Neue Äußerungen Putins: das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 02.09.2026.

Der russische Präsident Putin hat nach dem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Bischkek eine ganze Reihe von Erklärungen abgegeben, die vor allem mit seinen Vorstellungen über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges zusammenhingen.

Diese Erklärungen sind schon deshalb wichtig, weil Putin sie kurz nach seinem Treffen in der kirgisischen Hauptstadt mit dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China Xi Jinping und dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi abgab, die bekanntlich die wichtigsten Sponsoren der russischen Wirtschaft sind, weil sie russisches Öl kaufen. Und diese Äußerungen erfolgten auch nur wenige Tage nach dem sensationellen Besuch des Direktors der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten, John Ratcliffe, in der russischen Hauptstadt – einem Besuch, um den weiterhin Verschwörungstheorien kreisen und zu dem unterschiedliche Versionen darüber geäußert werden, warum dieser Besuch überhaupt stattgefunden hat.

Deshalb sollte man Putins Erklärungen durchaus ernst nehmen, denn sie sind eine Mischung aus Propaganda und realen Absichten, die mit Moskaus Beziehungen vor allem zu Washington zusammenhängen, aber offenbar nicht nur zu Washington. Putin betonte, wie immer in seinen Erklärungen zum russisch-ukrainischen Krieg, dass er nicht an einem Waffenstillstand, sondern an einem dauerhaften Frieden interessiert sei. Aber Verhandlungen über diesen Frieden ist Russland bereit, mit jedem zu führen.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass Russland früher immer davon sprach, dass Verhandlungen gerade mit den Vereinigten Staaten stattfinden würden und dass man nur mit den Amerikanern reden müsse. Sowohl die Ukrainer als auch die Europäer wurden von der russischen politischen Führung ignoriert, persönlich von Putin, der sich weiterhin für den wichtigsten Partner des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hält. Und nun stellt sich heraus, dass der Kreis der Verhandlungsteilnehmer erweitert werden kann.

Das ist genau das, wovon ich immer spreche, wenn ich betone, dass man in Russland nur die Sprache der Stärke versteht und nicht die Sprache der Diplomaten. Putin ging mehrmals auf die Angriffe ein, die gegen den russischen Ölraffineriekomplex und gegen russische Häfen geführt wurden. Er versuchte die ganze Zeit, die Schäden herunterzuspielen, die der Russischen Föderation durch diese Angriffe zugefügt wurden. Als er insbesondere über die Angriffe auf russische Häfen sprach, sagte er, Russland habe nur 1 Prozent des BIP verloren, aber auch das sei ein Schaden.

Aber wir wissen sehr gut, dass die Realität weitaus ernster ist, denn Putin kann die Tatsache nicht ignorieren, dass in Russland derzeit 50 Prozent der Ölraffineriekapazitäten nicht funktionieren, was natürlich die Voraussetzungen für eine massive krisenhafte Entwicklung in der russischen Wirtschaft bereits in naher Zukunft schafft. Ganz zu schweigen von der massiven Krise der russischen Landwirtschaft, deren Grundlagen gerade durch ukrainische Angriffe auf die Hafeninfrastruktur der Russischen Föderation gelegt werden.

Natürlich können wir sagen, dass auch die Ukraine durch die Angriffe der russischen Luftwaffe auf ukrainische Objekte zahlreiche Schäden erleidet, aber die Schäden der Ukraine bedeuten in einer solchen Situation keine Gewinne für Russland. Und übrigens, was die Schäden der Ukraine betrifft: Putin äußerte während dieser Pressekonferenz eine enorme Zahl unterschiedlichster Drohungen, völlig unterschiedlicher Art, aber sie bezogen sich auch darauf, dass die Ukraine von der Möglichkeit einer faktischen Stilllegung des Ölraffineriekomplexes der Russischen Föderation und des Luftraums der Russischen Föderation gesprochen hatte.

Und hier sehen wir eine unglaubliche, ich würde sagen, Demonstration von Doppelstandards. Putin erzählte, er habe erfahren, dass eine große Zahl von Drohnen erneut versucht habe, die Luftverteidigung Moskaus und Sankt Petersburgs zu durchbrechen, zivile Objekte angegriffen und versucht habe, drei Ölraffinerien zu treffen. Und nun seien die Streitkräfte der Russischen Föderation angewiesen worden, massive Angriffe auf Objekte der ukrainischen Energieinfrastruktur vorzubereiten und durchzuführen. „Sie greifen uns an und bekommen eine Antwort“, sagte Putin.

Aber hier gibt es einen ziemlich wichtigen Punkt, über den vor allem die Ukrainer nachdenken müssen. Und vor allem jene Ukrainer, die sagen, wir sollten keine derart schweren Angriffe auf Russland führen, weil Russland auf diese Angriffe antworte und die ukrainische Energieinfrastruktur zerstören könne.

Aber was war, als die Ukraine zuvor keine Angriffe auf die Russische Föderation führte? Denn wenn wir von massiven ukrainischen Angriffen auf russische Stellungen sprechen, begann das vor allem in diesem Jahr. Gab es damals etwa keine Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine? Haben wir nicht jeden Winter mit russischen Angriffen gerechnet?

Ja, diese Angriffe können sich verstärken, weil sich die technologische Ausstattung des Krieges verändert. An die Stelle alter sowjetischer Raketen, an die Stelle von Drohnen des Typs Shahed treten strahlgetriebene Drohnen. All das sind reale Drohungen und Gefahren. Aber das hat überhaupt nichts mit Vergeltungsschlägen zu tun.

Es hängt damit zusammen, dass Putin bereits 2022 Kurs auf die Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur genommen hat. Denn russische Flugzeuge griffen bereits 2022 Objekte der zivilen ukrainischen Infrastruktur an. Erinnern Sie sich daran, wie wir davon sprachen, dass der Luftraum über der Ukraine geschlossen werden müsse.

Und hier noch eine Demonstration solcher Doppelstandards. Wenn Putin über Zelenskys Äußerungen zu einer möglichen faktischen Schließung des russischen Luftraums spricht, bezeichnet er das als einen Akt des Staatsterrorismus. Aber hier stellt sich die Frage: Und was ist mit den Angriffen auf den ukrainischen Luftraum, jenen Angriffen, die ebenfalls bereits 2022 begannen, mit den Angriffen auf zivile ukrainische Flughäfen, mit der Schaffung von Bedingungen, unter denen die Ukraine ihre zivile Luftfahrt nicht wieder aufnehmen kann? Was für ein Akt ist das?

Warum ist es Terrorismus, wenn die Ukraine den russischen Luftraum schließt, aber eine militärische Spezialoperation, wenn Russland den ukrainischen Luftraum schließt? Und ich sage Ihnen, warum Putin so denkt. Weil er sich weiterhin für den Machthaber irgendeines einheitlichen Staates hält, der in seinem Kopf existiert, von Uschhorod bis Aschgabat. Und natürlich kann er als Machthaber dieses Staates beliebige Entscheidungen über Angriffe auf Städte in diesem Staat treffen. Schließlich zerstörten die Russen beispielsweise den internationalen Flughafen von Grosny und hielten das für völlig normale Maßnahmen zur Erziehung der Tschetschenen, die damals für den Austritt aus der Russischen Föderation kämpften.

Wir konnten glauben, dass sich die Haltung gegenüber der Ukraine von der Haltung gegenüber Tschetschenien unterscheidet, weil Tschetschenien noch zu Zeiten der UdSSR formal eine Republik innerhalb Sowjetrusslands war, während wir eine Unionsrepublik waren, die nominell das Recht hatte, aus der Sowjetunion auszutreten – ein Recht, das, wie wir verstehen, in der Praxis niemals verwirklicht worden wäre, wenn es nicht zum faktisch raschen Zerfall des Imperiums infolge des Konflikts zwischen den beiden russischen Machtzentren in Moskau gekommen wäre, der sich 1991 manifestierte. Aber das ist unsere Sichtweise.

Aus russischer Sicht gibt es zwischen einer Unionsrepublik und einer russischen Republik keinerlei Unterschied. Russland konnte sich vorübergehend mit der Unabhängigkeit der Ukraine und anderer ehemaliger Sowjetrepubliken abfinden, die gerade infolge des Konflikts zwischen diesen beiden Machtzentren zustande kam – dem Unionszentrum einerseits und dem russischen Zentrum andererseits –, betrachtete dies aber immer als eine vorübergehende Situation.

Putin zeigt mit seiner Haltung gegenüber den ukrainischen Handlungen gerade, wie dieses Denken eines chauvinistischen Führers funktioniert, der seine Angriffe auf jedes beliebige Gebiet innerhalb der ehemaligen Sowjetunion für sein Recht hält, Gegenangriffe auf Russland dagegen für Terror. Genau wie bei Tschetschenien: Wenn die Tschetschenen zurückschlagen, ist das Terror. Wenn die Russen tschetschenische Aule zerstören, ist das eine spezielle Antiterroroperation.

Interessant ist, dass Putin sofort betonte, er werde keine Angriffe auf die ukrainische Führung führen, weil man Verhandlungspartner brauche, die alle Probleme in den russisch-ukrainischen Beziehungen auf friedlichem Wege lösen und den russisch-ukrainischen Krieg beenden wollten, „die Fragen auf friedlichem Wege lösen wollen und nicht einfach in 40 Tagen unsere Wirtschaft zerstören, Russland in die Knie zwingen und uns einen weiteren strategischen Schlag versetzen wollen“.

Und Sie können ebenfalls fragen: „Woher kommt plötzlich diese Friedfertigkeit des russischen Präsidenten?“ Das ist keine Friedfertigkeit, das ist wiederum ein Gefühl der Bedrohung. Denn Putin kann verstehen, dass wiederum mit der Veränderung der technologischen Ausstattung des Krieges, falls er Angriffe auf die ukrainische Führung durchführen lässt, ein Gegenschlag erfolgen kann.

Erinnern wir uns daran, wie sich der russische Präsident vor seinem amerikanischen Amtskollegen erniedrigte, als es um die Durchführung der Parade auf dem Roten Platz in der russischen Hauptstadt ging. Das heißt, in Russland gab es ein klares Verständnis dafür, dass tatsächlich eine Situation entstehen könnte, in der der Luftraum über Moskau die Durchführung dieser Parade nicht zulassen würde.

