Siehst du, Bruder mein/ Видиш, брате мій

Siehst du, Bruder mein,
mein Gefährte treu,
wie die Kraniche als graues
Band ziehn in die Fern’.

Refrain:
Rufen: „Kru! Kru! Kru!“
In der Fremde sterb ich früh.
Eh das weite Meer ich quere,
reib die Flügel wund,
reib die Flügel wund.

Vor den Augen bebt
endlos weit der Weg,
schwindet, schwindet in den blauen
Wolken ihre Spur hinweg.

Refrain:
Rufen: „Kru! Kru! Kru!“
In der Fremde sterb ich früh.
Eh das weite Meer ich quere,
reib die Flügel wund,
reib die Flügel wund.

1912


Видиш, брате мій,
Товаришу мій,
Відлітають сірим шнуром
Журавлі у вирій.

Приспів:
Кличуть: кру! кру! кру!
В чужині умру,
Заки море перелечу,
Крилонька зітру,
Крилонька зітру.

Мерехтить в очах
Безконечний шлях,
Гине, гине в синіх хмарах
Слід по журавлях.

Приспів:
Кличуть: кру! кру! кру!
В чужині умру,
Заки море перелечу,
Крилонька зітру,
Крилонька зітру.

1912


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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Видиш, брате мій
Autoren: Text: Bohdan Lepky
Musik: Lewko Lepky

Entstehung: 1912
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Lied-Sammlung
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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Trinket, Brüder, trinket aus (Historischer Festgesang aus dem 17. Jahrhundert)/  Пийте, браття, попийте (Старовинний банкетний кант, ХVIIст.)

Trinket, Brüder, trinket aus,
Schüttet nichts zur Erd hinaus! | (2)

Trinkt euch alle froh und frei,
Dass kein Starrsinn bei euch sei.
Freut euch, tanzt und singet heut,
Einer sei des andern Freud!

Trinket, Brüder, trinket aus,
Schüttet nichts zur Erd hinaus! | (2)

Lasst uns keinen Kummer tragen,
Lasst nach frischem Biere fragen! | (2)

Haben tüchtig wir getrunken,
Ziehn wir heim, gar wohl betrunken.
Mag der Schädel morgen dröhnen,
Wird das Bett uns schön verwöhnen.

Trinket, Brüder, trinket aus,
Schüttet nichts zur Erd hinaus! | (2)

Wenn vom Rausch wir auferstehen,
Wieder nach den Gläsern sehen, | (2)

Nehmen wieder’s Glas zur Hand,
Trinken auf ein langes Leben:

Viele Jahre, viele Jahre,
Viele Jahre lang!

Viele, viele, viele Jahre,
Viele, viele lang!

Schenk uns, o Herr,
Gib uns, o Herr,
Viele Jahre lang!

Trinket, Brüder, trinket aus,
Schüttet nichts zur Erd hinaus! | (2)

Ist das dritte Glas geleert,
Rufen wir, dass jeder’s hört:

Viele Jahre, viele Jahre,
Viele Jahre lang!

Viele, viele, viele Jahre,
Viele, viele lang!

Пийте, браття, попийте,
А на землю не лийте. | (2)

Напийтеся всі п'яні,
Не будете упрямі,
Веселітесь, пляшіте,
Друг друга потішіте.

Пийте, браття, попийте,
А на землю не лийте. | (2)

Ні о чім нам тужити,
Пива велим налити. | (2)

Отпивши як гораздо,
Пойдем потом всі разно,
Болить голова больно,
В постелі лежать вольно.

Пийте, браття, попийте,
А на землю не лийте. | (2)

З похмілля як воставши,
Ті ж чарки в руки взявши, | (2)

Другую ту як вип'єм,
Всі "многа літа" крикнем!

Многая літа, многая літа,
Многая літа!

Многая, многая, многая,
Многая, многая літа!

Сотвори, Господи,
Даруй нам, Господи,
Многая літа!

