Trump ist bereit, sich mit den Iranern zu treffen | Vitaly Portnikov. 20.04.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, spricht von seiner Bereitschaft, sich mit Vertretern der iranischen Führung zu treffen, wenn eine Vereinbarung über die Beendigung des amerikanisch-iranischen Krieges erreicht wird.

Diese Erklärung wirkt natürlich recht kontrastreich vor dem Hintergrund der bisherigen Ziele des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran, die mit dem Wunsch verbunden waren, das Regime der Ajatollahs und des Korps der Islamischen Revolutionsgarden zu ersetzen. Und jetzt erklärt sich Trump sogar bereit, sich mit Vertretern dieses Regimes zu treffen.

Aber werden die Iraner selbst auf den Abschluss eines Friedensabkommens eingehen? Die amerikanische Delegation unter Leitung des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, ist auf dem Weg nach Islamabad. Doch es gibt keine iranischen Vertreter in der Hauptstadt Pakistans. In Teheran erklärt man, man werde Gesprächen mit den Amerikanern nicht zustimmen, solange die Vereinigten Staaten nicht auf ihre Blockade der Straße von Hormus verzichten. Und bereits jetzt gibt es Berichte, dass der Oberbefehlshaber der pakistanischen Armee, Feldmarschall Asim Munir, Trump gesagt habe, ein Verzicht der Vereinigten Staaten auf eine solche Blockade könne helfen, ein Einvernehmen mit den Iranern zu finden. Und Trump prüft diese Frage.

Sollte der Präsident der Vereinigten Staaten tatsächlich einer Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus zustimmen, noch bevor die Iraner auf die amerikanischen Forderungen nach einem Verzicht auf das Atom- und Raketenprogramm reagieren, würde dies ein weiteres Nachgeben des amerikanischen Präsidenten gegenüber iranischen Forderungen bedeuten. 

Ich erinnere daran, dass Donald Trump zuvor einem Ende des Krieges Israels gegen die Terrororganisation Hisbollah zugestimmt hat, nachdem die Iraner betont hatten, dass sie die Straße von Hormus nicht öffnen würden, solange es keinen Waffenstillstand im Libanon gebe.Trump musste nicht nur dieser Entscheidung zustimmen, sondern Israel auch verbieten, Angriffe auf die Positionen der Kämpfer durchzuführen, was eine Diskussion über die israelische Souveränität in diesem Krieg und die Eigenständigkeit der Handlungen des Premierministers dieses Landes, Benjamin Netanjahu, auslöste.

Doch nun wird Trump Entscheidungen nicht für Israel, sondern für Amerika treffen müssen. Und dies vor dem Hintergrund der offensichtlichen Weigerung der Iraner, alle übrigen Forderungen der Amerikaner zu erfüllen. Was ist also für Trump wichtiger: die Umsetzung amerikanischer Forderungen und die Vernichtung des iranischen angereicherten Urans oder die Öffnung der Straße von Hormus?

Die Öffnung der Straße von Hormus ist für den amerikanischen Präsidenten selbst notwendig, der offensichtlich befürchtet, dass eine wirtschaftliche Krise bald die politischen Chancen der Republikaner begraben könnte, und ebenso wie für andere globale Akteure. So erklärte heute der Vorsitzende der Volksrepublik China, Xi Jinping, direkt die Notwendigkeit einer Entblockade der Straße von Hormus – nachdem er zuvor keine derart offenen und harten Erklärungen abgegeben hatte.

Doch die Erklärung des chinesischen Staatschefs könnte nicht nur mit der iranischen, sondern auch mit der amerikanischen Blockade der Meerenge zusammenhängen. Mehr noch: Wie bekannt ist, öffnete der Iran die Straße von Hormus und beschloss erst danach, sie wieder zu kontrollieren, nachdem Trump erklärt hatte, die amerikanische Blockade werde er erst nach Erfüllung seiner Bedingungen aufheben.

Während die Iraner das Argument der Blockade der Straße von Hormus und ihrer enormen globalen Folgen in der Hand haben, verfügt Xi Jinping über andere Argumente. Etwa den Besuch des Präsidenten der Vereinigten Staaten in der Volksrepublik China. Im Weißen Haus hieß es, dieser Besuch sei für den 14. Mai angesetzt, doch es ist unklar, inwieweit man in der chinesischen Hauptstadt den amerikanischen Präsidenten erwartet, solange kein Ausweg aus dem amerikanisch-iranischen Krieg gefunden ist.

Und wenn Peking Donald Trump erneut zu verstehen gibt, dass er kein willkommener Gast Xi Jinpings ist, wird dies eine weitere außenpolitische Niederlage des amerikanischen Präsidenten sein – zu einem Zeitpunkt, an dem er dringend einen Erfolg benötigt. Die Lage entwickelt sich also durchaus dramatisch.

Einerseits ist offensichtlich, dass die Vereinigten Staaten die Frage der Entblockade der Straße von Hormus und der Verringerung des Risikos einer globalen Energie- und Wirtschaftskrise von beispiellosem Ausmaß lösen müssen. Und auch der Iran benötigt ein Friedensabkommen mit den Amerikanern – zumindest, damit die Vereinigten Staaten keinen neuen Zyklus der Zerstörung iranischer Infrastruktur beginnen. Mit solchen Drohungen tritt Donald Trump schließlich ständig auf.

Gleichzeitig ist jedoch klar, dass das Korps der Islamischen Revolutionsgarden nicht bereit ist, Bedingungen zu akzeptieren, unter denen der Iran auf sein angereichertes Uran verzichten würde. Bisher gibt es in Teheran keinerlei Anzeichen für eine Bereitschaft, auf diese amerikanischen Bedingungen einzugehen. Auch hinsichtlich eines Verzichts auf Raketen gibt es in Teheran keinerlei Neigung, dem zuzustimmen. 

Denn die iranischen Führer könnten davon ausgehen, dass Iran ohne Atomwaffen und ohne Raketenarsenal zu einer leichten Beute nicht nur für die Vereinigten Staaten, sondern auch für seine Nachbarn in den Ländern des Persischen Golfs würde, die die iranischen Bombardierungen von Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten gewiss nie vergessen werden.

All dies erhöht die Spannungen in der Region zusätzlich und zwingt den Iran, über die Notwendigkeit nachzudenken, sein militärisches Potenzial zu erhalten, um seine Nachbarn weiterhin einschüchtern zu können, anstatt als ein Land zu gelten, das sich in seinen aggressiven Absichten leicht stoppen lässt. In dieser Situation ist die Wahl zwischen der Notwendigkeit globaler wirtschaftlicher Stabilisierung und einer neuen Eskalation äußerst schwierig – schon allein deshalb, weil sie kaum zu treffen ist.

Wir sehen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten keinen wirklichen Plan hat, wie er aus dieser Situation herauskommen kann, und offenbar darauf hofft, dass sie sich irgendwie von selbst lösen wird, oder dass die Iraner schließlich auf seine Drohungen reagieren, mit denen er erneut auftritt, da auf dem Verhandlungsweg keinerlei Fortschritte zu erkennen sind. So kann man sagen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten – und mit ihm die ganze Welt – infolge der unüberlegten Politik der Vereinigten Staaten gegenüber dem iranischen Regime in eine echte Sackgasse geraten ist.

Nun, wie auch in der Frage der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges hat sich auch diese Aufgabe als zu schwer für den ehrgeizigen amerikanischen Präsidenten und sein inkompetentes Umfeld erwiesen. Und niemand kann heute sagen, wie sich die Situation nicht nur in den kommenden Wochen oder Tagen, sondern in den nächsten Stunden entwickeln wird und ob sie zu einer weiteren Eskalationsstufe führt, wie wir sie im Nahen Osten noch nicht erlebt haben.

