Zelenskys Flugzeug unter Beschuss | Vitaly Portnikov. 09.09.2026.

Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre teilte mit, dass das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky beim Abflug vom Flughafen in der Republik Moldau beinahe mit einer Drohne zusammengestoßen wäre, die möglicherweise gezielt auf das Flugzeug der ukrainischen Delegation angesetzt worden war, die zur Beerdigung des norwegischen Monarchen unterwegs war.

Der norwegische Ministerpräsident gab keine weiteren Erklärungen zu diesem Vorfall ab. Er sagte nicht, ob es dazu Kommentare aus Kyiv gegeben habe und ob dieser Vorfall ein vorsätzlicher Versuch gewesen sei, den Präsidenten der Ukraine und andere hochrangige Vertreter des Landes zu töten, oder ob es sich lediglich um einen Zufall gehandelt habe, der mit dem Auftauchen von Drohnen im Luftraum der Republik Moldau zusammenhing.

Aber geben Sie zu: Das ist ein ziemlich merkwürdiger Zufall. Die Russische Föderation intensiviert ihre Angriffe auf den Süden der Ukraine genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten vom Flughafen der moldauischen Hauptstadt abfliegen soll. Dabei gelangt ein Teil der Drohnen, die formal auf ukrainisches Gebiet gerichtet sind, ausgerechnet in den Luftraum der Republik Moldau. Nicht zum ersten Mal, aber diesmal genau dann, als das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten in die norwegische Hauptstadt fliegen soll.

Dabei sollte man daran erinnern, dass die mögliche Teilnahme des Präsidenten der Ukraine an der Trauerfeier für König Harald im Voraus bekannt war. Das ist gerade eine jener Veranstaltungen, die nicht unangekündigt bleiben können, denn die Beerdigung des Königs brachte eine große Zahl ausländischer Vertreter aus ganz Europa und aus der ganzen Welt zusammen. Und wer die jeweilige Delegation anführen wird, wird gemäß dem Protokoll mitgeteilt.

Und noch ein wichtiger Punkt, auf den ich aufmerksam machen möchte. Während seiner Pressekonferenz in Bischkek nach Abschluss des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit beantwortet Putin die Frage eines Journalisten nach einer möglichen Liquidierung der ukrainischen Führung. Schon die Frage selbst ist kein Zufall. Offensichtlich werden solche Fragen von den Journalisten, die Putins propagandistische Bedürfnisse bedienen, stets mit der Administration des russischen Präsidenten abgestimmt.

Und Putin sagt, die ukrainischen Führungskräfte würden nicht liquidiert, weil Russland Verhandlungspartner brauche, die zu einem Frieden zu russischen Bedingungen bereit seien, also zur Kapitulation der Ukraine mit ihrem anschließenden Verschwinden von der politischen Weltkarte und dem Übergang ukrainischer Gebiete unter die Kontrolle Moskaus.

Wenn Putin sagt, dass etwas nicht geschehen werde, bedeutet das natürlich, dass er zu einer neuen Etappe seines Kampfes gegen die Ukraine übergeht. Und diese Etappe könnte Versuche, die oberste Führung der Ukraine zu töten, ebenso einschließen wie Angriffe auf Verwaltungsgebäude mit dem Ziel, die Führungskräfte der Ukraine und unserer Sicherheitsstrukturen zu töten.

Natürlich hat es solche Angriffe bereits gegeben. Es gab Versuche, die ukrainische Regierung anzugreifen, es gab Versuche, die Sicherheitsministerien anzugreifen. Doch jetzt hat Russland, wie wir am Einschlag einer Drohne im Büro des amtierenden Leiters des Sicherheitsdienstes der Ukraine sehen, zumindest größere Möglichkeiten für symbolische Angriffe, weil es das Zeitfenster nutzt, in dem wir über keine wirksamen Mittel zur Abwehr sowohl ballistischer Raketen als auch strahlgetriebener Drohnen verfügen, die Kyiv und andere Städte und Ortschaften unseres leidgeprüften Landes weiterhin terrorisieren.

Und in dieser Situation fügt sich der Versuch, ein Passagierflugzeug zu zerstören, in dem sich der Präsident der Ukraine befinden könnte, in diese Logik Putins ein. „Zuerst sagen wir, dass wir nicht vorhaben, die oberste Führung der Ukraine zu töten. Dann tauchen aus irgendwelchen Gründen Drohnen im Luftraum der Republik Moldau auf. Und wenn es einer Drohne tatsächlich gelingt, das Flugzeug mit dem ukrainischen Präsidenten und anderen Vertretern der ukrainischen Führung zu zerstören, sprechen wir anschließend von einem Unglücksfall und betonen, dass im Krieg alles Mögliche passieren kann.“

Und die Verantwortung für den Tod des ukrainischen Präsidenten und anderer Führungskräfte unseres Staates würde Moskau übrigens der moldauischen Seite zuschieben. Nach dem Motto: „Da sehen Sie es doch, Moldau hat eine derart ineffektive Luftverteidigung, dass sie nicht einmal am Flughafen von Chișinău mit den Drohnen fertigwerden konnte.“ Oder: „Warum hat die Republik Moldau ihren Luftraum nicht gesperrt, als sich Drohnen darin befanden? Und nun sehen Sie, Menschen sind ums Leben gekommen.“

Das wäre ungefähr derselbe Vorwurf, den Russland gegen die Ukraine erhob, nachdem seine Rakete ein Passagierflugzeug am Himmel über dem Donbas abgeschossen hatte. Angeblich seien nicht die russischen Militärangehörigen und Söldner schuld gewesen, die diesen schrecklichen Anschlag organisiert hatten, sondern die Ukraine, weil sie den Luftraum angesichts eines möglichen Raketentreffers nicht gesperrt hatte.

Obwohl, wie Sie verstehen, weder in Kyiv noch sonst irgendwo auf der Welt jemand überhaupt auf den Gedanken gekommen war, dass die Russische Föderation in einem Konfliktgebiet derart weitreichende Raketen einsetzen könnte, zu einem Zeitpunkt, als überhaupt nicht von Luftkämpfen die Rede war und auch nicht davon, dass die sogenannten Separatisten, bei denen es sich in Wirklichkeit um russische Truppen handelte, über Mittel verfügten, mit denen sie die zivile Luftfahrt oder Flugzeuge treffen konnten, die sich in einem Luftkorridor in einer solchen Höhe befanden.

Aber so, wie Russland seine Verantwortung für den Tod der Passagiere dieses Flugzeugs abstritt, würde es natürlich auch seine Verantwortung für die Ermordung des ukrainischen Präsidenten abstreiten. Es besteht kein Zweifel daran, dass solche Versuche, selbst wenn wir es jetzt mit einem zufälligen Vorfall zu tun haben, auch in Zukunft fortgesetzt werden.

Ich betone seit 2022, dass zu den Instrumenten zur Destabilisierung der Lage in der Ukraine, an denen der Präsident der Russischen Föderation sowie die russischen Sicherheitsstrukturen beteiligt sein könnten, auch die Liquidierung der obersten Führung der Ukraine und die Jagd auf diese Führung gehören können – nicht einmal unbedingt mit dem Ziel, ein konkretes Ergebnis zu erzielen, sondern zum Zweck der Einschüchterung, um das zu senden, was Putin am meisten liebt: Signale nach dem Motto: „Natürlich töten wir euch heute nicht. Aber morgen, wenn ihr kurzsichtig seid und nicht zu den Kompromissen bereit seid, auf die wir hoffen, werden wir euch holen – in Kyiv oder in Chișinău oder in der Hauptstadt irgendeines westlichen Staates, in dem wir über ein ziemlich ernstzunehmendes Agentennetz verfügen.“

Ich weiß also nicht, ob diese Drohne in der Nähe von Volodymyr Zelenskys Flugzeug Zufall war. Aber die Tötung der obersten ukrainischen Führung wäre ganz sicher kein Zufall, sondern eine weitere Seite in diesem langen und vonseiten des russischen Präsidenten und seines Umfelds grausam geführten Krieg.


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Titel des Originals: Літак Зеленського під обстрілом | Віталій Портников. 09.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 09.09.2026.
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Merz droht der Rücktritt | Vitaly Portnikov. 09.09.2026.

Der überwältigende Sieg der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte zum Anfang vom Ende der politischen Karriere von Bundeskanzler Friedrich Merz werden.

Ja, bislang spricht man in der Führung der CDU nicht über eine Ablösung des Parteivorsitzenden. Aber was derzeit in Deutschland geschieht, ist schließlich erst der Anfang der Veränderungen. Noch steht eine weitere Landtagswahl im Osten bevor, in Mecklenburg-Vorpommern.

Ja, dort wird die Alternative für Deutschland möglicherweise keinen derart überwältigenden Erfolg erzielen und nicht so eindeutig Anspruch darauf erheben können, die Landesregierung zu bilden. Aber auch in Mecklenburg-Vorpommern könnte die Christlich Demokratische Union eine Niederlage erleiden.

Und danach folgen die Wahlen in Berlin. Dort werden sowohl die Christdemokraten als auch ihre Koalitionspartner, die Sozialdemokraten, Probleme bekommen. Beide einstigen Volksparteien könnten im Kampf gegen die Linksradikalen eine Niederlage erleiden.

Und was ist übrigens überhaupt eine Volkspartei? Wenn damit eine Partei gemeint ist, die dauerhaft Anspruch darauf erheben kann, die Regierung zu bilden und von einer großen Zahl von Wählern unterstützt zu werden, dann muss man anerkennen, dass die Volkspartei in Sachsen-Anhalt ausgerechnet die Alternative für Deutschland ist. Wann hat eine politische Partei bei einer Landtagswahl, ja selbst bei einer Bundestagswahl, zuletzt rund 40 Prozent der Wählerstimmen erhalten? Und Friedrich Merz könnte gerade als derjenige in die deutsche Geschichte eingehen, unter dem die Christlich Demokratische Union begann, ihre Stellung als Volkspartei an die Rechtspopulisten zu verlieren.

Außerdem ist die Geschichte in Sachsen-Anhalt noch nicht zu Ende. Da die Alternative für Deutschland dort keine stabile Mehrheit hat und die Partei nach Verbündeten für die Regierungsbildung suchen muss, könnte jeder weitere Schritt für die CDU zum Verlustgeschäft werden. 

Es wäre eine Katastrophe, wenn ein Teil der Abgeordneten der Christlich Demokratischen Union bei einer geheimen Abstimmung den Kandidaten der Alternative für Deutschland für das Amt des Ministerpräsidenten unterstützen würde. Es wäre eine Katastrophe, wenn es zu einer solchen Unterstützung nicht käme und Neuwahlen zum Landtag notwendig würden, bei denen verärgerte Wähler alles dafür tun könnten, dass die Alternative eine eigene Mehrheit im Landtag erhält und eine Regierung bilden kann, ohne auf die Haltung der Abgeordneten anderer Parteien Rücksicht nehmen zu müssen. Und jeder derartige Schritt droht zu weiterer Destabilisierung und weiterem Misstrauen zu führen.

Man kann natürlich sagen, dass Friedrich Merz einfach mit objektiven Schwierigkeiten konfrontiert ist. Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der Welt, die vor dem Hintergrund der Folgen der Coronavirus-Pandemie und des russischen Krieges gegen die Ukraine deutlich zu spüren ist, und vor allem in jüngster Zeit für die europäische Wirtschaft der Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran mit steigenden Ölpreisen; dazu die demografischen Probleme Deutschlands, die von Jahr zu Jahr ihrerseits zu einer ernsthaften Herausforderung werden – sowohl im Hinblick auf die Notwendigkeit neuer Einwohner als auch auf die Verärgerung der alteingesessenen Bevölkerung über die Migrationswellen.

Doch ähnliche Prozesse gab es auch, als Angela Merkel Bundeskanzlerin war. Man muss anerkennen, dass die persönliche Autorität der Kanzlerin, gegen die man, wie wir verstehen, heute viele politische Einwände vorbringen kann, Deutschland vor einer derart offensichtlichen Destabilisierung und einem Triumph der Rechtspopulisten bewahrte. Darüber hinaus gelang es Merkel, die wichtigsten Gegenspieler Berlins, den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin und den Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, auf Abstand zu halten.

Jetzt dagegen herrscht sowohl in Moskau als auch in Washington geradezu Schadenfreude über den Sieg der Alternative. Moskau hat zu diesem Sieg einen unschätzbaren Beitrag geleistet. Und die führenden Politiker der Alternative für Deutschland verbergen bereits nicht mehr, dass sie, falls es ihnen irgendwann gelingen sollte, im Land an die Macht zu kommen, als Erstes die Sanktionen gegen Russland aufheben, der Ukraine die Unterstützung verweigern und wieder billiges russisches Gas kaufen würden. Der Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Tino Chrupalla, der mehrfach in der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin gesehen wurde, spricht darüber bereits ganz unverblümt.

Donald Trump wiederum veröffentlichte einen Tweet, in dem der Sieg der Alternative als natürlicher Protest der Deutschen gegen die Migrationspolitik der amtierenden Regierung bezeichnet wurde.

