Hunderte Drohnen greifen Moskau an | Vitaly Portnikov. 06.10.2026.

Praktisch die ganze Nacht über wehrten Moskau und die Hauptstadtregion einen Angriff ukrainischer Drohnen ab. Diesen Angriff konnten selbst die Verantwortlichen in Moskau und im Moskauer Gebiet, Sobjanin und Worobjow, nicht verheimlichen, die vom Anflug Hunderter ukrainischer Drohnen berichteten. Natürlich meldeten sie die tadellose Arbeit der Luftverteidigung der russischen Hauptstadt, doch inzwischen ist bereits ein großer Brand an der Station Wolodarskaja bekannt, einer der größten Erdölverarbeitungsanlagen auf dem Gebiet Moskaus und der Hauptstadtregion, die für die Infrastruktur der russischen Hauptstadt von großer, ja entscheidender Bedeutung ist. Auch die Flughäfen der Hauptstadt stellten ihren Betrieb ein. Dutzende Flugzeuge waren gezwungen, auf Ausweichflughäfen in Russland zu landen.

Man kann also sagen, dass dies tatsächlich ein schwerer, massiver Angriff auf Moskau und das Moskauer Gebiet war. Und je mehr solcher Angriffe es geben wird, je größer die Verluste der Russischen Föderation durch solche Schläge sein werden, je geringer ihre Möglichkeiten sein werden, die Stabilität der Infrastruktur in der Russischen Föderation aufrechtzuerhalten, desto kürzer wird der Weg zum Frieden sein.

Denn im Umgang mit einem Land wie der Russischen Föderation gibt es keine wirklichen Wege, gewaltsame Konflikte auf diplomatischem Wege zu lösen. In Russland setzt man immer auf Gewalt, darauf, den Gegner durch die Zerstörung seiner Ressourcen zur Kapitulation zu zwingen. Russland kennt dabei keine roten Linien. Aus Sicht der russischen Führung und auch des russischen Volkes soll die Zivilbevölkerung das erste Opfer eines solchen Krieges sein.

Das ist die Philosophie der russischen Expansion. Und derzeit begegnen die Einwohner von Kyiv und anderer ukrainischer Städte und Ortschaften dieser Philosophie, könnte man sagen, in ihrer ganzen unverhüllten Kriminalität. Wir verstehen inzwischen sehr genau, dass Russland von Beginn seines Kampfes gegen unseren Staat an nicht auf einen Krieg der Armeen setzte, sondern auf einen Krieg der Städte, auf die Vernichtung der Zivilbevölkerung und ihre Einschüchterung.

Das sind völlig offensichtliche Dinge, an die man denken muss, wenn wir über Wege sprechen, aus diesem Krieg herauszukommen. Und diese Wege sind ziemlich einfach. Sie hängen gerade mit der Notwendigkeit massiver Angriffe auf Moskau, das Moskauer Gebiet, Sankt Petersburg und andere Regionen der Russischen Föderation zusammen, mit der vollständigen Zerstörung der russischen Erdölverarbeitungsinfrastruktur – wobei es nicht um 40 bis 45 Prozent geht, sondern darum, dass es in Russland überhaupt keine Erdölverarbeitung mehr gibt –, mit der Zerstörung russischer Rüstungsbetriebe und mit Angriffen auf die russische Energieinfrastruktur.

Putin kann die Ukrainer nicht mit einem kalten Winter einschüchtern, wenn seinen eigenen Landsleuten dasselbe schwierige Schicksal droht. Wie der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, bereits vor seiner Rückkehr ins Oval Office unmissverständlich sagte: Zum Tango gehören zwei. Gemeint ist damit natürlich nicht nur die beiderseitige Beteiligung an Verhandlungen über ein Ende des Krieges, die, wie wir sehen, für Trump keinerlei wirkliche Ergebnisse bringen, sondern auch die Beteiligung am Kampf gegeneinander.

Wenn ein Land die Infrastruktur eines anderen durch hinterhältige Angriffe zerstören will, wie wir sie alle in den vergangenen Jahren beobachten und die sich mit jedem Tag nur verstärken, während Putin begreift, dass seine Armee keinen Erfolg haben wird, dann kann auch die Infrastruktur des anderen Landes nicht unantastbar sein – schon allein deshalb nicht, weil diese Infrastruktur den Bedürfnissen der verbrecherischen russischen Armee dient, dieser Schakalmeute.

Wenn in der Russischen Föderation die Ausgaben für Verteidigung und nationale Sicherheit um 50 Prozent steigen und sich diese Ausgaben nicht einmal mit den Ausgaben des russischen Staates für Bildung, Kultur und Medizin vergleichen lassen, wenn praktisch der gesamte russische Haushalt inzwischen für die Streitkräfte der Russischen Föderation und den Föderalen Sicherheitsdienst Russlands ausgegeben wird, dann stellt sich die Frage: Für wen arbeitet eigentlich diese gesamte russische Wirtschaft? Nun, zumindest zu 70 bis 80 Prozent.

Darauf erhalten wir eine eindeutige Antwort. Diese gesamte russische Wirtschaft, all diese Erdölverarbeitungsstationen, all diese Erdölraffinerien – alles arbeitet gerade für den Krieg gegen die Ukraine. Alles andere interessiert weder den Präsidenten der Russischen Föderation noch die russische Führung noch die russische Gesellschaft, von der ein großer Teil weiterhin am chauvinistischen Virus leidet und die imperialistischen Ansprüche seiner Staatsmacht unterstützt.

Denn andernfalls wäre es der Staatsmacht nicht gelungen, eine Millionenarmee skrupelloser Söldner aufzustellen und den Krieg bei völliger gesellschaftlicher Gleichgültigkeit fortzusetzen, wobei eher diejenigen die Ausnahme bilden, die sich gegen den Krieg aussprechen und seine Folgen für Russland selbst fürchten. Ganz zu schweigen von Menschen, die überhaupt über das Schicksal der Ukrainer und anderer nichtrussischer Opfer dieses Eroberungskrieges Putins und seiner Bande nachdenken.

Der Schlüssel zur Situation liegt also nicht in Warnungen und nicht in Erzählungen darüber, dass etwas geschehen könnte, wie wir es ständig vom Präsidenten der Ukraine und anderen führenden Vertretern unseres Staates hören, sondern in realen Maßnahmen, die auf die Zerstörung der infrastrukturellen Möglichkeiten der Russischen Föderation gerichtet sind, in realen Angriffen statt in Worten, in der Leistungsfähigkeit des ukrainischen Staates, der in der Lage ist, dem Bestreben der Russischen Föderation, der Existenz des ukrainischen Staates und des ukrainischen Volkes ein Ende zu setzen, wirklichen und nicht bloß PR-wirksamen Widerstand entgegenzusetzen.

Alles andere ist leeres Gerede, das zu nichts anderem führt als zu Angriffen auf die Ukraine. Ebenso das Gerede darüber, dass wir antworten könnten, während wir nicht antworten. Und das dreiste Gerede über irgendwelche diplomatischen Bemühungen und Verhandlungen, die lediglich damit enden, dass die Mitstreiter von Präsident Trump im Büro des russischen Präsidenten Putin und anderer russischer Beamter nach Möglichkeiten suchen, sich selbst zu bereichern, und den Verhandlungsprozess über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges faktisch dazu nutzen, sich die ohnehin schon infolge der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus gut gefüllten Taschen noch weiter zu füllen.

Und das muss man sich vollkommen klar vor Augen führen. Diesen Krieg können nur der ukrainische Soldat und die ukrainische Drohne gewinnen. Der amerikanische Vermittler und der ukrainische Demagoge werden diesen Krieg nicht gewinnen. Sie können ihn nur schändlich verlieren.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Сотні безпілотників атакують Москву |
Віталій Портников. 06.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 06.10.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Baturyn | Vitaly Portnikov. 27.09.2026.

Батурин. Віталій Портников. 27.09.2026.

13 November 1708. Truppen unter dem Kommando von Alexander Menschikow, einem Günstling des Zaren, nehmen die Hetman-Hauptstadt Baturyn ein. Demonstrativ und mit besonderer Grausamkeit brennen sie die Stadt nieder und töten sämtliche Zivilisten – selbstverständlich ohne sich dafür zu interessieren, wer im Krieg den Zaren und wer den Hetman unterstützt hatte.

