Der Kreml stimmt dem Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky nicht zu, den Krieg für 60 Tage auszusetzen, damit die Ukraine eine Abstimmung bei den Präsidentschaftswahlen durchführen kann. Das erklärte der Pressesprecher des Präsidenten der Russischen Föderation, Dmitri Peskow, der betonte, Präsident Putin könne allenfalls zustimmen, die Ukraine am Tag der Abstimmung einen einzigen Tag lang nicht zu beschießen. Zelensky verdiene keine Atempause auf dem Schlachtfeld, pflichtet der russische Außenminister Sergej Lawrow dem Kremlsprecher bei.
Da könnte sich die Frage stellen: Warum will man in der russischen Hauptstadt denn überhaupt keine Waffenruhe, die es ermöglichen würde, den ukrainischen Präsidenten durch jemanden zu ersetzen, mit dem Putin an der Unterzeichnung eines Friedensabkommens interessiert wäre?
Nun, erstens, weil niemand dem Kreml garantieren kann, dass die Ukrainer einen Menschen zu ihrem neuen Präsidenten wählen werden, der bereit ist, sämtlichen russischen Bedingungen zuzustimmen.
Zweitens, weil Putin möglicherweise an überhaupt keinem Friedensabkommen mit der Ukraine interessiert ist.
Und drittens, weil der russische Präsident möglicherweise an keinerlei Präsidentschaftswahlen in unserem Land interessiert ist. Für ihn könnte der sechste Präsident der Ukraine als letzter Staatschef eines künstlichen Staates erscheinen, der schon bald durch die Anstrengungen der russischen Streitkräfte liquidiert werden soll.
Dass man dies in der Ukraine nicht versteht, ist für den russischen Präsidenten kein großes Problem. Es ist vor allem ein Problem für jene unserer Landsleute, die sich hartnäckig weigern, sich der Realität zu stellen. Wenn wir schon offen sprechen, sollte nach Putins Vorstellung nicht der sechste Präsident der Ukraine der letzte sein, sondern bereits der vierte: Viktor Janukowytsch. Ihm, einem russischen Agenten, wurde die Aufgabe übertragen, die ukrainische Staatlichkeit abzubauen – bis hin zur Ernennung eines russischen Staatsbürgers zum Verteidigungsminister unseres Landes und bis hin zur Besetzung höchster Staatsämter mit russischen Agenten.
Aber Janukowytsch wurde mit dieser Aufgabe nicht fertig.
Erstens, weil er all das Geld stehlen wollte, das sich stehlen ließ, und deshalb bereit war, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union zu unterzeichnen.
Und zweitens, weil er den Protesten seines eigenen Volkes nichts entgegensetzen konnte, das weiterhin die europäische Integration forderte und sich offensichtlich für die Bewahrung der ukrainischen Souveränität einsetzte.
So sind wir bei der sechsten Präsidentschaft angelangt, die aus Sicht des russischen Staatschefs die letzte sein soll. In Moskau rechnet man für die Zukunft weder mit Präsidentschaftswahlen in der Ukraine noch erwartet man solche. Man erwartet vielmehr, dass der Präsident der Russischen Föderation die Leiter jener Föderalbezirke ernennen wird, die auf dem Gebiet der Ukraine geschaffen werden sollen. Und genau diese Haltung bestimmt die Reaktion der russischen politischen Führung auf sämtliche Vorschläge für eine Waffenruhe.
Russland führt diesen Krieg nicht um Territorien, nicht um den Donbas, nicht um die Krim, nicht um die Gebiete Saporischschja und Cherson, nicht um die russische Sprache und die russische Kirche, sondern darum, dass das gesamte Territorium der Ukraine in Form einzelner Regionen der Russischen Föderation angeschlossen wird. Und solange nicht jeder ukrainische Bürger dies begriffen hat, werden wir uns immer neue Illusionen über die Möglichkeiten machen, uns mit einem Regime zu einigen, das die Existenz des ukrainischen Volkes selbst auslöschen will. Das muss man verstehen. Und deshalb werden die Vorschläge für eine Waffenruhe im Kreml auf diese Weise kommentiert.
Übrigens kann man auch bemerken, was im Kreml nicht kommentiert wird. Nicht kommentiert werden nämlich die Vorschläge des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, zur sogenannten Waffenruhe im Energiebereich. Diesen Beitrag des amerikanischen Staatschefs in den sozialen Netzwerken hat man weder im Kreml noch im russischen Außenministerium zur Kenntnis genommen. Nicht einmal Kirill Dmitrijew, der sonst regelmäßig amerikanische Initiativen kommentiert, hat sich dazu geäußert, obwohl Putin gerade ihm die Aufgabe übertragen hat, leichtgläubigen und gierigen amerikanischen Beamten aus Trumps engstem Umfeld einen Bären aufzubinden.
Russland braucht keinerlei Waffenruhe im Energiebereich. Russland hofft, das ukrainische Energiesystem zu zerstören, die Bevölkerungszahl auf dem feindlichen Territorium zu verringern und die Menschen, die dort noch bleiben, zur Kapitulation zu russischen Bedingungen zu zwingen. Genau das ist das tatsächliche russische Kalkül für den Winter 2026–2027.
Trump, der weiterhin von der ukrainischen Führung verlangt, die Angriffe auf die Erdölverarbeitungsinfrastruktur der Russischen Föderation einzustellen, unterstützt im Grunde – sei es aus Dummheit, aus Gier oder aus Inkompetenz – diesen menschenverachtenden russischen Plan. Ebenso unterstützen ihn all jene Menschen in unserem Land, die so tun, als schlage Trump eine tatsächliche Waffenruhe vor, und die dem amerikanischen Präsidenten in amerikanischen Nachrichtensendungen weiterhin Komplimente machen. Damit erzeugen sie Illusionen über die Realisierbarkeit einer Waffenruhe im Energiebereich – nicht nur bei uns, den Menschen, die unter dem Beschuss des Putin-Regimes stehen, sondern auch in der amerikanischen Gesellschaft. Und das ist im Vorfeld der Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten unglaublich gefährlich.
Wir müssen klar sagen, dass all diese Menschen nicht einfach gegen den gesunden Menschenverstand und den Realismus arbeiten. Sie arbeiten gegen die Ukraine, selbst wenn sie sich hinter ihren Mandaten als Abgeordnete der Werchowna Rada unseres Landes verstecken. Das sind offene, unverhohlene, ernst zu nehmende Feinde. Ich weiß einfach nicht, was bei diesen Menschen stärker ausgeprägt ist: die Dummheit oder die zynische Berechnung, bei irgendwelchen mythischen Wahlen zum ukrainischen Parlament wieder einen Platz unter der Parlamentskuppel zu finden, die es vielleicht einfach nicht mehr geben wird.
Deshalb muss man sich klar darüber sein, wie eine Waffenruhe mit der Russischen Föderation zustande kommen kann. Sie wird dann eintreten, wenn die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation, die russischen Häfen, über die Erdöl verschifft wird, und die russische Energiewirtschaft niedergebrannt sind und die Russen auf den Trümmern ihrer eigenen Infrastruktur nach einem besseren Schicksal suchen werden. Einen anderen Weg zu einer Einigung mit der Russischen Föderation hat es niemals gegeben, gibt es bis heute nicht und wird es, glauben Sie mir, auch in den kommenden Jahren nicht geben.
Jeder, der versucht, das Gegenteil zu verkünden, wird erkennen müssen, wie trügerisch seine Hoffnungen und Versprechungen waren. Auch das kann ich mit voller Überzeugung in diesem schweren, aber historischen Augenblick sagen, den wir heute durchleben.
Aber sowohl Peskow als auch Lawrow und sogar Putin selbst werden in einem völlig anderen Ton sprechen, wenn sie ernsthafte Schwierigkeiten und die Unzufriedenheit ihrer eigenen Bevölkerung zu spüren bekommen. Das war bereits im Mai dieses Jahres der Fall, als Putin Trumps Dienste in Anspruch nahm, um am 9. Mai die Parade auf dem Roten Platz abhalten zu können. So kann es jederzeit wieder kommen, wenn Russland erschöpft ist. Und eine andere Wahl, als den Aggressor zu erschöpfen, haben wir leider nicht.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Кремль відповів Зеленському | Віталій
Портников. 12.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:12.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Volodymyr Zelensky betonte in seiner Ansprache an das Warschauer Sicherheitsforum erneut, dass die Ukraine bereit sei, der vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump vorgeschlagenen Waffenruhe im Energiebereich zuzustimmen, falls die Russische Föderation ihre Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur einstellt.
Zelensky erinnerte daran und betonte, dass dies auch den Amerikanern gut bekannt sei: Die Ukraine verfügt über keine bedeutenden Erdölraffinerien, während Russland versucht, ihre Energieinfrastruktur außer Betrieb zu setzen. Und die Ukraine ist bereit, ihre Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation einzustellen, sobald Russland seine Angriffe auf die Energieanlagen der Ukraine beendet.
Er betonte ironisch, dass die russischen Shahed-Drohnen offenbar nicht mit den Inhalten sozialer Netzwerke vertraut seien. Damit meinte er, dass die Russen, nachdem Donald Trump bereits eine Mitteilung über eine Waffenruhe im Energiebereich zwischen Russland und der Ukraine veröffentlicht hatte, ein Heizkraftwerk in Charkiw angegriffen und damit ihre völlige Missachtung der Vorschläge des amerikanischen Präsidenten demonstriert hatten. Obwohl, warum völlige Missachtung? Die Amerikaner können durchaus verstehen, dass die Erdölraffinerien der Russischen Föderation und die Energieanlagen der Ukraine genau das sind, was bei der Vereinbarung einer Waffenruhe Gegenstand der Gespräche sein muss. Aber etwas zu verstehen und Bedingungen vorzuschlagen, ist keineswegs dasselbe.
Derzeit sieht die sogenannte Waffenruhe im Energiebereich von Donald Trump ganz offensichtlich so aus: Die Ukraine muss ihre Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation einstellen. Und Russland muss seine Angriffe auf Erdölraffinerien oder andere Anlagen desselben Typs in der Ukraine einstellen. Dabei spielt es offenbar keine Rolle, dass es solche Anlagen praktisch nicht gibt. Und die einzige Erdölraffinerie der Ukraine wurde durch russische Angriffe bereits zu Beginn des großen Krieges Russlands gegen seinen Nachbarstaat außer Betrieb gesetzt. Wenn die Ukraine ihre Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation einstellt, könnten die Russen theoretisch – und mir scheint, dass dies nur in den Fantasien des amerikanischen Präsidenten existiert – erwägen, ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine, auf Heizkraftwerke, auf Umspannwerke und auf andere wichtige Anlagen der Energieversorgung einzustellen.
Und was geschieht, wenn die Russen einem solchen Vorschlag nicht zustimmen? Aus Sicht des Weißen Hauses wird nichts geschehen. Die Ukrainer werden einfach keine Angriffe mehr auf die Erdölverarbeitungsinfrastruktur Russlands durchführen. Und wenn sie sich weigern, einen solchen Verlauf der Ereignisse hinzunehmen, wird man im Weißen Haus Kyiv vorwerfen können, die von Trump verkündete Waffenruhe im Energiebereich verletzt zu haben, und sich auf diese Weise weigern können, der Ukraine weiterhin Hilfe zu leisten.
Und ja, das ist eine ganz gewöhnliche Falle für Kyiv und eine Chance für Moskau. Und ich schließe nicht einmal aus, dass die Einzelheiten dieser erstaunlichen Konstruktion während des letzten Telefongesprächs des Präsidenten der Vereinigten Staaten mit dem Präsidenten der Russischen Föderation besprochen worden sein könnten. Nicht umsonst konnten Donald Trump und Putin nach Angaben des Beraters des russischen Präsidenten, Jurij Uschakow, lange nicht auflegen und setzten ihre Diskussion fort. Worüber?
Schon die Idee, Dieselkraftstoff in geringer Menge aus Russland zu kaufen, sieht wie eine regelrechte Falle für die Ukraine aus. Die Vereinigten Staaten brauchen diesen Dieselkraftstoff nicht. Die Vereinigten Staaten exportieren jeden Monat sechs Millionen Tonnen dieses Kraftstoffs. 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff aus Russland haben auf nichts einen Einfluss. Auch nicht auf den Dieselpreis auf dem Weltmarkt.
Und als Donald Trump diese Vereinbarung mit Putin verkündete, konnten sich Beobachter natürlich kaum der Frage entziehen, wozu die beiden das alles tun und warum Trump dies als gewaltigen Sieg verkündet. Ob er tatsächlich glaubt, dass auf diese Weise die Preise an amerikanischen Tankstellen sinken könnten. Und selbst wenn man sich vorstellt, dass ein solches Modell funktionieren würde, wobei völlig unklar ist, weshalb, stellt sich die Frage, wann dies geschehen könnte und ob bis dahin nicht bereits die Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress stattgefunden haben werden.
Jetzt haben wir grundsätzlich eine Antwort auf die Frage, die so schwierig erschien, nachdem Donald Trump die Ergebnisse seines Telefongesprächs mit dem Präsidenten der Russischen Föderation bekannt gegeben hatte. Es geht überhaupt nicht um den Dieselkraftstoff als solchen. Donald Trump braucht seinen Kauf nicht. Putin kann die geringen verbliebenen Dieselüberschüsse auch ohne Genehmigung des amerikanischen Finanzministeriums verkaufen, wie er es all diese Jahre getan hat, als er monatlich drei Millionen Tonnen Dieselkraftstoff ohne jede amerikanische Genehmigung absetzte. Denn in Peking oder Neu-Delhi schert man sich einen Dreck um die Genehmigungen des Ministeriums von Scott Bessent. Auch das muss man verstehen.
Aber die Vereinbarung zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation schafft aus Sicht von Trump und Putin die Möglichkeit, eine Falle für die ukrainische Führung zu konstruieren, um sie unter der Drohung, die militärische Hilfe und den Austausch von Geheimdienstinformationen durch die Vereinigten Staaten einzustellen, dazu zu zwingen, ihre Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation zu beenden. Wenn Kyiv dem nicht zustimmt, kann man darauf hoffen, dass eine Verringerung des Umfangs der Geheimdienstinformationen Russland ermöglichen wird, die Energieinfrastruktur der Ukraine schneller zu zerstören und Kyiv auf diese Weise zur Kapitulation zu zwingen.
Und dabei kann Trump glauben, dass er für diese Kapitulation nicht verantwortlich ist, weil die Ukraine die Bedingungen der Waffenruhe im Energiebereich verletzt und dadurch eine Situation geschaffen habe, in der ihr nichts anderes übrig geblieben sei, als vor Russland zu kapitulieren. Keine Ukraine, keine Probleme für diese Administration.
Die Forderungen nach einem Wechsel des ukrainischen Präsidenten passen vollkommen in diese Konstruktion, die Trump mit Putin besprochen haben könnte. Der amerikanische Präsident übt Druck auf den ukrainischen Präsidenten aus und droht ihm mit dem Verlust seiner Macht, falls er sich nicht darauf einlässt, in diese Falle zu tappen, und seine Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation nicht einstellt. Nicht umsonst begrüßte Putins Sonderbeauftragter Kirill Dmitrijew, der Witkoff und Kushner in den vergangenen Monaten gerade mit gewaltigen Gewinnen aus dem Erwerb von Lukoil-Aktien durch sie und ihnen nahestehende Personen den Kopf verdreht hat, Trumps Erklärung über die Notwendigkeit eines Machtwechsels in der Ukraine mit solcher Freude und bezeichnete sie als historisches Ereignis.
Es handelt sich also um ein ziemlich einfaches, primitives Schema zur Einflussnahme auf einen Partner. Und der größte Fehler in Kyiv wäre es, sich darauf einzulassen, an diesem Schema mitzuwirken. Zelenskys Formulierung ist vollkommen logisch und transparent. Die Ukraine kann ihre Angriffe auf den Erdölverarbeitungskomplex der Russischen Föderation nur dann einstellen, wenn die Russische Föderation auf Angriffe gegen die Energieinfrastruktur der Ukraine verzichtet. Und darauf wird sie nicht verzichten, weil dies kein Bestandteil des Geschäfts zwischen Trump und Putin ist.
Wenn die ukrainischen Angriffe auf die Erdölraffinerien Russlands fortgesetzt werden und erfolgreich sind, wenn sie alle Möglichkeiten einer künftigen Entwicklung der russischen Erdölverarbeitungsindustrie und den Wert der Lukoil-Aktien zerstören, dann werden sowohl der Präsident der Russischen Föderation als auch der Präsident der Vereinigten Staaten, Sie werden sehen, mit uns in einem anderen Ton sprechen. Man darf sich nicht auf Erpressung einlassen, die zudem primitiv und selbstverliebt wirkt, wie es bei Menschen, die sich längst von der Realität entfernt haben, immer der Fall ist.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Зеленський відповів на перемирʼя Трампа | Віталій Портников. 12.20.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:12.20.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Elon Musk hat sich Donald Trumps Forderung nach einem Wechsel an der ukrainischen Staatsspitze angeschlossen und betont, dass Zelensky zu weit gegangen sei. Offensichtlich meint der exzentrische Milliardär, der für seine engen Verbindungen zur Trump-Administration bekannt ist, jene Angriffe, die die Ukraine derzeit auf den militärisch-industriellen Komplex und die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation durchführen kann.
Das heißt, aus der Sicht von Trump und Musk müsste die Ukraine die Zerstörung ihrer eigenen Infrastruktur, die sich derzeit vor unseren Augen abspielt, die Ermordung friedlicher Einwohner der Ukraine durch Putin und die Besetzung ukrainischer Gebiete einfach hinnehmen, nur weil es im Weltbild von Trump und Musk drei starke Staatschefs gibt: Trump selbst, Xi Jinping und Putin. Und nur sie sollen darüber entscheiden, wie die Welt um sie herum aussieht. Die anderen Länder haben sich ihren Vorstellungen zu fügen.
