Russland greift Kyiv erneut an | Vitaly Portnikov. 01.08.2026.

Ein weiterer russischer Angriff mit ballistischen Raketen auf die Ukraine, vor allem auf Kyiv. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen der Getöteten – derzeit ist von neun Menschen die Rede, die bei diesem Angriff ums Leben kamen – sowie allen, die durch das russische Bombardement verletzt wurden. Inzwischen spricht man bereits von Dutzenden Verletzten, derzeit von 28.

In der gesamten ukrainischen Hauptstadt gibt es Brände. Die Einschläge trafen Wohnviertel, Wohnhäuser und Einkaufszentren. Und ich werde nicht müde zu wiederholen, dass es sich dabei um Luftterror handelt. Ja, ich habe keinen Zweifel daran, dass die Russen für ihre Angriffe bestimmte Ziele auswählen, wenn sie dieses ballistische Zeitfenster nutzen. Aber Terror ist nicht nur Teil ihrer Taktik, sondern ihrer gesamten Strategie gegenüber unserem Land. Putin ist heute nicht so sehr daran interessiert, mit seinen Truppen in der Oblast Donezk vorzurücken, sondern vielmehr daran, die Ukrainer einzuschüchtern und Bedingungen für die Kapitulation unseres Staates zu schaffen, indem er die Stimmung in der Bevölkerung verändert.

Viele, die über die Unvermeidlichkeit einer russischen Mobilisierung sprechen und nach Erklärungen suchen, wie eine Situation geschaffen werden könnte, in der die Russen im Osten der Ukraine weiter vorrücken können, scheinen nicht zu begreifen, dass Putins eigentliches Ziel in diesem Krieg keineswegs die Oblast Donezk oder gar die Oblast Kyiv ist, sondern die Beseitigung der ukrainischen Staatlichkeit als solcher.

Angesichts der Möglichkeiten der russischen Streitkräfte an der Front ist die Hoffnung, dieses Ziel auf militärischem Wege zu erreichen, meiner Ansicht nach schlicht unrealistisch. Und Putin versteht das sehr gut. Er kann jedoch darauf hoffen, dass gerade die Bombardierungen die Voraussetzungen für eine politische Entscheidung schaffen, die schließlich zu einer solchen Kapitulation führt.

Übrigens muss man sich auch eines anderen Umstands bewusst sein: Putins Bedingung, Russland werde erst dann an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn die ukrainischen Truppen das gesamte Gebiet der Oblast Donezk verlassen haben, zielt gerade nicht darauf ab, die Kontrolle über die Oblast Donezk zu erlangen. Nein – sie zielt auf die innere Destabilisierung der Ukraine. Putin sucht seit Jahren nach Wegen, eine solche innere Destabilisierung herbeizuführen. Und der Luftterror ist Teil dieser Strategie.

Der russische Präsident versucht schlicht, alles auszunutzen, was sich ihm infolge bestimmter Umstände bietet – etwa den Krieg im Persischen Golf, der die Bestände an Flugabwehrraketen im Westen erheblich reduziert und damit ihre Lieferung an die Ukraine faktisch gestoppt hat. Vor diesem Hintergrund klingen die Worte des amerikanischen Präsidenten Donald Trump besonders beunruhigend, der erneut die Möglichkeit infrage gestellt hat, der Ukraine eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Luftabwehrraketen zu erteilen.

Ja, eine solche Lizenz würde heute noch nichts lösen, denn der Aufbau einer entsprechenden Produktion erfordert Jahre und Jahre beharrlicher Arbeit. Sie wäre jedoch ein Signal an andere Staaten, die über solche Raketen verfügen, dass sie sie uns heute liefern könnten – in der Hoffnung, dass eine künftige Produktion ihren eigenen Bedarf später decken wird. Hoffnung macht, dass Trumps öffentliche Äußerungen nicht immer der Realität entsprechen und sich die Position des amerikanischen Präsidenten so schnell ändern kann, dass wir kaum bemerken, wie seine neuen Aussagen den vorherigen widersprechen.

Vor dem Hintergrund von Trumps Äußerungen führte Volodymyr Zelensky ein Gespräch mit dem amerikanischen Vizepräsidenten J. D. Vance und ließ erkennen, dass dabei ebenfalls Abfangraketen gegen ballistische Raketen Thema gewesen sein könnten. Doch die Amerikaner verfügen nur noch über wenige davon – kritisch wenige, würde ich sagen –, wenn man den weiteren Verlauf des Krieges im Persischen Golf berücksichtigt.

Sollte Trump erneut Angriffe auf den Iran billigen, bedeutet das, dass Patriot-Systeme wieder von den Streitkräften der Vereinigten Staaten benötigt werden, um ihre eigenen Einrichtungen sowie die strategischen Objekte der amerikanischen Verbündeten im Persischen Golf zu schützen. Denn die Alternative zu diesem Schutz wäre nichts Geringeres als eine verheerende Energiekrise in der ganzen Welt.