Und hier muss man anerkennen, dass Friedrich Merz, der bekanntlich seinerzeit die politische Auseinandersetzung mit Angela Merkel verlor und sich für die gesamte Dauer ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin aus der Politik zurückzog, schlicht das persönliche Charisma und die Fähigkeit fehlen, einen diplomatischen Umgang mit der Gesellschaft zu finden, um diese Gesellschaft davon abzuhalten, stark nach rechts und stark nach links abzudriften. Was als Schwächen Angela Merkels und als ihre Unentschlossenheit erscheinen konnte, bewahrte Deutschland faktisch davor, über den Rand des politischen Abgrunds zu stürzen. Heute fällt das Land zwar vielleicht noch nicht in diesen Abgrund, steht aber zumindest bereits am Rand neuer ernster Probleme und Prüfungen.

Und in dieser Situation könnten die Christdemokraten natürlich darüber nachdenken, nach jemandem zu suchen, der Merkel stärker ähnelt als Merz. Obwohl klar ist, dass für die Lösung grundlegender außenpolitischer Probleme Deutschlands – etwa für die Fortsetzung der Unterstützung der Ukraine und eine entschlossenere Konfrontation mit Russland – kein Mensch gebraucht wird, der versucht, sich auf dem Feld der großen Politik irgendwie zwischen den Regentropfen hindurchzuschlängeln, sondern ein entschlossener Kämpfer, der sämtliche Risiken der gegenwärtigen Entwicklungen versteht.

Nur scheint der deutsche Wähler nicht besonders daran interessiert zu sein, dass ein solcher entschlossener Kämpfer an der Spitze des Landes steht, und bevorzugt noch immer das Bild einer gütigen Mutter, die ihn in einer schwierigen Zeit weltweiter Veränderungen in den Schlaf wiegt, gegenüber dem Bild eines starken politischen Führers, der keine Kompromisse sucht und den Menschen die Wahrheit darüber sagt, was mit dem Land geschieht. Und wahrscheinlich stärkt auch eine solche Wahrheit die Positionen der Rechtspopulisten.

Ich hatte mir die Frage gestellt, wie sich die Entscheidung der Bundesregierung, Russland eine Beteiligung am Angriff auf den Flughafen Leipzig vorzuwerfen, sowie die Maßnahmen, die auf diese Erklärung folgten – nicht die entschlossensten, aber doch hinreichend symbolische –, auf das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auswirken würden. Aber jetzt wissen wir, wie sich diese Entscheidung auf die Sachsen ausgewirkt hat.


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Titel des Originals: Мерцу угрожает отставка | Виталий
Портников. 09.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 09.09.2026.
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Rubio verspricht Verhandlungen | Vitaly Portnikov. 09.09.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio hat versprochen, in Kürze die Voraussetzungen für neue Verhandlungsrunden zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu schaffen.

Der Chef des US-Außenministeriums bewertete die jüngsten Gespräche positiv, die die Vertreter von Präsident Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, in der russischen und der ukrainischen Hauptstadt geführt hatten, und betonte, diese Gespräche hätten reale Möglichkeiten dafür geschaffen, dass sich die Seiten bei künftigen Treffen auf eine Beendigung des Krieges zu Bedingungen einigen könnten, die alle zufriedenstellen würden.

Zugleich warnte der Außenminister der Vereinigten Staaten, dass zwischen Moskau und Kyiv weiterhin ernsthafte Meinungsverschiedenheiten bestünden, die bislang nicht überwunden werden konnten und die man nicht ignorieren könne. Es könnte also sein, dass die optimistischen Prognosen des Außenministers, wie schon mehr als einmal zuvor, auf die unerbittliche Realität treffen werden, dass die russische Führung nicht bereit ist, irgendwelche wirklichen Verhandlungen unter Vermittlung der Vereinigten Staaten fortzusetzen.

Der Kreml versucht allerdings gerade, einen Streit mit Donald Trump zu vermeiden. Nachdem der amerikanische Präsident mit seinem russischen Amtskollegen gesprochen hat – ich möchte übrigens daran erinnern, dass auch noch ein Gespräch Trumps mit dem Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelensky stattfinden soll –, betonte der Berater des Präsidenten der Russischen Föderation Juri Uschakow, das Hauptthema des Gesprächs zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten sei die Wiederaufnahme der amerikanisch-russischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Falle einer Lösung der Frage nach der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gewesen.

Wie man erkennen kann, ist genau das Trumps wichtigster Trumpf bei seinen Gesprächen mit Putin, mit dessen Hilfe er den russischen Präsidenten davon zu überzeugen hofft, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Doch so merkwürdig es auch klingen mag: Trump verfügt heute gerade im Hinblick auf die wirtschaftlichen Interessen des Kreml über mehr Möglichkeiten, auf Putin einzuwirken, als noch vor einigen Monaten. Und das ist kein großes Verdienst des amerikanischen Präsidenten selbst. Es ist ein Verdienst der Streitkräfte der Ukraine.

Denn je mehr für Russland wichtige Wirtschaftsobjekte die ukrainischen Soldaten zerstören, je häufiger die Erdölraffinerien der Russischen Föderation brennen und je weniger Möglichkeiten Russland hat, Öl aus seinen Häfen zu exportieren, desto größer wird das Interesse des russischen Präsidenten an einer Aufhebung der Sanktionen gegen die Russische Föderation und an einer Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten.

Bis vor Kurzem war man in Moskau der Ansicht, alle mit den westlichen Sanktionen verbundenen Probleme gelöst zu haben und dass sich die Beendigung der Zusammenarbeit sowohl mit den Vereinigten Staaten als auch mit der Europäischen Union in keiner Weise auf die russische Wirtschaft auswirken werde, die Putin auf den Globalen Süden, auf China und Indien, umorientieren wollte. Doch nun zeigt sich, dass die Möglichkeiten, die Verluste durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Peking und Neu-Delhi auszugleichen, immer geringer werden. Zum einen deshalb, weil die Sanktionen gegen russisches Öl eben doch wirken und selbst Indien weniger davon kauft als noch vor einigen Jahren. Zum anderen deshalb, weil Russland inzwischen Probleme mit seiner Erdölverarbeitungsindustrie und mit dem Verkauf von Öl hat.

Jeder weitere Tag mit Angriffen auf die Erdölverarbeitung, jeder weitere Tag, an dem russische Ölhäfen zerstört werden, jeder weitere Tag, an dem die Europäer Jagd auf russische Tanker machen, die Öl transportieren, wird zusätzliche Probleme für die russische Wirtschaft schaffen. Und auf diese Weise wird Putin gezwungen sein, den Vorschlägen Donald Trumps ernsthafter Gehör zu schenken.

Das einzige Problem bei all dem ist die Frage, wann der Präsident der Russischen Föderation tatsächlich realistische Gespräche über die Beendigung des Krieges aufnehmen möchte. Dazu gibt es, wie wir wissen, zahlreiche widersprüchliche Informationen. Quellen aus dem Kreml betonen, Putin hoffe weiterhin darauf, dass es ihm gelingen werde, die gesamte Oblast Donezk zu erobern, und halte es zumindest für notwendig abzuwarten, wie die Ukraine den Winter 2026/2027 bewältigen wird.

Natürlich ist für Putin die Kapitulation unseres Staates und sein anschließendes Verschwinden von der politischen Weltkarte wichtiger als die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten. Und der russische Präsident kann schlicht davon ausgehen, dass die Amerikaner im Falle dieser Kapitulation ihre Beziehungen zu Moskau ohnehin wieder aufnehmen werden. Und deshalb besteht für ihn vorerst kein Grund zur Eile.

Die Amerikaner dagegen haben es eilig. Sowohl die Reise von Steve Witkoff und Jared Kushner in die russische und die ukrainische Hauptstadt als auch die Erklärungen des Außenministers der Vereinigten Staaten Marco Rubio über eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen sowie die Tatsache, dass Steve Witkoff seinen europäischen Gesprächspartnern versprochen hat, Moskau werde sich nach den sogenannten Wahlen zur Staatsduma der Russischen Föderation, die bereits in den kommenden Wochen stattfinden werden, intensiver an den Verhandlungen beteiligen – all das zeigt, dass die Administration zumindest irgendein positives Ergebnis im Zusammenhang mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges vor den Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten erzielen möchte, die für Trump buchstäblich eine Frage des politischen Überlebens sind.

Und natürlich würde der amerikanische Präsident den Amerikanern vor diesen Wahlen gerne konkrete Erfolge zumindest auf außenpolitischem Gebiet präsentieren. Erfolge im Zusammenhang mit der Möglichkeit, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, mit der Beendigung der Krise im Nahen Osten und mit der Möglichkeit, die Kraftstoffpreise an den amerikanischen Tankstellen zu senken.

All diese Dinge hängen miteinander zusammen. Denn wenn es gelingt, das Feuer an der russisch-ukrainischen Front einzustellen oder zumindest eine Waffenruhe im Energiebereich zu vereinbaren, würde das automatisch bedeuten, dass die Ukraine die russische Erdölverarbeitungsindustrie und die Häfen der Russischen Föderation nicht mehr angreifen würde und Russland mehr Öl an die Länder des Globalen Südens verkaufen könnte. Für die Russen bleibt das in der nächsten Zukunft tatsächlich eine ziemlich wichtige Frage.

Wie dem auch sei: Die Worte des Außenministers der Vereinigten Staaten, wonach es Möglichkeiten gibt, den Verhandlungsprozess selbst wieder aufzunehmen, werden schon bald auf die Probe gestellt werden. Und möglicherweise werden der amerikanische und der ukrainische Präsident, die sich ebenfalls bereits in den kommenden Wochen in den Vereinigten Staaten treffen könnten, vielleicht am Rande der Generalversammlung, genau darüber sprechen.


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Titel des Originals: Рубіо обіцяє перемовини | Віталій Портников. 09.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 09.09.2026.
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Zwei Kriege. Lina Kostenko

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Es gab sie schon,  blutüberströmte Überfälle,
die Erde bebte unter ihnen schwer.
Damals vom Westen, aus dem Reich die Welle,
nun aus dem Osten, aus dem Kreml her.

Auf den Panzern stehen lateinische Buchstaben.
Ein Dorf verkohlt dahinten liegt.
Das habe ich als Kind so oft erfahren.
Und eine Kindheit hatte ich nicht.

Erinnerung ist nicht geheilt zu kriegen,
sie wird mir lebenslang nicht Ruhe geben.
Ein Leben zwischen Todesfallen zweier Kriege.
Zwei Kriege. Und doch nur ein einzig Leben.

04.03.2024.


Вони були вже, ці криваві рейди,
од них уже здригалася земля.
Але тоді - із заходу, із рейху,
тепер зі сходу, це вже із кремля.

На танках літери латинські.
Лежить обвуглене село.
Я це вже бачила в дитинстві.
Дитинства в мене не було.

І досі пам’ять не загоєна,
довіку вже не промине.
Життя між пастками двох воєн.
Двох воєн. А життя одне.

04.03.2024


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Autor: Lina Kostenko
Veröffentlichung: 04.03.2024.
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Der Generalstaatsanwalt ist zurückgetreten | Vitaly Portnikov. 08.09.2026.

Der Generalstaatsanwalt der Ukraine, Ruslan Krawtschenko, hat seinen Rücktritt angekündigt. Der Leiter der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine selbst bezeichnet dies als politische Entscheidung. Es ist jedoch offensichtlich, dass sie infolge einer großen Antikorruptionsoperation des NABU und der SAP getroffen wurde – einer Operation mit dem Namen „Karthago“, die gezeigt hat, dass innerhalb der Generalstaatsanwaltschaft eine kriminelle Organisation existierte, die offenbar illegale Callcenter unter ihren Schutz stellte.

Ob der Generalstaatsanwalt selbst unmittelbar an dieser organisierten Gruppe beteiligt war, wird sich im Zuge der weiteren Ermittlungen zeigen. Doch bereits jetzt ist bekannt, dass Durchsuchungen in Räumlichkeiten stattfanden, die der inzwischen ehemalige Generalstaatsanwalt nutzte, wie die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine selbst eingeräumt hat. Die Medien wiederum betonten, dass die Durchsuchungen unmittelbar in Krawtschenkos Büro stattfanden, woraufhin er faktisch aus der Öffentlichkeit verschwand. Und die Journalisten mussten mehrere Tage lang nach ihm suchen.

Heute erschien der Generalstaatsanwalt wieder und betonte, dass er nicht zurücktreten werde. Doch seine Haltung änderte sich nach einem Treffen mit dem Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelensky und dem Vorsitzenden der Parlamentsfraktion der Partei „Diener des Volkes“, Dawyd Arachamija.

Für den Präsidenten und die Parlamentsmehrheit ist es ein schwerer Reputationsschaden, wenn das Amt des Generalstaatsanwalts von einem Menschen bekleidet wird, der möglicherweise in derart massive Korruptionsvergehen, faktisch in die Existenz einer Mafia im Land, verwickelt ist. Das kompromittiert die Staatsführung nicht nur gegenüber der Gesellschaft, die sich, wie es scheint, bereits an den korrupten Charakter der Vorgänge an der Staatsspitze gewöhnt hat, sondern auch gegenüber den ausländischen Geldgebern, die natürlich verstehen möchten, wie die ukrainische Staatsführung mit dem Geld westlicher Steuerzahler umgeht.

