Trump trifft sich nicht mit Zelensky | Vitaly Portnikov. 19.09.2026.

Im Terminkalender für den Aufenthalt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump bei der Sitzung der UN-Generalversammlung ist kein mögliches Treffen mit dem Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelensky vorgesehen, der ebenfalls an dieser wichtigen Veranstaltung teilnehmen wird.

Bislang war davon die Rede gewesen, dass Trump und Zelensky sich am Rande der Sitzung der Generalversammlung treffen könnten. Doch nun ist ein solches Treffen nicht vorgesehen. Dabei enthält Donald Trumps Arbeitskalender zahlreiche Treffen mit anderen Staatschefs, die Gäste der Generalversammlung sein werden.

Natürlich könnten jetzt erneut Anstrengungen unternommen werden, um ein solches Treffen zu organisieren, wie es beispielsweise in Frankreich der Fall war, wo Donald Trump und Volodymyr Zelensky sich zur selben Zeit aufhielten, sich am Rande eines weiteren internationalen Gipfels jedoch nur dank der Bemühungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron trafen. Doch allein die Tatsache, dass man es im Weißen Haus mit einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten nicht eilig hat, zeigt, dass es im amerikanisch-ukrainischen Dialog und bei den Fragen im Zusammenhang mit der Beendigung des Krieges schlicht keine konkreten Fortschritte gibt – zumindest nicht aus Sicht Donald Trumps.

Ich möchte daran erinnern, dass der amerikanische Präsident, nachdem seine Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner die russische und die ukrainische Hauptstadt besucht und sich mit Putin und Zelensky getroffen hatten, nur seinen russischen Amtskollegen anrief, obwohl ursprünglich davon ausgegangen worden war, dass er sowohl mit dem russischen als auch mit dem ukrainischen Präsidenten Gespräche führen würde. Doch auch das Gespräch mit dem Präsidenten der Ukraine fand nicht statt, während Trump sein Gespräch mit dem Präsidenten Russlands als gut bezeichnete, ohne allerdings irgendwelche konkreten Einzelheiten zu nennen, die dieses Gespräch betrafen.

Was hindert den amerikanischen Präsidenten also wenige Wochen vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten daran, sich mit dem Präsidenten der Ukraine zu treffen und seine Unterstützung für die Bemühungen um eine Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu unterstreichen? Gerade das Fehlen konkreter Fortschritte hindert ihn daran. Denn wenn Trump sich mit Zelensky trifft, muss er mit dem Präsidenten der Ukraine zumindest irgendwelche realen Schritte zur Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses zwischen Moskau und Kyiv erörtern. Und wenn ihm bewusst ist, dass es solche realen Schritte nicht gibt? Wenn sich herausgestellt hat, dass der Besuch von Witkoff und Kushner in Moskau mit dem vorhersehbaren Fiasko endete, warum sollte Trump darüber mit dem ukrainischen Präsidenten sprechen?

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Wahlkampfs der Republikaner vor diesen Zwischenwahlen sind die Vorwürfe gegen Kyiv, wonach gerade die ukrainischen Angriffe auf die Ölraffinerien der Russischen Föderation zu einem Anstieg der Dieselpreise an amerikanischen Tankstellen geführt hätten. Wenn Trump sich mit Zelensky trifft, müsste er diese Vorwürfe konkretisieren, und der ukrainische Präsident dürfte ihnen kaum zustimmen. Denn allen ist vollkommen klar, dass der Dieselpreis vor allem durch die iranische Blockade der Straße von Hormus und die Unfähigkeit des amerikanischen Präsidenten beeinflusst wurde, dieses Problem so zu lösen, dass sich die Lage grundlegend verändert.

Trump sucht, wie es nach der Logik des Wahlkampfs und seiner Mitstreiter auch zu erwarten wäre, die Schuldigen außerhalb des Bereichs seines eigenen Handelns. Und in einer solchen Situation könnte er sogar der Ansicht sein, dass das Ausbleiben von Kontakten mit dem ukrainischen Präsidenten eine Art Bestrafung dafür ist, dass die Ukraine weiterhin Angriffe auf den Raffineriesektor der Russischen Föderation durchführt und seine Warnungen nicht beachtet.

Dabei liegt auf der Hand, dass der amerikanische Präsident, wenn er tatsächlich wollte, dass diese Angriffe eingestellt werden, sich um eine Waffenruhe im Energiebereich zwischen Russland und der Ukraine bemühen müsste. Damit nicht nur die Ukraine die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation nicht mehr zerstört, sondern auch Russland die ukrainische Energieinfrastruktur nicht mehr zerstört.

Hier sollte man sich jedoch zwei Fragen stellen. Erstens: Über welche realen Druckmittel gegenüber dem russischen Präsidenten verfügt der amerikanische Präsident heute überhaupt? Und das auch noch unter den Bedingungen eines Öldefizits auf dem Weltmarkt. Zweitens: Was wäre, wenn es den Vereinigten Staaten tatsächlich gelingen würde, eine Waffenruhe im Energiebereich zwischen Russland und der Ukraine zu erreichen, die Ukraine ihre Angriffe auf die Ölraffinerieindustrie der Russischen Föderation einstellen würde, mehr russischer Diesel verfügbar wäre und wieder auf den Markt käme, der Preis an den amerikanischen Tankstellen aber nicht sinken würde? Dann würde sich die Frage stellen: Wer ist eigentlich schuld daran, dass dieser Preis nicht sinkt?

Das ist die Frage, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten in dieser Situation beunruhigen könnte. Nicht etwa eine Waffenruhe im Energiebereich zwischen Russland und der Ukraine, sondern die Tatsache, dass es in einer solchen Situation nicht gelingen könnte, einen Schuldigen für diesen Preisanstieg zu finden. Und genau deshalb wird für Trump grundsätzlich nicht eine Waffenruhe im Energiebereich zur Priorität, sondern die Suche nach Wegen, das Ausmaß der Niederlage der Republikaner bei den bevorstehenden Wahlen zum amerikanischen Kongress zu verringern.

Natürlich wäre es für Zelensky wichtig, sich am Rande der Sitzung der UN-Generalversammlung mit Präsident Trump zu treffen. Doch wenn man genauer hinsieht: Welche Ergebnisse könnte ein solches Treffen in der Wahlkampfphase überhaupt haben? Würden solche Kontakte zwischen den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Ukraine nicht einfach zu einem Austausch von Erklärungen auf jener Ebene führen, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten gerade vor der vielleicht wichtigsten politischen Bewährungsprobe seiner gesamten politischen Karriere der vergangenen Jahre interessiert? Und inwieweit würde ein solches Treffen in diesem Fall tatsächlich sowohl zu einer Ausweitung der amerikanischen Unterstützung für die Ukraine als auch zur Suche nach Wegen zur Wiederaufnahme eines wirklichen Verhandlungsprozesses beitragen?

Was Trump vor den Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten tun konnte, hat er bereits getan, als er das Graham-Gesetz unterzeichnete, das ihm die Möglichkeit gibt, neue Sanktionen sowohl gegen die Russische Föderation als auch gegen die Unterstützer dieses Terrorstaates im Energiebereich zu verhängen. Und jetzt sollte man meiner Ansicht nach nicht auf diplomatische Kontakte mit dem amerikanischen Präsidenten drängen, sondern nach Wegen suchen, wie dieses Gesetz von einer bloßen Kulisse amerikanischer Absichten zu einer wirklichen wirtschaftlichen Waffe gegen die Russische Föderation und ihre Verbündeten werden kann. Und genau das wäre das Ergebnis, das man bei Kontakten mit Trump und anderen Vertretern seiner Regierung anstreben sollte – möglicherweise allerdings erst bei Kontakten nach dem 3. November.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп не зустрічається із Зеленським |
Віталій Портников. 19.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 19.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Kein Recht auf blinden Glauben und Selbsttäuschung über die „Gewissheit eines Nichtangriffs“. Der Test für Artikel 5 der NATO. Interview mit dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Sender SVT vom 22.08.2026. Robert „Magyar“ Brovdi

Interview des Kommandeurs der Unbemannten Systeme Robert „Magyar“ Brovdi mit dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Sender SVT vom 22.08.2026. Die Chronologie des Interviews wurde geändert. Die aktuellen Themen befinden sich im zweiten Teil, deshalb beginnen wir mit diesem.

Magyar:All das habe ich bisher unter einem positiven Vorzeichen dargestellt. Jetzt komme ich zur negativen Seite. Der Gegner schläft ebenfalls nicht, und der Gegner ist ernst zu nehmen. Was die Unterbindung seiner Finanzierungsquellen betrifft, sind wir noch sehr weit davon entfernt, sie auch nur hypothetisch vollständig unterbinden zu können. Putin hat den Ausbau seiner Militärmaschine keine Minute lang gestoppt.

Die Finanzierung der Entwicklung von Drohnen und neuen Militärtechnologien, die kontinuierliche Produktion von Luftverteidigungssystemen, die Ausweitung der Produktion verschiedener Raketentypen, die bevorstehende Mobilisierung – all das zeugt davon, dass er die militärischen Fähigkeiten des Staates kontinuierlich ausbaut. Und dabei geht es nicht um Atomwaffen, nicht einmal um taktische.

Es geht um die Beschaffung billiger Waffen, mit denen sich Wirkung erzielen lässt. Nehmen wir die der ganzen Welt bekannten Shaheds, die wir täglich mit einer gewissen Regelmäßigkeit abfangen. Stand August sind das im Durchschnitt 300 Stück pro Tag. Und es gibt weltweit keine einzige Armee, die darauf vorbereitet ist, im laufenden Betrieb eine solche Menge an Loitering Munition abzuwehren. Am Montag 300, am Dienstag 300, am Mittwoch 300, am Freitag 300. Dazwischen zwei Raketenangriffe mit jeweils 30 oder 50 Raketen aus verschiedenen Richtungen. Und dafür traditionelle Mittel zur Abwehr ballistischer Raketen und Shaheds einzusetzen, kann keine Volkswirtschaft der Welt stemmen. Es geht ausschließlich um neue, moderne und kostengünstige Technologien.

Und Putin versteht die Wirksamkeit dieser Waffen. Ebenso versteht Putin, dass den NATO-Mitgliedstaaten eine klare und beständige Position fehlt. Deshalb erlaubt er sich die Rhetorik, dass die NATO-Staaten bereits in diesen Krieg hineingezogen seien und unmittelbar daran teilnähmen.

Was glauben Sie: Wird Putin seine Ambitionen jemals aufgeben, doch noch in das Territorium von NATO-Mitgliedstaaten einzudringen, um wieder jemanden zu „befreien“, zu „retten“ und irgendetwas mit irgendetwas zu „vereinigen“? Nehmen wir als Beispiel die baltischen Staaten, die Putin als Bruchstücke der ehemaligen Sowjetunion im Rahmen seiner imperialen Ambitionen und Vorstellungen gerne wieder zusammenfügen würde, indem er alle in der guten alten Sowjetunion vereint. Deshalb gebe ich Ihnen drei zentrale Quintessenzen, aber hören Sie mir bitte zu.

  • Erstens. Ein „Kyiv in drei Tagen“ wird es nie wieder geben, aber ob es die baltischen Staaten nicht innerhalb eines Tages treffen könnte, da bin ich mir nicht sicher.
  • Zweitens. Die Drohne ist ohne jede Dramatisierung eine reale Plage des dritten Jahrtausends. Die Mathematik belegt das.
  • Drittens. Die NATO-Partnerstaaten irren sich sehr – mir ist das Wort entfallen – sie überschätzen ihre eigene Bereitschaft erheblich, dem Druck einer feindlichen Armee standzuhalten, die moderne Technologien einsetzt und die derzeit von der Ukraine bei Russlands Offensive aufgehalten wird.

