Rubio–Lawrow: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 23.07.2026

Das Treffen der beiden ranghöchsten Diplomaten der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation, Marco Rubio und Sergej Lawrow, das in Manila stattfand, dauerte etwa 35 Minuten und endete, wie zu erwarten war, ohne irgendwelche realen Ergebnisse, die auf ein Einvernehmen der Seiten hinsichtlich der Möglichkeiten zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges oder zumindest hinsichtlich einer Wiederaufnahme von Verhandlungen hindeuten würden, die zu einer solchen Beendigung führen könnten.

Rubio sagte Lawrow, dass die Vereinigten Staaten weiterhin auf der Notwendigkeit der Beendigung des Krieges bestehen. Lawrow wiederum schilderte dem US-Außenminister nach Mitteilungen offizieller russischer Quellen die Wahrheit über die Lage an der Front und unterstrich außerdem die Verbundenheit der Russischen Föderation mit jenen Vorschlägen, die die Vereinigten Staaten beim Treffen in Anchorage unterbreitet hatten.

Hier muss man, wie ich sagen würde, etwas genauer innehalten, denn es geht darum, dass die Vereinigten Staaten während des Treffens der Präsidenten Donald Trump und Vladimir Putin in Alaska der Russischen Föderation bestimmte Vorschläge unterbreitet hatten, die Putin nicht akzeptierte. Gerade deshalb endete das Treffen des amerikanischen und des russischen Präsidenten nach den Worten Trumps selbst ohne Vereinbarungen.

Nun aber erklärt Moskau, es halte an den amerikanischen Vorschlägen fest, obwohl diese mit der russischen Seite nie abgestimmt wurden. Und somit können wir feststellen, dass in Alaska tatsächlich keinerlei reale Vereinbarungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation erzielt wurden – genau das musste bewiesen werden.

Außerdem warnte Lawrow Rubio wie gewohnt davor, dass eine Fortsetzung der Waffenlieferungen an die Ukraine lediglich zu einer weiteren Eskalation führen werde. Damit trennten sich die Seiten.

Wie bekannt ist, vertritt der Außenminister der Vereinigten Staaten ebenso wie inzwischen auch der amerikanische Präsident weiterhin die Auffassung, dass ukrainische Angriffe auf die russische Logistik und auf Erdölraffinerien den Präsidenten Russlands dazu zwingen müssten, einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zuzustimmen. Bis heute ist dies jedoch nicht eingetreten.

Natürlich könnte man den anderen Fragen, die zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation bei diesem Treffen in Manila erörtert wurden, größere Aufmerksamkeit widmen. Aber es ist klar, dass selbst dann, wenn Rubio und Lawrow über das sprechen, was sich derzeit im Persischen Golf ereignet, sie kaum irgendwelche realen Vereinbarungen erreichen können, weil sie in diesem Konflikt unterschiedliche Positionen vertreten und unterschiedliche Staaten unterstützen.

Die Vereinigten Staaten möchten selbstverständlich ihre Arbeit an der Entwaffnung Irans sowie an der Gewährleistung der Energiesicherheit der Staaten des Persischen Golfs und der Sicherheit Israels fortsetzen. Russland hingegen bleibt weiterhin ein treuer Verbündeter der Islamischen Republik.

Es stellt sich die Frage, inwieweit dieses Treffen die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland unter Vermittlung der Vereinigten Staaten nähergebracht hat. Denn unmittelbar vor diesem Treffen hatte der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, erstmals seit vielen Monaten mit den Sonderbeauftragten des amerikanischen Präsidenten, Steve Witkoff und Jared Kushner, gesprochen.

Man kann feststellen, dass es keinerlei Annäherung gegeben hat. Bereits damals, als Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten wurde, habe ich betont, dass sich in der Tasche des amerikanischen Präsidenten keinerlei Instrumente befinden, die seinen russischen Amtskollegen dazu zwingen könnten, über eine Beendigung des Krieges nachzudenken, weil der größte Teil der Sanktionsinstrumente bereits ausgeschöpft ist und diejenigen, die im Arsenal der Vereinigten Staaten noch verblieben sind, die Position des Kremls nicht wesentlich beeinflussen werden.

Seit Trump mit der Operation zur nuklearen Entwaffnung Irans begonnen hat, kann man sagen, dass die Möglichkeiten des Präsidenten der Vereinigten Staaten noch geringer geworden sind. Denn nun kann Amerika in bestimmten Momenten selbst an einem Gleichgewicht auf dem Ölmarkt interessiert sein, was nicht zu einer Verschärfung, sondern zu einer Abschwächung der Sanktionen gegen die Russische Föderation führt und Putin zusätzliche Einnahmen verschafft – Einnahmen für den russischen Staatshaushalt, der bekanntlich weiterhin vollständig auf den Krieg ausgerichtet ist.

Somit ist das Gespräch der Leiter der Außenministerien der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation angesichts der vollständigen Unterschiede ihrer Positionen eher ein akademisches Gespräch, das politisch nichts Ernsthaftes verändern wird.

  • Putin hofft immer weniger auf reale Vereinbarungen mit Trump und scheint bereits darauf eingestellt zu sein, abzuwarten, wie sich die Ereignisse in der amerikanischen Politik im Jahr 2028 entwickeln werden, wenn der nächste Präsidentschaftswahlkampf beginnt.
  • Trump wiederum kann trotz seines offensichtlichen Unwillens, sich mit Putin zu überwerfen, einfach nicht verstehen, welchen Kurs seine Beziehungen zum russischen Präsidenten nehmen sollen. Deshalb ist er einerseits bereit, den Gesetzentwurf des Senators Lindsey Graham über die Möglichkeit der Verhängung von Sanktionen gegen Länder zu unterstützen, die russisches Öl kaufen, bremst dieses Gesetz andererseits jedoch durch neue Vorschläge aus, die Russland selbst überhaupt nicht betreffen.

Deshalb würde ich empfehlen, für die nächste Zeit jegliche diplomatischen Möglichkeiten zur Lösung der Frage des russisch-ukrainischen Krieges zu vergessen. Sollte es der Ukraine gelingen, die wirtschaftliche Lage in der Russischen Föderation tatsächlich zu verändern, ernsthafte Probleme im Verhältnis zwischen der russischen Gesellschaft und dem Staat hervorzurufen und dazu zu führen, dass Russland schlicht das Geld zur Fortsetzung des Krieges ausgeht, dann können wir zumindest wieder auf das Thema einer Wiederaufnahme von Verhandlungen zurückkommen. Allerdings sage ich sofort: Verhandlungen während laufender Kampfhandlungen sind keine Verhandlungen, sondern ein Hinauszögern der Zeit zur Fortsetzung des Krieges. Genau so muss man sie verstehen.

Wenn die Russische Föderation jedoch über ausreichendes wirtschaftliches und demografisches Potenzial zur Fortsetzung des Krieges verfügt, dann wird der Krieg – mit wechselndem Erfolg für die Ukraine und Russland – so lange andauern, wie Putin und seine Bande dafür genügend Kraft und Zeit haben. Genau so muss man die Entwicklung der Ereignisse in den zwanziger und dreißiger Jahren des 21. Jahrhunderts verstehen – als Zeit eines unablässigen russisch-ukrainischen Konflikts.

Das Treffen zwischen dem Außenminister der Vereinigten Staaten und dem Außenminister der Russischen Föderation in Manila hat diese grundlegende Formel noch einmal eindrucksvoll bestätigt.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Рубіо-Лавров: головне | Віталій Портников. 23.07.3026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 23.07.3026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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