Heute treffen sich in Miami die Sondergesandten des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff und Jared Kushner, mit einer ukrainischen Delegation, der der Leiter des Präsidentenbüros Kyrylo Budanow, sein erster Stellvertreter Serhij Kyslyzja, der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates Rustem Umjerow sowie der Vorsitzende der Fraktion der Partei „Diener des Volkes“ in der Werchowna Rada der Ukraine, Dawyd Arachamija, angehören.
Bei dem Treffen wird es um die Suche nach Wegen zu einem Frieden im russisch-ukrainischen Krieg gehen. Wie beide Seiten jedoch betonen, wollen sich die USA derzeit vor allem auf die Frage einer Waffenruhe im Energiebereich konzentrieren. In Washington ist man der Ansicht, dass der bevorstehende Winter sowohl in der Ukraine als auch in Russland Besorgnis auslösen könnte und sich dadurch eine reale Möglichkeit bietet, einen Kompromiss zwischen den beiden Seiten zu finden.
Die ukrainische Seite hat selbstverständlich ihre Bereitschaft erklärt, die Vorschläge der US-Präsidialverwaltung zu einer solchen Waffenruhe im Energiebereich zu erörtern. In der Administration des Präsidenten der Russischen Föderation, Putin, zeigte man erwartungsgemäß keinerlei Interesse an den amerikanischen Vorschlägen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Witkoff und Kushner nach den Verhandlungen mit der ukrainischen Delegation in die russische Hauptstadt reisen werden. Natürlich nur, wenn man dort überhaupt mit ihnen sprechen möchte.
Ein wichtiger Bestandteil der Verhandlungen zwischen Moskau und Washington ist bekanntlich die Frage des Verkaufs von Aktien des Unternehmens Lukoil, über die die Sondergesandten des US-Präsidenten bei ihrem letzten Besuch in der russischen Hauptstadt persönlich mit dem russischen Präsidenten Putin gesprochen haben. Wir verstehen, dass Vertreter der US-Präsidialverwaltung an diesem Aktienverkauf interessiert sein könnten. Aber auch in Putins Administration könnte es Menschen geben, die daran interessiert sind, mit diesen Vereinbarungen Milliarden US-Dollar zu verdienen. Ganz zu schweigen vom russischen Staatshaushalt, der dadurch zusätzliche Mittel für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges erhalten würde.
Wenn es aber bei den Lukoil-Aktien sowohl ein amerikanisches als auch ein russisches Interesse gibt, dann lässt sich hier möglicherweise eine gewisse Grundlage für einen Kompromiss finden, der gerade mit einer Waffenruhe im Energiebereich zwischen Moskau und Kyiv verbunden wäre, zumindest für einen kurzen Zeitraum. Und möglicherweise setzt man im Weißen Haus genau darauf.
Das heißt, in Moskau hofft man, dass Trump den Köder der milliardenschweren Aktien des russischen Ölgiganten geschluckt hat. Und in Washington könnte man hoffen, dass Moskau den Köder geschluckt hat, diese Milliarden Dollar zu erhalten. Die Zeit wird zeigen, wessen Hoffnungen realistischer waren.
Die Verhandlungen sind aber auch deshalb tatsächlich ziemlich ernst zu nehmen, weil es neben den Gesprächen mit den Sondergesandten des US-Präsidenten auch Verhandlungen in erweiterter Besetzung geben wird. Die nationalen Sicherheitsberater Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands sowie Vertreter der Europäischen Union und der NATO sind in die USA gereist. Unter ihrer Beteiligung sowie unter Beteiligung der Vertreter der ukrainischen und der amerikanischen Delegation wird in erweiterter Besetzung eine Verhandlungsrunde stattfinden, bei der es um Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines möglichen künftigen Endes des russisch-ukrainischen Krieges gehen wird, aber auch um Garantien für den Wiederaufbau der Ukraine, wiederum für die Nachkriegszeit.
Natürlich kann man diese Gespräche für etwas aus dem Bereich der politischen Science-Fiction halten. Denn wie wir sehen, gibt es schlicht keine objektiven Umstände, die es uns erlauben würden, von einem baldigen Ende des russisch-ukrainischen Krieges zu sprechen. Und selbst die Vertreter des Weißen Hauses haben inzwischen aufgehört, an diese Utopie zu glauben, über die Donald Trump einst während seines Wahlkampfes und auch in den ersten Monaten nach seiner Rückkehr ins Oval Office so selbstsicher nachgedacht hatte.
Aber entscheidend ist hier nicht das, was mit dem Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg zusammenhängt. Entscheidend ist, schon heute die Frage der Finanzierung zu erörtern. Denn es ist offensichtlich, dass die ukrainische Wirtschaft schwere Schläge durch den Feind erleidet und auch weiterhin erleiden wird. Dieser versucht, alles zu zerstören, was dem ukrainischen Staatshaushalt Geld einbringt, das notwendig ist, um den ukrainischen Widerstand gegen die russische Aggression aufrechtzuerhalten. Deshalb kann die Ukraine heute als Staat nur dank der Hilfe ihrer westlichen Partner existieren. Ohne diese Hilfe könnte die Ukraine schneller von der politischen Weltkarte verschwinden, als die russische Armee ihre Grenzen erreichen könnte.
Somit bleibt die Frage der Unterstützung der Ukraine durch unsere europäischen Verbündeten unter Bedingungen, in denen die Vereinigten Staaten keine solche Hilfe leisten, ein wichtiger Bestandteil des Verhandlungsprozesses und der kommenden Jahre der erbitterten russisch-ukrainischen Konfrontation.
Denn Russland selbst verfügt schlicht und einfach nicht über solche Reserven für diesen Kampf. Russland kann nur auf die Einnahmen aus seinem Öl und seinem Gas hoffen. Und deshalb ist es so wichtig, die Erdölverarbeitungsindustrie der terroristischen Föderation zu zerstören, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem irgendeine Waffenruhe erreicht wird, falls es überhaupt dazu kommt.
Und Russland kann darauf hoffen, dass seine Energiesponsoren weiterhin seine Energieträger kaufen und auf diese Weise Dollar, Yuan und Rupien in den russischen Staatshaushalt fließen lassen, der inzwischen fast vollständig darauf ausgerichtet ist, der russischen Armee bei der Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine zu helfen. Aber ohne dieses Geld kann Russland nicht existieren. Während die Ukraine dank westlicher Hilfe existieren kann.
Allerdings denke ich, dass europäische Beamte der ukrainischen Delegation erklären könnten, dass es ohne die Verabschiedung jener Gesetze durch die Werchowna Rada der Ukraine, die für den Erhalt europäischer Gelder notwendig sind, und ohne die Einbringung dieser Gesetze durch die ukrainische Regierung kein Geld geben wird. Und das wird sich sowohl auf die Verteidigungsfähigkeit der ukrainischen Armee als auch auf die Möglichkeiten gewöhnlicher Ukrainer auswirken, die kommenden dramatischen Monate des russisch-ukrainischen Krieges zu überleben.
Mir bleibt nur zu hoffen, dass die ukrainische Führung vor dem Hintergrund dieser Verhandlungen ihre inkompetente Selbstüberschätzung aufgibt, die bereits zum wichtigsten Kennzeichen Kyivs auf der internationalen Bühne geworden ist, und endlich beginnt, das zu tun, was unsere Partner von uns verlangen, damit sie uns Geld zum Überleben geben können.
Aus dieser Sicht müssen die Verhandlungen der ukrainischen Delegation in Miami also sowohl zu einem wichtigen Bestandteil einer Vereinbarung über dieses Überleben werden als auch zumindest eine Chance bieten, dass der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky und sein engstes Umfeld eine realistischere Haltung gegenüber der Welt und ihren Realitäten entwickeln. Wozu sonst führen die Vertreter eben dieses engsten Umfelds jetzt diese verantwortungsvollen Verhandlungen in Washington?
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Портников. 09.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:09.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Vor dem Hintergrund der Eskalation des Kriegsgeschehens, der verstärkten russischen Angriffe auf Kyiv und andere ukrainische Städte, der nuklearen Drohungen des Präsidenten der Russischen Föderation und der Tatsache, dass echte Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine praktisch noch gar nicht begonnen haben, sowie der offensichtlichen Weigerung der Russen, nach den Besuchen der Sondervermittler des amerikanischen Präsidenten, Steve Witkoff und Jared Kushner, in Moskau und Kyiv irgendwelche Verhandlungen zu führen, tauchen neue Erklärungen über die Notwendigkeit von Verhandlungen mit Moskau und sogar Friedenspläne auf, die in Zeitschriften veröffentlicht werden.
Natürlich kann man sagen, dass dies keine besonders große Bedeutung hat, denn Friedenspläne sind ein ebenso fester Bestandteil dieses Krieges wie der Krieg selbst. Erinnern wir uns einfach daran, wie viele Friedenspläne vom Büro des ukrainischen Präsidenten ausgearbeitet und von Volodymyr Zelensky bei zahlreichen öffentlichen Auftritten vorgestellt wurden und wie zahlreiche Friedensforen stattfanden, darunter auch große Foren in der Schweiz.
Und im Grunde verstehen wir sehr gut, worin der Grund für diese Aufmerksamkeit gegenüber den gegenwärtigen, vermeintlichen Friedensvorschlägen liegt. Der erste Grund sind die Meinungsumfragen, die zeigen, dass einerseits sehr viele Ukrainer erkennen, dass der Krieg noch lange dauern wird, andererseits aber fast die Hälfte der Befragten, tatsächlich die Hälfte der Befragten, bereit ist, für ein Ende des Krieges territoriale Zugeständnisse zu machen. Und sehr viele Menschen sprechen sich für Friedensverhandlungen aus. Vor diesem Hintergrund entsteht nun der Friedensplan von Oleksij Hontscharenko.
Warum gerade Oleksij Hontscharenko erneut so viel Aufmerksamkeit bei Menschen findet, die den politischen Prozess in der Ukraine verfolgen, wenn man das überhaupt einen politischen Prozess nennen kann, ist meiner Meinung nach ebenfalls verständlich. Wenn nur Danylo Hetmanzew oder der Bürgermeister von Charkiw, Terechow, mit solchen Worten über die Notwendigkeit von Friedensverhandlungen und die Suche nach Wegen zum Frieden auftreten würden, bin ich sicher, dass die meisten Menschen dem keinerlei Aufmerksamkeit schenken würden. Denn im Grunde erwartet man von Vertretern eines solchen, ich würde sagen, politischen Lagers, das mit dem Präsidenten und seiner Partei verbunden ist, genau solche Worte.
Was den Vorschlägen Hontscharenkos Gewicht verleiht, ist die Tatsache, dass er Mitglied der Fraktion der Partei Europäische Solidarität ist. Und die Fraktion selbst distanziert sich nicht vollständig von seinem Vorschlag und schließt ihn nicht aus der Fraktion aus. Und dann entsteht folgender Gedanke: „Nun, wenn sogar Menschen aus dem nationaldemokratischen Lager anfangen, über Friedensverhandlungen nachzudenken, dann ist die Situation vielleicht tatsächlich so, ich würde sagen, katastrophal, was unsere Wahrnehmung der Realität und die Fähigkeit der Regierung betrifft, die Lage im Hinblick auf einen Sieg angemessen einzuschätzen.“ Das ist es, was tatsächlich geschieht.
Ich denke, dass Oleksij Hontscharenko, wenn er seine Beiträge in sozialen Netzwerken oder Blogs mit Friedensplänen veröffentlicht, sehr genau weiß, dass gerade dieser Nimbus eines Mitglieds der Fraktion der Europäischen Solidarität ihm erhöhte Aufmerksamkeit verschafft. Wäre er nicht Mitglied dieser Fraktion, sondern Mitglied irgendeiner anderen Fraktion oder Abgeordnetengruppe, würde praktisch niemand diesen Vorschlägen größere Aufmerksamkeit schenken. Vielleicht würde man ihnen auf lokaler Ebene Aufmerksamkeit schenken, irgendwo in Hontscharenkos Wahlkreis, irgendwo in Hontscharenkos Stadt, aber nicht auf gesamtstaatlicher Ebene.
Doch hier muss man einfach die tatsächlichen Möglichkeiten von Verhandlungen mit Russland und die tatsächlichen Möglichkeiten irgendwelcher Friedenspläne erörtern. Wiederum vom Standpunkt des Realismus aus und nicht aus dem der Träume. Und mir scheint, dass dies der wichtigste Punkt ist, wenn es darum geht, wie wir künftig die Entwicklung des Krieges oder den Verhandlungsprozess betrachten werden, wie Sie wollen.
Das Erste, was wir meiner Meinung nach tun müssen, ist, uns nicht über unsere eigenen Ziele klar zu werden, denn es ist offensichtlich, dass wir Frieden wollen, dass wir territoriale Integrität wollen, dass wir Souveränität wollen und dass wir Unabhängigkeit wollen. Und auf etwas wie Territorium könnte man dann um des Friedens willen verzichten, damit einfach keine Granaten mehr fliegen, keine Drohnen und Raketen mehr einschlagen, wenn wir das nicht verhindern können und der Feind Territorium braucht. Aber ich vertrete weiterhin eine These, die meiner Meinung nach sehr wichtig ist: Russland braucht überhaupt kein bestimmtes Territorium, und jeder Versuch der Ukrainer, sich von Putin mit Territorium freizukaufen, wird keineswegs mit einem Erfolg enden, sondern mit Schande, Krieg, Zusammenbruch und Tod.