Die NATO-Staaten sind auf einen Drohnenkrieg nicht vorbereitet. Punkt. Wie auch immer die geopolitischen Karten am Ende liegen mögen, was auch immer die großen Staaten über eine mögliche Beendigung des Krieges in der Ukraine und Ähnliches vereinbaren mögen: Putin wird seine Militärmaschine nicht einmal für eine zehnminütige Abkühlung des Motors abstellen. Er wird diese Maschine weiter antreiben und Personal, Bewaffnung und Technologien maximal ausbauen, um den nächsten Schritt zu machen.

Und das ist keine leere Erklärung. Im Rahmen unserer Kommunikation und Zusammenarbeit mit den militärischen Führungen ausnahmslos aller NATO-Mitgliedstaaten geben wir unsere vorrangigen Empfehlungen für die Umsetzung der ersten Schritte, die bereits jetzt notwendig sind, um einen Angriff Putins auf Sie zu verhindern – einen erfolgreichen Angriff. Die ersten fünf Schritte zur sofortigen Umsetzung innerhalb von drei, sechs und zwölf Monaten wurden der politischen und militärischen Führung der NATO nicht nur übermittelt, sie wurden von mir bereits weltweit öffentlich gemacht. Sie wurden einfach veröffentlicht, ausgesprochen, von Journalisten wiedergegeben und in der ganzen Welt verbreitet. Man muss handeln, es gibt keine Zeit.

Was die Ukraine betrifft, liegt bereits alles offen zutage. Die Legalisierung der Mobilisierung, die Bekanntgabe und Umsetzung der Mobilisierung durch Putin, die Ausweitung der Angriffe mit Shaheds – sowohl mit strahlgetriebenen als auch mit gewöhnlichen –,und die Ausweitung gleichzeitiger Raketenangriffe. Ich spreche hier nicht von ballistischen Raketen, sondern von einer gleichzeitigen Salve aller Raketentypen, die Putin im Krieg gegen die Ukraine standardmäßig einsetzt, mit dem Ziel, unsere Infrastruktur zu zerstören, der Zivilbevölkerung das Leben in friedlichen Städten unmöglich zu machen und direkten genozidalen Terror gegen die Zivilbevölkerung auszuüben. Er kann auf dem Schlachtfeld keine Erfolge erzielen, er kann seinem Volk keine wirklichen Erfolge vorweisen. Also verlagert er den Schwerpunkt seiner Angriffe darauf, für die Einwohner, für die Zivilbevölkerung der Ukraine einen Albtraum zu schaffen.

Wir wissen, was dagegen zu tun ist. Aber auch hier liegt allem die Mathematik zugrunde, die nicht ausschließlich von uns abhängt. Zu dieser Art von Mathematik gehört auch die Beteiligung der Partner in Form rechtzeitiger – nicht nur angekündigter, sondern rechtzeitiger – finanzieller Unterstützung.

Es gibt auch kostenlose Schritte, die jedoch stark politisiert sind. Der wichtigste kostenlose, aber politische Schritt ist die Freigabe des Betriebs der Starlink-Satelliten über einem Teil des russischen Territoriums. Wir bekämpfen Drohnen, die über unser Territorium fliegen, aber wir haben nicht genügend Möglichkeiten, die Abschussvorrichtungen für Raketen und dieselben Shaheds zu bekämpfen, deren Standorte wir kennen, für die wir jedoch eine Kommunikationsverbindung brauchen.

Wir haben das in den vorübergehend besetzten Gebieten bewiesen. Aus den vorübergehend besetzten Gebieten setzt der Gegner heute bei massiven Raketenangriffen keine Raketen mehr ein, weil wir dafür gesorgt haben, dass dort keine Abschussvorrichtungen stationiert werden können. Irgendwo dort gibt es vielleicht noch welche, aber sie verstecken sich und werden nicht massenhaft eingesetzt.

Alle Starts erfolgen ausschließlich von russischem Territorium, vom Süden bis ganz in den Norden, von Rostow und Taganrog bis zu den Gebieten Brjansk, Kursk, Belgorod und so weiter. Wir kennen jede Zone, in der sich diese Abschussvorrichtungen befinden. Aber um sie zu zerstören, brauchen wir offene Augen. Keine Versprechen – offene Augen. Und dann werden wir das in kurzer Zeit bewältigen, innerhalb weniger Wochen.

Drittens – ich bin noch nicht fertig. Drittens geht es darum, dass die entscheidenden NATO-Partnerstaaten die Notwendigkeit einer Neuausrichtung und Überarbeitung ihrer eigenen Sicherheitsdoktrinen selbst erkennen und unverzüglich akzeptieren. Nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern wirklich akzeptieren. Und zwar sofort. Sofort. Wissen Sie, die Ukraine wird Ihre Länder ganz sicher mit Drohnen versorgen können, falls auf Ihrem Territorium plötzlich ein Krieg beginnt. Das kann ich heute mit Sicherheit sagen. Aber die Ukraine wird Ihnen ganz sicher nicht die Beteiligung ihrer Soldaten zur Verfügung stellen können, die Sie verteidigen werden. Wir werden schlicht nicht für Sie alle ausreichen. Und wenn Sie eine derart enge Zusammenarbeit mit uns haben, Zugang zu Analysen, zur Geschichte der Ereignisse, zu deren Auswertung und zur Übernahme unserer Erfahrungen, dann ist es, gelinde gesagt, gefährlich, jetzt keine neuen Entscheidungen für die eigene Sicherheit umzusetzen. Und das ist Ihre künftige Herausforderung.

Sie erinnern sich: Die Drohne ist die Plage des dritten Jahrtausends. Und ich scherze nicht. Außerhalb eines Krieges, in den Händen eines Terroristen oder einfach eines Rowdys, der ein Fußballspiel in einem Stadion mit 100.000 Zuschauern sprengen will. Der 11. September – ich weiß nicht mehr, in welchem Jahr – musste in den Vereinigten Staaten geschehen, damit sämtliche Fragen der Sicherheit im Luftverkehr neu überdacht wurden. Ein moderner 11. September ist in Europa noch nicht geschehen, obwohl Drohnen in Leipzig bereits den Flughafen erreicht haben und, Gott sei Dank, nicht explodiert sind.

Wenn es um die Sicherheit jedes einzelnen Penthouses in einem Hochhaus irgendeiner Stadt und um den sicheren Aufenthalt irgendeiner VIP-Person darin geht, eines Bankdirektors, einer finanziell bedeutenden Person, eines Industrieunternehmers oder sonst jemandes, dann werden sie weder in die Keller gehen können, um dort zu arbeiten, noch sich in einem Hochhaus sicher fühlen können. Seien Sie sich dessen sicher. Ich drohe nicht, ich stelle fest. Selbst für den Beruf des Scharfschützen wird nicht einmal mehr in der Kriminalität Platz bleiben. Im Krieg ist der Scharfschütze bereits nicht mehr gefragt.

Frage: Eine persönliche Frage zu Ihrem Hintergrund. Was hat Sie auf Ihre jetzige Position vorbereitet? Ihre Vergangenheit? Vielleicht Ihre Rolle als Geschäftsmann, vielleicht irgendeine andere Erfahrung. Wie sind Sie hierhergekommen? Und nicht einfach nur hierhergekommen, sondern so erfolgreich. Was hat Sie am meisten darauf vorbereitet?

Magyar: Ich bin Ukrainer. Das ist das Erste. Zweitens bin ich Eigentümer von etwas Eigenem – eines Baumes, eines Hauses, eines Unternehmens, egal. Drittens bin ich Vater. Viertens ist das mein Land. Was zum Teufel soll das? 

Und dann ist da einfach dieses einzigartige Phänomen, für das es in der Geschichte vermutlich kein Gegenstück gibt: dass im Jahr 2022 die absolute Mehrheit der Widerstandskräfte aus Zivilisten verschiedenster Berufe bestand, die einfach innerhalb von fünf Tagen zu den Waffen griffen, jeder in seinem Gebiet.

Neben Mut und Patriotismus ermöglichte das, den kollektiven Verstand verschiedener Berufsgruppen an einem Ort zu konzentrieren, ausgerichtet auf die Lösung eines einzigen konkreten Problems. Keine spezialisierte militärische Erfahrung, sondern der gemeinsame kollektive Verstand von Ärzten, Ingenieuren, Sportlern, Gaunern, Geschäftsleuten – von wem auch immer. 

Die Ideen jedes Einzelnen waren anfangs auf das Überleben gerichtet, konzentrierten sich später auf die Vernichtung des Gegners mit allen verfügbaren Mitteln und im nächsten Schritt auf die Skalierung dieser Lösungen und ihre Implementierung in jene Armee, in deren heutiger Form sie jetzt am Krieg teilnimmt. Und in den meisten dieser Gruppen von Menschen verschiedener Berufe fanden sich Projektmanager, die sich schnell orientierten und faktisch die Koordinierung all dieser Handlungen übernahmen.

Das ist der grundlegende Unterschied zu einer klassischen Armee irgendeines Landes der Welt. Kein eng spezialisiertes Berufsbild, sondern kollektiver Verstand. Kollektiver Verstand, gesteuert von einem Projektmanager, der sich von Mathematik leiten lässt. Das ist das Wort, mit dem wir unser Gespräch begonnen haben. Kollektiver Verstand ist das Äquivalent eines Teams. Natürlich baut hier niemand ein Monopol auf oder betreibt ein „Ruhm mir, dem Geliebten“, all das sind Teams. Mit einem solchen Ansatz hat Putin in der Ukraine keine Aussicht auf Erfolg und wird sie auch nicht haben.

Bedauerlicherweise um den Preis des Lebens sowohl unserer Kameraden als auch von der Zivilbevölkerung. Schade ist, dass die Aktivität der Partner erst an der Schwelle zu humanitären Katastrophen einsetzt. Erst dann unternehmen sie jene richtigen Schritte, die rechtzeitig notwendig wären, aber letztlich unternehmen sie sie dennoch. Andernfalls werden auch die Partner in einer Situation des Zugzwangs sein, gelinde gesagt, oder in einer von vornherein verlorenen Konstellation der Zukunft.

Und wir waren und bleiben allen Partnerstaaten dankbar, denen das Geschehen in der Ukraine nicht gleichgültig ist und die uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen, sich beteiligen, uns unterstützen und so weiter. Wenn die NATO lange zum Anspannen braucht, dann haben Sie, die einzelnen Staaten, eine ganze Reihe anderer Formen von Bündnissen, zum Beispiel JEF.

Klopfen Sie deshalb an die Herzen Ihrer Einwohner, aber klopfen Sie noch stärker an die Köpfe Ihrer Führung. Ihre Sicherheit liegt in Ihren Händen, und die Drohnen werden in den Händen der Piloten Ihres Landes liegen. Vielleicht mit einem Ausbilder aus einem anderen Land, aber der Großteil der Piloten wird aus Ihrem Land kommen, ebenso wie die Infanterie. Obwohl ich natürlich wünsche, dass alle Kriege, an denen Schweden beteiligt war, ausschließlich Geschichte bleiben und nicht Zukunft werden.

Erster Teil

Frage: Nach dem, was wir sehen, ist es Ihnen gelungen, eine sehr erfolgreiche Kampagne durchzuführen. Welche Schlüsse ziehen Sie jetzt aus den Ergebnissen dieser Kampagne, nach dem, was Sie sehen?