Währenddessen fliegt das Flugzeug mit Vizepräsident J. D. Vance nach Islamabad, damit die Passagiere dieses Flugzeugs ihre Plätze an einem leeren Verhandlungstisch einnehmen können.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп готовий зустрітись з іранцями | Віталій Портников. 20.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 20.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Iran erteilt Trump eine Absage | Vitaly Portnikov. 19.04.2026.

Natürlich könnte man am Sonntag eine gewisse Bilanz jener Ereignisse ziehen, die sich im Nahen Osten abspielten und, wie wir verstehen, auch die Ukraine, die Weltpolitik und die weitere Entwicklung des russisch-ukrainischen Krieges beeinflussten. Allerdings leben wir in einer Zeit, in der jeder Tag irgendeine neue, ich würde sagen, strategisch wichtige Information bringt.

Seit Beginn des Tages warteten alle auf Nachrichten über die Möglichkeit einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und Iran im pakistanischen Islamabad. Im Laufe des Tages wechselte sogar die Besetzung der Spitze dieser Delegation von amerikanischer Seite. Präsident Trump sagte mehrmals, dass nach Islamabad, ich würde sagen, bereits klassische trumpistische Unterhändler kommen würden, sein Sondergesandter Steve Witkoff und der Schwiegersohn des Präsidenten Jared Kushner.

Trump sprach nicht davon, dass an der Spitze der Delegation der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, stehen werde, der die Delegation während der vorherigen Verhandlungen in Islamabad geleitet hatte. Mehr noch, er bestritt die Möglichkeit von Vances Anwesenheit. Allerdings, buchstäblich wenige Minuten, würde ich sagen, nachdem der Präsident der Vereinigten Staaten eine solche Erklärung abgegeben hatte, teilte der ständige Vertreter der Vereinigten Staaten bei den UN, Botschafter Mike Waltz, der, wie wir uns erinnern, zuvor Trumps Nationaler Sicherheitsberater war, mit, dass J. D. Vance nach Islamabad fahren werde, und später kam die Bestätigung dieser Information aus dem Weißen Haus.

Also absolutes Chaos bei der Bildung einer solchen Delegation. Aber das Interessanteste ist, dass unbekannt ist, mit wem J. D. Vance in Pakistan sprechen wird, weil in Teheran die Tatsache der Anwesenheit ihrer Delegation bei den Verhandlungen überhaupt entschieden bestritten wird und man von den Amerikanern in erster Linie verlangt, die Seeblockade der Straße von Hormus zu beenden. Erst danach seien sie bereit, an Verhandlungen teilzunehmen. Und Trump verspricht, wie er das schon getan hat, Iran vollständig zu zerstören, alle seine Kraftwerke, alle seine Ressourcen, wenn die Iraner nicht zu Verhandlungen bereit sind und nicht das Abkommen unterzeichnen, das er ihnen anbietet.

Das heißt, heute sind wir zu genau der Situation zurückgekehrt, die vor dem vom amerikanischen Präsidenten angekündigten Waffenstillstand zu beobachten war, vor dem er, wie bekannt, Iran ebenfalls mit totaler Vernichtung drohte. Und nun können wir uns diese Situation unter einem etwas anderen Blickwinkel anschauen. Donald Trump versprach, Iran zu zerstören, und verlangte von den Iranern erhebliche Zugeständnisse, insbesondere die Öffnung der Straße von Hormus, den Verzicht auf das Atomprogramm und den Verzicht auf das Raketenprogramm. Damit die Iraner auf solche Zugeständnisse eingehen, kündigte er einen Waffenstillstand an. Dabei betonte er, dass dieser Waffenstillstand sich nicht auf Angriffe Israels gegen die Terrororganisation Hisbollah im Libanon erstrecke.

Iran weigerte sich während der Verhandlungen mit J. D. Vance in Islamabad, seine Raketen- und seine Nuklearprogramme abzuschaffen. Die Straße von Hormus blieb so lange geschlossen, bis Donald Trump auf ein weiteres erhebliches Zugeständnis an Iran einging und Israel den Kampf gegen die Terrororganisation Hisbollah untersagte und damit die Souveränität des jüdischen Staates und das Handeln seiner Verteidigungsarmee infrage stellte. Denn der Premierminister Israels, Benjamin Netanyahu, war gezwungen, diesen Bedingungen Donald Trumps zuzustimmen, genau so, wie er gezwungen war, dem Waffenstillstand mit Iran zuzustimmen, von dem er, wenn nicht aus den Medien, dann zumindest wenige Minuten vor Donald Trumps endgültiger Entscheidung erfuhr, über die der amerikanische Präsident nicht einmal mit dem israelischen Premierminister beriet. Das übrigens zu der Frage nach Donald Trumps Verbündeten und danach, wen er respektiert und wen nicht besonders. So war die Situation.

Nachdem Donald Trump auf dieses Zugeständnis eingegangen war, öffnete Iran die Straße von Hormus, aber dann beschloss Donald Trump bereits zu bluffen und sagte, dass die Vereinigten Staaten ungeachtet der Öffnung der Straße von Hormus durch Iran diese weiterhin für iranische Schiffe blockieren würden, bis Iran den anderen Forderungen der amerikanischen Seite zustimme, die mit dem Verzicht auf Irans Atomprogramm und Raketenprogramm zusammenhängen. Iran schloss die Straße von Hormus. Das heißt, wir sind wieder zu der Situation jener Nacht zurückgekehrt, in der alle einen entschlossenen Angriff der Vereinigten Staaten auf Iran mit unvorhersehbaren Folgen für die Weltwirtschaft, die iranische Energiewirtschaft und die Vereinigten Staaten selbst erwarteten.

Es stellt sich die Frage: Was ist in all diesen Tagen geschehen, wenn wir wieder zu der Situation kommen, die im Moment der Ankündigung des Waffenstillstands durch den amerikanischen Präsidenten zu beobachten war? Und dazu sehen wir, dass gewisse Schwankungen des Ölpreises stattfinden, keine sehr bedeutenden, aber sie hängen nicht mit der realen Situation auf dem Ölmarkt zusammen, sondern mit den Erwartungen der Ölhändler, dass die Straße von Hormus entweder geschlossen oder geöffnet sein wird. Aber irgendwann, wie Sie verstehen, wenn das so weitergeht, wird an die Stelle der Worte des amerikanischen Präsidenten, die natürlich den Aktienmarkt in Bewegung setzen und einer beträchtlichen Zahl von Spekulanten, die mit dem Weißen Haus verbunden sind, ermöglichen, sich auf diesem Markt zu bereichern, ein so reales Problem treten wie der Mangel an Öl, Düngemitteln, Helium für Chips und anderer Produkte, der die Weltwirtschaft in den Zustand der größten Wirtschaftskrise, einer Energiekatastrophe seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts versetzen kann. Und übrigens ahnt niemand von uns auch nur, was die realen Folgen dieser Katastrophe für die Welt sein könnten.

Dass Trumps Präsidentschaft gerade unter dem Zeichen einer solchen oder noch größeren Katastrophe in die Weltgeschichte eingehen wird, weil, wenn Trump es nicht schafft, sie heute zu provozieren, er sie morgen unbedingt provozieren wird, dafür garantiere ich Ihnen zu 100 Prozent. Trump ist die Katastrophe selbst. Aus dem einfachen Grund, dass wir, selbst wenn wir nicht von dem Iran-Krieg sprechen, nicht einmal die Frage der Grausamkeit und Niedertracht des iranischen Regimes, der Wichtigkeit, es loszuwerden usw. erörtern. Wir sprechen nur über die Frage der Unvorbereitetheit und Inkompetenz der Menschen, die diesen Krieg führen. So also, selbst wenn wir nicht von dem Iran-Krieg sprechen, verstehen wir, dass, wenn die größte Demokratie der Welt und die nach wirtschaftlichen Möglichkeiten größte Macht der Welt von inkompetenten, unangemessenen, gierigen Menschen geführt wird, von denen der erste kein einziges Wort der Kritik hört und nicht einmal versteht, wo er sich befindet. So sehr, dass sogar seine eigenen Mitarbeiter beginnen, vor ihm strategisch wichtige Informationen zu verbergen. Heute gab es Nachrichten, dass diese Mitarbeiter mit Trump die Details der Operation zur Befreiung eines amerikanischen Piloten nicht geteilt haben, damit er diese ihre Bemühungen nicht zunichtemacht. Also, wenn solche Leute und ein solcher Mensch ein solches Land führen, wird man die Katastrophe nicht verhindern können. Träumen Sie nicht einmal davon. Wenn es gelingen sollte, sich irgendwie aus dieser Situation herauszuwinden, geraten wir unbedingt in die nächste Grube und kommen aus der auch nicht heraus. Das ist nur eine Frage der Zeit.

