Zelensky: Trump drängt die Ukraine zur Kapitulation | Vitaly Portnikov. 19.10.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky sagt in seinem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass er den Eindruck habe, die amerikanischen Partner würden die Ukraine auf eine Kapitulation vorbereiten. Zu diesen Schlussfolgerungen kommt der ukrainische Präsident aufgrund der zahlreichen Verzögerungen bei amerikanischen Waffenlieferungen, die bereits in der Ukraine hätten eintreffen sollen. Dazu gehören auch die von den Verbündeten bereits bezahlten Raketen für die Patriot-Batterien, die sich im Pentagon befinden und für deren Versand der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, Pete Hegseth, einer der engsten Vertrauten Donald Trumps, keine Genehmigung erteilt.

Und wir wissen natürlich nicht, ob er sich dabei von der Notwendigkeit leiten lässt, Flugabwehrraketen für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten zurückzuhalten, die möglicherweise auf eine Entscheidung des Präsidenten warten, die Angriffe auf den Iran nach den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress wieder aufzunehmen, oder ob man der Ukraine auf diese Weise tatsächlich zu verstehen gibt, dass sie, wenn schon nicht auf die Bedingungen Donald Trumps, so doch zumindest auf jene Bedingungen eingehen müsse, die als Zwischenlösung für die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Russischen Föderation, der Ukraine und den Vereinigten Staaten dienen sollen. Und das ist, wie wir heute wissen, nicht einmal der Abzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk, sondern vor allem die Einstellung ukrainischer Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation. Und meiner Meinung nach geht es dabei nicht einmal um die Dieselpreise an amerikanischen Tankstellen, sondern darum, dass Trump am Erhalt des russischen Ölraffineriesektors interessiert sein könnte, und zwar keineswegs nur für die Bedürfnisse von Lukoil.

Eine weitere Person, die am Erhalt des Ölraffineriesektors der Russischen Föderation interessiert sein könnte, ist der Staatspräsident der Volksrepublik China, Xi Jinping. Auch das vergessen wir. Wir vergessen, dass Trump seine Forderungen nach einer Einstellung der Angriffe auf den russischen Ölraffineriesektor gerade nach seinem eigenen Treffen mit dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China verstärkt hat.

Zumindest aus den offiziellen Mitteilungen des chinesischen Außenministeriums wissen wir, dass der Präsident der Vereinigten Staaten und der chinesische Staatspräsident die Situation im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine besprochen haben. Aber was bedeutet das? Dabei könnte es gerade um eine Diskussion der beiden Staatschefs darüber gegangen sein, dass die Zerstörung der Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation durch die Ukraine weder im Interesse Washingtons noch im Interesse Pekings liegt. Denn für Peking, das Putins Russland immer zielstrebiger in seinen eigenen Satelliten verwandelt, ist es natürlich wichtig, dass Russland eine Art Tankstelle ohne Zukunftsperspektiven bleibt. Und wenn Russland keine Ölraffinerie- und erst recht keine Ölförderindustrie mehr hat, wenn es aufgrund der Tatsache, dass Russland mehr Öl fördern wird, als es verkaufen und verarbeiten kann, seine Bohrlöcher stilllegen muss, dann ist das für China auf lange Sicht überhaupt nicht interessant.

Und das könnte auch eine gemeinsame Vorstellung des Präsidenten der Vereinigten Staaten und des Staatspräsidenten der Volksrepublik China gewesen sein: „Sie können die Ukrainer nicht grundsätzlich davon abhalten, Russland anzugreifen, aber zumindest müssen Sie dafür sorgen, dass sie nicht den wichtigsten Wert der russischen Wirtschaft angreifen: die Ölraffinerien, die Ölförderung und die Häfen, über die Öl transportiert wird, auch in die Volksrepublik China. Denn damit schaden Sie nicht nur uns, sondern auch sich selbst. Sie treiben die Ölpreise, die Benzin- und Dieselpreise in die Höhe, und das alles vor den Zwischenwahlen in Ihrem Land.“

Könnte das der Kontext des Gesprächs zwischen Trump und Xi Jinping gewesen sein? Natürlich könnte es so gewesen sein. Und übrigens könnte Putin gerade im Bewusstsein dieses Zusammenhangs einen trilateralen Gipfel der Vereinigten Staaten, Russlands und Chinas im chinesischen Shenzhen vom 17. bis 19. November anregen, wenn dort das Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft stattfindet. Es wäre ein sehr seltener Fall, dass alle drei Präsidenten gemeinsam zusammentreffen, und das auch noch in China.

Und das ist tatsächlich ein interessanter Punkt. Offensichtlich könnte Putin bei seinem letzten Telefongespräch mit Trump, bei dem die Vereinbarungen über Diesel getroffen wurden, auch über ein solches trilaterales Treffen gesprochen haben. Als durch Trump bekannt wurde, dass sie die Lieferung dieser Menge an Tonnen Dieselkraftstoff vereinbart hatten, habe ich Ihnen hier auf diesem Kanal von Anfang an unter anderem gesagt, dass sie offensichtlich nicht darüber gesprochen haben. Dass Menschen nicht anderthalb Stunden oder wie lange sie dort gesprochen haben und sich nicht verabschieden wollten, über die Lieferung von lächerlichen 300 Tonnen Dieselkraftstoff sprechen können, die auf dem Weltmarkt bis zu den Zwischenwahlen überhaupt nichts verändern und auch die Haltung der amerikanischen Wähler gegenüber Donald Trump in keiner Weise beeinflussen werden. Ganz zu schweigen davon, dass es sich um Dieselkraftstoff handelt, den die Vereinigten Staaten selbst gar nicht von Russland kaufen dürfen.

Sie müssen noch über etwas anderes gesprochen haben. Und wenn nun diese Idee eines trilateralen Gipfels auftaucht, ist das ein sehr wichtiger Punkt. Und wir beginnen zu sagen: „Ein neues Jalta.“ Putin will die Welt so aufteilen, wie Franklin Roosevelt, Winston Churchill und Josef Stalin sie auf der Krim aufgeteilt haben. „Ein neues München.“ Putin will von Trump das erreichen, was Hitler von Chamberlain erreicht hat.

Das alles sind sehr interessante Szenarien. Aber man sollte an eine sehr wichtige Sache erinnern. Der Gipfel von Jalta war ein Gipfel der Sieger, die das Hitlerreich zu diesem Zeitpunkt faktisch bereits fast vernichtet hatten und die Gebiete, auf denen sich noch deutsche Truppen befanden, untereinander in Einflusszonen aufteilten. Es war klar, dass auf diesen Gebieten die Truppen der Alliierten stehen würden, und sie mussten vereinbaren, wie diese Truppen verteilt werden sollten, damit sich die Verbündeten am Ende des Krieges nicht untereinander zerstritten und damit es nicht zu einem Kampf zwischen ihnen kam. Und im Prinzip ist es ihnen gelungen, dieses Ziel zu erreichen.

Selbst wenn der Gipfel in Shenzhen stattfindet, wird es ein Gipfel Putins sein, der sich in der Ukraine festgefahren hat und in viereinhalb Jahren nicht die Ziele erreichen konnte, die er buchstäblich innerhalb weniger Monate erreichen wollte. Es wird ein Gipfel Trumps sein, der sich im Grunde im Iran festgefahren hat und nicht weiß, wie er aus dieser Situation herauskommen soll. Und der übrigens sowohl bei Putin als auch bei Xi Jinping Unterstützung dafür sucht. Und es wird ein Gipfel Xi Jinpings sein, der sich von diesen beiden Teilnehmern nur dadurch unterscheidet, dass er noch keine Schritte unternommen hat, die dazu führen könnten, dass auch er sich irgendwo festfährt. Vielleicht wird er damit auch gar nicht anfangen. Das bestreite ich nicht.

Aber das ist nicht die Situation, entschuldigen Sie, in der russische, amerikanische und chinesische Truppen auf dem Territorium der Ukraine stehen und sie unter sich aufteilen oder Europa oder irgendwelche anderen mittelgroßen Staaten aufteilen. Im Gegenteil: Die Russische Föderation und die Vereinigten Staaten haben durch ihr Handeln in der Ukraine und im Nahen Osten gezeigt, dass sich heute vieles nicht mit Gewalt entscheiden lässt. Und alle verstehen sehr gut, dass Putins terroristische, brutale Angriffe auf unser Land Angriffe aus Ohnmacht sind. Auch das ist eine vollkommen offensichtliche Sache.

Und mir scheint, dass Putin das ebenfalls sehr gut versteht. Dass er von einem trilateralen Gipfel, selbst wenn es ihm gelingt, ihn durchzuführen, keine wirklichen Vereinbarungen erwartet. Dass für Putin das Foto dieses Gipfels wichtig ist: er, Trump und Xi Jinping. Drei Staatschefs, die über das Schicksal der heutigen Welt entscheiden. Und Sie sehen ja, dass in der heutigen Politik die sogenannte PR viel mehr bedeutet als die Realität selbst. PR ist PR. Ein schönes Foto zu zeigen, ist manchmal wichtiger, als tatsächlich etwas zu tun.

Und entwickelt sich die ukrainische Politik letztlich nicht nach denselben Regeln? Ich erinnere Sie an das berühmte Friedensforum in der Schweiz. Ein wirklich prächtiges Foto. Wer darauf nicht alles zu sehen war! Es gab einen feierlichen Empfang, bei dem Zelensky gemeinsam mit der damaligen Schweizer Bundespräsidentin die Gäste begrüßte. Hatte das irgendeinen tatsächlichen Bezug zu einem wirklichen Ende des Krieges oder wenigstens dazu, dass Russland diesem Forum Aufmerksamkeit schenkte? Nein, aber es war ein diplomatischer Sieg, ein diplomatischer Sieg, der nichts mit dem tatsächlichen Kriegsverlauf zu tun hatte, denn wenn die Kanonen sprechen, schweigen die Diplomaten. Aber sie treffen sich und lassen sich fotografieren. Und auch das ist ein Merkmal unseres heutigen Lebens. Und wir sind längst diesen Weg einer solchen repräsentativen Politik gegangen, bei der die Demonstration von Möglichkeiten mehr wiegt als die Möglichkeiten selbst.

In diesem Zusammenhang habe ich an eine Äußerung von Maria Sacharowa gedacht. Als sie gefragt wurde, ob Russland ein Forum veranstalten werde, das mit der ukrainischen Krim-Plattform vergleichbar sei, sagte Maria Sacharowa meiner Meinung nach etwas ziemlich Logisches: „Wozu sollten wir ein Forum wie die Krim-Plattform veranstalten, wenn wir die Krim unter unserer Kontrolle haben?“ Nun, tatsächlich: Wenn du ein Gebiet unter deiner Kontrolle hast, über das du wirksam herrschst und das du dir sogar angeeignet und zu deinem eigenen erklärt hast, dann kann dein Feind 150.000 Foren veranstalten und alle Politiker der Welt dazu einladen. Aber wenn er dich nicht aus diesem Gebiet vertreiben kann, dann kann es dir völlig gleichgültig sein, welche Reden andere dort halten.

Und wenn Putin nun diesen Weg geht, den Weg der Demonstration von Möglichkeiten, dann zeigt das gerade, dass er keinen wirklichen Einfluss hat, sondern den Wunsch, zu zeigen, dass er auf Augenhöhe mit Trump und Xi Jinping, die immerhin Staaten mit den größten Volkswirtschaften der Welt führen, über die Probleme der Welt entscheidet. Ausschließlich durch Angst. Ausschließlich dadurch, dass alle befürchten, Putin werde nach dem Krieg in der Ukraine Europa mit strahlgetriebenen Drohnen und Raketen überziehen. Europa, das ungeachtet dessen, was Donald Trump uns erzählt, weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Sicherheit der Vereinigten Staaten selbst bleibt. Und niemand kann heute mit Sicherheit sagen, dass die Vereinigten Staaten sich aus einem Krieg in Europa heraushalten könnten. Nicht einmal Putin, nicht einmal Trump kann das, denn es gibt die öffentliche Meinung, Verpflichtungen und so weiter.

Versuchen wir einfach zu verstehen, wie die Situation im Hinblick auf die Ziele der Beteiligten aussieht, selbst wenn wir uns vorstellen, dass dieser trilaterale Gipfel stattfindet. Welche Ziele verfolgen die Vereinigten Staaten von Amerika? Wenn wir sogar mit Zelenskys Worten sagen, dass unsere Partner versuchen, uns zur Kapitulation zu drängen.