Magyar: Von welcher Kampagne sprechen wir?

Frage: Von der Drohnenkampagne, „Mid-Strike“ und „Deep-Strike“.

Magyar: Sehen Sie, ich würde das nicht in Kampagnen messen. Ich würde es anhand etwas anderer Kriterien messen. Der groß angelegte Krieg, den Russland gegen die Ukraine entfesselt hat, hat innerhalb kurzer Zeit durch das Aufkommen eines neuen Waffentyps grundsätzlich sämtliche bisherigen Doktrinen, Ansätze und Vorstellungen über die Führung dieses Krieges verändert.

Das heißt, die Drohne, die 2022 bereits als Mittel der Kriegsführung in Erscheinung trat, ist 2025 und 2026 zum Hauptelement dieses Krieges geworden. Das heißt, es ist ein Mittel, das durch die Erfüllung seiner Aufklärungs- und Angriffsfunktionen faktisch ganze Truppengattungen ersetzt hat: Es hat die Funktion der Artillerie übernommen, die Funktion der Luftwaffe übernommen, die Funktion gepanzerter Fahrzeuge, von Panzern und so weiter übernommen.

Denn all die oben genannten Mittel sind, sobald sie in der Killzone auftauchen, nicht einmal mehr in der Lage, ihre Feuerstellungen zu erreichen. Sie werden zu Zielen, die leicht zerstört werden können. Und zwar werden sie auf asymmetrische Weise zerstört. Denn die Asymmetrie zwischen den Kosten dieser Mittel und ihrer Anzahl ist so groß, eine solche Drohne ist im Verhältnis zu einem Panzer, der mehrere zehn Millionen Dollar kostet, so billig, während dieser Panzer im Grunde nicht einmal zu einem Kampfeinsatz ausrücken kann, weil er sich in einer potenziellen Killzone befindet. Einer Killzone, deren Ausdehnung heute ausschließlich von den technischen Eigenschaften der Drohnen selbst und ihrer Anzahl in der Luft bestimmt wird.

Erstens ersetzt die Drohne heute Personal. Das heißt, die Konzentration von Drohnen auf einem Frontabschnitt ermöglicht es, weniger Personal einzusetzen, bei dessen Mobilisierung es in der Ukraine gewisse Probleme gibt. Denn im Laufe von viereinhalb Jahren hat sich unsere Mobilisierungsreserve erheblich verringert, und alle, die kämpfen wollten, kämpfen bereits.

Zweitens hat die Drohne den Krieg transparent gemacht. Früher erhielt die Infanterie Informationen aus irgendwelchen Aufklärungsberichten, Meldungen und anderen Quellen. Heute liegt all das offen zutage. Es ist in Echtzeit sichtbar, weil die Drohnen im ständigen Wechsel fliegen, einander ablösen und es ermöglichen, das Bild des Gefechts, die Art der Handlungen, die logistischen Absichten des Gegners und seine Angriffsabsichten zu kennen. Man weiß buchstäblich alles im Voraus und hat die Möglichkeit, sich vorzubereiten und entsprechende Schläge zu führen.

Drittens ermöglicht die Drohne, gleichzeitig einen Krieg in vier verschiedenen Tiefen zu führen. Das ist die Luftverteidigung im Hinterland unmittelbar nahe der Frontlinie und weiter im Landesinneren. Das ist die Arbeit auf taktischer Ebene, die Arbeit auf operativer Ebene und die Bekämpfung von Zielen in der Tiefe auf strategischer Ebene, was uns wiederum schrittweise ermöglicht, den Krieg auf das Territorium des Besatzers, auf das Territorium Russlands zurückzutragen.

Viertens, fünftens, zehntens. Ich könnte noch viele weitere Punkte nennen, aber vor allem ist die Drohne Mathematik, und Mathematik bedeutet die Möglichkeit einer angemessenen Analyse, Steuerung und Planung des Krieges. Mathematik. Alles steckt darin.

Frage: Man kann also nicht sagen, dass Deep Strikes wichtiger sind als Mid Strikes? Sie alle bilden ein Ganzes. Gibt es einen Unterschied bei der Priorität solcher Angriffe?

Magyar: Heute entfallen 95 Prozent aller Treffer gerade auf die taktische Ebene. Denn gerade auf der taktischen Ebene nutzt der Gegner sein im Vergleich zur Ukraine völlig anderes Mobilisierungspotenzial und wirft immer neue Soldaten nach vorn, um in weitere Gebiete einzusickern. Und gerade am Boden, auf taktischer Ebene, findet ein gewisses Vorrücken des Gegners zur Eroberung von Land statt. Es geschieht nicht aus der Luft, es geschieht nicht von Moskau aus, es geschieht konkret auf dem Schlachtfeld, Kilometer für Kilometer. Natürlich hat Putin, besonders im letzten halben Jahr, auf dem Schlachtfeld nicht viel vorzuweisen, deshalb hat er sich jetzt umorientiert und sich dem Terror gegen die Zivilbevölkerung zugewandt. Aber das ist ein anderes Thema.

Im Dezember 2025 haben wir den nächsten Punkt einer neuen Dimension des Krieges erreicht, als wir die Bilanz zwischen dem Zulauf und dem Ausfall gegnerischen Personals im Krieg ausgeglichen haben. Das heißt, die Zahl des vom Gegner unter Vertrag genommenen Personals entsprach der Zahl des vernichteten gegnerischen Personals. Gerade durch Drohnen haben wir diese Bilanz ausgeglichen. Das ist ein neuer Ausgangspunkt. Aber das löst das Problem nicht. Ich erkläre jetzt, warum.

Bis heute bezeichnet Putin diesen Krieg als militärische Spezialoperation und nutzt zur Auffüllung seines Personals ausschließlich das Potenzial von Vertragssoldaten. Das heißt, sie zahlen Geld und schließen Verträge ab – freiwillig oder nicht freiwillig, das spielt keine Rolle. Sie schließen Verträge mit Personen, die anschließend losziehen, um auf ukrainischem Boden zu sterben. Am 20. September finden bei Putin Wahlen statt. Und das ist die letzte Schwelle, die ihn derzeit noch davon abhält, jene verborgene Mobilisierung zu legalisieren, die in Wirklichkeit bereits stattfindet. Und dann wird er in seinem Land Menschen mit Gewalt zusammentreiben und sie zur Durchführung der sogenannten militärischen Spezialoperation schicken. 

Obwohl diese Mobilisierung jetzt noch als verdeckt und sozusagen „nicht bewiesen“ gilt, sehe ich das nicht so. Und ich analysiere sehr viele OSINT-Daten, Informationen und abgefangene Mitteilungen. Wir führen tiefgehende Analysen durch. Ich behaupte, dass diese Mobilisierung im Herbst beginnen wird, und dann werden wir auf einer ganzen Reihe von Frontabschnitten einen erheblichen Zustrom gegnerischen Personals spüren. Und diese Parität bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts von Zugängen und Ausfällen wird ihren Wettbewerbsvorteil verlieren, weil der Gegner erheblich mehr Personal zur Verfügung haben wird, auch wenn es unerfahren ist. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Das sind vollkommen offensichtliche Dinge.

Und um auf den ersten Teil Ihrer Frage zu antworten: Drohnen auf taktischer Ebene waren, sind und bleiben aus Sicht der Eindämmung des Gegners prioritär. Prioritär und am massenhaftesten eingesetzt. Das heißt, von den zehn Millionen Drohnen, die die ukrainische Militärindustrie heute produziert, wird die absolute Mehrheit der Systeme heute hier auf dem Schlachtfeld benötigt, innerhalb von 15 bis 30 Kilometern.

Operationen, die die operative und die strategische Tiefe betreffen, dienen der Erfüllung anderer Aufgaben. Eine gesonderte Operation rund um die Krim, ihre Blockade – Sie haben davon gehört – dient vor allem dazu, Putin die Nutzung der Halbinsel als militärischen Brückenkopf unmöglich zu machen, von dem aus er seine Operationen gegen die Ukraine führt.

Ihre nächste Aufgabe besteht darin, die Aktivitäten der Schattenflotte zu stoppen, die die besetzten Gebiete und entsprechend das Asowsche Meer mit der Straße von Kertsch nutzte, um Öl, Commodities und alles Mögliche andere abzutransportieren, das mithilfe der Hunderte Schiffe der Schattenflotte in unbegrenzten Mengen auf das offene Meer gelangte und dort zum Zweck des Verkaufs weiter umgeladen wurde.

Und diese Operation hatte eine blitzartige Wirkung. Sie wurde aus der Luft durchgeführt und brachte den Verkehr der Schattenflotte buchstäblich innerhalb von zwei Wochen zum Erliegen. Seit zwei Monaten läuft sie nun, und der Verkehr auf dem Asowschen Meer ist vollständig zum Stillstand gekommen. Die Straße von Kertsch ist blockiert. Der Verkehr auf dem Schwarzen Meer, zumindest in seinem nordöstlichen Teil, ist, gelinde gesagt, erheblich erschwert.

Auf der Krim gibt es eine ganze Reihe solcher Aufgaben. Ich werde sie nicht alle aufzählen. Ich nenne noch eine wichtige, die dritte. Die dritte ist die Logistik auf die Halbinsel und zu den südlichen Frontabschnitten, die intensiv als Landkorridor für Lieferungen auf die Halbinsel und an den südlichen Frontstreifen genutzt wurde – für die Zuführung von Personal, militärischer Ausrüstung, Munition und allem, was Putin die Kriegsführung auf taktischer Ebene, auf dem Schlachtfeld, ermöglicht.

Das heißt, wir schaffen Bedingungen, unter denen ein Militärkontingent nicht auf dem Territorium der Krim stationiert werden kann, um von dort gegen die Ukraine eingesetzt zu werden. Dazu kommen sämtliche begleitenden Bereiche zur Aufrechterhaltung des Lebens dort. Ein besonderer Fokus liegt auf einer Zahl in Millionenhöhe, einer Zahl, die sich auf eine Million und mehr beläuft. Das ist dieser russische kolonialistische Migrationstourismus von Menschen, die vor zehn oder 13 Jahren einfach auf unser Land kamen, die Häuser von Ukrainern bezogen und es sich unter den schönen Bedingungen auf der Krim bequem machten, nachdem sie aus den tiefsten Sümpfen gekommen waren, in denen sie gelebt hatten – im Zuge von Putins müheloser Einnahme der Krim. Denn die Krim fiel ihm leichter in die Hände, als es einem gewöhnlichen Dieb fallen würde, beispielsweise vor Ihrem Parlament ein Auto zu klauen. Dort wäre es schwieriger, denn dort gibt es Kameras und Polizei. Hier dagegen kam er einfach, nahm sich eine leichte Trophäe und machte sie obendrein noch zu etwas Sakralem.

Nun zur strategischen Ebene. Sie hat völlig andere Aufgaben. Und wir haben intensiv daran gearbeitet, die Fähigkeit zur Erfüllung dieser Aufgaben zu erlangen. Faktisch haben ukrainische Ingenieure während des Krieges, während sie das Schlachtfeld mit Drohnen versorgten, unermüdlich Drohnen entwickelt, die in der Lage sind, wesentlich tiefer zu fliegen und wesentlich wichtigere Spezialoperationen durchzuführen. Und in der strategischen Tiefe konzentriert sich die Hauptaufgabe auf drei oder vier völlig andere Zieltypen.

  • Erstens sind das sämtliche Unternehmen, die Finanzierungsquellen des Krieges darstellen.