Darauf muss man sich einfach vorbereiten und das verstehen, denn ich weiß, dass ich in einem Land lebe, in dem eine riesige Zahl von Menschen auf ein Wunder hofft, aber in der Politik gibt es kein Wunder. Das sind keine Weihnachten. Es gibt gewisse Gesetzmäßigkeiten. Wenn Menschen ohne berufliche Befähigung, mit ihrem eigenen Ego, von Bürgern dazu gewählt werden, Staaten zu regieren, ist die Katastrophe unvermeidlich. Die Frage ist die Zeit und das Ausmaß einer solchen Katastrophe. Nun, Sie wissen das aus eigener Erfahrung, was soll man da noch erzählen. Nicht die Ukrainer müssen die Amerikaner in gesundem Menschenverstand unterrichten, wie Sie verstehen.

Und nun kommen wir wieder zu dem Dilemma, in dem Donald Trump sich im Moment der von ihm verkündeten Waffenruhe im Krieg mit Iran befand. Trump will diesen Krieg natürlich sehr gerne verlassen. Jeder weitere Schritt ist für ihn gefährlich. Neue Raketenbombardements gegen Iran, ja, sie sind möglich, und sie können massiv sein, und sie können sich für die iranische Energiewirtschaft bemerkbar machen. Aber niemand in den Vereinigten Staaten kann Trump jetzt sagen, wie Iran antworten wird, weil die amerikanische Nachrichtendienstgemeinschaft sich nicht einmal vorstellen kann, wie hoch die reale Wirksamkeit der Schläge gegen das Raketenpotenzial der Islamischen Republik ist.

Es ist bereits klar geworden, dass die Zahl der Raketen und Abschussanlagen, die die Vereinigten Staaten und Israel während der gut 40 Kriegstage zerstört haben, übertrieben worden ist. Und dass Iran möglicherweise zwei Drittel seines Potenzials hat, die bislang nicht eingesetzt wurden. Wiederum wissen wir nicht, wie viel von diesen zwei Dritteln einsatzfähig ist und wie viel irgendwo in den Bergen verschüttet ist. Aber dass wir diese Information nicht haben, bedeutet nicht, dass wir nicht fürchten könnten, dass in den Bergen weniger verschüttet ist, als wir hoffen. In der Aufklärung auf Hoffnungen zu setzen, ist nicht die richtige Arbeit. Also, wenn auch nur die Hälfte des iranischen nuklearen Raketenarsenals einsatzfähig ist, reicht das aus, um eine gewaltige Energiekrise im gesamten Nahen Osten auszulösen, die Ölfelder der arabischen Länder, ihre Raffinerien und das Energiepotenzial Israels zu treffen.

Nun, Schläge gegen das Energiepotenzial Israels werden Probleme ausschließlich für den jüdischen Staat schaffen, aber nicht für die Weltwirtschaft. Das verstehen wir. Aber Schläge gegen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate werden die Krise auf dem Ölmarkt nur verstärken. All das ist ebenfalls ein völlig offensichtliches Problem für die weitere Entwicklung der Ereignisse. Und Trump kann davor Angst haben.

Außerdem ist unklar, wie man mit militärischer Gewalt die Kontrolle über die Straße von Hormus wiederherstellen kann. Auch das würden in dieser Situation viele gerne verstehen. Die Medien behaupten, dass der amerikanische Präsident nicht deshalb von der Idee Abstand genommen habe, die iranische Insel Chark mit den bedeutenden Ölreserven der Islamischen Republik zu besetzen, weil man diese Insel nicht besetzen könnte, sondern weil offensichtlich wird, dass amerikanische Militärangehörige, die auf dieser Insel konzentriert wären, ein leichtes Ziel für einen Angriff Irans würden. Nun, das können wir vielleicht mit der Schlangeninsel vergleichen, von der die Russen weggehen mussten.

Und das Letzte, was Trump vor den Nachwahlen zum amerikanischen Kongress braucht, bei denen die Republikaner ohnehin hinterherhinken werden, sind Särge, die in einer solchen Situation nonstop in die Vereinigten Staaten kommen werden. Vor Särgen kann Trump sich auch im Fall der Idee einer Besetzung der Küstenlinie der Straße von Hormus fürchten, ohne die man im Grunde die Kontrolle über die Seewege dieser wichtigen Ölroute der Welt nicht wiederherstellen kann.

Aber hier stellt sich die Frage: Nun gut, Sie haben die Kontrolle über diesen Weg durch die Kontrolle über das Ufer wiederhergestellt? Und Iran setzt mithilfe von Raketen und Drohnen die Schiffe, die durch die Straße von Hormus fahren, weiter unter Terror. Dagegen werden Sie doch nichts machen können. Dann wird man Sie eben aus größerer Entfernung beschießen. In welchem Umfang werden Versicherungsgesellschaften Tanker versichern, die durch die Straße von Hormus fahren, und in welchem Umfang werden die Tankereigner selbst bereit sein, ein solches Risiko einzugehen? Das heißt, wir kommen wieder in die Situation, dass reale Sicherheit in der Straße von Hormus nur möglich ist, wenn entweder das iranische Regime ersetzt wird oder man sich mit ihm einigt.

Der Schrecken der Situation, in der wir uns infolge dieses Krieges befinden, besteht darin, dass Iran jetzt keine Atombombe braucht, um die Vereinigten Staaten von Amerika zu erpressen. Eine Atombombe braucht Nordkorea, um die Vereinigten Staaten von Amerika zu erpressen. Iran aber hat verstanden, dass es eine viel ernstere Waffe in der Hand hat als die Nuklearwaffe. Das ist die Kontrolle über die Straße von Hormus, die wirtschaftliche Schwierigkeiten in der ganzen Welt schafft.

Nun, versuchen wir trotzdem zu verstehen, wie diese Erpressung weitergehen wird. Das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, über den man sprechen muss, wenn wir mit Ihnen die Situation erörtern, die mit der weiteren Entwicklung der Ereignisse in der Lage um die Zukunft des iranisch-amerikanischen Krieges zusammenhängt. Also, die Iraner haben gesehen, dass sie Donald Trump erpressen können. Er wollte keinen Waffenstillstand im Libanon. Er verstand, dass Israel eine historische Möglichkeit hat, die Terrororganisation Hisbollah zu vernichten. Und das war eine realistischere Möglichkeit als die Vernichtung des iranischen Regimes. Aber unter dem Druck Teherans war Trump gezwungen, auf weitere Schritte im Zusammenhang mit den israelischen Handlungen im Libanon zu verzichten.

Was kann weiter geschehen? Das ist die wichtigste Frage. Die Iraner können jetzt meinen, dass sie Trump nach Belieben unter Druck setzen können. Heute hat er auf Schläge gegen die Hisbollah verzichtet, und morgen wird er auf die Seeblockade verzichten, und die Iraner selbst werden von ihrer Seite gar nichts tun. Sie können entweder die Meerenge öffnen oder die Meerenge schließen. Das sind all ihre Zugeständnisse. Und das sieht, wie wir verstehen, ziemlich komisch aus, denn vor dem Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran benutzte Iran die Straße von Hormus nicht als Druckmittel gegenüber den Vereinigten Staaten. Das gab es nicht. Die Meerenge war offen. Der gesamte Welthandel lief durch sie.

