Zelensky ist heute in Brüssel aufgetreten, hat auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten beantwortet und dabei eine ganze Reihe wichtiger Aussagen gemacht, auf die es sich näher einzugehen lohnt.
Die erste dieser Aussagen betrifft die Ziele des russischen Machthabers Putin im Krieg gegen die Ukraine. Zelensky erklärt, dass Putin sich nicht mit dem Donbas zufriedengeben werde, sondern versuche, die Ukraine als solche zu vernichten. Und sollte er dieses Ziel erreichen, wäre ganz Europa unmittelbar bedroht, denn der Appetit des Aggressors würde natürlich weiter wachsen. Genau deshalb wendet sich Zelensky an die europäischen Partner mit der Bitte, die Lieferungen von Luftabwehrsystemen zu erhöhen, um die russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur zu stoppen.
Zugleich beziffert er die Kosten des Krieges für das kommende Jahr 2027 auf 155 Milliarden Euro und schlägt vor, der Ukraine 70 Milliarden Euro aus dieser Gesamtsumme zur Verfügung zu stellen. Er betont, dass der Druck auf Russland dadurch wesentlich größer würde. So könnte beispielsweise die Produktion von Drohnen gesteigert werden, die die wirtschaftliche Infrastruktur der Russischen Föderation zerstören, ihre Ölraffinerien und andere für Putin wichtige Einrichtungen der russischen Wirtschaft angreifen könnten. Und das ist tatsächlich der einzige Weg zum Frieden. Denn eine diplomatische Lösung des russisch-ukrainischen Krieges hat es angesichts der tatsächlichen Ziele des russischen Präsidenten, der russischen Armee und des russischen Volkes nie gegeben, es gibt sie nicht, und es wird sie auch in absehbarer Zukunft nicht geben, solange das russische Volk seine Haltung gegenüber der bloßen Existenz der Ukraine und des ukrainischen Staates nicht ändert.
Gleichzeitig zeigt Zelensky auch seine Bereitschaft zu Kompromissen. So erklärte er, dass er bereit sei, die Angriffe auf die Ölraffinerie-Infrastruktur der Russischen Föderation einzustellen, über die der amerikanische Präsident Donald Trump ständig spricht – vorausgesetzt, die Ukraine erhält eine ausreichende Zahl von Abfangraketen für das Patriot-Luftabwehrsystem, um sich gegen die menschenvernichtenden russischen Angriffe zu schützen.
Meiner Meinung nach werden die Vereinigten Staaten auf einen solchen Kompromiss kaum eingehen, und zwar aus einem einfachen Grund. Trump ist sich bewusst, dass die ukrainischen Angriffe auf den russischen Öl- und Gaskomplex keinerlei Einfluss auf die Öl- oder Gaspreise auf dem Weltmarkt haben. Denn diese Preise hängen mit dem Fiasko des amerikanischen Präsidenten im Krieg gegen den Iran und mit der faktischen Kontrolle Teherans über die Straße von Hormus zusammen. Daher ist es für Trump höchstwahrscheinlich wichtig, Zelensky als Sündenbock zu haben. Übrigens wurde diese Frage auch auf der Pressekonferenz des ukrainischen Präsidenten gestellt. Zelensky verzichtete jedoch darauf, sie mit Worten zu beantworten, und beschränkte sich auf ein Lächeln, das den Journalisten deutlich machte, was er tatsächlich von den Bemerkungen seines amerikanischen Amtskollegen hält.
Was Trumps Bemerkungen betrifft, so versuchte Zelensky übrigens, nicht persönlich darauf zu reagieren. Er sagte in Brüssel, dass es für ihn wesentlich leichter sei, mit Trump zu verhandeln als mit Putin. Damit reagierte er auf die Worte des amerikanischen Präsidenten, der inzwischen behauptet, es falle ihm wesentlich leichter, mit Putin zu verhandeln als mit Zelensky. Gleichzeitig versäumte es der ukrainische Präsident nicht, zu betonen, dass die Lage auf dem weltweiten Dieselmarkt nicht von den ukrainischen Angriffen abhänge, was dem amerikanischen Präsidenten kaum gefallen dürfte. Außerdem wandte er sich direkt an das amerikanische Volk und sprach über jene Werte, die die Vereinigten Staaten und die Bürger dieses großen Landes seit Jahrhunderten prägen.
„Das amerikanische Volk wird noch sein Wort sprechen“, betonte Volodymyr Zelensky. Und man kann sich vorstellen, wie Trump und andere ultrarechte und prorussisch eingestellte Politiker und Geschäftsleute der Vereinigten Staaten auf diese berechtigten Worte reagieren könnten. Denn sie können als Signal verstanden werden, dass die Herrschaft über die Gedanken einer riesigen Zahl amerikanischer Wähler, die Trump und seine Mitstreiter dazu gebracht haben, sich von den traditionellen Idealen und Werten der Vereinigten Staaten abzuwenden, mit einem Fiasko für diejenigen enden könnte, die sich an diesen Werten der freien Welt vergriffen haben.
Der ukrainische Präsident sprach auch darüber, wie sich die Lage im russisch-ukrainischen Krieg und im russisch-amerikanischen Dialog weiterentwickeln dürfte. Er erinnerte daran, dass Putin auf sämtliche Vorschläge im Zusammenhang mit Verhandlungen lediglich mit einer Intensivierung seiner Angriffe auf die Ukraine reagiere. Und er erinnerte daran, dass an einem einzigen Tag Tausende Drohnen am ukrainischen Himmel aufgetaucht seien. Auch das ist ein unübersehbarer Hinweis auf die tatsächlichen Absichten des russischen Präsidenten, selbst wenn man diese wahren Absichten in Washington nicht zur Kenntnis nehmen will.
Einerseits kann man also durchaus davon ausgehen, dass der ukrainische Präsident versuchte, eine offene Konfrontation mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zu vermeiden. Andererseits äußerte er sich in einer Weise, die Trump und seinem engsten Umfeld kaum gefallen dürfte. Allerdings gibt es inzwischen auch innerhalb dieses Umfelds Meinungsverschiedenheiten darüber, wie man künftig auf die Entwicklungen im russisch-ukrainischen Krieg reagieren soll.
Wir verstehen allerdings sehr gut, dass Trump seine Entscheidungen nicht davon abhängig macht, ob sich jemand wohlwollend oder mit wenig Sympathie über ihn geäußert hat, sondern ausschließlich davon, was er im jeweiligen Moment für seine eigenen Interessen hält. Und wenn man in Trumps engstem Umfeld der Ansicht ist, dass die Angelegenheit um die Aktien des Unternehmens Lukoil für diesen inneren Kreis und den amerikanischen Präsidenten selbst Vorrang hat, dann müssen wir uns natürlich darüber im Klaren sein, dass Donald Trump der russisch-ukrainische Krieg und die gegenwärtige Lage in der Ukraine völlig gleichgültig sind. Denn all das bedeutet ihm nichts im Vergleich zu seinem Traum von dem Geld, das er verdienen könnte, wenn er weiterhin mit dem russischen Machthaber Putin über verschiedene Energieverträge verhandelt.
Und Putin hat bereits erkannt, dass er Trump mit seinen Energieversprechen am Haken halten und den amerikanischen Präsidenten so einsetzen kann, wie es die russischen Geheimdienste für ihre Zwecke brauchen. Diese haben aus dieser Perspektive bereits eine regelrechte mentale Kontrolle über das Weiße Haus erlangt – allein mithilfe von Geldversprechen.
Stellen wir uns vor, dass es Trump oder Witkoff tatsächlich gelingt, durch die Zusammenarbeit mit dem Kreml beträchtliche Vermögen anzuhäufen. Doch die ukrainischen Angriffe könnten das Interesse der amerikanischen Führung an solchen Gewinnen bis zu einem gewissen Grad verringern. Und meiner Meinung nach hat sich heute, ausgerechnet am Tag von Volodymyr Zelenskys Auftritt in Brüssel, ein historisches Ereignis zugetragen: Ukrainische Drohnen sind bereits bis nach Surgut vorgedrungen und haben eine der wichtigsten Industrieanlagen dieser Stadt getroffen, die sich bekanntlich im Zentrum der russischen Erdölförderindustrie befindet.
Der Gouverneur des Autonomen Kreises, Ruslan Kucharuk, der gerade seine Hochzeit mit der Tochter des berüchtigten Filmregisseurs und Propagandisten Nikita Michalkow feiert und auf diese Weise versucht, Zugang zu den höchsten Kreisen der Elite der Russischen Föderation zu finden, musste einräumen, dass in der Anlage ein Brand ausgebrochen ist. Diese trägt ironischerweise den Namen des ehemaligen russischen Ministerpräsidenten und früheren russischen Botschafters in der Ukraine, Viktor Tschernomyrdin. Und wir wollen hoffen, dass auch dieses Werk in die Liste jener russischen Betriebe aufgenommen werden kann, die infolge ukrainischer Angriffe ihren Betrieb einstellen.
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der vollständige Zusammenbruch der Erdöl- und Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation, verbunden mit der Unmöglichkeit, diese Industrie in absehbarer Zukunft wiederaufzubauen, das mit Abstand wirksamste Mittel wäre, um sowohl auf Trump als auch auf Putin Einfluss zu nehmen. Diese blutige Tankstelle muss für immer geschlossen werden.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Виступ Зеленського у Брюсселі: головне | Віталій Портников. 16.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:16.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Vor dem Hintergrund der Verschärfung der amerikanisch-ukrainischen Beziehungen nach dem Dieselgeschäft zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, hat Donald Trump in seinem Interview mit dem Fernsehsender Newsmax den ukrainischen Präsidenten erneut scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, den Krieg mit Russland nicht beenden zu wollen.
Man kann sagen, dass dies eine weitere Runde von Trumps Vorwürfen gegen Zelensky ist, in der alles enthalten ist, was wir bereits bei früheren Äußerungen des amerikanischen Präsidenten über den ukrainischen Präsidenten gehört haben. Dass Volodymyr Zelensky keinen Frieden mit Russland aushandeln wolle. Dass die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation eine regelrechte Schande seien, weil sie nur dazu beitrügen, die Ölpreise weltweit in die Höhe zu treiben. Und sogar, dass die Ukrainer selbst Zelensky vorwerfen würden, er habe die heutige Situation im Land herbeigeführt. Dabei beruft sich Trump auf ein Interview mit irgendeiner Frau, das er angeblich im Fernsehen gesehen hat.
Viele glauben, dass es sich bei dieser Frau um Zelenskys ehemalige Pressesprecherin handeln könnte, die berüchtigte Julia Mendel, die dafür bekannt ist, auf westlichen Fernsehsendern, vor allem solchen, die mit ultrarechten politischen Strömungen verbunden sind, hartnäckig russische Propagandanarrative zu verbreiten. Es könnte sich aber auch um irgendein beliebiges Interview handeln. Und vor allem könnte Trump jede beliebige Information erfunden haben, die er für seinen Auftritt im Fernsehen brauchte.
Aber meiner Meinung nach sollten wir, wenn wir darüber sprechen, was Trumps Äußerungen zeigen, vor allem nicht darauf achten, was er über Zelensky sagt, sondern darauf, was er über Putin nicht sagt. Der amerikanische Präsident hat in diesem Interview erneut die ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation erwähnt, aber mit keinem einzigen Wort die russischen Angriffe auf Wohnviertel in Kyiv und anderen ukrainischen Städten, die russischen Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine oder den Wunsch des russischen Präsidenten, auf dessen Bekanntschaft Trump so stolz ist, die Ukraine erfrieren zu lassen. Überhaupt kein einziges Wort der Verurteilung Putins haben wir von Trump in diesem Interview gehört, ebenso wenig wie in vielen seiner früheren Äußerungen. Und genau das macht den amerikanischen Präsidenten zumindest zu einem propagandistischen Komplizen des russischen Präsidenten.
Ganz zu schweigen davon, dass zahlreiche Behauptungen Trumps, wie es bei seinen Fernsehauftritten immer wieder der Fall ist, schlicht nicht der Wirklichkeit entsprechen. Die ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation wirken sich praktisch überhaupt nicht auf die Ölpreise aus. Diese hängen vielmehr mit dem Fiasko des amerikanischen Präsidenten in seinem Krieg gegen den Iran zusammen, mit Trumps Unfähigkeit, die Möglichkeit einer iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus vorauszusehen, und mit Trumps Unfähigkeit, dieses Problem zu lösen – sowohl vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten, deren Ergebnisse der amerikanische Präsident so sehr fürchtet, als auch nach diesen Wahlen. Man kann sagen, dass nicht nur Trump, sondern die Vereinigten Staaten in eine regelrechte wirtschaftliche Falle geraten sind, aus der sie möglicherweise noch lange nicht herauskommen werden. Das wird sich auf den Wohlstand dieses Landes und natürlich auf sein geopolitisches Gewicht auswirken. Die Feinde der Vereinigten Staaten, die Feinde der Demokratie, haben ein Instrument zur Einflussnahme gefunden. Aber dafür sollte man ganz sicher nicht Zelensky verantwortlich machen.
Wir kennen den Menschen, der unmittelbar dafür verantwortlich ist. Es ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Und ja, das ist eine regelrechte geopolitische Katastrophe, deren Zeugen wir alle sind und die sich auf die Möglichkeiten der Ukraine im Krieg gegen einen grausamen Aggressor auswirkt, der darüber hinaus auch ein Verbündeter des Iran ist. Aber auch das erwähnt Trump niemals. Und wenn er direkt nach den Verbindungen Russlands und Chinas zum Iran und einer möglichen Unterstützung Teherans durch Moskau und Peking gefragt wird – was auf einem so unterwürfigen Sender wie Newsmax natürlich nicht geschehen wird –, lässt er diese Fragen einfach unbeantwortet oder sagt, dass er nicht an eine solche mögliche Unterstützung glaube. Nun, den Behauptungen von Julia Mendel oder irgendeiner anderen Propagandistin, die Zelensky die Schuld gibt und Putin nicht, glaubt er. Aber an die offensichtlichen Tatsachen, die vom russischen Präsidenten Putin und anderen russischen Beamten im Grunde selbst verkündet werden, nämlich ihre Unterstützung für den Iran, glaubt er nicht. Jeder glaubt das, was ihm gelegen kommt, besonders wenn es sich um einen Menschen wie Trump handelt.
Und diese Behauptungen des amerikanischen Präsidenten erinnern im Grunde an das, worüber ich bereits mehrfach gesprochen habe, als ich frühere Äußerungen Trumps kommentierte. Wir befinden uns in einer Situation heftiger politischer Turbulenzen, die mit Trumps tatsächlichen Befürchtungen darüber zusammenhängen, was nach den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress geschehen könnte, falls es den Demokraten gelingt, die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückzugewinnen, und insbesondere, falls es den Demokraten gelingt, die Kontrolle über den Senat zurückzugewinnen. Denn nur Trump selbst kann wissen, welche vernichtenden Informationen die Untersuchungsausschüsse im Kongress erhalten werden, wenn sie eingesetzt werden und die Tätigkeit des amerikanischen Präsidenten und seines engsten Umfelds in der Zeit nach Trumps Rückkehr ins Oval Office untersuchen. Und wie viele weitere sensationelle Enthüllungen die beunruhigte Welt im Zuge dieser Untersuchungen noch erfahren wird.
Und Trump versucht mit aller Kraft, dies zu verhindern und noch vor den Zwischenwahlen viele andere für ihn wichtige Probleme zu lösen, insbesondere solche, die mit seinen besonderen Beziehungen zu Putin zusammenhängen. Genau deshalb befinden wir uns in einer Situation politischer Turbulenzen. Genau deshalb versucht Trump, das Unerreichbare zu erreichen: beispielsweise die Kapitulation der Ukraine vor Russland zu russischen Bedingungen, ohne auch nur zu begreifen, dass der Präsident der Russischen Föderation keine Kapitulation, sondern die Vernichtung des Nachbarstaates will. Und er benutzt Trump einfach dazu, diesen Vernichtungsprozess mit geringeren Verlusten durchzuführen, als sie derzeit entstehen, wenn die Infrastruktur des Aggressorstaates angegriffen wird, das Trump als ein Land betrachtet, das den Krieg unbedingt gewinnen muss.
Denn auch darüber spricht der amerikanische Präsident in seinem Interview mit dem ultrarechten amerikanischen Fernsehsender, wenn er betont, dass Russland mehr Menschen und Ressourcen habe als die Ukraine und dass die Ukraine schon deshalb offenbar vor der Russischen Föderation zu den Bedingungen seines Partners Putin kapitulieren müsse. Aber auch das haben wir von Donald Trump buchstäblich seit den ersten Tagen nach seiner Rückkehr ins Oval Office gehört, wohin er zurückgekehrt ist, um völlig neue Ziele und Werte in der Politik der Vereinigten Staaten von Amerika zu verkünden.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Трамп наїхав на Зеленського | Віталій Портников. 16.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:16.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky droht damit, die Angriffe auf die Ölraffineriender Russischen Föderation nach einer dreitägigenPause wieder aufzunehmen, die mit der Erklärung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu einem Energiewaffenstillstand zusammenhing.
Wir alle haben deutlich gesehen, was während dieses Energiewaffenstillstands geschah. Die Ukraine verzichtete auf Angriffe gegen die Ölraffinerieinfrastruktur der Russischen Föderation, während Russland weiterhin systematisch die Energieinfrastruktur der Ukraine zerstörte. Wir wissen nicht, was Donald Trump unter einem Energiewaffenstillstand verstand, aber wir verstehen sehr gut, was der Präsident der Russischen Föderation darunter versteht, der sich kürzlich mit seinem amerikanischen Amtskollegen über die Lieferung russischen Dieselkraftstoffs und die sechsmonatige Aufhebung der Energiesanktionen gegen die Russische Föderation geeinigt hat, damit Russland wieder Zugang zum legalen Weltmarkt für Energieressourcen erhält. Gemeint ist ein Verbot für die Ukraine, die Ölraffinerien der Russischen Föderation anzugreifen. Russland kann im Gegenzug ebenfalls darauf verzichten, die Ölraffinerien der Ukraine anzugreifen, die es bereits im fernen Jahr 2022 zerstört hat, als im Kreml die endgültige Entscheidung getroffen wurde, die ukrainische Staatlichkeit und das ukrainische Volk selbst zu vernichten.
Somit ist Putin mit dem, was geschieht, vollkommen zufrieden. Es kann auch Trump zufriedenstellen, der seit mehreren Monaten an den Erhalt des Ölraffineriesektors der Russischen Föderation denkt und den ukrainischen Präsidenten davon zu überzeugen versucht, die Zerstörung dieses wichtigsten Vermögenswerts der russischen Wirtschaft einzustellen. Aber das kann offensichtlich weder Zelensky noch die Ukrainer zufriedenstellen, die sehen, dass Russland weiterhin darauf hofft, unseren Staat in den kommenden Monaten oder Jahren dieses endlosen Krieges zu vernichten.
Die europäischen Staats- und Regierungschefs, mit denen Zelensky sich in diesen Tagen berät und trifft – morgen wird gerade ein Treffen in größerer Runde mit den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten der Europäischen Union stattfinden –, unterstützen im Großen und Ganzen die Angriffe auf die Ölraffinerieinfrastruktur der Russischen Föderation. Sie hoffen, die russische Wirtschaft so weit zu schwächen, dass Russland in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein wird, einen großen Krieg in Europa zu beginnen, der im Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation offensichtlich bereits geplant ist. Gleichzeitig versuchen diese europäischen Staats- und Regierungschefs, wie man verstehen kann, Volodymyr Zelensky von einer weiteren persönlichen Konfrontation mit Donald Trump und von emotionalen Äußerungen gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und seine engsten Vertrauten abzuhalten.
In den letzten Tagen hält Zelensky seine Emotionen nicht zurück. Er sagt, dass er sich nach dem Geschäft zwischen Trump und Putin, natürlich einem schändlichen Geschäft, verraten gefühlt habe. Und aus dieser Sicht ist er der Meinung, dass ein Land, das sich selbst zum neutralen Vermittler erklärt hat, sich nicht auf die falsche Seite stellen dürfe. Aber wiederum wissen wir nicht, was der Präsident der Vereinigten Staaten selbst für die richtige oder falsche Seite hält. Seine politischen Maßstäbe haben sich bekanntlich wiederholt ganz anders gezeigt, als wir uns die Prioritäten des Präsidenten des größten demokratischen Landes der heutigen Welt wünschen würden.
Die Krise verschärft sich also. Gleichzeitig sehen wir, dass Donald Trump bislang keine Eile zeigt, Volodymyr Zelensky zu antworten. Möglicherweise ist er der Ansicht, dass eine derart offene Auseinandersetzung zwischen den Präsidenten den Wahlchancen der Republikaner schaden würde, und zwar in einer Situation, in der die überwältigende Mehrheit sowohl der republikanischen als auch der demokratischen Wähler die Ukraine in unserer Konfrontation mit der Russischen Föderation weiterhin unterstützt. Und was am wichtigsten ist: Die UnterstützungfürdieUkraine ist auch unter jenen Wählern verbreitet, die noch unentschlossen sind. Von ihnen wird weniger die Entscheidung über die Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus abhängen. Dort gilt ein Sieg der Demokraten für fast alle bereits vor Beginn der Wahlen als sicher. Vielmehr geht es um den für Trump wichtigsten Punkt: die Möglichkeit, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Senat behalten, was sich, wie wir verstehen, auf den weiteren Verlauf der Präsidentschaft Donald Trumps auswirken wird. Sollte es den Demokraten gelingen, sowohl die Kontrolle über das Repräsentantenhaus als auch über den Senat zu gewinnen, werden sie den 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten endgültig zu einer lahmen Ente machen, die nicht einmal mehr Einfluss auf den Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei nehmen kann. Denn jeder ernsthafte potenzielle Präsident wird versuchen, sich nicht mit Trumps zweifelhaftem Erbe und dem Trumpismus in Verbindung bringen zu lassen.
All das sind innenpolitische amerikanischeMachenschaften, die auf die eine oder andere Weise die Haltung Donald Trumps und anderer amerikanischer Politiker zum russisch-ukrainischen Krieg und zu ihrer eigenen Rolle in diesem Krieg beeinflussen. Sehen Sie sich an, was nach dem berühmten Skandal im Oval Office geschah. Weder Donald Trump noch andere amerikanische Beamte nahmen damals ein Blatt vor den Mund, wenn es darum ging, Volodymyr Zelensky zu charakterisieren und dem ukrainischen Präsidenten zu raten, sich gegenüber dem Präsidenten der Vereinigten Staaten höflicher zu verhalten. Auch dass Amerika die Ukraine durch die Einstellung der Unterstützung für unser Land bestrafen könnte, wurde praktisch von niemandem verheimlicht. In dieser Situation wurde buchstäblich am Tag nach dem Konflikt zwischen Trump und Zelensky, erinnern Sie sich daran, auch die Entscheidung getroffen, den Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine einzustellen. Auch die Waffenlieferungen wurden faktisch gestoppt, die uns die Vereinigten Staaten damals gemäß dem Unterstützungsgesetz für die Ukraine zur Verfügung stellten, das der amerikanische Kongress noch zu der Zeit verabschiedet hatte, als Joseph Biden Präsident der Vereinigten Staaten war.
Jetzt, wo wir mit offensichtlichen Versuchen konfrontiert sind, uns Geheimdienstinformationen nicht in dem erforderlichen Umfang zur Verfügung zu stellen, was natürlich verhindert, rechtzeitig von Abschüssen ballistischer Raketen zu erfahren, und jetzt, wo die Geschwindigkeit der militärischen Version von Starlink gedrosselt wird, übernehmen weder Donald Trump noch ein anderer, man könnte sagen, wichtiger Vertreter des ultrarechten politischen Lagers in den Vereinigten Staaten von Amerika, Elon Musk, die Verantwortung für das, was geschieht. Sie versuchen, die Verantwortung gegenseitig aufeinander abzuwälzen. Sie erklären, dass es keinerlei offizielle Entscheidungen gegeben habe.
Das heißt, faktisch geht es nicht um eine Erklärung des politischen Willens, sondern um Sabotage, zu der sich die Beteiligten nicht zu bekennen wagen. Und ich denke, dass wir erst nach dem Ende von Trumps Präsidentschaft und der Öffnung der Archive die Namen derjenigen erfahren werden, die diese oder jene geheimen Befehle erteilten, weil sie deren öffentliche Bekanntmachung und die Reaktion der Öffentlichkeit darauf fürchteten. Ich halte das bereits für einen Fortschritt in dieser Situation. Aber offensichtlich schließt das nicht die Notwendigkeit aus, den Dialog mit Washington fortzusetzen, selbst in einer Situation, in der Trump eindeutig eine Verständigung mit seinem russischen Amtskollegen anstrebt.
Im Grunde verstehe ich nicht, was daran jetzt so sensationell sein soll. Trump hat seit dem ersten Tag seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten, schon während seiner ersten Amtszeit, seine besonderen SympathienfürPutin ebenso wenig verborgen wie für andere autoritäre Staatschefs dieser Welt. Und da Putin sich in diesen zehn Jahren von einem autoritären Staatschef zu einem totalitären Diktator entwickelt hat, ist es offensichtlich, dass sein Ansehen in Trumps Augen auf eine Höhe gestiegen ist, die für niemanden sonst in der heutigen Weltpolitik erreichbar ist. Deshalb applaudierte Trump dem Kriegsverbrecher auf dem Flugplatz in Anchorage. Deshalb bezeichnete er Putin am 24. Februar 2022 als Genie. Putins politischer Stil ist genau jener Stil, den Donald Trump gern zu seinem eigenen Lebensstil machen würde. Nur wurde er zu seinem Unglück im falschen Land geboren. Sonst wäre ihm vielleicht alles gelungen. Sobald also klar wurde, dass eine Einigung mit Putin in greifbare Nähe rückte, auch wenn das vielleicht nur eine Illusion war, spielte Trump sein Spiel mit dem Diesel.
Aber darüber hinaus muss man verstehen, was Putin tatsächlich anstrebt. Die New York Times beschreibt heute im Grunde, wie sein neuer PlanzurVernichtungderUkraine aussieht. In einer Situation, in der die russischen Truppen im Donbas feststecken, in der es keine spürbaren militärischen Erfolge gibt und in der das ukrainische Volk keinerlei Bereitschaft zeigt, auf seine Staatlichkeit zu verzichten, beschreitet Putin einen Weg, den man immer gewählt hat, wenn die militärischen Erfolge zu wünschen übrig ließen: die Bombardierung großer Städte, die Zerstörung ihrer Infrastruktur, der Entzug normaler Überlebensmöglichkeiten für die Bevölkerung, verbunden mit der Forderung, dass gerade diese Bevölkerung zur entscheidenden treibenden Kraft der Kapitulation und des Zusammenbruchs werden soll, die den feindlichen Staat vernichtet und ihn bereits in den kommenden Monaten der Jahre 2026 und 2027 in Trümmer verwandelt. Kyiv, Odessa und Charkiw sollen zu unbewohnbaren Gebieten werden, und ihre Bevölkerung soll auf die Straßen gehen und die Kapitulation der Ukraine vor Russland, die Abschaffung der ukrainischen Staatlichkeit und den Anschluss dieser Gebiete an die Russische Föderation fordern, die ihnen Leben und Schutz gewährleisten werde. Das ist Putins Plan, ein vollkommen verständlicher, konsequenter Maßnahmenplan, der im Sicherheitsrat der Russischen Föderation gebilligt wurde. Zweifeln Sie nicht einmal daran. Und der Dialog mit Trump ist Teil dieses Plans.
