Musk schränkt Starlink für die ukrainischen Streitkräfte ein | Vitaly Portnikov. 14.10.2026.

Ukrainische Militärangehörige berichten von einer erheblichen Verlangsamung der Geschwindigkeit der militärischen Version von Starlink, die von den ukrainischen Verteidigungskräften im Kampf gegen die russische Aggression eingesetzt wird. Vorherige Informationen aus den Vereinigten Staaten darüber gab es nicht, ebenso wie es zuvor keinerlei Informationen über eine mögliche Einstellung der Übermittlung von Geheimdienstinformationen gegeben hatte, was dazu führte, dass wir nichts von den Starts russischer ballistischer Raketen erfuhren. Mehr noch, der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hatte betont, dass Washington weiterhin alle notwendigen Informationen zur Verfügung stelle.

Jetzt könnte die gleiche Situation vorliegen. Sowohl Donald Trump, der versucht, seiner Partei zu helfen, eine Niederlage bei den Zwischenwahlen zum Kongress zu vermeiden, als auch Elon Musk, der Hunderte Millionen Dollar für die Bedürfnisse der Republikanischen Partei ausgibt, haben kein Interesse daran, dass jene Wähler, die für die Republikaner stimmen wollen und die Ukraine unterstützen, von den wahren Motiven des Handelns der Administration im Weißen Haus erfahren. Deshalb wird die Administration jetzt, anders als nach dem Skandal im Oval Office infolge des berühmten Streits zwischen Donald Trump und Volodymyr Zelensky, versuchen, eine öffentliche Berichterstattung über ihre Maßnahmen zur faktischen Erpressung der Ukraine zu vermeiden.

Dabei ist es schwierig, in dieser Erpressung eine Logik zu erkennen. Nachdem Donald Trump eine von ihm selbst erfundene oder mit Putin unter bestimmten Bedingungen vereinbarte Waffenruhe im Energiebereich verkündet hat, greift die Ukraine die Erdölraffinerien der Russischen Föderation nicht mehr an, während Russland weiterhin Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung durchführt. Das ist die Waffenruhe im Energiebereich nach Trumps Vorstellung. Die Ukraine darf die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation nicht angreifen, weil Putin es so will, während Russland die ukrainische Energieversorgung angreifen darf, weil Putin es so will. Und das, worauf sich der russische Staatschef in seinem Gespräch mit seinem amerikanischen Kollegen möglicherweise eingelassen haben könnte, wäre, keine Angriffe auf Erdölverarbeitungsanlagen in der Ukraine durchzuführen, also auf etwas, das wir seit 2022, seit Beginn des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine, praktisch nicht mehr haben.

Aber es stellt sich die Frage: Wenn Kyiv die Bedingungen Washingtons erfüllt, warum handelt die Trump-Administration dann weiterhin faktisch zugunsten der Putin-Administration, und zwar diesmal offen, ohne sich auch nur für ihre besonderen Beziehungen zur Führung eines Landes zu schämen, das täglich Kriegsverbrechen begeht? Vielleicht glaubt Trump tatsächlich, dass die Ukraine, wenn sie im Krieg gegen die Russische Föderation verliert, solchen Bedingungen für die Beendigung des Krieges zustimmen wird, die es ihm ermöglichen, zu behaupten, er habe eine weitere Auseinandersetzung beendet. Und am besten sollte dies vor den Zwischenwahlen geschehen, damit Trump sich vor potenziellen Wählern als Friedensstifter brüsten kann.

Wenn diese Auseinandersetzung durch die Kapitulation der Ukraine beendet wird, könnte das sowohl dem amerikanischen Präsidenten als auch jenen seiner Anhänger durchaus recht sein, die tatsächlich antiukrainische Ansichten vertreten und mit Parolen zur Unterstützung Russlands auftreten, weil sie in Putin einen ideologischen Verbündeten Trumps und anderer ultrarechter Politiker der heutigen Welt sehen. Man muss der Wahrheit ins Auge sehen: Ein solcher ideologischer Verbündeter Trumps ist Putin tatsächlich. Jene ultrarechte Ideologie, die von den russischen Geheimdienstlern in der Russischen Föderation selbst faktisch kultiviert wird, ist genau jene Ideologie, mit der Trump bereits während seiner ersten Amtszeit in den Präsidentschaftswahlkampf gezogen ist.

Aber Ideologie ist das eine, und Trump steht an der Spitze der Vereinigten Staaten, des wichtigsten demokratischen Landes der heutigen Welt, sodass er einen gewissen Teil seiner ideologischen Nähe zum russischen Präsidenten verbergen muss. So bleibt im Zusammenhang mit den Vereinbarungen mit Putin ein gewaltiger Teil der Gespräche zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten gewissermaßen im Schatten. Und wir können nur hoffen, dass wir nach einer Niederlage der Republikaner bei den Kongresswahlen und offensichtlich bereits nach dem Ende der politischen Karriere Donald Trumps von Tatsachen erfahren werden, die sich als eine geradezu erschreckende Enthüllung für die Vereinigten Staaten erweisen und die Möglichkeiten, Vereinbarungen mit autoritären Herrschern ausschließlich aus Sympathie für sie, ihre Ansichten und ihr Geld zu schließen, für lange Zeit zunichtemachen werden. Aber all das liegt in der Zukunft.

Es stellt sich die Frage, was in einer Situation zu tun ist, in der die Administration von Präsident Trump möglicherweise einen Kurs zur Unterstützung der aggressiven Handlungen der russischen Führung gegen die Ukraine eingeschlagen hat. Meiner Ansicht nach muss man sich zumindest der Gefahr einer solchen Entwicklung bewusst sein und die amerikanische öffentliche Meinung nutzen, auf die Trump und andere Führungspersönlichkeiten der Vereinigten Staaten vor den Zwischenwahlen durchaus empfindlich reagieren.

Und Sie sehen, dass sich sowohl demokratische als auch republikanische Kongressabgeordnete bereits gegen das völlig illegale Geschäft zwischen Trump und Putin mit Dieselkraftstoff aussprechen. Man kann sagen, dass die Handlungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten diesmal in beiden politischen Lagern verurteilt werden, weil sie sowohl dem Gesetz als auch dem gesunden Menschenverstand und zugleich den Idealen sowohl der Republikanischen als auch der Demokratischen Partei widersprechen. Man muss nach alternativen Möglichkeiten suchen, der Russischen Föderation entgegenzutreten. Man muss sich bewusst machen, dass diese politische und militärische Turbulenz bis zur vorprogrammierten Niederlage Trumps und der Trumpisten bei den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten andauern kann.

PNatürlich ist es besser, darauf zu hoffen, dass die Niederlage des Trumpismus vernichtend ausfallen wird. Aber man muss auch darüber nachdenken, wie man handeln soll, falls es den Republikanern gelingt, die Kontrolle über den amerikanischen Senat zu behalten. Und man muss verstehen, dass der Kapitulationsplan Trumps und Putins für die Ukraine vom ukrainischen Volk nicht unterstützt wird und deshalb ohnehin nicht umgesetzt werden wird, welche ultrarechten Anführer sich in unserer schwierigen historischen Epoche auch immer auf die Seite des Bösen stellen mögen.


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Titel des Originals: Маск обмежив Starlink ЗСУ | Віталій
Портников. 14.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 14.10.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Musk: „Zelensky ist zu weit gegangen“ | Vitaly Portnikov. 11.10.2026.

Elon Musk hat sich Donald Trumps Forderung nach einem Wechsel an der ukrainischen Staatsspitze angeschlossen und betont, dass Zelensky zu weit gegangen sei. Offensichtlich meint der exzentrische Milliardär, der für seine engen Verbindungen zur Trump-Administration bekannt ist, jene Angriffe, die die Ukraine derzeit auf den militärisch-industriellen Komplex und die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation durchführen kann.

Das heißt, aus der Sicht von Trump und Musk müsste die Ukraine die Zerstörung ihrer eigenen Infrastruktur, die sich derzeit vor unseren Augen abspielt, die Ermordung friedlicher Einwohner der Ukraine durch Putin und die Besetzung ukrainischer Gebiete einfach hinnehmen, nur weil es im Weltbild von Trump und Musk drei starke Staatschefs gibt: Trump selbst, Xi Jinping und Putin. Und nur sie sollen darüber entscheiden, wie die Welt um sie herum aussieht. Die anderen Länder haben sich ihren Vorstellungen zu fügen.

Genau deshalb haben weder Trump noch Musk in ihren Äußerungen über Zelensky die russische Aggression gegen die Ukraine auch nur mit einem Wort erwähnt. Sie haben Putins Handlungen im Zusammenhang mit den Angriffen auf unser Land nicht erwähnt und auch den russischen Präsidenten selbst nicht erwähnt, der wiederholt jede Art von Vereinbarungen über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges abgelehnt hat.

Mehr noch: Trump sagt heute, dass er Putins Entscheidung begrüße, billiges Öl auf den Markt zu liefern. Und das, obwohl die Vereinigten Staaten aufgrund ihrer eigenen Sanktionen gar keine Möglichkeit haben, russisches Öl zu kaufen. Das ist durch amerikanische Gesetze verboten. Übrigens gilt das auch für Dieselkraftstoff. Und das, obwohl die Vereinigten Staaten erst vor Kurzem ein Gesetz verabschiedet haben, nach dem sie vernichtende Sanktionen bis hin zu Zöllen von 100 Prozent gegen jene fünf Länder verhängen wollen, die die größten Mengen russischen Öls kaufen.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat dieses Gesetz unterzeichnet und damit geprahlt, dass es verabschiedet worden sei. Jetzt stellt sich heraus, dass eine Entscheidung, die Trump persönlich dem Andenken seines verstorbenen Mitstreiters, Senator Lindsey Graham, gewidmet hatte, in dem Moment in den Müll geworfen werden kann, in dem sich die Möglichkeit irgendwelcher Geschäftemachereien mit Putin ergibt. Und wie wir sehen, stimmt Musk dieser Logik vollkommen zu und unterstützt den amerikanischen Präsidenten gerade deshalb, weil die Weltbilder von Trump und Musk in dieser Situation übereinstimmen.

Wir können uns lange darüber wundern, wie sich die Sicht von Trump und Musk auf die Welt innerhalb buchstäblich weniger Tage verändert hat. Aber wir verstehen, dass es hier überhaupt nicht um die Lieferung russischen Öls auf den Weltmarkt entgegen den weiterhin gegen Russland geltenden westlichen Sanktionen geht, sondern um die Möglichkeit, mit den Aktien des russischen Konzerns Lukoil Geld zu verdienen.

Offensichtlich ist das genau der Grund, weshalb Trump bis heute die Möglichkeit offenhält, die Sanktionen gegen diesen russischen Konzern nicht einzuführen, die längst beschlossen und vom amerikanischen Präsidenten selbst und seinem Umfeld als Sanktionen aus der Hölle bezeichnet worden waren.

Offensichtlich ist das genau der Grund, weshalb Trumps Vertreter Steve Witkoff und Jared Kushner in die russische Hauptstadt gereist sind. Wie jetzt klar wird, sprachen sie mit dem Präsidenten der Russischen Föderation gerade über diese Aktien und keineswegs über eine Wiederbelebung des russisch-ukrainischen Friedensverhandlungsprozesses, der sich seitdem keinen Schritt vom Fleck bewegt hat.

Offensichtlich ist das genau der Grund, weshalb Trump und Putin sich über die Lieferung einer kleinen Menge russischen Diesels auf den Weltmarkt einigen konnten. Wiederum entgegen jener Sanktionspolitik, die die Vereinigten Staaten eigentlich selbst verfolgen müssten.

Und wie wir verstehen, geht es hier überhaupt nicht um die Person des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky. Natürlich kann Trump ihm nicht verzeihen, dass er das Geschäft mit Putin als schwache Entscheidung eines starken Partners bezeichnet hat. Und es geht auch nicht um die Forderungen nach einem Wechsel des ukrainischen Präsidenten. Nein.

Das schwerwiegendste Problem besteht darin, dass man in Washington Russland als einen Staat betrachtet, der das Recht hat, seinen Nachbarn seinen Willen aufzuzwingen, einfach weil sein Präsident sich mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten über gemeinsame Interessen einigen kann. Denn der Konflikt liegt gerade darin, dass in der großen Politik Werte durch geschäftliche Interessen ersetzt werden, die zudem keinerlei wirklichen Bezug zur Politik der Vereinigten Staaten selbst, zu den Interessen des amerikanischen Volkes oder zu den Sicherheitsinteressen der gesamten Welt haben. Und wenn wir sehen, wie der Präsident der Vereinigten Staaten vor dem Hintergrund seines Interesses an solchen Geschäften einfach auf seine eigene Sanktionspolitik verzichtet, die er noch vor wenigen Wochen befürwortet hatte, kann sich die Frage stellen, wie verlässlich die Vereinigten Staaten unter dieser Administration als Partner sein können.

Andererseits verstehen wir aber, dass wir bis zu einem gewissen Grad Zeugen einer politischen Agonie sind. Sowohl Donald Trump als auch Elon Musk verfolgen die Meinungsumfragen aufmerksam und verstehen sehr gut, wie gefährlich ein Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress für sie wäre. Wie gefährlich die Tatsache wäre, dass in den Vereinigten Staaten nach einem solchen Sieg Untersuchungen über die Tätigkeit der Administration beginnen könnten.

Auch das ist ein gewaltiges Problem, das schon bald für Donald Trump, für sein engstes Umfeld und sogar für Elon Musk entstehen könnte. Musk leitete, wie wir uns erinnern, in den ersten Monaten nach Donald Trumps Einzug ins Weiße Haus, wenn auch informell, eine Kommission, die sich mit dem Abbau des Staatsdienstes beschäftigen sollte, und hat diesen Staatsdienst regelrecht zerschlagen.

Erinnern wir uns an das Schicksal eben jener US-Behörde für internationale Entwicklung, deren Zusammenbruch zu einem sprunghaften Anstieg der Einflussmöglichkeiten der Volksrepublik China im gesamten Globalen Süden geführt hat. Da beginnt man sich zu fragen, ob vielleicht auch das nicht im Interesse der Vereinigten Staaten lag, sondern im Interesse Elon Musks mit seinen erheblichen geschäftlichen Interessen gerade in der Volksrepublik China.

Aber wir haben heute keine Antwort auf diese Frage, könnten sie jedoch morgen erhalten. Und genau deshalb möchten sowohl Trump als auch Musk eine Niederlage der Republikaner verhindern und suchen selbst in zweifelhaften Geschäften mit dem Präsidenten der Russischen Föderation nach einem Ausweg. Das ist die Logik, von der sich diese Menschen leiten lassen, wenn sie über die Möglichkeit eines Sieges neuer Persönlichkeiten auf der politischen Bühne der Ukraine und über die Ablösung des ukrainischen Präsidenten sprechen. Das betrifft überhaupt nicht die Ukraine und nicht einmal Russland. Es könnte um ihr eigenes Schicksal und ihr eigenes Weltbild gehen.


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Titel des Originals: Маск: «Зеленський зайшов занадто далеко» | Віталій Портников. 11.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 11.10.2026.
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Interview mit Zelensky: das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 03.10.2026.

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, betonte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Ukraine ihre Angriffe auf die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation als Reaktion auf die Intensivierung neuer russischer Angriffe auf die Ukraine verstärken, dabei jedoch keine zivilen Objekte angreifen werde.

Zelensky sagt, der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, habe eine neue Doktrin beschlossen, in der es keinerlei Beschränkungen mehr hinsichtlich der Ziele gebe, auf die russische Raketen und unbemannte Luftfahrzeuge gerichtet werden könnten.

Meiner Ansicht nach ist der Grund für diese neue Doktrin jedoch nicht Putins Wut, die seit 2022 unvermindert anhält, sondern die Möglichkeit, die Ukraine ungestraft mit Raketen und Drohnen anzugreifen, solange es nicht genügend Raketen für die Patriot-Luftverteidigungsbatterien und auch keine ausreichenden Möglichkeiten gibt, strahlgetriebene Drohnen abzuschießen. Und wenn sich dieses Zeitfenster der russischen Möglichkeiten schließt, werden natürlich auch die Angriffe zurückgehen, die heute gegen zivile Objekte in der Ukraine geführt werden.

Die Worte, dass die Ukraine ihre Angriffe auf die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation fortsetzen werde, sind im Grunde nicht nur eine Antwort an Putin, sondern auch an den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der die Ukraine wiederholt dazu aufgerufen hat, diese Angriffe einzustellen. Er begründete dies damit, dass gerade infolge dieser Angriffe die Dieselpreise weltweit und auch an den amerikanischen Tankstellen rapide zu steigen begonnen hätten.

Übrigens stimmt, so seltsam es klingen mag, nicht nur Zelensky dieser Erklärung Trumps nicht zu, mit der dieser die Situation um die Blockade der Straße von Hormus zu kaschieren versucht, sondern auch der russische Präsident Putin. Dieser betonte bei seinem Auftritt auf einer Diskussionsrunde des Waldai-Klubs, dass sein Land über genügend Kraftstoff verfüge, westliche Sanktionen jedoch verhinderten, dass dieser Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt gelange.

Als Zelensky über die Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges sprach, zeigte er sich keineswegs optimistisch. Er betonte, dass die Bemühungen der Administration von Präsident Donald Trump um eine Wiederaufnahme solcher Verhandlungen bislang zu keinen konkreten Ergebnissen geführt hätten. Nach Ansicht des ukrainischen Staatschefs ist der russische Präsident Putin weder an irgendwelchen Friedensverhandlungen noch auch nur an einer Diskussion über einen Waffenstillstand im Bereich der Energieinfrastruktur interessiert.

Diese Worte Zelenskys werden auch durch die Äußerungen Putins selbst bestätigt, der bei seinem Auftritt beim Waldai-Klub bereits die Vorschläge für eine Energiewaffenruhe als absurd bezeichnete und damit jegliche Bemühungen der amerikanischen Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner zurückwies, die vor Kurzem Moskau und Kyiv besucht hatten – mit einem Besuch, der im Hinblick auf ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges ergebnislos blieb.

