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Genosse Merz hat eine Erklärung abgegeben, die viele in der Ukraine so gelesen haben: Lasst uns euch heute eine Niere herausschneiden, und irgendwann später schenken wir euch vielleicht schöne Perlen – aber das ist nicht sicher.
Genosse Friedrich Merz ist zweifellos einer der wenigen Menschen, denen man zuhören sollte. Denn Deutschland ist der Kern der EU, und für die nächsten zwei Jahre ist es unsere wichtigste äußere Stütze in Bezug auf das Überleben.
Für 2026 und 2027 ist der allgemeine Rahmen mehr oder weniger abgesteckt. Was danach kommt, ist unklar. Umfassende Antworten darauf wird es nicht geben.
Dennoch gibt es Dinge, die sicher eintreten werden. Und es gibt eine Logik, die als Kriterium zur Überprüfung momentaner Aussagen dient.
1. Was sagen die Deutschen nicht uns, sondern sich selbst?
Sie sagen (und schreiben es sogar auf Papier):
• Ein Jahr (oder früher) nach einem Waffenstillstand in der Ukraine wird Russland zu groß angelegten aggressiven Aktionen gegen Europa / die NATO bereit sein;
• Es liegt in unserem Interesse, dass die Ukraine bis 2029/2030 kämpft, um die russische Macht abzunutzen und zu binden und ihre Wiederherstellung zu verhindern.
Wo ist in dieser Logik ein Waffenstillstand 2026/2027? Im Jahr 2028? Nirgends. Es gibt ihn nicht.
2. Speziell ausgebildete Deutsche sagen: Es liegt in unserem Interesse, dass die Ukraine als Sicherheitsgeber im Kontext der Bedrohungen durch Russland auftritt.
Das bedeutet: Wenn russische Truppen sich in Richtung Tallinn / Vilnius / Warschau bewegen… mit Fokus auf Berlin, müssen automatisch (!) ukrainische Drohnen und Raketen starten, um die Hälfte Moskaus zu verwüsten. Danach müssen ukrainische Bodentruppen eine solche Bedrohung für die Russen schaffen, dass sie sich schnell anders überlegen, die Deutschen unter Druck zu setzen.
Das nennt man ein Militärbündnis. Das es nicht gibt.
Wo ist hier die EU? Nirgends. Es existieren (noch) keine so tiefen gegenseitigen (!) Verteidigungsverpflichtungen im Rahmen Ukraine – EU.
Und was gibt es? Es gibt die Logik, „die Ukraine im Kampf zu halten, während Europa sich vorbereitet“.
Es ist bereits offensichtlich, dass Europa sich nicht vorbereiten wird. Weil es sich auf das Falsche vorbereitet. Und ohne die Ukraine lässt sich diese Aufgabe nicht lösen.
3. Wie sieht das Verfahren für den EU-Beitritt aus?
Wenn man die Phase der Verhandlungen und den Kampf um die „Erfüllung der Kriterien“ überspringt, erfolgt die Finalisierung durch die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem Kandidatenland, die Zustimmung auf Ebene der europäischen Institutionen (Europäischer Rat, Europäisches Parlament, Europäische Kommission) und die Ratifizierung durch alle Mitgliedstaaten.
Zum Beispiel vergingen zwischen dem Antrag Kroatiens und seinem Beitritt 10 Jahre, davon entfielen 1,5 Jahre auf den Ratifizierungsprozess.
Bei allem Respekt: Kein Merz kann eine Ratifizierung in einem hypothetischen Polen oder Spanien garantieren. Mehr noch: Genosse Merz kann nicht einmal wirklich eine Ratifizierung in Deutschland im Jahr 2028 garantieren. Denn Anfang 2029 finden in Deutschland planmäßige Bundestagswahlen statt.
Das Thema eines möglichen EU-Beitritts der Ukraine wird mit Sicherheit Gegenstand von Debatten sein, und mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % wird es an das neue Parlament weitergereicht. Insbesondere, wenn die Struktur des aktuellen Parlaments nicht den gesellschaftlichen Stimmungen im Wahljahr entspricht (sprich: wenn die Umfragewerte der Alternative für Deutschland höher sind). Die Frage ist: Wie ist die Position der AfD zur Ukraine in der EU, und wer spricht mit ihr darüber?
Außerdem wissen wir sicher, dass im nächsten Jahr in Frankreich nicht mehr Emmanuel Macron Präsident sein wird. Was denkt ein Nicht-Macron über die Ukraine in der EU? Und wer spricht mit ihm?
Und in einigen Ländern ist überhaupt ein Referendum erforderlich.
Fazit.
4. Ein kurzfristiger Waffenstillstand widerspricht der öffentlich erklärten (!!!) Verteidigungslogik der Bundesrepublik Deutschland (EU).
Der Prozess des EU-Beitritts dauert mit Sicherheit Jahre (mindestens schon wegen der Ratifizierung) und schließt grundsätzlich jegliche Garantien aus. Besonders in Zeiten der Turbulenz.
Die Integration in die EU bedeutet nicht automatisch eine Umwandlung in ein Militärbündnis, auch wenn sie die Zusammenarbeit fördert.
Ein hypothetischer „Verzicht auf Territorien“ und der EU-Beitritt stehen in keinem wirklichen Zusammenhang. Das passt schlicht nicht zusammen. Genosse Merz versteht das sehr wohl.
Wenn das Wort „Waffenstillstand“ in Verbindung mit der EU fällt, muss die Antwort lauten: Wie wird ein Militärbündnis ausgestaltet, und worin besteht es? Wie sehen die gegenseitigen Verteidigungsverpflichtungen aus?
Derzeit ist eine bewusste Trennung zwischen der politisch-ökonomischen und der militärischen Entwicklungslinie sichtbar, es gibt keinen Übergang. Dieses Vakuum muss gefüllt werden.
🔗 Originalquelle
Art der Quelle: Social Media
Autor: Aleksey Kopytko
Veröffentlichung / Entstehung: 28.04.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.