Rubio–Zelensky: Wer lügt? | Vitaly Portnikov. 28.03.2026.

Heute beginnen wir unser Gespräch mit einem unerwarteten Skandal zwischen dem Außenminister der Vereinigten Staaten und dem Präsidenten der Ukraine, dessen Zeugen wir in den letzten Tagen alle geworden sind. Ich erinnere daran, dass alles mit der Mitteilung des ukrainischen Präsidenten begann, die Vereinigten Staaten seien bereit, der Ukraine Sicherheitsgarantien erst dann zu geben, wenn die ukrainischen Truppen das Gebiet der Region Donezk verlassen. Und das ist bekanntlich einer der Hauptwünsche des russischen Präsidenten Putin, der immer gesagt hat, dass die russische Armee ohne die Lösung des Donbas-Problems kaum zu einer Waffenruhe und zu irgendwelchen Fragen im Zusammenhang mit einem Waffenstillstand im russisch-ukrainischen Krieg bereit sein werde.

Obwohl ich Sie daran erinnern möchte, dass seit den letzten Monaten nach Anchorage eigentlich die Vereinigten Staaten, die Ukraine und Russland an einem Friedensabkommen arbeiten. Und keineswegs nur die Frage des Truppenabzugs aus dem Donbas ist Gegenstand der Gespräche zwischen den russischen, ukrainischen und amerikanischen Delegationen. Verhandlungen, die, wie mir scheint, ausschließlich davon zeugen, dass Moskau Zeit gewinnt, um den russisch-ukrainischen Krieg fortzusetzen.

Nun wurde der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, der sich vor dem Hintergrund der beispiellosen energie- und wirtschaftspolitischen Krise in der Welt, die mit dem Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran zusammenhängt, mit den Außenministern der G7-Staaten traf, gefragt, inwieweit diese Aussage Zelenskys der Wirklichkeit entspreche. Marco Rubio suchte nicht nach, wie ich sagen würde, angenehmen Worten und diplomatischen Formulierungen. Der erfahrene amerikanische Gesetzgeber, der frühere Leiter der diplomatischen Vertretung der Vereinigten Staaten, der außerdem jetzt – viele erinnern sich daran nicht – als Berater des Präsidenten der Vereinigten Staaten für nationale Sicherheit arbeitet, wählte seine Worte nicht sorgfältig und sagte dreimal, dass Zelensky lüge und dass die Amerikaner der Ukraine nie den Wunsch aufgezwungen hätten, das Gebiet der Region Donezk zu verlassen, sondern lediglich die Wünsche der Russen übermittelt hätten. Zugleich bestätigte Rubio Zelenskys Hauptthese, dass der Ukraine jegliche Sicherheitsgarantien erst nach dem Ende des Krieges gegeben werden könnten.

Zelensky wich nach diesen harten Antworten Rubios nicht zurück, sondern sagte sogar, er habe nur die Spitze des Eisbergs dargestellt und in den Konsultationen zwischen der amerikanischen und der ukrainischen Delegation gebe es in Wirklichkeit noch einen bedeutenden Teil, über den er der Öffentlichkeit lieber nichts erzählen wolle. Und was die Frage betrifft, wer in Bezug auf die Forderungen nach dem Abzug ukrainischer Truppen aus jenen Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk lügt, die heute unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung stehen, machte Zelensky klar, dass die Amerikaner ständig betonen, jegliche Sicherheitsgarantien müssten der Ukraine erst nach dem Ende der Kampfhandlungen im russisch-ukrainischen Krieg gewährt werden. Solche Kampfhandlungen könnten aber nur dann beendet werden, wenn die ukrainischen Truppen den Donbas verlassen. Und das sei nicht einfach nur ein Wunsch der Russen, sondern eine Feststellung der Amerikaner, dass ohne den Abzug der Truppen aus dem Donbas die Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front nicht enden würden.

Nun werden wir also auf die Reaktion der amerikanischen Seite warten. Obwohl dieser Meinungsaustausch meiner Ansicht nach nicht viel verändert hat. Erstens denke ich, dass der Hauptpunkt, den die Seiten besprechen, amerikanische Sicherheitsgarantien sind. Rubio bestätigt, dass diese Garantien der Ukraine nur im Fall einer Beendigung der Kampfhandlungen gegeben werden können und, soweit ich das verstehe, unter solchen Vereinbarungen zwischen Russland und der Ukraine, die ausschließen würden, dass die Vereinigten Staaten in einen offenen Zusammenstoß zwischen diesen beiden Ländern geraten. Zelensky sagt, dass das so nicht funktioniert. Sicherheitsgarantien müssten vorher gegeben werden.

Aber ich möchte in Wirklichkeit fragen: Welche realen Sicherheitsgarantien besprechen wir heute eigentlich? Wir benutzen diesen Begriff Sicherheitsgarantien die ganze Zeit wie einen Fetisch, ohne zu begreifen, dass es in der modernen Welt überhaupt keine Sicherheitsgarantien mehr gibt. Zelensky selbst befindet sich, während er über all diese Differenzen mit den Amerikanern spricht, in den Ländern des Persischen Golfs, also dort, wo im Grunde die wichtigsten Ereignisse stattfinden, die mit dem Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran zusammenhängen.

Und in diesen Ländern des Persischen Golfs befinden sich amerikanische Basen, die an sich bereits als Sicherheitsgaranten für diese Länder galten, Verbündete der Vereinigten Staaten von Amerika. Und früher sprach Donald Trump davon, dass amerikanische Investitionen selbst Sicherheitsgarantien seien. Wenn amerikanisches Business Geld in die Ukraine investiere, werde das bedeuten, dass Russland sie niemals angreifen werde. Putin lachte schon damals dreist über diese Aussagen des amerikanischen Präsidenten, als er, wie Sie sich erinnern, begann, gerade amerikanische Investitionen auf ukrainischem Territorium überall dort wirklich zu terrorisieren, wo sie sich befanden, und Fabriken in Asche zu verwandeln.

Aber wir verstehen sehr gut, dass eine private Fabrik keine staatliche Militärbasis ist. Dass es im Gebiet des Persischen Golfs so viele amerikanische Militäranlagen gibt, hätte den Führungen der Länder des Persischen Golfs bereits ein gewisses Sicherheitsgefühl vermitteln müssen und das Gefühl, dass auf dem Gebiet dieser Länder ganz sicher keine Bombe und keine Rakete mehr einschlagen werde. Alle würden die Vereinigten Staaten fürchten. Das stellte sich als völlig falsch heraus. Jetzt werden amerikanische Militäranlagen angegriffen, Flugzeuge brennen, Wohnviertel der größten Städte der Länder des Persischen Golfs werden angegriffen – sowohl Riad als auch Abu Dhabi und Dubai. Ihre wichtigsten Infrastrukturanlagen werden zerstört. Die Vereinigten Staaten können hier nichts tun, obwohl sie weiter kämpfen und iranische Infrastruktur zerstören.

Stellen wir uns nun vor, dass anstelle des Iran, der Atomwaffen wollte, sie aber nicht erhalten hat, ein Land wie die Russische Föderation steht. Eine nukleare Supermacht, die mit ihrem atomaren Potenzial mit den Vereinigten Staaten vergleichbar ist. Inwieweit kann man Sicherheitsgarantien gegen einen solchen Staat geben, wenn selbst nichtnukleare Staaten ohne besondere Befürchtungen amerikanische Militäranlagen angreifen? Das ist die erste Frage, auf die man sehr bald eine Antwort bekommen sollte.

Und die nächste Frage ist, was irgendwelche amerikanischen Sicherheitsgarantien überhaupt bedeuten würden. Donald Trump sprach vom ersten Tag seiner Präsidentschaft an davon, dass die Vereinigten Staaten die Bedenken der Russischen Föderation hinsichtlich der NATO verstünden und dass die Vereinigten Staaten der Russischen Föderation garantierten, dass Russland gegenüber einem NATO-Beitritt der Ukraine keinerlei Einwände haben werde, dass zumindest die Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten es der Ukraine nicht erlauben werde, Mitglied der NATO zu werden.

Ich glaube nicht wirklich, dass Wladimir Putin solche Garantien seitens Donald Trumps aus einem einfachen Grund ernst nimmt. Donald Trump wird noch drei Jahre Präsident der Vereinigten Staaten sein. Im Jahr 2029 wird ein anderer Mensch ins Oval Office kommen, der alle grundlegenden außenpolitischen Ansichten Donald Trumps absolut nicht teilen könnte. Im Übrigen ändern sich Donald Trumps eigene außenpolitische Ansichten täglich. Aber darum geht es nicht. Die Frage ist vielmehr: Wenn Donald Trump glaubt, dass der Beitritt der Ukraine zur NATO den Artikel 5 der NATO aktivieren könnte und die Vereinigten Staaten dann an einem Krieg mit einer parallelen nuklearen Supermacht teilnehmen müssten, und wenn seine Aufgabe darin besteht, einen solchen Konflikt auszuschließen – was sind dann Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten für die Ukraine, die keine direkte Beteiligung der Vereinigten Staaten am Krieg vorsehen? Wen sollten sie dann abschrecken? Welche Bedeutung hat es, ob diese Garantien uns vor dem Ende der Kampfhandlungen gegeben werden oder nach dem Ende der Kampfhandlungen, wenn der Hauptinhalt dieser Sicherheitsgarantien gerade in ihrer Abwesenheit bestehen wird? Denn das Einzige, was die Russische Föderation theoretisch von einem Zusammenstoß mit den Vereinigten Staaten hätte abhalten können, wäre ihre direkte Beteiligung an einem Krieg mit einem dritten Staat.

Jetzt hat der Iran, kann man sagen, bewiesen, dass man gegen die Vereinigten Staaten schlagen kann, dass man gegen ihre Militäranlagen schlagen kann. Und dass daran nichts Besonderes ist. Das ist ungefähr dasselbe, was 2022 im russisch-ukrainischen Krieg geschah, als es eine lange Zeit lang so schien – erinnern Sie sich –, dieser Krieg könne nur auf ukrainischem Territorium stattfinden. Und wenn die Ukraine irgendwohin schlug, dann ausschließlich auf jene Objekte, die sich auf ihrem eigenen besetzten Territorium befanden. Und Waffen wurden ihr ausschließlich dafür gegeben, auf die besetzten Gebiete der Ukraine selbst zu schlagen, auf die Krim, auf die Regionen Donezk und Luhansk, aber auf das Gebiet der Russischen Föderation selbst – da sollte, so ein Konsens, praktisch Frieden, Ruhe und Gottes Segen herrschen.

Aber in diesen vier Jahren hat sich, wie Sie sehen, alles bis zur Unkenntlichkeit verändert. Das erste Gebiet, das faktisch zu einem Kriegsgebiet wurde, war die Region Belgorod, die jetzt bereits genauso eine Zone von Schlägen gegen militärische Objekte und gegen kritische Infrastruktur ist wie jede Region der Ukraine. Es wurde offensichtlich, dass die Ukraine militärische Objekte der Russischen Föderation treffen kann, die sich keineswegs nur auf dem Gebiet der besetzten Krim oder des Donbas befinden, sondern auch auf dem Gebiet der Russischen Föderation selbst. Das letzte Beispiel sind die Schläge gegen die Ölhäfen der Russischen Föderation in Ust-Luga und Primorsk, die in der modernen Geschichte der Russischen Föderation die größte Ölversorgungskrise geschaffen haben.

Natürlich hätte man, wenn im Jahr 2022 jemand gesagt hätte, dass ukrainische Truppen in einem der strategisch wichtigsten Häfen auf dem Territorium der Russischen Föderation einen großangelegten Brand verursachen würden und dabei nichts Besonderes geschehen werde, ihm wahrscheinlich in der Russischen Föderation selbst keinen Glauben geschenkt. Denn in Russland war man, wie heute in den Vereinigten Staaten, überzeugt, dass, wenn eine Supermacht einen Krieg beginnt, man sie nicht angreift, sondern sich wenigstens auf bestimmte rote Linien beschränkt, sagen wir, auf Territorien, die von dieser Supermacht besetzt sind. Das ist ja nicht gegen Russland selbst, nicht gegen das eigentliche Russland.

Und natürlich auch nicht gegen amerikanische Militäranlagen, denn das Einzige, gegen wen der Iran schlagen kann, ist Israel. Die Vereinigten Staaten verstanden, dass Israel im Fall eines Angriffs Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran ziemlich schwere Schläge durch die iranischen Streitkräfte erleiden würde. Auf solche Schläge müsse man sich vorbereiten, aber nicht auf Schläge gegen amerikanische Militäranlagen. Entschuldigen Sie, das ist eine sakrale Sache. Gegen sie darf man nicht schlagen. Man darf nicht gegen amerikanische Soldaten schlagen. Jetzt ist das anders. Somit existieren keine realen Sicherheitsgarantien.

In diesem Zusammenhang noch eine wichtige Frage: Gilt Artikel 5 der NATO überhaupt? Selbst wenn wir, sagen wir, den Widerstand der Amerikaner, der Ungarn und anderer Länder gebrochen hätten, die uns nicht in der NATO sehen wollen, und wir heute in die NATO aufgenommen worden wären – in welcher Situation befänden wir uns dann? Würden wir einfach sagen: „Oh, jetzt sind wir in der NATO, uns wird schon niemand mehr angreifen“? Zugleich wird aber die Frage diskutiert, wie real ein Einmarsch der Russischen Föderation in die baltischen Staaten sein könnte und inwieweit man erwarten kann, dass in dieser Situation die Russische Föderation tatsächlich gerade durch die amerikanische Beteiligung am Krieg gestoppt wird, während Donald Trump von allen Tribünen – und wenn es keine Tribünen gibt, sucht er sie und steigt auf sie hinauf – immer wieder dasselbe sagt: dass die NATO es noch bereuen werde, nicht an der Kampagne im Persischen Golf teilgenommen zu haben.

Dabei scheint mir für jeden Menschen offensichtlich zu sein, dass der Präsident der Vereinigten Staaten die Situation der Probleme mit dem Iran benutzt, um Probleme mit der NATO zu schaffen. Denn als die Kampagne der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran begann, dachte niemand auch nur daran, dass die Europäer daran teilnehmen müssten. Und die Vereinigten Staaten wandten sich nicht an die Europäer mit der Bitte um Hilfe. Mehr noch, sie brauchten die Europäer gar nicht so sehr um Hilfe zu bitten, aus dem einfachen Grund, dass sie die Infrastruktur ihrer Basen auf dem Territorium der NATO-Länder in Europa für die Logistik ihrer militärischen Kampagne nutzen.

Vielleicht ist sich das nicht jeder bewusst, aber ich sage Ihnen ganz klar, dass die Europäer bei den Kampagnen der Vereinigten Staaten im Nahen Osten seit Jahren und über mehrere Kampagnen hinweg eine bedeutende Rolle spielen, weil sie den Vereinigten Staaten ihr Territorium zur Verfügung stellen, ohne das ihre Logistik im Nahen Osten viel schwerer und komplizierter wäre. Dasselbe Ramstein ist eines der Zentren dieser Kampagne. Natürlich wäre es für Amerika in jeder Region, die es für prioritär hält, viel schwieriger, wenn die Europäer die Vereinigten Staaten bitten würden, ihr Territorium zu verlassen, weil sie sie nicht als Garanten ihrer eigenen Sicherheit betrachteten. Aber das nur skizzenhaft.

Das Wichtigste ist, dass in früheren amerikanischen Kampagnen im Nahen Osten immer die Situation genutzt wurde, die mit dem amerikanischen Wunsch zusammenhing, die europäischen Verbündeten als Teil ihrer Kampagnen zu sehen. All diese Kampagnen wurden abgestimmt. Sie konnten unter amerikanischem Kommando oder unter gemeinsamem NATO-Kommando stehen, aber es war gemeinsame Arbeit. Hier aber wurden die Europäer im Grunde nicht einmal über einen möglichen Angriff der Amerikaner und Israelis auf die militärischen Objekte des Iran informiert, über die Liquidierung des Obersten Führers des Iran, Ajatollah Khamenei, und so weiter, weil Trump sicher war, dass er dieses Problem buchstäblich in wenigen Tagen lösen würde und entweder das iranische Regime zerstört werde, wie ihm beispielsweise derselbe israelische Premierminister Benjamin Netanyahu versprochen haben könnte, oder irgendein guter Oberster Führer gefunden werde, der gern mit ihm über iranisches Öl reden würde – ungefähr so wie die venezolanische Diktatorin Delcy Rodríguez, die Trump zur neuen Chefin Venezuelas machte, nachdem der frühere Amtsinhaber, Nicolás Maduro, entführt worden war, dessen Vizepräsidentin sie übrigens gewesen war.

Und es ist offensichtlich, dass Trump, der in einer Welt gehorsamer Diktatoren leben will, die mit ihm das Geld teilen werden, einfach berauscht wurde und nach dieser Operation in Venezuela jede Orientierung verlor – einer Operation, die eben eine punktuelle Spezialoperation zur Ergreifung eines einzigen Menschen war und keineswegs eine Operation zur Besetzung Venezuelas oder zum Regimewechsel in diesem Land, was natürlich zu einer völlig anderen Entwicklung der Ereignisse geführt hätte, aber genau das brauchte Trump nicht. Das ist klar. Und vielleicht meinte er, dass er das auch im Iran nicht brauche, weil die iranische Führung sofort alles verstehen werde, sobald Khamenei und seine Leute beseitigt seien.

Es kam völlig anders, als Trump und die Menschen, die mit ihm über diese Geschichte gesprochen hatten, vorausgesehen hatten. Und im Ergebnis, wie wir sehen, endete alles damit, dass Trump jetzt europäische Hilfe braucht, sich an die Europäer um Hilfe in einer Kampagne wendet, die er allein oder mit dem Premierminister Israels geplant hatte. Und die europäischen Führer sagen einer nach dem anderen: „Aber ihr habt uns doch nicht zu diesem Krieg eingeladen, als ihr ihn begonnen habt. Ihr habt euch nicht mit uns beraten, ihr habt mit uns nicht besprochen, wie dieser Krieg ablaufen wird. Wir hätten euch von den Überraschungen erzählen können. Wir hätten euch erzählen können, dass der Iran in der Lage ist, die Straße von Hormus zu blockieren, und euch fragen können, wie ihr euch auf diese größte Energiekrise vorbereiten wollt, die eurer politischen Karriere ein Ende setzen kann. Wir hätten euch sagen können, dass eure Militäranlagen und die Länder des Persischen Golfs unter Beschuss geraten könnten. Wenigstens hätten wir das alles mit euch besprechen können, und wir hätten dann darüber nachgedacht, wie wir gemeinsam handeln könnten, um diese Überraschungen zu verhindern. Aber wenn ihr euch entschlossen habt, euch auf ein echtes Abenteuer einzulassen – denn eine unvorbereitete Kampagne ist immer ein Abenteuer, selbst wenn sie ein edles Ziel verfolgt –, wie sollen wir dann jetzt an diesem Abenteuer einfach als eingeladene Gäste teilnehmen, nur weil ihr es nicht geschafft habt, weil ihr es nicht bewältigt habt?“

Trump ist mit dieser Logik natürlich nicht einverstanden, aus demselben Grund, aus dem er heilig daran glaubt, dass, wenn er jemandem befiehlt, alle sich darüber freuen und diesen Befehl ausführen müssen – so wie das in seinem reptilienhaften Kabinett geschieht, dessen Mitglieder während der in die ganze Welt übertragenen Sitzungen damit beschäftigt sind, miteinander in unverfrorener nordkoreanischer Schmeichelei gegenüber einem ganz und gar nicht nordkoreanischen Präsidenten zu konkurrieren. Und jetzt nutzt er diese Situation, um zu sagen, dass die Vereinigten Staaten die NATO verlassen könnten.

Das erinnert mich sehr an Putins Taktik, der 2022 begriff, dass die Niederlage seines Blitzkriegs keine Niederlage, sondern eine Chance war. Nicht nur eine Chance, sich in einen langjährigen Krieg mit der Ukraine hineinziehen zu lassen, der zweifellos sein Regime zementiert und jegliche politischen Alternativen zum Tschekistenregime in Russland auf lange Jahrzehnte ausschließt, sondern auch, sein Regime von einem autoritären in ein totalitäres zu verwandeln.

Ich kann Ihnen sogar sagen, dass meiner Meinung nach alle russischen Kriege seit den 1990er Jahren immer zur Stärkung der russischen Macht, zur Stärkung der Tschekisten und letztlich zur Verwandlung des Landes von einem amorph-demokratischen, wie das Jelzin-Russland war, in ein vorautoritäres Land der späten 1990er Jahre beigetragen haben, an dessen Regierungsspitze Putin erschien. Dann, als der Zweite Tschetschenienkrieg bereits in Putins Zeiten stattfand und die Teppichbombardements von Grosny und anderen tschetschenischen Städten und Siedlungen begannen, wurde Russland zu einem autoritären Land, in das es sich ziemlich schnell verwandelte. Und später kann man sagen, dass 2022 das autoritäre Land, das seinen Autoritarismus nach der Annexion der Krim nur noch verstärkt hatte, zu einem totalitären Land wurde. Das heißt, Putin betrachtet jegliche Probleme immer als Chance zur Stärkung der Macht.

Und mir scheint, dass Trump den iranischen Krieg jetzt genau so betrachtet. Er glaubt, dass die Nichtteilnahme der europäischen Länder an diesem Krieg und jene Kommentare, die ihre Führer zu den amerikanischen Handlungen abgeben, und jene Diskussionen, die in der NATO um diesen Krieg herum stattfinden, ihm letztlich die Möglichkeit geben, zu seinem alten Traum zurückzukehren, mit dem er schon in seiner ersten Amtszeit auftrat: die Vereinigten Staaten aus der NATO herauszuführen. Ich sage gleich, dass auch dieses Abenteuer scheitern wird, aus dem einfachen Grund, dass Trump eine solche Entscheidung kaum ohne den Kongress treffen kann. Aber so oder so müssen wir verstehen, dass er ein großes Potenzial hat, das mit dem Einfrieren der Beteiligung der Vereinigten Staaten an der NATO zusammenhängt.

Und warum erzähle ich Ihnen das so ausführlich? Weil ich wieder zur Frage der Sicherheitsgarantien zurückkomme. Dieser erstaunliche Skandal zwischen dem Präsidenten der Ukraine und dem Außenminister der Vereinigten Staaten erscheint mir daher wie der Triumph irgendeiner Abstraktion. Erstens gibt es keinerlei Friedensprozess. Für jeden Menschen, der diesen Prozess verfolgt, ist völlig offensichtlich, dass die Russische Föderation diese Geschichte einfach in die Länge zieht, um die guten Beziehungen zwischen dem Präsidenten der Russischen Föderation Putin und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Trump aufrechtzuerhalten. Das ist es, was sie den Geist von Anchorage nennen.

Dabei sehen wir, dass Putin, sobald ihm klar wird, dass er zur Aufrechterhaltung guter Beziehungen zu Trump keinerlei Friedensverhandlungen mit der Ukraine braucht, diese auch nicht führt. Ich erinnere Sie daran, dass das letzte Telefongespräch zwischen den Präsidenten der Russischen Föderation und der Vereinigten Staaten gerade der Situation im Nahen Osten gewidmet war und überhaupt nicht mit der Wiederaufnahme russisch-ukrainisch-amerikanischer Konsultationen zusammenhing. Zelensky sagt jetzt, die Amerikaner seien bereit, diese Verhandlungen in den Vereinigten Staaten abzuhalten, die Russen wollten aber nicht in die Vereinigten Staaten fliegen. Glauben Sie das wirklich? Wollen sie nicht? In diesen Tagen befindet sich in den Vereinigten Staaten die sogenannte russische Parlamentsdelegation unter der Leitung des widerlichen Enkels von Stalins Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Wjatscheslaw Molotow, bekannt durch seine Treffen mit Adolf Hitler, Wjatscheslaw Nikonow, eines ebenso russischen Propagandisten, der einen politischen Posten erhielt, wie übrigens auch sein Großvater. In dieser Situation sehen wir also, dass die Russen, wenn sie jemanden nach Amerika schicken müssen, um ihre Möglichkeiten in Bezug auf Kontakte zum amerikanischen Establishment zu demonstrieren, das sehr wohl tun können. Sie wollen nur nicht zu sinnlosen Verhandlungen fahren, weil Putin sowieso mit Trump kommuniziert.

Ein weiterer Moment, der Putin inspiriert, ist, dass die Amerikaner hartnäckig die russische Beteiligung am Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran auf Seiten des Iran nicht sehen wollen. Zelensky sprach buchstäblich vor ein paar Stunden davon, dass der Iran Satelliteninformationen von der Russischen Föderation erhält. Er nannte konkrete amerikanische Objekte, die russische Satelliten fotografieren. Und es ist offensichtlich, dass diese Operation, diese Fotografierung dieser Objekte, gerade für die Bedürfnisse der Islamischen Republik erfolgt, die übrigens bereits die amerikanische Basis Diego Garcia mit Langstreckenraketen angegriffen hat und sie möglicherweise erneut angreifen wird. Und dafür gibt es Satellitenaufnahmen, die den Iranern helfen werden, diesen Flug durchzuführen.

Rubio sagte bei dem Treffen mit den Außenministern der G7-Staaten, als man ihm sagte, es gebe unwiderlegbare Beweise für die russische Beteiligung an dieser Geschichte, dass die Russen im Krieg der Vereinigten Staaten und des Iran nichts täten, was die Ziele der amerikanischen Operation behindern könnte. Das ist also schlicht, würde ich sagen, deklariertes politisches Wahnsinn. Vielleicht tun die Russen nichts, was den Vereinigten Staaten schaden könnte, weil sie einfach nicht genügend Kräfte haben, aber sie setzen zumindest ihre Kräfte ein, damit in diesem Krieg möglichst viele amerikanische Militärangehörige umkommen und möglichst viele amerikanische Militäranlagen Schaden nehmen. Darin besteht überhaupt das Wesen dieser Geschichte.

Und es stellt sich die Frage, warum Trump, Rubio, Witkoff das hartnäckig nicht sehen wollen. Und ich sage Ihnen warum. Weil das Menschen ohne Werte sind. Und sie glauben – Trump glaubt, Rubio und Witkoff glauben nichts, denn sie glauben das, was Trump glauben will. Und Trump glaubt: Wenn ich der Ukraine helfe, dann darf Putin dem Iran helfen. „Daran ist nichts Schlechtes. Ich helfe einem Land, das ich unterstützen will. Du hilfst einem anderen Land, das du unterstützen willst. Und wir konkurrieren hier miteinander. Wissen Sie, wie im Ring, nur dass wir gewissermaßen nicht selbst kämpfen, sondern die Probleme im Iran und in der Ukraine liegen. Auf unserem Territorium gibt es nichts wirklich Ernstes.“ Und dass die Vereinigten Staaten dem Opfer einer Aggression helfen, das einem unprovozierten Angriff ausgesetzt war, während die Russische Föderation einem aggressiven Staat hilft, dessen Ziel die Zerstörung des jüdischen Staates ist, eines Verbündeten der Vereinigten Staaten, der die ganze Region terrorisiert, der eine ganze Reihe terroristischer Organisationen in der Region geschaffen hat, die sogenannte Achse des Widerstands, und seinen Wunsch, die Vereinigten Staaten zu schwächen, nicht verhehlt – was es, wie Sie verstehen, in den ukrainisch-russischen Beziehungen nie gegeben hat. Wir haben mit Russland nie etwas getan und hatten nie vor, es zu schwächen oder gegen es zu kämpfen. Wir wollten bis 2014 überhaupt nur gegenseitig vorteilhafte wirtschaftliche und politische Kontakte mit ihm aufrechterhalten, solange es sich nur nicht in unsere politische Wahl einmischte. Für Trump ist das nun absolut dasselbe. Deshalb hält er das alles nicht für etwas Besonderes. „Na, Putin hilft dem Iran. Soll er doch. Er ist ja trotzdem nicht so stark wie ich.“ Das ist das Wesen dessen, was hier rund um die amerikanische Position geschieht.

