Trump stoppt die Ukraine | Vitaly Portnikov. 25.07.2026.

Die Regierung des Weißen Hauses hat die ukrainische Führung im Vorfeld des Treffens von Präsident Donald Trump mit seinem ukrainischen Amtskollegen Volodymyr Zelensky in den Vereinigten Staaten davor gewarnt, im Schwarzen Meer Tanker anzugreifen, die nicht der Russischen Föderation gehören.

Diese Warnung erfolgte, nachdem sich herausgestellt hatte, dass eines der durch einen ukrainischen Angriff beschädigten Tankschiffe mit dem Kaspischen Pipeline-Konsortium verbunden war, dessen Pipeline bekanntlich direkt in der Bucht des Hafens von Noworossijsk endet. Einer der wichtigsten Investoren im kasachischen Energiesektor ist bekanntlich das amerikanische Unternehmen Chevron. Dessen Führung könnte befürchten, dass weitere ukrainische Angriffe die Lieferungen von Erdöl und anderen Gütern aus Kasachstan gefährden und damit Probleme für die Investitionen von Chevron schaffen würden.

Der Vorstandsvorsitzende von Chevron, Mike Wirth, der für seine guten Beziehungen zu Donald Trump bekannt ist, besuchte in diesen Tagen das Weiße Haus und führte gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Gespräche mit Vertretern der amerikanischen Regierung, unter denen sich selbstverständlich auch der Präsident der Vereinigten Staaten selbst befunden haben könnte. Nach Informationen des Wall Street Journal erfolgte die amerikanische Warnung unmittelbar nach diesem Besuch des Chevron-Chefs bei der Führung der Vereinigten Staaten. Sie zeigte erneut, dass Donald Trump, wenn es um die Suche nach Wegen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges einerseits und um die Interessen von Geschäftsleuten aus seinem engsten Umfeld andererseits geht, naturgemäß den Interessen der Wirtschaft den Vorzug geben wird.

In diesem Zusammenhang sollte daran erinnert werden, dass der Kampf zwischen Russland und der Ukraine im Schwarzen Meer heute ein entscheidender Faktor für das wirtschaftliche Überleben der Ukraine in den kommenden schwierigen Jahren des russisch-ukrainischen Krieges ist. Bereits jetzt sind die ukrainischen Schwarzmeerhäfen praktisch blockiert. Der Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist zum Erliegen gekommen. Dies kann sowohl zu erheblichen Problemen für jenen Teil der ukrainischen Wirtschaft führen, der weiterhin funktioniert – und damit auch zu einer zusätzlichen Belastung der Haushalte europäischer Staaten –, als auch zu ernsthaften Versorgungsproblemen mit Getreide weltweit, die wiederum die Stabilität in den Ländern des Globalen Südens gefährden könnten. Genau das geschah bereits, als Russland und die Ukraine unter Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen das Getreideabkommen vereinbarten.

Nun stehen wir erneut vor einer möglichen globalen Krise mit unvorhersehbaren Folgen. Sollte es der Ukraine ihrerseits gelingen, die russischen Transportkorridore unter Kontrolle zu bringen, könnte dies den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dazu bewegen, über ein Ende der Blockade der ukrainischen Häfen und die Freigabe des ukrainischen Handels nachzudenken.

Man kann sagen, dass dies eine geopolitische Aufgabe ist. Denn es geht nicht nur um die ukrainische Wirtschaft, sondern auch darum, dass ein Getreidemangel die Stabilität zahlreicher Regime im Globalen Süden infrage stellen und zusätzliche Schwierigkeiten für den Präsidenten der Vereinigten Staaten schaffen könnte, der bereits jetzt kaum einen Ausweg aus der Sackgasse des Nahostkonflikts findet. Doch wie wir sehen, orientiert sich Donald Trump ausschließlich an den Interessen, die gegenwärtig als Priorität für die amerikanische Wirtschaft gelten. Denn auch dort denkt man ausschließlich an den heutigen Gewinn und nicht an die Folgen von morgen.