Was bedeutet Kapitulation in Trumps Sprache oder in Zelenskys Sprache? Offensichtlich, den Bedingungen Putins hinsichtlich des Abzugs ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk zuzustimmen, möglicherweise auch der Anerkennung der Gebiete Cherson und Saporischschja als russisch, wenn sie bereits in der russischen Verfassung stehen. Und dann die ideologischen Forderungen, etwa die Anerkennung des Status der russischen Sprache und der russischen Kirche auf ukrainischem Boden und so weiter.

Aber ich glaube nicht, dass es Putin darum geht. Für Putin bedeutet die Kapitulation der Ukraine ihre Beseitigung. Ich werde nicht müde, immer wieder daran zu erinnern, dass das ukrainische Volk und der ukrainische Staat nicht die Wahl zwischen Krieg und Kapitulation haben, sondern die Wahl zwischen Krieg und Vernichtung. Denn wenn die andere Konfliktpartei dein Recht, überhaupt auf diesem Gebiet zu existieren, das sie als ihr eigenes betrachtet, nicht anerkennt, von welcher Kapitulation kann dann überhaupt die Rede sein?

Nun, ich würde diesen Vergleich lieber nicht ziehen, aber ich werde ihn ziehen. Die selbsternannte Republik Bergkarabach, die während des Zerfalls der Sowjetunion ihre Unabhängigkeit von Aserbaidschan erklärte und deren Anhänger gemeinsam mit armenischen Truppen gegen Aserbaidschan kämpften, brachte nicht nur das Gebiet dieser Republik selbst unter ihre Kontrolle, sondern auch die umliegenden Bezirke. Und später, während des Zweiten Karabachkrieges, verlor sie zunächst die Kontrolle über diese Bezirke und dann auch über Karabach selbst.

Und ich erinnere mich sogar daran, wie ich in Sendungen mit aserbaidschanischen Experten und Politologen sprach, die sagten, die Armenier würden einfach als gewöhnliche Bürger Aserbaidschans in Karabach weiterleben. Sie würden dort leben und alle Rechte als Bürger Aserbaidschans haben. Nur könne es dort keine Republik geben, weil das Aserbaidschan sei, Karabach und nicht Arzach.

Und wie viele Armenier blieben auf dem Gebiet dieser ehemaligen selbsternannten Republik, als Aserbaidschan die Kontrolle über seine territoriale Integrität wiederhergestellt hatte? Null. Und ich sagte diesen Experten: „Sie werden dort nicht leben. Sie können jetzt sagen, was Sie wollen, aber es ist offensichtlich, dass das Ausmaß des Konflikts zwischen Ihnen so groß ist, dass Sie erstens nicht wollen, dass sie dort weiterleben. Denn Sie betrachten sie als Agenten fremden Einflusses auf aserbaidschanischem Boden. Und sie werden nicht unter Ihrer Herrschaft bleiben, weil das Ausmaß Ihres Konflikts, ich würde sagen, Ihrer gegenseitigen Grausamkeit, der Grausamkeit eines Volkes gegenüber dem anderen, so groß ist, dass man selbstmörderisch sein müsste, um darauf zu hoffen, dass alles gut wird.“ „Wir bleiben alle hier. Und wir sind einfach Bürger Aserbaidschans.“ Wie viel Blut ist vergossen worden, wie viel ist gesagt worden. Wie viele Menschen aserbaidschanischer Herkunft wurden während des ersten Karabachkrieges vertrieben. Vielleicht wird zwischen Ihnen irgendwann nach Jahrzehnten eine Art kalter Frieden herrschen, aber das wird ganz sicher nicht für jene Menschen gelten, die in Karabach lebten.

Und ja, es gab während des Karabachkrieges und der darauffolgenden Phase ein Treffen zwischen der Führung dieser selbsternannten Republik und der aserbaidschanischen Führung. Aber worüber wurde gesprochen? Über die Ausreise. Die überwältigende Mehrheit der Menschen, praktisch alle, nahezu 100 Prozent der Menschen armenischer Herkunft, die in Karabach lebten, reisten nach Armenien aus. Vielleicht sind einige später noch irgendwo anders hingegangen. Alle, mit Ausnahme des Letzten, der über die Ausreise verhandelte, des Präsidenten der selbsternannten Republik Bergkarabach, der zusammen mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten, der im Grunde in der letzten Phase ihres Bestehens aus Moskau dorthin geschickt worden war und ein russischer Oligarch war, von aserbaidschanischen Geheimdiensten verhaftet wurde. Sie kamen vor Gericht und erhielten Urteile wegen separatistischer Aktivitäten.

Warum erzähle ich das so ausführlich? Weil es eine sehr ähnliche Analogie ist. Vielleicht verstehen die Ukrainer das nicht, weil sie sagen könnten: „Wir sind doch nicht irgendeine selbsternannte Republik und auch nicht irgendein autonomes Gebiet, das sich zur Republik erklärt hat. Wir sind ein Staat.“ Nun, das ist unsere Sichtweise. Aus russischer Sicht unterscheiden wir uns durch nichts von Karabach oder Tschetschenien. Eine separatistische Gruppierung auf historischem russischem Boden, deren Bewohner sich irgendetwas über sich selbst ausgedacht haben.

Deshalb ist das Schicksal der Ukraine, wenn sie diesen Krieg verliert, für Putin klar. Ein großer Teil der Bevölkerung, die Träger ukrainischer Überzeugungen, einer ukrainischen, ich würde sagen, Mentalität, werden vernichtet oder vertrieben. Diejenigen, die nicht im Verdacht stehen, solche ukrainischen Überzeugungen zu haben oder am bewaffneten Kampf gegen die russische Armee beteiligt gewesen zu sein, durchlaufen ein Filtrationsverfahren, um ihre Loyalität und ihre Bereitschaft, Russen zu werden, zu bestätigen, und werden größtenteils in den Fernen Osten und nach Sibirien geschickt. Menschen, die gegen die Russen zu den Waffen gegriffen haben, kommen in Konzentrationslager. Sie bilden die Grundlage für die Lagerwirtschaft der Russischen Föderation. Und die ehemaligen Gebiete der Ukraine werden Russland angeschlossen. Das bedeutet, sie werden Russland als Gebiete angeschlossen, so wie die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie die Krim. Genau das ist Kapitulation in der Vorstellung Putins und der überwältigenden Mehrheit der Russen.

Und das muss jeder Ukrainer verstehen. Ein anderes Szenario hat es in Russland nicht gegeben, gibt es nicht und wird es niemals geben. Machen Sie sich keine Hoffnungen. Das wäre so, als würde man in Stepanakert leben, entschuldigen Sie, und glauben, dass man dort eine Republik innerhalb Aserbaidschans haben werde. Nein, das ist einfach Aserbaidschan. Und euch gibt es dort einfach nicht mehr, weil ihr Armenier seid und dort jetzt Aserbaidschaner leben.

Das bedeutet, dass Putins Sichtweise in dieser Situation nicht nur von unserer abweicht, sondern auch von der Sichtweise Trumps, der glauben könnte, Putin müsse sich in diesem Krieg mit der riesigen Menge an Zugeständnissen zufriedengeben, die man ihm anbietet. Die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja, sagen wir, die Krim, die Anerkennung dieser Gebiete als Teil der Russischen Föderation, ein neutraler Status der Ukraine, ihre Entwaffnung und die Kontrolle dieser Entwaffnung durch Russland, die russische Sprache und die russische Kirche, das klare Versprechen, dass die Ukraine niemals der NATO beitreten wird. Und all dem stimmen die Ukrainer und Europäer zu. Was soll daran schlecht sein? Die Sanktionen gegen die Russische Föderation werden aufgehoben und ihre Auslandsvermögen zurückgegeben, und Russland wird zum Energiezentrum Europas, es handelt mit Europa mit Gas und Öl. Die Amerikaner beteiligen sich daran als Garanten. Ist das etwa zu wenig?

Nun ja. Jedes andere Land, das gegen ein anderes Land Krieg führt und es viereinhalb Jahre lang nicht besiegen kann, würde das für einen geradezu unglaublichen Gewinn halten. „Wir quälen uns hier seit viereinhalb Jahren. Wir haben bereits Hunderttausende unserer Landsleute begraben. Unsere Ölraffinerien werden zerstört. Und jetzt bietet man uns so etwas an. Ein vollständiger, eindeutiger Sieg.“ Wenn du gegen ein anderes Land Krieg führst. Aber wenn du Krieg führst, um deine historischen Gebiete zurückzuholen, und ohne diese historischen Gebiete kein geopolitischer Akteur in Europa sein kannst, zumindest glaubst du das, und wenn du die „Gerechtigkeit“ wiederherstellen, die „Fehler“ von 1991 korrigieren und für dein Volk die Gebiete wieder zusammenführen willst. Und plötzlich sagt man dir: „Wladimir, statt all dessen bekommst du die Aufhebung der Sanktionen. Und irgendwelche vier läppischen Gebiete.“

„Wofür habe ich denn gekämpft? Habe ich so viele Menschen für diese läppischen vier Gebiete unter die Erde gebracht, dafür, dass ihr die Sanktionen gegen mich aufhebt und mir mein Geld zurückgebt? Ertrage ich all diese Schläge gegen die Wirtschaft etwa dafür, dass ich Donezk bekomme? Bist du verrückt geworden, alter Knacker? Verstehst du nicht, was ich brauche?“ 

Putin braucht also etwas, das Trump ihm nicht geben kann. Putin braucht die ehemalige Ukraine. Nur so: nicht eine Ukraine, die er kontrollieren wird, sondern die ehemalige Ukraine. Das Wort selbst soll abgeschafft werden, man soll sie Kleinrussland nennen. Südrussischer Föderationskreis. Neurussischer Föderationskreis. Westrussischer Föderationskreis. Das ist alles.

Wenn Trump das nicht anbietet, ist er für niemanden interessant. Trump glaubt also, dass er Putin zu solchen Vereinbarungen bewegen kann, während das für Putin einfach eine Beleidigung ist, eine Respektlosigkeit. Und er versucht ständig, Trump das zu erklären. Im Grunde ganz offen. „Wenn Sie wirklich irgendwelche Beziehungen zu uns haben wollen, dann klammern wir die Ukraine aus unseren Beziehungen aus“, sagt Sergej Lawrow, „und arbeiten normal miteinander zusammen. Wenn Sie die Ukraine aber nicht ausklammern wollen, geht es nicht einmal darum, ob Sie ihr helfen oder nicht. Wenn Sie auf ihrer Existenz bestehen, sind Sie bereits unsere Feinde. Denn das gehört uns. Wir müssen es zurückholen“. Das ist die einfache Logik.

Und jetzt betrachten wir Chinas Position in dieser Situation. China hat eine sehr einfache Position. Es braucht die Fortsetzung des Krieges. Denn dieser Krieg:

  • bringt China erstens Gewinne.
  • verschafft China zweitens geopolitischen Einfluss.
  • schwächt drittens Russland, sowohl wirtschaftlich als auch politisch.
  • schwächt viertens den Westen, ebenfalls wirtschaftlich und politisch.

Wozu sollte Xi Jinping irgendwelche Vereinbarungen treffen? Zumal Xi Jinping offensichtlich kein Interesse daran hat, dass Russland durch diesen Krieg um ukrainisches Territorium stärker wird. Er hat wiederum absolut nichts dagegen, dass der Krieg zu Trumps Bedingungen endet, wenn er denn endet, und die Ukraine zu einem gegenüber Russland loyalen Staat wird, so wie Belarus. Und China würde zum Garanten ihrer Souveränität, nun, nicht ihrer Souveränität, ich würde sagen, ihrer Unabhängigkeit, wie im Fall von Belarus. Aber Putin braucht das nicht. China braucht allerdings auch keine vollständige Niederlage Russlands in diesem Krieg. Denn eine Niederlage Russlands würde eine Stärkung des Westens und der Vereinigten Staaten bedeuten, und auch das braucht China nicht.

Deshalb kann China in der gegenwärtigen Situation, die wir beobachten, einfach den Status quo bewahren und versuchen, diese Situation in ihrer jetzigen Form fortzusetzen, in der niemand gewinnt und alle nur schwächer werden und verfallen. China beteiligt sich daran nicht, hält sich selbst aus bewaffneten Konflikten heraus und bleibt faktisch der einzige, ich würde sagen, stabile Pol in der heutigen Welt, was den Verzicht auf den aktiven Einsatz von Gewalt betrifft.