Im Grunde wird gerade jetzt deutlich, worin der eigentliche Sinn dieser Reise bestand. Wie sich herausstellt, führen die Vereinigten Staaten mit der Russischen Föderation Verhandlungen über den Verkauf von Vermögenswerten des russischen Ölkonzerns Lukoil in aller Welt. Bekanntlich ist dieses Unternehmen von amerikanischen Sanktionen betroffen. Und zu den Unternehmen, die an einem solchen Kauf interessiert sind, gehören auch solche, die unmittelbar mit dem Schwiegersohn von Präsident Trump, Jared Kushner, und Trumps Sondergesandtem und engem Freund Steve Witkoff verbunden sind. Angeblich war es Putin selbst, der Witkoff und Kushner bei ihrem jüngsten Treffen im Kreml ein solches Angebot machte.

Dann wird verständlich, worüber die amerikanischen Vertreter mit dem russischen Präsidenten tatsächlich sprechen und wie sehr sie der Friedensprozess selbst wirklich interessiert angesichts der Gewinne, die sich durch den Kauf von Vermögenswerten eines der größten russischen Ölkonzerne erzielen ließen.

Somit können wir feststellen, dass der einzige Ansatz der ukrainischen Führung für die nächste Phase der erbitterten russisch-ukrainischen Konfrontation weiterhin darin besteht, das russische Energiepotenzial zu verringern.

Gleichzeitig kann die Ukraine natürlich aus mehreren Gründen nicht zu Angriffen in einem solchen Ausmaß greifen, wie sie die Russische Föderation gegen unser Land führt.

  • Erstens verfügt die Ukraine bislang nicht über eigene ballistische Waffen. Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass Zelensky in seinem Reuters-Interview bereits über die Perspektiven der Entwicklung ballistischer Waffen spricht.
  • Zweitens verfügt die Ukraine nicht über jenes Zeitfenster, das Russland heute für seine ballistischen Angriffe und für Angriffe mit Raketen hat, die im Grunde strahlgetriebene „Shaheds“ sind.
  • Drittens kann die Ukraine schon aus Gründen ihrer eigenen Selbstachtung nicht so barbarisch Krieg führen wie Russland. Hinzu kommt, dass ein Krieg gegen den zivilen Sektor der russischen Wirtschaft und gegen Wohnviertel russischer Städte die Unterstützung für die Ukraine im Westen infrage stellen und die Position derjenigen stärken könnte, die für ein Ende dieser Unterstützung eintreten.

Das versteht auch Putin sehr gut. Gerade deshalb verstärkt er seine Angriffe auf die Ukraine, um die ukrainische Gesellschaft zu der Überzeugung zu bringen, dass sie vor der Russischen Föderation und ihren verbrecherischen Angriffen kapitulieren müsse. Und das ist ein klassischer historischer Moment, in dem eine barbarische Zivilisation, die vor massiven Angriffen auf Wohnviertel nicht zurückschreckt und deren Vertreter sich faktisch über die Tötung von Zivilisten freuen und dies als Vergeltung bezeichnen, darauf hofft, einen Vorteil gegenüber Zivilisationen zu erlangen, die an Menschlichkeit und am Respekt vor dem Leben festhalten – selbst vor dem Leben der Bürger jenes Landes, das sich in eine regelrechte terroristische Organisation verwandelt hat, die sich als Staat tarnt. Und darin liegt natürlich der eigentliche Kern jener Konfrontation, die wir im russisch-ukrainischen Krieg beobachten.

Deshalb bleiben die Wirksamkeit der Angriffe auf die russische Wirtschaft, die Zerstörung des Erdölverarbeitungssektors der Russischen Föderation, die Verringerung der russischen Ölförderung und der Nachweis, dass die russischen Streitkräfte nicht in der Lage sind, weitere Teile des ukrainischen Territoriums zu erobern, tatsächlich wichtige Instrumente, um die russische Aggression zu stoppen und Putin und sein Umfeld davon zu überzeugen, dass selbst derart brutale Mittel im Krieg gegen unser Land weder zur Kapitulation der Ukraine noch zu dem von Putin ersehnten Verschwinden des ukrainischen Staates von der politischen Landkarte der modernen Welt führen können. Und wir verstehen sehr gut, dass genau dies das Ziel sowohl von Putins Offensive als auch von Putins Angriffen auf Kyiv und andere ukrainische Städte und Ortschaften ist. 


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Titel des Originals: інтервʼю Зеленського: головне | Віталій Портников. 03.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 03.10.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Die Ukraine setzt die Zerstörung russischer Raffinerien fort | Vitaly Portnikov. 08.08.2026.

Die Ölraffinerie Syzran in der Region Samara sowie die Ölraffinerie Ilsky im Krasnodarer Gebiet wurden heute von ukrainischen Drohnen angegriffen.

Damit lässt sich feststellen, dass die Ukraine ihre systematischen Bemühungen zur Zerstörung der russischen Erdölverarbeitungsindustrie fortsetzt. Dies bleibt – ebenso wie die Angriffe auf russische Marktplätze und die Versuche, den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation außer Gefecht zu setzen – nahezu der einzige Weg, den russisch-ukrainischen Krieg in den kommenden Jahren zumindest auszusetzen oder sogar zu beenden.

Meiner Ansicht nach ist inzwischen offensichtlich geworden, dass die diplomatischen Bemühungen, die nach der Rückkehr Donald Trumps ins Oval Office erneut aufgenommen wurden, mit einem vorhersehbaren Fiasko geendet haben. Der russische Präsident will den russisch-ukrainischen Krieg erst dann beenden, wenn die ukrainische Staatlichkeit zerstört und der größte Teil der Bevölkerung der Ukraine aus den angestammten Siedlungsgebieten der Ukrainer vertrieben worden ist. Sämtliche diplomatischen Prozesse und Verhandlungen werden von Putin genutzt, um die Kampfhandlungen fortzusetzen und Zeit zu gewinnen – vermutlich bis zum Ende der Amtszeit Donald Trumps im Weißen Haus.

Damit liegt die Frage, wie und wann der russisch-ukrainische Krieg enden soll, genau im Bereich ukrainischer Angriffe auf die russische Wirtschaft – auf Ölraffinerien, auf Marktplätze und vor allem auf Betriebe des militärisch-industriellen Komplexes. Im Grunde geht es also um dieselben weitreichenden Sanktionen, die sich in der Praxis als weitaus wirksamer erweisen als die vom Westen verhängten Sanktionen.

Denn in den Jahren dieses Krieges sind wir noch zu einer weiteren wichtigen Erkenntnis gelangt. Es gibt in der Welt zwei wirtschaftliche Pole, die erbittert um die Führungsrolle konkurrieren. Die Sanktionen der Vereinigten Staaten, Donald Trumps Zölle, die Entscheidungen der Europäer zur Blockierung russischer Vermögenswerte – all diese wichtigen Maßnahmen funktionieren nicht und werden auch künftig nicht funktionieren, weil Russland ein organischer Bestandteil der Wirtschaften der Länder des Globalen Südens ist. Länder, die westliche Vorstellungen von Werten und internationalem Recht überhaupt nicht teilen. Länder, die jedes Handeln Amerikas und Europas als Diktat betrachten. Länder, die nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation fortsetzen wollen, sondern Russland auch nicht fallen lassen möchten, weil ein Zusammenbruch Russlands für diese Staaten einen Sieg des Westens bedeuten würde. Und genau das können diese Staaten – allen voran natürlich die Volksrepublik China, in der weiterhin ein kommunistisches Regime herrscht – nicht zulassen.

So kann der Westen auf russisches Öl und russisches Gas verzichten und russische Vermögenswerte blockieren, während gleichzeitig die Volksrepublik China, Indien und andere Länder des Globalen Südens weiterhin russisches Öl und russisches Gas kaufen und darauf sogar noch stolz sind.

Erst vor Kurzem habe ich eine Äußerung des Energieministers der Republik Türkei gesehen, dessen Nachname – Bayraktar – ich als durchaus bezeichnend bezeichnen würde. Er warf den Europäern vor, auf die Gaslieferungen über Nord Stream verzichtet zu haben, und sprach von der Weisheit der türkischen Politik, die auf dem Ausbau von TurkStream und der Fortsetzung der Öl- und Gaslieferungen aus der Russischen Föderation für die Bedürfnisse der türkischen Wirtschaft beruhe. Und wie wir sehen, kümmert es keinen einzigen Regierungsvertreter in Ankara – angefangen natürlich beim Präsidenten des Landes, Recep Tayyip Erdoğan –, dass türkisches Geld vom Präsidenten der Russischen Föderation für die Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine verwendet wird.

Es stellt sich heraus, dass man gleichzeitig russisches Öl und russisches Gas kaufen, den russischen Staatshaushalt finanzieren und lautstark die territoriale Integrität der Ukraine sowie die Notwendigkeit eines Kriegsendes unterstützen kann – obwohl man genau weiß, dass solche Erklärungen in Moskau niemanden interessieren, während sich buchstäblich jeder dort für das türkische Geld interessiert, das für russisches Öl und Gas gezahlt wird.

Und genau eine solche Politik verfolgen praktisch alle Länder des Globalen Südens. Natürlich lässt sich der türkische Beitrag zu dem finanziellen Polster Russlands, das Putin hilft, den Krieg fortzusetzen, nicht einmal annähernd mit dem chinesischen Beitrag vergleichen.     

Den Zollkrieg gegen die Volksrepublik China hat Donald Trump, so kann man sagen, in Rekordzeit verloren. Deshalb könnte selbst das Lindsey-Graham-Gesetz, das vom amerikanischen Senat verabschiedet wurde und offensichtlich für ein tatsächliches Vorgehen der Vereinigten Staaten gegenüber den Ländern des Globalen Südens von erheblicher Bedeutung ist, keinerlei Rolle bei der Fortsetzung der Käufe russischen Öls spielen, weil der amerikanische Präsident sich möglicherweise nicht dazu entschließen wird, neue Zölle gegen die Volksrepublik China zu verhängen.

Was also tun in dieser Situation wirtschaftlicher Ausweglosigkeit? Den Ausweg finden, den die Ukraine bereits gefunden hat.

Die Zerstörung der Ölraffinerien der Russischen Föderation führt dazu, dass mehr Rohöl für den Binnenmarkt bereitgestellt werden muss – doch es gibt keine Kapazitäten mehr, dieses Öl zu verarbeiten. Soll man es stattdessen über den Seeweg exportieren und hoffen, ausländische Käufer zu finden? Doch deren Zahl wird immer kleiner, weil – mit Ausnahme Chinas – alle anderen vermeiden müssen, amerikanische Sanktionen zu riskieren, die heute vielleicht noch unrealistisch erscheinen, künftig aber durchaus möglich sind. Und wenn sich herausstellt, dass das Öl weder verarbeitet noch verkauft werden kann, bleibt nichts anderes übrig, als die Förderquellen stillzulegen. Genau das ist der Weg zur Degradierung der russischen Erdölindustrie, zur Schließung der Tankstelle. 

Der andere Weg sind Angriffe auf Marktplätze, die Unternehmen in der Russischen Föderation zerstören und die Zahl derjenigen verringern, die tatsächlich auf eine weitere wirtschaftliche Entwicklung und damit auf neue Steuereinnahmen für den russischen Staatshaushalt hoffen können. Auch das schafft Probleme für die Zukunft, denn ein Krieg kostet gewaltige Summen.

Und noch ein weiterer wichtiger Weg – neben diesen beiden – ist tatsächlich der Versuch, Abschussanlagen für ballistische Raketen zu zerstören. Ich würde zudem darüber nachdenken, die Fabriken zu zerstören, in denen diese ballistischen Raketen hergestellt werden.

Genau auf diesen Feldern kann man nach einem Weg suchen, diesen endlosen Krieg auszusetzen und vielleicht in den kommenden Jahren sogar zu beenden. Ohne Angriffe auf Russland wird dieser Krieg noch viele schwierige Jahre andauern.


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Titel des Originals: Україна продовжує знищувати НПЗ |Віталій Портников. 08.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 08.08.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Das Graham-Gesetz: Der Plan, Russlands Kriegswirtschaft zu brechen. Vitaly Portnikov. 15.07.2026.

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Vor dem Hintergrund des unerwarteten Todes von Senator Lindsey Graham wird das Gesetz, das er praktisch das gesamte vergangene Jahr vorangetrieben hat, falls es bald verabschiedet wird, mit Sicherheit nicht Gesetz über neue Sanktionen oder Gesetz zum Druck auf Russland heißen, sondern Graham-Gesetz. Es wird als politisches Vermächtnis eines der außergewöhnlichsten amerikanischen Politiker der vergangenen Jahrzehnte in die Geschichte eingehen.

Dieses Gesetz wird den Ansatz widerspiegeln, den Graham verfolgte, seit es ihm gelungen war, enge freundschaftliche und berufliche Beziehungen zu Donald Trump aufzubauen. Einerseits spiegelt es die Haltung eines Senators wider, der stets der Ansicht war, dass man mit Diktaturen nur in der Sprache der Stärke sprechen könne, weil sie Diplomatie nicht verstünden. Deshalb besteht die Grundidee des Gesetzes darin, die energiepolitischen Möglichkeiten Russlands erheblich einzuschränken und vor allem denjenigen ernsthafte Probleme zu bereiten, die weiterhin Öl vom Kreml kaufen. Andererseits belässt es die politische und diplomatische Initiative beim Präsidenten. Donald Trump wird selbst entscheiden, wann und wie Zölle gegen Länder angewendet werden, die gegen die Bestimmungen dieses Gesetzes verstoßen.

Auf den ersten Blick ist das eher eine Erklärung als eine tatsächliche Drohung. Hat der Präsident der Vereinigten Staaten nicht gerade den wichtigsten Zollkrieg seines Lebens verloren? Warum sollten Länder, die russisches Öl kaufen, dann überhaupt auf neue Drohungen mit der Einführung von Zöllen reagieren?

Doch schon die bloße Existenz dieses Instruments wird wie ein Vorbote der Lähmung wirken. Es ist eine Sache, bereits eingeführte oder angekündigte Zölle, gegen die man sich wehren muss. Etwas völlig anderes ist die Drohung, solche Zölle einzuführen. Und das klare Bewusstsein, wodurch man in die nächste Runde eines Zollkriegs mit den Vereinigten Staaten geraten kann. Der Grund wäre der Kauf russischen Öls. Das bedeutet, dass Raffinerien in den Ländern des Globalen Südens ihre Kontakte und Verträge mit Russland konsequent abbauen werden. In Indien geschieht das bereits – ganz ohne Graham-Gesetz. Und die Verabschiedung eines solchen Gesetzes wird den Wunsch der indischen Ölwirtschaft nur noch verstärken, ihre Abhängigkeit vom russischen Ölmarkt zu verringern. Zumal russisches Öl auf dem indischen Markt nie von entscheidender Bedeutung war – vielmehr handelte es sich um ein Premiumprodukt, das es ermöglichte, billiges Rohöl zu kaufen, es zu Ölprodukten zu verarbeiten und diese anschließend für Dollar und Euro im Westen zu verkaufen. Wenn diese Möglichkeit entfällt, braucht Indien russisches Öl auch nicht mehr in besonderem Maße. Und ähnlich verhält es sich mit fast jedem anderen Land – mit Ausnahme Chinas, für das der Kauf russischen Öls auch eine wichtige politische Dimension besitzt. Doch selbst hier stellt sich die Frage: Wird Peking auf dieser Dimension bestehen, wenn reale Gefahren für die eigene Wirtschaft entstehen?

Dieses Modell wird somit die Probleme auf dem russischen Ölmarkt, die sich in den kommenden Monaten entwickeln werden, nur noch verschärfen. Wenn es der Ukraine weiterhin gelingt, russische Raffinerien anzugreifen, wird dies die Menge des Öls erhöhen, das Russland auf dem Weltmarkt verkaufen möchte. Und genau hier ist entscheidend, dass Russland dieses Öl nicht verkaufen kann. Das wiederum bedeutet, dass die Ölförderung zwangsläufig reduziert werden muss. Derzeit sprechen wir von einer Kraftstoffkrise. Doch zur Krise der Ölverarbeitung muss auch eine Krise der Ölförderung hinzukommen. Und zwar eine solche, dass Russland seine Öl- und Raffinerieindustrie in den kommenden Jahrzehnten nicht wieder aufbauen kann.

Tatsächlich ist genau das der beste Weg zum Frieden für die Menschheit – und keineswegs irgendwelche Verhandlungen oder Kompromisse. Russland ohne Geld ist ein Staat, mit dem man umgehen kann. Russland mit Geld ist ein gefährlicher Aggressor, der die Menschheit bedroht. Der Senator gehörte zu jenen, die dieses Gesetz der Entwicklung des russischen Staates und der russischen Gesellschaft hervorragend verstanden.

Deshalb muss Russland seiner Raffinerieindustrie beraubt werden – durch Angriffe auf die russische Infrastruktur. Russland muss die Möglichkeit genommen werden, Öl zu verkaufen – durch Angriffe auf Ölhäfen und durch Sanktionen gegen Länder, die dieses gefährliche Gut weiterhin kaufen, oder zumindest durch die Androhung möglicher Zölle gegen solche Länder. Man muss den Prozess so weit treiben, dass die Ölförderung in der Russischen Föderation zunächst reduziert und schließlich vollständig eingestellt wird. Man muss die Russen dazu zwingen, sich mit den Problemen ihres eigenen Landes und dessen intensiver Entwicklung zu beschäftigen, statt die Probleme der extensiven Entwicklung Russlands durch Aggression, Krieg, Mord, Raub und Gewalt lösen zu wollen.

Das ist das Graham-Gesetz.


