Der russische Horror. Marina Nikolaeva. 30.06.2026.

https://www.facebook.com/share/p/1HnV2KNMii/?mibextid=wwXIfr

Den gruseligsten Film in Russland nennt man „Fracht 200“ („Gruz 200“) von Balabanow. Darin hält ein russischer Uniformierter, ein Psychopath, mehrere Tage lang eine Geisel neben der Leiche ihres Verlobten fest. In Russland mag man diesen Film nicht, man behauptet, es sei Verleumdung – die „russische Welt“ sei nicht so.

Vor einigen Tagen, Gebiet Charkiw, eine Landstraße in der Gemeinde Solotschiw: Ein russischer FPV-Drohnenpilot, ein Psychopath, trifft vorsätzlich ein ziviles Auto, in dem ein älteres Ehepaar auf dem Heimweg ist. Die Frau wird getötet, der Mann liegt mit zertrümmerten Beinen neben der Leiche seiner geliebten Frau und verbringt mehrere Tage im Auto. Im Sommer, ohne Verbindung zur Außenwelt, mit nur geringen Chancen, gefunden zu werden, und einer großen Wahrscheinlichkeit, erneut getroffen zu werden, denn der Psychopath konnte ihn über die FPV-Drohne sehen. Zufällig wurde das beschädigte Auto entdeckt. Die Frau wurde beerdigt, der Mann gerettet …

Es ist mir völlig scheißegal, was Balabanow geschaffen hat, genauso wie die Videos von Moskauer Einwohnern und Zugezogenen auf der Krim, die wegen Benzinmangels und ständiger Luftalarme heulen, die ihnen de facto keinerlei Gefahr bringen. Mehr noch – ich habe sie satt. Denn seit mehreren Tagen besteht der Nachrichtenstrom aus Charkiw nur noch aus Einschlägen und getöteten Zivilisten. Bis zum Ende des Arbeitstages weiß ich schon gar nicht mehr, wie viele Treffer es heute gegeben hat.

Und das passiert nicht irgendwo. Es passiert vor unserem Fenster, auf den Straßen, auf denen wir jeden Tag zu Fuß gehen, auf den Straßen, auf denen wir ständig unterwegs sind.

Im Gebiet Charkiw und in Charkiw selbst gibt es alle paar Stunden Einschläge, alle zehn bis fünfzehn Minuten fliegt irgendetwas heran, und Luftalarm ertönt fast ohne Unterbrechung. Während irgendwo im Moskauer Gebiet irgendein fetter Kerl wegen Benzinmangels nicht einmal mehr zur Bierkneipe fahren kann, um dort „eine Angelegenheit zu regeln“, und irgendeine Tussi den Schönheitssalon nicht erreicht und mit Rotz und Tränen in ihrem Telegram-Kanal Likes sammelt, tötet in Charkiw eine gelenkte Fliegerbombe (KAB) im Stadtzentrum eine junge Ärztin, die sechs Jahre ihres Lebens für ihre Ausbildung aufgewendet hatte und gerade auf dem Weg zur feierlichen Diplomverleihung war. Der Festumhang fällt aus ihrer Tasche und bleibt neben ihrem leblosen Körper liegen.

Zur gleichen Zeit schlagen Splitter in die Scheiben einer Straßenbahn in Charkiw ein, und in Saporischschja verbrennen Menschen bei lebendigem Leib in einem Linienbus nach einem direkten Treffer.

Zur gleichen Zeit schlagen Raketen in Dnipro in ein Unternehmen ein und im Gebiet Charkiw am Ufer eines ruhigen Flusses, an dem Menschen ihre Freizeit verbrachten. Jetzt erscheinen sie in den Meldungen als Tote und Verletzte.

Zur gleichen Zeit brennen auf der Straße Charkiw–Sumy Lastwagen mit Lebensmitteln, Getreidefelder stehen in Flammen, Tankstellen brennen – manchmal zusammen mit den Menschen, die sich dort befinden –, sogar in Gemeinden, die bis vor Kurzem als sicherer Hinterraum galten: Walky und Berestyn. Das Gebiet Sumy brennt.

Zur gleichen Zeit stirbt ein 25-jähriger Polizist, der Menschen aus einer Gemeinde evakuierte, in der man bis vor Kurzem noch ganz normal leben konnte. Und Tausende Menschen sind gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und ins Ungewisse zu gehen, obwohl sich die Frontlinie nicht verändert hat.

All das geschieht nicht innerhalb eines Monats, sondern in genau der Zeit, in der irgendeine Moskauer Schlampe mit Rotz und Tränen Likes sammelt. Und niemand schreibt mehr Lieder über die Festung Kostjantyniwka, Kramatorsk oder Slowjansk, Solotschiw, Bohoduchiw, Sumy … die Liste ließe sich fortsetzen.

Im Jahr 2022 besetzte der Feind rund ein Drittel des Gebiets Charkiw – etwas mehr als 11.000 Quadratkilometer. Heute übersteigt die Gesamtfläche der besetzten Gebiete, der Zonen mit verpflichtender Evakuierung und der Kampfgebiete – also jener Gebiete, in denen man jederzeit durch eine Rakete oder eine Drohne getötet werden kann – bereits 12.000 Quadratkilometer.

In den anderen Grenzregionen ist die Lage nicht besser. Der Donbas ist längst ein totes Land mitten in Europa.

Doch etwas weiter entfernt scheint man bereits den Sieg zu feiern, über Putins Tod zu diskutieren und über Gewinne aus dem Verkauf ukrainischer Waffen sowie ukrainischer Kriegserfahrungen zu sprechen. In Europa sollte man nicht darüber sprechen – weder über Waffen noch über Benzin –, sondern über den Tod von Menschen und darüber, dass der Feind den Luftraum über den Gemeinden beherrscht, über Schutzmaßnahmen. Andernfalls wird der Tod weiterziehen – bis zur Bankowa-Straße und bis in die europäischen Hauptstädte.

Kommentare:

  • Wir haben nichts, womit wir uns verteidigen können … Gegen KAB-Bomben gibt es überhaupt keinen Schutz, Abfangraketen gegen ballistische Raketen haben wir nur sehr wenige, und unsere sogenannten „Partner“ füttern uns seit Jahren überwiegend mit Versprechungen. Manche wollen sogar an unserem Blut verdienen und erpressen uns, während wir unsere Kinder unter den Trümmern suchen und versuchen, verkohlte Leichen anhand von DNA zu identifizieren.
  • Weißt du, ich lese deinen Text und empfinde völlige Ausweglosigkeit … Gleichzeitig heißt es hier, die Ukraine werde bald siegen. Aber was soll man mit all diesem Schmerz anfangen? Diese Wunden werden noch sehr lange nicht verheilen. Und niemand weiß, wie lange das noch andauern wird – selbst nach dem Krieg.
  • Es gibt nichts hinzuzufügen und nichts wegzunehmen. Die Dunkelheit legt sich immer dichter über die Ukraine. Trotz aller technischen und politischen Erfolge spürt man die Verschlechterung mit der eigenen Haut und den Haaren auf dem Kopf, wenn die Explosionen in unmittelbarer Nähe einschlagen.
  • Genau so ist es! Umso mehr sind die Gespräche über Putins Ende und ein „neues Russland“ propagandistische Lügen. Ja, Russland hat Treibstoffprobleme, die unsere Armee verursacht hat. Aber diese Unmenschen werden jetzt, da man ihnen ein wenig auf den Schwanz getreten ist, nur noch gefährlicher …

🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Social Media

Autor: Marina Nikolaeva
Veröffentlichung: 30.06.2026.
Originalsprache: uk/ ru/ en]
Plattform / Quelle: Facebook
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Moskau bombardiert die Lawra | Vitaly Portnikov. 15.06.2026.

Das schreckliche Symbol des heutigen massiven Bombardements von Kyiv und anderer Städte der Ukraine wurde das Feuer über der Lawra, der Angriff des Feindes auf dieses große Heiligtum.

Im Zentrum dieses Angriffs stand die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die bereits 1941 auf Befehl aus Moskau auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs gesprengt worden war. Ich gehöre noch zu jener Generation von Kyivern, die die Leere an der Stelle der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Erinnerung hat.

Deshalb wurde ihr Wiederaufbau nicht einfach nur zum Symbol der Rückkehr zum wahren architektonischen Erscheinungsbild eines der wichtigsten Baudenkmäler Kyivs. Es war ein Triumph der Gerechtigkeit, die Möglichkeit, der Welt zurückzugeben, was die Bolschewiki zerstört hatten.

Und nun versucht erneut eine Moskauer Regierung, die Mariä-Entschlafens-Kathedrale zu zerstören, versucht, die Kyiv-Petscherska Lawra zu zerstören, die im Moskauer Staat immer gehasst wurde: sowohl als Symbol des Widerstands gegen die Vereinigung der ukrainischen und moskowitischen Länder als auch als großes Heiligtum, mit dem die Kirchen von Wladimir an der Kljasma, Susdal oder Moskau selbst nicht konkurrieren konnten. Deshalb versuchte man immer, diese Lawra zu schänden, zu zerstören, zu besetzen und dort eine eigene Agentur aufzubauen.

Und nun ist man erneut zum Niederbrennen übergegangen. Die Kyiv-Petscherska Lawra ist nicht das einzige für die Ukraine wichtige Objekt, das durch russische Bombardierungen in Brand gesetzt werden sollte. Auch die Oleksandr-Dowschenko-Filmstudios wurden getroffen, auch auf ihrem Gelände brannten Feuer.