Und möglicherweise ist es kein Zufall, dass der Rücktritt des Generalstaatsanwalts kurz nach dem Besuch der Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten in der ukrainischen Hauptstadt erfolgte. Denn das Bild eines korrupten Staates, dem man nicht helfen sollte, gehört zu den bevorzugten Motiven im politischen Vokabular Donald Trumps. Und immer stellt sich die Frage, ob man dem amerikanischen Präsidenten dabei helfen sollte, Belege zur Untermauerung dieses Bildes zu finden.

Die Tatsache, dass Krawtschenko mehrere Tage, nachdem die sensationellen Ermittlungen des NABU bekannt geworden waren, nicht einmal daran dachte, schnell zurückzutreten, charakterisiert den inzwischen ehemaligen Generalstaatsanwalt nicht weniger deutlich als die Antikorruptionsermittlungen selbst. Krawtschenko empfand keine Verantwortung für die Situation, in die die Generalstaatsanwaltschaft infolge seiner eigenen Tätigkeit, infolge seiner Personalentscheidungen und seiner möglichen Beteiligung an korrupten Machenschaften geraten war, und suchte nach Möglichkeiten, einen Posten zu behalten, der wohl kaum seiner beruflichen Kompetenz und, was noch wichtiger ist, seiner Integrität entsprach.

Übrigens, was die Integrität betrifft. Wie bekannt ist, bewarb sich Krawtschenko um den Posten des Leiters eben jenes Nationalen Antikorruptionsbüros, das seiner rasanten Karriere nun offenbar ein Ende gesetzt hat, und scheiterte ausgerechnet an der Integritätsprüfung. In jedem zivilisierten Staat, in dem Entscheidungen nicht von einer einzigen Person, sondern von funktionierenden Institutionen getroffen werden, wäre die politische und administrative Karriere eines solchen Menschen zumindest für einige Jahre unterbrochen worden – bis seine Integrität durch weitere Arbeit bestätigt worden wäre, und zwar nicht auf den höchsten Posten eines Staates, der in einem brutalen Krieg um seine Existenz kämpft. Aber das gilt natürlich nicht für die Ukraine.

Personalentscheidungen werden im ukrainischen Machtsystem seit 2019 ausschließlich nach dem Prinzip der Loyalität gegenüber der ersten Person im Staat getroffen, ohne jede wirkliche Beteiligung des Parlaments und der Regierung unseres Landes. Und natürlich ohne der Öffentlichkeit auch nur irgendwie zu erklären, aus welchem Grund diese oder jene unbekannte Person plötzlich an die Spitze von Institutionen gelangt, von deren Funktionsfähigkeit die Existenz des ukrainischen Staates selbst und seine Effektivität abhängen.

Die Generalstaatsanwaltschaft gehört zweifellos zu diesen Institutionen und müsste für einen wirklichen Kampf gegen die Kriminalität eingesetzt werden – und nicht dafür, Sanktionen gegen diejenigen zu bestätigen, die der amtierende Präsident weiterhin für seine politischen Gegner hält, oder kriminelle Callcenter unter ihren Schutz zu stellen, die bereits zu einem der auffälligsten Merkmale der geschäftlichen Aktivitäten ukrainischer Beamter und Geschäftsleute in aller Welt geworden sind.

Das ist die traurige Reputation eines Staates, der die europäische Integration anstrebt, sich aber in ein typisches Land des Globalen Südens verwandelt – mit Vetternwirtschaft, Loyalität gegenüber der Staatsführung, kriminellen Machenschaften innerhalb der Strafverfolgungsbehörden und so weiter.

Und nun überlegen Sie selbst: Was wäre geschehen, wenn der Staatsführung das Manöver gelungen wäre, die Antikorruptionsinstitutionen der vertikalen Kontrolle der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine zu unterstellen, und Krawtschenko zu dem Mann geworden wäre, der die gesamte Antikorruptionsstruktur aus NABU und der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft beaufsichtigt hätte? Hätten wir dann von den Missständen innerhalb der Generalstaatsanwaltschaft erfahren? Wäre der Generalstaatsanwalt selbst zurückgetreten, der sich, wie wir sehen, buchstäblich bis zur letzten Minute dagegen wehrte und nicht einmal seine Verantwortung für die gesamte Katastrophe begriff – sowohl für die desaströsen Folgen für das Ansehen als auch für die rechtlichen Folgen –, zu der seine Tätigkeit geführt hatte?

Nein, natürlich wäre all das nicht geschehen. Die Staatsanwaltschaft hätte im NABU ihre eigenen Regeln durchgesetzt, und kein Ermittler hätte ihre Mitarbeiter daran gehindert, unmittelbar im Büro des Generalstaatsanwalts eine organisierte kriminelle Vereinigung aufzubauen und weiterzuentwickeln. Wenn schon stehlen, dann Millionen, und wenn schon intime Beziehungen, dann mit Personen königlichen Geblüts – um die Träume und Wünsche zufälliger anonymer Gestalten zu zitieren, die aus niemandem bekannten – ach, was sage ich, aus allen wohlbekannten – Gründen an hohe Posten gelangt sind.

Und die staatlichen Institutionen sind überfüllt mit solchen anonymen Gestalten ohne Fähigkeiten, ohne Integrität, ohne Verantwortungsbewusstsein und ohne Respekt vor dem Land. Ihre Säuberung kann nicht allein durch die Anstrengungen der Antikorruptionsorgane erfolgen, denn dann müssten diese jahrelang Tag und Nacht arbeiten.

Das ist nur möglich, wenn wirksame Arbeit geleistet wird, um die Funktionsfähigkeit des ukrainischen Staates selbst wiederherzustellen, die durch Jahre persönlicher Herrschaft und den Verfall des Parlamentarismus untergraben wurde. Eine solche Degradation endet immer damit, dass an der Spitze eines solchen Staates nicht eine einzelne Person steht – und sei sie bei ihren Anhängern noch so beliebt –, sondern eine organisierte Mafia, die nicht einmal am Erhalt eines solchen Staates interessiert ist, sondern daran, ihn auszuplündern und zu zerstören.

Und genau das muss schließlich auch Volodymyr Zelensky selbst verstehen. Die Menschen in seinem Umfeld, die sich in Mafiosi verwandeln, sind nicht einmal daran interessiert, dass er als Präsident der Ukraine an der Macht bleibt und den Staat vor einer weiteren Besetzung schützt. Sie werden Zelensky zusammen mit der Ukraine völlig bedenkenlos preisgeben, sobald sie zu dem Schluss kommen, dass sie bereits die gewünschte Zahl von Millionen zusammengeraubt haben.

Und auch das muss begriffen werden, bevor es zu spät ist, diese ungeheuerlichen und offensichtlichen personellen und institutionellen Fehler zu korrigieren.


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Titel des Originals: Генпрокурор пішов у відставку | Віталій Портников. 08.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 08.09.2026.
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Trump wird Zelensky und Putin anrufen | Vitaly Portnikov. 07.09.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump wird den Präsidenten der Ukraine und den Präsidenten Russlands nach dem Besuch anrufen, den die Vertreter des amerikanischen Staatschefs Steve Witkoff und Jared Kushner in Kyiv und Moskau absolviert haben.

Wie berichtet wird, soll das Gespräch Trumps mit Zelensky und Putin, das bereits heute stattfinden wird, darauf abzielen, nach Möglichkeiten für eine Annäherung der Positionen der Seiten zu suchen sowie möglicherweise ein amerikanisch-ukrainisch-russisches Treffen zu organisieren, um Verhandlungen über Möglichkeiten zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu führen.

Die Tatsache, dass Trump bereit ist, unmittelbar nachdem seine Vertreter die ukrainische Hauptstadt verlassen haben, mit dem ukrainischen und dem russischen Präsidenten zu sprechen, zeigt, dass der amerikanische Präsident diesmal tatsächlich daran interessiert ist, zumindest irgendein reales Ergebnis bei der Regelung der Situation rund um den Krieg in der Ukraine zu erzielen.

Umso mehr, als die Wahlen zum amerikanischen Kongress, die bereits im November dieses Jahres stattfinden werden, für den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu einer ernsthaften Bewährungsprobe werden und Probleme in den Beziehungen zwischen der Administration und dem Kongress schaffen könnten. Und genau das versucht Trump jetzt zu verhindern.

Somit kann man sagen, dass der Besuch Witkoffs und Kushners in Moskau und Kyiv aus Sicht der amerikanischen Administration keineswegs zufällig und auch keine bloße Episode war. Doch es stellt sich die Frage nach den konkreten Inhalten.

Die Financial Times, die sich auf eigene Quellen in der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten beruft, betont, dass die Vermittler lediglich aktualisierte Fassungen alter Dokumente in die russische und die ukrainische Hauptstadt mitgebracht hätten. Weder in Moskau noch in Kyiv brachten Witkoff und Kushner irgendwelche neuen Ideen dazu vor, wie man die Positionen der Seiten einander annähern und Voraussetzungen für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges schaffen könnte, und zumindest von der russischen Führung erhielten sie darauf auch keine ernsthafte positive Reaktion.

Der russische Präsident Putin hielt weiterhin an seiner harten und kompromisslosen Position hinsichtlich der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges fest, bestand auf dem Abzug der ukrainischen Truppen aus jenem Teil der Gebiete Donezk und Luhansk, der weiterhin unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung steht, und betonte außerdem, Russland werde seine Ziele auf jeden Fall mit Gewalt erreichen, wenn man in der ukrainischen Hauptstadt seinen Bedingungen nicht zustimme.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky betonte dagegen, dass die Ukraine ihre Truppen nicht aus einem Gebiet abziehen werde, das die Russen nicht erobern können.

Übrigens wurde gerade heute beim Institute for the Study of War betont, dass, selbst wenn die russische Armee das derzeitige Tempo ihres Vormarsches auf die ukrainischen Stellungen beibehält, die Russen erst in den 2030er-Jahren wirkliche Erfolge bei der Herstellung der Kontrolle über das gesamte Gebiet der Oblast Donezk erzielen könnten. Somit kann man davon ausgehen, dass Putin in einer Welt der Illusionen lebt, die zudem durch unrealistische Informationen seitens der militärischen Führung der Russischen Föderation genährt werden.

Aber es ist klar, dass die Amerikaner diesen Besuch ziemlich ernst nahmen. Witkoff und Kushner wurden von zahlreichen Beamten des Nationalen Sicherheitsrats der Vereinigten Staaten, des Außenministeriums sowie von Behörden begleitet, die für Sanktionen gegen die Russische Föderation und andere Staaten zuständig sind, die sich heute im Konflikt mit Washington befinden.

Man kann sagen, dass der Besuch der Vermittler diesmal tatsächlich auf staatlicher Ebene vorbereitet wurde, kein amateurhafter Besuch war, sondern von Beamten begleitet wurde. Das zeigt bereits, dass bei einer solchen Zusammensetzung der Delegation irgendwelche besonderen Absprachen hinter verschlossenen Türen nicht möglich waren und dass Beamte, die beispielsweise für die Sanktionen gegen die Russische Föderation zuständig sind, sowohl dem Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten Kirill Dmitrijew als auch Putin selbst die Folgen der russischen Unnachgiebigkeit hinsichtlich der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges erläutern konnten.

Aber jetzt liegt das Wort natürlich bei Trump. Während seiner früheren Gespräche mit Putin stimmte der amerikanische Präsident wiederholt solchen Vorschlägen seines russischen Amtskollegen zu, die für die ukrainische Führung eindeutig inakzeptabel waren und weit entfernt von den Möglichkeiten ihrer Umsetzung im Sinne jenes gerechten Friedens lagen, den die Ukrainer anstreben. Doch jetzt hat Trump natürlich nicht nur keine Möglichkeit, ernsthaften Druck auf die Russische Föderation auszuüben, sondern auch keine Möglichkeit, ernsthaften Druck auf die Ukraine auszuüben.

Zumindest die Logik der vergangenen Wahlen in den Vereinigten Staaten und die Sympathie der überwiegenden Mehrheit der Wähler für die Ukraine erlauben es dem amerikanischen Präsidenten nicht, offen Druck auf Kyiv auszuüben und gerade von uns Zugeständnisse in der Frage der Beendigung des Krieges und die Erfüllung russischer Bedingungen zu verlangen.

Es ist jedoch offensichtlich, dass die Telefongespräche mit Putin und Zelensky auch für den ukrainischen Präsidenten zu einer schwierigen Bewährungsprobe werden können, weil der amerikanische Präsident Putins Bedingungen für die Beendigung des Krieges als seine eigenen Wünsche und als konstruktiven Ansatz ausgeben könnte. Erneut könnte die Frage jener Gebiete aufkommen, die die Ukraine im Austausch für die Beendigung der Kampfhandlungen aufgeben könnte.

Und außerdem wissen wir, dass ein solcher Ansatz auch bei einem bestimmten Teil der ukrainischen Gesellschaft Unterstützung findet, weil dort nicht verstanden wird, dass jegliche territorialen Zugeständnisse heute bereits morgen zu neuen Forderungen Russlands führen und keineswegs mit einem positiven Ergebnis enden werden.

Aber so oder so sehen wir, dass es dank des Besuchs Witkoffs und Kushners in der russischen und der ukrainischen Hauptstadt tatsächlich gelungen ist, den Verhandlungsprozess zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der Vereinigten Staaten wieder zu aktivieren. Und das ist zum heutigen Zeitpunkt das einzige reale Ergebnis, von dem man sprechen kann, wenn wir den Aufenthalt der Vermittler aus den Vereinigten Staaten in Moskau und Kyiv kommentieren.