Stellen wir uns nun vor, dass diese drei Männer tatsächlich in Shenzhen zusammentreffen. Nun, sie lassen sich fotografieren, und dann beginnen sie zu sprechen. Trump beginnt, Putin alle seine Bedingungen darzulegen, in der Überzeugung, dass Putin sie akzeptieren müsse. Davon ist er schon lange überzeugt, seit anderthalb Jahren bietet er ihm das alles an. Nichts Neues, keine neuen Ideen hat er. Was sollte er ihm denn noch geben können? Putin lehnt diese Bedingungen erneut ab. 

Xi Jinping beobachtet das einfach. Er kann sich, würde ich sagen, auf seine üblichen Formulierungen beschränken, dass der Westen die Sicherheitsbedenken der Russischen Föderation berücksichtigen müsse. Trump sagt, dass er bereit sei, sie zu berücksichtigen. Er sei bereit zu garantieren, dass die Ukraine niemals NATO-Mitglied werde. Er sei sogar bereit, Waffen aus den Ländern Mitteleuropas abzuziehen. 

Xi Jinping sagt zu Putin: „Siehst du, der Präsident ist bereits bereit, über diese ernsten Themen zu sprechen.“ Was sagt Putin? „Ich werde diese Vorschläge prüfen. Wir brauchen Garantien.“ Dann zeigt er mit dem Finger auf Trump. „Und wer wird mir diese Garantien geben, wenn Sie nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten sind? Wir sprechen Ende 2026 miteinander. Sie haben gerade die Kongresswahlen verloren. Im Jahr 2029 wird Amerika einen neuen Präsidenten haben. Wer kann mir Garantien geben, wenn ich Ihrem Vorschlag zustimme?“, sagt Putin lächelnd. „Wenn diese Entscheidung vom Kongress als Gesetz verabschiedet und auf einem NATO-Gipfel von allen Ihren Verbündeten gebilligt wird. Sie müssen schließlich zu unserer Forderung nach Garantien zurückkehren, dass ehemalige Sowjetrepubliken nicht in die NATO aufgenommen werden und moderne Waffensysteme aus den Ländern Mitteleuropas abgezogen werden. Und das muss ein Gipfelbeschluss sein.“

Der erschrockene Trump sagt Putin, dass er das nicht tun könne, weil nicht alle Verbündeten damit einverstanden wären und weil das die NATO auseinanderbrechen ließe. Xi Jinping sagt Trump, dass Putins Argumentation logisch sei. Trump könne dem Präsidenten der Russischen Föderation, der dazu neige, über die langfristige Sicherheit seines Landes nachzudenken, keine Garantien für die Zeit bis Februar 2029 geben, wenn wir bereits November 2026 haben. Xi Jinping und Putin denken im Gegensatz zu Trump, und das sagen sie ihm ganz deutlich, nicht in Zweijahreszeiträumen. Sie wollen ihre Länder noch Jahrzehnte lang regieren, und sie wollen für diese Jahrzehnte entsprechende Sicherheit. Das ist nur eine Veranschaulichung des Verhandlungsprozesses.

Und hier zeigt sich dieses, ich würde sagen, erstaunliche unausgesprochene Missverständnis, das damit zusammenhängt, dass die Situation des russisch-ukrainischen Krieges von allen Beteiligten völlig unterschiedlich wahrgenommen wird. Und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sie eine gemeinsame Sprache finden werden. Deshalb sage ich noch einmal: Ich verstehe vollkommen, wozu Putin ein Treffen zu dritt in Shenzhen braucht. Ich verstehe nicht, wozu Trump und Xi Jinping es brauchen, die sich ganz ruhig zu zweit ohne Putin unterhalten können. Aber ich halte es für möglich, dass Trumps Eitelkeit, die es ihm erlauben würde, sich als Anführer dieses Dreiecks zu sehen, tatsächlich Putins Idee eines solchen Treffens begünstigen wird, das zu nichts führen wird. Das wollte ich erklären.

Ich werde einige Fragen beantworten, die bereits während dieser Sendung eingegangen sind.

Frage: Wenn die Russische Föderation keine Atomwaffen hätte, würde die NATO dann Moskau bombardieren, wie seinerzeit Belgrad?

Portnikov: Wissen Sie, es ist sehr leicht, sich vorzustellen, was wäre, wenn es irgendetwas nicht gäbe. Aber offensichtlich wäre es so, dass, wenn Russland keine Atomwaffen hätte, auch die Vereinigten Staaten keine hätten. Länder von der Größenordnung der Sowjetunion hätten zwangsläufig Atomwaffen entwickelt, weil sie über die dafür notwendigen Ressourcen verfügten, sowohl nachrichtendienstliche als auch wissenschaftlich-technische und so weiter. Alle Länder dieser Größenordnung können, wenn sie wollen, Atomwaffen entwickeln. So wie nicht nur die Sowjetunion sie entwickelt hat, sondern beispielsweise auch Indien und Pakistan. Was also wäre, wenn etwas anders wäre, wissen wir nicht. Angesichts der Größe der Russischen Föderation und so weiter glaube ich nicht, dass sie zwangsläufig ein Land geworden wäre, das man so einfach bombardieren würde.

Frage: Kann Trump die Ukraine nach dem Gipfel buchstäblich vollständig preisgeben?

Portnikov: Erstens wissen wir nicht, ob der Gipfel stattfinden wird. Wie ich bereits gesagt habe, können Trump, Putin und Xi Jinping während des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft zusammentreffen, aber dann kann sich herausstellen, dass eine Vereinbarung über ein trilaterales Treffen gar nicht zustande gekommen ist. Denn niemand bestätigt grundsätzlich, dass dieses Treffen stattfinden wird. Bestätigt wird lediglich, dass Putin sich ein solches Treffen wünschen würde. Wir sehen weder irgendwelche konkreten amerikanischen noch irgendwelche konkreten chinesischen Stellungnahmen.

Und ich erkläre Ihnen noch einmal: Trump kann die Ukraine weder nach dem Gipfel noch vor dem Gipfel vollständig preisgeben. Wie Sie sehen, übernimmt selbst jetzt, da Zelensky offen sagt, dass die Vereinigten Staaten die Unterstützung der Ukraine bremsen, keine Patriots liefern, Starlink nicht freigeschaltet haben, Starshield nicht freigeschaltet haben und nicht über Raketenangriffe informieren, niemand in den Vereinigten Staaten die Verantwortung dafür. Nun, das ist doch auch ein wichtiger Punkt, geben Sie es zu. Darüber muss man nachdenken.

Wenn Trump also selbst jetzt nicht den Mut aufbringt, zu sagen, dass er der Ukraine jede Unterstützung verweigert, so wie er es nach dem vorherigen Skandal mit Zelensky bei dessen persönlichem Besuch im Oval Office ganz gelassen getan hat, dann bedeutet das, dass seine Position nicht so stark ist. Und es bedeutet, dass seine Position darin besteht, sich um die Beendigung des Krieges zu bemühen und nicht um die Beseitigung der Ukraine.

Frage: Warum weisen Sie die Erklärung kategorisch zurück, dass Putin kompromittierendes Material über Trump besitzt und die beiden nicht einfach gemeinsame Ansichten haben?

Portnikov: Weil ich glaube, dass sie gemeinsame Ansichten haben. Und ich glaube, dass gemeinsame Ansichten in der politischen Welt viel mehr Gewicht haben als kompromittierendes Material. In der Welt von Menschen, die nicht eine solche Verantwortung tragen wie der Präsident der Vereinigten Staaten und der Präsident der Russischen Föderation, entscheidet, würde ich sagen, kompromittierendes Material über alles. Wenn Ihnen jemand androht, öffentlich zu machen, dass Sie Ihre Frau betrügen, und Sie noch nicht so weit sind, sich scheiden lassen zu wollen, dann könnten Sie diesem Erpresser entgegenkommen und einige seiner Wünsche erfüllen. Aber wenn Sie mit diesem Erpresser etwas gemeinsam haben, dann werden Sie sich eher mit ihm einigen, selbst wenn er kein Foto Ihres Seitensprungs besitzt.

Ich analysiere gerade die Gemeinsamkeit der Ansichten Trumps und Putins. Ich verstehe nicht, warum Sie das nicht glauben wollen. Das ist doch das Wichtigste, diese einfache Sache zu verstehen. Wenn der nächste Präsident der Vereinigten Staaten ein Mensch mit denselben Ansichten wie Trump sein wird, über den Putin kein kompromittierendes Material besitzt, selbst wenn Sie glauben, dass er solches Material über Trump hat, dann wird die Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten genauso verlaufen wie jetzt. Was ist daran unverständlich? Staatschefs werden durch gemeinsame Prioritäten verbunden und nicht durch kompromittierendes Material. Kompromittierendes Material kann ein zusätzlicher Faktor sein, wie beispielsweise in Putins Beziehungen zu Janukowytsch, aber sie waren hinsichtlich der Zukunft Gleichgesinnte.

Frage: Glauben Sie nicht, dass alle gegen die Ukraine gerichteten Handlungen Trumps eine banale Rache an Zelensky und der Ukraine für das vom Kongress am 18. Dezember 2019 eingeleitete Amtsenthebungsverfahren sind?

Portnikov: Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube, dass Sie die Situation ständig vereinfachen wollen, damit sie für Sie irgendwie verständlicher wird. Ich glaube, dass Trump eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation wollte. Schon bevor das Amtsenthebungsverfahren gegen ihn eingeleitet wurde und bevor er versuchte, Zelensky davon zu überzeugen, kompromittierendes Material über Biden zu finden. Da ging es übrigens tatsächlich um kompromittierendes Material.

Und er verstand sehr gut, dass die Ukraine allein durch ihre Existenz als souveräner Staat dieser Zusammenarbeit im Wege steht. Deshalb ärgerte sie ihn vom ersten Tag seiner politischen Tätigkeit an. Das beobachten wir bereits seit zehn Jahren. Warum denken Sie sich irgendwelche kindischen Gründe aus, verstehen Sie, kompromittierendes Material, Rache? Als würde das alles in irgendeiner Krimiserie stattfinden.

Trump betrachtet Putin als einen Menschen, der ihm ideologisch nahesteht. Trump glaubt, dass die Welt zwischen drei starken Staatschefs aufgeteilt werden sollte. Trump glaubt, ich habe das gestern, glaube ich, ausführlich erklärt, dass all diese mittleren und kleinen Staaten den Großen nicht ständig im Weg stehen sollten. Und das Verhalten der Ukraine selbst erscheint ihm vollkommen ungeheuerlich und idiotisch. Und Länder mit einem derart idiotischen Verhalten muss man erziehen, damit sie schließlich verstehen, wer im Haus das Sagen hat.

Und die Tatsache, dass er gezwungen ist, die Ukraine gegen Russland zu verteidigen, kann ihn schon allein deshalb rasend machen, nicht wegen Zelensky oder des Amtsenthebungsverfahrens. Und im Grunde tut er das seit zehn Jahren immer nur unter Zwang. Und so wird es weitergehen. Denn die Haltung des amerikanischen Staates als solchen, das Wesen des amerikanischen Staates und der amerikanischen Gesellschaft, unterscheidet sich von Trumps Haltung. Das ist alles.

Frage: Wird es Trump gelingen, die Macht an sich zu reißen, den Kongress geschickt zu blockieren und Putin in den nächsten zwei Jahren weiter in die Hände zu spielen? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Vereinigten Staaten als Verbündeten endgültig verloren haben?

Portnikov: Es ist sehr wahrscheinlich, dass Trump versuchen wird, Putin weiter in die Hände zu spielen. Wie gut ihm das gelingen wird, wissen wir nicht, denn Putin selbst könnte gar nicht wollen, dass Trump ihm in die Hände spielt. Trump muss auf jeden Fall irgendetwas von Putin bekommen, um zeigen zu können, dass seine Politik tatsächlich Wirkung zeigt, dass sich etwas verändert, dass irgendwelche Waffenstillstände erreicht werden. Dass irgendwelche wirtschaftlichen Kontakte mit Russland zustande kommen, dass das funktioniert.

Aber ich glaube, dass Putin nichts davon tun wird. Putin schindet einfach ganz plump Zeit bis 2029, wie ich Ihnen schon mehrfach gesagt habe. Putin will diesen russisch-ukrainischen Krieg bis Ende 2028 hinziehen, um danach zu entscheiden, falls er überhaupt zu dem Schluss kommt, dass man den Krieg bereits beenden oder aussetzen könnte, mit wem er über diese Aussetzung verhandeln soll und ob er überhaupt verhandeln soll: mit Trump oder mit Trumps Nachfolger.

