Der betrunkene Goliath. Vitaly Portnikov. 21.06.2026.

П’яний Голіаф. Віталій Портников. 21.06.2026.

Der schwarze Himmel über den Bränden in Moskau wird nun für immer eine der wichtigsten Illustrationen des russisch-ukrainischen Krieges bleiben. Und diese Brände werden den Russen selbst weit stärker in Erinnerung bleiben als alle anderen Ereignisse der vergangenen zwölf Jahre. Mehr als die pompöse „Angliederung“ der Krim. Mehr als die Invasion vom 24. Februar. Und sogar mehr als die Brände über Sankt Petersburg.

Denn ein ungeschütztes Moskau – selbst wenn sich die schwarze Brandnarbe bislang nur auf das ferne Kapotnja beschränkt, an das sich die meisten Bewohner der russischen Hauptstadt höchstens erinnern, wenn darüber gesprochen wird, „wie die Leute dort eigentlich leben“ – erzeugt für das ganze Land ein beinahe instinktives Gefühl des Mangels an Sicherheit. In Moskau darf es per Definition „so etwas“ nicht geben. Wenn „so etwas“ geschieht, ist das das erste Symptom einer Krankheit des ganzen Landes, die Demonstration dessen, dass man nirgendwo in Russland mehr sicher leben kann.

Putin versteht das sehr gut. Um seinen Einfluss auszubauen und die Macht zu übernehmen, nutzten die Tschekisten den Krieg im Kaukasus – und ihr eigentliches Mandat zur „Wiederherstellung der Ordnung“ erhielten sie gerade vor dem Hintergrund der Explosionen von Wohnhäusern in denselben Moskauer Schlafvierteln, im „kollektiven Kapotnja“. Und nach der Geiselnahme im Theaterzentrum an der Dubrowka konnte Putin im Kaukasus wie auch mit der eigenen Bevölkerung (übrigens vor allem mit der nichtmoskowitischen) praktisch alles tun, was er wollte. Jede Gefahr, jede Eskalation nutzte er stets zur Stärkung des Autoritarismus und für den „sanften Übergang“ zum Totalitarismus. Das wirksamste Instrument dafür war letztlich nicht einmal der Tschetschenienkrieg, sondern gerade der Krieg gegen die Ukraine.

Das Paradoxe an der Situation besteht jedoch darin, dass Putin damals, 1999, als in den gottvergessenen Moskauer Stadtteilen Petschatniki und an der Kaschirskoje Schosse Wohnhäuser in die Luft flogen, sowohl ein Gefühl des Mangels an Sicherheit erzeugen als auch demonstrieren konnte, dass die gewünschte Stabilität zurückkehrt – man müsse sich nur den starken Händen der Schüler des „Eisernen Felix“ anvertrauen. Jetzt öffnet jedoch nicht mehr er selbst diesen Hahn. Was kann er diesen Angriffen entgegensetzen? Kein Schlag gegen Kyiv oder Odesa, keine Einnahme einer weiteren Stadt im Donbas wird den Moskauer Bewohnern – und damit allen Russen, die traditionell auf Moskau blicken – das Gefühl der Sicherheit für den morgigen Tag zurückgeben. Es stellt sich heraus, dass Putin ihnen im Jahr 2000 dieses Sicherheitsgefühl schenkte, das die Tschekisten zuvor selbst zerstört hatten, und es ihnen im Jahr 2026 wieder genommen hat.

Mit seiner Manie, Fallen zu konstruieren, ist Putin nun in eine weitere Falle geraten – diesmal für sich selbst. Er will den russisch-ukrainischen Krieg nicht beenden, weil er den endgültigen Zusammenbruch seines imperialen Projekts fürchten könnte – ganz zu schweigen von der Rückkehr einer fast millionenstarken Söldnerarmee von der Front, gegen deren Gewaltexzessen selbst seine Sicherheitskräfte womöglich nichts entgegensetzen könnten. Zugleich kann er den Krieg nicht lange fortsetzen, weil die weiteren Angriffe auf Moskau – vor allem auf Moskau natürlich – das gesamte Image der russischen Diktatur und ihrer Sicherheitsgarantien gegenüber der Gesellschaft zerstören werden. Es stellt sich heraus, dass Putin in jedem denkbaren Szenario sich selbst auffrisst.

Und damit kehren wir zur ewigen russischen Maßlosigkeit zurück, zur Unfähigkeit, rechtzeitig aufzuhören. Die Stärke einer Großmacht liegt in Wahrheit nicht in der Anwendung von Gewalt, sondern in der Perspektive ihrer Anwendung. Dann bleibt das Gefühl bestehen, dass etwas Unwiderrufliches geschehen könnte, wenn Goliath einmal ausholen würde. Doch selbst wenn Gewalt angewandt wird und das gewünschte Ergebnis nicht schnell erreicht wird, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Krieg zu beenden. Dann bleibt die Illusion erhalten, dass in Wirklichkeit noch gar nicht alle Kräfte und Ressourcen eingesetzt wurden, dass dies lediglich eine Blitzoperation gewesen sei und man den wahren Goliath mit all seinen Möglichkeiten erst gesehen hätte, wenn ein echter langer Krieg begonnen hätte. Und selbst wenn man länger weitermacht und nichts erreicht, kann man immer noch eine Pause einlegen, um zumindest nicht das Prestige, dann wenigstens die wirtschaftlichen Perspektiven zu bewahren (genau das hat letztlich Donald Trump gegenüber dem Iran getan).

Putin hat weder das Erste noch das Zweite noch das Dritte getan. Er griff an, er hielt nach dem Scheitern des Blitzkriegs nicht an, er hielt nicht einmal an, als klar wurde, dass der Krieg seine Wirtschaft nach und nach zerstört und auffrisst. Er hat die Angriffe auf Moskau abgewartet – und beruhigt sich trotzdem nicht. Er glaubt übermäßig stark nicht einmal an seine eigenen Entscheidungen, sondern an die Zeit selbst. Er glaubt, dass man eine unterworfene Ukraine und ein „wahres“ Russisches Imperium sehen kann, wenn man nur viele Jahre lang stumpf mit dem Kopf gegen die Wand schlägt.

Das kann man. Aber nur im eigenen Kopf, der nach so vielen wahnsinnigen Schlägen beginnt, seine eigene Musik zu spielen. In der Realität gibt es eine ausgebrannte Raffinerie bei Moskau, Angriffe auf Russland, eine beinahe abgeschnittene Krim und Truppen, die im fünften Kriegsjahr weiterhin im Donbas kämpfen. Und selbst wenn man sich vorstellt, dass ihm die Ressourcen und Möglichkeiten noch lange reichen werden, weiter mit dem Kopf gegen die Wand zu schlagen – etwas anderes als genau diese Schläge wird es einfach nicht mehr geben.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: П’яний Голіаф. Віталій Портников. 21.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 21.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Solowjow vertreibt die Russen aus Russland | Vitaly Portnikov. 18.06.2026.

Der abscheuliche russische Propagandist Wladimir Solowjow erklärte, dass jene Bürger der Russischen Föderation, denen die Einschläge ukrainischer Drohnen auf die Ölraffinerien des Landes nicht gefallen, die sich über Brände, Benzinmangel und den sinkenden Lebensstandard empören, Russland verlassen könnten. Denn in einer solchen Situation würden sie sich in Verräter, Wlassow-Anhänger verwandeln.

Man könnte mir entgegenhalten, dass ich Solowjow zu Unrecht kritisiere, weil auch ich von der Möglichkeit spreche, dass ukrainische Bürger ihr Land verlassen dürfen. Doch hier gibt es einen grundlegenden Unterschied in den Ansätzen.

Ich habe gesagt, dass ukrainische Bürger das Recht haben, sich vor dem Krieg zu retten, den Russland entfesselt hat – wenn es um Frauen und Kinder geht, deren Häuser von Putins Luftwaffe bombardiert werden. Ich habe gesagt, dass ukrainische Bürger, wenn sie nicht bereit sind, gegen die Korruption im eigenen Land zu kämpfen, im Ausland leicht einen Staat mit geringerem Korruptionsniveau finden können, dabei jedoch auf ihre staatsbürgerliche Zugehörigkeit verzichten.

Solowjow hingegen fordert, dass Bürger, die die Folgen der Aggression ihres eigenen Staates am eigenen Leib spüren, eben diesen Staat verlassen sollen.

Und darin liegt, wie mir scheint, eine erstaunliche propagandistische Absurdität. Zunächst beginnt Russland einen Angriffskrieg gegen einen Nachbarstaat, tötet, verbrennt, vergewaltigt, plündert, versucht die ukrainische Infrastruktur zu zerstören und die Zivilbevölkerung erfrieren zu lassen. Und als die Ukraine beginnt, auf diese Angriffe zu antworten und dadurch Probleme für das Leben in Russland selbst entstehen, verlangt ihr wichtigster staatlich lizenzierter Propagandist nicht die Beendigung des Krieges, sondern die Ausreise all jener, die die Folgen dieser Aggression nicht ertragen wollen.