Eine solche Ermordung der Zivilbevölkerung ist eine übliche Taktik des Moskauer Staates. Natürlich begann bereits die Geschichte dieses Staates als eigenständiges Gebilde – damals noch mit seinen Zentren in Susdal und Wladimir an der Kljasma – mit der Verwüstung Kyivs durch Truppen, die Fürst Andrei Bogoljubski, der Sohn Juri Dolgorukis, zusammengezogen hatte. Zeitgenössische Chronisten beschrieben mit Erstaunen die Plünderung der Stadt, die Vergewaltigung von Frauen, die Ermordung der Zivilbevölkerung und das Niederbrennen von Kirchen. Dabei erhob Bogoljubski selbst – genau wie heute Putin – nicht einmal Anspruch auf die Herrschaft in Kyiv und überließ die Hauptstadt der Rus der Herrschaft seines Bruders Gleb. Dieses wilde Pogrom machte deutlich, dass Kyiv für die Herrscher von Salessje endgültig zu einer fremden Stadt geworden war, die man nur noch plündern und zerstören konnte. „Mit Andrei Bogoljubski trat der Großrusse zum ersten Mal auf die historische Bühne.“

Am 8. Februar 1918 marschieren die Bolschewiki unter der Führung Michail Murawjows in Kyiv ein. Die Roten entfesseln in der Stadt einen regelrechten Terror und erschießen Tausende Menschen – und keineswegs nur Soldaten der ukrainischen Armeen. Sie plündern, vergewaltigen und legen Feuer.

Deshalb ist an den neuen Angriffen auf Kyiv, an Putins Versuch, die ukrainische Hauptstadt zu einer Frontstadt zu machen, nichts neu oder auch nur überraschend. Die Ukraine durch die Zerstörung ihrer Hauptstadt dazu zu zwingen, ihren Widerstand aufzugeben, ist ein Klassiker der russischen Vorstellung von „Sieg“. Im Jahr 1708 war das kleine Baturyn die Hauptstadt des im Entstehen begriffenen Hetman-Staates – und es wurde praktisch dem Erdboden gleichgemacht: Die Stadt, die wir heute besuchen, ist bereits eine neue Siedlung auf den Ruinen dieses Pogroms. 1918 dagegen war Kyiv die ukrainische Hauptstadt, und heute ist es das ebenfalls – deshalb versucht man gerade diese Stadt zu zerstören, und zwar demonstrativ.

Warum gerade die Hauptstadt? Russland ist ein auf seine Hauptstadt zentrierter Staat. Dabei geht es nicht um Moskau an sich, sondern darum, wo sich der Sitz des Herrschers befindet. Wir sagen, dass sich alles um Moskau dreht – doch bevor die Bolschewiki die Hauptstadt nach Moskau verlegten, drehte sich alles um Sankt Petersburg beziehungsweise Petrograd. Die Bolschewiki ergriffen in der Hauptstadt die Macht, und jeglicher Widerstand Moskaus hatte bereits keinerlei wirkliche Bedeutung mehr – es begann der „triumphale Siegeszug der Sowjetmacht“. 1991 unterstützte Moskau Jelzin und nicht die Putschisten im Kreml – und die faktische Unterstützung der Revanche durch die Machthaber in der russischen Provinz half den Putschisten nicht.

Russland betrachtet andere Staaten als Gebilde, die um ihre jeweiligen Hauptstädte herum aufgebaut sind. Kyiv zu zerstören bedeutet aus dieser Sicht, die Ukraine zu zerstören. Kyiv einzuschüchtern bedeutet, die Ukraine einzuschüchtern. Deshalb plante Putin seinen Blitzkrieg gerade als Eroberung Kyivs, weil er überzeugt war, dass nach einem Austausch der Regierung in der Hauptstadt die gesamte Ukraine den Kollaborateuren die Treue schwören würde – so wie ganz Russland stets demjenigen die Treue schwor, der in Moskau oder Petersburg die Macht ergriffen hatte, selbst wenn es sich um einen offensichtlichen Usurpator handelte.

Natürlich ist es beängstigend, in Baturyn zu leben, auf das die Armee des rasenden Menschikow zumarschiert. Es ist beängstigend, in Kyiv zu leben, auf das russische Drohnen und Raketen gerichtet sind. Aber die Ukraine ist größer als Kyiv. Die Ukraine ist keine Stadt, nicht einmal ein Territorium, das von Andersdenkenden „gesäubert“ werden soll. Sie ist die Idee eines Volkes und seiner Freiheit.

Und das zu verstehen ist den Russen – von Andrei Bogoljubski bis Wladimir Putin – schlicht nicht gegeben.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Батурин. Віталій Портников. 27.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 27.09.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Der größte Angriff auf Moskau | Vitaly Portnikov. 20.09.2026.

Möglicherweise der größte massive Angriff ukrainischer Drohnen auf die russische Hauptstadt und das Moskauer Gebiet seit Beginn von Putins großem Krieg gegen die Ukraine. Die uns bereits gut bekannte Ölraffinerie in Kapotnja, der für Moskau und das Moskauer Gebiet wichtigste Raffineriebetrieb, steht in Flammen

Der russischen Luftverteidigung ist es nicht gelungen, dieses strategisch wichtige Unternehmen zu schützen, dafür ist es ihr gelungen, ukrainische Drohnen in die Wohnviertel Moskaus und der Städte im Moskauer Umland umzuleiten.

Auch andere Städte der Russischen Föderation mit wichtiger militärischer Infrastruktur wurden angegriffen. Angegriffen wurde der Logistikknoten Sofjino im Moskauer Gebiet. Dort befinden sich die inzwischen brennenden Lager der uns ebenfalls sehr gut bekannten Unternehmen Wildberries, Ozon und Yandex. Nun, vielleicht befinden sie sich dort auch nicht mehr, denn nach den Angriffen ukrainischer Drohnen stehen sie in Flammen. Die Probleme für die russische Wirtschaft sind also tatsächlich ziemlich spürbar.

Man kann auch davon sprechen, dass die russische Luftverteidigung derzeit in Woronesch ernsthafte Probleme hat. Man kann sagen, dass diese Luftverteidigung durch ukrainische Anstrengungen schlicht zerstört wird, und danach könnten ernsthafte und wichtige Angriffe auf die militärische Infrastruktur von Woronesch erfolgen, die für die russische Aggression gegen unser Land genutzt wird.

Damit wurde Präsident Putin erneut vor Augen geführt, dass man das Spiel der Zerstörung von Infrastruktur zu zweit spielen kann. Wahrscheinlich ist das genau jenes Tango zu zweit, von dessen Notwendigkeit Donald Trump gegenüber Volodymyr Zelensky noch vor seiner Rückkehr ins Oval Office gesprochen hatte. Nur hat es sich in Wirklichkeit nicht als Tango der Friedensverhandlungen erwiesen, denen der russische Machthaber aus dem Weg geht, weil er weiterhin darauf hofft, den russisch-ukrainischen Krieg zu gewinnen und unseren Staat zu zerstören. Es ist ein Tango, bei dem man Gegenschläge führen, die Infrastruktur des Gegners zerstören, seine Möglichkeiten im Energiebereich verringern und daran erinnern kann, dass kein terroristischer Akt der Russischen Föderation gegen unser Land unbeantwortet bleiben wird.

Und ein solches Tango gefällt mir wesentlich besser als die Imitation eines Verhandlungsprozesses, an dem die Sondergesandten Donald Trumps teilnehmen. Wie wir sehen, bringt uns diese Imitation keinerlei reale Ergebnisse, außer der Erzählung, dass es die Ukraine sei, die den russischen Bedingungen im Zusammenhang mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges nicht zustimme. Obwohl wir alle sehr gut verstehen, dass in Wirklichkeit noch nie jemand irgendwelche realen Bedingungen von Putin gehört hat, sondern ausschließlich den Wunsch, die Ukraine gegen neue wirtschaftliche Beziehungen mit der amerikanischen Regierung einzutauschen.