Denn damit die Ukrainer die Ziele Russlands begreifen, müssen sie vor allem die russische Staatlichkeit verstehen und, wenn Sie so wollen, ihren Provinzialitätskomplex überwinden. Russland kann, und darüber sprach nicht nur Putin, darüber sprach nicht nur Solschenizyn, darüber sprachen Brzeziński und andere westliche Politikwissenschaftler und Denker, ohne die vollständige Kontrolle über das Territorium der Ukraine kein wirklich ernst zu nehmendes Imperium sein.
Das mag den Ukrainern gefallen oder nicht gefallen, aber es ist eine offensichtliche Tatsache, die jeder versteht, der seit vielen Jahrhunderten den russischen Staat regiert. Schließlich hat mir Boris Jelzin einst persönlich genau dasselbe gesagt: „Mit der Ukraine bin ich Präsident eines europäischen Staates, ohne die Ukraine bin ich Präsident eines asiatischen Staates.“ So ist es auch. Das ist nicht etwa unwahr. Das ist wahr.
Die Kontrolle über die Ukraine ermöglicht es Russland, Mitteleuropa zu kontrollieren und ein wichtiger Teilnehmer am geopolitischen Weltkonzert zu sein. Das Fehlen dieser Kontrolle verwandelt Russland in einen peripheren Staat Eurasiens und einen Satelliten Chinas, zu dem Russland letztlich auch geworden ist. Aus chauvinistischer Sicht ist die Wiederherstellung der Kontrolle über die Ukraine ein absolut logischer Schritt für jeden, der im Kreml sitzt.
Es kann lediglich unterschiedliche Methoden geben, diese Kontrolle zurückzugewinnen. Es können politische und wirtschaftliche Methoden sein, wie bei Jelzin, es kann Erpressung mit Energielieferungen sein, wie beim frühen Putin, es kann Krieg sein, wie beim späten Putin. Aber die Instrumente werden immer eingesetzt werden, denn für eine solche expansionistische Zivilisation wie Russland bedeutet der Verlust der Kontrolle über einen so großen Teil des Territoriums in Europa den Zusammenbruch. Und wer wünscht seinem Staat den Zusammenbruch? Welcher Chauvinist wünscht seinem Imperium den Zusammenbruch?
Und was können Sie den Russen empfehlen, wenn sie nicht die Kontrolle über die Ukraine herstellen sollen? Womit wollen Sie sich von ihnen freikaufen? Mit dem Donbas? Der Donbas und die Krim sind ein Brückenkopf für die Besetzung der gesamten Ukraine. Die Ukraine selbst ist ebenfalls ein Brückenkopf für die Kontrolle über Europa. Mit der russischen Sprache? Die russische Sprache ist den Russen scheißegal. Sie ist für sie ausschließlich ein Instrument, erstens, um die Bevölkerung mithilfe solcher zivilisatorischen Tricks in Schach zu halten, und zweitens, damit es immer einen Vorwand für einen Angriff gibt, um das zu schützen, was mit ihrer Zivilisation verbunden ist.
Die russische Sprache und die russische Kirche sind den Russen nicht wichtig. Sie reagierten überhaupt nicht, als ihren Landsleuten in Turkmenistan die russische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Es gab nicht einmal eine Protestnote, weil Turkmenistan sie derzeit als Gebiet für eine Expansion nicht interessiert. Wenn es sie interessieren wird, werden sie sich sofort daran erinnern. Deshalb sollte man ihnen nichts anbieten, womit man die Russen ohnehin nicht aufhalten kann.
Versuchen wir also zu verstehen, nicht einmal die Bewertung dieser Situation, sondern gerade das, was Oleksij Hontscharenko den Ukrainern in seinem Friedensplan vorschlägt. Er sagt, dass es unmöglich sei, ein großes Dokument zu unterzeichnen, und dass man schrittweise vorgehen müsse, mit einzelnen Dokumenten. Die wichtigste Frage bleibt: Wozu braucht der Präsident der Russischen Föderation, der russische Staat, das russische Volk das? Wozu sollen sie irgendetwas in Teilen unterzeichnen, wenn Putin glaubt, dass er Kyiv zerstört? Wenn Putin sieht, dass bereits die Hälfte der Ukrainer bereit ist, Territorien abzutreten, wenn er Hontscharenkos Friedenspläne sieht, bedeutet das für ihn, dass man nur den Druck verstärken, mehr töten, mehr zerstören und die Kapitulation stärker erzwingen muss. Heute werden irgendwelche Friedenspläne vorgeschlagen, und morgen wird man einfach die weiße Fahne hissen. Sodass jedes solche Dokument zweifellos zugunsten Russlands ausfallen würde.
Übrigens möchte ich Sie daran erinnern, dass gerade heute der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, klar gesagt hat: „Das sind unsere drei Bedingungen für den Frieden: Alle in die russische Verfassung aufgenommenen Gebiete, die Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sowie die Krim, müssen vollständig unter russische Kontrolle übergeben und als russisch anerkannt werden. Eine neutrale Ukraine, wie Sie verstehen, entwaffnet, und die russische Sprache, die russische Kirche und all das andere.“
„Das ist die Antwort auf alle Friedensvorschläge. Ja, wir hören sie in Russland. Beenden wir den Krieg auf dieser Grundlage. Aber Sie verstehen doch, dass man Ihnen anschließend, sobald Sie alle vier Regionen übergeben haben, Saporischschja, Kramatorsk, Slowjansk und Cherson verlassen haben, sofort sagen wird, dass eine Pufferzone nötig ist. Wer wird Ihnen glauben? Ja, die Hälfte des Gebiets Sumy, die Hälfte des Gebiets Charkiw, die Hälfte des Gebiets Poltawa, denn das wird eine Pufferzone für die bereits neuen Territorien sein. Und natürlich können wir Sie erneut angreifen, wenn Sie kein richtiges Gesetz über die russische Sprache verabschiedet haben, zumal Sie dann schon keine Armee mehr haben.“
Nun, so ist das. Wiederum glaube ich, dass alles, was Medwedew oder Putin über diese russische Sprache, die russische Kirche oder die Übergabe der vier Gebiete sagen, ausschließlich dazu dient, die Kapitulationsstimmung und die Zwietracht in der Ukraine zu verstärken. Wenn Sie so wollen, um die Möglichkeit eines Bürgerkrieges zu provozieren.
Nun weiter. Das Friedensdreieck. Hontscharenkos Vorschlag. Russland, die Ukraine und irgendein drittes Land, das hier Vermittler und Garant sein könnte. Vorgeschlagen wird beispielsweise die Türkei für die Sicherheit des Schwarzen Meeres. Die Türkei hat keinerlei ernsthaften tatsächlichen Einfluss auf die Russische Föderation. Als Putin unter türkischer Vermittlung das Getreideabkommen mit der Ukraine schloss, war das gewissermaßen ein Geschenk an Recep Tayyip Erdoğan dafür, dass er in der Übergangszeit für russische Oligarchen, russische Beamte und Putins Familie komfortable Bedingungen geschaffen, keine Sanktionen gegen Russland verhängt, weiterhin Gas und Öl über Turkish Stream bezogen und all diesen Menschen damit praktisch einen unglaublichen Komfort in seinem eigenen Land ermöglicht hatte. Das war Putins Antwort darauf.
Aber vergessen Sie wiederum nicht, dass Erdoğan selbst bei der gegenwärtigen Lage der türkischen Wirtschaft dieses billige russische Gas braucht, dass sich auch die türkische Wirtschaft dank der Experimente ihres eigenen Präsidenten nicht im besten Zustand befindet. Und vergessen Sie noch etwas nicht. Russland blieb nur sehr kurze Zeit in diesem Getreideabkommen. Als Putin entschied, dass er Erdoğan nichts mehr zu bezahlen hatte, stieg er aus diesem Getreideabkommen aus.
Russland blieb einige Monate in diesem Getreideabkommen, und danach konnten wir Getreide nur deshalb liefern, weil es uns gelungen war, auf militärischem Wege einen Korridor durch das Schwarze Meer zu schaffen, den Russland nicht wirksam unter Beschuss nehmen und zerstören konnte. Genau so, wie jetzt bestimmte Schiffe langsam durch die Straße von Hormus fahren können. Nicht weil sie wieder freigegeben wäre, sondern weil sie über diese militärtechnische Möglichkeit verfügen. Ja, und auch wir hatten die militärtechnische Möglichkeit, das blockierte Schwarze Meer zu durchqueren.
Sobald Russland die militärtechnischen Möglichkeiten für eine vollständige Blockade der Route hatte, blockierte es sie. Damit war das gesamte Abkommen beendet. Und übrigens nahm Putin danach nie wieder irgendwelche Rücksicht auf Erdoğan und seine Leute. Überhaupt keine. Was Erdoğan ihm auch sagte. Denn Putin respektiert wie ein Straßenjunge keine Worte, sondern Taten. Wenn Erdoğan weiter zusammenarbeitet, keine Sanktionen verhängt, russische Energieträger bezieht und die Türkei als einen solchen sicheren Hafen für russische Geschäfte erhält, dann ist doch alles wunderbar. Was braucht man noch?
Alles andere ist Gerede über nichts. Wofür kann die Türkei eine Garantie bieten, wenn man in Moskau auf diese Türkei pfeift? Nun, wenn man die Sache realistisch betrachtet, wenn die Türkei ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland nicht überwinden kann, wenn es für sie vorteilhaft ist, mit Russland Handel zu treiben. Sie gehört zum Globalen Süden, wo man überhaupt nicht versteht, warum man wegen der Aggression eines anderen die Wirtschaftsbeziehungen abbrechen sollte. Worin bestehen dann ihre Möglichkeiten als Garant?
Gut. „Wenn der Kreml die Vereinbarungen bricht“, schreibt Hontscharenko, „dann zerstreitet er sich bereits mit Ländern, mit denen er sich überhaupt nicht zerstreiten möchte.“ Der Kreml hat die Vereinbarungen mit der Türkei gebrochen. Nichts ist geschehen. Er hat Erdoğan einfach ins Gesicht gespuckt, und was dann? Nichts. Erdoğan läuft nun schon seit vielen Jahren mit diesem bespuckten Gesicht herum. Es gibt kein Getreideabkommen mehr. Das ist eine völlig offensichtliche Sache.
Die Türkei, Ägypten und Saudi-Arabien. Drei Länder, auf die man in Moskau, wie Sie gesehen haben, nicht besonders viel Rücksicht nimmt und die Moskau nicht einmal während des Iran-Krieges interessierten. Russland half dem Iran nach Kräften, obwohl es sehr genau wusste, dass der Iran Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate bombardieren würde, die Putin zuvor besucht und wo er alle Scheichs geküsst hatte. Und dann hielt der Iran faktisch dank russischer und chinesischer Hilfe stand und bombardierte Dubai und die Ölquellen Saudi-Arabiens. Und nichts geschah. Niemand im Kreml bekam irgendwie Angst vor der Türkei, vor Saudi-Arabien oder vor den Emiraten. Großartige Garanten.
Auch im Energiebereich sollen wiederum Länder Garanten sein, die Russland feindlich gegenüberstehen: Deutschland, Frankreich, die USA und Japan, die bereits Sanktionen gegen Russland verhängt haben, mit deren Märkten Russland überhaupt nichts mehr zu tun hat, die es destabilisiert und denen es mit Krieg droht. Zumindest, wenn es um Deutschland, Frankreich und Japan geht. Und diese Länder sollen Garanten eines Friedensabkommens im Energiebereich sein. Nun, wieder völliger Unsinn. Feinde können keine Garanten sein. Für Russland sind diese Länder Feinde. Über Saudi-Arabien habe ich Ihnen bereits erzählt.
Dann gibt es noch den großen Garanten China. Diese ewige Hoffnung auf China ist noch eine weitere, ich würde sagen, absolute politische Heuchelei vieler Vertreter der ukrainischen Elite. Niemand kann irgendwie begreifen, dass China dieser Krieg im Grunde nützt. Was soll es da garantieren? All dieses Gerede darüber, dass China Probleme mit dem Transit habe. China hat keinerlei Probleme mit dem Transit. Das sind nicht seine wichtigsten Transitrouten. Es wird das überstehen.
Und was gewinnt China durch den russisch-ukrainischen Krieg? Russland wird strategisch geschwächt. Und das kommt China vollkommen entgegen, denn China möchte gerade nicht besonders, dass Russland ein Hegemon in Europa ist. Es möchte, dass Russland sein Satellit ist. Der Westen wird geschwächt, die westliche Einheit wird zerstört, die Unfähigkeit der Vereinigten Staaten, ihren Verbündeten tatsächlich zu helfen, wird demonstriert.
Faktisch leben wir in einer bipolaren Welt. Ich habe schon mehrfach gesagt, dass diese bipolare Welt genau bis zu jenem Tag bestehen bleiben wird, an dem der russisch-ukrainische Krieg endet. China hat ein Interesse daran, dass dieser Krieg im Grunde nicht endet.
Vergessen Sie dieses China. Denn wenn wir diesen Krieg gewinnen, wird Russland zurückgeschlagen sein. Es wird seine Niederlage anerkennen. Der Westen wird darüber triumphieren, dass er uns geholfen hat, standzuhalten. Wir werden Teil der Europäischen Union sein und vielleicht auch der NATO. Dann wird im Grunde die unipolare Welt unter Führung der G7-Staaten und vor allem der Vereinigten Staaten von Amerika erhalten bleiben.
