Die ukrainischen Streitkräfte haben die Region Dnipropetrowsk befreit | Vitaly Portnikov. 15.08.2026.

Die Verteidigungskräfte der Ukraine haben einen Teil der Region Dnipropetrowsk befreit, in dem sich die Truppen der Besatzer befanden. Tatsächlich ist dies ein sehr wichtiges Ereignis, nicht nur im Hinblick auf das, was im Krieg geschieht, sondern auch aus politischer Sicht.

Denn was bedeutet für den Feind ein Teil des Territoriums irgendeiner Region der Ukraine? Es ist nicht nur die Möglichkeit, seine Positionen für die Besetzung der bereits formell annektierten ukrainischen Regionen zu verbessern. Es ist auch die Vorbereitung einer neuen Annexion.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass, als sich die Verteidigungskräfte der Ukraine auf die Befreiung der Region Charkiw vorbereiteten, auf dem besetzten Gebiet dieser ukrainischen Region, im sogenannten provisorischen Verwaltungszentrum Kupjansk, bereits die Durchführung eines Referendums vorbereitet wurde, um die Region Charkiw zu einem unabhängigen Staat zu erklären, so wie es später mit den Regionen Saporischschja und Cherson geschah, mit dem gleichzeitigen Beitritt der Region Charkiw als unabhängiger Staat zur Russischen Föderation.

Die Russen brauchen das, weil ihre eigene Verfassung und Gesetzgebung den Anschluss von Territorien anderer Staaten an Russland kategorisch verbieten. Deshalb greift Putin ständig zu offenkundigen Lügen, erklärt ukrainische Gebiete zu unabhängigen Staaten, und anschließend treten diese unabhängigen Staaten der Russischen Föderation bei, allerdings ohne jedes Recht auf einen Austritt, denn selbst Gespräche über eine Abtrennung von Föderationssubjekten von der Russischen Föderation werden in Russland strafrechtlich verfolgt.

Und natürlich wollten die Russen genau diesen Trick auch in der Region Charkiw anwenden. Die Operation der ukrainischen Streitkräfte hat ihnen diese Möglichkeit genommen. Aber die Kämpfe um Kupjansk dauern bis heute an, weil Putin seinen Wunsch nicht aufgegeben hat, die Region Charkiw zu einer Region der Russischen Föderation zu erklären.

Und als die Russen in die Region Dnipropetrowsk eindrangen, war auch dies Teil der Vorbereitung eines solchen Referendums mit anschließender Annexion der Region Dnipropetrowsk und der Aufnahme in die russische Verfassung, dass die Region Dnipropetrowsk ein Subjekt der Russischen Föderation sei.

Wozu, wenn es doch nur um ein geringfügiges Gebiet einer ukrainischen Region geht? Dazu, um so vorzugehen, wie es beispielsweise mit den Regionen Donezk und Luhansk gemacht wurde: Putin erklärte diese Gebiete zu sogenannten Volksrepubliken, gliederte sie in die Russische Föderation ein und verlangt nun von Kyiv, dass die ukrainischen Truppen den nicht von Russland kontrollierten Teil der Regionen Donezk und Luhansk verlassen.

Einfach, um Verhandlungen über einen möglichen Waffenstillstand in dem seit vielen Jahren andauernden Krieg zu führen. Wie wir verstehen, würde, wenn irgendein Referendum in der Region Dnipropetrowsk stattfindet, auch die Region Dnipropetrowsk zu einem solchen Bestandteil der Forderungen des Kremls werden.

Ganz zu schweigen davon, dass selbst dann, wenn Kyiv dem Abzug seiner Truppen aus jenen Gebieten, die Russland formell annektiert hat, nicht zustimmt und ein Waffenstillstand ausgerufen wird, dies noch lange keinen Schlusspunkt unter den Krieg setzt. Es bedeutet, dass der Krieg vorübergehend eingefroren ist, die Russische Föderation jedoch weiterhin die Gebiete jener Regionen, die sie annektiert hat, als vorübergehend von der Ukraine besetzt betrachtet und erklärt, dass sie bereit ist, Anstrengungen zu unternehmen, um diese Gebiete unter russische Kontrolle zu bringen.