Die Angriffe auf die Ölraffinerie in der russischen Hauptstadt widerlegen auch die Information, dass zwischen Russland und der Ukraine irgendeine Waffenruhe im Energiebereich erreicht worden sei. Davon hatte bekanntlich der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump gesprochen, der allerdings keinerlei konkrete Angaben zur Untermauerung seiner Behauptung machte. Und weder in Kyiv noch in Moskau hat man, wie wir sehen, Informationen bestätigt, die sich auf nicht existierende Vereinbarungen beziehen.

Was für eine Waffenruhe im Energiebereich kann es mit Russland geben, wenn Putin vor unseren Augen weiterhin Energieanlagen in Kyiv und anderen ukrainischen Städten angreift, wenn er seine gezielten Bemühungen fortsetzt, die Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt und anderer Städte unseres Landes zu terrorisieren? Aber dass es keine Energie-Waffenruhe gibt, bedeutet eben auch Angriffe auf den Ölraffineriesektor der Russischen Föderation.

Putin erzählt davon, wie schnell die Anlagen repariert werden sollen, die durch die jüngsten ukrainischen Angriffe außer Betrieb gesetzt wurden. Aber bis die Russen einen Teil ihrer Anlagen repariert haben, werden die Ukrainer neue Raffinerien sowie bereits reparierte Anlagen außer Betrieb setzen können. Und das wird sich nicht nur auf den Dieselpreis auswirken, über den Donald Trump so gerne spricht und an dessen Veränderung wir weit weniger Anteil haben als die Iraner, die weiterhin die Straße von Hormus blockieren. Das wird sich vor allem auf die Energieinteressen der Unterstützer der Russischen Föderation in diesem ungerechten und grausamen Krieg auswirken: der Volksrepublik China und Indiens.

Denn wir verstehen, dass die jüngsten Erklärungen des Staatschefs der Volksrepublik China Xi Jinping und des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi, die Putin dazu aufgerufen haben, nach Möglichkeiten für eine politische Beendigung des Krieges gegen die Ukraine zu suchen, keineswegs mit irgendwelchen besonderen Gefühlen zusammenhängen, die die Staatschefs Chinas und Indiens unserem Land gegenüber hegen. Nein, das hängt gerade damit zusammen, dass sie die Probleme verstehen, die für ihre eigene Ölraffinerieindustrie entstehen könnten, wenn Russland sich als unfähig erweist, der wichtigste Öllieferant für einen großen Teil der Unternehmen in diesen Ländern des sogenannten Globalen Südens zu bleiben.

Die brennende Ölraffinerie in Kapotnja und die brennenden Lager von Ozon, Yandex und Wildberries erinnern also daran, dass Russland mit seinem Krieg gegen die Ukraine nicht nur Probleme für seine eigenen wirtschaftlichen Interessen schafft, sondern auch für die Interessen derjenigen, die trotz Putins aggressiver Absichten bereit sind, weiterhin mit Russland zusammenzuarbeiten. Und wie ich bereits mehrfach gesagt habe, können gerade Angriffe auf Moskau die Stimmung in der russischen Gesellschaft verändern, was das Verständnis der Folgen dieses Krieges betrifft.

Wir wollen uns jetzt nicht mit dem russischen Cargo-Kult aufhalten, der diesen großen Angriff mit dem Tag der Wahlen zur Staatsduma der Russischen Föderation erklären könnte. Allen ist vollkommen klar, dass es in Russland keine wirklichen Wahlen gibt, sondern bestimmte Veranstaltungen, die die Legitimität von Putins Regime bestätigen und die Russen dazu bringen sollen, für politische Kräfte zu stimmen, die sich weiterhin für den Krieg gegen die Ukraine und die Konfrontation mit dem Westen einsetzen.

Nur sieht der russische Wähler jetzt, zu welchen realen und nicht erfundenen Ergebnissen die Aufrufe der Aktivisten von „Einiges Russland“, „Gerechtes Russland“ und jedem anderen blutigen Russland führen. Und die Frage ist nicht, wie viele Stimmen diese Handlanger Putins bei diesen Pseudowahlen erhalten. Die Frage ist vielmehr, dass nun jeder, der vom Brand in der Ölraffinerie in Kapotnja und von dem weiß, was in den Wohnvierteln Moskaus und des Moskauer Umlands geschieht, gezwungen sein wird, die Lügen derjenigen zu erkennen, die zu den Wahlen zugelassen wurden.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Найбільша атака на Москву | Віталій
Портников. 21.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 20.09.2026
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Die ukrainischen Streitkräfte schalten den Moskauern den Strom ab | Vitaly Portnikov. 18.08.2026.

Russische Medien berichten von dem bislang größten Angriff auf Moskau seit längerer Zeit. Rund 600 ukrainische Drohnen griffen die russische Hauptstadt an. Praktisch alle Flughäfen in Moskau und im Moskauer Gebiet mussten sogar ihren Betrieb einstellen.

Natürlich heißt es aus der Moskauer Stadtverwaltung, dass die meisten Drohnen noch im Moskauer Gebiet abgeschossen worden seien, bevor sie Moskau erreichen konnten. Doch gerade vor diesem Hintergrund ist hervorzuheben, dass es derzeit erhebliche Probleme mit der Stromversorgung im Bezirk Pawlowski Possad im Moskauer Gebiet gibt. Man kann also sagen, dass die ukrainischen Angriffe begonnen haben, Anlagen der Energieversorgung in der Hauptstadtregion außer Betrieb zu setzen. Das könnte für die Russen im Vorfeld des Winters 2026/2027 zu einer neuen Belastungsprobe werden.

Ich habe bereits mehrfach betont, dass man den Abnutzungskrieg, der für den russischen Präsidenten Putin zum wichtigsten Instrument auf dem Weg zu seinen ersehnten Zielen in der Ukraine geworden ist, auch zu zweit spielen kann. Und die Einschüchterungsversuche russischer Politiker und Militärs, den Ukrainern stehe ein weiterer schwerer Winter bevor, könnten als Echo auch auf das Schicksal der Bürger der Russischen Föderation zurückfallen – darunter möglicherweise auch die Einwohner Moskaus und des Moskauer Umlands.

Sollte es gelingen, die kritische Infrastruktur der Russischen Föderation außer Betrieb zu setzen und ihre Bewohner ohne Strom und Heizung zu lassen, wäre dies für sie der erste wirklich harte Winter seit Beginn des großen russisch-ukrainischen Krieges. Dann könnte man mit Gewissheit sagen, dass der Krieg nicht nur für lange Zeit in die Häuser der Ukrainer eingezogen ist. Er wäre auch für lange Zeit in die Häuser der Russen eingezogen und würde ihre Zukunft aussichtslos und unerträglich machen.

Und gerade eine solche Zukunft für die Russen ist der offensichtlichste Weg zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges. Denn solange der Krieg auf dem Territorium eines fremden Landes stattfindet, schenken die Russen ihm historisch und traditionell keinerlei Beachtung. Auf das Leid der Menschen, gegen die ihre Truppen eingesetzt werden, pfeifen sie – zumindest die überwiegende Mehrheit der russischen Gesellschaft. Und das von den Glockentürmen russischer Kirchen herab, die zu Zentren der Propaganda für Krieg und Mord geworden sind.

Wenn der Krieg jedoch in die Häuser der Russen selbst kommt, ist die gesellschaftliche Reaktion eine völlig andere. Auch die Vertreter der russischen politischen und wirtschaftlichen Elite reagieren dann ganz anders, denn sie beobachten nicht mehr nur, wie der russische Soldat auf fremdem Boden Verbrechen begeht, sondern verlieren nun auch ihr eigenes Eigentum.

An dieser Stelle sollte ebenfalls hervorgehoben werden, dass die Russen die Probleme in den besetzten Gebieten der Ukraine praktisch überhaupt nicht interessierten – obwohl sowohl die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja unseres Landes als auch die Autonome Republik Krim von Russland annektiert wurden und angeblich als Territorium der Russischen Föderation selbst gelten sollen. Aber nein: Was dort geschieht, interessiert nicht nur gewöhnliche Bürger der Russischen Föderation aus irgendeinem Nischni Tagil oder Jaroslawl nicht. Es interessiert auch Putin selbst nicht. 