Пийте, браття, попийте,
А на землю не лийте. | (2)

І третю ту як вип'єм,
Всі "многа літа" крикнем!

Многая літа, многая літа,
Многая літа!

Многая, многая, многая,
Многая, многая літа!

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Пийте, браття, попийте (Старовинний банкетний кант, ХVIIст.)
Autor: unbekannt
Entstehung: 17 Jahrhundert
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Lied-Sammlung
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Steh auf, mein Volk, steh auf!/ Повстань, повстань, народе мій!

Schon naht der Tag der Volksvergeltung,
die Stunde der Gericht’.
Es gibt auf Erden keine Macht,
die unsern Willen bricht!

Refrain:
Steh auf!
Steh auf, mein Volk, steh auf!
Greif zu den Waffen, schnell!
Der Volkskrieg zieht durchs ganze Land,
der heil’ge Kampf lodert hell!
Steh auf!
Steh auf, mein Volk, steh auf!
Greif zu den Waffen, schnell!
Den Okkupanten unterm Fuß
brenn unsre Erde hell!

Wir ziehn zum Kampf mit unserm Feind,
mit seinen wilden Scharen.
Wir glauben fest, wir werden bald
das Land von ihnen befreien

Refrain:
Steh auf!
Steh auf, mein Volk, steh auf!
Greif zu den Waffen, schnell!
Der Volkskrieg zieht durchs ganze Land,
der heil’ge Kampf lodert hell!
Steh auf!
Steh auf, mein Volk, steh auf!
Greif zu den Waffen, schnell!
Den Okkupanten unterm Fuß
brenn unsre Erde hell!

Nicht Knechtschaft, Fron und Sklaverei,
nicht Reiches Kerkerloch!
Wir kämpfen gegen Kremlmacht,
gegen Moskaus Joch!

Refrain:
Steh auf!
Steh auf, mein Volk, steh auf!
Greif zu den Waffen, schnell!
Der Volkskrieg zieht durchs ganze Land,
der heil’ge Kampf lodert hell!
Steh auf!
Steh auf, mein Volk, steh auf!
Greif zu den Waffen, schnell!
Den Okkupanten unterm Fuß
brenn unsre Erde hell!

1919


Вже день і йде народної
Розплати кари час.
Немає сили жодної,
Щоб стримувала нас!

Приспів:
Повстань!
Повстань, народе мій!
Берись за зброю вмить!
Іде війна народная,
Священний бій кипить!
Повстань!
Повстань, народе мій!
Берись за зброю вмить!
Нехай під окупантами
Завжди земля горить!

Ми йдемо в бій із ворогом —
Полками орд чудних.
Ми віримо, що зможемо
Звільнити край від них!

Приспів.

Не нам неволя й панщина
Й імперськая тюрма!
Б'ємось проти кремлівського
Московського ярма!

Приспів.

1919


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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Повстань, повстань, народе мій!
Autor: Volkslied
Entstehung: 1919
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Lied-Sammlung
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Mach mich, o Gott, zu ätzendem Regen. Bogdan Andruch.

Зроби мене, боже, кислотним дощем

Mach mich, o Gott, zu ätzendem Regen,
Zu glutroter, brodelnder Lava.
Lass sie in Flammen zugrunde gehn,
Mach mich zur vernichtenden Rache.

Kleid mich in Schwarz, mach mich selbst zum Tod,
Lass mich von der Kette wie Baal.
Lass, Gott, mich vierteilen, was aufrecht noch steht,
Was nicht mir zu Füßen schon fiel.

Mach mich zum wilden Erbeben der Erde –
Dann kehrt in die Welt Harmonie.
Lass mich im Frühling zur Sturzflut werden –
Und Moskowien wird Grund unter mir.

2026


Зроби мене, боже, кислотним дощем,
Багрянокипілою лавою.
Дозволь мені, боже, спалити їх вщент
І стати лихою розправою.

Вбери мене в чорне, зроби з мене смерть,
Спусти з ланцюга, мов Баала.
Дозволь мені, боже, ділити на чверть
Усе, що під ноги не впало.