Und natürlich hat Zelensky recht, wenn er selbst in die Länder des Nahen Ostens fährt und mit ihnen über die Lieferung ukrainischer Drohnen verhandelt. Offenbar in der Hoffnung, dass diese Länder und ihre Führer mit ihrem Autoritätsgewicht in den Vereinigten Staaten uns helfen können, wenn schon nicht die amerikanische Position zu ändern, dann wenigstens Einfluss auf den Druck auf Russland zu nehmen. Denn jetzt sieht man in Saudi-Arabien, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in anderen Ländern des Persischen Golfs, dass der Iran, der zu einem offenen Feind der Ukraine geworden ist, der Waffen an Russland lieferte, damit es unser Land zerstört, und die Ukraine als Versuchsgelände benutzte, wie sich zeigt, nicht nur für einen Angriff auf Israel, sondern auch für einen Angriff auf die Länder des Persischen Golfs, dass er ein gemeinsamer Feind ist und dass die Vereinigten Staaten davor nicht die Augen verschließen können. Und als ich diese Besuche Zelenskys kommentierte, habe ich immer gesagt, dass für Donald Trump solche Menschen wie Prinz Mohammed bin Salman, der faktische Herrscher Saudi-Arabiens, weitaus bedeutendere Gesprächspartner sind als etwa europäische Führer wie Emmanuel Macron oder Friedrich Merz, weil Trump auf seine europäischen Verbündeten nicht hört. Sie sind jetzt gezwungen, mit ihm zu polemisieren, so wie das der britische Premierminister Keir Starmer tut, der heute endlich auf Trumps Angriffe geantwortet und gesagt hat, dass er die Interessen Großbritanniens verteidigen werde.

Und nochmals erinnere ich daran, dass dies der Premierminister eines Landes ist, dessen Bürger einst für den Austritt aus der Europäischen Union stimmten, in der Hoffnung auf irgendwelche besonderen, komfortablen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Und derselbe Donald Trump rief sie damals auf, für den Austritt aus der Europäischen Union zu stimmen, und wischt sich jetzt völlig ruhig die Füße an Großbritannien ab. Und jetzt bin ich nicht einmal mehr sicher, ob Prinz Mohammed in den Augen Trumps den Autoritätsgrad hat, auf den ich gehofft habe, denn gerade während seiner Rede beim Investitionsforum in Miami sagte Donald Trump zu saudischen Geschäftsleuten, Prinz Mohammed müsse ihm jetzt während des Krieges im Persischen Golf, mit dem er nicht gerechnet habe, den Hintern küssen.

Obwohl wir wissen, dass dem nicht so ist, dass Prinz Mohammed zusammen mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu einer der wichtigsten Lobbyisten dieses Krieges war, weil er offenbar ebenso wie Netanyahu nicht davon ausging, dass der Krieg nicht nur in Israel, sondern auch in den Ländern des Persischen Golfs Realität werden würde. Und aus dieser Sicht könnte gerade der Standpunkt von Prinz Mohammed, der einer der wichtigsten Investoren in die amerikanische Wirtschaft ist und an dessen Zusammenarbeit so Trump-nahe Personen wie Jared Kushner, sein Schwiegersohn, und Stephen Witkoff, sein Freund, interessiert sind, wichtig sein. Aber Sie verstehen sehr gut, dass man einen Menschen kaum ernst nehmen wird, wenn man öffentlich so verächtlich über ihn spricht, als jemanden, der einem den Hintern küssen soll.

Ich halte es für möglich, dass gerade das, was im Iran geschehen ist, jetzt das Bild von Prinz Mohammed und Netanyahu in den Augen Donald Trumps verändert hat, denn er ist faktisch in die Falle des iranischen Krieges geraten. Ein Mensch, der sieht, wie sein Rating täglich sinkt, und ein Mensch, der versteht, dass er die Zwischenwahlen möglicherweise nicht überlebt, zumindest was die Freiheit seines Handelns als Präsident nach 2027 betrifft, sucht die Schuldigen an dem, was geschehen ist, und findet sie natürlich nicht in seinem eigenen Kabinett, sondern im Königspalast in Saudi-Arabien und in der Residenz des israelischen Premierministers in Jerusalem. Das ist die ganze Logik, wie sich die Situation so schnell verändert.

Und noch einmal: Wenn sich die Situation so schnell verändert, wenn Donald Trump einen großen Freund in jedem Moment in einen Gegner verwandeln kann, ohne überhaupt zu bemerken, was geschieht, von welchen Sicherheitsgarantien können wir dann überhaupt sprechen, inwieweit können wir überhaupt darauf rechnen, dass die Vereinigten Staaten in absehbarer Zukunft ein beständiger und verlässlicher Partner sein können? Das ist die Frage. Aus dieser Frage muss man den Schluss ziehen, dass wir tatsächlich die Beziehungen zu jenen stärken müssen, die bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten – zu den europäischen Staaten, die in der Zeit, in der Donald Trump ein Amerika repräsentiert, das niemandem beständige Garantien geben kann, zu unseren wichtigsten Verbündeten werden müssen; zu den Ländern des Persischen Golfs, die wirklich an unseren Drohnen, an unserer Hilfe, an der Sicherung ihrer eigenen Sicherheit interessiert sein können. Denn wenn das iranische Regime bestehen bleibt und wenn es der amerikanischen Militärinfrastruktur, Israel und den Ländern des Persischen Golfs viele Wunden zufügt, dann wird es natürlich selbst im Fall einer Einstellung der Kampfhandlungen – womit ich in naher Zukunft nicht rechne; vielleicht rechnet Donald Trump damit, ich rechne nicht damit – für alle Länder des Persischen Golfs eine dauerhafte Bedrohung bleiben.

Und wir können ein wichtiger Partner für sie werden, weil die Ukraine in diesem Krieg bereits die ersten vier Jahre dieses modernen Krieges durchlebt hat und noch weitere vier Jahre eines modernen Krieges durchleben könnte. Auch das muss man begreifen. Aber jetzt werden wir mit anderen Ländern zusammen sein, für die Krieg zur Norm und Frieden zur Ausnahme wird. Und je mehr es solcher, würde ich sagen, Verbindungen zwischen Ländern gibt, für die Krieg die Norm und Frieden die Ausnahme ist, desto mehr wird für uns der Frieden zur Norm und der Krieg zur Ausnahme werden. Das muss die Formel für die Zukunft sein.

Jetzt werde ich auf die Fragen antworten, die in dieser Sendung bereits aufgetaucht sind, während wir mit Ihnen über die weitere Entwicklung der Ereignisse sprechen. Denn Sie verstehen ja, dass sich die Ereignisse so schnell entwickeln, dass wir nicht einmal wissen, wie sich die Situation bis zum Ende unseres Gesprächs verändern wird.

Frage. Scheint es Ihnen nicht, dass gerade jetzt Zelenskys Aussagen, Trump spiele auf Seiten Russlands, mit den Zwischenwahlen zusammenhängen und den Demokraten helfen können, den Sieg zu erringen und die Unterstützung für die Ukraine wiederherzustellen?

Portnikov. Erstens glaube ich nicht, dass Zelensky sagt, Trump spiele auf Seiten Russlands. Zelensky beschreibt einfach, wie diese Verhandlungen aussehen. Zweitens: Selbst wenn die Demokraten einen Sieg erringen, werden sie die Unterstützung für die Ukraine aus dem einfachen Grund nicht wiederherstellen können, weil die Außenpolitik in den Händen des Präsidenten der Vereinigten Staaten liegt. Und Präsident der Vereinigten Staaten wird bis Januar 2029 ein Republikaner sein, selbst wenn man sich eine fantastische Variante mit dem Rücktritt Donald Trumps vom Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten vorstellt. Gegenwärtig gibt es keinerlei reale Möglichkeiten dafür, dass Donald Trump dieses Amt verlässt. Denn selbst wenn die Demokraten durch ein Wunder die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses erhielten, würden sie im Senat keine Zweidrittelmehrheit haben, um Donald Trump abzusetzen. Daher wird Donald Trump höchstwahrscheinlich bis Januar 2029 Präsident der Vereinigten Staaten bleiben. Es mag viele Momente geben, in denen er etwas nicht tun kann, aber es wird keine Momente geben, in denen er etwas tun kann, das ihm der Kongress diktiert. Kongressmitglieder können mit ihm über etwas verhandeln, wenn es um den Haushalt geht, und irgendwelche Positionen zur Unterstützung der Ukraine im Austausch gegen irgendwelche Positionen verlangen, die Donald Trump wichtig sind. Jedes Mal wird das ein Kampf und Arbeit sein, aber bilden Sie sich nichts ein: Das wird nicht im Kongress entschieden, sondern im Weißen Haus.

Frage. Ein Friedensabkommen ist dasselbe wie Kapitulation und Verzicht auf Territorium. Sagen Sie, warum gibt es zwischen Japan und Russland bis heute kein Friedensabkommen? Wozu brauchen wir es?

Portnikov. Zwischen Japan und Russland gibt es aus einem einfachen Grund kein Friedensabkommen, weil der Krieg Japans mit Russland, nun, mit der Sowjetunion, beendet wurde. Denn Japan kapitulierte vor den alliierten Staaten, die Kampfhandlungen endeten. Und die Frage eines Friedensabkommens ist in dieser Situation eine rein juristische Formalität. Ich erkläre die ganze Zeit, dass es in Japan so war: zuerst der Waffenstillstand und dann das Friedensabkommen. Dieses „dann“, das Friedensabkommen mit der Sowjetunion und später mit Russland, dauert seit 1945 an. Aber vielleicht haben Sie bemerkt, dass in Japan das Feuer eingestellt wurde. Bei uns ist die Situation ganz einfach. Vor Unterzeichnung irgendeines Friedensabkommens mit der Russischen Föderation betont die Russische Föderation klar, dass sie die Kampfhandlungen nicht einstellen wird. Das bedeutet, dass der Krieg auf dem Territorium der Ukraine mit Beschuss, der Offensive der russischen Armee, Raketen, Drohnen und Bombardierungen aus Sicht des Präsidenten der Russischen Föderation bis zur Unterzeichnung eines Friedensabkommens fortgesetzt wird. Dieses Friedensabkommen brauchen wir aus dieser Logik heraus also, damit irgendwann – vielleicht in den 2020er, vielleicht in den 2030er Jahren des 21. Jahrhunderts – die Kampfhandlungen auf ukrainischem Territorium enden. Heute gibt es keine objektiven Voraussetzungen für ein Ende dieser Kampfhandlungen und für die Unterzeichnung eines Friedensabkommens. Vielleicht entstehen sie, wenn das russische wirtschaftliche Potenzial erschöpft ist. Hoffen wir, dass dies in den nächsten Jahren geschieht. Ich hätte gern schon in diesem Jahr.

Frage. Wie wird Ihrer Meinung nach eine rechtzeitige Zusammenarbeit mit den Ländern der Emirate heute aussehen? Mir scheint, dass das genau die dringend notwendigen Gelder sind, die den offenen amerikanischen Verrat kompensieren könnten.

Portnikov. Ich weiß nicht, ob es Gelder sein werden, aber ich denke, was real sein könnte, ist, dass die Zusammenarbeit mit den Ländern des Persischen Golfs zumindest die Frage bestimmter Energielieferungen lösen wird. Denn Sie müssen noch einmal verstehen: Die Welt gerät in eine Energiekrise größten Ausmaßes. Wenn der Krieg der Vereinigten Staaten mit dem Iran noch einige Monate andauert – und es gibt dafür Gründe –, wird die Welt in den Abgrund einer Energiekatastrophe stürzen. Und wir werden in dieser Energiekatastrophe überleben müssen, während wir gleichzeitig versuchen, in einem grausamen Krieg zu überleben. Das ist alles.

Frage. Könnten Sicherheitsgarantien vielleicht in der Rückgabe von Atomwaffen an die Ukraine bestehen?

Portnikov. Theoretisch. Theoretisch gilt der Besitz von Atomwaffen durch die Ukraine als etwas, das es nicht erlaubt, ihr eigenes Territorium zu beschießen, aber wir beschießen das eigene Territorium einer nuklearen Supermacht. Theoretisch kann man annehmen, dass in einem Krieg zwischen Ländern mit Atomwaffen jenes Land im Vorteil wäre, das über die meisten nuklearen Sprengköpfe und Trägersysteme verfügt. Solche Länder gibt es derzeit zwei, zwei Supermächte unserer Zeit: die Vereinigten Staaten und die Russische Föderation. An sie nähert sich die Volksrepublik China an. Selbst wenn man sich vorstellt, dass wir jetzt irgendein nukleares Potenzial erhielten – nicht Rückgabe, uns wird niemand etwas zurückgeben, das alles ist in Russland –, selbst wenn wir irgendein nukleares Potenzial entwickeln würden, sähe es in keinem Fall so aus wie das Potenzial der Russischen Föderation. Jetzt, wie Sie wissen, schlägt der Iran auf den Atomreaktor Dimona in Israel ein.

Wir haben immer gesagt: „Sehen Sie, Israel ist durch seine Atomwaffen geschützt.“ Jetzt geht es darum, dass, wenn der Iran getroffen und diesen Atomreaktor erreicht hätte, er Israel möglicherweise in ein zum Leben ungeeignetes Gebiet verwandelt hätte. So kann es eben auch sein.

Frage. Meinen Sie nicht, dass ukrainische Drohnenspezialisten jetzt zu Hause gebraucht werden und nicht in den Ländern des Persischen Golfs? Trotz aller Vorteile dieser Zusammenarbeit?

Portnikov. Ich glaube, dass wir genügend Spezialisten haben können, die sowohl die Länder des Persischen Golfs beraten als auch in der Ukraine arbeiten können. Ich finde, dass eine solche Position erneut zeigt, dass Sie vergessen, dass auch in anderen Ländern gedacht werden könnte, dass ihre Spezialisten, ihr Geld, ihre Technik zu Hause gebraucht werden. Ich verstehe eine solche Position überhaupt nicht. Die Ukraine existiert auf der politischen Landkarte der Welt nur deshalb, weil man uns hilft. Wenn uns die Vereinigten Staaten und die Länder der Europäischen Union nicht mit Geld und Technik geholfen hätten, wäre an der Stelle der Ukraine längst die Russische Föderation. Und in der Stadt Uschhorod, ganz zu schweigen von allen anderen Städten, würde längst die russische Flagge wehen. Und ich wundere mich, dass Sie nicht begreifen, dass die Ukraine ein Staat ist, der an künstlicher Beatmung existiert. Wenn ein Staat, der an künstlicher Beatmung existiert, anderen Staaten Unterstützung verweigert, schafft er damit reale Gründe, sich selbst Unterstützung zu verweigern, wenn es für andere schwerer wird. Deshalb nein, ich denke, dass wir zu einem wichtigen geopolitischen und militärischen Faktor werden müssen. Zumal – entschuldigen Sie – wenn der saudische Prinz oder die Führer anderer Länder des Persischen Golfs reale Hebel auf Trump haben, und das Überleben der Ukraine in den nächsten Kriegsjahren so oder so von Amerika abhängt, dann sollte man das vielleicht nutzen?

Frage. Warum hat Trump heute die Araber erniedrigt und gesagt, sie müssten ihm den Hintern küssen, weil er ihnen angeblich helfe? Zerstört das nicht die freundschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten?

Portnikov. Nun, er sprach nicht über die Vereinigten Arabischen Emirate, er sprach über eine konkrete Person, den saudischen Prinzen Mohammed. Und er spricht so, weil er es kann, weil er glaubt, dass all diese Menschen im Vergleich zu seinen militärischen Möglichkeiten nichts bedeuten und dazu, dass er sie jetzt vor Bombardierungen schützt, und wenn er es nicht will, wird er sie nicht schützen und dann wird es für ihn keinerlei Probleme mit ihrem Überleben geben. Mich wundert sehr, warum Trump sich so arrogant verhält, aber Trump hat sich ja nicht zum ersten Mal so verhalten. Bei ihm gibt es dabei sogar eine gewisse, würde ich sagen, Spaltung. Einerseits macht er sich von der Tribüne her über Prinz Mohammed lustig, andererseits erzählt er, was für ein starker Führer dieser sei. Übrigens erzählen die offiziellen Medien Saudi-Arabiens jetzt, wie Sie verstehen, nichts von diesem Hinternkuss. Sie erzählen nur von jenen, würde ich sagen, schmeichelhaften Bezeichnungen, mit denen Donald Trump den saudischen Prinzen bedacht hat.

Frage. Glauben Sie, dass einzelne Militärs oder Diplomaten die Eskalation stoppen könnten, selbst wenn Kommandeure Befehle geben, die Millionen dem Untergang weihen?

Portnikov. Nein, ich glaube nicht, dass das möglich sein wird. Keine einzelnen Militärs oder Diplomaten werden die Eskalation stoppen können. Mehr noch: Wenn man die Initiative an die unteren Ebenen abgibt, schafft man noch mehr Möglichkeiten für eine Eskalation. Ich würde sagen, die Stärke Ajatollah Khameneis lag gerade in der Schaffung eines solchen Systems paralleler Initiative, in dem für militärische Handlungen im Iran die Gouverneure der Provinzen und die Leiter der örtlichen Abteilungen des Korps der Wächter der Islamischen Revolution verantwortlich sind. Und wenn der Start von Raketen erfolgt, geschieht das keineswegs zwangsläufig auf Befehl des Oberkommandos. Und selbst wenn man das Oberkommando zerstört, erfolgt dann ein solches netzartiges Starten von Raketen auf Israel und auf die Länder des Persischen Golfs. Also nein, diese Situation würde die Lage nicht verbessern, sondern verschlechtern, denn unter Militärs und Diplomaten, wie Sie sagen, findet sich im Moment der Abwesenheit zentraler Macht immer jemand, der auf den roten Knopf drückt, und der nukleare Winter wird für Millionen Menschen Realität, die Sie auf diese Weise zu retten hoffen.

Frage. Wird die demokratische Ukraine ihr industrielles Potenzial aus Sowjetzeiten wiederherstellen können? Braucht die Ukraine eine kommunistische Ordnung? Was meinen Sie?

Portnikov. Ich meine, dass keinerlei kommunistische Ordnung der Ukraine helfen wird. Sie kann es überhaupt nicht geben, weil das eine Planwirtschaft ist. Die Planwirtschaft ist schon längst in den Hintern gegangen, um mich mit den Worten des Präsidenten der Vereinigten Staaten auszudrücken. Und die Ukraine sollte ihr industrielles Potenzial gar nicht wiederherstellen, weil die sowjetische Ukraine ein Land des planwirtschaftlichen militärisch-industriellen Komplexes war, der für die Bedürfnisse der Sowjetunion bestimmt war. Die Ukraine aber braucht eine moderne Industrie. Und wenn der Krieg endet, werden wir darüber sprechen können. Jetzt sollte man darüber überhaupt nicht sprechen, weil wir erst am Anfang der Prozesse stehen. Der Krieg geht weiter. Wir sehen keinerlei objektive Umstände für sein Ende. Vielleicht werden wir sie in den nächsten Jahren sehen. Je schneller das russische wirtschaftliche Potenzial schrumpft, desto schneller entstehen Bedingungen für ein Aussetzen des Krieges. Dann können wir uns wenigstens endlich auf einen neuen Krieg vorbereiten.

Sie müssen verstehen, dass das Ende eines Krieges eine Vorbereitung auf einen neuen im 21. Jahrhundert ist. Sie leben im Jahrhundert der Kriege. Vergessen Sie die Vergangenheit. Die Vergangenheit wird nicht zurückkehren. Sie werden nicht in sie hineingeraten. Die Zukunft aber ist das 21. Jahrhundert: Kriege, Krisen, Pandemien. Versuchen Sie zu überleben und in solchen Bedingungen ein erfolgreiches Land aufzubauen. Das ist unsere Hauptaufgabe. Deshalb scheint mir in diesem Zusammenhang völlig offensichtlich, dass wir nicht über irgendeine Planwirtschaft nachdenken müssen, sondern über die reale Entwicklung jener Ereignisse, die sich in der Welt abspielen werden, und über die Rolle der Ukraine in diesen Ereignissen.

Wenn ich deshalb die Frage sehe: Warum müssen wir die Beziehungen zu den Ländern des Persischen Golfs verstärken, lasst uns alle, die hier Drohnen abschießen, hier versammeln – dann lasst uns doch unserem Militärkommando und unserer politischen Führung die Möglichkeit geben zu entscheiden, wer hier ist und wer dort. Und zweitens: Verstehen Sie, dass im künftigen Jahrhundert der Kriege, Prüfungen und Krisen nur netzwerkartige Verbindungen ein Land vor dem Verschwinden von der politischen Landkarte der Welt retten können und ein Volk vor dem Verschwinden von der ethnografischen Landkarte der Welt. Ich möchte daran erinnern, dass genau dies in Bezug auf das ukrainische Volk das Ziel der Russischen Föderation, ihrer Armee und ihres Volkes ist, das glaubt, das sei Russland. Je mehr Verbündete wir haben werden, die bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten und uns zu helfen, desto erfolgreicher wird unsere Überlebensstrategie für die kommenden Jahre sein.

Denn man kann so viel man will über nichtexistierende, unverständliche Garantien der Vereinigten Staaten sprechen. Die wichtigsten Garantien sind das, was die Streitkräfte der Ukraine tun. Helfen Sie ihnen übrigens bitte. Wenn sie auf den Hafen in Ust-Luga schlagen, in Primorsk, wenn sie auf das Unternehmen in Kirishi schlagen. Das sind unsere Sicherheitsgarantien. Andere Sicherheitsgarantien existieren nicht, denn die wichtigsten Verbündeten der Ukraine sind die zivilisierte Welt und die Armee. Andere Verbündete der Ukraine zeichnen sich in diesem 21. Jahrhundert nicht ab. Das ist alles, was man als Alpha und Omega verstehen muss. Und wenn wir gemeinsam handeln, dann brauchen wir keine Sicherheitsgarantien, weil wir als gemeinsamer Organismus bereits in der Lage sein werden, uns gegen jede Aggression zu schützen, die unvermeidlich stattfinden wird, selbst wenn diese hier plötzlich endet. Hoffen wir darauf.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Рубіо-Зеленський: хто бреше | Віталій Портников. 28.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 28.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Trump geht All-In! Wird der Krieg mit dem Iran bis zum letzten Soldaten dauern? 28.03.2026.

Korrespondent. Immer häufiger wird über die Möglichkeit einer Bodenoperation gesprochen. Eigentlich hat The Economist eine Überschrift gebracht, dass Trump jetzt vor der Wahl steht: entweder irgendwie mit den Iranern zu sprechen oder die Eskalation zu beginnen. Was wird er wählen?

Portnikov. Verstehen Sie, erstens verstehe ich überhaupt nicht, warum wir davon sprechen, dass der Wunsch, mit den Iranern zu sprechen, ausschließlich von Trump abhängt. Wollen die Iraner überhaupt mit ihm sprechen? Das ist derselbe Fehler, den wir gemacht haben, als es um den Krieg Russlands gegen die Ukraine ging. „Wenn Trump mit Putin spricht, wenn wir Putin irgendwelche Zugeständnisse machen – kann Putin doch nicht Gespräche ablehnen. Er versteht doch, dass er den Krieg beenden muss. Er ist doch in einer schwierigen Lage. Er muss sich doch retten“.

Aber er versteht gar nichts, er muss gar nichts. Er glaubt, dass er all diese Frösche so lange auf kleiner Flamme kochen kann, wie er will. Er hat es nicht eilig. Zumal all diese gewählten Politiker irgendwann verschwinden, er aber bleibt. Ihn ärgert übrigens, dass es in der Ukraine keine Wahlen gibt. Er hätte gern, dass der ukrainische Präsident jetzt schon gewechselt hätte und er ein neues Spiel beginnen könnte. Der Neue wird auch irgendwohin verschwinden in vier Jahren, und er bleibt, so lange, wie es ihm sein physisches Alter erlaubt, nicht einmal der Gesundheitszustand.

Und in dieser Situation gilt dasselbe für den Iran. Wer hat Ihnen gesagt, dass sie mit Trump sprechen wollen? Versetzen Sie sich in ihre Lage. Warum sollten sie mit Trump sprechen? Sie haben noch immer einen erheblichen Teil ihres sogenannten Verteidigungspotenzials, das in Wirklichkeit ein offensives, aggressives Potenzial ist. Sie sehen doch, dass das alles Aggression ist. Sie haben Raketen, sie haben Drohnen. Sie haben alle Schmerzpunkte ertastet: die Straße von Hormus, die Länder des Persischen Golfs, Ölraffinerien, Gasspeicher. Versuchen wir uns jetzt vorzustellen, sie sprechen mit Trump und beenden den Krieg. Zu welchen Bedingungen? Keine Atomwaffen, das Raketenprogramm müsste eingestellt werden. Es gäbe keine Raketen mehr, die Israel erreichen können. Sie wären im Grunde abhängig von Trump und den Israelis, von deren Gnade.

Warum sollten sie das brauchen? Wenn sie sich in einer solchen Lage befinden? Sie könnten heute praktisch diese Kapitulation unterschreiben, und morgen gehen die Menschen auf die Straße, und sie könnten nicht auf sie schießen, weil die Amerikaner ihre Hauptquartiere angreifen würden, wenn sie Demonstranten erschießen, und sie hätten nicht einmal die Möglichkeit zu antworten, weil sie nichts mehr hätten, womit sie antworten könnten.

