Die ukrainischen Streitkräfte haben das größte Lager von Wildberries zerstört | Vitaly Portnikov. 16.08.2026.

Nach einem ukrainischen Angriff brennt ein weiteres Lager des Unternehmens Wildberries. Diesmal betrifft dieser gewaltige Brand jedoch den größten und wichtigsten Logistik-Hub des Unternehmens in der Region Moskau mit einer Fläche von mehr als 229.000 m².

Es geht um tatsächlich erhebliche logistische Schäden für ein Unternehmen, das danach wohl kaum in der Lage sein wird, die schnelle Auslieferung von Waren nicht nur innerhalb der Russischen Föderation, sondern auch in andere ehemalige Sowjetrepubliken fortzusetzen, die wirtschaftliche Beziehungen zu Moskau unterhalten, vor allem nach Belarus und Kasachstan.

Wie Beobachter betonen, wurden über dieses Lager die teuersten Warenkategorien abgewickelt. Deshalb könnte es ein zuverlässiges Lager für Dual-Use-Elektronik gewesen sein, für jene Ersatzteile für Drohnen und Komponenten ihrer Konstruktion, die in den Rüstungsbetrieben der Russischen Föderation benötigt werden.

Und ja, dies ist eine der realen Möglichkeiten, die russische Wirtschaft weiter zum Stillstand zu bringen. Denn die Marktplätze von Wildberries sind eines der wichtigsten Instrumente, die es der russischen Wirtschaft ermöglichen, so zu funktionieren, als gäbe es die westlichen Sanktionen überhaupt nicht, und finanzielle Beschränkungen mithilfe von Lieferungen aus den Ländern des Globalen Südens, vor allem aus der Volksrepublik China, zu umgehen.

Je mehr Kapazitäten von Wildberries zerstört werden können, desto größer werden die Probleme für die russische Wirtschaft sein, desto geringer werden die Einnahmen in den Staatshaushalt der Russischen Föderation ausfallen und desto schneller werden Putin und andere russische Führungskräfte auf den Gedanken kommen, dass man den Krieg vielleicht nicht beenden, aber zumindest unterbrechen sollte, um das wirtschaftliche Potenzial der Russischen Föderation wiederherzustellen und soziale Erschütterungen zu verhindern.

Gleichzeitig muss man natürlich auch die Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes der Russischen Föderation angreifen. Ich habe bereits mehrfach gesagt, dass gerade die Zerstörung der russischen Rüstungsproduktion ebenfalls ein wichtiger Bestandteil unseres Kampfes für ein Ende des Krieges ist.

Und heute berichtete der ukrainische Generalstab, dass es gelungen sei, das Unternehmen „Kombinat Kamenski“ in der Region Rostow der Russischen Föderation zu treffen. Gerade dieses Kombinat produzierte festen Raketentreibstoff, der für jene Raketen benötigt wird, die von den Streitkräften der Russischen Föderation weiterhin für Angriffe auf zivile Wohnviertel ukrainischer Städte eingesetzt werden, zur Vernichtung ukrainischer Bürger, zur Tötung von Frauen und Kindern, also für all das, was das Hauptziel des Präsidenten der Russischen Föderation Putin, seiner Armee und seiner Gesellschaft in diesem ungerechten und grausamen Krieg ist.

Deshalb müssen sowohl die Angriffe auf Wildberries als auch die Angriffe auf Rüstungsbetriebe und auf die russische Petrochemie, die ebenfalls einen wichtigen Beitrag zu den Einnahmen des Staatshaushalts der Russischen Föderation leistet, zu einem Gesamtkomplex von Maßnahmen werden, der in Zukunft zum Beginn nicht mehr vorgetäuschter, sondern realer Verhandlungen über ein Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine führen könnte – oder zu einem Abflauen dieses Krieges unter Bedingungen, unter denen die russische Führung keine Möglichkeiten mehr hat, ihn fortzusetzen.

Und natürlich müssen dabei Angriffe auf Marktplätze einen der vordersten Plätze einnehmen, denn ohne Geld kann niemand einen Krieg führen. Und hier hat die Ukraine gegenüber der Russischen Föderation gerade deshalb einen Vorteil, weil wir in diesem Krieg die Unterstützung westlicher Länder in Anspruch nehmen, die erkennen, dass es notwendig ist, die russische Wirtschaft zu besiegen, wenn schon nicht Russland selbst, das wirtschaftliche und militärische Potenzial Russlands zu zerstören und die Russische Föderation in ein Land zu verwandeln, das nicht mehr in der Lage sein wird, seine Nachbarn zu bedrohen.

Es ist unmöglich, die öffentliche Meinung in Russland zu verändern, die durch die chauvinistische Entwicklung des Staates während der vergangenen schändlichen Jahrhunderte der Aggression, der Überfälle und der Gewalt buchstäblich vergiftet wurde, aber es ist möglich, die russische Wirtschaft zu zerstören. Menschen der älteren Generationen wissen sehr gut, wie das geschieht, und erinnern sich daran, wie die Wirtschaft der Sowjetunion zerstört wurde.

Und das menschenverachtende Imperium hörte zu unserer Freude im Strudel wirtschaftlicher Schwierigkeiten und sozialer Probleme auf zu existieren, konnte seine schreckliche Ideologie nicht bewahren und verlor auf diesem Weg die Kommunistische Partei, obwohl es das Komitee für Staatssicherheit bewahrte, das sich auf dem Territorium Russlands in den Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation verwandelte. Später ergriff dieses umbenannte bolschewistische Organ die gesamte Macht in Russland und schlug den Weg zur Wiederherstellung des Imperiums mit militärischen Mitteln ein.

Genau an diesem historischen Punkt befinden wir uns jetzt. Und um aus ihm herauszukommen, müssen wir dem FSB die Macht nehmen und diese Struktur durch wirtschaftliche Erschütterungen zerstören, so wie seinerzeit die Kommunistische Partei durch wirtschaftliche und soziale Erschütterungen zerstört wurde.

Den Weg zu einer solchen Destabilisierung, die Rezepte dafür, wie man repressive Strukturen zerstört, indem man ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten vernichtet und diejenigen, die zu Geiseln solcher Strukturen werden, zu wirtschaftlichen Bettlern der zivilisierten Welt macht, kennen wir sehr gut gerade aus den letzten Jahren der sowjetischen Erfahrung.

Und um den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, um Putin, seine Bande und seine Bürger zu zwingen, auf die Aggression zu verzichten, muss diese Erfahrung, ein aggressives Land in ein Gebiet zu verwandeln, das von „Bush-Beinchen“ träumt – nun, heute könnten es „Trump-Beinchen“ sein –, in ein Gebiet, dessen Bewohner unter schwierigen Bedingungen zu überleben versuchen und nicht wissen, wie sie zurechtkommen sollen, genau der reale Weg sein, um den Frieden in die Häuser der Ukrainer zurückzubringen.

