Der Untergang von Oleschky | Vitaly Portnikov. 25.10.2026.

Загибель Олешків. Віталій Портников. 25.10.2026.

Die Tragödie von Oleschky, dessen letzte Bewohner hungern und keine Chance haben, die Stadt über die verminten Straßen zu verlassen, hat sogar die Aufmerksamkeit der amerikanischen First Lady auf sich gezogen. Um sich vor den für den US-Präsidenten so wichtigen Kongresswahlen nicht mit Trump zu überwerfen, war Putin gezwungen, einer vorübergehenden Waffenruhe und einem humanitären Korridor aus der dem Untergang geweihten Stadt zuzustimmen. Doch wie es ihren Bewohnern gelingen soll, aus dieser zerbombten Falle herauszukommen, weiß heute niemand.

Das Schicksal von Oleschky ist wie das Schicksal der Ukraine. Es ist das, was sie mit uns allen machen würden, wenn sie könnten. Es ist eine Demonstration ihrer heuchlerischen Gleichgültigkeit – wenn die Bewohner eines Gebiets, die für den Anschluss an die Russische Föderation „gestimmt“ haben und zu deren Bürgern erklärt wurden, einfach ihrem Schicksal überlassen werden und sterben sollen, gerade weil ihr Leben für die „Befreier“ niemals einen Wert hatte.

Oleschky stirbt nicht zum ersten Mal. Im Jahr 1728 ging hier die Oleschky-Sitsch infolge innerkosakischer Machtkämpfe unter. Sie war nach der Niederlage im Krieg gegen Moskau und nach der Niederlage Moskaus im Krieg gegen die Hohe Pforte von Anhängern des in Ungnade gefallenen Hetmans Iwan Masepa auf dem Gebiet des Krim-Khanats gegründet worden. Diese Sitsch war das Werk des späteren Hetmans von Dubossary, Kost Hordijenko, der sich Masepa nicht aus persönlicher Ergebenheit angeschlossen hatte (Masepa konnte er nämlich nicht besonders leiden), sondern aus der aufrichtigen Überzeugung, dass die Kosaken unter Moskaus Herrschaft zugrunde gehen würden. Hordijenko gehörte zu den letzten Kosch-Atamanen, die nicht nur versuchten, Moskau zu entkommen, sondern auch die Ukraine von diesem Übel zu befreien. Doch er war gezwungen, sich in der Oleschky-Sitsch niederzulassen. Ihre Zerstörung – nicht durch Moskau, nicht durch den Khan, nicht durch den Sultan, sondern durch die eigenen Kosaken – bedeutete das Ende der politischen Karriere des Hetmans, aber dennoch nicht das Ende der Siedlung selbst. Diese blieb bis zu ihren letzten Tagen dem Erbe der Oleschky-Sitsch verbunden – ukrainisch und ukrainischsprachig. Daran änderten auch die Sowjetisierung und die Umbenennung von Oleschky in Zjurupynsk nichts, zu Ehren eines hier geborenen leninistischen Volkskommissars, eines der Organisatoren der unheilvollen Lebensmittelbeschaffungstrupps und Helden des bolschewistischen Mythos vom unglücklichen Leiter des Volkskommissariats für Ernährung, der in seinem eigenen Büro Hunger leidet – ein wunderbarer Beweis für die Effizienz der revolutionären Macht!

Doch die wichtigste Persönlichkeit für Oleschky war keineswegs ein Mitstreiter des ersten sowjetischen Führers, sondern eine bescheidene Einwohnerin, die hier ihr ganzes schwieriges Leben während der Epoche Zjurupynsks verbrachte – die Künstlerin Polina Rajko, die ihr kleines Häuschen in eine Märchenwelt verwandelte. Dieses unglaubliche Häuschen, von dem ich nur eine Nachbildung im Kyiver Mystezkyj Arsenal gesehen habe, steht mir noch immer vor Augen. Doch am 6. Juni 2023 sprengten die Russen den Damm des Kachowka-Wasserkraftwerks. Das Häuschen mit all seinen Wandmalereien ging unter. Und Oleschky ging erneut unter. Was danach kam, war nur noch ein Todeskampf – die Stadt unter Wasser, die Flucht der Bewohner, die Tragödie der Zurückgebliebenen, Minen, Drohnen, Hunger … Und die Russen? Was kümmern die Russen schon eine weitere ukrainische Siedlung, das Unglück ihrer Bewohner, der Hunger alter, gebrechlicher Menschen? Sie überfluteten die alte Stadt, zerstörten ihre Seele, die in Rajkos einzigartigen Wandmalereien bewahrt geblieben war, und sahen gleichgültig zu, wie die letzten Bewohner von Oleschky Hunger litten. Denn Oleschky ist für diesen Heuschreckenschwarm, wie das gesamte besetzte Gebiet Cherson, nichts weiter als ein Brückenkopf. So wie auch die Ukraine nichts weiter als ein Brückenkopf ist. Wie sie in den 1930er-Jahren den Holodomor organisierten und den Hunger in der Ukraine beobachteten, die für sie ein „Getreidebrückenkopf“ und ein Geldreservoir für die weitere Expansion nach Westen war, so ist es auch heute – Hunger, Gleichgültigkeit, Pläne für neue Kriege. In hundert Jahren haben sie sich selbst ohne Kommunismus nicht weiterentwickelt, sondern sind verkommen. Obwohl man meinen könnte: Wie kann man nach einer derart grauenhaften Diktatur überhaupt noch weiter verkommen? Doch, das geht!

Melania Trump ist im entscheidenden Moment noch in der Lage, den Bewohnern einer kleinen ukrainischen Stadt zu helfen, sich vor dem Hungertod zu retten, obwohl wir noch nicht wissen, was das tatsächliche Ergebnis ihrer Initiative sein wird. Doch die Ukraine selbst können weder Melania noch ihr Mann retten.

Nur die Ukrainer selbst können verhindern, dass der Heuschreckenschwarm die Ukraine in seine Gewalt bringt. Denn am traurigen Schicksal von Oleschky wissen wir bereits, was danach kommen wird.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Загибель Олешків. Віталій Портников. 25.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 25.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Die Wahrheit über das Leben unter russischer Besatzung. Gavrylko Nick. 20.10.2026.

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Ein langjähriger Freund von mir befand sich auf besetztem Gebiet, als die „Volksmiliz“ und die moskowitischen „Freiwilligen“ kamen. Fragen Sie nicht, wo und wann. Es gibt gewichtige Gründe, diese Informationen nicht preiszugeben.

Das Erste, was sie taten: Die Teilnehmer der Antiterroroperation (ATO), Aktivisten, Mitglieder proukrainischer Parteien und Freiwillige, die damals nicht rechtzeitig daran gedacht hatten, das Gebiet zu verlassen, wurden aufgrund von Denunziationen durch die sogenannten „Wartenden“– derjenigen, die auf die Russen gewartet hatten – zusammengetrieben und aus dem Ort gebracht. Danach hat sie niemand mehr gesehen.

Es wurden Führungspersonen aus der örtlichen Bevölkerung eingesetzt, ukrainische Bücher in den Bibliotheken und ukrainische Schulbücher in den Schulen verbrannt. Es wurde eine „Filtration“ durchgeführt. Das heißt, ein Teil der Einwohner, der seine Loyalität nicht nachweisen konnte oder einfach nur ein „bereinigtes“ Handy hatte, landete in einem Kellergefängnis. Einige von ihnen wurden später ebenfalls weggebracht, und auch sie hat danach niemand mehr gesehen oder etwas von ihnen gehört.

Lehrer aus Moskowien wurden hergebracht. Sie übernahmen die Leitung mehrerer Schulen und Kindergärten des Ortes. Viele einheimische Lehrer stellten auf den von den Moskowitern mitgebrachten „aktualisierten Lehrplan“ um.

Von Zeit zu Zeit kam es zu Vergewaltigungen und Plünderungen. Von Zeit zu Zeit betranken sich die „Befreier“ hemmungslos und schossen in die Luft, auf Katzen, Hunde und Hühner. Zwei- oder dreimal veranstalteten sie Schießereien und Spritztouren mit beschlagnahmten Autos.

Der Ort ist noch immer besetzt. Mein Freund ist schon vor langer Zeit, noch vor Beginn der groß angelegten Invasion, weggegangen und hat dabei alles verloren, was er besaß. Jetzt dient er in den Streitkräften der Ukraine, ebenso wie einige weitere Angehörige seiner Familie.

Warum erzähle ich das alles? Damals hatten die Moskowiter noch nicht so viele Verluste erlitten. Damals wurden ihre Städte, Ölraffinerien, Handelsketten und Rechenzentren noch nicht angegriffen. Damals gab es unter ihnen noch nicht so viele, die Angehörige im Krieg verloren hatten, die uns abgrundtief hassen und ihre Kinder – sowohl die eigenen als auch die Kinder in den besetzten Gebieten – in diesem Hass erziehen. Wenn sich jemand einen Frieden durch Zugeständnisse vorstellt, muss ich ihn enttäuschen: Einen solchen Frieden werden sie uns nicht gewähren. Und bitten Sie nicht darum, hoffen Sie nicht darauf, glauben Sie nicht daran. So etwas gibt es schlichtweg nicht.

