Die ukrainischen Streitkräfte schalten den Moskauern den Strom ab | Vitaly Portnikov. 18.08.2026.

Russische Medien berichten von dem bislang größten Angriff auf Moskau seit längerer Zeit. Rund 600 ukrainische Drohnen griffen die russische Hauptstadt an. Praktisch alle Flughäfen in Moskau und im Moskauer Gebiet mussten sogar ihren Betrieb einstellen.

Natürlich heißt es aus der Moskauer Stadtverwaltung, dass die meisten Drohnen noch im Moskauer Gebiet abgeschossen worden seien, bevor sie Moskau erreichen konnten. Doch gerade vor diesem Hintergrund ist hervorzuheben, dass es derzeit erhebliche Probleme mit der Stromversorgung im Bezirk Pawlowski Possad im Moskauer Gebiet gibt. Man kann also sagen, dass die ukrainischen Angriffe begonnen haben, Anlagen der Energieversorgung in der Hauptstadtregion außer Betrieb zu setzen. Das könnte für die Russen im Vorfeld des Winters 2026/2027 zu einer neuen Belastungsprobe werden.

Ich habe bereits mehrfach betont, dass man den Abnutzungskrieg, der für den russischen Präsidenten Putin zum wichtigsten Instrument auf dem Weg zu seinen ersehnten Zielen in der Ukraine geworden ist, auch zu zweit spielen kann. Und die Einschüchterungsversuche russischer Politiker und Militärs, den Ukrainern stehe ein weiterer schwerer Winter bevor, könnten als Echo auch auf das Schicksal der Bürger der Russischen Föderation zurückfallen – darunter möglicherweise auch die Einwohner Moskaus und des Moskauer Umlands.

Sollte es gelingen, die kritische Infrastruktur der Russischen Föderation außer Betrieb zu setzen und ihre Bewohner ohne Strom und Heizung zu lassen, wäre dies für sie der erste wirklich harte Winter seit Beginn des großen russisch-ukrainischen Krieges. Dann könnte man mit Gewissheit sagen, dass der Krieg nicht nur für lange Zeit in die Häuser der Ukrainer eingezogen ist. Er wäre auch für lange Zeit in die Häuser der Russen eingezogen und würde ihre Zukunft aussichtslos und unerträglich machen.

Und gerade eine solche Zukunft für die Russen ist der offensichtlichste Weg zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges. Denn solange der Krieg auf dem Territorium eines fremden Landes stattfindet, schenken die Russen ihm historisch und traditionell keinerlei Beachtung. Auf das Leid der Menschen, gegen die ihre Truppen eingesetzt werden, pfeifen sie – zumindest die überwiegende Mehrheit der russischen Gesellschaft. Und das von den Glockentürmen russischer Kirchen herab, die zu Zentren der Propaganda für Krieg und Mord geworden sind.

Wenn der Krieg jedoch in die Häuser der Russen selbst kommt, ist die gesellschaftliche Reaktion eine völlig andere. Auch die Vertreter der russischen politischen und wirtschaftlichen Elite reagieren dann ganz anders, denn sie beobachten nicht mehr nur, wie der russische Soldat auf fremdem Boden Verbrechen begeht, sondern verlieren nun auch ihr eigenes Eigentum.

An dieser Stelle sollte ebenfalls hervorgehoben werden, dass die Russen die Probleme in den besetzten Gebieten der Ukraine praktisch überhaupt nicht interessierten – obwohl sowohl die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja unseres Landes als auch die Autonome Republik Krim von Russland annektiert wurden und angeblich als Territorium der Russischen Föderation selbst gelten sollen. Aber nein: Was dort geschieht, interessiert nicht nur gewöhnliche Bürger der Russischen Föderation aus irgendeinem Nischni Tagil oder Jaroslawl nicht. Es interessiert auch Putin selbst nicht. 

Der Präsident der Russischen Föderation betonte voller Stolz, dass die Rakete Oreschnik, die die Russen angeblich unter Gefechtsbedingungen erproben, kein einziges Mal auf dem Territorium der Russischen Föderation selbst getestet worden sei. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass einer der Raketenkomplexe auf dem von Russland kontrollierten Gebiet der Region Donezk explodiert sei.

Das heißt: Obwohl die sogenannte Volksrepublik Donezk, die diese Widerlinge bereits 2014 erfunden haben, Russland angeschlossen wurde, betrachtet Putin selbst dieses Gebiet keineswegs als Russland. Er betrachtet es lediglich als Aufmarschgebiet für weitere Offensiven gegen benachbarte ukrainische Regionen und faktisch als Reservoir für Kanonenfutter – für diesen und für künftige Angriffskriege der russischen Armee und des russischen Staates.

Wenn aber im Bezirk Pawlowski Possad der Strom ausfällt, ist das bereits ein Problem für das Moskauer Gebiet und seine Einwohner. Nicht für Moskau, nein. Die Bewohner der russischen Hauptstadt begegnen dem Leid ihrer Landsleute im gesamten Gebiet dieses riesigen Staates mit Gleichgültigkeit. Sie interessieren sich nur für ihr eigenes Leben und ihre eigene Sicherheit. Doch im Land selbst beginnt sich die Stimmung zu verändern. Es entstehen reale Gründe für soziale Instabilität.

Der Zusammenbruch der russischen Wirtschaft und der Lebensbedingungen jedes durchschnittlichen Bürgers der Russischen Föderation ist somit der Weg zum Frieden unter den Bedingungen, unter denen Russland existiert, und zum Erfolg eines Friedensprozesses für die Länder, die Russland angreift.

Heute sind wir es. Morgen könnten die an uns angrenzenden europäischen Länder zum Schauplatz aggressiver Angriffe der Russischen Föderation werden. Russland bereitet sich bereits auf solche Angriffe vor und stationiert Abschussvorrichtungen, die nach einiger Zeit damit beginnen könnten, militärische Einrichtungen und Infrastruktur in den Nachbarländern der Ukraine zu bombardieren. Russland bedroht bereits Japan und Großbritannien.

Somit steht ein großer Krieg, dessen Leid zum Schicksal von Millionen Menschen in der gesamten zivilisierten Welt werden könnte, gewissermaßen bereits vor der Tür und lässt schon jetzt erahnen, was bevorsteht. Um diese Entwicklung aufzuhalten und die Europäer vor den Geräuschen einschlagender Drohnen und später auch russischer Raketen zu bewahren, müssen die Russen bereits heute gezwungen werden, den Krieg auf unserem Boden aufzugeben; in ihren Häusern darf es keinen Strom geben, ihre Fabriken dürfen keine Raketen und Drohnen mehr produzieren können, ihr Öl darf nicht mehr verkauft werden und die Förderbohrungen müssen stillgelegt werden. Auf diese Weise müsste Russland seiner wirtschaftlichen Perspektiven beraubt werden – möglicherweise für viele Jahrzehnte des Bestehens dieses menschenverachtenden Gebildes, das im Grunde eine terroristische Organisation ist, die sich lediglich als Staat tarnt.

Dafür müssen die ukrainischen Verteidigungskräfte jedoch die Möglichkeit haben, jene Infrastruktur zu zerstören, die dem Krieg, dem Tod, den Verbrechen der russischen Armee und der Eroberung unseres Landes dient.


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Titel des Originals: ЗСУ відключають світло москвичам | Віталій Портников. 18.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 18.08.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Moskau unter Drohnenangriffen | Vitaly Portnikov. 07.07.2026.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtet von einem Angriff mit mehr als 400 ukrainischen Drohnen auf die russische Hauptstadt und das Moskauer Gebiet.

Damit können wir von einer Fortsetzung der großangelegten Angriffe ukrainischer Drohnen auf Moskau und das Moskauer Gebiet sprechen. Und obwohl der Moskauer Bürgermeister – ganz im Sinne der heutigen russischen Staatspropaganda – nichts über die Ergebnisse dieser Angriffe sagt, stellt bereits die Tatsache, wie viele Drohnen die Ukraine heute in Richtung Moskau starten kann, die Sicherheit der russischen Hauptstadt und der Hauptstadtregion infrage.

