Kuba bereitet sich auf einen Krieg mit den USA vor | Vitaly Portnikov. 17.05.2026.

Die kommunistische Führung Kubas modernisiert aktiv ihre Streitkräfte und kann inzwischen offenbar auf etwa 300 Drohnen zählen, die sich im Arsenal der kubanischen Armee befinden.

Diese Drohnen könnten nach Einschätzung militärischer Beobachter von den Kubanern für Angriffe auf den amerikanischen Militärstützpunkt Guantanamo Bay Naval Base eingesetzt werden, der sich auf der Insel befindet, ebenso wie gegen strategische amerikanische Objekte im Bundesstaat Florida. Bekanntlich befindet sich in diesem Bundesstaat auch die Residenz des amerikanischen Präsidenten Donald Trump – Mar-a-Lago.

Die Meldungen darüber, dass Kuba über ein derart ernstzunehmendes Drohnenarsenal verfügt, wurden für die amerikanische Führung vor dem Hintergrund des Wunsches von Präsident Donald Trump, einen Regimewechsel auf Kuba herbeizuführen, zu einer unangenehmen Nachricht.

Am 14. Mai besuchte der Direktor der Central Intelligence Agency, John Ratcliffe, die Insel. Dort traf er sich mit den Leitern der kubanischen Sicherheitsstrukturen und warnte sie vor der Unzulässigkeit irgendwelcher aktiver militärischer Schritte gegen die Vereinigten Staaten. Wie angenommen wird, übermittelte Ratcliffe der kubanischen Führung ein Ultimatum Trumps, das mit der Bereitschaft verbunden war, die Sanktionen gegen das kubanische Regime im Austausch gegen dessen erhebliche Transformation zu lockern.

Zu den Absichten der Amerikaner, die bereits in naher Zukunft umgesetzt werden könnten, falls die kubanische Führung diesen Forderungen nicht zustimmt, gehört angeblich auch die Festnahme des vorletzten kommunistischen Herrschers Kubas, Raúl Castro, des jüngeren Bruders des Gründers des repressiven Regimes, Fidel Castro. Raúl Castro soll wegen Verbrechen angeklagt werden, die 30 Jahre zurückliegen. Auf diese Weise sucht man offenbar lediglich einen Vorwand dafür, dass der fast hundertjährige Führer der kubanischen Revolution auf der Insel festgenommen und – nach dem Vorbild des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro – in die Vereinigten Staaten überstellt werden könnte.

Doch im Unterschied zu Venezuela haben die kubanischen Kommunisten, die sich seit Jahrzehnten in einem permanenten Kampf mit den Vereinigten Staaten befinden, keineswegs die Absicht, einfach die Waffen niederzulegen. Bereits nach dem Besuch des Direktors der CIA, John Ratcliffe, in der kubanischen Hauptstadt betonte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla, dass Kuba im Falle aggressiver Handlungen der Vereinigten Staaten gegen die Insel sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen und sich verteidigen werde.

Und meiner Meinung nach sind das nicht bloß Worte eines kommunistischen Funktionärs. Anstatt mit den Vereinigten Staaten zu verhandeln, könnten die kubanischen Führer gemeinsam mit zahlreichen Militärinstrukteuren aus Russland und der Volksrepublik China, deren Zahl auf der Insel zunimmt, Pläne für eine Antwort auf die Vereinigten Staaten ausarbeiten und darüber nachdenken, wie ihre Drohnenarmee richtig eingesetzt werden kann.

Kuba unterscheidet sich natürlich vom Iran – sowohl hinsichtlich des Territoriums als auch der Landschaft und der Zahl der Militärangehörigen. Doch zugleich sollte man daran erinnern, dass gerade die kubanische Armee jahrzehntelang Lateinamerika terrorisierte und über erhebliche Erfahrungen im Guerillakrieg verfügt, die dem amerikanischen Militär praktisch fehlen. 

Außerdem besteht ein weiterer wichtiger Unterschied Kubas zum Iran in der Entfernung. Man kann sich also vorstellen, dass kubanische Drohnen im Falle ihres Starts vom Territorium der Insel nicht nur ernsthafte Probleme für das Funktionieren des amerikanischen Militärstützpunkts in Guantánamo verursachen könnten, sondern auch echtes Chaos auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten selbst hervorrufen und sogar die Sicherheit Donald Trumps infrage stellen könnten. Natürlich nur dann, wenn der amerikanische Präsident in dieser Situation nicht auf Erholungsaufenthalte in seiner Residenz Mar-a-Lago verzichtet und gezwungen wäre, zumindest während der gesamten Dauer eines Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba an Wochenenden in Washington zu bleiben.

Solche Annahmen wirken heute natürlich wie politische Science Fiction . Doch man sollte daran erinnern, dass viele Szenarien politischer Science Fiction, die vor dem Auftreten Donald Trumps im Oval Office völlig unrealistisch erschienen, inzwischen Realität der großen Politik geworden sind. Und wir diskutieren sie inzwischen wie Selbstverständlichkeiten. 