Unser Staat ist korrupt, stellenweise durch und durch verrottet, stellenweise dumm, ungerecht und unehrlich. Aber er ist das einzige Hindernis zwischen uns und diesem tollwütigen, giftigen Dreck. Ja, ja, genau der Staat, zu dem die ukrainischen Verteidigungskräfte gehören, einschließlich der Streitkräfte der Ukraine. Und wir müssen diesen Staat gerade als Hindernis retten und bewahren: als Mauer, als Schutzwall und als Wassergraben voller Krokodile, der uns vor der Vernichtung schützt.

Wenn der Staat standhält, werden wir die Chance haben, ihn zu heilen. Wenn nicht, wird es uns nicht mehr geben. Höchstens noch in der Diaspora, über die ganze Welt verstreut – diejenigen, die es rechtzeitig schaffen.

Das Fazit: Niemand bietet uns Frieden an, nicht einmal eine Kapitulation. Was uns angeboten wird, ist, uns selbst, unsere Familien und unsere Nation der Willkür skrupelloser Schlächter auszuliefern, denen das Blut das Gehirn zerschmolzen hat. Oder eben zu kämpfen und/oder für die Verteidigung dieses beschissenen Staates zu arbeiten. Finden Sie heraus, wo Ihr Platz in dieser Situation ist. Denn diese Situation wird noch lange andauern.

Kommentare

  1. Genau so ist es. Ein Mann, mit dem ich noch vor meiner Verletzung in unserem Schwarzmeerhafen zusammengearbeitet habe, zog später in die Region Cherson. 2022 geriet er unter russische Besatzung. Anfang 2024 konnte er ausreisen. Wir haben uns getroffen, und er erzählte mir, was dort geschehen war. Er ist anders als ich, der ich mein ganzes Leben lang einen tiefen Hass auf die russischen Sumpfbewohner in mir trage. Er ist ein ganz gewöhnlicher Mensch, dem wegen seiner Ansichten eigentlich nichts drohte. Aber er hat trotzdem einiges abbekommen. Er konnte sich nur knapp retten.
  2. Den Katsapen ist das egal. Sie mögen nicht einmal Russischsprachige, nennen sie Verräter. Was soll man da erst über Soldaten, Patrioten und die Familien von Militärangehörigen sagen?
  3. Mit wie vielen Menschen habe ich schon über dieses Thema gesprochen – von fanatischen Rentnern, die auf die Russen warten, bis hin zu den Ehefrauen von Wehrdienstverweigerern. Russland wird euch nicht verschonen, träumt nicht einmal davon. Sie werden euch wegen eines Huhns oder eines Äpfelchens erschießen, wenn sie in eure Stadt kommen. Euer Mann wird als Kanonenfutter an die Front geschickt, und euch werden die Zähne ausgeschlagen und die Nieren kaputtgeschlagen, wenn ihr es wagt, mit den Russen über seine Einberufung zu streiten. Übrigens frage ich solche Leute oft, wie es damals war, „NATO raus!“ zu schreien.
  4. Ich habe eine Cousine zweiten Grades, die in Bachmut geblieben ist. Sie wollte nicht wegfahren. Am Ende wurde sie von Wagner-Söldnern vergewaltigt. Als sie zur russischen Kommandantur kam und anfing, „Gerechtigkeit“ zu verlangen – denn, man stelle sich vor, ihre Eltern waren russische Staatsbürger, also war auch sie Russin, und trotzdem hatte man sie vergewaltigt –, wurde sie deswegen in ein Filtrationslager bei Mariupol gesteckt. Man machte sie zur Alkoholikerin und psychisch Kranken, steckte sie in eine Zwangsbehandlung und brachte sie irgendwohin nach Sibirien, angeblich in die Oblast Tomsk. Sie hat in Russland eine leibliche ältere Schwester. Vor zwei Jahren konnte ich noch Kontakt zu ihr aufnehmen. Sie antwortete mir: „Was kann ich denn machen, wenn Lena (diese Schwester aus Bachmut) säuft und solche schrecklichen Sachen erzählt? Sie ist doch völlig unzurechnungsfähig.“ Als ich sie fragte: „Du willst also deiner eigenen leiblichen Schwester NICHT glauben, sondern glaubst einem Kerl vom FSB und der russischen Propaganda? Worüber reden wir dann überhaupt noch? Lebt dort eben mit dem Wissen, dass deine Schwester vergewaltigt und psychisch zugrunde gerichtet wurde. Aber HAUPTSACHE, du glaubst Putin!“ Danach habe ich keinen Kontakt mehr aufgenommen. Deshalb weiß ich NICHT, was aus Lena geworden ist und ob sie noch lebt. Aber ich hatte sie GEBETEN, Bachmut zu verlassen. Ich wollte hinfahren und sie zu mir holen. Sie lehnte damals kategorisch ab. Ihr Argument war ausgerechnet: „In der DVR leben doch auch Menschen. Warum sollte ich also aus Papas Haus fliehen?“ Und so ist sie nicht geflohen!
  5. Hier ist eine dieser Geschichten aus unserem Rajon Polohy. Serhij Foschtschan. Russische Sicherheitskräfte verschleppten ihn in den ersten Tagen der groß angelegten Invasion aus dem Dorf Fedoriwka im Rajon Polohy. Danach verließ Serhijs Familie Fedoriwka und zog nach Saporischschja, wo sie begann, für seine Rückkehr nach Hause zu kämpfen. Serhij gilt seit mehr als vier Jahren als vermisst und weiß nicht, dass er keine nächsten Angehörigen mehr hat. Seine Frau Natalija, seine 16-jährige Tochter Polina und seine Schwiegermutter Wira Sihajowa wurden am 10. Oktober 2026 von den Russen bei Angriffen mit gelenkten Fliegerbomben auf Saporischschja getötet.“
  6. Und im Nachbardorf Kinski Rosdory verschwand ebenfalls spurlos ein einheimischer Landwirt (leider erinnere ich mich nicht mehr an seinen Namen), bei dem wir zu Beginn der Besatzung Weizen kauften, um ihn zu mahlen und daraus etwas zu backen. Denn es gab kein Brot mehr – die Besatzer hatten die Geschäfte geplündert.
  7. Ebenfalls im Mai 2022 folterten die russischen Dreckskerle den Eisenbahner Roman Semenenko zu Tode, der am Bahnhof Polohy als Diesellokomotivführer arbeitete. Sein Großvater und seine Großmutter, Hryhorij Juchymowytsch und Marija Juchymiwna Semenenko, waren in meiner Kindheit unsere Nachbarn. Roman hatte gemeinsam mit einer Gruppe von Einwohnern versucht, den Besatzern Widerstand zu leisten. Gut, dass der Großvater und die Großmutter diese Ereignisse nicht mehr erleben mussten, bei Gott. Sie hatten am Zweiten Weltkrieg teilgenommen. Hryhorij Juchymowytsch kam am 9. Mai in unsere Schule und hielt vor den Schülern Reden. Nicht einmal in ihren schlimmsten Albträumen hätten sie sich vorstellen können, dass ihr Enkel von den Besatzern unserer Zeit getötet werden würde.

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Autor: Gavrylko Nick
Veröffentlichung: 20.10.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Trump geht auf Zelensky los | Vitaly Portnikov. 16.10.2026.

Vor dem Hintergrund der Verschärfung der amerikanisch-ukrainischen Beziehungen nach dem Dieselgeschäft zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, hat Donald Trump in seinem Interview mit dem Fernsehsender Newsmax den ukrainischen Präsidenten erneut scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, den Krieg mit Russland nicht beenden zu wollen.

Man kann sagen, dass dies eine weitere Runde von Trumps Vorwürfen gegen Zelensky ist, in der alles enthalten ist, was wir bereits bei früheren Äußerungen des amerikanischen Präsidenten über den ukrainischen Präsidenten gehört haben. Dass Volodymyr Zelensky keinen Frieden mit Russland aushandeln wolle. Dass die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation eine regelrechte Schande seien, weil sie nur dazu beitrügen, die Ölpreise weltweit in die Höhe zu treiben. Und sogar, dass die Ukrainer selbst Zelensky vorwerfen würden, er habe die heutige Situation im Land herbeigeführt. Dabei beruft sich Trump auf ein Interview mit irgendeiner Frau, das er angeblich im Fernsehen gesehen hat.

Viele glauben, dass es sich bei dieser Frau um Zelenskys ehemalige Pressesprecherin handeln könnte, die berüchtigte Julia Mendel, die dafür bekannt ist, auf westlichen Fernsehsendern, vor allem solchen, die mit ultrarechten politischen Strömungen verbunden sind, hartnäckig russische Propagandanarrative zu verbreiten. Es könnte sich aber auch um irgendein beliebiges Interview handeln. Und vor allem könnte Trump jede beliebige Information erfunden haben, die er für seinen Auftritt im Fernsehen brauchte.