Putin verfügt über grenzenlose Bodenschätze, durch deren Export er Devisen erhält, mit denen er den Krieg finanziert. Das heißt, sämtliche Quellen der Kriegsfinanzierung sind legitime militärische Ziele und müssen unverzüglich zerstört werden, um das System der Kriegsfinanzierung auszubluten.

Zweitens: Wenn man berücksichtigt, dass Putin nie aufgehört hat, sich auf diesen Krieg vorzubereiten. Dieses Land hat sein ganzes Leben lang seinem eigenen militärisch-industriellen Komplex große Aufmerksamkeit und erhebliche finanzielle Mittel gewidmet und tut dies weiterhin.

  • Deshalb sind die zweite Priorität strategischer Angriffe in der Tiefe sämtliche Produktionsstätten für Waffen in all ihren Formen.

Die Finanzierungsquellen des Krieges ausbluten lassen. Die Unternehmen ausschalten und zerstören, die Mittel und Waffen herstellen, die in den Krieg geschickt werden: unbemannte Systeme, gepanzerte Systeme, alles, was fliegt, schießt und so weiter. Das sind zwei wichtige Prioritäten.

  • Die dritte Priorität sind sämtliche logistischen Versorger der militärischen Spezialoperation.

Das sind Monopole innerhalb Russlands, die für die massenhafte Logistik und die Versorgung mit Gütern für militärische Zwecke sorgen. Wenn wir über bestimmte Logistikzentren sprechen, mit deren Zerstörung wir uns regelmäßig und erfolgreich beschäftigen, dann betrifft ein gesonderter Bereich die taktischen und sonstigen Luftverteidigungssysteme, die Russland noch aus den Errungenschaften der Sowjetunion geerbt hat und bis heute sehr intensiv produziert. Damit verschafft es sich den sogenannten Schild, der das Eindringen von Luftzielen tief nach Russland hinein begrenzt. Das heißt, es handelt sich um sämtliche Elemente der Luftverteidigung, von denen wir Hunderte ausschalten und dadurch das Fenster in die Tiefe des russischen Territoriums rund um die Uhr offen halten.

Obwohl der Anteil der Angriffe in der Tiefe Russlands – Sie haben die Zahl heute gehört: 95 Prozent entfallen auf die taktische Ebene – also nicht mehr als fünf Prozent beträgt, kann man heute, Stand August 2026, mit Sicherheit sagen, dass es im europäischen Teil Russlands keinen einzigen Ort mehr gibt, den der Gegner als ruhiges Hinterland betrachten kann. In jedem Winkel, auf jedem Kilometer gibt es Raum, der für Angriffe durch einen freiheitsliebenden ukrainischen Vogel erreichbar ist.

Und schließlich ist das ein gesondertes Mittel, um auf den moralisch-psychologischen Zustand der gewöhnlichen Einwohner dieses Landes, Russlands, einzuwirken, damit sie ihre eigene Verbindung zu diesem Krieg spüren. Denn all die früheren Kriege, die Russland führte, um, wie sie sagen, jemanden von irgendetwas zu befreien, berührten keinen einzigen gewöhnlichen Einwohner Russlands, weil sie nicht auf russischem Territorium stattfanden. Es brauchte vier Jahre, in denen wir den Vormarsch der Russen in den von ihnen besetzten ukrainischen Gebieten aufhielten, um 2025 und 2026 damit beginnen zu können, den Krieg in vollem Umfang auf die Seite des Gegners zu verlagern. Und das ist inzwischen nicht mehr nur eine Tatsache, sondern Alltag – ein Alltag, an den sich die Bürger des Aggressorstaates nicht gewöhnen und der für sie dennoch alltäglich geworden ist.


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Art der Quelle: Interview
Titel des Originals: Без права на сліпу віру та самонавіювання про „впевненість у ненападі“. Тест Статті 5 NATO. Інтервʼю суспільному мовнику Швеції SVT від 22.08.2026. Роберт Мадяр Бровді.
Kanal: schwedischer öffentlich-rechtlichen Sender SVT
Veröffentlichung: 22.08.2026.
Originalsprache: uk
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Spannt die Pferde aus, ihr Burschen/ Розпрягайте, хлопці, коні. Ursprüngliche kosakische Version.

„Розпрягайте, хлопці, коні“ – „Spannt die Pferde aus, ihr Burschen“ – ist eines jener ukrainischen Lieder, in denen Liebe, Abschied und die Freiheit der Steppe miteinander verschmelzen.

Die heute weithin bekannte, in sowjetischer Zeit verbreitete Fassung unterscheidet sich deutlich von der ursprünglichen kosakischen Version. In dieser finden sich Verse über die Saporoger Sitsch, den Aufbruch des Kosaken und das Gebet des zurückbleibenden Mädchens – Motive, die in der bekannten Fassung fehlen.

Damit verändert sich auch die Geschichte des Liedes: Der Kosak verlässt sein Mädchen nicht wegen einer anderen Geliebten, sondern zieht zur Sitsch. Zum Abschied bittet er sie, nicht zu weinen, sondern für ihn zu Gott zu beten. Schließlich reitet er fort, während die Kalina wächst und blüht und das Mädchen zurückbleibt.

In seiner ursprünglichen historischen und inhaltlichen Fassung ist es ein Kosakenlied über die Sitsch und die erzwungene Trennung zweier Liebender – und kein leichtfertiges Alltags- oder anzügliches Lied, als das die sowjetische Propaganda es darzustellen versuchte.

So erscheint hinter dem bekannten Liebeslied eine ältere Welt: die Welt der Kosaken, der weiten Steppe, des Abschieds und der воля – der Freiheit.

Spannt die Pferde aus, ihr Burschen,
Legt euch hin und ruhet aus.
Ich geh in den grünen Garten,
Heb dort einen Brunnen aus.

Grub den Brunnen, grub ihn tiefer
In dem grünen Kirschbaumhain.
Kommt mein Mädchen früh am Morgen,
Wasser schöpfen hier allein?

Kam das Mädchen, kam am Morgen,
Um sich frisches Wasser zu hol’n.
Hinter ihr der junge Kosak,
Führt sein Pferd zum Wasser wohl.

Bat sie freundlich um den Eimer,
Doch sie gab den Eimer nicht.
Bot ihr einen goldnen Ring an,
Doch sie nahm auch diesen nicht.

Weiß ja, weiß ja, liebes Mädchen,
Warum du mir böse bist:
Weil ich gestern spät am Abend
Für die Sitsch gemeldet bin.

„Weine nicht, mein liebes Mädchen,
Weine nicht und gräme dich.
Bitte Gott um meinen Segen,
Bet zu ihm und denk an mich.“

Wächst und wächst dort die Kalina,
Wächst empor und blühet rot.
Fort zur Sitsch ritt ihr Kosake –
Und ihr junges Glück entfloh …

Розпрягайте, хлопці, коні,
Та й лягайте спочивать,
А я піду в сад зелений,
В сад криниченьку копать.

Копав, копав криниченьку
У вишневому саду.
Чи не вийде дівчинонька
Рано-вранці по воду?

Вийшла, вийшла дівчинонька
Рано-вранці воду брать,
А за нею козаченько
Веде коня напувать.

Просив, просив відерця,
Вона йому не дала,
Дарував їй злотий перстень -
Вона його не взяла.

Знаю, знаю, дівчинонько,
Чим я тебе прогнівив:
Що я вчора ізвечора
Та й на Січ зголосивсь.

«Не плач, не плач, дівчинонько,
Не плач, не журися,
А за моє здоров'ячко
Богу помолися».

Росте, росте та й калина,
Росте, росте, розцвіта.
Поїхав козак на ту Січ —
Пропали її літа...

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Art der Quelle: Volkslied
Titel des Originals: Розпрягайте, хлопці, коні.

Entstehung: 18 Jahrhundert
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach“],
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Spannt die Pferde aus, ihr Burschen/ Розпрягайте, хлопці, коні. Sowjetische Version.

Das ukrainische Volkslied „Розпрягайте, хлопці, коні“ („Spannt die Pferde aus, ihr Burschen“) ist heute vor allem in einer Fassung bekannt, die während der Sowjetzeit große Verbreitung fand. Diese Version unterscheidet sich deutlich von kosakisch geprägten Varianten des Liedes.

Hier ein Link zu Originalversion

In der Sowjetzeit wurden die Erwähnungen der Saporoger Sitsch und der Kosakenfeldzüge vollständig aus dem Liedtext gestrichen, um aus der marschartigen Kosakenballade ein fröhliches und politisch neutrales Lied über den kolchosbäuerlichen Alltag zu machen. An die Stelle des kosakischen Inhalts traten vor allem das Liebeswerben und der romantische Streit zwischen den Liebenden im Garten.

Spannt die Pferde aus, ihr Burschen,
Legt euch hin und ruhet aus.
Ich geh in den grünen Garten,
Heb dort einen Brunnen aus.

Refrain:
Marussja, eins, zwei, drei – Kalina,
Dunkelhaarig, jung und fein,
Pflückt die Beeren ganz allein.

Grub den Brunnen, grub ihn tiefer
In dem grünen Kirschbaumhain.
Kommt mein Mädchen früh am Morgen,
Wasser schöpfen hier allein?

Refrain:
Marussja, eins, zwei, drei – Kalina,
Dunkelhaarig, jung und fein,
Pflückt die Beeren ganz allein.

Kam das Mädchen, kam am Morgen,
Um sich frisches Wasser zu hol’n.
Hinter ihr der junge Kosak,
Führt sein Pferd zum Wasser wohl.

Refrain:
Marussja, eins, zwei, drei – Kalina,
Dunkelhaarig, jung und fein,
Pflückt die Beeren ganz allein.

Bat sie freundlich um den Eimer,
Doch sie gab den Eimer nicht.
Bot ihr einen goldnen Ring an,
Doch sie nahm auch diesen nicht.

Refrain:
Marussja, eins, zwei, drei – Kalina,
Dunkelhaarig, jung und fein,
Pflückt die Beeren ganz allein.

Weiß ja, weiß ja, liebes Mädchen,
Warum du mir böse bist:
Weil ich gestern spät am Abend
Eine Schönre hab geküsst.

Refrain:
Marussja, eins, zwei, drei – Kalina,
Dunkelhaarig, jung und fein,
Pflückt die Beeren ganz allein.

Klein gewachsen ist die Schöne,
Jung an Jahren, zart und fein.
Blonder Zopf fällt bis zur Hüfte,
Goldnes Band ist mit darein.

Refrain:
Marussja, eins, zwei, drei – Kalina,
Dunkelhaarig, jung und fein,
Pflückt die Beeren ganz allein.

Spannt die Pferde an, ihr Burschen,
Mit der Ruhe ist’s vorbei.
In die weite Steppe ziehen,
Für den Ruhm und für die Freiheit!

Refrain:
Marussja, eins, zwei, drei – Kalina,
Dunkelhaarig, jung und fein,
Pflückt die Beeren ganz allein.

Розпрягайте, хлопці, коні,
Тай лягайте спочивать.
А я піду в сад зелений,
В сад криниченьку копать.

Приспів:*
Маруся раз, два, три, калина.
Чорнявая дівчина
В саду ягоди рвала.

Копав, копав криниченьку,
У вишневому саду.
Чи не вийде дівчинонька
Рано-вранці по воду?

Приспів.

Вийшла, вийшла дівчинонька
Рано-вранці воду брать.**
А за нею козаченько
Веде коня напувать.

Приспів.

Просив, просив відеречка -
Вона йому не дала.
Дарував їй злотий перстень -
Вона його не взяла.

Приспів.

