Angriff auf die Akademie der Wissenschaften | Vitaly Portnikov. 28.09.2026.

Selbst vor dem Hintergrund der täglichen, praktisch ununterbrochenen Angriffe Russlands auf Kyiv und andere ukrainische Städte ist der heutige Angriff auf die Akademie der Wissenschaften der Ukraine, auf ihr Gebäude, eine anschauliche Illustration dessen, was man in Moskau tatsächlich zu erreichen versucht.

Natürlich möchte ich zunächst den Angehörigen und Nahestehenden der Opfer auch dieses Angriffs mein aufrichtiges Beileid aussprechen, ebenso den Opfern des gleichzeitig erfolgten Angriffs auf ein Geschäftszentrum in Dnipro und all jenen, die unter den Angriffen leiden, die in diesen Tagen stattfinden.

Aber wir verstehen sehr gut die gesamte Symbolik des russischen Angriffs mitten auf das historische Zentrum Kyivs, auf ein Gebäude, das eines der wichtigen Symbole sowohl der ukrainischen Staatlichkeit als auch, wenn Sie so wollen, der zivilisatorischen Entwicklung eines jeden Landes ist. Ein Angriff auf das Gebäude der Akademie der Wissenschaften erinnert daran, dass der Feind versucht, die Staatlichkeit selbst, die, wenn Sie so wollen, zivilisatorische Ordnung des Landes zu zerstören, gegen das er Krieg führt.

Und vor dem Hintergrund dieses Angriffs klingt die Erklärung von Putins Pressesprecher durchaus symbolisch, der betont, die Ukraine müsse ihren Preis für das zahlen, was in den vergangenen Monaten geschehen sei – also für die Zerstörung russischer Infrastruktur, die dem Krieg dient.

Im Kreml versucht man nicht einmal irgendwie zu verbergen, dass man einen völlig geplanten, bewussten Terror gegen die Zivilbevölkerung betreibt. Und dass Russland aus Sicht Putins und seines Umfelds das Recht hat, diesen Terror auszuüben. Russland hat das Recht, mit seinen Truppen das Territorium eines Nachbarlandes zu besetzen. Russland hat das Recht zu töten, zu vergewaltigen und zu plündern, weil es ein ‚echter‘ Staat sei, während die Ukraine eine rebellische Provinz dieses Staates sei, die man einfach in ihre Schranken weisen und daran erinnern müsse, dass ihr Territorium Putins Territorium sei, das Territorium des sogenannten historischen Russlands. 

Und natürlich kann es auf einem solchen Territorium keine Akademie der Wissenschaften geben. Es kann dort keine staatlichen Zentren geben. Das alles seien Erfindungen der Bolschewiki. Das Land sei von Lenin geschaffen worden. 

Nun, wir haben uns in diesen schrecklichen Jahren des Versuchs, den ukrainischen Staat zu vernichten, genug von diesem Unsinn angehört – von Putin ebenso wie von anderen russischen Machthabern und Propagandisten. Und wir verstehen sehr gut den Unterschied zwischen einer Ölraffinerie oder einer Fabrik, in der Waffen hergestellt werden, und einer Akademie der Wissenschaften.

Die Zerstörung der Kapazitäten einer Ölraffinerie verringert die Möglichkeiten der Wirtschaft, für den Krieg zu arbeiten. Ein Angriff auf das Gebäude der Akademie der Wissenschaften ist schlicht gewöhnlicher, demonstrativer, kaltblütiger Terror. Ebenso wie die Angriffe auf Wohnviertel Kyivs, ebenso wie die Angriffe auf Einkaufszentren, wie jeder derartige Angriff mitten im Zentrum einer friedlichen Stadt oder an ihrem Stadtrand. Und der Terror ist, wie wir sehen, nicht nur unverhohlen, sondern demonstrativ: Man versucht nicht einmal mehr, den Anschein zu erwecken, irgendwelche militärischen Objekte anzugreifen.

All das geschieht vor allem aus Wut. Putin sieht, dass seine Armee nicht in der Lage ist, die Aufgaben zu erfüllen, die er ihr gestellt hat. Mehr noch: An bestimmten Frontabschnitten verliert sie die Initiative, zieht sich zurück und lässt Soldaten zurück, die in Gefangenschaft geraten, wie es bei Lyman geschieht. Und wir wissen nicht, was Putin Xi Jinping versprochen oder Trump erzählt hat und in welchem Maße seine Versprechen und seine Lageeinschätzungen inzwischen nicht mehr mit der Realität übereinstimmen.

Und gerade deshalb versucht der russische Staatschef, der nicht in der Lage ist, die Ukraine auf dem Schlachtfeld zu besiegen und zu beseitigen, die Ukrainer davon zu überzeugen, dass sie keine andere Wahl hätten, als vor dem Feind zu kapitulieren. Und damit dies für jeden offensichtlich wird, erfolgen solche Angriffe, dieses kaltblütige Erschießen von Menschen, diese Versuche, für die Ukraine symbolträchtige Objekte zu zerstören.

Es überrascht mich nicht einmal sonderlich, dass es nach dem Angriff auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Kyiver Höhlenkloster, nach dem Angriff auf den Mystezkyj Arsenal nun auch einen Angriff auf das Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften gegeben hat. Aber erinnern wir uns daran: Als es Angriffe auf das Höhlenkloster und den Mystezkyj Arsenal gab, als Geschosse in der Umgebung der Sophienkathedrale einschlugen, versuchten die Russen zu behaupten, sie hätten solche Angriffe überhaupt nicht durchgeführt und es sei das Werk der ukrainischen Luftverteidigung gewesen. Jetzt versucht man nicht einmal mehr, den Anschein zu erwecken, dass sie es nicht gewesen seien und dass dies irgendwie mit der Luftverteidigung zusammenhänge, weil es leider bislang keine Möglichkeit gibt, auf russische Angriffe mit strahlgetriebenen Drohnen so effektiv zu reagieren. Ich hoffe, dass solche Möglichkeiten in den kommenden Wochen oder zumindest Monaten entstehen werden.

Aber gerade deshalb müssen wir sehr genau verstehen, dass die Treffer genau dort erfolgen, wohin die russischen Militärs sie lenken, dass Putin sich geradezu freut, wenn er die Angriffe auf das historische Zentrum Kyivs und auf symbolträchtige Gebäude im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt sieht, und dass dies eine vollkommen systematische, menschenfresserische Arbeit zur Einschüchterung der Zivilbevölkerung ist. Sie soll die Menschen davon überzeugen, dass sie auf die Regierung einwirken müssen, damit diese nicht einmal daran denkt, sich den revanchistischen Plänen Putins, Lawrows, Peskows und all jener zu widersetzen, die selbst jetzt nicht mehr von irgendeiner Beendigung des Krieges sprechen, sondern ausschließlich von einer Bestrafung der Ukrainer dafür, dass sie es gewagt haben, sich dieser menschenverachtenden Invasion zu widersetzen.

Aber mir scheint, dass inzwischen jeder versteht, welchem Ausmaß an Bosheit und Grausamkeit er gegenübersteht. Versucht man, vor einer solchen Bosheit und einer solchen Grausamkeit zu kapitulieren, stirbt man nicht durch eine Drohne, sondern durch eine Kugel der Rosgwardija – so wie es in Kyiv bereits der Fall war, als zu verschiedenen historischen Zeiten russische Truppen auf seinen Straßen erschienen und das Blut auf diesen Straßen buchstäblich in Strömen floss.

All diese Verbrechen, die die Russen bereits vor unseren Augen in Butscha und in anderen Städten und Ortschaften des Kyiver Gebiets begangen haben, würden dann hundertfach vervielfacht werden, während man im Kreml erklären würde, dies sei als Antwort auf die ukrainische Dreistigkeit geschehen und es finde lediglich eine „Filtration“ der Bevölkerung statt.

Mit solchen Unmenschen haben wir es im 21. Jahrhundert zu tun. Mit Unmenschen, die nichts vergessen und nichts gelernt haben.


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Titel des Originals: Удар по Академії наук | Віталій Портников. 28.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 28.09.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Wadephul rechtfertigt sich wegen Lawrow | Vitaly Portnikov. 27.09.2026.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul rechtfertigt sich weiterhin für sein Treffen mit dem Leiter des russischen Außenministeriums Sergej Lawrow, das am Rande der Sitzung der UN-Generalversammlung stattfand.

Es war der erste derartige Kontakt zwischen den Leitern der Außenministerien Deutschlands und Russlands seit 2022, also seit jenem Zeitpunkt, als Russland seinen groß angelegten Angriff auf die Ukraine begann.

Seitdem haben weder die Leiter des Außenministeriums in der Regierung von Olaf Scholz noch die Leiter des Außenministeriums in der Regierung von Friedrich Merz noch die meisten anderen Außenminister europäischer Länder versucht, sich mit Lawrow zu treffen – mit Ausnahme etwa des inzwischen ehemaligen ungarischen Außenministers Péter Szijjártó, der mit dem russischen Freundschaftsorden ausgezeichnet wurde.

Deshalb bedarf ein solch offensichtlicher Durchbruch der diplomatischen Isolation Russlands einer wirklichen Erklärung. Natürlich lautet die wichtigste Erklärung, die auch der deutsche Minister vorbringt, dass die Europäer den gesamten Dialog mit Russland nicht den Amerikanern überlassen wollen. Und dass andere europäische Kollegen Wadephul um ein Treffen mit Lawrow gebeten hätten.

Der entscheidende Durchbruch bei der Isolation Russlands fand also natürlich genau in dem Moment statt, als Donald Trump Putin anrief und es dem russischen Präsidenten ermöglichte, den amerikanischen Präsidenten dafür zu benutzen, weiter auf Zeit zu spielen und einen Verhandlungsprozess zu simulieren. Und wie wir uns erinnern, traf sich nach diesem Telefonat Trumps mit Putin nicht nur der amerikanische Präsident selbst mit seinem russischen Amtskollegen bei dem inhaltsleeren Treffen in Anchorage, das die russische Propaganda bis heute für ihre Zwecke nutzt, sondern auch US-Außenminister Marco Rubio traf sich mehrfach mit Lawrow. Das jüngste Treffen fand übrigens ebenfalls am Rande der Sitzung der UN-Generalversammlung statt, führte zu keinerlei Ergebnissen und erregte keine besondere öffentliche Aufmerksamkeit, weil die Kontakte zwischen Lawrow und Rubio leider bereits zur Routine geworden sind.

Doch es stellt sich die Frage, warum sich die Europäer dieser Linie der gegenwärtigen amerikanischen Administration anschließen sollten, wenn sie keinerlei konkrete Ergebnisse bringt. Und auch das Treffen zwischen Lawrow und Wadephul brachte keinerlei konkrete Ergebnisse – abgesehen von der Möglichkeit für die Russen, allein die Tatsache dieses Treffens für ihre Zwecke zu nutzen. Der deutsche Außenminister sagt, er habe dem russischen Außenminister entschieden erklärt, dass Handlungen wie der Versuch, den Flughafen Leipzig zu sprengen, inakzeptabel seien, dass Deutschland entschlossen handeln werde, dass Deutschland die Ukraine weiterhin unterstützen werde und dass Russland beweisen müsse, dass es Frieden wolle.

Doch das ist keine Frage von Verhandlungen. Es geht darum, eine Position deutlich zu machen, die auch ohne ein Treffen bekannt ist. Und hier kann man dem Außenminister der Russischen Föderation zustimmen, der sagte, wenn das Treffen lediglich dazu gedient habe, Moskau die Position Berlins mitzuteilen, hätte man ihn einfach anrufen können. Denn Verhandlungen – und das sollte übrigens auch Donald Trump verstehen – werden dann geführt, wenn die Seiten bereit sind, ihre Positionen aufeinander abzustimmen. Wenn sie hingegen lediglich ihre Positionen austauschen und in keiner einzigen wirklichen Grundsatzfrage zu einer Einigung gelangen können, dann sind das überhaupt keine Verhandlungen. Dann ist es eben ein Durchbrechen der diplomatischen Isolation Russlands.

Und zwar durch das Verkünden deklaratorischer Erklärungen, die die russische Führung überhaupt nicht interessieren. Und was sehen wir am Ende? Nach dem Treffen der Außenminister Deutschlands und Russlands äußert sich Lawrow auf seiner eigenen Pressekonferenz mit unverhohlener Geringschätzung über seinen deutschen Amtskollegen und betont, dass bei diesem Treffen keinerlei konkrete Vereinbarungen erzielt werden konnten.

Es ist also nicht klar, wozu dieses Treffen überhaupt notwendig war. Russland nimmt keine der deutschen Erklärungen ernst. Mehr noch: Lawrow beginnt bereits davon zu sprechen, dass die Europäer, wenn sie sich auf einen Krieg vorbereiten, diesen Krieg auch bekommen werden. Nur werde es, den Worten des russischen Präsidenten Putin zufolge, ein kurzer Krieg sein. Und die Sprecherin des russischen Außenministeriums, die widerwärtige Maria Sacharowa, demütigt Berlin weiter und betont, der deutsche Außenminister habe ausschließlich deshalb um ein Treffen mit Lawrow gebeten, um die sinkenden Umfragewerte von Bundeskanzler Friedrich Merz aufzubessern.

