Handelskrieg zwischen den USA und Kanada | Vitaly Portnikov. 23.08.2026.

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat faktisch den Beginn eines Handelskrieges zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten eingeräumt, nachdem das geschehen war, was der kanadische Regierungschef als Angriff auf sein Land bezeichnete. Einen Angriff selbstverständlich vonseiten der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, nachdem der Verhandlungsprozess über ein Handelsabkommen zwischen Washington und Ottawa gescheitert war.

Die Verhandlungen dauerten ziemlich lange an, endeten jedoch ohne jedes Ergebnis, nachdem die Vereinigten Staaten und Kanada buchstäblich in den letzten Tagen vor dem endgültigen Abschluss der Arbeit an dem Dokument zu keiner Verständigung gelangen konnten.

Mark Carney behauptet, man habe in Ottawa einem Punkt des Abkommens nicht zugestimmt, dem zufolge Kanada keine neuen Wirtschaftsabkommen mit anderen Ländern hätte abschließen dürfen. Ein solcher Prozess hatte sich jedoch nur noch intensiviert, nachdem Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten geworden war und versucht hatte, einen Zollkrieg mit der gesamten Menschheit zu entfesseln.

Darüber hinaus waren ein weiterer Punkt – und das ist vielleicht der befremdlichste Moment im gesamten Verhandlungsprozess – die Forderungen der amerikanischen Delegation im Zusammenhang mit der Förderung der Rolle der französischen Sprache und Kultur in Kanada. Und das zeigt, dass sich das Wirtschaftsabkommen vor unseren Augen in ein politisches Abkommen zu verwandeln begann, das lediglich jene Werte bestätigen sollte, die Donald Trump selbst in den Vereinigten Staaten zu propagieren versucht – inzwischen weniger als Präsident denn als Anführer der Ultrakonservativen.

Damit ist die Mobilmachung für einen heißen Handelskrieg erfolgt. Trump kündigte die Einführung von Zöllen in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Waren an, die in die Vereinigten Staaten gelangen. In Ottawa verspricht man, Gegenmaßnahmen vorzubereiten und auf diese Weise auf jeden Dollar zu reagieren, den die kanadische Wirtschaft infolge der Einführung neuer Zölle durch die Vereinigten Staaten verlieren wird.

Und es ist bereits offensichtlich, dass die Folgen dieses Handelskrieges sowohl für die amerikanische als auch für die kanadische Wirtschaft ziemlich schwerwiegend sein werden. Mehr noch: Sie werden auf die Zerstörung der einheitlichen nordamerikanischen Wirtschaft hinauslaufen, an deren Aufbau amerikanische Präsidenten und kanadische Premierminister viele Jahre gearbeitet haben und, was am wichtigsten ist, die arbeitenden Menschen in beiden Ländern Nordamerikas.

Und diese Zerstörung der nordamerikanischen Wirtschaft wird zu einem wichtigen Bestandteil des politischen und wirtschaftlichen Erbes Donald Trumps werden – eines Erbes wirtschaftlicher und möglicherweise auch politischer Ruinen, die wir am Ende der Amtszeit eines der hinsichtlich seiner zerstörerischen Folgen historisch bedeutendsten amerikanischen Präsidenten sehen werden.

Donald Trump spricht nicht selten gerade über dieses sein Erbe. Und wir sehen bereits die ersten Ergebnisse dessen, womit sich in den kommenden Jahren nicht nur die Amerikaner, sondern die ganze Welt auseinandersetzen müssen.

  • Eine dramatische Energiekrise, deren Voraussetzungen gerade jetzt in der Straße von Hormus geschaffen werden. Während die Vereinigten Staaten und Iran nicht einmal versuchen, zu irgendeiner wirklichen Einigung zu gelangen.
  • Eine dramatische Nahrungsmittelkrise, deren Voraussetzungen wir buchstäblich jetzt im Schwarzen Meer sehen. Während die Vereinigten Staaten nicht einmal versuchen, irgendwelche wirklichen Anstrengungen zu unternehmen, um Russland dazu zu zwingen, die Blockade der ukrainischen Häfen aufzugeben und damit Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch die russischen Häfen für den Transport der für die Länder des Globalen Südens so wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse geöffnet werden.
  • Eine Krise der nordamerikanischen Wirtschaft.

Natürlich wird Kanada seine wirtschaftlichen Beziehungen neu ausrichten. Aber wichtig war hier gerade, dass die Wirtschaft auf dem gesamten Kontinent einen gemeinsamen Raum sowohl für Arbeit als auch für Kapital schuf und damit die Grundlagen für die Zukunft legte. Jetzt verstehen wir sehr gut, dass diese Grundlagen in jedem Fall – selbst wenn es gelingt, ein Handelsabkommen zu erreichen, oder selbst wenn es Donald Trumps Nachfolger gelingt, sich von dessen politischen und wirtschaftlichen Ansätzen abzuwenden – bereits für immer vom Geist des Misstrauens gegenüber der Politik der Vereinigten Staaten überschattet sein werden.

Und hier sehen wir einen weiteren wichtigen Bestandteil des Erbes von Donald Trump.

  • Den Bruch mit den Verbündeten.

Misstrauen gegenüber den Vereinigten Staaten und ihrer Politik in der gesamten zivilisierten Welt. Sowohl in Kanada als auch auf dem europäischen Kontinent, wo selbst eine solche ideologische Verbündete Trumps wie die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sagt, sie habe mit günstigeren Beziehungen zum amerikanischen Präsidenten gerechnet, also eingesteht, dass sie nicht verstanden hatte, dass sich Trumps Haltung gegenüber Europa durch gemeinsame ideologische Prioritäten keineswegs abmildern lassen würde – Prioritäten übrigens, das sei gleich gesagt, die sowohl für die Vereinigten Staaten als auch für den europäischen Kontinent falsch sind.

Und das ist nur ein Teil jener Prozesse, die sich in den vergangenen anderthalb Jahren bereits vollzogen haben. Stellen Sie sich das Ausmaß der Ruinen und das Ausmaß der Prüfungen vor, die die Vereinigten Staaten und ihre Nachbarn, ihre – hoffentlich nicht ehemaligen – Verbündeten in den kommenden Jahren der Präsidentschaft Donald Trumps noch durchstehen müssen. Ich denke, das Ausmaß dieser Ruinen und die Folgen der politischen und wirtschaftlichen Katastrophe werden so beeindruckend sein, dass wir heute, da die Voraussetzungen für künftige Krisen und Prüfungen erst geschaffen werden, noch nicht einmal das ganze Ausmaß jenes wahrhaft antiken Dramas vorausahnen können, das eine der interessantesten und gefährlichsten Präsidentschaften in der Geschichte der Vereinigten Staaten und der ganzen Welt begleiten wird.

Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada ist nur der Anfang eines Prozesses ernsthafter Prüfungen und Folgen, die sich in der Welt, in der wir uns befinden, letztlich niemals vollständig werden überwinden lassen. Aber natürlich möchte man sowohl Kanada als auch den Vereinigten Staaten wünschen, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden, die mit diesem praktisch bereits begonnenen Handelskonflikt verbunden sind.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Торговая война США и Канады | Виталий Портников. 23.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 23.08.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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