„Wenn wir beschließen, dass wir die Sache mit der Ukraine bereits im Dezember bis Februar 2026/2027 beenden, wenn schon im März 2027 die Entscheidung getroffen wird, die ehemaligen Gebiete der Ukraine als Föderationssubjekte in die Russische Föderation einzugliedern, wenn bereits im Mai 2027 die russische Armee von Uschhorod aus die europäischen Länder bedrohen wird, warum zum Teufel verlieren wir dann unsere Ölindustrie? Warum sollten wir sie verlieren, wenn die Ukraine doch schon in unserer putinschen Tasche steckt? Deshalb rufen wir Trump an und sagen ihm ganz klar: ‚Donald, mit der Ukraine ist es vorbei. In wenigen Monaten wird dieses Gebiet russisch sein. Während du noch Kanada annektieren willst, annektiere ich bereits die Ukraine. Du Trottel! Bitte, wenn du eine normale wirtschaftliche Zusammenarbeit mit mir, dem Herrscher Eurasiens, willst, dann rette meine Ölraffinerieindustrie. Sonst könnte es passieren, Donald, dass ich die Ukraine erobere, aber nichts mehr habe, womit ich mit dir Handel treiben kann, weil meine Ölraffinerien von den verrückten Ukrainern zerstört worden sind, bevor ich sie endgültig vernichtet habe. Also bitte, solange ich die Ukraine zur Kapitulation zwingen und ihre Bevölkerung vernichten, ihre Frauen und Kinder töten und sie zwingen werde, entweder meine Gebiete zu verlassen oder zu akzeptieren, dass sie Russen sind, bewahre den wichtigsten Vermögenswert Russlands, die Ölraffinerieindustrie. Sie wird uns beiden noch nützlich sein, zumal du Lukoil-Aktien haben willst.‘“
Das ist der Kern dessen, was geschieht. Mehr steckt dahinter nicht. Denn wir verstehen doch sehr gut, dass in Wirklichkeit keine Lieferungen von 300 Tonnen Dieselkraftstoff, darüber haben wir schon mehrfach gesprochen, dazu führen werden, dass sich die Preise an den Tankstellen in den Vereinigten Staaten wesentlich verändern. Das werden sie nicht, zumal dieser Dieselkraftstoff selbst gar nicht an die Vereinigten Staaten von Amerika verkauft werden darf. Das wird sich nicht positiv auf die Chancen der Republikaner im Repräsentantenhaus und im Senat auswirken. Mehr noch, Sie sehen, dass sich jetzt zahlreiche republikanische Kongressabgeordnete gemeinsam mit den Demokraten gegen Trump stellen und an einer Gesetzgebung arbeiten, die Trump und seinem Unternehmen den Kauf russischer Energieträger erneut verbieten soll. Obwohl es bereits zwei Gesetze gibt, die dies ausdrücklich untersagen, und eines davon sogar Sanktionen gegen Länder vorsieht, die russische Energieträger kaufen. Übrigens war in der ersten Fassung des Gesetzes von Lindsey Graham überhaupt von Zöllen gegen alle Länder die Rede, die russische Energieträger kaufen. Gegen alle. Erst später kamen die fünf größten Abnehmer hinzu. Stellen wir uns also vor, das Graham-Gesetz wäre in seiner ersten Fassung verabschiedet worden, die im Senat diskutiert wurde. Was hätte Donald Trump dann tun müssen? Sanktionen gegen sich selbst verhängen? Das nur zur Erinnerung an diese Situation.
Jedenfalls ist, wie wir beide sehr gut verstehen, für die Ukraine jetzt das Wichtigste, diesem gemeinsamen Druck standzuhalten. Es gibt also mehrere besonders wichtigeAufgaben.
AufgabeNummereins sind der Winter und die Städte. Kyiv, Odessa, Charkiw, Dnipro.
Wir müssen verstehen, dass dies die vier wichtigsten Ziele sein werden, um diese Gebiete unbewohnbar zu machen. Wir wissen nicht, ob das gelingen wird. Jeden Winter sprechen wir darüber, dass die Russische Föderation Pläne hat, den Winter zu nutzen, um der ukrainischen Staatlichkeit ein Ende zu setzen. Ich erinnere immer daran, dass Kyiv, Odessa, Charkiw und Dnipro noch nicht die gesamte Ukraine sind. Ja, das sind wichtige Städte für jeden von uns. Kyiv ist schließlich meine Heimatstadt. Aber die Ukraine besteht nicht nur aus Kyiv, nicht nur aus Odessa und nicht nur aus Charkiw. Man muss sich entweder auf einen schweren Winter in diesen Städten vorbereiten oder darüber nachdenken, wie ein großer Teil der Bevölkerung dieser Städte den Winter außerhalb dieser Städte überstehen kann. Aber das ist eine staatliche Aufgabe und nicht einfach die Aufgabe eines einzelnen Menschen.
Denn man kann sich zwar vorstellen, dass einige Menschen für den Winter aus diesen Städten entweder in andere ukrainische Städte oder ins Ausland ziehen. Aber es gibt Menschen, die dazu körperlich nicht in der Lage sind. Die Aufgabe des Staates und der Gemeinden besteht darin, diese Menschen in diesem Winter und möglicherweise auch im nächsten Winter 2027/28 zu unterstützen, der nicht leichter sein muss als dieser. Denn wir stehen erst am Anfang eines wirklichen Krieges, der sowohl die Front als auch das Hinterland erfassen und für uns wie für die Russen noch viele lange, schwere Jahre dauern kann. Man sollte sich keine Illusionen machen.
Zweitens. Man muss sich allen Vorstellungen widersetzen, dass die Kapitulation der Ukraine ein Ausweg aus dieser Situation sei.
Erstens erinnere ich noch einmal daran, dass die Ukraine flächenmäßig das größte Land Europas ist und dass man diese territorialen Vorteile nutzen muss. Für die Ukraine ist es leichter, mit dem Druck fertigzuwerden, als für Belgien, Luxemburg oder beispielsweise Israel, dessen Fläche, sagen wir, ungefähr der Fläche des Gebiets Kyiv entspricht. Der überwiegende Teil der israelischen Bevölkerung lebt in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa, alles auf einem kleinen Gebiet. Düsengetriebene Shahed-Drohnen, die die Infrastruktur zerstören, können ein Land tatsächlich unbewohnbar machen. Das stimmt. Und wohin sollten die Israelis gehen, wenn die Städte nicht mehr funktionieren würden, falls so etwas geschähe? In die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Ägypten oder Jordanien? Sie verstehen doch, wovon wir sprechen. Hier aber gibt es glücklicherweise enorme territoriale Vorteile, und auch diese muss man nutzen.
Politisch muss man verstehen, dass es für die Ukrainer keine Kapitulation gibt. Es gibt keine Wahl zwischen Krieg und Kapitulation, sondern eine Wahl zwischen Widerstand und Vernichtung. Die russische Führung betrachtet die Ukrainer nicht als Menschen, sondern als Insekten, die vernichtet werden müssen, um die „angestammten Gebiete“ der Russischen Föderation freizumachen. Und das muss jeder verstehen.
DerdrittePunkt ist das, was gerade geschieht. Die Gespräche mit den europäischen Partnern über einen gemeinsamen Plan, um sowohl der russischen Aggression als auch der amerikanischen Dummheit und Gier entgegenzutreten.
Das ist wichtig. Die Europäer müssen begreifen, dass nach der Vernichtung der Ukraine – ich verwende nicht das Wort Kapitulation, sondern Vernichtung – sie selbst die nächsten Ziele der Expansion sein werden, weil Putin glauben wird, dass ihm nun alles erlaubt ist. Neue technologische Möglichkeiten der Kriegsführung könnten grundsätzlich die Chance eröffnen, einen großen Teil der an die Ukraine angrenzenden Gebiete zu zerstören, ohne dass Artikel 5 des NATO-Vertrags aktiviert wird. Zumal mich eines interessieren würde: Glaubt heute überhaupt noch jemand an Artikel 5 der NATO? Könnte Artikel 5 der NATO gegen Dieselkraftstoff eingetauscht werden? Aber leicht.
DernächstePunkt. Der Dialog mit den Vereinigten Staaten muss fortgesetzt werden.
Man muss sich an eine sehr wichtige Sache erinnern: Das amerikanische Volk, die amerikanische Gesellschaft steht auf der Seite der Ukraine. Donald Trump vertritt mit seinen Ansichten eine absolute Minderheit der Amerikaner. Auch wenn er Präsident der Vereinigten Staaten ist. Ja, es gibt Dinge, für die ihn ein großer Teil der Menschen unterstützt, obwohl er inzwischen der unpopulärste Präsident der amerikanischen Geschichte ist, zumindest in seiner zweiten Amtszeit. Seine Zustimmungswerte sind gesunken, sinken weiter und werden weiter sinken, selbst unter republikanischen Wählern, weil nichts von dem eingetreten ist, was man von Donald Trump erwartet hatte. Aber das bedeutet nicht, dass man mit der Regierung nicht sprechen sollte. Schließlich kann man auch darüber sprechen, welche Ziele für unsere Angriffe ebenfalls wichtig und überzeugend sein könnten, wenn der Dialog sich um die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation dreht. Die Zerstörung von Online-Marktplätzen, die Zerstörung von Rechenzentren, die Zerstörung von Industrieanlagen der Russischen Föderation, des militärisch-industriellen Komplexes und der Energieinfrastruktur außerhalb der Ölraffinerien, damit Städte wie Moskau und Petersburg in winterliche Finsternis versinken.
Wenn Donald Trump sagt, Zelensky könne alles angreifen, was er wolle, dann soll er eben angreifen. Wo liegt dann das Problem? Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten seinen Segen dazu gibt, Russland in eine Eiswüste zu verwandeln, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten nicht versteht, dass, wenn Russland zu einer Eiswüste wird, niemand mehr da sein wird, der in den Ölraffinerien arbeitet. Dann werden die Menschen andere Sorgen haben. Aber auch sein mangelndes Verständnis muss man zum Nutzen der Ukraine und zum Nachteil der Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten einsetzen. „Steht die Fabrik still? Sie steht still. Arbeitet sie nicht? Sie arbeitet nicht. Wo dürfen wir sonst noch nicht angreifen? Was sollen wir noch tun? Vereinbare mit deinem Freund Putin Frieden, Trump. Sonst werden deine Lukoil-Aktien zu nichts, zu wertlosen Papierfetzen.“ Aber trotzdem bin ich ein Befürworter eines solchen Dialogs. Und auch das muss man verstehen. Der Dialog muss dennoch realistisch sein. Ebenso wie das Verständnis der Ziele unserer Angriffe auf Russland.
Heute sehe ich eine Veröffentlichung von Simon Shuster in The Atlantic, der bekanntlich Zelenskys Biograf ist, ein schmeichelhaftes Buch über ihn geschrieben hat und offensichtlich gerade deshalb jemand ist, der mit Zelensky selbst und mit Menschen aus seinem Büro sprechen kann. Und dort habe ich folgende These gelesen: „Wir dachten, dass Russland infolge der ukrainischen Angriffe auf den Ölraffineriesektor der Russischen Föderation zusammenbrechen würde, aber es bricht nicht zusammen. Und dann werden wir, wenn sich die Amerikaner auf seine Seite stellen, mit ihnen über Frieden sprechen müssen.“
An diesem Abschnitt ist einfach alles bemerkenswert. Erstens kann ich überhaupt nicht verstehen, wer all diesen Menschen – ich verstehe ja, dass sich in der ukrainischen Regierung auch politisch unerfahrene Menschen befinden, die vielleicht nicht einmal fünf Bücher gelesen haben – in den Kopf setzt, dass Russland durch Angriffe auf Ölraffinerien zusammenbrechen müsste. Dass es überhaupt objektive Voraussetzungen für einen Zusammenbruch der russischen Staatlichkeit gäbe, wenn 80 Prozent der Bevölkerung der Russischen Föderation ethnische Russen sind, zwischen denen die Unterschiede geringer sind als zwischen ethnischen Ukrainern in der Ukraine. Wie um alles in der Welt kommt man darauf?
Natürlich können sich im Laufe der Jahre Voraussetzungen für eine politische Krise in der Russischen Föderation, für irgendwelche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und all das entwickeln. Aber wir müssen uns auf eine Situation einstellen, in der neben uns jahrzehntelang die größte Supermacht der heutigen Welt mit einer riesigen Menge an Atomwaffen existieren wird, wenn auch mit einer winzigen, zwergenhaften Wirtschaft, aber mit dem größten Staatsgebiet der Welt. Und wir müssen mit diesem Land als Nachbarn leben, statt zu glauben, dass es jeden Augenblick zusammenbricht. Sollte es aus irgendwelchen heute noch unbekannten Gründen zusammenbrechen, wäre das ein Bonus. Aber höchstwahrscheinlich wird es nicht zusammenbrechen, sondern putinistisch, vom Geheimdienst geprägt, aggressiv und auf die Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer ausgerichtet bleiben. So können die 2020er-, 2030er- und 2040er-Jahre vergehen. Das wäre so, als hätte man in Israel in den 1940er- oder 1950er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts geglaubt, dass Ägypten, der Irak und Syrien bald zusammenbrechen würden. Warum sollten sie?
Kurz gesagt, wir müssen lernen, nebendiesemRusslandzuüberleben. Das bedeutet, dass die Hauptaufgabe der Angriffe nicht darin bestehen darf, Russland zum Zusammenbruch zu bringen. Man darf nicht auf irgendwelche Experten hören, die nichts von Russland verstehen und lediglich von der Unwissenheit der Machthaber profitieren. Vielmehr müssen Bedingungen geschaffen werden, unter denen für Russland, für dieses übermächtige Russland mit Atomwaffen, der Preis des Krieges höher ist als der Gewinn durch die Eroberung der Ukraine. Genau so muss man es formulieren. Der finanzielle, demografische, wirtschaftliche und soziale Preis des Krieges für Russland, für Russland von Kursk bis Wladiwostok, muss höher sein als sämtliche Vorteile der Eroberung der Ukraine und des Aufstiegs in den Rang eines geopolitischen Akteurs in Europa. Und genau das kann in den kommenden Jahren der erbitterten russisch-ukrainischen Konfrontation durch ukrainische Angriffe auf Russland erreicht werden. Das ist die Idee.
Mit Russland über Frieden zu sprechen ist möglich. Aber ich wiederhole: Russlandwird mit Insekten nichtüberFriedensprechen. Es wird sie einfach zertreten, wenn es ihre Schwäche erkennt. Wenn man erzählt, wie Russland nach dem Winterkrieg und dem Fortsetzungskrieg zweimal mit Finnland Frieden schloss, sollte man daran erinnern, dass in Helsinki Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt wurden: der eigene Präsident, der Ministerpräsident und Minister, die den Widerstand gegen die sowjetische Aggression organisiert hatten, nachdem Stalin Finnland noch in den 1930er-Jahren angegriffen hatte. Da würde mich interessieren: Wollen Zelensky und seine Mitstreiter auf der Anklagebank sitzen? Diese Anklagebank wird nicht in Kyiv stehen, sondern in Moskau. Zelensky wird dort in einem Käfig sitzen, wenn er glaubt, sich mit Putin einigen zu können. Nur darüber wird er sich einigen können. Und danach wird eine lebenslange Haftstrafe in der Strafkolonie „Weißer Schwan“ folgen, mit einem unerwarteten Tod zwei Monate nach Beginn der Haftstrafe. Das ist die ganze Kapitulation, das sind sämtliche Gespräche über Frieden mit Putin.
Das Schicksal gewöhnlicher Menschen wird nicht viel besser sein als das Schicksal Zelenskys und der Mitarbeiter des Präsidialamts, der Minister und Abgeordneten. Nur wird sich mit ihnen nicht ein Gericht in Moskau befassen, sondern ein gewöhnlicher AngehörigerderrussischenNationalgarde, der die Befugnis erhalten wird, die Ukraine von Ukrainern zu säubern. Und glauben Sie mir, er wird diese Aufgabe bewältigen. All diese Hoffnungen nach dem Motto „Ich werde hier weiterleben, man wird nur die Fahnen austauschen“ werden also mit einem kräftigen Schlag eines Schlagstocks auf den Schädel enden, der dabei zerbricht. Und die Fahne wird sich nicht ändern. Es wird einfach rotes Blut, einen weißen Tisch und einen blauen Körper geben. Das wird die Fahne sein, und nicht eine Fahne über irgendeinem Verwaltungsgebäude. Nein.
Machen Sie sich also nichts vor. Es gibt keine Wahl zwischen Widerstand und Kapitulation. Es gibt eine Wahl zwischen Widerstand und Vernichtung. Und das muss jeder begreifen, der auf ukrainischem Boden lebt. Natürlich kann man auf verschiedene Idioten hören, die erzählen, wie man sich mit Russland einigen könne, weil sie sich davon aus irgendeinem Grund irgendwelche Perspektiven versprechen. Aber auch sie werden einen Schlag mit diesem Schlagstock auf den Kopf bekommen. Und auch sie werden sich auf dem Tisch in der Leichenhalle als russische Flagge wiederfinden, ganz gleich, was sie daherreden, in der Hoffnung, dass Sie bei irgendwelchen unrealistischen Wahlen für sie stimmen werden, falls die ukrainische Staatlichkeit zusammenbricht. Diejenigen, die am Leben bleiben, weder fliehen noch vertrieben werden, werden bei den Wahlen zur Staatsduma abstimmen. Ich glaube nicht, dass viele Menschen in der Ukraine einen solchen Schrecken wollen.
Das sind also die ersten Skizzen zur Entwicklung dieser Situation, die mit der Verschärfung der Krise zwischen der Ukraine und Russland zusammenhängt.
Ich werde einige Fragen beantworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden.
Frage: Sie haben Trump früher nach seinem Gespräch mit Putin mit Janukowytsch verglichen und mögliche Drohungen gegen das Leben des amerikanischen Präsidenten vermutet. Können die russischen Geheimdienste tatsächlich ein solches Attentat erfolgreich organisieren?
Portnikov: Nun, erstens wissen wir sogar aus Trumps eigener Biografie, dass Attentate auf amerikanische Präsidenten möglich sind. Zweitens glaube ich nicht, dass Putin Trump damit droht, ihn zu töten. Er kann ihm mit der Veröffentlichung beliebiger Informationen drohen, die sich im Besitz der russischen Geheimdienste befinden könnten. Wir wissen ja in Wirklichkeit nicht, was diese beiden Menschen verbindet. Das gehört alles in den Bereich der Verschwörungstheorien. Aber man sollte nicht glauben, dass Putin einfach dasitzt und sagt: „Ich werde dich töten.“ So kann er mit einem erfahrenen ehemaligen Häftling wie Janukowytsch sprechen. Bei Trump, denke ich, geht es in dem Gespräch um ganz andere Drohungen und Gefahren.
Frage: Warum wird Ihrer Meinung nach dem Beschuss des Flughafens von Riad so wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Das ist doch eine sehr ernste Sache, die von einer schweren Eskalation im Nahen Osten zeugt.
Portnikov: Entschuldigen Sie, Freunde. Ich muss sagen, dass mir scheint, dass der Krieg in der Ukraine und der Krieg im Nahen Osten für die Welt inzwischen zu einer Art Routine geworden sind. Und deshalb werden sehr viele bedeutende Ereignisse übersehen. Gerade diese barbarische Bombardierung Kyivs und anderer großer ukrainischer Städte wäre noch vor zwei Jahren auf den Titelseiten der Weltpresse gewesen. Heute ist das nicht mehr so. Wenn vor drei Jahren der Flughafen von Riad beschossen worden wäre und damit die Verwundbarkeit Saudi-Arabiens gegenüber den Huthi-Einheiten deutlich geworden wäre, wäre das ein echter Schock gewesen.
Aber wozu hätte das geführt? Zu einem Anstieg des Ölpreises? Ja, der Ölpreis ist ohnehin schon sehr hoch und wird nicht fallen. Das heißt, inzwischen verstehen einfach alle, dass sie inmitten der ukrainischen und der nahöstlichen Krise leben. Und aus beiden Krisen ist kein Ausweg zu erkennen. Die Welt hat gelernt, unter den Bedingungen endloser Kriege zu leben. Und so wird das 21. Jahrhundert sein. Deshalb erregen viele Dinge, die Aufmerksamkeit erregten, als die Menschen glaubten, in Frieden zu leben, heute keine Aufmerksamkeit mehr, weil alle verstehen, dass sie im Krieg leben. Und jetzt besteht die Hauptaufgabe jedes Landes darin, nicht selbst in diesen Fleischwolf zu geraten.
Frage: Halten Sie es für möglich, dass Putin Trump etwas gesagt hat, das für ihn persönlich so schrecklich war, dass er jetzt schon bei bloßen Fragen von Journalisten so nervös wird?
Portnikov: Ja, ich freue mich, dass auch Sie bemerkt haben, wie nervös Trump auf alle Fragen reagiert, die mit seinem Geschäft mit Putin zusammenhängen. Er fühlt sich nicht sicher. Er überhörte die Erinnerung daran, dass Zelensky seine Entscheidung über das Geschäft mit Putin als schwach bezeichnet hatte. Dabei hätte er sich in jeder anderen Situation sofort aufregen, schreien und vor Wut schnauben müssen. Stattdessen wartete er eine Weile, um dann irgendeinen Tweet mit der Forderung nach Wahlen in der Ukraine zu schreiben. Das ist überhaupt nicht der Ton, den er noch 2025 gegenüber Zelensky anschlug, als er ihn einen Diktator nannte, der an der Fortsetzung des Krieges interessiert sei und Wahlen fürchte. Also muss während dieses Gesprächs etwas geschehen sein. Aber ich denke, es war eine Art Mischung, eine Symbiose aus Drohungen und Angeboten, die man nicht ablehnen kann, weil sie finanzieller Natur sind. Und das war im Grunde das Hauptthema des Gesprächs zwischen Putin und Trump, nach dem sich die Stimmung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, würde ich sagen, auf diese Weise veränderte.
Frage: Heute liegt die Alternative für Deutschland laut Umfragen bei 30 Prozent und die Christlich Demokratische Union bei 18 Prozent. Welche Folgen könnten uns erwarten, wenn sie die nächsten Wahlen gewinnt? Und hat sie Chancen, tatsächlich an die Macht zu kommen?
Portnikov: Bei den nächsten Wahlen wird die Alternative für Deutschland wohl kaum gewinnen, weil die Umfragewerte überhaupt nicht widerspiegeln, wie die Stimmenauszählung nach Parteilisten in den verschiedenen Bundesländern und so weiter tatsächlich funktioniert. Die Popularität, die die Alternative für Deutschland in den ostdeutschen Bundesländern genießt, muss sich nicht in Popularität im Westen umsetzen. Das Wichtigste ist, dass die Alternative für Deutschland, selbst wenn sie zur stärksten Partei im Bundestag wird, in der Opposition gegenüber einer Regierung landen kann, die beispielsweise von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Grünen gebildet wird.
Aber zweifellos ist die Alternative für Deutschland ein sehr beunruhigendes Signal für die Bundesrepublik. Und es bedeutet vor allem eines: das Schmelzen des Eises, verstehen Sie? Jedes Land hat eine bestimmte Eisschicht, die entsteht, nachdem es Autoritarismus erlebt, im Zusammenhang mit einem autoritären Regime schwere Niederlagen erlitten und die Erfahrungen autoritärer Herrschaft neu bewertet hat. In der Sowjetunion schmolz auf diese Weise das Eis, das mit der Neubewertung der stalinistischen Erfahrung verbunden war. Sie verstehen sehr gut, dass der Totalitarismus nationalsozialistischer Prägung in Deutschland selbst niemals entstanden wäre, wenn er nicht von einem großen Teil der Bevölkerung Unterstützung erhalten hätte. Das heißt, das ist bis zu einem gewissen Grad eine Gesetzmäßigkeit. Danach fürchtet dieser Teil der Bevölkerung solche Regime einfach und verständigt sich deshalb mit jenen, die für Demokratie eintreten. Und später taut er, wenn Sie so wollen, einfach wieder auf. Das heißt, dieses Eis ist einfach geschmolzen. Und genau deshalb sind die Ergebnisse der Alternative für Deutschland so, wie sie sind.
Aber die deutsche Demokratie verfügt diesmal über enorme Erfahrungen damit, was geschieht, wenn jemand Vereinbarungen mit solchen Kräften eingeht, und über Erfahrungen im Widerstand gegen solche Kräfte. Sie verstehen doch, dass die Nationalsozialisten Adolf Hitlers, als sie in Deutschland an die Macht kamen, in den ersten Reichstagskonstellationen, in denen Hitler Reichskanzler war, keine Stimmenmehrheit hatten. Für die demokratischen Parteien hätte es genügt, sich zusammenzuschließen, um eine eigene Regierung zu bilden. Aber das hätte bedeutet, dass sich Konservative und Sozialdemokraten zusammenschließen, Parteien, die einander so sehr hassten, dass die Konservativen um Franz von Papen bereit waren, sich mit Hitler zu verbünden, nur um zu verhindern, dass eine sozialdemokratische Regierung oder sozialdemokratische Minister in irgendeiner Form an die Macht kamen. Papen war bereit, Hitlers Stellvertreter zu werden, nur damit keine Sozialdemokraten in der Regierung saßen. Das war ein tragischer Fehler. Das ist den Deutschen bis heute bewusst.
Frage: Der Kreml hätte raffinierter vorgehen und Trump vor den Wahlen möglichst viele Stimmen verschaffen können. Warum verzichten sie darauf, seine Idiotie noch zwei Jahre lang auszunutzen?
Portnikov: Nun, das ist Ihre Bewertung Trumps, dass es sich um Idiotie handelt. Wie Sie verstehen, kann man das in Moskau anders sehen. Und ich sage Ihnen, dass für den Kreml möglicherweise Instabilität in den Vereinigten Staaten besser ist als eine stabile Herrschaft Trumps. Vergessen Sie nicht, dass wir es mit Menschen zu tun haben, die die Vereinigten Staaten ihr ganzes Leben lang aus tiefster Überzeugung hassen. Und möglicherweise sehen sie die Perspektive, dass es ihnen nur nützt, wenn es infolge einer Wahlniederlage dort Chaos und einen Machtkampf zwischen dem US-Präsidenten und dem Kongress gibt, weil das Amerika destabilisiert. Das ist also ihre einfache Idee.
Frage: Kann Trumps offene Unterstützung für republikanische Kandidaten deren Wahlchancen verringern?
Portnikov: Nun, derzeit glauben das viele Menschen in Amerika. Sogar einige republikanische Kandidaten sind der Meinung, dass Trumps aktive Beteiligung am Wahlkampf die Chancen der republikanischen Kandidaten in Wirklichkeit nicht erhöht, sondern verringert. Das ist tatsächlich so. Das geschieht, und dagegen lässt sich nichts machen. Aber Sie verstehen doch, dass keiner dieser Menschen Trump das jemals sagen wird. Etwa: „Wissen Sie, es wäre besser, wenn Sie nirgendwo hinfahren, zu Hause bleiben und Golf spielen, damit alle Sie vergessen. Dann erzielen wir vielleicht irgendwelche Ergebnisse.“ Menschen dieses Typs, solche selbstverliebten Narzissten, wollen so etwas nicht einmal hören.