Angriffe auf Wohnhäuser sind bereits Alltag russischer Attacken auf Kyiv und andere ukrainische Städte. Besonderes Mitgefühl möchte ich den Angehörigen der Charkiwer Rettungskräfte aussprechen, die bei einem erneuten Angriff der Besatzer auf diese ukrainische Stadt getötet wurden. Getötet wurden Menschen, die versuchten, andere zu retten, die versuchten, einen Brand zu löschen.

Das erinnert erneut daran, dass diejenigen, die Krieg gegen die Ukraine führen, keinen Funken Menschlichkeit und keinen Respekt besitzen – weder gegenüber großen Heiligtümern noch gegenüber Menschen, die der edlen Aufgabe der Rettung anderer nachgehen.

Und hier kann man klar sagen, dass wir in eine neue Phase des russisch-ukrainischen Krieges eingetreten sind. Es ist die Phase der Zerstörung großer Städte.

Sie hat nicht zufällig begonnen, natürlich nicht erst heute, aber das Feuer in der Lawra ist ihre symbolische und bedeutende Fortsetzung. Man könnte sagen: Putins Akzentsetzung zum Jubiläum des amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

Der russische Machthaber nutzt den Mangel an Raketen für Patriot-Systeme aus, damit seine ballistischen Raketen ukrainische Städte ungehindert in zusammenhängende Ruinenlandschaften verwandeln können.

Dahinter steht die Hoffnung, dass eine solche Zerstörung die ukrainische Führung zur Kapitulation vor Moskau zwingen wird. Dahinter steht auch die Hoffnung, einen Sieg im demografischen Krieg zu erringen.

Ich erinnere daran, dass der Krieg Russlands gegen die Ukraine auch eine offensichtliche demografische Dimension hat. Wenn es nicht gelingt, das gesamte Territorium zu erobern, dann muss dieses Territorium zumindest entvölkert werden. Die Ukrainer sollen dazu bewegt werden, in andere Länder auszuwandern, die großen Städte zu verlassen und entweder aufs Land oder in kleinere Städte umzuziehen.

Hinzu kommt die ernsthafte Hoffnung, schließlich eine neue Migrationskrise im von Putin gehassten Europa auszulösen und damit den Aufstieg ultrarechter und ultralinker Radikaler an die Macht zu fördern, die bereit sind, mit Moskau zusammenzuarbeiten, die europäische Integration der Ukraine zu beenden und letztlich dazu beizutragen, dass ukrainische Gebiete zu einem untrennbaren Bestandteil Russlands werden – jenes Russlands, mit dem diese ultrarechten und ultralinken Radikalen zusammenarbeiten wollen, ohne überhaupt zu begreifen, dass sie später selbst zum nächsten Opfer des gierigen russischen Imperialismus werden.

Es gibt also einen technologischen Aspekt, einen demografischen Aspekt und einen ideologischen Aspekt. Und all diese Aspekte, die wir in den kommenden Monaten dieses grausamen Krieges noch erleben werden, sind im Brand der Lawra zusammengekommen.

Und nun natürlich der wichtigste Punkt. Wird es uns gelingen, Russland so zu antworten, dass in der russischen Führung der Wunsch entsteht, diese sorgfältig ausgearbeitete Kampagne zur Verwandlung ukrainischer Städte in unbewohnbare Orte zu beenden – durch Schläge gegen die Russische Föderation selbst? Aber Schläge solcher Art, die Russland tatsächlich der Ressourcen berauben, die es zur Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges benötigt. 

Denn davor, russische Städte in dieselben Ruinen zu verwandeln, fürchtet man sich im Kreml nicht besonders. Ein solches Leben ist den Russen eigen, die stets bereit waren, für die Eroberung fremder Gebiete so lange zu leiden, wie es für den Erfolg ihrer aggressiven Armee notwendig war, um noch etwas mehr zu erobern, das nicht Teil ihres riesigen, aber hilflosen Staates ist.

Wenn es jedoch neben der wechselseitigen Reaktion auf beiden Seiten der russisch-ukrainischen Grenze dazu kommt, dass Russland die Ressourcen zur Fortsetzung dieses Krieges ausgehen, dann kann man sich vorstellen, dass in der russischen Führung unter Putin mit der Zeit die Idee entsteht, zumindest die Zerstörung ukrainischer Städte auszusetzen, wenn schon nicht den Krieg selbst.

Und hier ist auch die Beteiligung der internationalen Gemeinschaft wichtig, die Hilfe für die Ukraine, damit wir zumindest in der Lage sind, ballistische Angriffe abzufangen.

Die schrecklichen Bilder der brennenden Lawra werden die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft für kurze Zeit wieder auf den russisch-ukrainischen Krieg lenken – vor dem Hintergrund der Versuche zu verstehen, wie der amerikanische Krieg gegen den Iran enden wird und ob es gelingt, die Straße von Hormus zu öffnen und der Welt zumindest die Hoffnung auf einen normalen wirtschaftlichen Zustand zurückzugeben.

Und diesen Moment, diese Erinnerung an die Moskauer Barbarei, muss man nutzen, um den neuen Plänen Moskaus zur straflosen Zerstörung der Ukraine zuvorzukommen.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Москва бомбардує Лавру | Віталій
Портников. 15.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 15.06.2026.
Originalsprache: [uk/ ru/ en]
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Russland greift ein Nuklearobjekt an | Vitaly Portnikov. 07.06.2026.

Die Russische Föderation hat einen Angriff auf das Gebäude des zentralisierten Lagers für abgebrannten Kernbrennstoff in der Region Kyiv durchgeführt. Tatsächlich handelt es sich um einen weiteren technologischen Angriff, der die nukleare Sicherheit nicht nur der Ukraine, sondern auch der Nachbarstaaten und ganz Europas infrage stellt.

Glücklicherweise kam es nicht zu einer Erhöhung des nuklearen Gefahrenniveaus, aber wir verstehen sehr gut, dass all diese russischen Angriffe in Wirklichkeit in Wirklichkeit reines Glücksspiel ist. Denn wenn die Russen das Gelände des Kernkraftwerks Tschernobyl beschießen oder ein Umspannwerk auf dem von den ukrainischen Streitkräften kontrollierten Gebiet sprengen, das faktisch ein wichtiges Objekt für den Betrieb des Kernkraftwerks Saporischschja ist, stellen sie die Möglichkeit der Sicherheit an den Nuklearanlagen der Ukraine infrage.

Und gleichzeitig beschuldigen sie ausgerechnet die Ukraine der zahlreichen Blackouts auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja. Das ist offener Zynismus. Und das Wichtigste ist eine für einen Staat des 21. Jahrhunderts erstaunliche Unfähigkeit, die Folgen seiner eigenen Handlungen für sich selbst zu begreifen.

Vor allem haben die Russen im Verlauf dieses Krieges bereits bewiesen, dass sie zu technologischen Katastrophen bereit sind. Die besten Beispiele sind der Vormarsch russischer Truppen im Februar 2022 durch die Sperrzone von Tschernobyl, wobei sie die Gefahren dieses Objekts faktisch ignorierten. Oder die Schäden am Sarkophag, der nach der Katastrophe über dem Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl errichtet wurde und die infolge russischer Angriffe entstanden.

Und natürlich gibt es ein weiteres, zwar nicht nukleares, aber ebenso aufschlussreiches Beispiel: die Sprengung des Kachowka-Wasserkraftwerks durch russische Truppen. Viele vergleichen die Folgen dieses Schlages mit einer nuklearen Explosion. Offensichtlich kümmerten sich die russischen Militärs bei der Entscheidung zur Sprengung des Damms des Kachowka-Wasserkraftwerks in erster Linie um taktische Aufgaben – darum, den Vormarsch ukrainischer Truppen auf die Stellungen der russischen Besatzer aufzuhalten. Doch welche Folgen die Sprengung selbst haben würde? Es scheint, als gäbe es in der russischen politischen und militärischen Führung einfach keine Spezialisten, die die ganze Gefahr dessen begreifen könnten, was geschehen kann.

Genau deshalb beobachten wir in unserem Krieg gegen die Russen ständig, wie sie Russisches Roulette spielen. Alle Klischees über die russische Wirklichkeit, die wir bislang nur aus Witzen kannten und von denen wir nicht glaubten, dass Menschen in der zivilisierten Welt sich tatsächlich so verhalten könnten, werden durch die Handlungen von Präsident Putin, seines engsten Umfelds und der russischen Generäle bestätigt.

Wir sehen vor uns einen Affen – nur nicht mit einer Handgranate, sondern mit einer Atombombe. Und die Frage ist nicht einmal die Grausamkeit dieses Tieres. Die Frage ist, dass es offensichtlich die Folgen seiner möglichen Handlungen nicht begreift. Deshalb sollten wir uns, wenn wir sagen, die Russische Föderation könne keine Atomwaffen einsetzen, weil sie die Konsequenzen fürchte, fragen: Wer dort könnte überhaupt irgendetwas fürchten, wenn wir von Menschen sprechen, deren nicht einmal intellektuelles Niveau, sondern deren Bildungsniveau offensichtlich bei null liegt?

Menschen, die am Montag nicht begreifen können, dass morgen Dienstag ist. Menschen, die mit den einfachsten wissenschaftlichen Fragen nicht zurechtkommen. Menschen, die statt in der Schule zu lernen, in Hauseingängen Prügeleien austrugen und später, wie der Präsident der Russischen Föderation selbst über seine Jugend erzählte, auf dem Bauch durch Moskauer Unterführungen krochen, um sich die Leutnantssterne im unheilvollen Komitee für Staatssicherheit der Sowjetunion zu verdienen.