Genau deshalb haben weder Trump noch Musk in ihren Äußerungen über Zelensky die russische Aggression gegen die Ukraine auch nur mit einem Wort erwähnt. Sie haben Putins Handlungen im Zusammenhang mit den Angriffen auf unser Land nicht erwähnt und auch den russischen Präsidenten selbst nicht erwähnt, der wiederholt jede Art von Vereinbarungen über ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges abgelehnt hat.
Mehr noch: Trump sagt heute, dass er Putins Entscheidung begrüße, billiges Öl auf den Markt zu liefern. Und das, obwohl die Vereinigten Staaten aufgrund ihrer eigenen Sanktionen gar keine Möglichkeit haben, russisches Öl zu kaufen. Das ist durch amerikanische Gesetze verboten. Übrigens gilt das auch für Dieselkraftstoff. Und das, obwohl die Vereinigten Staaten erst vor Kurzem ein Gesetz verabschiedet haben, nach dem sie vernichtende Sanktionen bis hin zu Zöllen von 100 Prozent gegen jene fünf Länder verhängen wollen, die die größten Mengen russischen Öls kaufen.
Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat dieses Gesetz unterzeichnet und damit geprahlt, dass es verabschiedet worden sei. Jetzt stellt sich heraus, dass eine Entscheidung, die Trump persönlich dem Andenken seines verstorbenen Mitstreiters, Senator Lindsey Graham, gewidmet hatte, in dem Moment in den Müll geworfen werden kann, in dem sich die Möglichkeit irgendwelcher Geschäftemachereien mit Putin ergibt. Und wie wir sehen, stimmt Musk dieser Logik vollkommen zu und unterstützt den amerikanischen Präsidenten gerade deshalb, weil die Weltbilder von Trump und Musk in dieser Situation übereinstimmen.
Wir können uns lange darüber wundern, wie sich die Sicht von Trump und Musk auf die Welt innerhalb buchstäblich weniger Tage verändert hat. Aber wir verstehen, dass es hier überhaupt nicht um die Lieferung russischen Öls auf den Weltmarkt entgegen den weiterhin gegen Russland geltenden westlichen Sanktionen geht, sondern um die Möglichkeit, mit den Aktien des russischen Konzerns Lukoil Geld zu verdienen.
Offensichtlich ist das genau der Grund, weshalb Trump bis heute die Möglichkeit offenhält, die Sanktionen gegen diesen russischen Konzern nicht einzuführen, die längst beschlossen und vom amerikanischen Präsidenten selbst und seinem Umfeld als Sanktionen aus der Hölle bezeichnet worden waren.
Offensichtlich ist das genau der Grund, weshalb Trumps Vertreter Steve Witkoff und Jared Kushner in die russische Hauptstadt gereist sind. Wie jetzt klar wird, sprachen sie mit dem Präsidenten der Russischen Föderation gerade über diese Aktien und keineswegs über eine Wiederbelebung des russisch-ukrainischen Friedensverhandlungsprozesses, der sich seitdem keinen Schritt vom Fleck bewegt hat.
Offensichtlich ist das genau der Grund, weshalb Trump und Putin sich über die Lieferung einer kleinen Menge russischen Diesels auf den Weltmarkt einigen konnten. Wiederum entgegen jener Sanktionspolitik, die die Vereinigten Staaten eigentlich selbst verfolgen müssten.
Und wie wir verstehen, geht es hier überhaupt nicht um die Person des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky. Natürlich kann Trump ihm nicht verzeihen, dass er das Geschäft mit Putin als schwache Entscheidung eines starken Partners bezeichnet hat. Und es geht auch nicht um die Forderungen nach einem Wechsel des ukrainischen Präsidenten. Nein.
Das schwerwiegendste Problem besteht darin, dass man in Washington Russland als einen Staat betrachtet, der das Recht hat, seinen Nachbarn seinen Willen aufzuzwingen, einfach weil sein Präsident sich mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten über gemeinsame Interessen einigen kann. Denn der Konflikt liegt gerade darin, dass in der großen Politik Werte durch geschäftliche Interessen ersetzt werden, die zudem keinerlei wirklichen Bezug zur Politik der Vereinigten Staaten selbst, zu den Interessen des amerikanischen Volkes oder zu den Sicherheitsinteressen der gesamten Welt haben. Und wenn wir sehen, wie der Präsident der Vereinigten Staaten vor dem Hintergrund seines Interesses an solchen Geschäften einfach auf seine eigene Sanktionspolitik verzichtet, die er noch vor wenigen Wochen befürwortet hatte, kann sich die Frage stellen, wie verlässlich die Vereinigten Staaten unter dieser Administration als Partner sein können.
Andererseits verstehen wir aber, dass wir bis zu einem gewissen Grad Zeugen einer politischen Agonie sind. Sowohl Donald Trump als auch Elon Musk verfolgen die Meinungsumfragen aufmerksam und verstehen sehr gut, wie gefährlich ein Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress für sie wäre. Wie gefährlich die Tatsache wäre, dass in den Vereinigten Staaten nach einem solchen Sieg Untersuchungen über die Tätigkeit der Administration beginnen könnten.
Auch das ist ein gewaltiges Problem, das schon bald für Donald Trump, für sein engstes Umfeld und sogar für Elon Musk entstehen könnte. Musk leitete, wie wir uns erinnern, in den ersten Monaten nach Donald Trumps Einzug ins Weiße Haus, wenn auch informell, eine Kommission, die sich mit dem Abbau des Staatsdienstes beschäftigen sollte, und hat diesen Staatsdienst regelrecht zerschlagen.
Erinnern wir uns an das Schicksal eben jener US-Behörde für internationale Entwicklung, deren Zusammenbruch zu einem sprunghaften Anstieg der Einflussmöglichkeiten der Volksrepublik China im gesamten Globalen Süden geführt hat. Da beginnt man sich zu fragen, ob vielleicht auch das nicht im Interesse der Vereinigten Staaten lag, sondern im Interesse Elon Musks mit seinen erheblichen geschäftlichen Interessen gerade in der Volksrepublik China.
Aber wir haben heute keine Antwort auf diese Frage, könnten sie jedoch morgen erhalten. Und genau deshalb möchten sowohl Trump als auch Musk eine Niederlage der Republikaner verhindern und suchen selbst in zweifelhaften Geschäften mit dem Präsidenten der Russischen Föderation nach einem Ausweg. Das ist die Logik, von der sich diese Menschen leiten lassen, wenn sie über die Möglichkeit eines Sieges neuer Persönlichkeiten auf der politischen Bühne der Ukraine und über die Ablösung des ukrainischen Präsidenten sprechen. Das betrifft überhaupt nicht die Ukraine und nicht einmal Russland. Es könnte um ihr eigenes Schicksal und ihr eigenes Weltbild gehen.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Маск: «Зеленський зайшов занадто далеко» | Віталій Портников. 11.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:11.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Der Minotaurus, das kretische Ungeheuer mit dem Kopf eines Stiers und dem Körper eines Menschen, das alle neun Jahre sieben junge Männer und sieben junge Frauen aus Athen verschlang. In Wirklichkeit hatte er in seiner ewigen Gefangenschaft in dem verwinkelten Labyrinth, das der kretische König Minos für dieses Kind aus dem Ehebruch seiner Frau mit einem zauberhaften weißen Stier errichten ließ, überhaupt kein Verlangen danach, sie zu fressen. Und selbst wenn er es gewollt hätte, hätte er das wohl kaum mitteilen können – denn mit dem Minotaurus sprach niemand besonders viel über irgendetwas.
Diese Geisel des Minos war das Symbol seiner Herrschaft über das besiegte Athen. Jedes Mal, wenn Athen ein weiteres Schiff mit Opfern nach Kreta schickte, erkannte es diese Herrschaft auf die brutalste nur denkbare Weise an.
In Athen selbst verstummten all diese Jahre die politischen Diskussionen nicht. Die einen sagten, man müsse König Ägeus und seine gesamte Dynastie loswerden. Denn König Ägeus war schuld am Tod des Sohnes des kretischen Königs, Androgeos – und der erzürnte Vater rächte sich an Athen für den Tod seines Erben. Und wenn es Ägeus nicht mehr gäbe, gäbe es niemanden mehr, dem man den Tod des Androgeos vorwerfen könnte, und damit auch keinen Grund mehr für Rache.
Andere versuchten, Einfluss auf die Personalauswahl zu nehmen. Manche forderten, die schönsten Mädchen und jungen Männer nach Kreta zu schicken – damit man sie nicht fressen, sondern mit ihnen das Bett teilen wollte. Andere wiederum waren der Meinung, man müsse Monster schicken – so würde Kreta keine moralische Befriedigung aus den Opfern ziehen und schließlich auf seine Forderungen verzichten.
Und nur Theseus beschloss, als er im Athen seines Vaters erschien, den Minotaurus zu töten. Und er tötete ihn. Übrigens erzählt der Mythos nicht, dass Theseus den Tod des Minos anstrebte, obwohl das ganze Problem beim kretischen König lag. Aber Theseus, der große Held, verstand, dass die Ausschaltung des Symbols der Aggression dem feindlichen Regime die Möglichkeit nehmen würde, diese Aggression fortzusetzen. Der allgemein bekannte Mythos konzentriert sich hauptsächlich auf den Tod des Minotaurus und auf die Liebe zwischen Theseus und Ariadne, der Tochter des kretischen Königs. Aber in der Mythologie gibt es eine eindeutige Erklärung zum weiteren Schicksal des Minos. Der kretische König kam ums Leben, als er das Friedensabkommen mit Theseus brach, denn er wurde von einem der wichtigsten Götter des griechischen Pantheons bestraft: Poseidon, dem Bruder des Zeus und Gott des Meeres.
Der Urheber des Mythos hatte schon damals verstanden, dass ein Aggressor ohne das Symbol seiner Aggression, ohne seine Macht (wie man heute sagen würde: ohne die Ressourcen für den Krieg) nicht lange bestehen kann. Und das ist eine Lehre für Jahrtausende.
Deshalb ist es müßig, darüber zu streiten, was Putin braucht, damit er den Krieg gegen die Ukraine beendet – die russische Sprache, die Kirche, das Gebiet Donezk oder den Verzicht auf die NATO.
Er braucht nichts außer uns. Bis 2014 war die Ukraine ein blockfreier Staat mit der russischen Sprache in den Regionen, einer russischen Kirche und einer Bevölkerungsmehrheit, die der euroatlantischen Integration ablehnend gegenüberstand. Das hinderte das russische Parlament nicht daran, einen Beschluss über den russischen Status von Sewastopol zu verabschieden, die russische Führung nicht daran, den prorussischen Präsidenten der Krim, den Separatisten Jurij Meschkow, zu unterstützen und die Annexion der Halbinsel vorzubereiten. Das verhinderte weder die Ereignisse um Tusla noch die energiepolitische Erpressung der Ukraine (keineswegs nur zu Zeiten Juschtschenkos). So, wie sie heute ist, wurde die Ukraine nicht einmal nach dem Angriff von 2014, sondern erst nach dem Angriff von 2022. Selbst nach 2014 behaupteten noch unzählige unserer Landsleute, dass „nicht alles so eindeutig“ sei, wählten prorussische und populistische Kräfte und erzählten, dass „das alles nur die Politiker“ seien.
Warum musste Russland, das einen so gewaltigen Einfluss auf die Ukraine hatte, uns überhaupt angreifen? Vielleicht, weil Russland die Ukraine verschlingen wollte, statt mit ihr zusammenzuleben?
Deshalb ist es sinnlos, danach zu suchen, womit man den Minotaurus zufriedenstellen könnte, wenn das eigentliche Ziel Ihre eigene Unterwerfung und Ihr Tod sind. Sie können sich einen kompromissbereiten König suchen (anscheinend haben wir 2019 tatsächlich einen gefunden) und den vorherigen alle gemeinsam unter glücklichem Gelächter von einer Klippe stürzen. Sie können nicht sieben junge Männer und sieben junge Frauen nach Kreta schicken, sondern jeweils zehn. Sie können aufhören, so zu sprechen wie in Athen, und versuchen, so zu sprechen wie auf Kreta. Sie können darauf verzichten, Athene Opfer darzubringen, und stattdessen Zeus oder Poseidon opfern – vielleicht werden sie Sie beschützen. Und Sie können einfach davon träumen, dass sich alles sofort ändern wird, wenn Minos stirbt.
Aber nichts wird Ihnen helfen, solange Sie den Minotaurus nicht vernichten.
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Art der Quelle:Essay Titel des Originals:Мінотавр. Віталій Портников. 11.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:11.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Zeitung Link zum Originaltext:
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Gestern Abend, als der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, in seinem eigenen sozialen Netzwerk einen langen Tweet veröffentlichte, in dem er über beispiellose Vereinbarungen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, über die Lieferung von Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt berichtete, sprachen wir sozusagen unmittelbar nach dieser Erklärung des amerikanischen Staatschefs darüber und versuchten zu verstehen, was eigentlich geschehen war, warum Trump Putin hilft, die Frage des Verkaufs von Dieselkraftstoff zu lösen. Wozu brauchen die Vereinigten Staaten das? Wozu braucht die Russische Föderation das? Was wird das tatsächliche Ergebnis dieser ganzen Geschichte sein?
Jetzt, da seit dem Telefongespräch zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation sozusagen schon ziemlich viel Zeit vergangen ist, können wir uns zumindest vorstellen, was infolge dieses Gesprächs tatsächlich geschehen ist und welche praktischen Auswirkungen das haben wird.
Nun, der erste Punkt betrifft gerade den Dieselkraftstoff. Es ist völlig offensichtlich, dass keine Vereinbarungen zwischen Trump und Putin über die Lieferung russischen Kraftstoffs auf die Weltmärkte den Dieselpreis senken werden. Das ist unmöglich. Trump und Putin haben vereinbart, dass die Russische Föderation im ersten Monat ungefähr 300.000 Tonnen Kraftstoff auf den Weltmarkt liefern kann, im zweiten 500.000, im dritten Monat eine Million Tonnen und dass sie je nach Zustand der Erdölraffinerien der Russischen Föderation bis zu drei Millionen Tonnen Diesel auf den Weltmarkt liefern kann, wenn es ihr gelingt. Denn wie wir wissen, verfügt die Russische Föderation derzeit schlicht nicht über solche Kraftstoffüberschüsse.
Aber man muss sagen, dass drei Millionen Tonnen Dieselkraftstoff genau die Menge sind, die Russland vor Beginn der ukrainischen Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation auf den Weltmarkt lieferte. Und das spiegelte sich keineswegs in den Kraftstoffpreisen wider.
Denn damit die Kraftstoffpreise sinken, muss der Ölpreis sinken. Der Dieselpreis hängt vom Ölpreis ab. Es gibt weltweit keinen Mangel an Dieselkraftstoff, insbesondere auch nicht auf dem amerikanischen Markt. Mehr noch: Die Vereinigten Staaten gehören weiterhin zu den größten Dieselexporteuren der Welt und liefern monatlich bis zu sechs Millionen Tonnen Diesel auf den Weltmarkt. Sagen Sie mir bitte, warum sollte ein Staat, der jeden Monat sechs Millionen Tonnen Dieselkraftstoff an andere Länder verkauft, von einem anderen Staat 300.000 Tonnen kaufen? Und offensichtlich werden die Vereinigten Staaten diesen Kraftstoff auch nicht kaufen, weil sie ihn nicht brauchen.
Darüber hinaus können die Vereinigten Staaten diesen Kraftstoff auch aus dem einfachen Grund nicht kaufen, dass ein Gesetz der Vereinigten Staaten aus dem Jahr 2022 den Kauf von Öl und Gas aus der Russischen Föderation verbietet. Dieses Gesetz wurde vom Kongress verabschiedet, vom Präsidenten unterzeichnet und nicht aufgehoben. Deshalb gibt es keinerlei rechtliche Möglichkeit für die Vereinigten Staaten selbst, Dieselkraftstoff aus Russland zu kaufen. Und die Vereinigten Staaten haben auch keinen Bedarf, Dieselkraftstoff aus Russland zu kaufen. Eine Genehmigung des US-Finanzministeriums kann sich ausschließlich auf das Recht Russlands beziehen, seinen Dieselkraftstoff an andere Länder zu verkaufen.
Aber Russland konnte diese Überschüsse auch ohne diese Genehmigung mithilfe seiner eigenen Schattenflotte verkaufen. Und es hat sie auch verkauft. Im September dieses Jahres hat Russland bereits rund 432 Tonnen Dieselkraftstoff an seine Nachbarländer in Zentralasien verkauft. Das ist der Überschuss, der auf dem Markt der Russischen Föderation vorhanden ist, und das belegen Meldungen aus diesem Land. Es gibt einen erheblichen Benzinmangel. Aber im Herbst entsteht gerade deshalb, weil die landwirtschaftlichen Arbeiten zu Ende gehen und dieselbetriebene Maschinen nicht mehr gebraucht werden, ein Überschuss an Dieselkraftstoff, selbst in der Situation, in der sich die Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation nach den ukrainischen Angriffen befindet. Deshalb hat die Entscheidung von Trump und Putin keinerlei praktische Bedeutung. Auf den Verlauf des Krieges wird sie sich ebenfalls in keiner Weise auswirken, denn all die Behauptungen, Russland werde mit diesen Verkäufen innerhalb eines halben Jahres 4,5 Milliarden Dollar verdienen, sofern es überhaupt über diese gesamte Menge verfügt, sind ebenfalls sehr merkwürdig. Russland hätte dieses Geld auch ohne die amerikanische Entscheidung verdient. Einfach illegal, und jetzt wird es möglicherweise legal daran verdienen können. Das heißt, was es für Rupien und Yuan hätte verkaufen können, wird es möglicherweise jemandem gegen harte Währung verkaufen. Aber auch das hat keinerlei Einfluss auf die tatsächlichen russischen Ressourcen. Was sind schon 4,5 Milliarden Dollar für einen Staat innerhalb einiger Monate?