Dass Donald Trump dies nicht versteht, der überhaupt ebenfalls in irgendeiner völlig eigenen Welt kindlicher Wahnvorstellungen lebt, bedeutet nicht, dass es nicht so ist. Faktisch hängt die Zukunft Amerikas und seines Einflusses vom Ende des russisch-ukrainischen Krieges ab. Aber wiederum kann Xi Jinping verstehen, was Trump nicht versteht.
Weiter, der nächste Punkt. Und was wird geschehen, wenn Russland gewinnt? Dann wird es eine multipolare Welt geben, die China überhaupt nicht braucht. Russland wird zum dritten Pol dieser Welt, zum Gendarmen Europas, zu einem Land, das alle einschüchtern wird. In Europa werden einer nach dem anderen prorussische rechtspopulistische oder linkspopulistische Politiker an die Macht kommen. Und sie werden sich an Moskau orientieren, nicht an Peking und Washington.
Deshalb wird China alles Mögliche tun, damit der Krieg in der Ukraine nicht endet. Es wird Ihnen überhaupt nichts garantieren. Lassen Sie es in Ruhe. Begreifen Sie seine Rolle und seinen Platz. Denken Sie darüber nach, wie sehr diese Rolle und dieser Platz gerade in den letzten Jahren gewachsen sind. Schon 2022 war das zu sehen. Dafür muss man kein Parlamentsabgeordneter sein. Zum ersten Mal war bei einer Sitzung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit Xi Jinping der Gastgeber, ganz allein, und Putin war einfach nur einer der Staatschefs der ehemaligen Sowjetrepubliken. Er saß dort irgendwo auf einem Stühlchen. So etwas hatte es noch nie gegeben. Glauben Sie etwa, Xi Jinping sei blind?
Mich interessiert, ob das unsere nationale Idee ist: dass wir glauben, jemanden täuschen zu können, wenn wir uns selbst täuschen. Aber um uns herum sitzen keine Idioten. Und Diktatoren sind ebenfalls keine Idioten. Sie kennen ihren Vorteil. Niemand wird sich zu unseren Gunsten wie ein Idiot verhalten, wenn er seine eigenen Interessen hat.
Gut, mit den Garanten haben wir uns befasst. Es ist wiederum absolut unverständlich, warum Russland auf all diese Garantien, auf all diese Länder Rücksicht nehmen sollte, wenn es ein ganz konkretes geopolitisches Ziel hat: ein Imperium zu sein und seine Expansion fortzusetzen. Wenn einfach Länder um des Aufzählens willen aufgezählt werden, müssen wir eine einfache Sache klar begreifen. Das Schicksal des Vatikans, der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz interessiert Russland nicht. Russland hat das in den vergangenen Jahren bereits bewiesen, sowohl während unseres Krieges als auch während des Iran-Krieges.
Ein Politiker kann sich mit Inszenierungen beschäftigen. Wir haben gesehen, wie unsere Regierung Friedensbemühungen inszeniert hat. Jetzt inszeniert Oleksij Friedensbemühungen. Aber das wird unser aller Schicksal in keiner Weise beeinflussen. Darin liegt das Problem.
Gut. Sanktionen. Es wird vorgeschlagen, dass die Ukraine selbst für die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland im Austausch gegen irgendwelche Zugeständnisse eintritt. Es wird eingeräumt, dass Russland dadurch mehr Geld für den Krieg haben wird, dafür aber aufhören soll, unsere Städte und Ortschaften anzugreifen. Das ist eine interessante Idee. Aber wiederum bleibt nur noch, Putin davon zu überzeugen, dass die Sanktionen für ihn wichtiger sind als die Angriffe auf die Ukraine.
Wenn Putin das so sehen würde, wäre er nach dem Scheitern des Blitzkrieges aus diesem Krieg ausgestiegen. Er hatte bereits im März oder April 2022 jede Möglichkeit, sich auf alles Gute und gegen alles Schlechte zu einigen. An der Kontaktlinie stehen zu bleiben, all diese Sanktionen, die später verhängt wurden, nicht zu bekommen und sich auf die Aufhebung von Sanktionen zu einigen.
Putin hat sich eine völlig andere Aufgabe gestellt: die Umstellung der Wirtschaft auf Kriegswirtschaft und die Verringerung ihrer Abhängigkeit vom Westen. Im Grunde muss man klar sagen, dass die Sanktionen dem von Putin geführten Tschekistenregime nur helfen, denn die enge Verbindung der russischen Wirtschaft mit der westlichen Welt hat den Menschen, die heute den Kreml regieren, nie gefallen. Aber sie wussten nie, wie sie diese Verbindung lösen sollten. Denn einfach zu sagen: Wissen Sie, hören wir auf, mit Amerika und Europa Handel zu treiben – warum eigentlich?
Aber ich erinnere mich sehr gut an eine bemerkenswerte Geschichte, die mir einer meiner Kollegen erzählt hat. Er hatte 2001, oder 2000, als Putin gerade an die Macht gekommen war, mit einem seiner Mitstreiter gesprochen, einem ständigen Mitglied des Sicherheitsrates der Russischen Föderation. Und dieses ständige Mitglied des Sicherheitsrates fragte ihn: „Welches Wirtschaftsmodell ist besser: das kapitalistische oder das sozialistische?“ Ich glaube, ich habe das schon einmal erzählt. Und der junge Mann, der mit diesem Politiker sprach, sagte: „Nun, natürlich das kapitalistische. Wir haben doch den Kalten Krieg verloren, weil wir eine völlig idiotische Planwirtschaft hatten.“ Und der andere sagte: „Nein, Sie verstehen nicht. Natürlich ist die sozialistische Wirtschaft weniger effizient als die kapitalistische, aber nur dann, wenn sie keine Lagerwirtschaft ist.“
Man muss also einfach verstehen, mit welchen Menschen wir es zu tun haben. Putin ist absolut davon überzeugt, dass man sich nach Osten wenden muss. Und den Westen muss man ausschließlich täuschen. Er wird ohnehin nirgendwohin verschwinden. Übrigens zeigen die jüngsten Informationen darüber, dass Putin trotz aller Sanktionen über den Verkauf von Lukoil-Vermögenswerten an Unternehmen aus dem Umfeld von Steve Witkoff und Jared Kushner verhandelt, erstens, dass er die Mechanismen der Korrumpierbarkeit führender Vertreter der heutigen, ich würde sagen, westlichen Eliten verstanden hat, vor allem jener, die mit Donald Trump verbunden sind. Und zweitens, dass er diese Vermögenswerte, wie Sie sehen, nicht besonders braucht. Er ist bereit, sie zu verkaufen, damit es im Westen überhaupt kein Lukoil mehr gibt, und sich sozusagen mit dem Geld zufriedenzugeben.
Er spricht ja, wie Sie bemerken, nicht über die Möglichkeit, Sanktionen gegen Lukoil oder Rosneft durch irgendwelche Zugeständnisse aufheben zu lassen, indem man irgendetwas nicht mehr beschießt. Er spricht einfach darüber, wie man ihre ausländischen Vermögenswerte verkaufen kann, um die Sache zu vergessen. Als hätte es diese Verbindungen nie gegeben. Denn das ist eine vollkommen bewusste Politik der Hinwendung nach Asien, der Beendigung des europäischen Projekts Peters des Großen.
Wir sind einfach in diese Epoche geraten und wollen es nicht bemerken. Wir haben die Vorstellung, dass, wenn wir zur Normalität zurückkehren wollen, auch Russland zur Normalität zurückkehren will. Nein. Russland hat die klare Vorstellung, zum geopolitischen Hegemon Europas zu werden, nun aber nach Osten gewandt, mit dem Osten verbunden, und nicht zu einem Hegemon, der ständig versucht, den Europäern zu gefallen. Das ist ein völlig anderes Vokabular als jenes, das es sogar zu Stalins Zeiten gab.
Ja, worüber wird man sprechen müssen? Hier findet sich in Hontscharenkos Plan eine ganze Reihe russischer Propagandastereotype, die so formuliert sind, als wäre Oleksij noch immer nicht Mitglied der Fraktion der Partei Europäische Solidarität, sondern Mitglied der Fraktion der Partei der Regionen. Warum? Weil die Aussage, die Ukraine müsse auf eine NATO-Mitgliedschaft verzichten und über die russische Sprache und die russische Kirche nachdenken, bedeutet, dass wir ernsthaft glauben müssten, dieser ganze Krieg habe begonnen, damit man hier weiterhin Russisch spricht, damit es hier eine russische Kirche gibt und damit wir keine NATO-Mitglieder werden.
Das ist völliger Unsinn, denn das ist ausschließlich das Vokabular der russischen Propaganda. Die Sache ist die, dass niemand die Ukraine jemals in die NATO aufgenommen hat. Und alle in Russland wussten das sehr genau. Die NATO stellt für Russland keinerlei Gefahr dar. Auch das ist Propaganda. Zweitens ist Russland mit Ausnahme der Ukraine praktisch vollständig von NATO-Gebiet umgeben. Alle westlichen Nachbarstaaten Russlands: Finnland, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Norwegen – alle sind NATO-Mitglieder. Die Ostsee ist im Grunde ein NATO-Binnenmeer, mit Ausnahme eines Stücks des Gebiets Kaliningrad. Ob die Ukraine der NATO beitreten würde oder nicht, hätte überhaupt nichts geändert.
Aber ich wiederhole noch einmal: Niemand hat die Ukraine jemals in die NATO aufgenommen. Als 1997 die Dokumente über die Zusammenarbeit mit Russland und der Ukraine unterzeichnet wurden, war das Dokument über die Zusammenarbeit mit Russland, wie hieß es noch, die Grundakte oder so ähnlich, wesentlich ernsthafter und weiterreichender als das Dokument mit der Ukraine. Einen Aktionsplan für die NATO-Mitgliedschaft hat man uns zu Juschtschenkos Zeiten verweigert. Die überwiegende Mehrheit der Ukrainer war bis 2014 gegen einen NATO-Beitritt der Ukraine. Und selbst nach 2014 gab es trotz aller Erklärungen keinerlei Fortschritte. Nicht einmal unter Biden, von Trump ganz zu schweigen.
Deshalb sind all diese Geschichten über die NATO gewöhnliche russische Selbstsuggestion, um zu begründen, warum sie uns angreifen. Ungefähr derselbe Unsinn wie die Erzählungen, dass, wenn die sowjetischen Truppen 1979 nicht in Kabul einmarschiert wären – Hontscharenko kann sich daran vielleicht nicht erinnern, damals war er noch gar nicht unter uns –, am nächsten Tag die Amerikaner dort gewesen wären. Diesen Schwachsinn habe ich jahrelang gehört. Auch die Geschichten über die russischen Sprache, wie ich bereits sagte, oder der russischen Kirche sind ausschließlich Vorwände. Als 2014 die Krim annektiert wurde, galt das Kiwalow-Kolesnitschenko-Gesetz, die Ukraine war ein blockfreier Staat, und die russische Kirche war die einzige kanonische Kirche, zu der es keine Alternative gab. Warum wurde dann interessanterweise beschlossen, die Krim nicht nur abzutrennen, sondern auch zu annektieren? Weil man einen mythischen Zug voller Nationalisten erfand, der auf die Krim fuhr, um den Krimbewohnern irgendwie die russische Sprache zu nehmen. Was hätten die Fahrgäste dieses Zuges denn tun sollen? Und welcher Zug fuhr nach Donezk oder Luhansk? Ich wage kaum zu fragen.
Das heißt natürlich, wenn Russland bei diesen Verhandlungen anfängt, über diese Dinge zu sprechen, verstehen wir auch, wozu es das tut. Russlands Ziel ist die innere Destabilisierung der Ukraine, denn es gibt die Vorstellung, die in allen Dokumenten dargelegt wird, die auf Putins Schreibtisch landen, dass die Möglichkeit einer innerukrainischen Konfrontation, die sich trotz jahrelanger Bemühungen nicht provozieren lässt, die Besetzung des größten Teils des Territoriums ohne Kampf ermöglichen würde. Denn ein Teil der Bevölkerung wird für die russische Sprache sein, der andere dagegen. Und dann werden sie aufeinanderprallen. Dass die Menschen, die sich in der Regel für die russische Sprache, die russische Kirche und Ähnliches einsetzen, deswegen mit niemandem Krieg führen wollen, möchte in Moskau ebenfalls niemand bemerken.
Und nun die letzte Idee. Der Donbas, über den man nach Hontscharenkos Ansicht erst sprechen sollte, nachdem wir uns über viele andere Dinge geeinigt haben. Aber wiederum widerspricht das völlig dem russischen Ansatz, denn Russland ist der Ansicht, dass vor allem und an erster Stelle die territorialen Fragen geklärt werden müssen. Es hat doch millionenfach gesagt: Alle Möglichkeiten für Friedensverhandlungen entstehen erst dann, wenn die ukrainische Armee die Gebiete Donezk und Luhansk verlässt. Wozu? Damit die russische Armee von dem bereits besetzten Territorium aus weiter vorrücken kann. Wiederum ist Putin doch kein Dummkopf. Wen wollen Sie täuschen? Wenn er weiter vorrücken will, beispielsweise die Gebiete Charkiw und Poltawa besetzen, braucht er dafür Kramatorsk und Slowjansk. Warum wollen Sie mit ihm erst danach über den Donbas sprechen, wenn er ihn vorher braucht? Nun, er hat eben seine eigenen Ziele.