Der Präsident der Russischen Föderation betonte voller Stolz, dass die Rakete Oreschnik, die die Russen angeblich unter Gefechtsbedingungen erproben, kein einziges Mal auf dem Territorium der Russischen Föderation selbst getestet worden sei. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass einer der Raketenkomplexe auf dem von Russland kontrollierten Gebiet der Region Donezk explodiert sei.

Das heißt: Obwohl die sogenannte Volksrepublik Donezk, die diese Widerlinge bereits 2014 erfunden haben, Russland angeschlossen wurde, betrachtet Putin selbst dieses Gebiet keineswegs als Russland. Er betrachtet es lediglich als Aufmarschgebiet für weitere Offensiven gegen benachbarte ukrainische Regionen und faktisch als Reservoir für Kanonenfutter – für diesen und für künftige Angriffskriege der russischen Armee und des russischen Staates.

Wenn aber im Bezirk Pawlowski Possad der Strom ausfällt, ist das bereits ein Problem für das Moskauer Gebiet und seine Einwohner. Nicht für Moskau, nein. Die Bewohner der russischen Hauptstadt begegnen dem Leid ihrer Landsleute im gesamten Gebiet dieses riesigen Staates mit Gleichgültigkeit. Sie interessieren sich nur für ihr eigenes Leben und ihre eigene Sicherheit. Doch im Land selbst beginnt sich die Stimmung zu verändern. Es entstehen reale Gründe für soziale Instabilität.

Der Zusammenbruch der russischen Wirtschaft und der Lebensbedingungen jedes durchschnittlichen Bürgers der Russischen Föderation ist somit der Weg zum Frieden unter den Bedingungen, unter denen Russland existiert, und zum Erfolg eines Friedensprozesses für die Länder, die Russland angreift.

Heute sind wir es. Morgen könnten die an uns angrenzenden europäischen Länder zum Schauplatz aggressiver Angriffe der Russischen Föderation werden. Russland bereitet sich bereits auf solche Angriffe vor und stationiert Abschussvorrichtungen, die nach einiger Zeit damit beginnen könnten, militärische Einrichtungen und Infrastruktur in den Nachbarländern der Ukraine zu bombardieren. Russland bedroht bereits Japan und Großbritannien.

Somit steht ein großer Krieg, dessen Leid zum Schicksal von Millionen Menschen in der gesamten zivilisierten Welt werden könnte, gewissermaßen bereits vor der Tür und lässt schon jetzt erahnen, was bevorsteht. Um diese Entwicklung aufzuhalten und die Europäer vor den Geräuschen einschlagender Drohnen und später auch russischer Raketen zu bewahren, müssen die Russen bereits heute gezwungen werden, den Krieg auf unserem Boden aufzugeben; in ihren Häusern darf es keinen Strom geben, ihre Fabriken dürfen keine Raketen und Drohnen mehr produzieren können, ihr Öl darf nicht mehr verkauft werden und die Förderbohrungen müssen stillgelegt werden. Auf diese Weise müsste Russland seiner wirtschaftlichen Perspektiven beraubt werden – möglicherweise für viele Jahrzehnte des Bestehens dieses menschenverachtenden Gebildes, das im Grunde eine terroristische Organisation ist, die sich lediglich als Staat tarnt.

Dafür müssen die ukrainischen Verteidigungskräfte jedoch die Möglichkeit haben, jene Infrastruktur zu zerstören, die dem Krieg, dem Tod, den Verbrechen der russischen Armee und der Eroberung unseres Landes dient.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: ЗСУ відключають світло москвичам | Віталій Портников. 18.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 18.08.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Moskau unter Drohnenangriffen | Vitaly Portnikov. 07.07.2026.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtet von einem Angriff mit mehr als 400 ukrainischen Drohnen auf die russische Hauptstadt und das Moskauer Gebiet.

Damit können wir von einer Fortsetzung der großangelegten Angriffe ukrainischer Drohnen auf Moskau und das Moskauer Gebiet sprechen. Und obwohl der Moskauer Bürgermeister – ganz im Sinne der heutigen russischen Staatspropaganda – nichts über die Ergebnisse dieser Angriffe sagt, stellt bereits die Tatsache, wie viele Drohnen die Ukraine heute in Richtung Moskau starten kann, die Sicherheit der russischen Hauptstadt und der Hauptstadtregion infrage.

Genau das ist ein Teil jener Schlacht am Himmel, von der man in Kyiv spricht. Denn gerade die Zerstörung russischer Ressourcen und die Schaffung einer Atmosphäre der Unsicherheit im benachbarten Aggressorstaat könnten den Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, und sein engstes Umfeld dazu bringen, über die Notwendigkeit einer Beendigung oder zumindest eines Aussetzens des Krieges nachzudenken – und zwar nicht zu russischen Bedingungen.

Natürlich gehen parallel zu den Angriffen auf Moskau und das Moskauer Gebiet auch die Schläge gegen den russischen Ölraffineriesektor weiter. Bereits in der vergangenen Nacht fanden solche Angriffe im Gebiet Jaroslawl statt. Wir kennen inzwischen auch den mittlerweile berühmten Angriff auf die Raffinerie von Omsk – eine der größten Russlands und zugleich die am weitesten von der Staatsgrenze zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine entfernte Raffinerie.

Damit verschwindet ein wichtiger Vorteil, den die russische Hauptstadt und die Regionen jenseits des Urals stets besessen haben. Moskau war durch sein Luftverteidigungssystem zuverlässig gegen jegliche Überraschungen geschützt. Gerade für die Luftverteidigung der russischen Hauptstadt wurden die wichtigsten Mittel aus dem Verteidigungshaushalt bereitgestellt. So war es in der Sowjetunion, so blieb es auch im Russland Boris Jelzins und Wladimir Putins.

Es sei daran erinnert, dass selbst Zweifel daran, ob Moskau tatsächlich zuverlässig geschützt sei, eine politische Karriere beenden konnten. So geschah es beispielsweise mit dem Ersten Sekretär des Moskauer Stadtparteikomitees, Nikolai Jegorytschew, der vor dem Hintergrund des Nahostkriegs in den 1960er Jahren – übrigens durchaus folgerichtig – den Schutz der damaligen sowjetischen Hauptstadt infrage stellte und eine Änderung der Politik des Moskauer Militärbezirks forderte. Bereits wenige Tage nach dem Plenum des Zentralkomitees der Partei, auf dem er diese Bemerkungen gemacht hatte, wurde er seines Amtes enthoben.

Später ereignete sich dann jenes Ereignis, das zum Symbol des Zusammenbruchs der Sowjetunion wurde. Bereits in der Zeit Gorbatschows landete das kleine Flugzeug des deutschen Piloten Mathias Rust direkt auf dem Roten Platz im Zentrum Moskaus. Dies wurde zum Vorspiel für die Entlassung des damaligen sowjetischen Verteidigungsministers, Marschall Sergej Sokolow, sowie einer ganzen Reihe hochrangiger Militärs.

Heute tritt, wie wir sehen, niemand mehr zurück. Doch die Drohnen erreichen inzwischen sowohl das Zentrum Moskaus als auch die Raffinerie in der russischen Hauptstadt, verursachen erhebliche Probleme in der Logistik und treffen wichtige Betriebe des russischen militärisch-industriellen Komplexes in Moskau und im Moskauer Gebiet.

Auf der anderen Seite des Urals konnte Russland stets von der Sicherheit seiner Industrie ausgehen – vor allem der Rüstungs- und Raffineriebetriebe. Die Entfernung schützte sie zuverlässig vor Angriffen des Feindes. Erst wenn fremde Armeen Moskau und andere Städte im europäischen Teil der ehemaligen Sowjetunion erreichten, entstand überhaupt die Möglichkeit, Städte wie Tscheboksary wirksam zu bombardieren.

Übrigens wurde Tscheboksary zuletzt im Jahr 1941 bombardiert – also lange bevor ukrainische Drohnen begannen, militärische Betriebe dieser Stadt zu treffen. Damals deshalb, weil die Armee des Reiches bis vor Moskau vorgedrungen war und über Flugplätze verfügte, von denen aus Tscheboksary im europäischen Teil der Sowjetunion bombardiert werden konnte.