Dann können Sie fragen: „Warum macht Trump das überhaupt?“ Nun, ich denke, dass das mit irgendwelchen völlig anderen Vereinbarungen zusammenhängt, die er entweder mit Putin hat oder von denen er glaubt, dass sie bestehen. Bis zu einem gewissen Grad findet sich die Antwort auf die Frage, worüber Trump und Putin tatsächlich gesprochen haben, in der Mitteilung des Pressedienstes des russischen Präsidenten selbst, der von der iranischen Geschichte spricht. Putin traf sich gerade jetzt mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian. Er erörterte mit ihm Möglichkeiten irgendwelcher iranisch-amerikanischen Vereinbarungen über die Freigabe der Straße von Hormus. Ich erinnere daran, dass diese Meerenge entgegen dem, was Donald Trump erzählt, blockiert ist. Und deshalb ist der Ölpreis so hoch, deshalb sind die Preise an den Tankstellen so hoch, deshalb sind die Dieselpreise so hoch, deshalb ist alles so. Und Trump hat offensichtlich bereits verstanden, dass die pakistanischen Vermittler hier nichts für ihn erreichen können. Alle Bemühungen der arabischen Länder führen zu nichts. Die Meerenge ist geschlossen. Auf militärischem Wege kann er den Iran nicht besiegen. Und grundsätzlich bringt jeder neue Tag für ihn derzeit neue Gefahren im Hinblick auf eine militärische Konfrontation mit dem Iran.
Denn stellen Sie sich vor, was passiert, wenn der Iran über Shahed-Drohnen mit Strahlantrieb verfügt, und die wird er bekommen. Was wird dann überhaupt aus der Luftverteidigung der Vereinigten Staaten von Amerika, und was wird aus der Luftverteidigung Israels und der Golfstaaten, wenn Schwärme von Shahed-Drohnen mit Strahlantrieb auf sie zufliegen? Das sind doch Gebiete, die sich ihrer Größe nach nicht mit der Ukraine vergleichen lassen. Das könnten Gebiete werden, in denen die Infrastruktur vollständig zerstört wird. Man darf nicht glauben, dass Trump das nicht versteht. Er versteht es, deshalb sucht er nach Wegen, sich mit dem Iran zu einigen. Und Putin verkauft ihm als geschickter Zauberkünstler solche Möglichkeiten. Tatsächlich trat Putin gestern, und das ist der wichtigste Inhalt dieses Gesprächs, als jemand auf, der Trump Botschaften Peseschkians übermittelte und versprach, Peseschkian Botschaften Trumps zu übermitteln. Das wird Trump nicht retten.
Wozu braucht Trump das überhaupt? Er will, dass die Preise an den Tankstellen sinken. Er will sonst nichts. Man darf nicht glauben, dass Trump nicht versteht, was um ihn herum geschieht. Er versteht alles. Er versteht, dass die Republikaner bei den Kongresswahlen eine vernichtende Niederlage erleiden könnten. Und dass es jetzt nicht nur um das Repräsentantenhaus geht. Ich glaube nicht, dass Trump überhaupt noch hofft, das Repräsentantenhaus zu halten, aber er möchte die Mehrheit im Senat auf keinen Fall verlieren. Wenn jetzt Meinungsumfragen zeigen, dass der demokratische Kandidat im Bundesstaat Texas, der immer eine republikanische Hochburg war und einen republikanischen Präsidenten nach dem anderen hervorgebracht hat – Johnson, Bush senior, Bush junior –, vor dem republikanischen Kandidaten liegt, dann wäre das für die Amerikaner geradezu ein Umsturz. Es wäre eine echte Wahlkatastrophe für die Republikanische Partei, wenn sie den Senatssitz in Texas verliert. Und Trump tut alles, um das zu verhindern.
Und übrigens: Wir sagen ja, dass ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump, das zu seinem Rücktritt führen könnte, grundsätzlich unmöglich ist, weil die Demokraten im Senat keine Zweidrittelmehrheit haben und sie auch nicht bekommen werden, selbst wenn sie die Mehrheit im Senat erringen. Das ist alles richtig. Aber auch etwas anderes ist richtig. Als Richard Nixon während des Watergate-Skandals vom Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten zurücktrat, hatten die Demokraten ebenfalls keine Zweidrittelmehrheit im Senat. Die hatten sie nicht. Nixon genoss in der Republikanischen Partei ein Ansehen, das sich kaum mit dem Ansehen Trumps vergleichen ließ. Er war der anerkannte politische Führer der Republikaner, ein Mann, der seine zweite Präsidentschaftswahl in Folge gewonnen hatte. Ein ehemaliger Vizepräsident, der zwei Amtszeiten in der Administration von Dwight Eisenhower gedient hatte. Aber Nixon erkannte, dass die gegen ihn im Zusammenhang mit Watergate erhobenen Vorwürfe so schwerwiegend waren, dass sich genügend republikanische Senatoren finden würden, die bereit wären, ihn loszuwerden, um ihre eigenen politischen Karrieren fortsetzen zu können. So kam es zu seinem Rücktritt. Und übrigens erinnere ich daran, dass dieser Rücktritt Teil einer Krise war, in deren Verlauf zuvor auch der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Spiro Agnew, sein Amt hatte aufgeben müssen, ebenfalls einer der republikanischen Führer, den man mit JD Vance unter Trump vergleichen kann.
Warum erzähle ich Ihnen das alles so ausführlich und greife dabei auf die amerikanische Geschichte zurück? Weil wir nicht wissen, was die Demokraten alles ausgraben könnten, wenn sie nach ihrem Sieg, selbst wenn es nur bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus wäre, das Repräsentantenhaus in eine Untersuchungskommission verwandeln, die die tatsächliche Amtsführung von Präsident Trump sowie die Aktivitäten seiner Verwandten und Bekannten untersucht. Wir wissen es nicht, aber Trump weiß es. Und deshalb sucht er nach Wegen, diese Situation zu verhindern. Denn er kann glauben, dass die Republikaner, wenn sie die Mehrheit im Senat behalten, unter allen Umständen an ihm festhalten werden. Wenn die Republikaner aber auch den Senat verlieren, könnten sie sich bei einer ungünstigen Entwicklung der Ereignisse von ihm abwenden.
Trump kämpft um seine eigene Macht und um seine eigene Freiheit. Und dabei ist ihm der russisch-ukrainische Krieg völlig unwichtig, weil dieser möglicherweise keinen Einfluss auf seine Vorstellungen von seiner eigenen Macht und seiner eigenen Freiheit hat. Verstehen Sie? Für ihn kann es nur wichtig sein, zu überleben. Und er kann glauben, dass irgendwelche beispiellosen Vereinbarungen mit Putin ihm die Möglichkeit geben werden, Putin als wirksamen Vermittler in den Beziehungen zum Regime im Iran einzusetzen, das zu jenem Regime wird, das ihn faktisch an der Kehle gepackt hat und bereit ist, ihn politisch zu erwürgen.
Und ich habe übrigens gesagt, dass die Iraner alles Mögliche und Unmögliche tun werden, um Donald Trump bei den Zwischenwahlen politisch zu vernichten, damit jeder künftige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nach dieser Schande instinktiv davor zurückschreckt, den Iran anzurühren. Kein Putin wird sie von dieser Absicht abbringen, glauben Sie mir. Aber Putin nutzt das aus. Das ist ein Motiv, von dem sich der amerikanische Präsident vor seinem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen leiten lassen konnte.
Ein anderer Punkt sind die Lukoil-Aktien. Das könnte sozusagen derselbe Teil der Geschichte sein, der finanzielle Anreiz, das, was schon immer die wahren Absichten Trumps, seiner Verwandten und seiner Freunde bestimmt hat. Diese Menschen sind vor allem ins Weiße Haus gekommen, um sich zu bereichern. Die tatsächlichen nationalen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika sind ihnen scheißegal, das Geld aber nicht. Deshalb suchen sie nach Wegen, an die ausländischen Aktien von Lukoil zu kommen. Im Grunde dreht sich der gesamte Verhandlungsprozess darum.
Ich erinnere immer wieder daran: Russland hat sich in Wirklichkeit aus dem Verhandlungsprozess mit der Ukraine zurückgezogen und erklärt, dass es erst nach dem Abzug der ukrainischen Truppen aus den Gebieten Donezk und Luhansk an den Verhandlungstisch zurückkehren werde. Putin hält sich an dieses Versprechen. Während des gestrigen Gesprächs mit Trump sagte er erneut, dass Russland zu Verhandlungen bereit sei, dass aber die ukrainischen Angriffe auf Russland eine solche Rückkehr natürlich unmöglich machten. Es spielt keine Rolle, wie er das darstellt. Ich erinnere Sie einfach daran, dass es höchstwahrscheinlich keinerlei russisch-ukrainische Verhandlungen geben wird, solange die ukrainischen Truppen nicht aus den Gebieten Donezk und Luhansk abgezogen werden. Und wir werden diese Truppen nicht abziehen.
Und übrigens habe ich mir das ja nicht ausgedacht. Das ist keine Vorhersage von mir. Das wurde im Interview des US-Außenministers und Nationalen Sicherheitsberaters des Präsidenten, Marco Rubio, mit der griechischen Zeitung Kathimerini ganz klar gesagt. Ich habe es aufmerksam gelesen. Und dort sagt der Außenminister, dass die Verhandlungen blockiert sind, weil Russland den Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Donbas fordert, die Ukraine sie aber nicht abziehen will. Deshalb finden keine Verhandlungen statt.
Jetzt können Sie fragen: „Und was passiert, wenn die ukrainischen Truppen die Gebiete Donezk und Luhansk verlassen? Kommt dann Frieden?“ Nein. Das kann eine Bedingung für Verhandlungen sein, während die Kampfhandlungen weitergehen. Und auch diese Verhandlungen können scheitern, weil Russland eine neue Bedingung stellen wird. Sagen wir: Zieht jetzt aus den Gebieten Saporischschja und Cherson ab, trefft noch irgendeine Entscheidung. Russland braucht keinerlei Verhandlungen. Russland muss die Ukraine vernichten. Es sucht einfach nach Vorwänden, um nicht reden zu müssen und sich nicht mit Trump zu streiten.
Dann können Sie fragen: „Warum sind Kushner und Witkoff dann nach Moskau und Kyiv gereist?“ Kushner und Witkoff sind nach Moskau gereist, um mit Dmitrijew und anschließend mit Putin über die Lukoil-Aktien zu verhandeln, und nach Kyiv, um diesen Besuch in Moskau zu tarnen, um ihn als friedensstiftenden Besuch auszugeben und nicht als einen Besuch wegen der Aktien. Deshalb hatten Kushner und Witkoff in Kyiv absolut nichts zu tun. Sie langweilten sich ganz offensichtlich, und ihre ukrainischen Gesprächspartner wussten nicht, weshalb sie gekommen waren und worüber sie eigentlich sprachen, weil sie grundsätzlich keinerlei Vorschläge mitgebracht hatten.
Und gestern, während der Verhandlungen Witkoffs mit der ukrainischen Delegation, die auf Ersuchen aus Kyiv in die Vereinigten Staaten gereist war, täuschte Witkoff ebenfalls Aktivität vor. Man darf auch nicht glauben, dass Witkoff irgendein Idiot ist. Er versteht alles ganz genau. Er versteht sehr gut, dass es keinen Verhandlungsprozess mit Russland gibt und auch keinen geben wird. Genauso wie er versteht, dass es keinen Verhandlungsprozess mit dem Iran gibt und auch keinen geben wird. Aber im Fall des Iran müssen sie verhindern, dass der Iran eine akute Phase des Krieges provoziert, die zu einer militärischen Katastrophe für die Vereinigten Staaten von Amerika führen könnte. Das ist unter den neuen militärtechnologischen Bedingungen keine Übertreibung. Die Vereinigten Staaten könnten sich als wehrlos erweisen. Sie werden einfach ihre gesamte Luftverteidigung im Kampf gegen Shahed-Drohnen ohne Strahlantrieb im Nahen Osten aufbrauchen. Und das war’s. Das ist dann die ganze Geschichte mit der Großmacht.
Und im Fall Russlands interessiert ihn einfach die Kohle, interessieren ihn die Lukoil-Aktien. Und er versucht, das mit all diesen sinnlosen Gesprächen zu verbergen. Wir haben doch darüber gesprochen, dass es dieses Treffen geben wird. Budanow, Umjerow, Kyslyzja und noch jemand aus dem Präsidentenbüro, Arachamija, mit Witkoff. Und dann soll es noch dieses große Treffen mit den europäischen nationalen Sicherheitsberatern geben. Und was ist? Was wissen Sie über dieses Treffen? Sie wissen nichts? Es hat doch bereits stattgefunden. Das alles fand statt, weil all diese Menschen versuchten, die Vereinigten Staaten von demonstrativen Vereinbarungen mit Moskau abzuhalten, weil sie wussten, dass diese Vereinbarungen näher rückten. Es gibt schließlich Geheimdienste, die hören das alles ab und verfügen unter anderem über Informationen aus amerikanischen und russischen Quellen. Sie versuchten, Trump davon abzuhalten, konnten ihn aber nicht von diesem Gespräch mit Putin abhalten. Danach erwies sich der gesamte Verhandlungsprozess als völlig sinnlos und für niemanden mehr notwendig. Finita la commedia.
Nun weiter. Präsident Zelensky reagierte sehr scharf. Man könnte sagen, dass er vorsichtiger hätte sein müssen. Jetzt heißt es, dass er damit womöglich jene wunderbare Partnerschaft zerstören könnte, die nach dem Skandal im Oval Office zwischen ihm und Trump entstanden ist. Aber was bringt diese wunderbare Partnerschaft? Ich würde gerne wissen, was diese Partnerschaft bringt, wenn Trump Entscheidungen trifft, die sogar gegen die Gesetzgebung der Vereinigten Staaten verstoßen und die er gar nicht umsetzen kann. Wenn Trump die finanzielle Unterstützung für die Ukraine grundsätzlich eingestellt hat und das vom Repräsentantenhaus verabschiedete Gesetz zur Unterstützung der Ukraine, das diese finanzielle Hilfe und die militärische Zusammenarbeit wiederherstellt, weder unterzeichnen noch auch nur im Senat behandeln lassen will.
Ich möchte Sie daran erinnern, dass Trump nicht, wie hier viele unserer ukrainischen Politiker, diese Opportunisten, zum Teufel mit ihnen, behaupten, die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten verteidigt. Nein. Die Menschen, die das amerikanische Volk ebenso wie Trump gewählt hat, haben dieses Gesetz mit Stimmenmehrheit verabschiedet. Warum behandeln die Senatoren es nicht, und warum unterzeichnet Trump es nicht? Im Senat gibt es genügend Stimmen, um dieses Gesetz zu verabschieden. Das garantiere ich Ihnen. Der Vorsitzende der republikanischen Mehrheit im Senat, Senator Thune, setzt diese Frage auf Verlangen des Weißen Hauses einfach nicht zur Abstimmung an. Und Trump kann uns nicht etwas wegnehmen, was er uns gar nicht gibt. Das heißt, Trumps einziger wirklicher Trumpf ist derzeit der Austausch von Geheimdienstinformationen, der es uns ermöglicht, Erdölraffinerien anzugreifen.
Es gab Berichte, dass Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner, der bekanntlich noch mit einem weiteren Abenteuer dieser Administration beschäftigt ist, nämlich dem Versuch, die Lieferung russischen Gases durch Nord Stream 2 wieder aufzunehmen, uns damit gedroht hätten, keine Geheimdienstinformationen mehr mit uns auszutauschen. Das ist zweifellos ein beunruhigender Punkt, obwohl Witkoff das öffentlich bestreitet und sagt, Amerika sei ein verlässlicher Partner. Ich glaube nicht, dass sie jetzt vor den Wahlen eine solche Entscheidung treffen werden, denn sie verstehen sehr gut, dass es einen großen Teil der Bevölkerung gibt, der mit der Ukraine sympathisiert und auf keinen Fall will, dass die Vereinigten Staaten Russland helfen. Und dass die Vereinigten Staaten Russland faktisch ermöglichen, Geld zu verdienen, und damit im Grunde den Krieg finanzieren, ist bereits ein ziemlich negativer Punkt. Wie Sie sehen, wird Trump dafür in Amerika kritisiert, und zwar nicht nur in der Demokratischen, sondern auch in der Republikanischen Partei.
Aber ich hoffe sehr, dass wir uns auf eine solche Wendung der Ereignisse vorbereitet haben. Schließlich brauchen wir die Geheimdienstinformationen, um die Wirtschaft der Russischen Föderation zu zerstören und ihre Erdölraffinerien anzugreifen. Dabei geht es nicht nur um Amerika und Starlink. Es geht nicht einmal um Starlink, sondern um amerikanische Satelliten. Ich möchte hoffen, dass wir uns wenigstens darauf vorbereitet haben und solche Informationen mithilfe europäischer Satelliten erhalten können. Das wäre ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, denn grundsätzlich war schon vor vielen Monaten offensichtlich, dass Trump bei der erstbesten Gelegenheit versuchen würde, sich aus dieser Situation zurückzuziehen, die mit dem russisch-ukrainischen Krieg und dem Engagement der Vereinigten Staaten auf der Seite der Ukraine verbunden ist.