Und hier können wir uns tatsächlich den außenpolitischen Aspekten der Kontakte zwischen Deutschland und Russland zuwenden und darüber nachdenken, wie sie sich auf die Innenpolitik auswirken. Vielleicht hat Sacharowa recht? Vielleicht hat man in der deutschen Regierung entschieden: Wenn die Führung der Partei Alternative für Deutschland, die heute in den Wahlumfragen des Landes an der Spitze liegt, zu Gesprächen mit dem Kreml aufruft, dann könnte ein solches Gespräch, wenn es von der derzeitigen Regierung geführt wird, beweisen, dass Kontakte mit Moskau selbst dann, wenn sie stattfinden, zu keinerlei konkreten Ergebnissen führen?

Aber Verzeihung: Die Partei Alternative für Deutschland ruft keineswegs deshalb zu Gesprächen mit dem Kreml auf, um jene Positionen zu vermitteln, die Johann Wadephul Lawrow mitgeteilt hat, sondern um sich mit Moskau über die Wiederinbetriebnahme der Nord-Stream-Pipelines zu verständigen, um wieder die Möglichkeit zu erhalten, russisches Gas für die deutsche Industrie günstiger als zu Börsenpreisen zu beziehen, und um über die Einstellung der Hilfe für die Ukraine zu sprechen. Mit einem solchen deutschen Minister, einem Minister der Alternative für Deutschland, der Lawrow faktisch die Kapitulation Deutschlands vor Russland versprechen würde, würde der Leiter des russischen Außenministeriums natürlich eine gemeinsame Sprache finden.

An der Stelle der europäischen Diplomaten würde ich es mit Kontakten zu ihren russischen Kollegen daher nicht eilig haben. Russland hat seinen klaren Kurs gewählt, einen Kurs der Konfrontation und Eskalation in Europa, und keinerlei Kontakte mit Lawrow oder irgendeinem anderen russischen Funktionär werden zu einer Änderung der russischen Position führen, solange Russland tatsächlich über genügend Kräfte verfügt, um den Krieg in der Ukraine fortzusetzen und sich auf einen Krieg in Europa vorzubereiten.

Daher müssen sich auch die Europäer nicht auf Verhandlungen und nicht auf Frieden, sondern auf Krieg vorbereiten und verstehen, wie sie dieser für sie ernsten Prüfung begegnen werden, falls Russland beschließt, von hybriden Angriffen auf europäische Länder zu einem tatsächlichen aggressiven Angriff überzugehen, oder falls Putin einen weiteren Fehler begeht und seine hybriden Provokationen sich selbst gegen den Willen des russischen Staatschefs in einen wirklichen Krieg mit Europa verwandeln – so wie der ukrainische Blitzkrieg zu einem jahrelangen Krieg gegen unser Land wurde, bei dem niemand auch nur den Hauch eines Auswegs finden kann, der auf diplomatischem Wege erreicht werden könnte.

Das ist es, was meines Erachtens die wichtigste Aufgabe der Regierung Friedrich Merz hätte sein müssen, und das ist weitaus wichtiger als irgendwelche wahltaktischen Überlegungen. Denn wie wir aus unserer eigenen Erfahrung schon seit Langem wissen: Wenn Krieg herrscht, vergisst man die Wahlen.


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Titel des Originals: Вадефуль виправдовується за Лаврова |
Віталій Портников. 27.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 27.09.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Baturyn | Vitaly Portnikov. 27.09.2026.

Батурин. Віталій Портников. 27.09.2026.

13 November 1708. Truppen unter dem Kommando von Alexander Menschikow, einem Günstling des Zaren, nehmen die Hetman-Hauptstadt Baturyn ein. Demonstrativ und mit besonderer Grausamkeit brennen sie die Stadt nieder und töten sämtliche Zivilisten – selbstverständlich ohne sich dafür zu interessieren, wer im Krieg den Zaren und wer den Hetman unterstützt hatte.

Eine solche Ermordung der Zivilbevölkerung ist eine übliche Taktik des Moskauer Staates. Natürlich begann bereits die Geschichte dieses Staates als eigenständiges Gebilde – damals noch mit seinen Zentren in Susdal und Wladimir an der Kljasma – mit der Verwüstung Kyivs durch Truppen, die Fürst Andrei Bogoljubski, der Sohn Juri Dolgorukis, zusammengezogen hatte. Zeitgenössische Chronisten beschrieben mit Erstaunen die Plünderung der Stadt, die Vergewaltigung von Frauen, die Ermordung der Zivilbevölkerung und das Niederbrennen von Kirchen. Dabei erhob Bogoljubski selbst – genau wie heute Putin – nicht einmal Anspruch auf die Herrschaft in Kyiv und überließ die Hauptstadt der Rus der Herrschaft seines Bruders Gleb. Dieses wilde Pogrom machte deutlich, dass Kyiv für die Herrscher von Salessje endgültig zu einer fremden Stadt geworden war, die man nur noch plündern und zerstören konnte. „Mit Andrei Bogoljubski trat der Großrusse zum ersten Mal auf die historische Bühne.“

Am 8. Februar 1918 marschieren die Bolschewiki unter der Führung Michail Murawjows in Kyiv ein. Die Roten entfesseln in der Stadt einen regelrechten Terror und erschießen Tausende Menschen – und keineswegs nur Soldaten der ukrainischen Armeen. Sie plündern, vergewaltigen und legen Feuer.

Deshalb ist an den neuen Angriffen auf Kyiv, an Putins Versuch, die ukrainische Hauptstadt zu einer Frontstadt zu machen, nichts neu oder auch nur überraschend. Die Ukraine durch die Zerstörung ihrer Hauptstadt dazu zu zwingen, ihren Widerstand aufzugeben, ist ein Klassiker der russischen Vorstellung von „Sieg“. Im Jahr 1708 war das kleine Baturyn die Hauptstadt des im Entstehen begriffenen Hetman-Staates – und es wurde praktisch dem Erdboden gleichgemacht: Die Stadt, die wir heute besuchen, ist bereits eine neue Siedlung auf den Ruinen dieses Pogroms. 1918 dagegen war Kyiv die ukrainische Hauptstadt, und heute ist es das ebenfalls – deshalb versucht man gerade diese Stadt zu zerstören, und zwar demonstrativ.

Warum gerade die Hauptstadt? Russland ist ein auf seine Hauptstadt zentrierter Staat. Dabei geht es nicht um Moskau an sich, sondern darum, wo sich der Sitz des Herrschers befindet. Wir sagen, dass sich alles um Moskau dreht – doch bevor die Bolschewiki die Hauptstadt nach Moskau verlegten, drehte sich alles um Sankt Petersburg beziehungsweise Petrograd. Die Bolschewiki ergriffen in der Hauptstadt die Macht, und jeglicher Widerstand Moskaus hatte bereits keinerlei wirkliche Bedeutung mehr – es begann der „triumphale Siegeszug der Sowjetmacht“. 1991 unterstützte Moskau Jelzin und nicht die Putschisten im Kreml – und die faktische Unterstützung der Revanche durch die Machthaber in der russischen Provinz half den Putschisten nicht.

Russland betrachtet andere Staaten als Gebilde, die um ihre jeweiligen Hauptstädte herum aufgebaut sind. Kyiv zu zerstören bedeutet aus dieser Sicht, die Ukraine zu zerstören. Kyiv einzuschüchtern bedeutet, die Ukraine einzuschüchtern. Deshalb plante Putin seinen Blitzkrieg gerade als Eroberung Kyivs, weil er überzeugt war, dass nach einem Austausch der Regierung in der Hauptstadt die gesamte Ukraine den Kollaborateuren die Treue schwören würde – so wie ganz Russland stets demjenigen die Treue schwor, der in Moskau oder Petersburg die Macht ergriffen hatte, selbst wenn es sich um einen offensichtlichen Usurpator handelte.

Natürlich ist es beängstigend, in Baturyn zu leben, auf das die Armee des rasenden Menschikow zumarschiert. Es ist beängstigend, in Kyiv zu leben, auf das russische Drohnen und Raketen gerichtet sind. Aber die Ukraine ist größer als Kyiv. Die Ukraine ist keine Stadt, nicht einmal ein Territorium, das von Andersdenkenden „gesäubert“ werden soll. Sie ist die Idee eines Volkes und seiner Freiheit.

Und das zu verstehen ist den Russen – von Andrei Bogoljubski bis Wladimir Putin – schlicht nicht gegeben.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Батурин. Віталій Портников. 27.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 27.09.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Litauen und Polen bereiten sich auf eine Evakuierung vor | Vitaly Portnikov. 27.09.2026.

Litauen hat seine Evakuierungspläne für den Fall eines möglichen Angriffs der Russischen Föderation auf dieses baltische Land aktualisiert. Polnische Medien berichten, dass ein Teil der Einwohner der Republik Litauen noch bevor eine unmittelbare Gefahr für ihre Sicherheit entsteht über Polen evakuiert werden könnte. Polen selbst bereitet solche Evakuierungsrouten für die Einwohner des Nachbarlandes vor.

Derzeit führt Litauen die größten Evakuierungsübungen seiner Geschichte durch. Sie sollen Aufschluss darüber geben, inwieweit die Infrastruktur des Staates auf die Herausforderungen reagieren kann, die mit einem Angriff und der Notwendigkeit verbunden sind, Hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen aus einem Gebiet zu evakuieren, das einem solchen Angriff ausgesetzt ist.

Noch vor Kurzem betonte der litauische Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius, dass Litauen über Evakuierungspläne für den Fall einer möglichen Aggression seiner Nachbarn verfüge. Nun sehen wir jedoch, dass es sich um ziemlich detaillierte und laufend aktualisierte Pläne und Vorhaben handelt, die zudem mit dem benachbarten Polen abgestimmt werden.

Ein möglicher Angriff der Russischen Föderation auf die baltischen Staaten wird also inzwischen weitaus ernster genommen als noch vor einigen Jahren, als es schien, die Mitgliedschaft Lettlands, Litauens und Estlands in der NATO würde ihnen Schutz selbst vor hypothetischen Absichten Russlands bieten, gegenüber den baltischen Staaten aggressiv aufzutreten – nicht nur mit Taten, sondern sogar mit Äußerungen.

Jetzt ändert sich alles. Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, erinnert erneut an die Probleme der sogenannten russischsprachigen Bevölkerung in den baltischen Staaten. Bereits in den 1990er-Jahren waren Spekulationen über diese Probleme ein fester Bestandteil der russischen Außenpolitik. Als jedoch immer deutlicher wurde, dass die russischsprachigen Einwohner Lettlands, Litauens und Estlands keineswegs vorhatten, für Moskau zur fünften Kolonne und zu einem Instrument zur Rechtfertigung russischer Aggression zu werden, trat die Instrumentalisierung des Themas der russischsprachigen Bevölkerung in der Moskauer Propaganda in den Hintergrund. Möglicherweise auch deshalb, weil die Ukraine zum Hauptthema der russischen Propaganda und der Äußerungen russischer Funktionäre wurde.

Nun kehrt man, wie wir sehen, zu dem von Putin und seinen Vorgängern im Kreml so geliebten Narrativ von der Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung im Baltikum zurück. Nicht zufällig sagt der russische Außenminister Sergej Lawrow auf seiner Pressekonferenz in New York, dass die Vorbereitung europäischer Länder auf einen Krieg mit Russland zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden könne. Eine deutlichere und offensichtlichere Drohung Moskaus gegenüber seinen Nachbarstaaten kann man sich kaum vorstellen.

Wenn Russland der Ansicht ist, dass Maßnahmen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit seiner Nachbarländer zu einem Krieg dieser Länder mit der Russischen Föderation führen werden, dann bedeutet das, dass es sich auf diesen Krieg vorbereitet und fürchtet, nicht mehr rechtzeitig zuschlagen zu können, bevor die europäischen Länder über genügend eigene Waffen verfügen, um im Falle eines russischen Angriffs ohne mögliche amerikanische Hilfe auszukommen und Russland selbst einen schweren Schlag zu versetzen.

Putin hat sich mit dem ukrainischen Blitzkrieg einmal die Finger verbrannt und ist in einen jahrelangen Krieg im Nachbarland hineingeraten. Und offensichtlich darf sich aus Sicht des russischen Herrschers so etwas mit ihm nicht noch einmal wiederholen. Genau deshalb sagt Lawrow, dass ein Krieg in Europa, sollte es dazu kommen, sehr kurz sein werde.

Im Grunde dachte man in Russland über den russisch-ukrainischen Krieg ungefähr dasselbe und plante, innerhalb buchstäblich weniger Tage die Regierung in Kyiv durch Marionettenpolitiker zu ersetzen, die bereit wären, russischen Interessen zu dienen. Es ist erstaunlich, dass man sich mit einem kurzen Krieg einmal verkalkuliert hat und man in der russischen Hauptstadt dennoch erneut glaubt, einen weiteren Blitzkrieg durchführen zu können.