Genau das ist ein Teil jener Schlacht am Himmel, von der man in Kyiv spricht. Denn gerade die Zerstörung russischer Ressourcen und die Schaffung einer Atmosphäre der Unsicherheit im benachbarten Aggressorstaat könnten den Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, und sein engstes Umfeld dazu bringen, über die Notwendigkeit einer Beendigung oder zumindest eines Aussetzens des Krieges nachzudenken – und zwar nicht zu russischen Bedingungen.

Natürlich gehen parallel zu den Angriffen auf Moskau und das Moskauer Gebiet auch die Schläge gegen den russischen Ölraffineriesektor weiter. Bereits in der vergangenen Nacht fanden solche Angriffe im Gebiet Jaroslawl statt. Wir kennen inzwischen auch den mittlerweile berühmten Angriff auf die Raffinerie von Omsk – eine der größten Russlands und zugleich die am weitesten von der Staatsgrenze zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine entfernte Raffinerie.

Damit verschwindet ein wichtiger Vorteil, den die russische Hauptstadt und die Regionen jenseits des Urals stets besessen haben. Moskau war durch sein Luftverteidigungssystem zuverlässig gegen jegliche Überraschungen geschützt. Gerade für die Luftverteidigung der russischen Hauptstadt wurden die wichtigsten Mittel aus dem Verteidigungshaushalt bereitgestellt. So war es in der Sowjetunion, so blieb es auch im Russland Boris Jelzins und Wladimir Putins.

Es sei daran erinnert, dass selbst Zweifel daran, ob Moskau tatsächlich zuverlässig geschützt sei, eine politische Karriere beenden konnten. So geschah es beispielsweise mit dem Ersten Sekretär des Moskauer Stadtparteikomitees, Nikolai Jegorytschew, der vor dem Hintergrund des Nahostkriegs in den 1960er Jahren – übrigens durchaus folgerichtig – den Schutz der damaligen sowjetischen Hauptstadt infrage stellte und eine Änderung der Politik des Moskauer Militärbezirks forderte. Bereits wenige Tage nach dem Plenum des Zentralkomitees der Partei, auf dem er diese Bemerkungen gemacht hatte, wurde er seines Amtes enthoben.

Später ereignete sich dann jenes Ereignis, das zum Symbol des Zusammenbruchs der Sowjetunion wurde. Bereits in der Zeit Gorbatschows landete das kleine Flugzeug des deutschen Piloten Mathias Rust direkt auf dem Roten Platz im Zentrum Moskaus. Dies wurde zum Vorspiel für die Entlassung des damaligen sowjetischen Verteidigungsministers, Marschall Sergej Sokolow, sowie einer ganzen Reihe hochrangiger Militärs.

Heute tritt, wie wir sehen, niemand mehr zurück. Doch die Drohnen erreichen inzwischen sowohl das Zentrum Moskaus als auch die Raffinerie in der russischen Hauptstadt, verursachen erhebliche Probleme in der Logistik und treffen wichtige Betriebe des russischen militärisch-industriellen Komplexes in Moskau und im Moskauer Gebiet.

Auf der anderen Seite des Urals konnte Russland stets von der Sicherheit seiner Industrie ausgehen – vor allem der Rüstungs- und Raffineriebetriebe. Die Entfernung schützte sie zuverlässig vor Angriffen des Feindes. Erst wenn fremde Armeen Moskau und andere Städte im europäischen Teil der ehemaligen Sowjetunion erreichten, entstand überhaupt die Möglichkeit, Städte wie Tscheboksary wirksam zu bombardieren.

Übrigens wurde Tscheboksary zuletzt im Jahr 1941 bombardiert – also lange bevor ukrainische Drohnen begannen, militärische Betriebe dieser Stadt zu treffen. Damals deshalb, weil die Armee des Reiches bis vor Moskau vorgedrungen war und über Flugplätze verfügte, von denen aus Tscheboksary im europäischen Teil der Sowjetunion bombardiert werden konnte.

Nun sehen wir jedoch, dass auch diese Sicherheit durch die große Entfernung angesichts der ukrainischen Möglichkeiten zunehmend relativ wird. Auch das beobachten wir heute. Man kann inzwischen sagen, dass praktisch jeder Betrieb jenseits des Urals, der für den militärisch-industriellen Komplex oder die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation von Bedeutung ist, von einer ganzen Flotte ukrainischer Drohnen angegriffen werden kann.

Denn die Raffinerie von Omsk wurde nicht von einer einzigen Drohne getroffen, sondern offenbar von insgesamt zwölf. Und die russische Luftverteidigung erwies sich als völlig machtlos, diesen – wie ich bereits sagte – inzwischen historischen Angriff zu verhindern.

Ich hoffe sehr, dass solche Angriffe ukrainischer Drohnen auf für Russland wichtige Betriebe in Sibirien und im Fernen Osten fortgesetzt werden, dass sie sowohl die wirtschaftliche Logistik der Russischen Föderation insgesamt als auch die wirtschaftliche Logistik dieser bedeutenden Regionen zerstören und Chaos schaffen – von Belgorod, wo heute sowohl der Strom ausgefallen ist als auch die normale Funktionsfähigkeit der grenznahen Stadt zur Ukraine beeinträchtigt wurde, bis nach Omsk.

Tatsächlich kann man sagen, dass sich inzwischen das gesamte Territorium der Russischen Föderation unter Angriffen des ukrainischen Militärs befinden kann. Und dies wird durch den Luftterror, der auf direkte Anweisung Putins am ukrainischen Himmel ausgeübt wird, nicht kompensiert werden können – einen Terror, der sich nicht gegen militärische Betriebe richtet, auch wenn ukrainische Militärobjekte selbstverständlich ebenfalls wichtige Ziele der russischen Armee sind, sondern vor allem auf die Terrorisierung der Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt sowie anderer Städte und Ortschaften der Ukraine abzielt.

Wenn wir dem Terror mit der systematischen Zerstörung der russischen Wirtschaft, des militärisch-industriellen Komplexes und der Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation antworten können, wenn wir die russische Wirtschaft in die Knie zwingen und Bedingungen schaffen, die unumkehrbare Prozesse der Degeneration der russischen Wirtschaft und des Zusammenbruchs des Putin-Regimes auslösen, dann werden wir tatsächlich nicht nur den russisch-ukrainischen Krieg zum Stillstand bringen können, sondern auch jene retten, die die nächsten Ziele des russischen Aggressors sind. 

Wir werden Russland dazu zwingen, sich für lange, düstere Jahre seiner Geschichte mit seinen eigenen Problemen, seinem eigenen Chaos und seiner eigenen Katastrophe zu beschäftigen – und selbst Zeugen dieser schwarzen Jahre werden, die eine der abscheulichsten Terrororganisationen der modernen Welt, die sich lediglich als Staat ausgibt, zweifellos verdient hat.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Москва під атакою дронів | Віталій
Портников. 07.07.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 07.07.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Der betrunkene Goliath. Vitaly Portnikov. 21.06.2026.

П’яний Голіаф. Віталій Портников. 21.06.2026.

Der schwarze Himmel über den Bränden in Moskau wird nun für immer eine der wichtigsten Illustrationen des russisch-ukrainischen Krieges bleiben. Und diese Brände werden den Russen selbst weit stärker in Erinnerung bleiben als alle anderen Ereignisse der vergangenen zwölf Jahre. Mehr als die pompöse „Angliederung“ der Krim. Mehr als die Invasion vom 24. Februar. Und sogar mehr als die Brände über Sankt Petersburg.

Denn ein ungeschütztes Moskau – selbst wenn sich die schwarze Brandnarbe bislang nur auf das ferne Kapotnja beschränkt, an das sich die meisten Bewohner der russischen Hauptstadt höchstens erinnern, wenn darüber gesprochen wird, „wie die Leute dort eigentlich leben“ – erzeugt für das ganze Land ein beinahe instinktives Gefühl des Mangels an Sicherheit. In Moskau darf es per Definition „so etwas“ nicht geben. Wenn „so etwas“ geschieht, ist das das erste Symptom einer Krankheit des ganzen Landes, die Demonstration dessen, dass man nirgendwo in Russland mehr sicher leben kann.