Aber noch einmal: Ich glaube nicht wirklich, dass das während des Wahlkampfes geschehen wird, denn Trump würde damit Kritik an seinen möglichen Handlungen im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg Tür und Tor öffnen, gerade weil er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit jener steht, die von den Vereinigten Staaten eine aktivere Unterstützung der Ukraine erwarten. Und auch das könnte dazu führen, dass er bei den Zwischenwahlen künftig einige Stimmen verliert. Das ist ganz sicher nicht das, was Donald Trump braucht. Ich denke, er braucht in der gegenwärtigen Situation auf der politischen Bühne Amerikas etwas völlig anderes. Deshalb muss man auch das alles klar verstehen.
Gleichzeitig kann man aber sagen, dass Trump weder das Wesen seiner eigenen Herangehensweise an diesen Konflikt noch die tatsächlichen Auswirkungen seiner Vereinbarungen mit Putin auf den Energiemarkt versteht. Nun, grundsätzlich muss man sich klarmachen, dass wir heute gerade Zeugen eines mangelnden Verständnisses für den wirtschaftlichen Sinn dieser Situation sind. Und auch hier muss man die Frage stellen: Versteht Trump das wirklich nicht? Ich denke, dass er auch das verstehen könnte. Er könnte einfach beschlossen haben, dass seine Vereinbarungen mit Putin ein wirkungsvoller Schritt für den Markt sind. Dass der Markt solche Vereinbarungen als etwas auffassen könnte, das eine Preissenkung ermöglicht. Jetzt ist Wochenende, wir werden das nicht sehen, denn das hängt so oder so mit den Börsen zusammen. Aber am Montag werden wir feststellen, wie realistisch diese Berechnungen Trumps sind und inwieweit infolge all seiner Gespräche der Preis für Dieselkraftstoff überhaupt zu sinken begonnen hat. Denn ich sage es noch einmal: Das Problem ist nicht ein Dieselmangel. Das Problem ist, dass der Ölpreis es nicht erlaubt, die Preise für Diesel und Benzin zu senken.
Möglicherweise besteht das Problem auch darin, dass auf dem russischen Markt Benzin fehlt. Und das führt zu einer größeren Nachfrage nach Kraftstoff insgesamt. Aber das sind alles solche, wissen Sie, Vermutungen, die in keiner Weise der wirtschaftlichen Logik dessen entsprechen, was tatsächlich geschieht. Zumal sich weitere, noch bedrohlichere Ereignisse abzeichnen. Grundsätzlich versuchen derzeit nicht nur wir, Russland auf dem Luftweg zu isolieren, sondern auch die jemenitischen Huthis versuchen, Saudi-Arabien zu isolieren. Sie wissen, dass es nicht nur in dieser Nacht tatsächliche und wirksame Versuche gab, den Luftraum der Russischen Föderation zu blockieren, sondern auch tatsächliche jemenitische Angriffe auf saudische Flughäfen. Dabei kamen drei Menschen ums Leben, ein Passagierflugzeug wurde zerstört, internationale Flüge wurden gestrichen. Und das am Vorabend eines bedeutenden internationalen Forums in Riad. Es ist nicht bekannt, inwieweit es jetzt überhaupt stattfinden wird, denn die Huthis haben gerade am Freitag erklärt, dass der Luftraum Saudi-Arabiens ihr Ziel, ihre Zielscheibe sei.
Und jetzt denken Sie einmal ernsthaft darüber nach, was mit den Ölpreisen geschehen wird, wenn wir sehen, dass Saudi-Arabien sogar darüber nachdenkt, einen wichtigen Investitionsgipfel zu verschieben, der in diesem Land stattfinden sollte. Natürlich wird es auch schwerwiegende Folgen für den globalen Energiemarkt haben, wenn am Flughafen von Riad Explosionen zu hören sind und sich herausstellt, dass Saudi-Arabien dem derzeit nichts entgegensetzen kann. Auch das muss man verstehen. Neue technologische Möglichkeiten eröffnen allen neue Chancen: Russland, die ukrainische Infrastruktur anzugreifen; der Ukraine, die Erdölraffinerien der Russischen Föderation anzugreifen; den jemenitischen Huthis, den Luftraum Saudi-Arabiens ins Chaos zu stürzen. Das ist einfach die Entwicklung des militärischen Fortschritts auf allen Seiten.
Und deshalb ist der Wunsch des amerikanischen Präsidenten verständlich, sein Land vor den Zwischenwahlen nicht in irgendeine neue Geschichte hineinzuziehen, die sehr schlechte Folgen für sein Ansehen und für das Militär haben könnte. Und deshalb will er dieses Heraushalten auch noch durch Gespräche darüber ersetzen, wie erfolgreich sich der Kraftstoffmarkt in den Vereinigten Staaten dank seiner Vereinbarungen mit Putin entwickelt. Das heißt, es wird der Eindruck erweckt, wir hätten irgendeinen Kraftstoffmangel, insbesondere einen Dieselmangel, und eine größere Kraftstoffmenge werde den Preis senken. So lässt sich dieser Propagandatrick genau beschreiben, der im Zusammenhang mit dem Gespräch zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation angewandt wurde.
Ich spreche schon gar nicht davon, dass gleichzeitig versucht wird, der Ukraine die Schuld an all diesen Vorgängen zu geben. Denn ein amerikanischer Beamter, der mit dem Medium Axios gesprochen hat, sagte bekanntlich: Sehen Sie, Trump hat beschlossen, sich mit Putin zu einigen, weil Zelensky seiner Bitte, die Erdölraffinerien der Russischen Föderation nicht anzugreifen, nicht nachgekommen ist. Aber was hat das damit zu tun? Das ist doch eine Form von Schizophrenie. Russland verliert infolge unserer Angriffe auf die Erdölraffinerien die Möglichkeit, Millionen Tonnen zu liefern. Millionen Tonnen Kraftstoff, sowohl Benzin als auch Diesel. Millionen. Allein Diesel wurden früher drei Millionen Tonnen im Monat geliefert. Und Trump hat mit Putin vereinbart, dass Putin 300.000 Tonnen liefern kann. Warum sollten wir also auf irgendwelche Appelle Trumps reagieren, wenn Trump seinen eigenen Appellen nichts Wirksames folgen lassen kann? Wir sind trotzdem im Vorteil. Wenn wir Russland die Möglichkeit genommen haben, allein mit Diesel, wenn wir nur über Diesel sprechen, Gewinne aus drei Millionen Tonnen im Monat zu erzielen, was macht es uns dann aus, dass Trump ihnen die legale Möglichkeit geschenkt hat, Gewinne aus 300.000 Tonnen zu erzielen, die sie auch ohne jeden Trump erzielt hätten? Ich sage es noch einmal: Sie hätten den Kraftstoff einfach woandershin geliefert. Um 300.000 Tonnen zu verkaufen, braucht man Trump nicht. Das hat der Verkauf russischen Kraftstoffs an die Länder Zentralasiens im vergangenen Monat gezeigt.
Das ist die ganze Antwort auf die Fragen, die jetzt gestellt werden: Warum wurde das alles gemacht, und sollten wir auf Trumps Bitte hören? Denn jetzt werden bei uns wieder Menschen auftauchen, die sagen werden, dass wir die Füße stillhalten und all diesen Entscheidungen zustimmen müssen. Nein, denn uns wird nichts im Gegenzug angeboten. Zelensky hat gestern und auch zuvor mehrfach erklärt, dass die Ukraine bereit ist, die Angriffe auf die Erdölraffinerien der Russischen Föderation einzustellen, wenn Russland aufhört, die ukrainische Energieinfrastruktur anzugreifen. Für Putin ist es offenbar viel wichtiger, die Energieinfrastruktur der Ukraine anzugreifen, als seine eigene Erdölverarbeitungsindustrie zu erhalten. Denn die Vernichtung der Ukraine und die Errichtung der Kontrolle über ihr Territorium sind in seinem Kopf viel wichtiger als die Erhaltung der Erdölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation. Nun, das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt in der Situation, die mit Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammenhängt. Ja, das kann eine völlig richtige Priorität sein.
Ja, Putins Handlungen können die russische Erdölverarbeitungsindustrie in den Zusammenbruch treiben. Aber daran ist doch nicht Zelensky schuld. Und Zelensky schlägt doch die ganze Zeit diese Variante einer Waffenruhe im Energiebereich vor. Und die Amerikaner haben übrigens ebenfalls an der Idee einer Waffenruhe im Energiebereich gearbeitet. Wenn aber der Präsident der Russischen Föderation sagt, dass das ein absurder Vorschlag sei, wer ist dann schuld?
Wir werden einige Fragen beantworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden.
Frage: Werden die Demokraten jetzt einen Weg finden, diesen populistischen Schachzug Trumps zu kontern und den Wählern zu beweisen, dass er die Preise nicht verändern, sondern die Vereinigten Staaten wegen ihrer Beihilfe für Putin noch tiefer in die Schande stürzen wird?
Portnikov: Nun, hören Sie, warum sollten die Demokraten den Wähler von irgendetwas überzeugen müssen? Der Wähler kommt an die Tankstelle und sieht alles auf der Preistafel. Auf der Preistafel, verstehen Sie? Und glauben Sie mir, die Dieselpreise werden dort nicht sinken, selbst wenn sie vielleicht für ein paar Tage sinken. Ich sage Ihnen noch mehr. Selbst wenn man sich irgendeine Entwicklung vorstellt, bei der die Dieselpreise zu sinken beginnen, braucht es in dieser Situation zwei bis drei Monate, bis sich das tatsächlich irgendwie einpendelt. Dafür ist es ohnehin schon zu spät. Aber bisher gibt es keinerlei Voraussetzungen dafür, dass die Preise an den Tankstellen sinken. Deshalb werden die Demokraten niemandem irgendetwas beweisen müssen. Die Preise sprechen für sich. Verstehen Sie? Wir diskutieren die Welt die ganze Zeit nach der Logik irgendeiner merkwürdigen PR. Aber wozu braucht man PR, wenn die Realität nun einmal so aussieht?
Frage: Werden die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen die Ukraine verhängen?
Portnikov: Nein, ich denke, das wird nicht geschehen. Zumindest vor den Zwischenwahlen wird das nicht geschehen. Aber wir könnten mit irgendwelchen Versuchen konfrontiert werden, der Ukraine beispielsweise Geheimdienstinformationen vorzuenthalten, wenn Zelensky nicht auf Trump hört. Das schließe ich nicht aus. Von Trump erwarte ich, wie Sie nach dieser erstaunlichen Entscheidung sehen, inzwischen alles Mögliche. Und diese Situation könnte dazu dienen, zu zeigen, dass eine Einigung mit der Ukraine unmöglich ist, oder uns die Hilfe zu entziehen und uns zur Kapitulation zu zwingen. Aber die Vereinigten Staaten leisten uns gar keine solche Hilfe, deren Entzug uns zur Kapitulation zwingen könnte. Die Vereinigten Staaten sind schon im vergangenen Jahr aus dem Spiel ausgestiegen. Sie leisten uns weder kostenlose militärische noch finanzielle Hilfe. Trump blockiert ein Gesetz, das bereits vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde. Ich habe es schon gesagt: Die Vereinigten Staaten verkaufen Waffen, die Rüstungsunternehmen verkaufen sie. Wenn Trump ihnen verbietet, Waffen an europäische Länder zu verkaufen, nimmt er ihnen vor den Zwischenwahlen ihre Gewinne. Ich glaube nicht, dass das geschehen wird.
Frage: Die Aufhebung von Sanktionen im Austausch gegen Öl – ist das die amerikanische Kunst des Deals oder einfach eine geopolitische Tankstelle bei Gazprom auf Kosten der Ukraine?
Portnikov: Ich verstehe, ehrlich gesagt, nicht so ganz, wovon Sie sprechen, denn es gibt keinerlei Aufhebung von Sanktionen im Austausch gegen Öl. Es gibt einfach eine Genehmigung für Russland, ein halbes Jahr lang seinen Dieselkraftstoff zu verkaufen, den Russland auch ohne diese Genehmigung wunderbar verkauft hat. Das ist also im Grunde völlig bedeutungslos, ehrlich gesagt.
Frage: Sollten wir auf einen Sieg der demokratischen Kräfte in den USA hoffen und eine stärkere Unterstützung der Ukraine bei der Verschärfung des Drucks auf Russland erwarten?
Portnikov: Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten wird auf jeden Fall, selbst nach einem Wahlsieg der Demokraten, in den Händen des Präsidenten der Vereinigten Staaten bleiben, der dem Präsidenten der Russischen Föderation positiv gegenübersteht und dessen Weltbild auf Vereinbarungen zwischen drei Staatschefs beruht, zu denen er sich selbst, Putin und Xi Jinping zählt. Aber grundsätzlich werden die Demokraten, selbst wenn sie nur die Kontrolle über eine Kammer des Kongresses erlangen, ein Instrument in die Hand bekommen, das damit zusammenhängt, dass sie die Verabschiedung bestimmter Gesetze ermöglichen müssen, die die Administration braucht. Bei einem solchen Zusammenspiel haben Administrationen und ihnen oppositionell gegenüberstehende Kongresse, selbst wenn es nur um das Repräsentantenhaus ging, in der Regel immer einen Kompromiss gefunden. Aber ich weiß nicht, wie das während der zweiten Trump-Administration sein wird. Sie sehen doch, dass Trump nicht wie ein Mensch aussieht, der zu Kompromissen fähig ist. Er wirkt wie jemand, der keinerlei Grenzen kennt. Deshalb weiß ich nicht, wie das sein wird. Wir wissen nicht, wie die Situation bei einer solchen Wendung der Ereignisse aussehen wird. Wir wissen es einfach nicht, denn alles, was mit Trumps zweiter Amtszeit und mit diesem, ich würde sagen, psychischen Zustand zusammenhängt, in dem sich der Präsident der Vereinigten Staaten befindet, das wissen wir nicht.
Kommentar: Die amerikanische Lizenz für russischen Diesel ist das weltweit erste offizielle Abonnement zur Finanzierung russischer Raketen mit Cashback in Dollar.
Portnikov: Nun, das ist ein schönes Bild. Ich wiederhole noch einmal: Kein russischer Diesel wird in die Vereinigten Staaten von Amerika verkauft werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben jeden Monat einen Überschuss von sechs Millionen Tonnen Dieselkraftstoff. Und nach den in den Vereinigten Staaten geltenden Gesetzen haben sie keine Möglichkeit, diesen Kraftstoff zu kaufen. Das ist die, wie ich sagen würde, objektive Realität, wie Sie verstehen. Deshalb wird nichts davon geschehen. Es wird keinerlei Cashback in Dollar geben. Das ist eine Vereinbarung über nichts. Ich wiederhole es Ihnen noch einmal: Ihr Wert ist gleich null. Wenn Russland im Herbst einen Überschuss von 300.000 oder 400.000 Tonnen Dieselkraftstoff hat, hätte es ihn auch ohne Trump verkauft. An Amerika wird es ihn ohnehin nicht verkaufen. Worüber reden wir hier eigentlich? Hören Sie sich bitte diese Erklärungen an. Nicht einmal eine einzige Tonne russischen Kraftstoffs kann an die Vereinigten Staaten geliefert werden, weil die Vereinigten Staaten keine rechtliche Möglichkeit haben, ihn zu kaufen, und ihn auch nicht brauchen. Das ist die Antwort auf die Frage.
Frage: Ist das also wirklich das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein so geldgieriger Mensch im Oval Office sitzt? Was für eine Schande.
Portnikov: Nun, ein so geldgieriger Mensch sitzt offensichtlich zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten im Oval Office. Aber ich erinnere mich an viele Fälle, in denen amerikanische Präsidenten verhängnisvolle außenpolitische Fehler begangen haben. Deshalb kann ich grundsätzlich nicht sagen, dass das etwas völlig Neues ist. Ich glaube, Winston Churchill sagte, die Amerikaner würden tausend falsche Wege ausprobieren, bevor sie das Richtige tun. Die Administration von Donald Trump unterscheidet sich von ihren Vorgängern dadurch, dass sie tausend falsche Wege ausprobieren und trotzdem nicht das Richtige tun wird, weil Donald Trumps Verständnis dafür, was richtig und was falsch ist, verkümmert ist. Er versteht in der Regel nur seine eigenen Interessen, nur sich selbst. Mehr sieht er nicht, wie Sie sehen. Und die Menschen, die sich in seiner Nähe befinden, denken überhaupt nur an sich selbst und an ihre politische Zukunft.
Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio sind erbitterte Gegner im Kampf um die künftige Präsidentschaft. Und sie wissen, dass sie sich nicht mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, streiten dürfen, denn sie erwarten immer noch, dass er persönlich seinen Nachfolger empfehlen wird, der die Nominierung der Republikanischen Partei gewinnen wird. Sobald sie sehen, dass dieser Mensch in der Republikanischen Partei kein Ansehen mehr genießt, werden sie ihn noch im selben Monat verraten und sich einen Platz an der Sonne suchen, als Menschen, die seinem politischen Kurs oppositionell gegenüberstehen.
Vance wird das wohl kaum schaffen, weil er Vizepräsident ist, obwohl alles möglich ist. Rubio aber wird ihn ganz sicher verraten. Das wird nicht der erste solche politische Verrat in seiner politischen Biografie sein. Ein Mensch, der fähig ist, seine eigenen Werte um seiner Karriere willen zu verraten, wird auch den Menschen verraten, der Werte vertritt, die seinen eigenen entgegengesetzt sind. Nun, das ist die Formel. Das muss man also verstehen. Auch die Turbulenzen dieser Situation muss man verstehen.