Ja, alles hat sich als wahr erwiesen. Diese Menschen haben nie Bücher gelesen, sich nie für die Entwicklung der Zivilisation interessiert. Sie haben nur gelernt zu töten und zu rauben. Und genau dafür wurden sie im Komitee für Staatssicherheit der Sowjetunion und später im Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation geschätzt, denn dort verachtete man intelligente und gebildete Menschen schon immer. Es war ein Reich des Lumpenproletariats.

Und die Analysten, die dort eingestellt wurden, wurden lediglich als eine unverständliche Erscheinung betrachtet, die man nur dann um Rat fragte, wenn es um Diversionen in anderen Ländern ging, keineswegs aber um das Verständnis der Folgen des Handelns der sowjetischen Tschekisten selbst. Und mir scheint, dass dies schon zu Sowjetzeiten niemals ein Geheimnis war.

Erstaunlich ist vielmehr, dass wir in unserer Zeit einfach vergessen haben, welche strategische Gefahr all diese Menschen und diese Behörde darstellen, die heute nicht nur die Russische Föderation als Staat, sondern auch die russische Armee kontrolliert. Eine Armee, die faktisch ebenfalls von ungebildeten Generälen geführt wird, deren wichtigste Aufgabe in den vergangenen Jahrzehnten darin bestand, sich bei ungebildeten Tschekisten und bei dem ungebildeten Präsidenten der Russischen Föderation einzuschmeicheln, nachdem sie bestimmte Aufträge erhalten hatten. Einem Präsidenten, dem es in vielen Jahrzehnten seines Dienstes weder im Komitee für Staatssicherheit der Sowjetunion noch im Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation gelang, auch nur den Rang eines Obersts zu erreichen.

Stellen Sie sich dieses Niveau militärischer Kompetenz vor: Nicht einmal als General, nicht einmal als Oberst des Komitees für Staatssicherheit oder des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation wurde er von irgendeinem seiner Vorgesetzten gesehen – nicht einmal von demselben Patruschew, der später nach der Machtübernahme der Tschekisten in Russland zu einem seiner engsten Verbündeten werden sollte.

Die sowjetische Führung führte bekanntlich durch ihre Unbildung und ihre Verachtung der Wissenschaft zur Katastrophe von Tschernobyl. Dies ist eines der wichtigsten Ergebnisse der Präsenz der Kommunistischen Partei an der Spitze Russlands und der von ihr besetzten Gebiete seit 1917.

Und nun haben wir es mit den Verbrechen jener zu tun, die der Kommunistischen Partei dienten – der sowjetischen und später russischen Tschekisten. Warum also wundern wir uns darüber, dass sie weiterhin Tschernobyl angreifen? Schließlich zieht es einen Verbrecher immer wieder an den Tatort zurück.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Росія бʼє по ядерному обʼєкту | Віталій Портников. 07.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Putin setzt den Terror fort | Vitaly Portnikov. 02.06.2026.

Eine weitere schreckliche Nacht für Kyiv sowie für andere Städte und Regionen unseres Landes. Zunächst möchte ich den Betroffenen dieses russischen Angriffs, der praktisch vom Abend bis zum Morgen des 2. Juni 2026 andauerte, mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen.

In Kyiv brennt es derzeit. Die Stadt ist von Rauch eingehüllt. In einem sozialen Netzwerk sah ich ein symbolisches Foto der Mutter-Heimat-Statue vor dem Hintergrund der Brände.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus dieser Fortsetzung des russischen Luftterrors ziehen?

Erstens sehen wir, dass der russische Machthaber vor diesem erneuten Angriff auf die ukrainische Hauptstadt sowie andere Städte und Regionen der Ukraine weiterhin das Thema Starobilsk ausschlachtet. Er berief eine Besprechung mit den Sicherheitsorganen ein und betonte die Notwendigkeit, die Schuldigen für den Schlag gegen Starobilsk zu bestrafen.

Welchen Zusammenhang der Angriff russischer Truppen auf eine Poliklinik in der ukrainischen Hauptstadt mit dieser sogenannten Bestrafung haben soll, wird Putin Ihnen natürlich nicht erklären können. Doch genau so rechtfertigt er den Terror gegen die Zivilbevölkerung, die Einschüchterung von Menschen und die Angriffe auf Wohnviertel in Kyiv, Charkiw, Dnipro und anderen ukrainischen Städten, die in dieser Nacht Ziel russischer Angriffe wurden.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt: Mit diesem Angriff demonstriert Putin, dass er nicht die Absicht hat, tatsächlich über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges zu verhandeln – ganz gleich, welche Prognosen dazu in den politischen Korridoren kursieren.

Er versucht schlicht, diesen Krieg von einem Krieg der Armeen in einen Krieg der Raketenangriffe zu verwandeln. Und er könnte hoffen, dass er mit genau dieser Taktik, der Taktik der Zerstörung ukrainischer Städte, die Ukraine zwar vielleicht nicht zur Kapitulation zwingen, aber zumindest den demografischen Krieg gegen das ukrainische Volk gewinnen kann. Einen Krieg, der keineswegs erst seit vier Jahren und einigen Monaten andauert.

Dieser Krieg dauert bereits seit Jahrhunderten an. Und Putin hofft, aus diesem Krieg als Sieger hervorzugehen. Genau auf einen solchen Sieg ist dieser Terror ausgerichtet.

Zudem könnte Putin davon ausgehen, dass er die Zeit nutzen kann, in der die Vereinigten Staaten vor dem Hintergrund ihrer Probleme im Nahen Osten und der drohenden Energiekrise über keine wirksamen Mittel verfügen, um Druck auf die Russische Föderation auszuüben. Aus Putins Sicht ist dies also genau der Zeitpunkt, an dem er ukrainische Städte und die friedliche Bevölkerung der Ukraine ungestraft terrorisieren kann. Denn ich wiederhole: Das ähnelt keinem Krieg, sondern vor allem Terror. Und Sie sehen, dass die Russen nicht einmal versuchen, irgendwelche Objekte zu finden, mit deren angeblicher Bekämpfung sie diese Angriffe erklären könnten.

Ein weiterer wichtiger Punkt besteht darin, dass Russland, wie man sieht, gar nicht über ein so großes Potenzial für derart massive Angriffe verfügt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow drohte unmittelbar nach dem 14. Mai, als der vorherige große Angriff stattfand, mit systematischen Angriffen auf Kyiv. Er empfahl ausländischen Diplomaten, die in der ukrainischen Hauptstadt akkreditiert sind, Kyiv zu verlassen.

Und Sie wissen, welche Antwort er erhielt: Niemand beabsichtigt auszureisen. Das liegt nicht nur daran, dass Diplomaten oder die diplomatischen Vertretungen der Vereinigten Staaten oder der Länder der Europäischen Union besonderen Mut zeigen würden. Es ist vielmehr das Verständnis dafür, dass den Russen das notwendige Potenzial für ständige systematische Angriffe fehlt.

Der Angriff auf Kyiv wurde nicht bis zum 2. Juni verschoben; vielmehr konnten die Russen erst am 2. Juni genügend Raketen und Drohnen bereitstellen, um ihre Angriffe auf die Ukraine fortzusetzen. Aber Sie konnten bemerken, dass sich unter den Raketen, die heute auf die Ukraine abgefeuert wurden, keine Iskander- und keine Kinschal-Raketen befanden. Es gab lediglich eine kleine Anzahl von Kalibr-Raketen, mit denen die südlichen Regionen unseres Landes gleich zu Beginn des Angriffs attackiert wurden.

Kyiv hingegen wurde vor allem mit einer Gruppe ballistischer Raketen sowie Zircon-Raketen angegriffen, die gemeinsam mit den ballistischen Raketen eingesetzt wurden. Und wie Sie verstehen, zeigt bereits die Umrüstung von Seeraketen für Angriffe auf Kyiz oder andere ukrainische Städte, dass der Russischen Föderation Raketen fehlen. 

Zircon-Raketen zeichnen sich bei Angriffen auf Landziele nicht durch besondere Präzision aus. Allerdings verstehen wir sehr gut, dass Russland in einer Situation, in der es um Terror geht, auch keine besondere Präzision benötigt.

Und das Wichtigste ist: Dabei handelt es sich um strategische Waffen der Russischen Föderation. Die Russen verfügen nicht über viele Zircon-Raketen und können nur etwa zehn Stück pro Monat produzieren. Wenn sie also versuchen, Raketen aus ihren strategischen Reserven einzusetzen, um die Wirksamkeit ihrer ballistischen Raketen zu erhöhen und die ukrainische Luftverteidigung zu überlasten, dann spricht auch das dafür, dass ihnen derzeit nicht genügend Raketen und Drohnen für ständige und vor allem häufige Angriffe auf die Ukraine zur Verfügung stehen. Und es ist sehr wichtig, dass dies auch künftig so bleibt.

Dafür sind präzise Raketen- und Drohnenangriffe auf den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation erforderlich. Man muss die Fabriken zerstören, die zur Tötung ukrainischer Zivilisten und zur Vernichtung ziviler Infrastruktur genutzt werden.

Denn tatsächlich handelt es sich um Zentren des weltweiten Terrorismus, angeführt von Präsident Putin und seinen Mitstreitern, die die Russische Föderation endgültig in eine terroristische Gruppierung verwandelt haben, die lediglich den Namen und das Potenzial eines Staates nutzt, um Terrorangriffe gegen die friedliche Bevölkerung eines Nachbarlandes durchzuführen.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін продовжує терор | Віталій Портников. 02.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 02.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Der gebrochene Putin. Vitaly Portnikov. 25.05.2026.