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Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 15.07.2026.
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Der Effekt der zwei Hände. Vitaly Portnikov. 29.04.2026.

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Die Reise von Volodymyr Zelensky nach Zypern zu einem informellen Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union war mit einem offensichtlichen Erfolg verbunden. Nachdem Viktor Orbán aufgehört hatte, die Entscheidung über die Bereitstellung von Geldern für die Ukraine für die nächsten zwei Jahre zu blockieren, konnte die EU ein Paket in Höhe von 90 Milliarden Euro vereinbaren.

Doch das ist ein sehr seltsamer Sieg. Denn die Entscheidung über dieses Paket war bereits auf dem vorherigen EU-Gipfel getroffen worden. Und Viktor Orbán war nicht dagegen. Der Kompromiss mit Ungarn sowie mit der Slowakei und Tschechien bestand darin, dass diese drei Länder sich finanziell nicht an dem Kredit beteiligen würden.

Dann jedoch folgte ein russischer Schlag gegen die Ölpipeline „Druzhba“ – und die Vorwürfe, dass die Ukraine mit der Reparatur nicht eile. Sowohl Orbán als auch der slowakische Ministerpräsident Robert Fico betonten, dass sie das Verfahren zur Gewährung des Kredits erst dann fortsetzen würden, wenn durch „Druzhba“ wieder russisches Öl fließe. Und interessant ist: Brüssel und Kyiv  erfüllten die Forderung der ungarischen und slowakischen Regierungschefs, während Orbán und Fico keinerlei Zugeständnisse machten. In Brüssel wurde sogar vermutet, dass die Ukraine den Neustart von „Druzhba“ beschleunigte, um nicht bald mit einer neuen möglichen Blockade konfrontiert zu werden – diesmal durch den künftigen bulgarischen Ministerpräsidenten und ehemaligen Präsidenten Rumen Radev, der während seiner Amtszeit für seine prorussische Haltung bekannt war.

Und darin liegt eine gewisse Schizophrenie. Die Europäische Union stellt einerseits der Ukraine Dutzende Milliarden Dollar zur Verfügung, um das makroökonomische Gleichgewicht zu sichern. Und mit der Fortdauer des russisch-ukrainischen Krieges werden diese Ausgaben nur weiter steigen.

Andererseits ist Brüssel seit vier Jahren nicht in der Lage, etwas gegen den Wunsch der ungarischen und slowakischen Regierungen zu unternehmen, weiterhin russisches Öl zu kaufen. Und wesentliche Veränderungen sind hier nicht zu erwarten. Der Sieger der ungarischen Parlamentswahlen, Péter Magyar, betonte, er werde versuchen, die Ölversorgung zu diversifizieren – doch auf russische Rohstoffe will er ebenfalls nicht vorschnell verzichten.

Das bedeutet, dass die Europäer nicht nur den ukrainischen Widerstand gegen die russische Aggression finanzieren, sondern gleichzeitig Milliarden Dollar auch in eben diese Aggression stecken – denn wir alle verstehen, was Vladimir Putin mit den ungarischen und slowakischen „Öldollars“ macht. Er verwendet sie für den Krieg. Und das sind nicht einmal chinesische Yuan – Geld aus dem Westen ist für Putin tatsächlich entscheidend.

Eine ähnliche Schizophrenie beobachten wir derzeit in den Vereinigten Staaten. Washington setzt weiterhin den Waffenverkauf im Rahmen eines Programms fort, das europäische Käufe amerikanischer Waffen für die Ukraine vorsieht. Doch in den letzten Wochen hat das US-Finanzministerium bereits zweimal Lizenzen für den Verkauf russischen Öls aus Tankern auf See erteilt. Zwar erklärt der US-Finanzminister Scott Bessent, dass die Vereinigten Staaten diese Lizenz künftig nicht verlängern wollen. Doch auch vor der vorherigen Verlängerung hatte der Minister ähnliche Aussagen gemacht – und Russland erhielt dennoch die gewünschte Genehmigung. Eine Genehmigung, Dutzende Milliarden Dollar zur Auffüllung des Haushalts und zur Fortsetzung des Krieges zu erhalten. Und das, obwohl Donald Trump immer wieder betont, dass er an einem Ende des Krieges Russlands gegen die Ukraine interessiert sei. Doch je mehr Geld Russland hat, desto länger wird der Krieg andauern. Denn für Putin ist die Fähigkeit, Krieg zu führen, in erster Linie eine Frage der Ressourcen.

So beobachten wir weiterhin eine Tendenz,     die mich seit Jahren immer wieder erstaunt. Der Westen hilft der Ukraine mit der einen Hand, sich gegen die Aggression zu verteidigen – und finanziert diese Aggression mit der anderen. Und angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten sowie der Wahrscheinlichkeit einer Energiekrise kann man nicht sicher sein, dass sich diese Situation in naher Zukunft grundlegend ändern wird.

Das bedeutet, dass der Effekt der zwei Hände ein Bestandteil des westlichen Ansatzes im russisch-ukrainischen Krieg bleiben wird. Doch ich bin mir nicht einmal sicher, ob es sich nur um einen Effekt handelt. Manchmal scheint es mir, als sei es ein echtes Urteil – ein Urteil über den gesunden Menschenverstand.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Ефект двох рук. Виталий Портников. 29.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 29.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Trump ist wieder zum Krieg bereit | Vitaly Portnikov. 21.04.2026.

Es bleiben buchstäblich nur noch wenige Stunden bis zum 22. April, dem letzten Tag des Waffenstillstands, den der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump an jenem Tag ausgerufen hatte, als die Welt sich bereits auf einen neuen, harten Schlag der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran und auf eine mögliche iranische Antwort vorbereitet hatte, die damals nach Meinung vieler Beobachter die Lage in den Ländern des Persischen Golfs destabilisieren, zu möglichen Verzögerungen bei der Produktion und Lieferung von Öl führen und zu einer weiteren Stufe hin zu einer großen Energiekatastrophe werden sollte.

Viele meinten, dass jene Militäroperation kaum schnell zur Entblockierung der Straße von Hormus, zur Wiederherstellung der Wege der Öllieferungen geführt hätte. Und die Entscheidung des Präsidenten der Vereinigten Staaten über einen Waffenstillstand mit dem Iran schien ein reales Programm zu sein, das darauf abzielte, Wege zu finden, zumindest vorübergehende Vereinbarungen mit der Islamischen Republik zu erreichen, was seinerseits zur Entblockierung der Straße von Hormus geführt hätte.

Nach zwei Wochen können wir sagen, dass wir wieder in einem Murmeltiertag gelandet sind. Zu keiner Entblockierung der Straße von Hormus ist es gekommen. Sie wurde vom Iran buchstäblich nur für einige Stunden entblockiert, dann aber wieder blockiert, nachdem Donald Trump erklärt hatte, dass er trotz der iranischen Entscheidung seine eigene Blockade der Straße von Hormus bis zu dem Moment fortsetzen werde, in dem die Islamische Republik seine Forderungen nach Verzicht auf Atomwaffen und auf die Entwicklung eines Raketenprogramms annehme.

Die Verhandlungen zwischen der amerikanischen und der iranischen Delegation, die ersten seit der Errichtung der Islamischen Republik auf hohem Niveau, verliefen ohne irgendwelche Ergebnisse. Sogar jetzt, wenn bis zum Ende des Waffenstillstands nur noch einige Stunden bleiben, ist unbekannt, ob der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance nach Islamabad aufbrechen wird und ob dort eine iranische Delegation eintreffen wird, die als Bedingung für ihr Eintreffen die Entblockierung der Straße von Hormus durch Donald Trump nennt.

Donald Trump wiederum sagt, dass er zu einer neuen Bombardierung des Iran bereit sei, und meint, dass eine solche Bombardierung eine starke Position in den Verhandlungen sein könne. Der Iran betonte als Antwort, dass er neue Karten vorbereitet habe, um Trump auf einen möglichen neuen Schlag gegen den Iran zu antworten. So weit sind wir am Abend des 21. April 2026 gekommen.

Und es kann eine ziemlich einfache Frage entstehen: Wozu musste dann dieser Waffenstillstand überhaupt ausgerufen werden, wenn am Tag seines Endes absolut nichts geschehen ist, nicht einmal die Straße von Hormus ist entblockiert. Und damit ist die Vorstellung der Welt von einer möglichen Krise, die alle Bereiche der Wirtschaft erfassen wird, absolut realistisch und möglich.

Inwieweit musste man dann auf die Militäroperation gegen den Iran verzichten, die vorbereitet zu sein schien, wenn man nun wieder zu Drohungen mit Schlägen gegen den Iran zurückkehren muss? Und wenn schon vor zwei Wochen klar war, dass diese Schläge zu nichts Konkretem und zu nichts Realem führen würden, welchen Sinn haben dann neue Schläge nach dem 22. April? Auf all diese Fragen gibt es heute, wie mir scheint, vor allem bei Donald Trump selbst keine Antwort.

Obwohl man der Wahrheit ins Auge sehen muss: Den Iranern ist es in diesen zwei Wochen gelungen zu beweisen, dass die Straße von Hormus tatsächlich ein ernstes Instrument der Erpressung ist, sogar ernster vom Standpunkt der Auswirkung auf die Menschen und auf die Wirtschaft als das Vorhandensein einer iranischen Atombombe. Trump musste in diesen zwei Wochen auf eine solche iranische Bedingung eingehen wie die Einstellung der Schläge Israels gegen die Positionen der terroristischen Organisation Hisbollah, die das Leben im Norden des jüdischen Staates buchstäblich unerträglich gemacht hat. Israel betonte nach der Verkündung des Waffenstillstands zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, dass der Libanon nicht zur Zone des Waffenstillstands gehöre. In dieser Position wurde es von Trump unterstützt. Buchstäblich nach einigen Tagen änderte sich die Position des amerikanischen Präsidenten ins Gegenteil, weil er sich überzeugt hatte, dass es ohne eine solche atemberaubende Änderung der Position nicht gelingen würde, die Öffnung der Straße von Hormus zu erreichen. Israel musste die Schläge gegen die Hisbollah nach der öffentlichen Erklärung Donald Trumps einstellen, dass er dies Israel befohlen habe, das heißt, er stellte die Autorität des einzigen verbündeten Staates, der bereit war, gemeinsam mit ihm gegen den Iran zu kämpfen, und sogar dessen Souveränität infrage.

Aber dieses Zugeständnis Donald Trumps hat, wie wir sehen, zu keinerlei realen Ergebnissen geführt, außer dem Zugeständnis selbst. Der Iran öffnete die Straße von Hormus für einige Stunden, und als er sich überzeugt hatte, dass Donald Trump nicht bereit war, sie von seiner Seite zu öffnen, und bereit war, iranische Schiffe festzuhalten, schloss er sie wieder. Und nun stehen wir tatsächlich vor mehreren Optionen, von denen jede schlimmer ist als die vorherige.

Eine Option: Der Status quo bleibt bestehen. Sagen wir, die Führung Pakistans vereinbart mit den Vereinigten Staaten und dem Iran ohne irgendwelche Verhandlungen von ihrer Seite eine Verlängerung des Waffenstillstands um zwei Wochen, um dem Verhandlungsprozess die Möglichkeit zu geben, weiterzugehen. Das bedeutet, dass die Straße von Hormus weitere zwei Wochen geschlossen bleiben wird, was ein unglaubliches Risikoniveau für die weltweite Energiewirtschaft, die Wirtschaft, die Landwirtschaft und andere Industriezweige schafft, die sich mit einer solchen Geschwindigkeit in Richtung Degradation bewegen, dass wir sie bald nicht einmal mehr verfolgen können.

Zweite Variante. Der Waffenstillstand bleibt bestehen, aber gleichzeitig geht Trump in seinem Bemühen, die Straße von Hormus zu öffnen, auf weitere Zugeständnisse an den Iran ein, das heißt, er hebt seine eigene Blockade auf. Genau davon sprach Trumps der Oberbefehlshaber der Streitkräfte Pakistans, Feldmarschall Asim Munir, offen, der der wichtigste Vermittler im Dialog zwischen Washington und Teheran ist.

Das wird bedeuten, dass der Iran demonstriert, dass er den amerikanischen Präsidenten und seine Administration buchstäblich an der Gurgel hat. Denn wenn der Iran diese Meerenge öffnet und ihm dann etwas nicht gefällt, kann er sie wieder schließen und Donald Trump erneut mit neuen Forderungen erpressen. Man kann sagen, dass der Iran jetzt nicht amerikanische Diplomaten als Geiseln hält, wie das in den ersten Monaten nach dem Sieg der Islamischen Revolution war, sondern die gesamte Weltwirtschaft.

Und das ist ein solches Instrument des Einflusses, das den Iran buchstäblich zu einer Supermacht unter den Supermächten macht, unter Bedingungen der Vernichtung einer großen Zahl politischer und militärischer Führer dieses Landes und eines großen Teils seiner Wirtschaft. Die Straße von Hormus hat sich in eine echte Schwachstelle Donald Trumps, der Weltwirtschaft, des kollektiven Westens verwandelt. Und niemand versteht, wie man sie entblockieren soll. Katastrophe auf Katastrophe.

Dritte Variante. Donald Trump versteht, dass jedes neue Zugeständnis zu einer Verschlechterung der Situation führt. Er stimmt der Idee einer Verlängerung des Waffenstillstands nicht zu, obwohl offensichtlich ist, dass er sehr nicht kämpfen will, weil er versteht, dass jede neue Bewegung zu neuen politischen Problemen führt, die im November 2026 mit einer Niederlage der Republikanischen Partei enden werden. Und in dieser Situation beginnt er, wie wir verstehen, eine neue Runde des Krieges mit dem Iran.

Hier ist die Situation absolut unvorhersehbar. Wir kennen die Antwort auf die Frage nicht, zu welchen Ergebnissen dieser Krieg führen wird. Wirklich, zu welchen? Vielleicht wird dieser Krieg dazu führen, dass es den Vereinigten Staaten doch gelingt, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu errichten, das iranische Regime zu vernichten. Aber da stellt sich die Frage: Wenn solche Möglichkeiten bestanden, warum hat Trump sie dann nicht ohne irgendeinen Waffenstillstand genutzt?

Und wenn es solche Möglichkeiten heute auch nicht gibt, welchen Sinn hat es dann, sie im gegenwärtigen Moment zu diskutieren? Es gibt noch die reale Variante, dass die Militäroperation der Vereinigten Staaten zu keinen wesentlichen Ergebnissen führt, aber mit einer Degradierung sowohl der iranischen Ölindustrie als auch der Ölindustrie der benachbarten Länder des Persischen Golfs endet, und auch möglicherweise mit iranischen Schlägen gegen ihre Entsalzungsanlagen, was vor unseren Augen eine noch vor Kurzem blühende Region in eine lebenslose Wüste verwandeln wird. Auch diesem ziemlich gefährlichen Szenario können wir näherkommen.

Und es ist offensichtlich, dass die Führer der Länder, die jetzt den Persischen Golf regieren, sich der ganzen Gefahr einer solchen Entwicklung der Lage sehr gut bewusst sind und alles Mögliche tun werden, um sie zu verhindern. Aber auch dort muss es keine Einigkeit geben. Wie wir verstehen, wissen wir nicht, mit welchen Vorschlägen sich der Kronprinz Saudi-Arabiens jetzt an Donald Trump wendet und mit welchen Vorschlägen sich die Führer der Vereinigten Arabischen Emirate an ihn wenden. All das sind ebenfalls Fragen, die dem Verständnis der Realität völlig fernliegen.

Gerade jetzt findet in den Vereinigten Staaten eben eine weitere Beratung amerikanischer Führungsvertreter statt, die zu begreifen versuchen, was man mit dem Iran in einer solchen Situation tun soll; an dieser Beratung nehmen neben Donald Trump J. D. Vance teil, der vorerst in Washington geblieben ist und nicht nach Teheran abgeflogen ist, ebenso der Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio, der Verteidigungsminister Pete Hegseth und der Direktor der Central Intelligence Agency John Ratcliffe. Also findet in Washington jetzt faktisch eine solche Beratung auf höchster Ebene statt. Das ist ebenfalls ein wichtiger Punkt, den man erwähnen sollte, wenn wir die heutige Situation besprechen.

Wir wissen nicht, was Donald Trump wählen wird. Wir müssen begreifen, dass es hier buchstäblich keine guten Varianten gibt, weil die beste Variante in dieser Situation jetzt für Trump, das, was er wirklich braucht, darin besteht, die Straße von Hormus zu entblockieren, aber so, dass er sein Gesicht wahrt. Der amerikanische Präsident spricht ja schon nicht einmal mehr von einem Regimewechsel im Iran. Nein, er äußert sogar den Wunsch, sich mit den Führern des Iran zu treffen, wenn eine Vereinbarung erreicht wird.

Dabei ist die Situation auch interessant. Wenn wir von Vereinbarungen mit den Führern des Iran sprechen, wissen wir nicht, von wem prinzipiell überhaupt die Rede ist. Wer sind diese Führer, wer regiert den Iran überhaupt? Ja, die iranische Delegation bei den Verhandlungen wird vom Parlamentspräsidenten Ghalibaf angeführt, aber er ist nicht der Oberbefehlshaber der Streitkräfte des Iran.

Oberbefehlshaber ist Ajatollah Khamenei, der Sohn des von den Israelis getöteten früheren Diktators der Islamischen Republik. Ajatollah Mojtaba Khamenei hat seit dem Moment, als die Residenz seines Vaters bombardiert wurde, niemand gesehen und niemand gehört. Man spricht davon, dass tatsächlich die Möglichkeit besteht, dass der Iran von den Führern des Korps der Wächter der Islamischen Revolution regiert wird und dass der reale Führer dieses Landes heute der Kommandeur des Korps der Wächter der Islamischen Revolution ist, dass er dem Parlamentspräsidenten Ghalibaf Anweisungen gibt.

