Die Agentur Bloomberg behauptet, dass der russische Präsident Putin den Krieg mit der Ukraine bereits in diesem Jahr beenden möchte, allerdings zu Bedingungen, die es ihm erlauben würden, von einem Sieg Russlands in diesem Krieg zu sprechen.
Zu diesen Bedingungen zählt die Agentur die Herstellung der Kontrolle über das gesamte Gebiet der ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk sowie ein umfassendes Sicherheitsabkommen mit Europa, das die Anerkennung der russischen territorialen Gewinne auf ukrainischem Boden als legitim vorsehen würde.
Diese Behauptungen der Agentur lassen sich natürlich nicht aus irgendwelchen unabhängigen Quellen überprüfen. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Peskow, betonte, dass Putin keinerlei reale Fristen für das Ende des russisch-ukrainischen Krieges festgelegt habe.
Und deshalb stützen sich die Journalisten höchstwahrscheinlich auf Vermutungen, die mit ihrem Dialog mit ehemaligen Vertretern der russischen politischen Elite oder westlichen Diplomaten in Moskau zusammenhängen, die in der Regel die realen Stimmungen in den Korridoren des Kremls nicht besonders gut verstehen und eher ihre eigene Führung damit beruhigen, dass der langjährige russisch-ukrainische Krieg seinem Ende entgegengeht.
Gleichzeitig kann man jedoch auch in den Informationen der Agentur Bloomberg nicht übersehen, dass sich der Krieg zwischen Russland und der Ukraine in einer echten Sackgasse befindet. Die Agentur betont, dass nicht nur Russland jene Ziele nicht erreichen kann, die Putin den russischen Streitkräften gestellt hat, sondern auch die Ukraine ihre strategischen Ziele nicht erreichen kann, die mit der Befreiung der besetzten Gebiete, einem Waffenstillstand oder zumindest bedeutenden Fortschritten bei den Verhandlungen verbunden sind, die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump nach seiner Rückkehr ins Oval Office initiiert wurden.
Die Journalisten können nicht erklären, was Putin tun wird, falls es ihm bis Ende 2026 nicht gelingt, jene Ziele zu erreichen, die er als Zwischenziele für eine Aussetzung seines Krieges gegen die Ukraine betrachten könnte. Ob die Kampfhandlungen weitergehen werden oder ob Putin im Gegenteil einem Ende jener Kampfhandlungen zustimmen wird, die zum Zeitpunkt des Erreichens irgendwelcher Vereinbarungen entlang der Kontaktlinie zwischen den Armeen der kriegführenden Länder stattfinden werden.
Bis zum heutigen Tag gab es kein einziges Anzeichen dafür, dass der russische Präsident bereit wäre, sich mit einer solchen Entwicklung der Ereignisse abzufinden. Zumal viele Beobachter überhaupt der Ansicht sind, dass die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges und die Rückkehr Hunderttausender Söldner von der Front eine größere Bedrohung für das russische Regime darstellen als die Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine in den 2020er und vielleicht sogar in den 2030er Jahren dieses Jahrhunderts, weil Putin keine Antwort auf die Frage der sozialen Rehabilitation jener Menschen geben kann, die riesige Geldsummen für die Tötung von Ukrainern und die Zerstörung ukrainischen Territoriums erhielten.
Es genügt, sich zumindest an den sogenannten Prigoschin-Aufstand zu erinnern, um zu begreifen, dass es in Russland, beim Regime Putins, nicht genügend Kräfte gibt, um bewaffneten Menschen entgegenzutreten, die zu Aufständen und Provokationen bereit sind; dass die Sicherheitsstrukturen der Russischen Föderation – der Föderale Sicherheitsdienst, der Föderale Schutzdienst oder das Innenministerium der Russischen Föderation – ausschließlich effektive Möglichkeiten zur Bekämpfung der Zivilbevölkerung haben, jedoch nicht gegenüber jenen Bürgern Russlands, die aktive Kampferfahrung besitzen.
Gleichzeitig ist offensichtlich, dass jene Ressourcen, über die Putin heute verfügt, für die Fortsetzung des Krieges nicht ausreichen, wenn der russische Präsident die Zeit als seinen wichtigsten Verbündeten im Kampf für das Verschwinden der Ukraine von der politischen Weltkarte oder zumindest für die Besetzung eines größeren Teils des ukrainischen Territoriums betrachtet. Und Beobachter, die mit Journalisten von Bloomberg sprechen, sagen bereits, dass Putin in naher Zukunft zu einer teilweisen Mobilmachung gezwungen sein wird, wenn er seine Armee mit neuen Soldaten auffüllen will, die bereit sind, den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen.