Зроби мене диким тремтінням землі-
І в світ повернеться гармонія.
Пусти мене в повінь на ранній весні,
І дном моїм стане московія.

2026


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Art der Quelle: Gedicht
Titel des Originals: Зроби мене, боже, кислотним дощем
Autor: Богдан Андрух
Veröffentlichung: 2026
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Im Herbstgarten blüh’n weiße Astern / В саду осіннім айстри білі.

Im Herbstgarten blüh’n weiße Astern,
Sie neigen still ihr Haupt im Wind.
In meinem Herzen schwindet Hoffnung –. |
Weil ich für dich die Fremde bin. | (2)

Ich war kaum siebzehn junge Jahre,
Als rings die Gärten blühend stand’n.
Von Liebe wusste ich noch gar nichts, |
Mit meinen Schwestern lebt’ ich dann. | (2)

Als ich die weißen Astern pflanzte,
Halfst du mir still beim Gießen zu.
Seit jener Zeit träum ich von Liebe, |
Seit jener Zeit verlor ich Ruh’. | (2)

Als du am Garten still vorbeigingst,
Verlor ich mich in deinem Blick.
Ich stand noch lang unter der Weide, |
Bis Abendnebel langsam wich. | (2)

Und sterb ich einst an meiner Liebe,
Dann bettet mich ins grüne Gras.
Pflückst du dereinst die weiße Aster,|
Denk an die, die dich geliebt hat. | (2)

В саду осіннім айстри білі
Схилили голови в журбі...
В моєму серці гаснуть сили: |
Чужою стала я тобі... | (2)

Мені сімнадцятий минало
Весною, як сади цвіли,
Я про кохання ще й не знала, |
Ми тихо з сестрами жили... | (2)

Як я садила айстри білі,
То ти поміг мені полить...
З тих пір я мрію про кохання, |
З тих пір душа моя болить... | (2)

Як ти проходив мимо двору,
Я задивилась на твій стан,
Стояла довго під вербою, |
Поки вечірній спав туман... | (2)

Коли умру я від кохання,
То поховайте серед трав,
А ти, зірвавши айстру білу, |
Згадаєш, хто тебе кохав... | (2)

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: В саду осіннім айстри білі.
Autor: Volkslied
Entstehung: 19 Jahrhundert
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Volkslied-Sammlung
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Maskva

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Doch man erzählt ihnen immer noch,
es sei nur ein kleiner Brand gewesen, doch.
Und wieder läuft im Staats-TV
ein dummes Gerede, ach herrje.

Bewahrt euch euren Optimismus,
denn darin steckt ein Symbolismus.
Die eine Maskva sank hinab,
die andre folgt ihr bald ins Grab.

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Was gut ausgeht, ist am Ende gut,
lasst brennen, was längst keiner brauchen tut.
Bewahrt euch euren Optimismus,
denn darin steckt ein Symbolismus.
Und denk an das Sprichwort dabei sogleich:
„Brennt das Haus, dann brennt der Schuppen gleich!“

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
А їм розказують про те
Що там просто був пожар
І знов на їхньому рос.тв
Ой, розвели дурний базар
Та зберігайте оптимізм
Бо тут є певний символізм
Одна Москва пішла на дно
І друга піде заодно
Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
Все добре те, що закінчується добре
Нехай собі горить старий непотріб
І зберігайте оптимізм, бо тут є певний символізм
Іще прислів'я пригадай – "згоріла хата, гори й сарай!"
Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
Все – поплакали й забули

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Maskva
Autor: Дмитро Осичнюк
Musikgruppe: SPIV BRATIV
Veröffentlichung / Entstehung: 2022
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Lied-Sammlung
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Papa/ Тату.