Und hier haben sie ein ganz konkretes Handlungsprogramm. Erstens: zu zeigen, dass Israel ein Staat ist, den man zerstören kann. Über all diese Jahrzehnte hat Israel bewiesen, dass es ein Staat ist, den man nicht zerstören kann. Armeen von fünf, sechs, sieben Ländern kamen in all diesen Kriegen: Ägypten, Jordanien, Syrien, Libanon, Irak. Habe ich jemanden vergessen? Und all diese Armeen mussten das Gebiet Israels verlassen. Stattdessen gelangten israelische Truppen, Truppen eines kleines Staates, bis an die Mauern von Kairo, Beirut, Damaskus. Stellen Sie sich vor, welchen Einfluss das auf die arabische Gesellschaft hatte. Und wie sich dort die Meinung bildete: „Natürlich hassen wir sie, aber wir können sie nicht besiegen. Also müssen wir akzeptieren, dass sie existieren. Wir müssen nur die Bedingungen ihres Zusammenlebens besprechen, sagen wir, in den Grenzen von 1967 neben einem palästinensischen Staat. Aber wir bestreiten nicht: Israel hat mit Gewalt bewiesen, dass es ein Recht hat, in dieser Region zu existieren.“

Jetzt bricht das alles zusammen. Man muss nirgendwo hingehen. „Wir werden einfach, sehen Sie, wir werden einfach Kirjat Schmona in eine Geisterstadt verwandeln.“ Das sage nicht ich, das ist ein Zitat aus der gestrigen Erklärung des Knesset-Abgeordneten und ehemaligen Sprechers des israelischen Parlaments Juli Edelstein. Er sagte: „Man darf nicht zulassen, dass Kirjat Schmona zu einer Geisterstadt wird“. Ich lebte neben Kirjat Schmona, im selben Kibbuz Geladi, wo einst der Gründer der israelischen Armee, Josef Trumpeldor, gefallen ist. Es war eine schöne, blühende Stadt. Jetzt bleibt von ihr, wenn nicht Ruinen, so doch die Erinnerung an diese Atmosphäre. Die Menschen ziehen von dort weg. Diejenigen, die bleiben, leben unter Beschuss. Sie sind einmal vollständig aus dieser Stadt weggegangen, zurückgekehrt und wissen jetzt wieder nicht, was sie tun sollen.

Und das ist nicht einmal Iran – das ist Hisbollah, die sie aus dem Libanon beschießt. Iran schießt auf Tel Aviv, Be’er Scheva, Eilat, wo gerade in diesen Minuten, während wir sprechen, ein Luftalarm war. Ich habe gerade die Nachrichten gesehen. Das heißt, man muss kein Geld für Armeen ausgeben: „Wenn wir alle Araber, Iraner uns zusammenschließen und genügend Raketen- und Drohnenpotenzial haben, zerstören wir dort einfach alles. Sie werden von dort weggehen müssen. Nicht weil wir ihre Armee besiegen, sondern weil wir alle ihre militärischen Objekte, ihre Wolkenkratzer in Tel Aviv, ihre Diamantenzentren in Ramat Gan, ihre Hightech-Viertel zerstören. Dort wird nichts mehr sein. Es wird eine Wüste sein. Und auf dieser Wüste bauen wir einen palästinensischen Staat, weil wir all das nicht brauchen, solange dort Juden sind.“

Korrespondent. Die Taktik hat sich geändert.

Portnikov. Sie verändert ihren Charakter. Amerikanische Stützpunkte – ein sakraler Ort, wenn Sie so wollen, aus Sicht der Macht. „Wenn hier eine amerikanische Basis ist, in Bahrain, die amerikanische Flotte steht, dann droht uns nichts.“ Es stellt sich heraus: „Doch, sowohl der Flotte als auch uns. Wir bringen amerikanische Soldaten in unseren Hotels unter, und man sagt uns klar: ‚Wir werden auf diese Hotels schießen.‘ Das ist kein Hotel mehr, das ist eine Basis. Wir werden es zerstören.“ Wir können den Amerikanern nicht verweigern, dort zu wohnen, aber wir verstehen, dass wir unser Eigentum verlieren können.“ Warum sollten die Iraner das jetzt stoppen, solange sie noch Kräfte haben? Denn die Alternative zum Stoppen ist ihr Zusammenbruch.

So wie wir sagen: „Wie soll Putin den Krieg beenden? Was wird er mit dieser Armee von Millionen Söldnern machen?“ Es ist für ihn besser, noch viele Jahre gegen die Ukraine zu kämpfen, nur um die Macht zu behalten. Am Ende wird er die Ukraine vielleicht nicht erobern, aber er wird als Präsident Russlands sterben. Und mit der Söldnerarmee soll sich dann sein Nachfolger befassen. Warum nicht noch 5–7–8 Jahre kämpfen? Wo ist das Problem? Genauso könnten die Iraner zwischen dem Zusammenbruch des Regimes und einer wirtschaftlichen Krise, die sowohl die Regime im Persischen Golf als auch Trump hinwegfegen kann, die Krise wählen – und sie werden die Krise wählen.

Das ist aus Sicht des gesunden Menschenverstands richtig. Wenn sie ohnehin getötet werden, wenn man ohnehin Jagd auf sie macht – warum sollten sie dann nicht alle ihre Feinde mit in diesen Abgrund ziehen, einfach um ihre Zerstörung zu genießen? Es ist ja nicht so, dass mit ihnen Verhandlungen begonnen wurden. Verhandlungen gab es vor diesem Angriff. Und ab diesem Moment wurde gesagt: „Wir wollen euer Regime zerstören.“ Das sagte Trump, das sagte Netanjahu. „Wir wollen, dass die Menschen auf die Straße gehen und euer Regime zerstören.“ Welche Reaktion erwartete man von religiösen Fanatikern? Eine ganz einfache: „Und wir wollen euren Staat und euer Regime zerstören. Ihr wollt uns zerstören – wir wollen euch zerstören. Wir werden sehen, wessen Gesellschaft mehr Geduld hat: eure amerikanische, wenn der Treibstoff zehnmal so teuer wird, wenn die Menschen sich keine normalen Dinge und Lebensmittel mehr leisten können – was werden sie dann über euch denken? Oder ihr, Israelis – werdet ihr mehr Geduld haben, wenn wir euch die Hälfte von Tel Aviv zerstören? Mal sehen.“

Natürlich wird sich das alles nicht unbedingt verwirklichen. Ich spreche jetzt nur über die Logik dieser Menschen. Und bei Trump, Netanjahu und allen anderen ist die Wahrnehmungslogik pragmatisch: „Sie können doch nicht nicht verstehen, dass sie vor uns kapitulieren müssen, weil wir stärker sind.“ Warum eigentlich? Wo steht das geschrieben? Warum sollten sie glauben, dass ihr stärker seid? Sie können glauben, dass ihr nur Material seid, dessen Zerstörung die Ankunft des verborgenen Imams näherbringt – und das ist alles.

Korrespondent. Das erinnert, wissen Sie, tatsächlich an das antike Rom, das letztlich auf diese Frage keine gute Antwort hatte: „Seid ihr bereit zu leiden?“

Portnikov. Es hatte keine, weil es die Psychologie der Barbaren nicht verstand. Heute haben wir in den Vereinigten Staaten Menschen, die die Psychologie der Barbaren nicht verstehen. In Israel versteht man das vielleicht besser, aber auch dort kann es ein falsches Bild geben. Man kann glauben, dass Donald Trump irgendwann beschließt, den Krieg zu beenden. Ja, es ist ihnen nicht gelungen, das iranische Regime zu zerstören. Vielleicht wollten sie das auch nicht. Aber sie haben einen großen Teil seines Potenzials zerstört. Das ist für Israel bereits ein Erfolg. Aber sie berücksichtigen vielleicht nicht eine einfache Sache: Trump könnte den Krieg beenden wollen, aber die Iraner wollen ihn vielleicht nicht beenden.

Sie sprechen von einer Bodenoperation. Ja, eine Bodenoperation im Iran könnte jetzt stattfinden. Das stimmt. Aber ich bin nicht sicher, dass die Truppen, die jetzt im Gebiet der Straße von Hormus und des Persischen Golfs konzentriert sind, ausreichen, um strategisch etwas zu verändern. Auf Inseln landen? Ja, möglich. Auf diesen Inseln Ziel iranischer Raketen werden? Ja, möglich. Wieder die Frage: Wovon geht Trump aus? „Sie werden doch nicht auf ihr eigenes Öl schießen?“ Entschuldigen Sie, um eine gewisse Anzahl Amerikaner zu verbrennen und sie in Särgen nach Hause zurückzuschicken, kann man auch das eigene Öl opfern. Das ist eine heilige Sache. Erstens wissen wir also nicht, ob eine Bodenoperation die Ergebnisse bringt, auf die Trump hofft, sodass er nicht später vor die Mikrofone tritt und sagt: „Wir haben noch eine Überraschung, das haben wir nicht erwartet.“ Und zweitens: Selbst wenn sie erfolgreich ist – werden die amerikanischen Soldaten nicht zu Zielen für die Iraner? Lockt Iran sie vielleicht absichtlich dorthin? Versucht er nicht gerade, die Amerikaner zu einer Bodenoperation zu provozieren, um wieder viele Opfer zu erzeugen?

Und Sie verstehen doch, dass eine große Zahl von Opfern unter Amerikanern nicht dasselbe ist wie eine große Zahl von Opfern unter Russen. Die Russen stehen großen Verlusten völlig ruhig gegenüber. Deshalb waren sie im Zweiten Weltkrieg die wichtigste Kraft. Nicht weil sie mehr militärische Stärke hatten, nicht weil sie moderne Technik hatten – Sie wissen, dass sie damals von den Alliierten abhängig waren –, sondern weil sie bereit waren, jede beliebige Anzahl von Menschen auf den Altar des Sieges über Hitler zu legen, unsere und Ihre Verwandten übrigens. Und die Iraner können das auch, die Amerikaner aber – erinnern Sie sich an die Proteste in den USA wegen des Vietnamkriegs? Sie haben viele politische Karrieren gekostet. Weder die demokratische noch die republikanische Regierung konnte sich davon erholen. Daher ist schwer zu sagen, inwieweit die Iraner nicht verstehen, was sie tun. Ich denke, vieles verstehen sie. Ob Trump es versteht oder nicht – das ist eine gute Frage.

Korrespondent. Soweit ich verstehe, war die Logik Trumps und vielleicht auch Netanjahus, dass, wenn man – sagen wir – Chamenei tötet und zusammen mit ihm ein paar Dutzend seiner engsten Vertrauten, das so wäre, als würde man Putin töten, und vielleicht wären Nachfolger, die des Krieges müde sind, zu Verhandlungen bereit. Und jetzt gibt es überhaupt niemanden mehr, mit dem man sprechen kann.

Portnikov. Erstens gibt es niemanden, mit dem man sprechen kann, und zweitens ist unklar, ob überhaupt jemand sprechen will. Und drittens sage ich Ihnen: Wenn man Putin tötet, entschuldigen Sie, dann wird es in Russland genau dasselbe Ergebnis geben. Wer hat Ihnen gesagt, dass nach Putins Tod jemand aus der russischen Führung mit Ihnen über ein Kriegsende sprechen wird? Das wäre ein Prestigeverlust. Das Ende von Kriegen, die solche Diktaturen führen, geschieht nicht so, sondern nach stalinistischem Prinzip. Der Führer stirbt eines natürlichen Todes. Wenn Sie es geschafft haben, dass seine Gefolgsleute ihn beseitigen – gut für Sie, aber niemand darf davon erfahren. Es darf kein demonstrativer Schlag gegen den Kreml sein. Wissen Sie übrigens, was Stalin kurz vor seinem Tod tat? Er bereitete einen Strafprozess vor, in dem Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft beschuldigt werden sollten, vom Botschaftsgelände aus einen Raketenangriff auf den Kreml durchgeführt zu haben, um den Vereinigten Staaten den Krieg zu erklären. Er hatte einen solchen Plan, er ist nur gestorben. Das heißt, Stalin bereitete sich selbst eine Geschichte wie die mit Ajatollah Chamenei vor. Er war sein eigener Ajatollah Chamenei. Er wollte zwar nicht sterben, aber er wusste genau, dass solche Handlungen eine Chance bieten und kein Problem sind.

Der Führer muss sterben, er muss feierlich und schön beerdigt werden. Und danach werden seine Gefolgsleute an seinem Grab sagen: „Jetzt vollenden wir dein Werk, Genosse Stalin. Wir beenden den Koreakrieg, weil wir ihn nicht mehr brauchen.“ Wenn Sie aber den Führer töten und seinen Gefolgsleuten sagen: „Lasst uns über das Kriegsende verhandeln“, werden sie Sie zum Teufel schicken, weil das für sie Demütigung und Zusammenbruch des Regimes wäre. Nur Gefolgsleute, die legitime Erben des verstorbenen Führers sind, können Entscheidungen treffen, die der Generallinie widersprechen. Menschen, die zu Geiseln der Tötung des Führers durch den Feind werden, können diese Linie nur radikalisieren. Deshalb ist die Vorstellung, dass nach der Tötung Ajatollah Chameneis seine Nachfolger nachgiebiger sein werden, ein Zeichen politischer Inkompetenz.

Ich sage noch einmal: Ich glaube nicht, dass Netanjahu daran geglaubt hat. Er konnte an einen Aufstand glauben. Und das könnte auch damit zusammenhängen, dass er die Lage im Iran nicht ganz angemessen einschätzt. Ich denke oft, dass es in Israel etwas sehr Einfaches geben kann. In Israel gibt es sehr viele Menschen, Juden, die aus dem Iran stammen. Viele von ihnen hatten sehr hohe Positionen. Sogar ein Präsident Israels war ein Vertreter der iranischen Gemeinschaft. Stellen Sie sich vor, Sie sind im Geheimdienst oder in der Regierung. Sie sprechen mit jemandem über den Iran, der Farsi spricht, dessen Eltern im Iran gelebt haben, der selbst im Iran gelebt haben könnte. Werden Sie mit ihm über die Stimmung in der iranischen Gesellschaft sprechen? Werden Sie ihm vertrauen?

Korrespondent. Wahrscheinlich ja. Natürlich.

Portnikov. Richtig. Aber diese Person versteht nichts vom heutigen Iran. Denn in den Jahren und Jahrzehnten der Islamischen Revolution hat sich die iranische Gesellschaft ungefähr so verändert, wie sich die russische Gesellschaft in den Jahrzehnten des sowjetischen Regimes verändert hat. Das ist ungefähr so, als würden Sie mit einem Weißgardisten darüber sprechen, ob man 1937 in der Sowjetunion einen Umsturz durchführen kann und wie die Russen reagieren würden. Kann man sagen, dass diese Person die Russen nicht kannte? Sie kannte sie sehr gut. Aber die Russen waren schon nicht mehr dieselben.

Korrespondent. Selbst die Russen von 1992 sind ganz andere als die heutigen.

Portnikov. Natürlich. Deshalb sage ich immer, wenn wir über Russland sprechen: Ich könnte sagen: „Ich verstehe die Stimmung dieser Gesellschaft sehr gut.“ Nein, ich verstehe sie ungefähr bis 2013–14. Danach haben sich grundlegende Veränderungen in der Psyche vollzogen. Wir sehen das an all diesen Filmen, die heute in Russland gedreht werden. Dieser Film, der einen Oscar bekommen hat, wirkt, als wäre er aus Nordkorea. Ich kenne solche Russen nicht, ich sehe sie nicht im echten Leben. Ich weiß nicht, wie sie denken, wie sie sich anpassen.

Ich hatte einen wirklich schrecklichen Moment, der diese Situation mit den iranischen Juden illustriert. Ich machte eine Sendung für den Fernsehsender Belsat, für die Experten aus Russland, der Ukraine und Belarus eingeladen wurden. Ich schlug vor, einen russischen Experten einzuladen, einen Politologen, den ich seit den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren kannte – als einen unglaublich liberalen Menschen, offen, ein echter Anhänger von Veränderungen. Es war ein guter Bekannter von mir. Und er machte später eine gute Karriere unter Putin. Aber da er ein liberaler Mensch war, brach er diese Karriere irgendwann ab und äußerte sich nicht besonders begeistert über seine Rückkehr in die Expertenwelt aus dem Staatsdienst.

Er kam also, und ich wollte zeigen, dass wir noch eine gemeinsame Sprache finden können. Wissen Sie, was ich tat? Ich lud ihn ins russische Theater in Vilnius ein. Ein Zeichen des guten Willens. Wir gingen zur Aufführung, aber ich berücksichtigte nicht, dass es ein russisches Theater in Vilnius war. Dort lief ein modernes Stück über Russland, über die russische Gesellschaft, so wie sie geworden ist. Ein großartiges Stück – aber über Menschen in Hoffnungslosigkeit, Menschen, die ihre Lebensorientierung verloren haben. Geschrieben von einem bekannten russischen Dramatiker, brillant gespielt.

Als das Stück zu Ende war, sah ich, dass mein Gesprächspartner außer sich war. Er glaubte, ich hätte ihn absichtlich eingeladen, um mich über ihn lustig zu machen. Er sprach kaum noch mit mir. Alle standen auf und applaudierten. Es gab eine Ovation. Er saß allein im ganzen Saal, weil er der einzige Russe dort war. Alle anderen waren Bürger Litauens oder anderer Länder. Und ich sah einen Menschen, den ich so viele Jahre kannte – und der nicht einmal ethnischer Russe war –, aber ich sah einen völlig anderen Menschen. Und ich verstand, dass diese Jahre im Putin-Russland ihn völlig verändert hatten. Ich konnte nicht einmal mehr eine diplomatische Geste machen. Das war einige Jahre vor dem großen Krieg. Und das war ein Mensch, der immer für eine friedliche Lösung zwischen Russen und Ukrainern war. Das alles gab es nicht mehr.

Am nächsten Tag, als die Diskussion stattfand, sah ich sein Verhalten – und ich verstand, dass ich ihn nicht hätte einladen dürfen, dass ich keinen persönlichen Kontakt hätte aufrechterhalten sollen, weil ich für ihn einfach ein Feind war. Er sprach mit mir im Grunde wie mit einem potenziellen Feind, sogar unbewusst. Und natürlich verstärkte dieser Theaterabend diesen Eindruck nur.

Und stellen Sie sich jetzt vor, ich wäre genau so ein iranischer Jude in Israel mit derselben Erfahrung. Was soll ich sagen, wenn sich herausstellt, dass die Menschen, unter denen ich gelebt habe, sich bis zur Unkenntlichkeit verändert haben?


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Interview
Titel des Originals: ТРАМП пішов у ВА-БАНК! ВІЙНА з Іраном
буде до останнього солдата? Віталій Портников. 28.03.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 28.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Methodologie der Folter. Wie die Russen auf den besetzten Gebieten eine Atmosphäre der Angst formen und warum Kollaborateure nicht immer Feinde sind – Interview. Nv.ua. 24.03.2026.


Serhii Danylov, stellvertretender Direktor des Zentrums für Nahoststudien. / Foto: DR

https://nv.ua/ukr/ukraine/politics/metodologiya-katuvan-yak-rosiyani-formuyut-atmosferu-strahu-na-okupovanih-teritoriyah-i-chomu-kolaboranti-ne-zavzhdi-vorogi-interv-yu-50594201.html?fbclid=IwZnRzaAQ1FgNmZGlkFlA80YCmPptqTXQynTWoXkf6p28Tsm5leHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeFhBKAUSCj6BB66l81s6yjIYm7MFZK7EDwLKZSwTThmQND4tuGFqd-H3lZog_aem_EMANkH_hid871fUteQn_aw&preview=

Serhii Danylov, stellvertretender Direktor des Zentrums für Nahoststudien, berichtet, wie er seit Beginn des großen Krieges gemeinsam mit Kollegen Zeugnisse von Ukrainern gesammelt hat, die die Besatzung erlebt haben oder erleben, und zu welchen Schlussfolgerungen sie gelangt sind.

Seit mehr als vier Jahren begeht Russland systematisch Verbrechen gegen Ukrainer und die ukrainische Identität in den besetzten Gebieten der Regionen Saporischschja und Cherson. Den Charakter dieser Verbrechen, ihre Durchdachtheit und Systematik untersucht das Zentrum für Nahoststudien.

Seit Beginn der Besatzung spricht das Forschungsteam des Zentrums mit Ukrainern in den besetzten Gebieten sowie in den befreiten Ortschaften der Region Cherson und hat kürzlich die Studie „Auf der Suche nach Wegen zur Wiederherstellung: Risiken und Besonderheiten der Deokkupation“ vorgestellt, in der die Erfahrungen von Menschen systematisiert wurden, die Zeugen und Geiseln russischer Gewalt und Propaganda geworden sind. Über die wichtigsten Thesen und Schlussfolgerungen der Studie spricht NV mit dem stellvertretenden Direktor des Zentrums für Nahoststudien, Serhii Danylov.

— Inwieweit ist die Russifizierung der besetzten Gebiete heute ein bewusst kalkulierter Plan Russlands oder handelt es sich noch immer um eine chaotische Suche nach Methoden?

— Ich bin sicher, dass es bereits ein ausgearbeiteter Plan ist. Mehr noch: Aus vielen Interviews und persönlichen Gesprächen mit Menschen, die sich auf den vorübergehend besetzten Gebieten befanden oder befinden, sehe ich, dass selbst auf der niedrigsten Ebene die russischen Militärs und die russische Bürokratie Anweisungen erhalten, wie dies umzusetzen ist. Diese Anweisungen stimmen weitgehend mit dem überein, was sie auf der Krim gemacht haben. Leider haben wir diese Krim-Erfahrung schlecht studiert, während sie begonnen haben, sie auf die neu besetzten Gebiete anzuwenden.

Gleichzeitig stießen die Russen in den Regionen Saporischschja und Cherson auf unerwarteten Widerstand – sowohl offen als auch verdeckt – sowie auf Versuche, sich dem russischen Druck zu entziehen. Zum Beispiel gaben sich die Menschen während der Phase der Ausstellung russischer Pässe gegenseitig Hinweise, in welchem Passbüro man nicht vor der Kamera die Hymne singen oder laut den Eid auf Russland ablegen musste und wo man den Pass einfach formell erhielt und ging.

— Wenn es sich um eine ausgearbeitete Politik handelt, welchen Zeithorizont hat sie, in wie vielen Jahren ist Russland heute in der Lage, die Kontrolle über die Region zu erlangen?

— Es gibt zwei Faktoren, die die zeitliche Perspektive beeinflussen. Der erste ist der Widerstand. Sie hofften, wie auf der Krim, die „Passifizierung“ in neun Monaten zu bewältigen, aber sie zog sich fast zwei Jahre hin; man musste Zwang, Gewalt und Kontrolle anwenden. Und das führt zum zweiten Faktor: Wie viele Ressourcen können und wollen die Russen dafür aufwenden? Wie viel Polizei, wie viele Soldaten an den Kontrollpunkten, wie viele lokale Kollaborateure? Und wie viel Geld? Ressourcen sind alles. Denn es ist schwierig, Ideologie in Schulen einzuführen, wenn man keine Lehrer hat.

Daher können wir heute feststellen, dass sich dieser Prozess in den neu besetzten Gebieten auf dreieinhalb Jahre ausgedehnt hat. Als Endergebnis können wir eine solche Integration dieser Regionen in den russischen Kontext betrachten, bei der bürokratische Signale in Tambow und in Skadowsk gleich wahrgenommen werden. Und selbst dafür mussten sie Menschen aus Russland heranziehen; allein durch Kollaboration konnten sie es nicht bewältigen.

— Was sind die wichtigsten Methoden und Mechanismen der Kontrolle bei der Russifizierung?

— Das wichtigste Kontrollmittel bleibt Gewalt. Repressionen beginnen in der zweiten Woche nach der Besatzung und dem Verständnis, dass niemand die Besatzer mit Blumen empfängt. Repressionen erfolgen sowohl selektiv als auch wahllos – damit alle Angst haben.

Ich kenne Ortschaften, in denen 100 % der männlichen Bevölkerung im Alter von 16 bis 60 Jahren durch „Gruben“ gegangen sind. Da Keller nicht ausreichten, gruben die Besatzer einfach auf Feldern Löcher und warfen Menschen dort für Wochen hinein. Manchmal wurde dies zwangsläufig von der Abriegelung eines Teils oder der gesamten Ortschaft und Hausdurchsuchungen begleitet. Das geschieht immer demonstrativ: Sie klopfen nicht, sie rufen nicht, sondern brechen Türen auf, legen alle auf den Boden, führen vollständige Durchsuchungen durch, nehmen jemanden mit, oft zufällig.

Die Russen haben die Vorstellung, dass es genügt, jeden Zehnten mitzunehmen. Das ist eine Form wahlloser Gewalt, bei der man das Verständnis dafür verliert, warum man festgenommen werden könnte, und beginnt, an sich selbst zu zweifeln – ein psychologischer Mechanismus. Wir hatten einen Befragten, der jeden Tag um drei oder vier Uhr morgens aufwachte, sich anzog und auf eine Razzia wartete; man war mehrmals zu ihm gekommen, und seine Psyche reagierte so.

Der nächste Schritt ist der Aufbau eines Netzes von Informanten – sowohl echten als auch fingierten, wenn man dir sagt, jemand habe dich denunziert, obwohl das nicht stimmt. Wichtig ist, die Gemeinschaft und die sozialen Bindungen zwischen den Menschen zu zerstören. Am Ende hat man Angst, mit Freunden oder Nachbarn zu sprechen; Menschen erzählten uns, dass sie Angst hatten, ihre Gedanken sogar mit ihrem Ehemann oder ihrer Ehefrau zu teilen, weil diese zuvor mehrmals „in den Keller“ gebracht worden war und man nicht wusste, was sie unterschrieben hatte. Auf dieser Atomisierung und Atmosphäre der Angst basiert alles. Wie eine Befragte sagte: Es ist wie in einem Gefängnis zu leben, nur ohne Mauern – aber das Gefängnis ist da, und man fühlt sich trotzdem eingesperrt.

In dieser Phase griffen die Besatzer auch zu einem weiteren wichtigen Instrument – der Suche nach Kollaborateuren. Zu Beginn suchten sie dabei gezielt nach vernünftigen Menschen, unabhängig von deren Ansichten; für sie war wichtig, dass die Gesichter der lokalen Macht aus der lokalen Bevölkerung stammen. Die absolute Mehrheit der vernünftigen Menschen lehnte die Zusammenarbeit ab.

Wir haben aufgezeichnet, dass die ersten Gespräche sehr korrekt und respektvoll verliefen, man betonte die tatsächlichen geschäftlichen Fähigkeiten der Person; das nächste Treffen war bereits härter, und beim dritten wurden die Menschen gefoltert. Einige wechselten die Seite, doch nach dem, was wir wissen, war das Vertrauen in sie gering, und inzwischen sitzen die meisten von ihnen in lokalen Gefängnissen. Letztlich wurden in der Regel Marginalisierte, Kriminelle, Gekränkte oder zu jene, die gefoltert oder mit der Folter ihrer Angehörigen erpresst wurden, zu Kollaborateuren.

— Was geschieht mit Kindern und Jugendlichen unter der Besatzung?

— Von den ersten Tagen an versuchten die Besatzer, Schulen zu eröffnen. Doch sie stießen darauf, dass Eltern ihre Kinder nicht hergeben und Lehrer sich zu arbeiten weigerten. Sie begannen, den Eltern mit dem Entzug der elterlichen Rechte zu drohen, Lehrer wurden vielerorts – nicht überall, aber häufig – eingeschüchtert und geschlagen. Es gab eine Abhängigkeit: Wenn Direktoren auf die Seite der Besatzer wechselten, wechselten in der Regel auch zwei Drittel der Lehrer. Doch solche Direktoren gab es in zwei Teilen unserer besetzten Regionen Saporischschja und Cherson buchstäblich nur ein oder zwei. In der Folge wurden Reinigungskräfte oder Menschen ohne jeglichen Bezug zum Bildungswesen zu Schulleitern. Entsprechend wurden die Schulen zu Räumen, in denen Kinder festgehalten werden, um auf sie einzuwirken.