Doch was aus Sicht einer Analyse der Logik Putins, Lawrows und anderer russischer Funktionäre und Machthaber wie Wahnsinn aussieht, kann für die Zivilbevölkerung der baltischen Staaten, die unter einen Angriff Moskaus gerät, zu einer Tragödie werden. Selbst wenn dies zunächst nicht mit dem Einmarsch russischer Truppen auf litauisches Territorium beginnt, sondern mit der Bombardierung von Infrastruktureinrichtungen, Angriffen auf Wohnviertel und all dem, womit die Einwohner der Ukraine bereits konfrontiert wurden, als Putins sogenannter großer Krieg gegen unser Land begann.

Und ich möchte Sie übrigens daran erinnern, dass sich zu Beginn dieses Angriffs, noch wenige Tage zuvor, die überwältigende Mehrheit der Einwohner der Ukraine nicht einmal vorstellen konnte, dass russische Truppen die Wohnviertel von Charkiw, Dnipro, Odesa und inzwischen auch Kyiv in Trümmer verwandeln würden. Dass sie große Städte zu Frontstädten machen und gezielt Jagd auf Zivilisten machen würden, wie es beispielsweise in Cherson geschieht, wo Menschen mithilfe russischer Drohnen getötet werden.

Damals verfügten wir noch nicht über eine solche, ich würde sagen, strategische Erfahrung mit russischer Grausamkeit und über das Verständnis, dass Russlands Vorgehen vor allem darauf ausgerichtet ist, die Zivilbevölkerung einzuschüchtern, zu vernichten und zu vertreiben, um sie anschließend zu ersetzen – durch Bürger der Russischen Föderation, wie es in den besetzten Gebieten der Ukraine geschieht und, nebenbei gesagt, wie es in den baltischen Staaten in den Jahren 1940 bis 1991 geschah.

Denn die hysterischen Klagen über die Probleme der russischsprachigen Bevölkerung hängen in vielerlei Hinsicht auch damit zusammen, dass diese Bevölkerung dazu bestimmt war, das demografische Gleichgewicht in den von Stalin besetzten Ländern zu verändern, zu verhindern, dass dort die Erinnerung an die zerstörte Staatlichkeit bewahrt wird, und auf diese Weise die Grundlagen dafür zu schaffen, andere Länder in ein gewöhnliches Russland zu verwandeln, in dem nicht nur die russischsprachige, sondern die ethnisch russische Bevölkerung überwiegt.

Was seit 1940 im Baltikum geschah, begann in der Ukraine bereits in unserer Zeit, seit 2014, zu geschehen. Und das Verständnis dafür, dass sich die Methoden des Kremls nicht verändert haben, ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, damit die Politiker der baltischen Staaten und die Gesellschaften dieser Länder begreifen, welches Ausmaß die Gefahr hat, die ihnen droht, falls Putin nun auch im Baltikum von der Leine gelassen wird.

Das ist keine Geschichte von Einschüchterung oder hybrider Kriegsführung. Es ist das Bestreben des Kremls und jenes, wie wir verstehen, beträchtlichen Teils der Russen, der Putins chauvinistischen Kurs unterstützt, alles, was sich in der Nachbarschaft befindet, in Russland zu verwandeln – indem die Bevölkerung der dem Kreml feindlich gesinnten Länder vertrieben, das demografische Gleichgewicht in diesen Ländern verändert und diese Länder in russische Provinzen verwandelt werden, in denen nichts mehr an ihre frühere Staatlichkeit erinnern soll: an die lettische, litauische, estnische oder ukrainische.

Was mit der belarussischen Staatlichkeit geschieht, sehen wir bereits. Belarus verliert vor unseren Augen die Merkmale nationaler Staatlichkeit. Dort ist es schlicht gelungen, einen russischen Kollaborateur ins Präsidentenamt zu bringen.

Deshalb ist ein möglicher Krieg Russlands gegen die baltischen Staaten so gefährlich. Und deshalb muss man sich natürlich nicht nur auf die Evakuierung und die Rettung der Zivilbevölkerung vor russischen Gräueltaten vorbereiten, sondern auch sondern auch darauf, das wirtschaftliche, politische und militärische Potenzial der Russischen Föderation erheblich zu schwächen, um eine Gefahr für die Existenz ihrer Nachbarstaaten zu verhindern und Russland zu einem Raum seiner eigenen Probleme zu machen – statt zu einem Land, das mit seiner Aggressivität praktisch allen entlang seiner Grenzen Probleme bereitet.


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Titel des Originals: Литва и Польша готовятся к эвакуации | Виталий Портников. 27.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 27.09.2026.
Originalsprache: ru
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Neue Äußerungen Lawrows: das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 27.09.2026.

Der Leiter des russischen Außenministeriums, Sergej Lawrow, trat nach Abschluss der hochrangigen Woche der Sitzung der UN-Generalversammlung vor die Journalisten und erinnerte an die außenpolitischen Positionen der Russischen Föderation, die keinen Zweifel daran lassen, dass der Kreml nicht nur seine harte Haltung gegenüber der Ukraine nicht ändert, sondern auch nach Möglichkeiten sucht, sich mit Washington darauf zu verständigen, dass gerade die Ukraine-Frage aus dem Kontext der russisch-amerikanischen Beziehungen herausgenommen wird, weil sie deren Entwicklung behindert.

Genau darüber sprach Lawrow auf seiner Pressekonferenz. Genau davon versuchen offenbar sowohl russische Beamte als auch Präsident Putin selbst Donald Trumps Vertreter Steve Witkoff und Jared Kushner zu überzeugen. Und nun wissen wir, dass diese These – die These, dass Putin und Trump einfach aufhören sollten, über die Ukraine zu sprechen – aus Sicht des Kremls zu einer zentralen Richtung in den Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten wird.

Gleichzeitig betont Lawrow, dass Moskau bereit sei, zu dem zurückzukehren, was man in Russland als die Vereinbarungen von Anchorage bezeichnet. Obwohl in Wirklichkeit alle wissen, dass beim Treffen von Donald Trump und Putin in Alaska keinerlei konkrete Vereinbarungen erzielt wurden. Obwohl gerade Außenminister Marco Rubio vom Fehlen solcher Vereinbarungen gesprochen hat. Obwohl amerikanische Vertreter wiederholt betont haben, dass selbst die Suche nach einer Verständigung, die in Alaska unternommen wurde, inzwischen nicht mehr aktuell sei, weil sie nicht den Vorstellungen der Ukraine entspreche.

Lawrow und andere russische Beamte berufen sich ständig auf das, was sie früher als den „Geist von Anchorage“ bezeichneten und nun als die „Vereinbarungen von Anchorage“ bezeichnen, obwohl niemand weder das eine noch das andere finden kann. Und so können wir von einer weiteren bewussten Verzögerung bei der Suche nach Wegen zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine mit dem Ziel einer Beendigung des Krieges sprechen.

Und gerade die mangelnde Bereitschaft, nach solchen Möglichkeiten zu suchen, zeigt sich darin, dass Lawrow nicht einmal auf die Warnungen eingeht, die ausländische Partner Moskaus etwa hinsichtlich der faktischen Zerstörung der Möglichkeiten zur Lieferung ukrainischer Agrarprodukte in die Länder des Globalen Südens aussprechen.

Wenn Lawrow darauf hingewiesen wird, dass eine solche Blockade ukrainischen Getreides zu Hunger in der Welt führen werde, antwortet er lediglich, für die entstandene Situation im Schwarzen Meer seien die sogenannten ukrainischen Terroristen verantwortlich. Das heißt, wie wir verstehen, beabsichtigt Russland keinerlei Anstrengungen zu unternehmen, um Bedingungen für die Freigabe der Seewege durch das Schwarze Meer zu schaffen. Und die Position seiner Partner aus den Ländern des Globalen Südens sowie die Katastrophe, die im kommenden Jahr in diesen Ländern beginnen könnte, interessieren Putin und Lawrow überhaupt nicht.

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und den europäischen Ländern. Ein Thema, das auch vor dem Hintergrund des ersten Treffens der Außenminister Russlands und Deutschlands seit vier Jahren, das am Rande der Sitzung der UN-Generalversammlung stattfand, wieder aktuell geworden ist.

Wir haben keinerlei positive Reaktion des russischen Ministers darauf gesehen, dass es Moskau erneut gelungen ist, jene internationale Isolation zu durchbrechen, in die Russland infolge seines Angriffs auf die Ukraine geraten ist. Vielleicht gerade deshalb, weil Russland mit seiner heutigen Neuausrichtung der Außenpolitik nach Osten, auf China und Indien, diese Isolation im Westen nicht sonderlich kümmert. Zu einer Verständigung zwischen dem russischen und dem deutschen Minister kam es nicht, was Lawrow auf seiner Pressekonferenz ausdrücklich hervorhob. Er sagte, man hätte einfach mit ihm telefonieren und auf diese Weise vermeiden können, seine kostbare Zeit zu verschwenden.

Am beunruhigendsten ist jedoch Lawrows These, dass die Vorbereitungen europäischer Länder auf einen möglichen Angriff der Russischen Föderation zu einer Prophezeiung werden könnten, die sich selbst erfüllt. Genau so charakterisierte Lawrow die Befürchtungen der europäischen Nachbarn der Russischen Föderation, Putins aggressives Land könnte einen Krieg gegen sie beginnen.

Und das ist natürlich bereits eine offene und eindeutige Drohung, wenn im selben Zusammenhang einerseits versichert wird, Russland beabsichtige nicht, europäische Länder anzugreifen, und andererseits erklärt wird, ihre Befürchtungen vor einem Krieg mit Russland könnten zu einer Prophezeiung werden, die sich von selbst erfüllt. Man muss nicht erklären, worauf sich der Kreml in seinen Beziehungen zu den Ländern der Europäischen Union tatsächlich vorbereitet.

Das ist eine sehr wichtige Äußerung des russischen Außenministers, die ich an der Stelle unserer europäischen Nachbarn sehr ernst nehmen würde, denn wir verstehen sehr gut, dass der Leiter des russischen Außenministeriums solche Aussagen nicht einfach so macht und dass die These, die Europäer bereiteten sich auf einen Krieg vor, der gerade deshalb stattfinden könnte, weil sie versuchen, sich zu schützen, sehr stark an Russlands Vorbereitung auf den Krieg gegen die Ukraine erinnert. Damals wurde auch uns vorgeworfen, dass wir versuchten, uns vor einer möglichen russischen Aggression zu schützen – nach der Annexion der Krim und dem Beginn des nicht erklärten Krieges Russlands gegen die Ukraine im Donbas.

Und natürlich ist hier noch die Tatsache von Bedeutung, dass Lawrow den europäischen Ländern weiterhin vorwirft, der Ukraine zu helfen. Er betont, dass sie der Ukraine keine Waffen übergeben sollten, die sie in vielen Ländern der Welt kaufen, betont, dass Europa Russland gegenüber immer feindseliger eingestellt sei und dass europäische Politiker die Friedensbemühungen der Administration von Präsident Donald Trump im russisch-ukrainischen Krieg behinderten.

Das heißt, ein weiterer Versuch, Europäer und Amerikaner wieder auseinanderzubringen und gegeneinander aufzubringen, Donald Trump und seine Vertreter davon zu überzeugen, dass gerade die europäische Unterstützung der Ukraine einen Friedensschluss verhindere. Und auch das ist ein sehr wichtiger Teil der russischen Taktik, die darauf abzielt, der Ukraine diese für unseren Widerstand gegen die russische Aggression so dringend benötigte Hilfe zu entziehen.

Die Pressekonferenz des Leiters des russischen Außenministeriums am Rande der Sitzung der UN-Generalversammlung würde ich daher nicht einfach als eine Ansammlung propagandistischer Klischees bezeichnen. Wir haben uns davon überzeugen können, dass wir es mit einer zunehmend aggressiveren Haltung zu tun haben – nicht nur gegenüber der Ukraine, sondern auch gegenüber den Ländern des europäischen Kontinents.

Und dabei kann es natürlich nicht nur um den Wunsch gehen, Washington und die europäischen Staats- und Regierungschefs gegeneinander aufzubringen, nicht nur um den Versuch, weitere Hilfe für die Ukraine zu verhindern, sondern auch um den Versuch, vor neuen Wahlzyklen in europäischen Ländern jene politischen Kräfte in Europa zu unterstützen, die auf eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation setzen.

Das könnte zu einer durchaus aktuellen Aufgabe für den Kreml werden. Und Lawrow beginnt bei seinem Treffen mit den Journalisten bereits, sich an all diesen künftigen europäischen Wahlkämpfen zu beteiligen.


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Titel des Originals: Нові заяви Лаврова: головне | Віталій
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Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 27.09.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Trump verspricht erneut eine Vereinbarung | Vitaly Portnikov. 26.09.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, sagt erneut, dass die Staatschefs Russlands und der Ukraine einer möglichen Vereinbarung über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zustimmen und noch vor Einbruch des strengen Winters ein Abkommen unterzeichnen könnten.

Eine durchaus ermutigende Aussage, bei der allerdings nicht ganz klar ist, worauf sie sich tatsächlich stützt. Gerade zu dem Zeitpunkt, als Trump in seinen Antworten auf Fragen zur Weltpolitik ein neues Abkommen zwischen Moskau und Kyiv in Aussicht stellte, rief der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky den amerikanischen Präsidenten dazu auf, das Gesetz von Lindsey Graham gegen die Energiesponsoren der Russischen Föderation anzuwenden, und die Länder der Europäischen Union dazu, härtere Sanktionen gegen Moskau zu verhängen.