Und wenn man die Umgebung Moskaus angreifen und Probleme für die Durchführung der Parade schaffen kann, warum sollte man dann als Antwort auf Angriffe gegen die ukrainische Führung nicht Putins eigene Residenz angreifen können? Wer wird ihn dann schützen? Trump? Trump kann ihn schützen, solange ein gegenseitiges Verständnis darüber besteht, dass man die Entscheidungszentren nicht angreift. Wenn auch diese roten Linien überschritten werden, könnte Putins Leben in Gefahr geraten.

Bekanntlich schätzt Putin nichts so sehr wie sein eigenes Leben. Erinnern wir uns an diesen langen weißen Tisch. Vielleicht wird er noch zu irgendeiner historischen Randnotiz werden, aber inzwischen ist er in den Hintergrund gerückt. Doch das war der Tisch aus der Zeit der Coronavirus-Pandemie. Und er zeigte, wie Putin tatsächlich zu seinem eigenen Leben steht. All diese Quarantänen, die Menschen durchlaufen mussten, die sich mit ihm treffen sollten. All das zeigt, dass Putin tatsächlich in erster Linie an sich selbst denkt, ausschließlich an sich selbst, wenn er über irgendwelche Fragen des russisch-ukrainischen Krieges spricht.

Übrigens zu den Amerikanern. Auch das ist ein ziemlich interessantes Thema dieser Pressekonferenz des russischen Machthabers, denn er sagte nichts Konkretes über den Besuch des CIA-Direktors, obwohl er nach diesem Besuch gefragt wurde. Er sagte, dass zwischen den Leitern der Geheimdienste direkte Kontakte aufrechterhalten würden und dass es für die Russen in Wirklichkeit angenehm sei, mit jenen Menschen zusammenzuarbeiten, die sie gut kennen und denen sie vertrauen. Gemeint sind Witkoff und Kushner. „Das sind Trump nahestehende Menschen, aufrichtige Menschen, die versuchen, unsere Arbeit mit konkretem Inhalt zu füllen, Menschen, die das Vertrauen des Präsidenten der Vereinigten Staaten genießen. Und ohne das ist es überhaupt unmöglich, irgendwelche Verhandlungen zu führen, denn wenn sie sich mit uns auf etwas einigen und die erste Person das anschließend alles filtert, durch 1000 oder mehr teilt, dann wird das sinnlos.“ Und deshalb sind Herr Kushner und Herr Witkoff gern gesehene Gäste in der russischen Hauptstadt.

Wieder stellt sich die Frage: Woher kommt diese Gesprächsbereitschaft? Putin sagt, der Verhandlungsprozess sei eingefroren, aber wir erinnern uns doch daran, dass er es war, der ihn eingefroren hat. Er selbst, als er die Entscheidung traf, Russland aus den Verhandlungen zurückzuziehen, bis die ukrainischen Truppen das Gebiet der Oblast Donezk verlassen. Somit kann man sagen, dass Witkoff und Kushner – möglicherweise im Gegensatz zum Direktor der Central Intelligence Agency, Herrn Ratcliffe, der sich als konkreter und härter erwiesen hat – gern gesehene Gäste sind, weil man mit ihnen über Geld sprechen kann. Und man kann ihnen wiederum einen Bären aufbinden. Man kann von all diesen Milliarden und Billionen erzählen, die im Falle einer Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen verdient werden könnten. Und wie verbessert man die russisch-amerikanischen Beziehungen? Indem man die Ukraine preisgibt.

Und wir haben bereits mehrfach gesehen, dass Steve Witkoff zumindest nach Verhandlungen mit Putin die Ukraine zu Zugeständnissen drängte, die grundsätzlich nicht nur zur Demütigung der Ukraine als Staat, sondern auch zu einer drastischen Destabilisierung der inneren Lage in unserem Land hätten führen können, was grundsätzlich eine der wichtigen Aufgaben des russischen Präsidenten ist: diese drastische Destabilisierung zu erreichen und dafür zu sorgen, dass die Situation in der Ukraine den Vormarsch der russischen Truppen begünstigt.

Über den Vormarsch sprach Putin sehr viel und nannte geografische Namen. Ich werde darauf nicht näher eingehen, weil Putin wiederum mehrfach Namen von Städten und Ortschaften genannt hat, die sich später offensichtlich unter der Kontrolle der ukrainischen Armee befanden. Und wir verstehen, dass all diese Namen für das eigene Publikum und zur Demoralisierung der ukrainischen Gesellschaft bestimmt sind. Denn wiederum: Selbst wenn russische Truppen tatsächlich irgendwelche Ortschaften auf dem Gebiet der Ukraine besetzen, hat das in jedem Fall keinen Einfluss auf das Hauptziel des russischen Präsidenten – die Eroberung unseres gesamten Landes und die Vernichtung seiner Staatlichkeit. Und das weiß er sehr gut.

Deshalb wirkt diese Pressekonferenz auch so eigentümlich – als Mischung aus Drohungen und gleichzeitig dem Angebot, miteinander zu reden. Und ich sage wiederum, dass ich es für möglich halte, dass diese Mischung aus Drohungen an die Ukraine gerichtet ist, während das Angebot, miteinander zu reden, nicht nur an Trump, sondern auch an Xi Jinping gerichtet ist, der während seines Aufenthalts in Bischkek ebenfalls von einer verstärkten Koordinierung zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges sprach. Und wir wissen nicht, was er Putin tatsächlich gesagt hat. Vielleicht sprach auch er von der Notwendigkeit, den Krieg zu beenden und irgendwie einen Ausweg aus dieser Situation zu finden. Vielleicht waren das Andeutungen des chinesischen Staatschefs. Aber wir verstehen, dass Xi Jinping gerade nicht derjenige ist, mit dem der russische Präsident zu streiten bereit ist, weil das Überleben des Putin-Regimes von chinesischem Geld abhängt.

Russland befindet sich jetzt genau in einer solchen Situation. Putin kann die Bedeutung der, ich würde sagen, Rolle, die China für Russlands Überleben spielt, so sehr herunterspielen, wie er will, und er kann das Ausmaß der Verluste herunterspielen, die Russland infolge der ukrainischen Angriffe erlitten hat. Aber all das sind objektive Tatsachen, die er ignorieren kann, die dadurch jedoch nicht weniger wichtig für sein politisches und wirtschaftliches Überleben werden.

Obwohl Putin wiederum weiterhin versichert, dass die sogenannte „militärische Spezialoperation“ so weitergehe wie bisher, dass die russischen Truppen das Tempo ihres Vormarsches steigerten und dass alle Aufgaben erfüllt würden, sagt er nie bis zum Ende, worin eigentlich der Sinn dieser Aufgaben besteht. Wie sollen sie überhaupt weitergeführt werden, wie sollen sie umgesetzt werden, was kann in diesem russisch-ukrainischen Krieg tatsächlich geschehen, das für Putin bedeuten würde, dass er ein wirklich siegreiches Ergebnis erreicht hat?

Auf diese, ich würde sagen, wichtige Konstante haben wir weder vom russischen Präsidenten noch von anderen russischen Funktionären jemals irgendeine Antwort gehört. Ja, wir haben die Vorstellung gehört, dass die Ukraine verschwinden müsse, aber wir haben nie eine Erklärung dafür gehört, wie das geschehen soll, wie Russland dies bei dem Tempo erreichen kann, das die russischen Truppen bei ihrem Vormarsch auf ukrainischem Boden angeblich steigern.

Und noch ein interessanter Punkt dieses Treffens mit Journalisten, über den ebenfalls gesprochen werden muss, ist die Mobilmachung. Ins Ukrainische übersetzt sagte Putin, das sei Unsinn, ein Informationsangriff auf Russland. Wenn man genau zitiert, was er sagte, als er gefragt wurde, ob es in der Russischen Föderation eine Mobilmachung geben werde, sagte er: „Hundeblödsinn.“ Und das spiegelt genau seinen Wunsch wider, dass die Russen diese Mobilmachung nicht fürchten sollen.

Offensichtlich hat die Erfahrung der Mobilmachung von 2022, wenn auch nur einer Teilmobilmachung, beim russischen Präsidenten Spuren hinterlassen. Und in dieser Situation können wir faktisch sagen, dass der russische Machthaber so oder so versteht – vielleicht will er es nicht verstehen, aber er versteht –, dass die Situation mit der Mobilmachung zu einer ernsthaften, ich würde sagen, Verschlechterung der Beziehungen zwischen der russischen Gesellschaft und der Staatsmacht führen kann.

Und die Russen haben ohnehin bereits begonnen zu sehen, dass der Krieg zu ihnen kommt. Und sie verstehen ohnehin, dass dies nicht mehr eine so einfache Situation ist wie zuvor beim russisch-ukrainischen Konflikt. All das sind meiner Ansicht nach völlig verständliche Dinge. Aber zugleich können wir eindeutig sagen, dass Putin bei dieser Mobilmachungsaktivität ein Befürworter verdeckter Maßnahmen sein kann.

Schließlich ist sein Mobilmachungsdekret nicht aufgehoben worden. Es gilt. Die russische Führung kann derzeit, wie viele Beobachter meinen, von den Leitern der russischen Föderationssubjekte, der Gebiete, Regionen und Republiken verlangen, dass sie sich mit dieser verdeckten Mobilmachung befassen, irgendwelche Menschen suchen, die in der Lage sind, an einer weiteren Eskalation der Situation teilzunehmen, sich auf Vertragsbasis für die russische Armee verpflichten, und die Summen dieser Verträge erhöhen, weil viele russische Regionen schlicht nicht mehr genug Geld haben, um solche Vertragsmaßnahmen durchzuführen. Vielleicht wird man ihnen sagen, dass sie wegen fehlender Haushaltsmittel irgendwelche Grenzen überschreiten und soziale Programme kürzen müssen, aber Geld für die Mörder finden sollen.