Nun sehen wir jedoch, dass auch diese Sicherheit durch die große Entfernung angesichts der ukrainischen Möglichkeiten zunehmend relativ wird. Auch das beobachten wir heute. Man kann inzwischen sagen, dass praktisch jeder Betrieb jenseits des Urals, der für den militärisch-industriellen Komplex oder die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation von Bedeutung ist, von einer ganzen Flotte ukrainischer Drohnen angegriffen werden kann.

Denn die Raffinerie von Omsk wurde nicht von einer einzigen Drohne getroffen, sondern offenbar von insgesamt zwölf. Und die russische Luftverteidigung erwies sich als völlig machtlos, diesen – wie ich bereits sagte – inzwischen historischen Angriff zu verhindern.

Ich hoffe sehr, dass solche Angriffe ukrainischer Drohnen auf für Russland wichtige Betriebe in Sibirien und im Fernen Osten fortgesetzt werden, dass sie sowohl die wirtschaftliche Logistik der Russischen Föderation insgesamt als auch die wirtschaftliche Logistik dieser bedeutenden Regionen zerstören und Chaos schaffen – von Belgorod, wo heute sowohl der Strom ausgefallen ist als auch die normale Funktionsfähigkeit der grenznahen Stadt zur Ukraine beeinträchtigt wurde, bis nach Omsk.

Tatsächlich kann man sagen, dass sich inzwischen das gesamte Territorium der Russischen Föderation unter Angriffen des ukrainischen Militärs befinden kann. Und dies wird durch den Luftterror, der auf direkte Anweisung Putins am ukrainischen Himmel ausgeübt wird, nicht kompensiert werden können – einen Terror, der sich nicht gegen militärische Betriebe richtet, auch wenn ukrainische Militärobjekte selbstverständlich ebenfalls wichtige Ziele der russischen Armee sind, sondern vor allem auf die Terrorisierung der Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt sowie anderer Städte und Ortschaften der Ukraine abzielt.

Wenn wir dem Terror mit der systematischen Zerstörung der russischen Wirtschaft, des militärisch-industriellen Komplexes und der Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation antworten können, wenn wir die russische Wirtschaft in die Knie zwingen und Bedingungen schaffen, die unumkehrbare Prozesse der Degeneration der russischen Wirtschaft und des Zusammenbruchs des Putin-Regimes auslösen, dann werden wir tatsächlich nicht nur den russisch-ukrainischen Krieg zum Stillstand bringen können, sondern auch jene retten, die die nächsten Ziele des russischen Aggressors sind. 

Wir werden Russland dazu zwingen, sich für lange, düstere Jahre seiner Geschichte mit seinen eigenen Problemen, seinem eigenen Chaos und seiner eigenen Katastrophe zu beschäftigen – und selbst Zeugen dieser schwarzen Jahre werden, die eine der abscheulichsten Terrororganisationen der modernen Welt, die sich lediglich als Staat ausgibt, zweifellos verdient hat.


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Titel des Originals: Москва під атакою дронів | Віталій
Портников. 07.07.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 07.07.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Der betrunkene Goliath. Vitaly Portnikov. 21.06.2026.

П’яний Голіаф. Віталій Портников. 21.06.2026.

Der schwarze Himmel über den Bränden in Moskau wird nun für immer eine der wichtigsten Illustrationen des russisch-ukrainischen Krieges bleiben. Und diese Brände werden den Russen selbst weit stärker in Erinnerung bleiben als alle anderen Ereignisse der vergangenen zwölf Jahre. Mehr als die pompöse „Angliederung“ der Krim. Mehr als die Invasion vom 24. Februar. Und sogar mehr als die Brände über Sankt Petersburg.

Denn ein ungeschütztes Moskau – selbst wenn sich die schwarze Brandnarbe bislang nur auf das ferne Kapotnja beschränkt, an das sich die meisten Bewohner der russischen Hauptstadt höchstens erinnern, wenn darüber gesprochen wird, „wie die Leute dort eigentlich leben“ – erzeugt für das ganze Land ein beinahe instinktives Gefühl des Mangels an Sicherheit. In Moskau darf es per Definition „so etwas“ nicht geben. Wenn „so etwas“ geschieht, ist das das erste Symptom einer Krankheit des ganzen Landes, die Demonstration dessen, dass man nirgendwo in Russland mehr sicher leben kann.

Putin versteht das sehr gut. Um seinen Einfluss auszubauen und die Macht zu übernehmen, nutzten die Tschekisten den Krieg im Kaukasus – und ihr eigentliches Mandat zur „Wiederherstellung der Ordnung“ erhielten sie gerade vor dem Hintergrund der Explosionen von Wohnhäusern in denselben Moskauer Schlafvierteln, im „kollektiven Kapotnja“. Und nach der Geiselnahme im Theaterzentrum an der Dubrowka konnte Putin im Kaukasus wie auch mit der eigenen Bevölkerung (übrigens vor allem mit der nichtmoskowitischen) praktisch alles tun, was er wollte. Jede Gefahr, jede Eskalation nutzte er stets zur Stärkung des Autoritarismus und für den „sanften Übergang“ zum Totalitarismus. Das wirksamste Instrument dafür war letztlich nicht einmal der Tschetschenienkrieg, sondern gerade der Krieg gegen die Ukraine.

Das Paradoxe an der Situation besteht jedoch darin, dass Putin damals, 1999, als in den gottvergessenen Moskauer Stadtteilen Petschatniki und an der Kaschirskoje Schosse Wohnhäuser in die Luft flogen, sowohl ein Gefühl des Mangels an Sicherheit erzeugen als auch demonstrieren konnte, dass die gewünschte Stabilität zurückkehrt – man müsse sich nur den starken Händen der Schüler des „Eisernen Felix“ anvertrauen. Jetzt öffnet jedoch nicht mehr er selbst diesen Hahn. Was kann er diesen Angriffen entgegensetzen? Kein Schlag gegen Kyiv oder Odesa, keine Einnahme einer weiteren Stadt im Donbas wird den Moskauer Bewohnern – und damit allen Russen, die traditionell auf Moskau blicken – das Gefühl der Sicherheit für den morgigen Tag zurückgeben. Es stellt sich heraus, dass Putin ihnen im Jahr 2000 dieses Sicherheitsgefühl schenkte, das die Tschekisten zuvor selbst zerstört hatten, und es ihnen im Jahr 2026 wieder genommen hat.

Mit seiner Manie, Fallen zu konstruieren, ist Putin nun in eine weitere Falle geraten – diesmal für sich selbst. Er will den russisch-ukrainischen Krieg nicht beenden, weil er den endgültigen Zusammenbruch seines imperialen Projekts fürchten könnte – ganz zu schweigen von der Rückkehr einer fast millionenstarken Söldnerarmee von der Front, gegen deren Gewaltexzessen selbst seine Sicherheitskräfte womöglich nichts entgegensetzen könnten. Zugleich kann er den Krieg nicht lange fortsetzen, weil die weiteren Angriffe auf Moskau – vor allem auf Moskau natürlich – das gesamte Image der russischen Diktatur und ihrer Sicherheitsgarantien gegenüber der Gesellschaft zerstören werden. Es stellt sich heraus, dass Putin in jedem denkbaren Szenario sich selbst auffrisst.

Und damit kehren wir zur ewigen russischen Maßlosigkeit zurück, zur Unfähigkeit, rechtzeitig aufzuhören. Die Stärke einer Großmacht liegt in Wahrheit nicht in der Anwendung von Gewalt, sondern in der Perspektive ihrer Anwendung. Dann bleibt das Gefühl bestehen, dass etwas Unwiderrufliches geschehen könnte, wenn Goliath einmal ausholen würde. Doch selbst wenn Gewalt angewandt wird und das gewünschte Ergebnis nicht schnell erreicht wird, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Krieg zu beenden. Dann bleibt die Illusion erhalten, dass in Wirklichkeit noch gar nicht alle Kräfte und Ressourcen eingesetzt wurden, dass dies lediglich eine Blitzoperation gewesen sei und man den wahren Goliath mit all seinen Möglichkeiten erst gesehen hätte, wenn ein echter langer Krieg begonnen hätte. Und selbst wenn man länger weitermacht und nichts erreicht, kann man immer noch eine Pause einlegen, um zumindest nicht das Prestige, dann wenigstens die wirtschaftlichen Perspektiven zu bewahren (genau das hat letztlich Donald Trump gegenüber dem Iran getan).