Wir verstehen, dass diese Appelle des ukrainischen Präsidenten wohl kaum Gehör finden werden, vor dem Hintergrund, dass Trump sich kürzlich mit dem Vorsitzenden der Volksrepublik China, Xi Jinping, traf, während Washington und Peking sich auf eine weitere Handelswaffenruhe geeinigt hatten. Und die Atmosphäre dieses Treffens vermittelte keineswegs den Eindruck, als bestünde die Möglichkeit, neue Zölle gegen die Wirtschaft jenes Landes zu verhängen, das der wichtigste und bedeutendste Energiesponsor der Russischen Föderation bleibt.

Nicht nur Zelenskys Äußerungen zeigen, dass Kyiv heute wohl kaum irgendwelche Möglichkeiten für eine Einigung mit Moskau gefunden hat. Auch aus der russischen Hauptstadt sind nicht weniger kriegerische Äußerungen zu hören als vor einigen Monaten oder Jahren. Wir sehen, dass der russische Präsident Putin keineswegs versucht, von seinen Maximalforderungen im russisch-ukrainischen Krieg abzurücken.

Worauf also stützt sich der Präsident der Vereinigten Staaten, wenn er sagt, dass es schon bald zu einer Vereinbarung kommen könnte? Vielleicht lässt sich Trump weniger von realen Fakten im Zusammenhang mit der Außenpolitik der Vereinigten Staaten leiten als vielmehr von innenpolitischen Fragen. Denn die Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress rücken näher, und Trump versucht, bei allen sensiblen Fragen eine möglichst klare Position einzunehmen, die den Republikanern zumindest einige Stimmen jener Wähler einbringen könnte, die noch nicht entschieden haben, wen sie wählen werden.

In der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten weiß man sehr genau, dass es in der Frage der Unterstützung der Ukraine und der Ablehnung irgendwelcher guten Beziehungen zur Russischen Föderation sowohl unter demokratischen als auch unter republikanischen Wählern einen Konsens gibt. Und so könnten Versprechen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, bei denjenigen Anklang finden, die bei diesen für den amerikanischen Präsidenten so wichtigen Zwischenwahlen über Kongressabgeordnete und Senatoren abstimmen werden.

Ich möchte jedoch auf den Kontext der Antwort des Präsidenten der Vereinigten Staaten aufmerksam machen, der meines Erachtens nicht weniger wichtig ist als die Tatsache selbst, dass er über die Beendigung des Krieges spricht. Trump wurde nach den Patriots gefragt, genauer gesagt nach Lizenzen für Patriots. Der amerikanische Präsident hätte also nicht darauf antworten sollen, ob Zelensky und Putin sich einigen werden, sondern darauf, ob die Vereinigten Staaten der Ukraine Lizenzen für die Produktion von Raketen für die Luftverteidigung erteilen werden – eine Frage, die bereits seit mehreren Monaten diskutiert wird und bis heute zu keiner konkreten Lösung geführt hat.

Man kann über Versprechen sprechen, aber man kann nicht davon sprechen, dass es Garantien dafür gibt, dass diese Lizenzen erteilt werden, die es uns erst in einigen Jahren ermöglichen würden, Raketen für die Luftverteidigung zu produzieren, wobei es sich möglicherweise nicht um moderne Raketen, sondern um Raketen älterer Produktionsvarianten handeln würde. Man kann sagen, dass all das bis heute in der Schwebe hängt. Und das jüngste Treffen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine hat die Frage, ob diese Lizenzen erteilt werden, nicht beantwortet. Es hat lediglich gezeigt, dass Trump bereit ist, dies zu prüfen, obwohl der ukrainische Präsident erneut davon sprach, dass sein amerikanischer Amtskollege zugestimmt habe.

Statt also konkret auf die Frage nach den Lizenzen für Patriots zu antworten, sagte Trump den Journalisten, Zelensky und Putin seien bereit, sich zu einigen. Das bedeutet, dass die Vereinigten Staaten dies, insbesondere die Frage der Lizenzen, möglicherweise gar nicht weiter prüfen müssen. Denn wozu braucht die Ukraine Lizenzen für die Produktion von Luftabwehrraketen, wenn sie schon vor Beginn des nächsten strengen Winters in diesem schrecklichen Krieg nicht mehr bombardiert werden wird?

Das ist möglicherweise der Kern dessen, was Donald Trump seinen Zuhörern vermitteln wollte. Es geht nicht um Frieden, sondern darum, dass man die mit der Luftverteidigung verbundene Hilfe noch weiter hinauszögern kann. Denn bei jener finanziellen Hilfe, die wir vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten erhalten haben, gibt es derzeit Geld, könnte man sagen, für alles Mögliche, nur nicht für Luftabwehrraketen, die die Amerikaner offensichtlich selbst benötigen, wenn sie sich auf neue militärische Aktionen gegen den Iran vorbereiten und sich darüber im Klaren sind, dass sie dabei auch Raketen aus ihren eigenen Arsenalen verbrauchen werden.

Das ist der Kern dieser Situation, die wir beobachten können, wenn wir über Donald Trumps Versprechen sprechen. Deshalb muss man diesen ständigen Äußerungen mit erheblicher Vorsicht begegnen und sich darüber im Klaren sein, wozu sie in Wirklichkeit gemacht werden.

Und natürlich wäre auch der Kontext interessant, ob der amerikanische Präsident seinen ukrainischen Amtskollegen bei ihrem jüngsten Treffen tatsächlich dazu aufgefordert hat, in die russische Hauptstadt zu reisen, um den Verhandlungsprozess wiederzubeleben. Diese Meldung der Agentur Bloomberg wurde zu einer echten Sensation, die sowohl russische als auch chinesische Propagandisten für ihre Absicht nutzten, zu demonstrieren, dass Trump die Idee einer Reise des ukrainischen Präsidenten in die russische Hauptstadt als einen legitimen Schritt betrachtet, der die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges ermöglichen könnte.

Und in dieser Situation verstehen wir sehr gut, wie gefährlich und unangebracht eine mögliche Unterstützung des Präsidenten der Vereinigten Staaten für Ideen aus dem Kreml erscheint, die im Grunde eine offene Verhöhnung des ukrainischen Präsidenten und der Ukrainer darstellen: der Vorschlag, nach Moskau zu reisen, damit die Ukraine vor Russland kapituliert.

Doch im Büro des Präsidenten der Ukraine wurde die Meldung dementiert, wonach Trump mit Zelensky über die Möglichkeit einer solchen Reise gesprochen habe. Und ich schließe nicht aus, dass es hier weniger darum geht, dass Trump Zelensky tatsächlich vorgeschlagen hat, für Verhandlungen mit Putin nach Russland zu reisen, als vielmehr darum, dass die Russen einen weiteren gezielten Informationsvorstoß genutzt haben, um Putins Idee einer Reise in die russische Hauptstadt als eine Idee zu legitimieren, die auch in den Vereinigten Staaten unterstützt werde und der man sich nicht werde entziehen können, wenn man in Kyiv tatsächlich über eine Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges nachdenkt.

Mit anderen Worten: Eine solche Beendigung könne nur zu Moskauer Bedingungen erfolgen. Und selbst Trump erkenne und unterstütze dies, wenn er dem ukrainischen Präsidenten als Reaktion auf die ständigen Aufforderungen des russischen Staatschefs und anderer Moskauer Funktionäre vorschlage, die russische Hauptstadt zu besuchen.


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Titel des Originals: Трамп знову обіцяє угоду | Віталій
Портников. 26.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 26.09.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Putin droht den baltischen Staaten | Vitaly Portnikov. 26.09.2026.

Der russische Präsident Putin betonte, er wisse von der Verletzung der Rechte der russischsprachigen Bevölkerung in den baltischen Staaten, Moskau beabsichtige jedoch nicht, einen Krieg gegen diese Länder zu beginnen, sondern werde mit anderen Methoden vorgehen.

Die Tatsache, dass Putin erneut die sogenannte Verfolgung der Russischsprachigen erwähnt hat, die einst eines der wichtigsten Themen der Moskauer Außenpolitik war, mit der Zeit jedoch dem Kampf gegen die Ukraine und den kollektiven Westen als solchen Platz gemacht hat, ist eine direkte Bedrohung für die baltischen Staaten, selbst wenn Putin gleichzeitig sagt, dass er nicht beabsichtige, Krieg gegen die baltischen Staaten zu führen. Denn wir haben vom russischen Präsidenten schon früher wiederholt gehört, dass er nicht beabsichtige, Krieg gegen die Ukraine zu führen. Doch diese Worte gingen stets mit Kritik an der ukrainischen Staatsführung einher, mit Erzählungen darüber, dass die Rechte der Russischsprachigen nicht geschützt würden und dass die russische Sprache und Kultur selbst in der Ukraine verfolgt würden. Putin bereitete sich auf den Krieg vor und schuf in der eigenen Gesellschaft den psychologischen Boden für dessen Beginn.

Etwas Ähnliches sehen wir auch bei den baltischen Staaten. Mehr noch. Ausgerechnet an dem Tag, an dem Putin die Frage zu den Problemen der Russischsprachigen beantwortete – offensichtlich eigens von seiner Administration inszeniert, denn zufällige Fragen gibt es auf den Pressekonferenzen des russischen Staatschefs nicht –, veröffentlichte die russische Propagandaagentur RIA Novosti einen Artikel auf ihrer Website und löschte ihn anschließend wieder. Darin wurde behauptet, die Russische Föderation brauche noch eine weitere militärische Spezialoperation, diesmal jedoch eine sehr kurze gegen die Republik Litauen. So kommentierte der Autor des Textes die Entscheidung des litauischen Parlaments, den atomwaffenfreien Status des Landes aufzuheben, wodurch Litauen theoretisch die Möglichkeit erhält, Atomwaffen anderer Mitgliedstaaten des Nordatlantischen Bündnisses auf seinem Territorium zu stationieren.

Litauen hat, wie wir verstehen, nichts Illegales und nichts gegen die Sicherheit der Russischen Föderation Gerichtetes getan. Russland hat vor Kurzem Atomwaffen auf dem Territorium der an Litauen angrenzenden Republik Belarus stationiert. Und der Diktator dieses Landes, die russische Marionette Lukaschenko, spricht ständig davon, dass diese Atomwaffen gerade gegen die Nachbarn seines Landes gerichtet werden könnten. Offensichtlich versuchen die Nachbarn, sich vor dem Wahnsinnigen in Minsk zu schützen. Umso mehr, als sie sich darüber im Klaren sind, dass Lukaschenko bereit ist, jede Laune seines Partners im Kreml zu erfüllen.

Aber wie wir verstehen, darf das, was Russland erlaubt sein kann, gleichzeitig dem Nordatlantischen Bündnis und seinen Mitgliedern nicht erlaubt sein. Und Putin nutzte die Abstimmung im litauischen Seimas, um seine Drohungen gegen die baltischen Staaten erneut zu verstärken und mit diesen Drohungen erneut zu versuchen, zumindest die Bereitschaft zur Unterstützung der Ukraine in den europäischen Ländern zu verringern.

Ich habe bereits mehrfach betont, dass gerade diese europäische Unterstützung den russischen Präsidenten verärgert, weil er darauf gesetzt hatte, dass nach den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten, nach dem Amtsantritt der Regierung Donald Trumps, die sich gegen weitere Hilfe für die Ukraine aussprechen würde, und nachdem der Verkauf von Waffen an die Ukraine nun mit europäischem Geld erfolgen würde, statt dass diese direkt aus den Vereinigten Staaten in die Arsenale der ukrainischen Armee gelangen, all dies dem Kreml die Möglichkeit geben würde, seine Offensive auszuweiten, weitere ukrainische Regionen zu besetzen, die ukrainische Infrastruktur zu zerstören und die Kapitulation unseres Staates vor dem grausamen Feind herbeizuführen.

Dieser Plan ist nicht aufgegangen, und Putin könnte der Ansicht sein, dass er gerade deshalb nicht funktioniert hat, weil die europäischen Länder ihre Hilfe für die Ukraine fortsetzen. Diese Länder also einzuschüchtern, alles Mögliche zu tun, damit die Hilfe für die Ukraine eingestellt wird, und anderen Europäern vor Augen zu führen, wozu schlechte Beziehungen zur Russischen Föderation führen können – das ist eines der wichtigen Instrumente in Putins Kampf gegen unseren Staat.

Nicht zufällig hat Russland vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ein regelrechtes Feuerwerk an Sabotageakten in den ostdeutschen Bundesländern veranstaltet, um den Wählern dort zu demonstrieren, wie ernst sich die Beziehungen Deutschlands zu Russland entwickeln können und dass man für diejenigen Politiker stimmen müsse, die sich gegen die Hilfe für die Ukraine und für neue Vereinbarungen mit Moskau, insbesondere in Energiefragen, aussprechen.