Aber meiner Meinung nach sollten wir, wenn wir darüber sprechen, was Trumps Äußerungen zeigen, vor allem nicht darauf achten, was er über Zelensky sagt, sondern darauf, was er über Putin nicht sagt. Der amerikanische Präsident hat in diesem Interview erneut die ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation erwähnt, aber mit keinem einzigen Wort die russischen Angriffe auf Wohnviertel in Kyiv und anderen ukrainischen Städten, die russischen Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine oder den Wunsch des russischen Präsidenten, auf dessen Bekanntschaft Trump so stolz ist, die Ukraine erfrieren zu lassen. Überhaupt kein einziges Wort der Verurteilung Putins haben wir von Trump in diesem Interview gehört, ebenso wenig wie in vielen seiner früheren Äußerungen. Und genau das macht den amerikanischen Präsidenten zumindest zu einem propagandistischen Komplizen des russischen Präsidenten.

Ganz zu schweigen davon, dass zahlreiche Behauptungen Trumps, wie es bei seinen Fernsehauftritten immer wieder der Fall ist, schlicht nicht der Wirklichkeit entsprechen. Die ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation wirken sich praktisch überhaupt nicht auf die Ölpreise aus. Diese hängen vielmehr mit dem Fiasko des amerikanischen Präsidenten in seinem Krieg gegen den Iran zusammen, mit Trumps Unfähigkeit, die Möglichkeit einer iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus vorauszusehen, und mit Trumps Unfähigkeit, dieses Problem zu lösen – sowohl vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten, deren Ergebnisse der amerikanische Präsident so sehr fürchtet, als auch nach diesen Wahlen. Man kann sagen, dass nicht nur Trump, sondern die Vereinigten Staaten in eine regelrechte wirtschaftliche Falle geraten sind, aus der sie möglicherweise noch lange nicht herauskommen werden. Das wird sich auf den Wohlstand dieses Landes und natürlich auf sein geopolitisches Gewicht auswirken. Die Feinde der Vereinigten Staaten, die Feinde der Demokratie, haben ein Instrument zur Einflussnahme gefunden. Aber dafür sollte man ganz sicher nicht Zelensky verantwortlich machen.

Wir kennen den Menschen, der unmittelbar dafür verantwortlich ist. Es ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Und ja, das ist eine regelrechte geopolitische Katastrophe, deren Zeugen wir alle sind und die sich auf die Möglichkeiten der Ukraine im Krieg gegen einen grausamen Aggressor auswirkt, der darüber hinaus auch ein Verbündeter des Iran ist. Aber auch das erwähnt Trump niemals. Und wenn er direkt nach den Verbindungen Russlands und Chinas zum Iran und einer möglichen Unterstützung Teherans durch Moskau und Peking gefragt wird – was auf einem so unterwürfigen Sender wie Newsmax natürlich nicht geschehen wird –, lässt er diese Fragen einfach unbeantwortet oder sagt, dass er nicht an eine solche mögliche Unterstützung glaube. Nun, den Behauptungen von Julia Mendel oder irgendeiner anderen Propagandistin, die Zelensky die Schuld gibt und Putin nicht, glaubt er. Aber an die offensichtlichen Tatsachen, die vom russischen Präsidenten Putin und anderen russischen Beamten im Grunde selbst verkündet werden, nämlich ihre Unterstützung für den Iran, glaubt er nicht. Jeder glaubt das, was ihm gelegen kommt, besonders wenn es sich um einen Menschen wie Trump handelt.

Und diese Behauptungen des amerikanischen Präsidenten erinnern im Grunde an das, worüber ich bereits mehrfach gesprochen habe, als ich frühere Äußerungen Trumps kommentierte. Wir befinden uns in einer Situation heftiger politischer Turbulenzen, die mit Trumps tatsächlichen Befürchtungen darüber zusammenhängen, was nach den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress geschehen könnte, falls es den Demokraten gelingt, die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückzugewinnen, und insbesondere, falls es den Demokraten gelingt, die Kontrolle über den Senat zurückzugewinnen. Denn nur Trump selbst kann wissen, welche vernichtenden Informationen die Untersuchungsausschüsse im Kongress erhalten werden, wenn sie eingesetzt werden und die Tätigkeit des amerikanischen Präsidenten und seines engsten Umfelds in der Zeit nach Trumps Rückkehr ins Oval Office untersuchen. Und wie viele weitere sensationelle Enthüllungen die beunruhigte Welt im Zuge dieser Untersuchungen noch erfahren wird.

Und Trump versucht mit aller Kraft, dies zu verhindern und noch vor den Zwischenwahlen viele andere für ihn wichtige Probleme zu lösen, insbesondere solche, die mit seinen besonderen Beziehungen zu Putin zusammenhängen. Genau deshalb befinden wir uns in einer Situation politischer Turbulenzen. Genau deshalb versucht Trump, das Unerreichbare zu erreichen: beispielsweise die Kapitulation der Ukraine vor Russland zu russischen Bedingungen, ohne auch nur zu begreifen, dass der Präsident der Russischen Föderation keine Kapitulation, sondern die Vernichtung des Nachbarstaates will. Und er benutzt Trump einfach dazu, diesen Vernichtungsprozess mit geringeren Verlusten durchzuführen, als sie derzeit entstehen, wenn die Infrastruktur des Aggressorstaates angegriffen wird, das Trump als ein Land betrachtet, das den Krieg unbedingt gewinnen muss.

Denn auch darüber spricht der amerikanische Präsident in seinem Interview mit dem ultrarechten amerikanischen Fernsehsender, wenn er betont, dass Russland mehr Menschen und Ressourcen habe als die Ukraine und dass die Ukraine schon deshalb offenbar vor der Russischen Föderation zu den Bedingungen seines Partners Putin kapitulieren müsse. Aber auch das haben wir von Donald Trump buchstäblich seit den ersten Tagen nach seiner Rückkehr ins Oval Office gehört, wohin er zurückgekehrt ist, um völlig neue Ziele und Werte in der Politik der Vereinigten Staaten von Amerika zu verkünden.


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Titel des Originals: Трамп наїхав на Зеленського | Віталій Портников. 16.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.10.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Angriff auf die Akademie der Wissenschaften | Vitaly Portnikov. 28.09.2026.

Selbst vor dem Hintergrund der täglichen, praktisch ununterbrochenen Angriffe Russlands auf Kyiv und andere ukrainische Städte ist der heutige Angriff auf die Akademie der Wissenschaften der Ukraine, auf ihr Gebäude, eine anschauliche Illustration dessen, was man in Moskau tatsächlich zu erreichen versucht.

Natürlich möchte ich zunächst den Angehörigen und Nahestehenden der Opfer auch dieses Angriffs mein aufrichtiges Beileid aussprechen, ebenso den Opfern des gleichzeitig erfolgten Angriffs auf ein Geschäftszentrum in Dnipro und all jenen, die unter den Angriffen leiden, die in diesen Tagen stattfinden.

Aber wir verstehen sehr gut die gesamte Symbolik des russischen Angriffs mitten auf das historische Zentrum Kyivs, auf ein Gebäude, das eines der wichtigen Symbole sowohl der ukrainischen Staatlichkeit als auch, wenn Sie so wollen, der zivilisatorischen Entwicklung eines jeden Landes ist. Ein Angriff auf das Gebäude der Akademie der Wissenschaften erinnert daran, dass der Feind versucht, die Staatlichkeit selbst, die, wenn Sie so wollen, zivilisatorische Ordnung des Landes zu zerstören, gegen das er Krieg führt.

Und vor dem Hintergrund dieses Angriffs klingt die Erklärung von Putins Pressesprecher durchaus symbolisch, der betont, die Ukraine müsse ihren Preis für das zahlen, was in den vergangenen Monaten geschehen sei – also für die Zerstörung russischer Infrastruktur, die dem Krieg dient.

Im Kreml versucht man nicht einmal irgendwie zu verbergen, dass man einen völlig geplanten, bewussten Terror gegen die Zivilbevölkerung betreibt. Und dass Russland aus Sicht Putins und seines Umfelds das Recht hat, diesen Terror auszuüben. Russland hat das Recht, mit seinen Truppen das Territorium eines Nachbarlandes zu besetzen. Russland hat das Recht zu töten, zu vergewaltigen und zu plündern, weil es ein ‚echter‘ Staat sei, während die Ukraine eine rebellische Provinz dieses Staates sei, die man einfach in ihre Schranken weisen und daran erinnern müsse, dass ihr Territorium Putins Territorium sei, das Territorium des sogenannten historischen Russlands. 

Und natürlich kann es auf einem solchen Territorium keine Akademie der Wissenschaften geben. Es kann dort keine staatlichen Zentren geben. Das alles seien Erfindungen der Bolschewiki. Das Land sei von Lenin geschaffen worden. 