Und natürlich ist es ebenfalls sehr wichtig, dass Russland in der Zeit, in der Witkoff und Kushner sich in der ukrainischen Hauptstadt aufhielten, seine barbarischen Angriffe auf Kyiv und auf die friedlichen Einwohner unserer Stadt eingestellt hat.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп зателефонує Зеленському і Путіну|Віталій Портников. 07.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 07.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Dmitrij Kisseljow wurde ausgemustert | Vitaly Portnikov. 06.09.2026.

Dmitrij Kisseljow hat den internen Konkurrenzkampf gegen andere Propagandisten verloren, nicht nur gegen Wladimir Solowjow, sondern auch gegen Jewgenij Popow, der nun die Sendung moderieren wird, die bislang Dmitrij Kisseljow zugerechnet wurde.

Der langjährige Veteran der russischen Propaganda selbst ist mit einer 26-minütigen Sendung zurückgeblieben, die man mit einiger Mühe als Autorenprojekt bezeichnen kann, doch in Wirklichkeit ist das lediglich das Vorspiel zu seiner endgültigen Ausmusterung. Sogar das Team von Dmitrij Kisseljow, das ihm jahrzehntelang dabei half, im russischen Fernsehen zu lügen, wird Jewgenij Popow durch wesentlich eifrigere und gefügigere Lügner ersetzen, die den aggressiveren und offensiveren Stil der russischen Propaganda der letzten Jahre besser verstehen. Einen Stil, in dem nichts mehr übrig geblieben ist, was auch nur entfernt an Journalismus erinnert.

Natürlich kann sich eine einfache Frage stellen: Womit ist Dmitrij Kisseljow denn in Ungnade gefallen? Man sollte doch meinen, er habe sich nach Kräften bemüht. Er ist der Urheber eines Großteils jener Aussprüche, die mit der Verwandlung des russischen Journalismus verbunden werden, der einst zumindest den Anschein von Professionalität zu erwecken versuchte, in offen propagandistischen Irrsinn.

Nehmen wir nur die „radioaktive Asche“. Das war schließlich nicht Solowjow, das war nicht Popow, das war Dmitrij Kisseljow – und zwar schon zu einer Zeit, als es noch so schien, als seien in der russischen Staatsführung Menschen übrig geblieben, die, wenn schon nicht zurechnungsfähig, so doch zumindest in der Lage waren, die Gefahr eines großen Krieges zu begreifen. Dmitrij Kisseljow aber bereitete die Gesellschaft bereits damals auf einen solchen Krieg vor, als Dmitrij Medwedew und Sergej Karaganow noch nicht miteinander darin wetteiferten, zum Einsatz von Atomwaffen aufzurufen.

Doch ein Mitläufer bleibt trotzdem immer ein Mitläufer. Die russischen Tschekisten hatten allen Grund, nicht an die Aufrichtigkeit von Dmitrij Kisseljows Absichten zu glauben. In den ersten Jahren der Herrschaft Wladimir Putins gab es für ihn im russischen Fernsehen gerade deshalb keinen Platz, weil er das Image einer Art proeuropäischen Liberalen pflegte, der von einer europäischen Zukunft seines Landes träumte und Reportagen über das Leben auf dem europäischen Kontinent drehte oder Diskussionssendungen organisierte, in denen ebenfalls viel über solche Themen gesprochen wurde.

Gerade weil das russische Fernsehen für Dmitrij Kisseljow verloren war, ging er nach Kyiv, um dort zu arbeiten. Und ich erinnere mich übrigens sehr gut an diese Zeit. Ich erinnere mich daran, wie Dmitrij Kisseljow, nachdem er gerade erst in der ukrainischen Hauptstadt angekommen war und sich auf Sendungen beim Fernsehsender ICTV vorbereitete, mit mir darüber sprach, dass auf diesem Sender auch eine Reihe seiner Europa gewidmeten Sendungen gezeigt werden müsse.

Er hatte diese Sendungen für das russische Publikum gedreht und versucht, seine Landsleute davon zu überzeugen, dass die Zukunft Russlands nur in Europa, nur in einem Bündnis mit dem Westen liege. Und selbstverständlich wollte er genau das auch dem ukrainischen Fernsehzuschauer sagen.

Als ich jedoch sagte, dass dies tatsächlich jener Entwicklungsrichtung entspreche, mit der die ukrainische Zukunft verbunden sei, und dass es gut wäre, wenn jeder ukrainische Fernsehzuschauer solche Sendungen sehen würde, antwortete er, mit dem Start des Projekts solle man besser warten, bis die Sendungen ins Ukrainische übersetzt worden seien. Denn er sei überzeugt, dass für die ukrainischen Bürger die europäische Entwicklungsperspektive mit der ukrainischen Sprache, mit der ukrainischen Kultur und mit der eigenen Geschichte verbunden sein müsse.

Da haben Sie noch eine Maske Dmitrij Kisseljows und noch eine seiner Erscheinungsformen, an die er sich heute selbstverständlich kaum erinnern wollen dürfte. Obwohl er sich, wenn wir uns vorstellen, dass das Putin-Regime fällt und Dmitrij Kisseljow bleibt, uns genau mit dieser Seite seines Wesens wieder zuwenden wird.

Und die Tschekisten verstehen das selbstverständlich ausgezeichnet und haben ihm deshalb nie vertraut. Ja, sobald Dmitrij Kisseljow begriff, dass eine Rückkehr möglich war und dass das wirkliche Geld im Kreml lag und von dort verteilt wurde, versuchte er alles nur Mögliche zu tun, um zu zeigen, dass das Regime, das sich rasch in ein faschistisches verwandelte, ihn brauchte. Doch wirkliches Vertrauen konnte er selbstverständlich nicht mehr gewinnen.

Ob du dich nun bemühst oder nicht – Genosse Ermittler erinnert sich sehr gut daran, welche politischen Ansichten du hattest, mit wem du verkehrtest, welche Erklärungen du abgabst, von wem du abhängig warst und von wem du nicht abhängig sein wolltest. Deshalb war die Karriere Dmitrij Kisseljows trotz all seiner Bereitschaft zu dienen und sich anzudienen vom ersten Tag nach seiner Rückkehr nach Russland an zum Scheitern verurteilt.

Und nun zum Wichtigsten: Eben jener Fernsehzuschauer, den Dmitrij Kisseljow zunächst von der Bedeutung des europäischen Projekts zu überzeugen versuchte und später von der Notwendigkeit, Russland in ein abscheuliches blutiges Ungeheuer zu verwandeln, wird ihn vergessen. Denn wer genug Geduld hatte, sich solche Sendungen anzusehen und all den Unsinn zu glauben, der dort verbreitet wurde, wird sich selbstverständlich mit noch größerem Vergnügen Solowjow und Popow ansehen.

Und anständige Menschen werden Dmitrij Kisseljow nicht nur niemals die Hand reichen, sie werden niemals auch nur eine einzige Fernsehsendung mit seiner Beteiligung einschalten. Für die einen wie für die anderen ist er tot.

Im Grunde ein vollkommen vorhersehbares Ende. Und jetzt stellt sich nur noch eine Frage: Wozu war das alles eigentlich nötig? Wozu die eigene Reputation begraben? Wozu vom Fernsehbildschirm aus lügen? Für ein gutes Gehalt, für einen Platz im Fernsehen, dafür, dass irgendein Putin einem auf die Schulter klopft und einen Orden überreicht?

Ein solcher Abschied von der eigenen Reputation und vom eigenen Beruf, eine solche Bereitschaft, sich selbst dem Vergessen preiszugeben, ist ebenfalls lehrreich für jeden, der versuchen sollte, diese zweifelhafte Erfahrung zu wiederholen.

Ja, natürlich gefällt es dem Pack in Uniform immer, wenn man ihm die Stiefel mit der Zunge sauberleckt. Aber wer bereit ist, solche Dienste zu leisten, muss immer daran denken, dass diese Dienste nicht gewürdigt werden und dass sich andere finden werden, die noch eifriger und unterwürfiger sind und jeden ersetzen, der den Kontakt zu seinem eigenen Gewissen und seinem Anstand verliert.

Das ist das Ende der Geschichte der Fernsehkarriere eines Mannes, der noch vor Kurzem zu den wichtigsten russischen Propagandisten gehörte.


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Titel des Originals: Дмитрия Киселева списали в утиль |
Виталий Портников. 06.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 06.09.2026.
Originalsprache: ru
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Die Ankunft von Witkoff und Kushner: das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 06.09.2026.

Der Besuch der Vertreter des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, in der russischen und der ukrainischen Hauptstadt ist zu Ende gegangen. Diesem Besuch wurde, wie Sie wissen, besondere Aufmerksamkeit geschenkt, weil es sich faktisch um die erste derartige Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine unter Vermittlung der Vereinigten Staaten handelte, nachdem die Verhandlungen während der Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran faktisch eingefroren worden waren.

Aber man sollte daran erinnern, dass die Verhandlungen in Wirklichkeit weder von den Vereinigten Staaten noch von der Ukraine blockiert wurden, sondern dass die Russische Föderation selbst aus den Verhandlungen ausgestiegen war. Dabei stellte der Kreml als Bedingung für die Wiederaufnahme dieser Verhandlungen den Abzug der ukrainischen Truppen aus jenem Teil der Gebiete Donezk und Luhansk, der sich bis heute unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung befindet.

Dass der Verhandlungsprozess wieder aufgenommen wurde, obwohl im Donbas weiterhin schwere Kämpfe stattfinden und es der russischen Armee nicht gelingt, die Kontrolle über das gesamte Gebiet der Oblast Donezk zu erlangen, zeigt bis zu einem gewissen Grad, dass man im Kreml trotz aller Gespräche über eine Schwächung der Ukraine nicht sicher ist, ohne Verhandlungen auskommen zu können.

Aber die wichtigste Frage lautet: Wozu braucht die Russische Föderation diese Verhandlungen?

Viele mögen glauben, dass die Verhandlungen faktisch durch die Einladung initiiert wurden, die der Präsident der Russischen Föderation während seiner Pressekonferenz in Bischkek an Witkoff und Kushner richtete. Es ist klar, dass diese Verhandlungen im Voraus vorbereitet wurden und auch schon früher darüber gesprochen wurde, aber eine solche öffentliche Einladung könnte damit zusammenhängen, dass Putin eine Schwächung seiner Position spürt.

Ich gehe nicht davon aus, dass Putin darüber nachdenkt, die wirtschaftliche Lage in seinem Land sei inzwischen so schwierig, dass er gezwungen wäre, Verhandlungen aufzunehmen, deren Ziel die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges wäre. Ich habe wiederholt gesagt, dass Verhandlungen, die während fortdauernder Kampfhandlungen stattfinden, überhaupt keine Verhandlungen sind, sondern ein Spiel auf Zeit.

Dass Russland es sich erlaubte, die Angriffe auf Kyiv für einige Stunden einzustellen, einfach weil sich dort die amerikanischen Vermittler aufhalten würden, spricht gerade nicht dafür, dass Putin nach Frieden strebt, sondern dafür, dass er weiterhin Anhänger eines Konzepts ist, in dem Verhandlungen Teil des Krieges sind und erstens dazu dienen sollen, in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten Zeit zu gewinnen, und zweitens als Instrument für die Kapitulation der Ukraine dienen sollen, wenn man im Kreml entscheidet, dass sich sämtliche militärischen Anstrengungen sowohl gegen die ukrainische Front als auch gegen das ukrainische Hinterland bereits bemerkbar gemacht haben. Und dann wird man mit Kyiv ausschließlich noch über eine solche Kapitulation sprechen.

Eine weitere Motivation des Präsidenten der Russischen Föderation für die Wiederaufnahme dieses Verhandlungsprozesses könnte sein Treffen mit dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China Xi Jinping in Bischkek gewesen sein. Es mag den Anschein haben, dass Xi Jinping, der grundsätzlich an einem langen russisch-ukrainischen Krieg interessiert ist, nicht an einer Form dieses Krieges interessiert sein kann, bei der die Wirtschaft der Russischen Föderation zerstört wird – die Wirtschaft eines Landes, das bekanntlich ein wichtiger strategischer politischer Partner sowie ein politischer und wirtschaftlicher Satellit der Volksrepublik China ist.

Und in dieser Situation ist Putin einfach gezwungen, eine gewisse Imitation eines Verhandlungsprozesses zu inszenieren – auch das ist verständlich –, damit man in China sieht, dass er den Krieg ohne erhebliche Verluste für die russische Wirtschaft beenden möchte. Obwohl diese erheblichen Verluste den russischen Präsidenten meiner Ansicht nach wesentlich weniger interessieren als den chinesischen Staatschef. Denn Putin ist es nicht gewohnt, in wirtschaftlichen Kategorien zu denken. Und manchmal scheint mir sogar, dass er gar nicht in diesen wirtschaftlichen Kategorien denken kann.

Wie bekannt ist, dauerten die Gespräche, die Steve Witkoff und Jared Kushner gestern im Kreml unter Beteiligung des russischen Präsidenten Putin und seiner engsten Mitarbeiter führten, dreieinhalb Stunden. Von amerikanischer Seite wurden überhaupt keine Erklärungen abgegeben.