Ich erinnere mich, wie ich mit Micheil Saakaschwili sprach, als er vor einem Parlamentswahlkampf zum ersten Mal nach Georgien zurückkehren wollte, um die Opposition zu unterstützen. Und ich sagte ihm: „Micheil Nikolosowitsch, Sie sind für Georgien eine sehr umstrittene Persönlichkeit. Es gibt Menschen, die Sie aufrichtig lieben, aber noch mehr Menschen, die Sie einfach hassen. Gleichzeitig können sie auch Bidsina Iwanischwili hassen. Und wenn Sie nach Georgien reisen, werden Sie faktisch zur Niederlage der Opposition beitragen. Sie werden ihr Stimmen wegnehmen.“ Saakaschwili sah mich an und sagte: „Die sind nicht einmal meinen kleinen Finger wert, all diese georgischen Oppositionspolitiker.“ Er war aufrichtig von seiner Einzigartigkeit, seiner Auserwähltheit überzeugt, davon, dass es in der ganzen Welt und erst recht in Georgien niemanden gebe, der besser sei als er, und dass alle das wüssten.
Nun, das ist eine solche politische Krankheit, die selbst bei außergewöhnlichen Menschen vorkommt. Und übrigens erreichen gerade Menschen mit einem solchen Selbstbild, mit absoluter, hundertprozentiger Selbstverliebtheit, sehr oft solche Höhen in der Politik. Aber danach beginnen sie, ihrem eigenen Umfeld dabei im Weg zu stehen, seine Positionen zu bewahren, wenn es sich natürlich um einen demokratischen Staat handelt, in dem Wahlen stattfinden. Das ist alles.
Frage: Welches Szenario erwartet den Iran, falls die Demokraten bei den US-Zwischenwahlen gewinnen?
Portnikov: Nun, ich erinnere noch einmal daran, dass die Außenpolitik der Vereinigten Staaten weiterhin in den Händen von Präsident Trump liegen wird. Möglicherweise werden die Demokraten versuchen, irgendwelche Gesetze zu verabschieden, die die Handlungsmöglichkeiten des US-Präsidenten einschränken.
Aber ich wiederhole, vieles wird davon abhängen, was nicht nur im Repräsentantenhaus, sondern auch im Senat geschieht. Außerdem verstehen Sie sicherlich, dass die Demokraten keine großen Freunde des Iran sind. Sie werden einfach auf eine überlegtere Haltung der Regierung setzen. Aber insgesamt ist das eine Sackgasse, die auf die eine oder andere Weise künftig für jede Regierung zur Falle werden kann. In dieser Hinsicht scheint mir das verständlich zu sein.
Frage: Glauben Sie, dass die ukrainischen Geheimdienste den tatsächlichen Inhalt der Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland während der Reise von Kushner und Witkoff übersehen haben?
Portnikov: Kushner und Witkoff waren übrigens in Kyiv. Ich glaube nicht, dass sie dort besonders viel darüber verheimlicht haben, worüber sie mit den Russen sprechen. Und da würde mich wirklich interessieren: Warum haben Sie sich ausgerechnet auf diese Geheimdienste eingeschossen? Nehmen wir an, die Geheimdienste hätten gewusst, dass Witkoff und Kushner mit Putin über Lukoils Vermögenswerte im Ausland verhandeln. Ist das etwa ein großes Geheimnis? Nachdem Trump Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft verhängt hatte, verschob er deren Inkrafttreten gerade deshalb, weil Käufer für diese Vermögenswerte im Ausland gesucht wurden. Man muss kein großer Geheimdienstexperte sein, entschuldigen Sie, um vorherzusehen, dass irgendwelche Menschen, die auf die eine oder andere Weise mit Trumps Umfeld verbunden sind, Anspruch auf diese Vermögenswerte erheben könnten. Was ist daran unverständlich, und was bringt uns das? Nehmen wir also an, wir hätten davon erfahren. Was dann? Produzieren wir plötzlich dringend Patriot-Systeme in Lukjaniwka? Was tun wir denn anders, wenn wir von den Ergebnissen der russisch-amerikanischen Verhandlungen erfahren?
Überschätzen Sie nicht Ihre eigene Handlungsfähigkeit. Bitte betrachten Sie die Situation nüchtern, in der sich unser Land befindet: ein Land ohne Atomwaffen, mit einer zerstörten Wirtschaft und einer kleineren Bevölkerung, das sich der größten Macht unserer Zeit entgegenstellt, einem großen Atomstaat mit dem weltweit größten Atomwaffenpotenzial neben den Vereinigten Staaten. Ich habe immer gesagt: Dass wir einer solchen Macht seit viereinhalb Jahren widerstehen, während der Konflikt mit Russland bereits zwölf Jahre andauert und alle Chancen hat, bis in die 2030er-Jahre des 21. Jahrhunderts weiterzugehen, obwohl er schon in den 2010er-Jahren begann, ist bereits eine Heldentat, verstehen Sie? Das ist doch kein Krieg zwischen Amerika und Russland, bei dem man sagen könnte: „Oh, sehen Sie, sie führen schon seit viereinhalb Jahren Krieg.“ Das ist nicht einmal der Krieg des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion.
Deshalb hätte sich nichts geändert, ob wir davon gewusst hätten oder nicht. Worauf hätten wir Einfluss nehmen können? Ob wir es wissen oder nicht, Einfluss nehmen können wir erst dann, wenn diese Vereinbarungen öffentlich bekannt gegeben werden. Und wir können uns im Grunde an die öffentliche Meinung wenden, an die amerikanische öffentliche Meinung, an die europäische öffentliche Meinung, an die europäischen Staats- und Regierungschefs. Genau das, womit Zelensky sich im Grunde derzeit beschäftigt. Aber solange es nicht öffentlich bekannt gemacht wurde und nicht zur Tatsache geworden ist, haben wir kaum Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen. Denn niemand in der amerikanischen Führung glaubt ernsthaft, entschuldigen Sie, dass er irgendwelche ukrainischen Ratschläge beachten müsste, ebenso wenig wie kanadische oder europäische.
Im Weltbild Donald Trumps und seiner Mitstreiter gibt es all das überhaupt nicht. Für sie gibt es Putin, Xi Jinping und Trump als die wichtigste Figur dieses Triumvirats starker Kerle. Es geht also überhaupt nicht darum, wann wir etwas erfahren. Es geht darum, wie wir auf Herausforderungen reagieren und wie realistisch wir die Gefahren einschätzen, die bereits in den 2010er- und 2020er-Jahren bestanden und uns, wie Sie verstehen, auch in den 2030er- und 2040er-Jahren verfolgen werden. Selbst wenn wir irgendwann, und das hoffe ich sehr, das Ende der intensiven Kampfhandlungen erleben und die Situation in einen schwelenden Konflikt übergeht.
Denn Frieden können Sie komplett vergessen. Es gibt keinerlei Voraussetzungen für einen vollständigen Frieden. Aber die Voraussetzungen dafür, zu einer Formel eines langen Friedens mit kurzen Kriegen überzugehen, bestehen vorerst noch. Die Formel langer Kriege mit kurzem Frieden ist für uns bisher noch nicht unausweichlich. Aber ich werde Ihnen unbedingt mitteilen, wenn diese Formel unausweichlich wird. Glauben Sie mir, ich werde der Erste sein, der sagt, dass es nun so weit ist. Aber vorerst haben wir dank des Mutes unserer Streitkräfte, denen Sie hoffentlich helfen, weil Sie ihre Bedeutung für den weiteren Fortbestand der Ukraine auf der politischen Weltkarte, für das Überleben des ukrainischen Volkes und für Ihr eigenes physisches Überleben in den kommenden Jahren verstehen, dank der Streitkräfte haben wir vorerst noch solche Chancen. Das ukrainische Volk hält dem Angriff stand.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Трамп і Зеленський: загострення кризи |Віталій Портников. 15.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:15.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Nach den Vereinbarungen zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten über die Aufhebung der Sanktionen gegen die Lieferung russischen Dieselkraftstoffs hat zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine eine Krise begonnen, die in ihrem Ausmaß nicht einmal mit jener Krise vergleichbar ist, die infolge der Auseinandersetzung zwischen Trump und Zelensky im Oval Office entstanden war.
Jetzt fordert der amerikanische Präsident entschieden von der Ukraine, die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation einzustellen und sogar den Präsidenten auszutauschen, der damit nicht einverstanden ist. Es gibt bereits Informationen darüber, dass Beamte des Weißen Hauses Kyiv damit erpressen, aus dem Programm zur Lieferung amerikanischer Waffen mit europäischen Geldern auszusteigen und den Austausch von Geheimdienstinformationen einzustellen.
Dabei lässt sich das Geschehen durch keinerlei formale politische Logik erklären, außer durch die Logik des Wahlkampfs. Erst vor wenigen Wochen hat der amerikanische Präsident feierlich das „Graham-Gesetz“ unterzeichnet, das ihm die Möglichkeit gibt, Sanktionen gegen Länder zu verhängen, die russische Energieträger kaufen. Die Hauptaufgabe dieses Gesetzes besteht darin, den Export russischer Energieträger auf den Weltmarkt zu stoppen und Russland gerade dadurch zu zwingen, einem Ende des Krieges zuzustimmen. Gleichzeitig fordert Trump von Kyiv, diesen Export nicht länger durch eigene Angriffe auf Ölraffinerien einzuschränken, und lobt Putin für die Lieferung von Öl auf den Weltmarkt, obwohl es sich dabei um illegale Lieferungen handelt. Wahnsinn? Wäre es doch nur das!
Die Menge an Dieselkraftstoff, die Putin auf den Weltmarkt zu liefern versprochen hat, ist verschwindend gering im Vergleich zu den Mengen, die die Vereinigten Staaten selbst jeden Monat exportieren. In die USA selbst kann russischer Diesel nicht gelangen, weil dies gesetzlich verboten ist. An andere Länder kann Putin Dieselkraftstoff auch ohne Genehmigung des amerikanischen Finanzministeriums verkaufen. So exportierte Russland vor den ukrainischen Angriffen monatlich bis zu drei Millionen Tonnen Dieselkraftstoff, während jetzt von 300.000 Tonnen mit einer schrittweisen geringfügigen Steigerung die Rede ist. Wozu Trump und Putin dieses Geschäft brauchten, lässt sich aus logischer Sicht nicht erklären. Es bleiben nur Vermutungen.
Die wichtigste Vermutung ist, dass Trump auf diese Weise versucht, Probleme für die Republikaner bei den Zwischenwahlen zu verhindern, und hofft, den Dieselpreis durch lautstarke Ankündigungen über Vereinbarungen mit Putin zu senken. Doch die Wähler werden nicht auf Worte reagieren, sondern auf die Preistafeln an den Tankstellen schauen. Und die Preise auf diesen Tafeln werden durch Trumps Worte wohl kaum sinken – zumindest nicht sofort.
Manche erklären das Verhalten des amerikanischen Präsidenten mit dem Wunsch bestimmter Personen aus seinem Umfeld, Lukoils Vermögenswerte im Ausland zu kaufen, die an Wert verlieren könnten, wenn die Ukraine russische Ölraffinerien angreift. Nach dieser Version vereinbaren Trump und Putin die Diesellieferungen gerade deshalb, um dem amerikanischen Präsidenten einen Vorwand zu geben, die Einstellung der Angriffe auf die Raffinerien zu fordern – einen Vorwand, der nichts mit Lukoil zu tun hat. Aber seit wann braucht Trump einen Vorwand, um seine Position zu ändern? Über die Notwendigkeit, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, begann er schon lange vor den Vereinbarungen mit dem russischen Präsidenten zu sprechen.
Und, offen gesagt, wissen wir nicht, von welchen Motiven Trump tatsächlich geleitet wurde. Aber wir können es erfahren. Nach den Zwischenwahlen, falls die Mehrheit im Kongress an die Demokraten übergeht. Dann werden wir im Zuge der Arbeit verschiedener Untersuchungsausschüsse, deren Mitglieder versuchen werden, eine Antwort auf diese und viele andere für den amerikanischen Präsidenten unangenehme Fragen zu finden, die Chance bekommen, die tatsächlichen Motive Donald Trumps zu verstehen.
Und genau das versucht der amerikanische Präsident zu verhindern.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Чому Трамп знову тисне на Україну. Віталій Портников. 12.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:12.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Zeitung Link zum Originaltext:
Original ansehen
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat möglicherweise die schärfste Kritik am Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, geübt, seit der amerikanische Milliardär 2025 ins Weiße Haus zurückgekehrt ist.
Selbst während des letzten großen Skandals zwischen Zelensky und Trump im Oval Office hatte sich Zelensky mit scharfen Bewertungen von Trumps Politik zurückgehalten. Doch jetzt sagt er, dass der amerikanische Präsident auf der falschen Seite der Geschichte stehe, und nennt Trump dabei praktisch beim Namen.
„Wenn man eine neutrale Position einnimmt, muss man auch dabei bleiben und darf sich nicht auf die falsche Seite stellen. Das ist nicht die Seite der Geschichte, auf der man stehen sollte“, betonte der ukrainische Präsident in einem Interview mit einem britischen Fernsehsender und unterstrich, dass die Ukrainer ihr Land nicht verkaufen würden. „Für uns ist das kein Geschäft, es geht um unser Leben“, betonte Zelensky. Damit hat die Konfrontation zwischen Kyiv und Washington ein neues, möglicherweise bisher beispielloses Niveau erreicht.
Andererseits geschieht dies, wenn man darüber nachdenkt, vor dem Hintergrund der faktischen Weigerung der Vereinigten Staaten, jene Vereinbarungen einzuhalten, die zuvor zwischen diesem Land und der Ukraine über die Versorgung der Ukraine mit Geheimdienstinformationen sowie mit Daten der Satelliten des Starlink-Systems für die ukrainischen Streitkräfte getroffen worden waren. Und das geschah übrigens sowohl aus Solidarität mit der Ukraine, die Opfer einer dreisten russischen Aggression geworden ist, als auch, um die Chancen beider Seiten bis zu einem gewissen Grad anzugleichen. Denn man sollte daran erinnern, dass die Ukraine gegen die mächtigste Atommacht der heutigen Welt kämpft, die in der Lage ist, die Vereinigten Staaten innerhalb weniger Stunden zu vernichten. Obwohl natürlich klar ist, dass in diesen wenigen Stunden auch das Leben auf dem Gebiet der terroristischen Föderation selbst zu Ende wäre.
Aber so oder so waren die Kräfte der Ukraine und der Russischen Föderation seit 2022 nicht miteinander vergleichbar. Und die Vereinigten Staaten halfen der Ukraine gerade deshalb, weil sie verstanden, dass unser Land Opfer einer unprovozierten Aggression seitens der Russischen Föderation geworden war.
In dieser Situation gibt es immer eine Wahl. Entweder man stimmt sämtlichen Handlungen der Regierung von Präsident Trump zu und tut so, als gäbe es diese Handlungen nicht, oder man appelliert an die öffentliche Meinung und erinnert daran, dass die überwältigende Mehrheit der Amerikaner im Gegensatz zu ihrem Präsidenten und seinen engsten Vertrauten auf der Seite der Ukraine und nicht Russlands steht und Russland als Gegner und nicht als Partner betrachtet. Und diese Auffassung teilen sowohl die Wähler der Demokratischen Partei als auch die Wähler der Republikanischen Partei und jene Wähler, die noch unentschlossen sind und sich, wie ich hoffe, bei den kommenden Wahlen für Kandidaten entscheiden werden, die Donald Trump und seine dreiste, gegen die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika gerichtete Außenpolitik nicht unterstützen. Eines steht für mich fest: Die Politik Donald Trumps, die auf seiner persönlichen Bereicherung und der Bereicherung seiner Familienmitglieder sowie seines engsten Umfelds beruht, hat grundsätzlich nichts mit den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten zu tun.
Natürlich kann man der Meinung sein, dass man den Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht reizen sollte. Und genau diese Linie verfolgte Zelensky übrigens seit jenem berühmten Streit im Oval Office. Auch unsere europäischen Partner rieten dem ukrainischen Präsidenten, sich gegenüber Donald Trump genau so zu verhalten und alles Mögliche zu tun, damit sich der Präsident der Vereinigten Staaten beruhigt und den ukrainischen Präsidenten lieb gewinnt. Im Grunde kann man sagen, dass Zelensky anderthalb Jahre lang nach dieser Anweisung handelte. Er übersah die offensichtlichen Sympathien des amerikanischen Präsidenten für seinen russischen Amtskollegen, reagierte gelassen auf das Treffen des Präsidenten der Vereinigten Staaten mit dem Präsidenten der Russischen Föderation in Anchorage und darauf, wie Donald Trump den Kriegsverbrecher Putin auf dem Flugplatz in der Hauptstadt Alaskas mit Applaus begrüßte.
Aber wozu wurde das alles getan? Wozu hat diese Nachsicht gegenüber dieser Gier und diesem offenen politischen Irrsinn geführt? Sagen Sie es mir! Zur Abschaltung von Starlink, vorerst zur Drosselung seines Betriebs, und zur faktischen Weigerung, uns Geheimdienstinformationen zur Verfügung zu stellen. Und man muss sich klar darüber sein, dass Donald Trump ebenso wie Putin nur eine Sprache versteht: die Sprache brutalen Drucks. Und genau diese Sprache brutalen Drucks zwingt ihn, wie der Krieg gegen Iran gezeigt hat, eine völlig andere Linie zu verfolgen. Wenn man dagegen versucht, so zu tun, als würde man seine Eskapaden nicht bemerken, wird einem ein Mensch dieses Typs unweigerlich auf der Nase herumtanzen. Und genau das ist geschehen.
Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass es einen Unterschied zwischen Trumps Verhalten während des Skandals im Oval Office und seinem heutigen Verhalten gibt. Nach dem Skandal im Oval Office wurde ganz unmissverständlich verkündet, dass die Vereinigten Staaten die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine und die Waffenlieferungen an die Ukraine einstellen würden. Ich erinnere daran, dass damals noch jenes Hilfspaket lief, das während der Präsidentschaft von Trumps Vorgänger Joseph Biden, einem echten Freund der Ukraine, bewilligt worden war. Sie erinnern sich alle gut daran. Jetzt wird nichts dergleichen verkündet. Im Gegenteil, man sagt, die Hilfe werde weiterhin geleistet.
Das heißt, sowohl Trump als auch sein engstes Umfeld verstehen, dass die Ankündigung einer Einstellung der Hilfe für die Ukraine vor den Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten zu weiteren Stimmenverlusten für die Republikaner führen würde. Und ich hoffe sehr, dass diese Wahlen zur Agonie der ultrarechten politischen Kräfte in den Vereinigten Staaten werden und 2028 zu ihrem endgültigen, schmachvollen Zusammenbruch führen. Einfach deshalb, weil ich den Vereinigten Staaten von Amerika nur das Beste wünsche. Und deshalb hoffe ich sehr, Zeuge dieser Agonie und des Erfolgs der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Denn der Erfolg der Vereinigten Staaten von Amerika ist unser gemeinsamer Erfolg – und er ist kein Erfolg für Putin. Auch das muss man verstehen.
Wenn man also diesen intensiven Druck fortsetzt, wenn die amerikanischen Medien ihren Zuschauern und Lesern von Trumps Verrat berichten, und genau das wird geschehen, dann werden sie gezwungen sein, die Hilfe in vollem Umfang wiederherzustellen und mit terroristischen Sabotageakten aufzuhören. Denn wenn wir nicht wissen, dass ballistische Raketen im Anflug sind, ist das faktisch eine Unterstützung der terroristischen Angriffe Russlands. Denn dabei sterben Zivilisten, die nicht einmal rechtzeitig gewarnt werden können, damit sie Schutzräume aufsuchen können. Denn die Abschaltung von Starlink ist eine Unterstützung der russischen Aggression und der Eroberung ukrainischer Gebiete. Und all das ist eine vollkommen bewusste Arbeit auf die Kapitulation der Ukraine hin, damit die Ukraine zu Bedingungen kapituliert, die Trumps Dieselfreund Putin vorgeben wird. Darin liegt das Problem.
Ganz zu schweigen davon, dass ich absolut überzeugt bin, dass diese Hilfe den Interessen der Vereinigten Staaten selbst dient. Denn die Ukraine ist ein Land, das von einem Staat angegriffen wurde, der das Völkerrecht verletzt. Die Ukraine ist ein Land, das für die Wiederherstellung dieses Völkerrechts und der Rechtsordnung kämpft. Und die Vereinigten Staaten waren immer ein Staat, der das Völkerrecht verteidigt und unterstützt hat. Nur weil Russland über viel Öl und Gas verfügt und man irgendwelche Lukoil-Aktien kaufen kann, wird es noch lange nicht zum Partner der Vereinigten Staaten von Amerika.
Natürlich kann man sagen, dass sich Donald Trumps grundsätzliche Haltung durch keinerlei Druck ändern lässt. Ich bin mir vollkommen darüber im Klaren, wie Donald Trumps Weltbild aussieht. Ja, das ist mir vollkommen klar. Donald Trump betrachtet die Welt als eine Sphäre, die unter drei großen Staaten, drei starken Männern aufgeteilt werden muss: Trump, Putin und Xi Jinping. In diesem Weltbild muss Kanada, wie wir bereits mehrfach gesehen haben, die Launen des amerikanischen Präsidenten erfüllen, andernfalls verhängt er empörende Zölle auf kanadische Produkte. Und übrigens ist diese ganze Geschichte mit dem Diesel auch eine Folge seines Konflikts mit Kanada.
Vergessen wir nicht: Im Falle der Ukraine ist er innerlich absolut davon überzeugt, dass die Ukraine sämtliche Launen Putins erfüllen müsste, und er will sich nicht einmal mit den Einzelheiten befassen. Und in dieser Situation werden Sie einem Menschen, der bereits 80 Jahre alt ist, nicht mehr erklären können, dass die Welt in Wirklichkeit auf Werten und nicht auf Gier beruhen sollte, dass das Völkerrecht eine große Errungenschaft ist, die im Wesentlichen mit dem Blut der Völker während des Zweiten Weltkriegs erkämpft wurde, als es ebenfalls durch Hitlerdeutschland, also durch die damaligen Ultrarechten, zerstört worden war.
Aber glücklicherweise ist Trump im Gegensatz zu Putin kein totalitärer Herrscher, dem seine eigenen Landsleute vollkommen gleichgültig sind und der sie lediglich als Kanonenfutter betrachtet. Er ist ein Mensch, der gezwungen ist, auf Institutionen Rücksicht zu nehmen, der gezwungen ist, auf den Kongress Rücksicht zu nehmen. Und genau auf diese Weise kann und muss man auf diesen Menschen Einfluss nehmen. Eine andere Möglichkeit, Trumps Entscheidungen zu beeinflussen, gibt es nicht, denn seine Ansichten stehen in diametralem Gegensatz zu dem, was wir uns von einem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wünschen würden. Und das ist übrigens ebenfalls eine bekannte Tatsache. Daran ist nichts unbekannt.
Hören Sie, Trump war schon während seiner ersten Präsidentschaft von der Ukraine nicht begeistert, schon damals, wie Sie sich erinnern. Das alles war für ihn, gelinde gesagt, unverständlich: Warum sollte man die Ukraine unterstützen? Dieselben berühmten Javelins, mit denen er prahlt, gelangten nur dank des intensiven Drucks des Kongresses auf den amerikanischen Präsidenten in unsere Hände. Der Kongress war demokratisch dominiert. Genau deshalb können wir auch jetzt hoffen, dass eine demokratische Mehrheit im amerikanischen Kongress, sollte sie zustande kommen, intensiven Druck auf die Regierung ausüben und sie zwingen wird, ihre kapitulationistische Haltung gegenüber Putins Russland zu ändern.
Das alles ist eine völlig offensichtliche Tatsache. Tatsache ist auch, dass er selbst dann, als er nicht Präsident war, aber im Grunde weiterhin der Hoffnungsträger der Republikaner blieb, ab einem bestimmten Zeitpunkt irgendwelche halb geheimen Kontakte zu Putin unterhielt. Und möglicherweise führten gerade diese Kontakte dazu, dass er mit seinem Einfluss auf die republikanischen Kongressabgeordneten monatelang die Bewilligung der Militärhilfe für uns blockierte, die Präsident Biden beim Kongress beantragt hatte. Und genau diese Pause führte zu Veränderungen an der Front, zum Verlust von Awdijiwka, zu dem es niemals gekommen wäre, wenn sich die Abstimmung über die Einzelheiten dieses Hilfspakets nicht so lange hingezogen hätte. Und übrigens war es für mich schon damals ein Warnsignal, als die Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus gegen die Hilfe für die Ukraine stimmte. Dieses Paket kam nur zustande, weil fast alle Demokraten und ein Teil der Republikaner dafür stimmten.
Aber damals gab es für mich noch ein weiteres, sehr beunruhigendes Warnsignal: Dieselben Republikaner stimmten in großer Zahl auch gegen die Hilfe für Taiwan. Das deutete für mich ebenfalls auf eine mögliche Neuausrichtung der amerikanischen Außenpolitik hin. Und ja, er versucht, nicht nur Putin, sondern auch Xi Jinping zu gefallen. Und jetzt wird die Bereitstellung von Mitteln für die Verteidigung Taiwans, obwohl diese durch das Taiwan-Gesetz geregelt wird, das der Kongress noch während der Präsidentschaft Jimmy Carters vor dem Hintergrund der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China verabschiedete, diese Bereitstellung von Waffen wird erneut verzögert.
Und übrigens: Genauso, wie er jetzt Putins Begehrlichkeiten anheizt und dazu beiträgt, dass der russische Präsident nicht einmal eine Minute darüber nachdenkt, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden – wozu auch, wenn er einen solchen Trump hat –, kann er auch die Begehrlichkeiten Xi Jinpings anheizen. Dieser könnte unter diesen Umständen glauben, dass ihm nichts droht, wenn er eine Militäroperation zur Rückführung Taiwans in den Heimathafen durchführt. Und dann könnten bereits die Voraussetzungen für einen Dritten Weltkrieg geschaffen sein, mit all diesen Dummheiten. Denn diese Menschen, sowohl Putin als auch Xi Jinping, verstehen ebenfalls nur die Sprache harter Macht und nicht die Sprache der Zugeständnisse. Sie sind genauso eingestellt wie Trump.
Vor allem aber ist es sehr schwer, den Sinn dessen zu verstehen, was gerade geschieht. Warum hat Trump im russisch-ukrainischen Krieg alle roten Linien überschritten und sich nahezu eindeutig auf Putins Seite gestellt? Was ist passiert? Was hat Putin ihm gesagt, das Trump so furchtbar erschreckt hat? Wir verstehen doch, dass 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff, die nach amerikanischem Recht nicht einmal auf den amerikanischen Markt gelangen können und die, selbst wenn sie dorthin gelangten, auf diesem Markt keinen Unterschied machen würden – denn was sind schon 300.000 Tonnen, entschuldigen Sie, für ein Land, das, wie ich schon mehrfach gesagt habe, monatlich sechs Millionen Tonnen exportiert? Es gibt also keinen Grund anzunehmen, dass Trump sich mit diesen 300.000 Tonnen irgendetwas erkaufen könnte oder dass sie ihm helfen würden, das Kräfteverhältnis im Kampf um den Kongress zu verändern. Zumal sich die Zahlen auf den Preistafeln amerikanischer Tankstellen durch diese 300.000 Tonnen nicht verändern.