Die ukrainischen Bürger, die sich nach dem 24. Februar 2022 irgendwo auf unsicherem Gebiet ihres Landes befanden, hatten praktisch keine Wahl. Entweder sie retteten sich vor dem Krieg oder sie versuchten, sich an Beschuss und die Zerstörung der Infrastruktur anzupassen.

Die Russen hingegen haben eine Wahl.

Wenn sie nicht inmitten von Bränden, Benzinknappheit und einer sich verschlechternden Wirtschaftslage leben wollen, dann könnten sie einfach aufhören zu schießen, den Krieg gegen das Nachbarland beenden, auf fremde Gebiete verzichten und das tun, was jeder Staat tut, der die Sinnlosigkeit eines Krieges als Fortsetzung der Politik erkannt hat. Das tun letztlich sogar Aggressoren, wenn sie begreifen, dass sie ihr gewünschtes Ziel nicht erreichen können.

Doch Putins Russland rennt mit der Beharrlichkeit eines Schizophrenen gegen eine verschlossene Tür.

Übrigens versucht genau das der amerikanische Präsident Putin seit einem ganzen Jahr zu erklären: „Du schlägst dir die Stirn wund und erreichst nichts. Nimm lieber das Geld.“

Aber Putin braucht kein Geld. Er will eine irgendwo in einer Petersburger Hinterhofgasse erfundene imperiale Größe demonstrieren. Und ein anderer Stammgast eben dieser halb betrunkenen Hinterhofwelt, Solowjow, fällt ihm dabei eifrig bei.

Und nun stellt sich heraus, dass nicht nur die Ukrainer den russischen Chauvinisten und dieser kriminellen Bande, die unser Land überfallen hat, missfallen.

Jetzt missfallen ihnen auch die Russen. Weil sie sich nicht darüber freuen, was sie in Kapotnja sehen. Was sie in Tscheboksary sehen. Was sie in Sankt Petersburg sehen. Weil sie nicht in einem Land leben wollen, in das Drohnen und Raketen einschlagen. Weil sie nicht an Tankstellen Schlange stehen und um einen zusätzlichen Liter Benzin betteln wollen.

Es gab einst die Legende, Adolf Hitler sei mit dem deutschen Volk unzufrieden gewesen, weil es nicht in der Lage gewesen sei, alle seine Pläne zu verwirklichen. Das war eher ein Mythos der sowjetischen Propaganda als eine reale Tatsache, die von Menschen bestätigt wurde, die in den letzten Wochen seines Lebens an der Seite des nationalsozialistischen Führers standen.

Doch Wladimir Putin scheint die Verkörperung eben dieses propagandistischen Mythos geworden zu sein. So wie dem von sowjetischen Propagandisten erfundenen Hitler die Deutschen nicht gefielen, die sein Vertrauen enttäuscht hatten, so gefallen dem realen, nicht erfundenen Putin die Russen nicht, die sein Vertrauen enttäuschen.

Und Solowjow, der offensichtlich sämtliche propagandistischen Anweisungen aus dem Kreml ausführt, beginnt nun von eben diesen Russen zu verlangen, die Putins Erwartungen nicht erfüllen, dass sie aus ihrem eigenen Staat verschwinden sollen.

Aber warum eigentlich?

Warum sollte man statt der Ausreise nicht Putin, Solowjow, Beloussow und Patruschew zum Ausgang bitten? Die gesamte Bande von Leuten, die diesen Angriffskrieg entfesselt und ihrem eigenen Volk Leid und Probleme eingebrockt haben. Von der Bevölkerung der Ukraine ganz zu schweigen, die zum ersten Opfer dieser Kaskade von Kriegsverbrechen geworden ist.

Warum sollte man keinen anderen Ausweg finden?

Warum sollte man sich nicht endlich von Wladimir Solowjows lästigem Geschwätz auf sämtlichen vom Kreml kontrollierten Medienplattformen der Russischen Föderation befreien?

Natürlich sind das alles rhetorische Fragen.

Aber ich denke, vielen Einwohnern der Russischen Föderation wird bald selbst klar werden: Wenn sie wirklich Frieden wollen und keine Brände, dann brauchen sie Putin nicht. Dann brauchen sie Solowjow nicht. Dann brauchen sie Beloussow nicht. Dann brauchen sie Schoigu nicht. Dann brauchen sie Patruschew nicht. Dann brauchen sie diese gesamte gerontokratisch-propagandistische Gesellschaft inkompetenter Betrüger nicht, die lediglich versucht, ihre Macht zu verlängern, indem sie tötet, plündert, vergewaltigt und schamlos über die Ursachen dessen lügt, was in der Russischen Föderation geschieht.

Und in der Russischen Föderation geschieht seit 26 Jahren vor allem eines: Putin.

Früher oder später musste das in großen Bränden enden.


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Titel des Originals: Соловьев выгоняет русских из России |Виталий Портников. 18.06.2026.
Autor/Kanal: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.06.2026.
Originalsprache: ru/ en]
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Moskau brennt nach Drohnenangriffen | Vitaly Portnikov. 18.06.2026.

Die Außenbezirke Moskaus erwachten heute durch einen weiteren massiven Angriff ukrainischer Drohnen. Ziel war die Ölraffinerie in Kapotnja, die bereits vor einigen Tagen von ukrainischen unbemannten Fluggeräten angegriffen worden war. Erneut sah die russische Hauptstadt einen Brand über dieser Raffinerie, die schon vor diesem Angriff gezwungen gewesen war, ihren Betrieb zeitweise einzustellen.

Damit setzt die Ukraine ihren Plan fort, die Möglichkeiten des Energiesektors der Russischen Föderation einzuschränken und in Russland eine echte Treibstoffkrise herbeizuführen.

Dabei sollte man daran erinnern, dass es sich nicht einfach um Treibstoff handelt, der für die Bedürfnisse der russischen Bevölkerung und der russischen Wirtschaft verwendet wird. Es handelt sich vor allem um Treibstoff für die russische Armee, die ihre Besatzung ukrainischer Gebiete und ihre Offensive im Gebiet Donezk fortsetzt. Und natürlich verringert jeder solche Schlag gegen den Energiekomplex der Russischen Föderation diese Möglichkeiten.

Bereits nach dem ersten Angriff auf die Raffinerie in Kapotnja in den vergangenen Wochen sagte ich, dass Präsident Putin zwischen zwei Optionen wählen müsse: Entweder Ölprodukte aus anderen Regionen der Russischen Föderation abzuziehen, damit die Einwohner Moskaus die Folgen der Angriffe auf die lokale Raffinerie nicht spüren, oder Beschränkungen für den Verkauf von Benzin und Diesel an Moskauer Tankstellen einzuführen, so wie dies bereits in anderen Regionen Russlands geschehen ist.

Wie zu erwarten war, entschied sich Putin für die Befriedigung der Bedürfnisse Moskaus. Daher wurden an den Tankstellen der russischen Hauptstadt keine Beschränkungen eingeführt, obwohl die Kraftstoffpreise dort bereits zu steigen begannen.

Dass die russische Führung unter allen Umständen gerade die Interessen Moskaus bevorzugt, ist ein weiteres Zeichen jener Krise, die früher oder später in der Russischen Föderation durch den Gegensatz zwischen den Interessen Moskaus und denen der übrigen russischen Regionen entstehen wird. Denn bekanntlich begannen die Probleme jedes russischen Regimes genau in solchen Krisen, wenn sich alle in Russland davon überzeugten, dass Moskau das Wichtigste sei und die Regionen lediglich ein Anhängsel Moskaus.

Nach dem neuen Angriff auf die Raffinerie in Kapotnja stellt sich die Frage, ob die russische Führung diese Taktik weiterhin aufrechterhalten kann. Während es in den meisten Regionen der Russischen Föderation bereits Probleme mit Treibstoff gibt und an Tankstellen Beschränkungen eingeführt werden, beschränkt sich das Problem in Moskau bislang auf steigende Preise, ohne dass dort irgendwelche Verkaufsbeschränkungen notwendig wurden.

Nach diesem neuen Angriff könnte es jedoch schlicht an Benzin in Moskau fehlen. Die Logistik der Treibstofflieferungen zu den Tankstellen der Hauptstadt könnte in dieser kritischen Situation derart schwierig werden, dass man sich doch zumindest auf vorübergehende Verkaufsbeschränkungen einlassen muss – was natürlich ein ernstes Problem für die russische Führung darstellen würde.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass dies vor dem Hintergrund der Unterzeichnung eines Memorandums zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geschieht. Dadurch entsteht die reale Möglichkeit, dass die Vereinigten Staaten die Lizenz nicht verlängern werden, die es den Staaten des Globalen Südens, insbesondere Indien, erlaubt hatte, russisches Öl zu kaufen, ohne das Risiko amerikanischer Sanktionen eingehen zu müssen.