Das heißt, wenn es uns nicht gelingt, das wirtschaftliche Potenzial Russlands so weit zu zerstören, dass es den Krieg nicht mehr fortsetzen kann, dann wird Putin das nächste Mal Ende 2028 entscheiden, wie es mit dem Krieg weitergehen soll. Deshalb rate ich allen, die diese Sendung verfolgen, einfach, sich für zwei Jahre darauf einzustellen und zu lernen, im Krieg zu leben, statt auf sein Ende zu warten. Ende 2028 können wir darüber sprechen, welche Aussichten es auf eine Aussetzung des Krieges gibt. Nicht früher. Jetzt sprechen wir einfach über den Prozess.

So sieht es auf dem Kalender aus. Und übrigens sollte man nicht die Augen schließen und denken: „Mein Gott, wie lange ist das denn noch?“ Das ist nicht lange. Die heiße Phase begann 2022. Und jetzt haben wir 2026. Nicht zwei Jahre, sondern viereinhalb Jahre sind seit Beginn dieser heißen Phase bereits vergangen. Nicht zwei Jahre. Und der russisch-ukrainische Konflikt dauert in dieser Phase seit dem Eindringen russischer Truppen auf unser Territorium bereits zwölf Jahre. Und Trump kam bei den Wahlen schon vor zehn Jahren an die Macht.

Nun, warum können Sie, wenn Sie sehen, dass das alles Prozesse sind, zwölf Jahre, zehn Jahre, viereinhalb Jahre, warum können Sie nicht lernen, in Jahren statt in Monaten zu denken? Das ist keine Geschichte von Monaten. Das ist, so Gott will, so Gott will, ein optimistisches Szenario. Hoffen wir, dass es eine Geschichte von Jahren und nicht von Jahrzehnten ist. Dann hätten wir einfach Glück. Es gibt schlicht keinen Grund anzunehmen, dass es um Jahre und nicht um Jahrzehnte geht. Aber hoffen wir, dass wir Glück haben.

Frage: Kann man sagen, dass die Ukraine mit ihren Angriffen auf die russische Ölindustrie wie auf einem entwickelten Film all jene Mächtigen dieser Welt sichtbar gemacht hat, die an russischem Öl interessiert sind?

Portnikov: Bis zu einem gewissen Grad ja. Aber mir scheint, dass es nicht um ein unmittelbares Interesse an russischem Öl geht, denn russisches Öl spielt auf dem Markt keine so große Rolle. Vielmehr hängt das, was geschehen ist, vor allem mit der Straße von Hormus zusammen. Es fiel einfach in die Zeit von Trumps faktischer Niederlage und der Situation in der Straße von Hormus. Dazu kamen die Befürchtung einer großen Energiekrise und die Angst vor einer Wahlniederlage. Alles kam zusammen. Die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten, die Blockade der Straße von Hormus und der Krieg in der Ukraine.

Wenn es den Krieg im Iran nicht gäbe – Sie haben doch immer gefragt, was ein schwarzer Schwan für den russisch-ukrainischen Krieg wäre. Genau das ist der schwarze Schwan. Sie verstehen doch sehr gut, dass die Situation beim Öl, bei den Patriots und überhaupt in jeder Hinsicht heute völlig anders wäre, wenn Trump nicht beschlossen hätte, den Iran anzugreifen.

Und das ist eine Situation, die durch das Zusammentreffen all dieser Faktoren entstanden ist. Deshalb braucht Trump jetzt tatsächlich die russischen Ölraffinerien, zumindest weil er über Lukoil-Aktien nachdenken könnte und darüber, dass Russland irgendwie Öl auf den Markt liefern muss, weil jedes zusätzliche Barrel wichtig ist. Und Xi Jinping braucht dieses Öl, ebenso wie Narendra Modi. Aber sie brauchten es nicht in diesem Maße, solange billiges Öl ungehindert durch die Straße von Hormus floss.

Frage: Sie haben ein optimistisches Szenario für den Gipfel beschrieben. Aber wenn Trump diese Wahlen verliert, was wird ihn dann antreiben, in welcher Stimmung wird er sein? Vielleicht braucht er einen großen Krieg, um an der Macht zu bleiben, und wird die NATO zerstören?

Portnikov: Nun, ich glaube nicht, dass Trump in solchen Kategorien denkt. Auch nach den Zwischenwahlen wird er seine Erfolge vorweisen müssen. Denn verstehen Sie, nach den Zwischenwahlen, sofern ihre Ergebnisse überhaupt anerkannt werden – denn wenn sie nicht anerkannt werden, weiß niemand, wohin Trump reisen wird und was geschehen wird. Es könnte ein solches Ausmaß an Chaos geben, dass Trump tatsächlich nicht am Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Gemeinschaft teilnehmen wird, sondern beispielsweise Vizepräsident Vance dorthin fliegt.

Wenn Trump nach einer vernichtenden Niederlage bei den Zwischenwahlen dorthin reist, falls es überhaupt zu einer solchen Niederlage kommt, denn das wissen wir ja nicht. Wenn die Republikaner den Senat gewinnen, wäre das, wie Sie verstehen, nur eine halbe Niederlage. Dann wird er an etwas ganz anderes denken. Daran, zu zeigen, dass er ein Friedensstifter ist, dass er ein Mensch ist, der bestimmte Ergebnisse erzielen kann, dass er ein Führer der Welt ist.

Im Jahr 2027 werden die Vereinigten Staaten in eine neue Phase des Wahlkampfs eintreten, die bereits mit den Wahlen von 2028 zusammenhängt. Nach Weihnachten 2027, wenn der neue Kongress seine Arbeit aufnimmt, werden die Menschen sowohl in der Republikanischen als auch in der Demokratischen Partei bereits beginnen, darauf zu schauen, wer die Vereinigten Staaten tatsächlich führen wird, wer um die Nominierung der Demokratischen und der Republikanischen Partei kämpfen wird.

Und Trump wird, wie Sie verstehen, ein existenzielles Interesse daran haben, seinen Einfluss auf das Verfahren zur Vorstellung der Bewerber zumindest innerhalb der Republikanischen Partei zu bewahren. Seine Autorität wird jedoch untergraben sein, wenn die Republikaner bei den Zwischenwahlen eine krachende Niederlage erleiden. Er wird diese Autorität also wiederherstellen müssen, und zwar bereits beginnend mit diesem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft. Und der Wunsch, den Krieg in der Ukraine zu beenden, könnte ein Bestandteil der Wiederherstellung dieser Autorität sein. Das ist die ganze Geschichte, über die man sprechen kann.


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Titel des Originals: Зеленський: Трамп схиляє Україну до капітуляції | Віталій Портников. 19.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 19.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Zelensky – Rubio: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 20.10.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat mit dem Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, über all jene Sorgen gesprochen, die Kyiv in den vergangenen Wochen beschäftigt haben.

Dabei ging es sowohl um die Wiederherstellung der Geschwindigkeit der Satellitenkommunikationssysteme als auch um die Frühwarnung vor ballistischen Bedrohungen und um die Lage bei der Lieferung von Flugabwehrraketen für die Patriot-Systeme.

Wie wir sehen, war der amerikanische Außenminister auf einen solchen Dialog vorbereitet, und der ukrainische Präsident bezeichnete das Gespräch als konstruktiv.

Was ist also geschehen, dass Marco Rubio, der sich derzeit auf einer Auslandsreise befindet und Usbekistan und Indien besucht, so kurzfristig mit dem ukrainischen Präsidenten spricht?

Nun, wir wissen sehr genau, was vor sich geht. Es geht um die jüngsten Vereinbarungen zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, über die Lieferung russischen Dieselkraftstoffs auf den Weltmarkt und die Aussetzung der Energiesanktionen gegen die Russische Föderation für ein halbes Jahr. Es geht um die Drosselung der Starlink-Geschwindigkeit, um die Lage bei den Warnmeldungen vor russischen Angriffen mit ballistischen Raketen und um die provokanten Äußerungen des amerikanischen Präsidenten.

Letztere waren buchstäblich nur wenige Stunden vor dem Gespräch des ukrainischen Präsidenten mit dem amerikanischen Außenminister zu hören. Und man könnte meinen, dass diese Äußerungen des US-Präsidenten und seine Zugeständnisse an Putin genau jene staatliche Politik der Vereinigten Staaten darstellen, die von der Trump-Regierung in die Praxis umgesetzt wird.

Doch so einfach ist die Sache keineswegs. Auch innerhalb dieser Regierung kann man die öffentliche Meinung im eigenen Land nicht ignorieren. Ebenso wenig lässt sich übersehen, dass die überwältigende Mehrheit der Wähler sowohl der Republikaner als auch der Demokraten die Begeisterung für Putin nicht teilt und die Ukraine in ihrem Krieg gegen die Russische Föderation unterstützt. Damit helfen Trumps Zugeständnisse an den russischen Diktator den Republikanern im Wahlkampf nicht, sondern schaden ihnen.

Aus seiner eigenen Sicht und aus Sicht seiner Mitstreiter betreibt Trump mit diesen Schritten gerade Wahlkampf. Denn Trump und sein Umfeld können ihre Geschäfte mit Putin mit dem Versuch erklären, die Kraftstoffpreise zu senken. Gleichzeitig aber zu demonstrieren, dass man der Ukraine nicht helfen will, bedeutet, sich selbst ins Knie zu schießen – sowohl vor den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress als auch danach. Denn eine solche Politik wird von zahlreichen Republikanern, die als Senatoren oder Mitglieder des Repräsentantenhauses im Kongress sitzen, nicht mitgetragen.

Gerade Republikaner bereiten heute Gesetzentwürfe vor, die Donald Trump eine weitere Annäherung an Putin unmöglich machen sollen. Und deshalb versucht der amerikanische Außenminister selbst während dieses Wahlkampfs, die Folgen der besonders provokanten Äußerungen und Handlungen des amerikanischen Präsidenten zu korrigieren.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass Marco Rubio zugleich Nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist. Er bekleidet also beide wichtigen Positionen, die es ermöglichen, den außenpolitischen Kurs der USA zu kontrollieren. Und offensichtlich tut er dies in Abstimmung mit Donald Trump selbst. Denn dies ist keine Regierung, in der man sich gegen den Präsidenten stellen und anschließend sicher sein kann, seinen Posten zu behalten.

Donald Trump selbst hat, wie wir wissen, kein einziges Mal seine Verantwortung für die Drosselung der Starlink-Geschwindigkeit oder dafür eingeräumt, dass die Ukraine keine Warnmeldungen über ballistische Angriffe der Russischen Föderation erhält. Er hat seine Forderungen nach einem Rücktritt des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky faktisch abgeschwächt. In seiner jüngsten Serie provokanter Äußerungen sagte er lediglich, Zelensky solle jemand anderen zu den gar nicht existierenden Friedensverhandlungen entsenden. Damit hat er faktisch anerkannt, dass er keine Bedingungen schaffen kann, unter denen in unserem Land überhaupt irgendwelche Wahlen stattfinden könnten.

Und vor dem Hintergrund dieser hartnäckigen Weigerung Donald Trumps, die eigene Verantwortung für die ukrainefeindlichen Schritte seiner Regierung anzuerkennen, kommt es nun zu dem Gespräch zwischen Zelensky und Rubio.

Dabei ist es nicht Zelensky, der versucht, den Eindruck zu korrigieren, den seine Worte über die amerikanische Regierung hinterlassen haben – nämlich seine Aussage, dass diese die Ukraine faktisch zur Kapitulation vor dem gemeinsamen Gegner Kyivs und Washingtons drängt. Vielmehr ist es der amerikanische Außenminister, der den ukrainischen Präsidenten davon zu überzeugen versucht, dass die Vereinigten Staaten in der Lage sind, all jene Probleme bei der Unterstützung der Ukraine zu lösen, die offensichtlich durch tatsächliche, aber nicht öffentlich zugegebene Maßnahmen des amerikanischen Präsidenten selbst und hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter entstanden sind.

Denn tatsächlich erwarten wir von den Vereinigten Staaten heute vor allem, dass sie ihre bisherige Unterstützung für die Ukraine fortsetzen: die Bereitstellung von Starlink, Frühwarnmeldungen über russische Raketenangriffe und die Lieferung von Flugabwehrraketen – und das, obwohl diese Raketen auch in den USA selbst knapp sind und möglicherweise bereits Vorbereitungen auf eine neue Phase des Krieges mit dem Iran laufen. Während Rubio Usbekistan besucht, hält sich Hegseth im Nahen Osten auf. Genau diese Unterstützung ist es, die Kyiv von Washington erwartet.