Deshalb ist es wesentlich sinnvoller, alles dafür zu tun, dass Russland keine Möglichkeit mehr hat, ballistische Raketen auf Kyiv und andere ukrainische Städte abzufeuern, damit der Luftterror einer der abscheulichsten Terrororganisationen der heutigen Welt, die sich lediglich als Staat ausgibt, endlich endet. Dafür muss die Ukraine die Möglichkeit erhalten, russische ballistische Waffen anzugreifen.

Der jüngste Vorschlag von Volodymyr Zelensky, den er mit Donald Trump erörterte – nämlich Starlink für Angriffe auf Russland zu nutzen –, ist aus militärischer Sicht wesentlich kostengünstiger und logischer als die Suche nach Tomahawk-Marschflugkörpern für die Ukraine, die Trump ohnehin nicht liefern wollte und deren Bestände infolge des Krieges mit dem Iran auch für die Vereinigten Staaten selbst erheblich geschrumpft sind und meiner Ansicht nach in den kommenden Monaten oder sogar Jahren der zermürbenden Konfrontation im Persischen Golf weiter schrumpfen werden.

Man sollte nicht glauben, dass dort alles schnell zu Ende gehen könnte. Denn Russland, der Iran und China haben bereits verstanden, dass sie Donald Trump und seine Regierung in eine gefährliche politische und energiepolitische Falle treiben können. Selbst wenn dies nicht ganz der Realität entspricht, werden sie genau das versuchen.

Natürlich ist es alles andere als einfach zu hoffen, Donald Trump und auch den exzentrischen Milliardär Elon Musk, der ebenso wie Trump für seine, wie ich sagen würde, verborgenen Sympathien für autoritäre Systeme bekannt ist, von einem solchen Konzept der Fortsetzung militärischer Auseinandersetzungen abzubringen. Doch an der Lösung dieses Problems muss nach jedem einzelnen Angriff auf die Ukraine gearbeitet werden.

Zumal jeder dieser Angriffe gewöhnliche Amerikaner von der Notwendigkeit überzeugt, der Ukraine zu helfen. Und gerade diese gewöhnlichen Amerikaner werden in den kommenden Monaten sowohl für Trump als auch für Musk wichtig sein, der ebenfalls die Folgen für sich selbst fürchtet, falls die Republikaner den Kampf um die Macht in den Vereinigten Staaten verlieren sollten. So kann man zumindest auf gewisse Fortschritte bei der Suche nach Wegen hoffen, die Russen in ihrer terroristischen Tätigkeit auf unserem Territorium zu stoppen. Den russischen ballistischen Terror zu stoppen, ist heute ein wesentlicher Bestandteil der Hilfe für die Ukraine. Und die Notwendigkeit, der Ukraine zu helfen, wird nach wie vor von sämtlichen Meinungsumfragen in den Vereinigten Staaten bestätigt.


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Titel des Originals: Росія знову бʼє по Києву | Віталій Портников. 01.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 01.08.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Der schreckliche russische Angriff auf die Ukraine | Vitaly Portnikov. 30.07.2026.

Ein neuer furchtbarer Angriff des Feindes auf die Ukraine. Zunächst möchte ich den Angehörigen und Freunden der Getöteten sowie allen, die bei diesem Angriff in der gesamten Ukraine verletzt wurden, mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Im Zentrum dieses Angriffs standen mehrere große Städte – im Osten, im Zentrum und im Westen des Landes. Angegriffen wurden Kyiv und Lwiw, Winnyzja und Krywyj Rih, Poltava und Sumy. Dabei wurden rund 70 Raketen eingesetzt, darunter eine große Zahl ballistischer Raketen, aber auch Antischiffsraketen vom Typ Zirkon, die sich ebenfalls nur sehr schwer abfangen lassen, wenn keine entsprechenden Luftverteidigungssysteme vorhanden sind.

Bereits jetzt ist von schweren Zerstörungen und zahlreichen Todesopfern die Rede. Zum jetzigen Zeitpunkt spricht man von sechs Toten in Krywyj Rih sowie jeweils einem Todesopfer in Kyiv und in der Region Poltava. In Lwiw werden die Trümmer beschädigter Wohnhäuser geräumt, die ebenfalls von diesem gewaltigen Angriff getroffen wurden.

Man kann sagen, dass dies einer der größten und massivsten russischen Angriffe auf die Ukraine während dieses schrecklichen Krieges war. Während sich die jüngsten Angriffe der vergangenen Wochen vor allem gegen die ukrainische Hauptstadt richteten, war Kyiv diesmal nur eines der Ziele von Putins Angriff. Zugleich sehen wir, dass die Russen den Angriffen auf den Westen unseres Landes große Aufmerksamkeit gewidmet haben. Dies war die zweite Angriffswelle.