Und wenn ein weiterer Marktplatz von Wildberries brennt – und ich hoffe, dass auch andere Marktplätze brennen werden – und wenn sich der durchschnittliche Russe rasch eben jener ersehnten sowjetischen Armut nähert, dann sehe ich darin gerade einen Weg zum Frieden. Denn wenn eine Gesellschaft in den Augen anderer aggressiv erscheint – genau so erschien die erbärmliche sowjetische Gesellschaft, und genau so erscheint die russische Gesellschaft –, dann muss man ihr die Kapazitäten und das Geld nehmen, die es ihr ermöglichen, ihre Aggression in die Tat umzusetzen, die es ihr ermöglichen zu töten, zu schießen, zu vergewaltigen und zu bombardieren. Genau damit beschäftigen sich unsere Streitkräfte.


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Titel des Originals: ЗСУ знищили найбільший склад Wildberries| Віталій Портников. 16.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.08.2026.
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Großer Angriff auf die Region Kyiv | Vitaly Portnikov. 05.08.2026.

Die Russen haben einen weiteren ballistischen Angriff auf Kyiv und die Region Kyiv verübt. Diesmal richtete sich der Hauptschlag gegen Gebiete in der Region Kyiv. Dort ist bislang von 14 Todesopfern die Rede. Eine weitere Person kam in der ukrainischen Hauptstadt ums Leben.

Mein aufrichtiges Beileid gilt den Angehörigen der bei diesem Angriff Getöteten sowie allen, die durch den russischen Angriff auf Kyiv und die Region Kyiv verletzt wurden oder Schäden erlitten haben.

Natürlich verstehen wir sehr gut, dass Putin das sogenannte ballistische Zeitfenster, das mit dem Fehlen eines wirksamen Abwehrschutzes gegen ballistische Raketen in unserem Land zusammenhängt, weiterhin für neue Angriffe nutzen wird. Wie aus den Meldungen über die Zahl der abgeschossenen russischen Raketen hervorgeht, lässt sich gegen diese Angriffe derzeit praktisch nichts ausrichten, denn praktisch keine der ballistischen Raketen oder Zircon-Raketen, die auf die ukrainische Hauptstadt und die Region Kyiv abgefeuert wurden, konnte abgefangen werden. Lediglich die überwiegende Mehrheit der Drohnen, die auf Kyiv zuflogen, konnte zerstört werden.

Gleichzeitig kann man davon sprechen, dass Russland auch versucht, den Schaden für die ukrainische Wirtschaft zu vergrößern. Derzeit werden die meisten ballistischen Raketen und Zircon-Raketen auf Lagerhäuser und andere Infrastruktureinrichtungen gerichtet. Auf diese Weise versucht Russland offenbar, auf die großflächigen Brände in seinen eigenen Lagerhäusern und in den Marktplätzen des Unternehmens Wildberries zu reagieren, die nach Ansicht von Beobachtern die eigentlichen Lungen der russischen Wirtschaft sind und es dieser unter Sanktionen stehenden Wirtschaft ermöglichen, unter den schwierigen Bedingungen der Beschränkungen durch die zivilisierte Welt weiter zu funktionieren.

Übrigens wurde gerade während dieses neuen russischen Angriffs auf Kyiv und die Region Kyiv bekannt, dass ein weiterer Marktplatz der Besatzer in der Region Tula in der Russischen Föderation brennt. Ich hoffe, dass in den kommenden Monaten die überwiegende Mehrheit der russischen Marktplätze – und nicht nur die von Wildberries – zusammen mit den Möglichkeiten der russischen Wirtschaft zerstört wird. Denn solange diese russische Wirtschaft existiert, wird Russland seine Aggressionen sowohl gegen die Ukraine als auch gegen andere Staaten fortsetzen.

Und wie wir sehen, entsteht selbst vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Probleme in der Russischen Föderation weder beim russischen Präsidenten Putin noch bei der Bevölkerung irgendein Wunsch, über etwas zu verhandeln. Die Menschen sprechen über alle möglichen Probleme im Zusammenhang mit der Zerstörung der Marktplätze und der Unternehmen zahlreicher Russen – aber nicht über den Krieg, den sie offenbar nicht nur ignorieren, sondern offensichtlich aus der Sicht der Politik ihrer kriminellen Führung sogar für richtig halten.

Man kann sagen, dass die Ukraine mit ihren Angriffen auf die Infrastruktur proaktiv handelt und Russland dazu zwingt, zu ähnlichen Schritten zu greifen, in der Hoffnung, die Zerstörung der eigenen Wirtschaft aufzuhalten. Doch von einer echten Parallele zwischen den möglichen Handlungen beider Seiten kann hier meines Erachtens keine Rede sein.

Ich möchte daran erinnern, dass der Löwenanteil der ukrainischen Wirtschaft bereits in den ersten Monaten des inzwischen weit zurückliegenden Jahres 2022 zerstört wurde, als dieser endlose Abnutzungskrieg begann.

Die russische Wirtschaft existiert vor allem dank des Verkaufs von Öl und Gas – in erster Linie auf Schmuggelwegen. Die ukrainische Wirtschaft hingegen existiert gewissermaßen nur durch die künstliche Beatmung westlicher Hilfe.

Ohne diese Hilfe könnte man sagen, dass die Ukraine nichts hätte, womit sie Krieg führen könnte, dass es keine Möglichkeit gäbe, die soziale Stabilität in den vom legitimen ukrainischen Staat kontrollierten Gebieten aufrechtzuerhalten. Sie hätte auch keine Möglichkeit, einem grausamen Aggressor zu widerstehen, der entschlossen ist, die Konfrontation fortzusetzen.

In Russland ist die Lage eine andere. Niemand wird den Russen einfach so helfen. Die Staaten, die russisches Öl kaufen – vor allem die Volksrepublik China und Indien –, nutzen die Schwierigkeiten Russlands aus, um Energieträger zu niedrigeren Preisen zu erwerben, als sie auf dem Weltmarkt erhältlich wären. Dadurch ist ein ganzes System einer Energieökonomie für zahlreiche Raffineriebetriebe entstanden, die dank der Lieferung dieses billigen Öls enorme Gewinne erzielen, weil Russland unter den Bedingungen, in denen es sich befindet, den Preis nicht diktieren kann.