Und noch etwas muss man verstehen. Bis zu diesen Zwischenwahlen bleibt glücklicherweise nicht mehr viel Zeit. Buchstäblich ein paar Wochen, ungefähr ein Monat, weniger als ein Monat dieses Wahlkampfes, wenn ich mich nicht irre, denn ich kann mich bei den Daten irren. Man muss doch einmal nachsehen, wann genau die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten stattfinden. Am 3. November. Nun ja, weniger als ein Monat. Alles richtig.
Also, vom 10. Oktober bis zum 3. November rate ich Ihnen, sich anzuschnallen, die Sicherheitsgurte anzulegen. Es wird noch viel solchen Wahnsinn geben. Er wird nur noch zunehmen. Verstehen Sie, Donald Trump ist jetzt wie ein Fisch, den man aus einem Teich ans Ufer zieht. Und der Fisch will im Teich bleiben. Er wehrt sich, er ist schon fast auf dem Trockenen. Er atmet schwer, schlägt mit seinem schrecklichen Schwanz um sich, fühlt sich schlecht. Würden Sie denn, wenn Sie ein Fisch wären, wollen, dass man Sie aufs Trockene zerrt? Zumal Sie noch vor einigen Monaten für all diese Gauner, die Sie umgeben, ein echter Goldfisch waren und ihnen eine wolkenlose Zukunft versprochen haben, solange sie nur Ihre Wünsche erfüllen.
Deshalb ist das eine solche Krisensituation, deshalb kann jeder neue Tag eine neue Stufe des Wahnsinns bringen. Das muss man klar verstehen, wenn wir über den Verlauf dieser Ereignisse sprechen. Nun, ich denke, dass wir leider noch gezwungen sein werden, auf dieses Thema zurückzukommen und neue sensationelle, katastrophale Ereignisse im Zusammenhang mit dem Wahlkampf in den Vereinigten Staaten zu besprechen. Das garantiere ich Ihnen, ich garantiere Ihnen einfach, dass es noch viele unangenehme Nachrichten geben wird, mehr, als Sie denken. Aber wir werden sie auf jeden Fall besprechen und darüber sprechen, wie wir in dieser schwierigen Situation handeln sollen.
Nach dem 3. November 2026 werden wir uns alle auf die eine oder andere Weise in einer neuen politischen Welt wiederfinden, worauf wir uns ebenfalls vorbereiten müssen. Verstehen Sie, wir fliegen jetzt gewissermaßen, und am 3. November werden wir die Gangway des Flugzeugs der politischen Turbulenzen hinunter auf die sündige Erde steigen müssen. Wir müssen bereit sein für den Ausstieg, für einen Kaffee am Flughafen und für die Fahrt in die Stadt, in der wir bereits eine Vorstellung davon haben werden, was wir nach diesem Flug weiter tun sollen – in die Stadt einer neuen politischen Epoche.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Світ шокований Трампом: наслідки | Віталій Портников. 10.10.2026. Autor:[Autor ] Veröffentlichung:10.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Heute treffen sich in Miami die Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, mit einer ukrainischen Delegation, der der Leiter des Präsidentenbüros Kyrylo Budanow, sein erster Stellvertreter Serhij Kyslyzja, der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates Rustem Umjerow sowie der Vorsitzende der Fraktion der Partei „Diener des Volkes“ in der Werchowna Rada der Ukraine, Dawyd Arachamija, angehören.
Bei dem Treffen wird es um die Suche nach Wegen zu einem Frieden im russisch-ukrainischen Krieg gehen. Wie beide Seiten jedoch betonen, wollen sich die USA derzeit vor allem auf die Frage einer Waffenruhe im Energiebereich konzentrieren. In Washington ist man der Ansicht, dass der bevorstehende Winter sowohl in der Ukraine als auch in Russland Besorgnis auslösen könnte und sich dadurch eine reale Möglichkeit bietet, einen Kompromiss zwischen den beiden Seiten zu finden.
Die ukrainische Seite hat selbstverständlich ihre Bereitschaft erklärt, die Vorschläge der US-Präsidialverwaltung zu einer solchen Waffenruhe im Energiebereich zu erörtern. In der Administration des Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, zeigte man erwartungsgemäß keinerlei Interesse an den amerikanischen Vorschlägen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Witkoff und Kushner nach den Verhandlungen mit der ukrainischen Delegation in die russische Hauptstadt reisen werden. Natürlich nur, wenn man dort überhaupt mit ihnen sprechen möchte.
Ein wichtiger Bestandteil der Verhandlungen zwischen Moskau und Washington ist bekanntlich die Frage des Verkaufs von Aktien des Unternehmens Lukoil, über die die Sondergesandten des US-Präsidenten bei ihrem letzten Besuch in der russischen Hauptstadt persönlich mit dem russischen Präsidenten Putin gesprochen haben. Wir verstehen, dass Vertreter der US-Präsidialverwaltung an diesem Aktienverkauf interessiert sein könnten. Aber auch in Putins Administration könnte es Menschen geben, die daran interessiert sind, mit diesen Vereinbarungen Milliarden US-Dollar zu verdienen. Ganz zu schweigen vom russischen Staatshaushalt, der dadurch zusätzliche Mittel für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges erhalten würde.
Wenn es aber bei den Lukoil-Aktien sowohl ein amerikanisches als auch ein russisches Interesse gibt, dann lässt sich hier möglicherweise eine gewisse Grundlage für einen Kompromiss finden, der gerade mit einer Waffenruhe im Energiebereich zwischen Moskau und Kyiv verbunden wäre, zumindest für einen kurzen Zeitraum. Und möglicherweise setzt man im Weißen Haus genau darauf.
Das heißt, in Moskau hofft man, dass Trump den Köder der milliardenschweren Aktien des russischen Ölgiganten geschluckt hat. Und in Washington könnte man hoffen, dass Moskau den Köder geschluckt hat, diese Milliarden Dollar zu erhalten. Die Zeit wird zeigen, wessen Hoffnungen realistischer waren.
Die Verhandlungen sind aber auch deshalb tatsächlich ziemlich ernst zu nehmen, weil es neben den Gesprächen mit den Sondergesandten des US-Präsidenten auch Verhandlungen in erweiterter Besetzung geben wird. Die nationalen Sicherheitsberater Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands sowie Vertreter der Europäischen Union und der NATO sind in die USA gereist. Unter ihrer Beteiligung sowie unter Beteiligung der Vertreter der ukrainischen und der amerikanischen Delegation wird in erweiterter Besetzung eine Verhandlungsrunde stattfinden, bei der es um Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines möglichen künftigen Endes des russisch-ukrainischen Krieges gehen wird, aber auch um Garantien für den Wiederaufbau der Ukraine, wiederum für die Nachkriegszeit.
Natürlich kann man diese Gespräche für etwas aus dem Bereich der politischen Science-Fiction halten. Denn wie wir sehen, gibt es schlicht keine objektiven Umstände, die es uns erlauben würden, von einem baldigen Ende des russisch-ukrainischen Krieges zu sprechen. Und selbst die Vertreter des Weißen Hauses haben inzwischen aufgehört, an diese Utopie zu glauben, über die Donald Trump einst während seines Wahlkampfes und auch in den ersten Monaten nach seiner Rückkehr ins Oval Office so selbstsicher nachgedacht hatte.
Aber entscheidend ist hier nicht das, was mit dem Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg zusammenhängt. Entscheidend ist, schon heute die Frage der Finanzierung zu erörtern. Denn es ist offensichtlich, dass die ukrainische Wirtschaft schwere Schläge durch den Feind erleidet und auch weiterhin erleiden wird. Dieser versucht, alles zu zerstören, was dem ukrainischen Staatshaushalt Geld einbringt, das notwendig ist, um den ukrainischen Widerstand gegen die russische Aggression aufrechtzuerhalten. Deshalb kann die Ukraine heute als Staat nur dank der Hilfe ihrer westlichen Partner existieren. Ohne diese Hilfe könnte die Ukraine schneller von der politischen Weltkarte verschwinden, als die russische Armee ihre Grenzen erreichen könnte.
Somit bleibt die Frage der Unterstützung der Ukraine durch unsere europäischen Verbündeten unter Bedingungen, in denen die Vereinigten Staaten keine solche Hilfe leisten, ein wichtiger Bestandteil des Verhandlungsprozesses und der kommenden Jahre der erbitterten russisch-ukrainischen Konfrontation.
Denn Russland selbst verfügt schlicht und einfach nicht über solche Reserven für diesen Kampf. Russland kann nur auf die Einnahmen aus seinem Öl und seinem Gas hoffen. Und deshalb ist es so wichtig, die Erdölverarbeitungsindustrie der terroristischen Föderation zu zerstören, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem irgendeine Waffenruhe erreicht wird, falls es überhaupt dazu kommt.
Und Russland kann darauf hoffen, dass seine Energiesponsoren weiterhin seine Energieträger kaufen und auf diese Weise Dollar, Yuan und Rupien in den russischen Staatshaushalt fließen lassen, der inzwischen fast vollständig darauf ausgerichtet ist, der russischen Armee bei der Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine zu helfen. Aber ohne dieses Geld kann Russland nicht existieren. Während die Ukraine dank westlicher Hilfe existieren kann.
Allerdings denke ich, dass europäische Beamte der ukrainischen Delegation erklären könnten, dass es ohne die Verabschiedung jener Gesetze durch die Werchowna Rada der Ukraine, die für den Erhalt europäischer Gelder notwendig sind, und ohne die Einbringung dieser Gesetze durch die ukrainische Regierung kein Geld geben wird. Und das wird sich sowohl auf die Verteidigungsfähigkeit der ukrainischen Armee als auch auf die Möglichkeiten gewöhnlicher Ukrainer auswirken, die kommenden dramatischen Monate des russisch-ukrainischen Krieges zu überleben.
Mir bleibt nur zu hoffen, dass die ukrainische Führung vor dem Hintergrund dieser Verhandlungen ihre inkompetente Selbstüberschätzung aufgibt, die bereits zum wichtigsten Kennzeichen Kyivs auf der internationalen Bühne geworden ist, und endlich beginnt, das zu tun, was unsere Partner von uns verlangen, damit sie uns Geld zum Überleben geben können.
Aus dieser Sicht müssen die Verhandlungen der ukrainischen Delegation in Miami also sowohl zu einem wichtigen Bestandteil einer Vereinbarung über dieses Überleben werden als auch zumindest eine Chance bieten, dass der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky und sein engstes Umfeld eine realistischere Haltung gegenüber der Welt und ihren Realitäten entwickeln. Wozu sonst führen die Vertreter eben dieses engsten Umfelds jetzt diese verantwortungsvollen Verhandlungen in Washington?
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Перемовини у Маямі: головне | Віталій
Портников. 09.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:09.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Vor dem Hintergrund der Eskalation des Kriegsgeschehens, der verstärkten russischen Angriffe auf Kyiv und andere ukrainische Städte, der nuklearen Drohungen des Präsidenten der Russischen Föderation und der Tatsache, dass echte Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine praktisch noch gar nicht begonnen haben, sowie der offensichtlichen Weigerung der Russen, nach den Besuchen der Sondervermittler des amerikanischen Präsidenten, Steve Witkoff und Jared Kushner, in Moskau und Kyiv irgendwelche Verhandlungen zu führen, tauchen neue Erklärungen über die Notwendigkeit von Verhandlungen mit Moskau und sogar Friedenspläne auf, die in Zeitschriften veröffentlicht werden.
Natürlich kann man sagen, dass dies keine besonders große Bedeutung hat, denn Friedenspläne sind ein ebenso fester Bestandteil dieses Krieges wie der Krieg selbst. Erinnern wir uns einfach daran, wie viele Friedenspläne vom Büro des ukrainischen Präsidenten ausgearbeitet und von Volodymyr Zelensky bei zahlreichen öffentlichen Auftritten vorgestellt wurden und wie zahlreiche Friedensforen stattfanden, darunter auch große Foren in der Schweiz.
Und im Grunde verstehen wir sehr gut, worin der Grund für diese Aufmerksamkeit gegenüber den gegenwärtigen, vermeintlichen Friedensvorschlägen liegt. Der erste Grund sind die Meinungsumfragen, die zeigen, dass einerseits sehr viele Ukrainer erkennen, dass der Krieg noch lange dauern wird, andererseits aber fast die Hälfte der Befragten, tatsächlich die Hälfte der Befragten, bereit ist, für ein Ende des Krieges territoriale Zugeständnisse zu machen. Und sehr viele Menschen sprechen sich für Friedensverhandlungen aus. Vor diesem Hintergrund entsteht nun der Friedensplan von Oleksij Hontscharenko.
Warum gerade Oleksij Hontscharenko erneut so viel Aufmerksamkeit bei Menschen findet, die den politischen Prozess in der Ukraine verfolgen, wenn man das überhaupt einen politischen Prozess nennen kann, ist meiner Meinung nach ebenfalls verständlich. Wenn nur Danylo Hetmanzew oder der Bürgermeister von Charkiw, Terechow, mit solchen Worten über die Notwendigkeit von Friedensverhandlungen und die Suche nach Wegen zum Frieden auftreten würden, bin ich sicher, dass die meisten Menschen dem keinerlei Aufmerksamkeit schenken würden. Denn im Grunde erwartet man von Vertretern eines solchen, ich würde sagen, politischen Lagers, das mit dem Präsidenten und seiner Partei verbunden ist, genau solche Worte.
Was den Vorschlägen Hontscharenkos Gewicht verleiht, ist die Tatsache, dass er Mitglied der Fraktion der Partei Europäische Solidarität ist. Und die Fraktion selbst distanziert sich nicht vollständig von seinem Vorschlag und schließt ihn nicht aus der Fraktion aus. Und dann entsteht folgender Gedanke: „Nun, wenn sogar Menschen aus dem nationaldemokratischen Lager anfangen, über Friedensverhandlungen nachzudenken, dann ist die Situation vielleicht tatsächlich so, ich würde sagen, katastrophal, was unsere Wahrnehmung der Realität und die Fähigkeit der Regierung betrifft, die Lage im Hinblick auf einen Sieg angemessen einzuschätzen.“ Das ist es, was tatsächlich geschieht.
Ich denke, dass Oleksij Hontscharenko, wenn er seine Beiträge in sozialen Netzwerken oder Blogs mit Friedensplänen veröffentlicht, sehr genau weiß, dass gerade dieser Nimbus eines Mitglieds der Fraktion der Europäischen Solidarität ihm erhöhte Aufmerksamkeit verschafft. Wäre er nicht Mitglied dieser Fraktion, sondern Mitglied irgendeiner anderen Fraktion oder Abgeordnetengruppe, würde praktisch niemand diesen Vorschlägen größere Aufmerksamkeit schenken. Vielleicht würde man ihnen auf lokaler Ebene Aufmerksamkeit schenken, irgendwo in Hontscharenkos Wahlkreis, irgendwo in Hontscharenkos Stadt, aber nicht auf gesamtstaatlicher Ebene.
Doch hier muss man einfach die tatsächlichen Möglichkeiten von Verhandlungen mit Russland und die tatsächlichen Möglichkeiten irgendwelcher Friedenspläne erörtern. Wiederum vom Standpunkt des Realismus aus und nicht aus dem der Träume. Und mir scheint, dass dies der wichtigste Punkt ist, wenn es darum geht, wie wir künftig die Entwicklung des Krieges oder den Verhandlungsprozess betrachten werden, wie Sie wollen.
Das Erste, was wir meiner Meinung nach tun müssen, ist, uns nicht über unsere eigenen Ziele klar zu werden, denn es ist offensichtlich, dass wir Frieden wollen, dass wir territoriale Integrität wollen, dass wir Souveränität wollen und dass wir Unabhängigkeit wollen. Und auf etwas wie Territorium könnte man dann um des Friedens willen verzichten, damit einfach keine Granaten mehr fliegen, keine Drohnen und Raketen mehr einschlagen, wenn wir das nicht verhindern können und der Feind Territorium braucht. Aber ich vertrete weiterhin eine These, die meiner Meinung nach sehr wichtig ist: Russland braucht überhaupt kein bestimmtes Territorium, und jeder Versuch der Ukrainer, sich von Putin mit Territorium freizukaufen, wird keineswegs mit einem Erfolg enden, sondern mit Schande, Krieg, Zusammenbruch und Tod.
Denn damit die Ukrainer die Ziele Russlands begreifen, müssen sie vor allem die russische Staatlichkeit verstehen und, wenn Sie so wollen, ihren Provinzialitätskomplex überwinden. Russland kann, und darüber sprach nicht nur Putin, darüber sprach nicht nur Solschenizyn, darüber sprachen Brzeziński und andere westliche Politikwissenschaftler und Denker, ohne die vollständige Kontrolle über das Territorium der Ukraine kein wirklich ernst zu nehmendes Imperium sein.
Das mag den Ukrainern gefallen oder nicht gefallen, aber es ist eine offensichtliche Tatsache, die jeder versteht, der seit vielen Jahrhunderten den russischen Staat regiert. Schließlich hat mir Boris Jelzin einst persönlich genau dasselbe gesagt: „Mit der Ukraine bin ich Präsident eines europäischen Staates, ohne die Ukraine bin ich Präsident eines asiatischen Staates.“ So ist es auch. Das ist nicht etwa unwahr. Das ist wahr.
Die Kontrolle über die Ukraine ermöglicht es Russland, Mitteleuropa zu kontrollieren und ein wichtiger Teilnehmer am geopolitischen Weltkonzert zu sein. Das Fehlen dieser Kontrolle verwandelt Russland in einen peripheren Staat Eurasiens und einen Satelliten Chinas, zu dem Russland letztlich auch geworden ist. Aus chauvinistischer Sicht ist die Wiederherstellung der Kontrolle über die Ukraine ein absolut logischer Schritt für jeden, der im Kreml sitzt.