Wenn Putin also „Hundeblödsinn“ sagt, bedeutet das, dass er einfach keine lautstarke Erklärung über eine Mobilmachung abgeben wird. Aber es bedeutet nicht, dass es die Mobilmachung selbst als verdeckten Faktor – als einen sogar vor der russischen Gesellschaft verborgenen Faktor – nicht geben wird.

Und noch ein wichtiger Punkt ist, dass er die Europäer weiterhin einschüchtert. Das ist auch deshalb wichtig, weil Deutschland gerade heute erstmals offiziell erklärt hat, Russland der Vorbereitung eines Sabotageakts am Flughafen Leipzig unter Einsatz von Drohnen zu beschuldigen. Und das ist tatsächlich, anders als alles, was Putin sagt, gewöhnlicher, echter Staatsterrorismus, denn deutsche Minister sagen eindeutig, dass die Organisatoren dieses Terroranschlags im Auftrag staatlicher Strukturen der Russischen Föderation gehandelt hätten. Nicht einfach so.

Was sagt Putin in dieser Situation? Deutschland erwähnt er nicht, sondern konzentriert sich auf Großbritannien und betont, dass alle Objekte auf dem Gebiet der Ukraine, militärische Objekte, darunter auch britische, zu legitimen Zielen der russischen Armee werden können. Doch der Journalist fragt den russischen Präsidenten an dieser Stelle: „Und was ist mit Objekten, die in Großbritannien selbst für die Bedürfnisse der ukrainischen Armee genutzt werden?“ Und Putin beantwortete diese Frage nicht, sondern sagte, genau das sei ein militärisches Geheimnis.

Und das ist eine gezielte Antwort, die erstens demonstrieren soll, dass Russland Sabotageakte auf dem Gebiet europäischer Länder vorbereitet. Und wir haben bereits erste Anzeichen solcher Sabotageakte gesehen. Und zweitens – und das ist ebenfalls eine sehr wichtige Tatsache –, dass es keine Verantwortung für solche Sabotageakte übernehmen will. Auch das ist, wie mir scheint, ein offensichtlicher Punkt, über den wir sprechen müssen, wenn wir diese Äußerungen Putins in der kirgisischen Hauptstadt diskutieren.

Und wenn wir nicht nur über den russisch-ukrainischen Krieg sprechen, sondern allgemein über das, was im postsowjetischen Raum geschieht und was Putin kommentieren muss, dann hat er im Grunde selbst die Schwächung des russischen Einflusses im postsowjetischen Raum festgestellt. Und zwar als er den armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan angriff, der einer der Teilnehmer dieses Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit war, und sagte, eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der Eurasischen Union und in der Europäischen Union sei nicht möglich. Obwohl Armenien im Grunde bislang nicht einmal einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union gestellt hat, während es bereits Mitglied der Eurasischen Union ist. Aber auch das ist ein solcher Erpressungsversuch.

Und übrigens möchte ich daran erinnern, dass Armenien damals in die Eurasische Wirtschaftsunion gelangte, als Putin das Land, den damaligen Präsidenten Sersch Sargsjan, buchstäblich dazu zwang, auf eine künftige Mitgliedschaft oder zumindest irgendeine Form von Partnerschaft und Assoziierung mit der Europäischen Union zu verzichten. Damals war für Armenien bereits ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union vorbereitet worden, ein solches, wie wir es vorbereitet hatten. Und Sargsjan verzichtete praktisch gleichzeitig mit Janukowitsch auf die Unterzeichnung dieses Dokuments. Und damals zwang Putin ihn im Grunde zum Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion.

Ich denke, uns hätte, wenn Janukowitsch an der Spitze des ukrainischen Staates geblieben wäre, dasselbe Schicksal erwartet. Da sagen manche: „Janukowitsch hätte eben weiterregiert, wäre dann gegangen und hätte die Wahlen verloren.“ Nichts davon wäre geschehen. Es wäre einfach zur Verwandlung der Ukraine in Belarus Nummer zwei gekommen. Und dann wäre von unserem Territorium aus bereits Polen angegriffen worden. So wäre es gewesen. Nun, das ist eine Zukunft, die nicht eingetreten ist. Wir sprechen jetzt über etwas anderes.

Wenn wir also über etwas anderes sprechen, dann ist ein weiteres Element von Putins Erpressung, dass er sagt: Wenn die russische Militärbasis in Armenien nicht gebraucht werde, könne Russland Armenien schon morgen verlassen. Mich würde interessieren, ob die Russen tatsächlich bereit wären, schon morgen abzuziehen, wenn Jerewan ihnen die Bedingung stellen würde, dies in nächster Zeit zu tun. Putin glaubt, Armenien könne das Fehlen einer russischen Basis fürchten, weil deren Abwesenheit zu einer neuen Eskalation im Südkaukasus, zu einer erneuten Verschlechterung der Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan führen könnte, wenn die Russen nicht mehr da wären, die Armenien angeblich zu schützen bereit sind.

Aber wir haben doch etwas Offensichtliches gesehen: Erstens haben die Russen überhaupt nicht vor, irgendjemanden vor irgendjemandem zu schützen, wenn das nicht ihren momentanen Interessen entspricht. Und zweitens hat der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev die sogenannten russischen Friedenstruppen einfach aus Karabach entfernt, die dort eine eigene Basis errichten wollten. Sie dachten natürlich nicht an die Interessen Karabachs, sondern an Putins Interessen. Sogar jemand von ihnen kam dort ums Leben, und nichts geschah.

Warum sollten die Armenier glauben, dass eine russische Basis eine Garantie für irgendetwas ist? Sie sehen doch, dass inzwischen praktisch alle ehemaligen Sowjetrepubliken nach neuen Garanten ihrer Sicherheit suchen, weil sie verstehen, dass Russland definitiv kein Garant für Sicherheit mehr ist, sondern eher ein Garant für Gefahren. Deshalb ist diese Basis in Gjumri zweifellos Teil dieser Erpressung Putins gegenüber Armenien, aber diese Erpressung könnte nicht funktionieren.

Und was die Lüge betrifft, dass nur noch 10 Prozent der Ölraffinerien repariert werden müssten: Das stimmt nicht. Dass das Dekret zum Schutz von Objekten der kritischen Infrastruktur, das der russischen Regierung das Recht gibt, bei solchen Objekten eine vorübergehende Verwaltung einzuführen, nicht deren Verstaatlichung bedeutet, stimmt ebenfalls nicht. Putins Dekret zeigt eindeutig, dass diese Anlagen verstaatlicht werden können. Ich denke, dass dies tatsächlich geschehen wird.

Die Anschuldigung Deutschlands gegen Russland, den Angriff auf den Flughafen Leipzig organisiert zu haben, sei ein innenpolitisches Problem. Russland habe das nicht getan. Es gebe keinerlei Beweise für eine russische Beteiligung. Die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Moskau und Tokio sei ausschließlich ein Problem der japanischen Führung. Sie seien es, die die russisch-japanischen Beziehungen verschlechterten, und nicht Russland.

Nun, wir verstehen, dass Putin sich auf diese Weise wiederum bei ebenjenem Xi Jinping einschmeichelt, mit dem er sich in Bischkek getroffen hat.

Und noch ein letzter Punkt, über den ich sprechen möchte. Ich habe ihn nicht erwähnt, als ich davon erzählte, dass Putin verschiedene angeblich eingenommene Orte nennt. Aber was Putin tatsächlich eingeräumt hat, ist, dass sich Russland praktisch von Sumy zurückzieht. Denn Putin sagte, Russland müsse noch 12 Kilometer bis zur Ringstraße von Sumy überwinden. Ende Juni hatte Putin jedoch gesagt, Russland müsse noch 10,5 Kilometer überwinden.

Dabei sagen Experten, dass Russland in Wirklichkeit 17 Kilometer von Sumy entfernt ist. Ganz zu schweigen davon, dass es in Sumy gar keine solche Ringstraße gibt. Nun, sie existiert nicht.

Aber darum geht es uns nicht. Es geht darum, dass Putin mit dieser Erzählung einräumt, dass die russische Armee nicht vorwärts, sondern rückwärts vorrückt. Wissen Sie, das ist so eine negative Offensive, wie man in der Russischen Föderation gerne sagt. Und Swjatohirsk, dessen Einnahme Putin verkündet hat, befindet sich nach Angaben aller Beobachter derzeit nicht unter der Kontrolle der russischen Armee. Sie befindet sich nicht besonders weit von der Stadt entfernt, etwa zehn Kilometer, aber diese zehn Kilometer kann man, wie Sie verstehen, auch in die entgegengesetzte Richtung zurücklegen.

Das war also eine erste Analyse von Putins Äußerungen. Danke, Freunde, dass Sie zugehört haben.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Нові заяви Путіна: головне | Віталій
Портников. 02.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 02.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Putin verwandelt Kyiv in die Hölle | Vitaly Portnikov. 29.08.2026.

Bereits den vierten Tag in Folge greift der Feind Kyiv und das Kyiver Gebiet an. Zunächst möchte ich den Angehörigen und Nahestehenden der bei diesem brutalen Angriff Getöteten sowie allen Betroffenen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Wir müssen uns zunächst darüber klar werden, welche Absichten der russische Machthaber Putin mit diesem Angriff verfolgt und wie sich die Ukraine gegen diese neue Situation im seit vielen Jahren andauernden russisch-ukrainischen Krieg verteidigen muss. Das Erste, was man dazu sagen muss, ist, dass Putin wie gewohnt technologische Zeitfenster nutzt.

Zunächst war es ein ballistisches Zeitfenster, das damit zusammenhing, dass die Ukraine ebenso wie andere mit den Vereinigten Staaten verbündete Länder nicht über genügend Flugabwehrraketen verfügt. Eine direkte Folge des jüngsten Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran.

Jetzt hängt dieses Zeitfenster damit zusammen, dass es keinen ausreichenden Schutz gegen strahlgetriebene Shahed-Drohnen gibt. Die Ukraine hat im Kampf gegen gewöhnliche Shahed-Drohnen erhebliche Erfolge erzielt, doch Russland hat die ganze Zeit über seine unbemannten Fluggeräte weiterentwickelt und nutzt nun den unzureichenden Schutz gegen sie für Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur und zivile Objekte.