Wir hörten ausschließlich die Erklärungen des Beraters des Präsidenten der Russischen Föderation, Uschakow, der, wie Sie wissen, solche Treffen immer kommentiert und so etwas wie Moskaus wichtigster News-Maker ist. Und Uschakow sagte im Grunde nichts Konkretes zu den Fragen, die mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zusammenhängen.

Er sagte, Putin habe Witkoff und Kushner erzählt, was weiter an der Front geschehen könne; Putin werde die wichtigen Ziele der sogenannten Spezialoperation weiterverfolgen und ändere seine Position grundsätzlich nicht; die russische Seite habe erneut über die Ursachen des Konflikts gesprochen und ihre Sicht der Dinge der Sicht von Witkoff und Kushner gegenübergestellt; und es seien dort nicht nur Fragen im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg, sondern auch Fragen wirtschaftlicher Kontakte zwischen Russland und den Vereinigten Staaten erörtert worden.

Und übrigens scheint mir, dass wir gerade heute verstanden haben, warum Putin Witkoff und Kushner im Kreml treffen wollte und was er ihnen tatsächlich anbieten wollte.

Das Wichtigste ist, dass Putin während des bevorstehenden APEC-Gipfels ein trilaterales Treffen der Präsidenten der Vereinigten Staaten und Russlands und des Staatspräsidenten der Volksrepublik China abhalten möchte. Das ist das Hauptziel dessen, dass Witkoff und Kushner die russische Hauptstadt besucht haben.

Ich halte es übrigens sogar für möglich, dass dies das Hauptziel der Reise des Direktors der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten nach Moskau war.

Ich habe wiederholt gesagt, dass Trump der russisch-ukrainische Krieg als solcher in Wirklichkeit nicht besonders interessiert. Jetzt beschäftigt er sich ausschließlich mit den Zwischenwahlen. Die Ergebnisse des russisch-ukrainischen Krieges haben keinerlei Einfluss auf diese Wahlen. Deshalb erschien mir schon die Tatsache, dass Trump Witkoff und Kushner in die russische Hauptstadt schickt, um eine Frage zu lösen, die für die amerikanischen Wahlen keine Priorität besitzt, insgesamt merkwürdig.

Jetzt, da man in Moskau von der Möglichkeit eines solchen trilateralen Treffens spricht, denke ich, dass genau das das ist, was sie Trump verkaufen wollen. Und Trump, der bekanntlich von der Idee einer Aufteilung der Einflusssphären zwischen zwei – nein, nicht zwei, Entschuldigung – sondern drei Hauptakteuren lebt, zwischen Peking, Washington und Moskau, könnte diesen Köder schlucken und glauben, dass ein solches Treffen der Weltherrscher Trump, Putin und Xi Jinping Eindruck auf die republikanischen Wähler machen könnte.

Ob dieses Treffen tatsächlich stattfinden wird oder ob es bilaterale Treffen Trump–Putin, Putin–Xi Jinping, Xi Jinping–Trump und so weiter geben wird, ist allerdings unbekannt. Auch das ist also ein sehr wichtiger Punkt.

Gleichzeitig wird über die Möglichkeit eines trilateralen Treffens Russlands, der Vereinigten Staaten und der Ukraine gesprochen. Darüber sprach Steve Witkoff während seiner Verhandlungen in Kyiv. Aber es ist unbekannt, in welchem Format ein solches Treffen stattfinden könnte.

Offensichtlich ist es unwahrscheinlich, dass ein Treffen auf Ebene der Staatschefs in nächster Zeit stattfindet, und es geht ausschließlich um die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses, der vor dem Hintergrund der Kampfhandlungen ohnehin – erinnern Sie sich an diese Worte – keine greifbaren Ergebnisse bringen wird, sondern vom Kreml dazu genutzt werden wird, in den amerikanisch-russischen Beziehungen Zeit zu gewinnen, um neue Sanktionen gegen die Russische Föderation zu verhindern.

Witkoff und Kushner sagen Zelensky, dass sie vor dem Winter einen Durchbruch bei den Verhandlungen erreichen und an einem aktualisierten Friedensvorschlag arbeiten wollen. Was das bedeutet, weiß in Wirklichkeit niemand.

Denn zunächst hieß es, Witkoff und Kushner hätten Trumps alten Plan in die russische Hauptstadt gebracht. Der Präsident der Vereinigten Staaten selbst sagte, sie brächten nichts Neues nach Moskau. Jetzt ist plötzlich die Idee eines aktualisierten Vorschlags mit unbekannten Details aufgetaucht. Und auch Zelensky sagte, man müsse das erörtern, was die amerikanische Seite vorgeschlagen habe. Im Grunde haben wir nichts wirklich Konkretes gehört.

Witkoff sagte, in Moskau seien viele wichtige und substanzielle Ideen erörtert worden, die man nach Kyiv mitgebracht habe, und die Zusammenarbeit bei der Lösung dieser Probleme sei von entscheidender Bedeutung. Gerade deshalb waren bei dem Treffen die nationalen Sicherheitsberater europäischer Länder anwesend.

Und Witkoff betonte, dass beide Seiten gewisse Kompromisse eingehen und die Differenzen zwischen ihnen verringern müssten.

„Wir glauben, dass wir über die notwendigen Bestandteile verfügen“, sagt Witkoff, „um dieses Ziel zu erreichen. Wir sind entschlossen, es ist uns nicht gleichgültig. Und wir hoffen, dass all dies zu einer erfolgreichen, friedlichen, diplomatischen Regelung führen wird.“

Aber ich wiederhole noch einmal: All das ist wichtig, doch in diesen Worten steckt keinerlei Konkretes. Zum heutigen Zeitpunkt ist das einfach weißes Rauschen eines optimistisch gestimmten Vermittlers.

Zelensky sagt zugleich auf derselben Pressekonferenz mit Witkoff und Kushner, dass die Frage des Donbas die Frage des gesamten Krieges sei, dass sie eine der Schlüsselfragen bei den Verhandlungen über die Beendigung des Krieges sei und dass die Ukraine ihre Position hinsichtlich der Übergabe ihrer Gebiete im Donbas an Russland nicht ändern werde.

Ich möchte Sie davon überzeugen, dass die Frage des Donbas nicht die Schlüsselfrage dieses Krieges ist. Hier irrt sich der Präsident der Ukraine entschieden.

Der Donbas ist ausschließlich ein Brückenkopf, der dazu benutzt wird, die ukrainische Staatlichkeit selbst zu zerstören und die überwiegende Mehrheit der Ukrainer aus ihrem angestammten Siedlungsgebiet zu vertreiben, um die ukrainische Frage durch das Russische Imperium endgültig zu lösen.

So wird es kommen, wenn die Ukraine den Krieg verliert. Auf ukrainischem Boden wird es keine Ukrainer geben. Die Geschichte des ukrainischen Volkes in der Ukraine wird beendet sein. Und es wird einfach eine weitere über die Welt verstreute Diasporanation ohne eigenen Staat sein. So kann es bereits in den kommenden Jahren kommen, wenn der Krieg verloren wird.

Aber wenn die Ukraine den Donbas verteidigt, bedeutet das nicht, dass Russland nicht versuchen wird, andere ukrainische Gebiete zu erobern. Wenn die Ukraine den Donbas abgibt, bedeutet das nicht, dass Russland nicht von diesem Donbas aus andere ukrainische Regionen angreifen wird.

Wenn die Ukraine in den kommenden Jahren in der Lage sein wird, Russland seines militärischen und wirtschaftlichen Potenzials zu berauben, wird das bedeuten, dass der Krieg für eben diese Jahre aufhört, um später mit neuer Kraft wieder auszubrechen, falls die Ukraine in dieser Zeit keine entschlossenen Veränderungen ihrer eigenen Staatlichkeit mit dem Ziel einer maximalen Militarisierung und Befestigung durchführt.

Eine Ukraine, die keine Festung, kein militarisiertes Land ist, wird so oder so von der politischen Weltkarte verschwinden, selbst wenn sie der NATO beitritt.

Früher habe ich das nicht so gesehen. Aber jetzt, da wir verstehen, dass militärische Bündnisse infolge des schwindenden Sicherheitsverständnisses der Vereinigten Staaten selbst an Bedeutung verlieren, können nur die Länder selbst dafür sorgen, ihre Bürger vor der Perspektive des Verschwindens und der Flucht in andere Länder zu schützen, in denen später wiederum ein großer zerstörerischer Krieg beginnen wird.

Also nicht der Donbas. Und es ist völlig unrealistisch zu behaupten, der Donbas sei die Hauptgeschichte dieses Krieges.

Gleichzeitig muss man jedoch verstehen, dass Putin die Donbas-Frage in diesen Verhandlungen zur weiteren Destabilisierung der Situation in der Ukraine, zur Vertiefung des Bruchs zwischen Staatsführung und Gesellschaft, zwischen Staatsführung und Armee und zur Schaffung von Bedingungen nutzen wird, die es ermöglichen sollen, wesentlich größere ukrainische Gebiete zu besetzen. Auch das muss man verstehen, wenn wir über die Situation im Donbas sprechen.

Und wiederum werde ich der ukrainischen Führung nicht vorwerfen, es mangele ihr an Realismus. Denn anders als Witkoff und Kushner, die sagen, sie wollten den Krieg bis zum Winter beenden, sagt Zelensky realistisch, dass der Krieg auch im Winter weitergehen werde. Ich sage gleich, dass ich es für möglich halte, dass der Krieg auch im nächsten Winter, im Winter 2027/2028, weitergehen wird, wenn es uns nicht gelingt, das wirtschaftliche und demografische Potenzial Russlands zu verringern.

Objektive Voraussetzungen für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges gab es 2022 nicht, und es gibt sie auch 2026 nicht. Jetzt zeichnet sich lediglich eine Tendenz zur Entstehung solcher Voraussetzungen in den kommenden Jahren ab – falls es der Ukraine gelingt, die russische Wirtschaft zu zerstören.

Das ist der einzige realistische Weg, der die Annahme erlaubt, dass der Präsident der Russischen Föderation beginnen könnte, über eine Unterbrechung des Krieges gegen die Ukraine nachzudenken – um Kräfte zu sammeln für weitere zerstörerische Angriffe in der Zukunft, auf die wir vorbereitet sein müssen. Eine sehr einfache und, wie mir scheint, elementare Situation, die sich ebenfalls aus diesem Besuch ergibt.

Im Grunde ist also genau das geschehen, was wir erwartet haben. Weder in Moskau noch in Kyiv haben wir irgendwelche wirklich konkreten Aussagen darüber gehört, wie der Krieg enden könnte, und wir konnten sie auch gar nicht hören. Man kann nicht hören, was es nicht gibt. Man kann in dem dunklen Raum eines nicht vorhandenen Kompromisses nicht nach einer schwarzen Katze suchen.

Dann kann natürlich die Frage entstehen: Wozu trifft man sich überhaupt mit Witkoff und Kushner? Dafür gibt es, würde ich sagen, für jede Seite, die jetzt diese Treffen führt, ihre eigenen Voraussetzungen.

Putins Interesse ist für mich verständlich, und heute ist es noch verständlicher geworden. Putins Interesse besteht in seinem Wunsch, ein trilaterales Treffen Trump–Xi Jinping–Putin abzuhalten und zu demonstrieren, dass er ein Herr der Welt ist.

Sie verstehen doch, dass ein solches Treffen, sollte es beim APEC-Gipfel stattfinden, zu einem echten politischen Triumph für den Präsidenten der Russischen Föderation werden würde. Das ist genau jenes G3-Format, von dem sowohl Trump als auch Putin träumen. Es ist ein Format, das im Grunde einen Schlusspunkt unter jene Weltordnung setzt, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist.

Der APEC-Gipfel soll zu einem regelrechten politischen Umsturz mit unklaren Folgen werden und könnte uns im Grunde schneller in den Dritten Weltkrieg führen, als wir denken. Viel schneller. Dieser Express steht bereits am Bahnsteig, man muss nur noch die entsprechenden Knöpfe drücken, und dann wird alles derart losrasen, dass Sie es sich nicht einmal vorstellen können. Aber damit dieses trilaterale Treffen stattfinden kann, muss Putin Friedfertigkeit vorspielen.

Trump, der sich nicht mit Putin trifft, der nicht einmal mit dessen Vertretern sprechen und Verhandlungen führen will, kann sich nicht einmal ein bilaterales Treffen mit dem russischen Präsidenten erlauben, geschweige denn ein trilaterales.

Jetzt aber, nachdem Witkoff und Kushner die russische Hauptstadt besucht, dort mit Dmitrijew zu Mittag gegessen und mit Putin gesprochen haben, sind alle Schleusen sowohl für ein bilaterales Treffen der Präsidenten der Russischen Föderation und der Vereinigten Staaten von Amerika als auch grundsätzlich für einen trilateralen Gipfel China–USA–Russland geöffnet – sofern Washington und Peking dazu bereit sind. Das wäre ein echter politischer Triumph für Putin. Zweifeln Sie nicht daran.

Und damit verstehen wir sehr gut, warum Putin mit Kushner und Witkoff sprechen muss. Das hat überhaupt nichts Reales mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu tun.