Wenn Russland also nicht mehr in der Lage sein wird, das Niveau seiner eigenen Wirtschaft aufrechtzuerhalten, dann wird das ausschließlich sein eigenes Problem sein. Die Volksrepublik China wird über die weitere Schwächung ihres Nachbarlandes sogar zufrieden sein – eines Landes, das ihr noch vor wenigen Jahrzehnten die Spielregeln diktieren konnte und sich nun in einen echten politischen und wirtschaftlichen Satelliten Chinas verwandelt.

Man kann also sagen, dass es kein Europa von Lissabon bis Wladiwostok geben wird. Aber ganz sicher wird es ein Großasien geben – von den chinesischen Grenzen bis nach Kursk und Brjansk. Das ist es, was die Russische Föderation erwartet. Das ist es, was die Russen erwartet. Keine Imperium, sondern ein Jahrhundert der Unterordnung.

Wenn die Russen also ukrainische Marktplätze und andere Infrastruktureinrichtungen in unserem Land angreifen, dann geschieht das nicht aus nüchterner Berechnung heraus, dass die Ukraine angesichts dieser Brutalität kapitulieren werde. Es ist vielmehr blinde Wut, mit der sie das Ausbleiben von Fortschritten ihrer Banditenarmee an der russisch-ukrainischen Front und ihre Unfähigkeit kompensieren wollen, ihre eigenen Marktplätze und andere Infrastruktureinrichtungen vor ukrainischen Angriffen zu schützen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir nicht nach Schutz vor russischen ballistischen Raketen suchen müssen, dass wir nicht nach Möglichkeiten suchen müssen, die Betriebe zu zerstören, in denen diese Raketen hergestellt werden, oder die Abschussorte der russischen ballistischen Raketen auszuschalten. Genau das ist heute die Aufgabe Nummer eins.


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Titel des Originals: Велика атака по Київщині | Віталій
Портников. 05.08.2026.

Autor: Vitaly Portnikov]
Veröffentlichung: 05.08.2026.
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Die Ukraine gibt Wildberries den Rest | Vitaly Portnikov. 02.08.2026.

In Russland brennt ein weiteres Logistikzentrum des Marktplatzes Wildberries. Diesmal im Ort Nowosemeikino in der Region Samara.

Es ist nur eines der Objekte, die in der vergangenen Nacht von den ukrainischen Verteidigungskräften getroffen wurden. Berichtet wurde außerdem über Probleme in einer Ölraffinerie in der Region Saratow der Russischen Föderation sowie über einen Brand auf dem Flugplatz Engels, den die russische Luftwaffe für Angriffe auf die Ukraine nutzt.

Obwohl der Marktplatz Wildberries formal kein militärisches Objekt ist und auch nicht mit dem russischen Ölraffineriesektor zusammenhängt, ist er dennoch möglicherweise eines der wichtigsten Objekte, die der russischen Wirtschaft helfen, unter den Bedingungen der Sanktionen zu funktionieren – und Putin dabei helfen, den Krieg fortzusetzen.

Man muss sich bewusst machen, dass Russland, wenn es Angriffe auf die Ukraine verübt, die es als Vergeltungsschläge bezeichnet – etwa gegen Lager von Nowa Poshta oder Rozetka, obwohl diese Angriffe lange vor den Schlägen gegen Wildberries-Marktplätze begannen –, diesen Unternehmen, den Menschen, die auf ihre Lieferungen warten, und letztlich der ukrainischen Wirtschaft als Ganzem zwar reale Probleme bereitet. Doch es sind keine Angriffe, die die ukrainische Wirtschaft so erschöpfen würden, dass wir der russischen Aggression nicht mehr widerstehen könnten.

Warum? Weil die ukrainische Wirtschaft eine Wirtschaft ist, die mithilfe westlicher Unterstützung künstlich am Leben erhalten wird. Wir verstehen sehr gut, dass die Ukraine ohne diese westliche Hilfe schon seit vielen Jahren nicht mehr in der Lage wäre, der russischen Aggression standzuhalten.

Erinnern wir uns daran, wie verheerend die russischen Angriffe auf unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten bereits im Jahr 2022 waren. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2026. Und niemand hat Zweifel daran, dass die Ukraine auch im kommenden Jahr 2027 wirtschaftlich in der Lage sein wird, den Folgen der russischen Aggression entgegenzutreten, weil die Unterstützung unseres Landes durch die Staaten der Europäischen Union bereits beschlossen wurde. Und ich habe keinerlei Zweifel daran, dass diese Hilfe – falls erforderlich – auch in den folgenden Kriegsjahren fortgesetzt werden wird.

Russland befindet sich hingegen in einer anderen wirtschaftlichen Lage, in der die Marktplätze von Wildberries gewissermaßen die Lungen der russischen Sanktionswirtschaft darstellen – einer wirtschaftlichen Entwicklung, die Putin erlaubt, in die Zukunft zu blicken und den Krieg für die kommenden Jahre zu planen.

Denn unter Bedingungen, in denen Zahlungen nicht mehr auf zivilisierte Weise abgewickelt werden können und die westlichen Sanktionen die Tätigkeit russischer Banken als klassische Finanzinstitute praktisch zum Erliegen gebracht haben, übernehmen gerade die Marktplätze die Rolle von Stabilisatoren der wirtschaftlichen Entwicklung der Russischen Föderation. Zugleich schaffen sie jenes notwendige Steuerpolster, das es der russischen Führung ermöglicht, enorme Militärhaushalte zu planen und sicher zu sein, dass die russische Armee auch weiterhin über die notwendigen Mittel aus dem Staatshaushalt verfügen wird, um ihre Aggression gegen die Ukraine fortzusetzen, und dass ihre Entwicklung auch in den kommenden Jahren oberste Priorität behalten wird.

Wenn es aber kein Geld gibt, wird es auch diese Möglichkeiten für die Armee nicht geben. Wer behauptet, Putin werde das Geld für den Krieg auf jeden Fall finden, weil er dafür die soziale Stabilität der einfachen Russen opfern werde, irrt sich schlicht deshalb, weil das Geld für den Krieg tatsächlich erst einmal vorhanden sein muss.

Das bedeutet: Die russische Wirtschaft muss auf ein Niveau gebracht werden, auf dem weder Geld für das Überleben des gewöhnlichen Russen vorhanden ist – der für die Staatsführung ohnehin uninteressant wird, weil er keine Steuern mehr zahlt, sondern sich in einen gewöhnlichen Bettler verwandelt – noch Geld für die russische Armee und ihre Aggressionen. Genau das könnte Russland tatsächlich daran hindern, seine Aggression gegen die Ukraine sowie seine aggressiven Pläne gegenüber anderen Nachbarstaaten fortzusetzen.