Und der Krieg begann nicht deshalb, damit Iran die Meerenge öffnet oder schließt. Der Krieg begann gerade unter dem Zeichen, dass Iran auf die Schaffung von Atomwaffen verzichten müsse, dass es sein angereichertes Uran den Vereinigten Staaten übergeben könne, dass es Inspektoren der IAEO zu seinen Nuklearobjekten zulassen und auf diese verzichten müsse. Trump spricht auch jetzt davon, und die Iraner diskutieren das nicht einmal. Sie diskutieren die Situation, nach der sie ausschließlich an Fragen der Straße von Hormus arbeiten müssten, weil sie verstanden haben, dass das in Wirklichkeit heute alles ist, was Trump interessiert. Letztlich kann er sich mit ihren Atomwaffen nach den Kongresswahlen befassen, ebenso wie mit dem Raketenprogramm. Aber mit der Straße von Hormus wird er sich in einem halben Jahr nicht befassen können, weil unbekannt ist, was ihn infolge dieser Nachwahlen erwartet, wenn die Straße von Hormus geschlossen bleibt.

Und, wie wir verstehen, wird mit jedem Tag der Ölpreis steigen, mit jedem Tag wird der Kraftstoffpreis an amerikanischen Tankstellen steigen. Mit jedem Tag wird Trumps Rating fallen. Das heutige Rating zeigte eine Unterstützung von 37 Prozent. Das heißt, die Popularität des amerikanischen Präsidenten beginnt zu sinken. Und ja, er behält noch die Unterstützung seines Kerns, sowohl unter den MAGA-Republikanern als auch in den republikanischen Reihen selbst. Die überwältigende Mehrheit der Wähler unterstützt seine Handlungen weiter. Aber das reicht für einen Sieg bei den Nachwahlen zum Kongress nicht aus, weil sich zur totalen Ablehnung jeglicher Handlungen Donald Trumps durch die demokratischen Wähler praktisch eine ebenso totale Ablehnung Donald Trumps durch die unabhängigen Wähler hinzuaddiert, die ihm den Sieg sowohl bei den Präsidentschaftswahlen 2025 als auch bei den Präsidentschaftswahlen 2016 gebracht haben. Ohne die Unterstützung unabhängiger Wähler ist es unmöglich, Kongresswahlen zu gewinnen, unmöglich, Präsidentschaftswahlen zu gewinnen. Und Trump, der ein solches echtes politisches Tier ist, versteht das wie kein anderer, mit welchen Erklärungen er auch immer auftreten mag. Auch das muss man begreifen.

Und die Iraner können in ihrer Erpressung des amerikanischen Präsidenten zu weit gehen, denn irgendwann wird er sich wie eine in die Ecke getriebene Ratte fühlen, die nach der Logik Putins, der dieses Beispiel, wie wir wissen, sehr liebt, handeln muss, sonst wird er einfach vernichtet, und er wird sich auf die Iraner stürzen, und dann kann er tatsächlich irgendwelche Gewaltmaßnahmen zur Einwirkung auf das iranische Regime anwenden, ohne über ihre Folgen nachzudenken, denn die Folgen des Nicht-Handelns und der Zustimmung zur Erpressung können dem amerikanischen Präsidenten viel gefährlicher erscheinen als irgendwelche anderen Folgen weiterer Handlungen nach der Bereitschaft, auf Irans Erpressung einzugehen. Das ist es, was man verstehen muss, äh, wenn wir darüber sprechen, wie Iran sich verhalten wird, wie Donald Trump sich verhalten wird.

Natürlich ist es wichtig, dass Trump in dieser Situation, und das muss man ebenfalls klar begreifen, im Kampf mit Iran keine roten Linien überschreitet, die einen völlig unvorhersehbaren Charakter haben werden. Ich glaube nicht, dass er bereit ist, gegen das iranische Regime eine Atombombe einzusetzen. Obwohl Sie sich erinnern, wie viele Gespräche darüber es gab, als Trump zum ersten Mal einen Tweet veröffentlichte, in dem er das Ende der Zivilisation versprach. Und viele Beobachter nahmen das gerade als Möglichkeit wahr, dass Trump bereit sei, Nuklearwaffen gegen Iran einzusetzen. Nun, ich hielt das von Anfang an ausschließlich für ein Bild, eine Redefigur, und nicht für irgendeinen wirklichen Wunsch, Nuklearwaffen einzusetzen. Aber ich muss sagen, dass wir jetzt darüber sprechen können, dass er wieder von totaler Vernichtung spricht. Und dann können wir wieder anfangen zu sagen: „Was, wenn das doch eine nukleare Drohung ist, was, wenn er etwas absolut Unvorhersehbares tun kann?“

Ich bin heute nicht bereit, Situationen in solchen Kategorien zu beurteilen. Aber wir verstehen doch, dass die Uhr läuft. Die Uhr der Annäherung an die weltweite Wirtschaftskatastrophe. Seit dem Moment, in dem der Waffenstillstand verkündet wurde, ist die Straße von Hormus noch nicht geöffnet worden. Und übrigens war ein anschauliches Beispiel dafür, dass diese Uhr weiterläuft, weitergeht, die Entscheidung des amerikanischen Finanzministeriums, die Lizenz für russisches Öl zu verlängern, denn im Grunde waren die Amerikaner, wie man verstehen kann, bereits bereit, diese Lizenz zu beenden.

Diese Erleichterungen für den Verkauf russischen Öls von Tankern, die Putin ins Meer hinausgeführt hatte, wurden in den ersten Tagen des Konflikts eingeführt, als klar wurde, dass Iran nicht einfach nur die Straße von Hormus schließt, sondern auch Angriffe auf die Länder des Persischen Golfs beginnt und damit die Produktion von Öl und Ölprodukten in ihren Anlagen stoppt. Und damals telefonierte Trump mit dem russischen Präsidenten Putin. Erinnern Sie sich, das war, scheint mir, am 9. März. Und das Ergebnis dieses Gesprächs zwischen dem amerikanischen und dem russischen Staatschef war Trumps Entscheidung, die Sanktionen gegen russisches Öl zu lockern, eben im Hinblick auf jene Tanker, die die Russen bereits vorher aufs Meer hinausgebracht hatten.

Mich hat übrigens immer interessiert, warum sie eine solche Zahl von Tankern im Meer konzentriert haben? Wussten sie im Voraus, dass es einen Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran geben würde, und erkannten sie die Folgen dieses Angriffs für den Energiemarkt? Oder hofften sie einfach nur, irgendwelche Käufer zu finden, und dann kam ihnen so ein Glück zuteil. Aber ich neige zu der Version, dass sie doch wussten, dass es so kommen würde, von ihren Nachrichtendienstgemeinschaften oder möglicherweise von jenen Amerikanern, die ständig im Kontakt mit dem Kreml stehen, nicht umsonst fährt Kirill Dmitriev die ganze Zeit dorthin, aber dennoch.

Und sie gingen im Grunde davon aus, dass, wenn diese Abmachungen Trumps mit Putin enden, die Lizenz ausgeschöpft sein würde und man dann sagen könnte, dass jetzt alles zur vorherigen Ordnung der Dinge zurückkehrt. Aber dass Iran die Straße von Hormus wieder geschlossen hat, zwang sie einfach erneut dazu, den Weg der Erleichterungen für Russland zu gehen. Selbst wenn wir theoretisch annehmen, dass sie das nicht vorhatten, zumindest gibt es den Anlass, die Sanktionen gegen Russland zu lockern. „Seht ihr, Iran lässt wieder kein Öl durch, also muss man irgendwie irgendwie den Druck dieses iranischen Ölmotors verringern.“ Aber es wird doch der Moment kommen, in dem die Meerenge geschlossen sein wird und Russland sein ganzes Öl bereits verkauft haben wird. Und neues wird es übrigens nicht geben, weil wir die russischen Ölhäfen und einen großen Teil der russischen Ölverarbeitung zerbombt haben. Also ist auch Russland keine Rettung für Donald Trump und für die Preise in Amerika.