Putin versteht das sehr gut. Um seinen Einfluss auszubauen und die Macht zu übernehmen, nutzten die Tschekisten den Krieg im Kaukasus – und ihr eigentliches Mandat zur „Wiederherstellung der Ordnung“ erhielten sie gerade vor dem Hintergrund der Explosionen von Wohnhäusern in denselben Moskauer Schlafvierteln, im „kollektiven Kapotnja“. Und nach der Geiselnahme im Theaterzentrum an der Dubrowka konnte Putin im Kaukasus wie auch mit der eigenen Bevölkerung (übrigens vor allem mit der nichtmoskowitischen) praktisch alles tun, was er wollte. Jede Gefahr, jede Eskalation nutzte er stets zur Stärkung des Autoritarismus und für den „sanften Übergang“ zum Totalitarismus. Das wirksamste Instrument dafür war letztlich nicht einmal der Tschetschenienkrieg, sondern gerade der Krieg gegen die Ukraine.

Das Paradoxe an der Situation besteht jedoch darin, dass Putin damals, 1999, als in den gottvergessenen Moskauer Stadtteilen Petschatniki und an der Kaschirskoje Schosse Wohnhäuser in die Luft flogen, sowohl ein Gefühl des Mangels an Sicherheit erzeugen als auch demonstrieren konnte, dass die gewünschte Stabilität zurückkehrt – man müsse sich nur den starken Händen der Schüler des „Eisernen Felix“ anvertrauen. Jetzt öffnet jedoch nicht mehr er selbst diesen Hahn. Was kann er diesen Angriffen entgegensetzen? Kein Schlag gegen Kyiv oder Odesa, keine Einnahme einer weiteren Stadt im Donbas wird den Moskauer Bewohnern – und damit allen Russen, die traditionell auf Moskau blicken – das Gefühl der Sicherheit für den morgigen Tag zurückgeben. Es stellt sich heraus, dass Putin ihnen im Jahr 2000 dieses Sicherheitsgefühl schenkte, das die Tschekisten zuvor selbst zerstört hatten, und es ihnen im Jahr 2026 wieder genommen hat.

Mit seiner Manie, Fallen zu konstruieren, ist Putin nun in eine weitere Falle geraten – diesmal für sich selbst. Er will den russisch-ukrainischen Krieg nicht beenden, weil er den endgültigen Zusammenbruch seines imperialen Projekts fürchten könnte – ganz zu schweigen von der Rückkehr einer fast millionenstarken Söldnerarmee von der Front, gegen deren Gewaltexzessen selbst seine Sicherheitskräfte womöglich nichts entgegensetzen könnten. Zugleich kann er den Krieg nicht lange fortsetzen, weil die weiteren Angriffe auf Moskau – vor allem auf Moskau natürlich – das gesamte Image der russischen Diktatur und ihrer Sicherheitsgarantien gegenüber der Gesellschaft zerstören werden. Es stellt sich heraus, dass Putin in jedem denkbaren Szenario sich selbst auffrisst.

Und damit kehren wir zur ewigen russischen Maßlosigkeit zurück, zur Unfähigkeit, rechtzeitig aufzuhören. Die Stärke einer Großmacht liegt in Wahrheit nicht in der Anwendung von Gewalt, sondern in der Perspektive ihrer Anwendung. Dann bleibt das Gefühl bestehen, dass etwas Unwiderrufliches geschehen könnte, wenn Goliath einmal ausholen würde. Doch selbst wenn Gewalt angewandt wird und das gewünschte Ergebnis nicht schnell erreicht wird, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Krieg zu beenden. Dann bleibt die Illusion erhalten, dass in Wirklichkeit noch gar nicht alle Kräfte und Ressourcen eingesetzt wurden, dass dies lediglich eine Blitzoperation gewesen sei und man den wahren Goliath mit all seinen Möglichkeiten erst gesehen hätte, wenn ein echter langer Krieg begonnen hätte. Und selbst wenn man länger weitermacht und nichts erreicht, kann man immer noch eine Pause einlegen, um zumindest nicht das Prestige, dann wenigstens die wirtschaftlichen Perspektiven zu bewahren (genau das hat letztlich Donald Trump gegenüber dem Iran getan).

Putin hat weder das Erste noch das Zweite noch das Dritte getan. Er griff an, er hielt nach dem Scheitern des Blitzkriegs nicht an, er hielt nicht einmal an, als klar wurde, dass der Krieg seine Wirtschaft nach und nach zerstört und auffrisst. Er hat die Angriffe auf Moskau abgewartet – und beruhigt sich trotzdem nicht. Er glaubt übermäßig stark nicht einmal an seine eigenen Entscheidungen, sondern an die Zeit selbst. Er glaubt, dass man eine unterworfene Ukraine und ein „wahres“ Russisches Imperium sehen kann, wenn man nur viele Jahre lang stumpf mit dem Kopf gegen die Wand schlägt.

Das kann man. Aber nur im eigenen Kopf, der nach so vielen wahnsinnigen Schlägen beginnt, seine eigene Musik zu spielen. In der Realität gibt es eine ausgebrannte Raffinerie bei Moskau, Angriffe auf Russland, eine beinahe abgeschnittene Krim und Truppen, die im fünften Kriegsjahr weiterhin im Donbas kämpfen. Und selbst wenn man sich vorstellt, dass ihm die Ressourcen und Möglichkeiten noch lange reichen werden, weiter mit dem Kopf gegen die Wand zu schlagen – etwas anderes als genau diese Schläge wird es einfach nicht mehr geben.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: П’яний Голіаф. Віталій Портников. 21.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 21.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Moskau brennt nach Drohnenangriffen | Vitaly Portnikov. 18.06.2026.

Die Außenbezirke Moskaus erwachten heute durch einen weiteren massiven Angriff ukrainischer Drohnen. Ziel war die Ölraffinerie in Kapotnja, die bereits vor einigen Tagen von ukrainischen unbemannten Fluggeräten angegriffen worden war. Erneut sah die russische Hauptstadt einen Brand über dieser Raffinerie, die schon vor diesem Angriff gezwungen gewesen war, ihren Betrieb zeitweise einzustellen.

Damit setzt die Ukraine ihren Plan fort, die Möglichkeiten des Energiesektors der Russischen Föderation einzuschränken und in Russland eine echte Treibstoffkrise herbeizuführen.

Dabei sollte man daran erinnern, dass es sich nicht einfach um Treibstoff handelt, der für die Bedürfnisse der russischen Bevölkerung und der russischen Wirtschaft verwendet wird. Es handelt sich vor allem um Treibstoff für die russische Armee, die ihre Besatzung ukrainischer Gebiete und ihre Offensive im Gebiet Donezk fortsetzt. Und natürlich verringert jeder solche Schlag gegen den Energiekomplex der Russischen Föderation diese Möglichkeiten.

Bereits nach dem ersten Angriff auf die Raffinerie in Kapotnja in den vergangenen Wochen sagte ich, dass Präsident Putin zwischen zwei Optionen wählen müsse: Entweder Ölprodukte aus anderen Regionen der Russischen Föderation abzuziehen, damit die Einwohner Moskaus die Folgen der Angriffe auf die lokale Raffinerie nicht spüren, oder Beschränkungen für den Verkauf von Benzin und Diesel an Moskauer Tankstellen einzuführen, so wie dies bereits in anderen Regionen Russlands geschehen ist.

Wie zu erwarten war, entschied sich Putin für die Befriedigung der Bedürfnisse Moskaus. Daher wurden an den Tankstellen der russischen Hauptstadt keine Beschränkungen eingeführt, obwohl die Kraftstoffpreise dort bereits zu steigen begannen.

Dass die russische Führung unter allen Umständen gerade die Interessen Moskaus bevorzugt, ist ein weiteres Zeichen jener Krise, die früher oder später in der Russischen Föderation durch den Gegensatz zwischen den Interessen Moskaus und denen der übrigen russischen Regionen entstehen wird. Denn bekanntlich begannen die Probleme jedes russischen Regimes genau in solchen Krisen, wenn sich alle in Russland davon überzeugten, dass Moskau das Wichtigste sei und die Regionen lediglich ein Anhängsel Moskaus.