Offenkundig ist auch, dass die Angriffe auf die Energieinfrastruktur nicht nur für den Herbst dieses Jahres geplant sind – sie dauern bereits jetzt an. So wurden mehrere Raketen in Richtung des Wärmekraftwerks Burschtyn abgefeuert, um auf diese Weise die Energieversorgung der westlichen Regionen unseres Landes zu treffen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Zirkon-Raketen erstmals seit Beginn des Krieges Winnyzja erreicht haben. Dort blieb nicht einmal genügend Zeit, Luftalarm auszulösen. Der Einschlag der Zirkon-Raketen erfolgte eine Minute, bevor in Winnyzja die Sirenen ertönten. Das erinnert uns übrigens erneut daran, wie heimtückisch die russischen Angriffe sind und wie sehr Putin am Terror interessiert ist. Die Bewohner der Städte, die Ziel russischer Angriffe werden können, haben nicht einmal genügend Zeit, eine Warnung zu erhalten und Schutz zu suchen.

Tatsächlich führt Russland gezielte Angriffe durch, die nicht nur auf die ukrainische Infrastruktur gerichtet sind, sondern vor allem darauf abzielen, unsere Bevölkerung einzuschüchtern und Wege zu finden, die die Ukraine zur Kapitulation vor dem russischen Aggressor zwingen könnten.

Ich habe bereits mehrfach darauf hingewiesen – und angesichts der Bilder, die wir jetzt aus vielen Regionen unseres Landes sehen, angesichts dieses Luftterrors, lässt sich das nur wiederholen –, dass Russland vor allem jenes Zeitfenster nutzt, das sich für seine Streitkräfte nach Beginn des Krieges am Persischen Golf geöffnet hat: vor dem Hintergrund des katastrophalen Mangels an Luftverteidigungssystemen, man kann sagen, in der ganzen Welt, und angesichts der Tatsache, dass die Vereinigten Staaten sich weiterhin auf mögliche neue Kampfhandlungen im Nahen Osten vorbereiten.

Auch den Amerikanern selbst fehlen inzwischen Luftverteidigungssysteme – zumindest im Hinblick auf die Bestände, die nach den Planungen des Pentagons vorgesehen waren. Deshalb können wir die Vereinigten Staaten zwar bitten, uns weitere Raketen zur Verfügung zu stellen, so wie Präsident Volodymyr Zelensky dies bei seinem jüngsten Treffen mit Präsident Donald Trump getan hat. Doch es bleibt fraglich, ob die Amerikaner unter den Bedingungen des Wiederaufbaus ihrer eigenen Bestände und der Sorge, im Falle eines möglichen Konflikts etwa mit der Volksrepublik China – ganz zu schweigen von einer Fortsetzung der Auseinandersetzungen mit dem Iran – selbst schutzlos dazustehen.

Können die Amerikaner uns unter solchen Umständen genügend Raketen für die Luftverteidigung liefern? Die Zahl, die Volodymyr Zelensky Donald Trump bei ihrem letzten Treffen in Washington nannte – 300 Raketen für die Patriot-Batterien –, stellt angesichts des derzeitigen Produktionstempos von Abfangraketen tatsächlich eine enorme Herausforderung für den amerikanischen militärisch-industriellen Komplex dar.

Und genau darin liegt die Antwort auf die Frage, wie man sich heute gegen Russland schützen kann. Unter den gegenwärtigen Bedingungen wird es niemals genügend Abfangraketen geben, um die ballistischen Raketen Russlands vollständig unschädlich zu machen – zumal Russland bereit ist, die Ukraine sogar mit Antischiffsraketen anzugreifen, deren Treffgenauigkeit bekanntlich nicht besonders hoch ist. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Russland tatsächlich bestimmte Infrastrukturziele angreifen wollte – obwohl ich weiterhin glaube, dass dies keineswegs der Fall ist –, kann eine solche Rakete dennoch in einem Wohnviertel oder in einem Wohnhaus einschlagen.

Die wirkliche Möglichkeit, die russischen Angriffe zu stoppen, besteht deshalb darin, diejenigen unschädlich zu machen, die diese Waffen herstellen: durch Angriffe auf den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation und auf die Abschussstellungen russischer Raketen. Mit Abfangraketen allein lässt sich auf dieser strategischen Ebene derzeit kaum etwas erreichen – und woher sollen all diese Abfangraketen überhaupt kommen?

Angriffe auf die Fabriken und auf die Abschussstellungen hingegen können der Russischen Föderation zumindest in naher Zukunft tatsächlich erhebliche Probleme bereiten – gerade jetzt, da bereits neue Wellen massiver Angriffe geplant werden. Zumal Russland über diese Raketen keineswegs in unbegrenzter Zahl verfügt, wie oft angenommen wird. Es sammelt sie über Wochen hinweg entsprechend der Produktionsleistung eben jener Fabriken.