Aber schon die bloße Tatsache, dass die Amerikaner wieder darauf eingegangen sind, Russland den Verkauf von Öl zu erlauben, während sie weiter erzählen, dass sie den russisch-ukrainischen Krieg schnell beenden wollen, zeigt bereits, dass Trump einfach von einer Ecke des Zimmers in die andere rennt und nicht verstehen kann, wo denn der Ausgang aus diesem Zimmer ist, was auch immer seine erstaunlichen Adepten erzählen mögen, dass bei ihm alles nach Plan laufe. Der Witz ist ja gerade, dass es keinen Plan gibt. Der Plan endete, als sich das Regime nach dem Tod des Ayatollah Khamenei nicht änderte. Und jetzt geschieht all das sporadisch. Nun, das sind so die Ergebnisse dieser sehr komplizierten Situation.

Frage. Senator Graham sagte, dass in Iran nicht der Typ im Anzug das Sagen habe, sondern die Typen vom Korps der Wächter der Islamischen Revolution. Versteht Trump das oder wenigstens irgendjemand aus seinem Umfeld?

Portnikov. Ich denke, dass alle das sehr gut verstehen, Trump und Trumps Umfeld, weil man ganz klar sagen kann, dass nach dem Tod von Ayatollah Khamenei und vieler Vertreter der iranischen Führung die Macht im Land tatsächlich faktisch auf die Führung des Korps der Wächter der Islamischen Revolution übergegangen ist. Obwohl, wiederum, ich Ihnen noch eine wichtige Sache sagen muss. Das ist nicht erst vor 40 Tagen geschehen. Man kann sagen, dass gerade die Herrschaft Ali Khameneis das Korps der Wächter der Islamischen Revolution zur führenden Kraft im Staat gemacht hat. Ayatollah Khomeini, der Gründer der Islamischen Republik, hielt das Korps auf Distanz, weil er selbst unter den Anhängern der Islamischen Revolution über enorme Autorität verfügte. 

Sozusagen, wie Lenin für die sowjetischen Bolschewiki, der keine außerordentliche Kommission von Tschekisten brauchte, um diese Autorität zu stützen. Er selbst war eine solche, würde ich sagen, denkende Guillotine, wie jemand gesagt hat. Als aber Stalin an die Macht kam, der in den großen Kreisen der Parteifunktionäre nicht über eine solche Autorität verfügte, nutzte er die Dienste des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten, um seine Macht real zu stärken. Ayatollah Khamenei ist so ein Stalin, der das Korps einfach zu einer realen Kraft gemacht hat. Der noch während Trumps erster Amtszeit getötete Kommandeur des Korps, General Qasem Soleimani, war der faktische Mitregent des Ayatollahs. So dass das Korps seine Macht einfach legalisiert hat, nachdem Ayatollah Khamenei gestorben war und sein Sohn zum neuen Staatsoberhaupt gewählt wurde. 

Nichts Besonderes ist geschehen. Man muss die ernsthafte Veränderung des Regimes nicht überschätzen. Es wird nur jetzt erstens von radikalen Menschen geführt, und zweitens von möglicherweise radikaleren als, äh, zu Zeiten Khameneis, der meinte, dass strategische Zurückhaltung nötig sei. Und sie haben sich überzeugt, dass strategische Zurückhaltung zu nichts führt. Und zweitens kämpfen diese Menschen um das Überleben ihres eigenen Regimes. Warum sollten sie nicht riskieren? Wie man sagt: Wenn es Putin nicht gibt, wird es Russland nicht geben, wenn es das Korps der Wächter der Islamischen Revolution nicht gibt, wird es Iran nicht geben.

Frage. Legt Israel, wenn es nur auf die Hilfe der Vereinigten Staaten setzt, nicht faktisch alle Eier in einen Korb und riskiert, infolge eines Linksrucks der USA alles zu verlieren? Hat es Chancen auf ein Bündnis mit Europa?

Portnikov. Nein, hat es nicht. Israel hat keine andere Wahl, als sich auf das Bündnis mit den Vereinigten Staaten zu verlassen. Aus einem einfachen Grund. Europa ist von Öllieferungen aus dem Nahen Osten viel stärker abhängig als die Vereinigten Staaten, die überhaupt zum größten Ölstaat der Welt geworden sind. In Europa gibt es viel mehr eigene Wähler und Einwohner arabischer Herkunft als in den Vereinigten Staaten. Europäische Politiker sind gezwungen, auf all das zu achten. Das, ja, geschah schrittweise. Im Jahr 1956 waren Großbritannien und Frankreich noch Verbündete Israels, und die Vereinigten Staaten stoppten sie im Kampf um den Suezkanal. Und übrigens wurde auch die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten stoppten und alle gezwungen waren, ihrer Meinung zuzustimmen, zu einer kalten Dusche für Großbritannien und Frankreich, die verstanden, dass sie die Überlebensinteressen Israels nicht für ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Ziele nutzen können. Und während des Jom-Kippur-Krieges, als die arabischen Länder einen Ölboykott gegen die europäischen Länder verhängten und dies in Europa zu einer Energiekatastrophe beispiellosen Ausmaßes führte, wurde das zu einer echten Lehre und orientierte die europäische Politik auf ein größeres Verständnis arabischer Interessen um. Man soll sich also nicht einbilden, dass Israel in dieser Situation so viele Wahlmöglichkeiten hat. Und ja, für Israel besteht eine enorme Gefahr, dass, wenn an der Spitze der Vereinigten Staaten ein Präsident steht, der gegenüber den Überlebensinteressen Israels vorsichtiger eingestellt ist, Israels Feinde dies ausnutzen können. Israel muss heute hier und jetzt überleben, so wie auch wir hier und jetzt überleben müssen, und nicht darüber nachdenken, was infolge der nächsten Wahlen in Amerika sein wird. Denn wenn die Israelis in solchen Kategorien gedacht hätten, gäbe es sie im Nahen Osten schon nicht mehr.

Frage. Können die kommenden Wahlen in Bulgarien seinen geopolitischen Kurs gegenüber Russland und der Europäischen Union verändern? Wie real ist eine Abkehr von der proeuropäischen Politik?

Portnikov. Nun ja, wir sehen jetzt die vorläufigen Ergebnisse der Wahlen in Bulgarien. Ich verfolge sie ebenfalls aufmerksam. Und Bulgarien, in dem jetzt fast jedes Jahr außerordentliche Wahlen stattfinden, hat nun einen neuen mächtigen Spieler bei diesen neuen Wahlen, den ehemaligen Präsidenten des Landes Rumen Radev, der mehrere, würde ich sagen, Monate vor dem Ende seiner Amtszeit vorzeitig von seinem Amt zurücktrat, um eine neue Partei Progressives Bulgarien zu gründen. Diese Partei Progressives Bulgarien gewinnt laut den ersten Exit-Polls souverän die Wahlen, sie erhält mehr als 38 Prozent der Stimmen. Die traditionellen Wahlsieger, die GERB-Partei des ehemaligen Premierministers Bojko Borisow und die Partei Wir unterstützen den Wandel, Demokratisches Bulgarien, bleiben auf dem zweiten und dritten Platz mit ungefähr 15 beziehungsweise 14 Prozent der Stimmen. Und im Prinzip spricht das von einer erheblichen Neuformatierung des bulgarischen Parlaments, in dem eine große Zahl von Abgeordneten gerade diese neue Partei von Rumen Radev vertreten wird. Und Sie wissen, dass die Partei Rumen Radevs, ich würde sagen, wenn nicht euroskeptisch, so doch eine Partei ist, die der Idee der Hilfe für die Ukraine sehr vorsichtig gegenübersteht. Als Präsident Bulgariens hat Rumen Radev, kann man sagen, die Hilfe für unser Land gebremst. Er stand dem immer vorsichtig gegenüber, gelinde gesagt. Und viele sagen, dass er der neue Ersatz für den ungarischen Ministerpräsidenten werden könnte, der faktisch in einigen Wochen aus dem Amt scheidet.