Schon die Störche vom Neste
Sind weit in den Süden gezogen,
Und die Mutter sitzt traurig
Noch immer am Fenster allein…
Ich erinnere mich noch,
Als du, Vater, die Uniform anzogst,
Du versprachst mir: „Ich komme zurück,
Wenn im Garten blüht der Mai.“

Refrain:
Papa, Papa, mein Papa,
Wie gern würd ich dich wieder umarmen!
In deinen Armen einschlafen,
Vergessen die Sorgen und Angst.
Mit der Schwester im Keller
Sind wir das Verstecken so leid…
Möge Gott dich beschützen
Und das Heer soll der Himmel bewahr’n!

Gestern hat meine Mutter
Mir die Wyschywanka gegeben,
Und die ganze Schule
Blüht in den Wyschywankas so schön.
Doch auf eure Stellungen
Lässt der Feind seine Angriffe beben,
Ich weiß ganz genau, dass du standhältst,
Denn hinter dir werde ich stehn!

Refrain:
Papa, Papa, mein Papa,
Wie gern würd ich dich wieder umarmen!
In deinen Armen einschlafen,
Vergessen die Sorgen und Angst.
Mit dir steht Ukraine,
Darum wirst du niemals gebrochen.
Möge Gott dich beschützen
Und das Heer soll der Himmel bewahr’n!

Schon die Störche vom Neste
Sind weit in den Süden geflogen,
Doch der Sieg wird uns gehören,
Das Land wie Familie vereint.
Mit dem gelb-blauen Kranze
Haben wir die Welt umspannt,
Wird erblühen, wird leben,
Mein Land wird in Glanze erstrahlen!

Refrain (2×):
Papa, Papa, mein Papa,
Wie gern würd ich dich wieder umarmen!
In deinen Armen einschlafen,
Vergessen die Sorgen und Angst.
Mit dir steht Ukraine,
Darum wirst du niemals gebrochen.
Möge Gott dich beschützen
Und das Heer soll der Himmel bewahr’n!

Вже лелеки з гніздечок
Далеко у вирій злетіли,
А матуся сумна знов
Засиділась біля вікна...
Пам'ятаю той день,
Коли Ви, тату, форму оділи,
Обіцяли прийти, як розквітне
В садочу весна!..
Тату, тату, татусю,
Як хочу я вас обійняти!
Задрімати в обіймах,
Забути тривогу і страх!
По підвалах з сестричкою
Вже надоїло ховатись...
Нехай Вас і все Військо
Боронить Господь в небесах!

Вчора мама мене одягнула
В нову вишиванку,
Розцвіла вишиванками знов
Уся школа моя,
А по ваших позиціях
Ворог б'є без перестанку,
Знаю точно, що ви стоїте,
Бо за вами є я!..
Тату, тату, татусю,
Як хочу я вас обійняти!
Задрімати в обіймах,
Забути тривогу і страх!
З вами вся Україна і світ,
Тому Вас не зламати
Нехай Вас і все військо
Боронить Господь в небесах!

Вже лелеки з гніздечок
Далеко у вирій подались,
Перемога за нами,
Країна як дружна сім'я!
Ми у жовто-блакитний вінок
Увесь світ об'єднали!
Розцвіте, заживе, запанує
Країна моя!
Тату, тату, татусю, |
Як хочу я вас обійняти! |
Задрімати в обіймах, |
Забути тривогу і страх! |
З вами вся Україна і світ, |
Тому Вас не зламати |
Нехай Вас і все військо |
Боронить Господь в небесах! | (2)

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Тату
Autor: Василь Мицик
Sängerin: Ярина Мицик
Veröffentlichung / Entstehung: 2022
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Lied-Sammlung
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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach,
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Zwei Pantheons. Vitaly Portnikov. 31.05.2026.

Два пантеони. Віталій Портников. 31.05.2026.

Die Geschichte der Umbettung der sterblichen Überreste von Kaiser Napoleon Bonaparte in Frankreich – bekanntlich wurde der berühmte Feldherr und Politiker nach seiner Niederlage bei Waterloo von den Alliierten auf die Insel Sankt Helena verbannt, wo er bald darauf starb – gilt als eines der besten Beispiele historischer Versöhnung. Umso mehr, als die Entscheidung über diese Umbettung nicht in den Zeiten der Republik und nicht einmal während der kurzen Restauration der Dynastie Bonaparte getroffen wurde, sondern zu einer Zeit, als Frankreich vom letzten der Bourbonen, König Louis-Philippe, regiert wurde. Doch die nächste Frage lautet: Wo fand Napoleon eigentlich seine letzte Ruhestätte?