Nach dem neuen Angriff auf die Raffinerie in Kapotnja stellt sich die Frage, ob die russische Führung diese Taktik weiterhin aufrechterhalten kann. Während es in den meisten Regionen der Russischen Föderation bereits Probleme mit Treibstoff gibt und an Tankstellen Beschränkungen eingeführt werden, beschränkt sich das Problem in Moskau bislang auf steigende Preise, ohne dass dort irgendwelche Verkaufsbeschränkungen notwendig wurden.

Nach diesem neuen Angriff könnte es jedoch schlicht an Benzin in Moskau fehlen. Die Logistik der Treibstofflieferungen zu den Tankstellen der Hauptstadt könnte in dieser kritischen Situation derart schwierig werden, dass man sich doch zumindest auf vorübergehende Verkaufsbeschränkungen einlassen muss – was natürlich ein ernstes Problem für die russische Führung darstellen würde.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass dies vor dem Hintergrund der Unterzeichnung eines Memorandums zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geschieht. Dadurch entsteht die reale Möglichkeit, dass die Vereinigten Staaten die Lizenz nicht verlängern werden, die es den Staaten des Globalen Südens, insbesondere Indien, erlaubt hatte, russisches Öl zu kaufen, ohne das Risiko amerikanischer Sanktionen eingehen zu müssen.

Russland hat in den vergangenen Monaten die Folgen des amerikanisch-iranischen Krieges voll ausgenutzt und seinen Staatshaushalt mit Dutzenden Milliarden Dollar aufgefüllt, die für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges benötigt werden.

Darüber hinaus führten die ukrainischen Angriffe auf die russischen Raffinerien zu einem erheblichen Anstieg der russischen Ölexporte in die Länder des Globalen Südens. Dieses Öl konnte auf den russischen Raffinerien nicht mehr verarbeitet werden, wohl aber exportiert werden, wodurch Russland Dollar einnahm, mit denen anschließend Erdölprodukte im Ausland gekauft werden konnten.

Doch diese Möglichkeiten könnten nun eingeschränkt werden, weil die Russische Föderation gezwungen sein wird, ihr Öl illegal zu verkaufen.

Zwar kennen wir die beträchtlichen Möglichkeiten der russischen Schattenflotte und auch die Bereitschaft der Länder des Globalen Südens, sich an Grauzonen-Geschäften beim Kauf billigen russischen Öls zu beteiligen.

  • Aber erstens bleibt ein Graumarkt ein illegaler Markt, der nicht dieselben gewaltigen Verkaufsvolumina ermöglicht, die Russland in den vergangenen Monaten erzielen konnte.
  • Und zweitens – und das ist ebenfalls ein ernstes Problem für Moskau – wird der Preis für dieses Öl deutlich niedriger sein, denn wir werden nun alle einen erheblichen Rückgang der Ölpreise auf dem Weltmarkt beobachten.

Sollten die ukrainischen Angriffe auf die Raffinerien der Russischen Föderation in den kommenden Wochen und Monaten erfolgreich bleiben, könnte dies zum Vorboten einer schweren Energiekrise in Russland werden und zu ernsthaften Problemen für die russischen Streitkräfte führen, vergleichbar mit den Schwierigkeiten, die die russische Armee nach dem Verlust des Zugangs zu Starlink erlebte.

Dadurch könnte die Offensive der russischen Armee auf ukrainischem Boden verlangsamt werden, und die russische Führung würde mit realen Problemen bei der Logistik der Treibstoffversorgung der Streitkräfte der Russischen Föderation konfrontiert sein – zusätzlich zu den Schwierigkeiten für die russische Wirtschaft.

All dies schafft die Voraussetzungen für eben jene Krise, die in Zukunft reale Möglichkeiten für einen Verhandlungsprozess über die Beendigung oder zumindest Aussetzung des Krieges an der russisch-ukrainischen Front schaffen könnte.

Mit anderen Worten: Es könnte genau jenes Ergebnis erreicht werden, für das sich die ukrainische Führung bereits seit mehreren Monaten einsetzt.

Wie wir sehen, werden diese Vorschläge im Kreml bislang nicht ernst genommen.

Nicht ernst genommen werden sie gerade deshalb, weil es bislang noch Benzin gibt.


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Titel des Originals: Москва палає від дронів | Віталій Портников. 18.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Drohnen trafen die Moskauer Raffinerie | Vitaly Portnikov. 16.06.2026.

Am Morgen sehen die Moskauer Rauchsäulen über der wichtigsten Ölraffinerie der russischen Hauptstadt. Obwohl Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin meldet, man habe den Angriff ukrainischer Drohnen abwehren können, überzeugen eben diese Rauchsäulen die Moskauer davon, dass man von diesem Anblick nichts Gutes erwarten sollte, denn die Moskauer Ölraffinerie deckte ungefähr 35 % des Treibstoffbedarfs der russischen Hauptstadt.

Tatsächlich ermöglichten ihre Kapazitäten Moskau, bis zu 50 % seines Benzins und Dieselkraftstoffs zu beziehen. Ganz zu schweigen von den Produkten, die auf den Baustellen der russischen Hauptstadt verwendet wurden – offensichtlich entsprechend allen russischen Regeln des Lebens in einer Stadt, die schneller wächst als jede andere Ortschaft Russlands. Denn bekanntlich wollen in Russland alle, wenn schon nicht in Moskau leben, so doch zumindest dort eine Wohnung besitzen.

Und übrigens ist nicht der letzte Grund dafür die Sicherheit in der russischen Hauptstadt vor dem Hintergrund des Krieges, den Putin gegen die Ukraine begonnen hat. Es geht auch um Sicherheit im Sinne der Konzentration von Luftverteidigungskräften.

Und nun könnte eine durchaus berechtigte Frage entstehen: Warum gelingt es dieser Luftverteidigung nicht, die Sicherheit einer Ölraffinerie zu gewährleisten, die für die Bedürfnisse Moskaus so wichtig ist und sich nur 15 Kilometer vom Kreml und anderen sogenannten Entscheidungszentren der russischen Hauptstadt entfernt befindet? 

Wenn heute Drohnen den Betrieb einer Raffinerie ohne besondere Hindernisse lahmlegen konnten, bedeutet das dann nicht, dass morgen auf dieselbe Weise die Arbeit des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation oder des Generalstabs der russischen Streitkräfte, dieser offensichtlichen terroristischen Organisationen, gestoppt werden könnte?

Doch offensichtlich sorgen sich die Moskauer nicht sonderlich um das Verteidigungsministerium oder den Generalstab. Wenn sie Rauchsäulen über den Gebäuden dieser beiden kriminellen Organisationen sehen würden, würde die Mehrheit dies nicht einmal bemerken. Wenn man jedoch keine Möglichkeit mehr hat zu tanken, wird das zu einem ernsthaften Problem sowohl für das alltägliche Leben in Moskau als auch für die Moskauer Wirtschaft.

Wir verstehen, wie die russische Führung handeln wird. Für Putin ist es wichtig, dass man in Moskau keine Treibstoffkrise bemerkt, die für viele Regionen der Russischen Föderation bereits zur Alltäglichkeit wird. Und dabei geht es natürlich nicht nur um die besetzte Krim, auf der die Urlaubssaison aufgrund ihrer Isolierung vom eigentlichen russischen Territorium faktisch abgesagt wurde. Es geht zum Beispiel auch um die Republik Tatarstan, die zu den Geberregionen der Russischen Föderation und zu den wichtigsten Produzenten von Erdölprodukten für ganz Russland gehört.

Doch Tatarstan ist weit weg. Die Krim kümmert in Russland absolut niemanden und wird trotz aller Berichte der offiziellen Propaganda ohnehin nicht als echtes Russland wahrgenommen. Aber Moskau, Moskau ist eine ernste Angelegenheit – sowohl für die Bewohner der russischen Hauptstadt selbst als auch für alle, die hoffen, eines Tages dort zu leben. Wenn es in Moskau keine Sicherheit gibt, dann gibt es sie nirgendwo im Land Putins.

Der russische Präsident steht vor einer Entscheidung. Man kann natürlich Treibstoff, Diesel und andere Produkte aus anderen Regionen der Russischen Föderation abziehen und so die Voraussetzungen für eine weitere Treibstoffkrise in Russland schaffen. Und meiner Meinung nach wird genau diese Entscheidung getroffen werden, um die Moskauer nicht zu beunruhigen. Man könnte aber auch beginnen, auf den Tankstellen Moskaus Treibstoffmarken einzuführen und damit den Bewohnern der russischen Hauptstadt zeigen, dass der Krieg bereits in ihre Häuser gekommen ist und sich dort für lange Jahre der russisch-ukrainischen Konfrontation niederlassen wird.