Der zweite Punkt im Zusammenhang mit Putins Zielen ist der Luftterror: die Einschüchterung der ukrainischen Zivilbevölkerung und die Erzeugung einer Stimmung von Panik und Kapitulationsbereitschaft gegenüber Russland. Putin ist überzeugt, dass die Ukrainer von ihrer Staatsführung genau eine solche Kapitulation verlangen müssen, als praktisch einzige Alternative zur Zerstörung ihres eigenen Landes. Deshalb versucht er, mit den Mitteln des Terrors die ukrainische Gesellschaft dazu zu bringen, seinen Forderungen zuzustimmen und die eigene Staatsführung zur Kapitulation zu zwingen.

Der dritte, ziemlich wichtige Punkt hängt damit zusammen, dass Putin sich tatsächlich auf weitere Kampfhandlungen vorbereitet. Auf diese Weise zerstört die russische Armee Infrastrukturobjekte. Dabei handelt es sich nicht nur um Militärdepots, sondern auch um Einrichtungen, die mit dem Funktionieren großer ukrainischer Städte verbunden sind.

Und hier kommen wir bereits zu Putins viertem wichtigen Ziel, das sich weniger gegen die Ukraine als vielmehr gegen die feindlichen Länder des Westens richtet. Putin bereitet sich auf einen langen Konflikt mit der zivilisierten Welt vor, möglicherweise auf einen hybriden und einen echten Krieg mit europäischen Staaten. Er braucht eine Migrationskrise. Er wollte sie bereits 2022 herbeiführen, doch damals stellte sich heraus, dass seine Erwartungen auf ein Aufflammen migrationsfeindlicher Stimmungen in den europäischen Ländern vergeblich waren. Und nun will er unter neuen Bedingungen zur Idee einer Migrationskrise zurückkehren.

Die Unbewohnbarkeit ukrainischer Städte ist somit ein direkter Weg zur Destabilisierung europäischer Städte, zu migrationsfeindlichen Stimmungen und zu Wahlerfolgen ultrarechter und ultralinker politischer Kräfte, die bereit sind, sich mit Moskau zu den Bedingungen des russischen Präsidenten und seines Umfelds zu verständigen.

Der fünfte Punkt, über den ebenfalls gesprochen werden muss, ist der Versuch, auch die an die Ukraine angrenzenden Länder des postsowjetischen Raums einzuschüchtern. Es geht nicht einmal darum, ob Putin die Ukraine erobern kann oder nicht. Es geht darum, dass allein die Zerstörungen in der Ukraine die ehemaligen Sowjetrepubliken davon überzeugen sollen, sich nicht von Russland abzuwenden, sondern sich mit ihm zu arrangieren. Sie sollen begreifen, dass eine Abkehr vom politischen Raum der Russischen Föderation mit erheblichen Migrationsverlusten und Zerstörungen auf dem eigenen Territorium verbunden sein kann.

Und natürlich irrt sich auch, wer behauptet, Putin bestätige mit diesen Zerstörungen in Wirklichkeit, dass er nicht vorhabe, die gesamte Ukraine zu erobern. Denn für die Russen war es nie wichtig, was auf dem Territorium geschieht, das sie erobern. Für die Russen war immer wichtig, dass dieses Territorium als Sprungbrett für eine weitere Expansion dient.

Ob es dort Menschen, Fabriken oder Infrastruktur gibt, ist dagegen eine völlig nachrangige Frage. Auf einem großen Teil des russischen Territoriums gibt es, wie wir wissen, nichts davon. Und das hindert die Russen nicht daran, auf dieses leere Territorium stolz zu sein – als das Territorium des flächenmäßig größten Staates der Welt.

Und noch ein wichtiger Punkt, an den wir uns erinnern müssen. Manche werden es Rache nennen, aber ich nenne es die Psychologie des russischen Machthabers. Putin reagiert auf Versuche, ihn zum Frieden zu zwingen, auf Eskalation stets mit noch härteren Maßnahmen, die deutlich machen sollen, dass man keinen Druck auf ihn ausüben sollte.

Die ukrainischen Streitkräfte haben – und das ist eine offensichtliche Tatsache – der russischen Wirtschaft schwere Schläge versetzt. Auch die russische Wirtschaft nähert sich einer unausweichlichen Katastrophe, und Putin versteht das sehr gut. Jeder realistisch denkende Mensch würde in dieser Situation über die Notwendigkeit eines Waffenstillstands oder sogar des Friedens nachdenken – nur Putin nicht.

Ich möchte daran erinnern, dass er in seinem ersten Interviewbuch, das unmittelbar vor seiner Wahl zum Präsidenten der Russischen Föderation im Jahr 2000 erschien, von einer Begegnung mit einer Ratte erzählte, die der noch junge Putin in die Enge getrieben hatte. Doch die Ratte drehte sich um und begann denjenigen anzugreifen, der sie dorthin getrieben hatte. Und Putins Lebensmodell, das Modell seines Verhaltens, ist das Verhaltensmodell dieser Ratte.

Man muss immer daran denken: Wenn du Putin in die Enge treibst, wird er dich aus dieser Ecke heraus angreifen. Genau das geschieht. Es gibt also derzeit nichts im Handeln des russischen Präsidenten, was nicht vorhersehbar gewesen wäre.

Aber wie kann man sich gegen dieses Vorgehen verteidigen? Nun, erstens muss man verstehen, dass jede Panikstimmung und jeder Aufruf zur Kapitulation die Gefahr des Krieges nicht beseitigen, sondern nur noch vergrößern werden. Denn Putin ist fest davon überzeugt: Wenn man versucht, sich mit ihm zu verständigen, bedeutet das, dass man immer stärkeren Druck ausüben, den Feind zur endgültigen Kapitulation zwingen und ihn vernichten muss. Die russische Wirtschaft zu treffen und Russland auszubluten ist daher möglicherweise das einzige Rezept, das uns erlaubt, diese Phase der Eskalation zu überleben.

Der nächste Punkt betrifft einen wirksamen Schutz gegen ballistische Raketen und strahlgetriebene Shahed-Drohnen. Bei ballistischen Raketen ist es natürlich schwieriger, aber auch hier müssen sowohl Raketen als auch entsprechende Möglichkeiten gefunden werden. Bei den strahlgetriebenen Shahed-Drohnen geht es um unseren nächsten technologischen Durchbruch.

Wir sagen ständig, dass sich der Krieg verändert, und er wird sich auch in allen kommenden Phasen weiter verändern. Deshalb müssen wir auf jede russische Weiterentwicklung mit einer eigenen Verbesserung unserer Verteidigung reagieren und nach neuen Möglichkeiten für Angriffe auf Russland suchen – und zwar so, dass Russland darauf nicht antworten kann.

Und natürlich stellt sich in einer solchen Situation immer die Frage nach einer effektiven Führung des Staates. Wenn wir aus Angriffen auf Militärdepots keine Konsequenzen ziehen und sich solche Angriffe in Wohngebieten wiederholen, reicht es nicht aus, dass der Präsident des Landes oder der Ministerpräsident darauf lediglich reagiert. Man muss begreifen, dass der Staat ineffizient geführt wird. Und das ist, wie mir scheint, eine Wahrheit, die man, wenn schon nicht innerhalb von sieben Monaten, so doch zumindest innerhalb von sieben Jahren hätte begreifen können.

Nun, dafür muss man kein großes Genie der Politik und der Staatsführung sein. Nur eine Regierung der nationalen Rettung, nur eine richtige Verteilung der Kompetenzen, nur die Beteiligung von Menschen an der Staatsführung, die tatsächlich ernst zu nehmende Manager in der Führung des Landes sind und bereit sind, Verantwortung für die kommende Phase zu übernehmen, kann uns helfen, uns von dem Abgrund zu entfernen, in den uns nicht nur der russische Präsident treibt, sondern auch unser eigenes Unverständnis darüber, wie ein Staat in einer derart schwierigen Situation geführt werden muss.

Deshalb müssen aus jedem solchen mehrtägigen Angriff Schlussfolgerungen gezogen werden, die darauf abzielen, dass sich solche Angriffe nicht mehr wiederholen oder für die Bevölkerung der Ukraine, die ukrainische Infrastruktur und die Lebensfähigkeit des Landes weniger schmerzhaft sind.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін перетворює Київ на пекло | Віталій Портников. 29.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 29.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Massiver Angriff auf Kyiv und das Kyiver Gebiet | Vitaly Portnikov. 20.08.2026.

Kyiv und das Kyiver Gebiet standen in dieser Nacht erneut unter einem massiven russischen Angriff. Derzeit ist von 12 Toten die Rede. Diese Zahl kann leider noch steigen. Mein aufrichtiges Beileid gilt den Angehörigen und Nahestehenden derjenigen, die bei einem weiteren terroristischen Angriff der Russischen Föderation ums Leben gekommen sind, sowie allen, die durch die russischen Angriffe zu Schaden gekommen sind. Der morgige Tag wurde in der ukrainischen Hauptstadt zum Trauertag erklärt.

Es flog buchstäblich alles: ballistische Raketen, Zirkon-Raketen, Kalibr-Marschflugkörper, strahlgetriebene Drohnen, die immer mehr zur wichtigsten russischen Waffe bei Angriffen auf die ukrainischen Regionen werden. Kinderkrankenhäuser und Wohnhäuser wurden beschädigt. Noch immer befinden sich Menschen unter den Trümmern eines dieser Häuser, das von den Russen getroffen wurde. Und wir sehen, dass es sich um eine Verbindung von Luftterror mit dem Versuch handelt, der Infrastruktur größtmöglichen Schaden zuzufügen.

Das betrifft übrigens nicht nur Kyiv und das Kyiver Gebiet, die heute einem derart massiven Angriff ausgesetzt waren, der praktisch die ganze Nacht andauerte. Auch aus dem Süden des Gebiets Odesa werden Probleme mit der Energieversorgung gemeldet, ebenso wie in der ukrainischen Hauptstadt. Auch das Gebiet Odesa stand unter einem massiven Angriff der Russen. Und wir müssen daran denken, dass Angriffe auf Kyiv und das Kyiver Gebiet in der Regel auch von Angriffen auf andere Regionen der Ukraine begleitet werden.