Es kann lediglich unterschiedliche Methoden geben, diese Kontrolle zurückzugewinnen. Es können politische und wirtschaftliche Methoden sein, wie bei Jelzin, es kann Erpressung mit Energielieferungen sein, wie beim frühen Putin, es kann Krieg sein, wie beim späten Putin. Aber die Instrumente werden immer eingesetzt werden, denn für eine solche expansionistische Zivilisation wie Russland bedeutet der Verlust der Kontrolle über einen so großen Teil des Territoriums in Europa den Zusammenbruch. Und wer wünscht seinem Staat den Zusammenbruch? Welcher Chauvinist wünscht seinem Imperium den Zusammenbruch?
Und was können Sie den Russen empfehlen, wenn sie nicht die Kontrolle über die Ukraine herstellen sollen? Womit wollen Sie sich von ihnen freikaufen? Mit dem Donbas? Der Donbas und die Krim sind ein Brückenkopf für die Besetzung der gesamten Ukraine. Die Ukraine selbst ist ebenfalls ein Brückenkopf für die Kontrolle über Europa. Mit der russischen Sprache? Die russische Sprache ist den Russen scheißegal. Sie ist für sie ausschließlich ein Instrument, erstens, um die Bevölkerung mithilfe solcher zivilisatorischen Tricks in Schach zu halten, und zweitens, damit es immer einen Vorwand für einen Angriff gibt, um das zu schützen, was mit ihrer Zivilisation verbunden ist.
Die russische Sprache und die russische Kirche sind den Russen nicht wichtig. Sie reagierten überhaupt nicht, als ihren Landsleuten in Turkmenistan die russische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Es gab nicht einmal eine Protestnote, weil Turkmenistan sie derzeit als Gebiet für eine Expansion nicht interessiert. Wenn es sie interessieren wird, werden sie sich sofort daran erinnern. Deshalb sollte man ihnen nichts anbieten, womit man die Russen ohnehin nicht aufhalten kann.
Versuchen wir also zu verstehen, nicht einmal die Bewertung dieser Situation, sondern gerade das, was Oleksij Hontscharenko den Ukrainern in seinem Friedensplan vorschlägt. Er sagt, dass es unmöglich sei, ein großes Dokument zu unterzeichnen, und dass man schrittweise vorgehen müsse, mit einzelnen Dokumenten. Die wichtigste Frage bleibt: Wozu braucht der Präsident der Russischen Föderation, der russische Staat, das russische Volk das? Wozu sollen sie irgendetwas in Teilen unterzeichnen, wenn Putin glaubt, dass er Kyiv zerstört? Wenn Putin sieht, dass bereits die Hälfte der Ukrainer bereit ist, Territorien abzutreten, wenn er Hontscharenkos Friedenspläne sieht, bedeutet das für ihn, dass man nur den Druck verstärken, mehr töten, mehr zerstören und die Kapitulation stärker erzwingen muss. Heute werden irgendwelche Friedenspläne vorgeschlagen, und morgen wird man einfach die weiße Fahne hissen. Sodass jedes solche Dokument zweifellos zugunsten Russlands ausfallen würde.
Übrigens möchte ich Sie daran erinnern, dass gerade heute der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, klar gesagt hat: „Das sind unsere drei Bedingungen für den Frieden: Alle in die russische Verfassung aufgenommenen Gebiete, die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie die Krim, müssen vollständig unter russische Kontrolle übergeben und als russisch anerkannt werden. Eine neutrale Ukraine, wie Sie verstehen, entwaffnet, und die russische Sprache, die russische Kirche und all das andere.“
„Das ist die Antwort auf alle Friedensvorschläge. Ja, wir hören sie in Russland. Beenden wir den Krieg auf dieser Grundlage. Aber Sie verstehen doch, dass man Ihnen anschließend, sobald Sie alle vier Regionen übergeben haben, Saporischschja, Kramatorsk, Slowjansk und Cherson verlassen haben, sofort sagen wird, dass eine Pufferzone nötig ist. Wer wird Ihnen glauben? Ja, die Hälfte des Gebiets Sumy, die Hälfte des Gebiets Charkiw, die Hälfte des Gebiets Poltawa, denn das wird eine Pufferzone für die bereits neuen Territorien sein. Und natürlich können wir Sie erneut angreifen, wenn Sie kein richtiges Gesetz über die russische Sprache verabschiedet haben, zumal Sie dann schon keine Armee mehr haben.“
Nun, so ist das. Wiederum glaube ich, dass alles, was Medwedew oder Putin über diese russische Sprache, die russische Kirche oder die Übergabe der vier Gebiete sagen, ausschließlich dazu dient, die Kapitulationsstimmung und die Zwietracht in der Ukraine zu verstärken. Wenn Sie so wollen, um die Möglichkeit eines Bürgerkrieges zu provozieren.
Nun weiter. Das Friedensdreieck. Hontscharenkos Vorschlag. Russland, die Ukraine und irgendein drittes Land, das hier Vermittler und Garant sein könnte. Vorgeschlagen wird beispielsweise die Türkei für die Sicherheit des Schwarzen Meeres. Die Türkei hat keinerlei ernsthaften tatsächlichen Einfluss auf die Russische Föderation. Als Putin unter türkischer Vermittlung das Getreideabkommen mit der Ukraine schloss, war das gewissermaßen ein Geschenk an Recep Tayyip Erdoğan dafür, dass er in der Übergangszeit für russische Oligarchen, russische Beamte und Putins Familie komfortable Bedingungen geschaffen, keine Sanktionen gegen Russland verhängt, weiterhin Gas und Öl über Turkish Stream bezogen und all diesen Menschen damit praktisch einen unglaublichen Komfort in seinem eigenen Land ermöglicht hatte. Das war Putins Antwort darauf.
Aber vergessen Sie wiederum nicht, dass Erdoğan selbst bei der gegenwärtigen Lage der türkischen Wirtschaft dieses billige russische Gas braucht, dass sich auch die türkische Wirtschaft dank der Experimente ihres eigenen Präsidenten nicht im besten Zustand befindet. Und vergessen Sie noch etwas nicht. Russland blieb nur sehr kurze Zeit in diesem Getreideabkommen. Als Putin entschied, dass er Erdoğan nichts mehr zu bezahlen hatte, stieg er aus diesem Getreideabkommen aus.
Russland blieb einige Monate in diesem Getreideabkommen, und danach konnten wir Getreide nur deshalb liefern, weil es uns gelungen war, auf militärischem Wege einen Korridor durch das Schwarze Meer zu schaffen, den Russland nicht wirksam unter Beschuss nehmen und zerstören konnte. Genau so, wie jetzt bestimmte Schiffe langsam durch die Straße von Hormus fahren können. Nicht weil sie wieder freigegeben wäre, sondern weil sie über diese militärtechnische Möglichkeit verfügen. Ja, und auch wir hatten die militärtechnische Möglichkeit, das blockierte Schwarze Meer zu durchqueren.
Sobald Russland die militärtechnischen Möglichkeiten für eine vollständige Blockade der Route hatte, blockierte es sie. Damit war das gesamte Abkommen beendet. Und übrigens nahm Putin danach nie wieder irgendwelche Rücksicht auf Erdoğan und seine Leute. Überhaupt keine. Was Erdoğan ihm auch sagte. Denn Putin respektiert wie ein Straßenjunge keine Worte, sondern Taten. Wenn Erdoğan weiter zusammenarbeitet, keine Sanktionen verhängt, russische Energieträger bezieht und die Türkei als einen solchen sicheren Hafen für russische Geschäfte erhält, dann ist doch alles wunderbar. Was braucht man noch?
Alles andere ist Gerede über nichts. Wofür kann die Türkei eine Garantie bieten, wenn man in Moskau auf diese Türkei pfeift? Nun, wenn man die Sache realistisch betrachtet, wenn die Türkei ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland nicht überwinden kann, wenn es für sie vorteilhaft ist, mit Russland Handel zu treiben. Sie gehört zum Globalen Süden, wo man überhaupt nicht versteht, warum man wegen der Aggression eines anderen die Wirtschaftsbeziehungen abbrechen sollte. Worin bestehen dann ihre Möglichkeiten als Garant?
Gut. „Wenn der Kreml die Vereinbarungen bricht“, schreibt Hontscharenko, „dann zerstreitet er sich bereits mit Ländern, mit denen er sich überhaupt nicht zerstreiten möchte.“ Der Kreml hat die Vereinbarungen mit der Türkei gebrochen. Nichts ist geschehen. Er hat Erdoğan einfach ins Gesicht gespuckt, und was dann? Nichts. Erdoğan läuft nun schon seit vielen Jahren mit diesem bespuckten Gesicht herum. Es gibt kein Getreideabkommen mehr. Das ist eine völlig offensichtliche Sache.
Die Türkei, Ägypten und Saudi-Arabien. Drei Länder, auf die man in Moskau, wie Sie gesehen haben, nicht besonders viel Rücksicht nimmt und die Moskau nicht einmal während des Iran-Krieges interessierten. Russland half dem Iran nach Kräften, obwohl es sehr genau wusste, dass der Iran Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate bombardieren würde, die Putin zuvor besucht und wo er alle Scheichs geküsst hatte. Und dann hielt der Iran faktisch dank russischer und chinesischer Hilfe stand und bombardierte Dubai und die Ölquellen Saudi-Arabiens. Und nichts geschah. Niemand im Kreml bekam irgendwie Angst vor der Türkei, vor Saudi-Arabien oder vor den Emiraten. Großartige Garanten.
Auch im Energiebereich sollen wiederum Länder Garanten sein, die Russland feindlich gegenüberstehen: Deutschland, Frankreich, die USA und Japan, die bereits Sanktionen gegen Russland verhängt haben, mit deren Märkten Russland überhaupt nichts mehr zu tun hat, die es destabilisiert und denen es mit Krieg droht. Zumindest, wenn es um Deutschland, Frankreich und Japan geht. Und diese Länder sollen Garanten eines Friedensabkommens im Energiebereich sein. Nun, wieder völliger Unsinn. Feinde können keine Garanten sein. Für Russland sind diese Länder Feinde. Über Saudi-Arabien habe ich Ihnen bereits erzählt.
Dann gibt es noch den großen Garanten China. Diese ewige Hoffnung auf China ist noch eine weitere, ich würde sagen, absolute politische Heuchelei vieler Vertreter der ukrainischen Elite. Niemand kann irgendwie begreifen, dass China dieser Krieg im Grunde nützt. Was soll es da garantieren? All dieses Gerede darüber, dass China Probleme mit dem Transit habe. China hat keinerlei Probleme mit dem Transit. Das sind nicht seine wichtigsten Transitrouten. Es wird das überstehen.
Und was gewinnt China durch den russisch-ukrainischen Krieg? Russland wird strategisch geschwächt. Und das kommt China vollkommen entgegen, denn China möchte gerade nicht besonders, dass Russland ein Hegemon in Europa ist. Es möchte, dass Russland sein Satellit ist. Der Westen wird geschwächt, die westliche Einheit wird zerstört, die Unfähigkeit der Vereinigten Staaten, ihren Verbündeten tatsächlich zu helfen, wird demonstriert.
Faktisch leben wir in einer bipolaren Welt. Ich habe schon mehrfach gesagt, dass diese bipolare Welt genau bis zu jenem Tag bestehen bleiben wird, an dem der russisch-ukrainische Krieg endet. China hat ein Interesse daran, dass dieser Krieg im Grunde nicht endet.
Vergessen Sie dieses China. Denn wenn wir diesen Krieg gewinnen, wird Russland zurückgeschlagen sein. Es wird seine Niederlage anerkennen. Der Westen wird darüber triumphieren, dass er uns geholfen hat, standzuhalten. Wir werden Teil der Europäischen Union sein und vielleicht auch der NATO. Dann wird im Grunde die unipolare Welt unter Führung der G7-Staaten und vor allem der Vereinigten Staaten von Amerika erhalten bleiben.
Dass Donald Trump dies nicht versteht, der überhaupt ebenfalls in irgendeiner völlig eigenen Welt kindlicher Wahnvorstellungen lebt, bedeutet nicht, dass es nicht so ist. Faktisch hängt die Zukunft Amerikas und seines Einflusses vom Ende des russisch-ukrainischen Krieges ab. Aber wiederum kann Xi Jinping verstehen, was Trump nicht versteht.
Weiter, der nächste Punkt. Und was wird geschehen, wenn Russland gewinnt? Dann wird es eine multipolare Welt geben, die China überhaupt nicht braucht. Russland wird zum dritten Pol dieser Welt, zum Gendarmen Europas, zu einem Land, das alle einschüchtern wird. In Europa werden einer nach dem anderen prorussische rechtspopulistische oder linkspopulistische Politiker an die Macht kommen. Und sie werden sich an Moskau orientieren, nicht an Peking und Washington.
Deshalb wird China alles Mögliche tun, damit der Krieg in der Ukraine nicht endet. Es wird Ihnen überhaupt nichts garantieren. Lassen Sie es in Ruhe. Begreifen Sie seine Rolle und seinen Platz. Denken Sie darüber nach, wie sehr diese Rolle und dieser Platz gerade in den letzten Jahren gewachsen sind. Schon 2022 war das zu sehen. Dafür muss man kein Parlamentsabgeordneter sein. Zum ersten Mal war bei einer Sitzung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit Xi Jinping der Gastgeber, ganz allein, und Putin war einfach nur einer der Staatschefs der ehemaligen Sowjetrepubliken. Er saß dort irgendwo auf einem Stühlchen. So etwas hatte es noch nie gegeben. Glauben Sie etwa, Xi Jinping sei blind?
Mich interessiert, ob das unsere nationale Idee ist: dass wir glauben, jemanden täuschen zu können, wenn wir uns selbst täuschen. Aber um uns herum sitzen keine Idioten. Und Diktatoren sind ebenfalls keine Idioten. Sie kennen ihren Vorteil. Niemand wird sich zu unseren Gunsten wie ein Idiot verhalten, wenn er seine eigenen Interessen hat.
Gut, mit den Garanten haben wir uns befasst. Es ist wiederum absolut unverständlich, warum Russland auf all diese Garantien, auf all diese Länder Rücksicht nehmen sollte, wenn es ein ganz konkretes geopolitisches Ziel hat: ein Imperium zu sein und seine Expansion fortzusetzen. Wenn einfach Länder um des Aufzählens willen aufgezählt werden, müssen wir eine einfache Sache klar begreifen. Das Schicksal des Vatikans, der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz interessiert Russland nicht. Russland hat das in den vergangenen Jahren bereits bewiesen, sowohl während unseres Krieges als auch während des Iran-Krieges.
Ein Politiker kann sich mit Inszenierungen beschäftigen. Wir haben gesehen, wie unsere Regierung Friedensbemühungen inszeniert hat. Jetzt inszeniert Oleksij Friedensbemühungen. Aber das wird unser aller Schicksal in keiner Weise beeinflussen. Darin liegt das Problem.
Gut. Sanktionen. Es wird vorgeschlagen, dass die Ukraine selbst für die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland im Austausch gegen irgendwelche Zugeständnisse eintritt. Es wird eingeräumt, dass Russland dadurch mehr Geld für den Krieg haben wird, dafür aber aufhören soll, unsere Städte und Ortschaften anzugreifen. Das ist eine interessante Idee. Aber wiederum bleibt nur noch, Putin davon zu überzeugen, dass die Sanktionen für ihn wichtiger sind als die Angriffe auf die Ukraine.
Wenn Putin das so sehen würde, wäre er nach dem Scheitern des Blitzkrieges aus diesem Krieg ausgestiegen. Er hatte bereits im März oder April 2022 jede Möglichkeit, sich auf alles Gute und gegen alles Schlechte zu einigen. An der Kontaktlinie stehen zu bleiben, all diese Sanktionen, die später verhängt wurden, nicht zu bekommen und sich auf die Aufhebung von Sanktionen zu einigen.
Putin hat sich eine völlig andere Aufgabe gestellt: die Umstellung der Wirtschaft auf Kriegswirtschaft und die Verringerung ihrer Abhängigkeit vom Westen. Im Grunde muss man klar sagen, dass die Sanktionen dem von Putin geführten Tschekistenregime nur helfen, denn die enge Verbindung der russischen Wirtschaft mit der westlichen Welt hat den Menschen, die heute den Kreml regieren, nie gefallen. Aber sie wussten nie, wie sie diese Verbindung lösen sollten. Denn einfach zu sagen: Wissen Sie, hören wir auf, mit Amerika und Europa Handel zu treiben – warum eigentlich?