Ihr wolltet imperiale Größe? Nun gut, dann bekommt ihr die 2020er- und 2030er-Jahre, in denen eure Autos auf eine Regelung der Situation zwischen Russland und der Ukraine in Garagen warten werden, die sich für euch zugleich in Luftschutzbunker verwandeln. Denn das sind die Realitäten eines endlosen Krieges gegen einen Nachbarstaat.

Wie wird Putins Entscheidung ausfallen? Wird sie traditionell sein, sodass Moskau verschont bleibt und alle Probleme auf die russische Provinz abgewälzt werden? Oder wird beschlossen werden, dem übrigen Russland zu zeigen, dass es auf der Welt doch noch Gerechtigkeit gibt und auch die Moskauer bereit sind, gemeinsam mit der übrigen Bevölkerung unter den Problemen dieses für das Putin-Regime so wichtigen Krieges zu leiden?

Das wird die Antwort auf die Frage sein, nach welchem Plan sich der russisch-ukrainische Krieg in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen wird. Denn wir verstehen immer, dass die Wahl der Gerechtigkeit die gefährlichste Wahl für jede russische Führung ist.

Ruhe in Moskau bedeutet die Möglichkeit, jegliche Maßnahmen sowohl auf außenpolitischer als auch auf innenpolitischer Ebene fortzusetzen, ohne um die Stabilität fürchten zu müssen. Hauptsache, die Moskauer fühlen sich wohl. Hauptsache, die russische Provinz weiß, dass man alle Probleme, die mit Wirtschaft, Krieg und anderen Missständen zusammenhängen, die aus den unprofessionellen Handlungen der aggressiven Tschekistenherrschaft resultieren, hinter sich lässt, sobald man nach Moskau zieht.

Doch andererseits gibt es bei dieser Entscheidung, die der russische Präsident und sein engstes Umfeld bereits heute treffen müssen, noch ein weiteres großes Problem. Diese Entscheidung hängt mit den Unzulänglichkeiten der Luftverteidigungssysteme in der russischen Hauptstadt zusammen.

Denn es ist offensichtlich, dass ganz Russland und auch Moskau sehen, dass Treffer gegen die wichtigsten strategischen Objekte der russischen Hauptstadt möglich sind, dass Moskau genauso brennen kann wie jede andere Stadt auf dem Gebiet der Russischen Föderation, dass Moskau und Krieg für die Bewohner der russischen Hauptstadt nun für viele Jahre der Konfrontation zu Synonymen werden können. Und das hat bekanntlich eine lähmende Wirkung auf das gesamte übrige Russland.

An Putins Stelle würde ich daher ernsthaft darüber nachdenken, dass er praktisch keine gute Wahl mehr hat. Aber ich befinde mich nicht an der Stelle eines Fanatikers, der bereit ist, so lange Krieg zu führen, wie ihm Kräfte und Ressourcen reichen.


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Titel des Originals: Дрони вдарили по Московському НПЗ |
Віталій Портников. 16.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 16.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Maskva

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Doch man erzählt ihnen immer noch,
es sei nur ein kleiner Brand gewesen, doch.
Und wieder läuft im Staats-TV
ein dummes Gerede, ach herrje.

Bewahrt euch euren Optimismus,
denn darin steckt ein Symbolismus.
Die eine Maskva sank hinab,
die andre folgt ihr bald ins Grab.

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Was gut ausgeht, ist am Ende gut,
lasst brennen, was längst keiner brauchen tut.
Bewahrt euch euren Optimismus,
denn darin steckt ein Symbolismus.
Und denk an das Sprichwort dabei sogleich:
„Brennt das Haus, dann brennt der Schuppen gleich!“

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
А їм розказують про те
Що там просто був пожар
І знов на їхньому рос.тв
Ой, розвели дурний базар
Та зберігайте оптимізм
Бо тут є певний символізм
Одна Москва пішла на дно
І друга піде заодно
Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
Все добре те, що закінчується добре
Нехай собі горить старий непотріб
І зберігайте оптимізм, бо тут є певний символізм
Іще прислів'я пригадай – "згоріла хата, гори й сарай!"
Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
Все – поплакали й забули

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Maskva
Autor: Дмитро Осичнюк
Musikgruppe: SPIV BRATIV
Veröffentlichung / Entstehung: 2022
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Lied-Sammlung
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Der bislang größte Angriff auf Moskau | Vitaly Portnikov. 17.05.2026.

Der bislang größte Drohnenangriff auf Moskau und die Umgebung während des gesamten großangelegten Krieges zwischen Russland und der Ukraine hat bereits zu zahlreichen Bränden auf dem Gelände von Infrastrukturobjekten sowie zur zeitweisen Einstellung des Betriebs der Flughäfen der Moskauer Agglomeration geführt. Telegram-Kanäle berichten über Tote und Verletzte infolge von Drohneneinschlägen in Wohnhäusern in der Moskauer Region und in Moskau selbst.

Damit wurde erneut demonstriert, dass der Luftraum der russischen Hauptstadt ebenso durch Angriffe der Ukraine gefährdet ist wie der Luftraum jeder anderen russischen Region. Man kann sagen, dass der heutige großangelegte Angriff auf die russische Hauptstadt bewiesen hat, dass – wenn die Streitkräfte der Ukraine es gewollt hätten – am für den russischen Präsidenten sakralen 9. Mai in Moskau schlicht keine Parade stattgefunden hätte oder die Teilnehmer dieser Parade gezwungen gewesen wären, sich während der Angriffe ukrainischer Drohnen in Schutzräumen zu verstecken.

Dies verändert – ebenso wie andere Angriffe ukrainischer Drohnen und Raketen auf das Territorium der Russischen Föderation – den Charakter des Krieges und zeigt uns, wie sich der Krieg in der kommenden Zeit entwickeln könnte. Ukrainische Drohnen können Infrastrukturobjekte russischer Städte, darunter Moskau und Städte der Moskauer Region, ebenso treffen wie russische Drohnen und Raketen Infrastrukturobjekte der Ukraine treffen. Wie man sagt: Dieses Spiel können jetzt beide Seiten spielen.

Und genauso wie die Ukrainer im kommenden Winter ohne Heizung und Strom bleiben könnten, könnten auch die Bewohner der russischen Hauptstadt und anderer Städte der Russischen Föderation ohne Heizung und Strom bleiben. Wir werden Zeugen und Opfer einer großangelegten Infrastrukturkatastrophe von Uschhorod bis Jekaterinburg sein.

Das sind tatsächlich neue Realitäten eines großen Krieges im Raum der ehemaligen Sowjetunion. Realitäten, mit denen nun auch die russische politische Führung rechnen muss. Und dabei geht es natürlich nicht um die Stimmung der Bevölkerung, denn Politiker wie Putin ignorieren in der Regel die Stimmung ihrer Mitbürger. Der russische Präsident könnte sogar glauben, dass ukrainische Schläge gegen Moskau bei seinen Landsleuten ein Gefühl des Sicherheitsmangels erzeugen, neue Jahre eines zermürbenden russisch-ukrainischen Krieges rechtfertigen und die Möglichkeiten der Mobilisierung unter den Bürgern der Russischen Föderation verbessern könnten. 

Doch der Ressourcenmangel macht diese ehrgeizigen Pläne des russischen Präsidenten, der auf einen jahrelangen Krieg zur Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer ausgerichtet ist, zu einer Fantasie.

Wenn die Schläge der ukrainischen Streitkräfte effektiv bleiben – und sie fanden heute nicht nur gegen Moskau statt, sondern auch gegen andere Regionen der Russischen Föderation sowie gegen die besetzten Gebiete der Ukraine –, entstehen zahlreiche Infrastrukturprobleme für die russische Armee und den militärisch-industriellen Komplex Russlands. 