Nun, wir haben uns in diesen schrecklichen Jahren des Versuchs, den ukrainischen Staat zu vernichten, genug von diesem Unsinn angehört – von Putin ebenso wie von anderen russischen Machthabern und Propagandisten. Und wir verstehen sehr gut den Unterschied zwischen einer Ölraffinerie oder einer Fabrik, in der Waffen hergestellt werden, und einer Akademie der Wissenschaften.

Die Zerstörung der Kapazitäten einer Ölraffinerie verringert die Möglichkeiten der Wirtschaft, für den Krieg zu arbeiten. Ein Angriff auf das Gebäude der Akademie der Wissenschaften ist schlicht gewöhnlicher, demonstrativer, kaltblütiger Terror. Ebenso wie die Angriffe auf Wohnviertel Kyivs, ebenso wie die Angriffe auf Einkaufszentren, wie jeder derartige Angriff mitten im Zentrum einer friedlichen Stadt oder an ihrem Stadtrand. Und der Terror ist, wie wir sehen, nicht nur unverhohlen, sondern demonstrativ: Man versucht nicht einmal mehr, den Anschein zu erwecken, irgendwelche militärischen Objekte anzugreifen.

All das geschieht vor allem aus Wut. Putin sieht, dass seine Armee nicht in der Lage ist, die Aufgaben zu erfüllen, die er ihr gestellt hat. Mehr noch: An bestimmten Frontabschnitten verliert sie die Initiative, zieht sich zurück und lässt Soldaten zurück, die in Gefangenschaft geraten, wie es bei Lyman geschieht. Und wir wissen nicht, was Putin Xi Jinping versprochen oder Trump erzählt hat und in welchem Maße seine Versprechen und seine Lageeinschätzungen inzwischen nicht mehr mit der Realität übereinstimmen.

Und gerade deshalb versucht der russische Staatschef, der nicht in der Lage ist, die Ukraine auf dem Schlachtfeld zu besiegen und zu beseitigen, die Ukrainer davon zu überzeugen, dass sie keine andere Wahl hätten, als vor dem Feind zu kapitulieren. Und damit dies für jeden offensichtlich wird, erfolgen solche Angriffe, dieses kaltblütige Erschießen von Menschen, diese Versuche, für die Ukraine symbolträchtige Objekte zu zerstören.

Es überrascht mich nicht einmal sonderlich, dass es nach dem Angriff auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Kyiver Höhlenkloster, nach dem Angriff auf den Mystezkyj Arsenal nun auch einen Angriff auf das Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften gegeben hat. Aber erinnern wir uns daran: Als es Angriffe auf das Höhlenkloster und den Mystezkyj Arsenal gab, als Geschosse in der Umgebung der Sophienkathedrale einschlugen, versuchten die Russen zu behaupten, sie hätten solche Angriffe überhaupt nicht durchgeführt und es sei das Werk der ukrainischen Luftverteidigung gewesen. Jetzt versucht man nicht einmal mehr, den Anschein zu erwecken, dass sie es nicht gewesen seien und dass dies irgendwie mit der Luftverteidigung zusammenhänge, weil es leider bislang keine Möglichkeit gibt, auf russische Angriffe mit strahlgetriebenen Drohnen so effektiv zu reagieren. Ich hoffe, dass solche Möglichkeiten in den kommenden Wochen oder zumindest Monaten entstehen werden.

Aber gerade deshalb müssen wir sehr genau verstehen, dass die Treffer genau dort erfolgen, wohin die russischen Militärs sie lenken, dass Putin sich geradezu freut, wenn er die Angriffe auf das historische Zentrum Kyivs und auf symbolträchtige Gebäude im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt sieht, und dass dies eine vollkommen systematische, menschenfresserische Arbeit zur Einschüchterung der Zivilbevölkerung ist. Sie soll die Menschen davon überzeugen, dass sie auf die Regierung einwirken müssen, damit diese nicht einmal daran denkt, sich den revanchistischen Plänen Putins, Lawrows, Peskows und all jener zu widersetzen, die selbst jetzt nicht mehr von irgendeiner Beendigung des Krieges sprechen, sondern ausschließlich von einer Bestrafung der Ukrainer dafür, dass sie es gewagt haben, sich dieser menschenverachtenden Invasion zu widersetzen.

Aber mir scheint, dass inzwischen jeder versteht, welchem Ausmaß an Bosheit und Grausamkeit er gegenübersteht. Versucht man, vor einer solchen Bosheit und einer solchen Grausamkeit zu kapitulieren, stirbt man nicht durch eine Drohne, sondern durch eine Kugel der Rosgwardija – so wie es in Kyiv bereits der Fall war, als zu verschiedenen historischen Zeiten russische Truppen auf seinen Straßen erschienen und das Blut auf diesen Straßen buchstäblich in Strömen floss.

All diese Verbrechen, die die Russen bereits vor unseren Augen in Butscha und in anderen Städten und Ortschaften des Kyiver Gebiets begangen haben, würden dann hundertfach vervielfacht werden, während man im Kreml erklären würde, dies sei als Antwort auf die ukrainische Dreistigkeit geschehen und es finde lediglich eine „Filtration“ der Bevölkerung statt.

Mit solchen Unmenschen haben wir es im 21. Jahrhundert zu tun. Mit Unmenschen, die nichts vergessen und nichts gelernt haben.


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Titel des Originals: Удар по Академії наук | Віталій Портников. 28.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 28.09.2026.
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Baturyn | Vitaly Portnikov. 27.09.2026.

Батурин. Віталій Портников. 27.09.2026.

13 November 1708. Truppen unter dem Kommando von Alexander Menschikow, einem Günstling des Zaren, nehmen die Hetman-Hauptstadt Baturyn ein. Demonstrativ und mit besonderer Grausamkeit brennen sie die Stadt nieder und töten sämtliche Zivilisten – selbstverständlich ohne sich dafür zu interessieren, wer im Krieg den Zaren und wer den Hetman unterstützt hatte.

Eine solche Ermordung der Zivilbevölkerung ist eine übliche Taktik des Moskauer Staates. Natürlich begann bereits die Geschichte dieses Staates als eigenständiges Gebilde – damals noch mit seinen Zentren in Susdal und Wladimir an der Kljasma – mit der Verwüstung Kyivs durch Truppen, die Fürst Andrei Bogoljubski, der Sohn Juri Dolgorukis, zusammengezogen hatte. Zeitgenössische Chronisten beschrieben mit Erstaunen die Plünderung der Stadt, die Vergewaltigung von Frauen, die Ermordung der Zivilbevölkerung und das Niederbrennen von Kirchen. Dabei erhob Bogoljubski selbst – genau wie heute Putin – nicht einmal Anspruch auf die Herrschaft in Kyiv und überließ die Hauptstadt der Rus der Herrschaft seines Bruders Gleb. Dieses wilde Pogrom machte deutlich, dass Kyiv für die Herrscher von Salessje endgültig zu einer fremden Stadt geworden war, die man nur noch plündern und zerstören konnte. „Mit Andrei Bogoljubski trat der Großrusse zum ersten Mal auf die historische Bühne.“

Am 8. Februar 1918 marschieren die Bolschewiki unter der Führung Michail Murawjows in Kyiv ein. Die Roten entfesseln in der Stadt einen regelrechten Terror und erschießen Tausende Menschen – und keineswegs nur Soldaten der ukrainischen Armeen. Sie plündern, vergewaltigen und legen Feuer.

Deshalb ist an den neuen Angriffen auf Kyiv, an Putins Versuch, die ukrainische Hauptstadt zu einer Frontstadt zu machen, nichts neu oder auch nur überraschend. Die Ukraine durch die Zerstörung ihrer Hauptstadt dazu zu zwingen, ihren Widerstand aufzugeben, ist ein Klassiker der russischen Vorstellung von „Sieg“. Im Jahr 1708 war das kleine Baturyn die Hauptstadt des im Entstehen begriffenen Hetman-Staates – und es wurde praktisch dem Erdboden gleichgemacht: Die Stadt, die wir heute besuchen, ist bereits eine neue Siedlung auf den Ruinen dieses Pogroms. 1918 dagegen war Kyiv die ukrainische Hauptstadt, und heute ist es das ebenfalls – deshalb versucht man gerade diese Stadt zu zerstören, und zwar demonstrativ.

Warum gerade die Hauptstadt? Russland ist ein auf seine Hauptstadt zentrierter Staat. Dabei geht es nicht um Moskau an sich, sondern darum, wo sich der Sitz des Herrschers befindet. Wir sagen, dass sich alles um Moskau dreht – doch bevor die Bolschewiki die Hauptstadt nach Moskau verlegten, drehte sich alles um Sankt Petersburg beziehungsweise Petrograd. Die Bolschewiki ergriffen in der Hauptstadt die Macht, und jeglicher Widerstand Moskaus hatte bereits keinerlei wirkliche Bedeutung mehr – es begann der „triumphale Siegeszug der Sowjetmacht“. 1991 unterstützte Moskau Jelzin und nicht die Putschisten im Kreml – und die faktische Unterstützung der Revanche durch die Machthaber in der russischen Provinz half den Putschisten nicht.