Große Franzosen werden gewöhnlich im Pantheon im Zentrum von Paris bestattet – jedem Besucher der französischen Hauptstadt ist dieses monumentale Bauwerk bekannt. Im Pantheon kann man die Gräber Voltaires, Mirabeaus, Hugos, Zolas, Dumas’ und vieler anderer besuchen. Hier befinden sich auch die Grabstätten berühmter Politiker – etwa Gambettas und Jaurès’ – sowie von Militärs. Nur eines fehlt hier: das Grab Napoleons.

Die Bestattung des Kaisers erfolgte in einem anderen Pantheon – dem Pantheon des Invalidendoms. Dort werden ausschließlich Militärangehörige beigesetzt, obwohl Bonaparte neben Mitgliedern seiner Familie ruht, darunter auch sein junger Sohn Napoleon II., der „Adlerjunge“, der selbstverständlich keine Gelegenheit mehr hatte, selbst ein Feldherr zu werden. Durch diese Bestattung neben Marschällen und Admiralen wurden jedoch gerade die militärischen Verdienste des Kaisers hervorgehoben. Zu seinem politischen Erbe und zu seinen Ansprüchen auf den Thron konnte man unterschiedlich stehen, doch es gibt auf der Welt nur sehr wenige Menschen, die das militärische Genie Napoleons I. infrage stellen würden. Und gerade in der Haltung zu Bonaparte als Feldherrn fanden die Franzosen ihre Versöhnung.

Diese französische Lehre kann helfen zu verstehen, wie wir mit dem ukrainischen Gedächtnis umgehen sollten. Jetzt, vor dem Hintergrund des Krieges, entsteht vor unseren Augen ein Pantheon von Menschen, die für die ukrainische Unabhängigkeit eintraten und bereit waren, für sie zu kämpfen – entweder mit der Waffe in der Hand oder mit der Feder. Dabei muss man verstehen, dass diese Menschen zu ihren Lebzeiten, nicht in unserer Erinnerung an sie, überwiegend die Minderheit des ukrainischen Volkes repräsentierten. Noch weniger Menschen waren bereit, sie nicht nur zu unterstützen, sondern auch aktiv für sie einzutreten. Nur in kritischen Momenten der Geschichte, in Zeiten von Kriegen und Aufständen, konnten sie auf die Unterstützung einer relativen Mehrheit zählen.

Erinnern wir uns daran, dass selbst nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991 das Wort ‚Nationalist‘ in weiten Teilen des Landes weiterhin als Ausdruck politischer Marginalität wahrgenommen wurde, wenn nicht sogar als Schimpfwort. Und ja, für mich ist offensichtlich, dass dies Ausdruck einer nationalen Schizophrenie war und bleibt. Wenn ein Staat existiert, dann sollten seine Helden in erster Linie jene Menschen sein, die für seine Gründung eingetreten sind, als dies bei der Mehrheit ihrer Landsleute noch nicht populär war. Ich kann mir Israel jedenfalls nicht vorstellen, in dem man die Gründer und Führer des Zionismus wie Herzl oder Jabotinsky nicht ehren würde – die übrigens ebenfalls in Jerusalem auf dem Herzlberg, dem Pendant zum Pantheon, bestattet sind –, dafür aber jene Juden, die sich um die Entwicklung der jüdischen Kultur kümmerten oder Wissenschaftler waren, sich jedoch nicht für Staatlichkeit interessierten.