Wenn die Fabriken nicht arbeiten, werden auch keine Raketen gestartet. Und ich bin der Ansicht, dass genau dies zu einem wichtigen Bestandteil des Dialogs der Ukraine mit unseren westlichen Partnern werden muss. Es geht nicht nur darum, uns Luftabwehrraketen zu liefern, von denen es ohnehin zu wenige gibt, sondern uns die Möglichkeit zu geben, das Territorium des Staates, der demonstrativ Terror gegen die friedliche Bevölkerung der Ukraine ausübt und friedliche Städte sowie ihre Wohnviertel angreift, nicht nur mit Drohnen, sondern auch mit Raketen anzugreifen.


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Titel des Originals: Жахлива атака Росії по Україні | Віталій
Портников. 30.07.2026.

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Veröffentlichung: 30.07.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Brutaler Angriff auf Kyiv. Der Terror geht weiter | Vitaly Portnikov. 06.07.2026.

Erneut ein massiver Angriff auf die ukrainische Hauptstadt. Vielleicht nicht ganz so groß angelegt wie jener, den wir erst vor wenigen Tagen erlebt haben, aber deshalb nicht weniger brutal als die vorherigen Angriffe auf Kyiv.

Erneut kamen sowohl Marschflugkörper als auch ballistische Raketen zum Einsatz, wobei diesmal im Vergleich zur vorangegangenen Zeit ungewöhnlich wenige Drohnen eingesetzt wurden. Und erneut richteten sich die gezielten Angriffe gegen Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt. Brände wüten, Rauch steigt über der Stadt auf.

Und wir sehen, dass die Raketen direkt in Wohnviertel und in die Häuser der Kyiver eingeschlagen sind. Natürlich möchte ich auch jetzt allen mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen, die Opfer dieses neuen Angriffs geworden sind, die ihr Zuhause verloren haben oder bei diesem Angriff verletzt wurden, während ich diesen Beitrag über eine weitere russische Grausamkeit aufzeichne.

Genaue Opferzahlen dieses russischen Verbrechens liegen noch nicht vor. Doch angesichts des Ausmaßes der Zerstörungen, die wir in Kyiv sehen, können wir uns bereits vorstellen, weshalb die Russen diese Angriffe durchführen: um zu töten, zu zerstören und Angst zu verbreiten.

Putin verfolgt dabei ein recht einfaches und pragmatisches Ziel. Er weiß, dass es derzeit nicht genügend Luftverteidigungsmittel gibt, um Kyjiw und andere ukrainische Regionen vor den Angriffen der russischen Invasoren zu schützen. Dieses Zeitfenster nutzt er gezielt, um die Ukrainer einzuschüchtern und Kyjiw sowie andere ukrainische Städte in Orte zu verwandeln, die nicht mehr bewohnbar sind.

Dabei verfolgt er mehrere Ziele zugleich: Er versucht, die Ukrainer davon zu überzeugen, dass der einzige Ausweg aus dem russisch-ukrainischen Krieg die Kapitulation vor dem Feind sei. Mag Putin auch auf dem Schlachtfeld keine wirklichen Erfolge erzielen. Mag seine Armee seit viereinhalb Jahren praktisch an derselben Frontlinie im Donezker Gebiet feststecken. Die Angriffe auf die Zivilbevölkerung der ukrainischen Hauptstadt und anderer Regionen sollen seine Unfähigkeit kompensieren, der Existenz des ukrainischen Staates und des ukrainischen Volkes ein Ende zu setzen.

Natürlich muss in diesem Zusammenhang auch ein weiteres Ziel des russischen Präsidenten genannt werden: sein Wunsch, im demografischen Krieg Vorteile zu erzielen. Selbst der sogenannte Putin-Blitzkrieg begann mit der Absicht, in Europa eine massive Migrationskrise auszulösen. Die russische Führung verstand sehr wohl, dass selbst dann, wenn es ihr gelingen sollte, in Kyjiw ein Marionettenregime aus den bedauernswerten Janukowytsch und Medwedtschuk einzusetzen, dies dennoch dazu führen würde, dass Millionen Ukrainer vor dem Krieg fliehen würden. Im Kreml hoffte man, dadurch eine ähnliche Migrationskrise auszulösen wie jene, die Putin infolge des Bürgerkriegs in Syrien hervorrufen konnte, und auf diese Weise den Einfluss ultrarechter und ultralinker politischer Kräfte in Europa zu stärken, die auf eine Zusammenarbeit mit Moskau ausgerichtet und von Moskau finanziert werden.

Wie Sie wissen, ist das nicht gelungen. Die demografische Migrationskrise, auf die Putin in Europa gesetzt hatte, trat nicht ein. Dafür kam es jedoch zu einer demografischen Krise in der Ukraine. Und mit seinen Angriffen auf ukrainische Städte versucht Putin, diese Krise weiter zu verschärfen. Selbst wenn es ihm nicht gelingt, die gesamte Ukraine zu erobern, träumt er davon, dass sie zu einem entvölkerten Gebiet wird, das er künftig – falls er es eines Tages doch noch besetzen kann – mit den eigenen Landsleuten besiedeln kann, gehorsamen Menschen, die bereit sind, jedes Verbrechen ihres Herrschers hinzunehmen. Auch das gehört zu seinen Zielen.

