Ukrainische Drohnen und Raketen haben Noworossijsk angegriffen, den wichtigsten Marine- und Energiestützpunkt der Russischen Föderation am Schwarzen Meer. Die Angriffe galten dem Hafen von Noworossijsk, der Hafeninfrastruktur sowie der Luftverteidigung, die die Sicherheit von Noworossijsk gewährleisten sollte.
Darüber berichtete der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky. Angriffe auf mehrere Städte auf dem Territorium Russlands bestätigte auch der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew.
Somit kann man feststellen, dass Noworossijsk, wohin ein erheblicher Teil der Schiffe der Schwarzmeerflotte der Russischen Föderation verlegt wurde, nachdem diese Flotte faktisch die Möglichkeit verloren hatte, sich ungestraft im ukrainischen Sewastopol aufzuhalten, und das weiterhin der wichtigste Stützpunkt für die Lieferung russischen Erdöls auf die Weltmärkte ist, für die Russen nicht mehr als sicherer Hafen gelten kann. Und es bleibt zu hoffen, dass der Hafen von Noworossijsk in den kommenden Monaten gezwungen sein wird, wenn schon nicht seinen Betrieb einzustellen, so doch zumindest erheblich einzuschränken.
Zugleich muss man jedoch bedenken, dass die ukrainischen Verteidigungskräfte im Fall von Noworossijsk nahezu chirurgische Präzisionsarbeit leisten müssen. Das hängt, so paradox es klingen mag, weniger mit den Russen als vielmehr mit den Amerikanern zusammen. Ausgerechnet heute, als wir von einem weiteren Angriff auf Noworossijsk erfuhren, wurde bekannt, dass die Regierung der Vereinigten Staaten die ukrainische Führung dazu gedrängt hat, keine Angriffe auf jene amerikanischen Interessen durchzuführen, die mit dem Transport kasachischen Erdöls über Noworossijsk verbunden sind, also auf die Tanker, die den Interessen des Kaspischen Pipeline-Konsortiums dienen.
Wir erinnern uns an das jüngste Gespräch des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, mit dem Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Zelensky. Einzelheiten dieses Gesprächs wurden nicht bekannt gegeben; es hieß lediglich, es habe sich um einen weiteren sogenannten guten Dialog des ukrainischen Präsidenten mit einem Vertreter der Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten nach dem jüngsten Treffen zwischen Volodymyr Zelensky und Donald Trump gehandelt.
Doch nun wird deutlich, dass J. D. Vance mit Volodymyr Zelensky keineswegs darüber gesprochen hat, wie die russische Aggression gegen die Ukraine gestoppt und der Ukraine im Kampf gegen den Aggressor geholfen werden kann. Er sprach darüber, wie amerikanische Geschäftsinteressen mithilfe des Transits über das Territorium der Russischen Föderation gesichert werden können.
Bekanntlich sind einige amerikanische Unternehmen Investoren des Kaspischen Pipeline-Konsortiums. Und als sich herausstellte, dass ihre Interessen infolge ukrainischer Angriffe auf Tanker im Schwarzen Meer gefährdet sein könnten, wandten sich die Führungskräfte dieser Unternehmen, die persönliche Beziehungen zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, unterhalten, mit der Bitte an das Weiße Haus, ihre Interessen zu schützen, die für diese Menschen und ihre Lobbyisten in der Regierung natürlich weitaus wichtiger sind als das Leben und die Sicherheit ukrainischer Bürger und die Lage im russisch-ukrainischen Krieg.
Und wie wir sehen, wurde diese Lobbykampagne auf einem derart hohen Niveau betrieben, dass sogar der Vizepräsident der Vereinigten Staaten als Lobbyist für die Interessen dieser amerikanischen Energieunternehmen auftrat, anstatt deren Führungskräften vorzuschlagen, auf Interessen zu verzichten, die auf diese Weise dem Aggressorstaat dabei helfen, sein Erdöl über das Schwarze Meer zu transportieren. Denn wir verstehen sehr gut, dass unter dem Deckmantel der Interessen des Kaspischen Pipeline-Konsortiums weiterhin auch russisches Erdöl geliefert wird und die Russische Föderation zugleich destabilisierende Aktivitäten im Schwarzen Meer betreibt.