Russland betrachtet andere Staaten als Gebilde, die um ihre jeweiligen Hauptstädte herum aufgebaut sind. Kyiv zu zerstören bedeutet aus dieser Sicht, die Ukraine zu zerstören. Kyiv einzuschüchtern bedeutet, die Ukraine einzuschüchtern. Deshalb plante Putin seinen Blitzkrieg gerade als Eroberung Kyivs, weil er überzeugt war, dass nach einem Austausch der Regierung in der Hauptstadt die gesamte Ukraine den Kollaborateuren die Treue schwören würde – so wie ganz Russland stets demjenigen die Treue schwor, der in Moskau oder Petersburg die Macht ergriffen hatte, selbst wenn es sich um einen offensichtlichen Usurpator handelte.

Natürlich ist es beängstigend, in Baturyn zu leben, auf das die Armee des rasenden Menschikow zumarschiert. Es ist beängstigend, in Kyiv zu leben, auf das russische Drohnen und Raketen gerichtet sind. Aber die Ukraine ist größer als Kyiv. Die Ukraine ist keine Stadt, nicht einmal ein Territorium, das von Andersdenkenden „gesäubert“ werden soll. Sie ist die Idee eines Volkes und seiner Freiheit.

Und das zu verstehen ist den Russen – von Andrei Bogoljubski bis Wladimir Putin – schlicht nicht gegeben.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Батурин. Віталій Портников. 27.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 27.09.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Hunger unter russischer Besatzung: Die Katastrophe von Oleschky. Marila Semenchenko. 11.09.2026.

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Er erzählt: „Es gibt keine Lebensmittel: kein Mehl, kein Öl, kein Getreide, keine Konserven, keinen Zucker, keinen Tee, keinen Kaffee. Keine Milch, keine Eier. Nichts. Manchmal gelingt es, ein paar Gläser Getreide einzutauschen. Oder jetzt ist es gelungen, Margarine aus dem Jahr 2021 zu kaufen, die ist also schon fünf Jahre alt. „Wir hatten hier einen Betrieb, der wurde bombardiert, später wurde er überflutet, aber der Keller blieb unversehrt. Jemand hat dort alte Margarine gefunden und sie auf den Markt gebracht … Ich habe sie aufgeschnitten – innen ist sie mehr oder weniger in Ordnung, man kann sie essen. Ich habe vorerst noch ein paar Kartoffeln und Tomaten, aber nur wenige. Zwiebeln und Karotten sind nichts geworden“.

Ich löchere ihn mit dummen Fragen über die Vorbereitungen auf den Winter. Was für Vorbereitungen auf den Winter denn, sagt er. Ich habe Kräuter getrocknet. Und was sollen wir sonst machen, wenn es nichts gibt? Die Frage ist nicht, wie wir den Winter überleben sollen, sondern wie wir den Herbst überleben sollen …

Ich frage nach Portulak: Ich habe gelesen, dass die Leute ihn kochen. Ja, sagt er, sie kochen ihn. Im Gebiet Cherson nennt man Portulak „Hladun“, weil er glatt und „fleischig“ ist. Für sich selbst kocht er noch keinen Portulak, aber für seinen Hund und sein Kätzchen. Er sagt, früher seien Rudel verwilderter, hungriger Hunde durch die Straßen von Oleschky gelaufen, die alle Katzen aufgefressen hätten, aber inzwischen gebe es fast keine mehr – sie seien verhungert. Die Hunde, die noch übrig sind, schleppen die Leichen toter Russen auseinander. Er habe gesehen, wie ein wilder Hund etwas wegschleppte, das wie ein Bein aussah.

Er erzählt, manche Menschen würden ihre Hunde vergiften, weil sie nichts hätten, womit sie sie füttern könnten, und nicht wollten, dass die Tiere leiden und verhungern.

Er sagt, dass Drohnen ständig Jagd auf Menschen machen. Viele Nachbarn und Bekannte seien auf diese Weise ums Leben gekommen – sie arbeiteten im Garten oder gingen die Straße entlang – und das war’s. Jedes Verlassen des Hauses kann das letzte sein. Selbst wenn man nur in den Garten geht. Selbst wenn man nur Wasser holen will.

Und dann sagt er plötzlich zu mir: „Weißt du, ich habe die ganze Zeit so große Lust auf Sahneeis. Ich träume sogar davon …“

Bei den Worten über das Eis haut es mich einfach völlig um.

Freunde, in Oleschky herrscht eine Katastrophe. Ich habe bereits im Frühjahr über den Hunger und die Probleme bei der Evakuierung geschrieben, inzwischen hat sich die Lage nur noch verschlimmert, und der Winter steht bevor. Die Menschen haben buchstäblich keine Lebensmittel, keine Hygieneartikel, kein Gas und keine Medikamente mehr. Die Stadt ist abgeriegelt – alles ist vermint, die Menschen werden von Drohnen angegriffen. Zuletzt wurde am 28. Mai etwas nach Oleschky gebracht (!!!). Vor einigen Tagen verbreitete sich im Internet ein Video aus russischen Kanälen, auf dem zu sehen war, wie sie mehrere Fahrzeuge angriffen, die Lebensmittel nach Oleschky brachten.

Die Menschen sind völlig ohne Ausweg und verzweifelt.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was man tun und wie man helfen kann. Lasst uns die Freiwilligen unterstützen, lasst uns auf internationalen Plattformen über den Hunger unter der Besatzung sprechen, lasst uns alles dafür tun, dass die Menschen in den besetzten Gebieten wissen, dass sie zu uns gehören und dass wir für sie kämpfen …

Und das hier ist das Video, das diejenigen, von denen ihr wisst, wer gemeint ist, selbst auf ihren Kanälen verbreitet haben – diese Fahrzeuge brachten Lebensmittel nach Oleschky. Sie kamen nicht an.

Und das Foto stammt von unserer letzten Fahrt nach Oleschky im Jahr 2021. Weder dieses Sofa noch dieses Haus gibt es noch.


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Art der Quelle: Social Media

Autor: Marila Semenchenko
Veröffentlichung: 11.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Musterbeispiel für Menschenfresserei.. Vitaly Portnikov. 31.08.2026.

Зразок людожерства. Віталій Портников. 31.08.2026.

Die russischen Funktionäre haben aufgehört, sich zu schämen. Noch vor einigen Wochen konnten wir die vertraute Rhetorik von der Befreiung der Ukrainer von den Nazis hören, von der Vorherrschaft des Westens, der gegen Russland Krieg führe, und von dem „einen Volk“, das von den verfluchten „Nationalisten“ gewaltsam auseinandergerissen worden sei.

Doch nun ruft der stellvertretende Vorsitzende der russischen Staatsduma von Putins „Einigem Russland“, Pjotr Tolstoi, zur Vernichtung ukrainischer Städte auf und behauptet, dass es in der Ukraine keine Unschuldigen gebe. Und der Staatsduma-Abgeordnete einer anderen putintreuen Partei – „Gerechtes Russland“ –, Alexej Schurawljow, bezeichnet den Einsatz von Atomwaffen als Pflicht der Russischen Föderation und vergleicht die Ukrainer mit … den Japanern, die nach den Atombombenabwürfen zu Verbündeten der Vereinigten Staaten wurden. Obwohl man meinen sollte: Was haben Amerikaner und Japaner mit Ukrainern und Russen zu tun? Amerikaner und Japaner hat schließlich nie jemand als ein Volk bezeichnet, nicht wahr?

Putins Handlanger verstehen, dass der Krieg ganz anders verläuft, als man ihn im Kreml geplant hatte. Dass die Armee nicht in dem Tempo vorankommt, das Putins Generäle ihm versprechen. Dass die Europäer der Ukraine auch nach der Reduzierung der Hilfe aus den Vereinigten Staaten weiterhin helfen. Dass die Schläge gegen die russische Wirtschaft ernsthafte Probleme für das künftige Funktionieren des Tschekistenregimes schaffen. Und ihre Wut sind sie bereit, an Frauen und Kindern auszulassen – buchstäblich! Denn die Abrechnung mit Kyiv und dem Kyiver Gebiet ist buchstäblich eine Kompensation dafür, dass es ihnen nicht gelingt, die Kapitulation der Ukraine zu erzwingen.

Ich werde nicht behaupten, dass dies die Hysterie einer Agonie ist. Bis zur Agonie des Putin-Regimes ist es noch weit, sehr weit, und ich schließe nicht aus, dass der russische Präsident auf dem Weg zum Zusammenbruch noch mehrere Angriffskriege entfesseln wird. Aber das ist ein echtes Schuldeingeständnis für ein Kriegstribunal, eine offene Darlegung der tatsächlichen russischen Absichten. Was Tolstoi, Schurawljow und andere russische Propagandisten und Funktionäre jetzt sagen, zerstört endgültig die Legende von der „Brüderlichkeit“ und der Befreiung. 