Wir haben bereits mehrfach darüber gesprochen, welche Ziele die Russische Föderation mit diesen massiven Angriffen verfolgt, für die ein Arsenal an Raketen und Drohnenwaffen zusammengetragen wird. Es geht in erster Linie um Luftterror, um die Einschüchterung der Bürger der Ukraine, um den Versuch, sie davon zu überzeugen, dass nur eine Kapitulation vor Russland ein Ausweg aus dieser Situation sein könne.

Die Russen setzen ernsthaft darauf, dass die Ukrainer von der ukrainischen Führung genau eine solche Kapitulation verlangen werden. Das ist eine der Hauptaufgaben Präsident Putins vor dem Hintergrund der Unfähigkeit seiner Armee, die Kontrolle über einen größeren Teil des ukrainischen Territoriums zu erlangen. Putins Antwort auf diese Unfähigkeit ist Terror gegen die Zivilbevölkerung, der Versuch, diese Zivilbevölkerung davon zu überzeugen, dass Kapitulation das einzige Mittel gegen den Terror sei.

Und natürlich sind Angriffe auf die zivile Infrastruktur ebenfalls Teil dieser russischen Taktik. Manch einer mag sagen, dass die Russen in Wirklichkeit Objekte des militärisch-industriellen Komplexes in der Ukraine suchen und finden, so wie es die ukrainische Armee bei ihren Angriffen auf russisches Territorium tut. Aber das wäre aus einem einfachen Grund nur eine Halbwahrheit. Ein großer Teil der Möglichkeiten der ukrainischen Armee hängt gerade mit ausländischer Hilfe zusammen. Russland kann die technischen Möglichkeiten der Streitkräfte der Ukraine physisch nicht zerstören, solange es nicht mit massiven Angriffen auf das Territorium europäischer Länder beginnt.

Ja, ich habe praktisch keinen Zweifel daran, dass die Russen Pläne für einen hybriden Krieg mit Raketen- und Drohnenangriffen auf das Territorium der Länder der Europäischen Union und Großbritanniens ausarbeiten. Aber wir verstehen, dass selbst für sie ein solches Vorgehen ein enormes Risiko darstellt, denn ein Konflikt eines Atomstaates mit einem nuklearen Bündnis wäre der Beginn eines Dritten Weltkriegs mit Folgen, die nicht nur für das Opfer, sondern auch für den Aggressor unvorhersehbar wären. Und in Moskau ist man sich dessen sehr wohl bewusst, weshalb man sich zumindest derzeit noch auf Drohungen gegen die Europäer beschränkt.

Und wenn man sich auf Drohungen beschränkt, bedeutet das, dass Angriffe auf den ukrainischen militärisch-industriellen Komplex nicht die Ergebnisse bringen können, mit denen die Russen rechnen könnten. Sie rechnen auch nicht damit. Für sie ist die zivile Infrastruktur das Wichtigste. Im Kreml versteht man sehr wohl, dass die russische Armee durch diese Angriffe nicht schneller auf ukrainischem Boden vorankommen wird. Aber der Glaube daran, dass es weitaus effektiver ist, Menschen einzuschüchtern, als neue ukrainische Gebiete zu besetzen und dort bereits eine Ordnung des Terrors am Boden zu errichten, bleibt natürlich ein wichtiger Bestandteil der Herangehensweise der Kremlführung an diesen grausamen und ungerechten Krieg.

Und natürlich muss die Antwort auf solche Angriffe in weiteren Versuchen bestehen, das militärisch-technische Potenzial der Russischen Föderation zu zerstören, Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen zu zerstören, Produktionsstätten russischer Raketen sowie all jene Komponenten zu zerstören, die den Russen dabei helfen, Kalibr-, Zirkon-Raketen und andere Instrumente für Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine herzustellen. Und natürlich muss unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen, in denen niemand weiß, wann ein neuer Krieg im Nahen Osten oder nun bereits auf der koreanischen Halbinsel beginnen wird, die Suche nach Mitteln zur Abwehr ballistischer Raketen fortgesetzt werden.

Das ist natürlich eine ziemlich schwierige Aufgabe. Aber man sollte daran denken, dass Patriot-Raketen sowohl bei unseren europäischen Partnern als auch in vielen Ländern des Globalen Südens vorhanden sind. Und längst nicht jedes dieser Länder muss davon ausgehen, schon morgen zum Schauplatz eines neuen militärischen Konflikts zu werden. Daher müssen natürlich die diplomatischen Bemühungen um die Suche nach neuen Abfangraketen fortgesetzt werden, die auch mit dem amerikanischen Kurs als einem wichtigen Aspekt der Unterstützung verbunden sein müssen, denn nach einer gewissen Zeit werden in den Vereinigten Staaten bereits die eigentlichen Wahlkampfveranstaltungen beginnen, und Donald Trump wird die Wähler davon überzeugen müssen, dass er der Ukraine hilft. All diese Bemühungen müssen also nach jedem solchen großen Angriff fortgesetzt und intensiviert werden.

Die Welt muss sehen, dass Russland nicht einfach einen Kurs des Luftterrors gegen die Zivilbevölkerung unseres Landes, gegen Kyiv, gegen andere ukrainische Städte und Ortschaften eingeschlagen hat, sondern dass es diesen Terror immer weiter verstärkt. Wie es bei totalitären Diktaturen immer der Fall ist, berauscht sich Putins Diktatur an Straflosigkeit und Blut, und ihren Drang zu bombardieren und zu töten kann man nur durch eine angemessene Antwort und durch ausreichende Möglichkeiten zum Schutz der Ukraine vor der Fortsetzung dieser terroristischen russischen Angriffe eindämmen.


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Titel des Originals: Масована атака на Київ та Київщину |Віталій Портников. 20.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 20.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Russland greift Kyiv erneut an | Vitaly Portnikov. 01.08.2026.

Ein weiterer russischer Angriff mit ballistischen Raketen auf die Ukraine, vor allem auf Kyiv. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen der Getöteten – derzeit ist von neun Menschen die Rede, die bei diesem Angriff ums Leben kamen – sowie allen, die durch das russische Bombardement verletzt wurden. Inzwischen spricht man bereits von Dutzenden Verletzten, derzeit von 28.

In der gesamten ukrainischen Hauptstadt gibt es Brände. Die Einschläge trafen Wohnviertel, Wohnhäuser und Einkaufszentren. Und ich werde nicht müde zu wiederholen, dass es sich dabei um Luftterror handelt. Ja, ich habe keinen Zweifel daran, dass die Russen für ihre Angriffe bestimmte Ziele auswählen, wenn sie dieses ballistische Zeitfenster nutzen. Aber Terror ist nicht nur Teil ihrer Taktik, sondern ihrer gesamten Strategie gegenüber unserem Land. Putin ist heute nicht so sehr daran interessiert, mit seinen Truppen in der Oblast Donezk vorzurücken, sondern vielmehr daran, die Ukrainer einzuschüchtern und Bedingungen für die Kapitulation unseres Staates zu schaffen, indem er die Stimmung in der Bevölkerung verändert.

Viele, die über die Unvermeidlichkeit einer russischen Mobilisierung sprechen und nach Erklärungen suchen, wie eine Situation geschaffen werden könnte, in der die Russen im Osten der Ukraine weiter vorrücken können, scheinen nicht zu begreifen, dass Putins eigentliches Ziel in diesem Krieg keineswegs die Oblast Donezk oder gar die Oblast Kyiv ist, sondern die Beseitigung der ukrainischen Staatlichkeit als solcher.

Angesichts der Möglichkeiten der russischen Streitkräfte an der Front ist die Hoffnung, dieses Ziel auf militärischem Wege zu erreichen, meiner Ansicht nach schlicht unrealistisch. Und Putin versteht das sehr gut. Er kann jedoch darauf hoffen, dass gerade die Bombardierungen die Voraussetzungen für eine politische Entscheidung schaffen, die schließlich zu einer solchen Kapitulation führt.

Übrigens muss man sich auch eines anderen Umstands bewusst sein: Putins Bedingung, Russland werde erst dann an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn die ukrainischen Truppen das gesamte Gebiet der Oblast Donezk verlassen haben, zielt gerade nicht darauf ab, die Kontrolle über die Oblast Donezk zu erlangen. Nein – sie zielt auf die innere Destabilisierung der Ukraine. Putin sucht seit Jahren nach Wegen, eine solche innere Destabilisierung herbeizuführen. Und der Luftterror ist Teil dieser Strategie.

Der russische Präsident versucht schlicht, alles auszunutzen, was sich ihm infolge bestimmter Umstände bietet – etwa den Krieg im Persischen Golf, der die Bestände an Flugabwehrraketen im Westen erheblich reduziert und damit ihre Lieferung an die Ukraine faktisch gestoppt hat. Vor diesem Hintergrund klingen die Worte des amerikanischen Präsidenten Donald Trump besonders beunruhigend, der erneut die Möglichkeit infrage gestellt hat, der Ukraine eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Luftabwehrraketen zu erteilen.

Ja, eine solche Lizenz würde heute noch nichts lösen, denn der Aufbau einer entsprechenden Produktion erfordert Jahre und Jahre beharrlicher Arbeit. Sie wäre jedoch ein Signal an andere Staaten, die über solche Raketen verfügen, dass sie sie uns heute liefern könnten – in der Hoffnung, dass eine künftige Produktion ihren eigenen Bedarf später decken wird. Hoffnung macht, dass Trumps öffentliche Äußerungen nicht immer der Realität entsprechen und sich die Position des amerikanischen Präsidenten so schnell ändern kann, dass wir kaum bemerken, wie seine neuen Aussagen den vorherigen widersprechen.

Vor dem Hintergrund von Trumps Äußerungen führte Volodymyr Zelensky ein Gespräch mit dem amerikanischen Vizepräsidenten J. D. Vance und ließ erkennen, dass dabei ebenfalls Abfangraketen gegen ballistische Raketen Thema gewesen sein könnten. Doch die Amerikaner verfügen nur noch über wenige davon – kritisch wenige, würde ich sagen –, wenn man den weiteren Verlauf des Krieges im Persischen Golf berücksichtigt.