Deshalb stellt sich natürlich die große Frage, wozu das alles in die Diskussion geworfen wird, wenn wir bei einer genaueren Betrachtung verstehen, dass es einfach unpolitischer Unsinn ist. Und genau das muss man begreifen. Es kann unterschiedliche Gründe geben, aber das Wichtigste sind die politischen Instinkte, wenn Menschen die Meinungsumfragen sehen und denken, dass bereits alles vorbei ist. Sie glauben, dass sie auf diese Weise in Zukunft bei irgendwelchen mythischen Wahlen, obwohl es vielleicht noch viele Jahre überhaupt keine Wahlen geben wird, Stimmen von jenen erhalten werden, die glauben, man könne einen solchen Krieg durch Verhandlungen mit Putin beenden. Schließlich machten solche Menschen 2019, gelinde gesagt, mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus. Wenn man sich an die Ergebnisse der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen erinnert. Jetzt antwortet Zelensky Hontscharenko im Grunde: Nein, nein, nein, darauf werden wir uns niemals einlassen. Aber womit begann Zelenskys politische Karriere? Auch das ist ein völlig offensichtlicher Punkt, an den man erinnern muss.
Und natürlich gibt es diese gute Frage: Was schlagen Sie denn vor? Nun, erstens schlage ich vor, nicht in Illusionen zu leben. Es wird keinerlei Verhandlungen und Vereinbarungen mit der Russischen Föderation geben, bis zu dem Tag, an dem der Russischen Föderation die Ressourcen für den Krieg ausgehen. Das ist einfach die objektive Realität. Mit dieser Realität muss man sich abfinden. Man muss wiederum den objektiven Charakter dieses Krieges verstehen. Er ist nicht subjektiv. Dieser Krieg musste zwangsläufig an dem Tag beginnen, an dem die Russen zu der Überzeugung gelangten, dass sie keine Instrumente mehr hatten, um die Ukraine als potenzielles Gebiet für eine Einverleibung zu erhalten.
Die Ukraine blieb seit 1991 ein potenzielles Gebiet für eine Einverleibung.
Als die Russen 2004 den Sieg Juschtschenkos sahen, arbeiteten sie beharrlich an einer Revanche, die 2010 erfolgte.
2010 begann der Prozess der Demontage der ukrainischen Staatlichkeit.
Als dieser 2014 dank des Maidan gestoppt wurde, begannen die Russen, Gewaltmittel einzusetzen, während sie gleichzeitig an einer politischen Revanche und am Zusammenbruch der Regierung nach dem Maidan arbeiteten.
Als 2019 dieser Zusammenbruch der Regierung nach dem Maidan eintrat, die Kapitulation aber ausblieb, wurde beschlossen, einen Blitzkrieg durchzuführen, der sich zu einem großen Krieg entwickelte.
Die ukrainische Regierung verfügt über keinerlei tatsächliches Instrument, um diesen Krieg zu beenden. Einfach deshalb, weil sie in Russland nicht als Regierung eines souveränen Staates wahrgenommen wird, sondern als eine Separatistenbande, die man von den urrussischen Gebieten vertreiben muss. Wie Putin Ihnen übrigens bei seinem jüngsten Auftritt beim Waldai-Forum gesagt hat.
Was kann man dagegen tun?
Erstens: russische Ressourcen zerstören. Die Ukraine hat keine anderen Möglichkeiten.
Zweitens: sich verteidigen.
Drittens: sich bewusst machen, dass es für Russland keineswegs so gut läuft, wie man es dort gerne darstellen möchte. Und der Zusammenbruch der russischen Wirtschaft bei einer jahrelangen Konfrontation könnte ebenso unvermeidlich sein wie der Zusammenbruch der ukrainischen Wirtschaft. Nur haben wir Partner, während sie keine Partner haben, die bereit wären, sie im Falle eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs zu unterstützen.
Es gibt keine anderen Instrumente, um den Krieg abklingen zu lassen, um ihn zu beenden, denn Hontscharenko hat vollkommen recht damit, dass es kein Friedensabkommen geben wird, kein umfassendes, vielleicht wird es auch niemals eines geben. Es gibt keine anderen Instrumente. Das ist der erste Punkt des Realismus.
Nun zu einem Punkt, über den ebenfalls gesprochen werden muss. Was wird geschehen, wenn es zur Kapitulation kommt? Nun, wir haben den Krieg verloren, und es kommt zur Kapitulation. Übrigens gibt es dafür derzeit keinerlei Anzeichen, denn ich erinnere noch einmal daran, dass unsere Armee die Front hält. Aber stellen wir uns vor, die Ukraine hätte kapituliert, allen russischen Bedingungen zugestimmt. Dann gibt es irgendwelche russischen Kontrollkommissionen. Prorussische Kräfte kommen an die Macht, weil andere zu den Wahlen nicht zugelassen werden. Nun, so eine ganz normale, normale Besatzung, die unterschiedliche Formen annehmen kann.
Nun möchte ich mich an jene Menschen wenden, die glauben, dass sie das überleben werden, und an jene, die glauben, dass sie es nicht überleben werden. Eine solche Besatzung und Kapitulation fand im Grunde 1917 statt, oder 1920, sagen wir von 1917 bis 1920. Danach starben etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung, die hier lebte. Sehr viele Menschen wurden verfolgt, sehr viele Menschen starben an Hunger, sehr viele Menschen starben während des Zweiten Weltkriegs an den Fronten infolge all dieser Prozesse, die stattgefunden hatten. Sehr viele Menschen starben nach dem Krieg an Hunger. Wenn es also 20 bis 30 Prozent sind, können Sie natürlich glauben, dass Sie zu den übrigen 70 Prozent gehören werden. Aber wo haben Sie dafür eine Garantie?
Erstens ist die Situation heute völlig anders.
Damals versuchte niemand, die Ukrainer aus ihren Häusern zu vertreiben und sie zu Russen zu erklären. Man wollte aus ihnen sowjetische Ukrainer machen. Es ist leichter, ein sowjetischer Ukrainer zu werden als ein Russe.
Zweitens dauert der Widerstand länger, der Staat besteht länger, und es gibt mehr digitale Spuren.
Damals konnten irgendwelche Adligen oder Kulaken – entschuldigen Sie, viele von uns stammen aus solchen Familien, zumindest viele von uns – Informationen über sich einfach verbergen. Und wir erfuhren erst nach 1991 von der tatsächlichen Abstammung unserer Vorfahren. Wer adlig war, wer reich gewesen war, wer an Hunger gestorben war. Auch darüber durfte man nicht sprechen. Wer verfolgt worden war. Und so waren alle als Kinder von Arbeitern und Bauern getarnt und konnten irgendwie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt hoffen, zu überleben.
Heute wird das nicht so sein. Heute haben Sie bereits alles Mögliche geschrieben, gespendet und damit Ihre Spuren hinterlassen. Wenn Sie also an die Angst denken, durch eine Rakete oder eine Shahed-Drohne zu sterben, oder daran, dass Ihre Kinder oder Ihre Eltern dadurch sterben könnten, müssen Sie sich ganz zynisch die Frage stellen: „Und wenn die Rosgwardija auf den Straßen von Kyiv oder Odesa auftaucht, wird Ihre Sicherheit dann größer oder geringer sein?“
Ich spreche jetzt nicht einmal vom Staat. Ich bin bereit, wie es ukrainische Politiker tun, nicht an den Staat zu denken, sondern einfach an jeden einzelnen Menschen. Hontscharenko sagt doch, dass er an jeden einzelnen Menschen denkt. Wird also das Sicherheitsniveau für jeden einzelnen Menschen in Odesa, Lwiw, Charkiw und Kyiv steigen oder sinken, wenn dieser Mensch in die Hände der russischen Geheimdienste fällt? Ja, manche können fliehen, Abgeordnete können fliehen, Vertreter der Elite können fliehen, aber vielleicht können Sie nicht fliehen, vielleicht schaffen Sie es nicht rechtzeitig, richtig? Und vielleicht wollen Sie überhaupt nicht fliehen? Wollen Sie also Ihre letzten Tage auf den Solowezki-Inseln verbringen, selbst wenn Ihr Nachbar glaubt, dass er nicht dorthin kommen wird? Und wird es Sie trösten, wenn Ihr dummer Nachbar, der glaubt, dass er nicht auf die Solowezki-Inseln kommen wird, dort zusammen mit Ihnen landet? Wird es Sie glücklich machen?
Wenn Sie beispielsweise eine Maria Spiridonowa wären, die Vorsitzende der Partei der linken Sozialrevolutionäre, die 1942 oder 1941 in einem Gefängnis in der Sowjetunion erschossen wurde, bevor die Hitlertruppen Orjol einnahmen: War sie glücklich darüber, dass man sie zusammen mit bolschewistischen Führern erschoss, beispielsweise mit dem ersten Vorsitzenden des ukrainischen Rates der Volkskommissare, Christian Rakowski? Oder war ihr da schon scheißegal? Wird es Ihnen angenehm sein, wenn neben Ihnen im Konzentrationslager Hontscharenko ohne Bein und ohne Ohr sitzt? Oder wird Ihnen das schon völlig egal sein? Sie werden darüber kein Triumphgefühl empfinden. Das wage ich vorauszusagen. Vielleicht lohnt es sich also, etwas zu tun, um sich selbst zu schützen? Solange es noch nicht zu spät ist?
Natürlich ist daran überhaupt nichts lustig. Das Leben unter Explosionen, unter Raketen, unter den Bedingungen eines ständigen Krieges ist ein sehr schweres Schicksal. Das ist verständlich. Aber es ist in jedem Fall ein Leben im eigenen Staat, in dem Sie auf die eine oder andere Weise von Ihrer eigenen Armee geschützt werden. Die russische Armee wird Sie dagegen nicht vor dem FSB und der Rosgwardija schützen. Vor dem Filtrationsverfahren wird Sie niemand schützen. Die Menschen, die dieses Verfahren in den besetzten Gebieten durchlaufen haben – und das waren noch die ersten Jahre, vergessen Sie nicht, milde, geradezu vegetarische Jahre im Vergleich zu dem, was Russland sich heute erlaubt –, können Ihnen vieles erzählen. Über die Konzentrationslager im Gebiet Donezk, über Isoljazija. Darüber wurden Bücher geschrieben.
Wer hat Ihnen gesagt, dass, wenn die Ukraine vor Russland kapituliert, selbst wenn jemand glaubt, dass er überleben wird, dies tatsächlich eine größere Überlebenschance bedeutet als das Überleben unter Beschuss? Denn Raketen und Kugeln sind nun einmal blind. Ein Rosgwardija-Angehöriger aber ist nicht dumm. Er kommt mit einem Büchlein, mit einem Archiv, mit einer Liste, die mit jedem Kriegstag länger wird. Hören Sie, wenn arme russische Rentnerinnen zehn Jahre Haft für zehn Rubel bekommen, die sie an die ukrainische Armee überwiesen haben, dann nehmen Sie einfach Ihre eigene Biografie und denken Sie darüber nach, wie Sie die letzten 35 Jahre gelebt haben. Oder auch weniger, das spielt keine Rolle. Wohin Sie Geld überwiesen haben, was Sie gesagt haben.
Der Erhalt des ukrainischen Staates sollte uns, wenn wir vollkommen ehrlich sind, nicht nur deshalb interessieren, weil die Ukraine an sich einen Wert darstellt. Viele Menschen sehen das vielleicht nicht so. Und weil die Ukraine an sich eine Zuflucht für die Ukrainer ist. Obwohl wiederum ein Mensch das vielleicht nicht so sieht, wenn er in der Welt der russischen Sprache und der russischen Kultur lebt. Was soll das für ihn schon für eine Zuflucht sein? Nun, er lebt eben in Odesa oder Kyiv, spricht Russisch, schaut russische Musikvideos, und gut ist. Und da kann man niemanden überzeugen.
Aber unter diesem ganz einfachen Gesichtspunkt ist der Erhalt des ukrainischen Staates für alle Menschen, für alle, sowohl für die Ukrainischsprachigen als auch für die Russischsprachigen und für jene, die weiterhin russische Schriftsteller lesen wollen, eine Frage der Sicherheit, der persönlichen Sicherheit und der Sicherheit der Familie. Denn danach wird einem sozusagen nicht mehr zum Lachen zumute sein, und auch nicht mehr zur Angst vor Raketen. Sie werden nicht mehr vom Himmel fallen. Alles wird sich einfach in Ihrem Leben abspielen.
Natürlich wird man sagen, dass dies ausschließlich jene betrifft, die in der Ukraine leben. Aber in Wirklichkeit verstehen Sie doch, wie sich all das verändern wird, wenn die Ukraine verliert, was mit Europa geschehen wird, was Russland sich dann alles erlauben wird, wie neue militärische Bedrohungen entstehen werden, wie unsere Landsleute, die bereits die Staatsbürgerschaft europäischer Länder erhalten haben oder sie erhalten wollen, von dort fliehen oder für diese Länder kämpfen werden. Dort gibt es natürlich auch Flüsse, die man durchschwimmen kann, aber den Atlantik kann man nicht durchschwimmen.
Und ich spreche noch gar nicht davon, dass wir jetzt darüber nachdenken können, wie sich die Situation für jene verändern wird, die in diesen Ländern Zuflucht gefunden haben. Aber stellen Sie sich vor, wie sie sich verändern wird, wenn die Ukraine verliert und für diese Länder irgendwelche militärischen Risiken entstehen. Das ist ein wichtiger Punkt. Menschen können einfach abgeschoben werden. Auch das ist eine Tatsache, wie mir scheint. Und auch das muss man begreifen, wenn wir über die Folgen sprechen. Tatsächlich wird all diesen Menschen, sowohl jenen, die die Staatsbürgerschaft erhalten haben, als auch jenen, die sie nicht erhalten haben, die Sicherheit derzeit erstaunlicherweise nicht von den Staaten garantiert, die sie aufgenommen haben, sondern von der Ukraine durch ihre Verteidigung. Deshalb ist der Erhalt dieses Landes eine gemeinsame Aufgabe aller. Sowohl derer, die hier sind, als auch derer, die dort sind. Und es ist erstaunlich, dass viele das nicht verstehen.