Putin hat weder das Erste noch das Zweite noch das Dritte getan. Er griff an, er hielt nach dem Scheitern des Blitzkriegs nicht an, er hielt nicht einmal an, als klar wurde, dass der Krieg seine Wirtschaft nach und nach zerstört und auffrisst. Er hat die Angriffe auf Moskau abgewartet – und beruhigt sich trotzdem nicht. Er glaubt übermäßig stark nicht einmal an seine eigenen Entscheidungen, sondern an die Zeit selbst. Er glaubt, dass man eine unterworfene Ukraine und ein „wahres“ Russisches Imperium sehen kann, wenn man nur viele Jahre lang stumpf mit dem Kopf gegen die Wand schlägt.

Das kann man. Aber nur im eigenen Kopf, der nach so vielen wahnsinnigen Schlägen beginnt, seine eigene Musik zu spielen. In der Realität gibt es eine ausgebrannte Raffinerie bei Moskau, Angriffe auf Russland, eine beinahe abgeschnittene Krim und Truppen, die im fünften Kriegsjahr weiterhin im Donbas kämpfen. Und selbst wenn man sich vorstellt, dass ihm die Ressourcen und Möglichkeiten noch lange reichen werden, weiter mit dem Kopf gegen die Wand zu schlagen – etwas anderes als genau diese Schläge wird es einfach nicht mehr geben.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: П’яний Голіаф. Віталій Портников. 21.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 21.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Moskau brennt nach Drohnenangriffen | Vitaly Portnikov. 18.06.2026.

Die Außenbezirke Moskaus erwachten heute durch einen weiteren massiven Angriff ukrainischer Drohnen. Ziel war die Ölraffinerie in Kapotnja, die bereits vor einigen Tagen von ukrainischen unbemannten Fluggeräten angegriffen worden war. Erneut sah die russische Hauptstadt einen Brand über dieser Raffinerie, die schon vor diesem Angriff gezwungen gewesen war, ihren Betrieb zeitweise einzustellen.

Damit setzt die Ukraine ihren Plan fort, die Möglichkeiten des Energiesektors der Russischen Föderation einzuschränken und in Russland eine echte Treibstoffkrise herbeizuführen.

Dabei sollte man daran erinnern, dass es sich nicht einfach um Treibstoff handelt, der für die Bedürfnisse der russischen Bevölkerung und der russischen Wirtschaft verwendet wird. Es handelt sich vor allem um Treibstoff für die russische Armee, die ihre Besatzung ukrainischer Gebiete und ihre Offensive im Gebiet Donezk fortsetzt. Und natürlich verringert jeder solche Schlag gegen den Energiekomplex der Russischen Föderation diese Möglichkeiten.

Bereits nach dem ersten Angriff auf die Raffinerie in Kapotnja in den vergangenen Wochen sagte ich, dass Präsident Putin zwischen zwei Optionen wählen müsse: Entweder Ölprodukte aus anderen Regionen der Russischen Föderation abzuziehen, damit die Einwohner Moskaus die Folgen der Angriffe auf die lokale Raffinerie nicht spüren, oder Beschränkungen für den Verkauf von Benzin und Diesel an Moskauer Tankstellen einzuführen, so wie dies bereits in anderen Regionen Russlands geschehen ist.

Wie zu erwarten war, entschied sich Putin für die Befriedigung der Bedürfnisse Moskaus. Daher wurden an den Tankstellen der russischen Hauptstadt keine Beschränkungen eingeführt, obwohl die Kraftstoffpreise dort bereits zu steigen begannen.

Dass die russische Führung unter allen Umständen gerade die Interessen Moskaus bevorzugt, ist ein weiteres Zeichen jener Krise, die früher oder später in der Russischen Föderation durch den Gegensatz zwischen den Interessen Moskaus und denen der übrigen russischen Regionen entstehen wird. Denn bekanntlich begannen die Probleme jedes russischen Regimes genau in solchen Krisen, wenn sich alle in Russland davon überzeugten, dass Moskau das Wichtigste sei und die Regionen lediglich ein Anhängsel Moskaus.

Nach dem neuen Angriff auf die Raffinerie in Kapotnja stellt sich die Frage, ob die russische Führung diese Taktik weiterhin aufrechterhalten kann. Während es in den meisten Regionen der Russischen Föderation bereits Probleme mit Treibstoff gibt und an Tankstellen Beschränkungen eingeführt werden, beschränkt sich das Problem in Moskau bislang auf steigende Preise, ohne dass dort irgendwelche Verkaufsbeschränkungen notwendig wurden.

Nach diesem neuen Angriff könnte es jedoch schlicht an Benzin in Moskau fehlen. Die Logistik der Treibstofflieferungen zu den Tankstellen der Hauptstadt könnte in dieser kritischen Situation derart schwierig werden, dass man sich doch zumindest auf vorübergehende Verkaufsbeschränkungen einlassen muss – was natürlich ein ernstes Problem für die russische Führung darstellen würde.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass dies vor dem Hintergrund der Unterzeichnung eines Memorandums zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geschieht. Dadurch entsteht die reale Möglichkeit, dass die Vereinigten Staaten die Lizenz nicht verlängern werden, die es den Staaten des Globalen Südens, insbesondere Indien, erlaubt hatte, russisches Öl zu kaufen, ohne das Risiko amerikanischer Sanktionen eingehen zu müssen.

Russland hat in den vergangenen Monaten die Folgen des amerikanisch-iranischen Krieges voll ausgenutzt und seinen Staatshaushalt mit Dutzenden Milliarden Dollar aufgefüllt, die für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges benötigt werden.

Darüber hinaus führten die ukrainischen Angriffe auf die russischen Raffinerien zu einem erheblichen Anstieg der russischen Ölexporte in die Länder des Globalen Südens. Dieses Öl konnte auf den russischen Raffinerien nicht mehr verarbeitet werden, wohl aber exportiert werden, wodurch Russland Dollar einnahm, mit denen anschließend Erdölprodukte im Ausland gekauft werden konnten.

Doch diese Möglichkeiten könnten nun eingeschränkt werden, weil die Russische Föderation gezwungen sein wird, ihr Öl illegal zu verkaufen.

Zwar kennen wir die beträchtlichen Möglichkeiten der russischen Schattenflotte und auch die Bereitschaft der Länder des Globalen Südens, sich an Grauzonen-Geschäften beim Kauf billigen russischen Öls zu beteiligen.

  • Aber erstens bleibt ein Graumarkt ein illegaler Markt, der nicht dieselben gewaltigen Verkaufsvolumina ermöglicht, die Russland in den vergangenen Monaten erzielen konnte.
  • Und zweitens – und das ist ebenfalls ein ernstes Problem für Moskau – wird der Preis für dieses Öl deutlich niedriger sein, denn wir werden nun alle einen erheblichen Rückgang der Ölpreise auf dem Weltmarkt beobachten.

Sollten die ukrainischen Angriffe auf die Raffinerien der Russischen Föderation in den kommenden Wochen und Monaten erfolgreich bleiben, könnte dies zum Vorboten einer schweren Energiekrise in Russland werden und zu ernsthaften Problemen für die russischen Streitkräfte führen, vergleichbar mit den Schwierigkeiten, die die russische Armee nach dem Verlust des Zugangs zu Starlink erlebte.

Dadurch könnte die Offensive der russischen Armee auf ukrainischem Boden verlangsamt werden, und die russische Führung würde mit realen Problemen bei der Logistik der Treibstoffversorgung der Streitkräfte der Russischen Föderation konfrontiert sein – zusätzlich zu den Schwierigkeiten für die russische Wirtschaft.

All dies schafft die Voraussetzungen für eben jene Krise, die in Zukunft reale Möglichkeiten für einen Verhandlungsprozess über die Beendigung oder zumindest Aussetzung des Krieges an der russisch-ukrainischen Front schaffen könnte.