Russland hat in den vergangenen Monaten die Folgen des amerikanisch-iranischen Krieges voll ausgenutzt und seinen Staatshaushalt mit Dutzenden Milliarden Dollar aufgefüllt, die für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges benötigt werden.

Darüber hinaus führten die ukrainischen Angriffe auf die russischen Raffinerien zu einem erheblichen Anstieg der russischen Ölexporte in die Länder des Globalen Südens. Dieses Öl konnte auf den russischen Raffinerien nicht mehr verarbeitet werden, wohl aber exportiert werden, wodurch Russland Dollar einnahm, mit denen anschließend Erdölprodukte im Ausland gekauft werden konnten.

Doch diese Möglichkeiten könnten nun eingeschränkt werden, weil die Russische Föderation gezwungen sein wird, ihr Öl illegal zu verkaufen.

Zwar kennen wir die beträchtlichen Möglichkeiten der russischen Schattenflotte und auch die Bereitschaft der Länder des Globalen Südens, sich an Grauzonen-Geschäften beim Kauf billigen russischen Öls zu beteiligen.

  • Aber erstens bleibt ein Graumarkt ein illegaler Markt, der nicht dieselben gewaltigen Verkaufsvolumina ermöglicht, die Russland in den vergangenen Monaten erzielen konnte.
  • Und zweitens – und das ist ebenfalls ein ernstes Problem für Moskau – wird der Preis für dieses Öl deutlich niedriger sein, denn wir werden nun alle einen erheblichen Rückgang der Ölpreise auf dem Weltmarkt beobachten.

Sollten die ukrainischen Angriffe auf die Raffinerien der Russischen Föderation in den kommenden Wochen und Monaten erfolgreich bleiben, könnte dies zum Vorboten einer schweren Energiekrise in Russland werden und zu ernsthaften Problemen für die russischen Streitkräfte führen, vergleichbar mit den Schwierigkeiten, die die russische Armee nach dem Verlust des Zugangs zu Starlink erlebte.

Dadurch könnte die Offensive der russischen Armee auf ukrainischem Boden verlangsamt werden, und die russische Führung würde mit realen Problemen bei der Logistik der Treibstoffversorgung der Streitkräfte der Russischen Föderation konfrontiert sein – zusätzlich zu den Schwierigkeiten für die russische Wirtschaft.

All dies schafft die Voraussetzungen für eben jene Krise, die in Zukunft reale Möglichkeiten für einen Verhandlungsprozess über die Beendigung oder zumindest Aussetzung des Krieges an der russisch-ukrainischen Front schaffen könnte.

Mit anderen Worten: Es könnte genau jenes Ergebnis erreicht werden, für das sich die ukrainische Führung bereits seit mehreren Monaten einsetzt.

Wie wir sehen, werden diese Vorschläge im Kreml bislang nicht ernst genommen.

Nicht ernst genommen werden sie gerade deshalb, weil es bislang noch Benzin gibt.


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Titel des Originals: Москва палає від дронів | Віталій Портников. 18.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Der G7-Gipfel und der Krieg in der Ukraine: Das Wichtigste | Vitaly Portnikov. 17.06.2026.

Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten, die sich in Évian zu einem Gipfeltreffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, dem Präsidenten Frankreichs Emmanuel Macron, dem britischen Premierminister Keir Starmer, dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und weiteren Spitzenpolitikern versammelt hatten, verabschiedeten die Abschlusserklärung dieses Treffens, in der den Fragen der Unterstützung der Ukraine breiter Raum eingeräumt wurde.

Bekanntlich hielten die Teilnehmer des G7-Gipfels eine Sondersitzung ab, zu der der Präsident der Ukraine Volodymyr Zelensky eingeladen war. Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump führte zudem während des Gipfels ein kurzes Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten.

In der gemeinsamen Erklärung der G7-Staats- und Regierungschefs wird daher betont, dass sie die Ukraine in ihrem Kampf gegen die russische Aggression unterstützen, bereit sind, die Lieferung von Luftverteidigungssystemen und anderer für die Ukraine notwendiger Waffen zu erhöhen, sowie die Frage der Lizenzvergabe für die Produktion westlicher Waffen durch den ukrainischen militärisch-industriellen Komplex zu prüfen.

Die Teilnehmer dieses Treffens versprechen außerdem, der Ukraine bei der Bewältigung ihrer Energieprobleme zu helfen, damit das Land den kommenden Winter übersteht. Sie kündigen an, den Druck auf die Russische Föderation zu verstärken, unter anderem durch eine Verschärfung der Energiesanktionen gegen Moskau.

In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass dieser energiewirtschaftliche Druck nun infolge einer möglichen Öffnung der Straße von Hormus aufgrund der zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran erzielten Vereinbarungen noch zunehmen könnte.

Natürlich handelt es sich bislang lediglich um eine Erklärung, die noch durch keinerlei konkrete Maßnahmen untermauert wird. Um jedoch die Bedeutung dieses Dokuments zu verstehen, möchte ich daran erinnern, dass Donald Trump den vorherigen G7-Gipfel vorzeitig verlassen hatte, ohne einen offensichtlichen Grund, seine Gespräche mit den übrigen Mitgliedern dieses prestigeträchtigen Klubs der am weitesten entwickelten Volkswirtschaften der Welt abzubrechen.

Damals wurden von den Vereinigten Staaten keinerlei gemeinsame Erklärungen zur Unterstützung der Ukraine in Betracht gezogen. Entsprechend finden sich in der Abschlusserklärung des vorherigen Gipfels keine derartigen Formulierungen zur Unterstützung der Ukraine.

Darüber hinaus möchte ich daran erinnern, dass die Vereinigten Staaten bei Sitzungen der Generalversammlung der Vereinten Nationen wiederholt für von der Russischen Föderation eingebrachte Resolutionen gestimmt haben, wenn es um die russische Aggression gegen die Ukraine ging.

Nun sehen wir jedoch, dass sich der Präsident der Vereinigten Staaten eher der Position seiner westlichen Verbündeten hinsichtlich des russisch-ukrainischen Krieges annähert. Es ist wichtig zu verstehen, warum dies geschieht und welche weiteren Schritte folgen könnten.

Warum? Die Antwort ist recht einfach.

Dies hängt mit einer erheblichen Schwächung der Positionen der Vereinigten Staaten und Donald Trumps selbst auf der internationalen Bühne zusammen. Trump versteht sehr wohl die Resonanz, die die Veröffentlichung des offiziellen Memorandums ausgelöst hat, das die Vereinigten Staaten mit dem Iran abgestimmt haben, ebenso wie das weltweite Verständnis der Tatsache, dass Washington in der Konfrontation mit Teheran Zugeständnisse machen musste, damit die Straße von Hormus geöffnet wird und die Kraftstoffpreise an amerikanischen Tankstellen sinken können.

Das ist eine ernsthafte außenpolitische Niederlage für Trump. Und nun braucht er seine westlichen Verbündeten mehr, als diese ihn brauchen.

Andererseits ist diese Schwäche der Vereinigten Staaten auch für den Präsidenten der Russischen Föderation Putin und den Vorsitzenden der Volksrepublik China Xi Jinping offensichtlich.

Daher könnte der Druck auf Russland, selbst im Energiebereich, auf die Überzeugung der Russischen Föderation treffen, dass nur Erpressung im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten einem Staat wie Russland ermöglichen kann, seine gewünschten Ziele zu erreichen.

In diesem Zusammenhang nach Möglichkeiten zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu suchen, wird nicht einfach sein.

Natürlich ist es für uns wichtig, dass die Vereinigten Staaten ihre Energiesanktionen gegen die Russische Föderation wieder verschärfen. Gerade in diesen Tagen läuft die Gültigkeit einer weiteren Lizenz aus, die die Amerikaner den Russen für den Verkauf ihres Öls und die Auffüllung ihres Staatshaushalts zur Finanzierung des weiteren Krieges gegen unser Land gewährt hatten.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Vereinigten Staaten nun, nach der Unterzeichnung dieser Erklärung und vor dem Hintergrund der Erwartungen hinsichtlich der Öffnung der Straße von Hormus, keine neue Lizenz mehr erteilen werden.

Dann würde der Verkauf russischen Öls weiterhin über die Tanker der Schattenflotte abgewickelt werden. Und hier hängt vieles von den konkreten Maßnahmen der westlichen Staaten ab, die Möglichkeiten Russlands für diesen Handel einzuschränken, der auch ohne jegliche Lizenzen fortgesetzt wird.