Natürlich kann man sagen, dass das alles ein Spiel mit Lukoil-Aktien ist, dass Witkoff und Kushner zu Putin reisen werden, nachdem wir aufgehört haben, die Ölraffinerien anzugreifen. Na und? Wir greifen die Ölraffinerien schon seit mehreren Tagen nicht mehr an, und dadurch ändert sich nichts zum Besseren. Mehr noch, Russland bombardiert weiterhin unsere Energieinfrastruktur. Die vergangene Nacht in Kyiv war schrecklich, das haben diejenigen unter Ihnen, die in der ukrainischen Hauptstadt leben, selbst erlebt. Deshalb lassen sich diese Handlungen Trumps logisch nicht erklären. Und wenn ich darüber nachdenke, denke ich an Putins Kontakte zu einem anderen Präsidenten desselben Typs, Viktor Janukowytsch, im Jahr 2013. Heute wissen wir, dass es sowohl öffentliche als auch geheime Treffen gab und dass Putin von Janukowytsch verlangte, auf die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit Europa zu verzichten. Irgendwann, wie Sie wissen, kam es tatsächlich zu dieser Absage, die eine schwere politische Krise in der Ukraine auslöste, aus der später die Revolution der Würde hervorging.
Aber Janukowytsch hatte überhaupt nicht vorgehabt, auf diese Unterzeichnung zu verzichten. Obwohl russische Spitzenpolitiker, von Putin bis Glasjew, lange Zeit entschieden dagegen aufgetreten waren. Und dann geschah etwas bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen zwischen Putin und Janukowytsch, etwas, das Janukowytsch dazu brachte, innerhalb von buchstäblich 24 Stunden seine Haltung zum Assoziierungsabkommen zu ändern, obwohl ihm bewusst war, welche schwere Krise das auslösen würde. Er zwang die Regierung, eine Erklärung abzugeben, mit der sie von einem Kurs abrückte, den Janukowytsch selbst und seine Partei der Regionen mehrere Jahre lang propagiert hatten. Und heute haben alle vergessen, dass jene Menschen, die später die Ukraine verlassen sollten, sowohl in der Regierung als auch im Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat, die wichtigsten, sagen wir, Akteure dieses Prozesses der europäischen Integration und der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens gewesen waren. Das Einzige, was Janukowytsch im Grunde verlangte, war, dass man ihn mit der Inhaftierung von Julia Tymoschenko nicht reizen und ihm damit nicht auf die Nerven gehen sollte. Und ich war gerade der Meinung, dass das falsch sei, dass man mit einem Land, in dem es eine selektive Justiz gibt, kein Abkommen unterzeichnen dürfe. Aber die Europäische Union ließ sich schließlich darauf ein. Janukowytsch selbst lehnte es ab.
Was zwischen ihm und Putin geschah, wissen wir nicht. Genauso wenig wissen wir, was zwischen Putin und einem anderen Präsidenten geschah, Sersch Sargsjan, dem damaligen Präsidenten Armeniens, der unmittelbar nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten auf die Unterzeichnung eines bereits fertig ausgehandelten Assoziierungsabkommens verzichtete, ohne auch nur seine eigene Regierung, das Parlament oder das Außenministerium über seine Entscheidung zu informieren. Was sagte Putin dem ukrainischen und dem armenischen Präsidenten, dass sie ihren propagierten politischen Kurs, der die Grundlage ihrer Umfragewerte und ihrer Popularität gewesen war, vollständig revidierten und dass dies schließlich zum Zusammenbruch beider führte, bei dem einen schnell, bei dem anderen nicht so schnell? Und wie Sie sehen, gelang es weder im Falle der Ukraine noch im Falle Armeniens, diesen Kurs der europäischen Integration tatsächlich aufzuhalten. Aber das ist ein anderes Thema.
Etwas Ähnliches ist während des letzten Gesprächs zwischen Putin und Trump geschehen. Ich denke, wir werden nicht so bald erfahren, welche Argumente der russische Präsident gefunden hat, damit sich der amerikanische Präsident so verhält. Und zwar ohne besondere Freude. Sie sehen ja, dass er auf alle Fragen zu seinen Handlungen gereizt antwortet. Er kann es sich selbst nicht vollständig erklären. Also muss Putin irgendetwas gefunden haben, irgendwelche Worte, die ihn nicht erfreut, sondern vielleicht erschreckt haben. Ja, wenn die Untersuchungsausschüsse des Kongresses ihre Arbeit aufnehmen und die Aktivitäten Trumps und seiner engsten Vertrauten untersuchen, wenn Minister und andere Mitglieder der Regierung unter Eid vor dem Kongress aussagen, werden wir vielleicht etwas erfahren. Vielleicht erfahren wir es erst, nachdem Trump aus dem Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten ausgeschieden ist, vielleicht erfahren wir es niemals. Aber man kann nicht sagen, dass dieses demonstrative Verhalten jetzt durch irgendwelche logischen Interessen im Zusammenhang mit dem Wahlkampf oder den Lukoil-Aktien begründet wäre. Darin liegt keine erkennbare Logik, außer der Logik der Angst. Denn Trump sympathisierte schon früher mit Putin und hat diese Sympathien niemals verborgen, war aber in seinen politischen Äußerungen hinreichend zurückhaltend. Und auch das lässt sich verstehen. Deshalb kann man natürlich über die gegenwärtige Situation diskutieren.
Gerade ist eine Mitteilung eingegangen, die der ehemalige Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow veröffentlicht hat, wonach der Betrieb von Starlink bei Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h wiederhergestellt wird. Und jetzt muss daran gearbeitet werden, die Geschwindigkeitsbeschränkung für Starshield, diese militärische Version von Starlink, vollständig aufzuheben. Genau davon habe ich gesprochen. Wenn man darauf entschieden reagiert, werden sie gezwungen sein, das wiederherzustellen, denn sie wollen nicht eingestehen, dass sie uns die Hilfe verweigern. Sehen Sie, das geschieht buchstäblich vor unseren Augen. Sie wollen keine Verantwortung für die Einstellung der Hilfe für die Ukraine übernehmen, auch keine Verantwortung gegenüber den Wählern. Und das ist ebenfalls ein ziemlich wichtiger Punkt.
Deshalb bin ich überzeugt, dass wir in dieser Situation darüber nachdenken müssen, wie unsere Beziehungen zu dieser Regierung künftig aussehen sollen und wie wir sie gestalten: durch entschiedenen Druck unter Nutzung der öffentlichen Meinung oder dadurch, dass wir allen Abenteuern zustimmen, die wir weiterhin erleben werden. Ich würde allerdings weder in die eine noch in die andere Richtung ins Extrem gehen. Ich würde keine scharfen Anschuldigungen gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten erheben, aber ich würde mich stets an die amerikanische Öffentlichkeit wenden. Natürlich kann Zelensky seine eigene Auffassung von dieser Taktik haben. Schließlich ist er der Präsident der Ukraine. Und man muss sich über die Realität im Klaren sein.
Diese Realität besteht darin, dass wir nicht auf irgendwelche bewussten Sympathien Donald Trumps für die Ukraine hoffen können. Er hat keinerlei bewusste Sympathien für die Ukraine. Und er hat bewusste Sympathien für Putin. Und das wurde niemals verborgen. Das bedeutet, dass er der Ukraine nur unter dem Druck der Umstände oder der öffentlichen Meinung helfen kann. Also müssen wir daran arbeiten, dass dieser Druck der Umstände und dieser Druck der öffentlichen Meinung möglichst wirksam werden. Wir müssen unsere europäischen Partner für diesen Druck nutzen, die amerikanische öffentliche Meinung für diesen Druck nutzen und die ukrainische Diaspora nutzen. Ich bin der Meinung, dass die Möglichkeiten der ukrainischen Diaspora für einen solchen Druck, für den Dialog mit Kongressabgeordneten und Senatoren, bisher noch nicht ausgeschöpft wurden. In Amerika leben heute viel mehr Ukrainer als früher. Und das muss man nutzen.
Das heißt, alles, was man nutzen kann, muss man gerade dafür nutzen, die Wahlmechanismen in Gang zu setzen. Zumal sich die Vereinigten Staaten praktisch ständig im Wahlkampf befinden. Wenn alle zwei Jahre Wahlen stattfinden, verstehen Sie doch, dass man damit politisch spielen kann. Und die Russen spielen damit. Warum sollten wir also nicht auch damit spielen? Jetzt werden die Wahlen, die Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten, im Grunde die Wahlen zum Repräsentantenhaus, zu Ende gehen, und schon 2027 wird der Präsidentschaftswahlkampf beginnen. Man wird bereits nach Menschen suchen, die ihre Parteien bei den Präsidentschaftswahlen anführen können. Und auch das wird ein sehr wichtiger Moment sein, der ebenfalls mit uns zusammenhängt.
Frage: Ich wollte schon lange fragen: Bedeutet rechts in Ihrem Verständnis gleich schlecht? Ich höre von Ihnen oft Aussagen dieses Inhalts. Und ich verstehe nicht, worin Putins Ultrarechtsextremismus besteht. Es scheint, als bestehe er nur darin, dass alle das sagen. In meinem Verständnis bedeutet rechts nicht gleich schlecht.
Portnikov: Ich spreche immer nicht von Rechten, sondern von Ultrarechten. Ich verstehe überhaupt nicht, wie Sie darauf kommen, dass ich irgendwelche Rechten für schlecht halte. Ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger des politischen Stils von Ronald Reagan, der ein, wie ich sagen würde, rechter Konservativer war. Ich betrachte es bis heute als Ehre, dass ich über den ersten Besuch Ronald Reagans und später seines Nachfolgers George Bush senior in der Sowjetunion berichtet habe. Das waren rechte Konservative. Auch George Bush junior habe ich damals immer großen Respekt entgegengebracht, selbst als er in den Vereinigten Staaten selbst unglaublich unpopulär war. Er ist ein rechter Konservativer, ein ehemaliger Gouverneur von Texas. Man darf Ultrarechte nicht mit Rechten verwechseln, Rechtsradikale nicht mit Rechten.
Warum ist Putin ultrarechts? Weil sein politisches Programm das Programm einer ultrarechten politischen Bewegung ist. Es beruht auf Chauvinismus. Es beruht auf dem Lebensraum für einen bestimmten Staat. Es beruht auf der Schaffung, ich würde sagen, auf der Übersteigerung der Idee sogenannter traditioneller Werte, auf der gewaltsamen Verteidigung dieser traditionellen Werte durch die Verabschiedung repressiver Gesetze. Das alles ist ein ultrarechtes politisches Programm. Putins Präsidentschaft ist ideologisch ein typisches Beispiel für eine ultrarechte, postfaschistische Präsidentschaft. Was gibt es da zu erklären?
Lesen Sie all diese Programme und Gesetze, die die Staatsduma der Russischen Föderation verabschiedet hat. Der Kampf gegen Andersdenkende, der Kampf gegen sexuelle Minderheiten. Das alles ist ein ultrarechtes, postfaschistisches politisches Programm. Lebensraum für Russen, das Recht des Stärkeren. Vielleicht sollten Sie einmal das wunderbare Büchlein Mein Kampf von Adolf Hitler lesen, um zu verstehen, was ultrarechte Ideologie ist. Oder irgendwelche Schriften von Benito Mussolini oder Salazars Buch Der neue Staat. Dort steht das alles.
Wenn Sie sich die Rede von Marco Rubio in Athen anhören, dann ist das die Rede eines ultrarechten Politikers. Denn in dieser Rede, in der von der Größe der antiken Welt die Rede ist, fand das Wichtigste keinen Platz, das schon immer das Wesen der westlichen Zivilisation ausgemacht hat: Humanismus, Toleranz, Respekt vor dem Mitmenschen, all das, was die christlichen Werte und die Werte der monotheistischen Religionen ausmacht. Deshalb ist Marco Rubio ein postfaschistischer Politiker, genau wie Putin, JD Vance und Trump. Was gibt es da noch zu sagen? Ist das etwa falsch?
Verwechseln Sie das nicht. Ein Konservativer verteidigt traditionelle Werte und lässt andere leben. Ein Ultrarechter tötet diejenigen, die seine Ansichten nicht teilen, oder drängt sie an den Rand der Gesellschaft. Das ist doch keine höhere Mathematik.
Frage: Die Demokraten sprechen auf ihren Kundgebungen und bei ihren Debatten überhaupt nicht über die Ukraine, und selbst wenn sie Trump kritisieren, erwähnen sie uns nicht. Sind sie nicht genauso isolationistisch wie MAGA?
Portnikov: Bei Debatten werden außenpolitische Fragen in der Regel nicht als die wichtigsten betrachtet. Die Demokraten versuchen derzeit, möglichst viele Wählerstimmen gerade durch die Thematisierung innenpolitischer Probleme zu gewinnen. Deshalb gehören außenpolitische Themen, insbesondere bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus, sagen wir, sehr oft nicht zu den Hauptthemen der Diskussion. Wenn Sie sagen, die Demokraten seien genauso isolationistisch wie MAGA, möchte ich Sie daran erinnern, dass die gesamte demokratische Fraktion im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten das Gesetz zur Unterstützung der Ukraine unterstützt hat, das jetzt vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde. Dafür stimmten eine kleine Zahl von Republikanern und alle Demokraten. Und dieser Plan sieht vor, uns Milliarden Dollar bereitzustellen, wie es während Bidens Präsidentschaft geschah, uns kostenlose Militärhilfe zu leisten und die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen.
Wenn Sie also sagen, die Demokraten seien genauso isolationistisch wie MAGA, verstehe ich nicht, wie Sie das nach der Verabschiedung dieses Dokuments durch alle Demokraten überhaupt behaupten können. Eine einzige Demokratin hat dagegen gestimmt oder sich enthalten, ich erinnere mich nicht mehr, wer es war. Alle haben dafür gestimmt, während die Republikaner nicht dafür stimmten. Nur eine Minderheit von ihnen stimmte dafür, genau wie beim vorherigen Unterstützungsgesetz.
Frage: Europa wartet in der warmen Badewanne das Ende von Trumps Amtszeit ab. Oder hat es das Vertrauen in die Vereinigten Staaten für immer verloren? Gibt es eine Garantie, dass die Amerikaner nicht irgendwann einen neuen Trump wählen?
Portnikov: Erstens glaube ich nicht, dass Europa in einer warmen Badewanne sitzt. Was derzeit in Europa geschieht, ähnelt, ehrlich gesagt, allem Möglichen, nur keiner warmen Badewanne. Aber ich denke, dass das Misstrauen gegenüber den Vereinigten Staaten nach Trumps zweiter Wahl ein unglaubliches Ausmaß erreicht hat. In Europa gab es politisch schon immer eine ziemlich starke, ich würde sagen, Strömung des Antiamerikanismus, aber jetzt hat sie einen unglaublichen Auftrieb erhalten.
Als nach Trumps erster Präsidentschaft Joseph Biden gewählt wurde und sagte, Amerika sei zurück, nahmen alle das als Realität wahr und betrachteten Trump als eine Art, ich würde sagen, Missverständnis an der Spitze der Vereinigten Staaten, das infolge der Informationstechnologien und seiner Popularität als Showman zustande gekommen war. Man glaubte, dass sich das alles nicht wiederholen könne. Trumps zweite Rückkehr zeigte, dass es sich um ein Symptom und nicht um einen Einzelfall handelt. Und zweifellos wird man keinem neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der sagt, Amerika sei zurück, glauben, nicht einmal diejenigen, die so tun werden, als glaubten sie ihm.
Zweifellos ist das große Vertrauen in die Vereinigten Staaten, das das Wesen der Nachkriegswelt ausmachte, verloren gegangen. Das ist ein gewaltiges Problem für uns alle, denn die westliche Nachkriegswelt beruhte gerade auf dem Vertrauen in die Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten selbst haben diese Welt im Grunde geschaffen, als sie den Europäern sowohl den Marshallplan als auch ihren nuklearen Schutzschirm anboten, im Gegenzug dafür, dass die Europäer ihre Waffen kaufen und der Stationierung ihrer Truppen auf dem Kontinent zustimmen würden. Dafür traten in erster Linie die Amerikaner selbst ein und nicht die Europäer. Unter den europäischen Politikern war damals gerade die Frage der Zahl der amerikanischen Truppenkontingente umstritten, weil sie befürchteten, zum Schauplatz eines nicht mehr kalten, sondern heißen Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zu werden. Die Vereinigten Staaten bestanden darauf. Und jetzt erleben wir einen so drastischen Wandel der Prioritäten. Und dass eine große Zahl amerikanischer Wähler einen Menschen unterstützt hat, der für diesen Wandel steht, ist natürlich ein ernstes Problem.
Frage: Wenn gegen Trump ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wird, kommt Vance an die Macht. Was erwartet die Ukraine dann?
Portnikov: Ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wird nicht dazu führen, dass er aus dem Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten ausscheidet. Trump hat alle Möglichkeiten, bis zum Ende seiner Amtszeit im Amt zu bleiben. Wenn das Repräsentantenhaus ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn beschließt, geht dieses Verfahren an den Senat. Im Senat sind für eine Amtsenthebung zwei Drittel der Stimmen erforderlich. So viele Stimmen werden die Demokraten nicht haben, selbst wenn sie im Senat die Mehrheit gewinnen.
Deshalb droht dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, nach heutigem Stand bis 2029 nichts. Aber das ist der heutige Stand. Wir wissen nicht, wie die Untersuchungsausschüsse des Kongresses arbeiten werden und was sie herausfinden. Ob das nicht dazu führen wird, dass ein Teil der Republikaner von den gewonnenen Informationen so erschreckt sein wird, dass er für eine Amtsenthebung stimmt. Aber wer hat Ihnen gesagt, dass JD Vance an die Macht kommen wird? Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde nach dem Rücktritt Richard Nixons angesichts einer drohenden, unvermeidlichen Amtsenthebung Gerald Ford, der nicht gemeinsam mit Nixon zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden war. Er war Senator, glaube ich, oder Mitglied des Repräsentantenhauses, den das Repräsentantenhaus nach dem Rücktritt von Vizepräsident Spiro Agnew, der unter der Last von Korruptionsvorwürfen zurücktreten musste, zum Vizepräsidenten gewählt hatte.
Wenn also Trumps Regierung derart auseinanderzufallen beginnt, dass die Republikaner bereit sind, für Amtsenthebungsverfahren gegen ihre Vertreter zu stimmen, könnte auch JD Vance aus dem Amt entfernt werden. Und Präsident der Vereinigten Staaten würde dann eine Person, die vom Repräsentantenhaus zum Vizepräsidenten gewählt wurde, also höchstwahrscheinlich ein Vertreter der Demokratischen Partei. Aber ich halte ein solches Szenario überhaupt nicht für wahrscheinlich. Ich sage Ihnen nur, wie es aus rechtlicher Sicht aussehen könnte.
Frage: Wird sich wirklich alles unmittelbar nach den Wahlen und erst recht nach dem 3. November ändern, oder wird Trump höchstwahrscheinlich wegen der Wahlergebnisse vor Gericht ziehen und Zeit schinden?
Portnikov: Ich glaube nicht, dass Trump vor Gericht ziehen wird, weil die Gerichte ihm kaum irgendein Ergebnis bringen werden. Ich halte es für möglich, dass er die Wahlergebnisse nicht anerkennt, was den Beginn einer neuen politischen Epoche in Form eines Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten von Amerika bedeuten würde. Das halte ich durchaus für möglich. Nach dem 3. November kann sowohl die Agonie der Trump-Regierung beginnen, weil die Demokraten im Kongress an die Macht kommen, als auch die Agonie der Trump-Regierung durch den Beginn eines Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten, falls die Regierung die rechtskräftig festgestellten Ergebnisse der Wahlen zum US-Kongress nicht anerkennt. Beide Möglichkeiten schließe ich nicht aus. Wir können Zeugen beider Szenarien werden. Man muss sich also auf das eine wie auf das andere vorbereiten.
Frage: Wie wichtig ist eine Erneuerung der Republikanischen Partei und ihre Rückkehr auf den Weg Reagans?
Portnikov: Wenn Trump rapide an Popularität verliert, werden sich die Republikaner natürlich nicht nur von ihm abwenden, sondern auch von der MAGA-Bewegung, die im Grunde Donald Trumps Wählerbasis bildet und gerade eine klassische ultrarechte politische Bewegung im heutigen Verständnis dieses Begriffs ist. Aber hier stellt sich eine andere Frage: Wenn die Republikaner zu ihrem klassischen Parteiprofil zurückkehren, werden sie dann genügend Wählerstimmen auf sich vereinen können, um Wahlen zu gewinnen?
Ich vertrete gerade die Auffassung, dass die Republikaner zum Zeitpunkt von Donald Trumps Auftreten auf der politischen Bühne der Vereinigten Staaten, als er gegen Hillary Clinton antrat, das war 2016, bereits damals faktisch eine demografische Niederlage erlitten hatten. Und sie hatten nicht mehr genügend Wähler, um irgendwelche Wahlen gewinnen zu können. Und Trump gab ihnen einen zweiten Atem, weil es ihm gelang, Bevölkerungsgruppen auf ihre Seite zu ziehen, die zuvor nicht für die Republikaner gestimmt oder überhaupt nicht an Wahlen teilgenommen hatten. Und genau das erklärt, warum sich die Republikanische Partei bis heute im politischen System der Vereinigten Staaten als eine Partei behaupten kann, die in der Lage ist, Wahlen zu gewinnen. Wir wissen nicht, ob die Republikanische Partei als solche noch über eine demografische Basis unter diesen klassischen Amerikanern, den Nachkommen der Pioniere im übertragenen Sinne, verfügt. Ich bin mir da nicht sicher.
Frage: Warum können die Demokraten die Dinge nicht beim Namen nennen und Trump der Lüge überführen, indem sie sagen, dass der Grund für den Anstieg der Dieselpreise der Krieg im Iran ist?
Portnikov: Das haben sie schon eine Million Mal gesagt. Und nicht nur sie haben das gesagt. Vor Kurzem sprach darüber in einem Interview auch der Sprecher des Repräsentantenhauses des amerikanischen Kongresses, Mike Johnson, ein engster Verbündeter Trumps. Er sagte: „Wir verstehen, dass die Preise steigen, weil wir in der Straße von Hormus noch nicht alles geklärt haben.“ Das alles wird offen ausgesprochen. Sie verfolgen das einfach nicht. Nur welche Bedeutung hat es für Trump, was irgendjemand sagt?
Frage: Warum brauchte Biden Abstimmungen zwischen den Kammern, die monatelang dauerten, während Trump das nicht braucht und jede Entscheidung allein und sofort trifft?
Portnikov: Weil die Republikaner im Repräsentantenhaus und im Senat die Mehrheit haben. Ganz einfach. Biden hatte das nicht. Er kontrollierte das Repräsentantenhaus nicht, sondern nur den Senat. Deshalb war Trumps Sieg 2024 historisch, weil die Republikaner sowohl bei der Präsidentschaftswahl als auch im Senat und im Repräsentantenhaus des amerikanischen Kongresses die Oberhand gewannen. Deshalb brauchte Biden Monate für die Abstimmungen, weil die Republikaner nicht stimmen wollten und die Mehrheit stellten. Und ohne sie konnte man über bestimmte grundsätzliche Fragen nicht abstimmen. Trump dagegen braucht das überhaupt nicht. Das ist einfach Mathematik.
Frage: Wie groß sind Zelenskys Möglichkeiten, durch seine Kritik an Trumps Handlungen potenzielle Wähler in den Vereinigten Staaten zu beeinflussen? Hat Zelensky das Potenzial, den Republikanern bei den Wahlen zu schaden?
Portnikov: Ich bin nicht sicher, dass Zelensky ein derart großes Potenzial hat, amerikanische Wähler zu beeinflussen. Aber zweifellos hat Zelensky das Potenzial, die amerikanischen Medien zu beeinflussen, dieselben Medien, die Trump verächtlich als Fake News bezeichnet. Indem sie aber Zelensky und andere in dieser Situation zitieren, lassen sie Trump keine Wahl. Entweder muss er klar sagen, dass er der Ukraine nicht helfen will, oder er muss zur Hilfe für die Ukraine zurückkehren. Dass Zelensky Trump kritisiert und den Vereinigten Staaten vorwirft, dass infolge der amerikanischen Politik Menschen sterben könnten, dass die Vereinigten Staaten Putins Seite gewählt hätten, verschafft den Demokraten zweifellos zusätzliche Trümpfe. Das verstehen alle sehr gut.
Frage: Sie erinnern die Ukrainer immer an ihre Wahl von 2019. Die Ukraine ist seit 35 Jahren unabhängig, Amerika hat 250 Jahre Demokratie hinter sich, und trotzdem gibt es Trump. Sind das Ihrer Meinung nach Methoden politischer Gehirnwäsche oder etwas anderes?
Portnikov: Ich denke, das sind neue Informationstechnologien. Ich muss Ihnen sagen, dass die Informationstechnologie, die Zelensky zum Wahlsieg verholfen hat, bis zu einem gewissen Grad der politischen Technologie Trumps ähnelt. Beide waren Showmen. Trump wurde nicht als Geschäftsmann populär, sondern als Showman. Zelensky begann seine politische Karriere im Grunde mit der Serie Diener des Volkes. Und ja, ich stimme zu, dass man meinen könnte, in der amerikanischen Demokratie dürfte es nach ihrer 250-jährigen Erfahrung solche Geschichten wie die Geschichte Trumps eigentlich nicht geben. Aber noch einmal: Wir leben in einer Welt neuer Informationstechnologien, die völlig andere Verhaltensregeln diktieren. Das ist zweifellos so.
Ich möchte Sie daran erinnern, dass Trump nicht nach, sondern vor Zelensky gewählt wurde. Und Zelenskys Wahl war im Grunde eine Fortsetzung von Trumps Wahl, also die Nutzung dieser Informationstechnologien, lediglich unter Berücksichtigung von Zelenskys eigener Persönlichkeit. Aber ich habe das immer als Fortsetzung ein und derselben Epoche betrachtet. Einer Epoche, in der beliebte Fernsehpersönlichkeiten, heute können das auch Persönlichkeiten aus den sozialen Netzwerken sein, gegen sogenannte traditionelle Politiker gewinnen, weil die Menschen keine traditionellen Politiker mehr brauchen, sondern Lieblinge, die sie auf dem Fernsehbildschirm oder auf dem Bildschirm ihres Smartphones sehen und die einfache Antworten auf schwierige Fragen geben.
Frage: Wird sich in der amerikanischen Politik noch jemand finden, der eine ähnliche Politik wie Biden verfolgen könnte, um zumindest mit der Stabilisierung der Weltordnung zu beginnen?