Wir wissen, dass diese Pläne – Putins Pläne für einen langen Krieg – auf seinem Schreibtisch liegen. Und genau in diesen Minuten, während Sie diese Analyse ansehen oder anhören, denkt er darüber nach, wie sich der russisch-ukrainische Krieg auf die Staaten Mittel- und Osteuropas sowie auf die baltischen Länder ausweiten lässt. Welches Land wird als Nächstes in die dunkle Finsternis eines russischen Angriffs stürzen?

Doch ohne Geld gibt es keinen Krieg. In die Sprache der heutigen russischen Politik übersetzt bedeutet das: Es gibt keinen Krieg ohne das Geld von Wildberries. Es gibt keinen Krieg ohne das Geld anderer russischer Marktplätze, die – so hoffe ich – in den kommenden Monaten der erbitterten und verzweifelten russisch-ukrainischen Auseinandersetzung ebenfalls zerstört werden.

Wie sich herausgestellt hat – und das ist eine unangenehme Überraschung für die Bürger der Russischen Föderation ebenso wie für ihre terroristische Führung –, kann ein Abnutzungskrieg von beiden Seiten geführt werden. Und Russland wird diesen Abnutzungskrieg nicht als starker Staat verlassen, der zuversichtlich in die Zukunft blickt.

Mehr noch: Man kann sagen, dass es für die Russische Föderation überhaupt keine Zukunft geben wird, wenn sie den Krieg gegen unser Land fortsetzt. Es werden lediglich Erinnerungen an die Vergangenheit bleiben, als die Russen unter Putin besser lebten als unter jedem anderen ihrer wahnsinnigen Herrscher. 

Und es wird die Frage bleiben, an welchem Punkt Russland den falschen Weg eingeschlagen und sich in einen Staat der Ruinen, der Probleme und der offensichtlichen Ausweglosigkeit für den überwiegenden Teil seiner chauvinistisch gesinnten Bevölkerung verwandelt hat.

Und wir werden genau wissen, wann Russland den falschen Weg eingeschlagen hat: In dem Moment, als in den Köpfen seiner Machthaber die Idee entstand, die Staatlichkeit innerhalb der Grenzen der erbärmlichen Sowjetunion wiederherstellen zu können. In dem Moment, als die Entscheidung getroffen wurde, dass Russland ohne das ukrainische Territorium, ohne die Rückkehr zu den Grenzen von 1991 in Europa, seine Rolle als geopolitischer Akteur nicht zurückgewinnen und den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China nicht auf Augenhöhe begegnen könne – jenen beiden Mächten, die sich auf den Kampf um das Monopol auf politischen Einfluss und wirtschaftliche Möglichkeiten in unserer komplizierten Welt des 21. Jahrhunderts vorbereiten.

Russland wollte an diesem erbitterten Kampf unbedingt teilnehmen, dass es damit letztlich seine eigene, für niemanden notwendige Existenz infrage gestellt hat. Und der Krieg gegen unser Land wird für die Russen zu jenem Ausgangspunkt werden, von dem an nur noch der Abstieg in einen historischen, politischen und sozialen Abgrund beginnt, aus dem sie sich noch viele, viele schwierige Jahrzehnte lang nicht befreien werden können.


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Titel des Originals: Україна добиває Wildberries | Віталій
Портников. 02.08.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 02.08.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Unverschämtes Ultimatum des Kremls! Bloomberg enthüllt Putins Pläne, während in Russland Wildberries brennt | Portnikov. 22.07.2026.

Antin Borkowsky: Jetzt schaltet sich der ukrainische öffentliche Intellektuelle, bekannte Journalist und Publizist Vitaly Portnikov zu unserer Sendung hinzu. Natürlich werden wir im Blitzformat die großen Veränderungen analysieren, die sowohl unsere Armee als auch andere Bereiche betreffen.

Das Ende einer ganzen Epoche. Wir sprechen über General Syrsky und die Übernahme durch ein neues Führungsteam. Das heißt, es kommen neue Menschen, die das, was man einen großen, insbesondere auch technologischen Krieg nennt, auf neue Weise verwalten werden. Wie ist Ihr Eindruck angesichts dessen, was jetzt geschehen ist? Denn es geht nicht nur um den Austausch von Personen, sondern um eine Veränderung von Einflüssen.

Vitaly Portnikov: Ich denke, über irgendwelche Eindrücke wird man in fünf bis sechs Monaten sprechen können, wenn wir verstehen werden, wie sich die Lage an der Front letztlich entwickelt. Jetzt irgendwelche Prognosen abzugeben, ist völlig unangebracht, weil wir nicht wissen, wie die Menschen, die die Ämter des Oberbefehlshabers der Streitkräfte und des Generalstabschefs übernehmen, auf die Herausforderungen reagieren werden, vor denen sie stehen. Sie können der Situation vollkommen gewachsen sein, sie können mit dieser Situation überhaupt nicht zurechtkommen, oder es wird etwas dazwischen sein. Ich habe also keinerlei Prognosen. Ich werde einfach die Entwicklung der Kampfhandlungen beobachten, und für mich wird alles anhand der Menge an Territorium verständlich werden, das entweder gehalten, verloren oder zurückerobert wird, und anhand der Zahl der Opfer unter ukrainischen und russischen Militärangehörigen.

Erst danach, denke ich, etwa im November oder Dezember 2026, werden wir die heutigen Ereignisse kommentieren können. Denn wenn man sie auf der Ebene von Erwartungen kommentiert, kann jeder seine eigenen Erwartungen haben. Diejenigen, die für die Ernennung von General Drapaty eingetreten sind, können große Erwartungen an seine Ernennung haben. Diejenigen, die es für notwendig hielten, General Syrsky im Amt zu belassen, können überzeugt sein, dass General Drapaty die Front zusammenbrechen lassen könnte. Sowohl die einen als auch die anderen können sich irren. Deshalb würde ich keinerlei Prognosen abgeben, sondern einfach die Entwicklung des Krieges verfolgen. Mehr muss man nicht tun. Wir wissen nicht, wie der neue Befehlshaber sein wird. Einfach deshalb, weil er sich noch nie in einer vergleichbaren Position befunden hat.     Uns fehlt jede Vergleichsgrundlage.

Antin Borkowsky: Ja, ich verstehe. Gibt es vielleicht bereits ein Verständnis oder einen Eindruck davon, warum der bis vor Kurzem amtierende Oberbefehlshaber Syrsky entlassen wurde? Unter den Versionen wird genannt, dass er einen persönlichen Konflikt mit dem bis vor Kurzem amtierenden Verteidigungsminister Fedorow hatte. Aber soweit ich verstehe, kann es Konflikte zwischen Menschen und zwischen Institutionen geben, die auf die eine oder andere Weise im Arbeitsprozess gelöst werden. Hier ging es jedoch wahrscheinlich eher um eine Unvereinbarkeit zweier großer Visionen, zweier konzeptioneller Ansätze. Vielleicht auch nicht. Wie ist Ihr Eindruck, warum es dennoch so dringend notwendig war, das Ministerkabinett umzubilden und Syrsky zu entfernen? Was ist geschehen?