Und natürlich wird vieles von den tatsächlichen Möglichkeiten der Ukraine abhängen, die russische Ölverarbeitung und vor allem die russischen Ölhäfen zu zerstören, über die derzeit Öl in Rekordmengen in die Länder des Globalen Südens exportiert wird und die Russland enorme Gewinne sichern.

Darüber hinaus wäre die Bereitschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten, das Gesetz zu unterzeichnen, das bereits vom Repräsentantenhaus des amerikanischen Kongresses verabschiedet wurde und die amerikanische Unterstützung für die Ukraine wiederherstellen soll, ein konkreter Beweis für die Ernsthaftigkeit der Unterstützung der Ukraine.

Dieses Gesetz wird derzeit im Senat beraten.

Wenn Trump es wünscht, kann der Vorsitzende der republikanischen Mehrheit im Senat, Senator Thune, den Gesetzentwurf zur Abstimmung stellen. Es ist offensichtlich, dass die Mehrheit der Senatoren dafür stimmen würde, und Trump hätte dann die Möglichkeit, das Gesetz zu unterzeichnen.

Doch auch auf dem Gipfel in Évian prahlte Trump damit, dass die Vereinigten Staaten keinen einzigen Dollar mehr für die Unterstützung der Ukraine ausgeben.

Wir wissen nicht, ob er seine Position ändern wird, wonach die Vereinigten Staaten der Ukraine im russisch-ukrainischen Krieg nicht helfen sollten, nachdem er der Erklärung des G7-Gipfels zugestimmt hat.

Denn Worte sind Worte, Geld ist Geld.

Wir verstehen jedoch sehr gut, dass man einen Krieg nicht allein mit Worten gewinnen kann und dass man einen Staat, der sich gegen die Aggression eines Landes wie der Russischen Föderation verteidigen will, nicht allein mit Worten unterstützen kann.

Allein die Tatsache, dass die Erklärung des G7-Gipfels verabschiedet wurde, ist bereits ein großer diplomatischer Erfolg.

Nun bleibt nur noch zu beobachten, ob dieser diplomatische Erfolg tatsächlich durch konkrete Maßnahmen der Verbündeten der Ukraine, vor allem der Vereinigten Staaten, untermauert wird oder ob er lediglich ein Zeugnis dafür bleibt, dass der durch die Nahostkrise geschwächte Trump bereit war, seinen westlichen Kollegen und dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky zumindest rhetorisch zuzustimmen.


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Titel des Originals: Саміт «сімки» і війна в Україні: головне |Віталій Портников. 17.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.06.2026.
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Die kriechende Finsternis. Dzmitry Halko. 16.06.2026.

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Es ist kaum verwunderlich, dass es Wehrdienstverweigerer gibt.

Denn Krieg ist nicht die natürliche Umgebung des Menschen.

Die natürliche Umgebung des Menschen sind das Zuhause, Freunde, Kinder, die Katze auf der Fensterbank, der nicht ausgetrunkene Kaffee und Pläne für morgen.

Seltsam wäre es, keine Angst davor zu haben, all das zu verlieren.

Krieg ist, wenn ein Mensch stundenlang in einer kalten Grube liegt und darüber nachdenkt, wie er den Abend noch erleben könnte.

Er denkt an heißes Wasser. Trockene Socken. Sein eigenes Bett. Seine Mutter. Seine Frau. Seine Kinder. An die Katze, die niemand füttern wird.

Krieg riecht nach nasser Kleidung, die man schon die dritte Woche trägt. Nach altem Schweiß. Nach Diesel. Nach Mäusen. Nach Schimmel im Bunker. Krieg riecht nach Verbranntem. Und nach Leichen.

Krieg ist, wenn du durch eine Explosion aufwachst und einige Sekunden lang nicht begreifst, ob es ein Traum war oder ob du schon nicht mehr existierst.

Wenn der Mensch, mit dem du gestern noch Kaffee getrunken hast, heute zu einem Foto auf deinem Handy geworden ist.

Wenn dein Leben davon abhängt, ob dich eine Drohne von der Größe einer gut genährten Möwe bemerkt hat.

Wenn du lernst, am Geräusch zu unterscheiden, wovor man noch weglaufen muss und wovor wegzulaufen bereits zu spät ist.

Wenn all deine großen Zukunftspläne durch einen einzigen fremden Fehler, einen einzigen Splitter oder eine einzige Sekunde Pech enden können.

Es gibt noch etwas, worüber selten gesprochen wird.

Im Krieg ist es ein seltsames Gefühl, duschen zu gehen.

Denn während du nackt unter dem Wasser stehst, sitzt irgendwo am Rand deines Bewusstseins der Gedanke: „Das wäre ein verdammt idiotischer Tod, wenn jetzt etwas einschlägt.“

Genauso seltsam ist es, sein großes Geschäft zu verrichten.

Ich mache keine Witze.

Ein Mensch kann sich an Explosionen, Feuchtigkeit und schlaflose Nächte gewöhnen. Aber der Gedanke, dass man mit heruntergelassenen Hosen getötet werden könnte, erscheint aus irgendeinem Grund besonders ungerecht.

Der Krieg besteht aus sehr seltsamen Erinnerungen.

Ich erinnere mich zum Beispiel noch gut daran, wie ich einmal unter Beschuss mit einem Teller Mivina-Nudeln herumgerannt bin.

Neben mir schlugen Mörsergranaten ein. Etwas pfiff, etwas krachte. Erdklumpen und Splitter flogen durch die Luft. Und ich schlängelte mich zwischen den Kratern hindurch, duckte mich, manövrierte, ließ aber den Teller hartnäckig nicht aus der Hand.

Damals lachten die Jungs noch: „Sieh mal einer an, die Belarussen lassen ihr Eigentum nicht los!“

Im Krieg wurde mehrmals damit gedroht, mich unter Beschuss aus dem Bunker zu werfen.

Der Grund war ernst.

Ich schnarchte.

Und genau damals verstand ich, dass zwischen Kameradschaft und dem Wunsch, einen Kameraden umzubringen, manchmal nur eine einzige schlaflose Nacht liegt.

Und ich erinnere mich noch daran, wie die Jungs lange darüber lachten, dass ich im Schlaf den Kommandeur umarmt hatte, weil es so kalt war. Das Gehirn interessiert sich nachts nicht besonders für Dienstvorschriften und Hierarchien – der Körper sucht die Nähe eines anderen warmen Körpers. Ich wachte auf, und die Jungs lachten: „Jetzt bist du verpflichtet, ihn zu heiraten!“

Ich erinnere mich auch daran, wie ein Soldat unter Beschuss seinem Sohn am Telefon Mathematik erklärte. Ringsum krachte es, und er erklärte geduldig irgendwelche     Bruchrechnungen. Als hinge das Schicksal des Universums von einer richtig gelösten Aufgabe ab.

Und vielleicht war es auch so.

Denn wenn ein Kind seine Hausaufgaben macht, bedeutet das, dass die Welt noch nicht endgültig zusammengebrochen ist.

Krieg handelt davon, wie das Leben sich hartnäckig weigert aufzuhören.

Und er spricht auch seine eigene Sprache.

An einem Ort gab es eine Stellung. Sie hieß „Himmel“.

Jemand hielt heute den Himmel. Jemand ging gestern in den Himmel. Jemand kehrte vom Himmel zurück. Jemand steckt im Himmel fest. Jemand muss im Himmel abgelöst werden. Jemand schlägt vor: „Lasst uns zum Himmel gehen.“

Ich war im Himmel.

Ich habe den Krieg bereits in seinem Entstehen gesehen. Gleich Anfang März 2014. Kaum war ich in Donezk angekommen, befand ich mich in einem Raum mit einem russischen Saboteur, der über Putin schimpfte, weil dieser „zögert, sich windet, Schiss hat“. Bei sich hatte er sechs Sprengsätze.

Ich dokumentierte russische Geheimdienste in Luhansk und Slowjansk noch vor Beginn irgendwelcher Kampfhandlungen. Sie fingen Menschen ab und schleppten sie „in den Keller“. Ich dokumentierte den Beginn ethnischer Säuberungen.

In einem Hostel in Donezk geriet ich in eine bunte Gesellschaft von Europäern. Meist Abenteurer. Sie hatten keine blasse Ahnung, was hier vor sich ging. Oft kamen sie in der Vorstellung, hier „Freiheitskämpfer“ zu sehen. Sie interessierten sich sehr für die russische Kultur.

Später schrien einige dieser Menschen vor Glück, als sie die ukrainische Flagge sahen. Und riefen mit Akzent: „Ruhm der Ukraine!“

Denn das, was in den Gebieten geschah, die von der Besatzung erfasst wurden, war … ich weiß nicht, wie ich es besser beschreiben soll. Es war, als hätte jemand alle hellen Bestandteile des menschlichen Lebens dort ausgesaugt und den gesamten Raum stattdessen mit einer Mischung aus Angst, Verzweiflung und Ohnmacht gefüllt. Und das Schlimmste war das Gefühl, dass es dich nicht mehr gibt. Denn nun kontrollierst du nichts mehr.