Wir haben mehrere Interviews mit Schülern, deren Klassenkameraden in der Besatzung geblieben sind: Die Kinder erhalten hohe Noten, schlechte Schüler werden zu Einser-Schülern, man muss sich nicht vorbereiten; das Wichtigste sind ideologische ‚Unterrichtsstunden über das Wichtige‘, militärische Ausbildung, Teilnahme an Propagandaaktionen und Unterstützung der „Helden der SVO“. Kinder werden auf Übungsplätze gebracht, dürfen mit echten Waffen schießen – das wirkt natürlich anziehend.

Die Russen schaffen derzeit ein System von Kadettenschulen, in denen Kinder gezielt auf den Militärdienst vorbereitet werden. Im Grunde ist ihre Hauptaufgabe, dass die Menschen lesen und schreiben können und dann in die Berufsausbildung gehen. Das Wichtigste ist, ihr Bewusstsein und ihre Identität zu verändern.

— Sie sprechen von Fällen, in denen Kinder gegen nahestehende Erwachsene aufgebracht werden. Wie sah das konkret aus?

— Die Zerstörung der Autorität der Eltern ist ein weiteres Instrument. Zum ersten Mal haben wir dies in einem Dorf am rechten Ufer nach der Befreiung festgestellt. Dort gelang es den Besatzern, Jugendliche im Alter von 12–14 Jahren zu versammeln, die Funktionen der Informationsweitergabe an die lokale Bevölkerung übernahmen – sie liefen durch das Dorf und riefen die Nachrichten der Besatzer aus. Diese Kinder standen oft auch in Schlangen und hörten zu, sogar zu Hause belauschten sie ihre Eltern und meldeten alles den Besatzern, wofür sie Boni erhielten – Zugang zu Treibstoff für Mopeds, zu Alkohol, Zigaretten, Geld. Und Zugang zur Macht.

Zunächst dachten wir, das sei ein Einzelfall, doch dann erhielten wir eine Reihe von Interviews aus dem linken Ufer und sahen, dass diese Praxis weit verbreitet ist. Kinder werden für Spionage und zum Verfassen von Denunziationen gegen ihre Eltern eingesetzt.

— In den besetzten Gebieten führt Russland Mobilisierung durch. Was wissen Sie über diesen Prozess und sein Ausmaß?

— Nach dem, was wir wissen, planen die Russen, aus allen neu besetzten Gebieten etwa 50 000 Soldaten zu mobilisieren. Zumindest war dies ein Versprecher eines einflussreichen Sicherheitsfunktionärs im vergangenen Jahr.

Die Mobilisierung zum Wehrdienst läuft bereits seit zweieinhalb Jahren. Im ersten Jahr, also 2024, gelang es ihnen, buchstäblich etwa hundert Menschen einzuziehen. Diese wurden ausschließlich in der Region Kursk eingesetzt; diese ersten 100–120 Menschen leisteten ihren Dienst unter relativ leichten Bedingungen. Nach Abschluss kehrten praktisch alle zurück und erhielten verschiedene Boni – Aufstiegsmöglichkeiten, soziale Aufzüge.

Die Besatzer wiederholten dies im nächsten Jahr, und dort konnten bereits etwa tausend Menschen mobilisiert werden. Das heißt, sie gehen die ersten Schritte immer so an, dass sie zeigen, dass daran nichts Schreckliches ist. Im vergangenen Jahr begann bereits eine Massenrekrutierung, und ein Teil der Rekruten zeigte sogar einen gewissen Enthusiasmus. Nicht alle, aber einige. So läuft alles „schön“ ab, und danach werden diejenigen, die gedient haben, auf verschiedene Weise überzeugt, einen Vertrag zu unterschreiben. Der Plan, Ukrainer gegen Ukrainer kämpfen zu lassen, wird umgesetzt.

— In welchem Maß sind die neu besetzten Gebiete heute eine Grauzone ohne Regeln, in der mit einem alles geschehen kann?

— In den ersten ein bis zwei Jahren war es genau so. Die schlimmsten Erinnerungen betreffen Polizisten aus den sogenannten „DNR/LNR“, sie waren nicht nur die grausamsten, sondern konnten auch besser als die Russen die Gesichter unserer Leute „lesen“. Danach stellte sich in Städten wie Skadowsk und Melitopol allmählich eine gewisse Ordnung ein. Doch außerhalb der Städte ist es anders: In den Dörfern rund um die Städte gibt es ein Problem mit Deserteuren, den sogenannten „Sachas“. Sie fliehen aus der russischen Armee, verstecken sich, schließen sich zu Banden zusammen, greifen Dörfer an und plündern Menschen aus. Ein Großteil der heutigen Durchsuchungen dient längst nicht mehr der Suche nach ukrainischen Partisanen, sondern der Suche nach eigenen Deserteuren. In den frontnahen Gebieten der Region Saporischschja gibt es kein Gesetz. Dorthin fährt der FSB nicht mehr. Und die lokalen Militärs tun, was sie wollen. Wenn sie wollen, töten sie dich. Wenn sie wollen, vergewaltigen sie dich. Wenn sie wollen, rauben sie dich aus. Du bist völlig in ihrer Macht.

— Die Ukraine entwickelt aktiv Gesetze zur Kollaboration. Was sollte der Staat vermeiden, wenn er Gesetze in Bezug auf ukrainische Bürger in besetzten Gebieten weiterentwickelt?

— Man muss verstehen, dass die Situation dynamisch ist. Und jene Formulierungen, die 2022 verabschiedet wurden, waren vermutlich gerechtfertigt, weil sie eine möglichst breite Auslegung dessen zuließen, wer als Kollaborateur gilt, und tatsächlich die Kollaboration verlangsamt, die Annahme von Pässen erschwert und den Preis der Besatzung für Russland erhöht haben.

Doch jetzt spielen solche unklaren, verschwommenen Formulierungen gegen uns. Man muss verstehen, dass die Menschen psychologisch eine Grenze überschritten haben; sie mussten so oder so russische Pässe annehmen, um zu überleben. Und das bedeutet bereits, dass das, wofür das Gesetz über Kollaboration gedacht war, nicht mehr funktioniert. Jetzt müssen wir verstehen, dass wir uns mit einem breiten Spektrum von Grau bis Schwarz auseinandersetzen müssen.

Und wir müssen verstehen, was wir wollen. Wollen wir uns den Prozess der Reintegration der besetzten Gebiete in der Zukunft erleichtern? Brauchen wir dafür die Loyalität der lokalen Bevölkerung? Oder ist uns das egal? Ich sage ganz zynisch und rational: Wir müssen maximale Loyalität erhalten. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir es schaffen, dass die Menschen trotz allem diese Verbindung zur Ukraine spüren.


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Art der Quelle: Interview
Titel des Originals: Методологія катувань. Як росіяни формують атмосферу страху на окупованих територіях і чому колаборанти — не завжди вороги, інтервʼю. Nv.ua. 24.03.2026.
Autor/Kanal: Serhii Danylov/ Nv.ua.
Veröffentlichung / Entstehung: 24.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Rubio wirft Zelensky Lüge vor | Vitaly Portnikov. 28.03.2026.

Der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, bezeichnete die Aussagen des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky als Lüge, wonach die Vereinigten Staaten bereit seien, der Ukraine Sicherheitsgarantien nur dann zu gewähren, wenn die Streitkräfte der Ukraine die von ihnen kontrollierten Gebiete der Region Donezk verlassen.

Rubio sagte Journalisten, er wisse nicht, warum Zelensky solche Aussagen mache, räumte jedoch zugleich ein, dass amerikanische Sicherheitsgarantien der Ukraine erst nach dem Ende der Kampfhandlungen gewährt werden könnten. Was das Ende der Kampfhandlungen selbst betrifft, übermitteln die Vereinigten Staaten Kyiv die Forderungen der Russen, stellen aber selbst keine Forderungen an die ukrainische Seite.

Damit enthält dieser Vorwurf dennoch eine gewisse fehlerhafte Logik. Die Vereinigten Staaten sind bereit, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu gewähren, nachdem der Krieg zwischen Russland und der Ukraine beendet ist. Gleichzeitig könnten amerikanische Vermittler jedoch der Ansicht sein, dass der Weg zur Beendigung dieses Krieges gerade mit dem Abzug ukrainischer Truppen aus der Region Donezk verbunden ist.

Wir haben wiederholt nicht nur Andeutungen, sondern direkte Aussagen gehört, die diese Tatsache belegen – von amerikanischen Beamten und sogar vom Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump selbst. Und so kann die Position hinsichtlich des Abzugs ukrainischer Truppen aus dem Gebiet der Region Donezk nicht einmal wie ein Ultimatum seitens der amerikanischen Seite erscheinen, sondern wie ein schlichtes Beharren darauf, dass es ohne eine Entscheidung der Ukraine zum Abzug der Truppen aus der Region Donezk kein Ende des Krieges und folglich auch keine amerikanischen Garantien geben wird.

Auch darin liegt ein ganz gewöhnlicher logischer Fehler. Schon deshalb, weil wir sehr wohl verstehen, dass der Abzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet der Region Donezk nicht zur Beendigung des Krieges führen wird, sondern nur zur Erhebung neuer Forderungen an die ukrainische Seite.

Die Russen haben die Administration Donald Trumps bereits mehrfach genutzt, um ihre Forderungen Wirklichkeit werden zu lassen. Man erinnere sich nur an die Geschichte, wie die Europäer faktisch auf die Bereitstellung eingefrorener russischer Vermögenswerte für die Ukraine verzichteten – genau auf Drängen von Vertretern der amerikanischen Administration, die behaupteten, eine solche Entscheidung der Länder der Europäischen Union könne die Friedensbemühungen von Präsident Donald Trump untergraben.

Diese Behauptungen hatten nichts mit der objektiven Realität zu tun. Doch die Amerikaner schienen daran zu glauben, genauso wie sie jetzt an die Tatsache von Verhandlungen Steve Witkoffs mit nicht existierenden iranischen Vertretern glauben. Und schon die Tatsache, dass die Administration von Präsident Trump weiterhin in einer von ihm selbst und seinem engsten Umfeld erfundenen Realität lebt – einer Realität, die es in der Wirklichkeit nicht gibt –, schafft natürlich zahlreiche Probleme für diejenigen, die in der realen Welt leben und versuchen, ihre Beziehungen zu Trump und seinem Umfeld gerade in dieser realen Welt aufzubauen und nicht im Kopf und in den Fantasien des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Dass es schwer ist, die Amerikaner aus diesem fantastischen Weltbild herauszuholen, das Donald Trump im Laufe seines Jahres im Oval Office geschaffen hat, wurde auch während des Treffens von Marco Rubio mit den Außenministern der G7 deutlich. Wie Quellen berichten, kam es zu einer ziemlich scharfen Diskussion zwischen dem Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio und der Leiterin der europäischen Diplomatie Kaja Kallas, mit der Rubio übrigens bis heute kein bilaterales Treffen abgehalten hat – und damit eine Geringschätzung gegenüber der europäischen Diplomatie als solcher demonstriert und zeigt, in welchem Maße die Administration Trump den europäischen Integrationsprozess gern untergraben würde.

Kaja Kallas fragte Marco Rubio offen, wann die Vereinigten Staaten denn beginnen würden, gerade auf Russland Druck auszuüben, um den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, und erhielt als Antwort vom verärgerten amerikanischen Außenminister, dass die Amerikaner alles täten, was sie könnten, und wenn den Europäern etwas nicht gefalle, sollten sie sich selbst um die Beilegung des russisch-ukrainischen Konflikts kümmern.

Natürlich bestätigen weder Rubio noch die europäischen Beamten, die an dem Treffen teilnahmen, die Tatsache einer scharfen Diskussion zwischen dem amerikanischen Außenminister und der Leiterin der europäischen Diplomatie. Doch wir sehen sehr wohl, auf wen die Administration Trump heute tatsächlich Druck ausübt. Schon allein vor dem Hintergrund, dass diese Administration gezwungen war, die Energiesanktionen gegen Russland zu lockern, um irgendwie die Auswirkungen der Krise abzumildern, die durch die unzureichende Vorbereitung eben dieser Administration – und übrigens auch Rubios – auf den Krieg gegen den Iran verursacht wurde, sowie durch das Unverständnis des Präsidenten der Vereinigten Staaten und seines Umfelds darüber, zu welchen globalen Risiken ihre eklatante Inkompetenz und ihr mangelndes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge sowie schlicht ihre Unkenntnis elementarer Geografie führen würden – Dinge, die diese Menschen, wenn nicht an den renommierten Universitäten, an denen sie studiert haben, dann zumindest in der Schule hätten lernen müssen.

Doch jetzt geht es nicht um die Bildung Trumps, Rubios und der Vermittler im Konflikt, die sich offenbar erneut vor unseren Augen lächerlich machen. Die Frage ist vielmehr, in welchem Maße sich die Beziehungen zwischen Washington und Kyiv verschlechtern können, wenn der Außenminister der Vereinigten Staaten es sich erlaubt, dem ukrainischen Präsidenten öffentlich Lüge vorzuwerfen. Man kann nur hoffen, dass Rubio solche Aussagen in erster Linie macht, um Trump zu gefallen.

Denn während seiner Reise traf er nicht nur mit den Leitern der diplomatischen Behörden der Länder zusammen, sondern auch mit dem Außenminister der Ukraine, Andrii Sybiha. Und dieses Treffen hat möglicherweise diese Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung des phantomhaften Verhandlungsprozesses zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten konkretisiert, der im Weißen Haus weiterhin aufrechterhalten wird, um zu demonstrieren, dass die Vereinigten Staaten Anstrengungen unternehmen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden.

In Wirklichkeit jedoch sollten diese Anstrengungen nicht mit den von Trump und Putin erfundenen Verhandlungen verbunden sein, sondern vor allem mit Druck auf Russland und der Bereitschaft, gemeinsam mit der Ukraine auf die gemeinsame Herausforderung zu reagieren. Denn vor dem Hintergrund, dass sich die amerikanischen Streitkräfte in den ersten Tagen nach dem Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran als unvorbereitet auf den von diesem Land aufgezwungenen Drohnenkrieg erwiesen haben, hätte das Weiße Haus erkennen müssen, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der Ukraine und die Instrumente des Drucks auf Russland sind, das weiterhin dem Iran hilft, den Vereinigten Staaten entgegenzutreten. Doch wie wir sehen, weiß man in der Administration von Präsident Trump nicht, was nüchterne Schlussfolgerungen sind.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Рубіо звинувачує Зеленського у брехні | Віталій Портников. 28.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 28.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Zelensky in Saudi-Arabien: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 27.03.2026.

Der Besuch des ukrainischen Präsidenten in Saudi-Arabien und das Treffen von Volodymyr Zelensky mit dem Kronprinzen Mohammed bin Salman, dem faktischen Herrscher dieses Königreichs, ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Ereignisse der letzten Tage – sowohl im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg als auch mit dem Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran.

Man kann natürlich sagen, dass vor dem Hintergrund dieses Krieges, der mit jedem Tag zu einer immer größeren Herausforderung sowohl für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump als auch für die Weltwirtschaft wird, der amerikanische Staatschef das Interesse am russisch-ukrainischen Krieg verliert und auch nicht besonders versteht, wie er diesen Krieg beenden und auf den russischen Präsidenten Putin einwirken soll, der derzeit Präferenzen im Bereich der Energieversorgung erhalten hat.

Deshalb setzt Trump die Ukraine unter Druck. Allerdings wirkt dieser Druck nicht besonders überzeugend, auch im Hinblick auf die Schwächung seiner eigenen Positionen. Gleichzeitig ist offensichtlich – auch wenn der Präsident der Vereinigten Staaten dies bestreitet –, dass ukrainische Technologien und Erfahrungen im Kampf gegen Drohnen ein wichtiger Faktor für die Länder des Persischen Golfs sind, die sich unerwartet im Zentrum des Konflikts wiedergefunden haben und sowohl ihre Energie- als auch ihre lebenswichtige Infrastruktur riskieren.

Wir verstehen sehr gut, dass mögliche iranische Angriffe auf die Entsalzungsanlagen Saudi-Arabiens dieses blühende Land einfach in eine nicht blühende Wüste verwandeln könnten. Aus dieser Perspektive sucht die Führung Saudi-Arabiens natürlich nach zusätzlichen Sicherheitsmöglichkeiten. Zumal Prinz Mohammed einer der wichtigsten Lobbyisten des Krieges der Vereinigten Staaten gegen den Iran ist.

Doch im Gegensatz zum israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, der entweder selbst auf einen Machtwechsel in diesem Land setzte oder einfach Donald Trump davon überzeugen wollte, wünscht sich Prinz Mohammed in erster Linie eine Schwächung der iranischen Möglichkeiten und die Bewahrung der eigenen. Deshalb sind seine Gespräche mit Volodymyr Zelensky in erster Linie Gespräche über die Sicherung der eigenen Möglichkeiten Saudi-Arabiens und die Schaffung von Sicherheitsketten für den Fall – und das ist durchaus wahrscheinlich –, dass das iranische Regime die Macht in seinem Land behält und sich auf Vergeltung nicht nur gegen die Vereinigten Staaten und Israel, sondern auch gegen deren Verbündete vorbereitet. Und diese Vergeltung kann an jedem Tag und zu jeder Zeit erfolgen. Daher muss Saudi-Arabien bereit sein, einem solchen Schlag zu begegnen, bereit für einen zukünftigen großen Krieg im Raum des Persischen Golfs.

Was kann die Ukraine im Gegenzug von Saudi-Arabien erhalten? Vieles. Prinz Mohammed ist heute einer der einflussreichsten Akteure für Donald Trump, der sich bekanntlich nicht an den traditionellen Partnern und Verbündeten in der demokratischen Welt orientiert, sondern in erster Linie an autoritären Herrschern, deren Führungsstil ihm offensichtlich zusagt. Zudem ist Prinz Mohammed einer der größten Investoren in die amerikanische Wirtschaft und weckt aus dieser Sicht besonderes Interesse nicht nur bei Donald Trump selbst, sondern auch bei Mitgliedern seiner Familie und seines engsten Umfelds, das nicht auf Politik und nicht auf amerikanische nationale Interessen ausgerichtet ist, sondern auf eigene Geschäfte. Somit ist die Meinung des saudischen Prinzen über das, was im russisch-ukrainischen Krieg geschieht, für Donald Trump weitaus wichtiger als das, was europäische Führer über diesen Krieg denken.

Auch die Konfiguration der Ansätze Saudi-Arabiens selbst verändert sich. Bekanntlich wurde noch vor Kurzem der russische Präsident Putin im Golf mit großem Pomp empfangen, und der saudische Prinz versuchte, persönliche freundschaftliche Beziehungen zum russischen Staatschef aufrechtzuerhalten. Doch nun wird sowohl für die Führung Saudi-Arabiens als auch für die Führung anderer Länder des Persischen Golfs, vor allem der Vereinigten Arabischen Emirate, offensichtlich, dass Russland sich in seinen geopolitischen Orientierungen gerade dem Iran zuwendet und bereit ist, diesem Land bei der Zerstörung der Infrastruktur arabischer Staaten zu helfen. Dies ermöglicht es natürlich auch, den russisch-ukrainischen Krieg ganz anders zu betrachten und der Ukraine zu helfen, der russischen Aggression entgegenzuwirken.

Denn tatsächlich geht es darum, dass Saudi-Arabien und andere Länder des Persischen Golfs die Positionen eines der wichtigsten Verbündeten Irans schwächen – nicht nur heute, sondern auch in Zukunft. Denn wir verstehen, dass, wenn das iranische Regime diesen Krieg überlebt, die Russische Föderation alle möglichen und unmöglichen Anstrengungen unternehmen wird, um sein militärisch-technisches Potenzial wiederherzustellen und es auf einen weiteren Kampf gegen die Vereinigten Staaten, Israel und die Länder des Persischen Golfs vorzubereiten. Und vor dem Hintergrund, dass sich die Vereinigten Staaten als erschreckend unvorbereitet auf den modernen Krieg und auf den Schutz ihrer Verbündeten im Persischen Golf erwiesen haben, treten andere Sicherheitsmöglichkeiten in den Vordergrund.

Doch es ist klar, dass, wenn Saudi-Arabien und andere Länder des Persischen Golfs Hilfe von der Ukraine wünschen, sie vor allem daran interessiert sein müssen, dass auch die ukrainische Staatlichkeit dem ständigen Druck der Russischen Föderation standhalten kann. Ja, der russisch-ukrainische Krieg wird gewissermaßen zu einer Fortsetzung des großen Krieges im Nahen Osten und der gesamten umfassenden Energie- und Wirtschaftskrise, die die Welt gerade erst zu erleben begonnen hat und in die sie sich in den kommenden Wochen und Monaten dieser erbitterten Konfrontation von Autokratien mit Demokratien und der chinesischen Einflusssphäre mit der amerikanischen weiter hineinbewegen wird.

In Saudi-Arabien hat man bereits erkannt, dass die Zugehörigkeit zur amerikanischen Einflusssphäre keineswegs das Überleben der eigenen Infrastruktur garantiert und keineswegs vor Angriffen auf Riad und die Energieobjekte Saudi-Arabiens schützt. Dass es hier nur um eigene Anstrengungen, eigene Diplomatie und eigene Kontakte gehen kann – sowohl im Persischen Golf selbst als auch mit jenen Ländern, die ähnliche Prüfungen bereits in der Vergangenheit durchlebt haben.

Und unter diesen Ländern spielt gerade die Ukraine eine führende Rolle – aus dem einfachen Grund, dass gerade die ukrainische und die russische Armee in den letzten vier Jahren eine für die kommenden Jahre militärischer Konfrontation in der Welt unschätzbare Erfahrung im Drohnenkrieg erwerben. Und wir verstehen sehr gut, dass eine solche unschätzbare Erfahrung nicht auf Konferenzen oder bei Übungen erworben wird. Um eine solche Erfahrung zu sammeln, die wir natürlich niemals hätten machen wollen, muss man in einem realen großen Krieg kämpfen, in dem wir uns befinden.

Doch nun wird dieser Krieg zu einem zusätzlichen Trumpf für den Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelensky in seinen Gesprächen mit Prinz Mohammed bin Salman und anderen Führern Saudi-Arabiens und der Länder des Persischen Golfs. Und der Besuch des ukrainischen Präsidenten in dieser Region könnte sich im Hinblick auf die weiteren Folgen nicht nur dieses Krieges, sondern auch der Position der Vereinigten Staaten in diesem Krieg als gewichtiger und wichtiger erweisen als die bisherigen diplomatischen Bemühungen der Ukraine, die sich in erster Linie an die amerikanische Führung richteten.

Wenn man es ganz konkret ausdrückt: Es ist weitaus wichtiger, mit Prinz Mohammed bin Salman zu sprechen als mit irgendeinem Marco Rubio oder J. D. Vance und erst recht mit Witkoff oder Kushner, die kritisch von saudischen Investitionen abhängig sind.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Зеленський в Саудівській Аравії : головне | Віталій Портников. 27.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 27.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Das Paradox der Demokratie im Krieg. Vitaly Portnikov. 27.03.2026.

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Die Niederlage von Winston Churchill bei den ersten Parlamentswahlen in Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg sorgt bis heute für Verwunderung: Wie konnten die Briten denjenigen nicht unterstützen, der das Land – und später auch den größten Teil Europas – faktisch vor der nationalsozialistischen Besatzung gerettet hatte?

Doch die Antwort auf diese Frage ist einfach. Während seiner gesamten Karriere war Churchill ein herausragender Staatsmann, der auf die Perspektive ausgerichtet war – zugleich jedoch ein marginaler Politiker, der nicht in der Lage war, sich mit der Logik der Wähler abzufinden. Letztlich war es gerade diese Marginalität, die ihm die Möglichkeit gab, Premierminister des Landes zu werden, nachdem sein Vorgänger, der tatsächlich herausragende Politiker und Liebling der Gesellschaft Neville Chamberlain, ein Fiasko erlitten hatte. Was wäre geschehen, wenn ein für die Erwartungen der Wähler sensibler Politiker – wie Chamberlain – nach dessen Rücktritt Regierungschef geworden wäre? Möglicherweise hätten die Konservativen die Wahlen gewonnen. Doch ebenso wahrscheinlich ist, dass Großbritannien zu diesem Zeitpunkt den Krieg bereits verloren hätte.

Ich erinnerte mich an diese überzeugende Erfahrung, als ich die Warnung des Chefs des Generalstabs Eyal Zamir über die Notwendigkeit einer Verstärkung der Einberufung in die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte las. Die Kriege für Israel haben sich verändert, die Bedrohungen haben zugenommen, die Zeiten „kurzer Kriege und langen Friedens“ sind Vergangenheit geworden. Es scheint, dass die Menschen, die Israel regieren, dies sehr wohl verstehen. Gleichzeitig verstehen sie jedoch auch, dass ihre Wähler sie bei den nächsten Wahlen nicht unterstützen werden, wenn sie für diese Wähler unpopuläre Entscheidungen treffen. Sie beeilen sich nicht – und die Zeit in der Sanduhr der Geschichte wird immer knapper. Es entsteht ein offensichtliches Paradox: Die Gesellschaft ist sich der Herausforderungen bewusst, ist zum Widerstand bereit, aber ein bedeutender Teil von ihr unterstützt keine unpopulären Entscheidungen. Und die Politiker, die im Käfig der Wiederwahl gefangen sind – weil sie einfach Angst haben, die Macht zu verlieren –, können die Meinung dieses bedeutenden Teils nicht außer Acht lassen.

Alles, was Israel betrifft, betrifft auch die Ukraine. Der ehemalige Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Valery Zaluzhny, warnte bereits zu Beginn des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine vor möglichen Problemen, die entstehen könnten, wenn es nicht gelänge, die Schwierigkeiten bei der Mobilisierung zu überwinden. Doch die elektorale Logik bleibt weiterhin das Motiv, das das Handeln der Regierung bestimmt. Und das ist dasselbe Paradox: Die Gesellschaft ist zum Widerstand bereit, aber nicht bereit für unpopuläre Entscheidungen, mit deren Hilfe allein man den Widerstand aufrechterhalten und verstärken kann. Die Gesellschaft beruhigt sich mit der Erwartung eines unvermeidlichen Endes des Krieges, und die Politiker – mit unvermeidlichen Wahlen. Und solange es weder das eine noch das andere gibt, enthält sich die Macht Entscheidungen, die ihre elektoralen Chancen untergraben könnten.

Aus der Sicht eines Wahlsiegs ist das der einzig richtige Ansatz. Nur finden in Ländern, die von den politischen Landkarten verschwinden, keine Wahlen statt.


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Art der Quelle: Social Media

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 27.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Putin schaltet sich in den Krieg mit Iran ein | Vitaly Portnikov. 26.03.2026.