Deshalb könnten wir bereits in einigen Wochen ebenso selbstverständlich darüber sprechen, dass zum Krieg im Nahen Osten und zum russisch-ukrainischen Krieg noch Angriffe kubanischer Drohnen auf den amerikanischen Bundesstaat Florida hinzukommen, ebenso wie die Zerstörung Havannas und schwere Schäden auf dem Gelände von Trumps Residenz Mar-a-Lago. 

Und der Präsident der Vereinigten Staaten würde dann zwischen weiteren Angriffen auf die sogenannte Insel der Freiheit und einer Vereinbarung mit den kubanischen Kommunisten wählen müssen, die ihm erlauben würde, seine Residenz in relativer Sicherheit zu bewahren und keine neuen Angriffe auf sein eigenes Zuhause fürchten zu müssen.

Natürlich stellt sich die Frage, wofür sich Donald Trump entscheiden würde, der einen Regimewechsel auf Kuba vor dem Hintergrund der Sackgasse, in die er infolge des Krieges gegen den Iran und der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus geraten ist, als wichtigen Erfolg betrachten könnte. Denn wir sehen, dass der amerikanische Präsident sich noch immer nicht entschieden hat, wie er aus einer Situation herauskommen soll, die gerade im Vorfeld der Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten zu einer großangelegten Energie- und Wirtschaftskrise führen könnte. 

Und in diesem Zusammenhang könnten die Bildung einer neuen Regierung auf Kuba und die Beseitigung des kommunistischen Regimes tatsächlich eine gute Nachricht sein – zumindest für jenen Teil von Donald Trumps Wählerschaft, der die kubanischen Kommunisten seit Langem als autoritären Staat betrachtet, der die amerikanische Sicherheit und die amerikanischen Werte bedroht.

Doch es stellt sich die Frage, wie einfach die Lösung dieses Problems sein wird und ob sich Trumps Vorstellung bewahrheiten wird, dass er seine surrealistische venezolanische Erfahrung in jedem anderen Land wiederholen könne. Denn auch im Iran glaubte Donald Trump, dass das Verschwinden des Ajatollahs Ali Khamenei von der politischen Bühne zu denselben Folgen führen würde wie einst das Verschwinden von Nicolás Maduro. Und wie wir sehen, hat sich der amerikanische Präsident verrechnet. Ich schließe nicht aus, dass er sich auch im Fall der kommunistischen Insel verrechnen könnte.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Куба готується до війни з США | Віталій
Портников. 17.05.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Kuba droht den USA mit Krieg | Vitaly Portnikov. 18.03.2026.

Der Präsident Kubas und Erste Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei dieses Landes, Miguel Díaz-Canel, erklärte in sozialen Netzwerken, dass die Insel auf Versuche der Vereinigten Staaten, sie zu erobern, mit unüberwindbarem Widerstand reagieren werde. Dies kann als Reaktion auf die jüngsten Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump gewertet werden sowie auf die Vermutung, dass Kuba nach Venezuela zum nächsten Ziel der amerikanischen Administration werden könnte.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, selbst ethnischer Kubaner, der nach Angaben zahlreicher Quellen vertrauliche Gespräche mit der kubanischen Führung führt, wies jedoch Medienberichte über eine mögliche Absetzung von Miguel Díaz-Canel zurück.

Dennoch könnte der kubanische Staatschef selbst davon ausgehen, dass er vor dem Hintergrund des andauernden Krieges der Vereinigten Staaten gegen den Iran mit derart kämpferischen Aussagen auftreten kann, da Donald Trump derzeit kaum bereit sein dürfte, eine zweite Front in Lateinamerika zu eröffnen, und befürchten könnte, dass ein Machtwechsel auf Kuba nicht so reibungslos verlaufen würde wie in Venezuela, wo die Gefolgsleute im Grunde Präsident Nicolás Maduro opferten, um ihr repressives Regime zu bewahren – unter der Garantie der Unantastbarkeit durch die aktuelle amerikanische Administration und unter der Bedingung wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit ihr.

Auf Kuba könnte alles komplizierter sein, schon deshalb, weil Miguel Díaz-Canel kein so offensichtlicher und unumstrittener Führer des Regimes ist, wie Maduro es für die venezolanischen Ultralinken war. Es sei daran erinnert, dass Miguel Díaz-Canel der Nachfolger der Castro-Familie ist und überhaupt der erste Nicht-Castro, der nach Jahrzehnten totalitärer Herrschaft des berüchtigten Fidel Castro und seines Bruders Raúl an der Spitze des kommunistischen Regimes Kubas steht.

Raúl Castro lebt noch, ebenso wie viele andere Gefolgsleute Fidels. Doch diese Menschen, die für ihre Beteiligung an massiven Repressionen gegen das kubanische Volk und für die Schaffung eines der widerwärtigsten Regime Lateinamerikas bekannt sind, sind alle über 90 Jahre alt und können kaum noch entscheidenden Einfluss auf die Entscheidungen der kubanischen Führung ausüben.

