Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation hat eine weitere Warnung an die Bewohner von Kyiv und an die in der ukrainischen Hauptstadt akkreditierten ausländischen Diplomaten ausgesprochen und sie aufgefordert, die Stadt rechtzeitig zu verlassen, falls die Streitkräfte der Russischen Föderation einen Vergeltungsschlag durchführen sollten, wenn die Streitkräfte der Ukraine am Tag der Parade zum 9. Mai einen Angriff auf Moskau ausführen.
Zuvor hatte das Verteidigungsministerium Russlands erneut betont, dass es einen Waffenstillstand zwischen den russischen und ukrainischen Streitkräften ab 0 Uhr am 8. Mai bis zum 10. Mai ausruft. Faktisch handelt es sich um einen einseitigen Waffenstillstand. Denn als der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky die Möglichkeit eines Waffenstillstands ab dem 6. Mai ankündigte, führten die russischen Truppen als Antwort Angriffe auf zivile Viertel ukrainischer Städte durch und ignorierten damit die Möglichkeit von Vereinbarungen zwischen Moskau und Kyiv selbst dann, wenn es um einen kurzen Zeitraum ging.
So kann man feststellen, dass die russische Seite in Wirklichkeit weniger versucht, die ruhige Durchführung der Parade am 9. Mai sicherzustellen, sondern vielmehr nach neuen Vorwänden für eine Eskalation der Situation im russisch-ukrainischen Krieg sucht. Dabei muss man sofort sagen, dass man sowohl in Kyiv als auch im Westen diesen Eskalationsversuchen ziemlich nüchtern begegnet.
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky warnte beispielsweise die Führer ausländischer Staaten, die beabsichtigen, Moskau am 9. Mai zu besuchen, vor der Zweckmäßigkeit einer solchen Reise. In der Europäischen Kommission erklärte man hingegen, dass die in der ukrainischen Hauptstadt akkreditierten Diplomaten an ihren Arbeitsplätzen bleiben würden. Auch von der Botschaft der Vereinigten Staaten in der ukrainischen Hauptstadt, die in der Regel ein Indikator für das Ausmaß der äußeren Bedrohung ist, gab es keinerlei Mitteilungen oder offizielle Warnungen.
Übrigens zu den ausländischen Gästen der russischen Parade. Die in Moskau veröffentlichte Liste zeigt, dass inzwischen selbst jene auf eine Teilnahme an den Feierlichkeiten verzichten, die traditionell bereit waren, nach Moskau zu kommen und diese Parade mit Präsident Putin zu teilen. So werden die Führer der zentralasiatischen Staaten bei dieser Parade fehlen. Allerdings wird natürlich Putins treuer Verbündeter, der vollständig von ihm abhängige belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko anreisen.
Anreisen wird auch der Ministerpräsident der Slowakei, Robert Fico, der zuvor bereits angekündigt hatte, die russische Hauptstadt besuchen zu wollen. Er wird faktisch der einzige unter den Führern westlicher Staaten sein, der Moskau am 9. Mai besucht, und überhaupt der einzige unter den Führern europäischer Länder, der sich in Moskau aufhalten wird.
Wichtig ist auch die Tatsache, dass von den tatsächlichen Führern anerkannter Staaten sonst nur der Präsident von Laos und der Oberste Herrscher von Malaysia in die russische Hauptstadt kommen werden. Alle anderen sogenannten ausländischen Führer, die vom Außenministerium der Russischen Föderation und der Administration des russischen Präsidenten angekündigt wurden, sind im Grunde keine Führer anerkannter Staaten.
Natürlich können die Führer von Abchasien und Südossetien Putin ihre Anwesenheit bei der Parade nicht verweigern. Denn Russland bleibt bis heute eines der wenigen Länder der Welt, wenn nicht überhaupt das einzige Land, das die Unabhängigkeit dieser georgischen Autonomien anerkennt.
Eine Delegation aus der Republika Srpska wird anreisen, die Teil von Bosnien und Herzegowina ist und bekanntlich vom Kreml zur Destabilisierung der Lage in diesem Balkanland genutzt wird. Der Präsident Serbiens, Aleksandar Vučić, den Moskau ebenfalls gern bei der Parade sehen würde, hat sich dieses Mal jedoch auf die Teilnahme an den Feierlichkeiten verzichtet und sich darauf beschränkt, Putin bei einem Treffen mit dem russischen Botschafter in Belgrad Grüße auszurichten.
Nun ja, übrigens wird auch Robert Fico offensichtlich nicht an der Parade teilnehmen. Er wird gewissermaßen als Zeichen des Respekts gegenüber dem Staat, der an der Zerschlagung des Nationalsozialismus beteiligt war, in Moskau erscheinen und ein kurzes Treffen mit dem russischen Präsidenten abhalten. Das sind alle seine protokollarischen Handlungen während seines Aufenthalts in Moskau. Und auch das ist offensichtlich nicht jene Teilnahme, die sich Putin vom slowakischen Premierminister wünschen würde.
Wenn Zelensky also über Empfehlungen an die Führer ausländischer Staaten spricht, kann ihm nicht entgehen, dass diese Führer heute viel weniger zahlreich sind als in ferner und sogar in jüngerer Vergangenheit. Denn in ferner Vergangenheit konnte man bei der Moskauer Parade sowohl den Präsidenten der Vereinigten Staaten als auch den Vorsitzenden der Volksrepublik China und die Führer der wichtigsten europäischen Länder sehen. Und noch vor Kurzem, als Russland bereits seinen Eroberungskrieg gegen die Ukraine führte und faktisch bewiesen hatte, dass es der wahre Nachfolger des Hitlerreiches ist und keineswegs ein Siegerstaat, konnte man bei der Siegesparade zusammen mit Putin nicht nur Lukaschenko sehen, dessen widerliches Regime auf russischen Bajonetten beruht, sondern auch die Führer zentralasiatischer Staaten, die sich mit jedem neuen Jahr der Entwicklung des russisch-ukrainischen Konflikts immer stärker dem Aufbau besonderer Beziehungen zur Volksrepublik China zuwenden.
Wie wir sehen, wird nun auch der Vorsitzende der Volksrepublik China bei dieser Parade fehlen. Und damit kann man sagen, dass gerade der 9. Mai, den die Sprecherin des russischen Außenministeriums, die odiose Maria Zakharova, weiterhin als sakrales Datum für Putins aggressives Regime bezeichnet, eher die erhebliche Verringerung des geopolitischen Einflusses dieses Regimes demonstriert.
Und natürlich betreibt Putin terroristische Propaganda, um an sich und seine Möglichkeiten zu erinnern. Wie sollte man sonst seine Drohungen gegen friedliche Bewohner der ukrainischen Hauptstadt und gegen die in Kyiv akkreditierten ausländischen Diplomaten nennen? Und wie sollte man sonst die Drohungen mit einem massiven Schlag durch ein Land nennen, das Kyiv und andere ukrainische Städte bereits mehrfach bombardiert, Zivilisten getötet und Infrastruktur zerstört hat?
Womit sonst kann der russische Aggressor heute die Ukrainer und die Welt erschrecken, die sich, kann man sagen, bereits an die zahlreichen russischen Verbrechen angepasst hat und Russland als Laboratorium dieser Verbrechen in allen Dimensionen und Formen wahrnimmt – von militärischen Offensiven bis hin zum Einsatz von Gift gegen politische Gegner des russischen Regimes?
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін погрожує ударом по Києву | Віталій
Портников. 07.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov]
Veröffentlichung / Entstehung: 07.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.