Putin wird zumindest über eine Aussetzung des Krieges nachdenken müssen, um Ressourcen für neue Schläge gegen die Ukraine in den Jahren nach einem Waffenstillstand wiederherzustellen. Und hier könnten sich, wie wir verstehen, alle Berechnungen als vergeblich erweisen, denn die Ukraine hätte die Chance, sich würdig auf solche neuen Angriffe und Überfälle vorzubereiten und das Land in eine echte Festung des 21. Jahrhunderts zu verwandeln.

Man kann also klar sagen, dass der massive Angriff auf Moskau eine weitere Erinnerung daran ist, wie sich der großangelegte russisch-ukrainische Krieg in den ersten vier Jahren des Kampfes zwischen Russland und der Ukraine verändert hat und wie er sich in den kommenden schwierigen Jahren unseres Kampfes weiter verändern wird. Dass nun nicht mehr ausschließlich die Ukraine Ziel von Angriffen sein wird, dass nun nicht mehr ausschließlich die Ukraine Ziel von Angriffen sein wird, wie man es sich im Kreml noch im inzwischen weit zurückliegenden Februar 2022 vorgestellt hatte. Dass nun in der nächsten Phase des Krieges auch das Territorium der Russischen Föderation unter Beschuss stehen wird.

Und wenn wir über das Territorium der Russischen Föderation sprechen, dann kann auch Moskau – dessen Sicherheit für jede russische Führung stets ebenso sakral war wie die Durchführung der Paraden am 9. Mai – Ziel ukrainischer Drohnen und möglicherweise auch Raketen werden. Und vor dem Hintergrund russischer Pläne für Angriffe auf sogenannte Entscheidungszentren und zur Liquidierung der ukrainischen politischen und militärischen Führung könnte als Antwort auch ein Schlag gegen Entscheidungszentren in der Russischen Föderation geführt werden.

Erinnern Sie sich daran, wie sich der russische Präsident bei seinem amerikanischen Kollegen über einen möglichen Angriff ukrainischer Drohnen auf seine Residenz in Waldai beklagte? Damals war Donald Trump unzufrieden darüber, dass die Ukraine die Ruhe seines russischen Kollegen hätte stören können. Doch wie wir sehen, hat sich die Situation seitdem verändert – nicht einmal aus Sicht von Trumps Verhältnis zu Putin, sondern aus Sicht des geopolitischen Gewichts des amerikanischen Präsidenten selbst, der während seiner Reise nach Peking wie ein Juniorpartner des Vorsitzenden der Volksrepublik China wirkte und nicht versteht, wie er aus der großangelegten Energie- und Wirtschaftskatastrophe herauskommen soll, die mit der inkompetenten Vorbereitung des Krieges gegen die Islamische Republik Iran verbunden ist.

Somit könnte – wenn in Moskau weiterhin der Wunsch besteht, Kyiv anzugreifen und nach Möglichkeiten zur Liquidierung ukrainischer Politiker und Militärs zu suchen – in Kyiv genau eine solche Möglichkeit gegenüber der russischen politischen Führung entstehen sowie gegenüber der Sicherheit des Kriegsministeriums der Russischen Föderation oder anderer Zentren, in denen Entscheidungen über die Tötung ukrainischer Zivilisten getroffen werden.

Und darüber werden nach diesem massiven Angriff auf Moskau sowohl der Präsident der Russischen Föderation als auch sein engstes Umfeld nachdenken müssen: ob es sich wirklich lohnt zu glauben, dass der Zermürbungskrieg in den kommenden Jahren ausschließlich ein einseitiger Krieg bleiben wird – so, wie sie ihn zu Beginn der großangelegten Invasion russischer Truppen auf unser Land sowie zu Beginn der Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte und Siedlungen geplant hatten.


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Titel des Originals: Наймасштабніша атака на Москву I
Віталій Портников. 17.05.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Putin droht mit einem Schlag gegen Kyiv | Vitaly Portnikov. 07.05.2026.

Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation hat eine weitere Warnung an die Bewohner von Kyiv und an die in der ukrainischen Hauptstadt akkreditierten ausländischen Diplomaten ausgesprochen und sie aufgefordert, die Stadt rechtzeitig zu verlassen, falls die Streitkräfte der Russischen Föderation einen Vergeltungsschlag durchführen sollten, wenn die Streitkräfte der Ukraine am Tag der Parade zum 9. Mai einen Angriff auf Moskau ausführen.

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium Russlands erneut betont, dass es einen Waffenstillstand zwischen den russischen und ukrainischen Streitkräften ab 0 Uhr am 8. Mai bis zum 10. Mai ausruft. Faktisch handelt es sich um einen einseitigen Waffenstillstand. Denn als der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky die Möglichkeit eines Waffenstillstands ab dem 6. Mai ankündigte, führten die russischen Truppen als Antwort Angriffe auf zivile Viertel ukrainischer Städte durch und ignorierten damit die Möglichkeit von Vereinbarungen zwischen Moskau und Kyiv selbst dann, wenn es um einen kurzen Zeitraum ging.

So kann man feststellen, dass die russische Seite in Wirklichkeit weniger versucht, die ruhige Durchführung der Parade am 9. Mai sicherzustellen, sondern vielmehr nach neuen Vorwänden für eine Eskalation der Situation im russisch-ukrainischen Krieg sucht. Dabei muss man sofort sagen, dass man sowohl in Kyiv als auch im Westen diesen Eskalationsversuchen ziemlich nüchtern begegnet.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky warnte beispielsweise die Führer ausländischer Staaten, die beabsichtigen, Moskau am 9. Mai zu besuchen, vor der Zweckmäßigkeit einer solchen Reise. In der Europäischen Kommission erklärte man hingegen, dass die in der ukrainischen Hauptstadt akkreditierten Diplomaten an ihren Arbeitsplätzen bleiben würden. Auch von der Botschaft der Vereinigten Staaten in der ukrainischen Hauptstadt, die in der Regel ein Indikator für das Ausmaß der äußeren Bedrohung ist, gab es keinerlei Mitteilungen oder offizielle Warnungen.

Übrigens zu den ausländischen Gästen der russischen Parade. Die in Moskau veröffentlichte Liste zeigt, dass inzwischen selbst jene auf eine Teilnahme an den Feierlichkeiten verzichten, die traditionell bereit waren, nach Moskau zu kommen und diese Parade mit Präsident Putin zu teilen. So werden die Führer der zentralasiatischen Staaten bei dieser Parade fehlen. Allerdings wird natürlich Putins treuer Verbündeter, der vollständig von ihm abhängige belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko anreisen.

Anreisen wird auch der Ministerpräsident der Slowakei, Robert Fico, der zuvor bereits angekündigt hatte, die russische Hauptstadt besuchen zu wollen. Er wird faktisch der einzige unter den Führern westlicher Staaten sein, der Moskau am 9. Mai besucht, und überhaupt der einzige unter den Führern europäischer Länder, der sich in Moskau aufhalten wird.

Wichtig ist auch die Tatsache, dass von den tatsächlichen Führern anerkannter Staaten sonst nur der Präsident von Laos und der Oberste Herrscher von Malaysia in die russische Hauptstadt kommen werden. Alle anderen sogenannten ausländischen Führer, die vom Außenministerium der Russischen Föderation und der Administration des russischen Präsidenten angekündigt wurden, sind im Grunde keine Führer anerkannter Staaten.

Natürlich können die Führer von Abchasien und Südossetien Putin ihre Anwesenheit bei der Parade nicht verweigern. Denn Russland bleibt bis heute eines der wenigen Länder der Welt, wenn nicht überhaupt das einzige Land, das die Unabhängigkeit dieser georgischen Autonomien anerkennt.

Eine Delegation aus der Republika Srpska wird anreisen, die Teil von Bosnien und Herzegowina ist und bekanntlich vom Kreml zur Destabilisierung der Lage in diesem Balkanland genutzt wird. Der Präsident Serbiens, Aleksandar Vučić, den Moskau ebenfalls gern bei der Parade sehen würde, hat sich dieses Mal jedoch auf die Teilnahme an den Feierlichkeiten verzichtet und sich darauf beschränkt, Putin bei einem Treffen mit dem russischen Botschafter in Belgrad Grüße auszurichten.