Vitaly Portnikov: Ich weiß es nicht. Ich kommentiere wiederum niemals die Personalpolitik von Präsident Zelensky, weil ich keine Logik dort suchen möchte, wo es sie möglicherweise einfach nicht gibt. Warum sollte ich etwas erfinden?

Antin Borkowsky: Gut. Wenn wir über die Aussichten des morgigen großen Treffens in Manila auf den Philippinen sprechen: Marco Rubio hat über mehrere Tage hinweg mit Lawrow kommuniziert. Nur ein Teil dieser Informationen ist zu uns gelangt. Gleichzeitig wird das Treffen stattfinden. Und insbesondere haben die Amerikaner ein weiteres Signal gegeben, das auch dem russisch-ukrainischen Krieg gewidmet war. Rubio sagte: „Nun, es wäre gut für Russland, wenn der Krieg enden würde.“ Was könnte auf der tatsächlichen Tagesordnung stehen?

Vitaly Portnikov: Nichts. So wie sie sich treffen, werden sie auch wieder auseinandergehen, weil es keinerlei Grund zu der Annahme gibt, dass Moskau bereit ist, den Krieg zu beenden. Rubio wird Lawrow vorschlagen, die Kampfhandlungen entlang der Frontlinie einzustellen. Lawrow wird von Rubio verlangen, dass die Amerikaner Druck auf die Ukraine ausüben, damit die Ukraine keine russischen Erdölraffinerien und Online-Marktplätze angreift. Vor allem wird er darauf bestehen, dass dies Angriffe auf zivile Objekte seien und dass die Angriffe auf die Erdölverarbeitung der Russischen Föderation eine ohnehin unnötige Belastung für den weltweiten Ölsektor erzeugten. Damit wird alles enden.

Antin Borkowsky: Ja. Aber in Moskau brennt es. Sie haben völlig zu Recht festgestellt, dass nicht nur Online-Marktplätze in die Luft fliegen und dass es davon immer mehr geben wird. Putin wird das physisch einfach nicht ignorieren können. Er wird versuchen, die Verantwortung abzuwälzen, aber seine Unterstützung innerhalb Russlands sinkt. Es gibt eine hysterische Reaktion der russischen Bürger. Natürlich werden sie nicht, bildlich gesprochen, mit Pappschildern gegen die russischen NKWD-Truppen antreten, aber die russische Staatsmacht war wegen solcher Stimmungen immer ein wenig beunruhigt. Und hier verstehen wir, dass sich all dies nur verstärken wird.

Vitaly Portnikov: Natürlich, aber Putin kann der Ansicht sein, dass er den Proteststimmungen erst recht einen Anstoß geben würde, wenn er den Krieg beendet, und dass für ihn die einzige Möglichkeit, die Situation zumindest unter Kontrolle zu halten, darin besteht, den Krieg fortzusetzen. Der Krieg gegen die Ukraine könnte sich in dieser Hinsicht für ihn zum bequemsten Instrument zur Machterhaltung verwandeln.

Antin Borkowsky: Aber wie kann das beispielsweise die innerrussische Agenda in Bezug auf den Krieg beeinflussen? Denn der Grad der Unterstützung sinkt, im September steht die Neuwahl beziehungsweise Neubestimmung der russischen Staatsduma bevor. Und der tschechische Präsident hat ziemlich zu Recht gesagt, dass es für die Durchführung der einen oder anderen Verhandlungen ein Zeitfenster von zwei Monaten gebe. Nach dem, worauf der tschechische Präsident, der Militär und General Pavel, angedeutet hat, könnten die Russen zu einer allgemeinen Mobilmachung übergehen, unabhängig davon, wie erfolgreich sie aus militärisch-logistischer Sicht sein würde.

Vitaly Portnikov: Ich weiß nicht, worauf sich der Präsident Tschechiens stützt, wenn er von einer allgemeinen Mobilmachung spricht. Ich sehe dafür heute keinerlei Voraussetzungen, aber vielleicht versteht er es besser als ich. Und was die Reaktion der Russen darauf betrifft, wie intensiv es innerhalb Russlands brennt: Sie können unzufrieden sein, aber wenn sie nicht bereit sind zu protestieren und wenn die russischen Sicherheitsstrukturen ausreichend effektiv sind, um jeden Protest einzudämmen, dann können wir uns einfach an ihren Äußerungen in den sozialen Netzwerken erfreuen. Auf die Stimmung in der russischen Gesellschaft wirkt sich das aus, aber auf die Möglichkeiten der russischen Staatsmacht, den Krieg fortzusetzen, wirkt es sich überhaupt nicht aus.

Auf die Möglichkeiten der russischen Staatsmacht, den Krieg fortzusetzen, wirken sich Angriffe auf Online-Marktplätze und Angriffe auf Erdölraffinerien aus. Ich glaube absolut an eine Situation, in der Russland diesen Krieg wegen eines Mangels an Ressourcen einfach nicht mehr fortsetzen kann. Dann wird man ihn dort einfach überprüfen, einschränken, das Ausmaß der Offensiven verringern und von Offensiven auf Armeeebene ausschließlich zu einer Serie ballistischer Angriffe übergehen müssen. All das kann geschehen. Aber ich glaube nicht, dass Putin aufhören wird, solange er noch die Möglichkeit hat.

Darauf zu hoffen, dass Putin diesen Krieg beendet, ist dasselbe, wie darauf zu hoffen, dass Deutschland nach Stalingrad oder nach der Schlacht von Kursk kapituliert. Wie Sie verstehen, erfolgte die Kapitulation Deutschlands bereits ohne Adolf Hitler und erst, als die Truppen der Alliierten in Berlin waren. Hier handelt es sich um ein vollkommen identisches Regime, deshalb würde ich auf nichts hoffen.

Antin Borkowsky: Wo könnte Ihrer Meinung nach dieser Punkt ohne Wiederkehr für die russische Wirtschaft liegen? Genauer gesagt: in den Köpfen der Russen. Wie werden sie die rasche Verschlechterung ihres Lebensstandards wahrnehmen? Müssen sie auf das Niveau Nordkoreas absinken, bevor sie zu reagieren beginnen, oder müssen sie auf das Niveau der Erbauer des Weißmeer-Ostsee-Kanals fallen?