Doch auch solche Menschen haben jedes Recht, in unserer dankbaren Erinnerung zu bleiben – hier haben wir also das „andere Pantheon“. Es gibt bedeutende Schriftsteller, die in fremden Imperien lebten und diesen sogar dienten – doch ohne ihr Wort wären die Ukrainer wohl kaum Ukrainer geblieben. Es gibt große Sänger, die auf Wiener oder Moskauer Bühnen auftraten und dennoch Beispiele ukrainischen nationalen Genies blieben. Es gibt Wissenschaftler, die die Wissenschaft in der Ukraine entwickelten oder zu Beispielen ukrainischer Beteiligung an der Entwicklung der Weltwissenschaft wurden – schließlich wissen die Ukrainer bis heute nicht allzu viel über ihre Diaspora. Es gibt religiöse Persönlichkeiten, die Hierarchen fremder Kirchen waren, als es noch keine ukrainische Kirche gab. Solcher Beispiele gibt es viele, und man wird mir sagen, dass sich unter diesen Persönlichkeiten Menschen mit sehr widersprüchlichem Ruf befinden – das stimmt. Ja, auch unter den Politikern und Militärs des „ersten“ Pantheons gibt es Menschen mit sehr widersprüchlichem Ruf, Menschen, die derart verhängnisvolle Fehler begingen, dass sie die Entwicklung der ukrainischen Nation buchstäblich aufhielten. Doch die Bewertung einer Persönlichkeit bemisst sich am gesamten Beitrag und an der Absicht, nicht am Fehler als solchem. Leider gibt es in der Geschichte insgesamt nur wenige eindeutig zu bewertende Persönlichkeiten. Wirklich eindeutige Persönlichkeiten begegnen uns höchstens auf Ikonen – und selbst dort nicht immer.

Und noch ein wichtiger Grundsatz: Im Pantheon unserer Erinnerung darf kein Platz für jene sein, die bewusst dafür gearbeitet haben, dass es keine Ukraine gibt – für jene, die Agenten ihrer Zerstörung waren und dafür ihre Ämter oder ihre Talente einsetzten. Sollen doch jene Staaten auf die Verräter der Ukraine und des ukrainischen Volkes stolz sein, mit deren Interessen diese Menschen ihr Schicksal verbunden haben – aber nicht wir! Das bedeutet jedoch nicht, dass wir solche Persönlichkeiten einfach aus der ukrainischen Geschichte streichen und so tun können, als hätte es sie nie gegeben. Nein, eine vollwertige Nation, eine Nation ohne Komplexe vergisst weder ihre Helden noch ihre Verräter.

Ich nenne in diesem Text bewusst keinen einzigen ukrainischen Namen – denn jeder Versuch, Beispiele anzuführen, würde die Diskussion durch Hysterie ersetzen. Und ich möchte, dass wir nicht über Gräber nachdenken, sondern über unsere Fähigkeit zu dankbarer Erinnerung – die Erinnerung an jene, die von einer unabhängigen Ukraine träumten und für sie kämpften, und die Erinnerung an jene, die ihr Leben dem ukrainischen Volk als solchem widmeten, als dies keineswegs populär war, sondern eine Frage der Entscheidung und sogar des Opfers, ein Verzicht auf die „große“ Welt der Imperien und ihre Perspektiven.

Natürlich war die Unmöglichkeit, in der eigenen Entscheidung Staat und Nation miteinander zu verbinden, eine wahrhaft ukrainische – wenn auch keineswegs ausschließlich ukrainische – Tragödie. Doch die Geschichte der Ukraine hat sich nun einmal so entwickelt, und sie lässt sich nicht nach den Bedürfnissen der Gegenwart umschreiben.