Nun ja, übrigens wird auch Robert Fico offensichtlich nicht an der Parade teilnehmen. Er wird gewissermaßen als Zeichen des Respekts gegenüber dem Staat, der an der Zerschlagung des Nationalsozialismus beteiligt war, in Moskau erscheinen und ein kurzes Treffen mit dem russischen Präsidenten abhalten. Das sind alle seine protokollarischen Handlungen während seines Aufenthalts in Moskau. Und auch das ist offensichtlich nicht jene Teilnahme, die sich Putin vom slowakischen Premierminister wünschen würde.

Wenn Zelensky also über Empfehlungen an die Führer ausländischer Staaten spricht,     kann ihm nicht entgehen, dass diese Führer heute viel weniger zahlreich sind als in ferner und sogar in jüngerer Vergangenheit. Denn in ferner Vergangenheit konnte man bei der Moskauer Parade sowohl den Präsidenten der Vereinigten Staaten als auch den Vorsitzenden der Volksrepublik China und die Führer der wichtigsten europäischen Länder sehen. Und noch vor Kurzem, als Russland bereits seinen Eroberungskrieg gegen die Ukraine führte und faktisch bewiesen hatte, dass es der wahre Nachfolger des Hitlerreiches ist und keineswegs ein Siegerstaat, konnte man bei der Siegesparade zusammen mit Putin nicht nur Lukaschenko sehen, dessen widerliches Regime auf russischen Bajonetten beruht, sondern auch die Führer zentralasiatischer Staaten, die sich mit jedem neuen Jahr der Entwicklung des russisch-ukrainischen Konflikts immer stärker dem Aufbau besonderer Beziehungen zur Volksrepublik China zuwenden.

Wie wir sehen, wird nun auch der Vorsitzende der Volksrepublik China bei dieser Parade fehlen. Und damit kann man sagen, dass gerade der 9. Mai, den die Sprecherin des russischen Außenministeriums, die odiose Maria Zakharova, weiterhin als sakrales Datum für Putins aggressives Regime bezeichnet, eher die erhebliche Verringerung des geopolitischen Einflusses dieses Regimes demonstriert.

Und natürlich betreibt Putin terroristische Propaganda, um an sich und seine Möglichkeiten zu erinnern. Wie sollte man sonst seine Drohungen gegen friedliche Bewohner der ukrainischen Hauptstadt und gegen die in Kyiv akkreditierten ausländischen Diplomaten nennen? Und wie sollte man sonst die Drohungen mit einem massiven Schlag durch ein Land nennen, das Kyiv und andere ukrainische Städte bereits mehrfach bombardiert, Zivilisten getötet und Infrastruktur zerstört hat?

Womit sonst kann der russische Aggressor heute die Ukrainer und die Welt erschrecken, die sich, kann man sagen, bereits an die zahlreichen russischen Verbrechen angepasst hat und Russland als Laboratorium dieser Verbrechen in allen Dimensionen und Formen wahrnimmt – von militärischen Offensiven bis hin zum Einsatz von Gift gegen politische Gegner des russischen Regimes?


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Titel des Originals: Путін погрожує ударом по Києву | Віталій
Портников. 07.05.2026.

Autor: Vitaly Portnikov]
Veröffentlichung / Entstehung: 07.05.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Putin erniedrigt sich vor Trump | Vitaly Portnikov. 30.04.2026.

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelenskyy, erklärte den Wunsch des russischen Staatschefs, am 9. Mai 2026 eine Waffenruhe auszurufen, ausschließlich mit dem Versuch, unter für die russische politische und militärische Führung sicheren Bedingungen eine Parade im Zusammenhang mit dem Sieg im Zweiten Weltkrieg abzuhalten.

Bezeichnend ist, dass man im Kreml sagt, für eine solche Waffenruhe müsse sie nicht einmal mit der Ukraine abgestimmt werden. Wie Vladimir Putin es sage, so werde es sein. Doch wir verstehen sehr gut, dass eine Waffenruhe im Krieg eine Entscheidung ist, die von beiden Staaten, die sich im Konflikt befinden, vereinbart wird.

Mit wem also hofft Putin, die Frage seiner Parade zu klären? Wir verstehen, mit wem – mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Es ist bekannt, dass das Telefongespräch zwischen dem amerikanischen und dem russischen Führer dieses Mal nicht auf Initiative Trumps zustande kam, der gewöhnlich selbst solche Gespräche vorschlägt, sondern auf Initiative Putins. Wenn der russische Präsident etwas mit seinem amerikanischen Kollegen besprechen wollte, dann gerade die Siegesparade.

Bis zu den Ereignissen bleiben buchstäblich nur noch wenige Tage, und es gibt keine Gewissheit, dass die russische Hauptstadt während der Feierlichkeiten nicht von ukrainischen Drohnen angegriffen wird oder dass ukrainische Schläge die Feierlichkeiten in anderen Städten der Russischen Föderation lahmlegen könnten. Deshalb muss man den amerikanischen Präsidenten bitten, Einfluss auf Kiew zu nehmen.

Es ist daran zu erinnern, dass im vergangenen Jahr in Russland eine Parade unter Beteiligung mehrerer Staatschefs aus Zentralasien stattfand, und man hoffte, dass die Ukraine zumindest aus Respekt vor den hochrangigen Gästen die Sicherheit Putins nicht in Frage stellen würde. Jetzt wird darüber, ob ausländische Gäste an den Feierlichkeiten in der russischen Hauptstadt teilnehmen werden, nichts mitgeteilt.

Nur der slowakische Ministerpräsident Robert Fico erklärte, er wolle an der Parade teilnehmen, und geriet sofort in einen echten diplomatischen Skandal, als seinem Flugzeug der Überflug über den Luftraum von Ländern verweigert wurde, die ihre eigene Würde und ihren Ruf achten und nicht dazu beitragen wollen, dass der Chef der slowakischen Regierung ein aggressives Land besucht, das mit seinem Verhalten im Grunde das Vorgehen des hitlerschen Reiches nachahmt und nicht jener Länder, die im Zweiten Weltkrieg gesiegt haben.

Andere ausländische Führer könnten derzeit unsicher sein, ob sie sich in der russischen Hauptstadt tatsächlich sicher fühlen würden. Auch Putin selbst fühlt sich nicht sicher, denn es ist bereits bekannt, dass die Parade ohne Militärtechnik und ohne die Teilnahme von Kadetten militärischer Akademien stattfinden wird.

Damit ist die russische Führung nicht in der Lage, das Wichtigste zu demonstrieren, was seit der Entscheidung über die regelmäßige Durchführung solcher Paraden noch unter dem Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Leonid Brezhnev, ihr Inhalt war – Stärke zu zeigen und Kontinuität zu demonstrieren.

Diese Parade wird, anders als alle vorherigen, eher dazu abgehalten, daran zu erinnern, dass das Ritual des 9. Mai noch existiert und die wichtigste ideologische Klammer des widerwärtigen neofaschistischen Putin-Regimes bleibt.

Doch Ritual ist Ritual – Sicherheit ist, wie wir verstehen, für Putin weit wichtiger. Erinnern Sie sich an den langen weißen Tisch, an dem der russische Staatschef während der Coronavirus-Pandemie saß und alles tat, um nicht von der Pandemie erfasst zu werden. Erinnern Sie sich daran, wie vorsichtig Putin generell mit seiner eigenen Sicherheit umgeht.

Jeder, der wenigstens einmal gesehen hat, wie der Konvoi des Präsidenten der Russischen Föderation durch die Straßen der russischen Hauptstadt fährt, wie Stunden zuvor die Moskauer Straßen gesäubert werden, wie der Verkehr angehalten wird, wie mit unglaublicher Geschwindigkeit Fahrzeuge vorbeirasen, in denen man nicht einmal weiß, ob Putin sich darin befindet, versteht, wie ausgeprägt die Paranoia dieses Mannes ist.

Und nun auf der Parade zu stehen und zu befürchten, dass er im nächsten Moment auf eine Drohne trifft – das ist es, was Putin mit aller Kraft zu verhindern versucht. Und die einzige Person, die ihm seiner Meinung nach die Teilnahme an diesem Ritual sichern und zugleich verhindern kann, dass er im Bestattungsinstitut landet, ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Vor ihm ist Putin gezwungen, sich zu erniedrigen. Doch hier stellt sich die Frage: Inwieweit kann Trump in der Lage, in der er sich infolge der Ereignisse im Nahen Osten befindet, überhaupt noch jemandem Bedingungen für eine Waffenruhe diktieren?