Das kann eine absolut reale Geschichte sein. Dem könnte man auch zustimmen. Aber es entsteht eine andere Frage. Kann der Oberbefehlshaber des Korps der Wächter der Islamischen Revolution denn Befehle an die Armeeführung geben? Denn im Iran ist gerade durch die Bemühungen von Ajatollah Khomeini und Ajatollah Khamenei eine parallele Struktur staatlicher Organe und Institutionen geschaffen worden. Und sie besteht sogar auf der Ebene der Machtstrukturen fort. Ich erinnere die ganze Zeit daran und werde nicht müde, das zu tun.

Es gibt das Korps der Wächter der Islamischen Revolution, es gibt die iranische Armee, es gibt die Basidsch, die zivile Miliz, die das Korps der Wächter der Islamischen Revolution unterstützt. Es gibt schließlich die inneren Truppen des Innenministeriums des Iran. Keiner der iranischen Beamten und Generäle kommandiert all diese Gruppierungen gleichzeitig. Nicht einmal der Präsident der Islamischen Republik, ein Mensch, den angeblich die gesamte Bevölkerung wählt, hat das Amt des Obersten Oberbefehlshabers der Streitkräfte des Iran. Er tritt im Grunde in der Rolle des Regierungschefs auf, der sich ausschließlich mit technischen Problemen beschäftigen und Tweets in sozialen Netzwerken veröffentlichen kann. Vom Parlamentspräsidenten rede ich schon gar nicht. Stimmen Sie zu, dass es eine sehr seltsame Situation ist, wenn den Iran bei Verhandlungen nicht der Präsident des Landes vertritt, sondern der Parlamentspräsident.

Aber das Wichtigste ist, dass auch der Kommandeur des Korps der Wächter der Islamischen Revolution nicht über die gesamte Fülle der Macht verfügt. Die gesamte Fülle der Macht und das Amt des Oberbefehlshabers der Streitkräfte aller Iraner nimmt der Oberste Führer der Islamischen Revolution ein, eben jener Rahbar, den seit 50 Tagen niemand gehört und seit 50 Tagen niemand gesehen hat. Und es gehen verschiedene Gerüchte über seinen Zustand um, aber tatsächlich wissen wir davon nichts, was mit ihm real geschieht. Und auch das begrenzt die Möglichkeiten von Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran und das Erreichen einer Vereinbarung bei diesen Verhandlungen.

Dabei versucht jeder Politiker, in seiner eigenen Welt zu leben. Heute hielt der Präsident Frankreichs Emmanuel Macron, der, wie wir wissen, einer der Patronen der Unabhängigkeit und Souveränität des Libanon ist, eine große Rede zum Nahen Osten. Und der Präsident der Französischen Republik sagte absolut logische Dinge vom Standpunkt der Lage im Nahen Osten aus. Er sagte, dass der Schlüssel zum Frieden im Libanon der Abzug der israelischen Truppen und die Entwaffnung der Hisbollah sein könne.

Nun, wie der Abzug der israelischen Truppen vor sich gehen kann, kann man sich vom technischen Standpunkt aus vorstellen. Das kann eine Entscheidung der Regierung Israels sein. Also, sagen wir, wenn die Regierung Israels entscheidet, dass die israelischen Truppen aus dem Territorium des Libanon abziehen müssen, vom Standpunkt der eigenen Sicherheit aus oder vom Standpunkt des Drucks auf Israel seitens Präsident Donald Trump, der bereits demonstriert hat, dass er der amtierenden israelischen Regierung jede beliebige seiner Wünsche und Launen aufzwingen kann, dann werden die israelischen Truppen aus dem Libanon abziehen. Das ist in Wirklichkeit nicht so schwierig, wie es scheint.

Aber wer wird die Hisbollah entwaffnen? Auch eine wunderbare Frage. Der Premierminister Israels Benjamin Netanyahu kann sich im Weißen Haus mit Präsident Joseph Aoun treffen und mit ihm die Frage der Entwaffnung dieser terroristischen Organisation besprechen. Aber tatsächlich hat der Präsident des Libanon keinerlei reale Druckmittel auf die Hisbollah und ihre Führer.

Und so bleibt der Iran das einzige reale Land, das auf die Hisbollah Einfluss nimmt, ihr Geld und Waffen gibt und offensichtlich an ihrer Entwaffnung nicht interessiert ist. Sogar der jetzige Führer dieser terroristischen Organisation, Naim Qassem, den Israel jeden Augenblick liquidieren kann, so wie es seinen Vorgänger Hassan Nasrallah liquidiert hat, kann diese terroristische Organisation kaum entwaffnen.

Und in dieser einfachen Wahrheit zeigt sich, würde ich sagen, wie in einem Wassertropfen die ganze schwierige Lage im Nahen Osten. Dass es für viele Fragen einfach keine Lösung gibt, und wenn es sie gibt, dann gibt es mächtige Kräfte, um sie zu blockieren.

Das betrifft übrigens auch unseren Krieg. Heute hörten wir die Rede des Präsidenten der Russischen Föderation, der erneut sagte, niemand zweifle daran, dass der Sieg im Krieg Russland gehören werde, und damit seinen aufrichtigen Wunsch zeigte, weiter Krieg zu führen. Und auch hier kann man die amerikanische Administration fragen, die sich angeblich derzeit nicht so ernsthaft mit der russisch-ukrainischen Regelung beschäftigt. Die Vereinigten Staaten können Druck auf die Ukraine ausüben, Präsident Zelensky die ganze Zeit davon überzeugen, dass man die Truppen aus dem Gebiet der Oblast Donezk abziehen müsse und der Krieg dann ende, Putin einem Ende des Krieges, dem Abschluss eines Friedensabkommens zustimme. Aber wer wird Druck auf Putin ausüben und wie?

Putin sagt mit voller Überzeugung, dass die russischen Truppen Schritt für Schritt Teile des ukrainischen Territoriums abbeißen werden, um eine Pufferzone zwischen dem Territorium der Russischen Föderation, den von Russland besetzten Regionen der Ukraine und dem freien Territorium der Ukraine zu schaffen. Nun, wir verstehen doch, dass man eine Pufferzone bis ins Unendliche abbeißen kann. Erst eine Pufferzone abbeißen und dann eine Pufferzone schaffen, um die Pufferzone selbst zu schützen, und so bis Uschhorod, und weiter eine Pufferzone auf den Territorien Ungarns, der Slowakei, Polens und Rumäniens schaffen, um die Pufferzone zu schützen, die in dieser Zeit bereits geschaffen worden ist.

Und da stellt sich die Frage: Wie, auf welche Weise Druck auf Trump ausüben, damit er diese Situation begreift? Und wie kann Trump Druck auf Putin ausüben in einer Situation, in der der amerikanische Präsident heute, unter Bedingungen, in denen der Ölmarkt buchstäblich vor unseren Augen aus dem Gleichgewicht gerät und es keinerlei reale Instrumente zur Öffnung der Straße von Hormus gibt, dem Russen eher hilft, Milliarden Dollar mit Öl zu verdienen, als ihn im Krieg zu stoppen?

Und das ist so ein Teufelskreis. Einerseits hätte Trump gern ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges, um den Wählern wenigstens irgendetwas im Hinblick auf seine erfundene Friedensstifterrolle vorzuführen. Andererseits steckt er in der Falle des Iran-Krieges fest und kann nicht mehr heraus. Und um diese Falle, in der er sich befindet, etwas zu lockern, versucht er natürlich, wie wir verstehen, mit Präferenzen für Putin den Öldruck des Iran zu verringern.

Und in der Zeit, in der er für Putin den Öldruck verringert, ist Putin seinerseits nicht nur daran interessiert, dass der Iran aus dem Krieg mit den Vereinigten Staaten und Israel als eindeutiger Sieger hervorgeht. Und die Russen verbergen das bereits nicht mehr.

Haben Sie diese Geschichte mit der Festnahme israelischer Bürger in Moskau gesehen? Ich frage nicht, warum sie dorthin gefahren sind. Dummheit läuft, wie bekannt, den Menschen voraus. Wir erinnern uns, wie viele ukrainische Bürger Russland bis 2022 und auch nach 2022 besuchten. Bei vielen ist dieser Wunsch nicht verschwunden. Aber man sagte Israelis einfach ins Gesicht, dass sie aus einem feindlichen Land kommen, das den Verbündeten angegriffen hat.

Also, Russland wünscht nicht nur den Sieg des Iran und das Verschwinden Israels von der politischen Weltkarte und eine Katastrophe für Amerika, es will auch, dass dieser Krieg lange andauert und dass Donald Trump gezwungen ist anzuerkennen, dass der Westen ohne russisches Öl einfach nicht standhalten wird und dass auch der globale Süden dieses russische Öl braucht. Auch das ist ein sehr wichtiger Punkt, den man erwähnen muss, wenn wir über die Fragen der zukünftigen Entwicklung der Ereignisse sprechen.

Wenn man sagt: „Das ist unser Krieg, das ist nicht unser Krieg.“ Wir sehen, dass das im Wesentlichen ein Krieg ist oder zwei Fragmente des Vorspiels zum Dritten Weltkrieg, in dem die verängstigte Menschheit bald leben wird, oder bereits ein Element des Dritten Weltkriegs. Auch das können wir bis zum Ende nicht wissen. Und ich denke, dass die Antwort auf diese Frage nicht wir erhalten werden, sondern sie die Historiker der Zukunft. Man wünschte sich, dass diese Antwort nicht so schrecklich wäre. Aber was muss man tun, damit diese Antwort nicht so schrecklich wird? Nun, zumindest zu begreifen, dass das ein Krieg ist, das wäre ebenfalls kein schlechter Punkt, der mit der Zukunft zusammenhängt.

Gerade eben hat ein hochrangiger Vertreter der Administration der Vereinigten Staaten gesagt, dass Trump alternative Varianten habe außer der Wiederaufnahme von Luftschlägen gegen den Iran. Wir wissen nicht, was das für alternative Varianten sind. Wir können uns vorstellen, dass sich unter diesen alternativen Varianten sowohl die Suche nach einem Verhandlungsweg als auch die Suche nach irgendwelchen möglichen alternativen wirtschaftlichen Maßnahmen befinden kann, die die Möglichkeiten der Islamischen Republik schwächen würden. Und sogar der Versuch einer Bodenoperation. Obwohl wiederum: Wie kann eine Bodenoperation ohne vorausgehende Luftschläge aussehen?

Aber es ist bereits völlig klar, dass Trump diesen Krieg sehr nicht wieder aufnehmen will, dass er die Wiederaufnahme des Krieges und die Folgen dieser Wiederaufnahme sehr fürchtet. Und ich schließe absolut nicht aus, dass man jetzt bei der Beratung beim Präsidenten der Vereinigten Staaten gerade diese möglichen alternativen Varianten bespricht. Eine der alternativen Varianten kann, wie ich schon sagte, auch ein Waffenstillstand sein, der im amerikanisch-iranischen Krieg ausgerufen werden könnte. Und dieser Waffenstillstand kann, wie wir verstehen, in irgendeinem Szenario auch ein Szenario für einen Waffenstillstand im russisch-ukrainischen Krieg sein, wenn er irgendwie gestaltet und erreicht wird.

Schon allein unter diesem Gesichtspunkt, dass im amerikanisch-iranischen Krieg zumindest verständlich ist, dass die Amerikaner die Möglichkeit des Drucks auf den Iran noch nicht verloren haben, obwohl der Iran, wie wir sehen, gewichtige Möglichkeiten des Drucks auf die Vereinigten Staaten hat, dass die Straße von Hormus ein Instrument dieses Drucks ist. Was aber den Druck auf Russland betrifft, sehe ich heute solche realen Möglichkeiten bei den Amerikanern nicht. Real Druck auf Russland übt die ukrainische Armee aus, die auf die Ölhäfen und die Ölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation schlägt und so Bedingungen für eine reale wirtschaftliche, energetische Krise in Russland selbst schafft.

Ich werde einige Fragen beantworten, die während dieser Sendung eingegangen sind.

Frage. Wie viele Weltkriege hat Trump schon gewonnen und wie viele Iran-Kriege ebenfalls? Ist das nicht der Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“?

Portnikov. Ich habe schon gesagt, dass das ein echter Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist und wir in ihm leben und vielleicht noch ziemlich lange in ihm leben können. Und leider ist das so eine Tendenz der Weltpolitik, dass wir uns die ganze Zeit in genau einem solchen Tag wiederfinden.

Frage. Glauben Sie, dass die Regelung beider Kriege durch neue internationale Gesetze und Normen bedingt sein könnte?

Portnikov. Ich sehe vorerst keinerlei Möglichkeit zur Schaffung irgendwelcher neuen internationalen Gesetze und Normen, weil die Idee jetzt damit zusammenhängt, dass die Russische Föderation, der Iran, sogar China beschlossen haben, jene Welt nach Regeln zu bombardieren, die bis jetzt existierte. Und die Vereinigten Staaten wollen, statt zu dieser Welt nach Regeln zurückzukehren, Russland, dem Iran und China beweisen, dass sie in einer Welt ohne Regeln die Ersten sein können. Und so sind wir mit Ihnen in eine Situation unkontrollierten Chaos geraten, die mehrere Jahrzehnte in Folge andauern und den größeren Teil der Länder der heutigen Welt in einen Strudel der Aussichtslosigkeit ziehen kann.

Wie kehrt man zu einem normalen Leben zurück? Ich sage Ihnen wie. Wenn die Vereinigten Staaten zur Idee der Notwendigkeit einer Welt nach Regeln zurückkehren, vielleicht geschieht das bereits, nachdem Donald Trump die politische Bühne verlassen hat, vielleicht auch nicht, dann werden die Vereinigten Staaten יחד mit anderen Ländern des Westens gerade Anstrengungen dieser Art unternehmen. Bis dahin aber sehen wir, wenn Sie wollen, eine Konkurrenz der Chaose.

Frage. Welche Rolle spielt Israel in diesen Verhandlungen?

Portnikov. Nun, erstens möchte ich alle, die diese Sendung aus Israel sehen, zum Unabhängigkeitstag beglückwünschen, der vor einigen Stunden begonnen hat, und zumindest wünschen, dass unsere israelischen Zuschauer und Zuhörer den nächsten Unabhängigkeitstag in Frieden und nicht im Krieg begehen. Das ist jener Wunsch, den wir uns am Unabhängigkeitstag der Ukraine selbst immer machen.

Die Rolle Israels in diesen Verhandlungen ist jetzt auf null reduziert. Soweit wir verstehen, erfuhr der Premierminister Israels Benjamin Netanyahu von dem von Donald Trump im iranisch-amerikanischen Krieg ausgerufenen Waffenstillstand einige Minuten, bevor der Präsident der Vereinigten Staaten einen solchen Waffenstillstand öffentlich verkündete. Für den Premierminister Israels, für seine Regierung war all das eine echte kalte Dusche aus dem einfachen Grund, dass Israel sich auf die Fortsetzung der Operation gegen den Iran vorbereitete und nicht glaubte, dass Donald Trump auf die Fortsetzung des Krieges verzichten würde.

Und das war noch nicht das Ende, weil Benjamin Netanyahu auch vom Ende der Kampfhandlungen im Libanon einige Minuten, bevor Donald Trump diesem Ultimatum seitens des Iran nachkam, erfuhr. So spielt Israel im Verhandlungsprozess heute keine irgendeine reale Rolle.

Und das ist übrigens auch für uns eine sehr ernste Lehre. Nun, was haben wir die ganze Zeit gesagt: „Oh, Donald Trump nimmt auf uns keine Rücksicht, weil Zelensky sich falsch verhält. Weil er Putin liebt und nicht Zelensky. Weil er an einer Lösung der Frage des russisch-ukrainischen Krieges nicht so interessiert ist, wie wir es gern hätten, weil er nicht so unser Freund ist.“ Nun gut. Donald Trump ist ein großer Freund Israels, der beste. Er ist ein persönlicher Freund Benjamin Netanyahus. Benjamin Netanyahu übernachtete im Haus Donald Trumps und ist seit vielen Jahren mit der Familie von Trumps Schwiegersohn Kushner befreundet.

Aber in dem Moment, als Trump begann, an seine Interessen zu denken, begann er sich Netanyahu ungefähr so gegenüber zu verhalten wie Zelensky. Das heißt, überhaupt nicht, ohne jede Berücksichtigung dessen, was Benjamin Netanyahu über die Situation denkt. Und Benjamin Netanyahu blieb nichts anderes übrig, als Reden zu halten, so zu tun, als entscheide er in dieser Situation irgendetwas, und Donald Trump zu danken. Genau dasselbe, was Volodymyr Zelensky nach dem Skandal im Oval Office tun musste.

Also spielt es keine Rolle, ob du ein Freund Donald Trumps bist, ob du nach Mar-a-Lago fährst oder nach Washington, in Donald Trumps Büro, oder nirgendwohin fährst. Ob du mit seiner Familie befreundet bist oder mit dieser Familie nichts zu tun hast. Wenn es um die realen Interessen Donald Trumps geht, wird man an dir die Füße abtreten, in jeder Situation auf dich spucken. Das ist alles, was man begreifen muss. Nun, das sollte man begreifen.

Frage. Nach Angaben von CNN sind 30–50 % der Raketenbestände der USA im Krieg gegen den Iran aufgebraucht. Wie wahrscheinlich ist es, dass ein weiterer Krieg die Vereinigten Staaten so sehr schwächt, dass die Achse des Bösen auf absehbare Zeit einen Freibrief für neue Konflikte erhält?