Und natürlich will Putin die ukrainischen Bürger davon überzeugen, dass er sich für die Angriffe der ukrainischen Armee auf die russische Hauptstadt, auf seine Heimatstadt Sankt Petersburg und auf andere Regionen der Russischen Föderation rächt. Und wir sehen bereits, dass bei einigen Kommentatoren und Nutzern sozialer Netzwerke entsprechende Stimmen aufkommen: „Lasst uns sie nicht mehr angreifen, dann werden auch sie aufhören, uns anzugreifen.“

Dabei verstehen wir sehr gut, dass die tatsächlichen Vergeltungsschläge gerade von der Ukraine ausgehen, denn der Aggressor und Verbrecher ist hier allein die Russische Föderation unter Führung Putins. Wenn wir das Potenzial des Feindes nicht zerstören, wenn wir seine Raffinerien und seine rüstungsindustriellen Betriebe nicht in Brand setzen, wenn wir die Abschussorte ballistischer Raketen, der Schahed-Drohnen und der Marschflugkörper nicht aufspüren und ebenfalls zerstören, dann werden die Angriffe der Russischen Föderation noch massiver und noch brutaler werden.

Sie werden immer einen Vorwand finden, um zu erklären, wofür sie sich rächen. Und wenn es keinen solchen Vorwand gibt, werden sie ganz in ihrem besten Stil eine weitere Provokation organisieren. Man kann sagen, dass der Föderale Sicherheitsdienst der Russischen Föderation darin unübertroffen ist. Und das wissen wir ebenfalls sehr genau.

Deshalb kann man in dieser Situation nur eines sagen: Wenn wir uns künftig vor russischen Angriffen schützen wollen, müssen wir unser Luftverteidigungssystem weiter ausbauen und gemeinsam mit unseren Verbündeten nach den notwendigen Möglichkeiten dafür suchen.

Ich hoffe, dass genau darüber auf dem bevorstehenden Gipfel der Nordatlantischen Allianz in Ankara gesprochen wird. Darüber wird auch der Präsident der Ukraine mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten bei ihrem Treffen auf diesem Gipfel sprechen. Denn für die Ukraine ist dies derzeit die wichtigste Aufgabe: Putins Tötung friedlicher Bürger durch den Ausbau der Luftverteidigung zu stoppen.

Und natürlich ist auch ein weiterer Punkt wichtig: Wir müssen über die Wirksamkeit neuer Angriffe gegen die Russische Föderation nachdenken. Man muss verstehen, dass sich dieser Staat wie eine echte Terrororganisation verhält und sich faktisch nicht mit Krieg, sondern mit der Ermordung friedlicher Menschen beschäftigt – genau mit dem, womit sich Terroristen immer beschäftigen. Deshalb ist die Zerstörung der Wirtschaft dieser Terrororganisation eine gemeinsame Aufgabe der gesamten zivilisierten Welt.

Die russische Wirtschaft muss in die Knie gezwungen werden. Denn es zeigt sich, dass die Russen, wenn sie sich von den Knien erheben, nur töten, zerstören und plündern können. Sollen sie also auf den Knien bleiben und niemandem mehr etwas Böses antun können.

Das ist ebenfalls unsere gemeinsame Aufgabe – die der Ukraine, der Vereinigten Staaten und der europäischen Länder – für die kommenden Jahre: der wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit dieser Terrororganisation ein Ende zu setzen. Sollte es Russland eines Tages gelingen, ein zivilisierter Staat zu werden, dann wird es vielleicht auch wieder eine Wirtschaft haben.

Und wir müssen uns bewusst machen, dass all dies einzig und allein dazu dient, die Ukrainer einzuschüchtern und sie dazu zu bringen, auf ihre eigene Staatlichkeit zu verzichten. Deshalb ist die Fähigkeit, die Ziele Russlands zu verstehen und ihnen würdig entgegenzutreten, ebenfalls ein Schlüssel zur endgültigen beschämenden Niederlage des Präsidenten der Russischen Föderation, der russischen Armee und des russischen Volkes, die man durchaus als einen klassischen kriminellen Symbioseverbund im Kampf gegen die Ukraine und die Ukrainer bezeichnen kann.


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Titel des Originals: Жорстока атака по Києву. Терор продовжується | Віталій Портников. 06.07.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 06.07.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Neue Angriffe auf Kyiv: Russland setzt den Luftterror fort | Vitaly Portnikov. 02.07.2026.

Ein weiterer massiver Angriff Putins auf die ukrainischen Regionen. Hauptziel dieses Angriffs war – wie bei allen vorherigen großangelegten russischen Angriffen auf die Ukraine – Kyiv.

Die ukrainische Hauptstadt leidet derzeit unter zahlreichen Bränden, die infolge von Einschlägen russischer Raketen und Drohnen in Infrastruktur und Wohngebiete der Hauptstadt entstanden sind. Bislang ist von 16 Verletzten und zwei Todesopfern die Rede.