Знаю, знаю, дівчинонько,
Чим я тебе образив.
Що я вчора із вечора
Кращу тебе полюбив.

Приспів.

Вона ростом невеличка,
Ще й літами молода.
Руса коса до пояса,
В косі стрічка золота.

Приспів.

Запрягайте, хлопці, коні
Годі далі спочивать,
Тай поїдем в степ широкий
Славу-волю здобувать

Приспів.

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Art der Quelle: Volkslied
Titel des Originals: Розпрягайте, хлопці, коні

Veröffentlichung: 1935
Originalsprache: uk
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Lied-Sammlung

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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach,
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Trump unterzeichnet das „Graham-Gesetz“ | Vitaly Portnikov. 18.09.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump hat feierlich das sogenannte Lindsey-Graham-Gesetz über Sanktionen gegen die Russische Föderation und ihre Unterstützer im Energiebereich unterzeichnet.

Dieses Gesetz soll, wie man annimmt, zu einem weiteren Instrument werden, das die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges ermöglichen soll. Zugleich sollte man jedoch die Bedeutung des eigentlichen Inhalts dieses Dokuments nicht überbewerten und sich daran erinnern, wie sehr es sich seit dem Zeitpunkt verändert hat, als der inzwischen verstorbene amerikanische Senator es vorgeschlagen hatte.

Wie bekannt, wollten Lindsey Graham und seine Mitautoren, dass Donald Trump dem Präsidenten der Russischen Föderation Putin eine Frist von 15 Tagen setzt, um einer Waffenruhe und einem Frieden in der Ukraine zuzustimmen. Sollte der russische Präsident diesen Vorschlag ablehnen, sollten nach denselben 15 Tagen Zölle in Höhe von 500 Prozent auf Waren aus Ländern verhängt werden, die weiterhin Energieträger von der Russischen Föderation kaufen.

In den anderthalb Jahren, die seit der Vorstellung dieses Gesetzentwurfs vergangen sind, ist nicht nur Lindsey Graham selbst gestorben. Auch der Kern seiner Vorschläge hat sich als tot erwiesen.

Nach den endlosen Abstimmungen mit dem Weißen Haus, die notwendig waren, damit Trump dieses Gesetz heute unterzeichnen konnte, sind davon Zölle von 100 Prozent für die wichtigsten Käufer russischer Energieträger übrig geblieben sowie nicht die Pflicht, sondern das Recht des Präsidenten der Vereinigten Staaten, solche Zölle zu verhängen. Trump hat vom Kongress also die Möglichkeit und nicht den Auftrag erhalten, diejenigen zu bestrafen, die weiterhin die Russische Föderation durch den Kauf ihrer Energieträger unterstützen.

Doch selbst wenn das Gesetz in Form eines verbindlichen Auftrags geblieben wäre, wäre die Antwort auf die Frage ziemlich wichtig: Wie könnte dieser Auftrag überhaupt umgesetzt werden? Denn in diesen Jahren haben wir erlebt, wie die Vereinigten Staaten den Zollkrieg gegen die Volksrepublik China faktisch verloren haben, als Trump bereits aus anderen, nicht mit dem Krieg zusammenhängenden Gründen versuchte, Peking mit enormen Zöllen zu belegen, und seine Absichten aufgab, als ihm bewusst wurde, wie sehr die amerikanische Wirtschaft selbst von Lieferungen kritischer Güter aus China abhängig ist. Zu glauben, dass das verabschiedete Gesetz uns tatsächlich auch nur einige Schritte näher an die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges bringt, wäre daher eine ziemlich gefährliche Illusion.

Positiv an diesem Gesetz ist zumindest, dass es uns nicht weiter vom Ende dieses Krieges entfernt, denn es schreibt den Fortbestand jener Sanktionen fest, die bereits unter den Regierungen von Barack Obama, Joseph Biden und Donald Trump selbst von den Vereinigten Staaten verhängt wurden – sowohl gegen konkrete Vertreter der Führung der Russischen Föderation als auch gegen ganze Branchen und ganze Sektoren der russischen Wirtschaft. Ohne Zustimmung des Kongresses wird nun kein amerikanischer Präsident mehr in der Lage sein, diese Sanktionen aufzuheben. Und damit führt der Weg zu einer solchen Aufhebung nun tatsächlich über die Möglichkeit einer Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges.

Aber wir sollten uns daran erinnern, dass diese Beendigung vor allem von intensivem Druck auf Russland und davon abhängt, dass die Russische Föderation aufgrund des Fehlens des notwendigen wirtschaftlichen, demografischen und militärischen Potenzials nicht mehr in der Lage ist, die Kampfhandlungen an der russisch-ukrainischen Front fortzusetzen.

Und hier könnte ein anderes Gesetz helfen: das Gesetz zur Unterstützung der Ukraine, das bereits vom Repräsentantenhaus des amerikanischen Kongresses verabschiedet worden ist und bislang im Senat nicht behandelt wurde, wo die republikanische Mehrheit mit seinem Inhalt derart wenig einverstanden ist, dass sie faktisch nicht einmal eine Debatte über eine für die Ukraine so wichtige gesetzgeberische Entscheidung zulässt.

Ich bin übrigens überzeugt, dass dieses Gesetz, wenn es im Senat zur Abstimmung gestellt würde, in dieser Kammer des amerikanischen Kongresses die Mehrheit der Stimmen erhalten würde, weil sich den Demokraten, die für die Verabschiedung dieses Gesetzentwurfs eintreten, mit Sicherheit die erforderliche Zahl republikanischer Senatoren anschließen würde.

Das Gesetz stellt die finanzielle Unterstützung für die Ukraine wieder her und ermöglicht erneut Aufträge an amerikanische Rüstungsunternehmen für die Bedürfnisse der ukrainischen Armee. Es schafft also faktisch jene Bedingungen, die der Ukraine geholfen haben, sich nicht nur gegen die russische Aggression zu wehren, sondern auch in die Offensive überzugehen, Voraussetzungen für die Befreiung der eigenen Gebiete zu schaffen, die Zahl der russischen Besatzer zu erhöhen, die niemals wieder eine Waffe gegen den ukrainischen Staat und das ukrainische Volk erheben könnten, und größere Mengen russischer Militärtechnik zu zerstören.

Möglicherweise wird die Logik des Zusammenspiels des Präsidenten mit dem Repräsentantenhaus und dem Senat nach den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress dazu führen, dass auch dieser Gesetzentwurf verabschiedet wird. Und wir werden sehen, wie Donald Trump ihn im Weißen Haus unterzeichnet.

Bis dahin können wir zumindest feststellen, dass die Unterstützung der Ukraine ein wichtiges Argument im Wahlkampf bleibt. Das bedeutet, dass selbst diejenigen Politiker, die sich mit Putin verständigen und mit der Zusammenarbeit mit dem Kreml Geld verdienen möchten, gezwungen sind, diese Haltung der überwältigenden Mehrheit der amerikanischen Gesellschaft und der überwältigenden Mehrheit der Wähler zu berücksichtigen – unabhängig davon, für welche Partei sie bei diesen oder bei den darauffolgenden Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten stimmen werden.

Und diese Unterstützung des ukrainischen Volkes und der Ukraine durch die amerikanische Gesellschaft ist unser wichtiges Kapital, das es uns ermöglichen wird, in diesem grausamen und langen Krieg gegen die Russische Föderation standzuhalten, unsere Staatlichkeit zu bewahren und auf dem Weg der Entwicklung eines souveränen und starken Staates voranzukommen, der für den künftigen Kampf bereit ist.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп підписав «закон Грема» | Віталій
Портников. 18.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 18.09.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Polen bereitet sich auf Angriffe vor | Vitaly Portnikov. 17.09.2026.

In Polen wird angekündigt, dass man angesichts der immer wieder nahe der ukrainisch-polnischen Grenze auftauchenden russischen Drohnen Präventivmaßnahmen ergreifen werde.

Wie bekannt, wurden in diesen Tagen erstmals seit Beginn des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine Gebiete an der polnisch-ukrainischen Grenze angegriffen – zwar auf ukrainischem Territorium, aber in unmittelbarer Nähe zur Republik Polen. Das konnte bei unseren Nachbarn nur ernsthafte Besorgnis auslösen.

Dabei können wir bereits von einer tatsächlichen Bereitschaft der Russischen Föderation sprechen, nach Wegen zu suchen, die Ukraine von ihren europäischen Nachbarn zu isolieren. Es begann mit der Bombardierung von Grenzübergängen an der Grenze zwischen der Ukraine und der Republik Moldau. Meiner Ansicht nach war dies eine Generalprobe für jenen großen Plan, der im Kreml bereits vorbereitet worden ist. 

Die Republik Moldau ist nicht Teil der Europäischen Union, sondern lediglich Beitrittskandidat und gehört nicht der NATO an. Die Russen konnten daher davon ausgehen, dass man gerade mit einem Land beginnen sollte, das nicht mit schnellem Schutz oder zumindest mit einer Reaktion seiner Verbündeten rechnen kann.

Und nachdem die Angriffe auf Grenzübergänge nahe dem Territorium der Republik Moldau stattgefunden hatten, gingen sie zur nächsten Phase ihrer Pläne über: zu Angriffen auf das Grenzgebiet zu Polen, auf Personenzüge und auf die Grenzübergänge selbst.

Die Idee ist vollkommen klar. Erstens soll die Ukraine von ihren europäischen Verbündeten isoliert werden. In Moskau ist man zu dem Schluss gekommen, dass die europäische Hilfe Russland keine Möglichkeit geben wird, den russisch-ukrainischen Krieg zu gewinnen oder die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen. Und damit ist die Isolierung der Ukraine einer der wichtigen Schritte auf dem Weg zur Vorbereitung jener Kapitulation Kyivs vor Moskau, von der Putin weiterhin träumt.

Der zweite Punkt ist die Möglichkeit, die Gesellschaften in den europäischen Ländern einzuschüchtern. Denn in Moskau hofft man, dass die Bürger der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der NATO erkennen werden, dass die einzige wirkliche Alternative zu einem Krieg in Europa Vereinbarungen mit Russland über ein Zusammenleben sind. Und dieses Zusammenleben schließt natürlich die Unterstützung der Ukraine und weitere Maßnahmen zur wirtschaftlichen und politischen Isolierung des Putin-Regimes aus.

Es gibt viele Politiker, die bereit sind, den Weg zu Vereinbarungen mit der Russischen Föderation einzuschlagen. Es gibt sie in Polen, es gibt sie in Deutschland. Und Sie können übrigens feststellen, dass vor den Wahlen im Bundesland Sachsen-Anhalt, bei denen die rechtspopulistische Alternative für Deutschland triumphierte, die sich gerade mit Putin verständigen will, ein ganzes Feuerwerk an Sabotageakten veranstaltet wurde. Diese sollten den Bewohnern der ostdeutschen Bundesländer demonstrieren, dass sie sowohl Licht als auch Wärme verlieren würden, wenn sie keine Politiker wählen, die bereit sind, sich mit dem Kreml zu verständigen.

Nun ist Polen an der Reihe. Wir sehen eine ernsthafte Besorgnis wegen russischer Angriffe in den östlichen Woiwodschaften des Landes, wo mehrmals Alarm ausgelöst, die Luftwaffe in Bereitschaft versetzt und der Schulunterricht abgesagt wurde.