Man fragt mich manchmal: Wie kannst du Menschen verurteilen, die sich dem staatlichen Zwang verweigern? Du bist doch Anarchist! Und das dann auch noch „Verrat“ nennen. Ist das nicht Ausdruck eines totalitären Bewusstseins? Zumal dieser Staat es nicht verdient, verteidigt zu werden!

Als eingefleischter alter Anarchist betrachte ich staatliche Zwangsapparate tatsächlich mit Misstrauen. Als Humanist verstehe ich die Angst biologischer Körper vollkommen, in die unmenschlichen Bedingungen des Krieges zu geraten. Und als Anhänger einer strikten Einhaltung der Menschenrechte empören mich die Missbräuche einzelner Mitarbeiter der Wehrersatzbehörden.

Früher hatten die Steppenvölker ein gutes Instrument – die „Abwanderung“.

Wenn dir etwas nicht gefiel, satteltest du dein Pferd, brachst auf, suchtest neues Land und richtetest dort dein Leben nach deinen Vorstellungen ein.

Aber freies Land gibt es nicht mehr. Alles ist besetzt.

Deshalb beginnt Freiheit heute nicht mehr mit der Flucht. Sie beginnt mit der Verteidigung jener wenigen Orte, an denen der Mensch noch sich selbst gehört.

Genau deshalb sehe ich keinen Widerspruch.

Ich kann den Staat nicht mögen. Ich kann die Bürokratie hassen. Ich kann über Beamte schimpfen.

Aber wenn Menschen kommen, die dem Menschen selbst das Recht nehmen wollen, ein Mensch zu sein, wird die Wahl sehr viel einfacher.

Das „eigene“ Land hat nichts mit Blut und Boden zu tun. Es geht um den Raum menschlicher Selbstbestimmung. Um einen Ort, an dem der Mensch Mensch bleibt.

Besatzung bedeutet nicht bloß einen Wechsel der Kulissen, sondern den Verlust des Lebensraums, der dir gehört.

Die Russen und die Belarussen haben keine eigenen Länder. (Nun, die Russen sollten auch keines haben, solange sie nicht aufhören, Russen zu sein.) Die Ukrainer haben ihr eigenes Land.

Emigration ist derselbe Verlust – nur mit der Möglichkeit, sich einen neuen Raum anzueignen. Aber das ist nicht jedem möglich. Und sie verlangt Jahre eines Daseins als „Halbmensch“. Für viele bleibt die Möglichkeit, diesen neuen Raum zu meistern, eine Illusion.

Der Mensch lebt nicht nur innerhalb seines Körpers. Der Mensch lebt innerhalb einer ganzen Welt, die um ihn herum gewachsen ist.

Die Katze auf der Fensterbank. Kinderzeichnungen am Kühlschrank. Die Schlüssel in der Tasche. Der Baum vor dem Fenster. Die Lieblingsroute durch die Stadt. Menschen, denen man nicht erklären muss, wer man ist. Die Sprache, in der man denkt. Witze, die man ohne Erklärung versteht. Die Gräber der Menschen, die man geliebt hat. All das, was dich zu dem macht, was du bist.

Deshalb ist die Verteidigung des eigenen Landes die Verteidigung des eigenen erweiterten Körpers.

Dazu gehören nicht nur Dinge und Orte, sondern auch das Netz menschlicher Beziehungen und des Vertrauens.

In Tausenden kleiner Interaktionen zwischen Menschen. Im Recht, Nein zu sagen. Im Recht, Ja zu sagen. Im Recht, sich zusammenzuschließen. Im Recht, keine Angst zu haben.

Gemeinsame Regeln. Unsichtbare Vereinbarungen. Die Gewohnheit, einander zu helfen.

Die Möglichkeit, die Regierung zu kritisieren. Die Möglichkeit, einen dummen Beitrag auf Facebook zu schreiben, ohne Gefahr zu laufen, im Keller zu landen. Die Möglichkeit, einen Journalisten, Anwalt oder Abgeordneten anzurufen. Die Möglichkeit, eine Bürgerinitiative, eine Gewerkschaft oder einen Nachbarschaftschat zu gründen.

Die Möglichkeit, Fremden ein wenig mehr zu vertrauen, als es in einem Gefängnis üblich ist.

Die Emigration schneidet weder einen Arm noch ein Bein ab. Sie schneidet einen riesigen Teil dieser erweiterten menschlichen Welt ab, den man anschließend jahrelang wieder nachwachsen lassen muss.

Die Besatzung amputiert all dies. Und lässt keine Möglichkeit zur Regeneration mehr.

Sie sind noch jung, haben einen modernen Beruf und es ist Ihnen egal, wo genau Sie leben?

Aber es gibt Millionen, denen das nicht egal ist. Die nirgendwohin gehen können. Alte Menschen. Hilfsbedürftige. Kinder. Ihre Mütter.

Und es gibt noch Hunderttausende, die bereits gefallen sind. Hunderttausende Verwundete. Hunderttausende, die seit Jahren kein friedliches Leben mehr hatten.

Jeder, der hätte bleiben können, nicht hätte fliehen oder sich entziehen müssen, es aber dennoch getan hat, hat die Lücke in der Verteidigung um einen Zentimeter vergrößert. Hat den Druck auf diejenigen erhöht, die kämpfen. Hat das Risiko für diejenigen erhöht, die nirgendwohin wegkönnen.

Jeder zusätzliche Zentimeter dieser kriechenden, toten Finsternis macht unsere ganze menschliche Welt um einen weiteren Zentimeter kleiner.


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Art der Quelle: Sozialmedia

Autor: Dzmitry Halko.
Veröffentlichung / Entstehung: 16.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Drohnen trafen die Moskauer Raffinerie | Vitaly Portnikov. 16.06.2026.

Am Morgen sehen die Moskauer Rauchsäulen über der wichtigsten Ölraffinerie der russischen Hauptstadt. Obwohl Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin meldet, man habe den Angriff ukrainischer Drohnen abwehren können, überzeugen eben diese Rauchsäulen die Moskauer davon, dass man von diesem Anblick nichts Gutes erwarten sollte, denn die Moskauer Ölraffinerie deckte ungefähr 35 % des Treibstoffbedarfs der russischen Hauptstadt.

Tatsächlich ermöglichten ihre Kapazitäten Moskau, bis zu 50 % seines Benzins und Dieselkraftstoffs zu beziehen. Ganz zu schweigen von den Produkten, die auf den Baustellen der russischen Hauptstadt verwendet wurden – offensichtlich entsprechend allen russischen Regeln des Lebens in einer Stadt, die schneller wächst als jede andere Ortschaft Russlands. Denn bekanntlich wollen in Russland alle, wenn schon nicht in Moskau leben, so doch zumindest dort eine Wohnung besitzen.

Und übrigens ist nicht der letzte Grund dafür die Sicherheit in der russischen Hauptstadt vor dem Hintergrund des Krieges, den Putin gegen die Ukraine begonnen hat. Es geht auch um Sicherheit im Sinne der Konzentration von Luftverteidigungskräften.

Und nun könnte eine durchaus berechtigte Frage entstehen: Warum gelingt es dieser Luftverteidigung nicht, die Sicherheit einer Ölraffinerie zu gewährleisten, die für die Bedürfnisse Moskaus so wichtig ist und sich nur 15 Kilometer vom Kreml und anderen sogenannten Entscheidungszentren der russischen Hauptstadt entfernt befindet? 

Wenn heute Drohnen den Betrieb einer Raffinerie ohne besondere Hindernisse lahmlegen konnten, bedeutet das dann nicht, dass morgen auf dieselbe Weise die Arbeit des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation oder des Generalstabs der russischen Streitkräfte, dieser offensichtlichen terroristischen Organisationen, gestoppt werden könnte?

Doch offensichtlich sorgen sich die Moskauer nicht sonderlich um das Verteidigungsministerium oder den Generalstab. Wenn sie Rauchsäulen über den Gebäuden dieser beiden kriminellen Organisationen sehen würden, würde die Mehrheit dies nicht einmal bemerken. Wenn man jedoch keine Möglichkeit mehr hat zu tanken, wird das zu einem ernsthaften Problem sowohl für das alltägliche Leben in Moskau als auch für die Moskauer Wirtschaft.

Wir verstehen, wie die russische Führung handeln wird. Für Putin ist es wichtig, dass man in Moskau keine Treibstoffkrise bemerkt, die für viele Regionen der Russischen Föderation bereits zur Alltäglichkeit wird. Und dabei geht es natürlich nicht nur um die besetzte Krim, auf der die Urlaubssaison aufgrund ihrer Isolierung vom eigentlichen russischen Territorium faktisch abgesagt wurde. Es geht zum Beispiel auch um die Republik Tatarstan, die zu den Geberregionen der Russischen Föderation und zu den wichtigsten Produzenten von Erdölprodukten für ganz Russland gehört.