Aus dieser Perspektive lohnt sich übrigens auch ein Blick auf die Haltung des kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew, der die Folgen der Kämpfe im Schwarzen Meer offenbar besser versteht als Trump. Bei seinem heutigen Treffen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, betonte Tokajew, dass all dies beendet werden müsse – womit er in erster Linie den russisch-ukrainischen Krieg meinte. Wie wir jedoch sehen, fällt es derzeit schwer zu behaupten, dass man in den Vereinigten Staaten den Kampf zwischen Russland und der Ukraine im Schwarzen Meer mit den Möglichkeiten verbindet, den russisch-ukrainischen Krieg tatsächlich zu beenden.

Bemerkenswert ist auch, dass in Washington niemals ernsthafte Vorwürfe gegen die Russische Föderation erhoben wurden, als diese amerikanische Unternehmen in der Ukraine buchstäblich zerstörte. Vielleicht deshalb, weil die Unternehmer, die als Lobbyisten für die Interessen dieser Unternehmen hätten auftreten können, dem heutigen Hausherrn des Weißen Hauses nicht so nahestehen wie jene Geschäftsleute, die infolge von Putins demonstrativer Reaktion auf Trumps Behauptung, amerikanische Unternehmen in der Ukraine seien eine Sicherheitsgarantie für unser Land, Investitionen und Vermögenswerte verlieren.

Wie sich herausstellte, ist das keineswegs der Fall. Der russische Präsident hat gezeigt, dass er amerikanische Unternehmen in der Ukraine völlig ungestraft zerstören kann – ohne irgendwelche Konsequenzen für sein eigenes Land oder seine Streitkräfte befürchten zu müssen. Und niemand wird ihn auch nur darauf ansprechen, dass er amerikanische Fabriken auf ukrainischem Boden systematisch und demonstrativ vernichtet hat. Greift die Ukraine jedoch Tankschiffe an, von denen Russlands Rolle als Energielieferant und als Transitland für kasachisch-amerikanische Projekte abhängt, dann kann man, wie sich zeigt, tatsächlich auf amerikanischen Schutz hoffen.

Das bedeutet letztlich, dass die Vereinigten Staaten unter Donald Trump keine Sicherheitsgarantie für die Ukraine darstellen, indem sie die Interessen amerikanischer Unternehmen in unserem Land schützen. Für Russland hingegen könnten die heutigen Vereinigten Staaten – so paradox das auch klingen mag – durchaus eine solche Sicherheitsgarantie sein.

Der Ausweg aus dieser Situation ist selbstverständlich nur einer. Unter Berücksichtigung der Position des Präsidenten der Vereinigten Staaten und seiner Regierung muss alles getan werden, um die Ukraine vor den Folgen der russischen Handelsblockade zu schützen.

Letztlich verfügt der Präsident der Vereinigten Staaten gemeinsam mit seiner Regierung kaum noch über Möglichkeiten, Druck auf unser Land auszuüben, nachdem die amerikanische Finanzhilfe für die Ukraine praktisch ausgelaufen ist. Und selbst die Waffen, die die Amerikaner an uns liefern, verkaufen sie zunächst an die NATO-Mitgliedstaaten in Europa. Die Vereinigten Staaten können daher lediglich Wünsche äußern, nicht aber ihre Bedingungen diktieren.

Auch die amerikanischen Geschäftsleute, deren Interessen mit Noworossijsk verbunden sind, sollten darüber nachdenken, dass ihre Investitionen in jedem Fall Schaden nehmen werden, solange sie nicht nach Wegen suchen, Putins Angriffskrieg zu beenden, anstatt die ukrainische Antwort auf diesen Krieg einzuschränken.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп зупиняє Україну| Віталій Портников. 25.07.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 25.07.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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