Die Bemühungen um eine Friedenslösung durch Verhandlungen sind eher eine politische Inszenierung, die zumindest bis zum Winter 2029 kaum zu irgendwelchen konkreten Ergebnissen führen dürfte. Natürlich kann man gemeinsam einen Verhandlungsprozess vortäuschen. Doch wenn Putin nicht die Absicht hat, den Krieg zu beenden, wird es auch bei dieser Vortäuschung bleiben.

Die Gespräche über mögliche Wahlen in der Ukraine sind eben nur Gespräche, die wiederum daran scheitern, dass Trump nicht in der Lage ist, Putin von der Notwendigkeit irgendeiner Waffenruhe zu überzeugen.

Ebenso völlig unrealistisch sind all die Diskussionen darüber, ob die Ukraine der NATO beitreten sollte oder nicht, die erneut auf der Ebene hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter geführt werden, etwa durch den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, JD Vance.

Solange wir keine realistischen Aussichten auf ein Ende des Krieges erkennen und nicht zumindest irgendeinen Verhandlungsprozess in Gang bringen, sind all diese Diskussionen nichts weiter als akademische Übungen. Und es könnte durchaus sein, dass diese Regierung nicht in der Lage sein wird, die Frage nach einer Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu lösen.

Mit anderen Worten: Was wir von der Trump-Regierung brauchen, ist keine politische Inszenierung, sondern Hilfe.

Und wir verstehen sehr gut, dass selbst die Vereinbarungen, die heute zwischen Trump und Putin bestehen, die Lage im russisch-ukrainischen Krieg nicht wesentlich verändern werden. Denn die amerikanische Gesetzgebung schränkt die Möglichkeiten weitreichender Zugeständnisse an den Präsidenten der Russischen Föderation erheblich ein. Und die Europäer werden ihre Sanktionen nicht aufheben.

Denn all die Erleichterungen, die Trump Putin bei einer Fortsetzung des Krieges gewähren kann, bringen bei Weitem nicht jene Geldsummen ein, die der russische Präsident benötigen würde, wenn die Ukraine ihre Angriffe zur Zerstörung der russischen Energieinfrastruktur und anderer kritischer Infrastruktur fortsetzt.

Wie wir sehen, müssen sich die Vereinigten Staaten mit dieser Entwicklung der Ereignisse abfinden, solange sie den Präsidenten der Russischen Föderation nicht aufhalten können, der seinerseits nicht die Absicht hat, seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur einzustellen.

Das Gespräch zwischen Zelensky und Rubio ist somit ein weiterer Beweis dafür, dass der Handlungsspielraum der Trump-Regierung wesentlich enger ist und bleiben wird, als wir glauben. Und keine noch so markigen Erklärungen des amerikanischen Präsidenten auf Wahlkampfveranstaltungen können etwas an der einfachen Tatsache ändern, dass er Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist – eines Landes mit eigenen Interessen und eigenen Werten.

Und wenn diese Interessen und Werte nicht mit den Interessen und Werten Donald Trumps übereinstimmen, bedeutet das noch lange nicht, dass er ihnen dauerhaft und wirksam entgegenwirken kann.


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Titel des Originals: Зеленський – Рубіо: головне | Віталій
Портников. 20.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 20.10.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Das letzte Treffen | Vitaly Portnikov. 18.10.2026.

Остання зустріч. Віталій Портников. 18.10.2026.

19. November 1999, Istanbul. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Bill Clinton, trifft sich zum letzten Mal mit dem russischen Präsidenten Boris Jelzin. Die beiden Politiker pflegen seit Jahren ausgezeichnete persönliche Beziehungen – man könnte sagen, sie sind miteinander befreundet. Clinton wird Jelzin in seinen Memoiren als einen Menschen bezeichnen, der „die Demokratie im Herzen trägt“. Noch weiß er nicht, dass er ihn nie wieder als russischen Präsidenten sehen wird, denn Jelzin wird sein Amt wenige Wochen später, am 31. Dezember 1999, vorzeitig niederlegen. Doch schon bei diesem Treffen spricht Jelzin gegenüber Clinton voller Überzeugung über Putin als seinen Nachfolger. „Er ist hart“, sagt Jelzin zu Clinton. „Er hat einen starken inneren Kern. Er ist innerlich hart, und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, damit er gewinnt – auf legalem Wege natürlich. Und er wird gewinnen. Er wird Jelzins Kurs in Demokratie und Wirtschaft fortsetzen …“

Wer heute diese Worte des ersten russischen Präsidenten liest, kann sich nur wieder einmal darüber wundern, wie wenig Menschenkenntnis Jelzin besaß und wie schlecht er andere einzuschätzen vermochte – sonst hätte er niemals einen Mann zu seinem Nachfolger bestimmt, der sein politisches Erbe zerstört hat. Doch in seiner Charakterisierung Putins als Persönlichkeit erweist sich Jelzin als erstaunlich treffsicher: Er schätzt seinen Nachfolger gerade wegen seiner Härte und nicht wegen irgendeiner anderen Eigenschaft. Und sind wir wirklich sicher, dass ein Mann, der es im sowjetischen System bis zum Kandidaten des Politbüros und zum Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU gebracht und später im Machtkampf sogar den Generalsekretär besiegt hatte, so wenig verstand, als er Putin als Fortsetzer seiner eigenen Politik betrachtete?

Das letzte Treffen zwischen Jelzin und Clinton wird abgebrochen, als der amerikanische Präsident versucht, mit seinem russischen Amtskollegen über das Grauen zu sprechen, das sich in Tschetschenien abspielt. Jelzin steht einfach auf und erklärt, dass er und Clinton bereits länger miteinander gesprochen hätten als vorgesehen. Seine Einschätzung Putins gibt Jelzin erst beim Verlassen des Verhandlungsraums ab, als Antwort auf Clintons Frage, wer die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Russland gewinnen werde.

Doch gerade während dieser Verhandlungen schlägt Jelzin Clinton allen Ernstes vor, „Europa Russland zu überlassen“. Die Präsidenten sprechen über die Stationierung von Komponenten des amerikanischen Raketenabwehrsystems auf dem europäischen Kontinent, und Jelzin ist überzeugt, dass dies den amerikanischen Einfluss stärken werde, den es in Europa seiner Ansicht nach überhaupt nicht geben sollte. „Du kannst alle anderen Länder übernehmen und für ihre Sicherheit sorgen. Ich übernehme Europa und gewährleiste seine Sicherheit. Ich meine es ernst: Überlass Europa Russland!“

Clinton reagiert auf diese Worte mit Ironie – schließlich ist er Clinton. Außerdem hört er solche Forderungen von Jelzin nicht zum ersten Mal. Im März 1997 schlägt Jelzin Clinton während des Gipfeltreffens in Helsinki vor, ein Abkommen zu unterzeichnen, in dem ausdrücklich festgehalten werden soll, dass die NATO keine ehemaligen Sowjetrepubliken in ihre Reihen aufnehmen werde – und, wohlgemerkt, vor allem nicht die Ukraine. „Wir sehen, wie Sie und die Ukrainer Ihre Beziehungen ausbauen. Das hilft uns nicht dabei, die russisch-ukrainischen Probleme zu lösen“, sagt er dem amerikanischen Präsidenten.

Clinton reagiert erneut mit einem Scherz – schließlich ist er Clinton –, stimmt aber keiner der Forderungen zu. Als Jelzin ihm vorschlägt, ein geheimes Abkommen zu schließen, das einen NATO-Beitritt ehemaliger Sowjetrepubliken ausschließen würde, erklärt er dem russischen Präsidenten ausführlich, zu welcher politischen Katastrophe dies führen könnte. Doch Jelzin lässt nicht locker …

Die vor einigen Jahren veröffentlichten Dokumente aus dem Nationalarchiv der Vereinigten Staaten – und genau aus diesen Dokumenten zitiere ich – beantworten die Frage, ob Putin Jelzins Politik fortgesetzt hat. Vorausgesetzt, wir betrachten diese Politik ohne die wohlklingenden Bezeichnungen Demokratie und Reformen, sondern als einen Kurs, der auf die Bewahrung der russischen Hegemonie ausgerichtet war. Und wir werden feststellen, dass er sie tatsächlich fortgesetzt hat – beinahe Wort für Wort.

Denn es gibt die Forderungen des russischen Außenministeriums, die 2021 an das amerikanische Außenministerium und die Außenministerien der NATO-Mitgliedstaaten übermittelt wurden. Darin wurde genau das verlangt: Die Vereinigten Staaten und die übrigen Mitglieder des Bündnisses sollten Russland garantieren, dass ehemalige Sowjetrepubliken – und vor allem die Ukraine – nicht in die NATO aufgenommen werden können. Und das wiederholt nicht nur den Verlauf des Gesprächs zwischen Jelzin und Clinton, sondern dessen genauen Inhalt. Dasselbe gilt für die Forderung des russischen Außenministeriums, moderne Waffensysteme aus den Ländern abzuziehen, die der NATO nach 1997 beigetreten sind. Was ist das anderes als die Rückkehr zur Vorstellung von Russland als Garanten der europäischen Sicherheit – weil die Amerikaner sich zurückziehen?

Daraus sollten wir einige Schlussfolgerungen ziehen. Die erste: Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, dass das, was heute geschieht, lediglich eine Laune Putins sei. Nein, es ist die Umsetzung der russischen Politik als solcher. Jelzin hätte als bedeutender Politiker der alten sowjetischen Schule in der Situation, in der sich Putin befindet, möglicherweise innehalten können – nicht unbedingt vor dem Beginn eines Krieges selbst, denn in Tschetschenien hat er davor schließlich auch nicht zurückgeschreckt, sondern angesichts der Notwendigkeit, aus einem Konflikt auszusteigen, wenn dieser nicht nach Plan verläuft.

Doch Putin ist, wie Jelzin treffend bemerkte, hart – das heißt unflexibel und verbohrt. Und darüber hinaus bereit, alles in den Ofen seiner eigenen Begierden zu werfen. Doch so seltsam es auch klingen mag: Nicht Putin selbst ist das Problem, genauso wenig wie Jelzin das Problem war. Die russischen Präsidenten spiegeln lediglich den imperialistischen Kurs ihres Landes wider, der sich seit Jahrhunderten nicht verändert.

Das Problem ist, wer ihnen gegenübersitzt. Clinton verstand sehr genau, dass seine Aufgabe darin bestand, die imperialistischen Absichten seines Gesprächspartners einzuschränken und ihn in eine Realität zurückzuholen, in der auch andere Staaten souverän sind und das Recht haben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Und dagegen konnte Jelzin nichts ausrichten.

Putin dagegen hat endlich einen Gesprächspartner gefunden, der die Souveränität kleinerer Staaten genauso betrachtet wie er selbst – einen Mann, der Kanada als amerikanischen Bundesstaat bezeichnen kann, verlangt, dass Grönland verkauft wird, und damit prahlt, Venezuela zu regieren. Und ja, vielleicht gefällt es Trump nicht, dass Putin seinen Krieg in der Ukraine fortsetzt. Doch für eine Einschränkung der ukrainischen Souveränität mit nichtmilitärischen Mitteln könnte er durchaus volles Verständnis aufbringen.

Ja, unser Problem und das Problem der ganzen Welt besteht nicht nur darin, dass Putin mit barbarischen Methoden die Politik Jelzins und seiner anderen Vorgänger fortsetzt.

Unser größtes Problem besteht darin, dass Trump die Politik seiner Vorgänger nicht fortsetzt.


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Titel des Originals: Остання зустріч. Віталій Портников. 18.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 18.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Putin bereitet ein neues München vor | Vitaly Portnikov. 19.10.2026.

Das Wall Street Journal berichtet, dass der Kreml vorgeschlagen habe, während des Gipfeltreffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) am 18. und 19. November im chinesischen Shenzhen ein trilaterales Treffen zwischen den Präsidenten Russlands und der Vereinigten Staaten sowie dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China abzuhalten, um unter anderem darüber zu entscheiden, wie der russisch-ukrainische Krieg beendet werden könnte.

Der Präsident der Russischen Föderation, Putin, schlägt vor, den ukrainischen Präsidenten Zelensky nicht zu diesem Treffen einzuladen. Auch die europäischen Staats- und Regierungschefs sollen nicht daran teilnehmen. 

Viele vergleichen Putins Wunsch, einen solchen Gipfel mit Trump und Xi Jinping in Shenzhen abzuhalten, mit einer sogenannten neuen Konferenz von Jalta. Dabei wird an das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Sowjetunion, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert, bei dem darüber entschieden wurde, wie die Grenzen Europas nach dem endgültigen Zusammenbruch des Hitlerreichs aussehen sollten.