Das wichtigste Ereignis des letzten Kriegstages im Nahen Osten ist die Bereitschaft Russlands, sich an der Konfrontation zu beteiligen, und zwar schon nicht mehr nur mit Worten. Die Financial Times berichtet, dass die Russische Föderation die Vorbereitung zur Entsendung einer ganzen Partie von Drohnen und anderen Ladungen nach Iran abgeschlossen hat, die nötig sind, um Irans Bereitschaft zu stärken, in den nächsten Wochen, vielleicht sogar Monaten, den Truppen der Vereinigten Staaten und Israels zu widerstehen.

Die Israelis haben verstanden, dass die Russen sich unbedingt einmischen würden, bereits einige Tage vor der endgültigen Entscheidung darüber und der Aufstellung der russischen Mission. Die Angriffe auf die Häfen Irans am Kaspischen Meer sollten eben verhindern, dass die Russen Iran Hilfe leisten. Aber außer den Möglichkeiten, Fracht über das Kaspische Meer zu transportieren, auch wenn selbst diese Möglichkeiten nicht vollständig zerstört sind, gibt es noch die Möglichkeit, sie über das Territorium der ehemaligen Sowjetrepubliken zu transportieren und dies mit dem humanitären Charakter der Ladungen zu erklären; sagen wir, humanitäre Lieferungen können aus Russland über Aserbaidschan gehen, sie können aus Tadschikistan über das Territorium benachbarter Länder Zentralasiens gehen. Und wir verstehen, dass tadschikische humanitäre Konvois niemand kontrollieren wird.

Hier stellt sich natürlich eine ziemlich interessante Frage, was sich in diesen humanitären Lieferungen befindet. Sagen wir: Bekannt ist, dass Iran schon Anfang der 2020er Jahre in Tadschikistan ein eigenes Drohnenwerk eröffnet hat. Nach dieser Eröffnung gab es keinerlei reale Informationen über die Arbeit dieses Werks. Wir wissen nicht, ob es tatsächlich arbeitet oder ob es einfach symbolisch von Vertretern des Militärs Irans und Tadschikistans eröffnet wurde. Und wir wissen nicht, inwieweit diese Drohnen dort tatsächlich montiert wurden. Andererseits hindert niemand Russland daran, Iran jetzt seine modifizierten Drohnen zu liefern und sie beispielsweise als in Tadschikistan montiert auszugeben. Wir haben in den Ländern des Persischen Golfs bereits eine Drohne mit der Aufschrift „Geran“ gesehen. Und niemand weiß, wo sie tatsächlich montiert wurde. Ob in Russland und dann für die Bedürfnisse der Islamischen Republik geliefert, oder im Iran selbst für die Bedürfnisse Russlands, aber da man jetzt selbst Krieg führen muss, werden jene Drohnenpartien, die als russische hätten ausgegeben werden sollen, nun dazu verwendet, die Länder des Persischen Golfs oder Israel anzugreifen.

Nun, die Symbiose dieser Anstrengungen der Russischen Föderation und Irans ist offensichtlich. Nicht offensichtlich ist die amerikanische Reaktion. Während die Länder des Persischen Golfs Iran fürchten. Während Israel die Häfen am Kaspischen Meer angreift, um die Möglichkeiten Moskaus zu begrenzen. Während der Präsident Irans, Masud Pezeshkian, den Russen in einem sozialen Netzwerk auf Russisch für ihre Unterstützung dankt, bemerken Donald Trump und seine engsten Vertrauten diese russische Rolle praktisch nicht. Und wenn man sie auf die russischen Handlungen hinweist, sagen sie, dass diese keine wesentliche Bedeutung hätten.

Nun, das heißt: Es gibt ein Land, das den Iranern hilft, amerikanische Militärangehörige zu töten, amerikanische Militärtechnik zu zerstören. Und für Trump hat das keinerlei Bedeutung. Das ist es, was Geld, oder zumindest der Traum von großem Geld, mit Menschen macht, die heute in den Vereinigten Staaten verantwortliche politische Ämter bekleiden.

Dennoch schämen sich die Amerikaner mit dieser Geschichte um Russland nicht, glauben nicht, dass sich das irgendwie auf Trumps politische Reputation auswirkt, und schämen sich nicht, weiter Druck auf die Ukraine auszuüben. Und jetzt kann man sagen, dass von diesem Druck erstmals bereits in offizieller Form gesprochen wird. Wenn früher, wie Sie wissen, nur Kommentatoren und nicht näher bezeichnete Personen davon sprachen, dass gerade die Vereinigten Staaten und nicht nur die Russische Föderation versuchen, Druck auf die Ukraine auszuüben, was den Abzug unserer Truppen aus dem Gebiet des Donezker Gebiets betrifft, das heute von der legitimen ukrainischen Regierung kontrolliert wird, dann sagt das jetzt bereits der Präsident der Ukraine selbst, der betont, dass „die Amerikaner Sicherheitsgarantien für unser Land davon abhängig machen, dass wir unsere Truppen aus dem Donbas abziehen“.

Das ist eine ziemlich seltsame Geschichte, denn ich verstehe nicht ganz, von welchen Sicherheitsgarantien hier die Rede ist. Heute ist Trump gerade wieder aufgetreten und hat die NATO beschuldigt, die europäischen Länder beschuldigt, weil sie im Nahen Osten nicht geholfen haben. Und das alles wird er ganz sicher wieder vorhalten. Und wir helfen im Nahen Osten, aber er erwähnt das uns gegenüber nur in der Weise, dass er unsere Hilfe nicht braucht. Das heißt: Hilfst du, gibt’s Ärger, hilfst du nicht, gibt’s auch Ärger. Es ist unbekannt, was dieser Mensch in einer halben Stunde für richtig oder falsch halten wird.

Aber man muss eine einfache Sache verstehen. Wir befinden uns geografisch ebenfalls auf diesem Kontinent, nicht in Amerika. Wenn Trump seine Verpflichtungen hinsichtlich Sicherheitsgarantien nicht erfüllen will, wenn es um europäische Länder geht, wie können wir dann von ihm irgendwelche realen Sicherheitsgarantien für Europa und Sicherheitsgarantien für die Ukraine erwarten, wenn das miteinander verbundene Dinge sind? Und dann würde ich auch gern verstehen, worin diese Sicherheitsgarantien hätten bestehen sollen.

Worin besteht der Sinn von Sicherheitsgarantien für Europa seitens der Vereinigten Staaten? Das ist Artikel 5 der NATO. Was ist Artikel 5 der NATO? Das ist die Bereitschaft der Vereinigten Staaten, auf dem europäischen Kontinent Krieg zu führen, falls es dazu kommt, zusammen mit den europäischen Verbündeten. Das heißt, es ist die Möglichkeit eines Atomkriegs zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation unter Einsatz der nuklearen Komponente. Früher nahm man theoretisch an, dass Russland davor Angst haben würde. Jetzt, scheint mir, denkt das schon niemand mehr. Die Iraner schlagen ganz ruhig auf militärische Objekte der Vereinigten Staaten ein, schießen amerikanische Flugzeuge ab. Es passiert nichts dergleichen. Russland hilft den Iranern. Die Amerikaner drücken beide Augen zu. Andererseits passiert auch nichts, wenn die Ukraine mit ihren Drohnen und Raketen das militärische und energetische Potenzial der größten nuklearen Supermacht unserer Zeit neben den Vereinigten Staaten, der Russischen Föderation, zerstört.

Das heißt, man muss sich die Frage stellen: „Werden die Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten die unmittelbare Beteiligung amerikanischer Streitkräfte an der Verteidigung der Ukraine einschließen? Und wenn ja, warum treten Donald Trump und seine Leute dann so energisch gegen die Aufnahme der Ukraine in die NATO auf?“ Denn Artikel 5 der NATO sieht gerade eine solche Beteiligung vor. Und wenn Russland vor allem auf der Welt nicht möchte, dass die Vereinigten Staaten die Ukraine in der NATO verteidigen, warum sollte es dann einem Friedensabkommen zustimmen, das die Beteiligung der Vereinigten Staaten an der Verteidigung unseres Landes vorsähe? Unverständlich. Und sind die Vereinigten Staaten tatsächlich bereit, solche Sicherheitsgarantien zu geben, die die Präsenz ihres Militärs in der Konfliktzone voraussetzen würden, wenn Russland die Ukraine erneut angreift – nun, falls dieser Krieg in irgendeiner überschaubaren oder unüberschaubaren Zukunft endet?

Und wenn die Vereinigten Staaten sich an gar nichts beteiligen wollen, worin besteht dann die Sicherheitsgarantie? In schönen Worten, in einer Rede Präsident Trumps oder irgendeines anderen Präsidenten, darin, dass sie uns mehr Waffen geben oder erlauben, mit Langstreckenraketen auf Russland zu schlagen? Entschuldigen Sie, aber bis zu dem Zeitpunkt, wenn der Krieg endet und es irgendein Intervall bis zu einem neuen Krieg gibt, werden wir bereits unsere eigenen Langstreckenraketen geschaffen haben. Ihre werden wir nicht brauchen. Zumal die Chance riesig ist, dass die Amerikaner im Krieg im Nahen Osten einfach ihr gesamtes militärisch-technisches Potenzial aufbrauchen werden und nichts mehr haben, was sie uns geben könnten. Schon jetzt habe ich auf den Seiten der Jerusalem Post Worte darüber gesehen, dass bereits jetzt in diesen wenigen Wochen, всего vier Wochen sind vergangen, die Arsenale amerikanischer Jagdflugzeuge so weit geschrumpft sind, dass man für ihre Auffüllung zwischen drei und sieben Jahren brauchen wird. Bis zu sieben Jahren, denken Sie über diese Zahlen nach.

Und ich versichere Ihnen, dass jetzt alle amerikanischen und israelischen Waffen, wenn das noch einige Wochen so weitergeht, eine lange Wiederherstellung und spezielle Arbeit mit den amerikanischen Rüstungsherstellern brauchen werden, damit sie die Zahl von Abfangraketen, Raketen und Flugzeugen erhöhen. Aber selbst wenn sie jetzt beginnen sollten, diese Möglichkeiten schnell zu erhöhen, wird das, wie Sie verstehen, trotzdem Jahre dauern, nicht Monate. Schon jetzt spricht der Chef des Generalstabs der IDF, der israelischen Verteidigungsstreitkräfte, von der Notwendigkeit neuer Maßnahmen hinsichtlich der Mobilisierung von Reservisten, hinsichtlich der Unterstützung der Armee, weil er betont, dass, wenn das noch einige Wochen so weitergeht, den israelischen Verteidigungsstreitkräften die Reserven für einen weiteren so intensiven Kampf gegen die Iraner ausgehen könnten. Das alles ist Realität. Vergessen Sie nicht, dass es um einen Krieg mit einem Land geht, das 90 Millionen Einwohner hat und das, wie jetzt angenommen wird, zumindest in Worten – wir wissen nie, was die Iraner in Wirklichkeit denken –, in Worten eine Million Soldaten mobilisieren will, um den Amerikanern im Fall einer Bodenoperation zu widerstehen. Das heißt, es gibt eine Million Fragen, die man gerne stellen würde und auf die man gern eine Antwort bekommen würde, was diese Sicherheitsgarantien betrifft.

Dann gibt es noch eine weitere Frage, die mir ebenfalls ziemlich wichtig erscheint im Kontext dessen, was Zelensky sagt. Ist Putin wirklich bereit, den Krieg zu beenden, wenn ukrainische Truppen den Donbas verlassen und dieses Territorium den Russen überlassen? Tut er all das, was wir seit vier Jahren sehen, um das Donezker Gebiet zu erobern? Im Ernst? Ist das es, was ihn im Leben interessiert – das Donezker Gebiet? Es scheint mir, dass wir selbst in irgendeine logische Falle geraten. Wir versuchen uns selbst zu sagen, dass der Stoppuhrknopf des Krieges in unseren Händen liegt. Wir seien einfach, würde ich sagen, prinzipientreu. Wir wollen nicht mit unserem Land handeln, wir wollen unsere Truppen nicht aus dem Donezker Gebiet abziehen, wir wollen Putin keine befestigten Städte überlassen, aber sobald wir das wollten, würde der Krieg für Kyiv plötzlich sofort enden. Und eine riesige Zahl von Menschen sagt natürlich bereits: „Wir sind nicht so prinzipientreu wie ihr. Wir wollen, dass der Krieg endet. Wir wollen nicht noch vier Jahre im Krieg leben. Geben wir den Donbas auf.“

Nein, meine Lieben, all das existiert nicht. Das existiert nur in euren Köpfen. Vielleicht noch in irgendwelchen anderen Köpfen, bei Witkoff, Kushner, auch die haben einen Kopf. Zwei Köpfe haben sie. Einer ist Witkoff und einer ist Kushner. Der Krieg wird nicht enden, wenn wir das Donezker Gebiet verlassen. Er wird nur mit neuer Kraft beginnen. Wenn Putin über das Donezker Gebiet spricht, meint er mehrere Dinge:

  • Erstens tatsächlich, kampflos jenes Territorium zu besetzen, dessen Einnahme er seinen Schergen schon im Februar 2022 befohlen hat. Und sehen Sie, in ein paar Tagen beginnt schon April 2026, und sie können es immer noch nicht bis zum Ende besetzen. 
  • Und zweitens: die Besetzung der Ukraine fortzusetzen, zumindest den ukrainischen Osten bis zum Dnipro zu besetzen, als Minimalprogramm. 

Denn in Wirklichkeit braucht Putin nicht den Osten, sondern den Westen. Ohne Kontrolle über den ukrainischen Westen kann man nicht zum geopolitischen Hegemon Europas werden. Das geht nicht. Der Donbas ist einfach so etwas, würde ich sagen, nun, irgendein Territorium wie das Gebiet Kursk oder Brjansk. Das alles ist Quatsch aus der Sicht geopolitischen Gewichts. Geopolitisches Gewicht erreicht man in Uschhorod, nicht in Kramatorsk. Und das muss jeder verstehen, der hofft, Putin mit einem Stück des Donbas zufriedenzustellen und dabei nicht an die Menschen denkt, die etwa in Kramatorsk oder Sloviansk leben und sich in nichts von denen unterscheiden, die in Lwiw, Uschhorod oder Kyiv leben. Aber das nur nebenbei. Notabene.

In dieser Situation muss man Putins Ziele klar verstehen. Warum versucht er dann, über Witkoff und Kushner diese Geschichte mit dem Donbas durchzudrücken? Und warum hat er über Witkoff, Kushner und andere Amerikaner die Geschichte durchgedrückt, dass die Europäer uns die eingefrorenen russischen Vermögenswerte nicht übergeben sollen? Eben deshalb, es war eine Spezialoperation, um seine Vermögenswerte zu bewahren und Viktor Orbán die Möglichkeit zu geben, diese 90 Milliarden Euro zu blockieren, die wir zur Stabilisierung des Haushalts brauchen. Und ist die Spezialoperation schlecht gelaufen? Haben Witkoff, Kushner und andere Amerikaner ihre Rollen schlecht gespielt, als sie die Europäer davon überzeugten, dass sie, wenn sie russische Vermögenswerte konfiszieren – und Sie erinnern sich, dass man dafür überhaupt keine ungarischen oder slowakischen Stimmen gebraucht hätte, das hätte mit zwei Dritteln der Stimmen gelöst werden können –, die nichtexistente Friedensinitiative Trumps infrage stellen würden, also etwas, das gar nicht existiert?

Die Europäer haben dem zugestimmt. Jetzt können auch wir zustimmen. Warum? Weil Putin hofft, mit Hilfe eines solchen Drucks die Lage in der Ukraine selbst zu destabilisieren. Wenn Zelensky eine solche Entscheidung trifft, wird natürlich eine riesige Zahl von Menschen erscheinen, eine riesige, die sagen wird: „Verrat.“ Und andere werden sagen: „Ihr wollt Krieg führen, aber wir wollen nicht, dass unsere Kinder im Krieg sterben. Gebt den Donbas auf.“ Der Präsident hat richtig gesprochen. Und das ist eine wunderbare Möglichkeit für eine innere Konfrontation. Eine wunderbare Atmosphäre, um noch einen weiteren Teil des Territoriums zu besetzen. Und dann wird man sehen, man kann Witkoff und Kushner noch irgendetwas anderes verkaufen, und sie werden wegen irgendetwas anderem wieder Druck auf uns ausüben.

Natürlich können wir dieses Spiel spielen, bis Entscheidungen getroffen werden. So wie wir das Spiel der Minsker Vereinbarungen gespielt haben. Ich habe die ganze Zeit gesagt: Solange die Minsker Vereinbarungen gelten und wir uns nicht an ihrer Umsetzung beteiligen, indem wir von den Russen verlangen, dass sie zuerst ihre Truppen aus dem Donezker und dem Luhansker Gebiet abziehen, gewinnen wir. Sobald wir beginnen, diese Vereinbarungen zu erfüllen, wie es diese Idee 2019 gab: „Lasst uns hier die Truppen auseinanderziehen, lasst uns dort eine Brücke eröffnen, lasst uns uns hier profilieren, lasst uns dort in Tschongar noch so ein Vorzeigegebäude errichten“, gewinnen sie. Genauso ist es auch hier. Solange wir erzählen werden: „Oh, wir wollen uns einigen, wir wollen zu euren irrsinnigen Friedensverhandlungen fahren, wohin ihr uns sagt.“ „Wir wollen dies, wir wollen das.“ Zelensky wird sagen: „Ich will Putin treffen.“, als hätte ihm eine einzige Begegnung nicht gereicht. Wir werden gewinnen, weil wir den Amerikanern nicht die Möglichkeit geben, aus dem Friedensabkommen auszusteigen, die Übergabe von Aufklärungsinformationen einzustellen, sich zu weigern, uns Waffen zu verkaufen, solange sie Waffen haben – bald wird alles zu Ende sein, glauben Sie mir, bei einem solchen Tempo der Inkompetenz meine ich. Und das muss sich nicht einmal auf Iran beschränken. Man kann noch irgendwo anders etwas anfangen zu „korrigieren“. Das ist auch nicht schlecht.

Aber sobald wir irgendeinem Teil dieses Wahnsinns zustimmen, der von Trumps engsten Vertrauten verbreitet wird, werden wir sofort beginnen, das Land, seine Zukunft und den Krieg zu verlieren, und wir werden es verlieren. Deshalb muss man klar verstehen, wo die Grenzen unserer Möglichkeiten und Wünsche liegen. Zumal zu sagen, dass Trump jetzt irgendwie ernsthaft auf uns einwirken könne, ebenfalls eine riesige, entschuldigen Sie, Übertreibung ist. Mit jedem Tag dieses Krieges wird er immer mehr wie ein Mensch aussehen, der nicht so recht versteht, wo er sich befindet. Erinnern Sie sich nur an alles, was Trump heute gesagt hat. Er witzelte, dass ihm angeboten worden sei, Oberster Führer Irans zu werden. Das war ein Witz. Man muss nicht sagen, dass er das ernst gemeint hat. Er sagte, dass er gegen Delcy Rodríguez für das Amt des Präsidenten Venezuelas kandidieren könne. Auch das war ein Witz. Er versuchte einfach zu erklären, dass man ihn überall liebe. 

Aber als er über das Geschenk Irans sprach, dass Iran beschlossen habe, irgendwelche acht oder zehn Tanker durch die Straße von Hormus passieren zu lassen und dass das ein Geschenk der Iraner an ihn sei, war das kein Witz, das war Wahnsinn, den Witkoff ihm eingeredet hat. Erstens gibt es überhaupt keine Tanker in der Straße von Hormus, man verfolgt sie. Kaum werden zehn Tanker mit ausgeschalteten Transpondern durchfahren. Zweitens muss man doch klar verstehen: Es können nicht zehn Tanker durch die Meerenge fahren und alle anderen nicht. Entweder schafft Iran reale Bedingungen für die Schifffahrt in der Straße von Hormus für alle – es gibt keine Minen, keinen Widerstand der Iraner, und sie fahren durch –, oder niemand fährt durch. Denn keine Versicherungsgesellschaft wird jetzt die Passage von Tankern, zumindest über ihre Versicherungspolice, erlauben, ohne zu wissen, was mit diesem Tanker am Ausgang geschehen wird. Und Trump, wie Sie sich erinnern, versprach eine Versicherung der Tanker durch irgendwelche amerikanischen staatlichen Möglichkeiten, aber von all dem ist nichts geworden. Auch das war ein Bluff, der zu nichts geführt hat.

Also darin liegt jetzt eine absolut offensichtliche Sache. Und wir sehen, wie sich der Charakter des Krieges ändert. Heute schrieb die Washington Post, dass die Hoffnungen, einen Aufstand innerhalb Irans zu provozieren, verschwunden seien und dass israelische und iranische Offizielle der Auffassung seien, das Regime kontrolliere die Gesellschaft hart. Israel hat Angriffe auf die inneren Sicherheitskräfte eingestellt und versucht jetzt, stärker auf die militärisch-industrielle Infrastruktur Irans zu schlagen. Das heißt, im Prinzip ist das Hauptziel dieser Operation, die Vernichtung des iranischen Regimes als Hauptfaktor der Gefahr im Nahen Osten, im Persischen Golf, schon nicht erreicht worden. Es geht ausschließlich um die Schwächung dieses Regimes. Und Sie wissen, dass Israel jetzt intensive Schläge gegen den militärisch-industriellen Komplex Irans führt, aus Angst, Trump könnte den Krieg jederzeit beenden, ohne irgendwelche realen Ergebnisse von Verhandlungen, weil die Iraner diesen Verhandlungen nicht zustimmen. Sie nehmen an diesen Verhandlungen nicht teil. Diese Verhandlungen leben ebenso wie diese Tanker nur in Trumps Kopf. Vielleicht finden diese Verhandlungen ja gerade im Kopf auf diesen Tankern statt.

Aber das wäre ein sehr gefährliches Ende dieses Krieges für uns alle, Freunde, denn offensichtlich ist, dass, wenn das iranische Regime bestehen bleibt, erstens niemand in den Vereinigten Staaten oder in Israel weiß, wie seine realen Ressourcen sind und was mit diesem angereicherten Uran ist, wenn es nicht weggenommen wird, und ob Iran nicht wenige Monate nach dieser Geschichte mit Hilfe Russlands eine echte kleine Bombe haben wird. Und dann wird man natürlich mit der Islamischen Republik und ihrem neuen Obersten Führer – sei es Ajatollah Mojtaba Khamenei oder tritt irgendeine andere Figur an seine Stelle, falls Mojtaba überhaupt existiert, wir wissen es nicht – in einem völlig anderen Ton sprechen. In dem Ton, in dem man heute versucht, mit dem Vorsitzenden des Staatsrats der Demokratischen Volksrepublik Korea, Kim Jong Un, zu sprechen, der Trump überhaupt keine Aufmerksamkeit schenkt. Und Trump nennt Nordkorea eine große nukleare Nation. Warum sollte man Iran dann nicht genauso nennen, wenn es ein paar Bomben geben wird und wenn klar sein wird, dass schon die Hälfte einer dieser Bomben genügt, um Israel als solches zu vernichten? Gute Frage. Und von diesem Standpunkt aus kann man klar sagen, dass sich Amerikaner und Israelis im Wesentlichen in diesem Krieg verrechnet haben. Wenn dieser Krieg tatsächlich als ein Krieg begonnen wurde, der zum Regimewechsel im Iran, zur Beseitigung der nuklearen Bedrohung und zur vollständigen Beseitigung der militärischen Arsenale Irans führen sollte, dann muss man sofort sagen, dass er aus dieser Sicht mit einem Fiasko geendet hat. Selbst wenn 90 oder 80 Prozent des iranischen militärischen Potenzials zerstört werden und das Regime bestehen bleibt, wird es das alles wiederherstellen, oder man wird nach einigen Monaten wieder Krieg führen müssen. Ob es dafür Kräfte, Waffen und Möglichkeiten geben wird, verstehen Sie ja selbst, ist unbekannt.

Und auch eine wichtige Sache, über die ich heute bei Reuters gelesen habe: dass die Hardliner im Iran immer stärker darauf drängen, dass das Land die Entwicklung von Atomwaffen fortsetzt und möglicherweise aus dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen austritt, denn bis jetzt war Iran Teil dieses Abkommens. Und da stellt sich immer die Frage, was Trump tun wird, wenn Iran aus diesem Abkommen austritt? Es bombardieren? Nun, er bombardiert es doch schon. Welche Argumente habt ihr noch, wenn all eure Zwangsmittel bereits eingesetzt wurden? Darin liegt die Gefahr der Situation. Und mich überraschen übrigens Menschen, die Donald Trump nicht mögen. Ich kann sie verstehen. Ich stehe ihm auch nicht besonders sympathisch gegenüber. Es wäre seltsam, wenn ich ihm mit großer Sympathie begegnen würde. Aber sie wünschen, dass dieser Mann den Krieg gegen eines der gefährlichsten Regime der modernen Welt verliert. Gegen ein Regime, das seine eigenen Bürger getötet hat, das friedliche Israelis getötet hat, das friedliche Ukrainer getötet hat. Denken Sie daran, dass all diese Shaheds von dort gekommen sind. Sie sind über unseren Köpfen aufgetaucht, weil Iran nicht einfach ein Verbündeter Russlands war. Er hat das Territorium unseres Landes kaltblütig als Versuchsgelände benutzt und ukrainische Zivilisten als Versuchstiere, verstehen Sie, um zu begreifen, wie Drohnen funktionieren. Stellen Sie sich vor, Trump verliert gegen ein solches Regime. Das wäre nicht nur eine Stärkung Irans, das in dieser Situation zweifellos zum wichtigsten Land im Nahen Osten werden könnte, weil die Araber schlicht Angst vor ihm hätten. Das wäre ein Land, das Amerika besiegt hat. Und zugleich eine Stärkung Russlands und eine Stärkung Chinas. Denn an wen werden sich die arabischen Länder wenden in dem Bemühen, dass man sie vor Iran schützt? Von den Vereinigten Staaten haben sie einen solchen Schutz nicht erhalten. Vielleicht kann China irgendwie als Vermittler in ihren Beziehungen zu Iran auftreten, das auf sie beleidigt ist, weil sie, vielleicht schon, keine amerikanischen Basen mehr haben werden. Vielleicht sollte man amerikanische Basen durch chinesische ersetzen? Natürlich werden nicht alle diese Länder das tun, aber einige könnten es.

Und gerade deshalb halte ich es für sehr richtig, dass Präsident Zelensky jetzt in Riad ist und sich mit Kronprinz Mohammed bin Salman, dem faktischen, kann man sagen, Herrscher Saudi-Arabiens trifft, weil die Region des Persischen Golfs sehen muss, dass wir ein ernsthafter Verbündeter sein können, was die Sicherung ihrer Zukunft gegen Drohnen, gegen Raketen, gegen dieses ganze neue Arsenal betrifft, das eingesetzt wird, um möglicherweise nicht nur ihre Wolkenkratzer, sondern auch ihre Ölfelder zu zerstören. Und vergessen Sie grundsätzlich nicht, dass Prinz Mohammed für Trump eine viel autoritativere Figur ist als Macron derzeit, weil es um Geld geht, weil sie in Saudi-Arabien investieren, und Saudi-Arabien in Amerika investiert. Da gibt es Kushner. Das heißt, wenn Prinz Mohammed Trump und Kushner anruft, ist das ganz und gar nicht dasselbe wie ein Gespräch mit europäischen Führern. Wenn die Ukraine beweisen kann, dass sie ein gewichtiger Faktor bei der Stabilisierung der Lage im Nahen Osten ist, dass sie helfen kann, ein Land wie Saudi-Arabien zu schützen, wird das auch Russland beeinflussen, das muss man klar verstehen, und auch die Haltung der Araber gegenüber Russland. Wenn die Russen Iran Drohnen liefern, die dann in den Königspalast in Riad treffen können – „Geran“, sozusagen, mit Grüßen von Putin. Und die Ukrainer den Königspalast in Riad schützen wollen, dann muss man Ihnen jetzt nicht erklären, wer hier der Feind und wer der Freund ist.