Зламаний Путін. Віталій Портников. 25.05.2026.

Den letzten russischen Angriff auf Kyiv und das Gebiet Kyiv erklären viele mit Putins Wunsch, sich für die Demütigung zu rächen, die der russische Machthaber während der Vorbereitung der Parade in Moskau am 9. Mai empfand. Manche glauben, dass Putin auf diese Weise den faktischen Festfahren seiner Truppen auf dem Gebiet der Region Donezk kompensieren will. Und anderen scheint, dass Putin mit diesem Angriff dem Westen Stärke und die Unwilligkeit demonstriert, irgendwelche Kompromisse zu suchen – ebenso wie mit den gleichzeitig in Russland und Belarus abgehaltenen Atomübungen.

Aber auf mich wirkte dieser Angriff, den ich auf einer der Stationen der Kyiver Metro verbringen musste, vor allem durch seine Sinnlosigkeit und Nutzlosigkeit erschütternd. Der russische Präsident gab Milliarden Rubel aus, um einen Markt und ein Einkaufszentrum, Cafés und eine Pferderennbahn zu zerstören. Der „Oreschnik“, mit dem Putin in den letzten Monaten prahlt, wurde für einen Schlag gegen eine Garagengenossenschaft in Bila Zerkwa eingesetzt. Selbst wenn man den Erklärungen glaubt, dass Moskau irgendein militärisches Objekt auf dem Gebiet dieser ukrainischen Stadt zerstören wollte, hätten dafür Drohnen und einige ballistische Raketen vollkommen ausgereicht.

Putin, an den ich mich aus den ersten Tagen seiner Amtszeit als Präsident Russlands erinnere, war immer grausam, empathielos, kaltblütig und selbstverliebt. Diese Eigenschaften zeigten sich buchstäblich schon in den ersten Tagen seiner politischen Karriere – vor dem Hintergrund des Tschetschenienkriegs oder des Todes der Seeleute auf dem U-Boot „Kursk“. Aber dieser Putin wusste genau, was er tat und warum. Wirkliche Anzeichen von Unzurechnungsfähigkeit konnte man bereits im Februar 2022 beobachten, als der russische Präsident ernsthaft entschlossen war, die ukrainische Regierung zu stürzen, und ernsthaft glaubte, dass die Ukrainer seine Armee mit Blumen empfangen würden. Aber das war vermutlich ideologische Unzurechnungsfähigkeit. Der russische Präsident glaubt wirklich an all diese ideologischen Mythen, die er propagiert, weil er als KGB-Offizier mit ihnen erzogen wurde. Er ist tatsächlich überzeugt, dass es kein ukrainisches Volk gibt, dass Menschen nicht selbst für ihre Zukunft eintreten und nicht eigenständig auf die Straße gehen können. Und tatsächlich – warum sollte ein Mensch, der einst überzeugt war, dass die Teilnehmer der Proteste in Dresden in den letzten Tagen der Existenz der Deutschen Demokratischen Republik bezahlt wurden, seine Meinung über die ukrainischen Maidan-Proteste irgendwie ändern?

Aber dieser Angriff ist eher ein Zeugnis nomenklaturhafter, amtlicher Unzurechnungsfähigkeit. Genau das, was Putin sich in der Vergangenheit niemals erlauben konnte. Er hat kein überschüssiges Geld für die Armee – und gibt dennoch Milliarden für einen Angriff aus, der nichts verändert. Er hat keinerlei Einfluss auf das militärisch-technische Potenzial der Ukraine. Er kann die Menschen nicht einschüchtern, denn einschüchtern muss man in den ersten Monaten eines Krieges und nicht im fünften Kriegsjahr – die Menschen, die in der Ukraine geblieben sind, haben sich an solche schrecklichen Prüfungen bereits irgendwie gewöhnt. Was man mit einem solchen Angriff erreichen kann, ist einzig, den Grad des Hasses zu erhöhen.

Deshalb überrascht es mich nicht, wenn ich auf den Seiten westlicher Medien Artikel darüber lese, dass der russische Präsident bei Vertretern seines eigenen Umfelds, der politischen und wirtschaftlichen Elite Russlands, Enttäuschung hervorruft. Auch diese Menschen kann man kaum Liberale nennen – sie vertreten dasselbe Programm wie Putin, sind von der Notwendigkeit überzeugt, die Kontrolle über die Ukraine und andere ehemalige Sowjetrepubliken wiederherzustellen, und von der Wichtigkeit der Konfrontation mit dem Westen. Deshalb ist Putin für die meisten von ihnen der ideale Führer, während der Rest einfach eingeschüchtert ist.

Was diese Menschen eint, ist der Wunsch, dass ihr Führer in seinen Handlungen adäquat bleibt und die Situation in Russland und um Russland herum realistisch einschätzt. Doch genau diese Adäquatheit zeigt Putin in letzter Zeit überhaupt nicht mehr. Und das sieht man sowohl an der Wahrnehmung durch die Bevölkerung – seine Zustimmungswerte sinken merklich – als auch an den Gesprächen russischer Nomenklaturfunktionäre mit westlichen Journalisten. Deshalb halte ich es für möglich, dass selbst solche Vertreter des Putin-Umfelds wie Kremlsprecher Dmitri Peskow und der erste stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung Sergej Kirijenko tatsächlich versucht haben könnten, Putin von härteren Einschränkungen für die Russen abzubringen – jedoch ohne Erfolg.

Und ja, diese Menschen werden unzufrieden sein – aber sie werden nichts tun, um die Situation zu verändern, weil sie Angst vor Putin haben. Sie werden entweder auf seine Rückkehr zum gesunden Menschenverstand oder auf sein Ende warten – und genau das wird den russischen Präsidenten noch unberechenbarer und gefährlicher machen. Das ist ein neuer Putin – zermürbt von Jahren der Erfolglosigkeit im russisch-ukrainischen Krieg und gefangen in seiner eigenen Unzurechnungsfähigkeit. Und den nächsten Schritten eines solchen Putin muss man mit noch größerer Vorsicht begegnen.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Зламаний Путін. Віталій Портников. 25.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov]
Veröffentlichung / Entstehung: 25.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Russland droht mit neuen Angriffen | Vitaly Portnikov. 25.05.2026.

Nach dem jüngsten Angriff auf Kyiv und andere Regionen der Ukraine droht Russland weiterhin mit neuen Schlägen gegen die ukrainische Hauptstadt.

Mit solchen Drohungen trat die Vertreterin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa auf. Sie betonte, dass auch die sogenannten Vergeltungsschläge fortgesetzt würden. Sacharowa versprach sogar, dass das Außenministerium der Russischen Föderation in Kürze mit einer speziellen Erklärung auftreten werde – einer Art Instruktion für die ausländischen diplomatischen Vertretungen, die sich in der ukrainischen Hauptstadt befinden. Und viele Kommentatoren nahmen dieses Versprechen Sacharowas als Demonstration einer neuen Eskalation der Situation im russisch-ukrainischen Krieg wahr.

Aber meiner Meinung nach ist das zugleich auch ein Versuch russischer Diplomaten, sich für Angriffe zu rechtfertigen, die für Vertreter des in der ukrainischen Hauptstadt akkreditierten diplomatischen Korps gefährlich werden könnten. Wie bekannt ist, wurde während des letzten Angriffs die Residenz des albanischen Botschafters in der Ukraine, Ernal Filo, beschädigt. Darüber berichtete in sozialen Netzwerken der Leiter des albanischen Außenministeriums Fikret Hoxha, der betonte, dass es unzulässig sei, wenn Russland zu Handlungen greife, die die Sicherheit ausländischer Diplomaten und diplomatischer Vertretungen gefährden, und dass dies nur jenes Maß an Aggression Russlands illustriere, das gegenüber der Ukraine bereits seit vielen Jahren zu beobachten ist.

Der albanische Minister versprach seinerseits, dass sein Land die Ukraine auch weiterhin unterstützen werde und genau auf diese Weise auf jene rechtswidrigen Handlungen reagieren werde, die von der Russischen Föderation begangen werden. Und wir müssen eine ziemlich einfache Sache sehr gut verstehen: Während eines Angriffs wurde die Residenz des albanischen Botschafters beschädigt. Und Albanien kann man schwerlich als ein Land bezeichnen, das sich in guten Beziehungen zu Moskau befand – ich würde sagen, seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Ein anderes Mal könnte jedoch die Residenz eines diplomatischen Vertreters irgendeines anderen Landes betroffen sein – auch eines Landes, das sich in guten oder sogar verbündeten Beziehungen zur Russischen Föderation befindet. Wie bekannt ist, arbeiten in Kyiv weiterhin die Botschaften vieler ehemaliger Sowjetrepubliken. Und einige dieser Länder sind sogar Mitglieder der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit, das heißt sozusagen militärische Verbündete der Russischen Föderation.

Und der Russischen Föderation wäre es überhaupt nicht recht, wenn Diplomaten jener Länder unter ihren Handlungen leiden würden, die sich derzeit in engen Beziehungen zu Moskau befinden. Denn sich vor diesen Ländern zu rechtfertigen, wäre wesentlich schwieriger.