Aber ich würde die Situation in Bulgarien nicht vereinfachen. Ja, Rumen Radev ist ein ernsthafter politischer Spieler in diesem Land, aber erstens wird er eine Koalition mit Kräften bilden müssen, die in der bulgarischen Macht anderen politischen Positionen anhängen können. Und das werden kaum prorussische Kräfte sein, denn jetzt sehen wir, dass die bulgarischen Sozialisten, die Verbündete Rumen Radevs sein könnten, ihm erstens kaum eine Mehrheit bringen werden, weil sie höchstens 4 Prozent der Stimmen bekommen könnten. Und zweitens könnten sie überhaupt nicht ins bulgarische Parlament gelangen. Das bedeutet, dass er höchstwahrscheinlich eine Koalition mit irgendeiner proeuropäischen Partei bilden muss, entweder mit GERB oder mit der Partei Wir unterstützen den Wandel, Demokratisches Bulgarien. Gerade diese Partei hat, als sie regierte, uns all diese ersten Wellen von Waffen sowjetischer Bauart geschickt. Sie erinnern sich, dass das einfach eine geheim gehaltene Spezialoperation war, damit sie niemand vereitelt.

Zweitens muss man verstehen, dass auch das Gewicht Bulgariens in der Europäischen Union im Hinblick auf seine Abhängigkeit von europäischen Fonds sogar größer ist als das Gewicht Ungarns. Niemand erwartet vom Ministerpräsidenten der Slowakei Robert Fico einen selbständigen Widerstand gegen die Europäische Union. Orbán konnte sich das erlauben. Erstens, weil er im Grunde keine Koalitionsregierung führte, sondern ein solcher Machthaber in Ungarn war. Robert Fico kann sich das nicht erlauben, weil er die Macht bereits einmal verloren hat. Er ist an Koalitionspartnern interessiert. Er versteht, dass er Probleme bekommen wird, wenn er auf europäische Fonds verzichtet. Bei Rumen Radev wird es dieselbe Situation sein, weil er sehr gut begreifen wird, dass es neue außerordentliche Wahlen geben wird, wenn er im ersten Jahr oder anderthalb Jahre seiner Amtszeit als Premierminister Bulgariens kein reales Ergebnis zeigt; das ist nicht das Amt des Präsidenten, das ist ein Amt, von dem konkrete Ergebnisse erwartet werden. Dann werden ihn seine Koalitionspartner einfach im Stich lassen, er wird ohne Koalitionsunterstützung keine neue Regierung bilden können, und damit wird seine ganze glänzende Karriere enden.

Würde er tatsächlich 51 Prozent der Stimmen bekommen, würde er sich vielleicht anders verhalten können, aber bislang gibt es ein solches Ergebnis nicht. Und Radev kann nur hoffen, dass er diese 51 Prozent bekommt, wenn er in vier Jahren an der Macht, falls er diese vier Jahre haben wird und nicht ein Jahr wie jeder durchschnittliche bulgarische Premierminister zu Zeiten seiner eigenen Amtsperiode, seiner zwei Amtsperioden, ein reales Ergebnis zeigt. Also würde ich nicht voreilig sagen, dass er in eine so ernsthafte Opposition zur Europäischen Union gehen wird und dass wir einen neuen Orbán bekommen.

Obwohl es offensichtlich ist, dass noch ein Politiker aufgetaucht ist, der Moskau hören will, ja, das war am Verhalten Radevs im Amt des Präsidenten Bulgariens offensichtlich. Allerdings, wiederum, verhielt er sich auch in diesem Amt immer viel vorsichtiger als Viktor Orbán, als Robert Fico, sogar als Andrej Babiš. Also muss man hier alles verstehen.

Frage. Die Ukraine ist ein Land mit einzigartigen Möglichkeiten. Wird es nach dem Sieg der Ukraine über die Russische Föderation zur Rückkehr vieler Ukrainer unterschiedlicher ethnischer Herkunft kommen?

Portnikov. Nun, man muss zunächst begreifen, was wir in den Begriff Sieg hineinlegen. Vorerst können wir von einem Ende des Krieges sprechen, und wir hoffen auf ein Ende des Krieges entlang der Kontaktlinie der russischen und ukrainischen Truppen, in welchem Jahr auch immer und unter welchen Sicherheitsgarantien auch immer. Angesichts der Realität von Sicherheitsgarantien in der heutigen Welt kann man sagen, dass die Ukraine zum Zeitpunkt der Einstellung der Kampfhandlungen mit Russland keinerlei reale Sicherheitsgarantien erhalten und sich einfach auf einen neuen Krieg vorbereiten könnte. So wird es im Nahen Osten geschehen. Wird es eine Rückkehr der Ukrainer geben, die die Ukraine schon vor dem Krieg verlassen haben, weil sie meinten, dass ein wirtschaftlich instabiler und korrupter Staat kein Ort für ihre Entwicklung und die Entwicklung ihrer Kinder sei? Und werden jene Bürger in die Ukraine zurückkehren, die das nicht meinten, aber die Ukraine verließen, als intensive Kampfhandlungen begannen? Das ist eine offene Frage, wie Sie verstehen, denn mit jedem neuen Kriegsjahr wird die Abhängigkeit der Menschen vom Leben in den Ländern, in die sie umgezogen sind, immer größer und größer. Wir können natürlich damit rechnen, dass Menschen zu uns kommen, die im Westen keinen Platz für sich gefunden haben, die von Sozialhilfe leben. Und natürlich verstehen wir, dass diese Menschen im Fall eines Endes der aktiven Kampfhandlungen, wann auch immer sie enden mögen, in den 20er oder 30er Jahren des 21. Jahrhunderts, kaum weiter auf diese Sozialhilfe werden rechnen können. Mehr noch, einige europäische Länder, wir hören das bereits aus Irland, sind bereit, diese Hilfsprogramme zu beenden, ohne auf jenen Moment zu warten, der als Punkt bei den Kampfhandlungen eintreten wird. Aber andererseits sind nach Irland nach dem Beginn der aktiven Kampfhandlungen, wie es scheint, mehr als 100.000, 130.000–140.000 Ukrainer ausgereist. Und es geht um 16.000, die sich in solchen Programmen befinden. Das heißt, die überwiegende Mehrheit der Menschen hat sich bereits angepasst, Arbeit gefunden, die Kinder gehen zur Schule, die Menschen fangen an, ihr Leben anders zu gestalten, sie beginnen Familien aufzubauen. Also wird die überwiegende Mehrheit der Ukrainer, die ausgereist sind, natürlich nicht zurückkehren. Man sollte sich keinerlei Illusionen machen. Wenn 25 bis 30 Prozent von denen zurückkehren, die ausgereist sind, wird das ein enormer Erfolg sein. Auch das muss man verstehen. Oder man wird Programme schaffen müssen, um diese Menschen zur Rückkehr zu motivieren, was bei den Ukrainern, die geblieben sind, eine unglaubliche Verärgerung auslösen wird. Nun, vorerst ist es zu früh, darüber zu sprechen, weil wir keine objektiven Voraussetzungen für ein baldiges Ende des russisch-ukrainischen Krieges sehen. Und ich denke, dass man über all das nachdenken kann, wenn die Perspektive eines Endes des russisch-ukrainischen Krieges entsteht. Allerdings, wenn wir beginnen, diese Perspektive als etwas Reales und nicht als etwas Ätherisches zu diskutieren; heute wirkt selbst eine kurzfristige Aussetzung des russisch-ukrainischen Krieges wie ein ätherisches Ereignis. Allerdings muss man sofort sagen, dass die Zerstörung der russischen Ölinfrastruktur dieses Ereignis, die Aussetzung des russisch-ukrainischen Krieges mit dem Ziel der Stärkung des wirtschaftlichen Potenzials Russlands für einen neuen Angriff, mit unglaublicher Geschwindigkeit näherbringt. Und wie wir verstehen, könnte dieser zweite Angriff, wenn wir den ersten Angriff in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts stoppen können, ich hoffe in den 20ern, nicht in den 30ern, auch ausbleiben, wenn wir diesen Staat in eine Festung verwandeln, deren gesamte Anstrengungen sich vom Aufbau eines Sozialstaates auf einen Staat verlagern, der bereit ist, sich gegen einen neuen Schlag zu verteidigen. Aber ich bin nicht sicher, dass Menschen in irgendeinen Festungsstaat zurückkehren wollen, in dem der Sozialstaat, der in der Ukraine vor dem Angriff existierte, unter dem Applaus der Ukrainer selbst endgültig begraben werden wird. Nun, wenn die Ukrainer wieder irgendeinen Menschen wählen, der ihnen erzählen wird, dass all das nicht nötig sei, dass der Krieg schon vorbei sei und man einfach nur Straßen bauen müsse, dann können wir ruhig sagen, dass die Ukrainer für ihren eigenen Tod stimmen werden. Ich hoffe, dass wir eine solche Abstimmung nicht noch einmal sehen werden.