Sollte Trump erneut Angriffe auf den Iran billigen, bedeutet das, dass Patriot-Systeme wieder von den Streitkräften der Vereinigten Staaten benötigt werden, um ihre eigenen Einrichtungen sowie die strategischen Objekte der amerikanischen Verbündeten im Persischen Golf zu schützen. Denn die Alternative zu diesem Schutz wäre nichts Geringeres als eine verheerende Energiekrise in der ganzen Welt.

Deshalb ist es wesentlich sinnvoller, alles dafür zu tun, dass Russland keine Möglichkeit mehr hat, ballistische Raketen auf Kyiv und andere ukrainische Städte abzufeuern, damit der Luftterror einer der abscheulichsten Terrororganisationen der heutigen Welt, die sich lediglich als Staat ausgibt, endlich endet. Dafür muss die Ukraine die Möglichkeit erhalten, russische ballistische Waffen anzugreifen.

Der jüngste Vorschlag von Volodymyr Zelensky, den er mit Donald Trump erörterte – nämlich Starlink für Angriffe auf Russland zu nutzen –, ist aus militärischer Sicht wesentlich kostengünstiger und logischer als die Suche nach Tomahawk-Marschflugkörpern für die Ukraine, die Trump ohnehin nicht liefern wollte und deren Bestände infolge des Krieges mit dem Iran auch für die Vereinigten Staaten selbst erheblich geschrumpft sind und meiner Ansicht nach in den kommenden Monaten oder sogar Jahren der zermürbenden Konfrontation im Persischen Golf weiter schrumpfen werden.

Man sollte nicht glauben, dass dort alles schnell zu Ende gehen könnte. Denn Russland, der Iran und China haben bereits verstanden, dass sie Donald Trump und seine Regierung in eine gefährliche politische und energiepolitische Falle treiben können. Selbst wenn dies nicht ganz der Realität entspricht, werden sie genau das versuchen.

Natürlich ist es alles andere als einfach zu hoffen, Donald Trump und auch den exzentrischen Milliardär Elon Musk, der ebenso wie Trump für seine, wie ich sagen würde, verborgenen Sympathien für autoritäre Systeme bekannt ist, von einem solchen Konzept der Fortsetzung militärischer Auseinandersetzungen abzubringen. Doch an der Lösung dieses Problems muss nach jedem einzelnen Angriff auf die Ukraine gearbeitet werden.

Zumal jeder dieser Angriffe gewöhnliche Amerikaner von der Notwendigkeit überzeugt, der Ukraine zu helfen. Und gerade diese gewöhnlichen Amerikaner werden in den kommenden Monaten sowohl für Trump als auch für Musk wichtig sein, der ebenfalls die Folgen für sich selbst fürchtet, falls die Republikaner den Kampf um die Macht in den Vereinigten Staaten verlieren sollten. So kann man zumindest auf gewisse Fortschritte bei der Suche nach Wegen hoffen, die Russen in ihrer terroristischen Tätigkeit auf unserem Territorium zu stoppen. Den russischen ballistischen Terror zu stoppen, ist heute ein wesentlicher Bestandteil der Hilfe für die Ukraine. Und die Notwendigkeit, der Ukraine zu helfen, wird nach wie vor von sämtlichen Meinungsumfragen in den Vereinigten Staaten bestätigt.


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Titel des Originals: Росія знову бʼє по Києву | Віталій Портников. 01.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 01.08.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Der bislang größte ballistische Angriff auf Kyiv | Vitaly Portnikov. 19.07.2026.

Ein weiterer russischer ballistischer Angriff auf Kyiv, möglicherweise der größte während dieses gesamten großen Krieges. Zunächst möchte ich den Betroffenen dieses Angriffs mein Mitgefühl aussprechen. Bislang ist bereits ein Todesopfer bekannt.

Natürlich erinnert uns das erneut daran, was in Wirklichkeit die wichtigste Tagesordnung für die Ukraine in ihrem Krieg gegen die Russische Föderation ist: die Zerstörung der Möglichkeiten des Feindes, die darauf gerichtet sind, die Ukrainer einzuschüchtern und zu vertreiben, unsere Städte in unbewohnbare Orte zu verwandeln und ukrainisches Territorium zu besetzen.

Das ist es, was uns einen und dazu bewegen sollte, nach den wirksamsten Möglichkeiten zu suchen, diesen Versuchen Moskaus in den kommenden Monaten und Jahren entgegenzutreten.

Sie sehen, dass Putin – wie ich bereits mehrfach betont habe, als ich über diese Angriffe sprach – vor allem versucht, das Zeitfenster der Möglichkeiten zu nutzen, damit die ballistischen Raketen, die er gegen Kyiv und andere ukrainische Städte und Regionen einsetzt, ihre Ziele treffen.

Denn wir beobachten einen gravierenden Mangel an Raketenabwehr gegen ballistische Flugkörper – sowohl in der Ukraine als auch weltweit. Umso mehr vor dem Hintergrund, dass die Vereinigten Staaten und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe wieder aufgenommen haben und der Iran bereits heute mit schwerwiegenden Aktionen zur Zerstörung der Infrastruktur am Persischen Golf droht. 

Übrigens greift er dabei praktisch zu denselben Methoden wie die Russische Föderation. Denn in Teheran spricht man davon, die Entsalzungsanlagen in den Staaten des Persischen Golfs zerstören zu wollen. Nicht amerikanische Militärobjekte, nicht Stützpunkte, sondern das, was den Menschen Zugang zu Wasser verschafft. Das heißt, die Idee, die Städte am Persischen Golf in unbewohnbare Orte zu verwandeln, deckt sich auf erstaunliche Weise mit dem gleichen Wunsch Moskaus.

Wenn Ihnen also jemand erzählt, Russland suche in Wirklichkeit gezielt militärische Ziele aus, um die Fähigkeiten der Streitkräfte der Ukraine zu schwächen, und greife militärische Betriebe oder Lager an, dann können Sie diese Person an die iranischen Drohungen und die bereits erfolgten Angriffe auf Entsalzungsanlagen erinnern.

Der Iran hat – anders als Russland – seine Ziele nie verborgen. Doch die Ziele autoritärer Regime sind stets dieselben: das zu zerstören, was den Menschen ermöglicht, sich zu entwickeln und normal zu leben. Militärische Ziele werden dabei natürlich nie ausgeschlossen. Das eigentliche Wesen dieser Angriffe besteht jedoch in der Zerstörung der städtischen Infrastruktur und darin, die Stadt selbst in Trümmer zu legen.

Schauen Sie sich diese Ruinen in Lukjaniwka an. Fragen Sie sich selbst, welche militärischen Ziele Moskau nach den jahrelangen systematischen Angriffen auf diesen Stadtteil der ukrainischen Hauptstadt dort heute eigentlich noch zu finden versucht. Nein – das sind Ruinen um der Ruinen willen. Dahinter steht das völlig offensichtliche Ziel, gerade Wohnviertel zu zerstören, um die Menschen davon zu überzeugen, dass sie in Kyiv keinen Platz mehr haben.

Die Zirkon-Raketen, die Russland auch in dieser Nacht für Angriffe auf Kyiv eingesetzt hat, zeichnen sich ohnehin nicht durch eine solche Zielgenauigkeit aus, dass die russischen Streitkräfte ernsthaft hoffen könnten, ein bestimmtes Objekt präzise zu zerstören. Schließlich handelt es sich um Raketen, die eigentlich für den Seekrieg vorgesehen sind. Und deshalb werden sie, wenn sie gegen eine friedliche Stadt eingesetzt werden, genau zu dem, was sie sind: ein Instrument des Terrors. Genau das geschieht, wenn Russland Kyiv angreift – ein Instrument des Terrors.

Man könnte fragen: Warum ist ausgerechnet die Hauptstadt in einer Zeit, in der es an Raketenabwehr gegen ballistische Flugkörper mangelt, ständig Ziel solcher Angriffe?

Weil die Russen mit ihrer zentralistischen Denkweise, mit ihrer Überzeugung, dass in Russland alles auf Moskau konzentriert sein müsse, glauben, dass die Verwandlung Kyivs in Trümmer automatisch die Niederlage der gesamten Ukraine bedeuten würde. Sie meinen, dass dann auch in allen anderen ukrainischen Städten erkannt werde, dass den Einwohnern der Ukraine nichts anderes bleibe als die Kapitulation und der Anschluss ihres Landes an die Russische Föderation. Und diejenigen, die keine loyalen Bürger von Putins Russland sein wollen, sollen das Land verlassen, das Putin weiterhin für russisches Territorium hält.

Das ist das ganze Programm der Einschüchterung, des Mordens und der Zerstörung, das wir jede Nacht am Himmel über Kyiv beobachten, wenn diese Terrorangriffe stattfinden.

Und noch einmal: Man sollte nicht glauben, dies seien Vergeltungsschläge für die Zerstörung russischer Lager oder Fabriken. Wenn russische Lager und Fabriken nicht zerstört würden, wenn Militärbetriebe, Raffinerien und Lagerhäuser mit den für Drohnen und Raketen benötigten Bauteilen nicht brennen würden, dann gäbe es schlicht noch viel mehr solcher Angriffe.

Die Lubjanka nimmt keine Rache. Sie setzt kaltblütig das Programm um, das sie sich selbst vorgenommen hat. Und die einzige Möglichkeit, dieses Programm zu stoppen, besteht darin, dem Raubtier seine Zähne zu ziehen.


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Titel des Originals: Наймасштабніша балістична атака на Київ | Віталій Портников. 19.07.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 19.07.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Putin befiehlt die Fortsetzung des Terrors gegen die Ukraine | Vitaly Portnikov. 04.07.2026.

Putin hat befohlen, die massierten Angriffe auf die ukrainische militärisch-industrielle Infrastruktur und auf Objekte, die deren Funktionieren gewährleisten, fortzusetzen.