Mit anderen Worten: Es könnte genau jenes Ergebnis erreicht werden, für das sich die ukrainische Führung bereits seit mehreren Monaten einsetzt.

Wie wir sehen, werden diese Vorschläge im Kreml bislang nicht ernst genommen.

Nicht ernst genommen werden sie gerade deshalb, weil es bislang noch Benzin gibt.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Москва палає від дронів | Віталій Портников. 18.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Drohnen trafen die Moskauer Raffinerie | Vitaly Portnikov. 16.06.2026.

Am Morgen sehen die Moskauer Rauchsäulen über der wichtigsten Ölraffinerie der russischen Hauptstadt. Obwohl Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin meldet, man habe den Angriff ukrainischer Drohnen abwehren können, überzeugen eben diese Rauchsäulen die Moskauer davon, dass man von diesem Anblick nichts Gutes erwarten sollte, denn die Moskauer Ölraffinerie deckte ungefähr 35 % des Treibstoffbedarfs der russischen Hauptstadt.

Tatsächlich ermöglichten ihre Kapazitäten Moskau, bis zu 50 % seines Benzins und Dieselkraftstoffs zu beziehen. Ganz zu schweigen von den Produkten, die auf den Baustellen der russischen Hauptstadt verwendet wurden – offensichtlich entsprechend allen russischen Regeln des Lebens in einer Stadt, die schneller wächst als jede andere Ortschaft Russlands. Denn bekanntlich wollen in Russland alle, wenn schon nicht in Moskau leben, so doch zumindest dort eine Wohnung besitzen.

Und übrigens ist nicht der letzte Grund dafür die Sicherheit in der russischen Hauptstadt vor dem Hintergrund des Krieges, den Putin gegen die Ukraine begonnen hat. Es geht auch um Sicherheit im Sinne der Konzentration von Luftverteidigungskräften.

Und nun könnte eine durchaus berechtigte Frage entstehen: Warum gelingt es dieser Luftverteidigung nicht, die Sicherheit einer Ölraffinerie zu gewährleisten, die für die Bedürfnisse Moskaus so wichtig ist und sich nur 15 Kilometer vom Kreml und anderen sogenannten Entscheidungszentren der russischen Hauptstadt entfernt befindet? 

Wenn heute Drohnen den Betrieb einer Raffinerie ohne besondere Hindernisse lahmlegen konnten, bedeutet das dann nicht, dass morgen auf dieselbe Weise die Arbeit des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation oder des Generalstabs der russischen Streitkräfte, dieser offensichtlichen terroristischen Organisationen, gestoppt werden könnte?

Doch offensichtlich sorgen sich die Moskauer nicht sonderlich um das Verteidigungsministerium oder den Generalstab. Wenn sie Rauchsäulen über den Gebäuden dieser beiden kriminellen Organisationen sehen würden, würde die Mehrheit dies nicht einmal bemerken. Wenn man jedoch keine Möglichkeit mehr hat zu tanken, wird das zu einem ernsthaften Problem sowohl für das alltägliche Leben in Moskau als auch für die Moskauer Wirtschaft.

Wir verstehen, wie die russische Führung handeln wird. Für Putin ist es wichtig, dass man in Moskau keine Treibstoffkrise bemerkt, die für viele Regionen der Russischen Föderation bereits zur Alltäglichkeit wird. Und dabei geht es natürlich nicht nur um die besetzte Krim, auf der die Urlaubssaison aufgrund ihrer Isolierung vom eigentlichen russischen Territorium faktisch abgesagt wurde. Es geht zum Beispiel auch um die Republik Tatarstan, die zu den Geberregionen der Russischen Föderation und zu den wichtigsten Produzenten von Erdölprodukten für ganz Russland gehört.

Doch Tatarstan ist weit weg. Die Krim kümmert in Russland absolut niemanden und wird trotz aller Berichte der offiziellen Propaganda ohnehin nicht als echtes Russland wahrgenommen. Aber Moskau, Moskau ist eine ernste Angelegenheit – sowohl für die Bewohner der russischen Hauptstadt selbst als auch für alle, die hoffen, eines Tages dort zu leben. Wenn es in Moskau keine Sicherheit gibt, dann gibt es sie nirgendwo im Land Putins.

Der russische Präsident steht vor einer Entscheidung. Man kann natürlich Treibstoff, Diesel und andere Produkte aus anderen Regionen der Russischen Föderation abziehen und so die Voraussetzungen für eine weitere Treibstoffkrise in Russland schaffen. Und meiner Meinung nach wird genau diese Entscheidung getroffen werden, um die Moskauer nicht zu beunruhigen. Man könnte aber auch beginnen, auf den Tankstellen Moskaus Treibstoffmarken einzuführen und damit den Bewohnern der russischen Hauptstadt zeigen, dass der Krieg bereits in ihre Häuser gekommen ist und sich dort für lange Jahre der russisch-ukrainischen Konfrontation niederlassen wird.

Ihr wolltet imperiale Größe? Nun gut, dann bekommt ihr die 2020er- und 2030er-Jahre, in denen eure Autos auf eine Regelung der Situation zwischen Russland und der Ukraine in Garagen warten werden, die sich für euch zugleich in Luftschutzbunker verwandeln. Denn das sind die Realitäten eines endlosen Krieges gegen einen Nachbarstaat.

Wie wird Putins Entscheidung ausfallen? Wird sie traditionell sein, sodass Moskau verschont bleibt und alle Probleme auf die russische Provinz abgewälzt werden? Oder wird beschlossen werden, dem übrigen Russland zu zeigen, dass es auf der Welt doch noch Gerechtigkeit gibt und auch die Moskauer bereit sind, gemeinsam mit der übrigen Bevölkerung unter den Problemen dieses für das Putin-Regime so wichtigen Krieges zu leiden?

Das wird die Antwort auf die Frage sein, nach welchem Plan sich der russisch-ukrainische Krieg in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen wird. Denn wir verstehen immer, dass die Wahl der Gerechtigkeit die gefährlichste Wahl für jede russische Führung ist.

Ruhe in Moskau bedeutet die Möglichkeit, jegliche Maßnahmen sowohl auf außenpolitischer als auch auf innenpolitischer Ebene fortzusetzen, ohne um die Stabilität fürchten zu müssen. Hauptsache, die Moskauer fühlen sich wohl. Hauptsache, die russische Provinz weiß, dass man alle Probleme, die mit Wirtschaft, Krieg und anderen Missständen zusammenhängen, die aus den unprofessionellen Handlungen der aggressiven Tschekistenherrschaft resultieren, hinter sich lässt, sobald man nach Moskau zieht.

Doch andererseits gibt es bei dieser Entscheidung, die der russische Präsident und sein engstes Umfeld bereits heute treffen müssen, noch ein weiteres großes Problem. Diese Entscheidung hängt mit den Unzulänglichkeiten der Luftverteidigungssysteme in der russischen Hauptstadt zusammen.

Denn es ist offensichtlich, dass ganz Russland und auch Moskau sehen, dass Treffer gegen die wichtigsten strategischen Objekte der russischen Hauptstadt möglich sind, dass Moskau genauso brennen kann wie jede andere Stadt auf dem Gebiet der Russischen Föderation, dass Moskau und Krieg für die Bewohner der russischen Hauptstadt nun für viele Jahre der Konfrontation zu Synonymen werden können. Und das hat bekanntlich eine lähmende Wirkung auf das gesamte übrige Russland.

An Putins Stelle würde ich daher ernsthaft darüber nachdenken, dass er praktisch keine gute Wahl mehr hat. Aber ich befinde mich nicht an der Stelle eines Fanatikers, der bereit ist, so lange Krieg zu führen, wie ihm Kräfte und Ressourcen reichen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Дрони вдарили по Московському НПЗ |
Віталій Портников. 16.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 16.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Maskva

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Doch man erzählt ihnen immer noch,
es sei nur ein kleiner Brand gewesen, doch.
Und wieder läuft im Staats-TV
ein dummes Gerede, ach herrje.

Bewahrt euch euren Optimismus,
denn darin steckt ein Symbolismus.
Die eine Maskva sank hinab,
die andre folgt ihr bald ins Grab.