Als Raúl Castro Miguel Díaz-Canel zum Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas machte – in solchen Ländern ist das Präsidentenamt eher zeremoniell –, ging er offenbar davon aus, dass dieser vor allem seiner Familie loyal sein würde. Dabei berücksichtigte er jedoch nicht den Faktor Zeit, der kaum dazu beiträgt, dass über neunzigjährige Greise ein Land effektiv von Krankenhausbetten aus regieren können.

Dennoch kann man heute sagen, dass das Politbüro des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas eine typische kollektive Führung aus kommunistischen Zeiten darstellt. Und seine Mitglieder fürchten, im Falle eines Zusammenbruchs des Regimes auf der Insel alles zu verlieren. Miguel Díaz-Canel ist in dieser kollektiven Führung lediglich die erste Figur. Und ein Austausch seiner Person würde die Haltung der Regimeführung kaum verändern.

Erforderlich wäre vielmehr die Möglichkeit einer Einigung mit allen, die die Macht ausüben – etwa so, wie es in Venezuela geschah. Allerdings war in Venezuela ein wichtiger Faktor für die Veränderung der Haltung der Austausch der Führungsspitze. Es ist jedoch klar, dass, wenn Donald Trump den venezolanischen Führern heute Bedingungen stellen würde – in einer Situation, in der sich die Energie- und Wirtschaftskrise erneut zuspitzt –, sie kaum bereit wären, Nicolás Maduro zu opfern, um ein Einvernehmen mit dem Weißen Haus zu erzielen. Mehr noch: Heute würden sie selbst Donald Trump Bedingungen stellen, der durch steigende Ölpreise und die anhaltende Energiekrise in der Welt beunruhigt ist.

Gerade deshalb verhalten sich Miguel Díaz-Canel und das Politbüro der Kommunistischen Partei Kubas nicht so wie ihre venezolanischen Verbündeten und äußern Drohungen gegenüber den Vereinigten Staaten – vor dem Hintergrund einer tiefen wirtschaftlichen Krise im Land, die bereits zu für Kuba beispiellosen Massenprotesten und sogar zur Brandstiftung am Hauptsitz des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei geführt hat.

Möglicherweise wird Díaz-Canel auch dadurch ermutigt, dass sich ein russischer Öltanker den Küsten der Insel nähert. Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, der die Operation Donald Trumps gegen die iranischen Ajatollahs aufmerksam verfolgt und dem iranischen Regime hilft, standzuhalten und möglichst viele amerikanische Soldaten, militärische Technik und Infrastruktur im gesamten Gebiet zu zerstören, könnte glauben, dass er mit Trump eine weitere geopolitische Partie in Lateinamerika spielen kann – ohne ernsthafte Konsequenzen für sich selbst.

Zumal man sich in Moskau daran erinnert, wie gescheiterte Versuche amerikanischer Präsidenten endeten, die kubanische Führung zu stürzen. Der Versuch, das tyrannische Castro-Regime zu beseitigen, wurde zu einem der größten politischen Probleme für Präsident John Kennedy. Und letztlich war auch die Kubakrise, die beinahe zu einem dritten Weltkrieg mit dem Einsatz von Atomwaffen geführt hätte, eng mit Kuba und dem Bestreben Fidel Castros verbunden, Atomwaffen auf seiner Insel und im Besitz seines Regimes zu haben. Warum sollte Putin also nicht auch heute versuchen, seinen gealterten kubanischen Verbündeten zu aktivieren?

Doch meiner Meinung nach berücksichtigt der russische Präsident nicht die Unberechenbarkeit des amerikanischen Präsidenten. Trump, der dafür bekannt ist, sich nur schwer zurückhalten zu können, wenn es um Gebiete geht, die er als Einflusszonen der USA betrachtet, könnte diesmal ernsthaft verärgert auf seinen russischen Idol reagieren, wenn er russische Tanker vor der Küste Kubas sieht und versteht, warum sich die Haltung der kubanischen Führung verändert hat und warum sie seine Bemühungen, die Stärke der Vereinigten Staaten in Lateinamerika zu demonstrieren und die Existenz eines der widerwärtigsten kommunistischen Regime der jüngeren Vergangenheit zu beenden, mit solcher Geringschätzung behandelt.

Und genau dann – nicht wegen Iran oder des Nahen Ostens insgesamt – könnte es zu einem Bruch zwischen Donald Trump und Wladimir Putin kommen, sofern Donald Trump überhaupt in der Lage ist, sich mit dem Präsidenten der Russischen Föderation zu überwerfen, der offenbar über kompromittierende Informationen verfügt, die es ihm ermöglichen, erheblichen und kaum überwindbaren Einfluss auf den amerikanischen Präsidenten und dessen enge Vertraute wie Steve Witkoff und Jared Kushner auszuüben.


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Titel des Originals: Куба угрожает США войной | Виталий Портников. 18.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.03.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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