Während seines Auftritts bei einer Übung der Pazifikflotte der Russischen Föderation versprach Putin eine spiegelbildliche Antwort auf die Maßnahmen europäischer und anderer westlicher Länder, die mit Sanktionen belegte Schiffe der Russischen Föderation stoppen. Übersetzt man dies aus der bürokratischen in die allgemein verständliche Sprache, versprach er, fremde Schiffe zu versenken.
Dass dieser Auftritt des russischen Präsidenten kein Zufall war, sondern den Beginn einer neuen Propagandakampagne der Russischen Föderation darstellt, zeigte sich daran, dass sich Putins Drohungen umgehend sowohl der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, als auch das Außenministerium der Russischen Föderation anschlossen, das bereits offizielle Drohungen gegen jene europäischen Länder aussprach, die Schiffe unter sogenannten Billigflaggen stoppen, die Russland dabei helfen, westliche Sanktionen zu umgehen.
Dieser Vorstoß Putins ist keineswegs zufällig. Er bedeutet, dass die Russische Föderation begonnen hat, eine Bedrohung für ihre weiteren Öllieferungen auf die Märkte der Länder des Globalen Südens zu spüren. Denn der überwiegende Teil dieser Lieferungen ist gerade mit der sogenannten russischen Schattenflotte verbunden, die sich in Wirklichkeit keineswegs im Schatten befindet. Alle wissen sehr genau, wo sich diese Schiffe befinden und wohin sie fahren; sie verstecken sich vor niemandem. Und die Frage ihrer Festsetzung ist eine Frage des politischen Willens und der Möglichkeiten.
Wenn die westlichen Länder darauf bestehen, dass Russland jene Sanktionen einhalten muss, die nach Beginn der Aggression der Russischen Föderation gegen unseren Staat gegen das Land verhängt wurden, bedeutet dies, dass Moskau auch diesen Teil der für seinen Haushalt so wichtigen Einnahmen verlieren wird. Und das zu einer Zeit, in der Putin fest entschlossen ist, den Krieg fortzusetzen, und für die Fortsetzung des Krieges braucht er Geld.
Natürlich kann sich die Frage stellen, auf welche Weise die Russische Föderation zu Akten der Piraterie greifen will. Denn die europäischen Länder stoppen Tanker, die mit der Russischen Föderation verbunden sind, in der Regel in ihren eigenen Hoheitsgewässern. Sie hindern sie daran, eine Route fortzusetzen, die unter die Sanktionsgesetzgebung fällt. Und somit können wir von der Tatsache sprechen, dass die Russische Föderation zu tatsächlichen Akten der Piraterie gegen die europäische Schifffahrt greifen könnte.
Genau davon spreche ich, wenn ich auf die Möglichkeit einer Ausweitung des russisch-ukrainischen Krieges auf die Länder Europas hinweise. Putin ist daran interessiert, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine schneller endet, als ihm das Geld für die Fortsetzung des Feldzugs ausgeht.
Doch natürlich sieht der russische Diktator das Ende dieses Krieges zu seinen Bedingungen. Er hofft noch immer darauf, dass die ukrainische Staatlichkeit zerstört und ihre ehemaligen Territorien als Föderationssubjekte der Russischen Föderation angeschlossen werden, so wie dies formell bereits mit den ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie mit der Autonomen Republik Krim und Sewastopol geschehen ist.
Damit dies jedoch geschieht, braucht Putin eine Ukraine ohne westliche Hilfe. Der russische Präsident ist sich sehr wohl bewusst, dass die Ukraine den Krieg gegen sein Piratenland als Teil der zivilisierten Welt fortsetzt. Und er will, dass diese zivilisierte Welt die Unterstützung unseres Staates einstellt.
Zumal Putin bestimmte Möglichkeiten dafür bereits genutzt hat. Wir haben gesehen, wie man in Washington nach den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten im Jahr 2024 und der Rückkehr des Republikaners Donald Trump ins Oval Office im Jahr 2025 nicht einmal mehr an die Möglichkeit einer intensiven militärischen Unterstützung der Ukraine nach dem Vorbild der vorherigen Regierung von Joseph Biden dachte.
Warum sollte Putin nicht davon ausgehen können, dass auch europäische Politiker in Zukunft bereit sein werden, auf die Unterstützung der Ukraine zu verzichten? Zumal derzeit bei vielen bevorstehenden Wahlen rechtsextreme Politiker als Favoriten gelten, die bereits zuvor zu jeglichen Vereinbarungen mit Russland bereit waren und keine Befürworter der Unterstützung der Ukraine in unserer Auseinandersetzung mit der aggressiven Politik Russlands waren.
Deshalb ist es hier wichtig, die westlichen Gesellschaften einzuschüchtern. Denn wir verstehen sehr gut, dass für die Europäer bereits die Tatsache, dass ihre Schiffe von den Seestreitkräften der Russischen Föderation angegriffen werden, einen gefährlichen Präzedenzfall darstellt, der nur die Position jener stärken wird, die behaupten werden, man dürfe der Ukraine nicht helfen und müsse sich mit Russland einigen.
Von Gesprächen über die Notwendigkeit, eine Verständigung mit dem Westen zu suchen, ist Putin zu offenen Drohungen übergegangen. Und im Übrigen sind dies Drohungen gegen den kollektiven Westen als solchen und nicht nur gegen Europa. Denn einen großen Teil des Auftritts des russischen Präsidenten machten auch seine Drohungen gegen Japan aus. Und dies ist nicht nur der Versuch, die Beziehungen zwischen Moskau und Tokio zu verschärfen. Es ist auch der Wunsch des russischen Staatschefs, seinen Energiesponsoren aus der Volksrepublik China zu gefallen, die einen Kurs zur Verschlechterung der chinesisch-japanischen Beziehungen eingeschlagen haben.
Wir erinnern uns daran, wie der Außenminister der Volksrepublik China und Leiter der außenpolitischen Kommission des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, Wang Yi, vom Podium der hochrangig besetzten Münchner Sicherheitskonferenz Japan mit weiteren Maßnahmen Chinas drohte, sollte dieses Land seine außenpolitischen Prioritäten nicht ändern, insbesondere seine Befürchtung, dass sich eine Krise in der Taiwanstraße tatsächlich auch auf die Sicherheit Japans auswirken könnte.
Und nun schloss sich Putin während seines Auftritts bei der Übung der Pazifikflotte der Russischen Föderation im Grunde diesen chinesischen Drohungen am entsprechenden geografischen Ort an. Doch dieser geografische Ort ist auch im Hinblick auf das von Bedeutung, worüber wir sprechen, wenn wir die Drohungen gegen die Europäer erörtern.
Denn wenn wir über die russische Flotte in Europa sprechen, hat die Russische Föderation nicht allzu viel vorzuweisen. Insbesondere nachdem die russische Schwarzmeerflotte Sewastopol verlassen musste und sich nun in der Bucht von Noworossijsk versteckt, das ebenfalls von den Streitkräften der Ukraine angegriffen wird. Im Pazifik dagegen kann Putin noch wie eine Art Admiral wirken, der nicht nur aus Pappe besteht.
Doch all das gilt nur vorerst. Und wir müssen uns daran erinnern, dass die Möglichkeiten der Russischen Föderation nur so lange bestehen, wie man dem dreisten Aggressor auf seine Drohungen und seine Handlungen nicht antwortet.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Виступ Путіна: головне | Віталій Портников. 12.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 12.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.