Aber ich erinnere mich sehr gut an eine bemerkenswerte Geschichte, die mir einer meiner Kollegen erzählt hat. Er hatte 2001, oder 2000, als Putin gerade an die Macht gekommen war, mit einem seiner Mitstreiter gesprochen, einem ständigen Mitglied des Sicherheitsrates der Russischen Föderation. Und dieses ständige Mitglied des Sicherheitsrates fragte ihn: „Welches Wirtschaftsmodell ist besser: das kapitalistische oder das sozialistische?“ Ich glaube, ich habe das schon einmal erzählt. Und der junge Mann, der mit diesem Politiker sprach, sagte: „Nun, natürlich das kapitalistische. Wir haben doch den Kalten Krieg verloren, weil wir eine völlig idiotische Planwirtschaft hatten.“ Und der andere sagte: „Nein, Sie verstehen nicht. Natürlich ist die sozialistische Wirtschaft weniger effizient als die kapitalistische, aber nur dann, wenn sie keine Lagerwirtschaft ist.“
Man muss also einfach verstehen, mit welchen Menschen wir es zu tun haben. Putin ist absolut davon überzeugt, dass man sich nach Osten wenden muss. Und den Westen muss man ausschließlich täuschen. Er wird ohnehin nirgendwohin verschwinden. Übrigens zeigen die jüngsten Informationen darüber, dass Putin trotz aller Sanktionen über den Verkauf von Lukoil-Vermögenswerten an Unternehmen aus dem Umfeld von Steve Witkoff und Jared Kushner verhandelt, erstens, dass er die Mechanismen der Korrumpierbarkeit führender Vertreter der heutigen, ich würde sagen, westlichen Eliten verstanden hat, vor allem jener, die mit Donald Trump verbunden sind. Und zweitens, dass er diese Vermögenswerte, wie Sie sehen, nicht besonders braucht. Er ist bereit, sie zu verkaufen, damit es im Westen überhaupt kein Lukoil mehr gibt, und sich sozusagen mit dem Geld zufriedenzugeben.
Er spricht ja, wie Sie bemerken, nicht über die Möglichkeit, Sanktionen gegen Lukoil oder Rosneft durch irgendwelche Zugeständnisse aufheben zu lassen, indem man irgendetwas nicht mehr beschießt. Er spricht einfach darüber, wie man ihre ausländischen Vermögenswerte verkaufen kann, um die Sache zu vergessen. Als hätte es diese Verbindungen nie gegeben. Denn das ist eine vollkommen bewusste Politik der Hinwendung nach Asien, der Beendigung des europäischen Projekts Peters des Großen.
Wir sind einfach in diese Epoche geraten und wollen es nicht bemerken. Wir haben die Vorstellung, dass, wenn wir zur Normalität zurückkehren wollen, auch Russland zur Normalität zurückkehren will. Nein. Russland hat die klare Vorstellung, zum geopolitischen Hegemon Europas zu werden, nun aber nach Osten gewandt, mit dem Osten verbunden, und nicht zu einem Hegemon, der ständig versucht, den Europäern zu gefallen. Das ist ein völlig anderes Vokabular als jenes, das es sogar zu Stalins Zeiten gab.
Ja, worüber wird man sprechen müssen? Hier findet sich in Hontscharenkos Plan eine ganze Reihe russischer Propagandastereotype, die so formuliert sind, als wäre Oleksij noch immer nicht Mitglied der Fraktion der Partei Europäische Solidarität, sondern Mitglied der Fraktion der Partei der Regionen. Warum? Weil die Aussage, die Ukraine müsse auf eine NATO-Mitgliedschaft verzichten und über die russische Sprache und die russische Kirche nachdenken, bedeutet, dass wir ernsthaft glauben müssten, dieser ganze Krieg habe begonnen, damit man hier weiterhin Russisch spricht, damit es hier eine russische Kirche gibt und damit wir keine NATO-Mitglieder werden.
Das ist völliger Unsinn, denn das ist ausschließlich das Vokabular der russischen Propaganda. Die Sache ist die, dass niemand die Ukraine jemals in die NATO aufgenommen hat. Und alle in Russland wussten das sehr genau. Die NATO stellt für Russland keinerlei Gefahr dar. Auch das ist Propaganda. Zweitens ist Russland mit Ausnahme der Ukraine praktisch vollständig von NATO-Gebiet umgeben. Alle westlichen Nachbarstaaten Russlands: Finnland, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Norwegen – alle sind NATO-Mitglieder. Die Ostsee ist im Grunde ein NATO-Binnenmeer, mit Ausnahme eines Stücks des Gebiets Kaliningrad. Ob die Ukraine der NATO beitreten würde oder nicht, hätte überhaupt nichts geändert.
Aber ich wiederhole noch einmal: Niemand hat die Ukraine jemals in die NATO aufgenommen. Als 1997 die Dokumente über die Zusammenarbeit mit Russland und der Ukraine unterzeichnet wurden, war das Dokument über die Zusammenarbeit mit Russland, wie hieß es noch, die Grundakte oder so ähnlich, wesentlich ernsthafter und weiterreichender als das Dokument mit der Ukraine. Einen Aktionsplan für die NATO-Mitgliedschaft hat man uns zu Juschtschenkos Zeiten verweigert. Die überwiegende Mehrheit der Ukrainer war bis 2014 gegen einen NATO-Beitritt der Ukraine. Und selbst nach 2014 gab es trotz aller Erklärungen keinerlei Fortschritte. Nicht einmal unter Biden, von Trump ganz zu schweigen.
Deshalb sind all diese Geschichten über die NATO gewöhnliche russische Selbstsuggestion, um zu begründen, warum sie uns angreifen. Ungefähr derselbe Unsinn wie die Erzählungen, dass, wenn die sowjetischen Truppen 1979 nicht in Kabul einmarschiert wären – Hontscharenko kann sich daran vielleicht nicht erinnern, damals war er noch gar nicht unter uns –, am nächsten Tag die Amerikaner dort gewesen wären. Diesen Schwachsinn habe ich jahrelang gehört. Auch die Geschichten über die russischen Sprache, wie ich bereits sagte, oder der russischen Kirche sind ausschließlich Vorwände. Als 2014 die Krim annektiert wurde, galt das Kiwalow-Kolesnitschenko-Gesetz, die Ukraine war ein blockfreier Staat, und die russische Kirche war die einzige kanonische Kirche, zu der es keine Alternative gab. Warum wurde dann interessanterweise beschlossen, die Krim nicht nur abzutrennen, sondern auch zu annektieren? Weil man einen mythischen Zug voller Nationalisten erfand, der auf die Krim fuhr, um den Krimbewohnern irgendwie die russische Sprache zu nehmen. Was hätten die Fahrgäste dieses Zuges denn tun sollen? Und welcher Zug fuhr nach Donezk oder Luhansk? Ich wage kaum zu fragen.
Das heißt natürlich, wenn Russland bei diesen Verhandlungen anfängt, über diese Dinge zu sprechen, verstehen wir auch, wozu es das tut. Russlands Ziel ist die innere Destabilisierung der Ukraine, denn es gibt die Vorstellung, die in allen Dokumenten dargelegt wird, die auf Putins Schreibtisch landen, dass die Möglichkeit einer innerukrainischen Konfrontation, die sich trotz jahrelanger Bemühungen nicht provozieren lässt, die Besetzung des größten Teils des Territoriums ohne Kampf ermöglichen würde. Denn ein Teil der Bevölkerung wird für die russische Sprache sein, der andere dagegen. Und dann werden sie aufeinanderprallen. Dass die Menschen, die sich in der Regel für die russische Sprache, die russische Kirche und Ähnliches einsetzen, deswegen mit niemandem Krieg führen wollen, möchte in Moskau ebenfalls niemand bemerken.
Und nun die letzte Idee. Der Donbas, über den man nach Hontscharenkos Ansicht erst sprechen sollte, nachdem wir uns über viele andere Dinge geeinigt haben. Aber wiederum widerspricht das völlig dem russischen Ansatz, denn Russland ist der Ansicht, dass vor allem und an erster Stelle die territorialen Fragen geklärt werden müssen. Es hat doch millionenfach gesagt: Alle Möglichkeiten für Friedensverhandlungen entstehen erst dann, wenn die ukrainische Armee die Gebiete Donezk und Luhansk verlässt. Wozu? Damit die russische Armee von dem bereits besetzten Territorium aus weiter vorrücken kann. Wiederum ist Putin doch kein Dummkopf. Wen wollen Sie täuschen? Wenn er weiter vorrücken will, beispielsweise die Gebiete Charkiw und Poltawa besetzen, braucht er dafür Kramatorsk und Slowjansk. Warum wollen Sie mit ihm erst danach über den Donbas sprechen, wenn er ihn vorher braucht? Nun, er hat eben seine eigenen Ziele.
Deshalb stellt sich natürlich die große Frage, wozu das alles in die Diskussion geworfen wird, wenn wir bei einer genaueren Betrachtung verstehen, dass es einfach unpolitischer Unsinn ist. Und genau das muss man begreifen. Es kann unterschiedliche Gründe geben, aber das Wichtigste sind die politischen Instinkte, wenn Menschen die Meinungsumfragen sehen und denken, dass bereits alles vorbei ist. Sie glauben, dass sie auf diese Weise in Zukunft bei irgendwelchen mythischen Wahlen, obwohl es vielleicht noch viele Jahre überhaupt keine Wahlen geben wird, Stimmen von jenen erhalten werden, die glauben, man könne einen solchen Krieg durch Verhandlungen mit Putin beenden. Schließlich machten solche Menschen 2019, gelinde gesagt, mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus. Wenn man sich an die Ergebnisse der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen erinnert. Jetzt antwortet Zelensky Hontscharenko im Grunde: Nein, nein, nein, darauf werden wir uns niemals einlassen. Aber womit begann Zelenskys politische Karriere? Auch das ist ein völlig offensichtlicher Punkt, an den man erinnern muss.
Und natürlich gibt es diese gute Frage: Was schlagen Sie denn vor? Nun, erstens schlage ich vor, nicht in Illusionen zu leben. Es wird keinerlei Verhandlungen und Vereinbarungen mit der Russischen Föderation geben, bis zu dem Tag, an dem der Russischen Föderation die Ressourcen für den Krieg ausgehen. Das ist einfach die objektive Realität. Mit dieser Realität muss man sich abfinden. Man muss wiederum den objektiven Charakter dieses Krieges verstehen. Er ist nicht subjektiv. Dieser Krieg musste zwangsläufig an dem Tag beginnen, an dem die Russen zu der Überzeugung gelangten, dass sie keine Instrumente mehr hatten, um die Ukraine als potenzielles Gebiet für eine Einverleibung zu erhalten.
Die Ukraine blieb seit 1991 ein potenzielles Gebiet für eine Einverleibung.
Als die Russen 2004 den Sieg Juschtschenkos sahen, arbeiteten sie beharrlich an einer Revanche, die 2010 erfolgte.
2010 begann der Prozess der Demontage der ukrainischen Staatlichkeit.
Als dieser 2014 dank des Maidan gestoppt wurde, begannen die Russen, Gewaltmittel einzusetzen, während sie gleichzeitig an einer politischen Revanche und am Zusammenbruch der Regierung nach dem Maidan arbeiteten.
Als 2019 dieser Zusammenbruch der Regierung nach dem Maidan eintrat, die Kapitulation aber ausblieb, wurde beschlossen, einen Blitzkrieg durchzuführen, der sich zu einem großen Krieg entwickelte.
Die ukrainische Regierung verfügt über keinerlei tatsächliches Instrument, um diesen Krieg zu beenden. Einfach deshalb, weil sie in Russland nicht als Regierung eines souveränen Staates wahrgenommen wird, sondern als eine Separatistenbande, die man von den urrussischen Gebieten vertreiben muss. Wie Putin Ihnen übrigens bei seinem jüngsten Auftritt beim Waldai-Forum gesagt hat.
Was kann man dagegen tun?
Erstens: russische Ressourcen zerstören. Die Ukraine hat keine anderen Möglichkeiten.
Zweitens: sich verteidigen.
Drittens: sich bewusst machen, dass es für Russland keineswegs so gut läuft, wie man es dort gerne darstellen möchte. Und der Zusammenbruch der russischen Wirtschaft bei einer jahrelangen Konfrontation könnte ebenso unvermeidlich sein wie der Zusammenbruch der ukrainischen Wirtschaft. Nur haben wir Partner, während sie keine Partner haben, die bereit wären, sie im Falle eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs zu unterstützen.
Es gibt keine anderen Instrumente, um den Krieg abklingen zu lassen, um ihn zu beenden, denn Hontscharenko hat vollkommen recht damit, dass es kein Friedensabkommen geben wird, kein umfassendes, vielleicht wird es auch niemals eines geben. Es gibt keine anderen Instrumente. Das ist der erste Punkt des Realismus.
Nun zu einem Punkt, über den ebenfalls gesprochen werden muss. Was wird geschehen, wenn es zur Kapitulation kommt? Nun, wir haben den Krieg verloren, und es kommt zur Kapitulation. Übrigens gibt es dafür derzeit keinerlei Anzeichen, denn ich erinnere noch einmal daran, dass unsere Armee die Front hält. Aber stellen wir uns vor, die Ukraine hätte kapituliert, allen russischen Bedingungen zugestimmt. Dann gibt es irgendwelche russischen Kontrollkommissionen. Prorussische Kräfte kommen an die Macht, weil andere zu den Wahlen nicht zugelassen werden. Nun, so eine ganz normale, normale Besatzung, die unterschiedliche Formen annehmen kann.
Nun möchte ich mich an jene Menschen wenden, die glauben, dass sie das überleben werden, und an jene, die glauben, dass sie es nicht überleben werden. Eine solche Besatzung und Kapitulation fand im Grunde 1917 statt, oder 1920, sagen wir von 1917 bis 1920. Danach starben etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung, die hier lebte. Sehr viele Menschen wurden verfolgt, sehr viele Menschen starben an Hunger, sehr viele Menschen starben während des Zweiten Weltkriegs an den Fronten infolge all dieser Prozesse, die stattgefunden hatten. Sehr viele Menschen starben nach dem Krieg an Hunger. Wenn es also 20 bis 30 Prozent sind, können Sie natürlich glauben, dass Sie zu den übrigen 70 Prozent gehören werden. Aber wo haben Sie dafür eine Garantie?
Erstens ist die Situation heute völlig anders.
Damals versuchte niemand, die Ukrainer aus ihren Häusern zu vertreiben und sie zu Russen zu erklären. Man wollte aus ihnen sowjetische Ukrainer machen. Es ist leichter, ein sowjetischer Ukrainer zu werden als ein Russe.
Zweitens dauert der Widerstand länger, der Staat besteht länger, und es gibt mehr digitale Spuren.
Damals konnten irgendwelche Adligen oder Kulaken – entschuldigen Sie, viele von uns stammen aus solchen Familien, zumindest viele von uns – Informationen über sich einfach verbergen. Und wir erfuhren erst nach 1991 von der tatsächlichen Abstammung unserer Vorfahren. Wer adlig war, wer reich gewesen war, wer an Hunger gestorben war. Auch darüber durfte man nicht sprechen. Wer verfolgt worden war. Und so waren alle als Kinder von Arbeitern und Bauern getarnt und konnten irgendwie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt hoffen, zu überleben.
Heute wird das nicht so sein. Heute haben Sie bereits alles Mögliche geschrieben, gespendet und damit Ihre Spuren hinterlassen. Wenn Sie also an die Angst denken, durch eine Rakete oder eine Shahed-Drohne zu sterben, oder daran, dass Ihre Kinder oder Ihre Eltern dadurch sterben könnten, müssen Sie sich ganz zynisch die Frage stellen: „Und wenn die Rosgwardija auf den Straßen von Kyiv oder Odesa auftaucht, wird Ihre Sicherheit dann größer oder geringer sein?“
Ich spreche jetzt nicht einmal vom Staat. Ich bin bereit, wie es ukrainische Politiker tun, nicht an den Staat zu denken, sondern einfach an jeden einzelnen Menschen. Hontscharenko sagt doch, dass er an jeden einzelnen Menschen denkt. Wird also das Sicherheitsniveau für jeden einzelnen Menschen in Odesa, Lwiw, Charkiw und Kyiv steigen oder sinken, wenn dieser Mensch in die Hände der russischen Geheimdienste fällt? Ja, manche können fliehen, Abgeordnete können fliehen, Vertreter der Elite können fliehen, aber vielleicht können Sie nicht fliehen, vielleicht schaffen Sie es nicht rechtzeitig, richtig? Und vielleicht wollen Sie überhaupt nicht fliehen? Wollen Sie also Ihre letzten Tage auf den Solowezki-Inseln verbringen, selbst wenn Ihr Nachbar glaubt, dass er nicht dorthin kommen wird? Und wird es Sie trösten, wenn Ihr dummer Nachbar, der glaubt, dass er nicht auf die Solowezki-Inseln kommen wird, dort zusammen mit Ihnen landet? Wird es Sie glücklich machen?
Wenn Sie beispielsweise eine Maria Spiridonowa wären, die Vorsitzende der Partei der linken Sozialrevolutionäre, die 1942 oder 1941 in einem Gefängnis in der Sowjetunion erschossen wurde, bevor die Hitlertruppen Orjol einnahmen: War sie glücklich darüber, dass man sie zusammen mit bolschewistischen Führern erschoss, beispielsweise mit dem ersten Vorsitzenden des ukrainischen Rates der Volkskommissare, Christian Rakowski? Oder war ihr da schon scheißegal? Wird es Ihnen angenehm sein, wenn neben Ihnen im Konzentrationslager Hontscharenko ohne Bein und ohne Ohr sitzt? Oder wird Ihnen das schon völlig egal sein? Sie werden darüber kein Triumphgefühl empfinden. Das wage ich vorauszusagen. Vielleicht lohnt es sich also, etwas zu tun, um sich selbst zu schützen? Solange es noch nicht zu spät ist?
Natürlich ist daran überhaupt nichts lustig. Das Leben unter Explosionen, unter Raketen, unter den Bedingungen eines ständigen Krieges ist ein sehr schweres Schicksal. Das ist verständlich. Aber es ist in jedem Fall ein Leben im eigenen Staat, in dem Sie auf die eine oder andere Weise von Ihrer eigenen Armee geschützt werden. Die russische Armee wird Sie dagegen nicht vor dem FSB und der Rosgwardija schützen. Vor dem Filtrationsverfahren wird Sie niemand schützen. Die Menschen, die dieses Verfahren in den besetzten Gebieten durchlaufen haben – und das waren noch die ersten Jahre, vergessen Sie nicht, milde, geradezu vegetarische Jahre im Vergleich zu dem, was Russland sich heute erlaubt –, können Ihnen vieles erzählen. Über die Konzentrationslager im Gebiet Donezk, über Isoljazija. Darüber wurden Bücher geschrieben.
