringen, von dem ich seit 2022 spreche: dass nur die Erschöpfung der russischen Ressourcen das Ende des Krieges verspricht. Einen anderen Weg zur Beendigung des Krieges gibt es in absehbarer und unabsehbarer Perspektive einfach nicht. Es gibt ihn einfach nicht. Das kann also Teil der positiven Folgen sein.
Frage. Kann die Europäische Union Politiker aus Mitgliedstaaten zur Verantwortung ziehen, wenn sie im Interesse Russlands entgegen den Sanktionen handeln? Szijjarto, der Lawrow bedient hat.
Portnikov. Nicht nur Lawrow, sondern auch den Oligarchen Alischer Usmanow. Das ist eine gute Frage, denn ich weiß es einfach nicht. Welche Verantwortung soll es geben, wenn es um einstimmige Abstimmungen in der Europäischen Union geht? Nun, schauen wir, was nach dem 12. April geschieht. Viele sagen, dass man nach dem 12. April, falls Orbán an der Macht bleibt, in der Europäischen Union ernsthaft darüber sprechen wird, wie man den destruktiven Einfluss Ungarns in der Europäischen Union begrenzen kann. Das ist die Antwort auf die nächste Frage.
Frage. Können in der EU Reformen eingeführt werden, die helfen, solche Mitglieder wie Ungarn oder die Slowakei einzudämmen?
Portnikov. Genau das ist überfällig. Und Sie verstehen doch, das erinnert uns erneut an die absolute Richtigkeit jener, die die europäische Verfassung vorbereitet haben, die solche Vereinigten Staaten von Europa wollten. Das war das Konzept einer ganzen Kommission, die an der Reform der Europäischen Union arbeitete, unter der Leitung des ehemaligen Präsidenten der Französischen Republik, übrigens Valéry Giscard d’Estaing. Aber diese Verfassung wurde durch ein einziges Referendum in Irland blockiert. Damals hatten alle Länder der EU diesen Änderungen zugestimmt. Das war eine ungenutzte Chance. Wenn diese Verfassung jetzt gelten würde, hätte bei den Ungarn nichts funktioniert, wie Sie verstehen.
Frage. Warum sagen Sie, dass zwei oder drei Kriegswochen mit dem Iran die US-Bestände erschöpfen werden, wenn die USA noch Vorräte aus den 70ern haben? Und jene Granaten unter Biden, die zu uns kamen, waren aus den 70ern und 80ern. Außerdem kämpfen sie mit dem Iran nicht so aktiv.
Portnikov. Nun, erstens kämpfen sie mit dem Iran aktiv. Zweitens gibt es bereits viele Präzisionsraketen und anderes Material einfach nicht mehr in der nötigen Menge. Es gibt also eine Waffenpalette, von der Militärexperten bereits sagen, dass sie über Jahre hinweg wiederaufgebaut werden muss. Ich erfinde das nicht. Natürlich gibt es irgendwelche Granaten, die bis zu diesem Moment vielleicht unbeschädigt geblieben sind, aber vergessen Sie nicht, dass die Vereinigten Staaten an eine Bodenoperation denken könnten. Was werden sie ohne Granaten tun, wenn es eine Bodenoperation gibt? Dass sich die Bestände der Vereinigten Staaten erschöpfen, bedeutet also nicht, dass sie ohne Bestände dastehen. Es bedeutet, dass sie meinen werden, über eigene Bestände zu verfügen, die sie niemandem überlassen können, weil sie sich auf mögliche militärische Handlungen vorbereiten müssen. Ganz zu schweigen davon, dass, wenn – wie Sie verstehen – eine Militäroperation beginnt, diese Granaten in dieser Operation tatsächlich eingesetzt werden. So wird das alles funktionieren.
Frage. Kann Macron eine neue Europäische Union schaffen? Hat die Ukraine Chancen, ihr beizutreten, und brauchen wir das überhaupt?