In Russland hat man noch nicht vergessen, wie Präsident Putin und andere Vertreter der russischen Führung sich weigerten, sich bei Aserbaidschan zu entschuldigen, nachdem das russische Luftabwehrsystem ein ziviles Flugzeug getroffen hatte, das sich im Luftraum der Russischen Föderation befand. Infolgedessen kam es zu einer ziemlich ernsthaften Abkühlung der russisch-aserbaidschanischen Beziehungen. Mit Vorwürfen gegen Moskau traten sowohl der Präsident Aserbaidschans Ilham Alijew als auch andere Vertreter der aserbaidschanischen Führung sowie gesellschaftliche Aktivisten und Journalisten auf.

Die guten Beziehungen, die zwischen Moskau und Baku vor diesem tragischen Zwischenfall bestanden hatten, bewahrten die russische Führung, wie wir sehen, nicht vor harter Kritik seitens der Führung Aserbaidschans. Und offensichtlich wird es auch dann reale ernste Vorwürfe und Beanstandungen geben, wenn eine russische Rakete oder Drohne eine diplomatische Vertretung eines Russland freundlich gesinnten Landes trifft – unter Bedingungen, in denen Russland sowohl im postsowjetischen Raum als auch in der Welt insgesamt an Einfluss verliert. Und sich zu entschuldigen, wie bekannt ist, können und wollen die Russen nicht.

Somit versucht Sacharowa offensichtlich auf Anweisung ihrer Vorgesetzten Putin und Lawrow bereits jetzt, ein Dokument vorzubereiten, das Russland von Anfang an von der Verantwortung für mögliche Zerstörungen diplomatischer Vertretungen in Kyiv sowie für den Tod oder die Verwundung ausländischer Diplomaten freisprechen soll, die unter russischen Beschuss geraten könnten. Das ist also in Wirklichkeit keine Eskalation. Das ist ein vorbeugender Versuch, sich der Verantwortung für die von dem Präsidenten der Russischen Föderation sowie der politischen und militärischen Führung Russlands geplanten Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung unseres Landes zu entziehen.

Denn wie wir verstehen, befinden sich diplomatische Vertretungen weder an Orten mit konzentrierter Infrastruktur noch dort, wo Armeeeinheiten stationiert sind. Nein, sie befinden sich gerade in zivilen Wohnvierteln. Und die Absicht des Präsidenten der Russischen Föderation und seines kriminellen Umfelds besteht gerade in Angriffen auf zivile Wohnviertel. Und wenn es um zivile Viertel der Hauptstadt irgendeines Staates geht, besteht natürlich ein ernsthaftes Risiko, dass diese Angriffe auch diplomatische Vertretungen von Ländern treffen werden, die Opfer solcher neuer russischer Attacken werden könnten.

Und aus dieser Sicht hat Maria Sacharowa, die natürlich dachte, sie greife einfach zu den üblichen propagandistischen Drohungen gegen das ukrainische Volk und den ukrainischen Staat, selbst die verbrecherischen Absichten ihrer Vorgesetzten offengelegt, selbst enthüllt, dass diese – angesichts der Tatsache, dass ihre Armee die von Putin geplanten Ergebnisse im Krieg nicht erreichen kann – zu Verbrechen greifen, die gerade auf die Einschüchterung der ukrainischen Zivilbevölkerung gerichtet sind, um Bedingungen für die Kapitulation des ukrainischen Staates und dessen anschließendes Verschwinden von der politischen Weltkarte zu schaffen.

Putin hat diese menschenverachtende Idee nicht aufgegeben. Aber natürlich würde er sich wünschen, dass es in Kyiv zu dem Zeitpunkt, an dem sie verwirklicht wird, keine ausländischen Botschaften und keine Diplomaten mehr gäbe, die daran erinnern könnten, dass die Russische Föderation mit ihren verbrecherischen Handlungen das internationale Recht verletzt. Genau deshalb will das Außenministerium der Russischen Föderation eine Instruktion für die ausländischen Botschaften verfassen.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Росія погрожує новими атаками | Віталій Портников. 25.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 25.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Russland bereitet einen massiven Angriff vor | Vitaly Portnikov. 23.05.2026.

Der Präsident der Ukraine und die Botschaft der Vereinigten Staaten in unserem Land haben über die Vorbereitung eines massiven russischen Angriffs auf die Ukraine informiert. 

Die Botschaft betont, dass ein solcher Angriff innerhalb der nächsten 24 Stunden erfolgen könnte. Und der ukrainische Präsident besteht darauf, dass die Russen für einen solchen Angriff den Komplex Oreschnik einsetzen könnten.

Wie bekannt ist, legt der Präsident der Russischen Föderation in den letzten Tagen besonderen Nachdruck auf den ukrainischen Schlag gegen Starobilsk und fordert Vergeltung für diesen Schlag. Aber wir verstehen sehr gut, dass Putin nicht jemand ist, der sich rächt, sondern jemand, der nach Vorwänden sucht, um bereits von den Streitkräften der Russischen Föderation geplante massive Angriffe auf die Ukraine durchzuführen.

Diese massiven Angriffe – und das muss man begreifen, wenn wir die russischen Handlungen analysieren – sind für den Kreml zum wichtigsten Beweis dafür geworden, dass Russland im russisch-ukrainischen Krieg dominieren kann, in einer Situation, in der die Möglichkeiten der russischen Armee im Zusammenhang mit technologischen Veränderungen auf dem Schlachtfeld mit jeder Woche geringer werden. 

Wir sehen bereits, wie Militärexperten die Situation analysieren und sagen, dass es den russischen Truppen derzeit nicht gelingt, sich mit jenem Tempo und in jene Richtungen vorzubewegen, die vom russischen Militärkommando bereits im vergangenen Jahr geplant worden waren, als Putin und seine Generäle zumindest Pläne hatten, die Kontrolle über das gesamte Gebiet des ukrainischen Donbass zu erlangen.

Jetzt muss man diese Pläne im Wesentlichen aufgeben. Und wenn es den russischen Truppen im Sommer nicht gelingt, auf ukrainischem Boden vorzurücken, wird dies erneut die Aussichtslosigkeit der russischen Bemühungen vor dem Hintergrund bereits des fünften Jahres des großen Krieges unterstreichen. Außerdem haben ukrainische Drohnen inzwischen die Möglichkeit erhalten, nicht nur Schläge gegen die Positionen der russischen Besatzer auszuführen, sondern auch den sogenannten Korridor zur Krim zu kontrollieren.

Sie wissen, dass derzeit faktisch der gesamte Korridor entlang der Linie Taganrog, Mariupol, Melitopol, Dschankoj oder Donezk, Mariupol, Melitopol, Dschankoj von ukrainischen Positionen aus beschossen wird und damit aufhört, die Lebensader für die verbrecherische russische Armee zu sein, was ihre Pläne hinsichtlich der Versuche der Besetzung neuer ukrainischer Städte und Siedlungen sowie der Morde und Plünderungen stoppt, die das Wesen russischer militärischer Aktivität darstellen.

Außerdem zerstören ukrainische Langstreckendrohnen und Raketen Unternehmen des russischen militärisch-industriellen Komplexes und des Erdölraffineriekomplexes der Russischen Föderation Hunderte Kilometer von der Frontlinie entfernt, was damit das Überleben der Wirtschaft der Russischen Föderation in den kommenden Jahren des Krieges gegen die Ukraine infrage stellt und den Krieg selbst völlig anders macht als in den ersten vier Jahren der erbitterten russisch-ukrainischen Konfrontation.

Denn jetzt können wir klar sagen, dass der Krieg, der sich nach Februar 2022 unmittelbar in den Häusern der Ukrainer niedergelassen hat und seit 2014 Teil unseres Lebens war, sich nun auch in den Wohnungen und auf den Straßen der Russen niedergelassen hat. Und wie wir verstehen, wird er in den kommenden Jahren dieses Krieges von diesen Straßen und aus diesen Wohnungen nirgendwo verschwinden, sondern zum Alltag jedes gewöhnlichen Bewohners der Russischen Föderation werden.

Und das gefällt den Russen absolut nicht. Sie würden gern in einem solchen Krieg leben, in dem ihre verbrecherischen Söldner, Kriminellen und Banditen ukrainische Bürger töten, ukrainische Städte zerstören, massive Angriffe auf Kyiv und Charkiw, Dnipro und Odesa, Lwiw und Tschernihiw organisieren, während die Russen selbst ihr primitives Leben in einem der verbrecherischsten Länder der modernen Welt genießen.

So funktioniert das nicht. Es funktioniert nicht, das Leben selbst in Moskau zu genießen, das jedem gewöhnlichen Russen seit Langem wie eine Festung der Sicherheit und des Wohlstands erscheint. Der jüngste ukrainische Schlag gegen die Umgebung der russischen Hauptstadt erinnerte daran, dass die Siegesparade am 9. Mai in Wirklichkeit möglicherweise gar nicht stattgefunden hätte, wenn nicht jene Bitten gewesen wären, mit denen sich der Präsident der Russischen Föderation Putin an den Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump gewandt hatte.

Was bleibt dem russischen Präsidenten dann noch? Ihm bleibt nur noch, die ukrainische Bevölkerung mit seinen Raketen, Oreschniks und Drohnen einzuschüchtern. Ihm bleibt die Hoffnung auf die Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur, die seiner Ansicht nach zur Kapitulation der Ukraine führen müsste. Darin liegt der Sinn dieser massiven Angriffe.

Wenn Putin die Ukraine, die von seinen Banditentruppen angegriffen wurde, des Terrorismus beschuldigt, sollte er in den Spiegel schauen und sich daran erinnern, dass gerade die Streitkräfte der Russischen Föderation terroristische Angriffe durchführen, deren Ziel immer Infrastrukturobjekte sind, die für die normale Aufrechterhaltung des Lebens friedlicher Städte notwendig sind, Wohnviertel; dass jeder massive russische Angriff ein Aufruf zur Kapitulation eines Landes ist, das aus Sicht Putins, seiner Armee und seines Volkes von der politischen Landkarte der Welt ausgelöscht werden soll und das ukrainische Volk von der ethnographischen.