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Was gut ausgeht, ist am Ende gut,
lasst brennen, was längst keiner brauchen tut.
Bewahrt euch euren Optimismus,
denn darin steckt ein Symbolismus.
Und denk an das Sprichwort dabei sogleich:
„Brennt das Haus, dann brennt der Schuppen gleich!“

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
А їм розказують про те
Що там просто був пожар
І знов на їхньому рос.тв
Ой, розвели дурний базар
Та зберігайте оптимізм
Бо тут є певний символізм
Одна Москва пішла на дно
І друга піде заодно
Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
Все добре те, що закінчується добре
Нехай собі горить старий непотріб
І зберігайте оптимізм, бо тут є певний символізм
Іще прислів'я пригадай – "згоріла хата, гори й сарай!"
Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
Все – поплакали й забули

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Maskva
Autor: Дмитро Осичнюк
Musikgruppe: SPIV BRATIV
Veröffentlichung / Entstehung: 2022
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Lied-Sammlung
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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Der bislang größte Angriff auf Moskau | Vitaly Portnikov. 17.05.2026.

Der bislang größte Drohnenangriff auf Moskau und die Umgebung während des gesamten großangelegten Krieges zwischen Russland und der Ukraine hat bereits zu zahlreichen Bränden auf dem Gelände von Infrastrukturobjekten sowie zur zeitweisen Einstellung des Betriebs der Flughäfen der Moskauer Agglomeration geführt. Telegram-Kanäle berichten über Tote und Verletzte infolge von Drohneneinschlägen in Wohnhäusern in der Moskauer Region und in Moskau selbst.

Damit wurde erneut demonstriert, dass der Luftraum der russischen Hauptstadt ebenso durch Angriffe der Ukraine gefährdet ist wie der Luftraum jeder anderen russischen Region. Man kann sagen, dass der heutige großangelegte Angriff auf die russische Hauptstadt bewiesen hat, dass – wenn die Streitkräfte der Ukraine es gewollt hätten – am für den russischen Präsidenten sakralen 9. Mai in Moskau schlicht keine Parade stattgefunden hätte oder die Teilnehmer dieser Parade gezwungen gewesen wären, sich während der Angriffe ukrainischer Drohnen in Schutzräumen zu verstecken.

Dies verändert – ebenso wie andere Angriffe ukrainischer Drohnen und Raketen auf das Territorium der Russischen Föderation – den Charakter des Krieges und zeigt uns, wie sich der Krieg in der kommenden Zeit entwickeln könnte. Ukrainische Drohnen können Infrastrukturobjekte russischer Städte, darunter Moskau und Städte der Moskauer Region, ebenso treffen wie russische Drohnen und Raketen Infrastrukturobjekte der Ukraine treffen. Wie man sagt: Dieses Spiel können jetzt beide Seiten spielen.

Und genauso wie die Ukrainer im kommenden Winter ohne Heizung und Strom bleiben könnten, könnten auch die Bewohner der russischen Hauptstadt und anderer Städte der Russischen Föderation ohne Heizung und Strom bleiben. Wir werden Zeugen und Opfer einer großangelegten Infrastrukturkatastrophe von Uschhorod bis Jekaterinburg sein.

Das sind tatsächlich neue Realitäten eines großen Krieges im Raum der ehemaligen Sowjetunion. Realitäten, mit denen nun auch die russische politische Führung rechnen muss. Und dabei geht es natürlich nicht um die Stimmung der Bevölkerung, denn Politiker wie Putin ignorieren in der Regel die Stimmung ihrer Mitbürger. Der russische Präsident könnte sogar glauben, dass ukrainische Schläge gegen Moskau bei seinen Landsleuten ein Gefühl des Sicherheitsmangels erzeugen, neue Jahre eines zermürbenden russisch-ukrainischen Krieges rechtfertigen und die Möglichkeiten der Mobilisierung unter den Bürgern der Russischen Föderation verbessern könnten. 

Doch der Ressourcenmangel macht diese ehrgeizigen Pläne des russischen Präsidenten, der auf einen jahrelangen Krieg zur Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer ausgerichtet ist, zu einer Fantasie.

Wenn die Schläge der ukrainischen Streitkräfte effektiv bleiben – und sie fanden heute nicht nur gegen Moskau statt, sondern auch gegen andere Regionen der Russischen Föderation sowie gegen die besetzten Gebiete der Ukraine –, entstehen zahlreiche Infrastrukturprobleme für die russische Armee und den militärisch-industriellen Komplex Russlands. 

Putin wird zumindest über eine Aussetzung des Krieges nachdenken müssen, um Ressourcen für neue Schläge gegen die Ukraine in den Jahren nach einem Waffenstillstand wiederherzustellen. Und hier könnten sich, wie wir verstehen, alle Berechnungen als vergeblich erweisen, denn die Ukraine hätte die Chance, sich würdig auf solche neuen Angriffe und Überfälle vorzubereiten und das Land in eine echte Festung des 21. Jahrhunderts zu verwandeln.

Man kann also klar sagen, dass der massive Angriff auf Moskau eine weitere Erinnerung daran ist, wie sich der großangelegte russisch-ukrainische Krieg in den ersten vier Jahren des Kampfes zwischen Russland und der Ukraine verändert hat und wie er sich in den kommenden schwierigen Jahren unseres Kampfes weiter verändern wird. Dass nun nicht mehr ausschließlich die Ukraine Ziel von Angriffen sein wird, dass nun nicht mehr ausschließlich die Ukraine Ziel von Angriffen sein wird, wie man es sich im Kreml noch im inzwischen weit zurückliegenden Februar 2022 vorgestellt hatte. Dass nun in der nächsten Phase des Krieges auch das Territorium der Russischen Föderation unter Beschuss stehen wird.

Und wenn wir über das Territorium der Russischen Föderation sprechen, dann kann auch Moskau – dessen Sicherheit für jede russische Führung stets ebenso sakral war wie die Durchführung der Paraden am 9. Mai – Ziel ukrainischer Drohnen und möglicherweise auch Raketen werden. Und vor dem Hintergrund russischer Pläne für Angriffe auf sogenannte Entscheidungszentren und zur Liquidierung der ukrainischen politischen und militärischen Führung könnte als Antwort auch ein Schlag gegen Entscheidungszentren in der Russischen Föderation geführt werden.

Erinnern Sie sich daran, wie sich der russische Präsident bei seinem amerikanischen Kollegen über einen möglichen Angriff ukrainischer Drohnen auf seine Residenz in Waldai beklagte? Damals war Donald Trump unzufrieden darüber, dass die Ukraine die Ruhe seines russischen Kollegen hätte stören können. Doch wie wir sehen, hat sich die Situation seitdem verändert – nicht einmal aus Sicht von Trumps Verhältnis zu Putin, sondern aus Sicht des geopolitischen Gewichts des amerikanischen Präsidenten selbst, der während seiner Reise nach Peking wie ein Juniorpartner des Vorsitzenden der Volksrepublik China wirkte und nicht versteht, wie er aus der großangelegten Energie- und Wirtschaftskatastrophe herauskommen soll, die mit der inkompetenten Vorbereitung des Krieges gegen die Islamische Republik Iran verbunden ist.

Somit könnte – wenn in Moskau weiterhin der Wunsch besteht, Kyiv anzugreifen und nach Möglichkeiten zur Liquidierung ukrainischer Politiker und Militärs zu suchen – in Kyiv genau eine solche Möglichkeit gegenüber der russischen politischen Führung entstehen sowie gegenüber der Sicherheit des Kriegsministeriums der Russischen Föderation oder anderer Zentren, in denen Entscheidungen über die Tötung ukrainischer Zivilisten getroffen werden.

Und darüber werden nach diesem massiven Angriff auf Moskau sowohl der Präsident der Russischen Föderation als auch sein engstes Umfeld nachdenken müssen: ob es sich wirklich lohnt zu glauben, dass der Zermürbungskrieg in den kommenden Jahren ausschließlich ein einseitiger Krieg bleiben wird – so, wie sie ihn zu Beginn der großangelegten Invasion russischer Truppen auf unser Land sowie zu Beginn der Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte und Siedlungen geplant hatten.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Наймасштабніша атака на Москву I
Віталій Портников. 17.05.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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