Die russischen Chauvinisten haben auch früher nie so gedacht, haben die Ukrainer auch früher als Fremde betrachtet und die Eroberung ukrainischer Gebiete auch früher ausdrücklich als Besatzung verstanden – es genügt, die Dokumente aus der Zeit des Vertrags von Perejaslaw und des bolschewistischen Angriffs auf die Ukraine zu lesen, um sich davon zu überzeugen. Aber sie haben immer freudig gelogen, um die Eroberung fremder Gebiete zu rechtfertigen, um zu erklären, warum sie töten, plündern und brandschatzen.

Doch jetzt haben sie aufgehört zu lügen. Und sie haben gezeigt, dass wir es mit der Banalität des reinen Bösen zu tun haben, das nicht einmal mehr versucht, sich als das Gute auszugeben. Und tatsächlich – warum sollte der Teufel verbergen, dass er einen Schwanz hat, wenn es ohnehin jeder sieht? Tolstoi jedenfalls verbirgt ihn nicht mehr.

Übrigens zu Tolstoi, diesem Kannibalen und Widerling, der ein direkter Nachfahre des berühmten russischen Schriftstellers ist. Vor genau 117 Jahren schrieb Lew Tolstoi in einem letztlich nicht abgeschickten Brief an einen hochrangigen russischen Beamten, er schreibe „über einen sehr bemitleidenswerten Menschen, den bemitleidenswertesten von allen, die ich heute in Russland kenne. Diesen Menschen kennen Sie und, seltsam genug, lieben Sie ihn, aber Sie begreifen nicht das ganze Ausmaß seines Unglücks und bedauern ihn nicht so, wie es seine Lage verdient. Dieser Mensch sind Sie selbst … Ich kann die Verblendung nicht begreifen, die es Ihnen erlaubt, Ihre schreckliche Tätigkeit fortzusetzen, denn durch Ihre heutige Tätigkeit haben Sie sich bereits jenen schrecklichen Ruf erworben, aufgrund dessen Sie für immer als Beispiel für Grobheit, Grausamkeit und Lüge gelten werden.“

Heute könnte man diese Worte des russischen Klassikers sowohl an seinen verlogenen Urenkel als auch an diejenigen richten, denen er dient – an Putin, die Generäle der Tschekisten und der Armee, an alle Mittäter des offen angekündigten Mordens an friedlichen Ukrainern. Besser als Tolstoi selbst – der echte Tolstoi wohlgemerkt und nicht der Abschaum mit dem berühmten Nachnamen – kann man es nicht sagen. All diese Menschen sind ein Beispiel für Grobheit, Grausamkeit und Lüge.

Ein Musterbeispiel für Menschenfresserei.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Зразок людожерства. Віталій Портников. 31.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 31.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Putin verwandelt Kyiv in die Hölle | Vitaly Portnikov. 29.08.2026.

Bereits den vierten Tag in Folge greift der Feind Kyiv und das Kyiver Gebiet an. Zunächst möchte ich den Angehörigen und Nahestehenden der bei diesem brutalen Angriff Getöteten sowie allen Betroffenen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Wir müssen uns zunächst darüber klar werden, welche Absichten der russische Machthaber Putin mit diesem Angriff verfolgt und wie sich die Ukraine gegen diese neue Situation im seit vielen Jahren andauernden russisch-ukrainischen Krieg verteidigen muss. Das Erste, was man dazu sagen muss, ist, dass Putin wie gewohnt technologische Zeitfenster nutzt.

Zunächst war es ein ballistisches Zeitfenster, das damit zusammenhing, dass die Ukraine ebenso wie andere mit den Vereinigten Staaten verbündete Länder nicht über genügend Flugabwehrraketen verfügt. Eine direkte Folge des jüngsten Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran.

Jetzt hängt dieses Zeitfenster damit zusammen, dass es keinen ausreichenden Schutz gegen strahlgetriebene Shahed-Drohnen gibt. Die Ukraine hat im Kampf gegen gewöhnliche Shahed-Drohnen erhebliche Erfolge erzielt, doch Russland hat die ganze Zeit über seine unbemannten Fluggeräte weiterentwickelt und nutzt nun den unzureichenden Schutz gegen sie für Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur und zivile Objekte.

Der zweite Punkt im Zusammenhang mit Putins Zielen ist der Luftterror: die Einschüchterung der ukrainischen Zivilbevölkerung und die Erzeugung einer Stimmung von Panik und Kapitulationsbereitschaft gegenüber Russland. Putin ist überzeugt, dass die Ukrainer von ihrer Staatsführung genau eine solche Kapitulation verlangen müssen, als praktisch einzige Alternative zur Zerstörung ihres eigenen Landes. Deshalb versucht er, mit den Mitteln des Terrors die ukrainische Gesellschaft dazu zu bringen, seinen Forderungen zuzustimmen und die eigene Staatsführung zur Kapitulation zu zwingen.

Der dritte, ziemlich wichtige Punkt hängt damit zusammen, dass Putin sich tatsächlich auf weitere Kampfhandlungen vorbereitet. Auf diese Weise zerstört die russische Armee Infrastrukturobjekte. Dabei handelt es sich nicht nur um Militärdepots, sondern auch um Einrichtungen, die mit dem Funktionieren großer ukrainischer Städte verbunden sind.

Und hier kommen wir bereits zu Putins viertem wichtigen Ziel, das sich weniger gegen die Ukraine als vielmehr gegen die feindlichen Länder des Westens richtet. Putin bereitet sich auf einen langen Konflikt mit der zivilisierten Welt vor, möglicherweise auf einen hybriden und einen echten Krieg mit europäischen Staaten. Er braucht eine Migrationskrise. Er wollte sie bereits 2022 herbeiführen, doch damals stellte sich heraus, dass seine Erwartungen auf ein Aufflammen migrationsfeindlicher Stimmungen in den europäischen Ländern vergeblich waren. Und nun will er unter neuen Bedingungen zur Idee einer Migrationskrise zurückkehren.

Die Unbewohnbarkeit ukrainischer Städte ist somit ein direkter Weg zur Destabilisierung europäischer Städte, zu migrationsfeindlichen Stimmungen und zu Wahlerfolgen ultrarechter und ultralinker politischer Kräfte, die bereit sind, sich mit Moskau zu den Bedingungen des russischen Präsidenten und seines Umfelds zu verständigen.

Der fünfte Punkt, über den ebenfalls gesprochen werden muss, ist der Versuch, auch die an die Ukraine angrenzenden Länder des postsowjetischen Raums einzuschüchtern. Es geht nicht einmal darum, ob Putin die Ukraine erobern kann oder nicht. Es geht darum, dass allein die Zerstörungen in der Ukraine die ehemaligen Sowjetrepubliken davon überzeugen sollen, sich nicht von Russland abzuwenden, sondern sich mit ihm zu arrangieren. Sie sollen begreifen, dass eine Abkehr vom politischen Raum der Russischen Föderation mit erheblichen Migrationsverlusten und Zerstörungen auf dem eigenen Territorium verbunden sein kann.

Und natürlich irrt sich auch, wer behauptet, Putin bestätige mit diesen Zerstörungen in Wirklichkeit, dass er nicht vorhabe, die gesamte Ukraine zu erobern. Denn für die Russen war es nie wichtig, was auf dem Territorium geschieht, das sie erobern. Für die Russen war immer wichtig, dass dieses Territorium als Sprungbrett für eine weitere Expansion dient.

Ob es dort Menschen, Fabriken oder Infrastruktur gibt, ist dagegen eine völlig nachrangige Frage. Auf einem großen Teil des russischen Territoriums gibt es, wie wir wissen, nichts davon. Und das hindert die Russen nicht daran, auf dieses leere Territorium stolz zu sein – als das Territorium des flächenmäßig größten Staates der Welt.

Und noch ein wichtiger Punkt, an den wir uns erinnern müssen. Manche werden es Rache nennen, aber ich nenne es die Psychologie des russischen Machthabers. Putin reagiert auf Versuche, ihn zum Frieden zu zwingen, auf Eskalation stets mit noch härteren Maßnahmen, die deutlich machen sollen, dass man keinen Druck auf ihn ausüben sollte.

Die ukrainischen Streitkräfte haben – und das ist eine offensichtliche Tatsache – der russischen Wirtschaft schwere Schläge versetzt. Auch die russische Wirtschaft nähert sich einer unausweichlichen Katastrophe, und Putin versteht das sehr gut. Jeder realistisch denkende Mensch würde in dieser Situation über die Notwendigkeit eines Waffenstillstands oder sogar des Friedens nachdenken – nur Putin nicht.