Und zum Schluss sage ich noch etwas, das ich nicht gerne sagen möchte, aber es wäre seltsam, wenn ich es nicht sagen würde. Das Ausbleiben einer klaren Reaktion auf solche Äußerungen wird letztlich nicht die nationaldemokratischen Kräfte als solche begraben, sondern jene politischen Kräfte, die im Parlament vertreten sind und denen Menschen angehören, die mit solchen Initiativen auftreten. Denn das desorientiert das nationaldemokratische Lager und wird die Menschen dazu bringen, sich neue politische Sympathien und neue Führungspersönlichkeiten zu suchen. Auch das muss jeder verstehen. Denn zunächst wird man sich darüber wundern, dass diese Äußerungen nicht verurteilt werden, und dann werden Enttäuschung und die Erkenntnis folgen, dass diejenigen, die sie nicht verurteilen, möglicherweise dieselbe Position vertreten, sie nur nicht aussprechen wollen. Und das kann zu einem Zusammenbruch führen, der wesentlich schwerwiegender ist als alle bisherigen Versuche, sie zu diskreditieren, Sanktionen gegen sie zu verhängen und sie aus dem politischen Leben zu verdrängen. Nun, das ist nur so, dem Drehbuch entsprechend.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Мирний план Гончаренка: аналіз | Віталій Портников. 04.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:04.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat auf Äußerungen des US-Außenministers Marco Rubio reagiert, der in einem Interview mit der griechischen Zeitung „Kathimerini“ betonte, dass sich die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges derzeit in einer Sackgasse befänden.
Nach Ansicht von Zelensky, der sich in Pryluky zu den Äußerungen des amerikanischen Diplomaten äußerte – in jener Stadt, in der man sich derzeit von Zivilisten verabschiedet, die Opfer des russischen Terrors geworden sind –, ist es unmöglich, gleichzeitig mit den Russen über Geschäfte zu verhandeln und festzustellen, dass sich die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in einer Sackgasse befinden.
Wenn wir jedoch die Äußerungen von Marco Rubio aufmerksam analysieren, werden wir feststellen, dass darin in Wirklichkeit keinerlei Widerspruch liegt. Im Gegenteil: Die Regierung von Präsident Donald Trump verfolgt eine konsequente Linie.
Der Präsident der Vereinigten Staaten wandte sich bekanntlich bereits in den ersten Wochen seiner Amtszeit im Oval Office an seinen russischen Amtskollegen mit dem Vorschlag, die Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front einzustellen und Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden aufzunehmen. Putin lehnte diese Vorschläge Trumps kategorisch ab. Infolgedessen einigten sich die Seiten auf Putins Variante: Verhandlungen zu führen, während die Kampfhandlungen weitergehen.
Dieser Prozess wird mal intensiviert, mal eingefroren, hat aber keinerlei wirklichen Bezug zu den Aussichten auf ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges. Er hilft dem Kreml lediglich, Zeit zu gewinnen und die Kontakte zu Washington aufrechtzuerhalten – genau das, was der russische Machthaber erreichen wollte.
Und nun gelangt die Regierung von Donald Trump, wie wir verstehen, zu einer neuen Variante, ihren Dialog mit Putins Regierung fortzusetzen: zur Möglichkeit wirtschaftlicher Vereinbarungen über Geschäfte, die mit Trumps Familie und seinem Umfeld verbunden sein könnten, ohne dass die aktive Phase der Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front beendet wird. Die beiden Seiten führten Verhandlungen über den Verkauf von Lukoil-Aktien an Unternehmen aus Trumps Umfeld.
Und wie man verstehen kann, war genau dies das eigentliche Hauptziel des Besuchs von Steve Witkoff und Jared Kushner in der russischen Hauptstadt – und keineswegs irgendwelche ernsthaften Friedensverhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten. Aus dieser Sicht diente der Besuch in Kyiv lediglich dazu, die wahren Absichten der Trump-Regierung zu verschleiern.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Bemühungen, die Wiederinbetriebnahme von Nord Stream voranzutreiben, also jener Gaspipeline, die eine Alternative zum ukrainischen Gastransportsystem darstellt. Darum kümmert sich Trumps Schwiegersohn Jared Kushner persönlich.
Und obwohl meiner Ansicht nach aus der möglichen Wiederinbetriebnahme von Nord Stream nichts werden wird – einfach deshalb, weil der Strang, der leider noch betriebsfähig ist, in Deutschland nicht zertifiziert wurde und es keinerlei realistische Aussicht darauf gibt, dass diese Zertifizierung erfolgen wird, selbst wenn Trump persönlich dies wünschen sollte –, ist die Situation bei den Lukoil-Aktien weitaus komplizierter. Und man kann verstehen, dass man sich im Weißen Haus allein an der Aussicht auf dieses Geld und die möglichen Gewinne derart berauscht hat, dass man überhaupt nicht mehr über irgendwelche Bemühungen um ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges nachdenken will.
Genau davon spricht Marco Rubio: „Das ist eine Sackgasse, weil die Russen schlicht nicht verhandeln wollen.“ Es ist aber auch deshalb eine Sackgasse, weil die Amerikaner keinen Druck auf den Kreml ausüben wollen, um nur ja Putin nicht zu verschrecken und eine für das Umfeld des US-Präsidenten so lukrative Vereinbarung über das Geld von Lukoil nicht zu gefährden.
Und im Grunde hat Marco Rubio, der bekanntlich zu jenem Teil der Regierung gehört, der gelegentlich nicht nur an Geld, sondern auch an Politik und die eigenen Zukunftsaussichten denkt, dies in seinem Interview mit der Zeitung „Kathimerini“ ganz offen ausgesprochen und Zelensky damit im Grunde signalisiert, was im Weißen Haus tatsächlich vor sich geht.
Zelensky hat dieses Signal verstanden. Entscheidend ist nicht einmal, was er dem Außenminister der Vereinigten Staaten sagt, sondern dass er eine Delegation nach Washington entsendet, die neue Verhandlungen mit Vertretern der Regierung führen soll, um den Friedensverhandlungsprozess zwischen der Russischen Föderation, der Ukraine und den Vereinigten Staaten wieder in Gang zu bringen.
Es handelt sich um eine hochrangig besetzte Delegation, der sowohl der Vorsitzende der Fraktion der Partei „Diener des Volkes“ in der Werchowna Rada, Dawyd Arachamija, angehören wird, der ständig am Verhandlungsprozess beteiligt ist, als auch der Leiter des Präsidentenbüros, General Budanow, dessen erster Stellvertreter Serhij Kyslyzja und der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Rustem Umjerow.
Doch schon jetzt lässt sich voraussagen, dass diese Delegation an der Haltung der US-Regierung zur Situation nichts Wesentliches ändern können wird. Ihr Besuch wird vor allem protokollarischen Charakter haben, einfach deshalb, weil Trump und sein Umfeld bis zum Abschluss der Vereinbarungen über die Lukoil-Aktien versuchen werden, keinerlei Schritte zu unternehmen, die diese Vereinbarungen gefährden könnten. Und diese Vereinbarungen könnten bereits im Oktober zustande kommen.
Jeder trilaterale Prozess, bei dem die Amerikaner schlicht gezwungen wären, die Ukrainer zu unterstützen, birgt die Gefahr, dass ihnen die Kohle durch die Lappen geht. Und damit könnte der Besuch der ukrainischen Delegation die Regierung des Präsidenten der Vereinigten Staaten nur daran hindern, das zu erreichen, was sie tatsächlich will: eine Vereinbarung über die Lukoil-Aktien.
Das Einzige, was die ukrainischen Beamten, die Washington besuchen werden, somit tun können, ist, vor dem Hintergrund dieses beschämenden Vorgangs zumindest irgendein Maß an finanzieller oder militärischer Unterstützung für die Ukraine auszuhandeln, irgendwelche neuen Waffen oder Genehmigungen für Angriffe auf russische Objekte, die bislang nicht stattgefunden haben. Vielleicht entscheidet Trump, dass solche Angriffe Putin dazu bewegen könnten, die Frage des Verkaufs der Aktien des russischen Ölunternehmens rasch zu klären, solange diese noch nicht an Wert verloren haben.
Aber wir verstehen sehr gut, dass dieser Besuch den tatsächlichen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein Ende des Krieges unter Vermittlung der Vereinigten Staaten keinerlei neuen Impuls geben kann, einfach weil Moskau und Washington derzeit völlig andere Prioritäten und Ziele haben.
Und in diesen Prioritäten und Zielen verstehen sich die beiden, Trump und Putin, ausgezeichnet. Putin hat begriffen, dass Trump Geld braucht, und Trump hofft, dass Putin ihm das Gewünschte verkaufen wird – zumindest jenen Menschen, denen er dabei gerne behilflich sein möchte.
Und das ist alles, was man über den Verhandlungsprozess wissen muss und darüber, warum der Außenminister der Vereinigten Staaten diesen Prozess als festgefahren bezeichnet. An seiner Stelle würde jeder Mensch, der bei der Analyse auch nur über die geringsten Ansätze gesunden Menschenverstands verfügt, zu derselben Einschätzung gelangen.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Рубіо відкидає перемовини | Віталій Портников. 08.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:08.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Ein bisschen off-topic natürlich, aber andererseits – wer weiß. Lesen Sie es vorsichtshalber lieber nicht, verschwenden Sie nicht Ihre Zeit.
Ich glaube, ich habe jetzt ein bisschen verstanden, warum wir den Informationskrieg verlieren. Natürlich nicht so schmachvoll, haushoch und hoffnungslos wie Israel, aber wir haben ja noch alles vor uns. Die Israelis sind Veteranen dieser Verliererbewegung, während wir hier bislang nur junge Padawane sind. Also: Wir verlieren, weil uns der Ehrgeiz fehlt. Ich meine den Ehrgeiz, die Informationsagenda zu bestimmen.
Was ist denn unser wichtigstes Motto? „Lasst uns verdammt noch mal in Ruhe.“ Was soll das denn?! Das ist eine ausgesprochen schwache, zahnlose, rein reaktive Haltung. Wir wollen also einfach nur, dass man uns in Ruhe lässt, dass alles wieder so wird wie früher, Grenzen gemäß den Regeln und das ganze Zeug. Wir laufen herum und erzählen immer wieder auf langweilige Weise, dass wir angegriffen wurden, zeigen diese inzwischen alten Karten, widerlegen Fakes und so weiter. Das ist einfach ein epischer Fail. Wir haben keine eigene Agenda – weil wir friedliebend, rational und zivilisiert sind. In der Informationsgesellschaft ist das der Weg in die Bedeutungslosigkeit, denn das bringt null Clickbait.
Wir brauchen ein ehrgeiziges Ziel, absurd genug und groß genug, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Moskau erobern! Wir wollen allen Widrigkeiten zum Trotz eine Parade auf dem Roten Platz veranstalten!
Die ukrainische Kolonisierung Russlands – das ist unser Motto und unser Plan für die nächsten hundert Jahre.
Ein kriegerischer Intermarium-Bund.
Oder so: Im Rahmen des Kampfes gegen transnationale Konzerne errichten wir den ersten anarchistischen Staat der Welt mit der Hauptstadt Huljajpole und null Steuern auf alles, immer und überall.
Helfen Sie mir, mir fehlt die Fantasie – aber irgendetwas in dieser Größenordnung muss es sein, nicht weniger.
Das würde funktionieren. Das ist etwas, dem die Leute zuhören würden, etwas, das ihnen gefallen würde.
Natürlich müsste jemand dafür bezahlen – dafür, diesen ganzen Unsinn überall zu verbreiten. Aber im Großen und Ganzen ist Geld nicht das Wichtigste, das Geld wird sich schon finden. Hauptsache, es gibt eine Idee – verrückt genug und einfach genug, um verstanden zu werden, und sie muss bei irgendeinem tatsächlichen Bedürfnis der westlichen Gesellschaft, einem wichtigen Ziel, auf Resonanz stoßen.
Aber in der heutigen Welt gibt es jede Menge Probleme, da wird sich schon ein entsprechendes Bedürfnis finden. Wohnraum in Europa ist zum Beispiel teuer, und da würde Huljajpole einschlagen wie eine Bombe. Man könnte noch ein bisschen länger darüber nachdenken und etwas noch Spektakuläreres finden. Aber jetzt bloß nicht kichern, das macht alles kaputt. Hier werden wirklich wichtige Dinge besprochen. Schade, dass das nicht alle verstehen.
Also: Ein reaktives Motto verliert immer. Einfach nur in Frieden und Ruhe leben und von den Nachbarn in Ruhe gelassen werden wollen nur Loser und Skufs. Damit die Menschen dich mögen und dir helfen wollen, brauchst du irgendeine proaktive Agenda – dann werden sich die Menschen zu dir hingezogen fühlen. Natürlich wirst du dann nicht mehr ganz du selbst sein, sondern jemand anderes, und zwar jemand ziemlich Verrücktes – dafür aber lebendig, aktiv und von Liebe und Unterstützung umgeben.
Update: Ich sehe, dass hier nicht alle verstehen, worum es geht. Ihnen fehlt die Erfahrung mit solchen Botschaften. Es geht nicht um eine tatsächliche Strategie der Ukraine, es spielt nicht einmal eine Rolle, ob es eine solche Strategie gibt oder nicht. Es geht um einen allgemeinen Deutungsrahmen für die Welt, um eine Außendarstellung, die keineswegs realistisch sein muss, aber unbedingt attraktiv sein sollte.