Aber auch hier stellen sich viele Fragen. Wie bekannt ist, ist eine massenhafte Mobilmachung in Russland unpopulär, weil sie im Wesentlichen den Gesellschaftsvertrag zwischen einer Bevölkerung untergräbt, die nicht unmittelbar an der Zerstörung der Ukraine teilnehmen will, und einer Macht, die an dieser Zerstörung interessiert ist. Wie bekannt ist, führte der Versuch einer solchen Mobilmachung zu Beginn des großen russisch-ukrainischen Krieges zu einer massenhaften Emigration Hunderttausender Männer im wehrfähigen Alter aus Russland, die keine Soldaten werden wollten.
Heute könnte eine solche massenhafte Emigration ebenso wie der Entzug Hunderttausender junger arbeitsfähiger Bürger aus der russischen Wirtschaft zu noch ernsthafteren Krisenherausforderungen führen als jene, mit denen die russische Wirtschaft bereits heute konfrontiert ist – noch vor dem Hintergrund ukrainischer Langstreckenschläge gegen die für das Funktionieren dieser Wirtschaft wichtigsten Unternehmen, gegen Unternehmen des militärisch-industriellen und des Erdölraffineriekomplexes.
Und all diese Umstände erlauben es uns tatsächlich, zur Hauptformulierung des russisch-ukrainischen Krieges zurückzukehren. Das ist ein klassischer Krieg in einer Sackgasse, aus der es praktisch keinen realistischen Ausweg gibt, aber dank Putins Unzurechnungsfähigkeit auch keine Möglichkeit für ein Ende der Kampfhandlungen in absehbarer Zukunft.
Natürlich kann Putin hier auf den amerikanischen Präsidenten Donald Trump hoffen und darauf, dass der Führer der Vereinigten Staaten Druck auf die ukrainische Führung ausüben wird mit der Forderung, dass die ukrainische Armee jenes Gebiet der Region Donezk verlässt, das sich heute unter unserer Kontrolle befindet, um für den russischen Machthaber die Illusion eines Sieges über die Ukraine in einem langjährigen Krieg zu schaffen sowie Möglichkeiten zur Vorbereitung eines neuen Krieges gegen die Ukraine – zumindest nach Donald Trumps Ausscheiden aus dem Oval Office, wenn Russland seine Ressourcen für neue Angriffe auf den Nachbarstaat wieder aufgebaut haben wird.
Aber wie wir sehen, hat Trump bislang keinen derart harten Druck ausgeübt, und die ukrainische Führung, die die Folgen solcher Entscheidungen versteht, hat sich Versuchen, territoriale Zugeständnisse zu erzwingen, nicht gebeugt. Und Vertreter der amerikanischen Administration haben wiederholt betont, dass sie von der Ukraine keine Entscheidungen über einen Rückzug der Truppen verlangen werden und dass dies das souveräne Recht der ukrainischen Führung sei.
Was also wird Putin tun? Mir scheint, dass wir während unseres heutigen Gesprächs eine klare Antwort auf diese Frage erhalten haben.
Putin hat keinen klaren Plan für einen Ausstieg aus dem Krieg, den er im Februar 2022 gegen die Ukraine bereits in größerem Maßstab begonnen hat als den Krieg, der im fernen Jahr 2014 begann. Der russische Machthaber hoffte auf den Triumph eines Blitzkriegs und einen schnellen Austausch der ukrainischen Führung durch Marionetten, die den Weg zur Einverleibung der Ukraine durch Russland eröffnet hätten. Als dies nicht geschah, stellte sich Putin auf einen langjährigen Krieg, auf Zermürbung um, aber auch in diesem Krieg kann er die gewünschten Ziele nicht erreichen.
Und somit hat Putin heute keinen anderen Plan, als die Erfüllung dieser Ziele durch die Fortsetzung eines solchen Krieges zu suchen. Aber auch der Krieg selbst führt nicht zu jenem Ergebnis, auf das er gehofft hatte. Eine wirkliche ausweglose Sackgasse.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін хоче завершити війну до кінця року I Віталій Портников. 22.05.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 22.05.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.