Portnikov: Nun, das ist eine gute Frage, und wir werden während des Präsidentschaftswahlkampfs 2028 eine Antwort darauf bekommen. Welche Wahl werden die Amerikaner letztlich treffen? Wie werden die Politiker aussehen, die um die amerikanische Präsidentschaft kämpfen werden? Welche grundsätzliche Haltung werden sie zu den Beziehungen mit autoritären Regimen und zur Frage haben, wie die Weltordnung aussehen sollte? Aber ich glaube nicht so recht daran, dass im Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten erneut ein Mensch erscheinen wird, der derart in autoritäre Herrscher verliebt ist, ein Mensch, der mit seinen herzlichen Beziehungen zu Putin, Xi Jinping oder Kim Jong-un prahlt. Das alles hängt möglicherweise doch gerade mit Trumps Persönlichkeit zusammen und nicht einmal mit irgendwelchen ideologischen Grundsätzen jener Bewegung, die die Grundlage seiner politischen Karriere bildet. Denn auch dort gibt es Menschen, die Putin und den Putinismus entschieden ablehnen, nicht weil es sich um eine ultrarechte Ideologie handelt, sondern weil es sich in Russland um eine totalitäre Ideologie und ein totalitäres Regime handelt. Wir werden also sehen. Ich denke, gewisse Chancen bestehen. Obwohl natürlich klar ist, dass sich die politische Bühne der Vereinigten Staaten durch Trump bis zur Unkenntlichkeit verändert hat. Und auch das muss man tatsächlich berücksichtigen.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:[ Artikel, Interview, Essay, Vorlesung, Social Media, Lied, Gedicht] Titel des Originals:[Originaltitel] Autor/Kanal:[Autor ] Veröffentlichung/ Entstehung:[Datum/Epoche ] Originalsprache:[uk, ru, en] Plattform / Quelle: [ Facebook, YouTube, Zeitung, Lied-Sammlung] Link zum Originaltext:
Original ansehen
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Зеленський накинувся на Трампа |
Віталій Портников. 14.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:14.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, betonte heute, dass sein Land weiterhin Geheimdienstinformationen mit der Ukraine teilt. Im Pentagon heißt es, dass die Lieferungen im Rahmen des PURL-Programms nicht eingestellt wurden, bei dem europäische Länder die Vereinigten Staaten für Waffen bezahlen, die diese an die Ukraine liefern. Diese Erklärungen Donald Trumps erfolgten, nachdem es in Kyiv, übrigens nicht zum ersten Mal, einen Angriff mit russischen ballistischen Raketen gegeben hatte, ohne dass die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt zuvor gewarnt worden waren.
Natürlich können wir nicht wissen, was das Ausbleiben der Informationen verursacht hat. Tatsächlich hat es solche Vorfälle mit dem Start russischer ballistischer Raketen ohne vorherige Warnung auch früher gegeben. Aber das gab dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky, die Möglichkeit, infrage zu stellen, ob der Mechanismus der Informationsübermittlung noch derselbe ist wie vor dem Dieselabkommen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation.
Das Wichtigste an dieser Situation ist vor allem, dass Trump sich vor Journalisten rechtfertigt und der Ukraine nicht mit einer möglichen Einstellung des Austauschs von Geheimdienstinformationen droht. Es lohnt sich, daran zu erinnern, dass die Situation während des vorherigen großen Skandals zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine, der sich im Oval Office vor dem Hintergrund der Unterzeichnung eines weiteren bedeutungslosen Dokuments über die ukrainischen Bodenschätze ereignete, völlig anders war. Danach wird es, wie Sie wissen, noch viele bedeutungslose Vereinbarungen und Gesetzesvorlagen geben, von denen die jüngste, das Graham-Gesetz, Donald Trump buchstäblich erst vor wenigen Wochen unterzeichnet hat. Damals war die Situation völlig anders. Das Pentagon entzog der Ukraine buchstäblich innerhalb weniger Stunden den Zugang zu Geheimdienstinformationen.
Und Sie können fragen: „Was ist denn in dieser Zeit geschehen, das den Präsidenten der Vereinigten Staaten dazu zwingt, sich völlig anders zu verhalten? Denn es scheint offensichtlich, dass nach Trumps Drohungen gegen die Ukraine eine Entscheidung über irgendeine Bestrafung, etwa die Einstellung der Übermittlung von Geheimdienstinformationen oder die Schließung des PURL-Programms, einfach eine logische Weiterentwicklung der Ereignisse in der Ukraine-Frage gewesen wäre.“ Aber wie Sie sehen, geschieht das nicht. Ich denke, nicht nur deshalb, weil die Ukraine seit zwei Tagen keine Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation durchführt und Donald Trump damit die Möglichkeit nimmt, neue Drohungen auszusprechen, sondern auch deshalb, weil Trump nicht mehr derselbe ist.
In dieser Zeit hat der Krieg im Nahen Osten stattgefunden, der für den amerikanischen Präsidenten zu einem regelrechten politischen Fiasko wurde und zu einem erheblichen und praktisch nicht mehr rückgängig zu machenden Anstieg der Kraftstoffpreise an amerikanischen Tankstellen geführt hat. Nicht mehr rückgängig zu machen, zumindest deshalb, weil es für Trump wichtig ist, dass dieses Preisniveau bereits bis zu den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress am 3. November dieses Jahres sinkt. Und das wird wohl kaum geschehen, zumindest nicht in größerem Umfang. Und keinerlei Vereinbarungen mit Präsident Putin werden dazu beitragen.
Trump hat sich verändert, weil er jetzt die niedrigsten Popularitätswerte sowohl seiner eigenen politischen Karriere als auch der politischen Karriere jedes amerikanischen Präsidenten in dessen zweiter Amtszeit hat. Ja, er ist der unpopulärste amerikanische Präsident der jüngeren Geschichte, und die Zahl der Menschen, die ihn nicht unterstützen, wird mit jedem Tag weiter wachsen. Trump hat sich verändert, weil er all die Bedrohungen spürt, die für ihn und seine Familienmitglieder entstehen, nachdem die Republikaner zumindest die Kontrolle über das Repräsentantenhaus des amerikanischen Kongresses verloren haben werden. Von der Möglichkeit, auch die Kontrolle über den Senat zu verlieren, will ich gar nicht erst sprechen.
Und deshalb ist er einfach gezwungen, keine abrupten Schritte zu unternehmen. Er ist gezwungen, so zu handeln, dass er zumindest jene Wähler nicht verschreckt, die noch bereit sind, für die Republikaner zu stimmen. Und diese Wähler könnten, wie wir verstehen, nicht einmal ausreichen, um wenigstens die Kontrolle über den Senat zu behalten. Deshalb sieht diese ganze Geschichte in Wirklichkeit wie ein gutes Signal aus, das man im Gedächtnis behalten sollte. Trump kann sich am Vorabend der Zwischenwahlen keinen ernsthaften Konflikt mit der Ukraine erlauben.
Und die Idee selbst, mit Putin Vereinbarungen über Dieselkraftstoff zu treffen, wurde zu einem weiteren Fehler in der Reihe jener vielen Fehler, die Donald Trump seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus bereits begangen hat. Wir wissen in Wirklichkeit nicht, welche Ziele dieses Abkommen hatte, denn es kann sich nicht auf die Dieselpreise auf dem Weltmarkt auswirken, wo nach wie vor letztlich die Straße von Hormus alles bestimmt. Das müssen sogar republikanische Kongressabgeordnete selbst einräumen, wie etwa der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson. Es kann die Einnahmesituation des russischen Staatshaushalts nicht wirklich verändern, der immer mehr Geld für den ununterbrochenen, jahrelangen Krieg benötigt, den der Präsident der Russischen Föderation für den politischen Kalender der zwanziger und dreißiger Jahre dieses kriegerischen 21. Jahrhunderts vorgesehen hat.
Wozu wurde das alles dann getan? Ich habe nur eine wirkliche Erklärung. Das alles könnte ausschließlich zur Rettung des Erdölverarbeitungskomplexes der Russischen Föderation geschehen sein. Der Erdölverarbeitungskomplex der Russischen Föderation wird von den Amerikanern gebraucht, damit sie sich an Lukoils Vermögenswerten im Ausland bereichern können. Ich erinnere Sie daran, dass Trump, nachdem er die sogenannten Sanktionen aus der Hölle gegen die russischen Konzerne Lukoil und Rosneft verhängt hatte, deren Umsetzung aussetzte, offensichtlich bis zu dem Zeitpunkt, an dem über das Schicksal der Vermögenswerte von Lukoil im Ausland, eines der wichtigsten Erdölkonzerne der Welt, entschieden sein wird. Und in diesem Moment stellte sich heraus, dass sich unter denjenigen, die bereit sind, diese Aktien zu kaufen, Personen befinden, die Witkoff und Kushner nahestehen, also Menschen, die für ihre engen Verbindungen zur Administration Donald Trumps bekannt sind.
Putin, ein, wie ich sagen würde, geschickter Rattenfänger, nahm sofort diesen Geruch des Geldes wahr, mit dem man Trumps engste Mitstreiter anlocken und sie dazu bringen kann, im Weißen Haus zu Vertretern seiner eigenen Interessen zu werden. Genau das geschah auch mit Witkoff und Kushner. Und offensichtlich schildern sie Donald Trump diese Aussichten auf eine tatsächliche Bereicherung mit Freude beim gemeinsamen Golfspiel. Wenn man schon nicht Golf spielen kann, kann man wenigstens beim Spielen darüber reden.
Und darin liegt eine gewisse Logik. Welchen Sinn hat es, Lukoils Vermögenswerte zu kaufen, wenn ukrainische Angriffe die Erdölraffinerien dieses Unternehmens in Schrott verwandeln? Und ich möchte Sie übrigens daran erinnern, dass eine der letzten Aktionen der ukrainischen Verteidigungskräfte in Russland gerade die Zerstörung der Produktionsanlagen eines Lukoil-Unternehmens war, das nach diesen Angriffen seinen Betrieb einstellte. Was meinen Sie, ist es für Witkoff und Kushner und andere Trump nahestehende Personen, die bereits den Geruch dieser blutigen russischen Milliarden wahrnehmen, angenehm, solche Nachrichten zu lesen?
Natürlich nicht. Und deshalb gibt es ein sehr einfaches Programm, das, wie ich verstehe, von Witkoff und Kushner während der Verhandlungen in Miami nicht nur den Vertretern der ukrainischen Delegation, sondern auch jenen europäischen Beamten und nationalen Sicherheitsberatern vorgestellt wurde, die gemeinsam mit der ukrainischen Delegation in die Vereinigten Staaten gekommen waren, in der Hoffnung, über etwas Reales und Konkretes sprechen zu können.
Zunächst stellt die Ukraine ihre Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation ein. Und danach reisen Witkoff und Kushner in die russische Hauptstadt und schlagen dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, einen Plan zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges vor, wie er es wollte. Aber sie begleiten diesen Plan mit einigen beträchtlichen Zahlen, mit jenem Geld, mit dem sie den Präsidenten der Russischen Föderation für Lukoil-Aktien bezahlen wollen.
Das heißt, wenn man die Dinge beim Namen nennt, wollen Beamte des Weißen Hauses den Präsidenten der Russischen Föderation bestechen, damit er einer Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zustimmt, vielleicht sogar noch vor den Zwischenwahlen. Das wäre tatsächlich ein ernsthafter, ich würde sagen, gewichtiger Beitrag zum Wahlkampf der Republikaner, denn es könnte zeigen, dass Donald Trump ein wirklicher Friedensstifter ist und nicht jemand, der von irgendwelchen acht angeblich beendeten Kriegen erzählt, die es in Wirklichkeit nicht gibt.
Aber ich denke, dass es hier auch den entgegengesetzten Wunsch gibt. Putin will ebenfalls Witkoff, Kushner und Trump mit Lukoils Vermögenswerten im Ausland bestechen. Nur verfolgt der Präsident der Russischen Föderation ein völlig anderes Ziel. Er will, dass sie die Ukraine in Ruhe lassen und ihm ermöglichen, unseren Staat mitsamt seiner ihm gegenüber illoyalen Bevölkerung zu vernichten und auf dem von russischen Truppen eroberten Gebiet von Uschhorod bis Charkiw ihm gegenüber loyale ethnische Russen und andere Bürger der Russischen Föderation anzusiedeln, die später bereit sein werden, als Kanonenfutter für die russische Armee bei ihrem siegreichen Marsch auf Europa zu dienen. Denn genau darauf bereitet sich Putin in den nächsten Jahren seiner Karriere vor.
Und hier liegt ein Missverständnis vor. Die einen wollen die anderen kaufen, aber ihre Ziele sind völlig entgegengesetzt. Witkoff und Kushner wollen Putin Geld für die Beendigung des Krieges anbieten. Putin will der amerikanischen Administration Geld anbieten, damit sie ihn nicht daran hindert, zu töten, zu schießen, zu vergewaltigen, zu zerstören und all das zu tun, was sowohl dem Präsidenten der Russischen Föderation als auch seinen auf Chauvinismus und Krieg ausgerichteten Landsleuten so sehr gefällt.
Ich frage nicht einmal, wer in dieser Geschichte der Bestechung gewinnen wird. Ich denke, niemand. Dass die Reise von Witkoff und Kushner, wie zu erwarten ist, mit einer absoluten Niederlage und dem Zusammenbruch aller Hoffnungen auf wirkliche Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine enden wird. Wie ich bereits gesagt habe, wird es in einer absehbaren Zukunft keine wirklichen Friedensverhandlungen zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine geben. Und man sollte aufhören, darüber nachzudenken.
Wenn der russisch-ukrainische Krieg tatsächlich in irgendeiner absehbaren Zukunft endet und wir sagen können, dass die nächsten Jahre das Finale dieses endlosen Krieges sein werden, dann kann er ohne irgendwelche wirklichen Vereinbarungen, ohne ein Treffen der Präsidenten, durch ein Abflauen und ein sporadisches Wiederaufflammen dieses Konflikts in der Zukunft enden. Und das wird das Schicksal zweier verfeindeter Länder und zweier verfeindeter Völker sein, die für die nächsten schweren und schwierigen Jahrzehnte Todfeinde bleiben werden.
Wenn sich natürlich nicht etwas in Russland verändert, wenn dort nicht solche umwälzenden politischen Prozesse stattfinden, die zum Zusammenbruch des Geheimdienstregimes, zum Beginn einer innergesellschaftlichen Konfrontation in der Russischen Föderation führen und das Nachbarland mit dem Blut verfeindeter Bevölkerungsgruppen überziehen, die bereit sind, gegeneinander zu kämpfen. Aber bislang sehe ich keine Perspektiven für eine solche Entwicklung der Ereignisse. Denn wir wissen, dass die Eroberung fremder Gebiete die Russen immer zusammenschweißt und aus ihnen eine ziemlich monolithische Gesellschaft macht. Wenn das russische Volk anders wäre, würde es nicht über das Territorium des flächenmäßig größten Landes der heutigen Welt verfügen. Auch daran muss man denken, wenn wir über die Ethnogenese dieses Imperiums sprechen.
Wie könnte also der Plan aussehen, den Witkoff und Kushner dem russischen Präsidenten vorschlagen? Heute hat bereits in der Washington Post einer der führenden Kolumnisten dieser Zeitung über diesen Plan gesprochen. Im Grunde wurde er dort als westlicher Plan bezeichnet, aber dann kam aus dem Büro des ukrainischen Präsidenten die Klarstellung, dass es sich vor allem um die amerikanische Position handelt. Der Plan ist vollkommen utopisch. Das heißt, man kann verstehen, warum wir ihm zustimmen könnten. Es ist völlig unverständlich, warum der Kreml ihm zustimmen sollte.
Nun, beispielsweise gibt es in dem Plan einen Abschnitt über den Wiederaufbau der Ukraine. Aber den können wir sofort vergessen, denn mit einem Wiederaufbau der Ukraine wird, wie Sie verstehen, nicht begonnen werden, bevor eine Entscheidung über die Beendigung der Kampfhandlungen getroffen und eine Entscheidung über Sicherheitsgarantien gefällt wurde. Und beide Entscheidungen erscheinen, gelinde gesagt, illusorisch.
Nun also zu den Sicherheitsgarantien, dem zweiten Punkt dieses Plans. Dort wird vorgeschlagen, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben, die ihrem Sinn nach mit Artikel 5 des NATO-Vertrags vergleichbar wären. Entschuldigen Sie, aber dieser Ansatz erscheint als völliger Idiotismus, wenn wir hoffen, dass Russland dem zustimmen wird. Denn es stellt sich die Frage: Wenn Moskau will, dass uns niemand hilft und dass im Falle eines möglichen neuen Angriffs, falls es den alten beenden will, kein einziges Land der Welt der Ukraine zu Hilfe eilt und erst recht nicht an ihrer Seite kämpft, wozu sollte es dann wollen, dass am Ende des Krieges zwischen der Ukraine und Russland die Ukraine von westlichen Ländern, von denen einige Atommächte sind, Sicherheitsgarantien erhält, die Artikel 5 des NATO-Vertrags entsprechen? Denn das bedeutet für Russland die Aussicht auf einen möglichen Atomkrieg. Wozu sollte es das brauchen? Nennen Sie mir wenigstens einen einzigen Grund.
Oder wir müssten der russischen Erzählung zustimmen, wie es einige ukrainische Abgeordnete tun, die ihren Wahlkampf bereits in ihren, wie ich sagen würde, schmutzigen Träumen vor sich sehen, dass Russland tatsächlich über das Heranrücken der NATO an seine Grenzen besorgt sei. Warum führt es dann keinen Krieg gegen Finnland? Warum führt es keinen Krieg gegen Schweden? Warum führt es keinen Krieg gegen Polen? Warum führt es keinen Krieg gegen Litauen, Lettland und Estland? Warum hat es mit der Ukraine begonnen, die kein NATO-Mitglied ist, statt einen entschlossenen Schlag gegen Länder zu führen, die bereits Mitglieder des Nordatlantischen Bündnisses sind? Denn wenn die NATO eine Bedrohung ist, muss man die NATO angreifen. Deshalb ist das völliger Unsinn.
Russland wird niemals zustimmen, dass die Ukraine irgendwelche wirklichen Sicherheitsgarantien erhält. Das wird nicht geschehen. Sonst müssten die Russen anerkennen, dass sie all diese Jahre vergeblich Krieg geführt und die Ukraine zerstört haben. Damit die Russen also einer solchen Sache zustimmen, müssten feindliche Armeen in der russischen Hauptstadt stehen und der russische Präsident, nicht einmal Putin, irgendwelche Vereinbarungen unter vorgehaltener Maschinenpistole unterzeichnen. Solange das nicht geschieht, erwarten Sie nicht, dass Russland etwas Derartigem zustimmen wird.
Der nächste Punkt, den die Amerikaner vorschlagen werden, ist die Wiederaufnahme der Lieferungen russischen Erdöls und Erdgases nach Europa. Dabei wird die Ukraine zu einem Transitdrehkreuz für dieses Gas. Ukrainische Erdöl- und Erdgaspipelines werden zu Transitrouten für russische Energieträger. Wiederum kann ich verstehen, wozu die Ukraine das braucht, die Geld für den Transit erhalten wird. Ich kann verstehen, dass Russland an der Wiederaufnahme seiner Energieexporte nach Europa interessiert wäre. Obwohl ich mir da nicht ganz sicher bin, denn Russland würde sich offensichtlich lieber nach Osten orientieren. Aber das ist eine andere Frage. Es würde gern, kann aber nicht so recht, obwohl es Anstrengungen unternimmt. Gerade in diesen Tagen bespricht einer von Putins wichtigsten Beratern, Nikolai Patruschew, in Peking den Weiterbau der Gaspipeline „Kraft Sibiriens 2“. Nun ja, wissen Sie, eine Pipeline weiterzubauen und bereits über die entsprechenden Möglichkeiten zu verfügen, ist natürlich nicht dasselbe.
Aber die Ukraine war doch viele Jahrzehnte lang ein Transitdrehkreuz für die Russische Föderation. Europa war doch der Kontinent, in den Russland jahrzehntelang Gas lieferte. Und Russland begann den Krieg genau aus dieser Position heraus. Mehr noch: Eine der ersten Entscheidungen Putins, als er Präsident der Russischen Föderation wurde, war die Übernahme der Kontrolle über Gazprom. Die alte Führungsmannschaft, die noch mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten der Russischen Föderation Viktor Tschernomyrdin und dem Gazprom-Chef Rem Wjachirew verbunden war, wurde aus diesem Konzern entfernt und durch Putins Manager unter der Führung von Alexei Miller ersetzt, der Gazprom all diese Jahrzehnte lang leitet. Und welche erste Aufgabe gab Putin Miller? Umgehungspipelines zu bauen, damit die Ukraine aufhört, ein Transitland für die Russische Föderation zu sein.
Putin bereitete sich praktisch vom ersten Tag seiner Amtszeit als Präsident der Russischen Föderation darauf vor, der Ukraine ihren Status als Transitland zu nehmen. Der große russisch-ukrainische Krieg begann kurz nach der Fertigstellung der Gaspipeline Nord Stream 2. Damit brauchte Russland die Transitdienstleistungen der Ukraine nicht mehr und musste sich keine Gedanken mehr über das Schicksal unseres Gastransportsystems machen.
Und übrigens war ich einer jener Journalisten, die sowohl die Ukrainer als auch, übrigens, die Deutschen immer gewarnt haben. Ich sagte meinen deutschen Kollegen, dass der große Krieg genau dann beginnen werde, wenn Putin sicher sei, dass er über Transitmöglichkeiten zur Umgehung der Ukraine mithilfe von Unterwasserpipelines verfüge. Leider ist es genau so gekommen. Das ist einer der Gründe, warum er 2022 keine Angst vor einem solchen Angriff hatte. Denn wenn diese Gaspipelines fertiggestellt worden wären und die Coronavirus-Pandemie nicht begonnen hätte, wäre der große russische Angriff auf die Ukraine einige Monate nach dem Treffen des russischen Präsidenten Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Zelensky in Paris im Normandie-Format erfolgt. Putin hätte dabei gesehen, dass Zelensky nicht zu jener Kapitulation vor Russland bereit war, die die russische Führung unmittelbar nach den ukrainischen Präsidentschaftswahlen 2019 erwartet hatte, weil diese in Moskau als Triumph der Kapitulationsstimmung in unserem Land betrachtet wurden. So funktioniert das im Grunde.
Dann stellt sich die Frage: Wozu sollte Putin dem jetzt zustimmen? Diesem Punkt des Plans. Und auch das ist ein ziemlich wichtiger Punkt, über den man sprechen muss, wenn wir die Situation im Zusammenhang mit den Plänen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges erörtern, wie Sie verstehen.
Deshalb scheint es mir, dass man alle anderen Punkte dieses Plans schon gar nicht mehr diskutieren muss. Sie sind traditionell: die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland. Nun, das wäre ein logisches Ergebnis der Beendigung des Krieges, wenn man nach Wegen sucht, sich mit Putin zu verständigen. Und außerdem die Beendigung der Kampfhandlungen entlang der Trennlinie. Ich glaube auch nicht so recht, dass jemand dem zustimmen wird, denn Sie sehen, dass Russland nicht bereit ist, die Kampfhandlungen einzustellen, bevor es die Gebiete Donezk und Luhansk vollständig erobert hat. Aber Sie sehen, dass solche Pläne von amerikanischer Seite vorgeschlagen werden. Das bezeugt erneut, dass einige amerikanische Beamte in ihrem Wunsch, die Kontrolle über Lukoils Vermögenswerte im Ausland zu erlangen, den gesunden Menschenverstand verlieren.
Nun stellt sich die Frage: Wie werden sich die Ereignisse tatsächlich entwickeln? Genau so werden sie sich entwickeln. Wenn Putin sagt, dass Russland nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren wird, bevor die ukrainischen Truppen das Gebiet der Regionen Donezk und Luhansk verlassen haben oder bevor die russische Armee die vollständige Kontrolle über diese Regionen erlangt hat, sollte man ihm glauben. So wie man ihm damals hätte glauben sollen, als er praktisch ganz offen vor einem Angriff auf die Ukraine warnte. Das heißt, solange die Frage der vollständigen Kontrolle über Donezk und Luhansk nicht auf die eine oder andere Weise geklärt ist oder bis eine der Seiten so erschöpft ist, dass sie keine wirksamen Kampfhandlungen mehr fortsetzen kann, wird es überhaupt keine wirklichen Verhandlungen geben.
Was wird geschehen, wenn beispielsweise die Frage von Donezk auf die eine oder andere Weise diplomatisch oder militärisch gelöst wird und irgendwelche Verhandlungen beginnen? Auch sie werden zu keinem wirklichen Ergebnis führen. Schon in der ersten Verhandlungsrunde wird Russland neue Bedingungen an die Ukraine stellen. Wenn die Ukraine die Regionen Donezk und Luhansk nicht verteidigen kann und sie verloren gehen, wird Russland verlangen, dass sich die Ukraine aus den Gebieten Saporischschja und Cherson zurückzieht.
Wenn die Frage von Donezk und Luhansk auf diplomatischem Wege gelöst wird und Russland beispielsweise auf Druck der Vereinigten Staaten die Kontrolle über diese Gebiete kampflos erlangen kann, woran ich nicht glaube, aber ich sage nur: Wenn die Frage der Gebiete Saporischschja und Cherson auf demselben diplomatischen Wege gestellt wird, wird damit alles enden. Das heißt, Russland hatte niemals den Wunsch, durch Verhandlungen einen Frieden in der Ukraine zu vereinbaren, hat ihn nicht und wird ihn auch in absehbarer Zukunft nicht haben.
Was kann man dem entgegensetzen? Man kann dem die schrittweise Zerstörung der russischen Ressourcen und die Verwandlung Russlands in einen dysfunktionalen Staat entgegensetzen: Rechenzentren zerstören, Erdölraffinerien zerstören, sobald Trump von seinen Forderungen ablässt oder ohne auf Trump zu achten, Rüstungsbetriebe zerstören, Brücken sprengen, die Situation destabilisieren, alles Mögliche tun, damit der russische Staat nicht mehr funktionsfähig ist, aber nicht so sehr, dass er auseinanderbricht. Denn die demografische Katastrophe in Russland und Flüchtlinge aus der Russischen Föderation könnten für die Nachbarländer, einschließlich der Ukraine, zu einem Verhängnis werden. Man sollte nicht glauben, dass wir damit fertigwerden, wenn es zu einer humanitären Katastrophe kommt, oder dass wir die Grenzen schließen und niemanden hereinlassen werden. Auch das könnte bis zu einem gewissen Grad eine Illusion sein.
In jedem Fall ist das eine Frage des Gleichgewichts. Wenn es uns gelingt, die Möglichkeiten der Russischen Föderation zu untergraben, wird der Krieg abflauen. Wenn es uns nicht gelingt, wird der Krieg weitergehen, die ukrainischen Städte werden Infrastruktur und Ressourcen verlieren, die Bevölkerung wird immer kleiner werden. Und so wird sich die Situation in den nächsten Jahren entwickeln. Das sind im Grunde zwei Szenarien für die Entwicklung der Ereignisse. Ein drittes Szenario, dass wir uns zusammensetzen und uns einigen, wird es nicht geben, denn niemand hat vor, sich mit uns zu einigen.
Im ersten Szenario müssen wir von unseren Verbündeten energischere Hilfe verlangen. Vielleicht können die Amerikaner, wenn sie endgültig zu der Überzeugung gelangen, dass Putin Trump völlig egal ist und dass er ihn täuscht, mehr und schneller handeln. Obwohl ich nicht besonders daran glaube. Vielleicht wird nach den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten bereits der Kongress von Trump entschlossenere Maßnahmen verlangen. Auch das könnte geschehen. Das heißt, man muss irgendwelche Wege suchen, den Krieg durch die Erschöpfung des Aggressorstaates zu beenden. Man muss sich bewusst machen, dass der diplomatische Weg eine Sackgasse ist. Man muss verstehen, dass Russland versuchen wird, die Ukraine mithilfe seiner Agenten und nützlichen Idioten zu destabilisieren, die nach Macht und Geld gieren und erzählen werden: „Wir setzen uns hier zusammen und einigen uns.“ Auch dieses Bewusstsein muss vorhanden sein.