Die Nähe des Krieges wirkt sich auf die Bevölkerung immer ziemlich negativ aus. Und hier stellt sich die wichtige Frage, wie diese Bevölkerung politisch auf solche permanenten Bedrohungen reagieren wird, wenn sie zu einem Teil des Lebens der Bewohner der Grenzwoiwodschaften werden. Werden sie tatsächlich bereit sein, für prorussisch eingestellte Politiker zu stimmen, oder werden sie im Gegenteil von ihrer Regierung Widerstand verlangen? Und das wird davon abhängen, wie Warschau und andere europäische Hauptstädte tatsächlich auf die zunehmende Eskalation reagieren werden.

Wir sehen, dass jetzt erneut die Frage einer gemeinsamen Kontrolle des Luftraums der Ukraine und Polens an Bedeutung gewinnt. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hatte bereits über eine solche Möglichkeit gesprochen, als eine ganze Armada russischer Aufklärungsdrohnen im Luftraum seines Landes aufgetaucht war. Doch damals wurde dem polnischen Minister leider kein Gehör geschenkt.

Er hat diese Initiative nun erneut vorgebracht, die zweifellos sowohl für Ruhe in den östlichen Woiwodschaften der Republik Polen sorgen als auch die ukrainische Luftverteidigung in den westlichen Gebieten unseres Landes entlasten könnte, wodurch es möglich würde, das Zentrum und den Osten schneller vor russischen Angriffen zu schützen.

Und noch ein ziemlich wichtiger Punkt, der ein Signal an den Kreml sein könnte, sind die Worte des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, wonach die Vereinigten Staaten die Vorbereitungen für die Eröffnung ihrer Militärbasis auf dem Gebiet der Republik Polen intensivieren. Dies ist möglicherweise das ernsthafteste Signal des amerikanischen Präsidenten an seinen russischen Amtskollegen in den vergangenen Jahren.

Damit gibt man dem Präsidenten der Russischen Föderation in Washington zu verstehen, dass er Polen nicht ungestraft angreifen kann und dass Angriffe auf Polen irgendwann zu Angriffen auf das amerikanische Kontingent werden könnten, das nicht nur auf polnischem Territorium stationiert sein, sondern dort auch vergrößert werden wird. Der russische Präsident wird daher das gesamte Risiko abwägen müssen, das mit seinen Absichten verbunden ist, den Krieg auf das Gebiet von Mitgliedstaaten der Europäischen Union auszuweiten.

Ja, wir verstehen sehr gut, dass es sich bislang gerade um einen hybriden Krieg handelt. Doch in einem hybriden Krieg ist es gar nicht so schwer, einen Fehler zu machen, der ihn in einen echten Krieg verwandelt. Die gesamte Geschichte der Weltkriege zeigt gerade, dass solche Fehler zu realen militärischen Auseinandersetzungen führten und eine solche Eskalationsspirale in Gang setzten, aus der es keinen Ausweg mehr gab.

Möglicherweise versuchen die Vereinigten Staaten mit ihrer Ankündigung, eine Militärbasis auf dem Gebiet der Republik Polen eröffnen zu wollen und die Maßnahmen zu deren weiterem Ausbau zu verstärken, den russischen Präsidenten von unüberlegten Schritten abzuhalten. Doch es stellt sich immer die Frage, inwieweit Präsident Putin heute, nach viereinhalb Jahren des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine, viereinhalb Jahre nachdem seine Blitzkriegspläne gescheitert sind und er sich in einen jahrelangen Krieg mit einem Nachbarstaat verstrickt hat, politisch noch in der Lage ist, dieses Signal aus dem Weißen Haus realistisch einzuschätzen und zu erkennen, auf welchen Weg mit ungewissem Ausgang er sich begeben könnte, wenn er den Krieg gegen die Ukraine auf unsere europäischen Nachbarn ausweiten will.

Bislang haben wir keine Situation erlebt, in der Putin wie jemand gewirkt hätte, der die Risiken in dem Krieg, den er am 24. Februar 2022 begonnen hat, stets nüchtern einschätzt.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Польща готується до ударів | Віталій Портников. 17.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 17.09.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Der US-Kongress verabschiedet Grahams Gesetz über „höllische Sanktionen“ | Vitaly Portnikov. 17.09.2026.

Das Repräsentantenhaus des amerikanischen Kongresses hat für das sogenannte Gesetz von Lindsey Graham gestimmt – anderthalb Jahre nachdem der inzwischen verstorbene Senator seinen Vorschlag vorgestellt und betont hatte, dass er dazu beitragen werde, Russland zu schwächen und den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden.

Vor der Abstimmung im Repräsentantenhaus hatten, wie bekannt, die Senatoren das Gesetz unterstützt, und nun muss es der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump unterzeichnen. Aus unverständlichen Gründen fragen sich in diesem Zusammenhang viele, ob Trump dieses Gesetz unterzeichnen wird.

Natürlich wird er das. Wenn der amerikanische Präsident nicht vorhätte, dieses Gesetz zu unterzeichnen, wäre es vom republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson gar nicht erst zur Abstimmung gestellt worden. So war es übrigens auch beim bereits zuvor verabschiedeten Gesetz zur Unterstützung der Ukraine, das keinerlei Chance hat, von Präsident Trump unterzeichnet oder auch nur im Senat behandelt zu werden.

Dann stellt sich die Frage: Warum haben Donald Trump und die Republikaner, genauer gesagt die republikanische Mehrheit, für die Verabschiedung des neuen Gesetzes gesorgt, während die Mehrheit der Demokraten dagegen stimmte? Warum stimmten sie der Verabschiedung eines Gesetzes zu, das die Einführung sogenannter höllischer Sanktionen gegen Russland vorsieht?

Nun, zunächst einmal deshalb, weil diese höllischen Sanktionen rein theoretisch beschlossen werden. Die Entscheidung darüber, ob neue Sanktionen gegen die Russische Föderation und gegen Länder mit verhängt werden, die russisches Öl und Gas kaufen, soll der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump selbst treffen. Das Gesetz gibt ihm diese Möglichkeit. Die Entscheidungen über Sanktionen werden also keineswegs im Repräsentantenhaus oder im Senat getroffen, sondern im Weißen Haus.

Donald Trump erhält damit neue Instrumente für sogenannte Zollmaßnahmen in die Hand – und genau das hat bei einer großen Zahl demokratischer Kongressabgeordneter Widerstand gegen das Gesetz hervorgerufen. Er selbst wird die Länder auswählen, die ihrerseits von den Vereinigten Staaten mit neuen hohen Zöllen von bis zu 100 Prozent belegt werden können, weil sie russisches Öl und Gas kaufen.

Wenn wir über solche Käufe sprechen, meinen wir in erster Linie die Volksrepublik China und Indien. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass es unter den Käufern russischen Öls – natürlich in deutlich geringeren Mengen – auch viele andere Länder gibt. Ich möchte Sie nur daran erinnern, dass in Ungarn bis heute russisches Öl gekauft wird.

Und so könnte Trump das formelle Recht erhalten, neue Zölle gegen die gesamte Europäische Union zu verhängen, weil die Europäische Union Ungarn eine Ausnahme für den Kauf russischer Energieträger gewährt hat. Das ist die ganze Logik einer solchen Gesetzgebung, falls die Notwendigkeit entstehen sollte, sie in einer Konfrontation mit der Europäischen Union oder mit irgendeinem anderen Land anzuwenden, das in der einen oder anderen Menge russisches Öl kauft.

Nun die nächste Frage: Werden Zölle gegen die Volksrepublik China, den größten Käufer russischer Energieträger, verhängt werden? Trump hat bereits versucht, solche Zölle gegen China einzuführen, ist damit jedoch regelrecht gescheitert. Dieses Fiasko führte zur Aufhebung hoher Zölle gegen die chinesische Wirtschaft, weil deutlich wurde, dass die Vereinigten Staaten in bestimmten wichtigen Bereichen ihrer eigenen Wirtschaft in kritischem Maße von Peking abhängig sind. Sich vorzustellen, dass die Vereinigten Staaten heute durch einen neuen Zollkrieg die Zusammenarbeit mit China einstellen würden, dürfte daher kaum realistisch sein.

Indien ist eine andere Frage. Dort hat Donald Trump bereits versucht, Druck auf Narendra Modi auszuüben, und Indien hat seine Käufe russischen Öls tatsächlich erheblich reduziert. Doch das war vor dem Krieg der Vereinigten Staaten gegen den Iran. Jetzt herrscht ein erheblicher Mangel sowohl an Erdölprodukten als auch an eben jenem Dieselkraftstoff, den Russland derzeit nicht exportiert, sondern selbst kauft. Und für Länder, die infolge der anhaltenden Krise in der Straße von Hormus den Zugang zu traditionellen Handelsrouten verloren haben, bleibt russisches Öl ein wichtiges Gut – inzwischen nicht einmal mehr ein besonders attraktives, sondern schlicht eines, das sie für die Entwicklung ihrer eigenen Wirtschaft benötigen.

Deshalb kann man sagen: Selbst wenn Donald Trump Sanktionen gegen China und Indien verhängt, bedeutet das noch lange nicht, dass die Ölraffinerien dieser Länder aufhören werden, russisches Öl zu kaufen – falls es überhaupt dazu kommt.

Wenn das Gesetz nach der Unterzeichnung durch Donald Trump tatsächlich in Kraft tritt, könnten Sie fragen: „Wozu braucht man dieses Gesetz überhaupt, und warum wurde es anderthalb Jahre nach dem Zeitpunkt verabschiedet, als Lindsey Graham es vorgeschlagen hatte?“ Weil die Zwischenwahlen zum Kongress der Vereinigten Staaten näher rücken. Und Donald Trump muss ebenso wie alle Republikaner den Wählern – von denen die überwältigende Mehrheit in den Vereinigten Staaten die Ukraine unterstützt und Russland nicht unterstützt – demonstrieren, dass sie Gesetze verabschieden, die auf die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges und die Bestrafung des Aggressors abzielen.

Dass diese Gesetzgebung möglicherweise niemals tatsächlich zur Anwendung kommt und selbst im Falle ihrer Anwendung zu keinerlei realen Ergebnissen führen könnte, wird dem Wähler erst bewusst werden, nachdem die Zwischenwahlen stattgefunden haben.

Jetzt aber wird das Thema dieses Gesetzentwurfs auf Wahlkampfveranstaltungen mit republikanischen Kandidaten lautstark zu hören sein – als Antwort auf die Vorwürfe der Demokraten, die Republikanische Partei helfe der Ukraine nicht. „Nein, ihr selbst helft nicht. Ihr habt nicht einmal für ein Gesetz gestimmt, das die Voraussetzungen für höllische Sanktionen gegen die Russische Föderation schaffen sollte“, werden die republikanischen Konkurrenten den Demokraten entgegnen.

Es geht also ausschließlich um eine Entscheidung, die erstens innenpolitischen Charakter hat und die zweitens, selbst wenn sie zur Anwendung kommt, die weitere Entwicklung der Ereignisse rund um den russisch-ukrainischen Krieg wohl kaum ernsthaft beeinflussen wird.

Eine weitaus wichtigere Entscheidung könnte die Abstimmung über das bereits vom Repräsentantenhaus verabschiedete Gesetz zur Unterstützung der Ukraine sein. Darin geht es um echtes Geld für die Ukraine, um Waffenlieferungen und um Möglichkeiten, der ukrainischen Armee neue Positionen auf dem Schlachtfeld zu verschaffen. Doch gerade dieses Gesetz wird Donald Trump so lange blockieren, wie er dazu in der Lage ist, weil es konkret ist und weil es dem Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht erlaubt, sich seiner Umsetzung zu entziehen.