Den Bedürfnissen der Gegenwart kann man jedoch dadurch entgegenkommen, dass man versucht, diese beiden so unterschiedlichen Pantheons in einer gemeinsamen nationalen Dankbarkeit zu vereinen.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Два пантеони. Віталій Портников. 31.05.2026.
Autor / Verfasser / Kanal: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 31.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung,
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Der Deus ex machina. Vitaly Portnikov. 03.05.2026.

https://zbruc.eu/node/124224?fbclid=IwZnRzaARlqVpleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeUNM6Vo3R1nOPDIdno5amFT2KpV2fj2ssw2AEJFqhwBSJ9Mzh8KWxJQ1kN-c_aem_0xCm3z8iZH1pXHVMPBmIAQ

In der neuen Inszenierung des Iwano-Frankiwsker Dramatheaters nach dem Roman „Mарусja Tschurai“ von Lina Kostenko gewinnt das Kultwerk der berühmten ukrainischen Dichterin eine wahrhaft antike Kraft. Vielleicht dank der Synthese der Bemühungen von Rostyslav Derzhypilskyi, Sviatoslav Vakarchuk, Natalia Polovynka, Oles Sanin und der Theatertruppe. Vielleicht war der Roman an sich bereits ein Werk von antikem Rang – nur als ich ihn in meiner Jugend las, entwickelten sich die Ereignisse für mich sozusagen auf natürliche Weise: die Liebe von Marusja und Hryzko, der Tod, das Gericht, das Urteil – und die Begnadigung durch den Hetman.

Erst bei der Aufführung in Iwano-Frankiwsk wurde mir plötzlich bewusst, dass diese Begnadigung keine gewöhnliche Entwicklung der Handlung war, dass das Auftreten des Hetmans selbst ein klassisches antikes Stilmittel ist – das Erscheinen des „Deus ex machina“, wenn in einer scheinbar unlösbaren Situation eine Gottheit erscheint und hilft, eine Lösung zu finden und die Helden zu retten. Bohdan Khmelnytsky war genau ein solcher „Deus ex machina“ im Roman von Lina Kostenko – und die Macher der Inszenierung in Iwano-Frankiwsk haben das gespürt. Denn der Premierenstar des Theaters, Oleksii Hnatkovskyi, der den Hetman spielt, erscheint nicht einmal auf der Bühne. Er wendet sich an die Zuschauer – und an die Richter in Poltawa – von einer großen Leinwand über der Bühne und verkündet so seinen hetmanischen Willen. Ein wahrer Gott und Verteidiger der Gerechtigkeit! Und zugleich der Retter von Marusja Tschurai.

Die Autoren großer Dramen – von Aeschylus bis Lina – griffen nicht zufällig zur Idee des „Deus ex machina“, und schon gar nicht deshalb, weil sie nicht wussten, wie sie ihr Werk beenden sollten, ohne das Publikum oder den Leser zu enttäuschen. Sie versuchten vielmehr, in unserem Bewusstsein genau diese Idee der unvermeidlichen Gerechtigkeit zu verankern – einer Gerechtigkeit, die sich zwingend durchsetzt, selbst wenn es dafür keine objektiven Voraussetzungen gibt. Der Schriftsteller versteht, dass, wenn der Mensch an Gerechtigkeit glaubt, er auch nach dieser Gerechtigkeit streben wird – mit Göttern und Hetmanen oder ohne sie.

Umso erstaunlicher ist es, dass ich dieses Bild eines ukrainischen „Deus ex machina“ gerade zu einer Zeit gesehen habe, in der in der Welt scheinbar der Begriff der Gerechtigkeit selbst entwertet wurde und wir keine Wunder mehr von denen erwarten, die sie vollbringen könnten. Mit Entsetzen beobachten wir, wie der Präsident des größten demokratischen Landes der modernen Welt damit prahlt, dass er keine Gerechtigkeit brauche, und mit Diktatoren plaudert. Wir klammern uns wie an einen Strohhalm an jeden Anlass, an jede Gelegenheit, uns davon zu überzeugen, dass Gerechtigkeit noch existiert. Schon nach der Aufführung in Iwano-Frankiwsk sah ich mir die Rede des britischen Monarchen im amerikanischen Kongress an – und erkannte, dass die größte Stärke von Charles III vor allem darin lag, dass es niemand wagte, den Binsenwahrheiten, die er von der hohen Tribüne verkündete, offen zu widersprechen. So wurde auch der König für einige Minuten zu einem „Deus ex machina“, allerdings nicht zu einem, der etwas in unserem Leben verändern kann, sondern zu einem, der unmissverständlich bekräftigt, dass Gerechtigkeit und Wahrheit existieren – ohne auf spöttischen Widerspruch der Gastgeber zu stoßen. Für unsere Zeit ist das bereits viel.