Portnikov. Eine solche Möglichkeit gibt es, und sie verstärkt sich mit jedem Tag. Heute gab es übrigens die Meldung aus Estland, dass Estland die bereits geplante Lieferung von Raketen für HIMARS aus den Vereinigten Staaten nicht erhalten hat, weil die Vereinigten Staaten bei dieser Technik einen ernsthaften Mangel haben. Und zweifellos wird ein weiterer Krieg das militärische Potenzial der Vereinigten Staaten erschöpfen, insbesondere die Bestände an strategischen Raketen, Flugabwehrraketen und so weiter. Also werden die Vereinigten Staaten vieles über viele Jahre hinweg wiederherstellen müssen. Donald Trump hat bereits vorgeschlagen, den Militärhaushalt der Vereinigten Staaten um 40 % auf eineinhalb Billionen Dollar zu erhöhen. Das ist eine gewaltige Zahl, die, denke ich, von den Vereinigten Staaten eine erhebliche Kürzung ihrer eigenen Sozialprogramme und vieler Haushaltsausgaben verlangen wird und im Grunde, würde ich sagen, zu einem ernsthaften Geschenk für viele Wähler Donald Trumps werden wird, die sich bereits im nächsten Jahr von vielen ihrer Träume und Erwartungen für die kommenden Jahrzehnte verabschieden werden.

Andererseits meine ich, dass ehrliche Armut besser ist als das Fehlen von Sicherheit. Und genau eine solche ehrliche Armut wünsche ich den Wählern Donald Trumps für alle Jahre, die ihnen in ihrem Leben bleiben, denn es ist normal und richtig, beim Wählen dieser oder jener Person genau das zu bekommen, was du verdienst. Armut und Sicherheit. Und jetzt werden darin alle Wähler von Populisten in der ganzen Welt leben, von den Vereinigten Staaten bis zu den europäischen Ländern, wo man, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, bei uns heute das siebenjährige Jubiläum, so zu wählen vermag. Dagegen lässt sich nichts machen. Für alles im Leben muss man mit harter Münze bezahlen.

Also ist das ein reales Problem, das tatsächlich in die Zukunft verlagert werden kann. Und in erster Linie können wir natürlich von der Volksrepublik China sprechen, die all diese Chancen zu nutzen vermag, zumindest einen neuen Kriegsschauplatz in der asiatischen Ebene zu eröffnen oder einfach asiatische Länder so zu erschrecken, dass sie bereit sein werden, jeden Wunsch Chinas zu erfüllen, nur um nicht mit seinen Bemühungen konfrontiert zu werden. Die Konfrontation Chinas mit Japan verschärft sich buchstäblich heute vor unseren Augen. Auch das muss man klar begreifen.

Frage. Vorbereitete neue Karten Irans, sind das Schläge gegen die Türkei oder gegen Europa? Wenn man von der Logik der Eskalation ausgeht, erscheint mir das als wahrscheinliches Szenario.

Portnikov. Nun, ehrlich gesagt sehe ich keine Notwendigkeit für Schläge gegen die Türkei und Europa seitens des Iran. Aus einem einfachen Grund: Sowohl in der Türkei als auch in den europäischen Ländern tritt man im Wesentlichen gegen den Krieg der Vereinigten Staaten gegen den Iran auf, und gegen die Türkei und gegen Europa zu schlagen erscheint mir vom Standpunkt der iranischen Interessen aus absolut unlogisch. Aber ich lasse zu, dass der Iran im Fall amerikanischer Schläge ein vollständigeres Verzeichnis von Zielen vorbereitet haben könnte, ein Verzeichnis von Zielen, das gerade die Öl- und Ölverarbeitungsindustrie der Länder des Persischen Golfs sowie Schläge gegen die Energiewirtschaft Israels umfassen würde. Obwohl das eine zweitrangige Frage ist, weil die Ausschaltung der israelischen Wirtschaft von der Weltwirtschaft nicht bemerkt werden wird. Aber von der Ausschaltung der Wirtschaften der ölreichen Länder des Persischen Golfs wird eine schwere Erkrankung beginnen, verbunden mit der Blockade von Hormus. Also ist das eine absolut reale Sache.

Frage. Hat Netanyahu, ein so erfahrener Politiker, denn nicht verstanden, dass man, man kann nicht, man kann noch einmal nicht mit Trump als Hauptverbündeten in einen so ernsten Krieg gehen darf?

Portnikov. Erstens hatte Netanyahu keine anderen Verbündeten, die bereit gewesen wären, gemeinsam mit Israel gegen den Iran zu kämpfen und die Gefahr zu verringern, die der Iran für den jüdischen Staat darstellt, und vielleicht wird er solche auch nicht mehr haben. Und die Bedrohung seitens des Iran hat aus Sicht Israels einen existenziellen Charakter, weil das Ziel des Iran die Vernichtung des jüdischen Staates im Nahen Osten ist. Und zweifeln Sie nicht daran, dass dieses Regime, wenn es erhalten bleibt, alles tun wird, um dieses Ziel zu verwirklichen. Das ist kein deklaratives Ziel. Zu glauben, dass der Iran das einfach so sagt und nicht vorhat, es zu tun, heißt, die realen Ziele Teherans nicht zu verstehen.

Genauso wie viele Ukrainer bis heute nicht verstehen, dass das reale Ziel des Präsidenten der Russischen Föderation die Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit ist. Der Präsident der Russischen Föderation ist bereit, jeden Preis in Menschenleben der eigenen Landsleute und in Geld zu zahlen, wenn er es haben wird, um dieses Ziel in den 20er–30er Jahren des 21. Jahrhunderts zu verwirklichen. Kriegerische Jahrzehnte für die Ukraine, obwohl auch das zehnte Jahrzehnt, wie bekannt, in jener Kollektion des endlosen Krieges kriegerisch ist.

Andererseits müssen Sie bedenken, dass jeder Politiker, der viele Jahre an der Macht ist und der, wie Netanyahu, noch dazu durch Strafverfolgung belastet ist, jeden Krieg, der zur Niederlage des Feindes hätte führen sollen, als Ablass und als Möglichkeit zur Machtbewahrung betrachten kann und als Möglichkeit, nicht auf der Anklagebank zu landen, nicht nur wenn du vor Gericht gehst und aussagst, sondern real nicht in einer Gefängniszelle zu landen. Und Netanyahu konnte in seinem Kopf einfach Wunsch und Wirklichkeit verwechseln, genau so, wie Donald Trump das tat. Wenn du Staatsinteressen mit den Interessen deines eigenen politischen Überlebens verwechselst, ist das leider immer so.

Obwohl, ich wiederhole, was wir auch immer über Netanyahu sagen mögen, über seine Erfahrenheit oder Unerfahrenheit, Befangenheit oder Unbefangenheit, Korruptheit oder Nicht-Korruptheit, die existenzielle Gefahr für die Juden, die in Israel leben, hinsichtlich des Wunsches des Iran, sie zu vernichten, hebt das nicht auf, denn der Iran hat das niemals verborgen, sondern im Gegenteil bei jeder Gelegenheit immer erklärt.

Frage. Angenommen, Trump würde des Amtes enthoben. Angenommen, obwohl das technisch unmöglich ist, weil es im Senat keine zwei Drittel der Demokraten gibt und sie auch nach 2026 nicht erscheinen werden. Angenommen, die Demokraten kommen an die Macht. Das kann wahrscheinlich erst 2029 geschehen, bis zu dem man noch ohne einen Dritten Weltkrieg leben muss, der die Lebensperspektiven von zig Millionen Menschen, die in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern der Welt leben und niemals mehr Wähler werden können, beenden könnte. Auch das ist in nächster Zeit absolut real. Nun, angenommen, das ist nicht geschehen. Seltsam, aber es ist nicht geschehen. Und die Demokraten sind an die Macht gekommen. Werden die USA Verbündeter Israels bleiben?

Portnikov. Ja, werden sie. Aber es ist klar, dass jeder neue Präsident der Vereinigten Staaten, auch wenn er kein Demokrat, sondern ein Republikaner sein wird, höchstwahrscheinlich ein vorsichtigerer Verbündeter Israels sein wird als Donald Trump. Denn es wird sowohl die Erfahrung Donald Trumps geben als auch die Unwilligkeit, Risiken einzugehen, und die Suche nach irgendeinem diplomatischen Weg zur Lösung des Problems, die in Wirklichkeit ein Zerreden des Problems sein kann. Wir müssen uns sagen: Hätte der Iran denn wirklich keine Atomwaffe bekommen, wenn seine Abkommen mit Barack Obama weiter erfüllt worden wären? Wer kennt die Antwort auf diese Frage?

Frage. In den Medien erschien die Information, dass in Peking ein trilaterales Treffen von Xi, Trump und Putin möglich sei. Was ist Ihre Meinung dazu, ist das wieder eine weitere Verschwörungstheorie?

Portnikov. Im Moment gibt es nicht einmal Gründe anzunehmen, dass in Peking ein bilaterales Treffen zwischen Trump und Xi Jinping stattfinden wird. Und ich denke, Sie haben die Medienberichte einfach falsch gelesen. Die Medien berichteten, dass Putin höchstwahrscheinlich nach Peking kommen könne, nachdem der Besuch Trumps stattfindet. Oder dass er unabhängig vom Besuch Trumps nach Peking kommen könne. Aber ein solches trilaterales Treffen war nicht geplant. Geplant war, dass Xi Jinping und Putin die Lage erörtern würden, sagen wir, im Zusammenhang mit ihrer eigenen Sicht ihrer Zusammenarbeit und des Drucks auf Amerika, nachdem der Vorsitzende der Volksrepublik China sich mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten getroffen hat.

Frage. Mir persönlich ist klar, dass die Kriege andauern und sich ausbreiten werden, zu viele neue Militärtechnologien, die Asymmetrie und Unvorhersehbarkeit schaffen. Warum glauben die meisten Menschen an einen schnellen Frieden?

Portnikov. Menschen neigen dazu, an das zu glauben, was nicht geschehen kann, einfach weil es der menschlichen Natur eher entspricht, in Frieden als im Krieg zu leben. Und viele Menschen können den Krieg nicht als Norm akzeptieren. Obwohl in Wirklichkeit die reale Norm der politischen Existenz in der Welt immer Krieg war und nicht Frieden. Das gilt besonders für Menschen, die zufällig in das relativ friedliche Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg geraten sind, als die Angst vor einem neuen Krieg die Unmöglichkeit großer Konflikte schuf und alle Kriege eher in einem lokalen Maßstab stattfanden. Die Jahre sind vergangen, und jetzt wird Krieg, Krieg und noch einmal Krieg die Norm der Existenz dieser Generationen von Menschen sein bis zu dem Moment, in dem irgendeine große Katastrophe und der Tod von Millionen Menschen in kurzer Zeit die Menschen wieder dazu bringen, sich vor dem Krieg zu fürchten und die Bemühungen zu seiner Fortsetzung zu stoppen. Und so werden die nächsten Generationen jener Menschen, denen es gelingt, in diesem Fleischwolf zu überleben, ebenfalls in Frieden leben. Und wir müssen ihnen alles Gute wünschen, falls es uns nicht gelingt, und auch das ist möglich, uns diesen Menschen anzuschließen.

Frage. Glauben Sie, dass gerade die Angst Trumps, vor den amerikanischen Wählern das Gesicht zu verlieren, ihn morgen dazu bringen kann, auf den Knopf zu drücken, selbst wenn die militärischen Berater dagegen sein werden?

Portnikov. Die Frage ist, was Trump unter Gesichtsverlust vor den amerikanischen Wählern versteht. Trump wird meinen, dass er vor den amerikanischen Wählern das Gesicht verliert, wenn sie wieder zu den Tankstellen kommen und dort hohe Kraftstoffpreise sehen, und wenn das bis November 2026 so bleibt. Und das ist seine Hauptkatastrophe, sein Hauptalptraum. Und niemand wird ihm sagen, dass, wenn er auf den Startknopf drückt, sich dadurch irgendetwas an der Situation mit seinem Gesicht vor den amerikanischen Wählern ändern wird. Genau darin liegt die Hauptintrige des morgigen Tages. Wie Trump die Situation real einschätzt unter Bedingungen, in denen sich seine Ansichten über das, was geschieht, jede Minute ändern.

Danke, Freunde. Wir werden auf dieses Thema unbedingt zurückkommen. Ich bitte Sie, zu kommentieren, wie Sie denken, ob am 22. April eine neue Runde des amerikanisch-israelischen Krieges beginnen wird und zu welchen Folgen sie für die Welt und für Russlands Krieg gegen die Ukraine führen wird.


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Titel des Originals: Трамп знову готовий воювати | Віталій Портников. 21.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 21.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Putins Teufelskreis. Vitaly Portnikov. 20.04.2026.

https://hromada.us/uk/articles/2026/04/20/putins-vicious-circle?fbclid=IwZnRzaARUhGVleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeCAdsFI0sci4GB-EzWGhTOpLZjMMCqioi4dAX5vG0lmY-sUMawUyI93I5pT4_aem_qpkgF2_-sHI0idIFc5J9XQ

Dem russischen Präsidenten wird es nicht gelingen, einen regelrechten Akt beispielloser Großzügigkeit, den man ihm in den Vereinigten Staaten vor dem Hintergrund des Krieges mit dem Iran und der Versuche, nach der Schließung der Straße von Hormus das Ölgleichgewicht irgendwie zu stabilisieren, organisiert hat, voll auszunutzen.

Ja, Putin wird Milliarden Dollar aus dem Verkauf von Öl aus Tankern erhalten, die vorausschauend aufs Meer hinausgeschickt wurden. Aber er hatte mit mehr gerechnet.

Dieses Mehr wird es dank der Bemühungen der ukrainischen Streitkräfte nicht geben. Angriffe auf die russische Ölverarbeitung begannen bereits im Herbst 2023, doch gerade jetzt hat ihre Intensität zugenommen. Und das Wichtigste: Die Ukrainer haben verstanden, dass man nicht nur die Raffinerien treffen muss, sondern vor allem die Ölterminals der Russischen Föderation.

Diese kombinierten Schläge treiben den russischen Präsidenten in einen Teufelskreis. Russland kann kein Öl verkaufen, kann aber auch das Rohöl nicht für den eigenen Bedarf verarbeiten, weil die Kapazitäten der Raffinerien nicht ausreichen. Man ist gezwungen, Bohrlöcher stillzulegen und Währungsreserven zu nutzen, um Erdölprodukte im Ausland zu kaufen.

Doch im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten gibt es immer mehr Probleme, und ja, auch diese Erdölprodukte verteuern sich. Und die Wirtschaft beginnt tatsächlich und spürbar einzubrechen.

Nicht umsonst stellt die Zeitschrift Foreign Affairs fest, dass es durch die ukrainischen Angriffe gelungen ist, das zu erreichen, was mit allen westlichen Sanktionen zusammen nicht möglich war.

Im vergangenen Jahr sind die Öleinnahmen des Kremls um 24 Prozent gesunken – das war der schlechteste Wert seit 2020. Im Januar 2026 verdienten die Russen mit dem Verkauf von Öl halb so viel wie ein Jahr zuvor. Im März beliefen sich die Einnahmen laut der Nachrichtenagentur Reuters auf minus 52 Prozent im Vergleich zum März 2025. Und zum ersten Mal in den Jahren des groß angelegten Krieges gegen die Ukraine gab Russland mehr für diesen Krieg aus, als es durch Öl einnahm. So musste Putin eine Sonderbesprechung einberufen und seine Minister wegen des Rückgangs des BIP rügen.

Ja, natürlich will er den Krieg keineswegs beenden und betrachtete Friedensverhandlungen bis heute ausschließlich als Schlüssel zu einem Einvernehmen mit seinem amerikanischen Amtskollegen. Doch es geht nicht nur um Putins Wünsche – es geht um seine Möglichkeiten. Wenn Russland das Geld ausgeht und Bedingungen für soziale Destabilisierung entstehen, wird Putin schlicht gezwungen sein, anzuhalten. Die Stabilität des Regimes zu riskieren, liegt keineswegs in seinem Interesse.

So wird das Jahr 2026 dank der ukrainischen Anstrengungen zu einer Zeit echten Drucks auf Putin. Dabei ist es jedoch wichtig, dass sich nur Putin in einem Teufelskreis befindet – und nicht Trump.

Denn wenn Trump einerseits den Krieg Russlands gegen die Ukraine schnell beenden will, andererseits aber der Erteilung und anschließenden Verlängerung einer Lizenz für den Verkauf russischen Öls aus Tankern der „Schattenflotte“ zustimmt, rettet er mit dieser Lizenz faktisch die russische Öl-Infrastruktur und schafft Bedingungen nicht für ein Ende, sondern für die Fortsetzung des Krieges. Und nicht nur dafür, sondern auch für die Unterstützung des Iran.

Der Iran, sich dieser Möglichkeit der Unterstützung bewusst, setzt Trump weiterhin unter Druck und blockiert die Straße von Hormus. Und Trump hilft Putin erneut beim Verkauf von Rohstoffen, um irgendwie den Druck steigender Ölpreise auf die Ergebnisse der Kongresswahlen zu verringern.

Putins Teufelskreis gefällt mir. Trumps Teufelskreis hingegen weniger, denn er ist ein Ausweg für Putin – zumindest vorübergehend. Und um Putin zum Anhalten zu zwingen, sollte man diesen „Teufelskreis“ Trumps durchbrechen.

Zumal sich das auch auf den Verlauf der Ereignisse im Nahen Osten ausschließlich positiv auswirken würde.


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Titel des Originals: Замкнене коло Путіна. Віталій Портников. 20.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 20.04.2026.
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Trump rettet Putin erneut | Vitaly Portnikov. 18.04.2026.

Das Finanzministerium der Vereinigten Staaten hat die Gültigkeit der Lizenz, die es Russland erlaubt, sein bereits zuvor auf Schiffe verladenes und sich derzeit auf See befindliches Öl zu verkaufen, um einen weiteren Monat verlängert. Eine solche Lizenz war der Russischen Föderation erstmals nach Beginn des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran erteilt worden, als der amerikanische Präsident Donald Trump wegen der steigenden Ölpreise und der daraus resultierenden Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten selbst besorgt war. Vor dem Hintergrund des Waffenstillstands im amerikanisch-iranischen Krieg betonten die Beamten des Finanzministeriums jedoch, dass Russland keine neue Genehmigung erhalten werde.