Zunächst möchte ich allen Verletzten sowie den Angehörigen derjenigen, die den heutigen Terrorangriff auf Kyiv nicht überlebt haben, mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen. Und dass es sich hierbei um Luftterror handelt, muss meiner Ansicht nach nicht einmal bewiesen werden. Denn wir sehen, dass das Hauptziel der Russen nicht so sehr Angriffe auf die Infrastruktur ukrainischer Städte sind, sondern vielmehr die Einschüchterung ihrer Bewohner – die Fortsetzung jenes demografischen Krieges, der ebenfalls eines der Hauptziele des russischen Präsidenten, seiner Armee und seines Umfelds im Krieg gegen die Ukraine bleibt.

Auch daraus müssen bestimmte Schlussfolgerungen gezogen werden. Einerseits verstehen wir, dass Putin für derartige Angriffe dennoch nicht über unbegrenzte Ressourcen verfügt. Deshalb werden die Abstände zwischen ihnen immer größer. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass Russland lediglich Raketen und Drohnen für noch intensivere Angriffe im Herbst anhäuft, um neue Probleme für die ukrainische Energieversorgung zu schaffen und die großen ukrainischen Städte einfrieren zu lassen. Denn auch das wäre Teil des demografischen Krieges Russlands gegen die Ukraine.

Wir sehen, dass der russische Präsident keinerlei Wunsch hat, diesen Krieg zu beenden. Und die ukrainischen Angriffe auf die russische Infrastruktur verringern zwar die Möglichkeiten der russischen Armee und schaffen Probleme für die russische Wirtschaft, mindern jedoch nicht den Willen des Präsidenten der Russischen Föderation, den Abnutzungskrieg fortzusetzen – auch wenn dies zugleich ein Krieg der Erschöpfung Russlands selbst ist.

Deshalb müssen wir uns von Illusionen verabschieden und dürfen nicht von einem baldigen Ende des russisch-ukrainischen Krieges sprechen. Nach jedem Angriff muss uns bewusst werden, dass dieser Krieg erst dann enden kann, wenn Russland tatsächlich die Ressourcen fehlen, ihn fortzuführen.

Man muss etwas anderes verstehen: Selbst wenn die russische Armee ihre Offensive einstellt – und das kann jederzeit geschehen –, können massive Raketenangriffe auf ukrainische Städte, auch unter Einsatz von Drohnen, noch lange andauern, selbst nachdem die Kampfhandlungen an der Front abgeflaut sind. Sie könnten sporadisch fortgesetzt werden.

Natürlich kann man auf irgendwelche Vereinbarungen zwischen Moskau und Kyiv in der Zukunft hoffen. Wahrscheinlich wird dieser Krieg jedoch nicht durch reale Vereinbarungen zwischen den russischen und ukrainischen Regierungen beendet werden. Er kann nur de facto durch die Erschöpfung der Möglichkeiten einer der Kriegsparteien enden.

Das würde bedeuten, dass der Krieg jedes Mal wieder aufflammt, sobald neue Möglichkeiten entstehen. Und wir werden erneut nicht nur Zeugen, sondern Opfer neuer massiver Angriffe der Russischen Föderation sein.

Und das ist nicht bloß eine Feststellung von Tatsachen. Es geht um die Frage, wie wir uns in den kommenden Jahren – vielleicht sogar Jahrzehnten – gegen solche Angriffe schützen können. Ja, Jahrzehnte. Der Nahe Osten lebt seit vielen Jahrzehnten im Rhythmus solcher Angriffe, und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sich eine solche Situation rasch überwinden lässt.

Deshalb ist es wichtig, die Luftverteidigungssysteme weiterzuentwickeln, neue Systeme zu beschaffen, mit unseren Verbündeten zusammenzuarbeiten, Wege zur Entwicklung eigener Luftverteidigungssysteme zu finden und zu verstehen, wie sowohl der russistischen Ballistik als auch den Drohnen begegnet werden kann, deren Zahl – wie wir verstehen – im Verlauf des russisch-ukrainischen Krieges auf beiden Seiten nur weiter zunehmen wird.

Zweitens bedeutet die Entwicklung ukrainischer Städte nicht nur die Eröffnung neuer Parkanlagen oder die Reparatur beschädigter Gebäude. Vor allem bedeutet sie den Aufbau eines Systems von Schutzräumen. Genau das wird meiner Ansicht nach während all dieser Kriegsjahre vergessen.

Denn es ist offensichtlich, dass die Ukrainer – zumindest in den großen Städten unseres Landes – in den kommenden Jahren viele Stunden unter der Erde verbringen müssen. Für viele wird dies die einzige Möglichkeit sein, das eigene Leben und das Leben ihrer Angehörigen zu retten.

