Rubio entlarvt Putins Lüge über Anchorage | Vitaly Portnikov. 25.06.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, hat die Behauptungen der russischen Führung widerlegt, wonach beim Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation in Alaska irgendwelche Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine erzielt worden seien.

Rubio erinnerte die Journalisten daran, dass der Präsident der Vereinigten Staaten lange Zeit nach Wegen gesucht habe, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. In Alaska sei jedoch lediglich ein Vorschlag von Seiten der Vereinigten Staaten unterbreitet worden, den Russland ablehnte. Beim Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation seien keinerlei Vereinbarungen erzielt worden.

Allerdings wissen wir das selbst sehr genau. Schließlich waren wir Zeugen des Treffens der Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation in Anchorage. Wir erinnern uns, mit welchem Enthusiasmus Donald Trump den Präsidenten der Russischen Föderation auf dem Flugplatz der Hauptstadt Alaskas empfing. Wir erinnern uns daran, dass die Präsidenten gemeinsam in einem einzigen Wagen zum Ort des Gipfels fuhren. Auch das war eine beispiellose Situation in den bilateralen Beziehungen.

Wir erinnern uns aber auch an etwas anderes. Das Treffen zwischen Donald Trump und Putin endete vorzeitig. Der Präsident der Vereinigten Staaten betonte auf der kurzen gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Staatschef, dass keinerlei Vereinbarungen erzielt werden konnten. Nicht nur das Treffen wurde vorzeitig beendet – auch das Abendessen, das bei der Vorbereitung des Gipfels zwischen Trump und Putin vorgesehen gewesen war, wurde abgesagt. Trump verabschiedete den russischen Präsidenten nicht einmal und flog sofort von Anchorage nach Washington zurück.

Präsident Putin blieb somit in Alaska faktisch ohne seine amerikanischen Gastgeber zurück. Sein Protokoll suchte nach Möglichkeiten, den Eindruck zu erwecken, Putin habe sich auf eine solche Entwicklung vorbereitet und über einen eigenen Plan für seinen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten verfügt. Auch das entsprach nicht der Wahrheit.

Was geschah danach? Bereits an Bord seines Flugzeugs wurde Donald Trump klar, dass nun praktisch alle Medien über sein Fiasko beim Treffen mit Putin sprechen würden. Und zwar nicht über das erste. Schließlich waren sämtliche vorherigen Treffen des amerikanischen und des russischen Präsidenten während Donald Trumps erster Amtszeit im Weißen Haus mit genau solchen Kommentaren von Journalisten und Beobachtern zu Ende gegangen.

Trump begann sofort gegenzusteuern. Er sprach davon, es sei ein sehr gutes Treffen gewesen, konkretisierte jedoch nicht, was daran eigentlich gut gewesen sei und worüber er sich mit Putin geeinigt habe, nachdem er selbst unmittelbar nach dem Gipfel betont hatte, dass keinerlei Vereinbarungen erzielt worden seien.

Die Russen griffen diesen offensichtlichen Wunsch des amerikanischen Präsidenten auf, Wunschdenken als Realität auszugeben und die Wirklichkeit zu verfälschen. Genau darauf gründeten sie ihre Mythologie vom sogenannten „Geist von Anchorage“.

Was ist überhaupt ein „Geist“ in den internationalen Beziehungen? In den internationalen Beziehungen gibt es konkrete Vereinbarungen, Punkte und Vorschläge, die von beiden Seiten abgestimmt werden. So geschieht es übrigens derzeit zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Wenn es keinerlei konkrete Vereinbarungen gibt, kann sie kein noch so großer „Geist“ ersetzen.

Trump wollte diese Behauptungen der russischen Führung jedoch nicht allzu energisch widerlegen. Denn andernfalls hätte er sein unbestreitbares Fiasko bei den Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten eingestehen müssen, hätte zugeben müssen, dass Putin ihn benutzt hatte, dass Trump dem russischen Präsidenten geholfen hatte, aus der internationalen Isolation herauszukommen, während dieser nicht einmal daran dachte, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Aus dieser Geschichte ging dann der sogenannte Verhandlungsprozess zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der Vereinigten Staaten hervor.

Trump konnte hoffen, dass die Verhandlungen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges oder zumindest über eine Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front nun schnell und erfolgreich verlaufen würden, nachdem Putin selbst vom Geist von Anchorage sprach. Putin hingegen hatte selbstverständlich vor, Zeit zu gewinnen – möglicherweise bis zum Ende der Amtszeit des amtierenden amerikanischen Präsidenten –, um sich anschließend damit zu befassen, wie er mit dessen Nachfolger umgehen würde. Mit anderen Worten: genauso zu handeln, wie er bereits gegenüber Barack Obama, Joseph Biden und auch Donald Trump während dessen erster Amtszeit im Oval Office gehandelt hatte. An eine solche Entwicklung der Ereignisse ist Putin gewissermaßen gewöhnt.

Als Trump erkannte, dass Putin nicht einmal daran dachte, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, und sich nach Beginn des Krieges der Vereinigten Staaten gegen den Iran nicht einmal mehr für die russisch-ukrainischen Verhandlungen interessierte, weil er davon ausging, dass die Amerikaner nun weit weniger Möglichkeiten hätten, Druck auf ihn hinsichtlich einer Fortsetzung des Verhandlungsprozesses auszuüben, änderte er, wie wir sehen, seine Haltung – weniger gegenüber dem russischen Präsidenten als vielmehr gegenüber dem, was zwischen Russland und der Ukraine geschieht.

Ein gewisser Beleg dafür war der Beitritt des amerikanischen Präsidenten zur gemeinsamen Erklärung der G7, in der die Unterstützung unseres Landes im Kampf gegen die russische Aggression bekräftigt wird. Ich erinnere daran, dass Trump im vergangenen Jahr während des G7-Gipfels nicht einmal das Ende dieses hochrangigen Treffens abgewartet und sich der gemeinsamen Abschlusserklärung nicht angeschlossen hatte.

Daran, dass die Amerikaner auf den Tagungen der Generalversammlung der Vereinten Nationen konsequent für russische Resolutionen zum russisch-ukrainischen Krieg gestimmt haben, möchte ich gar nicht erst erinnern. Wozu an eine Schande erinnern?

Jetzt wird darüber gesprochen, dass auch auf dem NATO-Gipfel in Ankara, ebenfalls in Anwesenheit Donald Trumps, eine Resolution über die Fortsetzung der Unterstützung für die Ukraine verabschiedet werden könnte. Das Nordatlantische Bündnis könnte unserem Staat bis zu 70 Milliarden Dollar Militärhilfe bereitstellen – möglicherweise ohne Beteiligung der Vereinigten Staaten, aber auch ohne deren Widerspruch gegen diese Absichten der NATO-Verbündeten.

Und natürlich kann Marco Rubio in einer solchen Situation, der, wie wir verstehen, vom ersten Tag an wusste, dass es in Anchorage keinerlei Vereinbarungen gegeben hatte, das sagen, was ohnehin alle wissen: Auf dem Gipfel in Alaska haben sich Trump und Putin auf nichts geeinigt. Wenn Putin, Lawrow, Uschakow, Peskow und andere russische Funktionäre uns von irgendwelchen Vereinbarungen erzählen, die von den Vereinigten Staaten angeblich gebrochen worden seien, und behaupten, der Geist von Anchorage sei irgendwo verschwunden, dann lügen sie schlichtweg.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Рубіо викрив брехню Путіна про Анкоридж | Віталій Портников. 25.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 25.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Kommentar verfassen