Zelenskys Flugzeug unter Beschuss | Vitaly Portnikov. 09.09.2026.

Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre teilte mit, dass das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky beim Abflug vom Flughafen in der Republik Moldau beinahe mit einer Drohne zusammengestoßen wäre, die möglicherweise gezielt auf das Flugzeug der ukrainischen Delegation angesetzt worden war, die zur Beerdigung des norwegischen Monarchen unterwegs war.

Der norwegische Ministerpräsident gab keine weiteren Erklärungen zu diesem Vorfall ab. Er sagte nicht, ob es dazu Kommentare aus Kyiv gegeben habe und ob dieser Vorfall ein vorsätzlicher Versuch gewesen sei, den Präsidenten der Ukraine und andere hochrangige Vertreter des Landes zu töten, oder ob es sich lediglich um einen Zufall gehandelt habe, der mit dem Auftauchen von Drohnen im Luftraum der Republik Moldau zusammenhing.

Aber geben Sie zu: Das ist ein ziemlich merkwürdiger Zufall. Die Russische Föderation intensiviert ihre Angriffe auf den Süden der Ukraine genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten vom Flughafen der moldauischen Hauptstadt abfliegen soll. Dabei gelangt ein Teil der Drohnen, die formal auf ukrainisches Gebiet gerichtet sind, ausgerechnet in den Luftraum der Republik Moldau. Nicht zum ersten Mal, aber diesmal genau dann, als das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten in die norwegische Hauptstadt fliegen soll.

Dabei sollte man daran erinnern, dass die mögliche Teilnahme des Präsidenten der Ukraine an der Trauerfeier für König Harald im Voraus bekannt war. Das ist gerade eine jener Veranstaltungen, die nicht unangekündigt bleiben können, denn die Beerdigung des Königs brachte eine große Zahl ausländischer Vertreter aus ganz Europa und aus der ganzen Welt zusammen. Und wer die jeweilige Delegation anführen wird, wird gemäß dem Protokoll mitgeteilt.

Und noch ein wichtiger Punkt, auf den ich aufmerksam machen möchte. Während seiner Pressekonferenz in Bischkek nach Abschluss des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit beantwortet Putin die Frage eines Journalisten nach einer möglichen Liquidierung der ukrainischen Führung. Schon die Frage selbst ist kein Zufall. Offensichtlich werden solche Fragen von den Journalisten, die Putins propagandistische Bedürfnisse bedienen, stets mit der Administration des russischen Präsidenten abgestimmt.

Und Putin sagt, die ukrainischen Führungskräfte würden nicht liquidiert, weil Russland Verhandlungspartner brauche, die zu einem Frieden zu russischen Bedingungen bereit seien, also zur Kapitulation der Ukraine mit ihrem anschließenden Verschwinden von der politischen Weltkarte und dem Übergang ukrainischer Gebiete unter die Kontrolle Moskaus.

Wenn Putin sagt, dass etwas nicht geschehen werde, bedeutet das natürlich, dass er zu einer neuen Etappe seines Kampfes gegen die Ukraine übergeht. Und diese Etappe könnte Versuche, die oberste Führung der Ukraine zu töten, ebenso einschließen wie Angriffe auf Verwaltungsgebäude mit dem Ziel, die Führungskräfte der Ukraine und unserer Sicherheitsstrukturen zu töten.

Natürlich hat es solche Angriffe bereits gegeben. Es gab Versuche, die ukrainische Regierung anzugreifen, es gab Versuche, die Sicherheitsministerien anzugreifen. Doch jetzt hat Russland, wie wir am Einschlag einer Drohne im Büro des amtierenden Leiters des Sicherheitsdienstes der Ukraine sehen, zumindest größere Möglichkeiten für symbolische Angriffe, weil es das Zeitfenster nutzt, in dem wir über keine wirksamen Mittel zur Abwehr sowohl ballistischer Raketen als auch strahlgetriebener Drohnen verfügen, die Kyiv und andere Städte und Ortschaften unseres leidgeprüften Landes weiterhin terrorisieren.