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Art der Quelle: Social Media
Autor:Zoya Zvynyatskivska Veröffentlichung06.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Facebook Link zum Originaltext:
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Jedes Mal dasselbe: unterschiedliche Auffassungen über die Bedingungen für einen Frieden.
Wir können erst dann über Frieden verhandeln, wenn unsere territoriale Integrität wiederhergestellt ist und wir Sicherheitsgarantien erhalten haben, sagen die einen.
Wir können um unserer Zukunft willen Gebiete abtreten, sagen die anderen.
Wenn wir Gebiete abtreten, müssen wir Sicherheitsgarantien erhalten, sonst werden wir von diesen Gebieten aus angegriffen, versichern die Dritten.
Wir dürfen Putin nicht erlauben, unseren NATO-Beitritt zu blockieren, sagen die einen.
Wir können keinen Krieg für die NATO führen, sagen die anderen.
Sagen Sie mir, wozu diskutieren Sie das alles? Können Sie wirklich nicht begreifen, dass die Russen überhaupt nicht vorhaben, mit uns zu sprechen oder über irgendetwas Reales zu verhandeln – außer vielleicht über Dinge, die ihnen helfen, während des Krieges Geld zu verdienen? Dass sie jedes Mal, wenn sie zu Verhandlungen erscheinen, mit einem Programm zur Destabilisierung der Ukraine oder zur Verzögerung bis zu den nächsten Wahlen in den USA kommen? Die Station, an der man sich mit den Russen zumindest vorübergehend noch über etwas Ernsthaftes hätte verständigen können, haben wir längst hinter uns gelassen.
Ich möchte einfach verstehen – und zwar nicht nur einen Hontscharenko, sondern uns alle. Sind diese Diskussionen über die Verhandlungsbedingungen Zynismus oder einfach ein psychologischer Schutzmechanismus von Menschen, die schlicht nicht glauben können, dass der Feind sie nicht als Menschen betrachtet? Und versuchen die Menschen einfach, in jene Zeiten zurückzukehren, in denen er zumindest noch so tat, als würde er sie als Menschen betrachten und als könnte man mit ihm reden?
In Wirklichkeit gibt es für diesen Krieg – wenn wir bis zum Schluss aufrichtig sein wollen – genau zwei mögliche Ausgänge, deren Ende noch offen ist. Der erste ist die Erschöpfung Russlands und die Einstellung der Kampfhandlungen. Ich hoffe, dass wir diese Zeit nutzen können, um uns auf eine neue Invasion vorzubereiten. Und der zweite ist die Erschöpfung und das Verschwinden der Ukraine sowie die Eingliederung ihrer ehemaligen Gebiete in die Russische Föderation. Natürlich mit einem offenen Ausgang für jeden Einzelnen. Manch einer mag hoffen, dass man ihm erlaubt, zu bleiben und einfach unter einer fremden Flagge zu leben. Aber jeder muss dann seine eigenen Chancen nüchtern abwägen und verstehen, wo die Gefahr für ihn und seine Familie größer ist: bei der Fortsetzung des Widerstands oder bei einer solchen Kapitulation.
Außer diesen beiden möglichen Ausgängen gibt es keine andere Realität. Und alles Gerede über etwas anderes ist entweder Dummheit oder Demagogie.
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Art der Quelle:Social Media
Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:07.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle:Facebook Link zum Originaltext:
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In der Stadt Sassowo im Gebiet Rjasan der Russischen Föderation brennt ein Rechenzentrum des Unternehmens Yandex, dessen Betrieb vollständig eingestellt wurde.
Der Brand brach nach Angriffen ukrainischer Drohnen auf ein Werk aus, das sich auf diesem Gelände befindet. Und dies ist der erste bekannte Angriff auf russische Rechenzentren während des großen Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Ich erinnere daran, dass Russland zuvor Rechenzentren ukrainischer Technologieunternehmen angegriffen hatte und dabei wieder einmal vergaß, dass zum Tango zwei gehören.
Nachdem das Rechenzentrum von Yandex seinen Betrieb eingestellt hatte und das Unternehmen gezwungen war, auch eine ganze Reihe von Diensten für seine Nutzer einzustellen, sind die Yandex-Aktien an der Moskauer Börse bereits um mehr als drei Prozent gefallen. Man kann also sagen, dass auch die Investoren nicht mehr besonders an die Zukunft dieses Unternehmens glauben.
Natürlich kann man darüber sprechen, dass das Rechenzentrum von Yandex vom Unternehmen für die Bedürfnisse der russischen Armee und des militärisch-industriellen Komplexes genutzt wird, wie übrigens die gesamte russische Wirtschaft, die für den Krieg arbeitet. Ich erinnere daran, dass allein im neuen Haushalt der Russischen Föderation für 2027 die Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit um 50 Prozent steigen, obwohl sie bereits zuvor den Löwenanteil des putinschen Staatshaushalts ausmachten.
Doch es ist offensichtlich, dass Angriffe auf russische Hochtechnologieunternehmen auch Folgen für die Entwicklung der gesamten russischen Wirtschaft haben und Russland damit das Geld für den Krieg gegen die Ukraine entziehen werden, den der russische Präsident und seine Gesellschaft so dringend brauchen. Ich erinnere noch einmal daran, dass gerade der Mangel an solchem Geld, gerade die begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten, gerade soziale Erschütterungen und Katastrophen den Präsidenten der Russischen Föderation dazu zwingen könnten, über einen Waffenstillstand im Krieg gegen die Ukraine nachzudenken. Nun, zumindest um Ressourcen für einen baldigen neuen Angriff anzusammeln.
Wenn es jedoch keinerlei finanzielle Probleme bei der Kriegsführung gibt, wird Putin natürlich weiter Krieg führen wollen, Krieg führen und nochmals Krieg führen. Deshalb ist der Angriff auf das Rechenzentrum eine Erinnerung daran, dass man auch die russischen Technologien zerstören kann, die den Krieg ermöglichen, statt Russland lediglich das Geld für die Fortsetzung der Kampfhandlungen zu entziehen.
Aus dieser Sicht ist es wichtig, dass heute vor unseren Augen nicht nur das Rechenzentrum des Unternehmens Yandex brennt, sondern auch eine weitere Erdölraffinerie, die diesmal Gazprom gehört, Putins Geldbeutel. Jenem Unternehmen, das einst den russischen Staatshaushalt mit Geld versorgte und die Loyalität europäischer Regierungen gegenüber Putins Politik garantierte, inzwischen aber zu einem subventionsabhängigen Unternehmen geworden ist, das Geld aus dem Staatshaushalt der terroristischen Föderation erhält. Und ich hoffe, dass der neue Angriff auf die Erdölraffinerie Gazprom einen weiteren Teil seiner Einnahmen entziehen wird, sodass das Unternehmen entsprechend weniger Steuern zahlen kann, die anschließend von den Streitkräften der Russischen Föderation zur Ermordung ukrainischer Zivilisten verwendet werden.
Natürlich muss analysiert werden, wie Angriffe auf Hochtechnologieunternehmen im Hinblick auf ihre Wirksamkeit genau beschaffen sein müssen, um dem russischen Internet und den Möglichkeiten der russischen Armee, es zu nutzen, ein Ende zu setzen, und inwieweit sich die Erdölraffinerien der Russischen Föderation mithilfe von Drohnen für längere Zeit außer Betrieb setzen lassen.
Natürlich könnten wir, wenn die Angriffe mit Raketen durchgeführt würden, darauf hoffen, dass die russische Wirtschaft nach einiger Zeit vollständig in Trümmern liegt, die sich auch in den kommenden, für die Russen hoffentlich schweren Jahrzehnten nicht wiederaufbauen lassen werden – Jahrzehnte, in denen sie nach einem Ausweg aus jener Sackgasse suchen müssen, in die Putin die Russische Föderation getrieben hat, indem er die chauvinistischen Bestrebungen seiner eigenen Bevölkerung ausnutzte.
Doch die Tatsache bleibt offensichtlich: Wenn wir das nicht tun, werden immer mehr Ukrainer durch Angriffe der Russischen Föderation auf die ukrainische zivile Infrastruktur sterben. Putin kann von der Einschüchterung der Ukrainer nur dann ablassen, wenn er sieht, wie seine eigene Wirtschaft getroffen wird. Zumal in Russland, anders als bei den ukrainischen Rechenzentren und dem dezentralisierten ukrainischen Internet, eine klare zentralisierte Struktur aufgebaut wurde, die sich buchstäblich mit wenigen präzisen Schlägen zerstören lässt.
Danach wird die Russische Föderation nicht nur hinsichtlich der Denkweise ihrer Führung und ihrer Bevölkerung, sondern auch hinsichtlich des tatsächlichen Zugangs zu Technologien in eine vor-technologische Vergangenheit zurückfallen. Die Russen werden dann beginnen, die Zeitung „Prawda“ zu lesen und ihre Nachrichten aus fest installierten Radiolautsprechern beziehen, die ihnen erzählen werden, wie wichtig es sei, Putins heiligen Krieg zu unterstützen und sich weiterhin an der Ermordung friedlicher Menschen zu beteiligen.
Das Wichtigste in einer solchen Situation ist, sich stets daran zu erinnern, dass praktisch die gesamte russische Wirtschaft auf den Krieg ausgerichtet ist, dass die Leiter all dieser Hochtechnologieunternehmen in Russland an Kriegsverbrechen beteiligt sind und dass die Russen das Internet keineswegs nur nutzen, um herauszufinden, wie man diese oder jene Hausarbeit erledigt, oder um sich die nächste Folge der widerwärtigen Serie „Mascha und der Bär“ anzusehen, sondern auch, damit der militärisch-industrielle Komplex der Russischen Föderation tatsächlich funktionieren kann, damit neue Waffen zusammengebaut, neue Raketen und strahlgetriebene Drohnen entwickelt werden und die russischen Streitkräfte einsatzfähig bleiben, die darüber hinaus hoffen, Zugang zu eigenen Satellitensystemen zu erhalten, die mit Starlink konkurrieren werden.
Und je weniger Technologien und Möglichkeiten es in Russland geben wird, je mehr Rechenzentren irgendwelcher Yandex-Unternehmen in Flammen stehen und je mehr Erdölraffinerien der Russischen Föderation ihre sinnlose Existenz beenden werden – ungeachtet der Trauer, die darüber im Oval Office herrscht –, desto schneller wird der Krieg enden.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Дрони зупинили дата-центр «Яндекса» |
Віталій Портников. 08.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:08.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Auf die Frage, worauf Putin nach viereinhalb Jahren des russisch-ukrainischen Krieges eigentlich noch hofft – in einer Situation, in der seine Truppen, die in den ersten Monaten nach dem Angriff zumindest das gesamte Gebiet Donezk hätten erobern sollen (tatsächlich hätten sie es nach Putins Plan bereits 2014 erobern sollen), während die Sanktionen fortbestehen und die Ukraine begonnen hat, russische Erdölraffinerien anzugreifen –, gibt es eine klare und verständliche Antwort.
Putin setzt auf Angst.
Mit Angst zu handeln ist ein beliebtes politisches Mittel der Russen. Sie betreiben diesen Handel seit Jahrhunderten, wenn es darum geht, die eigenen Schwächen und Probleme zu verschleiern. Die „Potemkinschen Dörfer“ des kaiserlichen Günstlings Fürst Potemkin – Kulissensiedlungen aus Pappe, mit denen der Fürst gegenüber Katharina II. die mangelnde Entwicklung und die Korruption in den ukrainischen Gebieten zu rechtfertigen versuchte – sind für die ganze Welt längst zu einem der wichtigsten Symbole russischer Staatlichkeit geworden.
Doch das wichtigste russische „PotemkinscheDorf“ ist die Angst vor Russland.
Putin hofft, dass die Ukrainer angesichts der Brände, die russische Angriffe auslösen, aus Angst kapitulieren und er dann überhaupt keine Armee mehr braucht, weil er die ganze Ukraine bereits in der Tasche hat. Putin hofft, dass die Europäer vor einem Krieg mit Russland Angst bekommen und für Politiker stimmen werden, die die Hilfe für die Ukraine einstellen, dafür aber erneut die Inbetriebnahme von Pipelines für russisches Gas vereinbaren.
Putin hofft, dass die Amerikaner immer einen Atomkonflikt mit Russland fürchten und deshalb im Umgang mit ihm ein äußerst vorsichtiges Verhalten wählen werden. Natürlich wird er Vertreter der amtierenden Administration mit Versprechungen gemeinsamer Geschäfte bei Laune halten, aber das Wichtigste ist für ihn, dass sie Angst haben.
Genau deshalb treffen seine Raketen die Brücken von Kyiv – nicht, um sie zu zerstören, sondern um Angst zu verbreiten. Genau deshalb veranstalteten die Russen am Vorabend der Landtagswahlen in Deutschland, die mit einem triumphalen Wahlerfolg der rechtsextremen und noch dazu kremlfreundlichen ‚Alternative für Deutschland‘ endeten, in den östlichen Bundesländern eine regelrechte Serie von Sabotageakten.
Genau deshalb warnen russische Propagandisten und sogar der Außenminister persönlich, Lawrow, vor einem „sehr kurzen Krieg“ mit Europa. Genau deshalb sprach Putin bei seinem jüngsten Auftritt auf einer Sitzung des Waldai-Diskussionsklubs bereits über einen Atomkrieg, als wäre er nahezu unvermeidlich – das richtet sich nun an die Amerikaner, wie ein Gewehr, das bereits auf der Bühne des politischen Theaters des russischen Präsidenten hängt.