Und nun der zweite, nicht weniger wichtige Punkt. Warum trifft sich Zelensky mit Witkoff und Kushner, obwohl er sehr gut versteht, dass sie sich mit Putin nicht über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges einigen können und dies vielleicht auch gar nicht anstreben?

Weil wir die Unterstützung der Vereinigten Staaten sichern müssen. Wenn Zelensky darüber scherzt, Witkoff und Kushner hätten die Rolle von Patriots gespielt – nun, seinerzeit spielten andere Vertreter der amerikanischen Administration, die in die Ukraine kamen, wie Sie sich erinnern, dieselbe Rolle. Wir haben sogar über diese Reisen des Vertreters des amerikanischen Präsidenten, Keith Kellogg, gelacht, der in der Administration keinerlei Einfluss hatte, dessen Status die Russen aber respektierten. Und wenn er zu völlig bedeutungslosen Besuchen kam, schossen sie wenigstens nicht.

Aber Scherz beiseite: Die Ukraine braucht Unterstützung. Die Unterstützung Amerikas ist für die Ukraine von entscheidender Bedeutung – sowohl hinsichtlich der Bereitstellung von Geheimdienstinformationen als auch hinsichtlich des Verkaufs von Waffen an Europa, die Europa anschließend uns zur Verfügung stellt. Auch das ist ein vollkommen verständlicher Teil unseres Interesses. Und wir können uns weder gegenüber den Amerikanern noch gegenüber den Europäern als Menschen darstellen, die keinen Frieden wollen. Das heißt, wir sind gezwungen, dieses Spiel mitzuspielen, das mit einem wirklichen Friedensprozess überhaupt nichts zu tun hat.

Sie können mich fragen: „Und wann wird dann ein wirklicher Friedensprozess beginnen?“

Erstens kann er auch niemals beginnen. Es kann einfach zu einem Abflauen des Krieges ohne irgendwelche Verhandlungen kommen, weil die Seiten so erschöpft sein werden, dass sie nicht mehr weiterkämpfen können.

Und ich hoffe, dass wir Russland so erschöpfen können, dass sie sich einigen wollen. Das ist der realistischste Ausgang jener Ereignisse, die mit dem großen russischen Angriff auf die Ukraine begonnen haben.

Und noch ein Punkt: Es gibt einen Indikator. Wenn eine Waffenruhe verkündet wird, wenn Witkoff eines schönen Tages gemeinsam mit Kushner nach Moskau kommt und sie sich mit Putin auf eine Waffenruhe einigen – dann verrate ich ihnen ein großes Geheimnis: Wenn Putin im russisch-ukrainischen Krieg eine Waffenruhe verkünden will, braucht er die Amerikaner überhaupt nicht.

Er hat übrigens selbst während seiner Pressekonferenz in Bischkek gesagt, dass Russland und die Ukraine sich über die Beendigung des Krieges einigen müssten. Der springende Punkt ist, dass die Amerikaner dort überhaupt nicht gebraucht werden.

Putin führt nicht deshalb Verhandlungen mit den Amerikanern, damit sie Vermittler im russisch-ukrainischen Konflikt sind. Er braucht ihre Vermittlung überhaupt nicht. Er trifft sich mit ihnen, um anderen Möglichkeiten der Amerikaner, Druck auf Russland auszuüben, zuvorzukommen.

Und wenn Putin zu der Auffassung gelangt, dass er den Krieg tatsächlich beenden muss – ich weiß nicht, ob das überhaupt geschehen wird, bislang sehe ich dafür keine Voraussetzungen –, wird er einfach eine Möglichkeit finden, damit irgendein Abramowitsch sich mit einem hypothetischen Arachamija trifft.

Und danach verkünden die Generalstabschefs der Streitkräfte der Ukraine und der Russischen Föderation eine Waffenruhe, und das war’s. Erst danach beginnt der Friedensprozess. Und die Teilnahme an diesem Friedensprozess wird für die Vermittler ein politischer Preis sein.

Wenn Putin Trump ein solches Geschenk machen will – oder vielleicht wird es um denjenigen gehen, der nach 2028 Präsident der Vereinigten Staaten sein wird –, dann ist auch das eine vollkommen realistische Variante für das Ende dieses Krieges. Er kann sie als Vermittler einladen. Wenn er der Ansicht ist, dass er die Amerikaner nicht braucht, wird er ihnen ein solches Geschenk nicht machen.

Wenn wir den Europäern ein Geschenk machen wollen und uns darauf einigen, dass auch die Russen bereit sind, dies zu berücksichtigen, laden wir die Europäer zu den Verhandlungen ein.

Wenn jemand China ein Geschenk machen will – ich halte es für möglich, dass dies in einer solchen Situation sowohl der Präsident Russlands als auch der Präsident der Ukraine sein könnte –, dann wird China bei diesen Verhandlungen vermitteln.

Aber die Rolle des Verhandlers, die Rolle des Vermittlers bei den Verhandlungen, ist rein dekorativ. Verstehen Sie das? Dekorativ.

Die Vereinigten Staaten spielen eine dekorative Rolle, weil sie erstens keinerlei wirksame Instrumente besitzen, um Druck auf die Russische Föderation auszuüben. Sie haben keine mehr, sie können kaum noch etwas tun. Und nach dem Krieg gegen Iran können sie überhaupt nichts mehr tun.

Sie beschweren sich sogar über die Ukraine, weil sie das Ölgleichgewicht in der Welt durcheinandergebracht habe. Das ist das Ergebnis, das wir von amerikanischen Regierungsvertretern hören, von Finanzminister Bessent, von Energieminister Wright. Sie beschuldigen die Ukraine inzwischen ganz offen. Weil sie die Lage auf dem Ölmarkt nicht in den Griff bekommen. Trump hat diesen Kampf verloren.

Und Trump kann auch gegen uns nicht besonders viel unternehmen, denn ja, wir brauchen amerikanische Hilfe, aber sie ist nicht so kritisch, dass wir wegen dieser Hilfe irgendwelche Entscheidungen treffen würden, die mit der Zerstörung unserer Souveränität verbunden sind.

Deshalb ist das keine Shuttle-Diplomatie Kissingers im Nahen Osten. Als Kissinger zwischen den Ländern des Nahen Ostens hin und her reiste und über die Beendigung des Krieges verhandelte, verfügten die Vereinigten Staaten über ein Vielfaches mehr Einfluss als heute, weil es China und die chinesische Wirtschaft in ihrer heutigen Form nicht gab.

Das Entstehen zweier wirtschaftlicher Systeme, die einander ausbalancieren, führt grundsätzlich dazu, dass die Vereinigten Staaten längst nicht mehr jener Vermittler sind, der sie selbst noch zu Zeiten Barack Obamas waren. All das verliert rasch an Bedeutung. Und Trump unternimmt übrigens unglaubliche Anstrengungen, um all das weiter zu entwerten.

Das ist also ein ziemlich ernstzunehmender Umstand, der uns eine Vorstellung davon vermittelt, wie der Verhandlungsprozess in nächster Zukunft aussehen wird.

Und noch ein Punkt, über den wir sprechen: Wir müssen dennoch verstehen, in welchem Maße die Positionen der Staatschefs dieselben bleiben wie zuvor.

Putin erzählt weiterhin davon, dass sämtliche Ziele der „Spezialoperation“ erreicht werden müssten, obwohl er sie nicht erreichen kann. Und er erzählt Witkoff und Kushner von irgendeiner „Faschisierung“ der Ukraine, begründet dies mit der Entscheidung, die Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten umzubetten, und erzählt den amerikanischen Vermittlern deren Biografien.

Zelensky wiederum betont weiterhin, dass territoriale Fragen auf Ebene der Staatschefs entschieden werden müssten. Das heißt, er strebt weiterhin ein Treffen mit Putin an, der sich nicht mit ihm treffen will.

All das hören wir schon seit vielen Jahren. Und das bedeutet nicht, dass sich dort jemand einfach querstellt – Putin oder Zelensky. Nein. Es bedeutet, dass es keinerlei reale Grundlage für einen Kompromiss gibt.

Putin ist nach wie vor der Ansicht, die Ukraine sei lediglich ein separatistisches Territorium mit einer nichtigen Regierung, das entweder mit Waffengewalt oder durch Kapitulation an Russland zurückgegeben werden müsse.

Zelensky wiederum betrachtet sich weiterhin als Staatschef eines souveränen Staates, der mit dem Präsidenten der Russischen Föderation auf Augenhöhe sprechen muss.

Diese beiden Positionen lassen sich nicht miteinander vereinbaren. Sie sind unvereinbar. Und so wird es bleiben, bis es gelingt, diese beiden Positionen miteinander in Einklang zu bringen.

Es gibt zwei Möglichkeiten.

Entweder erkennt der Präsident der Ukraine an, dass er überhaupt kein Staatschef eines souveränen Staates ist, stimmt der Liquidierung der Ukraine zu, wie Medwedew uns das bereits vor einigen Jahren vorgeschlagen hat. Die Werchowna Rada tritt zusammen und liquidiert die Ukraine. Das wäre der Weg zu Verhandlungen – zu solchen Verhandlungen, wie Hitler sie mit dem letzten Präsidenten der Tschechoslowakei vor dem Krieg, Emil Hácha, führte, als er ihn zum Staatspräsidenten des Protektorats Böhmen und Mähren machte.

Oder Putin – beziehungsweise Putins Nachfolger, denn all das kann erst unter Putins Nachfolgern enden, schließlich ist es ein langer Prozess – akzeptiert, dass die Ukraine ein Existenzrecht besitzt, dass sie kein Land mit eingeschränkter Souveränität und kein Territorium der Russischen Föderation, sondern ein wirklicher Staat ist.

In Russland hat das noch nie jemand ernsthaft so gesehen. Selbst als man die Ukraine anerkannte und Verträge mit ihr unterzeichnete, hielt man sie stets für ein vorübergehendes staatliches Gebilde.

Wenn irgendwann jemand in Russland zu der Auffassung gelangt, dass sich die Ukraine zumindest nicht von Polen oder Finnland unterscheidet – ich spreche noch nicht einmal von Deutschland oder Frankreich –, wäre das bereits eine solche Revolution im russischen Nationalbewusstsein, wie es sie seit den Zeiten des Moskauer Fürstentums nicht gegeben hat.

Und bislang gibt es keinerlei objektive Voraussetzungen für eine solche Revolution. Also werden wir uns verteidigen müssen.

Das sind im Grunde die wichtigsten Punkte, über die man, würde ich sagen, sprechen konnte, bevor wir vielleicht künftig irgendwelche konkreten Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Besuch Witkoffs und Kushners in der ukrainischen und der russischen Hauptstadt erfahren.

Ich werde auf einige Fragen antworten, die während dieser Sendung gestellt wurden.

Frage: Welche Rolle spielten die Vertreter der europäischen Länder bei dem heutigen Treffen?

Portnikov: Ich denke, dass die Vertreter der europäischen Länder vor allem eine Idee haben. Die Vertreter der europäischen Länder wollen, dass ihre Stimme Gewicht hat, dass man auf ihre Position hört. Sie wollen, dass auch die Ukraine in der Trump-Administration Gehör findet. Das ist alles.

Zumal die Amerikaner, wie Sie verstehen, ohne die europäische Position ohnehin keine ernsthaften Zugeständnisse an Moskau machen können, weil der Löwenanteil der Sanktionen gegen Russland – SWIFT und so weiter – eine europäische Angelegenheit ist.

Frage: Eine Frage der Logik: Wenn Putin selbst die Kampfhandlungen beenden will, warum sollte er Trump eine so einmalige Gelegenheit schenken, daran beteiligt zu sein? Er kann sich doch direkt einigen?

Portnikov: Natürlich kann er das. Genau das sage ich die ganze Zeit. Putin braucht Trump überhaupt nicht. Nur wenn Putin Trump aus irgendwelchen Gründen ein politisches Geschenk machen will. Putin kann das ganz sicher direkt vereinbaren.

Frage: Gibt es eine Chance, dass nach Putins Tod ein weniger imperialistischer Herrscher kommt, der unser Land nicht angreifen wird? Oder sind wir zu einem ewigen Kampf verdammt, bis entweder wir oder sie nicht mehr da sind?

Portnikov: Nach Putins Tod oder seinem politischen Zusammenbruch kann ein Mensch an die Macht kommen, der der Ansicht ist, die Ukraine könne nicht mit militärischen, sondern mit wirtschaftlichen und politischen Mitteln in die russische Zange genommen werden.

Übrigens könnte ein solcher Mensch wesentlich größere Erfolge erzielen als Putin, weil es Millionen Ukrainer gibt, die zu irgendeiner Form des Zusammenlebens mit Russland bereit sind und sich weiterhin als Teil der russischsprachigen Welt betrachten.

Und glauben Sie mir: Sobald der Krieg endet, werden sich diese Menschen wieder lautstark zu Wort melden und für entsprechende politische Kräfte stimmen. Damit Sie sich keinerlei Illusionen machen.

Wenn Putin kein Idiot wäre, befände sich die Ukraine längst faktisch in der Einflusssphäre der Russischen Föderation. Putin wollte von der Ukraine immer mehr, als sie ihm geben konnte. Er verweigerte prorussischen Ukrainern schlicht das Recht, prorussische Ukrainer zu sein. Er versuchte, sie zu Russen zu machen, wie es in den besetzten Gebieten geschieht.