Man darf den Fehler von 2019 nicht noch einmal wiederholen. Was beim ersten Mal einfach als Tragödie durchging, wird beim nächsten Mal zum endgültigen Verschwinden sowohl der Ukraine als auch der Ukrainer führen. Das garantiere ich Ihnen. Einen solchen fatalen Fehler darf man nicht zweimal hintereinander begehen. Zumal Volodymyr Zelensky 2019 noch das Recht auf einen gewissermaßen entschuldbaren Fehler hatte, weil niemand in der Ukraine bis zum Ende begriff, wozu Russland bereit sein könnte, um die Kontrolle über das wiederherzustellen, was es als historische russische Gebiete betrachtet. Jetzt aber verstehen das alle, und Menschen, die versuchen, etwas anderes zu behaupten, sind absolut widerwärtige, niederträchtige Zyniker, deren tatsächliche Verbindungen man untersuchen sollte, nicht ihre Ansichten, verdammt noch mal, sondern ihre Verbindungen.
Und auch hier darf man keine naiven Idioten sein. Wie viele russische Agenten sind inzwischen von hier geflohen? Die einen 2014, dann flohen in den zwanziger Jahren jene, die geblieben waren. All diese Menschen befanden sich in den höchsten Etagen der ukrainischen Macht und erwiesen sich sämtlich als russische Agenten. Der Präsident, der Ministerpräsident, der Innenminister, der Leiter des Sicherheitsdienstes der Ukraine, der Generalstabschef, der Befehlshaber der Seestreitkräfte, der Generalstaatsanwalt, der Leiter des Zolldienstes. Was muss man denn noch erklären, wenn ich daran erinnere, dass wir buchstäblich mit Agenten der Russischen Föderation, mit Offizieren und Agenten des FSB und des russischen Auslandsgeheimdienstes durchsetzt waren?
Ja, das war 2014. Und welche Schlussfolgerungen wurden gezogen? Dass diese Agenten 2022 unmittelbar vor der russischen Invasion einfach in Autos, Züge und Flugzeuge stiegen und die Ukraine verließen. Man hat wieder nichts gelernt. Der ehemalige Vizepremierminister der Ukraine und ehemalige Chef der ukrainischen Nationalbank Arbusow ist jetzt Abgeordneter der Staatsduma der Russischen Föderation. Der ehemalige Abgeordnete der Werchowna Rada der Ukraine Derkatsch ist jetzt Mitglied des Föderationsrates der Föderalversammlung Russlands, ein Held Russlands. Der ehemalige Leiter der Präsidialverwaltung der Ukraine, Medwedtschuk, behauptet, dass es die Ukraine als Staat niemals gegeben habe und dass es das ukrainische Volk nicht gegeben habe. Reicht Ihnen das nicht, oder glauben Sie, dass die Liste der Agenten damit endet?
So viele es gab, so viele sind geblieben. Sie werden später einfach feststellen, dass all diese Menschen nicht bloß irgendwelche Betrüger waren, sondern Menschen mit ganz konkreten russischen Verbindungen. Dabei ist es schon erstaunlich, dass diese Leute nicht gleich mit den spitzen Mützen der Roten Armee herumlaufen. Und ich frage meine Kollegen immer: „Warum laden Sie diese Menschen in Ihre Sendungen ein? Warum sprechen Sie mit ihnen? Sehen Sie denn nicht, dass sie keinerlei eigene Gedanken äußern? Sie verbreiten russische Narrative.“
Nun, bis 2022 liefen bei meinen Kollegen irgendwelche Dschangirow und Pogrebinski durch die Sendungen. Menschen, bei denen man, wissen Sie, gar nicht genug Brandzeichen hätte anbringen können. Das waren einfach russische Agenten. Jetzt übernimmt irgendein verrückter Dazjuk, der als Einziger aus dieser Gesellschaft übrig geblieben ist, diese Rolle. Nun, das ist doch dasselbe. Das ist doch genau dasselbe, nur in anderer Aufmachung. Die anderen sind einfach irgendwo verschwunden oder geflohen, ich weiß nicht einmal, wo sie sind. Er ist geblieben. Irgendwann wird auch er fliehen, und alle werden sagen: „Oh, er ist geflohen.“ Verstehen Sie das wirklich nicht? Wir sind ein Land, in dem Russland immer wie eine Metropole in einer Kolonie gearbeitet hat. Sowohl der KGB als auch der FSB haben Menschen angeworben. Nun seien Sie doch nicht naiv. Das ist eine ganz einfache Geschichte.
Und ich soll mich auch noch mit diesen Menschen streiten, irgendwelche ihrer Thesen diskutieren, obwohl das überhaupt keine Thesen sind, sondern ganz gewöhnliche Arbeit für den Feind. Zweifeln Sie nicht einmal daran. Sie werden es später nur bereuen. Ganz zu schweigen von all diesen nützlichen Trotteln, entschuldigen Sie, die uns erzählt haben, wie Trump nach seinem Wahlsieg den Krieg beenden werde. Da gab es eine ganze Brigade russischsprachiger Rentner aus Brighton Beach, bildlich gesprochen, und aus verschiedenen anderen Gegenden der Vereinigten Staaten, die niemand jemals gekannt oder zu Gesicht bekommen hatte. Glauben Sie, die sind zufällig aufgetaucht?
Ihre Anhänger haben mir regelrecht, ich würde sagen, das Telefon heißlaufen lassen und verrückte Kommentare geschrieben: „Warum sind Sie nicht zu einer Debatte mit dem nächsten Schwindler gegangen?“, dessen Agent, wie ich ebenfalls glaube, ein bekannter politischer Berater mit Verbindungen ins Ausland, hatte mir vorgeschlagen, diese Debatte auf dem zentralen Platz von Charkiw auf Russisch zu führen. Zum Teufel mit ihm. Und Oles Donij sollte die Debatte ebenfalls auf Russisch moderieren. Im Ernst, das ist doch alles Auftragsarbeit, verstehen Sie? Das ist doch keine journalistische Tätigkeit. Das ist ein Auftrag, der von bekanntlich wem erteilt wurde.
Und diese Menschen verschwinden ja nicht. Sie setzen ihr schmutziges Werk fort. Einer von ihnen erklärt jetzt, wie Georgien und Finnland sich mit Russland geeinigt hätten und warum wir uns nicht einigen. Er stellt sich dumm. Als wäre nicht klar, warum wir uns mit den Russen nicht einigen. Weil sie wahrscheinlich glauben, dass Finnen und Georgier andere Völker sind. Und deshalb dürfen sie dort vorerst im Vorzimmer warten, bis die wichtigsten Fragen geklärt sind. Wir aber seien ein Volk mit den Russen. Und deshalb wird jenen Ukrainern, die sich als Ukrainer betrachten, einfach das Existenzrecht abgesprochen. Und diese Leute versuchen in reinem Ukrainisch, diese Schweine, so zu tun, als würden sie das nicht bemerken. Dafür fehlen einem einfach die Nerven, verstehen Sie? Man hat keine Nerven mehr für diesen niederträchtigen Idiotismus. Nun ja, das sind Emotionen.
Ich werde die Fragen beantworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden.
Frage: Was meinen Sie, sind diese Rechtfertigungen eine neue Fassade, und tut Trump alles, damit die Republikaner den Senat wiedergewinnen beziehungsweise behalten? Ergibt das in dieser Hinsicht irgendeinen Sinn?
Portnikov: Natürlich tut er alles, damit die Republikaner den Senat behalten. Deshalb kann er nicht besonders viel riskieren, zumal er bereits gesehen hat, dass es selbst unter den Republikanern nicht wenige Menschen gibt, die sich gegen seine sinnlose Dieselabsprache mit Putin ausgesprochen haben. Denn nochmals: Diese Absprache ergibt überhaupt keinen Sinn, außer dem Versuch, wissen Sie, das Fell des von Witkoff noch nicht erlegten Bären nicht zu beschädigen. Also die Lukoil-Aktien. Deshalb versucht er tatsächlich irgendwie, beides zu haben: seinen Vorteil zu bekommen und sich gleichzeitig nicht mit uns zu zerstreiten.
Frage: Könnte es sein, dass Trump versucht, sämtliche Geschäfte noch vor den Kongresswahlen abzuschließen, weil er versteht, dass sie im Falle einer Niederlage der Republikaner wesentlich schwieriger zu organisieren sein werden?
Portnikov: Nun, ich glaube nicht, dass es so viel schwieriger sein wird. Schließlich wird er die Kontrolle über die Außenpolitik behalten, ganz gleich, wie der Kongress zusammengesetzt sein wird. Aber es stimmt, dass er dann vielleicht einfach keine Zeit mehr für solche Geschäfte haben wird. Das ist realistisch. Dem stimme ich zu. Denn wenn der Kongress, selbst wenn es nur das Repräsentantenhaus ist, sich in einen Untersuchungsausschuss verwandelt und alles untersucht, was Trump und seine Administration in dieser Zeit angerichtet haben, können Sie sich nicht einmal vorstellen, was wir alles erfahren könnten. Es sei denn natürlich, wir werden in den Vereinigten Staaten sogar Zeugen eines Bürgerkriegs, denn Trump könnte die Niederlage einfach stumpfsinnig nicht anerkennen. Auch das ist möglich. Auch darauf muss man sich vorbereiten. Aber wenn er die Niederlage anerkennt und all das beginnt, dann wird uns Watergate, glaube ich, wie eine Kleinigkeit vorkommen. Sie können sich das Ausmaß dessen, was da geschehen könnte, einfach nicht vorstellen.
Frage: Wie stehen die Chancen, dass nach Trump der Ultralinke in den Vereinigten Staaten an die Macht kommt? Welche Folgen könnte das für die Ukraine haben?
Portnikov: Im Grunde habe ich keine Gewissheit, dass gerade in diesem Abschnitt des Wahlzyklus ein ultralinker Kandidat an die Macht kommen könnte, dass die Demokraten gerade einen solchen Kandidaten aufstellen werden. Ja, der ultralinke Flügel gewinnt innerhalb der Demokratischen Partei an Einfluss. Das stimmt. Ja, er kann bei der Auswahl des Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei eine sehr wichtige Rolle spielen. Das alles stimmt, aber er stellt dort keine Mehrheit. Das heißt, heute habe ich keine Gewissheit, dass eine Person wie beispielsweise Zohran Mamdani als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei aufgestellt werden könnte.
Aber ich schließe nicht aus, dass sich die weitere Entwicklung der Ereignisse in den Vereinigten Staaten nach einem solchen Szenario vollziehen könnte, denn wir wissen nicht, was in den nächsten Jahren von Trumps Präsidentschaft geschehen wird. Denken Sie nur daran, dass wir noch nicht einmal zwei Jahre hinter uns haben. Dieses ganze, sagen wir, Feuerwerk der Ereignisse findet seit Februar 2025 statt. Praktisch sind das ein Jahr und acht Monate, noch nicht einmal zwei Jahre, und vor uns liegen noch zwei weitere Jahre. Sie können sich nicht einmal vorstellen, wie sie werden könnten. Stellen Sie es sich lieber gar nicht vor.
Ich sage immer: Wenn es während dieser Präsidentschaft keinen Dritten Weltkrieg gibt, wird das schon ein riesiger Erfolg sein, ein solcher Erfolg. Wenn Trump im Winter 2029 das Oval Office verlässt und es bis dahin noch keinen Dritten Weltkrieg gegeben hat, dann werden wir sagen: „Mein Gott, mein Gott, was haben wir für ein Glück gehabt. Was haben wir für ein Glück gehabt.“ Verstehen Sie, wir hätten mit Zelensky so viel Glück haben müssen. Wenn Zelensky sein Amt ohne einen russisch-ukrainischen Krieg verlassen hätte, wäre das ein Glück gewesen. Aber wir hatten kein Glück, denn im Grunde war der Krieg durch die Wahl Zelenskys vorprogrammiert. Die Wahl Trumps programmiert den Dritten Weltkrieg vor. Nun, wir werden sehen. Nicht immer geschieht alles nach Programm. Wir sind schließlich alle lebendige Menschen.
Aber ich glaube nicht, dass ein ultralinker Kandidat ein gewaltiges Problem für die Ukraine wäre. Für Israel könnte das ein großes Problem sein. Das ist eine Tatsache. Die Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten könnten sich bis zur Unkenntlichkeit verändern. Die Ukraine aber ist ein Land, das immerhin in beiden politischen Parteien Unterstützung genießt. Die Mehrheit der Bürger der Vereinigten Staaten unterstützt die Ukraine und nicht Russland. Deshalb würde ich nicht sagen, dass sich dort etwas so Wesentliches ändern wird.
Aber hören Sie, wir müssen bis 2029 überleben. Die nächsten Jahre werden sehr schwere Kriegsjahre sein. Deshalb sollten wir nicht darüber nachdenken, was 2029 sein wird, sondern versuchen, bis 2029 zu überleben. Auch das ist eine Aufgabe mit fünf Sternchen.
Frage: Gibt es oder kann es wirkliche Voraussetzungen für einen Friedensvertrag zwischen der Ukraine und Russland geben? Gibt es historische Beispiele dafür, dass wir einen dauerhaften Frieden erreichen könnten?
Portnikov: Nein. Wenn ein Land einem anderen das Existenzrecht abspricht und glaubt, dass sich dieses Land auf seinem historischen Territorium befindet, dann gibt es keinerlei Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zwischen diesem Land und jenem Land, das ihm und sogar seinem eigenen Volk das Existenzrecht abspricht. Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zwischen Russland und der Ukraine wird es nie wieder geben.
Sie können fragen, warum es früher anders war. Weil man in Russland von 1991 bis ungefähr 2014 der Meinung war, dass die Eingliederung der Ukraine mit politisch-wirtschaftlichen Mitteln erfolgen würde und man keine Gewalt anwenden müsse. Der Sieg des Maidan 2013–2014 und der Zusammenbruch des prorussischen Regimes Janukowytschs, das die Institutionen des ukrainischen Staates selbst hätte demontieren sollen, denn russische Aufseher saßen bereits in all unseren Behörden und einige russische Staatsbürger leiteten sogar solche Behörden, beispielsweise das Verteidigungsministerium.
Die Schlussfolgerung war vollkommen eindeutig: Ohne Gewaltanwendung würde es nicht gelingen, die Ukraine einzugliedern. Das heißt, wenn es uns gelingt, Russland zurückzuschlagen, werden wir für eine gewisse Zeit die Möglichkeit erhalten, uns auf die nächste Konfrontation vorzubereiten. Und wenn wir einen ausreichend starken Staat schaffen und nicht auf Idioten hören, die uns sagen werden, dass jetzt Frieden herrsche, dann wird Russland uns beim nächsten Mal vielleicht nicht angreifen, sondern sich ausschließlich mit der politischen und wirtschaftlichen Destabilisierung der Ukraine beschäftigen und nichtmilitärische Mittel einsetzen.
Dann werden wir, bildlich gesprochen, so leben wie Israel in der Zeit zwischen den Kriegen. Terror, Sabotage, politische Morde, irgendwelche Explosionen in Rüstungsbetrieben, aber zu einem regelrechten Krieg wird es nicht kommen. Oder es wird kurze Kriege geben. Ich sage immer, dass das Glück der Ukraine im Grunde in kurzen Kriegen und lang anhaltendem Frieden liegt.
So werden die Beziehungen zu Russland aussehen. Aber damit wir einen dauerhaften Frieden mit Russland haben können, müsste Russland die Idee einer möglichen Eingliederung der Ukraine selbst aufgeben. Wenn der Krieg Russlands gegen die Ukraine mit einem gewissen Abflauen endet und wir in den nächsten Jahrzehnten keine aktiven Kampfhandlungen zulassen, weil wir ein starker militärisch ausgerichteter Staat an der Grenze zu Russland sein werden, dann werden jene Kinder, die ungefähr jetzt geboren werden und zum Zeitpunkt des Endes der Kampfhandlungen in die erste Klasse gehen werden, sagen wir, ich weiß nicht, in welchem Jahr das sein wird, nehmen wir das Jahr 2030, also Kinder des Geburtsjahres 2023, wenn sie erwachsen werden und die Mehrheit der Bevölkerung stellen, also etwa in den Jahren 2063 bis 2069, die Ukraine tatsächlich als einen anderen Staat wahrnehmen. Sie werden nichts mit ihr gemeinsam haben. Sie werden niemals hier gewesen sein, werden das Land nicht als etwas betrachten, das ihnen gehört. Vielleicht als etwas Feindliches, aber nicht als etwas Eigenes. Dann könnten in den sechziger oder siebziger Jahren des 21. Jahrhunderts gewisse Voraussetzungen für die Unterzeichnung irgendeines Friedensabkommens entstehen. Vielleicht aber auch nicht. Zwischen den beiden Koreas geschieht das schließlich auch nicht. Ungefähr so. Aber solche Chancen wird es in den siebziger und achtziger Jahren des 21. Jahrhunderts geben.
Frage: Sehen Sie ein realistisches Szenario, in dem Donald Trump aufhört, Druck auf die Ukraine auszuüben, und beginnt, systematisch Druck auf Putin auszuüben? Oder sollte die Ukraine anerkennen, dass das niemals geschehen wird?
Portnikov: Ich denke, dass das niemals geschehen wird. Ich sehe für Donald Trump keinen Grund, systematisch Druck auf Putin auszuüben und aufzuhören, Druck auf die Ukraine auszuüben. Wozu denn? Wozu sollte er systematisch Druck auf Putin ausüben? Wenn er darüber besorgt ist, dass Russland sich China noch weiter annähern könnte, wenn er Russland von China lösen will, wozu sollte er dann systematisch Druck auf Putin ausüben? Man muss einfach verstehen, dass diese Präsidentschaft so sein wird. Sie sollte auch so sein. Sie ist für uns übrigens, das muss ich Ihnen sagen, Freunde, viel besser, als man sich Trumps Präsidentschaft vorgestellt hatte. Sowohl in unserer Vorstellung als auch, würde ich sagen, in Putins Vorstellung, denn Putin hatte mit Trumps Präsidentschaft wesentlich größere Hoffnungen verbunden als das, was er bekommen hat. Also wollen wir das Schicksal nicht herausfordern. Trump ist gezwungen, diese offensichtliche Unterstützung für die Ukraine zu berücksichtigen, die ich mehrfach beobachtet habe und die es in der amerikanischen Gesellschaft gibt. Zweifellos gibt es sie.
Frage: Wird Trump nach den Zwischenwahlen über genügend Ressourcen verfügen, um Russlands Sieg im Krieg zu garantieren?
Portnikov: Nein, Russlands Sieg im Krieg hängt nicht von Trump ab. Russlands Sieg im Krieg hängt von der ukrainischen Armee, vom ukrainischen Volk und von ihrer Fähigkeit ab, dem russischen Aggressor Widerstand zu leisten. Wenn die Ukraine dazu bereit ist, wird es keinen Sieg Russlands im Krieg geben, denn Russland verfolgt im Krieg wesentlich maximalistischere Siegesziele als wir. Unser Ziel ist es, den Angriff abzuwehren. Unser Maximalziel ist es, unsere Staatsgrenzen von 1991 wiederherzustellen. Und Russlands Maximalziel ist es, die Ukraine vollständig zu zerstören, die ukrainischen Gebiete von Transkarpatien bis Charkiw der Russischen Föderation einzuverleiben und den größten Teil der ukrainischen Bevölkerung zu vernichten, indem man sie über die Grenzen vertreibt, die Städte in Ruinen verwandelt und das Territorium der Ukraine mit Russen besiedelt. Und das sind nicht meine Worte, das sind die Worte des Beraters des russischen Präsidenten, dieses Koltunow, der genau das gesagt hat: „Die Ukraine nähert sich bereits der Grenze ihrer Existenz, und nur Russland kann sie retten, so wie es sie immer gerettet hat, durch die Umsiedlung von Menschen aus dem Gebiet der Russischen Föderation.“ Denn man könnte sagen, dass ich irgendwelche unglaublich radikalen Dinge erzähle, dass ich mir etwas ausdenke. Ich zitiere doch immer. Ich denke mir das doch nicht einfach selbst aus. Ich zitiere Ihnen einfach russische Beamte. Sie wollen ihnen nur nicht glauben, diejenigen, die mit mir streiten. Nun, glauben Sie ihnen nicht. Wenn man Ihnen die Kehle durchschneidet, werden Sie schon glauben. Wo liegt das Problem?
Frage: Welchen Sinn haben Geschäfte mit Russland, wenn die Demokraten sie für Ermittlungen gegen Trump nutzen können? Sich die Taschen vollstopfen und sich nach 2028 selbst begnadigen?
Portnikov: Nun, natürlich ist die Bereicherung eines der wichtigsten Ziele dieser Präsidentschaft. Außerdem könnte Trump in einer Welt unmittelbarer Ziele leben. Er könnte nicht daran glauben, dass es irgendwelche Ermittlungen geben wird, die ihn wirklich bedrohen. Er ist ein Kämpfer. Sie konnten doch bemerken, dass er ein Kämpfer ist. Wie er in der Zeit zwischen seinen Präsidentschaften für sich gekämpft hat, wie er ins Oval Office zurückgekehrt ist. Er wird auch weiterhin für sich und sein Geld kämpfen. Deshalb wird er sich nicht davon ablenken lassen, dass die Demokraten ihm irgendwelche Steine in den Weg legen werden. Diese Menschen denken nicht nach, sie denken: „Wir werden sowieso alles bekommen, wir werden sowieso alle ausnehmen und wissen schon, was wir tun werden.“ Das ist eben dieser Typus von Oligarch.
Also ist das alles, wie mir scheint, zum heutigen Zeitpunkt vollkommen verständlich. Alles andere ist unverständlich. Und wir werden verfolgen, wie sich diese Situation weiterentwickelt. Wir werden in den nächsten Tagen darüber sprechen. Vielleicht beruhigt sich alles ein wenig. Aber ich sage Ihnen noch einmal das, was ich seit diesem Dieselgeschäft zwischen Trump und Putin unermüdlich wiederhole: Denken Sie daran, dass wir uns in einer schwierigen Wahlkampfphase in den Vereinigten Staaten von Amerika befinden und dass uns bis zum 3. November noch unzählige Überraschungen erwarten. Deshalb sollte man sich mit Beruhigungsmitteln eindecken, unsere Nerven sind ja jetzt bei all diesen Beschüssen, Angriffen, Shahed-Drohnen und so weiter ohnehin bestens, und nicht mit übersteigerten Emotionen auf Donald Trump reagieren. Man muss verstehen, dass es für ihn jetzt sehr, sehr schwer ist. Nicht so schwer wie für uns, aber auch nicht besonders einfach.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Трамп виправдовується перед українцями | Віталій Портников. 13.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:13.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Ukrainische Militärangehörige berichten von einer erheblichen Verlangsamung der Geschwindigkeit der militärischen Version von Starlink, die von den ukrainischen Verteidigungskräften im Kampf gegen die russische Aggression eingesetzt wird. Vorherige Informationen aus den Vereinigten Staaten darüber gab es nicht, ebenso wie es zuvor keinerlei Informationen über eine mögliche Einstellung der Übermittlung von Geheimdienstinformationen gegeben hatte, was dazu führte, dass wir nichts von den Starts russischer ballistischer Raketen erfuhren. Mehr noch, der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hatte betont, dass Washington weiterhin alle notwendigen Informationen zur Verfügung stelle.
Jetzt könnte die gleiche Situation vorliegen. Sowohl Donald Trump, der versucht, seiner Partei zu helfen, eine Niederlage bei den Zwischenwahlen zum Kongress zu vermeiden, als auch Elon Musk, der Hunderte Millionen Dollar für die Bedürfnisse der Republikanischen Partei ausgibt, haben kein Interesse daran, dass jene Wähler, die für die Republikaner stimmen wollen und die Ukraine unterstützen, von den wahren Motiven des Handelns der Administration im Weißen Haus erfahren. Deshalb wird die Administration jetzt, anders als nach dem Skandal im Oval Office infolge des berühmten Streits zwischen Donald Trump und Volodymyr Zelensky, versuchen, eine öffentliche Berichterstattung über ihre Maßnahmen zur faktischen Erpressung der Ukraine zu vermeiden.
Dabei ist es schwierig, in dieser Erpressung eine Logik zu erkennen. Nachdem Donald Trump eine von ihm selbst erfundene oder mit Putin unter bestimmten Bedingungen vereinbarte Waffenruhe im Energiebereich verkündet hat, greift die Ukraine die Erdölraffinerien der Russischen Föderation nicht mehr an, während Russland weiterhin Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung durchführt. Das ist die Waffenruhe im Energiebereich nach Trumps Vorstellung. Die Ukraine darf die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation nicht angreifen, weil Putin es so will, während Russland die ukrainische Energieversorgung angreifen darf, weil Putin es so will. Und das, worauf sich der russische Staatschef in seinem Gespräch mit seinem amerikanischen Kollegen möglicherweise eingelassen haben könnte, wäre, keine Angriffe auf Erdölverarbeitungsanlagen in der Ukraine durchzuführen, also auf etwas, das wir seit 2022, seit Beginn des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine, praktisch nicht mehr haben.
Aber es stellt sich die Frage: Wenn Kyiv die Bedingungen Washingtons erfüllt, warum handelt die Trump-Administration dann weiterhin faktisch zugunsten der Putin-Administration, und zwar diesmal offen, ohne sich auch nur für ihre besonderen Beziehungen zur Führung eines Landes zu schämen, das täglich Kriegsverbrechen begeht? Vielleicht glaubt Trump tatsächlich, dass die Ukraine, wenn sie im Krieg gegen die Russische Föderation verliert, solchen Bedingungen für die Beendigung des Krieges zustimmen wird, die es ihm ermöglichen, zu behaupten, er habe eine weitere Auseinandersetzung beendet. Und am besten sollte dies vor den Zwischenwahlen geschehen, damit Trump sich vor potenziellen Wählern als Friedensstifter brüsten kann.
Wenn diese Auseinandersetzung durch die Kapitulation der Ukraine beendet wird, könnte das sowohl dem amerikanischen Präsidenten als auch jenen seiner Anhänger durchaus recht sein, die tatsächlich antiukrainische Ansichten vertreten und mit Parolen zur Unterstützung Russlands auftreten, weil sie in Putin einen ideologischen Verbündeten Trumps und anderer ultrarechter Politiker der heutigen Welt sehen. Man muss der Wahrheit ins Auge sehen: Ein solcher ideologischer Verbündeter Trumps ist Putin tatsächlich. Jene ultrarechte Ideologie, die von den russischen Geheimdienstlern in der Russischen Föderation selbst faktisch kultiviert wird, ist genau jene Ideologie, mit der Trump bereits während seiner ersten Amtszeit in den Präsidentschaftswahlkampf gezogen ist.
Aber Ideologie ist das eine, und Trump steht an der Spitze der Vereinigten Staaten, des wichtigsten demokratischen Landes der heutigen Welt, sodass er einen gewissen Teil seiner ideologischen Nähe zum russischen Präsidenten verbergen muss. So bleibt im Zusammenhang mit den Vereinbarungen mit Putin ein gewaltiger Teil der Gespräche zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten gewissermaßen im Schatten. Und wir können nur hoffen, dass wir nach einer Niederlage der Republikaner bei den Kongresswahlen und offensichtlich bereits nach dem Ende der politischen Karriere Donald Trumps von Tatsachen erfahren werden, die sich als eine geradezu erschreckende Enthüllung für die Vereinigten Staaten erweisen und die Möglichkeiten, Vereinbarungen mit autoritären Herrschern ausschließlich aus Sympathie für sie, ihre Ansichten und ihr Geld zu schließen, für lange Zeit zunichtemachen werden. Aber all das liegt in der Zukunft.