Man muss anerkennen, dass Putin es versteht, mit Angst zu handeln. Die Russen haben dafür Tradition, Erfahrung und, was am wichtigsten ist, den Willen: Gerade in der allgegenwärtigen Angst um sie herum sehen sie die wahre Befriedigung. Machen Sie abends einen Spaziergang durch die Randbezirke irgendeines Nischni Tagil oder Tscherepowez, und Sie werden alles verstehen, ganz ohne meine Erklärungen.
Wenn wir Angst bekommen, werden wir verlieren, ganz gleich, wie unsere tatsächliche Lage und unsere Möglichkeiten aussehen. Genau darauf setzt er.
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Art der Quelle:Essay Titel des Originals:На що сподівається Путін. Віталій Портников. 05.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:05.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: Zeitung Link zum Originaltext:
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Indien hat einen eigenen Plan für einen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation vorgeschlagen, den unter anderem der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar bei seinem jüngsten Besuch in der ukrainischen Hauptstadt vorgestellt hat.
Der indische Plan sieht einen umfassenden Waffenstillstand vor. Er spricht von der Notwendigkeit, die Angriffe auf die Energieinfrastruktur einzustellen, Bedingungen für die Sicherung von Getreidekorridoren zu schaffen und außerdem die Fortsetzung der kommerziellen Schifffahrt im Schwarzmeerraum zu ermöglichen.
Wir wissen nicht, ob der indische Ministerpräsident Narendra Modi die Einzelheiten dieses Plans bei seinem jüngsten Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin besprochen hat. Doch es ist offensichtlich, dass die Vorstellung eines solchen Plans durch den indischen Außenminister Teil der indischen Erklärungen über die Notwendigkeit einer politischen Lösung der Fragen ist, die mit der Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges zusammenhängen. Nur ist nicht besonders klar, wozu Moskau einen solchen Waffenstillstand brauchen sollte.
Was die ukrainische Position betrifft, ist im Grunde alles verständlich. Ja, infolge eines solchen Waffenstillstands würden wir die Möglichkeit verlieren, weitere Angriffe auf die Erdölverarbeitungsinfrastruktur der Russischen Föderation durchzuführen, und Moskau bekäme die Möglichkeit, Geld für die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges in der Zukunft anzusammeln.
Gleichzeitig würde die Ukraine jedoch die Möglichkeit erhalten, ihre Energiekapazitäten vor dem schwierigen Winter 2026/2027 wiederherzustellen. Die Ukraine bekäme die Möglichkeit, ihr Getreide zu verkaufen und damit einen weiteren Niedergang ihrer Landwirtschaft zu verhindern. Und natürlich würde auch die Wirtschaft selbst einen Aufschwung durch die Fortsetzung der kommerziellen Schifffahrt über die ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer erfahren.
Aber was würde die Russische Föderation bekommen? Ja, auf den ersten Blick müsste Russland daran interessiert sein, dass seine Erdölverarbeitungsindustrie weiter funktioniert und dass es in Ruhe all jene Anlagen reparieren kann, die durch die Anstrengungen der ukrainischen Armee bereits zerstört worden sind. Doch im Kreml könnte man darauf hoffen, dass die ukrainischen Drohnen die russische Erdölverarbeitungsindustrie ohnehin nicht vollständig zerstören können und dass sie sich letztlich auch ohne irgendeinen Waffenstillstand erholen wird.
Getreide ist ein wichtiger Bestandteil der russischen Interessen. Doch in Moskau könnte man der Ansicht sein, dass eine globale Krise im Globalen Süden, die zum Hungertod von Millionen Menschen führen könnte, die Destabilisierung fördern, eine Migrationskrise auslösen und ernsthafte Probleme in den Ländern Europas schaffen würde, das Russland feindlich gegenübersteht.
Die kommerzielle Schifffahrt. Ja, daran hat Moskau ein erhebliches Interesse. Aber vielleicht lohnt es sich, darauf zu verzichten, wenn es um die Vernichtung der Ukraine und den Kampf gegen europäische Interessen geht?
Wenn wir uns vorstellen, dass die Russische Föderation die Möglichkeit verliert, Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur durchzuführen, ukrainisches Getreide zu blockieren und die kommerzielle Schifffahrt zu behindern, was bleibt Putin dann noch? Die Kämpfe an der Front. Doch an der Front ist der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, wie wir bereits mehrfach gesagt haben, in eine Sackgasse geraten.
Und die russische Armee kann die Aufgaben nicht erfüllen, die Putin ihr bereits 2022 gestellt hat, wenn es um die vollständige Kontrolle zumindest über das gesamte ukrainische Gebiet Donezk geht. Von den Gebieten Saporischschja und Cherson ganz zu schweigen, ebenso von den anderen Regionen der Ukraine, die Putin in den kommenden Jahren besetzen möchte.
Somit können wir eindeutig sagen, dass der russische Präsident und seine Streitkräfte derzeit nicht in erster Linie auf die Kämpfe an der Front setzen, sondern auf die Demoralisierung des ukrainischen Hinterlandes, auf die Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur, darauf, ukrainische Städte unbewohnbar zu machen, und auf die gezielte Auslösung einer großen Migrationskrise in Europa.
Dies soll sowohl durch die Zerstörung ukrainischer Städte geschehen als auch dadurch, dass im Globalen Süden eine tatsächliche Hungersnot herbeigeführt wird, die alternative Migrationsströme aus jenen Ländern auslösen würde, die von dieser Katastrophe betroffen wären. Eine Katastrophe, die der Kreml bereits vorbereitet, indem Russland selbst kein Getreide verkauft und zugleich den Verkauf ukrainischen Getreides blockiert.
All diese Fragen könnten für den Präsidenten der Russischen Föderation wesentlich wichtiger sein als irgendein Waffenstillstand mit der Ukraine. Doch es stellt sich die Frage, inwieweit er bereit ist, dies dem indischen Ministerpräsidenten offen zu erklären. Schließlich gehört dieser zu den Staats- und Regierungschefs von Ländern, denen erhebliche Verluste drohen, wenn die Energie- und Getreidekrise anhält; zu den Staats- und Regierungschefs von Ländern, die russisches Öl gerne legal und nicht über Schmuggelwege kaufen würden, weil sie neue amerikanische Sanktionen fürchten; zu den Staats- und Regierungschefs von Ländern, die gerade durch den Kauf russischen Öls weiterhin als Energiesponsoren der Russischen Föderation auftreten und hoffen, dass Putin zumindest ein gewisses Verständnis für ihre eigenen Interessen aufbringt.
Ja, man kann sich vorstellen, dass Putin den Vorschlägen Narendra Modis keine große Aufmerksamkeit schenken wird. Aber nur dann, wenn der indische Ministerpräsident allein handelt und hinter ihm nicht auch Konsultationen zwischen Neu-Delhi und Washington oder zwischen Neu-Delhi und Peking stehen. Denn auch die Volksrepublik China könnte an dem, woran Putin interessiert ist, nämlich daran, bereits in den kommenden Jahren die Voraussetzungen für eine große Hungersnot in der Welt zu schaffen, kein Interesse haben.
Diese Hungersnot könnte Chinas wirtschaftliche Möglichkeiten in jenen Ländern erheblich untergraben, die Peking derzeit als Schwerpunkte seines eigenen Engagements betrachtet. Denn die Bevölkerung dieser Länder wird dann keine Zeit für chinesische Projekte haben. Sie wird mit dem eigenen Überleben beschäftigt sein, mit Aufständen, Revolutionen und dem Sturz jener Regierungen, mit denen Xi Jinping bereits bestimmte Vereinbarungen getroffen hat.
In seinem Wunsch, alles um sich herum zu zerstören, nur um ukrainisches Territorium zu erobern, könnte Putin also keineswegs nur beim indischen Ministerpräsidenten auf Unverständnis stoßen.
In jedem Fall muss man verstehen, warum Narendra Modi tatsächlich mit einer derart umfassenden Friedensinitiative auftritt. Weil er wirklich daran interessiert ist, dass der russisch-ukrainische Krieg schließlich endet? Oder weil er mit solchen Vorschlägen die Fortsetzung des Kaufs russischen Öls und eine mögliche Ausweitung dieser Käufe vor dem Hintergrund der anhaltenden Krise um die Straße von Hormus rechtfertigen möchte?
Die zweite Möglichkeit ist angesichts des Pragmatismus des indischen Ministerpräsidenten ebenfalls durchaus realistisch und verständlich, wenn man sich die gesamte Politik Neu-Delhis in den vergangenen Jahren vor Augen führt. Die Frage des Energiegleichgewichts und der Beziehungen zur Russischen Föderation gerade im Zusammenhang mit Öl könnte aus Sicht des eigenen politischen Projekts der indischen Regierung weiterhin eines ihrer wichtigsten und nachvollziehbarsten Interessen sein und mit der eigentlichen Logik des russisch-ukrainischen Krieges überhaupt nichts zu tun haben.
Doch die Tatsache, dass man selbst in Ländern wie Indien die Notwendigkeit eines Waffenstillstands als ersten Schritt zur Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine erkennt, untergräbt Putins politische Logik. Denn Putin ist davon überzeugt, dass überhaupt kein Waffenstillstand nötig sei und dass ein solcher, um ihn selbst zu zitieren, sogar absurd sei, solange es nicht gelungen ist, sich zu russischen Bedingungen – natürlich zu den Bedingungen einer Kapitulation – auf die vollständige Einstellung der Kampfhandlungen und die Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen den verfeindeten Staaten zu einigen.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Індійський план перемирʼя | Віталій Портников. 07.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:07.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Ein massiver russischer Angriff auf die Ukraine, insbesondere auf Kyiv und das Kyiver Gebiet. Elf Tote, Verletzte. Zunächst möchte ich den Angehörigen und Nahestehenden der Getöteten sowie allen, die bei diesem Angriff zu Schaden gekommen sind, mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Man könnte sagen, es sei ein weiterer Angriff gewesen, doch in Wirklichkeit war es kein gewöhnlicher Angriff, sondern einer, den Putins Handlanger sorgfältig für den Geburtstag ihres Anführers geplant hatten.
Wir sprechen oft darüber, welche Angriffe Russland an diesem oder jenem ukrainischen Feiertag verüben könnte, doch die Russen haben eine andere Psychologie. Sie verüben ihre Angriffe nicht, um uns auf irgendeine Weise unsere Feiertage zu verderben. Sie verüben Angriffe, um sich selbst zu gratulieren. Der Tod von Menschen, die Trümmer – das ist der beste Glückwunsch für Putin zu seinem eigenen Geburtstag oder zu irgendeinem russischen Feiertag.
Es ist keineswegs ein Zufall, dass Russlands Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ausgerechnet am 24. Februar begangen nn. So gratulierten sich diese Unmenschen selbst zum Tag der Sowjetarmee. Und es ist keineswegs ein Zufall, dass in der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 2026 ein weiterer massiver russischer Angriff auf die Ukraine stattfand, mit ballistischen Raketen, die in Wohngebieten nicht einmal explodieren, und mit Todesopfern.
Sie hatten eigens Raketen und Drohnen für Putins Geburtstag angesammelt, denn in Wirklichkeit sind ihre Arsenale gar nicht so riesig, dass sie sich das Vergnügen leisten könnten, jeden Tag Menschen mit ballistischen Raketen zu töten. Und so bereiteten sie sich darauf vor, Wladimir Wladimirowitsch zu gratulieren.
Ich erinnere mich daran, wie wir uns vor vielen Jahren am Vorabend von Putins Geburtstag abends in einem Moskauer Supermarkt mit der bekannten russischen oppositionellen Journalistin Anna Politkowskaja trafen, die scharfe und präzise Artikel gerade über den Krieg schrieb. Damals führte Russland allerdings Krieg in Tschetschenien, und dieser Krieg half den russischen Tschekisten, die ihre Diktatur im Land errichtet hatten, die autoritären Tendenzen zu verstärken und all jenen den Mund zu verbieten, die mit diesem korrupten Banditenregime nicht einverstanden waren.
Und wir sprachen darüber, dass Putins Geburtstag bald bevorstand und es interessant sei, was die russischen Militärs und Geheimdienstleute wohl im Kaukasus veranstalten würden, um dem russischen Präsidenten eine Freude zu machen. Denn wir hatten bereits verstanden, dass er sich gerade dann freut, wenn er von einem Gewalttat, einem Mord, einer Erniedrigung erfährt. Und nur wenige Tage nach diesem Gespräch wurde Anna Politkowskaja in ihrem eigenen Wohnhaus ermordet, buchstäblich nur wenige hundert Meter von diesem Supermarkt entfernt.
Oder ein anderer Feind Putins, der russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow: zwar nicht an Putins Geburtstag, aber unter den Fenstern des russischen Präsidenten – wie ein sakrales Opfer, das Putin den Übergang zu einer neuen Phase der Festigung seines totalitären Regimes ermöglichte. Und dann dieser Krieg, ein Krieg, den Putin ebenfalls dazu nutzt, seine Position zu stärken, sein Regime zu festigen und den Totalitarismus auszubauen.
Viele fragen, wann er diesen Krieg beenden soll und was geschehen müsste, damit er überhaupt über eine Einstellung der Kampfhandlungen nachdenkt. Aber warum sollte er das tun, wenn der Krieg ihm nur dabei hilft, sich des Lebens zu erfreuen, wenn er buchstäblich von diesem Krieg lebt, wenn sein nichtiges Leben als Mensch, der zufällig in den Kreml gelangt ist, durch diese massenhaften Tötungen endlich jenen Sinn erhält, den es schon lange nicht mehr hatte?