Nun, und wir müssen verstehen, dass für die Vereinigten Staaten die Region des Persischen Golfs heute geopolitisch ein viel wichtigeres Gebiet ist als Europa. Obwohl das Unsinn ist, denn wenn Sie sich ansehen, wie die Amerikaner ihre Militärbasen in Europa für die Operation im Nahen Osten nutzen, und sich fragen: „Was könnten sie tun, wenn diese Basen nicht da wären?“, dann werden Sie begreifen, wie wenig Trump sich überhaupt in Geografie und im Militärwesen auskennt. Aber wir sprechen jetzt nicht über Trumps Kompetenz, sondern darüber, wie er die Realität wahrnimmt, dass er ohne Europa auskommen könne. Kann er nicht. Und das amerikanische Militär kann ebenfalls nicht ohne Europa und ohne seine Positionen in Europa auskommen, selbst wenn es um einen Krieg im Nahen Osten geht. Die berühmte Basis Ramstein, auf der, wie Sie wissen, die wichtigsten Ereignisse im Zusammenhang mit den ersten Runden der Verhandlungen über militärische Hilfe für unser Land stattfanden, ist jetzt einer der wichtigsten logistischen Knotenpunkte für die amerikanische Armee im Hinblick auf ihre Operation gegen Iran. Wenn man sich vorstellt, die Augen schließt und begreift, dass diese Basis nicht existiert, dass andere Basen nicht existieren, dann, glaube ich, wäre die Situation für die Amerikaner überhaupt viel schlechter, als sie heute ist. Aber es gibt ein klares Verständnis dafür, dass wir nicht nur die objektive Realität berücksichtigen müssen, sondern auch die Realität, die sich in Trumps Kopf befindet. Dort, wo die Öltanker, die von unbekannten iranischen Gönnern geschenkt wurden, die Straße von Hormus hin und her durchqueren wie in einem Spiel „Schiffe versenken“. Und dann verstehen wir die Bedeutung des Persischen Golfs für den Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Nun, das sind vorläufig solche Notizen zum heutigen Kriegstag. Ich werde auf die Fragen antworten, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.

Frage. Würde China auf die Desintegration Russlands setzen, wenn Deutschland vorteilhafte Handelsbedingungen anböte?

Portnikov. Nein, das würde es nicht. Wozu braucht China die Desintegration Russlands, des größten Nuklearstaates der modernen Welt? Dabei ist doch das nukleare Potenzial Chinas dem der Russischen Föderation unterlegen. Russland sieht für die Volksrepublik China zumindest noch eine gewisse Zeit wie ein wichtiger Faktor der Abschreckung aus, wie ein nuklearer Schutzschirm. All diese Gespräche darüber, dass China Russland desintegrieren werde, sind ein ebenso vollkommen abstrakter, verantwortungsloser Mythos wie die Geschichte, dass Russland morgen auseinanderfallen werde, dass es dort nationale Bewegungen geben werde. Und wiederum sprechen in der Regel all diesen Unsinn Menschen, die davon nie etwas verstanden haben und einfach wollen, dass ihre Wunschvorstellungen mit der Realität übereinstimmen. Also vergessen Sie das bitte.

Um ehrlich zu sein, finde ich es immer sehr bedauerlich, dass eine so große Zahl von Völkern, die auf dem Territorium der Russischen Föderation lebt, nicht nur ihre eigene Staatlichkeit und ihre eigene Identität verliert. Aber leider sind die Jahre des Aufenthalts dieser Völker in der Sowjetunion als zweitrangige Völker und ihre Russifizierung durch Russland, sozusagen, nicht ohne reale Folgen geblieben. Sogar Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre waren die nationalen Bewegungen in den russischen Republiken ihrer Stärke nach schwächer als das, was in den Unionsrepubliken geschah, wenn man nicht etwa Tatarstan oder Tschetschenien gesondert nimmt. Und danach wurde es überhaupt nur noch dunkel, besonders nach Putins Machtantritt. Dasselbe betrifft die Desintegration Russlands und Chinas Bereitschaft, die Stabilität eines seiner wichtigsten, könnte man sagen, Satelliten in Europa faktisch infrage zu stellen.

Frage. Womit kann Putin Iran außer mit Drohnen helfen?

Portnikov. Besonders mit nichts. Er kann mit Raketen helfen. Er kann mit Abschussanlagen helfen. Wir wissen ja nicht, wie sehr das für Putin Priorität hat. Er kann mit Medizin helfen, die für eine Armee, die Krieg führt und bombardiert wird, ebenfalls wichtig ist. Ganz zu schweigen davon, dass eine solche Hilfe auch dann spürbar werden kann, wenn es eine Bodenoperation geben sollte. Auch sie wäre für die iranische Armee, wie Sie verstehen, ziemlich schwer, also gibt es viele Möglichkeiten der Hilfe.

Frage. Was kann Ihrer Meinung nach auf Orbán einwirken, damit er seine Haltung und seine Rhetorik gegenüber der Ukraine ändert?

Portnikov. Nichts kann das. Für Orbán ist es ein kritischer Moment. Er kann die Wahlen verlieren, buchstäblich jeden Augenblick, verstehen Sie? Jeden Augenblick. Nach den jüngsten Umfragen liegt er mit etwa 25 Prozent hinter der wichtigsten Oppositionspartei Tisza zurück. Deshalb muss Orbán jetzt überhaupt eine solche Atmosphäre in der ungarischen Gesellschaft schaffen, die es ihm erlaubt, die Wahlergebnisse nicht anzuerkennen und zu behaupten, sie seien von ukrainischen Spionen und Destabilisatoren organisiert worden. Selbst wenn die Partei Tisza gewinnt, wird er die Macht nicht abgeben. Erwarten Sie daher bis zu den Wahlen keine Änderung seiner Position. Und nach den Wahlen sprechen wir darüber, wer der neue Ministerpräsident sein wird und wie man mit ihm reden soll. Orbán versteht sehr gut, was diese Macht in Ungarn für seine Zukunft bedeutet.

Frage. Sollte man den Vereinigten Staaten nicht direkt erklären, dass ihre Sicherheitsgarantie ein Hohn ist? Sie sehen hier maximal so aus, also wir könnten eher den Staaten Sicherheitsgarantien geben.

Portnikov. Sie können den Staaten keine Sicherheitsgarantien geben, weil die Staaten, ebenso wie die Russische Föderation, die größten Nuklearmächte des 20. und 21. Jahrhunderts sind. Mit ihrer Sicherheit ist alles in Ordnung. Sie können im Ernstfall strategische Atomwaffen einsetzen und der Existenz ihres Feindes ein Ende setzen. Das ist bisher nur noch nicht geschehen, aber niemand hat gesagt, dass das nicht noch zu unseren Lebzeiten geschehen kann. Das Wichtigste ist, dass wir Zeugen bleiben und nicht Opfer werden, denn Opfer einer solchen Geschichte zu werden, ist ebenfalls möglich. Aber dass die Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten ein Hohn sind, wenn die Vereinigten Staaten selbst nicht bereit sind, für jemanden Krieg zu führen, ist ebenfalls objektive Wahrheit. Sie haben recht. Nur: Wozu sollten Sie das sagen? Politik und Diplomatie sehen nicht so aus wie in der Serie Diener des Volkes. Vergessen Sie sie. Sie haben sie schon gesehen, Ihre Wahl getroffen. Alles gut. Und jetzt versuchen Sie bitte, sich irgendwie professionell zur Realität zu verhalten. Oder verlangen Sie wenigstens Professionalität von den Menschen, für die Sie gestimmt oder nicht gestimmt haben, oder für die Ihre Mitbürger gestimmt haben. Wenn Sie Aufklärungsinformationen brauchen, wenn Sie Waffen brauchen, wenn Sie in den 2020er und 2030er Jahren des 21. Jahrhunderts, als Jahren des russisch-ukrainischen Krieges, überleben wollen, dann darf man die Amerikaner nicht beleidigen, auch wenn sie Ihnen nicht gefallen, sonst überleben Sie nicht.

Frage. Nach der Verletzung der Sicherheitsgarantien des Budapester Memorandums und der Weigerung, diese Garantien einzuhalten, welche neuen Sicherheitsgarantien kann es überhaupt noch geben? Warum sollten wir einen Vertrag einhalten, den alle verletzt haben?

Portnikov. Nun, Sie können ihn auch nicht einhalten. Was macht das schon für einen Unterschied? Einhalten oder nicht einhalten. Es wirkt, als könnten wir uns jetzt einfach so eine Atombombe in Ihrem Hof zusammenbauen. Sie beschäftigen sich mit Unsinn. Zumal es im Budapester Memorandum keine klaren Sicherheitsgarantien gab. Ja, wir haben einem Dokument zugestimmt, das keine Sicherheitsgarantien vorsah, weil wir vorher bereits dem zugestimmt hatten, dass Atomwaffen in einem Zentrum konzentriert sein sollten. Dem haben wir faktisch bereits zum Zeitpunkt der Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten zugestimmt. Entschuldigen Sie, als wir der Schaffung eines vereinten Kommandos der strategischen Kräfte der GUS unter der Führung von Marschall Schaposchnikow zustimmten, dass es zwei Koffer mit Atomcodes geben sollte, einen bei Jelzin, einen bei Schaposchnikow, und Schaposchnikow sich allen Führern der GUS-Länder unterordnen würde, und dann aus dieser Vereinbarung ausgestiegen sind. War das ein falscher Ausstieg? Es war richtig, denn sonst hätten wir überhaupt keine eigene Armee gehabt, sondern wären ständig ein russischer militärischer Satellit gewesen. Aber für alles muss man bezahlen. Für unsere Weigerung, gemeinsam mit Russland die Kontrolle über Atomwaffen auszuüben, haben wir mit der Aufgabe dieser Atomwaffen bezahlt. Und jetzt erinnern wir uns hartnäckig nicht daran. Das ist wie mit unserer Landeswährung. Als wir die GUS gründeten, stimmten wir zu, dass es einen gemeinsamen Markt und eine gemeinsame Währung geben würde. Hätten wir den russischen Rubel behalten sollen? Nein, hätten wir nicht. Aber dafür musste bezahlt werden.

Frage. Gibt es denn im gesamten Staatsapparat der USA wirklich keine vernünftigen Leute? Wir erinnern uns, dass selbst 2019 das Staatssystem Widerstand leistete und das Team Zelensky bremste. Und in den USA, was?

Portnikov. Nun, erstens gibt es im Staatsapparat der USA vernünftige Leute. Nur ist das gesamte System auf die Wünsche einer einzigen Person zugeschnitten. Und diese Person ist Donald Trump. Und wenn Sie sagen, das Staatssystem habe Widerstand geleistet und Zelenskys Team gebremst, dann erinnere ich mich, entschuldigen Sie, nicht an eine große Bremsung nach den Parlamentswahlen und nachdem Zelensky seine Monomehrheit im Parlament geschaffen hatte. Ich erinnere mich daran, wie sogenannte einfache Leute jubelten: „Oh, endlich wird es ein Parlament geben, und jenes Parlament, das es gab, hat Zelenskys Reformen behindert.“ Wundervoll. Danach begannen die wahnsinnig tollen Reformen. Alles war großartig. Also bilden Sie sich nicht ein, irgendwer hätte Zelensky gebremst. Vielleicht hat ihn die Gesellschaft gebremst. Das stimmt. Nicht der Staatsapparat. Trump kann die Gesellschaft ebenso bremsen, wenn sie bei den Zwischenwahlen gegen seine Kandidaten stimmt. Sie sehen ja, wie das geschieht. Aber sich vorzustellen, dass man, wenn faktisch ein Regime personalistischer Herrschaft geschaffen wird, irgendwen bremsen könne, tun Sie das nicht. So etwas gibt es nicht. Weder hier noch dort.

Frage. Was wird mit den Amerikanern sein, die keine Drohnenbrigaden haben? Die Iraner haben Erfahrung mit Drohnen, haben Drohnen und kopieren unsere Techniken vollständig. Die Iraner werden sie doch zerreißen, oder nicht?

Portnikov. Ich denke, sie werden sie nicht zerreißen. Ich denke, die Amerikaner sind ebenfalls lernfähig. Die Amerikaner haben die stärkste Armee der Welt. Man sollte nicht denken, dass sie einfach so die ganze Geschichte verlieren werden. Aber das ist eine Frage der Opfer und der Geduld. Die Amerikaner haben Kriege im globalen Süden verloren. Kriege eben. Sie können eine glänzende Spezialoperation durchführen, aber keinen langwierigen Krieg. Eben deshalb, weil die amerikanische Gesellschaft nicht will, dass Menschen irgendwo außerhalb Amerikas für unverständliche Ziele sterben. Und hier stellt sich die Frage: Wenn es nicht nach dem Szenario verläuft, dass der Krieg am Samstag endet, sondern Trump tatsächlich zu einer Bodenoperation etwa auf der Insel Kharg greift, dort Amerikaner bombardiert werden, sie dort von iranischen Schlägen sterben und so weiter – dann könnten die Amerikaner auf die Straße gehen und fordern, dass der Krieg beendet wird, selbst wenn das in Zukunft zu ihrer geopolitischen Niederlage führt. Hier wäre ich auf der Seite Donald Trumps, nicht der Protestierenden.

Frage. Kann man einen möglichen Angriff Russlands auf die baltischen Staaten als zweite Front für Russland betrachten, als Teil des Plans des Krieges gegen die Ukraine?

Portnikov. Ich halte das aus einem einfachen Grund nicht für einen Teil des Krieges gegen die Ukraine. Um reale Kriege auf dem Territorium der NATO zu beginnen, braucht man Ressourcen. Denn sehen Sie: Gegen die Ukraine wurde ein hybrider Krieg begonnen. Strelkow, ein Volksbürgermeister von Sloviansk, die Besetzung eines großen Teils des Donezker Gebiets. Dann hielten zunächst freiwillige Bataillone das auf, dann entfaltete sich die reguläre Armee. Und es stellte sich heraus, dass die reguläre Armee viel stärker war als all diese Saboteure. Und unsere Militärs begannen, sie real von hier zu verdrängen. Wir haben ja riesige Gebiete des Donezker und Luhansker Gebiets befreit. Vergessen Sie nicht, dass sowohl Kramatorsk als auch Sloviansk besetzt waren. Und als klar wurde, dass sie überhaupt auch Donezk und Luhansk verlassen müssten, wurden reguläre russische Truppen auf das Territorium der Ukraine eingeführt. Schon in Uniform, mit Technik. Und stellen Sie sich jetzt vor, irgendwer besetzt Narwa, irgendwelche Saboteure, ruft dort einen Volksbürgermeister aus. Und estnische Truppen oder NATO-Truppen bringen die Situation unter Kontrolle. Sogar innere Truppen verhaften die Saboteure, treiben sie über die Grenzen der Russischen Föderation hinaus. Was müsste der nächste Schritt sein? Die Einführung regulärer Truppen der Russischen Föderation, um einen Krieg in Ida-Virumaa zu beginnen. Und hat Russland diese Truppen? Sie erinnern sich ja, dass sich bei der Geschichte mit dem Gebiet Kursk herausstellte, dass sie keine zusätzlichen Truppen haben, um Operationen dort durchzuführen. Um, entschuldigen Sie, das unglückliche Sudscha zu befreien, mussten sie Militärs aus Nordkorea importieren. Sollen jetzt etwa ebenfalls Militärs aus Nordkorea in Narwa kämpfen? Ich bin mir nicht sicher. Also, solange Russland alle Ressourcen an die ukrainische Front gebunden hat, keine überschüssigen Ressourcen hat, weil es derzeit kein überschüssiges Potenzial hat, wird es keinen hybriden Krieg wagen, weil dieser mit seiner Niederlage enden würde. Denn damit ein hybrider Krieg erfolgreich ist, muss man reguläre Kräfte einsetzen.

Frage. Wenn man dieses Chaos im Weißen Haus betrachtet, glauben Sie, dass die Reputation der Vereinigten Staaten jemals wiederhergestellt werden kann? Und steht die Ukraine auf der richtigen Seite der Geschichte, wenn sie auf den Kurs unserer überseeischen Partner gesetzt hat?

Portnikov. Nun, erstens helfen uns diese überseeischen Partner in diesen Jahren so, wie viele andere uns nicht geholfen haben. Zweitens hoffen wir so oder so, gute nachbarschaftliche, würde ich sagen, Beziehungen zu den europäischen Ländern zu bewahren. Die europäischen Länder hoffen, ihre Kontakte mit den Vereinigten Staaten zu bewahren. Wird es gelingen, die Reputation der Vereinigten Staaten wiederherzustellen? Im globalen Sinn nein. Sehen Sie: Schon in Trumps erster Amtszeit war klar, dass Isolationismus und Misanthropie zum Wesen amerikanischer Politik werden. Dann verlor Trump die Wahlen. Viele dachten, das sei das Ende dieses Kurses. Biden kam mit dem Slogan an die Macht: Amerika kehrt zurück. Und viele glaubten daran. Aber dann stellte sich heraus, dass das nur eine vorübergehende Pause zwischen den Trumps war. Und hier stellt sich die Frage: Stellen wir uns die Wahlen von 2028 vor. Dort gewinnt ein Demokrat, der zur Rückkehr Amerikas bereit ist. Oder ein vernünftigerer Republikaner, nicht aus Trumps Lager, weil die Trumpisten Amerika bis dahin so an den Rand bringen werden, dass man für sie nicht mehr stimmen will. Und dann werden die Republikaner selbst einen vernünftigen Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten aufstellen. Warum nicht? Einen, der nicht mit Trump verbunden ist. Aber wer in Europa und der Welt wird glauben, dass das von Dauer ist? Alle werden denken, dass dieser Mensch wieder vier Jahre lang herumlaufen und erzählen wird, Amerika kehre zurück, und dann wird ein neuer bedingter Trump erscheinen, dass das eben der Zustand der amerikanischen Gesellschaft ist. Also ja, wenn man sich selbst ins Knie geschossen hat, und genau das tun die Vereinigten Staaten gerade, und zwar jeden Tag – bumm, krach –, dann wird man mit dieser Kugel im Bein leben. Man wird уже schlecht gehen. Diese Kugel wird nirgendwo verschwinden. Und das ist die Realität unserer Zukunft. Daran ist nichts zu ändern. In einer solchen Realität wird man leben müssen.

Frage. Iran hat Raketen, die bis in die Ukraine reichen, und die Ukraine hat keine Raketen, die bis nach Iran reichen. Wie soll man da handeln?

Portnikov. Gar nicht. Andere Länder haben Raketen, die bis nach Iran reichen, und sie können Verbündete der Ukraine in dieser Situation sein. Amerikanische und israelische Raketen erreichen Iran ganz problemlos. Warum sollten wir selbst dorthin reichen müssen? Meinen Sie, iranische Raketen könnten die Ukraine angreifen? Erstens verstehe ich nicht: Reichen Ihnen russische Raketen nicht? Stellen Sie sich vor, dass unter diesen russischen oder nordkoreanischen Raketen – erinnern Sie sich, auch nordkoreanische Raketen platzten hier irgendwo neben den Häusern in meiner Nähe – noch eine iranische dazukommt; nur zwei Raketen sind 4.000 Kilometer bis Diego Garcia geflogen. Was ändert das an Ihrem Leben? Sie werden bloß irgendwelche geografischen Emotionen bekommen, wissen Sie, wie Menschen früher gern in verschiedene Länder reisten, und jetzt können wir russische, nordkoreanische, iranische Raketen zählen. Das ist wie ein Stempel auf dem Koffer. Aber das ändert im Wesentlichen nichts. Wir leben doch nicht im Frieden, im Unterschied zu den Ländern des Persischen Golfs, die sagen: „Mein Gott, zu uns sind Raketen geflogen, was für eine Katastrophe! Dubai brennt.“ Ist das für uns eine Neuigkeit? Sie werden vielleicht nicht einmal erfahren, dass es eine iranische Rakete war. Wenn es ernst wird, gibt es Flugalarm, irgendeine Rakete wird abgeschossen oder fällt irgendwo herunter – ist es Ihnen dann wirklich wichtig, ob sie russisch oder iranisch ist?

Frage. Was denken Sie überhaupt über die Agenda 2050? Über eine Zukunft der Welt mit Null-Emissionen. Haben in diesem Fall all diese Kriege und diese Energiekrise um Öl überhaupt einen Sinn?

Portnikov. Ich denke, dass es keine Agenda 2050 geben wird und keine Welt mit Null-Emissionen, denn damit es überhaupt eine Agenda 2050 gibt, braucht man, wissen Sie, noch eine notwendige Bedingung: dass die Menschheit 2050 überhaupt existiert. Bei diesem Tempo könnte es sein, dass das eine Agenda für Ratten und nicht für Menschen wird. Sie verstehen ja, dass es, wenn es einen groß angelegten Dritten Weltkrieg geben wird, solche Emissionen geben wird, dass niemand irgendein Jahr 2050 erleben wird. Deshalb muss man zunächst einmal in eine Welt gelangen, in der Freiheit für Staaten garantiert ist und nicht Diktat, in der internationales Recht gilt, in der auf Krieg verzichtet wird. Und dann kann man die Frage nach der Agenda 2050 lösen. Sie verstehen, dass sich jetzt all diese Agenden, besonders wenn man die amerikanische Position und die chinesische betrachtet, alle auf Null reduziert haben. Das ist nichts, wenn man ernsthaft über das sprechen will, was geschieht. Aber auch das ist eine Realität, mit der wir leben und rechnen müssen. Wir sind im Jahr 2026, eilen Sie nicht dem Jahr 2050 voraus. Erleben Sie erst einmal 2027. Das wünsche ich Ihnen aufrichtig.

Bitte geben Sie Likes, kommentieren Sie, was Sie über das Jahr 2026 denken. Wenn jemand schon an 2050 denkt, höre ich mir mit Freude an, was er darüber denkt. Ich werde 83 Jahre alt sein. Mit Vergnügen werde ich dann mit demselben Enthusiasmus mit Ihnen sprechen, denn ich werde dann faktisch im Alter Trumps sein, ich könnte in diesem Alter sogar Ihr Präsident sein, wenn Sie es wollten, vielleicht werden Sie dann bereits meinen, dass Präsidenten jüngere Menschen sein sollten, aber wer weiß.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: [Путін включається у війну з Іраном | Виталий Портников. 26.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 26.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Russische Häfen und Fabriken stehen in Flammen | Vitaly Portnikov. 26.03.2026.

Ukrainische Drohnen haben in der vergangenen Nacht erneut die Oblast Leningrad der Russischen Föderation angegriffen. Unter Beschuss stand eines der größten Erdölverarbeitungsunternehmen in Russland – der Komplex Kirishi Nefteorgsintez. Dies ist bereits der zweite Angriff auf Kirishi im März. Und wie in der Verwaltung der Oblast Leningrad der Russischen Föderation behauptet wird, führte der Angriff zu Bränden und Problemen im Betrieb.

Somit kann man hoffen, dass die Kapazitäten eines der größten Erdölverarbeitungsunternehmen Russlands erheblich eingeschränkt sein werden. Ebenso ist offensichtlich, dass der Hauptschlag gegen die Oblast Leningrad Russlands ein Schlag gegen die Ölhäfen in Primorsk und Ust-Luga war. Möglicherweise haben Sie die eindrucksvollen Bilder der Brände an den Terminals dieser Häfen gesehen. Nach den ukrainischen Angriffen waren sowohl in Primorsk als auch in Ust-Luga gezwungen, die Verladung von Öl einzustellen. Und es geht dabei um die wichtigsten und leistungsstärksten Ölterminals für den Transport von Erdölprodukten und Rohöl in andere Länder.

Somit kann man von einem kombinierten Angriff sprechen. Ein Teil der Schläge ist darauf gerichtet, die Russische Föderation daran zu hindern, Erdölprodukte und Öl zu liefern. Ein anderer Teil der Schläge ist darauf gerichtet, dass die Russische Föderation weniger Erdölprodukte produziert und somit selbst gezwungen ist, diese in anderen Ländern einzukaufen, was natürlich dem russischen Staatshaushalt schadet, weil die für die Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine so notwendigen Erdölprodukte dann gegen Devisen eingekauft werden müssen.

Und hier müssen wir uns bewusst machen, dass es Entscheidungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, geben kann, die auf energetische Hilfe sowohl für ihn selbst als auch für den Präsidenten Russlands, Putin, gerichtet sind. Es kann aber auch ukrainische Gegenmaßnahmen geben, die es Putin einfach nicht ermöglichen werden, diese Hilfe des amerikanischen Präsidenten vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Lage im Nahen Osten und der Energiekrise, die mit dem Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran verbunden ist, zu nutzen.

Dabei geht es vor allem um die Einschränkung der energetischen Möglichkeiten der Russischen Föderation. Russland ist kritisch abhängig von der Produktion von Erdölprodukten und von der Lieferung von Öl an Länder wie vor allem die Volksrepublik China und Indien, die sich in diesen vier Jahren zu tatsächlichen Sponsoren des Krieges Russlands gegen die Ukraine entwickelt haben. Aber wenn sie kein Öl mehr aus der Russischen Föderation erhalten, werden sie Putin nicht einfach so blutige Yuan und blutige Rupien geben können.

Das bedeutet, dass man den Großteil der Erdölraffinerien der Russischen Föderation außer Betrieb setzen muss, um Russland sowohl die Möglichkeit zu nehmen, Erdölprodukte zu liefern, als auch die Möglichkeit, sie auf dem Binnenmarkt zu verwenden. Und wenn Russland gezwungen sein wird, fremde Erdölprodukte zu kaufen – wofür man übrigens ebenfalls Häfen braucht –, wird dies seine militärischen Möglichkeiten in naher Zukunft einschränken.

Und natürlich muss man Russland daran hindern, mit Öl zu handeln. Ganz gleich, welche Meinungen dazu bei Vertretern der amerikanischen Administration existieren, von denen einige offensichtliche Lobbyisten russischer Interessen sind.