Frage: Wie finden Sie diese geniale These der Trumpisten? „Schaut nicht darauf, was er sagt, schaut darauf, was er tut.“ Das heißt, diese Leute sind mit einem Präsidenten zufrieden, der ständig irgendetwas daherredet.

Portnikov. Übrigens sage ich Ihnen auch immer genau dasselbe. Schauen Sie nicht darauf, was er sagt, schauen Sie darauf, was er tut. Das ist überhaupt die wichtigste Regel in der Politik. Nun ja, vielleicht ist es seltsam, dass jemanden stört, was Trump sagt, aber ich kommentiere Ihnen gerade nicht Trumps Aussagen, sondern seine realen Handlungen. Wir sprechen doch nicht darüber, was Trump in seinen Tweets sagt, wir sprechen mit Ihnen über Handlungen. Eine groß angelegte wirtschaftliche und energetische Krise, die wie ein Tsunami der Wirtschaft der entwickelten Welt einen Punkt setzen und zu vielen Millionen Hungertoten in der ganzen Welt führen kann. Was, sind das für Sie Trumps Tweets? Schaue ich darauf, was er sagt? Nein, ich spreche zu Ihnen über die Folgen, wenn eine enorme Zahl von Menschen den morgigen Tag schon nicht mehr erleben wird, und diejenigen, die ihn erleben, werden ihn in Armut erleben. Soll ich dann Trumps Tweets lesen? Ich bin gerade der Mensch, der nicht darauf schaut, was Trump sagt, sondern sich für seine Handlungen interessiert, für die atemberaubenden Folgen dieser Handlungen für Dutzende und Hunderte Millionen Menschen. Das ist wirklich unglaublich interessant und fesselnd. Und Trumps Tweets sind nicht so interessant und fesselnd. Sie sind sehr kindisch, würde ich sagen.

Frage. Ist eine Bodeninvasion für Trump nicht sicherer als ein Nuklearschlag? Das sind doch ganz unterschiedliche Folgen für Trump.

Portnikov. Ich glaube ebenfalls, dass es keinen Nuklearschlag geben wird. Ich glaube, dass der Nuklearschlag gerade eine Folge der Phantasie irgendjemandes ist, insbesondere von Menschen, die bereit sind, von Trump alles Mögliche zu erwarten, vom Nuklearschlag bis zum nackten Spaziergang durch Manhattan. Also versichere ich Ihnen, dass er weder einen Nuklearschlag anwenden noch nackt durch Manhattan laufen wird. Trump weiß in dieser Hinsicht, was er tut. Aber ich denke, dass auch eine ausländische Invasion für ihn eine sehr riskante Operation ist, deshalb will er so sehr nicht darauf eingehen, weil die Amerikaner, würde ich sagen, sehr empfindlich auf den Tod ihrer eigenen Landsleute im Ausland reagieren. Und das hat sehr oft Regierungen, ihre Autorität und die Möglichkeiten jener Parteien, die damals an der Macht waren, diese Macht zu behalten, zermalmt. Und Trump weiß das sehr gut. Er kennt die amerikanische Geschichte.

Frage. Trump kann die Truppen nur 60 Tage einsetzen. Danach braucht er die Zustimmung des Kongresses. Was wird Trump in diesem Fall tun? Wird er einen Verstoß gegen die Gesetze der Vereinigten Staaten begehen?

Portnikov. Ich denke, er könnte sagen, dass das überhaupt kein Krieg ist, sondern so eine Spezialoperation. Er setzt keine Truppen ein, sondern diese Truppen werden nicht für Krieg eingesetzt, sondern, sagen wir, zur Sicherung der Handelswege. Man kann sich vieles ausdenken, aber das Wichtigste ist: Er kann die Zustimmung des Kongresses bekommen. Unter den Kongressabgeordneten gibt es ja in beiden Kammern eine republikanische Mehrheit. Zu sagen, Trump sei dagegen abgesichert, dass der Kongress ihn nicht unterstützt, würde ich auch nicht sagen, aber all das werden wir natürlich bald sehen, denn schon in dieser Nacht und am Montag wird klar sein, wie real der Verhandlungsprozess zwischen den Vereinigten Staaten und Iran ist. Und was man von diesem Verhandlungsprozess erwarten kann, wenn die eine Seite in der Sprache der Ultimaten spricht, und seien wir realistisch, das sind die Vereinigten Staaten. Und die andere Seite spricht in der Sprache der Erpressung, und seien wir realistisch, das ist die Islamische Republik. Schauen wir, wie das in den nächsten Tagen aussehen wird, und sprechen wir darüber.


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Titel des Originals: Iran erteilt Trump eine Absage | Vitaly Portnikov. 19.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 19.04.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Trump hat einen weiteren Krieg gestoppt | Vitaly Portnikov. 17.04.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat angekündigt, dass er einen weiteren Krieg stoppt – den Krieg Israels mit dem Libanon. Und tatsächlich ist in der vergangenen Nacht ein Waffenstillstand zwischen Israel und der terroristischen Organisation Hisbollah in Kraft getreten.

Das Paradoxon der Situation besteht jedoch darin, dass Israel mit dem Libanon eigentlich gar nicht Krieg führt. Israel führt Krieg genau gegen die terroristische Organisation Hisbollah, die praktisch unmittelbar nach dem Schlag der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran in den Krieg eingetreten ist. Und die Einstellung des Feuers durch Israel gegenüber der Hisbollah war eine der Bedingungen des Waffenstillstands, den Donald Trump im Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen die Islamische Republik verkündet hatte.

Iran und gemeinsam mit ihm Pakistan forderten die Ausweitung dieses Waffenstillstands im Krieg der USA und Israels gegen Iran auch auf die Hisbollah. Die Vereinigten Staaten und Israel bestritten jedoch entschieden, dass entsprechende Vereinbarungen bezüglich der Hisbollah erzielt worden seien. Und nun hat der Präsident der Vereinigten Staaten, offenbar in der Erwartung eines Impulses für die Verhandlungen zwischen Amerikanern und Iranern, den iranischen Bedingungen zugestimmt. Das ist also die ganze „Beendigung“ des Krieges zwischen Israel und dem Libanon.