Wenn einem Menschen zum Geburtstag die Ermordung von Menschen in einer friedlichen Stadt, der Beschuss mit ballistischen Raketen und Trümmer geschenkt werden, dann können Sie sich einfach vorstellen, wie die Psyche dieses Menschen beschaffen ist – und die Psyche all jener Menschen, die in diesen Jahrzehnten der gefestigten Herrschaft der Tschekisten für Führungspositionen in Russland ausgewählt wurden; welche Logik in einer Gesellschaft herrscht, die versucht, all das nicht wahrzunehmen, damit es nur nicht noch schlimmer kommt, während viele es sogar unterstützen, weil sie darin eine Kompensation für ihre eigene Knechtschaft sehen, für ihre eigene Unfähigkeit, zu irgendwelchen positiven Veränderungen beizutragen.
„Ja, wir leben schlecht, aber dafür werden die Ukrainer getötet, weil sie mit Wladimir Wladimirowitsch nicht einverstanden sind – und dann auch noch am Geburtstag unseres einzigen und unveränderlichen Führers.“
Die einzige Möglichkeit, diese Angriffe zu beenden, besteht deshalb darin, Russland zu zwingen, auf das kaltblütige, kalkulierte, selbstgefällige Töten von Ukrainern zu verzichten, indem die Ressourcen des von Putin geführten Terrorregimes vernichtet werden. Genau das versuchen wir zu tun.
Ich hoffe, dass diese Schläge noch wirksamer sein werden, dass die russische Wirtschaft weiter verfällt und der russische Staat geradewegs in den Abgrund wirtschaftlicher, politischer und sozialer Ausweglosigkeit stürzt und dort für lange, düstere Jahrzehnte stecken bleibt.
Und das darf nicht nur eine Aufgabe der Streitkräfte der Ukraine sein. Es muss auch eine Aufgabe unserer Verbündeten sein. Wenn sie nicht wirksam helfen, werden sie einen Schock und eine Erschütterung erleben, die sie dazu zwingen werden, der Ukraine wirksamer zu helfen. Ja, all das wird durch Tragödien, durch Schmerz, durch Zerstörung, durch Blut geschehen, aber die notwendigen Schlüsse werden gezogen werden.
Das ist schließlich die ukrainische Lektion. Wenn du nicht die richtigen Schlüsse ziehst, sobald sich bereits ungünstige Entwicklungen abzeichnen, wenn du weiterhin auf eine Verständigung mit einem Wahnsinnigen hoffst, versetzt dir das Leben einen harten Schlag. Und erst danach beginnst du zu begreifen – zumindest wenn du bei klarem Verstand bist –, wie man in Wirklichkeit handeln muss.
Und dieser massive Angriff am Geburtstag des Präsidenten der Russischen Föderation, dieser Wunsch der russischen Militärs, Putin den Tod eines weiteren Kindes, den Tod eines weiteren Zivilisten, weitere Trümmer in Kyiv zu schenken, muss sowohl uns als auch der gesamten zivilisierten Welt unmissverständlich vor Augen führen, wie die Psychologie der russischen Führung, des russischen Regimes und des russischen Staates beschaffen ist.
Wer das sehen will, wird es sehen. Wer mit geschlossenen Augen leben will, wird es nicht sehen und selbst zum Ziel des nächsten hinterhältigen Schlages werden. So war es in der Geschichte der Menschheit immer, und so wird es auch bleiben. Und das heutige Vorgehen Russlands gegen unser Land bildet keine Ausnahme von dieser traurigen Wahrheit.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Атака на день народження Путіна | Віталій Портников. 07.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:07.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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Die Fraktion der Partei Europäische Solidarität in der Werchowna Rada der Ukraine hat sich vorsichtig von Oleksij Hontscharenko verabschiedet, nachdem der Abgeordnete seinen eigenen Friedensplan veröffentlicht hatte, der erstaunlich an die Absichten des amtierenden Präsidenten Volodymyr Zelensky im inzwischen fernen Jahr 2019 erinnert.
Der Abschied vollzog sich unter dem Begleitkonzert empörter Kommentare von Anhängern der politischen Kraft in den sozialen Netzwerken. Einige Abgeordnete der Werchowna Rada von der Europäischen Solidarität empören sich deshalb sogar darüber, warum die Kommentatoren der Situation um Oleksij Hontscharenko besondere Aufmerksamkeit schenken, auf ähnliche Aufrufe eines anderen Abgeordneten, des Vertreters der Partei „Diener des Volkes“ Danylo Hetmanzew, jedoch ganz anders reagieren.
Mir scheint klar zu sein, warum. Denn die Partei „Diener des Volkes“ zog gerade mit dem politischen Programm Volodymyr Zelenskys in die Werchowna Rada der Ukraine ein, dessen Kern die Vorstellung bildete, man könne sich mit dem russischen Präsidenten Putin einigen und den russisch-ukrainischen Krieg auf der Grundlage jener Bedingungen beenden, die die Ukraine der russischen Führung anbieten könnte.
Dass Putin sich mit den Ukrainern auf überhaupt nichts einigen will und von dem Wunsch und dem Verlangen erfüllt ist, den ukrainischen Staat zu vernichten und die überwiegende Mehrheit seiner Bevölkerung zu vertreiben und einzuschüchtern, haben offenbar weder Volodymyr Zelensky im Jahr 2019 noch Oleksij Hontscharenko im Jahr 2026 erkannt.
Die Wähler der Europäischen Solidarität und die Wähler Petro Poroschenkos stimmten 2019 jedoch für einen nüchternen Umgang mit jener Realität, die sich in den russisch-ukrainischen Beziehungen nach dem russischen Angriff auf die Krim und den Donbas herausgebildet hatte. Und natürlich möchten sie, dass die Partei, für die sie gestimmt haben, weiterhin gerade für die Anerkennung dieser Realität eintritt und nicht für gefährliche Illusionen, die letztlich zum Zusammenbruch der ukrainischen Staatlichkeit führen könnten, selbst ohne dass russische Truppen Kyiv einnehmen.
Das Paradoxe daran ist nicht einmal die Frage, inwieweit man Hontscharenkos Austritt aus der Fraktion der Europäischen Solidarität heute als folgerichtig bezeichnen kann. Ganz und gar nicht. Interessant ist vor allem, wie ein Abgeordneter, der seine Karriere in offen prorussischen politischen Vereinigungen begonnen hatte, überhaupt in eine Fraktion nationaldemokratischer Prägung gelangte.
Und die Antwort auf diese Frage findet sich in der politischen Karriere Oleksij Hontscharenkos, der sich wie jeder Regionalpolitiker an den Stimmungen potenzieller Wähler orientierte. In Odesa gab die überwiegende Mehrheit der Einwohner ihre Stimmen mit großer Entschlossenheit den Vertretern antiukrainischer, prorussischer politischer Kräfte.
Bekanntlich verlor Oleksij Hontscharenko auf einer prorussischen politischen Plattform sogar die Wahl gegen den Vorsitzenden der sogenannten Partei Rodina, Ihor Markow, der in seinem Bestreben, die Ukraine Putin zu unterwerfen, wesentlich radikaler erschien als seine Konkurrenten. Und so erhielt er, zumindest dem Anschein nach, ein Mandat für die Werchowna Rada. Dem Anschein nach deshalb, weil es offenbar auch hier nicht ohne Wahlfälschungen zuging.
Doch unabhängig davon, ob es diese Fälschungen gab oder nicht: Das Abgeordnetenmandat aus Odesa wäre in jedem Fall an einen Vertreter staatsfeindlicher prorussischer Kräfte gegangen, die zusammen die überwiegende Mehrheit der Wählerstimmen erhielten.
Der Umschwung kam 2013, als selbst im Süden der Ukraine vielen Menschen klar wurde, dass die prorussischen Kräfte keineswegs vorhatten, eine Zukunft in engen Beziehungen zum sogenannten älteren Bruder aufzubauen, sondern die Hafenstadt schlicht der Russischen Föderation überlassen wollten. Genau danach beginnt Oleksij Hontscharenkos politische Neuinszenierung. Aber wie?
Er wird einer der Abgeordneten des Blocks Petro Poroschenko. Der neue Präsident der Ukraine baute seinen Block jedoch vor allem als zentristisches Bündnis auf und grenzte sich dabei von der damaligen Avantgarde der nationaldemokratischen Kräfte des Landes ab, der Volksfront unter Führung des damaligen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk.
Auf diese Weise konnte der Block Petro Poroschenko sowohl Menschen vereinen, die dem neuen Staatsoberhaupt nahestanden und nationaldemokratische Positionen vertraten, als auch diejenigen, die ihre politischen Ansichten entsprechend der neuen staatsorientierten politischen Konjunktur revidiert hatten. Zu diesen Menschen gehörte natürlich auch Oleksij Hontscharenko. Aber er war keineswegs der Einzige.
Während Poroschenkos Präsidentschaft kam es zu einer weiteren Neuformierung. So erschien der amtierende Präsident bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2019, nachdem die Konfrontation zwischen den nationaldemokratischen Kräften die Zustimmungswerte der Volksfront zunichtegemacht hatte und deren Führung die elektorale Verantwortung für die wirtschaftlichen und politischen Reformen im Land übernehmen musste, bereits als der eigentliche Anführer der nationaldemokratischen Kräfte des Landes, weil es keine Alternative gab.
In dieser Situation kandidierte Oleksij Hontscharenko als unabhängiger Kandidat, weil er verstand, dass in Odesa im Jahr 2019, wo die überwiegende Mehrheit der Wähler in Volodymyr Zelensky verliebt war und an die Möglichkeit einer Verständigung mit Putin glaubte, ein Vertreter der Partei Europäische Solidarität wohl kaum auf Sympathie stoßen konnte.
Die unabhängige Kandidatur endete mit dem Sieg des profilierten jungen Politikers. In der Werchowna Rada schloss sich Hontscharenko der Europäischen Solidarität an, auch um an der institutionellen Arbeit des Parlaments teilnehmen zu können. Denn ohne die Zugehörigkeit zu irgendeiner Fraktion hätte er nicht einmal Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates werden können. Und weil ihn mit den Vertretern der Partei Europäische Solidarität die gemeinsame Arbeit im Block Petro Poroschenko verband.
Nur ist die Europäische Solidarität kein Block. Sie sieht nicht jene Vielfalt an Positionen vor, die die Abgeordneten des Blocks Petro Poroschenko von 2014 bis 2019 vertreten konnten. Die heutige Europäische Solidarität ist eben eine nationaldemokratische Partei. Deshalb war Hontscharenkos Trennung von ihr tatsächlich nur eine Frage der Zeit und nicht das Ergebnis einer politischen Metamorphose.
Denn Hontscharenko war nie ein nationaldemokratischer Politiker. Und aus dieser Sicht ist es vollkommen logisch, dass er heute kein Mitglied der Partei Europäische Solidarität mehr ist.
Aus ideologischer Sicht steht Hontscharenko heute natürlich jenem politischen Projekt am nächsten, das Volodymyr Zelensky 2019 geschaffen hat: den „Dienern des Volkes“. Das Problem besteht jedoch darin, dass auch dieses Projekt während der Kriegsjahre neu formiert wurde und sich unter seinen Vertretern heute sowohl Menschen befinden, die eine aufrichtig patriotische Haltung vertreten, als auch Menschen, die weiterhin in Illusionen über ein Ende des Krieges und Verhandlungen mit Putin leben. Deshalb kann man hier nicht von einer einheitlichen Partei oder einer einheitlichen politischen Kraft sprechen.
Nun, die Frage ist natürlich nicht, wer welcher Partei und welcher politischen Kraft zuzurechnen ist. Die Frage ist, inwieweit all diese Menschen ihre Parolen und Absichten tatsächlich mit der Erwartung von etwas verbinden, das in den schwierigen 2020er- und möglicherweise 2030er-Jahren dieses kriegerischen 21. Jahrhunderts womöglich gar nicht eintreten wird – und mit ihren eigenen Wahlaussichten.
Doch diese Wahlaussichten können nur entstehen, wenn die heiße Phase des endlosen russisch-ukrainischen Krieges endet. Bislang gibt es keine objektiven Voraussetzungen für ein Ende dieser heißen Phase, für den Beginn irgendwelcher Verhandlungen, nicht einmal über eine Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Front oder auch nur über einen teilweisen Waffenstillstand im Krieg.
Solche Möglichkeiten werden jedoch weder Oleksij Hontscharenko noch Danylo Hetmanzew schaffen. Sie kann nur der ukrainische Soldat schaffen, indem er russische Ressourcen vernichtet und Russland die Möglichkeit nimmt, den russisch-ukrainischen Krieg fortzusetzen. Zu unserem großen Bedauern – für Sie und mich ebenso wie für Hontscharenko und Hetmanzew, für diejenigen, die sich als Vertreter der Friedenspartei betrachten, und für diejenigen, die als Vertreter der Kriegspartei bezeichnet werden – hat es in diesem Jahrhundert keine anderen Möglichkeiten gegeben, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, es gibt sie nicht und wird sie leider auch nicht geben.
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Art der Quelle:Artikel Titel des Originals:Гончаренко залишає ЄС | Віталій Портников. 06.10.2026. Autor:Vitaly Portnikov Veröffentlichung:06.10.2026. Originalsprache:uk Plattform / Quelle: YouTube Link zum Originaltext:
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