Die Wiederherstellung der bereits vorhandenen Schutzräume, die sich faktisch in irgendwelche Keller mit unklarer Zweckbestimmung verwandelt haben, der Bau neuer Anlagen sowie die Notwendigkeit, neue Gebäude – etwa Hotels oder Wohnhäuser – nur dann zu genehmigen, wenn sie über Sicherheitsbereiche verfügen, sind eine dringende Notwendigkeit für das Leben der Ukraine in den 2020er-, 2030er- und vielleicht sogar in den 2040er-Jahren des 21. Jahrhunderts. Man muss das einfach akzeptieren und sich genau auf ein solches Leben und einen solchen Verlauf der Ereignisse einstellen.

Und das ist keineswegs nur ein Gespräch. Wir sehen, dass mit jedem neuen Angriff die Zahl der Menschen zunimmt, die durch das Geschehen immer stärker verängstigt sind und nicht mehr stundenlang darauf warten wollen, dass eine Rakete oder eine Drohne ihr Wohnhaus trifft – selbst in der ukrainischen Hauptstadt.

Schon jetzt reicht der Platz in der Metro von Kyiv nicht mehr für alle aus, die auf den U-Bahn-Stationen Schutz suchen wollen.

Und was wird erst geschehen, wenn die Angriffe noch massiver werden, auch wenn sie seltener erfolgen? Was sollen Menschen tun, die nicht in der Nähe einer Metrostation in Kyiv oder in anderen großen Städten der Ukraine leben, in denen es überhaupt keine U-Bahn gibt?

Warum werden die kommunalen Haushalte nicht gerade für den Bau von Schutzräumen verwendet? Warum leben wir ständig in der Illusion, der Krieg werde in wenigen Monaten vorbei sein und man müsse darüber nicht nachdenken?

Gut, man konnte dieser süßen Illusion vielleicht noch 2022 oder 2023 nachhängen. Doch inzwischen nähert sich bereits die Mitte des Jahres 2026. Und wir sehen die völlig offensichtliche Absicht Russlands, diesen Krieg fortzusetzen – zumindest in Form massiver Angriffe auf die großen Städte der Ukraine.

Im Vorgehen Russlands gibt es – wenn Russland die Ukraine in eine demografische Wüste verwandeln will – eine offensichtliche Logik. Im Handeln der Ukraine hingegen, wenn wir nicht zu einer solchen Wüste werden und uns gegen künftige Angriffe schützen wollen, erkenne ich keine Logik.

Das muss eine gemeinsame Aufgabe der Zentralregierung und der kommunalen Selbstverwaltung sein. Die Menschen müssen verstehen, wie geschützte Städte aussehen sollen – wenn nicht sofort, dann zumindest in naher Zukunft.

Natürlich kann man sich selbst einreden, dass Russland Ende 2026 nicht mehr durchhalten und einem Frieden zustimmen wird – um dann 2027 und 2028 erneut unter russischen Angriffen zu leiden und nach einem Platz zu suchen, den es auf einer Station der Metro von Kyiv gar nicht mehr geben wird.


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Titel des Originals: Нові удари по Києву: Росія продовжує повітряний терор | Віталій Портников. 02.07.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 02.07.2026.
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Moskau brennt nach Drohnenangriffen | Vitaly Portnikov. 18.06.2026.

Die Außenbezirke Moskaus erwachten heute durch einen weiteren massiven Angriff ukrainischer Drohnen. Ziel war die Ölraffinerie in Kapotnja, die bereits vor einigen Tagen von ukrainischen unbemannten Fluggeräten angegriffen worden war. Erneut sah die russische Hauptstadt einen Brand über dieser Raffinerie, die schon vor diesem Angriff gezwungen gewesen war, ihren Betrieb zeitweise einzustellen.

Damit setzt die Ukraine ihren Plan fort, die Möglichkeiten des Energiesektors der Russischen Föderation einzuschränken und in Russland eine echte Treibstoffkrise herbeizuführen.

Dabei sollte man daran erinnern, dass es sich nicht einfach um Treibstoff handelt, der für die Bedürfnisse der russischen Bevölkerung und der russischen Wirtschaft verwendet wird. Es handelt sich vor allem um Treibstoff für die russische Armee, die ihre Besatzung ukrainischer Gebiete und ihre Offensive im Gebiet Donezk fortsetzt. Und natürlich verringert jeder solche Schlag gegen den Energiekomplex der Russischen Föderation diese Möglichkeiten.

Bereits nach dem ersten Angriff auf die Raffinerie in Kapotnja in den vergangenen Wochen sagte ich, dass Präsident Putin zwischen zwei Optionen wählen müsse: Entweder Ölprodukte aus anderen Regionen der Russischen Föderation abzuziehen, damit die Einwohner Moskaus die Folgen der Angriffe auf die lokale Raffinerie nicht spüren, oder Beschränkungen für den Verkauf von Benzin und Diesel an Moskauer Tankstellen einzuführen, so wie dies bereits in anderen Regionen Russlands geschehen ist.

Wie zu erwarten war, entschied sich Putin für die Befriedigung der Bedürfnisse Moskaus. Daher wurden an den Tankstellen der russischen Hauptstadt keine Beschränkungen eingeführt, obwohl die Kraftstoffpreise dort bereits zu steigen begannen.