Vitaly Portnikov: Nun, und noch einmal: Reagiert denn in Nordkorea irgendjemand?

Antin Borkowsky: Genau genommen nicht. Aber …

Vitaly Portnikov: Und wer hat gesagt, dass in einer solchen Situation in Russland jemand reagieren wird?

Antin Borkowsky: Aber Nordkorea wurde einfach auf eine sehr spezifische Weise aufgebaut, bildlich gesprochen, und steht auf den Knochen nordkoreanischer Kommunisten und chinesischer Kommunisten.

Vitaly Portnikov: Nun, auch die Sowjetunion steht auf den Knochen sowjetischer Kommunisten. Diese Staaten sind völlig gleich. Wir haben uns in dieser Zeit nur sehr weit von dieser Sowjetunion entfernt. Russland hat sich, wie wir sehen, nicht besonders weit entfernt. Wenn der wichtigste Politiker der Sowjetunion und Russlands, überhaupt der beste Politiker Russlands aller Zeiten und Völker, Josef Stalin ist, worin unterscheidet sich das dann vom Kult um Kim Il-sung in Nordkorea? Sie haben ein vollkommen richtiges Modell genannt. Wie auch immer die wirtschaftliche Lage der Russen sein mag: Wenn man ihnen erklärt, dass die politische Bedrohung mit dem Krieg gegen den Westen verbunden ist, damit, dass Russland in Teile zerlegt werden soll, worüber in der Ukraine übrigens nur der Faule nicht spricht, und dass die Alternative zum Krieg der Zusammenbruch des russischen Staates sei, dann werden sie eben alles ertragen.

Antin Borkowsky: Aber für das Funktionieren einer heutigen hochtechnologischen Armee – und hier sprechen wir nicht von der russischen Armee – werden Ressourcen benötigt. In jedem Fall sind die Ressourcen der Russen …

Vitaly Portnikov: Natürlich. Deshalb sage ich ja, dass der Krieg entsprechend dem, was sie produzieren können, langsam abflauen kann. Können sie Kalibr-, Kinschal- und Iskander-Raketen produzieren, dann wird das auf unsere Köpfe fliegen. Können sie einfach die Produktion von Drohnen erhöhen, dann wird es intensivere Drohnenangriffe geben. Können sie es nicht, dann wird es weniger Angriffe und weniger Offensiven an der Frontlinie geben. Und wenn es weniger wird und auch wir nicht mehr über eine ausreichende Menge an Ressourcen verfügen, um unsere Kriegshandlungen zu verstärken, dann wird dieser Krieg in den kommenden Jahren nach und nach abflauen, ohne irgendwelche wirklichen Vereinbarungen.

Antin Borkowsky: Vitaly, wenn wir über die sprechen, die sich der Kreml beispielsweise in einer bestimmten Phase des Krieges gesetzt hat – wir sprechen vom Ende Juli 2026 –, haben sie sich im Vergleich zum Beginn des Krieges irgendwie verändert? Es ist gerade eine neue Veröffentlichung der Agentur Bloomberg erschienen, der zufolge Putin den Status der eroberten, vorübergehend besetzten Gebiete nicht überprüfen will. Putin wird laut Bloomberg also nicht darauf eingehen und darüber nicht verhandeln.

Vitaly Portnikov: Wie soll das überhaupt möglich sein? Darf ich fragen? Wenn westliche Journalisten darüber schreiben, gehen sie offenbar von irgendetwas aus, aber wovon sollen wir ausgehen? Es gibt Regionen der Ukraine, die aus irgendwelchen unverständlichen, wunderlichen Gründen in die Verfassung der Russischen Föderation eingetragen wurden.

Die Krim, Sewastopol sowie die Oblaste Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja. Das ist eine absolute Verletzung des Völkerrechts und des russischen Verfassungsrechts. Aber es wurde auf Grundlage eines entsprechenden Gutachtens des Verfassungsgerichts der Russischen Föderation, einer Entscheidung der Föderalversammlung der Russischen Föderation und eines Erlasses des russischen Präsidenten vollzogen, wonach es sich angeblich um solche pseudounabhängigen Staaten handelt – man möchte diesen Unsinn nicht einmal kommentieren –, die sich der Russischen Föderation angeschlossen hätten, und keineswegs um Regionen der Ukraine. Die Ukraine habe damit angeblich überhaupt nichts zu tun. Sie versuche lediglich, diese unabhängigen Staaten zu besetzen. Und jeder Versuch, den Status dieser Gebiete zu verändern, wäre dann bereits eine Straftat, entschuldigen Sie. Wer kann sich darauf einlassen? Auf welche Weise?

Antin Borkowsky: Dementsprechend würde ich gern präzisieren: Wenn wir über den Einfluss der Chinesen und den Einfluss des amerikanischen Präsidenten sprechen, ist im September offenbar ein großes Gespräch in den Vereinigten Staaten zwischen Donald Trump und Xi Jinping geplant. Dementsprechend werden sie nicht nur über irgendwelche großen globalen Angelegenheiten sprechen, sondern wahrscheinlich auch über die russische Aggression gegen die Ukraine. Wird es ihnen gelingen, ihre Position zumindest in diesem Punkt irgendwie zu konsolidieren?

Vitaly Portnikov: Wozu sollte Xi Jinping das konsolidieren müssen? Xi Jinping ist mit allem zufrieden. Trump ist nach der Nahostkrise aus Sicht Xi Jinpings nicht der Politiker, mit dem man überhaupt über irgendetwas Ernsthaftes sprechen muss. Wozu sollte Xi Jinping irgendwelche Positionen mit Trump konsolidieren, der bis heute nicht aus der Nahostfalle herauskommt? Ich denke, Xi Jinping ist mit allem vollkommen zufrieden. Der Krieg geht weiter, der Westen wird wirtschaftlich geschwächt. Der Krieg im Iran schwächt die Vereinigten Staaten und die europäischen Staaten wirtschaftlich und kann darüber hinaus die Länder des Persischen Golfs stärker von China abhängig machen. Russland wird geschwächt, die Ukraine wird zerstört.     Auf diese Weise wird an der Ukraine ein Exempel statuiert – für alle Länder, die versuchen, sich mit einem Satelliten der Volksrepublik China anzulegen. Das heißt, alles läuft nach Plan. Bei Xi Jinping läuft tatsächlich alles nach Plan.

Antin Borkowsky: Nun gut, nicht optimistisch, aber ehrlich. Vitaly Portnikov, ukrainischer öffentlicher Intellektueller, Publizist und Journalist, war mit unserem Studio verbunden. Wir sprachen über innerukrainische Angelegenheiten und über die großen diplomatischen Kreise auf dem Wasser.