Ein klügerer Mensch an der Spitze Russlands kann die Ukraine ohne Panzer und Raketen besiegen. Auch daran muss man denken.

Denn die ukrainische politische Nation in der Form, wie wir sie heute kennen, haben Putin und Yanukovych geschaffen. Andernfalls hätte sie möglicherweise auch in den kommenden drei oder vier Jahrzehnten nicht entstehen können.

Und die Ukrainer mit einem europäischen und nationalpatriotischen Bewusstsein wären in unserem Land, wie es auch vor Putin der Fall war, eine absolute Minderheit geblieben beziehungsweise hätten 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung ausgemacht.

Frage: Sie sagten, Trump werde diese beiden Herren jetzt nur dann zu Verhandlungen schicken, wenn realistische Vereinbarungen möglich seien. Was war diesmal anders?

Portnikov: Vielleicht war alles genau so? Vielleicht besteht die realistische Vereinbarung in einem trilateralen Gipfel von Trump, Putin und Xi? Vielleicht wollten sie darüber sprechen?

Realistische Vereinbarungen müssen nicht das Ende des Krieges betreffen. Ich sage noch einmal: Wir können unter Realismus bestimmte Dinge verstehen, während sie darunter etwas völlig anderes verstehen können.

Sie haben doch gesehen, dass sie sich nicht über das einigen, worüber wir glauben, dass sie sich einigen. Und das ist ein gewaltiges Problem, wenn wir über den russisch-ukrainischen Krieg und die Haltung der Trump-Administration zu diesem Krieg sprechen.

Frage: Wenn die Demokraten nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten die Mehrheit bekommen, kann die Ukraine dann mit militärischer Hilfe der USA rechnen?

Portnikov: Grundsätzlich bestehen solche Möglichkeiten. Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten bleibt unabhängig davon, wer im Kongress die Mehrheit besitzt, unter der Kontrolle des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Aber wenn man berücksichtigt, dass das Gesetz zur Unterstützung der Ukraine bereits verabschiedet wurde und sich jetzt im Senat befindet, wo es von den Trump-treuen Führern des Senats und von Trump selbst blockiert wird – und dieses Gesetz ist wesentlich wichtiger als das Graham-Gesetz –, dann können die Demokraten, wenn sie an die Macht kommen, die Zustimmung zu bestimmten Vorhaben Trumps gegen die Zustimmung zu eigenen Gesetzesvorhaben eintauschen.. So etwas geschieht in Amerika.

Wenn Trump unbedingt etwas verabschieden muss – bis hin zu einer Begnadigung irgendwelcher Verwandten oder Mitarbeiter, der Bestätigung irgendeiner Person für ein Amt oder der Verabschiedung bestimmter Haushaltsposten –, wir wissen nicht, was es sein wird. Er hat schließlich noch zwei Jahre als Präsident vor sich. Danach kommen 2026, 2027, 2028. Gott bewahre, dass in diesen Jahren nicht der Dritte Weltkrieg beginnt, denn unter Trump ist alles möglich.

Nun, er kann diese Gesetze gegeneinander eintauschen. Und auf diese Weise können wir von den Vereinigten Staaten mehr militärische Hilfe bekommen. Nicht weil Trump das verlangen würde, sondern weil der Kongress es verlangen würde. Diese Möglichkeiten bestehen durchaus. Das sage ich gleich.

Frage: Müssen wir also mindestens bis 2029 warten?

Portnikov: Ich kann Ihnen nicht sagen, wann der russisch-ukrainische Krieg enden wird. Es gibt auf der Welt keinen einzigen Menschen, der weiß, wie er enden soll und wann.

Ich wiederhole: Es gibt keine objektiven Voraussetzungen für die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges und, weiter gefasst, des russisch-ukrainischen Konflikts.

2029 ist nicht das Jahr, in dem der Krieg endet. Es ist das Jahr, in dem im Sicherheitsrat der Russischen Föderation Entscheidungen getroffen werden. Das wird nach November 2028 sein: Welche Taktik soll man im Krieg angesichts eines neuen amerikanischen Präsidenten wählen?

Aber wer hat Ihnen gesagt, dass der Krieg nicht weitergehen kann oder dass der Konflikt nicht während der gesamten nächsten Präsidentschaft weitergehen kann? Wer hat Ihnen das gesagt?

Ich sage Ihnen lediglich, dass Putin nach 2029 einige ernsthafte Entscheidungen treffen wird. Das bedeutet aber nicht, dass dann irgendetwas beendet sein wird. Es ist einfach eine Etappe.

Der russisch-ukrainische Krieg und der russisch-ukrainische Konflikt haben verschiedene Etappen. Das Jahr 2028, das Jahr der Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten, wird eine bestimmte Etappe sein, aber vielleicht keine so wichtige, wie es uns erscheint.

Aus dem einfachen Grund, dass Putin 2024, als in den Vereinigten Staaten Präsidentschaftswahlen stattfanden, möglicherweise dachte, ein Wechsel des amerikanischen Präsidenten würde es ermöglichen, den Krieg zugunsten Russlands zu beenden, dass diese ganze Geschichte mit dem Krieg dann vorbei wäre und Putin die Ukraine besiegen könnte, weil es keine amerikanische Hilfe mehr geben würde.

Könnte das die Vorstellung des russischen Präsidenten gewesen sein? Ja, das könnte sie gewesen sein.

Jetzt ist bereits klar, dass der Wechsel des Präsidenten der Vereinigten Staaten darauf keinen so wesentlichen Einfluss hat.

Deshalb überschätzen vielleicht sowohl ich als auch wir alle gemeinsam die Bedeutung des Wechsels an der Spitze der amerikanischen Macht im Jahr 2029.

Wie Sie alle würde auch ich sehr gerne wissen, wann der russisch-ukrainische Krieg enden wird. Leider verfügt bislang keiner von uns über dieses Wissen.

Aber zum Abschluss unserer Sendung und während wir darauf warten, vielleicht konkrete Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Besuch der amerikanischen Vermittler zu erfahren, möchte ich Sie an eine wichtige Sache erinnern.

Es wird von den Streitkräften der Ukraine abhängen und von der Bereitschaft der Ukrainer, ihr Land in den Reihen dieser Streitkräfte zu verteidigen, sowie von der Bereitschaft der Gesellschaft, den Streitkräften dabei zu helfen, Ressourcen und Möglichkeiten für den Widerstand gegen die russische Aggression in den kommenden schweren Jahren zu finden.

Einen anderen historischen Ausweg hat es für das ukrainische Volk nie gegeben, gibt es nicht und wird es nicht geben. Das garantiere ich Ihnen mit hundertprozentiger Klarheit.

Und wenn es der Ukraine gelingt, die russische Wirtschaft zu zerstören und die Zahl der russischen Mörder auf ukrainischem Boden so weit zu verringern, dass keine Mobilmachung Russland dabei helfen kann, seine Pläne zur Zerstörung unseres Staates fortzusetzen, können wir das ersehnte Abflauen erreichen. Ein Abflauen, kein Ende. Für ein Ende gibt es überhaupt keine Voraussetzungen. Ein Abflauen des Krieges.

Dafür müssen die Ukrainer arbeiten und kämpfen. Zumal sich uns, wie Sie verstehen, bald eine enorme Zahl von Menschen anschließen wird, die in europäischen Ländern leben, weil auch diese Länder zu Ländern werden, die von Konflikten betroffen sind. Und viele unserer Landsleute werden entweder diese Länder in neuen Konflikten verteidigen oder Teil der ukrainischen Verteidigung werden.

Auch das ist eine Perspektive, an die jeder denken muss, der über die Zukunft des ukrainischen Staates, über die Zukunft des russisch-ukrainischen Krieges und über einen möglichen großen Krieg in Europa nachdenkt, an dessen Grenze wir uns nun ebenfalls befinden.

Ich denke, der Besuch der amerikanischen Vermittler Witkoff und Kushner in der russischen und der ukrainischen Hauptstadt hat Sie davon überzeugt, dass gerade die ukrainische Armee in den kommenden Jahren der wichtigste Garant für den Erhalt des ukrainischen Staates und für Ihr physisches Überleben als solches bleiben wird, denn die Alternative besteht in der Zerstörung des Staates und im Tod seiner Bürger.

Ich hoffe, dass es eine solche Alternative für uns nicht geben wird, dass die Ukraine standhalten wird und dass keinerlei Manöver um die Ukraine herum uns dazu zwingen werden, auf die ukrainische staatliche Souveränität und auf die Existenz der ukrainischen Nation auf ukrainischem Boden zu verzichten.

Das heißt, Putin wird es nicht gelingen, jene Ziele zu erreichen, die bereits formuliert und verkündet wurden und die der russische Aggressor derzeit in die Tat umzusetzen versucht.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Приїзд Віткоффа і Кушнера: головне |Віталій Портников. 06.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 06.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Der baltische Weg. Vitaly Portnikov. 06.09.2026.

Балтійський шлях. Віталій Портников. 06.09.2026.

Eine Sendung mit einer bekannten estnischen Politikerin und Diplomatin im Moskauer Studio von Radio Liberty ließ keinen Skandal erwarten – bis zu dem Moment, als einer der Zuhörer die Gästin nach den autoritären Tendenzen in der Entwicklung Estlands vor dem Krieg fragte. Die Reaktion fiel sehr scharf aus – die Gästin fasste diese Frage als Provokation auf, zu einem Zeitpunkt, als die offizielle russische Propaganda buchstäblich auf Schritt und Tritt über die Ereignisse in Estland log.

Doch diese Reaktion ändert nichts an der Wahrheit: Zum Zeitpunkt der sowjetischen Besetzung waren Estland und die benachbarten baltischen Länder Lettland und Litauen keine Demokratien, sondern klassische autoritäre Regime mit aufgelösten Parlamenten, verhafteten politischen Gegnern und einem verkommenen öffentlichen Leben. Alle Entscheidungen wurden in jedem dieser Länder von einer einzigen Person getroffen, die von der Richtigkeit ihrer Einschätzungen überzeugt, häufig nicht in der Lage war, das Ausmaß der Bedrohungen einzuschätzen, und vor allem daran interessiert war, die eigene Macht zu erhalten.

Natürlich begann die Zeit von Konstantin Päts in Estland, Antanas Smetona in Litauen und Kārlis Ulmanis in Lettland den Zeitgenossen im Vergleich zu all dem Grauen, das nach der bolschewistischen und der nationalsozialistischen Besetzung begann, als ein wahrhaft goldenes Zeitalter zu erscheinen – zumal Päts und Ulmanis als Geiseln des sowjetischen Regimes einen qualvollen Tod starben. Aber auch das ändert nichts an der Tatsache, dass die Gefahr unterschätzt und die Absichten des Kremls nicht verstanden wurden. Beispiele für Fehler lassen sich viele anführen, und der wichtigste davon war die Zustimmung zur Einrichtung sowjetischer Stützpunkte in den baltischen Ländern bereits 1939. Nach der sowjetischen Besetzung setzte sich die Auffassung durch, dass die baltischen Staatschefs schlicht keine Chance gehabt hätten, sich Stalins Diktat zu widersetzen. Aber offen gesagt leisteten sie auch nicht allzu viel Widerstand, weil sie glaubten, der sowjetische Diktator werde sie vor Hitler schützen – die Möglichkeit, zu einer deutschen Provinz zu werden, erschien 1939 als eine wesentlich ernstere Bedrohung als die Verwandlung in eine Sowjetrepublik. Infolgedessen befanden sich die Besatzungstruppen bereits vor der Besetzung in den Ländern, die später besetzt werden sollten. Das war eine echte Falle, und die Staatschefs wurden davor gewarnt, doch sie hatten sich daran gewöhnt, alternative Standpunkte nicht zu beachten.

Ein weiterer großer Fehler war die Legitimierung der Besetzung. Der lettische Präsident Kārlis Ulmanis etwa forderte seine Landsleute auf, „auf ihren Plätzen zu bleiben“, und betonte, dass auch er selbst auf seinem Platz als Staatsoberhaupt bleibe. Das entsprach nicht der Wahrheit – Ulmanis verlor seine Macht und war gezwungen, die Marionettenregierung Lettlands zu bestätigen. Dennoch galt er formal weiterhin als Staatsoberhaupt, bis zu den Pseudowahlen zum sogenannten Volkssaeima, das schließlich den Beschluss über den Beitritt zur UdSSR fasste.

Man kann natürlich der Ansicht sein, dass die baltischen Diktatoren keine Wahl hatten – doch das stimmt nicht. Die lettische Armee war beispielsweise größer und stärker als die finnische Armee – aber um sich zum Widerstand zu entschließen, brauchte es einen nationalen Konsens, der in einem demokratischen Land wesentlich leichter zu erreichen ist. Deshalb gelang es den Finnen auch, sich unter weitaus ungünstigeren Bedingungen zu verteidigen. Ulmanis und der estnische Präsident Päts waren jedoch der Ansicht, dass Widerstand keinen Sinn haben würde. Der litauische Präsident Smetona, der das Land 14 Jahre lang allein regiert hatte und als Führer der Nation galt, forderte dagegen tatsächlich, zu kämpfen – nicht vom Volk, sondern von seinen Mitstreitern. Doch er erhielt keine Unterstützung von seinem eigenen Regime und entschied sich zur Emigration. Der amtierende Präsident Litauens Antanas Merkys wiederum handelte wie Ulmanis und legitimierte die Besatzungsregierung.