Und in dieser Situation bleiben natürlich die an Russland angrenzenden Länder, die baltischen Staaten, ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Auch deshalb, weil Moskau sie als ehemalige Sowjetrepubliken betrachtet, die sich der Westen zu Unrecht angeeignet und dank des Beitritts Lettlands, Litauens und Estlands zur NATO und zur Europäischen Union in seine Einflusssphäre verwandelt habe. Und es würde mich nicht wundern, wenn man heute in Moskau die künftigen Grenzen des eigenen Imperiums gerade innerhalb der Grenzen der ehemaligen Sowjetunion sieht und auch die von Stalin besetzten Staaten Lettland, Litauen und Estland in diese Grenzen der eigenen Wunschvorstellungen einbezieht.

Und das Thema der Schikanierung der russischsprachigen Bevölkerung ist bereits seit den 1990er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, unmittelbar nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit der baltischen Staaten, eines der wichtigen Themen geblieben, das dabei hilft, nicht zu vergessen, dass nicht nur jene ehemaligen Sowjetrepubliken, die zu ihrem eigenen Unglück Mitglieder der GUS wurden, sondern auch Lettland, Litauen und Estland, die diesem Staatenbund nie beigetreten sind, ebenfalls Ziele russischer Einflussnahme und einer möglichen russischen Invasion nach dem Vorbild von 1940 sind.

Wenn Putin also wieder beginnt, den baltischen Staaten zu drohen, sollte man dies nicht nur als propagandistisches Instrument betrachten, sondern auch als Ausdruck realer Ziele des russischen Staatschefs für die Zukunft – für jene Zukunft, die Wirklichkeit werden könnte, falls es Putin gelingen sollte, die Ukraine zu bezwingen.


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Titel des Originals: Путін погрожує країнам Балтії | Віталій
Портников. 26.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 26.09.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Trump und Xi: Bilanz des Besuchs | Vitaly Portnikov. 25.09.2026.

Der Besuch des Vorsitzenden der Volksrepublik China, Xi Jinping, in Washington – ein Staatsbesuch, übrigens der erste Fall in der Geschichte, dass ein und dieselbe Person aus China die Vereinigten Staaten zweimal zu einem Staatsbesuch besucht – lässt sich wohl kaum als ein Besuch bezeichnen, der zu irgendwelchen konkreten Ergebnissen in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China oder bei der Lösung globaler Probleme geführt hätte.

Der Besuch begann mit der unerwarteten Ankunft des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, am Flughafen von Washington, wo Xi Jinpings Flugzeug eintraf. Eine beispiellose Geschichte in der amerikanischen Protokollpraxis, die die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und seinem chinesischen Amtskollegen demonstrieren sollte.

Auch im weiteren Verlauf fand Xi Jinpings Aufenthalt in Washington in eben dieser demonstrativ freundschaftlichen und feierlichen Atmosphäre staatlicher Veranstaltungen und des Austauschs von Höflichkeiten statt. Doch was stand tatsächlich dahinter? Ist es Trump und Xi Jinping gelungen, sich wenigstens auf irgendetwas zu einigen?

Die Antwort lautet Nein. Ja, der Präsident der Vereinigten Staaten und der Vorsitzende der Volksrepublik China haben über Russlands Krieg gegen die Ukraine gesprochen. Das geht aus einer Erklärung des Außenministeriums der Volksrepublik China hervor, in der die Themen aufgezählt wurden, die im Mittelpunkt der Gespräche zwischen dem amerikanischen und dem chinesischen Staatschef standen.

Doch bei allen weltweiten Konflikten – Trump und Xi Jinping sprachen sowohl über die Situation mit dem Iran als auch über die Situation im Nahen Osten – vertreten der amerikanische Präsident und der chinesische Generalsekretär völlig gegensätzliche Positionen.

Denn wie bekannt ist, kauft gerade die Volksrepublik China sowohl von Russland als auch vom Iran Öl, was den Ajatollahs und Putin die Möglichkeit gibt, ihre Konfrontation mit der zivilisierten Welt fortzusetzen. Und wir haben keinerlei Anzeichen dafür gesehen, dass Trump bereit wäre, China an diesen Käufen zu hindern.

Mehr noch: Vor dem Aufenthalt des Vorsitzenden der Volksrepublik China in Washington einigten sich amerikanische und chinesische Beamte auf die sogenannte Handelswaffenruhe, also darauf, für weitere einige Monate keinerlei Sanktionen und Zölle einzuführen.

China wollte eine längere Frist, aber Trump beschäftigt sich derzeit, wie wir wissen, weniger mit Außenpolitik als mit Innenpolitik, nämlich mit den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress. Und bis dahin möchte der Präsident der Vereinigten Staaten nicht, dass ihm irgendwelche Fragen zusätzliche Schwierigkeiten bereiten.

Nach den Zwischenwahlen könnte er dagegen darauf hoffen, zu einer härteren Politik zurückzukehren, obwohl unbekannt ist, ob das geschehen wird und inwieweit ihm dafür die Hände frei sein werden, falls die Republikaner diese Wahlen verlieren. Xi Jinping versteht das übrigens sehr gut.

Auf der einen Seite ging Donald Trump also symbolisch bewaffnet mit dem sogenannten Graham-Gesetz in die Verhandlungen, das ihm erlaubt, Zölle von bis zu 100 Prozent auf Produkte aus Ländern zu verhängen, die Öl von Russland und dem Iran kaufen. Den Iran hat er diesem Gesetz übrigens eigens hinzugefügt. Auf der anderen Seite hat er keinerlei Möglichkeit, dieses Gesetz gegen die Volksrepublik China anzuwenden, weil er erstens bereits den Zollkrieg gegen Peking verloren hat und zweitens bereits eine Waffenruhe vereinbart wurde.

Und was soll Xi Jinping davon halten, der daran interessiert ist, gute Beziehungen zu Moskau und Teheran aufrechtzuerhalten und diese Regime bei ihrer Konfrontation mit dem Westen zu unterstützen?

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und den Vereinigten Staaten hängen ebenfalls davon ab, inwieweit die Vereinigten Staaten ohne chinesische Produkte und ohne chinesische Unterstützung auskommen können. Wie bekannt ist, hieß es vor dem Besuch, Trump sei daran interessiert, dass China seine Käufe amerikanischer Agrarprodukte erhöht, was ein großes Geschenk für republikanische Wähler gewesen wäre – für die Farmer, die ihre Produkte auf den chinesischen Märkten verkaufen.

Doch wir sehen keinerlei Anzeichen dafür, dass es ihm gelungen wäre, dies von Xi Jinping zu erreichen. Ebenso sehen wir keinerlei Anzeichen dafür, dass die Volksrepublik China bereit wäre, den Verkauf von Seltenen Erden an die Vereinigten Staaten zu erhöhen, die ebenfalls für die amerikanische Wirtschaft benötigt werden.

Gleichzeitig haben aber auch die Vereinigten Staaten keinen Wunsch erkennen lassen, die Beziehungen zu chinesischen Unternehmen auszubauen, die Donald Trump als ernsthafte Konkurrenten amerikanischer Unternehmer betrachtet. Und wie bekannt ist, betonte Trump in seinem Wahlkampf, dass er gerade die Lage der amerikanischen Industrie verbessern müsse.

Infolgedessen kamen die Chefs führender chinesischer Unternehmen eigenständig nach Washington, ohne Teil der von Xi Jinping zusammengestellten Delegation zu sein. Und das geschah offenbar gerade deshalb, weil die amerikanische Seite die chinesischen Industriellen nicht in dieser Delegation sehen wollte. Und ebenso wie die amerikanischen Industriellen befanden sich auch ihre chinesischen Kollegen in einer Art Schwebezustand, weil die Amerikaner nicht wussten, ob Xi Jinping mit ihnen sprechen wollte, und die Chinesen nicht wussten, ob Trump oder irgendein anderer Vertreter der Präsidialadministration mit ihnen sprechen wollte.

Und dabei gibt es dennoch eine ganze Reihe von Einwänden gegen diesen Besuch, denn sowohl unter den Demokraten als auch unter den Republikanern gibt es Menschen, die daran erinnern, dass Trump, der seinen Wahlkampf gerade auf die Konfrontation mit China aufgebaut hatte, nicht seine besonderen Beziehungen zum Vorsitzenden der Volksrepublik China hervorheben und den führenden Kommunisten der heutigen Welt mit solchem Prunk in Washington empfangen sollte. Und das ist ein Mensch, der ständig vom Kampf gegen Kommunisten spricht, nur dass er aus irgendeinem Grund amerikanische Demokraten zu Kommunisten erklärt und nicht darauf achtet, dass neben ihm der Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei steht, der, wie wir verstehen, weder seine Ansichten noch seine Ideologie verbirgt. Nun, darauf achtet er irgendwie nicht.

Das Paradoxe an dieser Situation besteht jedoch gerade darin, dass Donald Trump und Xi Jinping demonstrativ gute persönliche Beziehungen haben können, obwohl wir sehr gut verstehen, dass es sich dabei um gute persönliche Beziehungen vonseiten Trumps handelt, der autoritäre Staatschefs mag, während Xi Jinping den amerikanischen Präsidenten in Wirklichkeit womöglich nur verachtet. Aber auf die Beziehungen zwischen den Staaten hat das überhaupt keinen Einfluss. Und auch auf die Fähigkeit der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China, sich auf irgendetwas zu einigen, haben diese guten persönlichen Beziehungen zwischen dem Präsidenten und dem Vorsitzenden keinerlei ernsthaften Einfluss.

Gerade deshalb war Xi Jinpings Besuch in der amerikanischen Hauptstadt prunkvoll, aber völlig ergebnislos. Und das betrifft leider auch die Möglichkeit, Fortschritte in der Frage von Russlands Krieg gegen die Ukraine zu erzielen, sowie den Versuch, Xi Jinping dazu zu bringen, Einfluss auf seinen russischen strategischen Partner Putin zu nehmen.


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Titel des Originals: Трамп і Сі: підсумки візиту | Віталій
Портников. 25.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 25.09.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Putins Plan zur Vernichtung der Ukrainer | Vitaly Portnikov @gvlua. 25.09.2026.

Korrespondent. Es stellen sich wirklich viele Fragen. Beginnen wir wohl mit Trump und seinen aufsehenerregenden Äußerungen. Worauf hofft der Präsident der Vereinigten Staaten Ihrer Meinung nach, wenn er sagt, dass der Frieden zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine in diesem schrecklichen Krieg sehr nahe sei, wenn er Putin zum G20-Gipfel einlädt, also einen Menschen, den wir für einen Terroristen halten und von dem wir möchten, dass die ganze Welt ihn dafür hält, denn dafür gibt es Gründe – und nun gibt es wieder solche Gesten ihm gegenüber? Worauf könnte Trump hoffen? Lassen Sie uns darüber nachdenken.

Portnikov. Nun, Donald Trump sagt bereits seit anderthalb Jahren, dass der Frieden nahe sei. Ich verstehe nicht, worin sich die Äußerungen vom September 2026 von den Äußerungen, sagen wir, vom Januar oder Februar 2025 unterscheiden. Vielleicht hätte Donald Trump in diesen anderthalb Jahren einfach realistischer werden sollen, aber Trumps Äußerungen und seine tatsächliche Einstellung zur Situation können erheblich voneinander abweichen.

Für den Präsidenten der Vereinigten Staaten stehen jetzt die Zwischenwahlen an, und nichts beschäftigt ihn so sehr wie diese Zwischenwahlen. Die Frage des russisch-ukrainischen Krieges ist für ihn, denke ich, drittrangig gegenüber der Frage, ob die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat bekommen werden. Wie wir sehen, gibt es im Stab der Republikanischen Partei derzeit große Befürchtungen, dass sie die Kontrolle über den Senat verlieren könnten, was den Präsidenten der Vereinigten Staaten zwei Jahre vor dem Ende seiner Amtszeit schlicht zu einer lahmen Ente machen würde.

Denn beim Repräsentantenhaus ist das beinahe vorhersehbar. Und übrigens gelingt es einem Präsidenten der Vereinigten Staaten im zweiten Jahr seiner Amtszeit fast nie, dafür zu sorgen, dass seine Partei die Kontrolle über das Repräsentantenhaus behält. Solche Fälle gab es in der Geschichte nur sehr wenige. Der letzte Präsident der Vereinigten Staaten, der seine Präsidentschaft beendete, während seine Partei zugleich das Repräsentantenhaus kontrollierte, war noch Jimmy Carter in den fernen 1970er- und 1980er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten jedoch die Kontrolle sowohl über die eine als auch über die andere Kammer verliert, ist das bereits eine ernsthafte Herausforderung für seine Fähigkeit, das Land zu regieren, wenn Sie so wollen. Und natürlich ist das für Trump die wichtigste Frage.

Korrespondent. Aber schauen Sie: Wenn man selbst jetzt analysiert, was geschieht, insbesondere in New York, wo unter anderem Präsident Zelensky gesprochen hat, gibt es eine Einladung an Putin zum G20-Gipfel. Man weiß nicht, ob er hinfahren wird, aber die Einladung gibt es. Gleichzeitig erfolgt diese Einladung vor dem Hintergrund eines der massivsten Angriffe auf Kyiv. Im Grunde ist das eine gewisse Legitimierung. Also: „Okay, Putin, du kannst zuschlagen, aber wir wollen trotzdem, dass du nicht nur zu uns zum G20-Gipfel kommst, sondern dich auch nicht nur mit mir, Trump, unterhältst, sondern auch mit anderen Staats- und Regierungschefs, mit denen du, Putin, dich vielleicht gerne unterhalten würdest.“ Ob diese sich gerne mit ihm unterhalten würden, ist eine andere Frage, aber aus Trumps Mund klingt es dennoch genau so. Und das wirkt wie eine Art Freibrief.