Und wenn wir uns vorstellen, dass die Demokraten nicht nur das Repräsentantenhaus, sondern auch den Senat gewinnen und entsprechende Gesetze verabschieden, dann würde der Präsident der Vereinigten Staaten vor dem Dilemma stehen, ob er dieses Gesetz unterzeichnet und damit seine bisherigen Ansätze bei der Unterstützung der Ukraine über den Haufen wirft, oder ob er seine Unterzeichnung blockiert und damit demonstriert, was seine Regierung tatsächlich über den russisch-ukrainischen Krieg denkt.


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Art der Quelle: Artike
Titel des Originals: Конгрес США ухвалив закон Грема про
„пекельні санкції“ | Віталій Портников. 17.09.2026.

Autor:
Veröffentlichung: 17.09.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Der FSB bereitete Morde in den USA vor | Vitaly Portnikov. 17.09.2026.

Das Justizministerium der Vereinigten Staaten hat gleich fünf Mitglieder eines russischen Sabotage- und Terrornetzwerks angeklagt, die Auftragsmorde und Sabotageakte in den Vereinigten Staaten und europäischen Ländern vorbereitet haben sollen.

Ein Klassiker des Genres: Ein Offizier des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation rekrutiert Bürger der Vereinigten Staaten, Kubas und Venezuelas für solche Sabotageakte und beauftragt sie mit der Überwachung russischer Oppositioneller, die in den Vereinigten Staaten und europäischen Ländern leben, um sie später zu ermorden. Als einer der Rekrutierten sich weigert, an einem Mord mitzuwirken, bietet er ihm für weniger Geld an, Sabotageakte auf dem Gebiet Litauens zu verüben.

Es geht also um ganz gewöhnliche russische Geheimdienstarbeit nach Art der Tschekisten, bei der ein für die Anwerbung von Agenten zuständiger Offizier versucht, sie dazu zu bringen, wenigstens irgendeinen Auftrag des FSB auszuführen, damit er seinen Vorgesetzten Bericht erstatten kann. Doch trotz aller Plumpheit der Arbeit des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation müssen wir bedenken, dass diese Arbeit durchaus greifbare Ergebnisse hat. Die Ermordung von Menschen, Sabotageakte, die von Tag zu Tag häufiger werden, Versuche, die Lage in den Vereinigten Staaten und europäischen Ländern zu destabilisieren und sich in politische Prozesse einzumischen.

Ja, diesmal haben wir es mit einem Teil dieser Arbeit zu tun, der nicht ausgeführt werden konnte, und wir kennen zahlreiche Beispiele dafür, wie Offiziere des Föderalen Sicherheitsdienstes und der Hauptverwaltung für Aufklärung des Generalstabs der russischen Streitkräfte die Anweisungen ihrer Vorgesetzten nicht erfüllen konnten. Aber wir kennen auch andere Beispiele. Wir kennen Beispiele tatsächlich verübter Morde, der Beseitigung von Menschen, die es wagten, Putins Politik zu kritisieren und sich gegen Russlands Krieg in Tschetschenien oder in der Ukraine aussprachen. Wir wissen, wie oppositionelle Politiker und Journalisten in der Russischen Föderation selbst ermordet wurden. Schließlich wissen wir von einer ganzen Reihe von Morden in der Ukraine, bei denen Personen, die offensichtlich mit russischen Nachrichtendiensten in Verbindung standen, die oppositionellen Politiker und Aktivisten Iryna Farion und Andriy Parubiy ermordeten. Und das ist nur eine Ebene jener Tätigkeit, der die russischen Geheimdienste im Westen und in den Ländern nachgehen, gegen die Russland Krieg führt.

Dabei muss berücksichtigt werden, dass alle Verdächtigen, denen die Vorbereitung der mutmaßlichen Straftaten vorgeworfen wird, zur Fahndung ausgeschrieben wurden. Den amerikanischen Sicherheitsdiensten ist es also praktisch nicht gelungen, jemanden festzunehmen. Es gelang lediglich, die Pläne der Tschekisten zur Organisation von Morden aufzudecken, die direkt in der amerikanischen Hauptstadt, vor der Nase der Führung der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten und des Federal Bureau of Investigation, stattfinden sollten. Doch die Effektivität der Arbeit von Sicherheitsdiensten besteht nicht nur darin, die Pläne des Gegners aufzudecken, sondern auch in der Möglichkeit, diejenigen festzunehmen, die diese Pläne vorbereiten.

Bislang kann jedoch nicht davon gesprochen werden, dass es den amerikanischen Sicherheitsdiensten gelungen wäre, über die Gewinnung dieser Informationen hinaus weitere Fortschritte zu erzielen. Natürlich werden die Mitarbeiter des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation nun sowohl bei der Auswahl der Rekrutierten als auch bei der Auswahl ihrer Ziele vorsichtiger sein. Aber das bedeutet nicht, dass sie ihre Arbeit einstellen werden. Schon deshalb nicht, weil wir sehen, dass diese Arbeit wie eine ganz gewöhnliche traditionelle Bürokratie funktioniert. Wenn es nicht gelingt, einen Agenten zur Beteiligung an Überwachung und Mord zu bewegen, überträgt man ihm andere, weniger riskante Aufgaben. Doch all dies soll auf die eine oder andere Weise dazu beitragen, in den Ländern, mit denen die Russische Föderation ihre Konfrontation fortsetzt, eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit zu schaffen.

Und dabei spreche ich noch gar nicht von der einfachen Tatsache, dass wir jetzt erleben werden, wie der FSB seine Bemühungen zur Destabilisierung der Lage im Westen verstärkt. Jedes Mal, wenn in demokratischen Ländern Wahlen stattfinden, sind die russischen Tschekisten sofort zur Stelle.

Das deutlichste Beispiel dafür sind die jüngsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, für die der Föderale Sicherheitsdienst der Russischen Föderation offensichtlich ein ganzes Feuerwerk an Sabotageakten vorbereitet hatte, die potenzielle Wähler der Alternative für Deutschland davon überzeugen sollten, dass es besser sei, sich im Guten mit Russland zu einigen, damit es nicht im Bösen ende. Wie kürzlich in einem Wahlkampfvideo der Partei Einiges Russland der Spitzenkandidat ihrer Liste und nebenbei angebliche Außenminister der Russischen Föderation Sergej Lawrow erklärte, der sich in Wirklichkeit zu einem regelrechten Minister entwickelt, der Sabotageakte und Bestrafungen verspricht.

Diejenigen, die überzeugt waren, Terroranschläge in Washington verüben zu können, haben die Fähigkeiten der amerikanischen Sicherheitsdienste, ihre Pläne aufzudecken, offensichtlich unterschätzt. Aber es ist klar, dass es neben den Bürokraten, die versuchen, ihren Vorgesetzten über die Anwerbung möglicher Agenten Bericht zu erstatten, auch Menschen gibt, die weitaus professioneller und weitaus kaltblütiger arbeiten.

Die Tatsache, dass Russland bereit ist, oppositionelle Politiker und Aktivisten im Westen zu ermorden, und die Tatsache, dass selbst die freie Welt, in der die Menschen sich, so scheint es, sicherer fühlen sollten, in Wirklichkeit zu einem Schauplatz für die Tätigkeit von Agenten des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands wird, müsste dem Westen im Grunde vor Augen führen, dass ein weitaus ernsthafterer Kampf gegen die Lubjanka notwendig ist. Andernfalls werden Auftragsmorde und Erschießungen in westlichen Hauptstädten zur Normalität. Und zu einer weiteren Erinnerung daran, dass die Tschekisten jeden holen können und dass es für sie weder Tabuzonen noch rote Linien gibt.

Die russische Führung macht in den vergangenen Jahren keinen Hehl daraus, dass sie sich in einem regelrechten Krieg mit dem Westen befindet. Und die Unterstützung der Ukraine, die gegen die Aggression der Russischen Föderation kämpft, durch die Vereinigten Staaten und die europäischen Länder ist für Moskau lediglich ein zusätzlicher Beweis dafür, dass seinen Agenten im Westen nun alles erlaubt sei.

Deshalb ist die Enttarnung des Spionagenetzwerks, das ein Offizier des Föderalen Sicherheitsdienstes Russlands auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten und der Länder der Europäischen Union aufgebaut hat, eine weitere Erinnerung an die Notwendigkeit, die Wachsamkeit zu erhöhen und russische Drohungen ernst zu nehmen. Wenn Putin und andere russische Machthaber den Westen vor Destabilisierung warnen, sind das nicht einfach nur Worte. Dahinter steht ein ganzer Aktionsplan, der vom Kollegium des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation oder des Auslandsnachrichtendienstes der Russischen Föderation gebilligt wurde.

Und wie wir an der Entscheidung des Justizministeriums der Vereinigten Staaten von Amerika sehen, wird dieser Plan durchaus erfolgreich in die Tat umgesetzt, auch wenn es bislang keine offensichtlichen Ergebnisse gibt – und zwar ohne jeden Willen, die Existenz staatlicher Grenzen zu berücksichtigen. 


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Titel des Originals: ФСБ готовила убийства в США | Виталий
Портников. 17.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 17.09.2026.
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Russland als Missbrauchstäter. Teil drei. Kateryna Khoptynska. 14.09.2026.

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Wenn das Opfer die Gewalt schließlich als Gewalt bezeichnet, beginnt der Missbrauchstäter nur selten darüber zu sprechen, was er getan hat.

Stattdessen wird ein Mechanismus in Gang gesetzt, der als DARVO bezeichnet wird:

  1. Deny (Leugnen)
  2. Attack (Angreifen)
  3. Reverse Victim and Offender (Opfer und Täter vertauschen)

Der Begriff DARVO entstand ursprünglich zur Beschreibung des Verhaltens eines Täters in zwischenmenschlichen Beziehungen. Doch dieselbe Logik lässt sich auch darin erkennen, wie ein Aggressorstaat auf Vorwürfe wegen seiner eigenen Verbrechen reagiert.

Im ersten Teil habe ich darüber geschrieben, wie Russland im Voraus Rechtfertigungen für Gewalt vorbereitet. Im zweiten über fünf Instrumente, die dem Opfer den Halt in seiner eigenen Realität nehmen.

DARVO ist der nächste Schritt in diesem System. Dieser Mechanismus setzt ein, wenn das Opfer schließlich doch benennt, was ihm angetan wird.

  1. Zunächst leugnet der Missbrauchstäter die Gewalt selbst: Da war nichts, du hast dir alles ausgedacht, du hast das falsch verstanden, ich war das nicht!
  2. Dann greift er denjenigen an, der über die Gewalt spricht: Du lügst, du bist einfach hysterisch, deine Freundinnen manipulieren dich, du willst mir Böses, du bist doch selbst gefährlich!
  3. Und dann erklärt er sich selbst zum Opfer: Du bist es, die meine Freiheit einschränkt, ich habe dich nicht angegriffen, du hast mich provoziert, ich bin gezwungen, mich gegen dich zu verteidigen!

Genau so erklärte Russland die Verbrechen in Butscha. Das sei ein Fake, es habe keine Leichen gegeben oder sie seien dort abgelegt worden; dann hieß es, das sei eine Hollywood-Inszenierung, die Journalisten würden lügen, der Westen manipuliere. Und schließlich: Die Ukraine habe acht Jahre lang den „Donbas bombardiert“ – wo wart ihr alle vorher?

Das Opfer wurde zum Aggressor. Der Aggressor zum Opfer.

Dafür muss man nicht einmal eine einzige überzeugende Version der Ereignisse schaffen. Die verschiedenen Versionen können einander widersprechen. Man kann gleichzeitig behaupten, dass es in Butscha keine Leichen gegeben habe, dass die Ukraine sie dort platziert habe und dass die Getöteten selbst schuld gewesen seien.