Und in dieser Situation fügt sich der Versuch, ein Passagierflugzeug zu zerstören, in dem sich der Präsident der Ukraine befinden könnte, in diese Logik Putins ein. „Zuerst sagen wir, dass wir nicht vorhaben, die oberste Führung der Ukraine zu töten. Dann tauchen aus irgendwelchen Gründen Drohnen im Luftraum der Republik Moldau auf. Und wenn es einer Drohne tatsächlich gelingt, das Flugzeug mit dem ukrainischen Präsidenten und anderen Vertretern der ukrainischen Führung zu zerstören, sprechen wir anschließend von einem Unglücksfall und betonen, dass im Krieg alles Mögliche passieren kann.“

Und die Verantwortung für den Tod des ukrainischen Präsidenten und anderer Führungskräfte unseres Staates würde Moskau übrigens der moldauischen Seite zuschieben. Nach dem Motto: „Da sehen Sie es doch, Moldau hat eine derart ineffektive Luftverteidigung, dass sie nicht einmal am Flughafen von Chișinău mit den Drohnen fertigwerden konnte.“ Oder: „Warum hat die Republik Moldau ihren Luftraum nicht gesperrt, als sich Drohnen darin befanden? Und nun sehen Sie, Menschen sind ums Leben gekommen.“

Das wäre ungefähr derselbe Vorwurf, den Russland gegen die Ukraine erhob, nachdem seine Rakete ein Passagierflugzeug am Himmel über dem Donbas abgeschossen hatte. Angeblich seien nicht die russischen Militärangehörigen und Söldner schuld gewesen, die diesen schrecklichen Anschlag organisiert hatten, sondern die Ukraine, weil sie den Luftraum angesichts eines möglichen Raketentreffers nicht gesperrt hatte.

Obwohl, wie Sie verstehen, weder in Kyiv noch sonst irgendwo auf der Welt jemand überhaupt auf den Gedanken gekommen war, dass die Russische Föderation in einem Konfliktgebiet derart weitreichende Raketen einsetzen könnte, zu einem Zeitpunkt, als überhaupt nicht von Luftkämpfen die Rede war und auch nicht davon, dass die sogenannten Separatisten, bei denen es sich in Wirklichkeit um russische Truppen handelte, über Mittel verfügten, mit denen sie die zivile Luftfahrt oder Flugzeuge treffen konnten, die sich in einem Luftkorridor in einer solchen Höhe befanden.

Aber so, wie Russland seine Verantwortung für den Tod der Passagiere dieses Flugzeugs abstritt, würde es natürlich auch seine Verantwortung für die Ermordung des ukrainischen Präsidenten abstreiten. Es besteht kein Zweifel daran, dass solche Versuche, selbst wenn wir es jetzt mit einem zufälligen Vorfall zu tun haben, auch in Zukunft fortgesetzt werden.

Ich betone seit 2022, dass zu den Instrumenten zur Destabilisierung der Lage in der Ukraine, an denen der Präsident der Russischen Föderation sowie die russischen Sicherheitsstrukturen beteiligt sein könnten, auch die Liquidierung der obersten Führung der Ukraine und die Jagd auf diese Führung gehören können – nicht einmal unbedingt mit dem Ziel, ein konkretes Ergebnis zu erzielen, sondern zum Zweck der Einschüchterung, um das zu senden, was Putin am meisten liebt: Signale nach dem Motto: „Natürlich töten wir euch heute nicht. Aber morgen, wenn ihr kurzsichtig seid und nicht zu den Kompromissen bereit seid, auf die wir hoffen, werden wir euch holen – in Kyiv oder in Chișinău oder in der Hauptstadt irgendeines westlichen Staates, in dem wir über ein ziemlich ernstzunehmendes Agentennetz verfügen.“

Ich weiß also nicht, ob diese Drohne in der Nähe von Volodymyr Zelenskys Flugzeug Zufall war. Aber die Tötung der obersten ukrainischen Führung wäre ganz sicher kein Zufall, sondern eine weitere Seite in diesem langen und vonseiten des russischen Präsidenten und seines Umfelds grausam geführten Krieg.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Літак Зеленського під обстрілом | Віталій Портников. 09.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 09.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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