Doch Putins Idee erinnert weniger an ein neues Jalta als vielmehr an ein neues München. An das Jahr 1938, als die Premierminister Großbritanniens und Frankreichs, Chamberlain und Daladier, der Übergabe des Sudetenlandes der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich zustimmten. 

Hitler wurde bei diesem Treffen mit Chamberlain und Daladier vom italienischen Diktator Mussolini unterstützt, der formal als Vermittler auftrat, tatsächlich aber ein Verbündeter des deutschen Diktators war. Und genau dieses Gipfelformat schwebt Putin nun für Shenzhen vor.

Natürlich ist klar, wozu der russische Präsident ein solches Treffen braucht. Selbst wenn Trump und Xi Jinping nicht allen seinen Vorschlägen für die künftige Weltordnung zustimmen sollten, würde Putin allein durch seine Teilnahme in den Kreis der führenden Staatsmänner der Welt aufgenommen. 

Dabei lässt sich die Wirtschaftsleistung der Russischen Föderation selbst in den kühnsten Träumen nicht mit der Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China vergleichen. Man könnte sagen, dass Putin beim Gipfel in Shenzhen ausschließlich auf dem schwarzen Pferd der Angst vor seiner Bereitschaft, Krieg zu führen und Menschen zu töten, in den exklusiven Kreis der wichtigsten Staats- und Regierungschefs der heutigen Welt einreiten würde.

Xi Jinping könnte einem solchen Treffen zustimmen, auch wenn bislang keineswegs feststeht, dass es tatsächlich vereinbart wird. Denn er versteht, dass er gemeinsam mit Putin bei diesem Treffen gegenüber dem amerikanischen Präsidenten in der Mehrheit wäre. Trump würde noch einmal vor Augen geführt, dass sämtliche amerikanischen Hirngespinste, wonach sich die Russische Föderation von der Volksrepublik China lösen ließe, abenteuerlich sind und in der Realität nicht verwirklicht werden können. Damit müsste der amerikanische Präsident nicht nur den wirtschaftlichen Einfluss des chinesischen Staatspräsidenten berücksichtigen, sondern auch dessen offensichtlichen Einfluss auf Moskau.

Die Frage, wozu Trump ein solches Treffen braucht, bleibt offen. Aus Sicht der Realpolitik und des Gewichts der Vereinigten Staaten dürfte ein solcher Gipfel eigentlich gar nicht stattfinden, zumindest nicht vor dem Ende des russisch-ukrainischen Krieges. Doch Trumps besondere Vorstellung von der Weltpolitik, in der es nur ihn selbst, Xi Jinping und Putin gibt, sowie seine Eitelkeit und Gier könnten dazu führen, dass der amerikanische Präsident einem solchen Format zustimmt und dabei übersieht, dass ein Treffen ohne Beteiligung des Landes, über dessen Schicksal drei Staatschefs entscheiden wollen, von denen einer der Aggressor ist, von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.

Trumps gesamtes Verhalten in den vergangenen Wochen deutet darauf hin, dass in Washington die Möglichkeit eines trilateralen Gipfels erörtert werden könnte und dass Trump möglicherweise darauf hofft, gerade bei seinem Treffen mit Putin und Xi Jinping eine Lösung ausarbeiten zu können, die anschließend uns und den Europäern aufgezwungen werden soll. Selbst der jüngste Beitrag des amerikanischen Präsidenten in den sozialen Medien zeigt, dass er sich auf die Seite des russischen Präsidenten schlägt.

Denn in diesem dreisten Beitrag gibt es Putin, der trotz der ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation weiterhin Millionen Tonnen Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt liefert und damit zur Stabilisierung der Weltwirtschaft beiträgt. Ich möchte gleich daran erinnern, dass dies eine Lüge ist, denn solche Millionen Tonnen russischen Dieselkraftstoffs gibt es auf dem Weltmarkt schon seit Langem nicht mehr. 

Und dann gibt es die Ukraine, gibt es Zelensky, der den Krieg nicht beenden will und nicht zur Stabilisierung des weltweiten Kraftstoffmarktes beiträgt, weil er die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation angreift, was zu ernsthaften Problemen für amerikanische Landwirte und Arbeiter führt. Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass auch dies eine Lüge ist. Denn die amerikanischen Landwirte und Arbeiter leiden unter der inkompetenten Politik des amerikanischen Präsidenten und seiner Regierung während des Irankrieges, unter dem mangelnden Verständnis für die Bedrohungen und Herausforderungen, die mit diesem Krieg verbunden sind. Und die unmittelbare Verantwortung dafür trägt nicht Volodymyr Zelensky, sondern Donald Trump.

Allerdings können solche Äußerungen in den sozialen Medien, wie wir verstehen, sowohl mit den Wahlkampfinteressen des amerikanischen Präsidenten zusammenhängen, der seiner eigenen Partei helfen will, die Zwischenwahlen zum Kongress nicht zu verlieren, als auch mit den außenpolitischen Absichten des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Ich möchte daran erinnern, dass das Thema eines trilateralen Gipfels in Shenzhen während des letzten aufsehenerregenden Telefongesprächs zwischen Putin und Trump erörtert worden sein könnte, bei dem auch die Vereinbarung über die Lieferung von Dieselkraftstoff aus der Russischen Föderation auf den Weltmarkt getroffen wurde. Schon damals wurde darauf hingewiesen, dass es bei diesem Gespräch keineswegs um die 300 Tonnen Dieselkraftstoff ging, die an der Lage auf dem weltweiten Kraftstoffmarkt überhaupt nichts ändern und den Republikanern auch nicht helfen würden, die Preise an amerikanischen Tankstellen zu senken und dadurch ihre Chancen im Wettbewerb mit den Demokraten zu verbessern. Vielmehr könnte es beim Dialog des amerikanischen Präsidenten mit seinem russischen Amtskollegen um weitaus grundlegendere Vereinbarungen zwischen Moskau und Washington gegangen sein.

Und gerade zur Bestätigung dieser grundlegenden Vereinbarungen, die es den Vereinigten Staaten ermöglichen könnten, den Kreis der demokratischen Staaten der Welt zu verlassen und sich stattdessen dem Kreis der Autokratien anzuschließen, könnten beim Gipfel in Shenzhen am 18. und 19. November entsprechende Absprachen getroffen werden.

Sollte ein solcher Gipfel stattfinden, wäre er zweifellos ein historisches Ereignis für die gesamte Menschheit. Denn er würde eine direkte Schnellstraße in den Dritten Weltkrieg eröffnen, zum Zusammenbruch der gemeinsamen Solidarität des Westens, zur Verstärkung der aggressiven Begehrlichkeiten autoritärer Staaten und zum Tod von Millionen Menschen in all diesem Grauen – bereits in den kommenden schwierigen Jahren und Jahrzehnten.


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Titel des Originals: Путін готує новий Мюнхен | Віталій
Портников. 19.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 19.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Stefania/ Стефанія.

Stefania, Mama, Mama Stefania
Das Feld blüht auf, doch dein Haar wird grau.
Sing mir, Mama, noch ein Wiegenlied,
Lass mich hören, wie dein Wort erklingt.

Sie hat mich gewiegt und den Rhythmus geschenkt,
Mir den Willen gegeben, den niemand mir nimmt.
Wusste wohl mehr, als Salomon je gekannt,
Auf holprigen Wegen komm ich stets bei dir an.

Sie lässt mich schlafen, wenn Stürme laut toben,
Fängt Omas böse Gesten ab, die auf mich zuflogen.
Sie kannte mich gut, ließ sich niemals belügen,
War sie noch so müde, sie hat mich gewiegt.

Luli, luli, luli, hei!

Stefania, Mama, Mama Stefania
Das Feld blüht auf, doch dein Haar wird grau.
Sing mir, Mama, noch ein Wiegenlied,
Lass mich hören, wie dein Wort erklingt.

Brauch keine Windeln mehr, Mama, es reicht,
Auch wenn ich groß bin, kaufst du Kleidung auf Vorrat.
Bin längst nicht mehr klein, doch du sorgst dich noch immer,
Ich zog durch die Straßen, du schimpftest: Verdammt!

Du bleibst immer jung, Mama, in voller Blüte,
Vergess ich im Ruhm deine Liebe und Güte,
Dann steh ich am Ende, komm nicht mehr zurück,
Weg mit der Lanze, die sticht und bedrückt,
Sonst verbrenn ich mich noch an der Liebe zu dir.

Luli, luli, luli, hei!

Stefania, Mama, Mama Stefania
Das Feld blüht auf, doch dein Haar wird grau.
Sing mir, Mama, noch ein Wiegenlied,
Lass mich hören, wie dein Wort erklingt.

Stefania, Mama, Mama Stefania
Das Feld blüht auf, doch dein Haar wird grau.
Sing mir, Mama, noch ein Wiegenlied,
Lass mich hören, wie dein Wort erklingt.

Стефанія мамо, мамо Стефанія
Розквітає поле, а вона сивіє
Заспівай мені, мамо, колискову
Хочу ще почути твоє рідне слово

Вона мене колисала, дала мені ритм
І, напевне, силу волі не забрати в мене, бо дала вона
Напевне, знала може більше і від Соломона
Ломаними дорогами прийду я завжди до тебе
Вона не розбудить, не будить, мене в сильні бурі
Забере в бабулі дві дулі, ніби вони кулі
Дуже добре знала мене, не була обманута
Як була дуже втомлена, гойдала мене в такт

Люлі, люлі, люлі, гой

Стефанія мамо, мамо Стефанія
Розквітає поле, а вона сивіє
Заспівай мені, мамо, колискову
Хочу ще почути твоє рідне слово

Я не в пеленах, но ма, но ма, хватить
Як би я не виріс, на виріст за речі платить
Я не мала дитина, вона далі нерви тратить
Я гуляв, шляк би тебе трафив!
Ти все молода, о мамо, на піку
Якщо не ціню опіку на піку слави, мені в тупіку
Забивайте піку, цю піку, я би попік, спік, своєю любов′ю

Люлі, люлі, люлі, гой!

Стефанія мамо, мамо Стефанія
Розквітає поле, а вона сивіє
Заспівай мені, мамо, колискову
Хочу ще почути твоє рідне слово

Стефанія мамо, мамо Стефанія
Розквітає поле, а вона сивіє
Заспівай мені, мамо, колискову
Хочу ще почути твоє рідне слово

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Стефанія
Autor: Kalush Orchestra
Veröffentlichung: 07.02.2022
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Lied-Sammlung
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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach,
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Trump rettet Gazprom | Vitaly Portnikov. 18.10.2026.

Die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, versucht nach Angaben der New York Times, die Lieferungen russischen Erdgases nach Europa über das ukrainische Gastransportsystem wieder aufzunehmen.

Vertreter der amerikanischen Regierung behaupten bei den Verhandlungen mit Moskau, dass dies einen erheblichen wirtschaftlichen Anreiz für den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, darstellen würde. Eine solche Entscheidung würde ihn zu ernsthaften Verhandlungen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges bewegen.

Im Rahmen einer friedlichen Lösung sollen die Europäer wieder größere Mengen russischen Erdgases kaufen und die Ukraine die Kapazitäten ihres Gastransportsystems zur Verfügung stellen, über das erst seit Kurzem kein russisches Gas mehr an europäische Verbraucher geliefert wird.

Sollten diese Informationen offiziell bestätigt werden, würde dies eine revolutionäre Kehrtwende in der amerikanischen Energiepolitik bedeuten. Schon während seiner ersten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten erklärte Donald Trump sowohl öffentlich als auch bei vertraulichen Treffen mit europäischen Staats- und Regierungschefs, dass die russischen Gaslieferungen nach Europa reduziert werden müssten und dass der Bau von Gaspipelines wie Nord Stream die Energieabhängigkeit Europas und insbesondere Deutschlands vom Kreml nur verstärke.

Bekannt ist ein öffentlicher Auftritt des Präsidenten der Vereinigten Staaten, bei dem er eine ganze Reihe durchaus logischer Argumente vorbrachte, die seiner Meinung nach Berlin dazu bewegen sollten, sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen. Die Kamera zeigte in diesem Moment nicht nur Trump, sondern auch Vertreter der deutschen Regierung, die sich ganz offen über die Worte des amerikanischen Präsidenten lustig machten. Die Szene mit Trumps Rede ist für immer zu einem Sinnbild der politischen Kurzsichtigkeit der deutschen Führung unmittelbar vor der groß angelegten Invasion der Russischen Föderation in die Ukraine und dem faktischen Verzicht Europas auf russische Energieträger geworden.