Wir wissen nicht, ob die baltischen Staatschefs Stalin hätten aufhalten können – doch unter den Bedingungen demokratischer Gesellschaften und eines ehrlichen Dialogs mit der Nation, bei einer Bündelung der Kräfte der baltischen Länder – die ein Bündnisabkommen unterzeichnet hatten, das jedoch niemals umgesetzt wurde – hätten sie wesentlich bessere Chancen gehabt. Zumindest hätten sich die baltischen Länder möglicherweise einfach nicht in Sowjetrepubliken verwandelt, was die Möglichkeit einer demografischen Besetzung in den Nachkriegsjahren ausgeschlossen hätte. Doch all das sind Annahmen. Die Geschichte nahm einen anderen Verlauf.

Und für die Ukrainer ist das Wichtigste, nicht erneut auf diesen Weg zu geraten. In einer Gesellschaft, von deren Angehörigen ein großer Teil in der Zeit des sowjetischen Autoritarismus aufgewachsen ist, gibt es bis heute kein klares Verständnis dafür, dass ein Regime persönlicher Macht immer ein Weg zu Fehlern und Niederlagen ist. Ja, es kann auch erfolgreiche Entscheidungen geben, wie bei einer Lotterie. Doch wenn es kein System der gegenseitigen Kontrolle gibt, wenn es keine alternativen Meinungen gibt, wenn schon das Verständnis nationaler Einheit als Suche nach einem Kompromiss und der richtigen Entscheidung fehlt, ist der Zusammenbruch vorhersehbar. Und ja, in einem solchen Herrschaftssystem leben wir bereits seit vielen Jahren – und können bis zum Ende des Krieges darin leben, der in diesem Fall keineswegs unbedingt zu unseren Gunsten enden wird.

Und nein, kompetente Entscheidungen, ein funktionierendes Parlament und eine verantwortungsbewusste Regierung lassen sich nicht durch effektvolle Auftritte, Zeitschriftencover und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten ersetzen. All das kann kurzfristig Wirkung zeigen – und führt anschließend zu wachsendem Misstrauen und neuen Fehlern. Kein Applaus kann ein System funktionierender Staatsführung ersetzen – selbst wenn einem sämtliche Parlamente Europas und der Kongress applaudieren. Natürlich kann man diesen Applaus in Friedenszeiten zum Bestandteil des eigenen Images machen – zusammen mit Straßen und Versprechungen. Aber im Krieg entscheiden nur der Soldat und das Eisen. Wenn es an Menschen und Waffen fehlt, wenn falsche Entscheidungen getroffen werden, wenn Professionalität durch Loyalität ersetzt wird und Loyalität zu Korruption führt, werden Applaus und Versprechungen nicht helfen.

Die baltischen Länder verloren ihre Freiheit für lange 50 Jahre, doch nach deren Wiederherstellung erinnerten sich ihre Bürger dankbar an ihre letzten „eigenen“ Präsidenten und beschlossen, sich nicht auf den autoritären Charakter ihrer Regime zu konzentrieren. Wenn die Ukraine standhält, werden wir über die Fehler und nicht über die Erfolge des sechsten Präsidenten der Ukraine sprechen – am Charakter des ukrainischen Volkes habe ich keinen Zweifel.

Aber das ist weitaus besser, als in einem Gefängnis der Tschekisten getötet und ein halbes Jahrhundert später mit der Aura des letzten Staatschefs eines freien Landes in Erinnerung gerufen zu werden.


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Art der Quelle: Essa
Titel des Originals: Балтійський шлях. Віталій Портников. 06.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung/ Entstehung: 06.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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„Karthago“ muss zerstört werden | Vitaly Portnikov. 05.09.2026.

Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine ist zu einer weiteren Institution geworden, in der die ukrainischen Antikorruptionsorgane Durchsuchungen im Zusammenhang mit Korruptionsmissbrauch durchführen.

Wenn man bei den Begriffen jedoch ganz genau sein will, geht es weniger um Korruption als vielmehr um Mafia. Wie ich bereits mehrfach betont habe, als ich die jüngsten Antikorruptionsverfahren in unserem Land kommentierte, ist Korruption das, was geschieht, wenn Beamte ihre dienstliche Stellung missbrauchen, um sich unrechtmäßige Vorteile zu verschaffen. Mafia hingegen bedeutet die Schaffung krimineller Organisationen innerhalb bestehender Institutionen. Und übrigens ist gerade von der Schaffung krimineller Organisationen in den Anschuldigungen und Schlussfolgerungen der Antikorruptionsstrukturen die Rede. Mafia bedeutet, dass ganze parallele Geschäftsprojekte geschaffen werden, die mit den Möglichkeiten von Regierungsmitgliedern und Beamten verbunden sind.

Ja, bei den aktuellen Anschuldigungen geht es um die Protektion sogenannter Callcenter, die bereits seit Langem, seit vielen Jahren, eine der Quellen für die Bereicherung derjenigen sind, die nach 2019 an die Macht gekommen sind. Und gerade weil Möglichkeiten für die Tätigkeit solcher parallelen kriminellen Geschäftsinstitutionen innerhalb der Machtstrukturen entstehen, bilden sich kriminelle Organisationen. Nur naive Menschen oder Menschen, die vor ihren eigenen Fehlern bei Wahlen die Augen verschließen wollen, können glauben, dass dies eine große Sensation sei und es eigentlich anders hätte kommen müssen. Es sei daran erinnert, dass die Mehrheit der Einwohner unseres heutigen Landes zu diesen Menschen gehört.

Denn die Situation ist so einfach wie zwei mal zwei. Wenn Sie für Menschen stimmen, die nie an politischen Prozessen beteiligt waren und die gezwungen sind, Loyalität statt Professionalität zum Auswahlkriterium zu machen, weil sie selbst keine Profis sind und keinerlei Verständnis dafür haben, wen von den Teilnehmern politischer Prozesse man für einen Profi und wen für einen Amateur halten sollte, wer ein ehrlicher Mensch ist und wer nicht, dann entstehen die Bedingungen, eine Art Nährboden für die Bildung krimineller Gemeinschaften auf staatlicher Ebene.

Der Staat selbst verwandelt sich in eine Mafia – und das haben wir ebenfalls mehrfach am Beispiel von Ländern Europas beobachten können. Die Mafia beginnt, den Staat zu kontrollieren. Die Sicherheitsstrukturen beginnen, aufeinander zu schießen, um die Kontrolle über Callcenter oder irgendwelche anderen Finanzströme zu erlangen. Und dem gewöhnlichen Bürger bleibt nur, dabei zuzusehen, wie sein eigener Staat von denjenigen privatisiert wird, die seine Institutionen zur unrechtmäßigen Bereicherung nutzen.

Und natürlich bleibt selbst in einer solchen Situation das Kriterium der Loyalität das wichtigste für das Funktionieren des Staatsapparats. Bis heute wissen wir nicht genau, ob auch das Büro des Generalstaatsanwalts selbst durchsucht wurde, denn darüber berichten ausschließlich journalistische Quellen. Die Generalstaatsanwaltschaft dementiert dies hingegen.

Was wir jedoch mit Sicherheit wissen, ist, dass der amtierende Generalstaatsanwalt Leiter eben jenes Nationalen Antikorruptionsbüros werden wollte und die Überprüfung nicht bestand, bei der es gerade um Fragen der Integrität ging. Was geschieht in zivilisierten Staaten mit Menschen, die eine solche Überprüfung nicht bestehen? Die Staatsführungen und Beamten solcher Länder versuchen, im Umgang mit solchen Menschen vorsichtig zu sein, um zumindest den eigenen Ruf nicht zu beschädigen und nicht in irgendeinen Reputationsskandal zu geraten.

Hat diese unangenehme Geschichte den künftigen Generalstaatsanwalt bei seinem weiteren Aufstieg auf der Karriereleiter behindert? Keineswegs. Denn moralische Bewertungen sind das Letzte, was die ukrainische Staatsführung heute interessiert, wenn es um die Besetzung bestimmter Ämter geht. Und wenn es weder das Kriterium der Professionalität noch das Kriterium der Integrität gibt, welches Kriterium bleibt dann noch? Es bleibt die Loyalität gegenüber der ersten Person im Staat, umso mehr, wenn sich der gesamte Staatsapparat um diese eine Person dreht, die seit nunmehr sieben Jahren allein sämtliche Entscheidungen trifft. Und wenn sie keine Zeit hat, diese Entscheidungen zu treffen oder zu verstehen, was getan werden muss, gerät der gesamte Staatsapparat der Ukraine ins Stocken.

Und ich muss Ihnen sagen, dass dies bei Weitem nicht die letzte Situation dieser Art ist. Wenn wir das Ende des Krieges erleben und wieder nach genau jenen Kriterien gewählt wird, die unsere geschätzten Landsleute 2019 angewandt haben: neue Gesichter; wichtig ist, dass der Mensch ein guter Mensch ist; die Vorgänger waren korrupt, diese hier aber werden natürlich so einfache Menschen sein wie wir selbst – und all der andere Wahnsinn, den wir gehört haben und bis heute hören. Dann wird die Mafia in diesem Land während langer, schwarzer Jahrzehnte der Nachkriegsentwicklung unseres Landes das Sagen haben.

Und dann wird es weder eine europäische Integration noch irgendeine Verbesserung des Lebens geben. Man wird uns erklären, dass die Europäer zu viel von uns verlangen. Zunächst wird man versuchen, Geld von den Chinesen zu bekommen, und wenn die Chinesen dann auf Chinesisch erklären, dass es dieses Geld nur geben kann, wenn Kyiv sich mit Moskau verständigt, wird man nach Modellen der Zusammenarbeit mit den Russen suchen – ungeachtet dieses ganzen grausamen Krieges. Nun, es wird dann eben so sein wie in Georgien.

Darin liegen die Risiken. Es handelt sich nicht einfach um Risiken korruptiver Art. Und es geht nicht einfach darum, auf welche Weise Menschen, denen Integrität fernliegt, hohe Ämter im Staat bekleiden. Und in Wirklichkeit geht es auch nicht nur um die Risiken eines personalistischen Regimes, das die Ukraine seit 2019 unerwartet all den anderen ehemaligen Sowjetrepubliken ähnlich gemacht hat, von denen wir uns über mehrere Jahrzehnte hinweg und dank zweier großer Aufstände zu entfernen versucht haben.

Nein, es sind Risiken, die auch mit der Existenz des Staates selbst und des ukrainischen Volkes selbst verbunden sind. Denn die Mafia kennt keine Staatsgrenzen. Der Mafia ist es gleichgültig, in welcher Sprache sie spricht. Und wir sehen, in welcher Sprache die Mafia in ihren sogenannten Amtszimmern spricht. Die Mafia nutzt den Patriotismus anderer und deren Verständnis für die Notwendigkeit, den Staat zu bewahren, ausschließlich dazu, um in diesem Staat selbst ein süßes Leben zu führen und gut trinken zu können. Darin unterscheidet sich eine mafiöse Organisation nicht nur von Integrität, sondern sogar von Korruption.

Denn ein korrupter Beamter braucht zumindest einen funktionierenden Staat, in dem er seine dienstliche Stellung missbrauchen kann. Ein Mafioso hingegen bereichert sich, als wäre es das letzte Mal. Für ihn ist ein solcher Staat ausschließlich ein Ort, aus dem er mit seinen zusammengeraubten Milliarden fliehen und all diese dann unnötig gewordenen Ämter vergessen wird, weil er genug Geld hat.

Und man muss sich noch eine einfache Sache bewusst machen. Wenn es in der Ukraine keine Antikorruptionsstrukturen gäbe, die unter der vorherigen Staatsführung geschaffen wurden – glücklicherweise und auf Forderung unserer ausländischen Partner –, wenn wir während des Krieges nicht finanziell von ihnen abhängig wären, wenn es nicht den berühmten Protest mit den Pappschildern gegeben hätte, dessen Teilnehmer von der Staatsführung verlangten, die Antikorruptionsstrukturen nicht in die Machtvertikale einzugliedern, sie also nicht eben jener Generalstaatsanwaltschaft zu unterstellen, in der jetzt Durchsuchungen stattfinden, dann hätte die Mafia die Ukraine bereits wesentlich effektiver, treffsicherer und ohne jede Alternative erobert und besetzt, als es der russische Aggressor tut.

Das ist es, was tatsächlich hätte geschehen können. Das wären die wirklichen Folgen der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen von 2019 gewesen. Dazu gratuliere ich Ihnen. Vor allem aber gratuliere ich uns dazu, dass es noch vor diesen Wahlen gelungen ist, derart wirksame Sicherungen gegen diesen ganzen schrecklichen Horror zu schaffen, die gewisse Chancen auf die Rettung des ukrainischen Staates eröffnen. Keine optimalen und keine absoluten, aber immerhin vorhandene.

Und an diesen Chancen werden wir uns in den kommenden Kriegs- und Nachkriegsjahren und -jahrzehnten festhalten müssen, denn die Mafia zu besiegen ist in Wirklichkeit eine weitaus schwierigere und möglicherweise für das ukrainische Volk kaum zu bewältigende Aufgabe, als selbst den Kreml zu besiegen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: «Карфаген» має бути зруйнований |Віталій Портников. 05.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 05.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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