Die Russen wiederum sagen durch Lawrow und durch andere ihrer Sprecher: „Wir sind nicht bereit, die Angriffe einzustellen, solange die Verhandlungen laufen.“ Nun, es entsteht der Eindruck, dass man ihnen gerade grünes Licht dafür gibt, die Ukraine anzugreifen, und was die Verhandlungen betrifft – nun, als wäre das Ergebnis gar nicht das Wichtigste, wichtig sei der Prozess. Was aber am Ende dieses Prozesses stehen wird, ist unklar.

Portnikov. Sehen Sie, das sind zwei unterschiedliche Konzepte des Herangehens. Donald Trump hält am Konzept des Dialogs fest. Die Vertreter seiner Regierung sind gezwungen, dieses Konzept zu verteidigen. Wir haben das von Außenminister Marco Rubio gehört. Dieses Konzept hält der Überprüfung durch die Realität nicht stand. Wenn Treffen mit Menschen stattfinden, die man im Grunde ignorieren sollte, erreicht man keinerlei reale Ergebnisse. Das betrifft übrigens nicht nur Putin. Jared Kushner hat sich, wie wir wissen, nicht nur mit Putin getroffen. Er und Witkoff haben sich mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi getroffen. Ein weiteres Treffen fand in New York statt. Kushner selbst traf sich mit dem Anführer der Hamas. Nun möchte ich Sie fragen: Hat der Iran nach diesen Gesprächen die Blockade der Straße von Hormus beendet? Hat sich die Hamas nach diesem Treffen mit Kushner entwaffnet?

Die Sache ist die: In autoritären Regimen und totalitären terroristischen Organisationen wird jeder Versuch eines Dialogs als Zeichen von Schwäche wahrgenommen. Wenn jemand mit dir reden will, glaubst du, dass du deinen Gegner endgültig bezwingen kannst. Es ist so, als befändest du dich mit einem Wahnsinnigen in einem Raum. Wenn du versuchst, ihn zu überzeugen, zu ihm durchzudringen, auf seine Sorgen und Probleme einzugehen, sieht er darin deine Schwäche und versteht, dass er dich früher oder später brechen wird. Er hat einfach noch nicht genügend Druck ausgeübt. Wenn er dagegen sieht, dass du ihn ignorierst oder versuchst, Widerstand zu leisten, beginnt er darüber nachzudenken, wo er einen Fehler gemacht hat, weshalb er sein Opfer nicht brechen konnte. Das ist eine völlig andere Geschichte.

Deshalb trifft Trumps im Grunde völlig lebensuntaugliches Konzept auf Putins Konzept: Wenn jemand mit dir redet, musst du härter zuschlagen. Und übrigens haben Präsident Biden und seine Regierung das verstanden. Nicht zufällig brachen sie im Februar 2022 jegliche Kommunikation mit Putin ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Präsident Biden versucht, den Dialog mit dem russischen Präsidenten in verschiedenen Formaten fortzusetzen. Doch als er sah, dass er aus welchen Gründen und bei welchen Fragen auch immer nicht zu ihm durchdringen konnte, hörte er schlicht auf, mit ihm zu reden.

Und die europäischen Staats- und Regierungschefs taten dasselbe. Sie versuchten bis zum letzten Moment, mit Putin zu sprechen. Sie erinnern sich, wie viele Anstrengungen der französische Präsident Emmanuel Macron in den Dialog mit Putin investierte. Wie lange er versuchte, ihn zu überzeugen, wie lange er versuchte, ihn in die Realität zurückzuholen und ihm die Folgen irgendwelcher gewaltsamen Schritte vor Augen zu führen. Aber sobald klar wurde, dass all das nicht funktionierte, brachen sie die Kontakte sofort ab. Danach gab es keine ernsthaften diplomatischen Kontakte mehr, weil sie verstanden hatten, dass jeder Kontakt ein Zeichen von Schwäche ist.

Und übrigens denke ich, dass der Höhepunkt all dieser Bemühungen der Moment war, als der damalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett nach Russland reiste, im Grunde auf Bitten der ukrainischen Führung, als Vermittler, um zu fragen, was man tun könne, um den Krieg zu beenden. Solche Versuche wurden in den ersten Kriegswochen noch unternommen. Und er fragte Putin ganz direkt, was er Präsident Zelensky und der ukrainischen Führung ausrichten solle. Und Putin sagte ihm ziemlich einfache und verständliche Worte, die für jeden im Westen, für jeden, der in der Ukraine lebt, und für jeden, der auf die Perspektiven dieses Krieges und die Absichten des russischen Präsidenten blickt, als Wegweiser dienen sollten. „Richten Sie ihnen aus“, sagte Putin, „dass ich sie vernichten werde.“

Das ist alles, was man über die strategischen Absichten des Präsidenten der Russischen Föderation, über die diplomatischen Bemühungen und über den Friedensprozess wissen muss. Putin bleibt Anhänger dieses Konzepts und sucht lediglich nach verschiedenen Wegen, die Ukraine zu vernichten. Dazu gehören terroristische Angriffe auf ukrainische Städte und die Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur. Dazu gehören diplomatische Bemühungen, um bis zum Ende der Amtszeit Donald Trumps Zeit zu schinden. Dazu gehören Angriffe auf Europa und die Unterstützung ultrarechter Kräfte, die bereit sein werden, sich mit Moskau zu verständigen.

Putin hat eine Strategie zur Vernichtung der Ukraine – eine Strategie, keine Taktik –, die er konsequent in die Tat umsetzt, ohne auch nur eine Minute zu zögern und ohne auch nur eine Minute innezuhalten. Diese Strategie wurde ausgearbeitet, nachdem der Blitzkrieg gescheitert war. So funktionieren Staatsapparate in totalitären Staaten generell. „Der Blitzkrieg ist gescheitert, also haben wir eine Sitzung oder eine Reihe von Sitzungen des Sicherheitsrates der Russischen Föderation abgehalten, Berichte vom Russischen Institut für Strategische Studien, von den Analysten des Auslandsgeheimdienstes und des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation erhalten. Und wir haben ihnen eine einzige Frage gestellt: Wie muss die Strategie zur Vernichtung der Ukraine aussehen? Denn das ist die Aufgabe des Oberbefehlshabers, Putins Aufgabe. Wie muss die Armee handeln, wie müssen die Geheimdienste handeln? Wie muss die Diplomatie handeln? Und wir alle marschieren wie eine einzige Kolonne im Rahmen dieser Strategie der Vernichtung.“

Und wenn wir verstehen, dass sich diese Strategie nicht ändern wird, dann hätten unsere Illusionen bereits 2022 enden müssen. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir dieser Strategie entgegentreten können. In der Militärgeschichte gibt es eine Million Beispiele dafür, wie eine Armee irgendwohin marschierte, in einer Kolonne, wie wir aus den Schulbüchern wissen, sich etwa in Keilformation formierte oder sich irgendwie anders aufstellte und immer von ihrem Erfolg überzeugt war, wenn sie sich so formierte. Und andere Armeen, modernere, mobilere, beweglichere, vielleicht sogar kleinere, fügten einer solchen Truppenformation eine derart vernichtende Niederlage zu, dass die gesamte Strategie, der gesamte Ansatz zusammenbrach. Und darüber müssen wir nachdenken, während wir die ganze Zeit über etwas diskutieren, das nicht geschehen wird.

Ich höre ständig diese Gespräche: „Eigentlich dachten wir, wir schlagen gegen Russland zu, und dann werden sie Verhandlungen zustimmen. Wie müssen wir sie treffen, damit sie Verhandlungen zustimmen?“ Gar nicht. Keine ukrainischen Angriffe werden zu Verhandlungen führen. Ganz gleich, wie wir sie treffen. Denn für sie sind wir keine Verhandlungspartei. Für sie sind wir eine aufständische Provinz, die man unterwerfen oder zerstören muss. Wenn wir ihnen jedoch die Möglichkeiten nehmen, das zu tun, wenn sie kein Geld haben, wenn sie nicht über genügend Truppen verfügen, dann wird sich ein Tunnel auftun, an dessen Ende wir irgendwann Licht sehen werden.

Aber das muss ein durchdachter, realistischer Ansatz sein, der die Hoffnung ausschließt, dass ein hypothetischer Zelensky irgendwann einen hypothetischen Putin treffen wird. Das wird nicht geschehen. Ganz gleich, wie oft Zelensky darüber spricht und wie blasphemisch Putin ihn nach Moskau einlädt: Wir haben die Station hinter uns gelassen, an der der russische Präsident mit dem ukrainischen Präsidenten über Frieden hätte sprechen können. Das wird nicht geschehen, und das muss man sich klar bewusst machen, statt sich etwas auszudenken.

Korrespondent. Biden und seine Regierung haben seinerzeit verstanden, dass man mit Putin nicht reden kann, Macron ebenfalls, und im Grunde sind auch die europäischen Staats- und Regierungschefs zu diesem Schluss gekommen. Versteht Trump tatsächlich nicht, dass man mit Diktatoren keine Vereinbarungen treffen kann? Oder ist das auf dieser Etappe einfach seine Strategie? Besonders jetzt, wo die Zwischenwahlen bevorstehen und die Ergebnisse möglicherweise nicht so ausfallen werden, wie sie hoffen.

Portnikov. Er versteht es tatsächlich nicht. Er ist Immobilienmakler. Stellen Sie sich einmal einen Immobilienmakler vor, der nicht mit Ihnen spricht. Sie wollen eine Wohnung kaufen – oder gut, nehmen wir ein logischeres Beispiel. Sie wohnen bereits in dieser Wohnung, Sie mieten sie und haben einen Mietvertrag, aber Sie machen dort etwas kaputt, zerschlagen Geschirr, benehmen sich schlecht, haben irgendwelche Farbe auf dem Boden verschüttet. Wie stellen Sie sich das vor? Der Immobilienmakler wird nicht mit Ihnen reden? Wenn er Sie nicht hinauswerfen kann, wenn er keine Möglichkeit hat, Sie aus dieser Wohnung zu bekommen, wird er anfangen, mit Ihnen zu reden. „Die Farbe muss entfernt werden, Sie müssen Schadenersatz leisten, Sie müssen genau so einen Kronleuchter kaufen wie den, den Sie bei Ihrem Ausraster zerschlagen haben. Lassen Sie uns darüber reden. Vielleicht möchten Sie, dass wir dieses Problem gemeinsam lösen? Na gut, versuchen wir es gemeinsam, ich sage Ihnen, wo Sie den Kronleuchter kaufen können. Erstatten Sie 75 Prozent, wenn Sie in dieser Wohnung weiterhin in Ruhe leben wollen. Andernfalls werden wir Ihnen Probleme bereiten, Ihnen irgendwelche Schwierigkeiten machen. Wir tauschen die Schlösser an der Eingangstür zum Haus aus.“ Das ist ein Dialog mit einem Immobilienmakler, nicht mit einem Politiker.

Nun, was soll man machen? Sehen Sie denn nicht, dass all diese Gespräche von Immobilienmaklern geführt werden? Alle Menschen, die auf amerikanischer Seite tatsächlich an diesem Verhandlungsprozess beteiligt sind, sind keine Berufspolitiker; auf ukrainischer Seite sind es ebenfalls keine Berufspolitiker, jedenfalls größtenteils die Menschen, die tatsächlich miteinander sprechen – Dawyd Arachamija oder wer auch immer aus der Ukraine. Auf russischer Seite sind es professionelle Tschekisten, die weniger über Politik sprechen, als schlicht die Wünsche ihres Chefs auszuführen. Nun, das ist kein diplomatischer Prozess.

Wir denken die ganze Zeit: Das ist wahrscheinlich irgendein diplomatischer Prozess, wie ihn etwa Henry Kissinger geführt hat. Nun, entschuldigen Sie bitte: Henry Kissinger war Universitätsprofessor, Politikwissenschaftler, der Dutzende Bücher geschrieben hatte, der sich mit Machiavelli beschäftigt hatte, mit Metternich, der ein umfangreiches Buch über Metternich und dessen Führungsstil geschrieben hatte. Wir können irgendwelche Einwände gegen Kissinger haben. Ich habe immer Einwände gegen Kissinger und gegen seine Auffassung von der Rolle der Vereinigten Staaten, aber ich kann ihm absolute fachliche Kompetenz nicht absprechen. Und die Menschen, mit denen Kissinger arbeitete, Präsident Richard Nixon oder Präsident Gerald Ford, waren Berufspolitiker. Sie hatten ihr Leben der Politik gewidmet. Auch sie konnten sich irren, sie konnten, wie Nixon, in ihrer Haltung zur Politik Zyniker sein, aber sie verstanden, wie politische Mechanismen funktionieren.