Und plötzlich erklärt derselbe Mann den Europäern, dass sie mehr Gas aus Russland kaufen sollten und dass dies angeblich helfen werde, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Dabei begann Wladimir Putin diesen Krieg in seiner heutigen Form gerade erst, nachdem der Bau des letzten Strangs der Nord-Stream-Pipeline abgeschlossen worden war. Damit hätte Russland für die Lieferung seiner Rohstoffe an europäische Verbraucher auf die Dienste des ukrainischen Gastransportsystems verzichten können.

Natürlich stellt sich die Frage, warum Donald Trump, der sich viele Jahre lang gegen die Energieabhängigkeit Europas von Russland ausgesprochen hat, nun energisch auf eben dieser Abhängigkeit besteht und dabei die Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine als Vorwand benutzt. 

Möglicherweise deshalb, weil in den früheren Varianten dieses energiepolitischen Spiels für die Vereinigten Staaten kein Platz vorgesehen war, während nun im Zuge der Verhandlungen zwischen dem Sonderbeauftragten des Präsidenten der Russischen Föderation, Kirill Dmitrijew, und den Vertretern des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, eine mögliche Beteiligung amerikanischer Investoren erörtert werden könnte.

Wir wissen bereits von zahlreichen solchen Vereinbarungen zwischen Moskau und Washington, bei denen es vor allem darum geht, dass Personen aus dem Umfeld der amerikanischen Regierung an Gewinnen aus den Wirtschaftsbeziehungen mit Russland interessiert sind. Und es ist durchaus möglich, dass die Wiederaufnahme des Energietransits nach Europa Teil eines solchen gemeinsamen Projekts sein könnte. Genau deshalb dürften solche Vereinbarungen für die Europäer selbst keineswegs überzeugende Garantien ihrer eigenen Energiesicherheit darstellen.

Ja, hätten wir noch gestern erfahren, dass die Vereinigten Staaten an einem Konzern beteiligt sein würden, dessen Ziel die Lieferung russischen Erdgases an europäische Länder wäre, hätte dies durchaus wie eine zusätzliche Sicherheitsgarantie für den europäischen Kontinent aussehen können. Doch angesichts der gegenwärtigen Atmosphäre in den Beziehungen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin kann die Beteiligung von Personen aus dem Umfeld der amerikanischen Regierung an irgendwelchen Energieprojekten mit Russland bei denjenigen, die sich Gedanken über die Zukunft des europäischen Kontinents machen, nur Besorgnis auslösen.

Es gibt noch einen weiteren wichtigen Umstand, der auf die Gründe für diesen bewussten Positionswechsel Donald Trumps und der ihm nahestehenden Personen hinweist. Dabei könnte es nicht nur um Gewinne gehen, sondern auch um das Interesse an politischen Veränderungen auf dem europäischen Kontinent. Die Trump-Regierung ist bekanntlich ein politischer Förderer ultrarechter und antieuropäischer Kräfte, die nach ihrer Niederlage im Zweiten Weltkrieg in ganz Europa eine politische Revanche anstreben. 

Vertreter genau dieser Kräfte – die übrigens nicht nur von Washington, sondern auch von Moskau unterstützt werden – sind ebenfalls am Scheitern des europäischen Projekts interessiert. Sie sprechen ständig davon, wie wichtig billiges russisches Gas für die Entwicklung der europäischen Wirtschaft sei und dass der Verzicht auf russische Energieträger auf dem gesamten europäischen Kontinent ernsthafte wirtschaftliche Probleme verursacht habe. Dies ist die Position der ultrarechten Partei Alternative für Deutschland, die derzeit die populärste politische Kraft des Landes ist.

Übrigens treten auch ultralinke politische Kräfte in Deutschland mit ähnlichen Parolen auf. Auch sie bestehen auf der Notwendigkeit, die Energiebeziehungen zur Russischen Föderation wieder aufzunehmen und erneut russisches Erdgas zu beziehen. Das Argument, dass eine solche Entscheidung nicht nur der deutschen Wirtschaft helfen, sondern auch den russisch-ukrainischen Krieg beenden könnte, indem die Ukraine zu einer Pufferzone für den Gastransit zwischen Russland und den europäischen Ländern gemacht würde, könnte den politischen Aufstieg jener Parteien zusätzlich befördern, die bereit sind, sich die Vorschläge Donald Trumps und Wladimir Putins aufmerksam anzuhören.

Und der Vorschlag, russisches Erdgas zu einem Faktor der Stabilisierung der Lage auf dem Kontinent zu machen, könnte weniger zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges führen – denn wir verstehen, dass solche Pläne Wladimir Putins aggressive Begehrlichkeiten nur weiter steigern – als vielmehr zu besseren Wahlchancen für jene Parteien, die schon heute von vielen Beobachtern als Totengräber des europäischen Projekts betrachtet werden.

Und dann könnten wir die Suche nach Vereinbarungen zwischen der Trump-Regierung und der Putin-Regierung als den Aufbau einer gemeinsamen politischen Inszenierung verstehen, die nicht nur zur Kapitulation der Ukraine vor den russischen Waffen führen, sondern auch Europa zu Grabe tragen soll.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп спасает Газпром | Виталий Портников. 18.10.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 18.10.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Petersburg brennt nach Angriff | Vitaly Portnikov. 18.10.2026.

Sankt Petersburg und das Leningrader Gebiet haben den bislang massivsten ukrainischen Angriff seit Beginn von Putins groß angelegtem Krieg gegen unser Land erlebt. Das räumen auch die Verantwortlichen beider Föderationssubjekte der Russischen Föderation ein.

Angegriffen wurden das Petersburger Ölterminal und das Öllager Rutschji. Auch ein Rechenzentrum von VKontakte und eine Schrägseilbrücke wurden angegriffen. Möglicherweise gab es auch Treffer an einem der Umspannwerke der sogenannten zweiten russischen Hauptstadt, wodurch mehrere Stadtteile von Sankt Petersburg ohne Strom blieben. Im Internet verbreiten sich Videoaufnahmen und Fotos des brennenden Sankt Petersburg.

Damit wurde erneut bewiesen, dass die Ukraine nicht nur auf die russischen Angriffe gegen ukrainische Städte und auf das Bestreben des russischen Präsidenten Putin, diese Städte unbewohnbar zu machen, reagieren kann, sondern auch in der Lage ist, mit vergleichbaren Aktionen gegen die größten Städte der Russischen Föderation vorzugehen, die darüber hinaus Symbole der russischen Staatlichkeit sind.

Bekanntlich sind Sankt Petersburg und seine Umgebung nicht zum ersten Mal ukrainischen Angriffen ausgesetzt. Besonders heftig war der Angriff während des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg, als die zweite russische Hauptstadt vor den Augen von Präsident Putin und der Investoren brannte, die in der Hoffnung angereist waren, mit Blut Geld zu verdienen. Und natürlich erinnert jeder solche Angriff daran, dass die russische Wirtschaft weder Putin noch Trump Gewinne einbringen wird, sondern sich nach ukrainischen Angriffen in Bilder von Bränden verwandeln wird.

Ebenso offensichtlich ist, dass die Ukraine nicht beabsichtigt, auf Forderungen Rücksicht zu nehmen, den russischen Energiesektor unversehrt zu lassen, nur damit amerikanische Investoren darauf hoffen können, mit ihrer Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation Geld zu verdienen und die Verhandlungen mit russischen Beamten über den Kauf von Lukoil-Aktien fortzusetzen.

Mit anderen Worten: Der Schutz der russischen Ölraffinerieprodukte und des Ölsektors, um den Putin Trump offenbar gebeten hat – so wie er den amerikanischen Präsidenten zuvor darum gebeten hatte, die Durchführung der Parade am 9. Mai zu ermöglichen –, funktioniert nicht.

Auch der Wunsch, die Energieanlagen der Russischen Föderation, die mit der Stromverteilung im Land zusammenhängen, unangetastet zu lassen, lässt sich nicht verwirklichen. Und hier könnte Russland aufgrund seiner übermäßigen Zentralisierung vor mindestens ebenso großen Problemen stehen wie die Ukraine. Denn wir alle sind Geiseln des sowjetischen Erbes, sofern keine entsprechenden Veränderungen und Reformen durchgeführt wurden.

Und dann sind da noch die Rechenzentren. Wie wir sehen, kann auch die Zentralisierung der russischen Rechenzentren, die in der postsowjetischen Zeit nach sowjetischen Mustern errichtet wurden, um dem Kreml die vollständige Kontrolle über den Internetraum zu sichern, zu einer weiteren Achillesferse des russischen Terrorregimes werden und Probleme für das Funktionieren der Wirtschaft verursachen.

All das wird Putin natürlich nicht dazu bringen, über eine Beendigung des Krieges gegen die Ukraine nachzudenken. Aber wir müssen uns daran erinnern, dass jeder solche Angriff Russland schwächt und ein Schritt auf dem Weg zur Beendigung des Krieges ist – und dazu, dass bei den russischen Machthabern und übrigens auch bei den Bürgern wieder Vernunft einkehrt.

Denn die Kommentare zu den Angriffen ukrainischer Drohnen auf Sankt Petersburg und das Leningrader Gebiet lassen keinen Zweifel daran, dass die Bewohner der Region die Ursachen des Geschehens sehr gut verstehen. Zugleich überzeugen sie sich von der Unfähigkeit ihrer eigenen Behörden, die darüber hinaus versuchen, das Ausmaß der Angriffe herunterzuspielen und die Menschen in Sankt Petersburg und im Leningrader Gebiet nicht einmal vor Gefahren aus der Luft zu warnen. Auch das ist übrigens eine russische Praxis, die wir bereits aus den vergangenen Monaten kennen: Das Leben der Menschen in gefährdeten Regionen ist für die regionale Führung völlig uninteressant, wenn es darum geht, die Propaganda aufrechtzuerhalten und den Anschein zu erwecken, dass an den Orten, zu denen ukrainische Drohnen vordringen, nichts Besonderes geschieht.

Doch die Bilder des brennenden Sankt Petersburg, seiner Energieanlagen und Rechenzentren, seiner Brücken und des nördlichen Himmels im Schein der Brände zeigen etwas völlig anderes. Die Ukraine kann die Wirksamkeit ihrer Angriffe auf jene Städte der Russischen Föderation steigern, die wichtige Energie- und Wirtschaftszentren des Aggressorstaates sind.

Natürlich ist es nicht die Ukraine, sondern Russland, das versucht, große Städte unbewohnbar zu machen. Das ist kein ukrainisches, sondern ein russisches Ziel. Denn an der Spitze der Russischen Föderation steht eine terroristische Führung, deren Mitglieder aus einer Bande hervorgegangen sind, die bereits zu Sowjetzeiten unter dem Namen Komitee für Staatssicherheit der Sowjetunion gegründet und später in Föderaler Sicherheitsdienst der Russischen Föderation umbenannt wurde. Und wir verstehen, dass Menschen, die in einem solchen System aufgewachsen sind, keinerlei Achtung vor dem menschlichen Leben haben. Krieg, Konfrontation und Konflikt sind der Sinn ihrer gesamten Existenz.

Doch die Folge einer solchen Konfrontation kann für gewöhnliche Russen auch darin bestehen, dass ein Leben in den Städten unmöglich wird, die zum Schauplatz der Auseinandersetzung und der Bemühungen werden, Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine zu stoppen. Und diejenigen, die in Russland leben und die Brände am eigenen Himmel sehen, müssen begreifen, welches Verbrechen ihr Regime mit der Fortsetzung dieses Krieges nicht nur an der Ukraine begeht, sondern auch an seinen eigenen Bürgern, in deren Häuser der Krieg eingezogen ist – zusammen mit wirtschaftlicher Not und Gefahr, auf lange Jahre hinaus und ohne Aussicht auf ein Ende.

Das ist es, was man sagen kann, wenn man die Bilder des brennenden Sankt Petersburg sowie der Städte und Anlagen im Leningrader Gebiet der Russischen Föderation sieht.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Петербург палає після атаки | Віталій
Портников. 18.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 18.10.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Hei, ihr Burschen, zu den Waffen!/ Гей, нумо, хлопці до зброї!

Hei, die Adler zieh’n vereint,
Um ihr Boot zu retten,
Ruhm im Kampf erfechten!

Refrain (zweimal)
Hei, wir siegen oder fall'n!
Sterben kann man nur einmal!
Hei, ihr Burschen, zu den Waffen!

Hei, wir fahren übers Meer,
Wollen Feinde schlagen,
Lasst Kanonen krachen!

Refrain
Hei, wir siegen oder fall'n!
Sterben kann man nur einmal!
Hei, ihr Burschen, zu den Waffen!

Hei, Sankt Georg steht uns bei,
Und die Mutter Gottes,
Hilft uns Not bezwingen!