Und ja, massive Angriffe, die Schaffung einer Demonstration der Gefahr an jedem einzelnen ukrainischen Ort – das ist auch die Tätigkeit des Präsidenten der Russischen Föderation im demographischen Krieg gegen den ukrainischen Staat, gegen das ukrainische Volk. Die Überzeugung jener Menschen, die gezwungen waren, vor dem Krieg zu fliehen, dass es sich nicht lohnt, in die Ukraine zurückzukehren, weil sie immer ein Gebiet der Gefahr bleiben wird. Die Überzeugung jener, die hier geblieben sind, dass es sich lohnt, die Koffer zu packen und dieses gefährliche Gebiet zu verlassen.

Das ist eben Erpressung und Terrorismus, hinter denen möglicherweise nicht einmal irgendwelche konkreten militärischen Ziele stehen. Und die sogenannten Schläge gegen Entscheidungszentren in der Nacht, wenn dort natürlich niemand arbeitet, sind ebenfalls ein vollkommen offensichtlicher Beweis des Versuchs, von den eigenen Möglichkeiten zu überzeugen.

Wenn du den Krieg nicht gewinnen kannst und keinen Frieden willst, bleibt dir nur, dich in einen erbärmlichen Terroristen zu verwandeln. Genau in einen solchen erbärmlichen Terroristen verwandelte sich Putin schon lange vor Beginn des russisch-ukrainischen Krieges, schon vor dem Hintergrund des Krieges im Kaukasus, schon vor dem Hintergrund des Krieges gegen Georgien. Er hat Russland längst in eine terroristische Organisation verwandelt, die nur versucht, sich als Staat auszugeben, tatsächlich aber staatliches Potenzial und staatliche Arsenale für die Tötung friedlicher Bewohner in Nachbarländern nutzt und dafür, alle jene in Russland ins Gefängnis zu werfen, die sich gegen den verbrecherischen Krieg Putins und seiner Anhänger stellen.

Dafür braucht der russische Präsident den nächsten massiven Angriff auf ukrainische Städte.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Росія готує масовану атаку | Віталій Портников. 23.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 23.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Von Butscha bis Chabarowsk: Die Spuren der Verbrechen holen die Täter ein. Galyna Rybak. 05.05.2026.

https://www.facebook.com/share/p/17ikhFUDqq/?mibextid=wwXIfr

Die Träume zeigten, was im Norden geschah. Darin waren dieselben Orte, dieselben Ereignisse, dieselben Körperhaltungen der Getöteten wie in der Realität. Auf der südlichen Seite von Kyiv befanden sich die Menschen in einem Zustand der Schockstarre. Ich bat meine Eltern und meine Tochter zu gehen – unsere Familie wäre hingerichtet worden –, doch sie sträubten sich, weil die Leute um uns herum sagten: „Die Russen werden uns nichts tun.“ Für einige habe ich keine Vergebung – und werde sie auch nie haben.

Allein im Bezirk Butscha wurden über 9.000 Kriegsverbrechen begangen.

1.400 Tote.

„Wer ein Telefon hat – an die Wand zum Erschießen. Wer verdächtig erscheint – wird erledigt.“ Russische Kommandeure überprüften persönlich die „Effektivität“ der Säuberungen.

Menschen wurden wochenlang ohne Nahrung in Kellern festgehalten, gefoltert,     ihnen wurden Brandmale auf die Haut gebrannt.

Die Besatzer hatten Listen von Aktivisten, ATO-Veteranen und einfach Patrioten (ich habe Fragen zu diesen Listen – ein „offenes Kapitel“, das noch abgeschlossen werden muss; ich glaube nicht, dass die Verantwortlichen ungestraft davonkommen). Männer mit hinter dem Rücken gefesselten Händen wurden mit Schüssen in den Hinterkopf mitten auf der Straße gefunden. Viele wurden vor den Augen ihrer Frauen und Kinder getötet.

Die Russen verwandelten die Keller von Wohnhäusern in Orte systematischer Gewalt. Opfer wurden Frauen im Alter von 14 bis 80 Jahren. Diejenigen, die Widerstand leisteten, wurden sofort getötet.

Militärtechnik wurde genutzt, um alles abzutransportieren – von Waschmaschinen bis zur Unterwäsche der Getöteten.

Die 64. separate motorisierte Infanteriebrigade und ihr Kommandeur Asatbek Omurbekow – der „Schlächter von Butscha“. Für ihre Gräueltaten erhielt die Brigade vom Kreml den Titel „Gardeeinheit“, und der Kommandeur bekam aus den Händen Putins den Stern eines Helden sowie den Rang eines Generalmajors.

Omurbekow ist ethnischer Karakalpake. Ein Volk, dessen Geschichte ein ständiger Überlebenskampf ist. Die Russen kolonisierten Karakalpakstan im 19. Jahrhundert mit Feuer und Schwert. Das sowjetische Moskau manipulierte ihre Grenzen, verschob das Volk hin und her wie Sklaven. Und trotz all dessen wurde Omurbekow selbst zu einem brutalen Besatzer im Dienst seines eigenen Unterdrückers.

Bis zum Hochsommer 2022 wurden 90 % der Brigade in den Regionen Charkiw und Luhansk vernichtet. „Cholodnyj Jar“, die 95. und die 81. Brigade der ukrainischen Streitkräfte nahmen die Besatzer auf und löschten sie aus dem Leben. Die verbleibenden 10 % der Henker wurden in eine Ausbildungsbrigade umgewandelt und im Gebiet Chabarowsk nahe China versteckt. Dort erreichte ihren Kommandeur auch ein ukrainisches „Guten Abend“.

Jeder russische Verbrecher sollte vor Angst zittern. Weder viele Jahre noch große Entfernungen – selbst 7.000 Kilometer – werden vor Bestrafung schützen. Dieses Mal kam der Tod aus dem Briefkasten.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Social Media

Autor: Galyna Rybak
Veröffentlichung / Entstehung: 05.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Kein Vergessen, kein Mitgefühl: Krieg, Erinnerung und die Grenze der Menschlichkeit. Aleksey Kopytko. 28.04.2026.

https://www.facebook.com/share/p/18SKzCiTUw/?mibextid=wwXIfr

Um eine Art Schlussstrich unter die Geschichte mit Tuapse zu ziehen. Und um zu warnen.

Dieser Beitrag richtet sich eher an Russen und an Bürger anderer Länder, die die Situation beobachten.

Das Video mit brennendem Treibstoff, der nach der Explosion eines Tanks in der Raffinerie durch eine der Gassen von Tuapse fließt, hat Appelle an Ukrainer im Ausland ausgelöst, man möge doch menschlicher sein!

Das trifft die Falschen.

Ich garantiere, dass die Ukrainer ihre Menschlichkeit vollständig bewahrt haben.

Mehr noch: Ukrainer verstehen oft besser als andere den Preis von Verlusten. Dafür gibt es zahlreiche Belege. Leider wissen zu viele Ukrainer, was es bedeutet, ein Zuhause oder Angehörige zu verlieren.

Nehmen Sie irgendeine Naturkatastrophe während der Jahre der großangelegten Invasion, zum Beispiel Überschwemmungen in Spanien oder Italien, das Erdbeben in der Türkei, Waldbrände oder irgendeinen technischen Unfall am anderen Ende der Welt, über den in der Ukraine berichtet wurde – Sie werden viel Mitgefühl sehen. Denn die Natur tut einem leid, die Tiere tun einem leid, die Menschen tun einem leid, das von Menschen Geschaffene tut einem leid.

Selbst in dem Schrecken, der uns umgibt, sind die Ukrainer nicht verhärtet, sie empfinden Mitgefühl und verstehen fremden Schmerz.

Mit einer Ausnahme. Denn selbst dem Iran bringen viele Menschen Mitgefühl entgegen.

Wenn es jedoch um Russland geht, ändert sich die Situation grundlegend.

Denn bei jedem noch so schrecklichen Ereignis in Russland taucht sofort die Erinnerung auf – die Russen haben uns das doch angetan.

Sie haben es uns angetan. Absichtlich. Sie haben Schadenfreude gezeigt. Sie hätten noch mehr Böses getan, wenn man sie nicht gestoppt hätte.

Die Bewohner von Tschernihiw, Sumy, Charkiw, Dnipro, der Städte der Regionen Donezk und Luhansk, Saporischschja, Cherson, Mykolajiw, Odessa können Ihnen anschaulich von Vorfällen berichten, die sich vor ihren Augen abgespielt haben. Sehr viel können auch die Bewohner von Krementschuk (Region Poltawa) und Krywyj Rih (Dnipro) erzählen. In Chmelnyzkyj sind die Eindrücke besonders eindrücklich.

Ich gebe ein Beispiel aus Charkiw. Nur eines.

In der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2024 griff Russland mit Drohnen ein Wohngebiet in Charkiw (Bezirk Nemyschlja) an. Aufgrund der Nähe zur Grenze ist es selbst nach dem Auslösen der Sirene schwer, Schutz zu finden. Der Angriff wurde gezielt auf eine Tankstelle ausgeführt. Ein Teil der Menschen aus den umliegenden Häusern konnte sich selbst retten, etwa 50 wurden von Rettungskräften evakuiert. Doch ein Haus geriet in eine Feuerfalle.