Nun haben sich diese Aussagen, mit denen der US-Finanzminister Scott Bessent auftrat, als Desinformation erwiesen. Wie aus Washington berichtet wird, hat Bessent selbst die Möglichkeit einer Verlängerung der Lizenz mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, besprochen. Und die Politiker kamen zu dem Schluss, dass dies eine gute Idee sei. Darüber hinaus drängten Länder wie Indien und die Philippinen, die wegen der Schließung der Straße von Hormus besorgt sind, auf eine Verlängerung der Lizenz für Russland. Übrigens erschien die Genehmigung genau vor dem Hintergrund ihrer erneuten Sperrung durch Iran.

Obwohl Donald Trump gestern prahlerisch erklärte, die Straße von Hormus sei für immer geöffnet, verging nicht einmal ein Tag, bis das Korps der Wächter der Islamischen Revolution die Meerenge erneut schloss und nun nicht nur darauf besteht, dass Israel seine militärischen Operationen gegen die terroristische Organisation Hisbollah im Libanon einstellt — dieser Forderung der Iraner musste Donald Trump zustimmen —, sondern auch darauf, dass die Vereinigten Staaten ihre eigene Seeblockade der Straße von Hormus aufgeben, die vor allem mit der Unmöglichkeit der Durchfahrt von Schiffen aus Iran und nach Iran verbunden ist. Und nun ist die Situation wieder zu der zurückgekehrt, die noch gestern bestand, nur mit einem Waffenstillstand im Libanon und der Möglichkeit für die Hisbollah, ihre Ressourcen für weitere Angriffe auf Israel auszubauen.

Wie sich die Situation entwickeln wird, ist natürlich schwer vorherzusagen, aber offensichtlich werden vor dem Hintergrund der fortgesetzten Blockade der Straße von Hormus durch Iran die Ölpreise steigen, was den politischen Zielen Donald Trumps überhaupt nicht entspricht. Und daher ist der Versuch, erneut russische Dienste zu nutzen, um das Ölgleichgewicht zu stützen, aus Sicht des bisherigen Verhaltens des amerikanischen Präsidenten völlig nachvollziehbar, der offenbar nicht begreifen will, dass das Geld, das Putin aus dem Ölverkauf erhält, zur Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges verwendet wird — jenes Krieges, den Trump erneut prahlerisch versprach, in den ersten Tagen seiner Rückkehr ins Oval Office zu beenden. Wie die meisten Wahlversprechen Donald Trumps bleibt auch dieses unerfüllt.

Natürlich wird es für Putin schwierig sein, aus dem Ölverkauf Gewinne in dem Umfang zu erzielen, auf den er hätte hoffen können, da die Streitkräfte der Ukraine weiterhin Angriffe auf die Ölhäfen der Russischen Föderation und die russische Ölverarbeitung durchführen und dem russischen Staatschef, der auf die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges ausgerichtet ist, neue Möglichkeiten zur Einnahmeerzielung fehlen. Doch wir müssen daran erinnern, dass Putin die Öltanker im Voraus auf See gebracht hat.

Als sich diese Tanker häuften, stellten viele die Frage: „Warum braucht Russland eine solche Menge an Ölschiffen, und was wird Moskau mit dem Rohstoff tun, nachdem die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen zwei seiner wichtigsten Ölkonzerne — Rosneft und Lukoil — verhängt haben?“ Doch nun können wir erkennen, dass entweder die russische Geheimdienstgemeinschaft professionell gearbeitet und den Präsidenten der Russischen Föderation über die Möglichkeit von Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran informiert hat — was aus Gründen des gesunden Menschenverstands zwangsläufig zur Schließung der Straße von Hormus und zu ernsthaften Problemen in der Weltwirtschaft und Energieversorgung führen musste. Dass Donald Trump dies nicht gesehen hat, bedeutet nicht, dass man in der russischen Hauptstadt damit nicht rechnen konnte. Oder aber Putin erhielt im Voraus Informationen von Vertretern der amerikanischen Führung, die bekanntlich ständig mit ihm oder mit einem solchen seiner Emissäre wie Kirill Dmitrijew in Kontakt stehen, der die Vereinigten Staaten regelmäßig gerade zu wirtschaftlichen Gesprächen besucht.

Man kann sagen, dass es den Russen gelungen ist, Sich operativ auf eine Entscheidung im Zusammenhang mit einer möglichen Schließung der Straße von Hormus vorzubereiten und zu verstehen, dass sie zumindest aus den Schiffen, die sich auf See befinden, schnell die Möglichkeit haben würden, Rohstoffe an Länder wie Indien, die Philippinen und natürlich an die Volksrepublik China zu verkaufen, die die amerikanischen Sanktionen gegen die Russische Föderation überhaupt nicht beachtet.

Doch neues Öl, um es in ausreichender Menge auf See zu bringen, könnte Russland schlicht nicht haben. Zudem könnte es auch keine realen Möglichkeiten geben, dieses Öl zu verkaufen. Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass die Lizenz, die den Russen derzeit von den Vereinigten Staaten erteilt wurde und die einen Monat gelten soll, sich gerade auf das Öl bezieht, das sich bereits auf See befindet, und nicht auf neues Öl, das Russland in seinen Seehäfen verladen und auf neuen Schiffen ausfahren müsste.

  • Erstens funktionieren diese Häfen praktisch nicht, von dort kann kein Rohstoff verschifft werden.
  • Zweitens gibt es ein großes Problem bei der Produktion von Erdölprodukten in der Russischen Föderation.

Und so wird in jedem Fall der Gewinn, den Putin aus seinen Öllieferungen an die Länder des globalen Südens erzielt, ein begrenzter Gewinn sein. Aber selbst ein begrenzter Gewinn ist immer noch Geld für den Krieg.

Das ist Geld für den Krieg, den der Präsident der Russischen Föderation bereit ist, in den kommenden Monaten, vielleicht sogar Jahren, gegen die Ukraine zu führen.

Das ist Geld für den Krieg, den Putin aufgrund seines Wunsches erhält, das Territorium seines Landes zu vergrößern und zu den imperialen Grenzen zurückzukehren.

Das ist Geld für den Krieg, das Putin dank der Unterstützung von Donald Trump und seiner Administration erhält, die sich nicht einmal in der Lage sehen, nicht nur die Prioritäten ihrer Außenpolitik zu bestimmen, sondern, so seltsam es für die größte demokratische Nation der modernen Welt klingen mag, auch die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu verstehen. Und offenbar sind sie nicht fähig zu begreifen, dass man im Kampf gegen Iran nicht gleichzeitig Iran stärken kann, indem man ihm erlaubt, sein eigenes Öl zu verkaufen. Und man kann nicht gleichzeitig den Verbündeten Irans, Russland, stärken, indem man ihm ermöglicht, am Krieg zu verdienen und nicht nur gegen die Ukraine zu kämpfen, sondern auch Iran zu unterstützen.

Aber von Logik, so scheint mir, kann man in der heutigen Politik Abschied nehmen.


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Titel des Originals: Трамп знову рятує Путіна | Віталій Портников. 18.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.04.2026.
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Die letzten Öltanker: Was weiter | Vitaly Portnikov. 14.04.2026.

Die letzten Tanker mit Vorkriegsöl nähern sich jetzt ihren Bestimmungshäfen. Damit nähern wir uns jener roten Linie, über die wir mit Ihnen praktisch seit den ersten Wochen des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran sprechen. Wir sprechen davon, dass man heute in Wirklichkeit noch nicht sagen kann, dass wir bereits auf einen Ölmangel getroffen sind, und dass dieser Anstieg der Ölpreise an den Börsen, den wir alle in den ersten Wochen des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran beobachtet haben, nicht die reale Situation auf dem Energiemarkt widerspiegelte, sondern vor allem mit den Erwartungen der Ölhändler verbunden war.

Und auch der jetzige Rückgang des Ölpreises hängt nicht mit dem zusammen, was in der Situation geschieht, die wir alle beobachten, wenn wir über die Energiekrise in der Welt sprechen. Denn jetzt können die Ölhändler gerade darauf hoffen, dass es den Vereinigten Staaten und dem Iran gelingen wird, sich zu einigen, und dass dadurch die Straße von Hormus freigegeben wird und zusammen mit dem Ende der Blockade wieder Supertanker mit Öl erscheinen und sich die Energiesituation in der Welt verbessert.

Aber heute können wir eine ziemlich einfache und verständliche Situation feststellen. Die letzten Tanker mit Öl werden entladen. Die Menge an Öl, die in diesem letzten Monat durch die Straße von Hormus gegangen ist, nähert sich null. Damit wird in der Welt in einigen Wochen ein offensichtlicher Ölmangel zu beobachten sein, weil das Öl, das jetzt auf die Weltmärkte geliefert wird, einfach nicht ausreichen wird, um den Bedarf jener Länder zu decken, die früher über die Route durch Hormus Öl erhielten. Und schon jetzt laufen in Asien, kann man sagen, die letzten Kämpfe um den Erhalt jenes Öls, das es noch geschafft hat, vor der Blockade der Straße von Hormus durch das iranische Korps der Islamischen Revolutionsgarden durchzukommen.

Aber nachdem das Öl endgültig verteilt sein wird, beginnt eine völlig neue Energieepoche. Ja, man kann sich vorstellen, dass die europäischen Länder versuchen werden, ihre strategischen Ölreserven freizugeben. Man kann annehmen, dass auch die Vereinigten Staaten zu solchen Maßnahmen greifen könnten. Aber auch hier stellt sich die Frage, wie lange diese strategischen Reserven reichen werden und wie das die Lage in der Welt real verändern wird.

In jedem Fall bleiben jetzt nur noch einige Varianten der weiteren Entwicklung der Ereignisse, die mit Blick auf die Folgen und Ergebnisse des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran bestimmend sein werden.

Die erste ist, dass die Verhandlungen doch noch ein Ergebnis bringen. Wie ich bereits gesagt habe, setzen die Ölhändler große Hoffnungen auf diese Verhandlungen. Pakistan bereitet weiterhin möglicherweise ein neues Treffen zwischen der iranischen und der amerikanischen Delegation vor, bevor der von Donald Trump verkündete zweiwöchige Waffenstillstand endgültig ausläuft. Wir haben diesen Termin fast schon vergessen, weil unmittelbar danach Verhandlungen zwischen der amerikanischen und der iranischen Delegation stattfanden, die zu keinerlei konkreten Ergebnissen führten.

Aber hier stellt sich eine ziemlich einfache Frage: Wenn diese zwei Wochen enden, wird Donald Trump sich dann daran erinnern? Was wird er tun, nachdem der Waffenstillstand ohne irgendwelche realen Ergebnisse und Vereinbarungen endet? Auf den ersten Blick sind Trump und sein Vizepräsident J. D. Vance, der die Delegation der Vereinigten Staaten bei diesen Verhandlungen leitet, nun ausreichend friedfertig gestimmt. Und sie sprechen davon, dass, ich zitiere den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, die Vereinigten Staaten ihre Hauptziele in dieser Operation bereits erreicht hätten und beabsichtigten, sie zurückzufahren.

Aber wie können die Vereinigten Staaten ihre Operation gegen den Iran zurückfahren, wenn die Straße von Hormus blockiert bleibt und damit die Ölpreise nicht nur in den Ländern Europas und Asiens, sondern natürlich auch in den Vereinigten Staaten von Amerika steigen werden? Und das vor den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress, die zu einer politischen Katastrophe für Donald Trump werden könnten. Etwas Ähnliches hat der amerikanische Präsident bereits am Beispiel seines alten Freundes Viktor Orbán gesehen, der buchstäblich an diesem Sonntag bei den Parlamentswahlen in Ungarn ein vernichtendes Fiasko erlitt.

Und es ist offensichtlich, dass Trump, der Orbán leidenschaftlich unterstützte und ihm sogar den amerikanischen Vizepräsidenten J. D. Vance zur Unterstützung schickte, ganz klar nicht mit einem solchen Zusammenbruch seines langjährigen Anhängers und Verbündeten gerechnet hatte. Was immer er schon nach dem Ende des Kampfes in Ungarn und dem Sieg der Opposition sagt. Das ist auch eine Lehre für Trump und ein ziemlich wichtiger Trigger für ihn, ebenso wie für den russischen Diktator Putin. Ein wichtiger Trigger, der Putins Haltung zur Politik und zur Situation in Russland selbst veränderte, war der Arabische Frühling mit der Zerstörung diktatorischer Regime in vielen Ländern und dem Tod eines wichtigen Verbündeten der Russischen Föderation, des libyschen Tyrannen Muammar al-Gaddafi. Bedingt gesagt: Als Putin die Aufnahmen der letzten Minuten Gaddafis sah, traf er endgültig die Entscheidung, sein Regime in ein totalitäres und gegenüber jeglichen oppositionellen Erscheinungen gnadenloses zu verwandeln.

Trump hat natürlich eine andere Reaktion. Er begreift, dass ihm, wenn es ihm nicht gelingt, die Lage der amerikanischen Wirtschaft zu verbessern, sogar seine Basis, das sogenannte Make America Great Again, ihm einen Krieg nicht verzeihen wird, der zu einer erheblichen Verschlechterung des Lebensstandards der Amerikaner führt. Natürlich wird diese Verschlechterung bereits beginnen, und nichts kann sie verhindern. Aber die Frage liegt im Ausmaß einer solchen Verschlechterung. Denn es gibt eine Verschlechterung, die man mit ideologischen Motiven erklären kann, etwa mit der Notwendigkeit, die Welt von einem tyrannischen iranischen Regime zu befreien, oder zumindest den Versuch dazu. Und es gibt eine Verschlechterung, bei der die Menschen überhaupt nicht an außenpolitische Motive denken, weil sie gezwungen sind, Fragen ihres eigenen Überlebens zu lösen. Und natürlich übertragen sie ihre Lebensprobleme auf den Politiker, den sie für schuldig an ihrer Lebenskatastrophe halten. Und offensichtlich scheint es, dass dieser Politiker gerade Donald Trump sein wird.

Aber es stellt sich die Frage: Selbst wenn die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran wieder aufgenommen werden, können sie zu irgendeinem realen Ergebnis führen? Denn wir sehen, dass das Korps der Islamischen Revolutionsgarden für den Sommer ganz andere Pläne hat. Das Korps hofft, die politische Autorität Donald Trumps zu zerstören. Und warum gerade ihn? In Teheran ist man der Auffassung, dass gerade dieser amerikanische Präsident ein leidenschaftlicher Anhänger Israels ist und unter dem Einfluss des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu handelt. Und der Einfluss des israelischen Premierministers auf Trump ist mit dem Einfluss, den Benjamin Netanyahu auf frühere amerikanische Präsidenten hatte, überhaupt nicht zu vergleichen. Wenn man also der politischen Karriere Donald Trumps einen Punkt setzen und ihn für die Amerikaner in ein Symbol ihres eigenen wirtschaftlichen Zusammenbruchs verwandeln kann, dann wird sich jeder andere amerikanische Präsident, selbst wenn es ein Republikaner aus dem trumpistischen Lager sein sollte, mit Blick auf israelische Wünsche viel vorsichtiger verhalten. Und die Geschichte mit dem Krieg gegen den Iran wird zu einer Lehre für alle künftigen Präsidentschaftsadministrationen werden.

Die Tatsache, dass sich die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren ganz und gar nicht zugunsten Israels verändert, und wir bereits soziologische Umfragen gesehen haben, in denen zum ersten Mal in der Geschichte Amerikas die Mehrheit der Amerikaner nicht die Israelis, sondern die Palästinenser unterstützte bei der Antwort auf die Frage, wem sie im Nahostkonflikt mehr Sympathie entgegenbringt, schafft bei den Iranern natürlich zumindest die Hoffnung, dass die Zerstörung Trumps und des Trumpismus ihnen den Weg für einen ernsthafteren Kampf gegen Israel und sogar zur Zerstörung des jüdischen Staates öffnen wird, was bekanntlich ein wichtiger Teil des politischen Programms der Islamischen Republik ist. Und wiederum wächst mit dem Auftreten militärischer Radikaler an der Spitze der politischen Maschinerie Irans dieses Verlangen, der Existenz Israels ein Ende zu setzen, nur noch weiter. Auch das muss man sich bewusst machen.

Also, was haben wir im Ergebnis? Wir haben im Ergebnis die Vereinigten Staaten, die sich mit dem Iran auf einen Verzicht des Iran auf das Atomprogramm, auf einen Verzicht auf das Raketenprogramm Teherans und auf die Freigabe der Straße von Hormus einigen möchten. Und wir sehen den Iran, der möchte, dass die Vereinigten Staaten ihm Reparationen zahlen und sich selbst als Aggressor anerkennen, damit ihm so erlaubt wird, das Atomprogramm fortzusetzen, zumindest in den Kategorien des friedlichen Atoms, auf denen der Iran immer bestanden hat. Und dass in dieser Situation auch Möglichkeiten geschaffen werden, die dem Iran Chancen auf die Aufhebung der gegen ihn verhängten Sanktionen und auf legalen Ölhandel geben würden.

Und natürlich wachsen diese Forderungen Irans mit jedem Tag. Heute wandte sich die Islamische Republik an die Länder des Persischen Golfs mit der Forderung, ihr Reparationen zu zahlen, weil von den Territorien dieser Länder aus ein Angriff auf den Iran durchgeführt wurde. Und offensichtlich ist das nicht nur ein Wunsch, sondern auch eine Erpressung im Vorfeld einer möglichen Eskalation auf regionaler Ebene, die es dem Iran schließlich erlauben würde, neue Angriffe auf die Öl- und Gasinfrastruktur dieser Länder oder auf ihre Entsalzungsanlagen zu beginnen, was den Nahen Osten innerhalb weniger Wochen in eine Wüste verwandeln und seiner Ölverarbeitung ein Ende setzen könnte. Natürlich wünscht sich das niemand, aber was wird sein, wenn die Verhandlungen scheitern, und das ist ein völlig realer Verlauf der Ereignisse? Wird Donald Trump zu einer neuen militärischen Eskalation bereit sein? Und was am wichtigsten ist: Wird diese militärische Eskalation mit Schlägen der Vereinigten Staaten gegen den Iran tatsächlich zu einer schnellen Freigabe der Straße von Hormus führen?