Offensichtlich könnte die ukrainische Führung an einer langfristigen Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front interessiert sein, von der Donald Trump übrigens seit seinem Einzug ins Oval Office gesprochen hat. Offensichtlich könnten wir mit den Russen eine gegenseitige Energie-Waffenruhe in Betracht ziehen, die garantieren würde, dass die Ukraine ihre Energieinfrastruktur wieder aufbauen kann, ohne im nächsten Winter neue Angriffe der Russischen Föderation befürchten zu müssen. Doch all dies interessiert Putin, der – wie wir verstehen – an der Fortsetzung des Krieges interessiert ist, nicht. Ihn interessiert ausschließlich die Frage der Siegesparade.

Und hier, wenn Trump tatsächlich seinem Partner im Kreml helfen möchte, seine abscheulichen Rituale fortzusetzen, sollte er nicht darüber nachdenken, den Wunsch des russischen Präsidenten nach einer kurzfristigen Waffenruhe zu loben, sondern ihn zu genau jener Waffenruhe zu zwingen, auf der Trump seit seinem ersten Telefongespräch mit dem russischen Führer nach seiner Rückkehr an die Macht in den Vereinigten Staaten bestanden hat.

Doch auch hier stellt sich erneut die Frage: Wenn man in Kyiv den Forderungen des amerikanischen Präsidenten möglicherweise keine allzu große Bedeutung beimisst, wird Putin, der weiterhin enge Kontakte zu seinen iranischen Verbündeten pflegt, zu grundlegenden Zugeständnissen gegenüber Donald Trump bereit sein?


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Titel des Originals: Путін принижується перед Трампом | Віталій Портников. 30.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 30.04.2026.
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Der russische Terror demoralisiert die Ukraine nicht. Kolumne von Vitaly Portnikov. 25.02.2026.


Ein ukrainischer Polizist am Ort der Explosion in einem Einkaufszentrum in Lwiw. 22. Februar 2026. Foto: Juri Djatschyschyn / AFP / East News

https://vot-tak.tv/91767427/portnikov-rossiyskiy-terror?fbclid=IwZnRzaAQMF_hleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEePOdQ6VkLZzdYRuUUChKJl2BzTQ7j3f4y_jTNlN3U28gNn6MgGv0kwp8oZ6w_aem_1Mg-jvHprK4Lw9gtNl1t9A

Meldungen über Terroranschläge gegen ukrainische Polizisten führen zurück nach Moskau der frühen 2000er Jahre — zu den Sprengungen von Wohnhäusern, zu Explosionen in der Metro, zum „Nord-Ost“ und zu Beslan. Damals half die Atmosphäre der Angst der russischen Macht, sich zu festigen und ein gesellschaftliches Mandat für die Fortsetzung des Krieges zu erhalten. Heute setzt der Kreml erneut auf Terror — nun jedoch in der Ukraine. Doch die russische Erfahrung zeigt, dass Angst nicht immer zur Kapitulation führt. Manchmal stärkt sie nur den Widerstand.

Zurück in die Vergangenheit

Die erschütternden Nachrichten über Terrorakte gegen ukrainische Polizisten versetzten mich unerwartet in das Moskau der Zeit des zweiten Tschetschenienkriegs zurück. Die Stadt — und ganz Russland — lebten damals in einer Atmosphäre unaufhörlichen Terrors. Explosionen in der Metro, gesprengte Wohnhäuser in den Schlafvierteln der russischen Hauptstadt, Dubrovka, später Beslan …

All das erzeugte ein lähmendes Gefühl der Angst, erklärte die Notwendigkeit der Fortsetzung des Krieges im Kaukasus und die Bedeutung einer „starken Hand“. All das half dem Regime der Tschekisten, aus dem Schatten der Jelzin-Jahre zu treten und sich endgültig als vollwertige Herren Russlands zu etablieren.

Der neue Terror trägt ebenfalls das unverkennbare Siegel des FSB — nur mit einem anderen Ziel: der Destabilisierung der Gesellschaft in einem feindlichen Land. Bereits 2014 behauptete man im Kreml, man strebe keinen umfassenden Krieg mit der Ukraine an, sei jedoch bereit, im Osten und Süden des Landes „Benzin ins Feuer zu gießen“ — in der Erwartung, dass Destabilisierung und Demoralisierung der Gesellschaft die Kontrolle über den größten Teil des ukrainischen Territoriums ohne Kampf ermöglichen würden.

Der Kreml setzt auf Destabilisierung

Ja, der Februar 2022 verschob die Prioritäten zugunsten offener Eroberungspläne. Doch jetzt, da es der russischen Armee nach vier Jahren erbitterten Krieges nicht gelungen ist, auch nur das gesamte Gebiet der Region Donezk unter Kontrolle zu bringen, richtet sich das Interesse des Kremls erneut auf Destabilisierung. Und Destabilisierung erweist sich — wie schon so oft — als wichtiger als der Krieg selbst.

Die Anschläge auf Polizisten verfolgen mehrere Ziele zugleich. Erstens soll demonstriert werden, dass die Ukraine als Staat nicht funktioniert: Wenn nicht einmal die Sicherheit der Ordnungskräfte gewährleistet werden kann, worauf kann dann ein gewöhnlicher Mensch hoffen?

Zweitens eröffnet sich die Möglichkeit, in sozialen Netzwerken eine Kampagne gegen die Polizei zu organisieren — sowohl mithilfe eigener Bots als auch mithilfe „nützlicher Idioten“ — die finden sich immer. Die Hauptaufgabe besteht darin, zu destabilisieren. Und das Ziel der Destabilisierung ist es, die ukrainische Gesellschaft von der Unvermeidlichkeit und Notwendigkeit einer Kapitulation zu überzeugen.

Und genau in dieser Wette auf Destabilisierung liegt einer der größten Fehler des Kremls in diesem Krieg. Es ist geradezu erstaunlich — einen Krieg gegen eine ehemalige Sowjetrepublik zu führen und zugleich zu glauben, man kämpfe gegen eine völlig anders strukturierte Gesellschaft!

Die Ukrainer werden weiter Widerstand leisten

Die Explosionen von Wohnhäusern in Moskau hätten Putin eigentlich vom Gegenteil überzeugen müssen. Die Mehrheit der Russen begann nicht, ein Ende des Krieges zu fordern, der ihnen so viel Leid gebracht und ihnen faktisch das Gefühl der Sicherheit genommen hatte. Im Gegenteil: Der Kreml erhielt von der Bevölkerung ein Mandat zur Fortsetzung der Kampfhandlungen.

So überzeugt auch der Terror Moskaus in der Ukraine die Ukrainer von der Notwendigkeit weiteren Widerstands, weil er anschaulich zeigt, wozu Russland fähig ist und was es tun könnte, sollte es den Krieg gewinnen. Destabilisierung ist kein Schlüssel zur Demoralisierung, sondern ein Beweis für die Notwendigkeit, den Widerstand gegen den Feind fortzusetzen und Bedingungen nicht zu akzeptieren, die der Ukraine ihre Souveränität nehmen würden.

Das Unverständnis dieser einfachen Tatsache ist eines der zahlreichen Paradoxe dieses Krieges. So wie die Ukrainer nicht bereit sind zu begreifen, dass keinerlei soziale Probleme die chauvinistisch gesinnte Mehrheit der Russen dazu bringen werden, die Unterstützung für den Krieg und für Putins Regime aufzugeben, so kann man in Russland nicht verstehen, dass weder Entbehrungen noch Terroranschläge die Ukrainer dazu bewegen werden, auf ihr eigenes Land und ihre Identität zu verzichten.

Dieses erstaunliche Unverständnis dessen, was geschieht, wird letztlich zur Formel eines nun schon im fünften Jahr andauernden Krieges — und zur Antwort auf die Frage, warum es so schwierig, wenn nicht unmöglich ist, ihn in absehbarer Zukunft zu beenden.


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Titel des Originals: Российский террор не деморализует Украину. Колонка Виталия Портникова. 25.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 25.02.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: Zeitung
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