Entscheidend ist hier nicht, zu erklären, was geschehen ist, sondern die Möglichkeit zu zerstören, Gewalt als Gewalt zu bezeichnen und eindeutig festzustellen, wer sie verübt hat.

Denn sobald der Satz „Russland hat die Ukraine angegriffen“ fällt, muss er sofort von einem Dutzend Relativierungen umgeben werden.

  • Aber was war davor? 
  • Warum hat Russland das getan? 
  • Die NATO hat Russland bedroht! 
  • Ihr werdet von den Amerikanern, den Briten oder Europa manipuliert! 
  • So eindeutig ist das alles nicht! 
  • Dort wurden Menschen wegen der russischen Sprache getötet! 
  • Das ist kein Angriff, das ist Verteidigung!

Und statt über die Verantwortung des Aggressors zu sprechen, beginnt eine endlose Untersuchung des Verhaltens des Opfers.

Genau deshalb wird von der Ukraine ständig Zurückhaltung verlangt.

Wir müssen auf die richtige Weise über die Getöteten sprechen. Ruhig genug sein, wenn wir von zerstörten Städten erzählen. Dankbar genug für die Hilfe sein. Verhältnismäßig in unseren Reaktionen. Nicht zu kategorisch. Nicht zu wütend.

Man erinnert uns daran, dass der Kampf gegen ein Monster uns selbst in ein Monster verwandeln könne. Dass man Hass nicht mit Hass beantworten dürfe. Dass man seine Menschlichkeit bewahren müsse.

Für sich genommen können diese Sätze durchaus richtig klingen. Das Problem beginnt dann, wenn sie nicht an denjenigen gerichtet werden, der systematisch Gewalt ausübt, sondern an denjenigen, der versucht, diese Gewalt zu überleben und zu stoppen.

Faktisch sagt man der Ukraine: 

  • Ihr habt kein Recht auf Wut, Verzweiflung, Zorn, Schmerz und Trauer. Auf menschliche Emotionen also, die in dieser Situation vollkommen angemessen sind.
  • Ihr dürft über die Gewalt nur in einer Form sprechen, die einem außenstehenden Beobachter kein Unbehagen bereitet. Ohne Schreien, Hass, scharfe Worte, übermäßige Forderungen und Emotionen.
  • Andernfalls wird eure Reaktion als Beweis dafür benutzt, dass ihr um nichts besser seid als der Aggressor.

Doch die Emotionen des Opfers und die systematische Gewalt des Missbrauchstäters sind keine symmetrischen Dinge.

Wut beweist nicht, dass es keine Gewalt gegeben hat. Zorn verwandelt Verteidigung nicht in einen Angriff.

Russische Sprache, Kultur und Symbole nicht mehr in der eigenen Umgebung sehen zu wollen, macht die Ukraine nicht zur Ursache der russischen Aggression. Das ist eine Reaktion, die danach kam.

Die Gewalt und die Rechtfertigungen dafür hatte Russland dagegen im Voraus vorbereitet.

Allerdings gibt es hier noch einen weiteren schwierigen Punkt.

Russische kulturelle Marker wurden nicht nur in unsere Städte und Lehrpläne eingebaut. Sie wurden auch in private Erinnerungen, in die Kindheit, in Lieblingsbücher und in die Namen vertrauter Straßen und Orte eingebaut.

Deshalb wird der Versuch, sie zu entfernen, häufig nicht als Angriff auf Russland wahrgenommen, sondern als Angriff auf die eigene Vergangenheit.

Ausführlicher dazu im nächsten Teil. 

Die Links zu den vorherigen Teilen:

Russland als Missbrauchstäter. Teil eins. Kateryna Khoptynska. 10.09.2026.

Russland als Missbrauchstäter. Teil zwei. Kateryna Khoptynska. 11.09.2026.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Social Media
Titel des Originals: Росія як абʼюзер. Частина третя.
Autor: Kateryna Khoptynska
Veröffentlichung: 14.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Putin ruft die Russen auf, für den Krieg zu stimmen | Vitaly Portnikov. 16.09.2026.

Zwei Tage vor den sogenannten Parlamentswahlen in der Russischen Föderation wandte sich Putin mit einer Ansprache an seine Landsleute, in der er diese bevorstehende Abstimmung unmittelbar mit Russlands Krieg gegen die Ukraine verknüpfte.

Putin betonte, dass die Teilnahme an der bevorstehenden Abstimmung Verantwortung und ein Beitrag zur Stärkung des Landes sei und dass diese Stärkung mit dem Sieg auf dem Schlachtfeld verbunden sei. Und davon spricht der Präsident der Russischen Föderation auch in dieser seiner Ansprache, wenn er seine Landsleute dazu aufruft zu demonstrieren, dass hinter den Kämpfern, die jetzt ukrainische Häuser zerstören und unsere friedlichen Bewohner töten, Millionen von Menschen stehen. Und dass die russische Gesellschaft in ihrer Unterstützung des Krieges geeint bleibt.

Somit kann man klar erkennen und verstehen, womit der Präsident der Russischen Föderation diese sogenannte Abstimmung verbindet. Er versucht, sie in ein Referendum über die Unterstützung für die Fortsetzung des Krieges Russlands gegen die Ukraine zu verwandeln – und wird sie auch in ein solches verwandeln.

Es sei daran erinnert, dass praktisch alle politischen Parteien, die zu den Wahlen zur Staatsduma der Russischen Föderation zugelassen sind, Putins Krieg unterstützen. Einige, wie die LDPR, Gerechtes Russland und die Kommunistische Partei der Russischen Föderation, sind in ihrer Haltung zum Krieg sogar radikaler als Putins Einiges Russland.

Die einzige Partei, die sich für die Durchführung von Friedensverhandlungen ausgesprochen hat, ohne dabei auch nur die eigene Führung für den Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine verantwortlich zu machen, die Partei Jabloko, wurde von den Wahlen ausgeschlossen, und gegen ihre Aktivisten und Anhänger beginnen, wie es in der heutigen politischen Situation in der Russischen Föderation immer der Fall ist, systematische Repressionen. Und das trotz der Tatsache, dass eine Woche vor Beginn der Abstimmung nicht weniger als 25 Prozent der Wähler bereit waren, für Jabloko mit seiner Antikriegsposition zu stimmen, während 31 Prozent bereit waren, für Putins Einiges Russland zu stimmen.

Und das spricht im Grunde dafür, dass es in der Russischen Föderation keine wirkliche Mehrheit für den Krieg gibt. Und auch Putins Partei verfügt nicht über eine Autorität, die es dem russischen Staatschef erlauben würde, tatsächlich davon auszugehen, dass die Gesellschaft seine Pläne für einen jahrelangen Krieg gegen die Ukraine und möglicherweise auch für den Beginn neuer Kriege sowohl im postsowjetischen Raum als auch in Mitteleuropa unterstützen wird.

Aber Putin braucht weniger die Unterstützung der Gesellschaft als vielmehr Zahlen, die entsprechend zurechtgemacht werden sollen, um die Unterstützung für Einiges Russland und andere kriegsbefürwortende Parteien in der Russischen Föderation zu demonstrieren. Gerade deshalb wendet sich der Präsident an seine Landsleute mit der Aufforderung, wählen zu gehen, um damit die Einheit zu bestätigen. Eine hohe Wahlbeteiligung wird die Möglichkeit schaffen, die Ergebnisse dieser Wahlen massiv zugunsten von Einiges Russland und anderen putintreuen Parteien zu fälschen – entsprechend einem Szenario, das bereits in den Büros der Beamten der russischen Präsidialverwaltung ausgearbeitet wurde.

Und vor diesem Hintergrund wirkt natürlich die Vorstellung ziemlich seltsam, Putin werde nach den Wahlen zur Staatsduma der Russischen Föderation bereit sein, den Verhandlungsprozess über ein Ende des Krieges gegen die Ukraine fortzusetzen. Wie bekannt ist, waren es gerade die amerikanischen Vermittler bei den Verhandlungen mit dem Kreml, Steve Witkoff und Jared Kushner, die solche Vorstellungen äußerten und mitteilten, dass der Verhandlungsprozess gerade nach den Wahlen zur Staatsduma fortgesetzt werden könnte.

Aber wir sehen, dass es bei diesen Wahlen in Wirklichkeit um etwas völlig anderes geht. Bei diesen Wahlen geht es um den Krieg, darum, dass die russische Staatsführung aus Putins Sicht bei diesen Wahlen ein Mandat nicht für Verhandlungen, sondern für die Fortsetzung der Kampfhandlungen erhalten soll, dass Putin darauf hofft, tatsächlich ein Mandat für diese Fortsetzung zu bekommen, und dass er die Stimmen für Einiges Russland, Gerechtes Russland, die Kommunisten und die Banditen von der LDPR damit erklären wird, dass sich die Bürger um die sogenannten Teilnehmer der „militärischen Spezialoperation“ und um deren Sieg über die Ukraine scharen.

Deshalb hat die Frage der Verhandlungen überhaupt nichts mit den Parlamentswahlen in der Russischen Föderation zu tun.

  • Erstens, weil dies keine Wahlen sind.
  • Zweitens, weil gerade die Anhänger von Putins Krieg zu den Teilnehmern dieser Wahlen werden.

Man kann sich nur darüber wundern, dass dies weder Trumps Vermittler noch die russischen Oppositionspolitiker verstehen, von denen einige aus für mich unverständlichen Gründen dazu aufrufen, für irgendeine an den Wahlen teilnehmende Partei zu stimmen, nur nicht für Einiges Russland – und damit für die Parteien anderer Blutsauger.

Der wichtigste Schlüssel zu Verhandlungen, die zu einer Unterbrechung des russisch-ukrainischen Krieges führen sollen, sind Schläge gegen die Ressourcen der Russischen Föderation. Nicht der Stimmzettel wird Putins Bereitschaft bestimmen, die Kampfhandlungen zu beenden. Im Gegenteil, dieser Stimmzettel soll dem russischen Präsidenten lediglich dabei helfen, diese Kampfhandlungen fortzusetzen. Sondern die Streitkräfte der Ukraine mit ihren Angriffen auf die Energieanlagen der Russischen Föderation, auf Ölraffinerien, auf Ölhäfen, auf Bohrstellen, an denen Erdöl gefördert wird, auf den militärisch-industriellen Komplex der Russischen Föderation, auf all das, was es der russischen Wirtschaft ermöglicht, zu leben und zu funktionieren, und den Bürgern Russlands ermöglicht, die militaristische Stimmung ihrer eigenen verbrecherischen Führung zu unterstützen.

  • Wenn Putin kein Geld hat, wird er diesen Krieg beenden. 
  • Wenn Putin Geld hat, wird er ihn fortsetzen, ganz gleich, welche Initiativen westliche Politiker ergreifen und welche Hoffnungen sie in Putins Vernunft setzen.

Ins russische Parlament ziehen Menschen ein, die bereit sind, Putin in seinem Krieg zu unterstützen. Unter ihnen befinden sich nicht wenige Kriegsverbrecher, die nun diese Abgeordnetenmandate als Belohnung für ihre Morde und Verbrechen auf ukrainischem Boden erhalten. Und man sollte auch nicht vergessen, dass sich die russische Elite nun gerade durch solche Verbrecher erneuert, für die der Krieg gegen die Ukraine ein Sprungbrett in die Politik und ein Beleg für persönlichen Erfolg ist.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путін закликає росіян голосувати за війну | Віталій Портников. 16.09.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 16.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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