Refrain
Hei, wir siegen oder fall'n!
Sterben kann man nur einmal!
Hei, ihr Burschen, zu den Waffen!


Ой, збиралися орли
Чайку рятувати,
Славу здобувати.

Приспів (двічі):

Ой чи пан чи пропав -
Двічі не вмирати,
Гей, нумо, хлопці до зброї!

По морю гуляти,
В герці вигравати,
Вдаримо в гармати !

Приспів

Нам поможе святий Юрій
Щей Пречиста Мати
Лихо звоювати.
Приспів

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Гей, нумо, хлопці до зброї!
Autor: Marko Kropywnytskyi
Entstehung: 1872
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach,
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Putin-Verehrer: Warum Donald Trump nicht auf einen Kompromiss mit dem Kreml verzichtet. Kolumne von Vitaly Portnikov. 17.10.2026.


Wladimir Putin und Donald Trump bei ihrem Treffen in Anchorage, Alaska, am 15. August 2025. Foto: Julia Demaree Nikhinson/Associated Press/East News

Поклонник Путина: почему Дональд Трамп не отказывается от компромисса с Кремлем. Колонка Виталия Портникова. 17.10.2026.

Trump machte Rückzieher – und das waren taktische Rückzüge, die nichts an seiner grundsätzlichen Strategie änderten – ausschließlich unter dem Druck der Umstände, der öffentlichen Meinung und der Haltung seiner Verbündeten. So war es nach den unverschämten Angriffen Trumps und seines Vizepräsidenten JD Vance auf den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky, der zur Unterzeichnung des berüchtigten Rohstoffabkommens nach Washington gekommen war. Dieses Abkommen hatte übrigens derselbe Senator Lindsey Graham erdacht, der versuchte, den Geschäftsinteressen von Trumps Umfeld in Russland ein wirtschaftliches „Interesse“ an der Ukraine entgegenzusetzen. Ähnlich verhielt es sich mit dem Graham-Gesetz selbst, das als Trumpf im Wahlkampf dienen konnte, da viele potenzielle Wähler in den USA die Ukraine unterstützen und sich für einen stärkeren Druck auf Russland aussprechen könnten.

Strategisch gesehen blieb Trump jedoch während des gesamten vergangenen Jahrzehnts ein Mensch, der eine Verständigung mit Putin und die Wiederherstellung der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland anstrebte. Und für diese Neigung kann es sowohl objektive als auch subjektive Gründe geben. Trump könnte hoffen, wenn auch völlig unbegründet, dass die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Moskau ihm helfen würde, Russland von China zu lösen. Und natürlich ist auch die Frage nach den persönlichen finanziellen Interessen von Menschen aus dem engsten Umfeld des Präsidenten nicht vom Tisch. Nicht zufällig verbringen Steve Witkoff und Jared Kushner so viel Zeit mit Putins Emissär Kirill Dmitrijew – sowohl in den USA als auch in Russland.

Wie sich Trumps Haltung weiterentwickeln wird, ist ebenfalls absehbar. Er wird unter dem Druck der Umstände, der öffentlichen Meinung und des Kongresses sowie der zahlreichen Untersuchungen, die bereits im nächsten Jahr im neu zusammengesetzten Kongress beginnen und uns so manche Überraschung bescheren dürften, erneut zurückweichen. Er könnte die Waffenverkäufe an die Ukraine wieder ausweiten und sogar Sanktionen gegen Russland verhängen. Doch bis zum letzten Tag seiner politischen Karriere – ich würde sogar sagen: bis zu seinem letzten Atemzug – wird dieser Mensch, der an die Überlegenheit roher Gewalt und die Bedeutung maßloser Bereicherung glaubt, ein Anhänger und Bewunderer desjenigen bleiben, der diese beiden Prinzipien verkörpert.


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Titel des Originals: Поклонник Путина: почему Дональд Трамп не отказывается от компромисса с Кремлем. Колонка Виталия Портникова. 17.10.2026.
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Trump torpediert das Graham-Gesetz | Vitaly Portnikov. 17.10.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat erwartungsgemäß die Umsetzung der im Graham-Gesetz vorgesehenen Sanktionen ausgesetzt.

Schon als dieses Gesetz verabschiedet wurde und sowohl in den ukrainischen als auch in den amerikanischen Medien Siegesfanfaren und Prognosen darüber zu hören waren, wie die sogenannten Höllensanktionen gegen Russland und seine Energiesponsoren die Lage verändern würden, musste ich erklären, dass dieses Gesetz bereits als Totgeburt verabschiedet worden war.

  • Erstens, weil völlig unklar war, wie die Vereinigten Staaten Sanktionen vor allem gegen ein Land wie die Volksrepublik China verhängen wollten, nachdem Donald Trump den Handelskrieg mit China bereits verloren hatte.
  • Zweitens war völlig unverständlich, wie die Vereinigten Staaten Zölle gegen ihre strategischen Verbündeten wie die Türkei verhängen wollten, zu denen auch die Ukraine selbst gute Beziehungen zu unterhalten versucht und dabei die Energiezusammenarbeit zwischen Ankara und Moskau geflissentlich übersieht.
  • Und drittens blieb Donald Trump jederzeit die Möglichkeit, solche Sanktionen entweder einzuführen oder dem Kongress mitzuteilen, dass sie nicht eingeführt würden, weil sie den nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten widersprächen.

Dabei legt Donald Trump selbst fest, worin diese nationalen Sicherheitsinteressen bestehen. Konsultationen mit den Kongressabgeordneten braucht er dafür nicht.

Derzeit wird vielfach darüber gesprochen, dass die Umsetzung des Gesetzes, das Zölle in Höhe von 500 Prozent auf russische Waren vorsah, die in die Vereinigten Staaten geliefert werden, auch den Bedingungen des jüngsten Dieselgeschäfts zwischen Trump und Putin widerspreche.

Die Ironie dieses Gesetzes besteht jedoch gerade darin, dass Donald Trump es auch ohne diese Vereinbarungen zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten aufgeschoben hätte. Denn in seiner praktischen Anwendung ist es ein Gesetz, dessen Umsetzung sich weder Donald Trump selbst noch irgendein anderer amerikanischer Präsident leisten könnte, der sich der Probleme bewusst ist, die beispielsweise mit der gegenseitigen Abhängigkeit der amerikanischen und der chinesischen Wirtschaft zusammenhängen.

Deshalb hatten jene Demokraten recht, die gegen dieses Gesetz stimmten und betonten, dass es ausschließlich ein Instrument sein würde, das Donald Trump unter Berufung auf die Bestimmungen des Graham-Gesetzes nur gegen jene Länder einsetzen könnte, mit denen er einen Handelskrieg beginnen wollte und die in irgendeiner Weise unter dieses Gesetz fallen würden. Sie beteiligten sich somit nicht an einer Inszenierung, die vor den Kongresswahlen die Entschlossenheit des amerikanischen Präsidenten demonstrieren sollte, aber nichts mit tatsächlichen Druckmitteln gegen die Russische Föderation und ihre Verbündeten zu tun hatte.

Das Paradoxe daran ist, dass Trump nun, statt vor den Kongresswahlen weiterhin Entschlossenheit zu demonstrieren, nach Wegen sucht, sich mit Putin zu verständigen. Doch all das sind Wahlkampfverrenkungen, die auch damit zusammenhängen, dass es für Donald Trump derzeit wichtig ist, die Dieselpreise an den amerikanischen Tankstellen wenigstens irgendwie zu senken. Und er glaubt weiterhin, dass diese Preissenkung den Republikanern zumindest einige zusätzliche Chancen im Kampf um die Sitze im Kongress verschaffen könnte. Und natürlich – wie könnte es anders sein – würde sie den Personen und Unternehmen, die an den Energievereinbarungen zwischen Trump und Putin beteiligt sind, ermöglichen, sich zu bereichern.

Und was ist mit dem Kongress? Nun, im Kongress wurde jetzt ein neuer Gesetzentwurf eingebracht, der verhindern soll, dass der Präsident der Vereinigten Staaten mit Putin Handel mit Energieträgern betreibt. Als ob das frühere Gesetz, das der Kongress bereits 2022 verabschiedet hatte, um einen solchen Handel zu unterbinden, nicht ausreichen würde.

Das Paradoxe an der Situation ist jedoch, dass das Gesetz von 2022 in Kraft ist, während der Gesetzentwurf, den eine Gruppe von Republikanern und Demokraten jetzt in den Kongress eingebracht hat, ebenfalls eine Wahlkampfaktion ist, die mit einer tatsächlichen Umsetzung nichts zu tun hat. Selbst wenn ein solches Gesetz tatsächlich vom Repräsentantenhaus verabschiedet werden sollte, möchte ich daran erinnern, dass dafür entweder der mit Trump verbundene Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, den Entwurf auf die Tagesordnung setzen müsste oder eine ausreichende Zahl von Stimmen zusammenkommen müsste, um den Sprecher zu umgehen. Und das ist ein langwieriger Prozess.

Selbst wenn ein solcher Gesetzentwurf ins Repräsentantenhaus gelangt und von der Mehrheit seiner Mitglieder angenommen wird, ist praktisch garantiert, dass der Vorsitzende der republikanischen Mehrheit im Senat, Senator Thune, diesen Gesetzentwurf einfach ignorieren und ihn den Senatoren nicht zur Abstimmung vorlegen wird. Genau das ist bereits mit dem Gesetz zur Unterstützung der Ukraine geschehen, das im Senat feststeckt und keinerlei Aussicht hat, zur Abstimmung gestellt zu werden.

Selbst wenn wir uns vorstellen, dass sich die neue Zusammensetzung des Kongresses für dieses Gesetz interessiert – und das unter der Voraussetzung, dass die Demokraten tatsächlich die Mehrheit im Senat gewinnen –, wird ebenfalls noch einige Zeit vergehen, bevor man sich mit diesem Gesetzentwurf befassen kann. Der neu gewählte Kongress wird seine Arbeit erst im nächsten Jahr aufnehmen. Somit wird Zeit benötigt, damit ein solcher Gesetzentwurf im Repräsentantenhaus verabschiedet werden kann und, falls die Demokraten im Senat die Mehrheit haben, der Vorsitzende dieser Mehrheit ihn den amerikanischen Senatoren zur Abstimmung vorlegt.

Und anschließend wird der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, erwartungsgemäß gegen jedes Gesetz sein Veto einlegen, das ihm nicht erlaubt, selbst über Fragen der Energiezusammenarbeit mit der Russischen Föderation zu entscheiden. Dann müsste der Kongress, wie es bereits während Donald Trumps erster Amtszeit der Fall war, das Veto des Staatsoberhauptes überstimmen. Das dürfte angesichts der Kräfteverhältnisse im amerikanischen Kongress selbst bei einem Sieg der Demokraten nicht einfach werden.

Deshalb sollten diejenigen, die auf schnelle Veränderungen und Gesetzentwürfe mit klangvollen Namen hoffen, sich vor allem diese politischen Realitäten bewusst machen, unter denen die Vereinigten Staaten, wie ich sagen würde, seit ihrer gesamten Existenz leben und unter denen sie auch in einer Zeit einer derart gefährlichen Zuspitzung der Weltlage weiterleben werden, wie wir sie alle beobachten und in der wir uns heute selbst befinden.

Natürlich lässt sich eine Situation nicht ausschließen, in der der Kongress bestimmte für die Ukraine wichtige Gesetzentwürfe gegen solche eintauscht, die die Regierung benötigt. Allerdings halte ich eine Situation heftiger Konfrontation zwischen der Präsidialverwaltung und dem Kongress, in der beide Seiten gegenseitig ihre Initiativen blockieren, für die wesentlich realistischere Entwicklung während der kommenden zwei Jahre, die Donald Trump noch im Oval Office verbringen wird.

Deshalb wird man einfach abwarten müssen, wie sich die Ereignisse im Jahr 2027 entwickeln, um zu verstehen, wie die Vereinigten Staaten der Ukraine im Krieg gegen die Russische Föderation helfen können, nachdem der neu gewählte amerikanische Kongress seine Arbeit aufgenommen hat. Wichtig ist, dass wir uns in dieser Hinsicht keinen überflüssigen Illusionen hingeben, um später nicht enttäuscht zu werden – so, wie es buchstäblich vor unseren Augen mit dem berühmten Graham-Gesetz geschehen ist, in das so viele illusorische und völlig unbegründete Hoffnungen gesetzt wurden.


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Titel des Originals: Трамп торпедував закон Грема | Віталій
Портников. 17.10.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 17.10.2026.
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