Ich möchte daran erinnern, dass er in seinem ersten Interviewbuch, das unmittelbar vor seiner Wahl zum Präsidenten der Russischen Föderation im Jahr 2000 erschien, von einer Begegnung mit einer Ratte erzählte, die der noch junge Putin in die Enge getrieben hatte. Doch die Ratte drehte sich um und begann denjenigen anzugreifen, der sie dorthin getrieben hatte. Und Putins Lebensmodell, das Modell seines Verhaltens, ist das Verhaltensmodell dieser Ratte.

Man muss immer daran denken: Wenn du Putin in die Enge treibst, wird er dich aus dieser Ecke heraus angreifen. Genau das geschieht. Es gibt also derzeit nichts im Handeln des russischen Präsidenten, was nicht vorhersehbar gewesen wäre.

Aber wie kann man sich gegen dieses Vorgehen verteidigen? Nun, erstens muss man verstehen, dass jede Panikstimmung und jeder Aufruf zur Kapitulation die Gefahr des Krieges nicht beseitigen, sondern nur noch vergrößern werden. Denn Putin ist fest davon überzeugt: Wenn man versucht, sich mit ihm zu verständigen, bedeutet das, dass man immer stärkeren Druck ausüben, den Feind zur endgültigen Kapitulation zwingen und ihn vernichten muss. Die russische Wirtschaft zu treffen und Russland auszubluten ist daher möglicherweise das einzige Rezept, das uns erlaubt, diese Phase der Eskalation zu überleben.

Der nächste Punkt betrifft einen wirksamen Schutz gegen ballistische Raketen und strahlgetriebene Shahed-Drohnen. Bei ballistischen Raketen ist es natürlich schwieriger, aber auch hier müssen sowohl Raketen als auch entsprechende Möglichkeiten gefunden werden. Bei den strahlgetriebenen Shahed-Drohnen geht es um unseren nächsten technologischen Durchbruch.

Wir sagen ständig, dass sich der Krieg verändert, und er wird sich auch in allen kommenden Phasen weiter verändern. Deshalb müssen wir auf jede russische Weiterentwicklung mit einer eigenen Verbesserung unserer Verteidigung reagieren und nach neuen Möglichkeiten für Angriffe auf Russland suchen – und zwar so, dass Russland darauf nicht antworten kann.

Und natürlich stellt sich in einer solchen Situation immer die Frage nach einer effektiven Führung des Staates. Wenn wir aus Angriffen auf Militärdepots keine Konsequenzen ziehen und sich solche Angriffe in Wohngebieten wiederholen, reicht es nicht aus, dass der Präsident des Landes oder der Ministerpräsident darauf lediglich reagiert. Man muss begreifen, dass der Staat ineffizient geführt wird. Und das ist, wie mir scheint, eine Wahrheit, die man, wenn schon nicht innerhalb von sieben Monaten, so doch zumindest innerhalb von sieben Jahren hätte begreifen können.

Nun, dafür muss man kein großes Genie der Politik und der Staatsführung sein. Nur eine Regierung der nationalen Rettung, nur eine richtige Verteilung der Kompetenzen, nur die Beteiligung von Menschen an der Staatsführung, die tatsächlich ernst zu nehmende Manager in der Führung des Landes sind und bereit sind, Verantwortung für die kommende Phase zu übernehmen, kann uns helfen, uns von dem Abgrund zu entfernen, in den uns nicht nur der russische Präsident treibt, sondern auch unser eigenes Unverständnis darüber, wie ein Staat in einer derart schwierigen Situation geführt werden muss.

Deshalb müssen aus jedem solchen mehrtägigen Angriff Schlussfolgerungen gezogen werden, die darauf abzielen, dass sich solche Angriffe nicht mehr wiederholen oder für die Bevölkerung der Ukraine, die ukrainische Infrastruktur und die Lebensfähigkeit des Landes weniger schmerzhaft sind.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін перетворює Київ на пекло | Віталій Портников. 29.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 29.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Die Hoffnung, die Mariupol am Leben hielt. Nadia Sukhorukova. 23.08.2026.


Der Tag der ukrainischen Flagge im ukrainischen Odesa

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Heute wurde mir ein Video geschickt, in dem ein anderthalbjähriges, lockiges Mädchen aus einer kleinen Stadt im Süden der Ukraine dem Klang der Luftschutzsirene lauscht.

Die Mutter fragt sie: „Was heult da, mein Schatz?“ Das kleine Mädchen reißt die Augen weit auf und wiederholt: „Uuuu.“

Die Mutter fragt noch einmal: „Und was macht das ‚Uuuu‘?“

Und das kleine lockige Mädchen hebt die Ärmchen über den Kopf, lässt sie dann plötzlich nach unten fallen und sagt: „Ba-bumm.“

Dieses Video werde ich nicht veröffentlichen. Ich habe keine Erlaubnis dazu. Ich werde es auf meinem Handy speichern, auf meinen Computer und auf einen USB-Stick übertragen.

Ich werde dieses Video für all jene bewahren, die nicht sehen wollen, was die Missgeburten aus Russland mit meiner Ukraine machen.

Ich werde dieses Video für all jene bewahren, die von den „guten Russen“ erzählen und die Worte eines russischen Schriftstellers „über die Träne eines Kindes“ zitieren.

Für diejenigen, die ein so kurzes Gedächtnis haben wie ein Aquarienfisch und vergessen haben, wann dieser Krieg begann und wie viele ukrainische Städte Russland zerstört hat.

Ich werde es für all jene bewahren, die Geld und persönliche Interessen über das Leben von Kindern stellen.

Wahrscheinlich werde ich jetzt etwas Schreckliches schreiben. Aber im März 2022, in Mariupol, hatte ich mehr Hoffnung als heute. Ich rannte unter Beschuss von einer Straße zur anderen, in einer halb toten Stadt, und glaubte daran, dass die Ukraine standhalten würde, selbst wenn wir hier alle sterben sollten. Die ganze Welt würde ihr helfen. Die Welt würde nicht zulassen, dass mein Land gequält wird. Und danach würde sie die russischen Bastarde bestrafen.

Ich glaubte, dass dieselbe Menge an Bomben und Raketen, die auf meine Stadt niedergegangen war, anschließend auf die verdammten Raschisten fallen würde. Ich dachte daran ohne Hass. Ich wartete ruhig darauf, denn ich war mir sicher, dass diese abscheulichen Kreaturen, die grundlos Menschen töten, unweigerlich bestraft werden würden.

Diese Hoffnung schenkte mir ein einziger Telefonanruf. Den ich bis heute für ein Wunder halte. Damals bekam ich zum ersten Mal seit der russischen Invasion eine Verbindung zur Außenwelt. Es war der 9. März 2022.

Ich stand auf der Treppe des dritten Eingangs eines neunstöckigen Wohnhauses am Prospekt Myru, gegenüber einem ausgebrannten Auto, hörte das Dröhnen eines russischen Flugzeugs und schrie einem Menschen, der sich außerhalb der Hölle von Mariupol befand, ins Telefon:

„Ist Kyiv noch unser? Ist Odesa noch unser? Ist Charkiw noch unser?“

Auf alle Fragen erhielt ich bejahende Antworten und gab sie an Männer in Arbeitskleidung weiter. Als sie sahen, dass ich mit dem Handy telefonierte, waren sie sehr überrascht und baten mich herauszufinden, wie sich die anderen Städte der Ukraine hielten.

Am Tag zuvor hatten die russischen Missgeburten es irgendwie geschafft, verlogene Nachrichten an unsere fast toten Handys zu schicken. In den Nachrichten stand etwas in der Art: „Ukrainischer Soldat, ergib dich. Du bist eingekesselt. Widerstand ist zwecklos.“

Wir dachten damals voller Entsetzen, dass nur Mariupol noch Widerstand leistete und alle anderen Städte zerstört und besetzt waren.

Können Sie sich vorstellen, was für ein Glück es war, als wir auf der Treppe des neunstöckigen Wohnhauses, unter dem Dröhnen eines russischen Flugzeugs, erfuhren, dass die Ukraine standhielt und dass es damit auch für uns Hoffnung gab. Und scheiß auf alle russischen Flugzeuge zusammen.

Die unbekannten Männer in Arbeitskleidung schüttelten mir die Hand und drohten dem russischen Piloten, der unterwegs war, um Bomben auf Wohnhäuser abzuwerfen, mit der Faust zum Himmel.

Ich hörte, wie sie die Straße entlanggingen und den Menschen, die über offenem Feuer kochten oder vor einem Wasserfass Schlange standen, zuriefen: „Kyiv ist unser, ukrainisch! Odesa ist unser! Charkiw ist unser!“

Und ich saß auf der eiskalten Treppe des neunstöckigen Wohnhauses, lauschte ihren sich entfernenden Stimmen und wollte nicht mehr sterben. Denn es ist einfach dumm zu sterben, wenn man wieder Hoffnung hat.

Damals dachte ich, bis zum Ende des Krieges seien nur noch wenige Tage übrig. Ich glaubte, dass die Welt gerecht sei. Dass die Welt furchtlos sei. Dass wir alle gemeinsam den Raschisten in die Fresse polieren würden und sie zurück in ihr schwarzes Loch kriechen würden. Für lange Zeit, vielleicht sogar für immer.