Dass die russische Führung unter allen Umständen gerade die Interessen Moskaus bevorzugt, ist ein weiteres Zeichen jener Krise, die früher oder später in der Russischen Föderation durch den Gegensatz zwischen den Interessen Moskaus und denen der übrigen russischen Regionen entstehen wird. Denn bekanntlich begannen die Probleme jedes russischen Regimes genau in solchen Krisen, wenn sich alle in Russland davon überzeugten, dass Moskau das Wichtigste sei und die Regionen lediglich ein Anhängsel Moskaus.

Nach dem neuen Angriff auf die Raffinerie in Kapotnja stellt sich die Frage, ob die russische Führung diese Taktik weiterhin aufrechterhalten kann. Während es in den meisten Regionen der Russischen Föderation bereits Probleme mit Treibstoff gibt und an Tankstellen Beschränkungen eingeführt werden, beschränkt sich das Problem in Moskau bislang auf steigende Preise, ohne dass dort irgendwelche Verkaufsbeschränkungen notwendig wurden.

Nach diesem neuen Angriff könnte es jedoch schlicht an Benzin in Moskau fehlen. Die Logistik der Treibstofflieferungen zu den Tankstellen der Hauptstadt könnte in dieser kritischen Situation derart schwierig werden, dass man sich doch zumindest auf vorübergehende Verkaufsbeschränkungen einlassen muss – was natürlich ein ernstes Problem für die russische Führung darstellen würde.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass dies vor dem Hintergrund der Unterzeichnung eines Memorandums zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geschieht. Dadurch entsteht die reale Möglichkeit, dass die Vereinigten Staaten die Lizenz nicht verlängern werden, die es den Staaten des Globalen Südens, insbesondere Indien, erlaubt hatte, russisches Öl zu kaufen, ohne das Risiko amerikanischer Sanktionen eingehen zu müssen.

Russland hat in den vergangenen Monaten die Folgen des amerikanisch-iranischen Krieges voll ausgenutzt und seinen Staatshaushalt mit Dutzenden Milliarden Dollar aufgefüllt, die für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges benötigt werden.

Darüber hinaus führten die ukrainischen Angriffe auf die russischen Raffinerien zu einem erheblichen Anstieg der russischen Ölexporte in die Länder des Globalen Südens. Dieses Öl konnte auf den russischen Raffinerien nicht mehr verarbeitet werden, wohl aber exportiert werden, wodurch Russland Dollar einnahm, mit denen anschließend Erdölprodukte im Ausland gekauft werden konnten.

Doch diese Möglichkeiten könnten nun eingeschränkt werden, weil die Russische Föderation gezwungen sein wird, ihr Öl illegal zu verkaufen.

Zwar kennen wir die beträchtlichen Möglichkeiten der russischen Schattenflotte und auch die Bereitschaft der Länder des Globalen Südens, sich an Grauzonen-Geschäften beim Kauf billigen russischen Öls zu beteiligen.

  • Aber erstens bleibt ein Graumarkt ein illegaler Markt, der nicht dieselben gewaltigen Verkaufsvolumina ermöglicht, die Russland in den vergangenen Monaten erzielen konnte.
  • Und zweitens – und das ist ebenfalls ein ernstes Problem für Moskau – wird der Preis für dieses Öl deutlich niedriger sein, denn wir werden nun alle einen erheblichen Rückgang der Ölpreise auf dem Weltmarkt beobachten.

Sollten die ukrainischen Angriffe auf die Raffinerien der Russischen Föderation in den kommenden Wochen und Monaten erfolgreich bleiben, könnte dies zum Vorboten einer schweren Energiekrise in Russland werden und zu ernsthaften Problemen für die russischen Streitkräfte führen, vergleichbar mit den Schwierigkeiten, die die russische Armee nach dem Verlust des Zugangs zu Starlink erlebte.

Dadurch könnte die Offensive der russischen Armee auf ukrainischem Boden verlangsamt werden, und die russische Führung würde mit realen Problemen bei der Logistik der Treibstoffversorgung der Streitkräfte der Russischen Föderation konfrontiert sein – zusätzlich zu den Schwierigkeiten für die russische Wirtschaft.

All dies schafft die Voraussetzungen für eben jene Krise, die in Zukunft reale Möglichkeiten für einen Verhandlungsprozess über die Beendigung oder zumindest Aussetzung des Krieges an der russisch-ukrainischen Front schaffen könnte.

Mit anderen Worten: Es könnte genau jenes Ergebnis erreicht werden, für das sich die ukrainische Führung bereits seit mehreren Monaten einsetzt.

Wie wir sehen, werden diese Vorschläge im Kreml bislang nicht ernst genommen.

Nicht ernst genommen werden sie gerade deshalb, weil es bislang noch Benzin gibt.


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Titel des Originals: Москва палає від дронів | Віталій Портников. 18.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.06.2026.
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