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Art der Quelle: Interview
Titel des Originals: Нахабний ультиматум Кремля! Bloomberg розкрив плани Путіна, поки в РФ палає Wildberrris Портников. 22.07.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 22.07.2026.
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Die Ukraine verstärkt die Angriffe auf Lagerhäuser | Vitaly Portnikov. 22.07.2026.

Nach ukrainischen Angriffen brennen zwei große Lagerhäuser des russischen Unternehmens Wildberries in Krasnodar und in der Stadt Newinnomyssk in der Region Stawropol. Über Krasnodar ist das riesige Feuer zu sehen, das nach ukrainischen Treffern in den Lagerhäusern ausgebrochen ist. Und die Aufnahmen dieses Feuers verbreiten sich über Dutzende Telegram-Kanäle von Einwohnern Krasnodars.

Somit kann man sagen, dass die ukrainischen Angriffe auf Handelslager in der Russischen Föderation, die man mit den Lungen einer unter Sanktionen stehenden Wirtschaft vergleichen könnte, systematisch werden. Ich erinnere daran, dass wir nur wenige Tage vor diesen Bränden Angriffe auf Lagerhäuser des Unternehmens Wildberries in Elektrostal in der Oblast Moskau und in Kotowsk in der Oblast Tambow beobachten konnten. Dabei galt das Lager in Elektrostal als eines der wichtigsten für das Unternehmen, dessen Einnahmen mit hochrangigen russischen Beamten aus dem engsten Umfeld des russischen Präsidenten Putin in Verbindung gebracht werden. Nun sind es zwei weitere Lagerhäuser. Und auch das Lager in Krasnodar gilt als eines der größten und wichtigsten für das Funktionieren der russischen Wirtschaft.

Man kann davon ausgehen, dass solche Lagerhäuser das Ergebnis der Anpassung der Wirtschaft der Russischen Föderation an die Sanktionen der zivilisierten Welt geworden sind, worüber im Kreml wiederholt gesprochen wurde. Und das Wichtigste ist, dass gerade diese Lagerhäuser den Handel mit Waren ermöglichten, ohne dass russische Banken an SWIFT angeschlossen waren, worüber die Eigentümerin des Unternehmens Wildberries dem Präsidenten der Russischen Föderation Putin voller Stolz berichtete. Und nun können, wie wir sehen, zwei weitere Lagerhäuser die unter Sanktionen stehende Wirtschaft Russlands nicht mehr bedienen.

Wichtig ist außerdem, dass in jedem solchen Lager in der Regel Dutzende oder Hunderte von Erzeugnissen gelagert werden können, die mit der Produktion unbemannter Luftfahrzeuge verbunden sind, die für Russland und für seine weiteren Angriffe auf die Ukraine wichtig sind. Es handelt sich also nicht nur um einen Schlag gegen die Wirtschaft als solche, obwohl auch das sehr wichtig ist. Es ist zugleich ein Schlag gegen den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation, und zwar gegen genau jene Industrie, die den Krieg unmittelbar und nicht nur mittelbar unterstützt.

Somit ist jedes große Lagerhaus in der Russischen Föderation ein wichtiges und logisches Ziel für die Streitkräfte der Ukraine. Und natürlich können wir jetzt sagen, dass jeder solche Angriff die Zahl der Menschen in der Russischen Föderation erhöht, die begreifen, dass der Krieg in ihre eigenen Häuser gekommen ist und von dort bis zu dem Tag nicht mehr verschwinden wird, an dem die russische Führung seiner Beendigung zustimmt.

Die überwiegende Mehrheit der Kommentatoren zu den vorherigen Angriffen, die infolge der Brände alles verloren hatten, sprach in der Regel nur über ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Aber auch unter ihnen tauchten bereits Menschen auf, die von der Notwendigkeit sprachen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Das heißt, sie begannen, die wirtschaftliche Katastrophe, die sie und ihre Familien getroffen hatte, mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine in Verbindung zu bringen. Sie begriffen, dass man einen Abnutzungskrieg zu zweit führen kann, und das bedeutet, dass die Folgen dieses Abnutzungskrieges mit den Schicksalen Hunderttausender Russen verbunden sein werden, die sowohl ihr Eigentum als auch ihre Perspektiven auf Entwicklung und ein normales Leben verlieren werden. Und genau das wird die Perspektive für die Bürger der Russischen Föderation in den kommenden schwierigen Jahren der russisch-ukrainischen Konfrontation sein.

Die wachsende Zahl von Menschen, die sich gegen den Krieg aussprechen, auch wenn dies heute noch nicht wie eine Massenbewegung aussieht, kann ebenfalls zu einem Problem für die russische Führung werden. Denn diese hört auf die eine oder andere Weise darauf, was in der Gesellschaft geschieht, weil sie den berühmten russischen Aufstand fürchtet, der zum Zusammenbruch des abscheulichen Geheimdienstregimes führen könnte. Für Putin ist es zumindest wichtig, dass die Stimmung in der russischen Gesellschaft nicht die rote Linie überschreitet, nach der die gut gefütterten Sicherheitskräfte mit den Russen nicht mehr fertigwerden können. Diese Sicherheitskräfte verlieren übrigens ebenso durch die Brände in den Lagerhäusern des Unternehmens Wildberries wie die Mitarbeiter der Verwaltung des Präsidenten der Russischen Föderation.

Denn in die Einnahmen aus diesem Unternehmen hatten zahlreiche Menschen investiert, die unmittelbar mit der höchsten Führung Russlands verbunden sind. Und darüber kam es unter Beteiligung hochrangiger Beamter und des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow zu Konflikten. Alle verstehen, welche enormen Geldsummen heute mit dem Handel über Online-Marktplätze verbunden sind. Und nun geht dieser Handel vor den Augen der russischen Führung seinem Ende entgegen.

Beobachter hatten die Zahl der größten Lagerhäuser, die für das Funktionieren der russischen Wirtschaft wichtig sind, zuvor auf ungefähr 25 geschätzt. Somit sind nach dem jüngsten Angriff ukrainischer unbemannter Luftfahrzeuge auf Krasnodar und Newinnomyssk nur noch 21 Lagerhäuser übrig, die noch nicht von diesen Angriffen getroffen wurden. Aber wir verstehen, dass sie bis zur vollständigen Zerstörung der Online-Marktplätze auf dem Gebiet Russlands fortgesetzt werden.