Portnikov. Niemand wird irgendeine neue Europäische Union schaffen. Wenn die Ukraine außerhalb der Grenzen der bestehenden Europäischen Union bleibt, wird das sie in einen wirtschaftlich marginalen Staat verwandeln, der früher oder später in die wirtschaftliche Einflusssphäre der Russischen Föderation gerät und dann Teil nicht europäischer, sondern russischer Integrationsprojekte wird. Glauben Sie mir: Kein Krieg mit Russland, selbst wenn er endet, wird uns vor Russland schützen, wenn wir nicht Teil der europäischen Wirtschaftsstrukturen werden. Das ist die Logik der Wirtschaft. Die Ukraine kann diesen Krieg sogar gewinnen und dann Teil eines russischen Wirtschaftsprojekts werden. Wir leben in einer Wirtschaft, die nicht isoliert ist. Wir können entweder mit Russland und unter Russland sein, Teil Russlands, oder mit Europa. Einen anderen Weg, ein Dazwischen, gibt es in der Weltwirtschaft nicht mehr. Deshalb gilt: Entweder ist die Ukraine Teil der Europäischen Union, oder die ukrainischen Gebiete sind Teil der Russischen Föderation. Eine andere zivilisatorische Perspektive hat das ukrainische Volk nicht. Und übrigens möchte ich Ihnen ein Staatsgeheimnis verraten: Es gab sie auch nie. Es gab sie nie. Und Sie sehen ja, dass sich diese Integrationsprozesse jetzt überhaupt nur beschleunigen. Jetzt wird die Frage des Beitritts zur Europäischen Union sogar in Ländern diskutiert, die Teil der Europäischen Wirtschaftsassoziation sind, wie Norwegen oder Island, die der Europäischen Union in wenigen Monaten beitreten könnten. Sie erfüllen die Kopenhagener Kriterien vollständig – anders als wir. Aber sie taten das nicht, weil sie meinten, ihre eigenständige Rolle sei für ihre Wirtschaft günstiger. Jetzt, da Island die Ereignisse in Grönland sieht und Norwegen begreift, dass die wirtschaftliche Lage in der Welt jetzt eine völlig andere ist, beginnt zumindest in beiden Ländern eine Diskussion über einen möglichen Beitritt. Also wird man der bestehenden Europäischen Union beitreten müssen. Natürlich wird das Jahre dauern, und dieser Prozess wird real erst nach dem Ende des russisch-ukrainischen Krieges beginnen, in welchen Jahren auch immer dieser Krieg zu Ende gehen wird. Wir können jetzt weder das Jahr noch das Jahrzehnt des Endes des russisch-ukrainischen Krieges benennen. Wir stehen erst am Anfang dieses Prozesses. Das muss man verstehen. Die heiße Phase kann in den 20er Jahren enden, der Konflikt in den 30ern, das sind optimistische Szenarien. Hoffen wir, dass sie eintreten. Und dann wird der wirkliche Prozess der europäischen Integration beginnen. Aber wichtig ist die Bewegung in die richtige Richtung. Und dann werden unsere Enkel eine echte europäische Ukraine erleben können. Wobei wir natürlich hoffen, dass wir schon früher Mitglied der Europäischen Union werden.
Macron denkt aber nicht an eine neue Europäische Union, er denkt an eine globale Koalition. Und das ist ein absolut richtiger Ansatz, denn gerade eine globale Koalition kann eine Antwort auf all jene Fragen werden, die heute in einer Welt existieren, in der die Vereinigten Staaten und die Volksrepublik China faktisch um die Hegemonie konkurrieren und versuchen, einander als Kräfte zu erschöpfen. Und Russland kommt da noch obendrauf. Und man kann sagen, dass der jahrelange russisch-ukrainische Krieg ebenfalls Teil dieses Prozesses ist. Die Ukraine ist einfach zum idealen Testfeld für die Beschleunigung all jener zerstörerischen Prozesse geworden, die die Geschichte des 21. Jahrhunderts bestimmen werden. Auch das ist ein wichtiger Punkt.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:48 годин: новий ультиматум Трампа | Віталій Портников. 04.04.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung / Entstehung:04.04.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:YouTube Link zum Originaltext:
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