Wir müssen jetzt verstehen, dass die Vereinigten Staaten im Gebiet der Straße von Hormus und des Persischen Golfs die größte Marineeskadre in der Geschichte des 21. Jahrhunderts zusammengezogen haben. Und damit kann Trump auf die planmäßige Zerstörung der iranischen Energieinfrastruktur und auf die Erzwingung eines Friedens zu amerikanischen Bedingungen durch das Regime der Ajatollahs setzen. Zugleich behaupten viele Experten, dass Donald Trump in Wirklichkeit nicht über die militärischen Möglichkeiten verfügt, die Straße von Hormus mit Gewalt freizubekommen. Zumindest ist das nicht schnell zu machen. Und das kann einige Monate in Anspruch nehmen, die der Iran gerade braucht, um die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in einen blassen Schatten zu verwandeln und dafür zu sorgen, dass in den Geldbörsen der Amerikaner viel weniger Dollar sind in dem Moment, in dem sie zu den Wahllokalen gehen. Das ist das enorme Problem jeder Demokratie: auf Wahlen Rücksicht zu nehmen, wenn man auf das Überleben Rücksicht nehmen müsste. Und die iranischen Ajatollahs müssen, wie wir verstehen, an Wahlen nicht denken.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Vereinigten Staaten von neuen massierten Schlägen gegen den Iran absehen könnten, einfach weil sie möglicherweise der Auffassung sind, dass in diesen Schlägen kein realer Sinn läge, zugleich aber bereit wären, die Straße von Hormus weiter zu blockieren, damit der Iran auch sein eigenes Öl nicht ausführen kann und so amerikanischen Bedingungen zustimmt. Aber die Frage ist, dass der Iran erstens offensichtlich eine gewisse Zeit mit der Ausfuhr seines eigenen Öls warten kann, wenn es um die Vernichtung des Feindes geht. Die iranische Gesellschaft, die faktisch von militärischen Radikalen aus dem IRGC kontrolliert wird, kann einfach damit einverstanden sein, dass Warten besser ist, als einen Kompromiss einzugehen. Und zweitens gibt es für den Iran alternative Wege, sein Öl in die Volksrepublik China zu verkaufen.

Und dabei muss man sich daran erinnern, dass China sein System der Zusammenarbeit mit dem Iran so aufgebaut hat, dass es überhaupt an jeglichen Sanktionsmechanismen der Vereinigten Staaten vorbeigeht. Der Iran rechnet für das Öl, das er von der Volksrepublik China erhält, in Yuan ab. All diese Zahlungen gehen nicht durch amerikanische internationale Systeme. Dieses Geld wird von einem konkreten System von Raffinerien gezahlt, die gerade mit iranischem Öl arbeiten. Das heißt, dort ist alles so geschaffen worden, dass Donald Trump dem Regime der Ajatollahs und natürlich Xi Jinping in keiner Weise Steine in den Weg legen konnte. Nun, und das Wichtigste: Praktisch die Mehrheit der Länder, die jetzt in diese Thematik einbezogen sind, tritt gegen die amerikanische Blockade der Straße von Hormus auf. Genau das ist der Trick: nicht gegen die iranische, sondern gegen die amerikanische, gegen den Umstand, dass die Vereinigten Staaten eine doppelte Blockade der Meerenge einführen und Tanker nicht durchlassen, die der Iran durchlässt. Viele europäische Länder sind faktisch dagegen aufgetreten und haben mitgeteilt, dass sie diese Blockade nicht unterstützen und Donald Trump nicht dabei helfen werden, die Straße von Hormus freizubekommen.

Gegen die Blockierung der Straße von Hormus gerade durch die Vereinigten Staaten hat sich die Volksrepublik China ausgesprochen. Und ich habe Grund zu der Annahme, dass eines der Instrumente des Einflusses auf Donald Trump seitens des Vorsitzenden der Volksrepublik China Xi Jinping die Weigerung sein wird, den amerikanischen Präsidenten in die chinesische Hauptstadt einzuladen. Und Trump ist an diesem Besuch interessiert, um den Amerikanern zu zeigen, dass er mit dem wichtigsten wirtschaftlichen und geopolitischen Konkurrenten der Vereinigten Staaten zu einer Verständigung gelangen kann. Nun und noch ein wichtiger Punkt: Gegen diese Blockade kann Saudi-Arabien auftreten. Warum? Saudi-Arabien hat den Prozess der Öllieferungen bereits praktisch fast vollständig auf das Niveau der Vorkriegszeit gebracht. Das bedeutet im Prinzip, dass es sowohl jene Pipelines nutzen kann, die in den letzten Wochen wieder in Betrieb genommen wurden. Allerdings sind diese Pipelines ziemlich unzuverlässige Routen, weil sie bereits vom Iran angegriffen wurden und erneut angegriffen werden können. Aber es gibt auch die Route durch den Sueskanal und die Bab-al-Mandab-Straße, die heute für Saudi-Arabien und damit auch für das Weltöl der Lebensweg ist. Wenn die Blockade der Straße von Hormus durch die Vereinigten Staaten andauert, könnte die Gefahr entstehen, dass die Bab-al-Mandab-Straße von den Verbündeten Irans, den jemenitischen Huthi, angegriffen und blockiert wird, die bereits damit gedroht haben, dies zu tun, es aber bislang nicht getan haben. Und Saudi-Arabien verlangt von Donald Trump laut Berichten der Weltmedien, seine Blockade zu beenden, aus Angst, dass die Antwort des Iran in Form einer Blockade der Bab-al-Mandab-Straße, durch die 12 % des Weltöls laufen, so schwerwiegend sein könnte, dass die Welt im Prinzip auf dem Markt in eine absolute Abwesenheit von Öl als solchem geraten wird.

Es ist also unbekannt, wie lange Trump die Frage mit dem Iran einfach durch eine Blockade der Straße von Hormus lösen können wird. So oder so wird der Tag kommen, an dem der amerikanische Präsident handeln oder sich mit dem Iran zu Bedingungen verständigen muss, die faktisch wie eine politische Niederlage seiner Administration und zugleich wie eine politische Niederlage Israels aussehen werden, noch dazu vor dem Hintergrund, dass es nicht gelingt, die Lage an der Nordgrenze dieses Landes zu stabilisieren. Und die terroristische Organisation Hisbollah setzt die Beschießung des Nordens Israels fort. Oder aber die militärische Operation wird mit völlig unvorhersehbaren Folgen dieser Verstärkung für die Weltwirtschaft verschärft.

Vor diesem Hintergrund Russland. Einerseits ist der Preis für russisches Öl der Marke Urals in diesem Monat um 42 % gestiegen, was dem Präsidenten der Russischen Föderation Putin theoretisch die Hoffnung hätte geben müssen, dass sein Regime aus dem Defizitniveau herauskommt, das 2026 kritisch zu werden versprach und Putins weitere Pläne eines jahrelangen unbefristeten Krieges gegen die von ihm gehasste Ukraine infrage zu stellen drohte. Andererseits haben die ukrainischen Streitkräfte trotz der offensichtlichen Wünsche unserer Partner, über die der Präsident der Ukraine Volodymyr Zelensky bereits öffentlich gesprochen hat, und wir wissen, welche Partner das sind, Angriffe auf russische Ölterminals und auf die russische Ölverarbeitung begonnen. Das sind erfolgreiche Angriffe. Ich hoffe, dass sie auch künftig fortgesetzt werden. Und somit muss Russland sowohl die Öllieferungen als auch die Ölverarbeitung praktisch um die Hälfte reduzieren und wird auch die Ölförderung reduzieren müssen, weil es selbst unter den Bedingungen dieser Förderung keine Möglichkeit gibt, Öl zu lagern oder irgendwohin zu liefern.

Jenes Öl, dessen Verkauf Russland vom Finanzministerium der Vereinigten Staaten gestattet wurde, war nicht das Öl, das durch die von den Streitkräften der Ukraine zerstörten russischen Ölhäfen Ust-Luga und Primorsk lief. Das war jenes Öl, das die Russen vor Beginn des russisch-ukrainischen Krieges aufs Meer hinausgebracht hatten. Das heißt, praktisch lässt sich das mit dem Effekt der Durchfahrt von Tankern durch die Straße von Hormus vergleichen. Und in dieser Situation hat Russland, wie wir ausgezeichnet verstehen, keine neuen Mengen mehr, um weiterhin Öl auf den Tankern seiner Schattenflotte zu verkaufen. Natürlich war ich sehr daran interessiert zu erfahren, warum Russland diese Tanker in solcher Menge noch vor dem Beginn des Krieges mit dem Iran hinausgeführt hat. Entweder weil seine Analysten, zumindest in den Geheimdiensten, die Bereitschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten zu einer großen Eskalation begriffen und vorausgesehen haben, dass das Ergebnis dieser Eskalation ein unvermeidlicher Anstieg des Ölpreises sein würde. Oder aber sie erhielten vertrauliche Informationen von der amerikanischen Administration über deren Absichten gegenüber dem Iran. Oder aber die Geheimdienste haben funktioniert. Wir können annehmen, dass sich im Umfeld des Präsidenten der Vereinigten Staaten Leute befinden, die Putin Informationen liefern, so wie sie ihm etwa der nunmehr fast Ex-Außenminister Ungarns Péter Szijjártó lieferte, der als ganz gewöhnlicher russischer Agent auftrat.

Ich weiß es nicht, aber die Tatsache bleibt eine Tatsache. Sofort nachdem der Krieg der Vereinigten Staaten mit dem Iran begonnen hatte, ruft der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump Putin an. Und das Ergebnis dieses Gesprächs wird eine zeitweilige Erlaubnis des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten für die Russen, Öl von jenen Tankern zu verkaufen, die sich auf See befanden. Und natürlich haben die Russen daran reichlich verdient. Aber interessant ist, dass diese Anordnung, diese Erlaubnis, die bereits vor zwei Tagen auslief, vom Finanzministerium nicht erneuert wurde. Und nun ist interessant, warum. Zuvor hatten sich Vertreter des amerikanischen Kongresses an den Finanzminister der Vereinigten Staaten, Scott Bessent, mit der Forderung gewandt, die Erlaubnis für Russland zum Verkauf seines Öls nicht zu verlängern. Als in den amerikanischen Medien die naheliegende Frage an das Finanzministerium der Vereinigten Staaten auftauchte, was mit der Lizenz geschehen werde, die Bessent Russland zum Verkauf seines Öls erteilt hatte, beantwortete das Finanzministerium diese Frage nicht, betonte aber, dass die Lizenz nur vorübergehend erteilt worden sei und es keinerlei Grundlagen gebe anzunehmen, dass sie erneut erteilt werde. Somit können wir mit Ihnen davon sprechen, dass Russland sich derzeit wieder auf dem Niveau amerikanischer Sanktionen befindet, das vor Beginn des großen Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran bestand. Ich weiß nicht, aus welchen Gründen die Amerikaner beschlossen haben, die Lizenz nicht zu verlängern.

Das kann ein klares Verständnis der Führung der Vereinigten Staaten davon sein, dass die Russische Föderation dem Iran im Krieg mit den Vereinigten Staaten hilft, indem sie ihm Aufklärungsinformationen liefert, die die Iraner für die Zerstörung amerikanischer Militärobjekte und für Schläge gegen die Infrastruktur der Länder des Persischen Golfs benötigen. Und wir sehen Beweise dafür, dass russische Satelliten eigens für die Iraner die Informationen fotografieren, die sie brauchen. Nun und natürlich kann es auch um Waffenlieferungen aus der Russischen Föderation an den Iran gehen, weil wir verstehen, dass es im Prinzip im Interesse des Präsidenten der Russischen Föderation liegt, den Krieg möglichst lange fortzusetzen, damit die Ölpreise weiter steigen. Putin muss die Iraner unterstützen. Putin muss, dass sie den Amerikanern Widerstand leisten und auf die Länder des Persischen Golfs schlagen, denn all das bedeutet steigende Ölpreise. Das ist ein völlig logisches Kalkül. Aber jetzt könnte das für Putin schon nicht mehr so vorteilhaft sein, weil auch er sich unter amerikanischen Sanktionen wiederfindet, die ihm einfach nicht erlauben werden, selbst jenes Öl zu verkaufen, das er noch nicht verkauft hat. Nun oder illegal, aber jetzt sind nicht viele bereit, in Kenntnis des Charakters von Präsident Trump russisches Öl illegal zu kaufen, jedenfalls nicht in Ländern wie Indien.

Nun, oder es ist Chaos. Auch das kann sein. Wir sehen jetzt, dass infolge dieses Krieges und infolge dessen, dass Donald Trump und seine Gefolgsleute die zahlreichen Überraschungen des Iran nicht erwartet hatten, die Analysten viele Jahre vor dem Beginn von all dem vorausgesehen hatten. Die Schließung der Straße von Hormus, die Möglichkeit iranischer Schläge gegen die Länder des Persischen Golfs — all das figurierte in Berichten der amerikanischen Nachrichtengemeinschaft, die Donald Trump nicht liest, weil, wie wir wissen, der amerikanische Präsident nur Videos anschaut und aus dem einen oder anderen Grund, physischer oder psychologischer Natur, keine Dokumente liest, in denen darüber berichtet wird, welche realen und nicht von ihm und seinen engsten Gefolgsleuten erfundenen Ergebnisse sein Handeln haben wird.

So könnte Russland hier große Möglichkeiten eben gerade nicht haben, was natürlich die an sich völlig unglaublichen Folgen dieser Energiekrise für die ganze Welt nicht aufhebt. Man muss auch an einen anderen Stoff im Zusammenhang mit russischem Öl erinnern, der heute bereits gemeldet wurde, vom Präsidenten Volodymyr Zelensky während seiner gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser Stoff hängt mit der Druschba-Pipeline zusammen. Buchstäblich zwei Tage nachdem die Niederlage Viktor Orbáns bekannt geworden war, der ein Anhänger der sofortigen Wiederaufnahme des Betriebs der Druschba war und gerade damit, dass sie nicht funktioniert, sein Unwillen erklärte, den 90-Milliarden-Kredit für die Ukraine freizugeben, teilte der ukrainische Präsident mit, dass die Druschba bereits bis Ende April repariert werden könne. Er betonte, dass die Ukraine nicht die gesamte Infrastruktur vollständig reparieren könne, dass aber die Druschba als Ölpipeline arbeiten könne.

Natürlich gibt es vom moralischen Standpunkt aus hier viele Fragen, warum die Ukraine überhaupt durch ihr Gebiet russisches Öl pumpen soll, Geld, mit dem dem Präsidenten Russlands geholfen wird, den Krieg gegen unser Land fortzusetzen. Aber andererseits verstehen wir ausgezeichnet, dass die Europäische Kommission die Ansprüche sowohl der neuen ungarischen Regierung unter Führung von Premierminister Péter Magyar als auch der slowakischen Regierung unter Führung von Premierminister Robert Fico endgültig ausräumen muss. Es ist offensichtlich, dass Fico, wenn die Druschba repariert ist, keine Möglichkeiten mehr haben wird, die Blockierung dieser 90 Milliarden, die die Ukraine jetzt für ihr wirtschaftliches Überleben braucht, zum Thema zu machen. Und Magyar betont überhaupt schon in seinen ersten Antworten auf Fragen von Journalisten nach dem Sieg seiner Partei Tisza bei den Parlamentswahlen in Ungarn die Notwendigkeit einer Diversifizierung der Öllieferungen nach Ungarn.

Vom Standpunkt praktischer Ölpolitik verstehen wir, dass sich Viktor Orbáns Zusammenarbeit mit Putin vor allem auf dessen Wunsch bezog, irgendwelche politischen oder korrup-tiven Dividenden aus dem Einkauf russischen Öls zu erhalten. Es wurde schon oft bewiesen, dass Ungarn in Wirklichkeit sogar vom Preis her auch ohne Verträge mit Russland auskommen kann. Und diese Verträge hatten für den ungarischen Premierminister höchstwahrscheinlich vor allem eine korrupte und politische Komponente, die in keiner Weise mit dem Preis des russischen Öls verbunden ist. Ich schließe nicht aus, dass sich auch der Premierminister der Slowakei von genau solchen Motiven leiten lässt. Ganz wissen können wir das natürlich nicht, aber so oder so ist klar, dass das Geld, das Putin aus Budapest und Bratislava erhält, keineswegs das Geld ist, das ihm erlauben würde, seine Ölbilanz ernsthaft aufzufüllen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass sich unter den Bedingungen eines ernsten Öldefizits auch die Ansichten europäischer Länder über die Energiezusammenarbeit mit der Russischen Föderation ändern können. Dass Europa jetzt den endgültigen Termin des energetischen Abschieds von Russland aufgeschoben hat, weil es absolut nicht versteht, wie es mit der Weltenergetik weitergeht, ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie Putin in der Situation spielen kann, wenn das, was im Persischen Golf geschieht, nicht endet und sich die Ereignisse dort in Richtung eines raschen Abrutschens in eine neue Eskalation entwickeln.

Dabei muss man klar verstehen, dass gerade Putin zu denen gehören wird, die diese neue Eskalation mit der iranischen Führung besprechen und sowohl den Präsidenten Irans Masoud Pezeshkian als auch den Außenminister Abbas Araghchi und andere Mitarbeiter der iranischen Führung und Gesprächspartner des Kremls davon überzeugen werden, dass nur eine Eskalation die Vereinigten Staaten zwingen wird, vor Teheran zu kapitulieren. Auch das ist ein sehr gefährlicher Moment in der Entwicklung der Ereignisse auf dem Energiemarkt, die durch russische Bemühungen weiter angeheizt werden. Aber es gibt auch China, das das ganz und gar nicht wünscht, vielmehr das Gegenteil, die Stabilisierung des Energiemarktes. Und die Chinesen werden den Iranern ganz andere Dinge sagen als die Russen. So paradox das auch klingt. Das ist ein solches Vorgefühl der Ereignisse, vor denen wir bereits stehen.