Natürlich hat Trump den Russen derzeit erlaubt, genau jenes Öl zu verkaufen, das sie bereits auf Tanker verladen hatten und das sie in diesen Tankern lagerten, in der Hoffnung, einen Käufer für den Rohstoff zu finden. Und jetzt wird genau dieses Öl verkauft. Aber wenn aus den Häfen in Primorsk und Ust-Luga keine neuen Tanker mit russischem Öl auslaufen – und in den nächsten Tagen, vielleicht Wochen, und ich würde hoffen, dass es Monate sein werden, nicht auslaufen –, dann wird der Präsident der Vereinigten Staaten dem Präsidenten der Russischen Föderation keine exklusiven Dienstleistungen mehr bieten können, was die Lockerung von Sanktionen gegen Russland und die zeitweilige Erlaubnis zum Verkauf seines Öls betrifft. Eine zeitweilige Erlaubnis, die vor dem Hintergrund der Verlängerung des Krieges im Nahen Osten und der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage weltweit, auch in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo die Menschen bereits von den Preisen an den Tankstellen schockiert sind, sich in eine dauerhafte Erlaubnis verwandeln könnte – zur Freude Putins und seiner Generäle.

Bereits jetzt wird davon gesprochen, dass der Ölverkauf aus der Russischen Föderation in den letzten Monaten praktisch um 50 % zurückgegangen ist. Und das hängt nicht mit Sanktionen des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump gegen Rosneft und Lukoil zusammen, diese größten Ölunternehmen und Geldbörsen des Präsidenten Russlands Putin. Nein, das hängt in erster Linie mit ukrainischen Sanktionen zusammen, mit den Angriffen auf Ölterminals und Raffinerien der terroristischen Föderation.

Und wenn diese Angriffe fortgesetzt werden, wenn die Ölhäfen der Russischen Föderation brennen und zu Objekten werden, die nicht mehr für den Verkauf von Öl genutzt werden können, dann wird sich Präsident Putin vom russischen Staatshaushalt verabschieden müssen, und danach werden die so notwendigen Probleme im militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation und soziale Probleme beginnen, die zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges erforderlich sind.

Man sollte nicht auf irgendwelche Aufstände hoffen, auf die man in demokratischen Ländern weiterhin hofft, wenn man gegen autoritäre Staaten kämpft, sondern ausschließlich auf die Vernichtung von Ressourcen. Ein anderes Rezept zur Beendigung von Kriegen, die jetzt nicht nur in der Ukraine geführt werden, hat es nie gegeben und wird es nicht geben.

Und aus dieser Sicht können wir erneut an die Bedeutung von Langstreckenwaffen erinnern. Wenn unsere Verbündeten und Partner sie uns rechtzeitig geliefert hätten und nicht auf unsere eigene Produktion gehofft hätten, würde sich jetzt der Großteil der russischen Wirtschaft in Trümmern befinden. Und genau unter diesen Trümmern würde der Präsident Russlands, Putin, zusammen mit seiner chauvinistisch gesinnten Gesellschaft und seinem kriminellen Umfeld nach neuen Möglichkeiten für neue Kriege suchen – suchen und nicht finden, im Gegensatz zu der Situation, in der Russland sich bereits auf eine neue Destabilisierung der Lage nicht nur in der Ukraine vorbereiten kann. Aber das liegt bereits auf dem Gewissen derjenigen, die das ganze Ausmaß der Probleme nicht erkannt haben, die mit dem Vorhandensein des energetischen Potenzials Russlands verbunden sind.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Палають російські порти і заводи | Віталій Портников. 26.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 26.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Ein Land im Feuer, das nicht fällt. Kirill Danilchenko. 26.03.2026.

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Wir haben ihnen in 48 Stunden zwei der größten Terminals, eine Raffinerie und einen Tanker im Schwarzen Meer ausgeschaltet. Das alles brennt so, dass man es aus dem All sehen kann.

Es brennt wie in Satans Arsch.

Mindestens drei Tanker im Baltischen Meer standen ebenfalls in Flammen, als die Terminals getroffen wurden. Auf einer der größten Werften wurde ein Patrouillen-Eisbrecher der FSB getroffen, mit dem sie die Arktis terrorisieren wollten.

Unterdessen arbeiten unsere Gruppen — sie schießen Drohnen bei den Scheichs im Golf ab.

Unterdessen bringt jemand in Khartum den Einheimischen über einen Dolmetscher bei, wie man am FPV-Pult arbeitet.

Und jemand vor der libyschen Küste trifft mit Angriffsdrohnen einen russischen Gastanker und verwandelt ihn in eine Fackel.

Ein Land, das seit 12 Jahren blutet, das Blut spuckt aus zermahlenen Städten und Hunderttausenden unserer Menschen, die ihr früheres Leben und ihr gesamtes Eigentum aufgegeben haben, gibt jetzt das Wertvollste, was wir hier haben — die Zeit eines einzigen Lebens.

Es gibt sie dem Land. Nicht dem besten, korrupten, durchgeknallten, aber es ist unser Land.

Dass wir ein osteuropäischer ewiger Außenseiter waren, gibt Moskau nicht das Recht, uns zu töten und uns in einen totalitären digitalen Gulag zu verwandeln.

Nein, wir gehen dort nicht hin. Wir haben gesehen, was ihr mit Gefangenen und in den besetzten Gebieten macht.

Alle erinnern sich an diese Fesseln und Halsbänder in Kellern, in denen Kinder festgehalten wurden, und an den Kopf im Kalmius.

Ein Butscha im ganzen Land wird es nicht mehr geben — nur einen eisernen Preis.

Und wir geben ihnen diesen eisernen Preis. Es brennt so, dass man es aus dem All sehen kann.

Über den Winter wurde das zweite Korps der Angreifenden aufgerieben. Ein Korps. Passchendaele, nur in Farbe.

Und das alles — von den Löchern an der Front, in die Speck, Snickers, Patronen und Energydrinks von der „Vampir“-Drohne abgeworfen werden, damit man sich monatelang an diesen Keller klammern kann.

Bis zu den Krankenhäusern, die voller Verwundeter, Kranker sind, derjenigen, die nicht ausgemustert werden können, die sich lange und qualvoll von Verletzungen erholen oder wieder laufen lernen.

All das funktioniert im Einklang. Wie ein einziger Mechanismus.

Von einem Fahrzeug hebt ein Drohne ab, gewinnt Geschwindigkeit, aus einem abgelegenen Erdunterstand fährt ein „Neptun“ heraus, für „Flamingo“ werden Tische aufgebaut, man schützt das, begleitet es, repariert es, raucht eine Zigarette am „Browning“ am Stausee.

Jemand trinkt seinen Kaffee aus, legt den Schalter um — und eine „Zigarre“ startet, die Hunderte Kilometer entfernt ein 30-Meter-Loch in eine Werkhalle schlägt.

Vom externen Piloten, der in der Dämmerung einen Pfad vermint, damit unsere Stellungen nicht umgangen werden.

Bis zur Krankenschwester, die mir die Hand drückt und mir über die Stirn streicht, während ich im Fieber immer wieder den Knopf drücke: „Komm und gib mir ein Schmerzmittel.“

All das atmet, lebt, arbeitet und gibt sein einziges Leben dafür, dass die Linie hält und das Hinterland des Feindes brennt. All das sind wir, ist die Nation und das Land.

Und wir, als Nation und Land, nehmen die Ostseeküste ins Visier und erreichen sie. Wir zahlen dafür einen gewaltigen, blutigen und schrecklichen Preis.

Ich umarme alle, die diesen Sisyphos-Stein aus Last und Entbehrung schleppen.

Die Familien, Psyche und Gesundheit eingetauscht haben, damit das Land steht.

Schwestern und Brüder.

Die Nahkämpfe durchgestanden haben, dann das Artilleriefeuer, dann Abwürfe und FPV, dann eine Reihe von „Pluszeichen“, und dann — als Koch in die zweite Linie, weil „uneingeschränkt tauglich“.

Und auch alle, die Angst haben, sich verstecken, zögern, untergetaucht sind — euch auch. Wir sitzen alle im selben Boot. Wir werden gemeinsam untergehen oder gemeinsam überleben.

Entscheidet selbst, wie es für euch leichter ist zu überleben und wo die Chancen größer sind. Wir wissen, dass man die „Filtration“ nicht überstehen kann. Und darauf zu hoffen, auf welcher Seite des Stuhlbeins des Genossen Majors man im Keller landet — ebenfalls nicht. Der Einsatz hier ist der höchste.

Deshalb seid ihr selbst die Kapitäne eurer Schiffe. Macht euren Zug. Es ist zu spät, Angst zu haben — sichere Häfen gibt es auf dieser Karte nicht mehr. Am Ende werden wir alle gleichermaßen zu Asche, also setzt alles auf eine Karte.

Im Moment sind wir mit der Russischen Föderation wie eine Galeone und ein Schoner, die mit Enterhaken ineinander verhakt sind. Wenn sie die Taue nicht lösen, können sie das Beiboot säubern, aber sie werden gemeinsam mit ihm untergehen.

Und die Ruinen von Awdijiwka sind das nicht wert.

Deshalb brennt die Ostsee, Eisbrecher sinken, und Tanker werden angegriffen. Wir kämpfen weiter und leisten einen verdammt harten, erbitterten Widerstand.

Wenn ich so etwas in einem Science-Fiction-Buch gelesen hätte, hätte ich es nicht geglaubt.

Mit Hilfe der EU und der USA, mit Geld der EU führen wir einen Raketen- und Drohnenkrieg auf einem Kriegsschauplatz von der Ostsee bis zum Kaspischen Meer und Sibirien, wir fangen Tausende Raketen und Drohnen ab, wehren sie ab, wir haben die Luftfahrt erhalten, bombardieren regelmäßig die Russische Föderation und schalten ein Werk in Brjansk oder Terminals im Schwarzmeerraum und in der Ostsee aus.

Ich hätte es nicht geglaubt. Und deshalb bin ich unendlich stolz und glücklich, in dieser Zeit zu leben.

Allen, die nicht aufgegeben und nicht den Mut verloren haben, die tragen und hoffen, die überleben, sich verstecken und retten wollen, die versuchen, in die Ukraine von 2014 zurückzukehren — sie ist gestorben und im Feuer des größten kontinentalen Krieges seit dem Zweiten Weltkrieg neu geboren worden.

Ich umarme euch. Lebt. Wir schaffen das.


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Art der Quelle: Social Media
Autor: Kirill Danilchenko
Veröffentlichung / Entstehung: 26.03.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
.


Die Ajatollahs haben Trump abblitzen lassen: die Folgen | Vitaly Portnikov. 25.03.2026.

Aus Teheran kommen widersprüchliche Meldungen über die Reaktion der iranischen Führung auf die Vorschläge der Vereinigten Staaten zu Verhandlungen, die bereits an diesem Donnerstag in Pakistan stattfinden könnten. Bis jetzt ist unbekannt, ob diese Verhandlungen überhaupt stattfinden werden. Bis jetzt ist unklar, inwieweit man grundsätzlich davon sprechen kann, dass die iranischen Führer zu der Einsicht neigen, dass Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten notwendig sind. Aber die Seiten haben, Medienberichten zufolge, die Punkte jener Vorschläge ausgetauscht, unter denen aus ihrer Sicht der Krieg der Vereinigten Staaten gegen Iran beendet werden könnte.

Man muss sofort sagen, dass die iranischen Vorschläge an die Vereinigten Staaten wie eine echte Forderung nach der Kapitulation Amerikas aussehen. Hier finden sich die Notwendigkeit, Reparationen zu zahlen, die Anerkennung der Tatsache einer Aggression und Sicherheitsgarantien für die Terrororganisation Hisbollah, und die Möglichkeit, einen vollständigen nuklearen Brennstoffkreislauf zu schaffen, und die Nichtbegrenzung des iranischen Raketenprogramms und so weiter. Aber tatsächlich sehen auch die amerikanischen Vorschläge an die Iraner aus der Sicht der Interessen Teherans selbst ziemlich offensichtlich aus, wenn Teheran sich nur von rationalen Interessen des Überlebens seines eigenen Regimes leiten ließe und nicht vom Wunsch, Israel zu vernichten und der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten ernsthafte Probleme zu bereiten.

Denn in den amerikanischen Vorschlägen ist nicht von der Zerstörung des iranischen Raketenprogramms die Rede, sondern ausschließlich von seiner Begrenzung. Es ist nicht davon die Rede, dass Iran im Prinzip auf Kernenergie verzichten müsse, sondern nur davon, dass dies keine militärische Kernenergie sein dürfe. Die Amerikaner sind sogar bereit, sich an der Entwicklung des iranischen Atomprogramms zu beteiligen. Und das, nachdem Präsident Trump mehrmals hintereinander gesagt hatte, dass Iran überhaupt keine Kernenergie brauche. Es ist davon die Rede, dass die Sanktionen gegen Iran aufgehoben werden und dass Garantien für die erneute Nichtverhängung solcher Sanktionen geschaffen werden. Das heißt, tatsächlich sind die Vorschläge des Weißen Hauses an Teheran für Teheran aus der Sicht der weiteren Entwicklung des Regimes selbst ziemlich vorteilhaft.

Offenkundig ist, dass ein Regime, das in einer solchen Situation von Trump als legitime Macht Irans anerkannt würde, die Möglichkeit hätte, nicht nur zu überleben, sondern sich auch wirtschaftlich zu stärken und natürlich jede Opposition gegen seine Interessen zu zerschlagen, so wie jetzt faktisch das Regime der Nachfolgerin von Nicolás Maduro, Delcy Rodríguez, in Venezuela erneut versucht, die Opposition zu vernichten, indem es sich finanzieller Instrumente bedient.

Ich musste schon mehr als einmal erklären, dass das Weltbild des ultrarechten Politikers Donald Trump, der heute die Vereinigten Staaten anführt, in keiner Weise mit der früheren Rolle der Vereinigten Staaten als Führer der Welt der Demokratien zusammenhängt. Nein, nein, nein. Donald Trump sieht die Welt als eine Welt von gelenkten Diktatoren, die ihre Völker so lange verhöhnen können, wie sie wollen, wenn sie nur dem amerikanischen Präsidenten gehorchen und mit Öl, Geld und Investitionen bei ihm bezahlen. Trump hat sich mit solchen Diktatoren umgeben und versteht nicht, warum diejenigen, die nicht seine Verbündeten sind, es nicht werden können, wenn er nichts gegen ihre Herrschaft einzuwenden hat. Und das ist ein solcher Ansatz gegenüber Iran.

Und es scheint, dass die Iraner aus rationaler Sicht jenen Vorschlägen hätten zustimmen müssen, um die Schläge gegen ihr Land zu beenden, um alles Mögliche zur Stärkung ihres eigenen tyrannischen Regimes zu tun. Aber das gilt, ich wiederhole es noch einmal, wenn wir von einem rationalen Regime sprechen würden und nicht von einem Regime religiöser Fanatiker, die glauben, dass ihre weiteren Handlungen zur Schwächung der Vereinigten Staaten und zu ihrer eigenen tatsächlichen Schwächung nur das Erscheinen des verborgenen Imam Mahdi, dieses Messias des Schiitentums, näherbringen. Und so zerschellt Trump mit seinen rationalen Vorschlägen einfach an der Festung religiösen Denkens.

Und gerade deshalb verstehen wir nicht besonders gut, was buchstäblich in wenigen Stunden geschehen wird, denn erstens ist bis zum Ende unklar, inwieweit die Iraner bereit sind, jene Punkte des Plans zu erörtern, die vom amerikanischen Präsidenten vorgeschlagen wurden, oder nur ihre eigenen. Zweitens ist absolut unklar, wer in Iran tatsächlich Entscheidungen trifft. Ich habe schon mehr als einmal betont, dass der einzige Mensch, der auf iranischer Seite in der Lage ist, das Feuer einzustellen, der Oberste Führer selbst ist, Ajatollah Mojtaba Khamenei. Aber wir wissen nicht einmal, ob er überhaupt existiert. Buchstäblich vor einigen Stunden tauchte die Information auf, dass er tatsächlich existiert und real an der Entscheidungsfindung teilnehmen kann. Aber das ist keine offensichtliche Tatsache, denn es ist eine Meldung von Medien, die sich auf ungeprüfte Quellen stützen können.

Und wer außer dem Obersten Führer allen Streitkräften Irans den Befehl zur Feuereinstellung geben kann, wissen wir nicht. Wir wissen auch nicht, was Trump tun wird, wenn sich herausstellt, dass die Iraner zu einem Waffenstillstand und zur Beendigung des Krieges nicht bereit sind. Und bereit sind zu schießen und die Infrastruktur benachbarter Länder zu zerstören, selbst wenn die Amerikaner sagen, dass sie sich weiter nicht an dem Konflikt beteiligen werden. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses versuchte, die Iraner damit einzuschüchtern, dass Trump, wenn sie diese großzügigen – und sie hat recht, großzügigen – Friedensvorschläge des amerikanischen Präsidenten nicht annehmen, zu einem echten Krieg bereit sein werde. Aber was ist ein echter Krieg? Diese gut 20 Tage waren kein echter Krieg, und dann beginnt der echte? Nun, wir verstehen doch sehr gut, dass auch Iran Möglichkeiten hat, auf einen echten Krieg mit Schlägen gegen Energieobjekte, mit Schlägen gegen Wasserressourcen zu antworten.

Übrigens noch eine Parallele. Sie sehen, dass all diese Regime, das iranische wie das russische, faktisch nach derselben Logik handeln. Genau zu dem Zeitpunkt, als bekannt wurde, dass die Iraner Pläne vorbereiten, die Länder des Persischen Golfs in eine Wüste zu verwandeln, teilte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky mit, dass die Russen eine Operation vorbereiten, um Schläge gegen die mit der Wasserversorgung verbundene Infrastruktur der Ukraine zu führen. Natürlich wird es viel schwieriger sein, die Ukraine in eine Wüste zu verwandeln, aber großen Städten des Landes die Wasserversorgung zu entziehen, die die Russen in Orte verwandeln wollen, die zum Leben ungeeignet sind, zumindest in den nächsten Jahren des russisch-ukrainischen Krieges, das kann ein Plan sein.

Das heißt, die Pläne sind synchron. Iran will Dubai in einen für das Leben unmöglichen Ort verwandeln, und Russland Kyiv, Odesa, Lviv, Kharkiv. Wenn man nicht mit Hilfe effektiver Armeen Krieg führen kann, und offenkundig können weder Iran noch Russland aus der Sicht der Armee das erreichen, was sie erreichen wollten, dann kann man statt auf militärische Objekte des Feindes zu schießen seine Zivilbevölkerung terrorisieren und einfach seine Infrastruktur zerstören. Und das ist, könnte man sagen, der Krieg des 21. Jahrhunderts, in dem große Städte anfällig geworden sind für Raketenangriffe und erst recht für Drohnen, die aus der Sicht der Vernichtung großer Städte auf unserem Planeten zur Hauptwaffe dieses Krieges werden.

Möglicherweise werden wir, wenn der Dritte Weltkrieg zur geopolitischen Realität der nächsten schwarzen Jahrzehnte wird, den Großteil der großen Städte auf unserem Planeten verlieren, und und die Menschheit wird sich nach dem Dritten Weltkrieg, selbst wenn dieser nicht mit dem Einsatz von Atomwaffen und einem nuklearen Winter verbunden sein sollte, aus den großen Städten in kleinere Städte zurückziehen, die sich nicht so leicht in wirkliche steinerne Fallen für ihre unglücklichen Bewohner verwandeln lassen. Und das wird eine richtige und vernünftige Schlussfolgerung aus dem Dritten Weltkrieg vor dem Beginn des Vierten sein. Aber man muss zunächst einmal verstehen, ob wir uns schon im Dritten Weltkrieg befinden, der mit dem Namen Donald Trump verbunden ist, oder ob wir erst in diesen Dritten Weltkrieg hineingehen, dessen Beginn künftige Historiker, wenn sie überleben, vielleicht einmal den Krieg in der Ukraine nennen werden. Bedauerlich ist nur, dass es in den kleinen Städten, in denen diese Historiker leben werden, keine großen Bibliotheken geben wird. Aber es könnte neueste Technologien geben, die es auch in kleinen Städten erlauben, ein großes Informationsvolumen zu speichern. Science Fiktion .

Wenn man aber real auf die Situation blickt, dann befinden wir uns in wirklichem Chaos, weil wir nicht verstehen, wie sich die Ereignisse weiterentwickeln werden. Und das ist ein reales Problem, verbunden damit, dass es keinerlei reale Informationen über die Absichten der Vereinigten Staaten und Irans gibt. In Israel geht man davon aus, dass der Premierminister dieses Landes, Benjamin Netanyahu, sich auf die Möglichkeit vorbereitet, noch vor Samstag einen Waffenstillstand im Iran zu verkünden, und heute ist Mittwoch. Das heißt, es bleiben nur noch wenige Tage. Und deshalb hat der Premierminister Israels, Benjamin Netanyahu, angeordnet, dass die israelischen Verteidigungsstreitkräfte in den nächsten 48 Stunden möglichst viele iranische Industrie- und Infrastrukturobjekte zerstören sollen, weil Israel möglicherweise schon in wenigen Tagen die Möglichkeit verlieren wird, Objekte des iranischen Regimes zu bekämpfen, und das Regime mit der Wiederherstellung seiner militärischen und industriellen Infrastruktur für künftige Schläge gegen Israel beginnen wird.

Gleichzeitig taucht aber die Information auf, dass Iran einigen amerikanischen Tankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus aus Respekt vor Donald Trump erlaubt habe. Iran bestätigt diese Information nicht. Es entsteht der Eindruck, dass sie entweder in Israel oder in den Vereinigten Staaten erfunden wurde. Dagegen sagt der iranische Außenminister Abbas Araghchi, dass Iran für jene Länder, die es als Freunde betrachtet, die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlaubt habe, und zählt diese Länder auf. Das sind China, Russland, Indien, Irak und Pakistan. Sehr interessant ist, dass sowohl Indien als auch Pakistan auf derselben Liste auftauchten, obwohl Pakistan ein geopolitischer Verbündeter der Volksrepublik China ist. Und schon die Tatsache, dass Pakistan bereit ist, in Islamabad Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran aufzunehmen, ist übrigens eher ein chinesischer geopolitischer als ein amerikanischer geopolitischer Erfolg. Aber wie wir sehen, kann auch Indien, das China keineswegs nahesteht, eine solche Gunst des islamischen Regimes genießen. Das ist eine ziemlich ernste Geschichte, über die man ebenfalls sprechen muss, wenn wir darüber sprechen, was rund um die Straße von Hormus geschieht.

Und wir wissen noch einige ziemlich wichtige Dinge nicht. Wir wissen nicht, inwieweit man jetzt davon sprechen kann, dass Trump zu einer Bodenoperation bereit ist. Im Prinzip könnte der Beginn einer solchen Bodenoperation eine absolut logische Schlussfolgerung des amerikanischen Präsidenten sein in Bezug darauf, was er in den nächsten Monaten im Krieg im Nahen Osten erreichen kann. Und übrigens müssen wir, wenn wir von Monaten sprechen, klar sagen, dass Trump gerade heute mitgeteilt hat, dass er am 14. und 15. Mai dieses Jahres nach China reisen will. Das heißt, zumindest bis Anfang Mai dieses Jahres muss der Krieg im Iran beendet sein, denn es ist offensichtlich, dass Trump nicht nach China reisen wird, ohne zu verstehen, wie die Lage im Persischen Golf und in der Straße von Hormus ist. Das ist ein ziemlich wichtiger Punkt, den wir ansprechen müssen. Aber ob es eine Bodenoperation geben wird oder nicht, ist unklar, denn die Iraner betonen, dass sie, falls die Amerikaner eine Bodenoperation beginnen, indem sie versuchen, die Insel Kharg oder eine der umstrittenen Inseln zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Iran zu besetzen, ihrerseits versuchen werden, Bahrain und die Küste der Vereinigten Arabischen Emirate zu besetzen, was zu einer wirklichen wirtschaftlichen Katastrophe werden wird, auch für die Vereinigten Staaten und für Saudi-Arabien, Saudi-Arabien und die Armee der Vereinigten Arabischen Emirate in den Krieg führen könnte. Der Beschuss der Infrastruktur all dieser Länder wäre ziemlich ernst. Und das ist eine absolut verständliche Situation, die mit der künftigen Entwicklung der Ereignisse zusammenhängt.

Wenn es eine Bodenoperation der Vereinigten Staaten gibt, kann es auch eine Bodenoperation Irans geben, nur in einer anderen Region. Das könnte derselbe Effekt sein, von dem wir sprechen, wenn wir daran erinnern, dass die Schläge Irans gegen die Länder des Persischen Golfs für die Amerikaner und die Israelis eine Überraschung waren. Und jetzt kann es eine andere Überraschung geben: die Besetzung eines Teils der Länder des Persischen Golfs als Antwort auf die Besetzung eines Teils des Territoriums Irans, mit einem völlig anderen Ergebnis. Ganz zu schweigen davon, dass, wenn die Amerikaner die Insel Kharg mit ihren großen iranischen Ölreserven tatsächlich besetzen, sie auf dieser Insel zu einem ebenso leichten Ziel werden wie seinerzeit die Russen auf der Schlangeninsel. Nur dass die Insel größer ist und mehr Amerikaner sterben werden.

Und Trump kann natürlich rational denken, dass die Ajatollahs nicht auf die Zerstörung ihrer eigenen Ölreserven setzen werden. Er irrt sich, er weiß nicht, was Fanatiker sind. Sie werden mit Freude auf die Zerstörung ihrer eigenen Ölreserven zusammen mit den Amerikanern setzen, weil sie wissen werden, welchen Effekt diese Staffel von Särgen auf die amerikanische Gesellschaft am Vorabend der Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress haben wird. Und Sie wissen das sehr gut.

Warum kommt man in der Trump-Administration zu solchen Schlussfolgerungen? Nun, heute erzählten amerikanische Journalisten etwa, dass Trump keine Lust habe, langweilige Berichte darüber zu lesen, was infolge der militärischen Handlungen in der Region geschieht. Sie wissen, dass er Dokumente nicht mag, dass er nicht gern liest. Viele haben überhaupt die Ansicht geäußert, dass er nicht lesen könne, dass er Informationen einfach nach Gehör aufnimmt, dass das schlicht eine solche Besonderheit, würde ich sagen, seiner Psyche ist, die ihn zu einem Menschen macht, der von Textinformationen weit entfernt ist. Und man bereitet ihm jeden Tag eine zweiminütige Videoinformation darüber vor, was geschieht, einen Zusammenschnitt der unglaublichsten Schläge der amerikanischen Armee gegen iranische strategische Objekte. Und auf der Grundlage dieses zweiminütigen Films zieht er seine Schlüsse über den Krieg und versteht nicht, warum die amerikanischen Medien auf diese Situation völlig anders blicken als er. Nun, und aus dieser Sicht kann er Iran Frieden anbieten, weil er aufrichtig glaubt, dass Iran bereits zerschlagen und entkräftet ist und jetzt einfach auf alle seine Bedingungen eingehen wird. Er wird nicht weiter Krieg führen müssen, er wird die Operation nicht weiter fortsetzen müssen, er bekommt im Iran einfach einen gehorsamen Führer, so einen, wie er ihn seiner Meinung nach in Venezuela bekommen hat.