Ich wusste, dass sie sich vor Gegenwehr fürchten würden. Denn Mörder und Wahnsinnige sind ihrem Wesen nach feige. Und die Macht, die die Welt gegen sie entfesseln würde, würde diesen Krieg beenden.

Doch die Welt erwies sich als anders. Sie erwies sich als feige, hilflos und käuflich. Die Welt schmeichelt sich weiterhin bei Mördern und Wahnsinnigen ein. Der Welt sind die sterbende Menschen scheißegal. Der Welt ist sogar ihre eigene Zukunft scheißegal.

Ich möchte wieder daran glauben, dass noch nicht alles verloren ist. Dass alles Schlechte vorübergehen wird wie eine Sonnenfinsternis. Und dass das winzige lockige Mädchen aus einer kleinen Stadt im Süden der Ukraine, ebenso wie alle unsere Kinder, ein glückliches Leben führen wird, in dem es keine Luftalarme, keine Bombardierungen und keine Missgeburten aus einem geistig toten Land geben wird.

Möge unsere Hoffnung zu uns zurückkehren!

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Und auf dem Video ist der Tag der ukrainischen Flagge im ukrainischen Odesa zu sehen. Alles Gute zum Feiertag, meine wunderbaren und mutigen Freunde!


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Art der Quelle: Social Media
Autor: Nadia Sukhorukova
Veröffentlichung: 23.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Der schreckliche russische Angriff auf die Ukraine | Vitaly Portnikov. 30.07.2026.

Ein neuer furchtbarer Angriff des Feindes auf die Ukraine. Zunächst möchte ich den Angehörigen und Freunden der Getöteten sowie allen, die bei diesem Angriff in der gesamten Ukraine verletzt wurden, mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Im Zentrum dieses Angriffs standen mehrere große Städte – im Osten, im Zentrum und im Westen des Landes. Angegriffen wurden Kyiv und Lwiw, Winnyzja und Krywyj Rih, Poltava und Sumy. Dabei wurden rund 70 Raketen eingesetzt, darunter eine große Zahl ballistischer Raketen, aber auch Antischiffsraketen vom Typ Zirkon, die sich ebenfalls nur sehr schwer abfangen lassen, wenn keine entsprechenden Luftverteidigungssysteme vorhanden sind.

Bereits jetzt ist von schweren Zerstörungen und zahlreichen Todesopfern die Rede. Zum jetzigen Zeitpunkt spricht man von sechs Toten in Krywyj Rih sowie jeweils einem Todesopfer in Kyiv und in der Region Poltava. In Lwiw werden die Trümmer beschädigter Wohnhäuser geräumt, die ebenfalls von diesem gewaltigen Angriff getroffen wurden.

Man kann sagen, dass dies einer der größten und massivsten russischen Angriffe auf die Ukraine während dieses schrecklichen Krieges war. Während sich die jüngsten Angriffe der vergangenen Wochen vor allem gegen die ukrainische Hauptstadt richteten, war Kyiv diesmal nur eines der Ziele von Putins Angriff. Zugleich sehen wir, dass die Russen den Angriffen auf den Westen unseres Landes große Aufmerksamkeit gewidmet haben. Dies war die zweite Angriffswelle.

Offenkundig ist auch, dass die Angriffe auf die Energieinfrastruktur nicht nur für den Herbst dieses Jahres geplant sind – sie dauern bereits jetzt an. So wurden mehrere Raketen in Richtung des Wärmekraftwerks Burschtyn abgefeuert, um auf diese Weise die Energieversorgung der westlichen Regionen unseres Landes zu treffen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Zirkon-Raketen erstmals seit Beginn des Krieges Winnyzja erreicht haben. Dort blieb nicht einmal genügend Zeit, Luftalarm auszulösen. Der Einschlag der Zirkon-Raketen erfolgte eine Minute, bevor in Winnyzja die Sirenen ertönten. Das erinnert uns übrigens erneut daran, wie heimtückisch die russischen Angriffe sind und wie sehr Putin am Terror interessiert ist. Die Bewohner der Städte, die Ziel russischer Angriffe werden können, haben nicht einmal genügend Zeit, eine Warnung zu erhalten und Schutz zu suchen.

Tatsächlich führt Russland gezielte Angriffe durch, die nicht nur auf die ukrainische Infrastruktur gerichtet sind, sondern vor allem darauf abzielen, unsere Bevölkerung einzuschüchtern und Wege zu finden, die die Ukraine zur Kapitulation vor dem russischen Aggressor zwingen könnten.

Ich habe bereits mehrfach darauf hingewiesen – und angesichts der Bilder, die wir jetzt aus vielen Regionen unseres Landes sehen, angesichts dieses Luftterrors, lässt sich das nur wiederholen –, dass Russland vor allem jenes Zeitfenster nutzt, das sich für seine Streitkräfte nach Beginn des Krieges am Persischen Golf geöffnet hat: vor dem Hintergrund des katastrophalen Mangels an Luftverteidigungssystemen, man kann sagen, in der ganzen Welt, und angesichts der Tatsache, dass die Vereinigten Staaten sich weiterhin auf mögliche neue Kampfhandlungen im Nahen Osten vorbereiten.

Auch den Amerikanern selbst fehlen inzwischen Luftverteidigungssysteme – zumindest im Hinblick auf die Bestände, die nach den Planungen des Pentagons vorgesehen waren. Deshalb können wir die Vereinigten Staaten zwar bitten, uns weitere Raketen zur Verfügung zu stellen, so wie Präsident Volodymyr Zelensky dies bei seinem jüngsten Treffen mit Präsident Donald Trump getan hat. Doch es bleibt fraglich, ob die Amerikaner unter den Bedingungen des Wiederaufbaus ihrer eigenen Bestände und der Sorge, im Falle eines möglichen Konflikts etwa mit der Volksrepublik China – ganz zu schweigen von einer Fortsetzung der Auseinandersetzungen mit dem Iran – selbst schutzlos dazustehen.

Können die Amerikaner uns unter solchen Umständen genügend Raketen für die Luftverteidigung liefern? Die Zahl, die Volodymyr Zelensky Donald Trump bei ihrem letzten Treffen in Washington nannte – 300 Raketen für die Patriot-Batterien –, stellt angesichts des derzeitigen Produktionstempos von Abfangraketen tatsächlich eine enorme Herausforderung für den amerikanischen militärisch-industriellen Komplex dar.

Und genau darin liegt die Antwort auf die Frage, wie man sich heute gegen Russland schützen kann. Unter den gegenwärtigen Bedingungen wird es niemals genügend Abfangraketen geben, um die ballistischen Raketen Russlands vollständig unschädlich zu machen – zumal Russland bereit ist, die Ukraine sogar mit Antischiffsraketen anzugreifen, deren Treffgenauigkeit bekanntlich nicht besonders hoch ist. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Russland tatsächlich bestimmte Infrastrukturziele angreifen wollte – obwohl ich weiterhin glaube, dass dies keineswegs der Fall ist –, kann eine solche Rakete dennoch in einem Wohnviertel oder in einem Wohnhaus einschlagen.

Die wirkliche Möglichkeit, die russischen Angriffe zu stoppen, besteht deshalb darin, diejenigen unschädlich zu machen, die diese Waffen herstellen: durch Angriffe auf den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation und auf die Abschussstellungen russischer Raketen. Mit Abfangraketen allein lässt sich auf dieser strategischen Ebene derzeit kaum etwas erreichen – und woher sollen all diese Abfangraketen überhaupt kommen?

Angriffe auf die Fabriken und auf die Abschussstellungen hingegen können der Russischen Föderation zumindest in naher Zukunft tatsächlich erhebliche Probleme bereiten – gerade jetzt, da bereits neue Wellen massiver Angriffe geplant werden. Zumal Russland über diese Raketen keineswegs in unbegrenzter Zahl verfügt, wie oft angenommen wird. Es sammelt sie über Wochen hinweg entsprechend der Produktionsleistung eben jener Fabriken.

Wenn die Fabriken nicht arbeiten, werden auch keine Raketen gestartet. Und ich bin der Ansicht, dass genau dies zu einem wichtigen Bestandteil des Dialogs der Ukraine mit unseren westlichen Partnern werden muss. Es geht nicht nur darum, uns Luftabwehrraketen zu liefern, von denen es ohnehin zu wenige gibt, sondern uns die Möglichkeit zu geben, das Territorium des Staates, der demonstrativ Terror gegen die friedliche Bevölkerung der Ukraine ausübt und friedliche Städte sowie ihre Wohnviertel angreift, nicht nur mit Drohnen, sondern auch mit Raketen anzugreifen.


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Titel des Originals: Жахлива атака Росії по Україні | Віталій
Портников. 30.07.2026.

Autor/Kanal: [Autor]
Veröffentlichung: 30.07.2026.
Originalsprache: uk
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