Übersetzt man dies aus der Sprache Putins, dann sprechen wir von dem Befehl, den massiven Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung fortzusetzen. Denn beim jüngsten russischen Angriff auf Kyiv und andere ukrainische Regionen konnten wir uns davon überzeugen, dass die Russen gezielt Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt angreifen – dort, wo sich nicht einmal der Schatten einer ukrainischen militärisch-industriellen Infrastruktur oder irgendwelcher geheimer Einrichtungen befindet, die deren Funktionieren gewährleisten könnten. Es sei denn, man betrachtet die Wohnungen gewöhnlicher Ukrainer, die sich nicht vor dem brutalen russischen Regime ergeben wollen, als solche Objekte.

Doch genau auf diese Kapitulation hofft Putin weiterhin mit seinem terroristischen Angriff auf unseren Staat. Denn die militärischen Möglichkeiten zur Besetzung der Ukraine besitzt er schlicht nicht. Er hofft, dass gerade der Terror gegen die Ukrainer sie dazu zwingen wird, freiwillig der Liquidierung ihres Staates zuzustimmen – oder zumindest die Voraussetzungen für eine groß angelegte demografische Katastrophe im Nachbarland schafft.

Allerdings muss gesagt werden, dass Putin, obwohl er der ukrainischen Führung vorwirft, über nicht existierende Erfolge an der Front zu berichten, weil sie sich angeblich nur mit PR beschäftigen könne, selbst ausschließlich vor die Fernsehkameras trat, um die Einnahme von Kostjantyniwka durch die russischen Truppen bekannt zu geben.

Diese Behauptung des Präsidenten der Russischen Föderation wurde bereits vom Generalstab der Streitkräfte der Ukraine widerlegt. Doch selbst wenn man Putins Logik folgen würde – was kommt dann als Nächstes für die russische Armee, was kommt als Nächstes für den russischen Staat?

Putin betont, dass die Einnahme von Kostjantyniwka nur der erste Schritt zur Eroberung der Agglomeration Slowjansk–Kramatorsk sei. Das heißt, die russische Armee hofft weiterhin, die gesamte ukrainische Oblast Donezk erobern zu können. Dabei sollte man daran erinnern, dass die Eroberung der gesamten Donezker Oblast keineswegs – wenn schon nicht taktisch, dann ganz sicher nicht strategisch – das Ziel des Präsidenten der Russischen Föderation, der russischen Militärführung und des russischen Volkes in diesem Angriffskrieg gegen den Nachbarstaat war.

Putins strategisches Ziel war, ist und bleibt die Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit als solcher, verbunden mit der Eingliederung der ukrainischen Regionen als neue Föderationssubjekte in die Russische Föderation – so wie dies formal bereits mit den Oblasten Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie mit der Autonomen Republik Krim und dem ukrainischen Sewastopol geschehen ist.

Putin besitzt keinerlei reale Möglichkeit, die Eingliederung dieser Regionen auch nur innerhalb ihrer administrativen Grenzen sicherzustellen. Wenn er erklärt, die sogenannte Befreiung Kostjantyniwkas sei lediglich der erste Schritt der russischen Armee zur Einnahme von Slowjansk oder Kramatorsk, dann bleibt das Entscheidende bestehen: Selbst wenn man sich vorstellt, Putin würde die geografischen Grenzen seiner eigenen Annexion erreichen, würde ihm das keinerlei reale Möglichkeiten eröffnen, die Ukraine zu erobern oder jenem ehrgeizigen Plan näherzukommen, der bereits im fernen Jahr 1991 auf der Lubjanka entworfen wurde: die Wiederherstellung der russischen Staatlichkeit innerhalb der Grenzen der Sowjetunion mit der anschließenden Schaffung einer russischen Einflusssphäre in den Ländern Mitteleuropas.

Ich erinnere daran, dass genau darauf das Außenministerium der Russischen Föderation bereits im Jahr 2021 bestand, als es forderte, Russland müsse nicht nur die faktische politische Kontrolle über die ehemaligen Sowjetrepubliken erhalten – was durch die Verpflichtung der NATO gewährleistet werden sollte, diese Staaten nicht in ihr Bündnis aufzunehmen –, sondern dass das Nordatlantische Bündnis zugleich die neuen Waffensysteme aus jenen Ländern abziehen müsse, die der NATO nach 1997 beigetreten waren.

Die Grenzen der Ambitionen der russischen Führung sind also klar, ebenso ist klar, weshalb der Krieg gegen die Ukraine bereits 2014 begonnen wurde. Unklar bleibt jedoch das Entscheidende: Wie will Putin die Ziele dieses Krieges erreichen, wenn er die Einnahme jedes einzelnen ukrainischen Dorfes im Donbas als großen Sieg verkündet und als Instrument zur Verwirklichung seiner ehrgeizigen chauvinistischen und imperialen Ziele den Luftterror gegen die friedliche Bevölkerung der Ukraine einsetzt? Damit erinnert er die Welt immer wieder daran, dass wir es mit einer kriminellen Organisation zu tun haben, die lediglich so tut, als sei sie ein zivilisierter Staat.

Tatsächlich kann man von der Staatlichkeit Russlands nur mit gewissen Vorbehalten sprechen. Denn nicht jedes Gebilde, das die Flagge, das Wappen oder die Hymne der ehemaligen Sowjetunion verwendet, ist auch ein Staat. Solcher Symbole kann sich ebenso eine abscheuliche Mafia bedienen – und genau eine solche Mafia ist das heutige Russland unter der Führung Putins. Dass diese Mafia zu kriminellen Handlungen greift, um ihre Ziele zu erreichen, erscheint mir daher völlig logisch und vorhersehbar.

Es gibt heute schlicht keine realen Möglichkeiten mehr, die Putin hoffen lassen könnten, dass die russische Staatlichkeit tatsächlich innerhalb der sowjetischen Grenzen wiederhergestellt wird. Unter den Bedingungen, in denen die wirtschaftlichen Ressourcen der Russischen Föderation, die die Fortsetzung des Krieges in den 2020er- und 2030er-Jahren dieses Jahrhunderts ermöglichen sollen, immer knapper werden, bleibt Putin nichts anderes übrig, als zu immer grausameren Methoden zu greifen, um diesen Krieg möglichst rasch mit einem russischen Sieg zu beenden – einem Sieg, der mit den Ressourcen, über die Russland heute verfügt, mit der Entschlossenheit der Ukraine, sich durch die Zerstörung des russischen militärisch-industriellen und des Raffineriesektors gegen die russische Invasion zu wehren, sowie mit der Bereitschaft unserer europäischen Verbündeten, uns in diesem gerechten Kampf gegen eine der abscheulichsten kriminellen Organisationen der heutigen Welt zu unterstützen, die sich selbst russischer Staat nennt, schlicht unerreichbar ist.

So bleibt ihm nichts anderes übrig, als öffentlich den Befehl zu erteilen, Frauen und Kinder zu töten, und die Welt damit erneut daran zu erinnern, mit welcher Bande sie es in Gestalt des sogenannten Russlands zu tun hat.


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Titel des Originals: Путін наказує продовжити терор України | Віталій Портников. 04.07.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 04.07.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Neue Angriffe auf Kyiv: Russland setzt den Luftterror fort | Vitaly Portnikov. 02.07.2026.

Ein weiterer massiver Angriff Putins auf die ukrainischen Regionen. Hauptziel dieses Angriffs war – wie bei allen vorherigen großangelegten russischen Angriffen auf die Ukraine – Kyiv.

Die ukrainische Hauptstadt leidet derzeit unter zahlreichen Bränden, die infolge von Einschlägen russischer Raketen und Drohnen in Infrastruktur und Wohngebiete der Hauptstadt entstanden sind. Bislang ist von 16 Verletzten und zwei Todesopfern die Rede.

Zunächst möchte ich allen Verletzten sowie den Angehörigen derjenigen, die den heutigen Terrorangriff auf Kyiv nicht überlebt haben, mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen. Und dass es sich hierbei um Luftterror handelt, muss meiner Ansicht nach nicht einmal bewiesen werden. Denn wir sehen, dass das Hauptziel der Russen nicht so sehr Angriffe auf die Infrastruktur ukrainischer Städte sind, sondern vielmehr die Einschüchterung ihrer Bewohner – die Fortsetzung jenes demografischen Krieges, der ebenfalls eines der Hauptziele des russischen Präsidenten, seiner Armee und seines Umfelds im Krieg gegen die Ukraine bleibt.

Auch daraus müssen bestimmte Schlussfolgerungen gezogen werden. Einerseits verstehen wir, dass Putin für derartige Angriffe dennoch nicht über unbegrenzte Ressourcen verfügt. Deshalb werden die Abstände zwischen ihnen immer größer. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass Russland lediglich Raketen und Drohnen für noch intensivere Angriffe im Herbst anhäuft, um neue Probleme für die ukrainische Energieversorgung zu schaffen und die großen ukrainischen Städte einfrieren zu lassen. Denn auch das wäre Teil des demografischen Krieges Russlands gegen die Ukraine.

Wir sehen, dass der russische Präsident keinerlei Wunsch hat, diesen Krieg zu beenden. Und die ukrainischen Angriffe auf die russische Infrastruktur verringern zwar die Möglichkeiten der russischen Armee und schaffen Probleme für die russische Wirtschaft, mindern jedoch nicht den Willen des Präsidenten der Russischen Föderation, den Abnutzungskrieg fortzusetzen – auch wenn dies zugleich ein Krieg der Erschöpfung Russlands selbst ist.

Deshalb müssen wir uns von Illusionen verabschieden und dürfen nicht von einem baldigen Ende des russisch-ukrainischen Krieges sprechen. Nach jedem Angriff muss uns bewusst werden, dass dieser Krieg erst dann enden kann, wenn Russland tatsächlich die Ressourcen fehlen, ihn fortzuführen.

Man muss etwas anderes verstehen: Selbst wenn die russische Armee ihre Offensive einstellt – und das kann jederzeit geschehen –, können massive Raketenangriffe auf ukrainische Städte, auch unter Einsatz von Drohnen, noch lange andauern, selbst nachdem die Kampfhandlungen an der Front abgeflaut sind. Sie könnten sporadisch fortgesetzt werden.