Es stellt sich die Frage, was in einer Situation zu tun ist, in der die Administration von Präsident Trump möglicherweise einen Kurs zur Unterstützung der aggressiven Handlungen der russischen Führung gegen die Ukraine eingeschlagen hat. Meiner Ansicht nach muss man sich zumindest der Gefahr einer solchen Entwicklung bewusst sein und die amerikanische öffentliche Meinung nutzen, auf die Trump und andere Führungspersönlichkeiten der Vereinigten Staaten vor den Zwischenwahlen durchaus empfindlich reagieren.
Und Sie sehen, dass sich sowohl demokratische als auch republikanische Kongressabgeordnete bereits gegen das völlig illegale Geschäft zwischen Trump und Putin mit Dieselkraftstoff aussprechen. Man kann sagen, dass die Handlungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten diesmal in beiden politischen Lagern verurteilt werden, weil sie sowohl dem Gesetz als auch dem gesunden Menschenverstand und zugleich den Idealen sowohl der Republikanischen als auch der Demokratischen Partei widersprechen. Man muss nach alternativen Möglichkeiten suchen, der Russischen Föderation entgegenzutreten. Man muss sich bewusst machen, dass diese politische und militärische Turbulenz bis zur vorprogrammierten Niederlage Trumps und der Trumpisten bei den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten andauern kann.
PNatürlich ist es besser, darauf zu hoffen, dass die Niederlage des Trumpismus vernichtend ausfallen wird. Aber man muss auch darüber nachdenken, wie man handeln soll, falls es den Republikanern gelingt, die Kontrolle über den amerikanischen Senat zu behalten. Und man muss verstehen, dass der Kapitulationsplan Trumps und Putins für die Ukraine vom ukrainischen Volk nicht unterstützt wird und deshalb ohnehin nicht umgesetzt werden wird, welche ultrarechten Anführer sich in unserer schwierigen historischen Epoche auch immer auf die Seite des Bösen stellen mögen.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Маск обмежив Starlink ЗСУ | Віталій
Портников. 14.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:14.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Einen Tag nach dem skandalösen Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und den Vereinbarungen über die Lieferung russischen Diesels auf den Weltmarkt wurde bekannt, dass amerikanische Beamte der Ukraine weiterhin mit der Einstellung der Hilfe drohen, falls unser Land seine Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation nicht einstellt.
In der Financial Times erschien die Information, dass amerikanische Beamte sowohl in Kyiv als auch in europäischen Hauptstädten angerufen und damit gedroht hätten, das Programm zur militärischen Unterstützung der Ukraine mit europäischen Geldern, das PURL-Programm, sowie den Austausch von Geheimdienstinformationen mit der Ukraine einzustellen, falls die Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation nicht aufhören. Gleichzeitig verkündete Donald Trump, dass Russland und die Ukraine eine Waffenruhe im Energiebereich erreicht hätten. Von dieser Nachricht wusste man weder in Kyiv noch in Moskau etwas.
Unmittelbar nach dieser Mitteilung des amerikanischen Präsidenten erklärte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky, dass die Ukraine dies als gute Nachricht betrachte und Russlands Zustimmung zu einer solchen Waffenruhe im Energiebereich erwarte, denn die Ukraine stimme ihr zu. Aus Russland gab es überhaupt keine Kommentare zu einer solchen WaffenruheimEnergiebereich. Es ist offensichtlich, dass Donald Trumps Mitteilung den Kreml völlig überrascht hat und Putin höchstwahrscheinlich die erneuten Äußerungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten, die nicht der Realität entsprechen, einfach ignorieren wird.
Nachdem Trump verkündet hatte, dass eine Waffenruhe im Energiebereich erreicht worden sei, griffen russische Truppen das Heizkraftwerk Nummer 5 in Charkiw an. Damit demonstrierten sie erneut die tatsächliche Haltung des Präsidenten der Russischen Föderation zum Gerede seines amerikanischen Kollegen. Überhaupt zeigen die Ereignisse der letzten Tage, Freunde, dass wir in einer Welt einer allgegenwärtigen, grellen, offensichtlichen Schizophrenie leben.
Und die beste Illustration dieser Schizophrenie ist, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten vor seinen Anhängern auftritt und ihnen verspricht, den Atlantischen oder den Pazifischen Ozean in „Ozean Amerikas“ oder, noch besser, in „Ozean Trumps“ umzubenennen. Und wir sollen diese Reden nicht als Ausdruck eines gewissen Wahnsinns betrachten, eines medizinischen und nicht politischen Wahnsinns, sondern als politische Wahlkampfslogans, die Donald Trump braucht, um die Haltung gegenüber der Republikanischen Partei zu verbessern, der infolge seiner Tätigkeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika eine vernichtende Niederlage droht.
Alles, was wir sehen, wirkt schizophren. Anders kann man das nicht interpretieren. Der Präsident der Vereinigten Staaten unterzeichnet demonstrativ, vielleicht ohne große Freude, aber demonstrativ, das Graham-Gesetz, das den fünf Ländern, die die größten Mengen russischer Energieträger kaufen, also Erdöl, Erdölprodukte einschließlich Diesel und Gas, mit Sanktionen droht. Donald Trump selbst bezeichnet dieses Gesetz als ein wichtiges Gesetz, das alle an seinen verstorbenen Mitstreiter Lindsey Graham erinnern soll, mit dem er ein Jahr lang über die wichtigsten Bestimmungen dieses Gesetzes diskutiert hatte.
Nicht einmal wenige Wochen vergehen, da vereinbart der Präsident der Vereinigten Staaten mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, dass Russland eine geringe Menge Dieselkraftstoff auf den Markt liefern wird, die die Situation auf diesem Markt nicht einmal um ein Jota verändern kann. Und das, obwohl ein Gesetz der Vereinigten Staaten aus dem Jahr 2022 den Vereinigten Staaten selbst verbietet, Dieselkraftstoff, irgendwelche anderen Erdölprodukte und Energieprodukte aus der Russischen Föderation zu kaufen. Trump lobt Russland dafür, dass es erhebliche Mengen Erdöl auf den Weltmarkt liefert. Gleichzeitig muss er bis zum 28. Oktober Maßnahmen ergreifen, um jene Länder zu bestrafen, die diese erheblichen Mengen Erdöl kaufen, und zwar gemäß demselben Gesetz, das er eigenhändig unterzeichnet hat.
Wie passt das eine zum anderen? Wie kann man ein Gesetz unterzeichnen, das Strafmaßnahmen gegen Länder vorsieht, die Erdöl aus der Russischen Föderation kaufen, und Strafmaßnahmen gegen die Wirtschaft der Russischen Föderation selbst? Und gleichzeitig mit dem Präsidenten der Russischen Föderation über den Verkauf von Diesel verhandeln und sich darüber freuen, dass die Russische Föderation erhebliche Mengen Erdöl auf den Markt liefert, während westliche Länder Jagd auf Schiffe der Russischen Föderation machen, die dieses Erdöl transportieren, diese Schiffe anhalten und ihnen nicht erlauben, dieses Erdöl zu befördern? Wie soll man das eine mit dem anderen in Einklang bringen?
Nun zu den Preisen. Die Anhänger Donald Trumps wiederholen bis heute, ich sehe das in den sozialen Netzwerken, völligen Unsinn darüber, dass das Auftauchen billigen russischen Diesels auf dem amerikanischen Markt die Preissituation verändern und amerikanischen Landwirten helfen könne. Amerika selbst exportiert unterdessen jeden Monat sechs Millionen Tonnen Dieselkraftstoff aus dem eigenen Land. Ich habe das schon mehrfach gesagt. Sechs Millionen Tonnen. Welche Bedeutung kann es auf dem Markt eines Landes, das monatlich sechs Millionen Tonnen exportiert, haben, wenn es von einem anderen Land 300.000 Tonnen kauft? Dann kann man seine eigenen 300.000 Tonnen eben noch dazurechnen. Es gibt also die Vorstellung, dass diese 300.000 Tonnen, wenn sie irgendwie trotz aller Gesetze der Vereinigten Staaten von Amerika auf den amerikanischen Markt gelangen, aus irgendeinem unerfindlichen Grund billiger sein werden als jene Millionen Tonnen Dieselkraftstoff aus amerikanischer Produktion, die Amerika selbst verbraucht. Aber wie können 300.000 Tonnen mit drei, vier, ich weiß nicht wie vielen Millionen Tonnen des eigenen Verbrauchs konkurrieren? Sie werden sich darin doch auflösen wie Zucker im Tee. Auch das ist, wie mir scheint, eine sehr gute Frage.
Viele sagen, Trump versuche einfach, Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation zu verhindern, und habe gerade deshalb dieses Geschäft mit diesen Tonnen Dieselkraftstoff und dieser Waffenruhe im Energiebereich erfunden. Wozu? Was ändert sich, wenn beispielsweise die Erdölraffinerien der Russischen Föderation auf Hochtouren arbeiten? Stellen wir uns vor, Russland könnte nicht 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff exportieren, sondern drei Millionen Tonnen. Obwohl ich erneut daran erinnern möchte, dass es dies nur durch Schmuggel tun kann, weil Amerika selbst Sanktionen gegen Russland verhängt hat, die allerdings jetzt für ein halbes Jahr aufgehoben wurden.
Ja, der russische Staatshaushalt würde dadurch offensichtlich gewaltige Einnahmen erzielen. Das stimmt. Aber das würde nicht zu einem niedrigeren Dieselpreis führen. Denn der Dieselpreis hängt vom Erdölpreis ab. Erdöl ist wegen der Blockade der Straße von Hormus teuer. Durch die Straße von Hormus fahren Schiffe, die sämtliche Sicherheitsanforderungen für die Durchfahrt durch einen so gefährlichen Ort erfüllen. Sie zahlen höhere Versicherungsprämien und schließen andere Vereinbarungen über den Gütertransport ab. Deshalb wird durch die Straße von Hormus teures Erdöl transportiert. Und deshalb sind entsprechend dem Preis dieses Erdöls auf dem Markt auch die Erdölprodukte so teuer, sowohl Benzin als auch Dieselkraftstoff, auch an den Tankstellen in den Vereinigten Staaten.
Wenn die Ukraine aufhört, die Erdölraffinerien der Russischen Föderation anzugreifen, wird in Russland der Benzinmangel verschwinden, und Russland wird mehr Möglichkeiten haben, überschüssigen Dieselkraftstoff zu verkaufen. Aber dadurch wird der Preis nicht sinken. Nun, vielleicht werden auf dem russischen Binnenmarkt die Preise für Benzin und Diesel niedriger sein, aber Russland wird zu den Preisen verkaufen, die an den Weltbörsen gelten. Warum sollte es anders handeln? Oder es wird Erdöl durch Schmuggel an die Volksrepublik China und Indien verkaufen, wie es das bisher getan hat. Aber dabei geht es nicht um Erdölprodukte. Gerade jetzt verkauft Russland mehr von seinem Erdöl als früher, weil eine gewaltige Menge Erdöl nicht in seine Raffinerien gelangt und deshalb aufs Meer hinausgebracht wird, um dieses Erdöl zu verkaufen, sobald sich eine Möglichkeit ergibt.
Ich erinnere Sie an die Zeit des Irankrieges. Damals erlaubte das Finanzministerium der Vereinigten Staaten angesichts der vollständigen Blockade der Straße von Hormus Indien, größere Mengen nicht von Erdölprodukten, sondern von russischem Rohöl von jenen Schiffen zu kaufen, die sich auf See befanden, um den Erdölmangel zu überwinden. Denn Indien brauchte damals ganz konkret Rohöl für seine Raffinerien, die nicht ausgelastet waren und wegen des Mangels an Rohstoffen unter einem Mangel an Erdölprodukten litten. Und ja, offensichtlich kaufte Indien russisches Erdöl zu einem niedrigeren Preis als dem damaligen Weltmarktpreis, aber immer noch zu einem wesentlich höheren Preis als dem, zu dem russisches Erdöl vor Beginn des Krieges im Iran verkauft worden war.
Und Präsident Zelensky hat vollkommen recht, wenn er sagt, dass man mit den Menschen in der SprachederWahrheit sprechen muss, dass die gesamte Energiesituation auf dem Markt nichts mit der Ukraine und nichts mit den ukrainischen Angriffen auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation zu tun hat. Nein, sie hängt ausschließlich mit der mangelnden Durchdachtheit und der Inkompetenz jener Menschen zusammen, die die Operation gegen den Iran geplant haben und die sich, genau so ist es, als völlige Idioten erwiesen haben, ebenso wie jene Menschen, die den Krieg gegen die Ukraine geplant haben und nicht in der Lage sind, dies einzugestehen. Im Grunde keiner von ihnen.
Heute habe ich wieder einmal ein Propagandavideo des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gesehen, eines der politisch Hauptverantwortlichen dafür, dass im Iran alles so verlaufen ist, wie es verlaufen ist, und dass Israel hinsichtlich seiner Sicherheit angesichts der neuen hochtechnologischen Errungenschaften Russlands und damit auch seiner Verbündeten jetzt vor den größten Problemen seit der Gründung des jüdischen Staates steht. Denn wir wissen nicht, was mit Israel geschehen wird, wenn es von strahlgetriebenen Drohnen aus dem Iran angegriffen wird. Diese Waffenruhe wird früher oder später enden. Und Netanjahu, der den jüdischen Staat in diese, wie ich sagen würde, unglaublichen Schwierigkeiten gebracht hat, kämpft gegen seine Gegner, indem er sagt: Sehen Sie, einer von ihnen, Yair Golan, der als Kandidat für Ministerposten in einer neuen Regierung gilt, die möglicherweise gebildet werden kann, wenn Benjamin Netanjahus Partei Likud und ihre ultrarechten Verbündeten bei den kommenden Parlamentswahlen in Israel eine Niederlage erleiden, sagt, dass die Tötung von Ajatollah Chamenei ein Fehler gewesen sei. „Sehen Sie, diese Menschen sind Anhänger unserer Feinde.“ Aber Yair Golan sagt das, was die Mehrheit der internationalen Analysten sagt: Nach der Tötung von Ajatollah Chamenei ist das iranische Regime nicht zusammengebrochen, wie Netanjahu gehofft hatte und wovon er auch den noch inkompetenteren Trump zu überzeugen versuchte. Und jetzt existiert das Regime weiter, aber es gibt nicht einmal mehr ein Zentrum, das irgendetwas entscheidet. Es ist unklar, mit wem man verhandeln soll. Und darüber hat Trump mehrfach gesprochen.
Und die Situation befindet sich in einer absoluten Sackgasse. Man kann den Iran nicht besiegen. Man kann sich mit ihm nicht einigen. Man kann nur dasitzen und darauf warten, dass der Vulkan ausbricht. Und gleichzeitig klammern sich die Menschen, die das alles organisiert haben, an die Macht und sind nicht einmal in der Lage, ihre Fehler zu überdenken. Denn die Wette darauf, dass „wir Chamenei töten und das Regime zusammenbricht“, hat sich als eine Wette erwiesen, die genau das Gegenteil bewirkte. Das Regime hat sich radikalisiert, ist erhalten geblieben und bereitet neue Verbrechen vor. Und es gibt keinen Führer des Regimes, mit dem man wenigstens irgendeinen Dialog führen könnte.
Und wir sprechen oft darüber, wie gefährlich Inkompetenz in der Politik ist. Darüber spreche ich seit 2019. „Sehen Sie, wir haben solche Probleme. Inkompetenz in der Politik, Zerstörung der staatlichen Verwaltung. Und warum das alles? Weil man einen ehemaligen Fernsehschauspieler zum Präsidenten des Landes gewählt hat.“ Nun gut. Hier haben wir eine Alternative, den Berufspolitiker Benjamin Netanjahu. Er war sein ganzes Leben lang Politiker, hat sich ausschließlich mit Politik beschäftigt. Davor diente er in den israelischen Verteidigungsstreitkräften, stammt aus der Familie eines ehemaligen Assistenten von Ze’ev Jabotinsky, einem der Begründer der zionistischen Ideologie. Er bekleidete verschiedene Ministerämter und kämpfte in der Likud-Partei um die Macht. Alle Rezepte, die ich nenne, wirklich alle dafür, wie man eine professionelle Staatsführung bekommt, finden sich in Benjamin Netanjahus Biografie. Wie konnte es dann geschehen, dass Israel in Wirklichkeit von einer völlig inkompetenten Regierung aus Profis, aus Politikern, wie ich immer sage, regiert wird? Widerlegt das etwa alles, was ich Ihnen die ganze Zeit erzähle?
Nehmen wir die israelische Politik und fragen wir: „Wie kann das sein? Alles, was Sie empfohlen haben, wird dort praktisch umgesetzt – sämtliche von Ihnen verschriebenen Mittel kommen zum Einsatz, aber die Situation ist das genaue Gegenteil Ihrer Erzählungen darüber, wie Berufspolitiker einen Staat führen.“ Und ich kann Ihnen diese Frage beantworten. Ein Berufspolitiker muss auch an seine politischen Perspektiven denken und nicht daran, dass er ins Gefängnis kommen könnte, wenn er die Macht verliert. Sämtliche politischen Instinkte des erfahrenen Benjamin Netanjahu sind in den letzten Jahren ausschließlich dem Wunsch untergeordnet, nicht in einer Gefängniszelle zu landen, in der sich bereits sein Vorgänger im Amt des Ministerpräsidenten, Olmert, befand und in der auch der ehemalige israelische Präsident Katzav saß. Das heißt, die israelische Justiz hat bereits bewiesen, dass sie einen Ministerpräsidenten ins Gefängnis bringen kann, wenn seine Schuld nachgewiesen wird. Und nichts wird diese Justiz daran hindern, das zu tun.
Und Netanjahu will nicht ins Gefängnis, will nicht die Zerstörung seiner politischen Karriere, will nicht die Zerstörung des normalen Lebens seiner Familie. Und seine gesamte Tätigkeit ist nicht den Interessen der nationalen Sicherheit des Staates Israel untergeordnet, sondern dem Interesse an seiner eigenen Freiheit. Und die Interessen seiner eigenen Freiheit werden als nationale Interessen des Staates Israel ausgegeben. Und die Gesellschaft hat das akzeptiert, zumindest jener Teil, der ihn wählt. Und auf diese Weise ist man in einer absoluten Sicherheitswüste gelandet.
Die Vereinigten Staaten von Amerika. Donald Trump musste in den vier Jahren zwischen seinen Präsidentschaften vor Gericht erscheinen und Auskünfte geben. Er wurde verhaftet, wenn auch nur für einige Stunden. Aber wie erniedrigend ist es für einen Menschen, der immer einen erfolgreichen Geschäftsmann und herausragenden Präsidenten gespielt hat, vor den Augen des ganzen Landes als Krimineller dazustehen. Und jetzt ist seine gesamte Tätigkeit darauf ausgerichtet, erstens zu verhindern, dass sich so etwas jemals wiederholt, jede Möglichkeit einer Inhaftierung oder einer Wiederaufnahme der Gerichtsverfahren gegen ihn auszuschließen – denn auch die amerikanische Justiz hat mehrfach bewiesen, wozu sie fähig ist – und zweitens, sich zu bereichern.
Und deshalb ist Trumps Präsidentschaft keine Präsidentschaft, Netanjahus Amtsführung als Ministerpräsident keine wirkliche Amtsführung als Ministerpräsident. Keine Professionalität kann irgendetwas retten, wenn man ständig eine Gefängniszelle vor Augen hat. Und übrigens nähern wir uns in der Ukraine ebenfalls dieser Situation, wenn nicht beim Präsidenten Zelensky, gegen den bekanntlich niemals offiziell irgendwelche Anschuldigungen erhoben wurden, zumindest nicht öffentlich, dann doch bei einer gewaltigen Zahl von Führungspersonen des ukrainischen Staates. Hören Sie, wenn bei uns der Generalstaatsanwalt im Grunde nach Österreich geflohen ist und dort nach Möglichkeiten sucht, politisches Asyl zu erhalten. Wenn sich bei uns machtnahestehende Personen im selben Israel verstecken, dann können Sie sich vorstellen, welche Atmosphäre tatsächlich in den Machtstrukturen herrscht, wenn niemand weiß, welche Aufzeichnungen die nationalen Antikorruptionsbehörden besitzen und was morgen veröffentlicht wird. Und wieder stellt sich heraus, dass eine gewaltige Zahl von Menschen nach demselben Muster nicht darüber nachdenkt, wie die Ukraine diesen Krieg überleben kann, sondern darüber, wie sie selbst nicht hinter Gittern landen. Auch das ist sehr gefährlich.
Deshalb denke ich, dass man in dieser Situation die Platte irgendwie wechseln muss: weg von der Notwendigkeit einer professionellen Führung des Landes, hin zur Bedeutung einer ehrlichen Führung des Landes. Auch das ist, wie sich herausstellt, eine notwendige Voraussetzung dafür, dass sich nicht eine gewaltige Zahl von Menschen als Geiseln ihres künftigen, praktisch unvermeidlichen Untergangs infolge solcher Manöver fühlen muss. Denn wir alle, ob in der Ukraine, in Israel oder in den Vereinigten Staaten, werden zu Geiseln fremder Gefängniszellen, des Wunsches anderer Menschen, nicht in diesen Gefängniszellen zu landen. Darin liegt das Wesen dieses Augenblicks.
Kehren wir zu Zelensky zurück. Zelensky antwortete Donald Trump, dass er bereit sei, innerhalb von 60 Tagen Präsidentschaftswahlen in der Ukraine abzuhalten, ich verstehe nicht so recht, wie sich das mit der ukrainischen Gesetzgebung vereinbaren lässt, falls Donald Trump von Putin eine Waffenruhe erreichen kann. Ich halte das für eine gute Antwort. Dem Präsidenten der Russischen Föderation ist es vollkommen egal, was der Präsident der Vereinigten Staaten sagt. Einfach vollkommen egal. Auch eine 60-tägige Waffenruhe mit der Ukraine, damit die Ukraine Wahlen durchführen kann, interessiert ihn nicht. Er braucht keinerlei Wahlen in der Ukraine. Er muss die Ukraine zerstören, und auch eine Waffenruhe im Energiebereich in der Ukraine ist ihm völlig egal. Und Zelensky befindet sich in einer guten Situation, denn es wird erneut demonstriert werden, dass Donald Trump für keines seiner Worte, die er dort äußert, einsteht.
Aber das Problem liegt nicht darin. Nicht in Zelenskys guter Situation. Das Problem ist, dass Donald Trump in seiner eigenen Welt lebt, in der nur das wahr ist, was er selbst sagt. Am Ufer des Trump-Ozeans. Es würde mich nicht überraschen, wenn Trump aufwacht. Das wird schon bald sein, bald ist Montag. Und wie spät ist es jetzt bei uns? In den Vereinigten Staaten von Amerika beginnt bald der Tag. Also, wenn er dann sagt, dass die Ukraine die Waffenruhe im Energiebereich nicht vereinbaren wolle, dass sie die Erdölraffinerien der Russischen Föderation angreife, während Putin den Krieg unbedingt beenden wolle. Genau das hat er ja heute Morgen gesagt, an unserem Morgen, dass Zelensky aus irgendeinem Grund keinerlei Vereinbarungen schließen wolle, während Putin den Krieg unbedingt beenden wolle.
Was soll die Ukraine in dieser Situation tun? Nun, erstens darf sie nicht alles, was Trump sagt, für bare Münze nehmen. Zweitens darf sie nicht versuchen, sich danach zu richten. Denn was erwartet Trump im Grunde von uns? Er verkündet eine Waffenruhe im Energiebereich. Russland zerstört weiterhin unsere Energieversorgung. Wir rühren Russland nicht an. Das heißt, wir kehren zum vergangenen Winter zurück, der für Putin so bequem war, als er mit uns machen konnte, was er wollte. Und jetzt hat er noch mehr Möglichkeiten, weil er das ballistische Zeitfenster nutzt und strahlgetriebene Drohnen einsetzt, während wir einfach zusehen, was er bei uns noch zerstört. Das wäre dann eine vollständige Katastrophe, die keine amerikanische Hilfe wert ist.
Ja, der Austausch von Geheimdienstinformationen ist ein großes Problem. Dann müssen wir darüber nachdenken, wie wir diese Geheimdienstinformationen von anderen Satelliten erhalten können. Denn wenn wir Trumps Bedingungen akzeptieren, erfüllen wir faktisch seinen gemeinsamen Wunsch mit Putin, dass sie uns beide zusammen vernichten, dass es uns nicht mehr gibt und sie ihre Geschäfte betreiben können. Man muss Trump nicht öffentlich antworten, dass das alles völliger Unsinn und eine völlige Erniedrigung ist, aber man darf nicht so handeln, wie er es will. Man muss ihm so antworten, wie Putin ihm antwortet: indem man leeres Gerede ignoriert, wenn es nicht durch Taten bestätigt wird. Wenn wir zugrunde gehen, während Trump Lukoil-Aktien kauft, wird daraus nichts Gutes entstehen.
Der zweite Punkt: Man muss verstehen, dass dies die Wahlkampfhysterie des Anführers der amerikanischen Ultrarechten ist, der auf sein politisches Fiasko zusteuert und alles versucht, um dieses Fiasko zu verhindern. Er weiß nicht mehr, was er noch anstellen soll, und könnte im Grunde sogar einen Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten auslösen, wenn er das Ergebnis der Kongresswahlen nicht anerkennt. Und das ist durchaus möglich, denn ein Mensch, der nicht ins Gefängnis gehen will, könnte bereit sein, sein eigenes Land zu zerstören, nur um in Freiheit zu bleiben. Auch das muss man verstehen, wie sehr die Präsidentschaft Trumps als solche die Vereinigten Staaten bedroht. Das ist der zweite Punkt.
Der drittePunkt: Man muss die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern verstärken. Was wir jetzt sehen, diese Konsultationen Zelenskys mit den Europäern, ist eine sehr wichtige Sache. Denn wenn man in der Illusion lebt, Trump werde sich für uns mit Putin einigen, kann man einfach sterben, ohne die Realität überhaupt zu bemerken. Vielleicht ist das für manche Menschen, die jetzt diese Partei der elektoralen Kollaboration anführen, von Vorteil, weil sie glauben, damit Wählerstimmen zu gewinnen. Aber das Problem ist, dass es dann niemals Wahlen geben wird. Und darüber muss man laut sprechen. Denn ich sehe jetzt auch noch, wie all diese Schurken mit ihren Äußerungen die ukrainischen Streitkräfte für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren. Anders nenne ich diese Menschen nicht, weil sie die ukrainischen Soldaten für ihre Zwecke missbrauchen. „Wer nicht im Schützengraben sitzt, kann nicht darüber sprechen, dass wir keine Verhandlungen mit der Russischen Föderation führen sollen.“ Das habe ich hier von einem solchen berüchtigten Demagogen gehört. Ja, ich bin bereit, darauf zu antworten.
Erstens sagt niemand, dass wir keine Verhandlungen mit der Russischen Föderation führen sollen. Ich behaupte ganz klar, dass die Russische Föderation nicht vorhat, mit uns zu verhandeln. Für die Russische Föderation existieren weder die Ukraine noch das ukrainische Volk. Wenn es für Putin nicht existiert, hat er niemanden, mit dem er verhandeln könnte. Echte Verhandlungen mit der Russischen Föderation sind unter den gegenwärtigen realen Bedingungen ausgeschlossen. Sie werden erst dann entstehen, wenn Putin keine Kräfte mehr hat, den Krieg fortzusetzen. Ich weiß nicht, wie viele Anstrengungen dafür noch notwendig sein werden.