Doch Tatarstan ist weit weg. Die Krim kümmert in Russland absolut niemanden und wird trotz aller Berichte der offiziellen Propaganda ohnehin nicht als echtes Russland wahrgenommen. Aber Moskau, Moskau ist eine ernste Angelegenheit – sowohl für die Bewohner der russischen Hauptstadt selbst als auch für alle, die hoffen, eines Tages dort zu leben. Wenn es in Moskau keine Sicherheit gibt, dann gibt es sie nirgendwo im Land Putins.

Der russische Präsident steht vor einer Entscheidung. Man kann natürlich Treibstoff, Diesel und andere Produkte aus anderen Regionen der Russischen Föderation abziehen und so die Voraussetzungen für eine weitere Treibstoffkrise in Russland schaffen. Und meiner Meinung nach wird genau diese Entscheidung getroffen werden, um die Moskauer nicht zu beunruhigen. Man könnte aber auch beginnen, auf den Tankstellen Moskaus Treibstoffmarken einzuführen und damit den Bewohnern der russischen Hauptstadt zeigen, dass der Krieg bereits in ihre Häuser gekommen ist und sich dort für lange Jahre der russisch-ukrainischen Konfrontation niederlassen wird.

Ihr wolltet imperiale Größe? Nun gut, dann bekommt ihr die 2020er- und 2030er-Jahre, in denen eure Autos auf eine Regelung der Situation zwischen Russland und der Ukraine in Garagen warten werden, die sich für euch zugleich in Luftschutzbunker verwandeln. Denn das sind die Realitäten eines endlosen Krieges gegen einen Nachbarstaat.

Wie wird Putins Entscheidung ausfallen? Wird sie traditionell sein, sodass Moskau verschont bleibt und alle Probleme auf die russische Provinz abgewälzt werden? Oder wird beschlossen werden, dem übrigen Russland zu zeigen, dass es auf der Welt doch noch Gerechtigkeit gibt und auch die Moskauer bereit sind, gemeinsam mit der übrigen Bevölkerung unter den Problemen dieses für das Putin-Regime so wichtigen Krieges zu leiden?

Das wird die Antwort auf die Frage sein, nach welchem Plan sich der russisch-ukrainische Krieg in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen wird. Denn wir verstehen immer, dass die Wahl der Gerechtigkeit die gefährlichste Wahl für jede russische Führung ist.

Ruhe in Moskau bedeutet die Möglichkeit, jegliche Maßnahmen sowohl auf außenpolitischer als auch auf innenpolitischer Ebene fortzusetzen, ohne um die Stabilität fürchten zu müssen. Hauptsache, die Moskauer fühlen sich wohl. Hauptsache, die russische Provinz weiß, dass man alle Probleme, die mit Wirtschaft, Krieg und anderen Missständen zusammenhängen, die aus den unprofessionellen Handlungen der aggressiven Tschekistenherrschaft resultieren, hinter sich lässt, sobald man nach Moskau zieht.

Doch andererseits gibt es bei dieser Entscheidung, die der russische Präsident und sein engstes Umfeld bereits heute treffen müssen, noch ein weiteres großes Problem. Diese Entscheidung hängt mit den Unzulänglichkeiten der Luftverteidigungssysteme in der russischen Hauptstadt zusammen.

Denn es ist offensichtlich, dass ganz Russland und auch Moskau sehen, dass Treffer gegen die wichtigsten strategischen Objekte der russischen Hauptstadt möglich sind, dass Moskau genauso brennen kann wie jede andere Stadt auf dem Gebiet der Russischen Föderation, dass Moskau und Krieg für die Bewohner der russischen Hauptstadt nun für viele Jahre der Konfrontation zu Synonymen werden können. Und das hat bekanntlich eine lähmende Wirkung auf das gesamte übrige Russland.

An Putins Stelle würde ich daher ernsthaft darüber nachdenken, dass er praktisch keine gute Wahl mehr hat. Aber ich befinde mich nicht an der Stelle eines Fanatikers, der bereit ist, so lange Krieg zu führen, wie ihm Kräfte und Ressourcen reichen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Дрони вдарили по Московському НПЗ |
Віталій Портников. 16.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 16.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Zelensky vor dem Treffen mit Trump | Vitaly Portnikov. 15.06.2026.

Зеленський перед зустріччю з Трампом. Vitaly Portnikov. 15.06.2026.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky nutzte den Geburtstag seines amerikanischen Kollegen, um ihm zu gratulieren und über das bevorstehende Treffen während des G7-Gipfels zu sprechen. 

Schon die Tatsache dieses Treffens ist bezeichnend. Mehr als vier Jahre nach Beginn des großen russisch-ukrainischen Krieges sind die führenden Staaten der zivilisierten Welt weder in der Lage, die Fortsetzung dieses Konflikts zu ignorieren, noch ihn zu lösen. 

Mehr noch: Der Präsident der Vereinigten Staaten ist offensichtlich daran interessiert, zumindest einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front vor den Kongresswahlen zu erreichen. Denn dies würde von ernsthaften außenpolitischen Erfolgen seiner Administration zeugen.

Die Frage ist, ob dies tatsächlich erreicht werden kann und was Trump und Zelensky bei ihrem bevorstehenden Treffen in diesem Zusammenhang besprechen werden. 

Ich habe immer gesagt, dass das Ende des Krieges in erster Linie von Putin abhängt. Denn wenn der Aggressor seine militärischen Handlungen einstellt, gibt es weder mit einem Waffenstillstand noch mit Frieden irgendwelche Probleme. 

Putin sprach ebenfalls mit Trump und gratulierte ihm zum Geburtstag. Und wir sahen erneut, dass der russische Präsident keinerlei Interesse daran hat, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Dass er daran interessiert ist, dass der Krieg weitergeht, die Ukraine zerstört wird und Zelensky gedemütigt wird. 

Denn während seines Gesprächs mit dem amerikanischen Präsidenten erinnerte dessen russischer Kollege erneut daran, dass er bereit sei, den ukrainischen Staatschef nur in der russischen Hauptstadt zu treffen. Mit anderen Worten: Er lädt Zelensky zur Kapitulation ein.

Allerdings war von Putin auch nichts anderes zu erwarten. Der russische Präsident lebt längst in seiner eigenen Realität und ignoriert beharrlich die Tatsache, dass seine Truppen die erwarteten Ergebnisse nicht erzielen können. Putin ist, wie jeder Diktator, überzeugt, dass die Zeit für ihn arbeitet und dass er es sich leisten kann, beliebig viel Zeit aufzuwenden, um genau die Ziele zu erreichen, die er sich gesetzt hat.

Doch nun hängt das Ende des Krieges nicht nur von Putin ab. Es hängt auch von Zelensky ab. Das heißt davon, wie die Streitkräfte der Ukraine in den kommenden Monaten handeln werden und ob es ihnen gelingt, das russische Wirtschafts- und Energiepotenzial zu erschüttern.

Schon jetzt hören wir Nachrichten, die es in den ersten Kriegsjahren nicht gab: von einer echten Treibstoffkrise, vom Beginn der Isolierung der besetzten Krim, von der Bedrohung jenes Landkorridors, den Russland über die besetzten ukrainischen Gebiete zur Krim geschaffen hat, von Bränden in Betrieben des militärisch-industriellen Komplexes und von Problemen in der russischen Erdölverarbeitung. Und ich habe keinen Zweifel daran, dass all diese Probleme für Russland in den kommenden Monaten und Jahren zunehmen werden.

Die Frage ist eine andere: Wie kann man die Zerstörung der Ukraine, die Vernichtung der ukrainischen Infrastruktur durch russische Angriffe sowie die wachsenden wirtschaftlichen und demografischen Probleme verhindern? Und hier wird es ohne die Hilfe der westlichen Verbündeten, ohne die Hilfe der Vereinigten Staaten, nicht gehen. 

Das ukrainische Luftverteidigungssystem arbeitet unglaublich professionell und neutralisiert faktisch die überwiegende Mehrheit der Angriffe durch Drohnen und Raketen verschiedener Typen. Gegen ballistische Raketen ist es jedoch machtlos, wenn keine Raketen für die Patriot-Systeme vorhanden sind. Und genau dies könnte übrigens ein wichtiges Thema der Gespräche zwischen Trump und Zelensky sein – damit die Ukraine vom Ende der Warteschlange für diese Raketen an die Spitze rückt.