Hier dagegen haben wir es mit Menschen zu tun, die das nicht verstehen, während diejenigen im Umfeld des einen, des zweiten oder des dritten Präsidenten, die es verstehen, gezwungen sind, sich dumm zu stellen, damit sie nicht hinausgeworfen werden. Sie sind gezwungen, die Weltsicht ihres Chefs zu unterstützen. Diese ist jeweils unterschiedlich. Ich muss Ihnen sagen, dass sich der Präsident der Ukraine nach meiner Einschätzung auf dieser Skala des Lebens in einer erfundenen Welt in einer besseren Lage befindet als Präsident Trump und Präsident Putin. Wenn man diese drei erfundenen Welten nimmt und fragt, wie weit die erfundene Welt von Präsident Zelensky von der Realität entfernt ist, dann liegt Zelenskys Welt näher an der Realität als die Welt von Präsident Trump und Präsident Putin.

Aber auch er befindet sich trotzdem nicht in der Realität. Es ist immer noch eine Welt außerhalb der Realität, nur eben näher an ihr. Und wir haben noch eine Chance, diese Welt irgendwie zu verschieben, diese Kapsel, in der sich Zelensky befindet, näher an die Realität zu rücken. Bei Trump und Putin gibt es diese Möglichkeit überhaupt nicht.

Korrespondent. Welcher der Staats- und Regierungschefs der Welt ist dann gegenwärtig dem Verständnis der Realität am nächsten? Vielleicht der chinesische Staatschef?

Portnikov. Nein, der chinesische Staatschef befindet sich auf dem Weg zu irgendeinem weiteren strategischen Fehler. Wir werden sehen, welche Ergebnisse der Besuch haben wird. Wir wissen nicht, wo der Vorsitzende der Volksrepublik China steht und wie realistisch er ist. Sagen wir es so: Auf dem letzten Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas wurde eine Militärkommission des Zentralkomitees der Partei gebildet, die praktisch vollständig aus Generälen bestand, die sich mit der Taiwan-Frage beschäftigt hatten. Und alle gingen davon aus, dass diese Militärkommission einen Angriff auf Taiwan vorbereiten sollte. Jetzt gibt es diese Militärkommission schlicht nicht mehr. Sie wurde vollständig verhaftet, hinausgeworfen, in den Ruhestand versetzt, steht unter Ermittlungen. Es gibt sie einfach nicht mehr.

Das ist eine erstaunliche Sache. Das heißt, wir wissen jetzt nicht, welche Absichten Xi Jinping in Bezug auf China hat, wenn wir von solchen Personalentscheidungen ausgehen. Aber wir verstehen, dass die Schwäche der Vereinigten Staaten Xi Jinping dazu verleiten könnte, über irgendwelche strategisch wichtigen Entscheidungen hinsichtlich der Rolle der Volksrepublik China in der Taiwan-Frage oder sogar in der Frage der Philippinen nachzudenken. Das werden wir sehen. Ich kann Ihnen im Moment nicht sagen, wo Xi Jinpings Realität liegt. Ich bin generell der Ansicht, dass ein Mensch, der an der Spitze einer kommunistischen Partei steht, nicht in der Realität leben kann. Daran glaube ich nicht.

Korrespondent. Aber dann stellt sich heraus, dass unser gesamter Planet im Grunde überwiegend von Menschen regiert wird, die sich, sagen wir, vielleicht nicht unbedingt weit von der Realität entfernt befinden – nehmen wir die europäischen Staats- und Regierungschefs –, aber sie haben andere Probleme. Merz hat die AfD, Macron den Machtverlust. Es stellt sich heraus, dass einfach alle, die derzeit die wichtigsten Länder führen, auf denen unsere Weltordnung beruht, sich jeweils in irgendeiner eigenen Welt befinden. Ich drücke mich einmal diplomatisch aus.

Portnikov. Bundeskanzler Friedrich Merz befindet sich in der Realität. Es ist nur eine unerfreuliche Realität. Der französische Präsident Emmanuel Macron befindet sich in der Realität. Er bereitet sich tatsächlich einfach auf das Ende seiner Amtszeit vor. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk befindet sich in der Realität. Ob sich der polnische Präsident Karol Nawrocki in der Realität befindet, ist bereits eine andere Frage. Ob sich der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar in der Realität befindet? Ich bin mir nicht sicher, inwieweit ihn die Realität überhaupt interessiert oder ob er die ungarische Realität nach seinen eigenen Vorstellungen gestaltet.

Man kann also jeden Politiker einzeln analysieren. Das Problem besteht jedoch darin, dass die neuen Informationstechnologien die Besonderheit haben, Menschen an die Macht zu bringen, die weit von der Realität entfernt sind, und die Wähler dazu zu bringen, für solche Menschen zu stimmen und ebenfalls in einer Welt ihrer eigenen Illusionen zu leben. Das ist eine unausweichliche Tatsache unseres Lebens. Leider ist es tatsächlich so. Aber es gibt doch eine Realität, wenn Sie die Explosion einer russischen Rakete hören. Ist das etwa keine Realität? Wenn Sie eine russische Drohne sehen – ist das keine Realität? Wenn Sie einen getöteten ukrainischen Soldaten oder ein getötetes ukrainisches Kind sehen, dann ist das alles Realität.

Korrespondent. Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky befindet sich, wie Sie sagten, nicht ganz in der Realität, weil er all diesen Gesprächen zustimmt, unter anderem mit Trump, weil er glaubt, dass wir intern irgendwelche Vereinbarungen treffen können?

Portnikov. Nein, ich denke, wenn Präsident Zelensky Gesprächen mit Trump zustimmt, befindet er sich gerade in der absoluten politischen Realität, denn er versteht, dass er Trump, wenn er nicht mit ihm spricht, nicht von irgendwelchen Zugeständnissen zugunsten Putins abhalten kann. Ich denke, wir sollten die beharrliche diplomatische Arbeit würdigen, die Volodymyr Zelensky gegenüber Donald Trump leistet, insbesondere nach diesem Skandal im Oval Office. Ich verstehe, wie schwer es gewesen sein muss, sich selbst zu überwinden, diesen ganzen Schrecken danach durchzustehen und Beziehungen zu einem Menschen aufzubauen, der ständig auf den Bildschirmen zu sehen ist und erzählt, wie genial er ist – gerade auch angesichts von Zelenskys Ego. Deshalb sollten wir ihm für den Aufbau der Beziehungen zu Donald Trump danken. 

Der Mangel an Realität in Zelenskys Denken hängt nicht damit zusammen, wie geschickt er seine Kontakte zu Trump gestaltet, indem er die Schwächen des amerikanischen Staatschefs ausnutzt, und wie er dabei keinerlei Zugeständnisse bei, wie ich sagen würde, völlig abwegigen Vorschlägen aus Washington macht. Nach dem Motto: „Greift ihr die russische Energiewirtschaft nicht an, und die Russen sollen machen, was sie wollen.“

Aber da gibt es eben auch die Realität seiner Vorstellungen von Putin: dass Putin zu irgendetwas bereit sei, dass man Putin nur in einen bestimmten Zustand bringen müsse, wissen Sie, in dem Putin mit ihm reden wird. Genau dazu würde ich sagen, dass es eine falsche Einschätzung von Putins Reaktion auf ukrainische Handlungen gibt, die aus einem mangelnden Verständnis seiner Persönlichkeit und seiner Absichten resultiert. Mit Trump dagegen läuft bei Zelensky gerade alles hervorragend.

Korrespondent. In einem Ihrer früheren Interviews, nicht für unseren Sender, sondern für unsere Kollegen, haben Sie etwas gesagt, das ich interessant fand und das mich jetzt zu meiner nächsten Frage bringt. Sie sagten sinngemäß, dass das, was 2022 geschah, als Russland mit seiner groß angelegten Aggression in die Ukraine einmarschierte, gewissermaßen die umgekehrte Situation gegenüber 1938 gewesen sei, als die Tschechoslowakei zugunsten Deutschlands aufgeteilt wurde. Damals war Chamberlain der Regierungschef Großbritanniens. Die Vereinigten Staaten mischten sich damals nicht so ein wie heute.

Biden dagegen verhielt sich völlig anders, geradezu spiegelbildlich anders. Er ließ eben nicht zu, dass der Aggressor die Ukraine aufteilte oder die gesamte Ukraine eroberte, und veränderte damit im Grunde die Weltgeschichte. Gleichzeitig sehen wir meiner Ansicht nach jetzt eine spiegelbildliche Situation: Während sich die Staats- und Regierungschefs zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zunächst nicht entschlossen genug gegenüber Hitler verhielten, änderte sich die Lage dann ab 1940/41 – Großbritannien hatte einen neuen Premierminister, Amerika schaltete sich ein und so weiter und so fort. Alle begannen, dem faschistischen Regime Deutschlands entgegenzutreten. Jetzt dagegen entsteht der Eindruck, dass sich alles in die entgegengesetzte Richtung zurückentwickelt.

Das heißt, zunächst unterstützten die Vereinigten Staaten die Ukraine entschlossen, und jetzt sagt Trump bereits: „Nun, mit Putin muss man sich verständigen, mit ihm muss man im Grunde befreundet sein.“ In Deutschland kommt die AfD an die Macht – nun, sie ist noch nicht an die Macht gekommen, könnte es aber. Das ist eine Partei, die Putin unterstützt. Marine Le Pen, die ebenfalls in Frankreich an die Macht kommen könnte, hat heute, buchstäblich irgendwann kurz vor Beginn unserer Aufzeichnung, erklärt, Frankreich habe kein Geld mehr, um der Ukraine zu helfen. Nun, es entsteht der Eindruck, dass sich bei uns alles verändert. Und während die Welt im Verlauf des Zweiten Weltkriegs die ganze Unheilskraft des faschistischen Regimes immer besser verstand, scheint es jetzt umgekehrt zu sein.

Portnikov. Wissen Sie, das sind unbekannte Gewässer. Wir wissen nicht, was geschieht, nachdem man einem Diktator Nein sagt und er für lange Zeit in einem solchen, sagen wir, lokalen Krieg stecken bleibt. Ist er danach zu einer Eskalation auf höherer Ebene fähig? Ist er physisch dazu fähig, technologisch dazu fähig? Denn wenn die Tschechoslowakei Hitler 1938 aufgehalten hätte, wäre das für sie natürlich sehr schwer gewesen, aber auch für Hitler wäre es sehr schwer gewesen, den Zweiten Weltkrieg in dem Ausmaß zu beginnen, in dem er ihn begonnen hat. Und sagen Sie mir übrigens: Hätte es dann den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt gegeben, der den Weg für den Angriff auf Polen und, sagen wir, für den Angriff auf Finnland freigemacht hat? All das hätte es möglicherweise nicht gegeben.

Ja, und auch hier sind viele Dinge, die Putin zugutegekommen wären, wenn man sich 2021/2022 mit ihm verständigt hätte, bereits nicht eingetreten. Russland selbst verfügt nicht mehr über das Potenzial, das es 2021/2022 hatte. Und vor allem verfügt es nicht mehr über dieses Abschreckungspotenzial der Angst. Sie erinnern sich doch daran, dass die russische Armee 2022 als die zweitstärkste Armee der Welt wahrgenommen wurde. Und man glaubte, sie könne innerhalb weniger Tage alle Aufgaben in Bezug auf die Ukraine lösen. Heute glaubt das niemand mehr. Heute wird das Territorium der Russischen Föderation selbst von ukrainischen Drohnen und sogar ukrainischen Raketen getroffen. Und nichts geschieht.

Obwohl also gleichzeitig nach Wegen für Vereinbarungen gesucht wird, die zu nichts führen, gibt es auch jenes Potenzial nicht mehr, das vorhanden gewesen wäre, wenn man die Ukraine Putin sofort überlassen hätte – eine Gefahr, die immer bestand. Sie verstehen doch, dass Donald Trump, wenn er sagt: „Wenn ich Präsident gewesen wäre, hätte es diesen Krieg nicht gegeben“, genau das meint: dass er einen Weg zu einer Vereinbarung mit Putin gefunden hätte, der dazu geführt hätte, dass ukrainische Interessen preisgegeben worden wären, es dafür aber auch keinen großen Krieg gegeben hätte, weil es möglicherweise die Ukraine selbst in der Form, in der wir sie kennen, nicht mehr gegeben hätte.

Korrespondent. Aber wenn wir uns schließlich an die ersten Wochen der groß angelegten Invasion der Russischen Föderation erinnern, gab es auf der einen Seite eine starke Unterstützung durch die Vereinigten Staaten und Europa. Auf der anderen Seite erinnern wir uns daran, wie die amerikanische Botschaft nach Lwiw umzog und die Mitarbeiter der Botschaft zum Übernachten, wenn ich mich nicht irre, nach Rzeszów fuhren. Das heißt, sie arbeiteten nur tagsüber in Lwiw. Dieser Ausgang wurde also zumindest als durchaus realistisches Szenario betrachtet: dass die Ukraine und die ukrainische Staatsführung in der Form, in der sie 2022 existierten, aufhören könnten zu existieren.