Doch die derzeitige amerikanische Regierung denkt, wie wir wissen, in erster Linie in finanziellen Interessen und nicht in den Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten, wovon wir uns seit dem Einzug von Donald Trump und J. D. Vance ins Weiße Haus wiederholt überzeugen konnten. Und wie nun aus Einzelheiten dieses Gesprächs zwischen dem Präsidenten der Ukraine und dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten berichtet wird, hat man sich in Kyiv mit den Forderungen der Amerikaner einverstanden erklärt, weil man die Beziehungen zu Washington nicht belasten will und darauf hofft, dass die amerikanische Regierung letztlich doch eine Lizenz für die Produktion von Patriot-Raketen erteilen wird und dass die Ukraine vor der Wintersaison zumindest eine gewisse Anzahl von Flugabwehrraketen erwerben kann, um der russischen Aggression entgegenzutreten.
Obwohl ich, offen gesagt, nicht recht verstehe, worauf solche Hoffnungen angesichts des offensichtlichen Mangels an Luftverteidigungssystemen in den Vereinigten Staaten selbst und der Befürchtungen von Präsident Donald Trump beruhen, dass die Vereinigten Staaten im Falle einer weiteren Runde der Auseinandersetzung mit Iran schlicht schutzlos dastehen könnten – nicht nur gegenüber iranischen Angriffen, sondern auch gegenüber potenziellen Angriffen anderer Gegner in der Welt.
Aber natürlich kann man in einer Situation, in der der amerikanische Präsident auf keinen Fall Krieg mit Iran führen will und zugleich nicht weiß, wie er einen Ausweg aus der geopolitischen Falle finden soll, in die er aufgrund seiner eigenen Kurzsichtigkeit und Inkompetenz geraten ist, darauf hoffen, dass es gelingt, ihn dazu zu bewegen, der Ukraine zumindest eine gewisse Anzahl von Patriot-Raketen zur Verfügung zu stellen.
Zugleich schaffen all diese Hoffnungen und Versprechen eine ganz besondere Atmosphäre rund um den Hafen von Noworossijsk. Einerseits ist offensichtlich, dass der Hafen außer Betrieb gesetzt werden muss. Der russische Handel im Schwarzen Meer muss unterbunden werden. Die Tätigkeit der Schwarzmeerflotte der Russischen Föderation muss unterbunden werden. Noworossijsk muss so zum Stillstand gebracht werden, wie die Russen Odesa zum Stillstand gebracht haben.
Andererseits müssen die Lobbyinteressen amerikanischer Milliardäre berücksichtigt werden, die unbestreitbaren Einfluss auf Präsident Donald Trump haben und deren Interessen dem amerikanischen Präsidenten weitaus näher stehen als das Interesse an einem Sieg der Ukraine im russisch-ukrainischen Krieg und sogar als die Interessen der potenziellen Sicherheit seines eigenen Staates, der sich in einer offensichtlichen Konfrontation mit autoritären Regimen befindet. Nur will Donald Trump dies angesichts seiner offen bekundeten Sympathien für den Präsidenten der Russischen Föderation Putin und den Staatschef der Volksrepublik China Xi Jinping partout nicht wahrhaben. Und deshalb ist jeder ukrainische Angriff auf Noworossijsk, wie ich bereits bei der Erläuterung all dieser Umstände betont habe, echte Präzisionsarbeit.
Es bleibt nur zu hoffen, dass die Russen früher oder später selbst gezwungen sein werden, den Betrieb des Hafens von Noworossijsk einzustellen. Und damit würde auch der Betrieb des Kaspischen Pipeline-Konsortiums zum Erliegen kommen, zumindest auf seiner russischen Route.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Удар по Новоросійську | Віталій Портников. 12.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 12.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.