Denn wenn man die russischen Angriffe auf die Ukraine neutralisiert und zugleich die ukrainischen Angriffe auf Russland wirksamer macht, dann ist das der Schlüssel zu einem schnellen Ende des Krieges. Wenn russische Angriffe ihre Ziele nicht erreichen und die russischen Truppen nicht vorankommen – während gleichzeitig ukrainische Angriffe die russische Wirtschaft in die Knie zwingen –, dann wird selbst ein so sturer Tölpel wie Putin gezwungen sein, über die Notwendigkeit nachzudenken, die Kampfhandlungen zu beenden. Zumindest für die Zeit, die er benötigt, um sich auf einen neuen Krieg vorzubereiten. 

Und auch diese Chance sollte man ihm nicht geben – durch die Verwandlung der Ukraine in eine Festung und den weiteren Ausbau des militärisch-industriellen Komplexes unseres Landes, im Bewusstsein, dass das Schicksal der Ukraine ihr Schutz vor Russland ist. Zumindest für die Jahrzehnte der Herrschaft dieses chauvinistischen Regimes im Nachbarland.

Wenn die Vereinigten Staaten eine solche Unterstützung jedoch nicht leisten können und stattdessen die Ukraine zu politischen Zugeständnissen gegenüber Russland und zum Verzicht auf eigene Gebiete drängen, dann wird der gegenseitige Schlagabtausch lediglich beide Länder zerstören und zu keinerlei Ergebnissen führen. Wir werden in einem Krieg leben, der sich von einem Krieg der Armeen zu einem Krieg der Raketen entwickeln kann, und beobachten, wie ballistische Raketen ukrainische Städte in Gebiete verwandeln, die zum Leben ungeeignet sind.

Und das ist ganz sicher nicht das Ende, das man weder in der Ukraine noch in den Vereinigten Staaten erreichen möchte.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Зеленський перед зустріччю з Трампом. Віталій Портников. 15.06.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 15.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Putin ignoriert Zelensky | Vitaly Portnikov. 15.06.2026.

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, erklärte während seines Besuchs der Kyiv-Petscherska Lawra, die in der vergangenen Nacht von den russischen Besatzern bombardiert worden war, dass er dem russischen Präsidenten Putin vorgeschlagen habe, sich während des G7-Gipfels im französischen Évian-les-Bains zu treffen. Und dass bei den Verhandlungen zwischen den Präsidenten Russlands und der Ukraine der Präsident der Vereinigten Staaten sowie europäische Staats- und Regierungschefs anwesend sein sollten.

Der Präsident Russlands reagierte erwartungsgemäß nicht auf diesen Vorschlag seines ukrainischen Kollegen, und Zelensky wertete als Antwort den erneuten massiven Angriff der Russen auf Kyiv und andere ukrainische Städte.

Aus diplomatischer Sicht wirkt schon die Idee eines Treffens während des G7-Gipfels ziemlich merkwürdig. Denn bekanntlich wurde der Präsident Russlands nach der Annexion der Krim und dem Beginn des Krieges im Donbas aus diesem prestigeträchtigen internationalen Klub ausgeschlossen. Selbst als der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, während seiner ersten Amtszeit im Oval Office versuchte, Putin zum G7-Gipfel einzuladen, löste dies eine derart scharfe Reaktion der übrigen Mitglieder des Klubs aus, dass nicht nur die Einladung an Putin, sondern sogar das Treffen selbst abgesagt werden musste.

Damit stellt sich die Frage, ob der französische Präsident Emmanuel Macron überhaupt bereit gewesen wäre, den russischen Staatschef in sein Land einzuladen, selbst wenn Volodymyr Zelensky eine solche Variante mit Donald Trump abgesprochen hätte. Schließlich ist Trump nicht der Gastgeber dieses Treffens. Und die Reaktion des Élysée-Palastes auf diese Idee Zelenskys kennen wir bis heute nicht.

Offensichtlich wäre auch für Putin eine solche Variante eines Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten inakzeptabel gewesen. Es hätte bedeutet, dass nicht der Gastgeber des Gipfels, der Präsident Frankreichs, sondern der Präsident der Ukraine den Präsidenten der Russischen Föderation zur Teilnahme am G7-Gipfel einlädt. Und Emmanuel Macron käme Zelensky lediglich entgegen. Wäre da nicht der Wunsch Zelenskys gewesen, hätte niemand Putin in die Französische Republik eingeladen.

Offensichtlich ist dies ganz sicher nicht das Format einer Begegnung mit dem ukrainischen Präsidenten, das dem russischen Diktator überhaupt in den Sinn kommen würde. Meiner Ansicht nach denkt Putin jedoch grundsätzlich nicht über die Möglichkeit eines Treffens mit Zelensky nach.

Wenn er in seinen öffentlichen Auftritten oder während Telefonaten mit Trump immer wieder sagt, er sei bereit, sich mit Zelensky in Moskau zu treffen, dann hält er dies für einen vollkommen risikofreien Zug, denn sein ukrainischer Kollege wird ganz sicher nicht in die russische Hauptstadt reisen. Auf diese Weise kann er zugleich wie jemand erscheinen, der zu einem Treffen bereit ist, und gleichzeitig jede Möglichkeit einer tatsächlichen Begegnung mit Volodymyr Zelensky zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges ausschließen.

Ich bin weiterhin der Ansicht, dass das Treffen der Präsidenten Russlands und der Ukraine während des wiederbelebten Normandie-Formats in Paris im Jahr 2019 nicht nur das erste, sondern auch das letzte Treffen des russischen und des ukrainischen Präsidenten war.

Putin brach die Kontakte zum Vorgänger Volodymyr Zelenskys, Petro Poroshenko, genau deshalb ab, weil er von seinem ukrainischen Gegenüber nicht die Kapitulation der Ukraine erhielt. Er erwartete, dass Zelensky die Fehler Poroshenkos korrigieren würde, nachdem er den vorherigen ukrainischen Präsidenten bei den Wahlen 2019 besiegt hatte.

Als Zelensky Putin zeigte, dass er nicht zur Kapitulation bereit war, verlor der russische Staatschef das Interesse an ihm und begann stattdessen mit den Vorbereitungen für einen Machtwechsel in der Ukraine sowie für einen Blitzkrieg, der in Kyiv eine Marionettenführung unter Viktor Janukowytsch und natürlich Viktor Medwedtschuk an die Macht bringen sollte.

Haben sich Putins Vorstellungen darüber geändert, inwieweit er sich mit Zelensky einigen könnte? Meiner Ansicht nach haben sie sich bis heute nicht geändert und könnten sich auch in Zukunft nicht ändern. Selbst wenn wir uns vorstellen, dass zwischen Russland und der Ukraine in fernerer Zukunft die Möglichkeit einer Einstellung der Kampfhandlungen und eines Einfrierens des Krieges entsteht, müssten sich die Präsidenten dafür keineswegs persönlich treffen.

Denn wie wir sehen, wurden die Vereinbarungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran unter Vermittlung Dritter getroffen, und Donald Trump hat sich mit keinem Vertreter der iranischen politischen Führung getroffen.

Damit eine solche Möglichkeit jedoch in absehbarer Zeit entsteht, muss man Putin weniger zu einem Treffen auffordern, als vielmehr Schritte unternehmen, die eine Fortsetzung des russischen Krieges gegen die Ukraine unmöglich machen. Dazu gehören die weitere Zerstörung des militärisch-industriellen Komplexes der Russischen Föderation, ihrer Erdölraffinerien und ihrer Erdölhäfen.

Dazu gehört die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung, die verhindern würde, dass ukrainische Städte und Ortschaften in den kommenden Monaten und Jahren dieses zermürbenden Krieges weiter zerstört werden. Und dazu gehört die endgültige Aufhaltung der russischen Truppen an der ukrainischen Front, was dem Präsidenten der Russischen Föderation die Hoffnung auf die Besetzung weiterer ukrainischer Gebiete nehmen würde. Genau diese Faktoren schaffen perspektivisch die Möglichkeit eines Einfrierens dieses Krieges, den Putin bereits 2014 gegen die Ukraine begonnen hat und der 2022 in seine heiße Phase überging.

Und wenn sich solche Umstände tatsächlich als günstig für unser Land erweisen, wird Volodymyr Zelensky Putin nicht immer wieder zu einem Treffen einladen und sein Friedensstreben mit solchen Erklärungen demonstrieren müssen. Dann wird der Präsident der Russischen Föderation selbst ein wirksames Verhandlungsformat initiieren, das zu einer Aussetzung der Kampfhandlungen führt und der Ukraine die Möglichkeit gibt, sich in den Jahren danach in eine Festung zu verwandeln, die sich gegen einen möglichen neuen Angriff der Russischen Föderation mit oder ohne Putin verteidigen kann.

Dies ist die historische Perspektive der Ukraine für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Und in dieser historischen Perspektive muss es möglicherweise überhaupt nicht zu einem Treffen zwischen dem russischen und dem ukrainischen Präsidenten kommen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін ігнорує Зеленського | Віталій Портников. 25.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 15.06.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Maskva

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Doch man erzählt ihnen immer noch,
es sei nur ein kleiner Brand gewesen, doch.
Und wieder läuft im Staats-TV
ein dummes Gerede, ach herrje.