Wer hat Ihnen gesagt, dass, wenn die Ukraine vor Russland kapituliert, selbst wenn jemand glaubt, dass er überleben wird, dies tatsächlich eine größere Überlebenschance bedeutet als das Überleben unter Beschuss? Denn Raketen und Kugeln sind nun einmal blind. Ein Rosgwardija-Angehöriger aber ist nicht dumm. Er kommt mit einem Büchlein, mit einem Archiv, mit einer Liste, die mit jedem Kriegstag länger wird. Hören Sie, wenn arme russische Rentnerinnen zehn Jahre Haft für zehn Rubel bekommen, die sie an die ukrainische Armee überwiesen haben, dann nehmen Sie einfach Ihre eigene Biografie und denken Sie darüber nach, wie Sie die letzten 35 Jahre gelebt haben. Oder auch weniger, das spielt keine Rolle. Wohin Sie Geld überwiesen haben, was Sie gesagt haben.
Der Erhalt des ukrainischen Staates sollte uns, wenn wir vollkommen ehrlich sind, nicht nur deshalb interessieren, weil die Ukraine an sich einen Wert darstellt. Viele Menschen sehen das vielleicht nicht so. Und weil die Ukraine an sich eine Zuflucht für die Ukrainer ist. Obwohl wiederum ein Mensch das vielleicht nicht so sieht, wenn er in der Welt der russischen Sprache und der russischen Kultur lebt. Was soll das für ihn schon für eine Zuflucht sein? Nun, er lebt eben in Odesa oder Kyiv, spricht Russisch, schaut russische Musikvideos, und gut ist. Und da kann man niemanden überzeugen.
Aber unter diesem ganz einfachen Gesichtspunkt ist der Erhalt des ukrainischen Staates für alle Menschen, für alle, sowohl für die Ukrainischsprachigen als auch für die Russischsprachigen und für jene, die weiterhin russische Schriftsteller lesen wollen, eine Frage der Sicherheit, der persönlichen Sicherheit und der Sicherheit der Familie. Denn danach wird einem sozusagen nicht mehr zum Lachen zumute sein, und auch nicht mehr zur Angst vor Raketen. Sie werden nicht mehr vom Himmel fallen. Alles wird sich einfach in Ihrem Leben abspielen.
Natürlich wird man sagen, dass dies ausschließlich jene betrifft, die in der Ukraine leben. Aber in Wirklichkeit verstehen Sie doch, wie sich all das verändern wird, wenn die Ukraine verliert, was mit Europa geschehen wird, was Russland sich dann alles erlauben wird, wie neue militärische Bedrohungen entstehen werden, wie unsere Landsleute, die bereits die Staatsbürgerschaft europäischer Länder erhalten haben oder sie erhalten wollen, von dort fliehen oder für diese Länder kämpfen werden. Dort gibt es natürlich auch Flüsse, die man durchschwimmen kann, aber den Atlantik kann man nicht durchschwimmen.
Und ich spreche noch gar nicht davon, dass wir jetzt darüber nachdenken können, wie sich die Situation für jene verändern wird, die in diesen Ländern Zuflucht gefunden haben. Aber stellen Sie sich vor, wie sie sich verändern wird, wenn die Ukraine verliert und für diese Länder irgendwelche militärischen Risiken entstehen. Das ist ein wichtiger Punkt. Menschen können einfach abgeschoben werden. Auch das ist eine Tatsache, wie mir scheint. Und auch das muss man begreifen, wenn wir über die Folgen sprechen. Tatsächlich wird all diesen Menschen, sowohl jenen, die die Staatsbürgerschaft erhalten haben, als auch jenen, die sie nicht erhalten haben, die Sicherheit derzeit erstaunlicherweise nicht von den Staaten garantiert, die sie aufgenommen haben, sondern von der Ukraine durch ihre Verteidigung. Deshalb ist der Erhalt dieses Landes eine gemeinsame Aufgabe aller. Sowohl derer, die hier sind, als auch derer, die dort sind. Und es ist erstaunlich, dass viele das nicht verstehen.
Und zum Schluss sage ich noch etwas, das ich nicht gerne sagen möchte, aber es wäre seltsam, wenn ich es nicht sagen würde. Das Ausbleiben einer klaren Reaktion auf solche Äußerungen wird letztlich nicht die nationaldemokratischen Kräfte als solche begraben, sondern jene politischen Kräfte, die im Parlament vertreten sind und denen Menschen angehören, die mit solchen Initiativen auftreten. Denn das desorientiert das nationaldemokratische Lager und wird die Menschen dazu bringen, sich neue politische Sympathien und neue Führungspersönlichkeiten zu suchen. Auch das muss jeder verstehen. Denn zunächst wird man sich darüber wundern, dass diese Äußerungen nicht verurteilt werden, und dann werden Enttäuschung und die Erkenntnis folgen, dass diejenigen, die sie nicht verurteilen, möglicherweise dieselbe Position vertreten, sie nur nicht aussprechen wollen. Und das kann zu einem Zusammenbruch führen, der wesentlich schwerwiegender ist als alle bisherigen Versuche, sie zu diskreditieren, Sanktionen gegen sie zu verhängen und sie aus dem politischen Leben zu verdrängen. Nun, das ist nur so, dem Drehbuch entsprechend.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Мирний план Гончаренка: аналіз | Віталій Портников. 04.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:04.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat auf Äußerungen des US-Außenministers Marco Rubio reagiert, der in einem Interview mit der griechischen Zeitung „Kathimerini“ betonte, dass sich die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges derzeit in einer Sackgasse befänden.
Nach Ansicht von Zelensky, der sich in Pryluky zu den Äußerungen des amerikanischen Diplomaten äußerte – in jener Stadt, in der man sich derzeit von Zivilisten verabschiedet, die Opfer des russischen Terrors geworden sind –, ist es unmöglich, gleichzeitig mit den Russen über Geschäfte zu verhandeln und festzustellen, dass sich die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in einer Sackgasse befinden.
Wenn wir jedoch die Äußerungen von Marco Rubio aufmerksam analysieren, werden wir feststellen, dass darin in Wirklichkeit keinerlei Widerspruch liegt. Im Gegenteil: Die Regierung von Präsident Donald Trump verfolgt eine konsequente Linie.
Der Präsident der Vereinigten Staaten wandte sich bekanntlich bereits in den ersten Wochen seiner Amtszeit im Oval Office an seinen russischen Amtskollegen mit dem Vorschlag, die Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front einzustellen und Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden aufzunehmen. Putin lehnte diese Vorschläge Trumps kategorisch ab. Infolgedessen einigten sich die Seiten auf Putins Variante: Verhandlungen zu führen, während die Kampfhandlungen weitergehen.
Dieser Prozess wird mal intensiviert, mal eingefroren, hat aber keinerlei wirklichen Bezug zu den Aussichten auf ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges. Er hilft dem Kreml lediglich, Zeit zu gewinnen und die Kontakte zu Washington aufrechtzuerhalten – genau das, was der russische Machthaber erreichen wollte.
Und nun gelangt die Regierung von Donald Trump, wie wir verstehen, zu einer neuen Variante, ihren Dialog mit Putins Regierung fortzusetzen: zur Möglichkeit wirtschaftlicher Vereinbarungen über Geschäfte, die mit Trumps Familie und seinem Umfeld verbunden sein könnten, ohne dass die aktive Phase der Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front beendet wird. Die beiden Seiten führten Verhandlungen über den Verkauf von Lukoil-Aktien an Unternehmen aus Trumps Umfeld.
Und wie man verstehen kann, war genau dies das eigentliche Hauptziel des Besuchs von Steve Witkoff und Jared Kushner in der russischen Hauptstadt – und keineswegs irgendwelche ernsthaften Friedensverhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten. Aus dieser Sicht diente der Besuch in Kyiv lediglich dazu, die wahren Absichten der Trump-Regierung zu verschleiern.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Bemühungen, die Wiederinbetriebnahme von Nord Stream voranzutreiben, also jener Gaspipeline, die eine Alternative zum ukrainischen Gastransportsystem darstellt. Darum kümmert sich Trumps Schwiegersohn Jared Kushner persönlich.
Und obwohl meiner Ansicht nach aus der möglichen Wiederinbetriebnahme von Nord Stream nichts werden wird – einfach deshalb, weil der Strang, der leider noch betriebsfähig ist, in Deutschland nicht zertifiziert wurde und es keinerlei realistische Aussicht darauf gibt, dass diese Zertifizierung erfolgen wird, selbst wenn Trump persönlich dies wünschen sollte –, ist die Situation bei den Lukoil-Aktien weitaus komplizierter. Und man kann verstehen, dass man sich im Weißen Haus allein an der Aussicht auf dieses Geld und die möglichen Gewinne derart berauscht hat, dass man überhaupt nicht mehr über irgendwelche Bemühungen um ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges nachdenken will.
Genau davon spricht Marco Rubio: „Das ist eine Sackgasse, weil die Russen schlicht nicht verhandeln wollen.“ Es ist aber auch deshalb eine Sackgasse, weil die Amerikaner keinen Druck auf den Kreml ausüben wollen, um nur ja Putin nicht zu verschrecken und eine für das Umfeld des US-Präsidenten so lukrative Vereinbarung über das Geld von Lukoil nicht zu gefährden.
Und im Grunde hat Marco Rubio, der bekanntlich zu jenem Teil der Regierung gehört, der gelegentlich nicht nur an Geld, sondern auch an Politik und die eigenen Zukunftsaussichten denkt, dies in seinem Interview mit der Zeitung „Kathimerini“ ganz offen ausgesprochen und Zelensky damit im Grunde signalisiert, was im Weißen Haus tatsächlich vor sich geht.
Zelensky hat dieses Signal verstanden. Entscheidend ist nicht einmal, was er dem Außenminister der Vereinigten Staaten sagt, sondern dass er eine Delegation nach Washington entsendet, die neue Verhandlungen mit Vertretern der Regierung führen soll, um den Friedensverhandlungsprozess zwischen der Russischen Föderation, der Ukraine und den Vereinigten Staaten wieder in Gang zu bringen.
Es handelt sich um eine hochrangig besetzte Delegation, der sowohl der Vorsitzende der Fraktion der Partei „Diener des Volkes“ in der Werchowna Rada, Dawyd Arachamija, angehören wird, der ständig am Verhandlungsprozess beteiligt ist, als auch der Leiter des Präsidentenbüros, General Budanow, dessen erster Stellvertreter Serhij Kyslyzja und der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Rustem Umjerow.
Doch schon jetzt lässt sich voraussagen, dass diese Delegation an der Haltung der US-Regierung zur Situation nichts Wesentliches ändern können wird. Ihr Besuch wird vor allem protokollarischen Charakter haben, einfach deshalb, weil Trump und sein Umfeld bis zum Abschluss der Vereinbarungen über die Lukoil-Aktien versuchen werden, keinerlei Schritte zu unternehmen, die diese Vereinbarungen gefährden könnten. Und diese Vereinbarungen könnten bereits im Oktober zustande kommen.
Jeder trilaterale Prozess, bei dem die Amerikaner schlicht gezwungen wären, die Ukrainer zu unterstützen, birgt die Gefahr, dass ihnen die Kohle durch die Lappen geht. Und damit könnte der Besuch der ukrainischen Delegation die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten nur daran hindern, das zu erreichen, was sie tatsächlich will: eine Vereinbarung über die Lukoil-Aktien.
Das Einzige, was die ukrainischen Beamten, die Washington besuchen werden, somit tun können, ist, vor dem Hintergrund dieses beschämenden Vorgangs zumindest irgendein Maß an finanzieller oder militärischer Unterstützung für die Ukraine auszuhandeln, irgendwelche neuen Waffen oder Genehmigungen für Angriffe auf russische Objekte, die bislang nicht stattgefunden haben. Vielleicht entscheidet Trump, dass solche Angriffe Putin dazu bewegen könnten, die Frage des Verkaufs der Aktien des russischen Ölunternehmens rasch zu klären, solange diese noch nicht an Wert verloren haben.
Aber wir verstehen sehr gut, dass dieser Besuch den tatsächlichen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein Ende des Krieges unter Vermittlung der Vereinigten Staaten keinerlei neuen Impuls geben kann, einfach weil Moskau und Washington derzeit völlig andere Prioritäten und Ziele haben.
Und in diesen Prioritäten und Zielen verstehen sich die beiden, Trump und Putin, ausgezeichnet. Putin hat begriffen, dass Trump Geld braucht, und Trump hofft, dass Putin ihm das Gewünschte verkaufen wird – zumindest jenen Menschen, denen er dabei gerne behilflich sein möchte.
Und das ist alles, was man über den Verhandlungsprozess wissen muss und darüber, warum der Außenminister der Vereinigten Staaten diesen Prozess als festgefahren bezeichnet. An seiner Stelle würde jeder Mensch, der bei der Analyse auch nur über die geringsten Ansätze gesunden Menschenverstands verfügt, zu derselben Einschätzung gelangen.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Рубіо відкидає перемовини | Віталій Портников. 08.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:08.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Ein bisschen off-topic natürlich, aber andererseits – wer weiß. Lesen Sie es vorsichtshalber lieber nicht, verschwenden Sie nicht Ihre Zeit.
Ich glaube, ich habe jetzt ein bisschen verstanden, warum wir den Informationskrieg verlieren. Natürlich nicht so schmachvoll, haushoch und hoffnungslos wie Israel, aber wir haben ja noch alles vor uns. Die Israelis sind Veteranen dieser Verliererbewegung, während wir hier bislang nur junge Padawane sind. Also: Wir verlieren, weil uns der Ehrgeiz fehlt. Ich meine den Ehrgeiz, die Informationsagenda zu bestimmen.
Was ist denn unser wichtigstes Motto? „Lasst uns verdammt noch mal in Ruhe.“ Was soll das denn?! Das ist eine ausgesprochen schwache, zahnlose, rein reaktive Haltung. Wir wollen also einfach nur, dass man uns in Ruhe lässt, dass alles wieder so wird wie früher, Grenzen gemäß den Regeln und das ganze Zeug. Wir laufen herum und erzählen immer wieder auf langweilige Weise, dass wir angegriffen wurden, zeigen diese inzwischen alten Karten, widerlegen Fakes und so weiter. Das ist einfach ein epischer Fail. Wir haben keine eigene Agenda – weil wir friedliebend, rational und zivilisiert sind. In der Informationsgesellschaft ist das der Weg in die Bedeutungslosigkeit, denn das bringt null Clickbait.
Wir brauchen ein ehrgeiziges Ziel, absurd genug und groß genug, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Moskau erobern! Wir wollen allen Widrigkeiten zum Trotz eine Parade auf dem Roten Platz veranstalten!
Die ukrainische Kolonisierung Russlands – das ist unser Motto und unser Plan für die nächsten hundert Jahre.
Ein kriegerischer Intermarium-Bund.
Oder so: Im Rahmen des Kampfes gegen transnationale Konzerne errichten wir den ersten anarchistischen Staat der Welt mit der Hauptstadt Huljajpole und null Steuern auf alles, immer und überall.
Helfen Sie mir, mir fehlt die Fantasie – aber irgendetwas in dieser Größenordnung muss es sein, nicht weniger.
Das würde funktionieren. Das ist etwas, dem die Leute zuhören würden, etwas, das ihnen gefallen würde.
Natürlich müsste jemand dafür bezahlen – dafür, diesen ganzen Unsinn überall zu verbreiten. Aber im Großen und Ganzen ist Geld nicht das Wichtigste, das Geld wird sich schon finden. Hauptsache, es gibt eine Idee – verrückt genug und einfach genug, um verstanden zu werden, und sie muss bei irgendeinem tatsächlichen Bedürfnis der westlichen Gesellschaft, einem wichtigen Ziel, auf Resonanz stoßen.
Aber in der heutigen Welt gibt es jede Menge Probleme, da wird sich schon ein entsprechendes Bedürfnis finden. Wohnraum in Europa ist zum Beispiel teuer, und da würde Huljajpole einschlagen wie eine Bombe. Man könnte noch ein bisschen länger darüber nachdenken und etwas noch Spektakuläreres finden. Aber jetzt bloß nicht kichern, das macht alles kaputt. Hier werden wirklich wichtige Dinge besprochen. Schade, dass das nicht alle verstehen.
Also: Ein reaktives Motto verliert immer. Einfach nur in Frieden und Ruhe leben und von den Nachbarn in Ruhe gelassen werden wollen nur Loser und Skufs. Damit die Menschen dich mögen und dir helfen wollen, brauchst du irgendeine proaktive Agenda – dann werden sich die Menschen zu dir hingezogen fühlen. Natürlich wirst du dann nicht mehr ganz du selbst sein, sondern jemand anderes, und zwar jemand ziemlich Verrücktes – dafür aber lebendig, aktiv und von Liebe und Unterstützung umgeben.
Update: Ich sehe, dass hier nicht alle verstehen, worum es geht. Ihnen fehlt die Erfahrung mit solchen Botschaften. Es geht nicht um eine tatsächliche Strategie der Ukraine, es spielt nicht einmal eine Rolle, ob es eine solche Strategie gibt oder nicht. Es geht um einen allgemeinen Deutungsrahmen für die Welt, um eine Außendarstellung, die keineswegs realistisch sein muss, aber unbedingt attraktiv sein sollte.
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Autor:Zoya Zvynyatskivska Veröffentlichung06.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Facebook Link zum Originaltext:
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