Zweitens hat das jetzt überhaupt nichts mit der Armee als solcher zu tun. Die Armee erfüllt ihre Aufgaben vollständig. Sie hat die russische Offensive blockiert. Die Operation Vivaldi hat gezeigt, dass man sogar bestimmte Teile des ukrainischen Territoriums befreien kann. Ja, all das geschieht in der klassischen Sackgasse, die nach 2023 an der Front entstanden ist, aber es geschieht. Doch Putin setzt jetzt überhaupt nicht auf die Armee, er setzt auf das Hinterland. Es wird ein Moment kommen, in dem es wesentlich realistischer sein wird, in der Armee zu überleben als im Hinterland, wenn dieser Moment nicht bereits gekommen ist. Es wird ein Moment kommen, in dem die Zahl der Todesopfer im Hinterland größer sein wird als die Zahl der Todesopfer an der Front, wenn dieser Moment nicht bereits gekommen ist. Das muss man einfach ausrechnen. Worüber reden wir überhaupt?
Jeder Mensch, der sich in der Ukraine befindet, ob an der Front oder im Hinterland, ist jetzt einer absolut gleich großen Todesgefahr ausgesetzt. Und es wird ein Moment kommen, in dem es gefährlicher sein wird, sich im Hinterland aufzuhalten. Ist das denn nicht verständlich? Der gesamte Schwerpunkt des Krieges wurde ins Hinterland verlagert, weil Putin genau versteht, dass er mit der Armee nicht gewinnen wird. Warum sollen dann Menschen, die sich im Hinterland befinden, nicht die Wahrheit darüber sagen dürfen, was mit dem Verhandlungsprozess geschieht? Wer hat das diesen widerwärtigen Aferisten gesagt, die die Ukrainer in die Irre führen? Warum halten sie nicht endlich den Mund? Schließlich haben sie sich selbst davon überzeugt, dass sie Abgeordnete werden, dass sie Präsidenten werden, dass sie irgendwelches Geld stehlen werden, und reden immer weiter.
In Wirklichkeit ist ihre gesamte Tätigkeit, wenn sie den Menschen Lügen erzählen, wenn sie ausländischen Journalisten Lügen erzählen, wenn sie westlichen Fernsehsendern Interviews geben, eine verräterische Tätigkeit, die den Interessen der nationalen Sicherheit widerspricht. Das muss man verstehen, denn die Aufgabe dieser Menschen stimmt mit Putins Aufgabe überein: eine Konfrontation bei uns zu provozieren, die Menschen dazu zu zwingen, einer vollständigen, absoluten Kapitulation der Ukraine zu russischen Bedingungen zuzustimmen, also der Liquidierung des Staates. Und da die Meinungsumfragen zeigen, dass es in der Stimmung der Menschen nichts dergleichen gibt, versucht Moskau mithilfe solcher Botschaften und Narrative, unsere öffentliche Meinung umzukehren. Das ist es, was tatsächlich geschieht, auch wenn ich es emotional ausdrücke.
Ich werde einige Fragen beantworten, die während dieser Sendung gestellt wurden.
Frage: Welche Schritte sollte die Ukraine Ihrer Meinung nach unternehmen, um die Situation mit Trump würdig zu überstehen? Können wir irgendwie Einfluss nehmen, oder hat Trump bereits völlig die Kontrolle verloren?
Portnikov: Die Ukraine hat keinerlei wirkliche Hebel, um Einfluss auf Donald Trump auszuüben. Auf Donald Trump kann nur die amerikanische öffentliche Meinung Einfluss nehmen. So oder so können wir mit ihr arbeiten. Aber sehen Sie, Laura Loomer, Donald Trumps Lieblingsbloggerin, mit der er sich sogar in Personalfragen beraten hat, hat das Geschäft zwischen Trump und Putin aus ihrer eigenen Position heraus entschieden abgelehnt. Sie betonte, dass dieses Geschäft Russland ermöglichen werde, den Iran zu finanzieren, und der Iran sei ein Feind Amerikas. Als Trump über Präsidentschaftswahlen sprach, sagte sie praktisch dasselbe wie Zelensky. Man müsse eine Waffenruhe verkünden, damit Wahlen durchgeführt werden könnten, denn in der Ukraine gebe es keine Wahlen, weil man sie während des Krieges nicht durchführen könne. Nun, eine absolut logische Sichtweise.
Wir haben Laura Loomer so viel Aufmerksamkeit gewidmet, als diese Dame in die Ukraine kam. Sie traf sich sogar mit Zelensky, mit anderen ukrainischen Beamten und mit Bloggern. Trump schenkt ihr keinerlei Beachtung. Wenn Trump irgendeine Entscheidung trifft, die mit Putin zusammenhängt, interessiert ihn Laura Loomer überhaupt nicht. Wenn er irgendeine Entscheidung trifft, die mit seinen Positionen im Nahen Osten zusammenhängt, interessiert ihn Marjorie Taylor Greene überhaupt nicht. Auf Trump kann man überhaupt keinen Einfluss nehmen. Trump hat klar erklärt, welchen Stil er hat. Er versammelt seine Berater, sie geben ihm irgendwelche Ratschläge. Dann sagt Trump, wie es aus seiner Sicht sein soll. Und sie müssen seiner Meinung zustimmen. Er braucht keine fremden Ratschläge. Er lebt in einer Welt, in der er der Genialste ist und den höchsten IQ hat.
Und deshalb müssen wir uns einfach bewusst machen, dass wir bis zum 3. November durchhalten müssen, bis zum Beginn einer neuen politischen Epoche in den Vereinigten Staaten. Entweder erkennt Trump die Wahlen an, und dann beginnt das Abklingen seiner Präsidentschaft, oder er erkennt sie nicht an, und es wird einen Bürgerkrieg geben. Und auf jede dieser beiden Möglichkeiten, die beide real sind, muss man sich einstellen.
Frage: Wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit eines Sieges der Demokraten in beiden Kammern des Kongresses ein?
Portnikov: Das Repräsentantenhaus können die Demokraten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gewinnen. Was mit dem Senat geschehen wird, kann heute niemand beurteilen, denn dort handelt es sich um individuelle Wahlkämpfe. Und dort liegen die Kandidaten der Demokraten und Republikaner in jenen Bundesstaaten, in denen Zwischenwahlen stattfinden, häufig bei 50 zu 50. Das heißt, ja, früher hatten die Demokraten überhaupt keine Chance, eine Mehrheit im Senat zu gewinnen. Jetzt gibt es diese Chancen. Das ist alles, was man sagen kann.
Frage: Glauben Sie nicht, dass es Putin treffen würde, wenn wir in Russland sämtliche mit dem Internet verbundenen Rechenzentren ausschalten würden?
Portnikov: Verstehen Sie, mit dem Internet verbundene Rechenzentren sind nicht nur irgendwelche Informationen darüber, was in der Welt geschieht. Das ist auch Wirtschaft, das ist auch Krieg, das sind auch, wie Sie sehen, Botfarmen. Denn jetzt können Sie das sogar an den Kommentaren zu dieser und zu den vorherigen Sendungen erkennen. Die Aktivität der Bots weltweit ist nach unseren erfolgreichen Angriffen auf die Rechenzentren von Yandex um 70 bis 80 Prozent zurückgegangen. Das ist alles Propaganda, und Russland braucht sie. Nein, Putin braucht ein kontrolliertes Internet, nicht dessen Abschaffung.
Frage: Warum sehen die Republikaner und Fox News nicht, dass Trump ein Schwätzer ist, der zehnmal von einer Waffenruhe spricht, von der Russland sagt, es höre zum ersten Mal davon? Ist es ihnen egal, dass sich die Vereinigten Staaten zum Gespött gemacht haben? Trump ist schließlich nicht ewig da.
Portnikov: Nun, warum? Erstens ist es nicht allen Republikanern egal. Es gibt Republikaner, die sich gegen solche Entscheidungen aussprechen. Es gibt sogar Republikaner, die im Repräsentantenhaus ein Gesetz initiieren, das sie Ronald-Reagan-Gesetz nennen und das jeglichen Handel mit Erdölprodukten mit der Russischen Föderation in jeder Form vollständig verbieten soll. Obwohl ich wiederum nicht so recht verstehe, wozu dieses Gesetz zusätzlich zum Gesetz von 2022 notwendig ist. Das alles gibt es zweifellos.
Aber Sie verstehen doch, dass die Republikaner einen Anführer haben. Donald Trump, der Präsident des Landes, ist der Parteivorsitzende. Andere Anführer haben die Republikaner nicht. Eine populärere Persönlichkeit haben sie nicht, selbst wenn Trumps Umfragewerte sinken. Und außerdem hat Trump die Führung der Partei im Grunde monopolisiert. Und darüber hinaus wird Trump von Tech-Oligarchen wie Elon Musk unterstützt. Sie hören doch, was Elon Musk im Grunde über diese ganze Situation sagt. Dasselbe, was Trump sagt. Ja, das droht der Republikanischen Partei eine politische Katastrophe zu bringen. Aber was können sie denn tun?
Frage: Wenn von einer Waffenruhe im Energiebereich die Rede ist, stellt sich die Frage: Geht es bei dieser Waffenruhe auch um Angriffe auf Kindergärten, Krankenhäuser und Wohnhäuser? Oder gehört dieser Teil des Terrors nicht dazu?
Portnikov: Angriffe auf Schulen, Wohnhäuser und Kindergärten fallen nicht unter eine Waffenruhe im Energiebereich. Aber es gibt keine Waffenruhe im Energiebereich, und höchstwahrscheinlich wird es auch keine geben, weil in der russischen Hauptstadt niemand etwas davon weiß. Die ukrainische und die russische Delegation haben sich nicht getroffen und darüber nicht gesprochen. Es kann keine Waffenruhe geben, von der niemand etwas weiß. Wir werden noch abwarten, bis in Moskau wenigstens irgendjemand diese Geschichte kommentiert. Vielleicht wird das am Montagmorgen geschehen, aber bislang sehen Sie statt Kommentaren Angriffe auf Heizkraftwerke. Aber selbst wenn eine Waffenruhe im Energiebereich verkündet wird, behalten sich die Seiten das Recht vor, andere Ziele anzugreifen. Das ist klar.
Frage: Glauben Sie, dass Europa ohne die PURL-Initiative die notwendigen Mindestmengen an Waffen bereitstellen kann? Und wird es das tun, wenn die Ultrarechten immer lauter ihre Stimme erheben?
Portnikov: Dass die Ultrarechten ihre Stimme erheben, bedeutet noch gar nichts. Entscheidend ist der Wille der europäischen Regierungen, verstehen Sie? Die PURL-Initiative spielte keine bedeutende Rolle für die Verteidigungsfähigkeit der ukrainischen Armee. Auch das ist wahr. Eine große Menge der Waffen, die die Vereinigten Staaten im Rahmen dieser Initiative liefern wollten, kam wegen des Ressourcenmangels in den Vereinigten Staaten nach dem Irankrieg nicht an. Aber das Wichtigste ist, dass es auch noch die Interessen des militärisch-industriellen Komplexes der Vereinigten Staaten gibt, der vor den Zwischenwahlen durch das Einfrieren dieser Initiative Einnahmen verlieren würde, denn für all diese Waffen wird bezahlt. Und ich bin nicht sicher, dass Trump tatsächlich so weit gehen wird. Aber wir werden sehen.
Frage: Erhöhen Trumps Handlungen das Risiko eines neuen Angriffs auf europäische Länder?
Portnikov: Natürlich bringen uns sämtliche Handlungen Trumps einem großen Krieg näher, weil Putin seine völlige Straflosigkeit spürt. Wenn Trump jetzt Anstrengungen unternimmt, um ihn zu schützen und nicht uns, warum sollte Putin dann glauben, dass es anders sein wird, wenn er beispielsweise die baltischen Staaten angreift? Warum sollte Trump nicht sagen, dass die baltischen Staaten selbst schuld seien, weil sie Russland provoziert und Angriffe auf dessen Erdölraffinerien unterstützt hätten, obwohl er, Trump, gesagt habe, dass man das nicht tun solle? Nun, dann sollen sie sich jetzt eben selbst verteidigen. Und sie unterstützen Trump nicht einmal. Zweifeln Sie nicht daran, dass Trumps Präsidentschaft weitere Kriege näherbringt. Zweifeln Sie nicht daran.
Frage: Kann Donald Trump persönlich entscheiden, dass wir keine Geheimdienstinformationen mehr erhalten? Oder hat er nicht das Recht, solche Entscheidungen allein zu treffen?
Portnikov: Präsident Trump hat das Recht, eigenständig beliebige Entscheidungen zu treffen. Und wie Sie sich erinnern, wurde bereits einmal entschieden, dass uns keine Geheimdienstinformationen mehr übermittelt werden, nach dem Skandal zwischen Trump und Zelensky im Oval Office. Das dauerte mehrere Wochen. Das heißt, diese Entscheidung wird nicht Trump selbst treffen. Er wird Hegseth einfach den Befehl geben, eine solche Entscheidung zu treffen, und der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten ist vollkommen bereit, sämtliche Befehle Donald Trumps auszuführen. Also ja, das kann innerhalb von zehn Minuten geschehen. Es würde mich nicht einmal überraschen, wenn es noch heute geschieht. Und auch das ist ein wichtiger Punkt, über den wir sprechen müssen, wenn wir diese ganze schizophrene Situation erörtern. Das ist alles.
In diesen Minuten ist in der StraßevonHormus ein weiterer Supertanker auf eine iranische Mine gelaufen. Soviel zur vollständigen Minenräumung und Öffnung der Straße von Hormus. Nun, deshalb ist das Erdöl so teuer, verstehen Sie? Deshalb ist es so teuer, weil der eine Supertanker durchkommt und der andere auf eine Mine läuft und niemand weiß, was mit dem Erdöl geschieht. Und deshalb versichert die Versicherungsgesellschaft, die diesen Supertanker versichert, ihn gegen den Fall einer Minenexplosion. Können Sie sich diese Summen vorstellen? Dieses Erdöl wird bald so teuer wie Gold sein. Auch das ist ein sehr wichtiger Punkt, über den man sprechen muss. Das verstehen wir also alles sehr gut.
Gleichzeitig verstehen wir, dass Russland seine Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur fortsetzt. Wir sehen, was in Kyiv geschieht, wo derzeit nach Schätzungen 70 Prozent der Einwohner der ukrainischen Hauptstadt ohne Wasser sind, buchstäblich schon seit zehn Stunden, und manche Stadtteile seit dem Morgen kein Wasser haben. Und jetzt melden Monitoringkanäle, dass die Ursache ein Angriff einer Shahed-Drohne auf eine Stromleitung war, die gerade mit dieser Versorgung zusammenhing. Ich denke, dass all das natürlich wiederhergestellt werden wird, aber auch das zeigt das Ausmaß der Bedrohungen. Wenn wir bei diesem Ausmaß der Bedrohungen auch noch die Hände in den Schoß legen und sagen: „Ach, ach, Hauptsache, wir rühren Russland nicht an“, dann werden wir einfach zugrunde gehen. Einfach zugrunde gehen. Was soll man dazu noch sagen? Das scheint mir eine vollkommen offensichtliche Sache zu sein.
Aber ich denke, dass wir auf diese Schizophrenie noch zurückkommen müssen. Ich sage Ihnen jedes Mal, in jeder Sendung: „Warten Sie auf noch erschütterndere Nachrichten, denn wir erleben die wirkliche Agonie der Rechtspopulisten der Vereinigten Staaten, Trumps und seines Umfelds. Vielleicht sogar nur Trumps. Vielleicht gibt es in seinem Umfeld Menschen, die nüchterner denken, aber gezwungen sind, sich dem Zustand eines Menschen anzupassen, der erstens verzweifelt ist und zweitens in einem Zustand, in dem er den Atlantischen Ozean Trump–Ozean nennen will.“ So etwas haben wir zuletzt zu Zeiten Neros gesehen. Können Sie sich vorstellen, was für ein Glück wir haben? Wie viel Zeit ist seit Nero vergangen, Jahrtausende, und jetzt sehen wir wieder Nero, nur in einer neuen Toga, in einer neuen Welt. Ich versichere Ihnen, dass weder Ihre Kinder noch Ihre Enkel, Ihre Urenkel oder Ihre Ururenkel so etwas erleben werden. So etwas geschieht einmal in tausend Jahren. Oder in anderthalbtausend oder zweitausend Jahren, niemand weiß, wann wir den nächsten Nero erwarten können. Vielleicht sollten wir uns also freuen, dass wir uns wenigstens eine solche Show ansehen können. Nur sollten wir dabei nicht getötet werden, und dieser Nero sollte sich nicht auch noch an den verschiedenen falschen Neros um ihn herum erfreuen, insbesondere in Moskau.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Трамп погрожує Україні | Віталій Портников.12.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:12.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Die Washington Post veröffentlicht Einzelheiten neuer Friedensvorschläge, die der Westen für eine Präsentation vor dem russischen Präsidenten Putin vorbereitet. Wie sich herausstellt, waren während der jüngsten Verhandlungsrunde zwischen der ukrainischen und der amerikanischen Delegation in Miami auch europäische nationale Sicherheitsberater sowie Vertreter der NATO und der Europäischen Union gemeinsam mit der ukrainischen Delegation in die Erörterung der wichtigsten Eckpunkte dieses Friedensplans eingebunden.
Der erste Punkt dieses Friedensplans betrifft den Wiederaufbau der Ukraine und die Entschädigung der Menschen, die unter diesem schrecklichen Krieg gelitten haben. Steve Witkoff und Jared Kushner schlugen der ukrainischen Delegation vor, einen Kostenvoranschlag für diesen Wiederaufbau zu erstellen und Mechanismen auszuarbeiten, die gewährleisten sollen, dass das Geld tatsächlich in den Wiederaufbau der ukrainischen Wirtschaft und in Entschädigungszahlungen fließt und nicht für korrupte Geschäfte ausgegeben wird.
Der zweite wichtige Punkt des Plans sind Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die auf dem Niveau von Artikel 5 des NATO-Vertrags vereinbart werden sollen und somit im Falle eines Angriffs durch die Russische Föderation den Schutz der Ukraine unter Beteiligung der Verbündeten vorsehen könnten.
Der dritte Punkt ist eine Energievereinbarung zwischen der Russischen Föderation, der Ukraine und Europa. Russland nimmt den Export von Energieträgern in die europäischen Staaten wieder auf, allerdings über das Territorium der Ukraine, die damit ihren Status als Transitland zurückerhält.
Der vierte Punkt ist die Einstellung der Kampfhandlungen entlang der Frontlinie, also entlang der Trennlinie zwischen den russischen und ukrainischen Streitkräften. Ich erinnere daran, dass die Ukraine einem solchen Ansatz zustimmt, während die Russische Föderation weiterhin darauf besteht, dass die ukrainischen Truppen aus den Gebieten Donezk und Luhansk abgezogen werden müssen, und zwar als Voraussetzung für überhaupt jegliche Verhandlungen über ein Ende des Krieges.
Und natürlich ist der nächste Punkt dieses Plans die Aufhebung jener Sanktionen, die gegen die Russische Föderation verhängt wurden.
Hier kann sich natürlich eine ziemlich einfache Frage stellen: Wozu braucht die Russische Föderation einen solchen Plan? Die Russische Föderation begann ihren Krieg gegen die Ukraine zu einer Zeit, als Russland der größte Exporteur von Energieressourcen nach Europa war. Und die Ukraine blieb ein zuverlässiges Transitdrehkreuz für diese Exporte.
Mehr noch: Vor dem Krieg unternahm Russland enorme Anstrengungen, um der Ukraine diese Transitrolle zu nehmen, indem es alternative Routen wie Nord Stream oder TurkStream errichtete. Warum sollte die Russische Föderation dann zustimmen, dass die Ukraine ihren Status als Transitland zurückerhält? Warum sollte die Russische Föderation zustimmen, dass die Ukraine Sicherheitsgarantien auf dem Niveau von Artikel 5 des NATO-Vertrags erhält, wenn Moskau seit Jahrzehnten alles daransetzt, dass niemand Verpflichtungen zum Schutz der Ukraine übernimmt? Genau deshalb ist Russland gegen eine NATO-Mitgliedschaft unseres Landes und keineswegs deshalb, weil es das Nordatlantische Bündnis selbst fürchtet.
Hier gibt es eine gewaltige Zahl von Fragen. Aber das Wichtigste besteht natürlich darin, dass Witkoff und Jared Kushner hoffen, solche Initiativen könnten das Interesse des Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, und seines engsten Umfelds wecken. Und ich habe eine Antwort auf diese Frage, die Sie auf den Seiten der Washington Post nicht finden werden.
Ich denke nämlich, dass die Vorstellung ist, die Ukraine müsse zunächst ihre Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation einstellen und erst danach würden Witkoff und Kushner mit diesem Vorschlag nach Moskau reisen, mit der Hoffnung der Trump-Administration zusammenhängt, Putin ein Angebot machen zu können, das er nicht ablehnen kann. Und dieses Angebot betrifft den Kauf der Auslandsvermögenswerte von Lukoil.
Trump, Witkoff und Kushner könnten von der Überlegung ausgehen, dass der russische Präsident, wenn man Putin gewaltige Geldsummen für diese Auslandsvermögenswerte anbietet, die er andernfalls verlieren würde, dieses Geschäft gegen die Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine eintauschen wird. Insbesondere dann, wenn jene ukrainischen Gebiete, die bereits von der russischen Armee besetzt sind, unter seiner Kontrolle bleiben.
Und auf diese Weise würde der Krieg enden, Russland würde die Lukoils Vermögenswerte im Ausland an die Vereinigten Staaten verkaufen, und Putin und sein engstes Umfeld hätten die Möglichkeit, sich durch den Verkauf dieser Auslandsvermögenswerte zu bereichern. Und natürlich hätten auch jene Menschen die Möglichkeit, sich zu bereichern, die an diesem Lukoil-Geschäft beteiligt sind. Meiner Ansicht nach erwartet die Sonderbeauftragten des Präsidenten der Vereinigten Staaten und Donald Trump selbst aber gerade hier eine gewaltige Enttäuschung. Denn Putin bietet die Auslandsvermögenswerte von Lukoil nicht an, um einem Frieden in der Ukraine zuzustimmen, sondern damit Trump, Witkoff und Kushner die Ukraine und Russlands Krieg gegen sie endlich in Ruhe lassen und Russland die Möglichkeit geben, den Nachbarstaat ungehindert zu zerstören.
Genau das geschieht in Wirklichkeit zwischen Moskau und Washington. Der Präsident der Russischen Föderation hofft, den Präsidenten der Vereinigten Staaten durch den Verkauf der Auslandsvermögenswerte von Lukoil an ihn bestechen zu können und auf diese Weise freie Hand für die Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur zu bekommen, die ukrainischen Angriffe auf die Infrastruktur der Russischen Föderation zu beenden und den Krieg mit einem vollständigen Sieg Russlands und der anschließenden Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit abzuschließen. Der Präsident der Vereinigten Staaten wiederum hofft gemeinsam mit seinem engsten Umfeld, den Präsidenten der Russischen Föderation und Putins engstes Umfeld, darunter auch die Energieoligarchen, durch das Angebot gewaltiger Geldsummen für die Auslandsvermögenswerte von Lukoil und die Aufhebung der Sanktionen gegen die Russische Föderation bestechen zu können. Auch dies würde den Weg für eine weitere Bereicherung der russischen politischen und wirtschaftlichen Elite ebnen.
Und hier liegt die wichtigste Frage nicht in den einzelnen Punkten dieses Friedensplans, denn solche Friedenspläne haben wir in diesen vier Jahren bereits zur Genüge gesehen. Und glauben Sie mir, wir werden in den kommenden Jahren des russisch-ukrainischen Krieges noch viele weitere sehen. Hier geht es um die Frage, wer wen bestechen wird.
Und meiner Ansicht nach verfügt der Präsident der Russischen Föderation über weitaus größere Möglichkeiten, denn er denkt nicht in finanziellen, sondern in imperialistisch-chauvinistischen Kategorien. Er braucht kein amerikanisches Geld, sondern ukrainisches Land. Und schon sehr bald werden der Präsident der Vereinigten Staaten und sein engstes Umfeld erkennen, von welchen Motiven sich der Präsident der Russischen Föderation leiten lässt. Vielleicht wird dies den Weg für neue schwere ukrainische Angriffe auf die russische Infrastruktur mit Unterstützung westlicher Staaten ebnen, mit dem einfachen und verständlichen Ziel, Putin zum Frieden zu zwingen – nicht indem man ihn besticht, sondern indem man jenen terroristischen Staat erschöpft, den der russische Präsident regiert.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Новий мирний план США | Віталій Портников. 13.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:13.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
Original ansehen
Es ist ein Meisterwerk der ukrainischen Liedkunst aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Durch seinen zugleich kämpferischen und lyrischen Charakter fand das Lied jedoch Eingang in die Volksüberlieferung und wurde zunehmend als Volkslied wahrgenommen.
Die letzten im Untergrund kämpfenden Mitglieder der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), Teilnehmer des bewaffneten Widerstands sowie Tausende ukrainischer Patrioten, die zu Haftstrafen in sowjetischen Straflagern verurteilt worden waren, nahmen dieses Lied als „ihr eigenes“ an.
Hinterm fernen Horizont, Wo kein Wald mehr rauscht, Zieh'n die Jungs, die wir so lieben, Fort ins ferne Land.
Refrain (2×) Hey, hey, hey, der Weg ist weit, Hey, hey, hey, voll Traurigkeit, Rollt ein Tränchen ihr die Wang' hinab.
Früh am Morgen singt die Lerche, Steigt zum Himmelszelt. Warte, Liebste, bis ich wieder Heimkehr aus dem Feld.
Refrain (2×) Hey, hey, hey, der Weg ist weit, Hey, hey, hey, voll Traurigkeit, Rollt ein Tränchen ihr die Wang' hinab.
Denk an deine liebe Kleine, Die zu Hause blieb. Durch den Sturm und durch die Schneenacht, Denk an sie, mein Lieb.
Refrain (2×) Hey, hey, hey, der Weg ist weit, Hey, hey, hey, voll Traurigkeit, Rollt ein Tränchen ihr die Wang' hinab.
Hinterm fernen Horizont, Wo kein Wald mehr rauscht, Zieh'n die Jungs, die wir so lieben, Fort ins ferne Land.
Як за дальнім небосхилом Не бори гудуть Їдуть хлопці наші милі У далеку путь.
Приспів: Гей, гей, гей, дорога дальня, | Гей, гей, гей, сльоза прощальна | (2) Покотилась дівчині з очей. |
Грає жайворон із рання, Б'ється в небокрай. Ти мене, моя кохана, З бою виглядай.
Приспів
Пам'ятай свою хорошу В рідному краю Крізь завії, крізь порошу Дівчину свою.
Приспів
Як за дальнім небосхилом Не бори гудуть Їдуть хлопці наші милі У далеку путь.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle:Lied Titel des Originals:Як за дальнім небосхилом Autoren:Gedicht Andriy Malyshko, Musik Platon Maiboroda Veröffentlichung:1956 Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Lied-Sammlung Link zum Originaltext:
Original ansehen