Bewahrt euch euren Optimismus,
denn darin steckt ein Symbolismus.
Die eine Maskva sank hinab,
die andre folgt ihr bald ins Grab.

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Was gut ausgeht, ist am Ende gut,
lasst brennen, was längst keiner brauchen tut.
Bewahrt euch euren Optimismus,
denn darin steckt ein Symbolismus.
Und denk an das Sprichwort dabei sogleich:
„Brennt das Haus, dann brennt der Schuppen gleich!“

Maskva verbrannte und versank,
Maskva ging zu den Haien blank.
Vieles gab’s schon, doch so etwas noch nie,
Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Nun gut – geweint und vergessen ist sie.

Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
А їм розказують про те
Що там просто був пожар
І знов на їхньому рос.тв
Ой, розвели дурний базар
Та зберігайте оптимізм
Бо тут є певний символізм
Одна Москва пішла на дно
І друга піде заодно
Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
Все добре те, що закінчується добре
Нехай собі горить старий непотріб
І зберігайте оптимізм, бо тут є певний символізм
Іще прислів'я пригадай – "згоріла хата, гори й сарай!"
Москва згоріла і втонула
Москва пішла на корм акулам
Все було, та такого ще не було
Ну все, поплакали й забули
Все – поплакали й забули

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Maskva
Autor: Дмитро Осичнюк
Musikgruppe: SPIV BRATIV
Veröffentlichung / Entstehung: 2022
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Lied-Sammlung
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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach,
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Moskau bombardiert die Lawra | Vitaly Portnikov. 15.06.2026.

Das schreckliche Symbol des heutigen massiven Bombardements von Kyiv und anderer Städte der Ukraine wurde das Feuer über der Lawra, der Angriff des Feindes auf dieses große Heiligtum.

Im Zentrum dieses Angriffs stand die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die bereits 1941 auf Befehl aus Moskau auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs gesprengt worden war. Ich gehöre noch zu jener Generation von Kyivern, die die Leere an der Stelle der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Erinnerung hat.

Deshalb wurde ihr Wiederaufbau nicht einfach nur zum Symbol der Rückkehr zum wahren architektonischen Erscheinungsbild eines der wichtigsten Baudenkmäler Kyivs. Es war ein Triumph der Gerechtigkeit, die Möglichkeit, der Welt zurückzugeben, was die Bolschewiki zerstört hatten.

Und nun versucht erneut eine Moskauer Regierung, die Mariä-Entschlafens-Kathedrale zu zerstören, versucht, die Kyiv-Petscherska Lawra zu zerstören, die im Moskauer Staat immer gehasst wurde: sowohl als Symbol des Widerstands gegen die Vereinigung der ukrainischen und moskowitischen Länder als auch als großes Heiligtum, mit dem die Kirchen von Wladimir an der Kljasma, Susdal oder Moskau selbst nicht konkurrieren konnten. Deshalb versuchte man immer, diese Lawra zu schänden, zu zerstören, zu besetzen und dort eine eigene Agentur aufzubauen.

Und nun ist man erneut zum Niederbrennen übergegangen. Die Kyiv-Petscherska Lawra ist nicht das einzige für die Ukraine wichtige Objekt, das durch russische Bombardierungen in Brand gesetzt werden sollte. Auch die Oleksandr-Dowschenko-Filmstudios wurden getroffen, auch auf ihrem Gelände brannten Feuer.

Angriffe auf Wohnhäuser sind bereits Alltag russischer Attacken auf Kyiv und andere ukrainische Städte. Besonderes Mitgefühl möchte ich den Angehörigen der Charkiwer Rettungskräfte aussprechen, die bei einem erneuten Angriff der Besatzer auf diese ukrainische Stadt getötet wurden. Getötet wurden Menschen, die versuchten, andere zu retten, die versuchten, einen Brand zu löschen.

Das erinnert erneut daran, dass diejenigen, die Krieg gegen die Ukraine führen, keinen Funken Menschlichkeit und keinen Respekt besitzen – weder gegenüber großen Heiligtümern noch gegenüber Menschen, die der edlen Aufgabe der Rettung anderer nachgehen.

Und hier kann man klar sagen, dass wir in eine neue Phase des russisch-ukrainischen Krieges eingetreten sind. Es ist die Phase der Zerstörung großer Städte.

Sie hat nicht zufällig begonnen, natürlich nicht erst heute, aber das Feuer in der Lawra ist ihre symbolische und bedeutende Fortsetzung. Man könnte sagen: Putins Akzentsetzung zum Jubiläum des amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

Der russische Machthaber nutzt den Mangel an Raketen für Patriot-Systeme aus, damit seine ballistischen Raketen ukrainische Städte ungehindert in zusammenhängende Ruinenlandschaften verwandeln können.

Dahinter steht die Hoffnung, dass eine solche Zerstörung die ukrainische Führung zur Kapitulation vor Moskau zwingen wird. Dahinter steht auch die Hoffnung, einen Sieg im demografischen Krieg zu erringen.

Ich erinnere daran, dass der Krieg Russlands gegen die Ukraine auch eine offensichtliche demografische Dimension hat. Wenn es nicht gelingt, das gesamte Territorium zu erobern, dann muss dieses Territorium zumindest entvölkert werden. Die Ukrainer sollen dazu bewegt werden, in andere Länder auszuwandern, die großen Städte zu verlassen und entweder aufs Land oder in kleinere Städte umzuziehen.

Hinzu kommt die ernsthafte Hoffnung, schließlich eine neue Migrationskrise im von Putin gehassten Europa auszulösen und damit den Aufstieg ultrarechter und ultralinker Radikaler an die Macht zu fördern, die bereit sind, mit Moskau zusammenzuarbeiten, die europäische Integration der Ukraine zu beenden und letztlich dazu beizutragen, dass ukrainische Gebiete zu einem untrennbaren Bestandteil Russlands werden – jenes Russlands, mit dem diese ultrarechten und ultralinken Radikalen zusammenarbeiten wollen, ohne überhaupt zu begreifen, dass sie später selbst zum nächsten Opfer des gierigen russischen Imperialismus werden.

Es gibt also einen technologischen Aspekt, einen demografischen Aspekt und einen ideologischen Aspekt. Und all diese Aspekte, die wir in den kommenden Monaten dieses grausamen Krieges noch erleben werden, sind im Brand der Lawra zusammengekommen.

Und nun natürlich der wichtigste Punkt. Wird es uns gelingen, Russland so zu antworten, dass in der russischen Führung der Wunsch entsteht, diese sorgfältig ausgearbeitete Kampagne zur Verwandlung ukrainischer Städte in unbewohnbare Orte zu beenden – durch Schläge gegen die Russische Föderation selbst? Aber Schläge solcher Art, die Russland tatsächlich der Ressourcen berauben, die es zur Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges benötigt. 

Denn davor, russische Städte in dieselben Ruinen zu verwandeln, fürchtet man sich im Kreml nicht besonders. Ein solches Leben ist den Russen eigen, die stets bereit waren, für die Eroberung fremder Gebiete so lange zu leiden, wie es für den Erfolg ihrer aggressiven Armee notwendig war, um noch etwas mehr zu erobern, das nicht Teil ihres riesigen, aber hilflosen Staates ist.

Wenn es jedoch neben der wechselseitigen Reaktion auf beiden Seiten der russisch-ukrainischen Grenze dazu kommt, dass Russland die Ressourcen zur Fortsetzung dieses Krieges ausgehen, dann kann man sich vorstellen, dass in der russischen Führung unter Putin mit der Zeit die Idee entsteht, zumindest die Zerstörung ukrainischer Städte auszusetzen, wenn schon nicht den Krieg selbst.

Und hier ist auch die Beteiligung der internationalen Gemeinschaft wichtig, die Hilfe für die Ukraine, damit wir zumindest in der Lage sind, ballistische Angriffe abzufangen.

Die schrecklichen Bilder der brennenden Lawra werden die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft für kurze Zeit wieder auf den russisch-ukrainischen Krieg lenken – vor dem Hintergrund der Versuche zu verstehen, wie der amerikanische Krieg gegen den Iran enden wird und ob es gelingt, die Straße von Hormus zu öffnen und der Welt zumindest die Hoffnung auf einen normalen wirtschaftlichen Zustand zurückzugeben.

Und diesen Moment, diese Erinnerung an die Moskauer Barbarei, muss man nutzen, um den neuen Plänen Moskaus zur straflosen Zerstörung der Ukraine zuvorzukommen.


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Titel des Originals: Москва бомбардує Лавру | Віталій
Портников. 15.06.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 15.06.2026.
Originalsprache: [uk/ ru/ en]
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