Portnikov. Ja, natürlich. Und gerade weil das nicht geschehen ist, hat sich die gesamte geopolitische Weltlage verändert, und selbst das Gespräch zwischen Trump und Xi Jinping findet unter den Bedingungen dieser veränderten geopolitischen Lage statt.

Korrespondent. Das Gespräch zwischen Trump und Xi Jinping. Glauben Sie, dass es für die Ukraine irgendeine Bedeutung haben könnte?

Portnikov. Das glaube ich nicht. Ich denke, die russisch-ukrainische Frage steht insgesamt eher an zweiter oder dritter Stelle dessen, was sie dort erörtern. Sie haben auch ohne dieses Thema genügend Gesprächsstoff. Es gibt viele problematische Fragen. Trump braucht China dazu, amerikanische Agrarprodukte zu kaufen. Das wäre für ihn vor den Zwischenwahlen ein Geschenk. Trump braucht China dazu, die Lieferungen von Seltenen Erden für die amerikanische Wirtschaft zu erhöhen. Xi Jinping braucht die Vereinigten Staaten dazu, Taiwan und die Philippinen nicht mit Waffen zu beliefern. Sie müssen die Situation rund um künstliche Intelligenz und die Konkurrenz zwischen amerikanischen und chinesischen Unternehmen erörtern. Dort gibt es also strategische Fragen. Inwieweit sich Trumps Interesse daran, dass Xi Jinping Einfluss auf Putin nimmt, auf ihre Gespräche auswirken kann, ist natürlich wichtig, aber das ist eindeutig keine Frage ersten und nicht einmal zweiten Ranges bei diesen Verhandlungen.

Korrespondent. Wenn wir also zusammenfassen, vielleicht auch diesen Monat September – dies ist bereits unsere letzte Sendung im September, nächste Woche am Donnerstag ist schon Oktober –, dann hat der September zumindest in den Medien gewisse Hoffnungen darauf geweckt, dass irgendein Verhandlungsprozess beginnen könnte. Obwohl Sie gerade auch in unseren Sendungen sehr häufig gesagt haben, dass all das Illusionen seien, die nur sehr selten etwas mit der Realität zu tun hätten. Jetzt stehen wir zumindest vor einem sehr schwierigen Winter, in dem wir mit der Russischen Föderation gegenseitig Angriffe führen werden, und bis zum Winter – Zelensky sagte ja: „Wir wollen das bis November oder Dezember beenden“ – besteht im Grunde kaum noch Hoffnung darauf. Was für einen Winter erwarten Sie also in nächster Zeit?

Portnikov. Das wird davon abhängen, ob es gelingt, in irgendeiner Form eine Energiewaffenruhe zu erreichen oder nicht, und davon, wie wir uns tatsächlich auf den Winter vorbereitet haben, im Bewusstsein der Gefahr russischer Angriffe.

Korrespondent. Apropos Energiewaffenruhe: Wie hoch sind Ihrer Ansicht nach die Chancen, dass sie umgesetzt wird?

Portnikov. Ich denke, dass die Russen sie brauchen, aber ich weiß nicht, wie realistisch Putin die Lage einschätzt. Kirill Dmitrijew befindet sich gerade in den Vereinigten Staaten und erörtert diese Fragen mit den Amerikanern. Es gibt gewisse Gerüchte über ein trilaterales Treffen, obwohl man es in Kyiv nicht bestätigt. Sie verstehen, bei uns ist es jetzt bereits Abend, der Arbeitstag geht zu Ende. In den Vereinigten Staaten ist er praktisch noch in vollem Gange. Deshalb könnte es in der Nacht noch irgendwelche Nachrichten geben, von denen wir beide jetzt noch nichts wissen. Aber inwieweit Putin Dmitrijew überhaupt den Auftrag gegeben hat, über eine Energiewaffenruhe zu sprechen, oder ob er im Gegenteil den Amerikanern nur etwas vormachen soll, ist bereits die nächste Frage, auf die wir in diesen Tagen eine Antwort bekommen werden. In jedem Fall sehen wir, dass die Russen an einer Fortsetzung des Dialogs interessiert sind. Und das ist bereits ein wichtiger Punkt.

Korrespondent. Zum Abschluss unseres Gesprächs: Glauben Sie, dass Putin zum G20-Gipfel fahren wird?

Portnikov. Im Moment sehe ich für Putin keine Notwendigkeit, zu diesem Treffen zu fahren, weil es seine Isolation von der westlichen Welt unterstreichen würde. Schließlich trifft er alle, mit denen er sich dort treffen könnte – mit Ausnahme von Präsident Trump –, ohnehin bei verschiedenen Gipfeltreffen, etwa bei den BRICS oder anderen Zusammenkünften. Die europäischen Staats- und Regierungschefs werden sich ohnehin nicht mit ihm treffen und sich nicht mit ihm fotografieren lassen, sondern ihn boykottieren. Solche Demütigungen überlässt er normalerweise Lawrow. Aber wir wissen nicht, wie man in Moskau derzeit die Idee beurteilt, den Dialog mit Trump weiterführen zu müssen. Das wird übrigens auch von den Ergebnissen der Zwischenwahlen abhängen. Vielleicht werden sie sich danach in dieser Frage entscheiden.


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Art der Quelle: Interview
Titel des Originals: Путінський план знищення українців |
Віталій Портников @gvlua. 25.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 25.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Neue Verhandlungen in den USA | Vitaly Portnikov. 24.09.2026.

Putins Vertreter Kirill Dmitrijew ist in die Vereinigten Staaten gereist, um die Verhandlungen mit den Sonderbeauftragten von Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, sowie mit anderen amerikanischen Beamten und Geschäftsleuten fortzusetzen. Es gibt sogar Berichte darüber, dass in den Vereinigten Staaten ein trilaterales Treffen zwischen Vertretern der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine stattfinden könnte. Allerdings wird die Möglichkeit solcher Verhandlungen vom Büro des ukrainischen Präsidenten bislang nicht bestätigt.

Wie bekannt ist, könnte das Hauptthema solcher Konsultationen, falls sie stattfinden, ebenso wie der Gespräche Dmitrijews selbst, nicht die Beendigung des Krieges als solche sein. Dmitrijew hat schlicht keine Befugnis, darüber zu sprechen. Vielmehr könnte eine Energiewaffenruhe zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine derzeit vielleicht das Einzige sein, woran Russland angesichts der anhaltenden ukrainischen Angriffe auf Ölraffinerien und andere Energieinfrastruktur der Russischen Föderation interessiert sein könnte.

Und den Russen scheint bereits klar zu sein, dass der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, die Ukraine nicht dazu zwingen können wird, die Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation einseitig einzustellen. Und dies könnte tatsächlich zum Gegenstand von Verhandlungen werden, sobald man im Kreml aufhört, auf einen solchen Druck des amerikanischen Präsidenten auf seinen ukrainischen Amtskollegen zu hoffen.

Wie bekannt ist, hat das jüngste Treffen zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine, das am Rande der UN-Generalversammlung in New York stattfand, zu keinerlei Veränderungen im Zusammenhang mit den ukrainischen Angriffen geführt. Mehr noch: Präsident Volodymyr Zelensky sagte, er habe der Idee einer einseitigen Einstellung der Angriffe auf die russische Ölindustrie nicht zugestimmt, unterstütze jedoch eine beiderseitige Waffenruhe.

Und unter diesem Gesichtspunkt könnte es logisch erscheinen, dass Dmitrijew in die Vereinigten Staaten gekommen ist, um gerade eine solche Variante einer Änderung der russischen Taktik zu erörtern. Das allerdings nur, wenn man davon ausgeht, dass der russische Präsident Putin tatsächlich befürchtet, die ukrainischen Angriffe auf den russischen Ölraffineriekomplex könnten die Lage in der russischen Wirtschaft erheblich verändern und sich auf die soziale Stabilität Russlands sowie auf die Möglichkeit auswirken, den russisch-ukrainischen Krieg überhaupt fortzusetzen.

Wir haben wiederholt Situationen beobachtet, in denen Putin gerade im Hinblick auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Russischen Föderation völlig unlogisch handelte und im Grunde sämtliche Bemühungen, die russische Wirtschaft zu treffen, als zweitrangig gegenüber den russischen Angriffen auf die Ukraine betrachtete.

Bei autoritären Regimen ist das immer so. Wir haben das sowohl am Beispiel Russlands als auch am Beispiel Irans gesehen. Sie glauben, dass ihre Widerstandsfähigkeit, die Widerstandsfähigkeit ihrer Gesellschaften, angesichts der vollständigen Kontrolle dieser Gesellschaften durch die Sicherheitsapparate weitaus größer und offensichtlicher ist als die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaften in demokratischen Ländern. Und gerade deshalb können sie offensichtliche wirtschaftliche Verluste außer Acht lassen.

Ja, die Russen sehen bereits, dass der Krieg zu ihnen gekommen ist, dass er sich auf ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten auswirkt, dass Drohnen und Raketen buchstäblich neben ihren Häusern auftauchen oder infolge des Einsatzes der russischen Luftverteidigung sogar Wohnviertel treffen. Doch sie können die Entscheidungen ihrer eigenen Staatsführung in keiner Weise beeinflussen, die von den Russen darüber hinaus verlangt, ihre Bemühungen zu legitimieren.

Und die jüngsten Wahlen zur russischen Staatsduma, bei denen die überwältigende Mehrheit der Wähler ihre Stimmen den Parteien des Krieges gab, weil keine anderen Parteien in die Staatsduma der Russischen Föderation gewählt wurden, liefern Putin, so kann man sagen, ein zusätzliches Argument gerade im Dialog mit der eigenen Gesellschaft: „Ihr selbst unterstützt doch die politischen Kräfte, die uns vorschlagen, die Waffen selbst angesichts der ukrainischen Angriffe auf die russische Wirtschaft nicht niederzulegen.“

Und hier stellt sich die Frage nach dem eigentlichen Sinn von Dmitrijews Mission. Ist der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Russischen Föderation tatsächlich in die Vereinigten Staaten gekommen, um mit seinen amerikanischen Kollegen zumindest über Teilkompromisse im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg zu sprechen? Oder hat er dieselbe Aufgabe wie zuvor, die er beispielsweise beim jüngsten Besuch Witkoffs und Kushners in der russischen Hauptstadt erfüllte, wenn er mit ihnen während eines fast dreistündigen Abendessens tatsächlich Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau erörtert haben sollte?

Und ich bin absolut davon überzeugt, dass genau dies das Thema dieses Treffens zwischen den russischen und amerikanischen Vermittlern war. Denn anschließend sprachen Witkoff und Kushner in ihren öffentlichen Äußerungen gerade über wirtschaftliche Zusammenarbeit und überhaupt nicht über irgendwelche anderen Fragen im Zusammenhang mit der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges.

Und jetzt könnte dieselbe Platte wieder von vorn laufen. Dmitrijew könnte einen Auftrag Putins erfüllen, der sieht, dass Trump nicht beabsichtigt, den Dialog über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges aufzugeben, zugleich aber keinerlei konkrete Entscheidungen treffen will, insbesondere vor dem Winter. Denn Putin könnte besondere Hoffnungen auf diesen Winter setzen, auf die Fortsetzung der Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur, in der Hoffnung, dass die Ukraine nach diesen Angriffen, wenn sie schon nicht kapituliert, so doch zumindest zu erheblichen Zugeständnissen bereit sein wird und dass die Vereinigten Staaten gerade aufgrund der schwierigen Lage im ukrainischen Energiesektor zusätzliche Möglichkeiten erhalten werden, Druck auf die ukrainische Führung auszuüben.

Auf der einen Seite hat also die Überlegung, dass eine Energiewaffenruhe nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die Russische Föderation von Nutzen sein könnte, durchaus ihre Berechtigung. Auf der anderen Seite müssen wir uns immer daran erinnern, dass der russische Präsident keineswegs unbedingt in derselben Welt lebt wie Sie und ich und derselben Logik folgt wie Sie und ich. Dass für ihn der Wunsch nach Zerstörung sehr viel wichtiger und sehr viel offensichtlicher sein könnte als der Wunsch, den eigenen Ölraffineriekomplex vor ukrainischen Angriffen zu bewahren. Und genau dies muss im Grunde der entscheidende Punkt bei der Analyse von Kirill Dmitrijews Absichten bei den Verhandlungen in den Vereinigten Staaten sein.

Wir haben bereits gesehen, dass der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten meisterhaft Zeit zu schinden versteht und seinen amerikanischen Gesprächspartnern ebenso meisterhaft von nicht existierenden Perspektiven einer amerikanisch-russischen Zusammenarbeit im Falle einer Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges erzählen kann, von all diesen Millionen und Billionen Dollar, die man verdienen könne, wenn der Krieg zu Ende sei. Und wir sehen, wie sehr die Mitarbeiter der Regierung Donald Trumps, seine Vermittler und möglicherweise der amerikanische Präsident selbst an diesen Gesprächen über Milliarden und Billionen interessiert sind.

Doch das bedeutet nicht, dass ein solcher Dialog uns tatsächlich dem näherbringt, was wir alle so dringend brauchen: der Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine oder zumindest einer Energiewaffenruhe in diesem grausamen und ungerechten Krieg.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Нові перемовини у США | Віталій Портников. 24.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 24.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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