Putin bereitet einen neuen Krieg vor | Vitaly Portnikov. 13.08.2026.

Putin hat zum ersten Mal in den 27 Jahren, in denen er die Ämter des Präsidenten und des Regierungschefs der Russischen Föderation bekleidet, die Kurilen besucht, die bekanntlich bis heute ein umstrittenes Gebiet zwischen Russland und Japan bleiben und beide Länder daran hindern, eine Entscheidung über den Abschluss eines Friedensvertrags nach dem Zweiten Weltkrieg zu treffen.

Putin ist nicht der erste russische Präsident oder Regierungschef, der die Kurilen besucht. Während seiner Amtszeit als Oberhaupt des russischen Staates besuchte Putins Vorgänger Medwedew die Kurilen. Auch der amtierende Ministerpräsident der Russischen Föderation, Mischustin, hat die Kurilen besucht.

Aber wir verstehen sehr gut, wie man in Tokio gerade den Besuch Putins wahrnimmt, den man in der japanischen Hauptstadt, wie übrigens auch in der gesamten übrigen Welt, praktisch seit dem Moment, als Putin amtierender Präsident der Russischen Föderation wurde, stets als den tatsächlichen Machthaber der Russischen Föderation wahrgenommen hat. Und das geschah, daran möchte ich erinnern, bereits am 1. Januar 2000.

Somit haben wir es mit einer offenen und scharfen Provokation zu tun. Und Japans Premierministerin Sanae Takaichi reagierte ebenso wie andere hochrangige Vertreter der Regierung in Tokio umgehend auf diesen Besuch des russischen Präsidenten und betonte, dass er die Haltung der Japaner gegenüber Russland nur verschlechtere.

Es kann sich die Frage stellen: Warum brauchte Putin diese Reise, wenn er während seiner 27 Jahre an der Macht von einem solchen Besuch abgesehen hatte? Und warum fand sie unmittelbar statt, nachdem Putin während seines Auftritts bei einer Übung der Pazifikflotte der Russischen Föderation betont hatte, Russland drohe Japan in keiner Weise, vielmehr habe Japan aggressive Pläne gegenüber der Russischen Föderation?

Hier spielen gleich mehrere Faktoren eine Rolle.

  • Erstens müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass man in Moskau weiter am endgültigen Abbau des Völkerrechts als solchem und an dessen Ersetzung durch das Recht des Stärkeren arbeitet. Was derzeit während des russisch-ukrainischen Krieges in Europa geschieht, soll aus Sicht der Strategen im Kreml auch in Asien geschehen.

Somit ist Moskau nicht mehr an einem Friedensvertrag mit Tokio interessiert. Es ist nicht an einer Normalisierung der bilateralen Beziehungen interessiert, nicht an den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Japan und der Russischen Föderation. Zumal sich Japan vielen Sanktionen der zivilisierten Welt angeschlossen hat, die nach Beginn der russischen Aggression gegen unseren Staat gegen die Russische Föderation verhängt wurden.

Und in dieser Situation demonstriert Putin Japan, dass Russland bereit ist, seine Ansprüche auf die Kurilen weiterzuverfolgen und dass keinerlei Kompromisse in den bilateralen Beziehungen, auf die man in Tokio noch vor einigen Jahren so sehr gehofft hatte, in Betracht gezogen werden.

  • Zweitens, und das ist möglicherweise noch wichtiger als der erste Punkt, versucht Putin, sich bei demjenigen beliebt zu machen, der heute der wichtigste Energiesponsor der Russischen Föderation ist. Bei demjenigen, der russisches Erdöl kauft, der dem russischen Machthaber die Möglichkeit gibt, eine Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine in den kommenden schwierigen Jahren in Betracht zu ziehen. Das ist der Staatspräsident der Volksrepublik China und Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, Xi Jinping.

Bekanntlich ist Peking in den vergangenen Monaten zu einem offenen Angriff auf Tokio übergegangen, und der Leiter der außenpolitischen Kommission des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und Außenminister der Volksrepublik China, Wang Yi, erlaubte sich sogar, Tokio von der Tribüne der renommierten Münchner Sicherheitskonferenz offen zu drohen, was viele als mögliche Vorbereitung auf eine große Krise, vielleicht sogar auf einen Krieg im asiatisch-pazifischen Raum werteten.

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass angesichts der offensichtlichen Schwächung des internationalen Einflusses der Vereinigten Staaten während der Präsidentschaft Donald Trumps ein solcher Krieg zwar nicht unvermeidlich, aber durchaus wahrscheinlich ist, weil man in Peking möglicherweise sehen möchte, inwieweit die Vereinigten Staaten tatsächlich bereit sind, ihre Verbündeten in Asien zu verteidigen.

Und Donald Trumps Verhalten im russisch-ukrainischen Krieg, seine offenkundige Abneigung dagegen, sich mit Putin anzulegen, sowie die Komplimente, die wir vom Präsidenten der Vereinigten Staaten an die Adresse des Präsidenten der Russischen Föderation gehört haben, bestärken die Führung der Kommunistischen Partei Chinas natürlich nur in der Überzeugung, dass Donald Trump auch im Falle Japans schlicht Angst davor haben wird, Xi Jinping selbst herauszufordern.

Putin versteht all das sehr gut, und man kann sagen, dass er, wenn er die Japaner provoziert, sich zugleich bei den Chinesen einschmeichelt und versucht, seinen Status als Lieblingsvasall des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Chinas zu verteidigen.

Und all das ist natürlich sehr, sehr gefährlich, denn Putin, der in der Sackgasse des Ukraine-Krieges feststeckt, muss seiner chauvinistisch eingestellten Bevölkerung immer neue Fälle von Eskalation und immer neue Demonstrationen der Bereitschaft Russlands präsentieren, seine Interessen gerade mit Gewalt und nicht auf diplomatischem Wege zu verteidigen. Und wenn es nicht gelingt, die Ukraine zu verschlingen und der Existenz unseres Staates ein Ende zu setzen, wenn in Russland selbst ernsthafte wirtschaftliche Probleme beginnen, die mit den Angriffen der ukrainischen Verteidigungskräfte auf die russische Erdölverarbeitung, den militärisch-industriellen Komplex und andere strategische Infrastruktur der terroristischen Föderation zusammenhängen, entsteht natürlich die Versuchung, noch einen weiteren, vielleicht kleinen Krieg zu entfesseln, zu versuchen, die Japaner zu provozieren und sie anschließend zu beschuldigen, nach den russischen Kurilen zu greifen.

Nun, wie ein Szenario russischer Provokationen aussehen kann, wissen wir sehr gut aus jenem schrecklichen Krieg, der bereits 2014 im ukrainischen Donbas begann und uns die ganze Amoralität der russischen Propaganda und die Bereitschaft der russischen Führung zu jeglichen Provokationen im Stil des Komitees für Staatssicherheit der Sowjetunion vor Augen geführt hat.

Der Besuch des Präsidenten der Russischen Föderation auf den Kurilen ist also kein zufälliges Ereignis. Dieser Besuch riecht geradezu nach einem neuen schrecklichen Krieg.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін готує нову війну | Віталій Портников. 13.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 13.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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