Wir sind nicht die erste Generation in der Geschichte der Menschheit, die in einer Zeit der „Götterdämmerung“ und eines Mangels an Gerechtigkeit lebt. Gerade deshalb müssen wir uns daran erinnern, dass alle Versuche, Gerechtigkeit und Tugend auf null zu setzen, früher oder später in einer katastrophalen Niederlage jener enden, die versuchen, den Sinn der menschlichen Existenz selbst zu leugnen. Denn wer nicht an Gerechtigkeit glaubt und vom Triumph der Macht überzeugt ist (oder des Willens, wenn man den Titel des berühmten nationalsozialistischen Films von Leni Riefenstahl verwendet), kann zerstören, aber nicht aufbauen. Er kann versprechen, aber nicht erfüllen. Er kann taktische Siege erringen und sogar Wahlen gewinnen – wird jedoch immer eine strategische Niederlage erleiden, gemeinsam mit denen, die ihn unterstützen.

Und all das deshalb, weil der „Deus ex machina“ keine Erfindung eines Menschen am Schreibtisch ist. Er ist ein Gesetz des Lebens.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Бог з машини. Віталій Портников. 03.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Man sagt, Königin Elisabeth II. Marina Ponomarenko.

https://posestry.eu/zhurnal/no-177/statya/kazhut-korolevu-yelyzavetu-ii

Man sagt, Königin Elisabeth II
Sei heute früh gesehen worden
in der Nähe des jüngsten Einschlags,
Dem bei dem Blumenladen.
Elisabeth II trug einen hellrosa Mantel
Und einen Hut
Und goldene Turnschuhe.
Sie hielt sich königlich aufrecht
Vor dem Hintergrund eines ausgebrannten Plattenbaus.
„Your Majesty, was machen Sie hier? –
Fragte man sie.
– In Kureniwka, um acht Uhr morgens?
Zu Ostern?
Sind Sie nicht gestorben?
Sollten Sie nicht ruhen
Im Schloss Windsor
Ider wo auch immer?
Ah, warten Sie!
Sind Sie etwa wie Jesus?
Sind Sie auferstanden?“
Die Königin kicherte und sagte:
„Ist dies hier nicht
Der beste Ort
Für tote Königinnen,
Für Königinnen, die tot sind?“
Sie stieg in einen Militärlastwagen
Aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs
Und fuhr zum Gottesdienst.

So sind die Zeiten.
Zu Ostern ist für uns
Persephone auferstanden.

2025


Кажуть, королеву Єлизавету ІІ
Бачили сьогодні зранку
Поблизу місця недавнього прильоту
Того, що біля магазину квітів
Єлизавета ІІ була в ясно-рожевому пальто
І капелюшку
І золотистих кросівках
Трималася по-королівськи рівно
На фоні вигорілої п'ятиповерхівки
"Your majesty, що ви тут робите? –
Запитали її.
– На Куренівці, о восьмій ранку?
На Великдень
Хіба ви не вмерли?
Хіба не належить вам спочивати
У Віндзорському замку
Чи де там?
А, чекайте!
Ви що, як Ісус?
Ви воскресли?"
Королева захихотіла і сказала:
"Хіба тут –
Не найкраще місце
Для мертвих королев
Для королев мертвих"
Вона сіла у військову вантажівку
Періоду Другої світової
І поїхала на службу

Такі часи
На Великдень нам воскресла
Персефона

2025


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Gedicht
Titel des Originals: Кажуть, королеву Єлизавету ІІ
Autor: Marina Ponomarenko
Veröffentlichung / Entstehung: 2025
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Poesie-Sammlung
Link zum Originaltext: Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach, veröffentlicht auf uebersetzungenzuukraine.data.blog.