In diesem Haus VERBRANNTE eine fünfköpfige Familie bei lebendigem Leib – Vater, Mutter und DREI KINDER: 7 Jahre, 4 Jahre und 10 Monate. Sie starben nicht sofort; die Mutter hielt die Kinder an sich gedrückt, während der Vater einen Ausweg suchte.

Können Sie sich die Verzweiflung der Eltern in den letzten Minuten vorstellen? Können Sie sich die Gefühle der Menschen vorstellen, für die diese Geschichte nicht irgendwo weit weg geschieht, sondern in der Nachbarstraße oder im Nachbarviertel?

Und dieser Mord ist das Werk von Russen.

Deshalb ist es gegenüber Russen ganz einfach.

In Russland gibt es tatsächlich unterschiedliche Menschen. Aber eine abstrakte „allgemein menschliche“ Haltung der Ukrainer gegenüber Russen wird es nicht geben. Es wird unterschieden.

Nach einem sehr klaren Kriterium: Sind Sie daran beteiligt, dass in Charkiw russische Kräfte Kinder bei lebendigem Leib verbrannt haben (durch Mitwirkung, stillschweigende Zustimmung oder Gleichgültigkeit), oder haben Sie gegen den Krieg gekämpft bzw. kämpfen Sie dagegen?

Wenn Sie gegen den Krieg sind – beweisen Sie es. Beweisen Sie es. Niemand wird Ihnen mehr einfach so glauben. Setzt eure ganze Energie gegen Putin ein.

Keine klare und aktive Haltung gegen den Krieg? Dann sind Sie beteiligt. Es ist Ihnen so bequem oder nützlich.

Warum sollte man mit solchen Menschen Mitgefühl haben? Das sind Mörder oder Helfer von Mördern. Sie bringen Tod und Zerstörung in unser Land.

Beachten Sie: Selbst jetzt fordern Russen in großer Zahl nicht ein Ende des Krieges und den Abzug der Truppen, sondern besseren Schutz für sich selbst! Damit es sicherer ist, die Tötungen fortzusetzen.

Getötete ukrainische Zivilisten nach russischen Angriffen – jeden Tag. Manchmal in Dutzenden. Denn es ist ein absichtlicher, bewusster Terror.

Zivile Opfer in Russland – die Ausnahme, und der Großteil davon durch die eigene russische Luftabwehr (es wird inzwischen regelmäßig auf Videos festgehalten, dass es sich nicht um „Trümmer“, sondern um Raketen wie „Panzir“ usw. handelt).

Alles ist sehr transparent.

Die Ukraine baut ihre Fähigkeiten für Angriffe über große Entfernungen aus. Exponentiell. In den kommenden Monaten erwarten die Russen viele Überraschungen. Beispiellose. Viele Russen werden große Angst bekommen.

Der einzige Weg, all dies zu beenden und zu verhindern, besteht darin, den Krieg in Russland zu stoppen. Am schnellsten durch die Russen selbst.

Kommentare:

1. Genau an diese Geschichte habe ich mich erinnert, als ich sah, wie in Tuapse Treibstoff durch die Straßen floss … Die Tragödie der Familie Putjatin ist unvergesslich. Deshalb berührt mich das, was in Tuapse passiert, nicht. Auge um Auge … und selbst das ist zu wenig.

2. Auch die Großmutter, die ihre Angehörigen beerdigt hat (ich erinnere mich nicht, ob sie die Mutter des Vaters oder der Mutter war), war ethnisch Russin. Kann man so etwas verzeihen?

3. Ich werde niemals verzeihen, was meiner Heimat Oleschky angetan wurde … mögen bei ihnen Öl und Blut durch die Straßen fließen …

4. Der wirksamste Weg, den Krieg, die Tötungen und die Umweltschäden zu stoppen, ist, dass die Russen selbst ihn beenden wollen und die Ukraine verlassen. Andernfalls muss man ihnen dabei helfen.

5. Die Geschichte in Charkiw ist nur eine von Hunderttausenden oder vielleicht sogar Millionen. Enormer Schaden für die Umwelt des Planeten, weil einige Russen beschlossen haben, die Ukraine anzugreifen, und andere sich entschieden haben zu schweigen.

6. Eine riesige Zahl von Städten wurde ausgelöscht, Menschen getötet und verletzt, Tiere wurden verbrannten oder verstümmelt, Böden wurden unbrauchbar, Wälder verbrannten, erinnern wir uns an die Katastrophe am Stausee, Millionen Explosionen, Verminung … Die eigenen Leute werden nicht geschätzt und für irgendwelche imperialistischen Ideen in den Tod geschickt.

7. Es ist Zeit aufzuhören. Oder man wird gestoppt. Man darf nicht zulassen, dass sich dieses Übel über die Erde ausbreitet.

8. Am 24. März 2022 starb mein jüngerer Sohn Pawlik an einem Schlaganfall. Zuvor hatte er zwei Wochen lang in Podil in der Territorialverteidigung patrouilliert, das ist mein Leid, mein Unglück, der Krieg hat mir Pawlik genommen. Aber ich habe wahrscheinlich noch mehr geweint, als ich las, dass irgendwo in einem Dorf in der Region Mykolajiw eine Drohne ein kleines Kind tötete, das gerade im Laufstall laufen lernte. Ich erinnerte mich, wie mein Pawlik im Sommerhaus im Laufstall lief. Er fiel und stand wieder auf, lief und fiel, aber stand wieder auf … Seid verflucht, ihr Putin-Anhänger – verflucht mit dem Fluch einer Mutter! Brennt in der Hölle bei lebendigem Leib!

9. Was diese Ungeheuer mit dem Kachowka-Stausee gemacht haben und welche Folgen das hatte – Menschen und Tiere wurden überflutet, ein ganzes Ökosystem zerstört, das Schwarze Meer verschmutzt, Gräber weggespült usw. Dieses Volk hat diese Katastrophe vergessen. Aber wir haben nichts vergessen: Butscha, Isjum, Cherson, Odessa, Kyiv, Lwiw, Charkiw, Pohreby, Winnyzja. Kein Mitgefühl. Nur Ereignisse wie in Tuapse (und je mehr davon, desto besser) könnten vielleicht, vielleicht!, diesen Idioten ein wenig klarmachen: „Wozu das alles?“

10. Wenn sie unsere Gefangenen misshandeln, unsere Frauen, Kinder und Männer vergewaltigen, auf Entbindungsstationen, Krankenhäuser und zivile Häuser schießen – warum sollte man sie bedauern? Sie sind einfach Unmenschen in menschlicher Hülle, Je weniger es von ihnen gibt, desto weniger Unheil bringen sie über die Welt … Lenke, Herr, und dein Wille geschehe.

11. In Charkiw floss Diesel, vermischt mit Schnee. Eine tödliche Kombination. Ein ganzes Viertel mit mehreren Straßen brannte aus. Sehr viele Menschen wurden verletzt. Von Russland gab es null Mitgefühl. Aber das ist nur einer von vielen ähnlichen Fällen. Deshalb ist das, was Russland jetzt trifft, nicht einmal eine Antwort. Es ist ein Versuch, den Rest ihres Verstandes zu erreichen, damit sie begreifen, was sie ausgelöst haben.

12. In Ihrem Beispiel aus Charkiw: Nach der Explosion an der Tankstelle flossen feurige Ströme von Erdölprodukten durch die Straßen des Wohngebiets. Deshalb brannten die Häuser, Menschen verloren ihr Zuhause. Eine Familie verbrannte mit Kindern bei lebendigem Leib! Die Mutter war übrigens Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft, soweit ich weiß, aus Wowtschansk. Ich sah dieses Feuer von der Straße Rybalko (heute Brigade Chartija). Die Flammen schlugen sehr hoch. Schrecklich! Barbaren …

13. Im Jahr 2022 zerteilten Moskauer im Dorf Peremoha aus Langeweile einen jungen Mann mit einer Machete – buchstäblich in Stücke.

14. Mariupol wurde aus nächster Nähe beschossen. Es wurde mit allem zerstört, was nur möglich war. Ganze Familien verbrannten bei lebendigem Leib, ohne jede Hoffnung auf Hilfe. Tuapse – die Natur tut einem leid. Das Meer, die Erde, die Tiere, die Vögel sind nicht schuld daran, dass sie zu einem „Land 404“ gehören. Alle anderen Wesen – Feuer wird mit Feuer ausgebrannt.

15. Was Charkiw und Dnipro angeht – suchen Sie Drohnenaufnahmen, die zeigen, wie die Städte Bachmut, Marjinka, Awdijiwka, Popasna, Soledar, Wolnowacha, Kreminna, Torezk und Tschassiw Jar heute aussehen. Und seien Sie froh, dass Tuapse bisher nicht so aussieht.

16. Ich unterstütze das vollständig! Die gleiche Situation mit den „Palästinensern“, die Israelis in Stücke gerissen und gefeiert haben. Und jetzt… oh, unsere Städte werden zerstört, und wir haben Kinder. Ruhm der Ukraine!


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Social Media

Autor: Aleksey Kopytko.
Veröffentlichung / Entstehung: 28.04.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: Facebook
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Leben in Cherson im Jahr 2026… Wie ist das? Inna Kormilenko.

https://www.facebook.com/share/p/1DxfmR2VbG/?mibextid=wwXIfr

Hier gibt es keine Sirenen, die warnen und deinen Weg oder deine Pläne ändern.