Genau auf diese Weise wurde übrigens während der Verhandlungen amerikanischer Vermittler mit Putin vorgeschlagen, einen Waffenstillstand im russisch-ukrainischen Krieg auszurufen. Es war auch eine amerikanische Idee, dass die ukrainischen Truppen die Gebiete der Regionen Donezk und Luhansk verlassen könnten, während der Konflikt in den Regionen Saporischschja und Cherson für eingefroren erklärt würde. Dabei würden jedoch weder die Ukraine noch Russland die Idee aufgeben, im ukrainischen Fall die Kontrolle über jene Gebiete wiederherzustellen beziehungsweise im russischen Fall jene Gebiete zu erobern, in denen sich ihre Truppen nicht befinden.

Und auf diese Weise wird der Krieg, selbst wenn man sich irgendwelche Vereinbarungen über einen Waffenstillstand vorstellt, ausschließlich als aufgeschobenes Ereignis wahrgenommen und kann von der Russischen Föderation als wichtiges Instrument zur Einflussnahme auf die Ukraine und die Ukrainer eingesetzt werden, beispielsweise bei beliebigen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in unserem Land.

So wie es beispielsweise in Georgien geschieht, wo alle sehr gut verstehen, dass nach der Anerkennung Abchasiens und Südossetiens als unabhängige Staaten durch Russland selbst jeder Gedanke in Tiflis an die Wiederherstellung der territorialen Integrität ein Schritt in Richtung eines aufgeschobenen Krieges ist. Und deshalb braucht es eine Führung, die garantiert, dass zumindest von georgischer Seite niemals Anstrengungen zur Wiederherstellung der territorialen Integrität des Landes unternommen werden. Von russischer Seite hingegen kann alles Mögliche geschehen.

Ja, bei uns ist die Situation noch komplizierter, weil Russland während des letzten Krieges mit Georgien seine Kontrolle über Abchasien und Südossetien innerhalb der administrativen Grenzen dieser Regionen errichtete. Im ukrainischen Fall hingegen gelingt es Russland nicht, die Kontrolle über die Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja innerhalb ihrer administrativen Grenzen zu erlangen.

Und die Russen wollen im Gegenteil auch noch Gebiete der Regionen Charkiw und Dnipropetrowsk hinzufügen. Das ist die berühmte Salamitaktik, mit der Putin versucht, die Misserfolge seiner Streitkräfte in der ersten Phase des jahrelangen, endlosen russisch-ukrainischen Krieges, die Misserfolge des Blitzkriegs, zu kaschieren.

Deshalb bedeutet es jedes Mal, wenn die Verteidigungskräfte der Ukraine den Feind auch nur aus einem kleinen Gebiet irgendeiner ukrainischen Region vertreiben, in dem dieser Feind bis dahin geherrscht hat, dass sie die Bewohner dieser Region, alle Bewohner der Regionen Dnipropetrowsk oder Charkiw, vor der Gefahr bewahren, dass die Russische Föderation die Annexion verkündet, diese Region zu einem Teil der Russischen Föderation erklärt und diese Region zum Gegenstand dauerhafter politischer Ansprüche nicht nur Putins, sondern, wie wir verstehen, auch von Putins Nachfolgern wird. Denn auch seine Nachfolger können sich an den Wortlaut der Verfassung der Russischen Föderation halten, die im Grunde ein Dokument des Raubes fremder Gebiete ist und keineswegs ein Dokument, das auch nur irgendwie mit dem modernen Völkerrecht verbunden wäre.

Deshalb möchte ich uns allen dazu gratulieren, dass die Region Dnipropetrowsk frei ist vom chauvinistischen, imperialistischen Geist einer der abscheulichsten und widerwärtigsten Armeen der modernen Welt und eines der terroristischsten Staaten auf der politischen Landkarte des 21. Jahrhunderts.

Wo der russische Feind nicht ist, dort scheint die Sonne und die Menschen denken an die Zukunft. Wo er ist, herrscht schwarze Finsternis und die Vorbereitung immer neuer Verbrechen, mit denen allein die terroristische Föderation ihre staatliche Macht unter Beweis stellen kann.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: ЗСУ звільнили Дніпропетровщину | Віталій Портников. 15.08.2026.
Autor/Kanal: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 15.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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