Ich werde auf Fragen antworten, die heute schon während dieser Sendung gestellt wurden.

Frage. Besteht eine Wahrscheinlichkeit für das Entstehen eines militärischen Konflikts zwischen der Türkei und Israel?

Portnikov. Ich bin der Ansicht, dass es trotz des Austauschs aller kriegerischen Erklärungen zwischen Ankara und Jerusalem heute keine reale Möglichkeit für das Entstehen eines militärischen Konflikts zwischen der Türkei und Israel gibt. Die Türkei ist an einer Stabilisierung der Lage im Nahen Osten interessiert. Israel ist im Prinzip ebenfalls daran interessiert. Sagen wir, beide Länder haben nicht den Wunsch, in Syrien zu kämpfen und damit zu einer neuen Destabilisierung der Lage in diesem Land zu führen. Sowohl in der Türkei als auch in Israel versteht man, dass ein solcher Konflikt zu einer Verschlechterung der Beziehungen beider Länder zu den Vereinigten Staaten führen kann. Denn bekanntlich betrachtet Donald Trump sowohl den Präsidenten der Türkei Recep Tayyip Erdoğan als auch den Premierminister Israels Benjamin Netanyahu als seine wichtigen Verbündeten. Offensichtlich gefällt das weder Netanyahup noch Erdoğan, die miteinander kriegerische Erklärungen austauschen und einander Verbrecher nennen. Aber klar ist, dass, wenn sie eine bestimmte rote Linie überschreiten, unbekannt ist, wie Trump darauf reagieren und wen er wählen wird. Zumindest Erdoğan versteht das ausgezeichnet.

Frage. In welcher Region der Welt wird es die nächste Blockade geben, denn das ist ein ideales Instrument der Erpressung.

Portnikov. Nun, ich habe bereits gesagt, dass der nächste Kandidat für eine Blockade die Bab-al-Mandab-Straße ist, die von den jemenitischen Huthi blockiert werden könnte. Bislang verhalten sich die Huthi ausreichend vorsichtig. Möglicherweise deshalb, weil ihr militärisches Potenzial durch Schläge der Vereinigten Staaten und Israels erheblich untergraben worden ist. Aber der Iran kann von den Huthi ein intensiveres Eingreifen in den Krieg verlangen. Und wenn sich tatsächlich herausstellt, dass der Iran in der Straße von Hormus vollständig blockiert ist, und der Iran einer der wichtigen Sponsoren des Regimes der jemenitischen Huthi ist, kann Sanaa zu neuen Maßnahmen greifen, die die Lage im Welthandel blockieren. Auf die Bab-al-Mandab-Straße muss man also sehr aufmerksam achten. Und gerade deshalb unterstreicht die Regierung Saudi-Arabiens in ihrer, wie die Weltmedien meinen, an die Administration von Präsident Trump gerichteten Botschaft, dass die Blockade der Straße von Hormus ihrerseits zu dem führen kann, was jetzt mit der Wirtschaft in der Welt geschehen wird.

Frage. Welche Branchen in der Ukraine werden unter dieser Krise leiden? Welche Folgen wird sie haben?

Portnikov. Nun, erstens warten wir das Eintreten der Krise ab. Zweitens sehen wir uns an, wie der Ölpreis sein wird. Drittens sehen wir uns an, ob es ein Öldefizit geben wird, ob das Hauptproblem der Preis oder ob das Problem der Mangel sein wird. Aber wie Sie verstehen, können unter dem Anstieg der Treibstoffpreise alle Branchen jeder Wirtschaft leiden, weil das eine Preissteigerung praktisch für alles bedeutet: für Güter des täglichen Bedarfs, für Dienstleistungen. Ganze Wirtschaftszweige werden nicht nur in der Ukraine, sondern in der Welt stillgelegt werden, etwa das Bauwesen. Das heißt, vieles wird im Moment hoher Ölpreise schlicht unrentabel werden. Und das Ausmaß dieser Unrentabilität lässt sich jetzt nicht vorhersagen, weil wir am Vorabend eines Schocks stehen. Aber dieser Schock kann noch ausbleiben. Ich wiederhole noch einmal: Wir stehen nur am Vorabend eines Schocks. Wenn etwa die Meerenge freigegeben wird, dann wird es einen schwierigen Monat geben, aber in diesem Monat können strategische Ölreserven freigegeben werden. Und all das kann weich in irgendeinen normalen Zustand übergehen. Darauf gibt es Hoffnung.

Frage. Aber gibt es theoretisch die Möglichkeit, dass der Krieg mit dem Iran noch ein oder zwei Jahre dauern wird?

Portnikov. Das ist möglich. Als der große russisch-ukrainische Krieg begann, waren viele Experten der Auffassung, dass er sehr schnell enden könne, gerade weil die Seiten kein Potenzial für eine lange Konfrontation hätten. Genau daraus entstand das Meme von den zwei bis drei Wochen, das im Prinzip ein Zeugnis der Inkompetenz derjenigen ist, die solche Prozesse einschätzen. Sie erinnern sich, dass ich zu denen gehörte, die betonten, dass auch der ukrainische Krieg seinem Verlauf nach höchstwahrscheinlich an das syrische Szenario erinnern und sich über einen Zeitraum von fünf bis acht Jahren hinziehen könnte. Jetzt befinden wir uns bereits im fünften Jahr und im Prinzip ist das die realistischste Prognose. Ich weiß nicht, welches Maß an Durchhaltefähigkeit der Iran im Kampf mit den Vereinigten Staaten hat, aber ich schließe nicht aus, dass das, was wir in den letzten Wochen gesehen haben, im Prinzip Möglichkeiten für einen Krieg der Vereinigten Staaten und des Iran über mehrere Jahre schafft.

Nur liegt das Problem worin. Der Krieg Russlands mit der Ukraine wirkte sich nicht in diesem Maß auf das Niveau der Weltwirtschaft aus, wie sich ein Krieg der Vereinigten Staaten mit dem Iran auswirken wird. Der Krieg der Vereinigten Staaten mit dem Iran wird, wenn er etwa ein Jahr andauert, der Entwicklung der Weltwirtschaft faktisch einen Punkt setzen und viele Regierungen hinwegfegen, nicht nur das Ende der politischen Karriere Donald Trumps sein. Und deshalb denke ich, dass alle daran interessiert sein werden, dass dies zu irgendwelchen Bedingungen zumindest in nächster Zeit gestoppt wird.

Frage. Aber israelische Militärexperten sprechen von einer baldigen Wiederaufnahme der Kampfhandlungen durch Amerika und den Vorbereitungen darauf. Wie stehen Sie zu einer solchen Meinung?

Portnikov. Das Erste, was ich sagen möchte, ist, dass sich die Integration der Ukrainer in den russischsprachigen Expertenraum ebenfalls bemerkbar macht, wenn Sie die Situation in Israel und in der Frage des Krieges einschätzen. Ich spreche ebenfalls mit einigen meiner Kollegen, ziemlich starken Spezialisten, und werde auf meinem Kanal Portnikov Argumente sagen wir mit denen sprechen, die ich unter meinen israelischen Kollegen und Freunden für ernsthafte Spezialisten halte. Aber die überwältigende Mehrheit der sogenannten russischsprachigen israelischen Experten ist, wie Sie verstehen, im Prinzip aus Dilettanten zusammengesetzt, die sich einfach eine Nische für Gespräche mit Publikum gesucht haben, weil die wirklichen professionellen israelischen Experten, wie Sie vermutlich erraten können, ihre Interviews eigentlich auf Hebräisch geben. Und die wirkliche Information darüber, was geschieht, erscheint auf den Seiten hebräischsprachiger und englischsprachiger israelischer Publikationen. Gerade deshalb lese ich, da ich diese Publikationen lese, übrigens nicht unbedingt, weil mir etwa ihre politische Orientierung gefällt, denn ich lese sowohl konservative als auch, würde ich sagen, links-liberale Publikationen, und solche Publikationen wie Israel Hayom und Haaretz werden, als erschienen sie nicht in Israel, sondern auf verschiedenen Planeten, aber dennoch arbeiten dort Menschen, die im Prinzip real in die Situation in Israel selbst und in der Welt sehr viel besser integriert sind. Dasselbe betrifft angesehene israelische englischsprachige Publikationen wie Jerusalem Post und Times of Israel. Nicht zufällig habe ich mir eine Blog-Plattform bei Times of Israel geschaffen, gerade um mit einem englischsprachigen und nicht mit einem russischsprachigen Publikum zu kommunizieren. Denn bei allem Respekt, den ich vor der russischsprachigen Presse Israels habe, mit der ich selbst viele Jahre zusammengearbeitet habe, beginnt der russischsprachige Informationssektor in Israel mit der Alterung eines großen Teils der großen Umsiedlung ehemaliger sowjetischer Juden nach Israel und dem Übergang eines großen Teils von ihnen zum Hebräischen einen marginalen Charakter anzunehmen. Nun, das vorsichtig ausgedrückt.

Das bedeutet nicht, dass sich die israelischen Militärexperten, über die Sie schreiben, in all ihren Prognosen zwingend irren müssen. Aber niemand weiß jetzt, ob Amerika seine Kampfhandlungen wieder aufnehmen wird, aus dem einfachen Grund, dass sowohl die Leute, von denen Sie sprechen, als auch ich nicht wissen können, was im Kopf Donald Trumps vorgeht. Aber sie überzeugen sich selbst davon, dass beim amerikanischen Präsidenten alles nach Plan läuft, weil sie so denken möchten, und ich verstehe sie, weil von der Planung der Situation durch den amerikanischen Präsidenten ihr eigenes physisches Überleben abhängt. Und sie möchten wie alle Menschen, die vor einem bereits auf sie gerichteten Gewehr stehen — ich meine damit den Erhalt einer Atombombe durch den Iran — glauben, dass der Mensch, der gegen eine solche Bedrohung kämpft, ein normaler Mensch ist, der Politik plant. Strategisch irren sie sich. Und darin liegt ihr großes Problem, dass sie wie jeder Mensch, der an der Wand und vor einem Erschießungskommando steht, versuchen, Wunschdenken für Realität auszugeben.

Ich werde Ihnen nicht sagen, dass das in der hebräischsprachigen und in der englischsprachigen Expertenlandschaft Israels nicht vorkommt. Es kommt vor, aber in sehr viel geringerem Ausmaß und in diskursivem Charakter. Das ist alles. Wobei das wiederum nicht konkret die geehrten Experten betrifft, von denen Sie sprechen. Das betrifft einfach das allgemeine Niveau der Einschätzung der Situation in einem bestimmten Informationssegment. Sagen wir so.

Frage. Kann Netanyahu das Schicksal Orbáns erwarten, den Trump einfach fallen ließ, als es für ihn unvorteilhaft wurde, weiter mit ihm zu tun zu haben? Worauf kann Israel dann allein mit diesem Tier Iran rechnen?

Portnikov. Nun, sagen wir so: Die Vereinigten Staaten werden mit jeder Regierung zusammenarbeiten, die das israelische Volk wählt. Genauso wie sie mit jeder ungarischen Regierung zusammenarbeiten werden. Mit Israel hängt das damit zusammen, dass nicht Netanyahu, sondern Israel strategischer Verbündeter der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Wenn die Partei Benjamin Netanyahus, Likud, und die ultrarechten politischen Kräfte, die sich in Koalition mit dieser Partei befinden, die Parlamentswahlen in diesem Jahr verlieren, wird Donald Trump mit einem anderen israelischen Premierminister zusammenarbeiten. Ich halte es für möglich, dass diese Zusammenarbeit fruchtbarer sein wird als die mit Netanyahu, aus zwei Gründen. Der neue Premierminister könnte sich als realistisch betrachten erweisen. Er könnte nicht an Gedanken über elektorale Erfolge und über seinen Platz auf der Anklagebank gebunden sein, und Donald Trump wird sich kritischer zu seinen Vorschlägen verhalten. Also könnte das gut für Israel sein und nicht schlecht. Denken Sie darüber nach.

Frage. Sind die Länder des globalen Südens nicht eher daran interessiert, einen so schwachen und prorussischen, prochinesischen Präsidenten der USA wie Trump zu erhalten, als ihn endgültig zu versenken?

Portnikov. Die Länder des globalen Südens sind verschieden. Und die Interessen des Iran können sich von den Interessen Saudi-Arabiens, Bahrains, Katars, Kuwaits und so weiter unterscheiden. Die Interessen Indiens von den Interessen Chinas. Das Problem der Weltpolitik besteht eben darin, dass es keinerlei reale Vorstellung davon gibt, ob sie eine gemeinsame Position haben. Also ja, vermutlich können einige Länder des globalen Südens an so etwas interessiert sein und einige nicht.

Frage. Ist es in der Europäischen Union nicht geplant, sofern das sinnvoll ist, statt eigener Gelder auf die Frage eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Hilfe für die Ukraine zurückzukommen?

Portnikov. Nein, das ist nicht geplant. Bundeskanzler Friedrich Merz hat klar gesagt, dass die Frage eingefrorener russischer Vermögenswerte bereits entschieden ist. Zu ihr wird die Europäische Union nicht zurückkehren. Höchstwahrscheinlich werden wir dennoch jene 90 Milliarden Euro erhalten. Und schon heute hat die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen darüber mit dem künftigen Premierminister Ungarns Péter Magyar gesprochen. Und sie begrüßte die Rückkehr Ungarns in die europäische Familie.

Frage. Warum tritt Rubio nicht zurück? Wenn er zusammen mit dem vernünftigen Flügel der Republikaner in Opposition ginge, würde er für republikanische Wähler zum Nationalhelden und so die Partei vor dem künftigen Abgrund retten.

Portnikov. 90 % der MAGA-Republikaner und 70 oder 80 % der traditionellen Republikaner unterstützen jede Handlung Donald Trumps. Somit würde sich Außenminister Marco Rubio, wenn er zurückträte, in einen politischen Marginalen verwandeln. Denn jener kleine Kreis von Republikanern, die Trump nicht unterstützen, wird ihm sein Verhalten in den ersten Jahren seines Aufenthalts in der Administration niemals verzeihen, und die überwältigende Mehrheit der Aktivisten und Anhänger der Republikanischen Partei, die weiterhin leidenschaftliche Anhänger jeglicher Handlungen Trumps bleiben, wird ihn als Verräter betrachten. Und somit wird er aus der amerikanischen Politik verschwinden, so wie eine riesige Zahl von Republikanern verschwunden ist, die weiter gegen Donald Trump auftraten, trotz seiner Unterstützung durch die Hauptmasse dieser Partei. Die Republikanische Partei als solche, als klassische, gibt es heute nicht. Es gibt eine Partei des Trumpismus. Kein Marco Rubio wird in dieser Partei zum Nationalhelden werden. Vielleicht wird man mit der Zeit, nachdem Donald Trump die politische Bühne verlassen hat oder wenn sich die wirtschaftliche Lage in Amerika in unbekanntem Ausmaß verschlechtern sollte, davon sprechen können, dass sich die Republikanische Partei in ihrer traditionellen konservativen Gestalt wiederherstellt, aber ich habe nicht sehr viele Hoffnungen darauf. Also ich weiß es hier nicht.

Frage. Auf der Website Flightradar sieht man in den letzten Tagen diese massierten Flüge der Tankflugzeuge fast nicht mehr, wie das früher war. Können wir also schon von einer getroffenen politischen Entscheidung sprechen, dies zu beenden?

Portnikov. Wie ich bereits sagte, bin ich der Ansicht, dass Donald Trump den leidenschaftlichen Wunsch hat, diese Operation zu beenden, weil er begreifen könnte, dass ihre Fortsetzung zu weitaus negativeren Folgen führen kann als ihre Beendigung, selbst ohne irgendwelche konkreten ernsthaften Vereinbarungen mit der Islamischen Republik. Das Einzige, was unklar ist, ist, wie Donald Trump all das beenden kann, falls die Islamische Republik die Straße von Hormus weiter blockiert. Das ist die Hauptfrage, auf die, wie mir scheint, niemand irgendeine Antwort hat. Und Donald Trump kann Geisel dieses Krieges werden, den er bereits begonnen hat, und möglicherweise nicht wissen, wie er ihn beenden soll. Bei Putin gibt es da irgendeine Formel, die er sich selbst ausgedacht hat, dass er zu Gesprächen über die Beendigung des Krieges übergehen könne, wenn die ukrainischen Truppen das Gebiet des Donezker Gebiets verlassen. Aber auch das kann bloß eine Phrase sein, also der Ukraine solche Bedingungen zu stellen, auf die sie nicht eingehen kann, um den Krieg nicht zu beenden. Und Trump hat dem Iran gegenüber in Bezug auf die Beendigung des Krieges viel ernstere Bedingungen. Das ist die Freigabe der Straße von Hormus, das ist der Verzicht auf das Atomprojekt, das ist auch der Verzicht auf die Raketenprogramme. All das sieht bei der offensichtlichen Unwilligkeit des Regimes der Ajatollahs, diese Sprache anzunehmen, im Prinzip keinen Mechanismus zur Beendigung des Krieges vor. Es kann nur einen Mechanismus zur Aussetzung des Krieges geben, der ebenfalls lang sein kann. Und möglicherweise bleibt gerade dieser Mechanismus der Aussetzung des Krieges erhalten, wenn man sich über die Freigabe der Straße von Hormus einigt. Aber bislang sehen wir beim Iran keinerlei Wunsch, das zu tun.


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Titel des Originals: Останні танкери з нафтою: що далі | Віталій Портников. 14.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 14.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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