Natürlich kann man auf irgendwelche Vereinbarungen zwischen Moskau und Kyiv in der Zukunft hoffen. Wahrscheinlich wird dieser Krieg jedoch nicht durch reale Vereinbarungen zwischen den russischen und ukrainischen Regierungen beendet werden. Er kann nur de facto durch die Erschöpfung der Möglichkeiten einer der Kriegsparteien enden.

Das würde bedeuten, dass der Krieg jedes Mal wieder aufflammt, sobald neue Möglichkeiten entstehen. Und wir werden erneut nicht nur Zeugen, sondern Opfer neuer massiver Angriffe der Russischen Föderation sein.

Und das ist nicht bloß eine Feststellung von Tatsachen. Es geht um die Frage, wie wir uns in den kommenden Jahren – vielleicht sogar Jahrzehnten – gegen solche Angriffe schützen können. Ja, Jahrzehnte. Der Nahe Osten lebt seit vielen Jahrzehnten im Rhythmus solcher Angriffe, und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sich eine solche Situation rasch überwinden lässt.

Deshalb ist es wichtig, die Luftverteidigungssysteme weiterzuentwickeln, neue Systeme zu beschaffen, mit unseren Verbündeten zusammenzuarbeiten, Wege zur Entwicklung eigener Luftverteidigungssysteme zu finden und zu verstehen, wie sowohl der russistischen Ballistik als auch den Drohnen begegnet werden kann, deren Zahl – wie wir verstehen – im Verlauf des russisch-ukrainischen Krieges auf beiden Seiten nur weiter zunehmen wird.

Zweitens bedeutet die Entwicklung ukrainischer Städte nicht nur die Eröffnung neuer Parkanlagen oder die Reparatur beschädigter Gebäude. Vor allem bedeutet sie den Aufbau eines Systems von Schutzräumen. Genau das wird meiner Ansicht nach während all dieser Kriegsjahre vergessen.

Denn es ist offensichtlich, dass die Ukrainer – zumindest in den großen Städten unseres Landes – in den kommenden Jahren viele Stunden unter der Erde verbringen müssen. Für viele wird dies die einzige Möglichkeit sein, das eigene Leben und das Leben ihrer Angehörigen zu retten.

Die Wiederherstellung der bereits vorhandenen Schutzräume, die sich faktisch in irgendwelche Keller mit unklarer Zweckbestimmung verwandelt haben, der Bau neuer Anlagen sowie die Notwendigkeit, neue Gebäude – etwa Hotels oder Wohnhäuser – nur dann zu genehmigen, wenn sie über Sicherheitsbereiche verfügen, sind eine dringende Notwendigkeit für das Leben der Ukraine in den 2020er-, 2030er- und vielleicht sogar in den 2040er-Jahren des 21. Jahrhunderts. Man muss das einfach akzeptieren und sich genau auf ein solches Leben und einen solchen Verlauf der Ereignisse einstellen.

Und das ist keineswegs nur ein Gespräch. Wir sehen, dass mit jedem neuen Angriff die Zahl der Menschen zunimmt, die durch das Geschehen immer stärker verängstigt sind und nicht mehr stundenlang darauf warten wollen, dass eine Rakete oder eine Drohne ihr Wohnhaus trifft – selbst in der ukrainischen Hauptstadt.

Schon jetzt reicht der Platz in der Metro von Kyiv nicht mehr für alle aus, die auf den U-Bahn-Stationen Schutz suchen wollen.

Und was wird erst geschehen, wenn die Angriffe noch massiver werden, auch wenn sie seltener erfolgen? Was sollen Menschen tun, die nicht in der Nähe einer Metrostation in Kyiv oder in anderen großen Städten der Ukraine leben, in denen es überhaupt keine U-Bahn gibt?

Warum werden die kommunalen Haushalte nicht gerade für den Bau von Schutzräumen verwendet? Warum leben wir ständig in der Illusion, der Krieg werde in wenigen Monaten vorbei sein und man müsse darüber nicht nachdenken?

Gut, man konnte dieser süßen Illusion vielleicht noch 2022 oder 2023 nachhängen. Doch inzwischen nähert sich bereits die Mitte des Jahres 2026. Und wir sehen die völlig offensichtliche Absicht Russlands, diesen Krieg fortzusetzen – zumindest in Form massiver Angriffe auf die großen Städte der Ukraine.

Im Vorgehen Russlands gibt es – wenn Russland die Ukraine in eine demografische Wüste verwandeln will – eine offensichtliche Logik. Im Handeln der Ukraine hingegen, wenn wir nicht zu einer solchen Wüste werden und uns gegen künftige Angriffe schützen wollen, erkenne ich keine Logik.

Das muss eine gemeinsame Aufgabe der Zentralregierung und der kommunalen Selbstverwaltung sein. Die Menschen müssen verstehen, wie geschützte Städte aussehen sollen – wenn nicht sofort, dann zumindest in naher Zukunft.

Natürlich kann man sich selbst einreden, dass Russland Ende 2026 nicht mehr durchhalten und einem Frieden zustimmen wird – um dann 2027 und 2028 erneut unter russischen Angriffen zu leiden und nach einem Platz zu suchen, den es auf einer Station der Metro von Kyiv gar nicht mehr geben wird.


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Titel des Originals: Нові удари по Києву: Росія продовжує повітряний терор | Віталій Портников. 02.07.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 02.07.2026.
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Zelensky schreibt an Trump | Vitaly Portnikov. 01.06.2026

Зеленський пише Трампу. Віталій Портников. 01.06.2026.

Volodymyr Zelensky hat Donald Trump einen Brief geschrieben. Nach dem erneuten russischen Angriff auf Kyiv – wieder auf Märkte, Einkaufszentren und Wohnviertel – wandte sich der Präsident der Ukraine an seinen amerikanischen Kollegen mit der Bitte, bei der Verstärkung der Luftverteidigung zu helfen.

Bislang kam die Antwort nur indirekt – vom US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Ihr Inhalt lässt sich einfach zusammenfassen: Wir werden helfen, soweit wir können. Doch offenbar sind die Möglichkeiten derzeit begrenzt. Nach der Nahostkrise sind die amerikanischen Raketenbestände erschöpft, und es wird Zeit benötigen, sie wieder aufzufüllen.

Diese Logik kann man verstehen. Theoretisch.

Aber die Menschen in Kyiv können nicht darauf warten, bis das Pentagon seine Lagerbestände wieder aufgefüllt hat. Sie leben – oder überleben nicht – schon jetzt unter russischen Angriffen. Und wir verstehen sehr gut, dass Putin nicht beabsichtigt, diese Angriffe einzustellen. Der Luftterror ist zu einem seiner wichtigsten Instrumente in diesem Krieg geworden. Mehr noch: Der russische Präsident versucht, den territorialen Krieg in einen demografischen Krieg zu verwandeln. Er hofft weiterhin, dass mit jedem Angriff die Bevölkerung der Ukraine schrumpfen wird und große ukrainische Städte selbst für diejenigen nicht mehr sicher erscheinen werden, die ihre Häuser bislang nicht verlassen haben.

Und hier stellt sich eine Frage, deren Antwort nicht besonders angenehm klingt.

Wie konnte es dazu kommen, dass die mächtigste Armee der Welt nach nur wenigen Monaten eines begrenzten Konflikts im Nahen Osten bereits nicht mehr in der Lage ist, einen Verbündeten mit einer ausreichenden Anzahl von Luftverteidigungssystemen zu versorgen? Wenn ein einziger Kriegsschauplatz die Ressourcen so stark erschöpft, was wird dann im Falle mehrerer gleichzeitiger Krisen geschehen? Und was bleibt dann von den Vorstellungen über die militärische Macht der Vereinigten Staaten?

Aber gut. Nehmen wir an, dass es so ist.

Was soll die Ukraine dann tun?

Die Antwort existiert, und sie ist nicht neu. Ich muss sie nur immer wieder wiederholen.

Erstens: Europa. IRIS-T, SAMP/T, Patriot-Systeme europäischer Produktion – all das existiert. Das Problem besteht nicht darin, dass es diese Systeme nicht gibt. Das Problem besteht darin, ob die europäischen Länder bereit sind, sie der Ukraine schnell und in ausreichender Menge zu übergeben. Manchmal ist diese Bereitschaft vorhanden. Häufiger muss sie jedoch nach jedem neuen Angriff auf ukrainische Städte erneut erkämpft werden.

Zweitens: die eigene Produktion. Die Ukraine produziert bereits unter Kriegsbedingungen Drohnen und Raketen. Das wird Patriot-Systeme nicht ersetzen, aber es ist eine Realität, die ausgeweitet werden muss. Dafür braucht es Technologien, Komponenten, Investitionen und industrielle Zusammenarbeit mit den Verbündeten. Nicht nur Worte der Unterstützung.

Und schließlich – das Wichtigste.

Der beste Schutz ukrainischer Städte ist die Zerstörung der russischen Möglichkeiten, Angriffe durchzuführen. Fabriken, Lagerhäuser, Logistikzentren, Abschussanlagen. Genau um solche Möglichkeiten bittet die Ukraine ihre Partner seit Jahren. Und genau davor haben viele im Westen noch immer Angst – aus Gründen, die nach jedem neuen Angriff auf Kyjiw, Charkiw, Odessa oder Dnipro immer weniger überzeugend erscheinen.

Das Paradox dieses Krieges ist einfach und grausam. Der Westen gibt der Ukraine einen Schild – und selbst diesen nicht immer in ausreichender Menge –, schränkt gleichzeitig aber oft die Möglichkeiten ein, denjenigen anzugreifen, der die Angriffe ausführt. Und anschließend wundert man sich, warum diese Angriffe nicht aufhören.

Zelenskys Brief war völlig logisch. Hegseths Antwort war vorhersehbar. Aber Briefe und Antworten sind ein Gespräch, keine Strategie.

Eine Strategie beginnt dort, wo man die Möglichkeit hat, den nächsten Angriff auf Kyiv bereits im Ansatz zu vereiteln.

Und zwar möglichst, bevor die Raketen erneut in Richtung ukrainischer Städte fliegen.


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Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 01.06.2026.
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