Wie wir sehen, stellt inzwischen selbst die Entfernung kein wirkliches Hindernis mehr für ukrainische Drohnen dar, weil zum ersten Mal in der Geschichte der Kriege, an denen die Russische Föderation beteiligt ist, ihr Feind Sibirien tatsächlich bombardieren kann. Somit hört das, was früher ein wichtiger russischer Vorteil war – ein Territorium, auf dem man Rüstungsbetriebe oder den Handel verstecken konnte –, auf, die russische Wirtschaft vor dem unvermeidlichen und schändlichen Zusammenbruch zu retten. Dieser wiederum wird zum sozialen Ruin Hunderttausender, wenn nicht Millionen von Einwohnern eines der aggressivsten Länder der modernen Welt führen.

Natürlich könnte man sich aus logischer Sicht an der Stelle der Führung der Russischen Föderation schon jetzt zurückhalten und darüber nachdenken, ob es sich lohnt, diesen sinnlosen Krieg nur deshalb fortzusetzen, um die eigene Macht zu demonstrieren und daran zu erinnern, dass niemand Putin widersprechen darf. Denn wirkliche Chancen auf die Eroberung der gesamten Ukraine, von der Putin im Februar 2022 träumte, hat der Kreml heute nicht.

Aber die russische Führung folgt in der Regel keiner Logik. Und die gesamte Geschichte russischer Kriege zeigt, dass die Führung in Moskau die Konfrontation bis zum niederschmetternden Zusammenbruch der russischen Wirtschaft und Staatlichkeit fortsetzen wird. Die Frage ist, ob die Ukraine in dieser schwierigen Zeit standhalten und dabei das Potenzial des Feindes vernichten kann.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Україна нарощує удари по складах | Віталій Портников. 22.07.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 22.07.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Ein echter Tango zu zweit. Vitaly Portnikov. 20.07.2026.

Справжнє танго на двох. 20.07.2026.

Möglicherweise wird der Juli 2026 als jener Zeitpunkt in die Geschichte des russisch-ukrainischen Krieges eingehen, an dem es der Ukraine gelang, eine weitere Möglichkeit zur Schwächung der russischen Wirtschaft zu finden – und das trotz der brutalen ballistischen Angriffe auf Kyiv und andere ukrainische Städte.

In der Nacht zum 18. Juli griff die Ukraine die Logistikzentren des Unternehmens Wildberries in Elektrostal und Kotowsk an. Auf den ersten Blick mag es sich lediglich um Lagerhäuser eines Online-Marktplatzes handeln – warum also sollte das angesichts der Angriffe auf die russischen Ölraffinerien von Bedeutung sein, die bereits nicht nur die Produktion von Erdölprodukten, sondern auch die russische Ölförderung selbst reduziert haben?

Doch unter den Bedingungen einer von Sanktionen betroffenen Wirtschaft haben sich gerade diese Marktplätze zu den wichtigsten Handels- und Verteilungszentren Russlands entwickelt. Wenn Öl und Erdölprodukte das Blut der russischen Wirtschaft sind, dann sind die Marktplätze von Wildberries ihre Lungen. Nicht zufällig tobten um die Kontrolle über Wildberries regelrechte Kriege zwischen russischen Beamten und Oligarchen. Der frühere Eigentümer des Unternehmens, Wladislaw Bakaltschuk, erklärte vor zwei Jahren, seine ehemalige Ehefrau habe ihm die Firma entrissen, und wandte sich hilfesuchend an den tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow. Die Ehefrau des Unternehmensgründers fusionierte Wildberries mit dem Unternehmen Russ, dessen Eigentümer Verbindungen zum Milliardär Suleiman Kerimow hatten. Vor allem aber wurde diese Fusion Medienberichten zufolge persönlich von Putin unterstützt, nachdem Tatjana Bakaltschuk (heute Kim) ihm einen Brief geschrieben hatte, in dem sie erklärte, der Zusammenschluss der Unternehmen werde einen „Konkurrenten zu Amazon und Alibaba schaffen und Zahlungen in Rubel unter Umgehung von SWIFT ermöglichen“. Gerade diese Worte verdeutlichen, welch bedeutendes Instrument zur Umgehung der Sanktionen sich hier in den Händen des Kremls befindet.

Genau deshalb bieten diese Angriffe eine reale Chance, den Krieg zu beenden. Ich wiederhole immer wieder, dass Russland den Krieg nur dann beenden kann, wenn ihm die Ressourcen und das Geld ausgehen. Und natürlich auch die Menschen. Doch für das Modell einer Söldnerarmee, für das sich Putin in diesem Krieg nicht ohne Grund entschieden hat, braucht es ebenfalls Geld.

Die Ukraine sucht seit einiger Zeit gezielt nach den empfindlichsten Stellen der russischen Wirtschaft. Der Versuch, die Ölförderung und die Produktion von Erdölprodukten zu verringern, war bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Ganz abgesehen von den Problemen für die russische Armee schuf dies die Voraussetzungen für eine groß angelegte Treibstoffkrise und die faktische Isolation der besetzten Krim. Angriffe auf Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes verlangsamten die Produktion von Drohnen und Raketen. Und nun beginnt eine neue Phase der Angriffe – auf die Lagerhäuser von Wildberries. Ja, in diesen Lagern könnten Güter aufbewahrt werden, die für die Produktion eben jener Drohnen benötigt werden. Doch zugleich handelt es sich um Angriffe auf die Wirtschaft als solche.

Natürlich werden solche Angriffe Putin nicht dazu bringen, den Krieg sofort zu beenden. Ich glaube nicht einmal, dass der russische Präsident überhaupt über ein Kriegsende nachdenkt, wenn ihm über wirtschaftliche Probleme berichtet wird. Doch entscheidend ist nicht Putins wirtschaftliche Kompetenz, sondern die tatsächlichen Möglichkeiten des Staates, an dessen Spitze er steht.

Auch die Ukrainer sind sich dessen bewusst. Sie erkennen ebenso, welchen Weg unser Land in diesem Krieg zurückgelegt hat – von den ersten, noch zögerlichen Angriffen tief im besetzten Gebiet, für die man nicht einmal die Verantwortung übernehmen wollte, bis hin zu Schlägen gegen die kritische Infrastruktur des Feindes, die seine Wirtschaft an den Rand des Überlebens bringen sollen. Ja, es hat sich gezeigt, dass man einen Krieg ums Überleben auch zu zweit spielen kann. Und vielleicht ist genau das jener Tango zu zweit, von dem Donald Trump zu Volodymyr Zelensky gesprochen hat – nur eben nicht der Tango von Friedensverhandlungen, die der Kreml lediglich braucht, um den Krieg „sicher“, also ohne neue Sanktionen der USA, fortsetzen zu können, sondern der eigentliche Tango der Angriffe auf Russland.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Справжнє танго на двох. 20.07.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 20.07.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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