Die Wahrheit aber hängt damit zusammen, dass praktisch schon die vierte Woche dieses Krieges im Nahen Osten zu Ende geht. Er dauert уже seit einem Monat an. Und in Kuwait brennen wieder Treibstofflager auf Flughäfen. Wieder verurteilen die arabischen Länder die iranische Aggression, nennen sie eine Verletzung ihrer Souveränität und territorialen Integrität. Und wieder geht der Krieg Irans gegen die Länder des Persischen Golfs weiter. Und auch das sind absolut offensichtliche, würde ich sagen, Chroniken dieses Krieges, die sich in ничем nicht von der zweiten oder dritten Woche des Konflikts unterscheiden. Und ungeachtet der Meldungen, dass Iran keine Möglichkeiten mehr habe, den Krieg fortzusetzen, und dass alle seine Abschussanlagen, Raketen und Drohnen zerstört seien, sehen wir, dass diese Schläge weitergehen, und was am erstaunlichsten ist, dass auch die Schläge gegen den Norden Israels mit Hilfe der Terrororganisation Hisbollah weitergehen. Und im israelischen Fernsehen trat heute der Leiter einer der nördlichen Gemeinden Israels auf, der mit Entsetzen von der Zerstörung der größten Stadt im Norden, Kiryat Shmona, der Grenzsiedlungen sprach und die israelische Regierung fragte, was sie eigentlich tue, wenn ringsum alles einfach zugrunde gehe. Und das ist ebenfalls eine sehr gefährliche Realität für Israel, weil sie in dieser Situation real die Einbindung der israelischen Verteidigungsstreitkräfte in eine große Bodenoperation auf dem Territorium Libanons voraussetzt. Während enorme Ressourcen der Verteidigungsstreitkräfte für den Kampf gegen iranische Shaheds, Raketen und für die Bombardierung iranischer strategischer Objekte eingesetzt werden.

Das alles ist das, was wir als Tatsache feststellen können, die davon spricht, dass der Krieg weitergeht. Und ungeachtet aller Gespräche über sein Ende und über Verhandlungen können wir nicht klar sagen, inwieweit diese Verhandlungen, inwieweit diese Prognosen über die Möglichkeit eines Kriegsendes real auch umgesetzt werden können.

Aber ich möchte noch ein paar Worte dazu sagen, was im russisch-ukrainischen Krieg vor dem Hintergrund der Meldung geschieht, die gerade auf den Ticker der Nachrichtenagenturen erschienen ist. Ich möchte nicht an ihr vorbeigehen. Das sind die Worte des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky darüber, dass die Vereinigten Staaten der Ukraine Sicherheitsgarantien nur dann geben werden, wenn die Ukraine auf den Donbas verzichtet. Das ist ein Teil des Exklusivinterviews Zelenskys, das buchstäblich vor ein paar Minuten auf den Nachrichtentickern erschien. Man muss sagen, dass Zelensky in diesem Interview auch sagt, dass die Vereinigten Staaten die Lieferung von Raketen für Patriot-Systeme an die Ukraine trotz des Konflikts mit Iran fortsetzen. Und er dankte Präsident Donald Trump dafür. Aber dieser Satz, dass Sicherheitsgarantien nur dann gegeben werden, wenn die Ukraine auf den Donbas verzichtet, ist ein ziemlich ernster Satz, der natürlich weiterer Erörterung und des Verständnisses bedarf, was gemeint ist. Nun, was gemeint ist, wissen wir. Gemeint ist, dass die Streitkräfte der Ukraine das Territorium des Donezker Gebiets bis zu den administrativen Grenzen verlassen und sich damit abfinden sollen, dass die tatsächliche Kontrolle, vielleicht auch die formale Kontrolle über das Territorium dieses Gebiets von den Streitkräften der Russischen Föderation hergestellt wird. Und die ukrainischen Truppen sich aus den befestigten Städten des Donbas wie Sloviansk und Kramatorsk zurückziehen und, könnte man sagen, sich auf den unvermeidlichen neuen Angriff der Russischen Föderation vorbereiten.

Ich werde gar nicht erst davon sprechen, dass die Frage, dass die ukrainische Armee Städte mit einem großen Teil der Bevölkerung, die unsere Bürger sind, verlassen würde und diese Bürger sich in der Besatzungszone wiederfänden, eine Geschichte ist. Dass wir Festungsstädte übergeben würden, ist eine andere Geschichte. Aber es gibt auch noch eine dritte Geschichte. Was für Sicherheitsgarantien können uns die Vereinigten Staaten heute überhaupt geben? Nun, das ist wirklich eine gute Frage, denn wir sprechen die ganze Zeit über diese Sicherheitsgarantien, als wären sie irgendein Instrument, das funktioniert. Und vielleicht konnte man vor 2022 über solche Sicherheitsgarantien sprechen. „Wenn die Vereinigten Staaten echte Sicherheitsgarantien geben, dann wird niemand es wagen, die Ukraine noch einmal anzugreifen.“ Sind Sie sicher, dass solche Sicherheitsgarantien heute überhaupt in der Natur existieren? Das heißt, solche Sicherheitsgarantien würden bedeuten, dass die Vereinigten Staaten betonen, dass, falls die Russische Föderation nach all dem, falls die Ukraine das Territorium des Donezker Gebiets verlässt, die Ukraine erneut angreift, die Vereinigten Staaten bereit sein werden, mit dem Einsatz ihrer eigenen Armee, ihrer eigenen Waffen am Krieg teilzunehmen. Aber hat die Russische Föderation in einer Situation, in der Iran ganz ruhig amerikanische Militäranlagen zerstört, amerikanische Flugzeugträger angreift und dabei nichts Besonderes passiert, davor überhaupt Angst? Warum sollte dann die nukleare Supermacht unserer Zeit, Russland, vor den Vereinigten Staaten Angst haben, wenn nichts passiert? Ganz zu schweigen davon, dass ich nicht an Sicherheitsgarantien glaube, die die Teilnahme der amerikanischen Armee an Kämpfen in der Ukraine vorsehen würden, dass amerikanische Jungs auf ukrainischem Boden sterben und amerikanische Piloten Moskau bombardieren würden, die Hauptstadt einer nuklearen Supermacht.

Welche Sicherheitsgarantien gibt es dann überhaupt in einer Welt, in der heute jeder seinen Fallschirm selbst packt? Tatsächlich wird man uns also anbieten, die befestigten Städte der Ukraine im Tausch gegen ein Papier zu verlassen, das nicht einmal den Preis wert sein wird, den wir dafür bezahlen werden, damit Donald Trump darunter unterschreibt. Ganz zu schweigen davon, dass Donald Trumps Nachfolger der Meinung sein kann, dass dieses Papier ihn zu absolut nichts verpflichtet, weil er точно keinen Konflikt mit der Russischen Föderation will. Deshalb denke ich, dass die reale Sicherheitsgarantie für jeden Staat, der in der Epoche des Dritten Weltkriegs zu überleben beabsichtigt, seine eigene Stärke ist. Es gibt tatsächlich keine anderen Garantien mehr. Es gibt militärische Arsenale, es gibt die Größe der Armee, die Bereitschaft der Bürger, ihr Land unter Risiko von Leben und Gesundheit zu verteidigen. Es gibt den militärisch-industriellen Komplex und die Bereitschaft, ihn zu entwickeln. Es gibt die Bereitschaft, Risiken einzugehen, indem man die wichtigsten Infrastrukturobjekte des Feindes zerstört, die sein Land in einen Zustand des Mittelalters versetzen und ihm die Möglichkeit nehmen sollen, auf seinem eigenen Boden zu überleben, was, wie Sie sehen, die Autokratien mit Freude tun. Aber Sicherheitsgarantien gibt es nicht. Das ist eine Erfindung. Früher dachten wir, dass die reale Sicherheitsgarantie der Artikel 5 der NATO sei. Jetzt gibt es ernste Zweifel an der Bereitschaft der Vereinigten Staaten, diesen Artikel anzuwenden, angesichts jener Sympathien, die der Präsident der Vereinigten Staaten für die Diktatoren der Gegenwart hegt. Wird er sicher mit ihnen Krieg führen, wenn es um irgendeinen sogenannten mittleren oder kleinen Staat geht?

Möglicherweise könnten sich mittlere Staaten untereinander zusammenschließen. Möglicherweise könnten wir real Bedingungen schaffen, unter denen neue Militärbündnisse geschaffen würden, die sich dann nicht mehr auf das nukleare Potenzial der Vereinigten Staaten, sondern auf das nukleare Potenzial solcher Länder wie Frankreich und Großbritannien stützen würden, aber dann müsste man ihre nuklearen Potenziale ausbauen, wir alle müssten Milliarden Dollar einsetzen. Unter Bedingungen, in denen die Wirtschaftskrise gerade erst beginnt. Sie verstehen ja, dass man ohne Milliarden Dollar nukleare Arsenale nicht vergrößern kann. Frankreich hat nicht einmal ein Testgelände für Atomversuche. Es ist auf der Insel Neukaledonien längst geschlossen. Wie Sie verstehen, gibt es überhaupt keine politischen Möglichkeiten, dieses Testgelände wieder zu eröffnen.

Das ist also ein beunruhigender Satz des ukrainischen Präsidenten, aber wir müssen uns bewusst sein, in welcher Situation wir uns heute mit diesen sogenannten Verhandlungen befinden, denn das Wichtigste ist: Ich glaube nicht, ich glaube nicht, dass Moskau in der sich jetzt entwickelnden Situation auf dieser russisch-ukrainisch-amerikanischen Verhandlungsspur überhaupt daran denkt, dass der Krieg beendet werden muss.

Ich möchte auf die Fragen antworten, die während dieser Sendung bereits gestellt wurden.

Frage. Glauben Sie, dass die Machtübernahme adäquaterer Politiker in den Vereinigten Staaten die globale Krise korrigieren könnte? Gibt es sie und ist ihre Machtübernahme überhaupt möglich?

Portnikov. Natürlich ist das Auftreten solcher adäquaten Politiker möglich, und eine solche Machtübernahme durch solche Menschen ist sowohl in der Republikanischen als auch in der Demokratischen Partei möglich. Tatsächlich liegt das Problem Donald Trumps nicht nur in seinen politischen Ansichten, sondern, würde ich sagen, in dem psychologischen Zustand, in dem er sich nach seiner Rückkehr ins Oval Office befindet. Man kann sich vorstellen, dass jeder andere amerikanische Präsident realistischer auf das schauen würde, was um ihn herum geschieht. Aber wie leicht sich all das korrigieren lassen wird, was in der Ära Trump geschieht, kann ich Ihnen nicht sagen. Denn ich wiederhole noch einmal: Wenn es in dieser Präsidentschaft keinen großen Krieg, keinen Dritten Weltkrieg geben wird, dann wäre das ein politisches Wunder. Wir können ihn verhindern, aber nicht aus objektiven Gründen. Grundsätzlich schafft die Art und Weise, wie Donald Trump die Vereinigten Staaten regiert und wie er diese Realität in Form eines zweiminütigen Clips „Bumm-Krach, wir schießen, wir greifen an“ sieht, alle objektiven Voraussetzungen für einen Dritten Weltkrieg. Ich halte es grundsätzlich für möglich, dass er vom terminologischen Standpunkt aus schon läuft und dass noch einige Kriegsschauplätze und deren Zusammenfließen nötig sind, damit alles wirklich explodiert. Und Trump müsste sich das dann schon nicht mehr zwei Minuten ansehen, sondern zweieinhalb. Aber das bedeutet nicht, dass wir unbedingt in einer solchen Welt leben werden. Und ich halte es für möglich, dass nach 2027, wenn die Republikaner die Zwischenwahlen zum Repräsentantenhaus und zum Senat verlieren, auch eine solche Möglichkeit gibt es jetzt vor dem Hintergrund der wahrscheinlichen wirtschaftlichen Katastrophe, die uns alle erwartet, eine langsame Korrektur der Lage, eine Rückkehr zum gesunden Menschenverstand beginnen könnte. Aber versprechen kann ich das nicht.

Frage. Glauben Sie, dass China die Unfähigkeit der Vereinigten Staaten, einem wirtschaftlichen Schlag standzuhalten, als grünes Licht für die Besetzung Taiwans auffassen wird?

Portnikov. Nun, erstens müssen wir sagen, dass die Volksrepublik China selbst keine besonders einfachen Zeiten erlebt. Wie Sie verstehen, werden alle unter dieser wirtschaftlichen Katastrophe leiden, auch die Volksrepublik China. Deshalb, wenn wir sagen: „Oh, Russland wird solche Möglichkeiten haben, sein Öl zu verkaufen.“ Nun, erstens kann Russland jetzt 50 Prozent seiner Produktion dank unserer ziemlich erfolgreichen Schläge nicht verkaufen. Und der gestrige Schlag gegen den Hafen von Ust-Luga hat die Exportmöglichkeiten der Russischen Föderation noch weiter verringert. Noch ein paar Schläge, und der Ölpreis mag hoch sein, aber das Öl wird sich nicht verkaufen lassen. Eine solche Unannehmlichkeit erwartet das Regime Wladimir Putins. Aber andererseits: Wenn es keine Kaufkraft des Westens geben wird, an wen soll China dann seine Produkte verkaufen? Wozu wird es russisches Öl brauchen? Sie verstehen ja, dass für das Gedeihen der chinesischen Wirtschaft ein westlicher Käufer nötig ist. Und wir nähern uns dem Moment, in dem die Kaufkraft der Mehrheit der Menschen sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa sinken wird, was bedeutet, dass chinesische Produktion in diesem Umfang nicht mehr benötigt wird. Wie soll man in einer solchen Situation irgendwen besetzen, Geld für Krieg ausgeben? Auch das ist eine ziemlich relative Frage.

Frage. Die Effektivität und Reichweite punktueller Operationen sind ein grundsätzlich neuer Faktor des Krieges, der sich dank der Entwicklung der Technologien der künstlichen Intelligenz nur noch verstärken wird. Wie wird das den Krieg und die Politik in Zukunft beeinflussen?

Portnikov. Ziemlich ernsthaft wird das beeinflussen. Ich würde sagen, unvorhersehbar, denn Sie haben völlig recht. Wir sehen überhaupt einen Krieg, der sich in einem solchen Moment des Aufblühens neuer Technologien abspielt. Das ist eine reale Geschichte, die mit der künftigen Entwicklung der künstlichen Intelligenz, mit der Entwicklung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts gerade im Bereich des Krieges, des militärisch-industriellen Komplexes, verbunden ist. Sie sehen all das. Ich stimme absolut damit überein, dass das ein reales, mit der Zukunft verbundenes Problem ist. Aber wie das konkret aussehen wird – ich stimme absolut damit überein, dass das etwas ist, was eine neue absolute Realität in den Kriegen der Zukunft schafft. Daran habe ich keinerlei Zweifel.

Frage. Ist die Eskalation mit Iran nicht eine Art, die amerikanische Gesellschaft zu mobilisieren und von inneren Problemen abzulenken? In welchem Maß kann Krieg zu einem Instrument des politischen Spiels werden?

Portnikov. Nicht in diesem Maß. Es gibt keinerlei Möglichkeit, die amerikanische Gesellschaft zu mobilisieren, wenn die überwiegende Mehrheit der Amerikaner gegen diesen Krieg ist. Absolut. Selbst diejenigen, die mit Verständnis dafür eintreten, warum eine Operation gegen Iran nötig sei, treten für deren schnelles Ende ein, und alle – unabhängig von ihren politischen Ansichten – sind, offen gesagt, schockiert über die Preise an den Tankstellen. Das können Sie in zahlreichen Reportagen aus den Vereinigten Staaten sehen. Deshalb ist absolut verständlich, dass die amerikanische Gesellschaft сейчас überhaupt nicht mobilisiert und nicht um diesen Krieg konsolidiert ist. Im Gegenteil, unter diesem Krieg leiden die Popularität Präsident Trumps und die Popularität der Republikaner. Von Mobilisierung kann da keine Rede sein.

Frage. Sie sprechen von strategischer Notwendigkeit. Können Sie aber auch nur einen Krieg der Vereinigten Staaten im Nahen Osten nennen, der mit einem strategischen Erfolg endete?

Portnikov. Kann ich nicht. Aber es gab Kriege, die zumindest zu einer Verbesserung der Lage führten. Da gab es noch die Frage: Wenn die Vereinigten Staaten den Irak nicht stabilisieren konnten, warum sollten sie plötzlich mit Iran fertigwerden, das um ein Mehrfaches stärker ist? Das Problem ist, dass die Situation im Irak immerhin zur Schaffung eines demokratischen Regimes in diesem Land geführt hat. Ja, ziemlich chaotische Beziehungen zwischen verschiedenen religiösen und ethnischen Gruppen des Irak. Ja, es gibt dort keine Stabilität, aber es gibt dort keine Diktatur, und vom Irak geht keinerlei Bedrohung für die Vereinigten Staaten, noch für Israel, noch für die Nachbarn aus. Man kann sagen, dass im Irak ein ziemlich schwieriger, vielleicht ziemlich langsamer, aber wichtiger Prozess des Aufbaus einer demokratischen Gesellschaft läuft. Denken Sie darüber nach. Und wenn man einen solchen Prozess im Iran beginnen könnte, wäre das ein großer Erfolg der Vereinigten Staaten. Aber Sie haben recht, dass ich hier keinerlei Möglichkeit sehe, ein leichtes Ergebnis zu erreichen, denn ein solches Ergebnis hätte real entweder durch einen Vormarsch der Vereinigten Staaten in Form einer großen Bodenoperation erreicht werden können – wir sehen bislang keinerlei solche Kräfte, die rund um Iran zusammengezogen wären und von der Bereitschaft Donald Trumps zu einer solchen Operation zeugen würden. Und wir verstehen auch, dass jene Militärs, die sich jetzt in dieser Region befinden, eher Landungsgruppen sind, und eine Landungsoperation muss noch längst nicht zwingend mit einem unbedingten Erfolg enden. Und das ist die Antwort auf die Frage, ob Trump sich zu einer Bodenoperation entschließen wird, ob sie nicht zu einer noch größeren Eskalation führen wird. Eben gerade könnte er sich entschließen, und das könnte zu einer noch größeren Eskalation führen.

Frage. Wenn die Vereinigten Staaten sagen, dass sie Iran eindämmen wollen, warum sehen dann alle ihre Handlungen wie der Versuch aus, einen großen Konflikt zu provozieren?

Portnikov. Nein, die Vereinigten Staaten hatten absolut nicht die Absicht, einen großen Konflikt zu provozieren. Sie haben sich einfach in ihrem Blick auf die Möglichkeiten des iranischen Regimes verkalkuliert. Die Operation gegen Iran war als Blitzkrieg geplant, der nach dem Tod Ali Khameneis zu einem Volksaufstand und zum Ersatz des Regimes der Ajatollahs durch ein verständlicheres, angemesseneres Regime führen sollte, das entweder im Iran selbst gebildet worden wäre oder zur Implementierung von Führern aus dem Ausland geführt hätte, wo eine genügend große Zahl iranischer Oppositioneller lebt, die bereit sind, Verantwortung für die Zukunft im Staat zu übernehmen. All das ist nicht geschehen. Und nun führt jeder neue Schritt der Vereinigten Staaten, gerade angesichts der Tatsache, dass das iranische Regime zum Widerstand bereit ist und den Preis dieses Widerstands absolut nicht mit einberechnet, zu einer immer größeren und größeren Ausweitung des Konflikts. Schon allein deshalb, weil, wie ich bereits am Anfang unseres heutigen Gesprächs sagte, die Vereinigten Staaten nicht vermuteten, dass Iran bereit sei, die Länder des Persischen Golfs anzugreifen.

Frage. Glauben Sie, dass Trump, wenn er mit einer Militäroperation das Regime der Ajatollahs verändert und vom Erfolg beflügelt wird, sich dann nicht Kuba und anschließend Nordkorea zuwendet?

Portnikov. Nun, erstens sehen wir derzeit keinerlei reale Voraussetzungen dafür, dass es Trump gelingen würde, das Regime der Ajatollahs durch eine Militäroperation zu verändern. Wenn es eine Militäroperation geben wird, dann wird sie lang, blutig, groß angelegt sein, und es ist unbekannt, inwieweit das Regime im Fall des Auftauchens amerikanischer Truppen dort überhaupt die Kontrolle über die Situation im Land vollständig verlieren wird. Mit Kuba könnte sich die Frage vielleicht leichter lösen lassen. Wobei ich wiederum daran erinnern möchte, dass die venezolanischen Militärs den Amerikanern im Prinzip keinerlei Widerstand leisteten, als sie Maduro festnahmen. Aber da gibt es noch etwas Wichtiges. Die Amerikaner haben in Venezuela weiter nichts getan. Sie haben einfach Maduro festgenommen und sind, wenn man so will, mit Maduro wieder abgehauen. Es gibt in Venezuela kein amerikanisches Expeditionskorps. Dort hat Trump sich im Wesentlichen mit den Führern desselben chavistischen Regimes auf Zusammenarbeit verständigt, indem er ihnen die Möglichkeit lässt, ihre Macht ohne jede eigene Einmischung zu bewahren, im Tausch gegen Öl und gegen ihre Bereitschaft, sozusagen, die Gewinne aus den Ölressourcen mit den Vereinigten Staaten zu teilen, sagen wir es so. Unbekannt ist, wie es in Kuba sein wird. Wenn etwa die kubanische Armee beginnt, den Amerikanern, die dort auftauchen, Widerstand zu leisten, werden dort amerikanische Militärs sterben. So war es schon in der Geschichte der kubanisch-amerikanischen Beziehungen. Das wurde zu einem ewigen Makel auf der Präsidentschaft John Kennedys. Unbekannt ist also, wie es weiter sein wird. Und wenn Trump sich mit dem kubanischen Regime verständigt und dort das Regime der Kommunistischen Partei bestehen bleibt, nur eben in guten Beziehungen zu Trump, dann verstehe ich nicht so recht, was das im Ergebnis verändert. Kuba hat kein Öl.

Frage. Wie lange wird es Ihrer Prognose nach dauern, bis Politiker demokratischer Länder oder zumindest die Finanzmärkte aufhören, den Vereinigten Staaten in Gestalt Trumps auf sein Wort zu glauben?

Portnikov. Erstens glauben Politiker demokratischer Länder den Vereinigten Staaten in Gestalt Trumps schon längst nicht mehr aufs Wort. Diese Zeit ist längst vorbei, falls es sie überhaupt einmal gab. Es gab eine Zeit, in der sie so taten, als glaubten sie Trump aufs Wort. Ich sehe jetzt keinerlei Voraussetzungen dafür, dass wir diese Zeit als real betrachten sollten. Und die Finanzmärkte, das ist eine spekulative Angelegenheit. Märkte reagieren immer auf die Worte von Menschen, die Entscheidungen treffen, aber wenn diese Entscheidungen nicht ins Leben umgesetzt werden, kehren sie zu ihrem vorherigen Zustand zurück. Man kann auf diesen Marktschwankungen einfach spielen, wenn man Insiderinformationen hat, und es scheint, irgendwer tut genau das. Das ist also keine Glaubensfrage.

Frage. Wie stehen Sie zu der Meinung, dass Trump sich in Anchorage mit den Russen darauf geeinigt hat, die Ukraine zu zwingen, die russischen Bedingungen zu akzeptieren?

Portnikov. Wir haben Augen. Und wir haben gesehen, dass das Treffen in Anchorage mit dem völligen Fehlen jeglicher Vereinbarungen zwischen Trump und Putin endete. Und Trump sagte klar, dass es никакого Deals gebe, und flog aus Anchorage nach Washington oder nach Mar-a-Lago, ich weiß nicht, wohin er da geflogen ist, ohne auch nur mit Putin zu Abend zu essen, obwohl dort ein Abendessen mit Gesprächen über wirtschaftliche Beziehungen geplant war, und ohne Putin zu verabschieden, der dort allein blieb und in einem völlig hektischen Verfahren ein Handlungsprogramm für sich erfand, damit es nicht so aussähe, als habe man ihn dort in Anchorage einfach seinem Schicksal überlassen, als habe ihn der Gastgeber des Treffens einfach zum Teufel geschickt. So war es dort real. Ich verstehe nicht, warum Sie sich daran nicht erinnern. Also hat man sich in Anchorage auf nichts geeinigt. Aber offensichtlich konnte es später während der Reisen Witkoffs, während der Besuche Dmitrijews neue Vereinbarungen darüber geben, dass „na gut, übt ihr Druck auf die Ukrainer aus, damit sie den Donbas verlassen, und wir stellen die Kampfhandlungen ein“. All das konnte es geben. Offensichtlich sehen wir das, aber solche Ideen gab es auch schon vor Anchorage. Mit Anchorage selbst hat das nichts zu tun. Der Geist von Anchorage ist reine Erfindung der Russen und übrigens auch Trumps selbst, der danach die Erfolglosigkeit dieses Treffens auf dem Hintergrund seiner offensichtlichen Charakterisierung als Fiasko durch die meisten führenden amerikanischen Medien irgendwie in einen Erfolg verwandeln musste. Hier gibt es natürlich einen sehr wichtigen Punkt, über den wir sprechen müssen, wenn wir diese Situation erörtern, dass wir verstehen müssen, wann und wie und ob diese Vereinbarung tatsächlich erreicht wurde.

Frage. Wie wollen die Vereinigten Staaten ein Eingreifen Chinas und Russlands vermeiden, wenn gerade der Krieg gegen Iran für sie den günstigsten Moment schafft, Washington zu schwächen?

Portnikov. Ich weiß nicht, wie. Ich glaube ebenfalls, dass die Vereinigten Staaten in diesem Konflikt gerade geschwächt werden. Und sowohl die Volksrepublik China als auch die Russische Föderation sind bereit, diese Situation zu nutzen, um den Einfluss der Vereinigten Staaten real zu schwächen. Deshalb weiß ich nicht, wie die Vereinigten Staaten das Eingreifen Chinas und Russlands zu vermeiden planen. Das Wichtigste ist die Zunahme des wirtschaftlichen Einflusses Chinas.

Nun, das sind die wichtigsten Fragen, auf die ich antworten wollte. Ich möchte am Ende dieser Sendung jene Zuschauer aus Belarus zum Tag der Freiheit beglückwünschen, die diese Sendung verfolgen. Herzlichen Glückwunsch. Und wir verstehen, dass dieser Tag der Tag jener Belarussen bleibt, die noch immer an die Möglichkeit glauben, die Souveränität und Demokratie im eigenen Land wiederherzustellen, sich des abscheulichen autoritären Diktaturregimes von Alexander Lukaschenko zu entledigen, ungeachtet dessen, dass Lukaschenko bereits versucht, irgendwelche Vereinbarungen mit Donald Trump zu suchen und sozusagen zu einem der Lieblingsdiktatoren des amerikanischen Präsidenten wird. Ich hoffe sehr, dass eines Tages der Tag der Freiheit in Minsk, Homel, Mahiljou und anderen Städten eines souveränen europäischen Belarus als echter Nationalfeiertag begangen wird. Und dass man sich an die Epoche Lukaschenko als an eine Epoche der Schande und des Unglücks für das belarussische Volk erinnern wird.


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Titel des Originals: Аятоли послали Трампа: наслідки | Віталій Портников. 25.03.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 25.03.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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