Aber hier gibt es Geräusche, nach denen es schon zu spät ist, noch zu überlegen…

Eine Drohne klingt wie eine Mücke. Ein dünnes, nerviges Summen, das dich nicht konzentrieren lässt. Es wird dichter – ssssssssss…

Und dir stellen sich die Haare auf dem Kopf von selbst auf. Und dieses verdammte Ding kann direkt über dir stehen bleiben…

Du hältst den Atem an, und dein Herz rast plötzlich und schlägt zwei- bis dreimal so schnell.

Es hängt da, und du weißt nicht, ob es dich auf dem Bildschirm schon als Ziel „sieht“ – oder noch nicht.

Ein FPV ist anders.

Er bleibt nicht stehen. Er jagt. Schon in diesem Wort liegt etwas Auswegloses – „jagt“.

Sein Geräusch – sssSSSSSSSS…

Er kommt schnell näher, und irgendwann hörst du nichts mehr, weil dein Gehirn die Kontrolle den Instinkten überlässt.

Du spürst ihn, verdammt noch mal, mit deiner ganzen Haut, die vor Anspannung fast schmerzt…

Eine KAB fragt nicht.

Du sitzt abends mit Tee und atmest den Duft blühender Bäume ein. Denkst an Liebe, Geborgenheit und Wohlstand… Und du hörst sie lange nicht.

Und genau das ist das Schrecklichste. Es gibt Sekunden, vielleicht zwei – ein dumpfes Pfeifen von oben, als würde etwas Riesiges den Himmel durchschneiden: fuuuuuh… wie ein Flugzeug…

Und sofort weißt du, welcher Einschlag kommt.

Wie eine Druckwelle. BUMM – aber das ist nicht einfach ein „Bumm“.

Es ist eine Welle! Selbst wenn es ein paar Kilometer entfernt ist, trifft sie dich in die Brust, nimmt dir die Luft… Für einen Moment scheint es, als hätte sich die Welt in sich selbst zusammengefaltet.

Artillerie – das ist die Sprache des Militärs zu den Menschen in Cherson.

Sie spricht in Salven zu uns.

Weit weg – boom… boom… boom…

Und du zählst, selbst wenn du es nicht willst.

Vielleicht einmal – oder dieses schreckliche Wort „Grad“, wenn du dich verzählst…

Wenn es näher ist (und das ist oft so) – der Abschuss: ein dumpfes, kurzes „puff“ und dann – ein Pfeifen: schschschschsch…

Und – die Explosion. Das sind nicht einmal Minuten – Sekunden…

Das Schreckliche ist, dass du oft nur den Einschlag hörst.

Er ist immer plötzlich. Splitter kommen danach. Sie fragen nicht, wohin sie fliegen.

Sie pfeifen, wie Blitze, mit wahnsinniger Geschwindigkeit, wie zerrissenes Metall – ssssssssss – klirr! gegen etwas Hartes, oder dumpf – in den Boden, in Wände, in Autos… In Menschen. Manchmal klingt es wie Regen. Aber das ist kein Regen.

Phosphor – das ist nicht ganz ein Geräusch.

Es ist ein Zischen. Als würde etwas Lebendiges brennen: schschschsch… und ein Knistern wie bei einem Lagerfeuer. Nachts sieht es schön aus. Aber es bringt weder Wärme noch Ruhe. Nur Reizung und Entsetzen…

„Lebkuchen“ (kleine, oft 3D-gedruckte russische Drohnen-Streumine) auf der Straße – das ist Täuschung. In der Kindheit hat man versprochen, dass auch auf meiner Straße einmal ein Lastwagen mit Lebkuchen kommt. Aber zur Hölle – nicht so! 

Stille.

Ein Schritt.

Und plötzlich – klick – und ein kurzer, trockener

Knall. Nein, kein lauter. Aber genug, damit aus einem Menschen ein „Leichnam zur Evakuierung“ wird. Oft – Körperteile…

Wir lernen, all das gleichzeitig wahrzunehmen.

Du lebst wie eine gespannte Saite.

Ich erinnere mich jeden Tag selbst: „Innussja, es ist sehr wichtig, dir andere Geräusche zu bewahren.

Deinen Atem zum Beispiel. Leise, aber deiner. 

Ein Schluck heißen, duftenden Kaffees – der das Gefühl im Inneren zurückbringt.

Das Rascheln von Kleidung, Schritte, Stimmen – etwas sehr Einfaches, Menschliches, Irdisches.“

Denn wenn nur diese ssss, schschsch, bumm bleiben – hält die Psyche das nicht aus und „…der Verstand setzt aus, setzt einfach aus…“

Und ich fange bewusst und gierig ein, wie mein „Ich lebe“ klingt.…

Jeden Tag gleicht mein Weg einer Lotterie ohne Regeln…

Jeder Mensch aus Cherson verlässt das Haus wie zum letzten Mal. Auch wenn er es nicht laut ausspricht.

Sieben Tausend Kilogramm KABs an einem Tag heute – das ist das Gewicht der Angst. Ein Terror, der sich auf die Stadt legt und sie bis auf die Knochen zusammendrückt.

Und du gehst zur Arbeit. Als wäre es das letzte Mal.

Nicht weil du dramatisierst. Dein Körper weiß einfach schon, was er erlebt hat…

Du schaust in den Himmel, als wäre er etwas Größeres.

Wie ein Geschenk, das heute noch da ist.

Das Licht durchdringt die Wolken mit Strahlen. Mein Gott, wie unglaublich schön das ist. Dieses Bild bedeutet für mich, dass mein Leben noch nicht abgeschaltet wurde.

Der Wind heute – schlägt dir ins Gesicht, kalt, lebendig. Er zerzaust die Haare, als würde er erinnern: du spürst noch – also bist du hier.

Ingwertee auf Schumen… Er breitet sich im Inneren aus, und für eine Sekunde scheint es, als ließe sich die Welt wieder zusammensetzen.

Und fünf Minuten später bist du schon dort, wo „es eingeschlagen hat“. Der Asphalt hat es mit Kratern gezeichnet. Und trägt noch abstrakt die Spuren von rotbraunem Blut..

Menschen mit Besen kehren die Trümmer weg wie Staub nach einer Renovierung. Und mit denselben Besen verwischen sie das Blut, versuchen es zu entfernen, damit zufällige Passanten nicht traumatisiert werden.

Zerbrechliches Glas, wie Splitter eines Lebens, das sich nicht mehr zusammensetzen lässt.

Mir wird unheimlich. Obwohl ich verstehe, dass sie das nicht tun, weil es ihnen egal ist.

Sondern weil man weiterleben muss.

Damit diejenigen, die morgen diesen Weg gehen, nicht genau hier auf dem Bürgersteig „zerbrechen“.

Das Haus daneben steht zerfetzt und aufgerissen wie eine offene Wunde.

Es ist ehrlich und sagt: Hier gab’s gerade Horror.

Die Medien schweigen oft über uns.

Und darüber – der Himmel, blau, grenzenlos, leicht.

Und irgendwo dort oben ist das, worauf du niemals vorbereitet bist – KABs, Artillerie, Drohnen, „Blitze“, FPVs, Phosphor, Splitter, „Lebkuchen“, die sich auf den Straßen verteilen.

Dein Leben in Cherson ist nicht einfach angespannt – es ist wie freigelegt.

Ohne Überflüssiges. Ohne ein „für später“. Ohne Illusionen, dass alles unter Kontrolle ist. Und in all dem wirst du zu dir selbst…

Du spürst den Wind – und das ist ein Ereignis. Du trinkst etwas Heißes – und das ist Wärme, die Bedeutung hat. Du schaust in den Himmel, und das ist fast ein Gebet, selbst wenn du es nicht so nennst.

Aber dafür gibt es einen Preis.

Das Nervensystem arbeitet ohne Pause.

Der Körper lebt im Modus „sei bereit“, selbst wenn du einfach nur dastehst. Im Inneren sammelt sich das, was keine Zeit hat, verarbeitet zu werden.

Und wenn man nichts damit macht – wird selbst diese Tiefe anfangen, dich zu zerbrechen.

Deshalb ist es in all diesem Chaos wichtig, nicht nur zu überleben, sondern sich auch einen Ort zu bewahren, an dem man nicht kämpft.

Wenigstens ein bisschen.

Und das sieht nicht aus wie große Praktiken.

Es sieht so aus:

Anhalten.

Für eine Minute.

Und sich sagen:

Jetzt kontrolliere ich nichts. Und ich muss es auch nicht.

Einatmen.

Ausatmen.

Einfach damit der Körper sich erinnert, dass er nicht nur fürs Überleben da ist.

Benennen, was geschieht.

So wie du es gerade getan hast.

Denn wenn Worte nach außen kommen, zerreißen sie dich innen weniger.

Sich am Kleinen festhalten.

Am Kaffee.

Am Wind.

Am Himmel.

Nicht als Flucht, sondern als Punkte, an denen das Leben noch da ist.

Und noch etwas.

Du musst nicht die ganze Zeit stark sein.

Du darfst manchmal innerlich zerbrechen.

Darfst Angst haben.

Darfst das alles hassen. Das ist normal!

Das macht dich nicht schwach.

Das macht dich lebendig.

Denn wahre Stärke hier ist nicht, nichts zu fühlen.

Sondern all das zu fühlen und trotzdem das Haus zu verlassen.

Und zu leben und zu lieben.

Selbst wenn jeder Tag wie der letzte ist.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Social Media
Titel des Originals: Жити в Херсоні у 2026 році… Інна Корміленко. 09.04.2026.
Autor: Інна Корміленко
Veröffentlichung / Entstehung: 09.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.