Donald Trump hat den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu und den Präsidenten des Libanon, Joseph Aoun, ins Weiße Haus eingeladen, um ein Friedensabkommen zwischen beiden Ländern zu besprechen. Auf den ersten Blick ebenfalls ein großer Fortschritt. Doch dann stellt sich die Frage, warum der libanesische Präsident Israel seit mehreren Monaten solche Gespräche und die Unterzeichnung eines Friedensabkommens vorgeschlagen hat, während der israelische Premierminister Kontakte verweigerte und ihnen erst unter starkem Druck des US-Präsidenten zustimmte.

Der Grund liegt darin, dass Israel mit dem Libanon jedes beliebige Abkommen unterzeichnen kann. Doch die Armee der Hisbollah bleibt eine weit mächtigere und einflussreichere Kraft als die Armee des Libanon. Der Libanon verfügt über keine realen militärisch-technischen Möglichkeiten, die Hisbollah zu entwaffnen. Die einzige reale Kraft, die das Kräfteverhältnis im Libanon verändern konnte, war – so paradox es klingt – gerade die israelische Armee. 

Doch jetzt, da der Waffenstillstand mit der Hisbollah in Kraft tritt, hat diese vom Iran unterstützte Terrororganisation viel mehr Möglichkeiten, ihre Bewaffnung wiederherzustellen und die Zahl ihrer Kämpfer zu erhöhen. Das heißt, sich auf mögliche Aktionen vorzubereiten – nicht nur von Seiten Israels, sondern auch von Seiten des eigenen Staates, des Präsidenten Joseph Aoun, übrigens des ehemaligen Oberbefehlshabers der libanesischen Armee, und der libanesischen Streitkräfte.

Die Möglichkeiten der Hisbollah wurden schon dadurch veranschaulicht, dass Israel in den letzten Wochen des Krieges gezwungen war, Angriffe auf christliche Viertel Beiruts durchzuführen, die zuvor nicht Schauplatz dieses Krieges gewesen waren. Warum? Weil dort bereits Stellungen von Hisbollah-Kämpfern entstanden waren. Von dort aus wurde Israel beschossen, dort arbeiteten bereits Stäbe der schiitischen Terrororganisation. Und konnten die libanesischen Christen in irgendeiner Weise gegen die Bedrohung ihrer eigenen Häuser vorgehen? Nein, solche Möglichkeiten hatten sie leider nicht.

Daher zu behaupten, Donald Trump habe den Krieg Israels mit dem Libanon gestoppt, wie er es tut, bedeutet, die Realität zu verschleiern. Der Präsident der Vereinigten Staaten, erschöpft von der sich verschärfenden Energie- und Wirtschaftskrise in der Welt und verängstigt durch seine sich verschlechternden politischen Perspektiven, ist erneut auf die ultimativen Forderungen der Führung derselben Islamischen Republik Iran eingegangen, die er angeblich im Krieg besiegt haben will – einem Krieg, der in Wirklichkeit andauert. Denn solange die Straße von Hormus blockiert ist und der Westen mit Schrecken auf die Folgen einer möglicherweise größten Wirtschafts- und Energiekrise des 21. Jahrhunderts wartet, dauert dieser Krieg an.

Er kann nur dann enden, wenn Iran diesen Handelsweg freigibt und der Waffenstillstand fortgesetzt wird, der – wie wir verstehen – Iran die Möglichkeit geben wird, seine militärisch-technischen Kapazitäten wiederherzustellen und möglicherweise sogar den Weg zur Entwicklung eben jener Atombombe einzuschlagen, deren Entstehung im Iran sowohl die Vereinigten Staaten als auch Israel so sehr beunruhigt. Denn inzwischen haben wir verstanden, dass, sollte diese Atombombe im Iran tatsächlich entstehen, in Teheran kaum jemand ernsthaft davor zurückschrecken würde, sie auf Tel Aviv oder Haifa abzuwerfen. Das könnte bereits in den kommenden Jahren geschehen.

Es ist unklar, inwieweit die Bereitschaft Donald Trumps, den Bedingungen zuzustimmen, die ihm die Führung des Korps der Islamischen Revolutionsgarden und derselbe Ajatollah Mojtaba Khamenei stellt, als wirklicher Sieg in diesem Krieg und als Herstellung von Frieden angesehen werden kann. Viel wird davon abhängen, über welche realen Instrumente die libanesische Armee verfügen wird, um die terroristische Organisation Hisbollah tatsächlich zu entwaffnen – eine Organisation, die, wie wir wissen und aus den Aussagen ihrer Führer hören, keineswegs vorhat, sich entwaffnen zu lassen, sondern den Waffenstillstand so zu nutzen gedenkt, wie es ihr passt.

Und das Wichtigste: Diese „Beendigung“ des Krieges ist lediglich ein Waffenstillstand von zehn Tagen. Wir können nicht wissen, was in zehn Tagen in der heutigen Welt angesichts dieser atemberaubenden Krise geschehen wird, deren Zeugen – und bald auch Opfer – wir alle sein werden. Und ob nicht neue Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah beginnen, sobald diese entschieden hat, dass sie ausreichend auf eine neue Runde von Angriffen auf den Norden Israels vorbereitet ist.

Putin beobachtet all diese Entwicklungen aufmerksam, ist bereit, selbst zur Destabilisierung des Nahen Ostens beizutragen, und destabilisiert derweil weiterhin die Ukraine, indem er neue Raketenangriffe auf unser Land organisiert, die zwar von Trump verurteilt werden, jedoch zu keinerlei realen Veränderungen der amerikanischen Position führen.


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Titel des Originals: Трамп зупинив ще одну війну | Віталій Портников. 17.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.04.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Trump greift Meloni an | Vitaly Portnikov. 15.04.2026.

Noch vor kurzem schien die italienische Ministerpräsidentin und Führerin der Ultrarechten, Giorgia Meloni, die treueste Verbündete des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu sein. Die Nähe der ideologischen Ansichten, die persönliche Sympathie – all das führte dazu, dass sogar die Führer anderer europäischer Länder gerade auf Frau Meloni setzten, wenn es darum ging, einen besonderen Zugang zum Herzen des amerikanischen Präsidenten zu finden. Und Trump schien sich ebenfalls nicht lumpen zu lassen und überschüttete die Chefin der italienischen Regierung mit Komplimenten.

Doch nun hat sich alles ins Gegenteil verkehrt. Kein Tag vergeht ohne Kritik des Präsidenten der Vereinigten Staaten am italienischen Regierungschef. Zunächst unterstützte Giorgia Meloni den Nahostkrieg Donald Trumps nicht, und der amerikanische Präsident erinnert ständig daran und tat dies auch heute, indem er den italienischen Ministerpräsidenten erwähnte und betonte, dass die Beziehungen zu jenen Ländern, die ihn im Iran nicht unterstützt haben, nicht mehr so sein werden wie zuvor. Hinzu kam eine besondere Situation im Zusammenhang mit der Kritik, die Donald Trump am Papst Leo XIV. äußerte, indem er erklärte, ein solcher Papst sei für ihn nicht akzeptabel und der Pontifex verdanke ihm, Trump, überhaupt erst seinen Thron.

Natürlich konnte Giorgia Meloni nicht anders handeln. Der Krieg im Nahen Osten genießt in der italienischen Gesellschaft keine Popularität. Und was die Autorität des Papstes betrifft, so wäre es für jeden, selbst für den populärsten italienischen Politiker, politischer Selbstmord, die grobe Kritik am Pontifex zu ignorieren. Der Rating von Giorgia Meloni war stetig gesunken. Er war gesunken – und könnte nun wieder in etwa im gleichen Verhältnis steigen.

Warum? Weil wir bereits gesehen haben, dass, wenn Donald Trump oder sein Vizepräsident J. D. Vance jemanden in Europa unterstützen, dieser Politiker mit Unverständnis bei einem großen Teil der Wähler rechnen kann. Ein hervorragendes Beispiel ist die Unterstützung Donald Trumps für den umstrittenen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán sowie die Reise des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten J. D. Vance nach Budapest als Wahlkämpfer für Orbán. Wie bekannt ist, kostete diese Reise Orbán mehrere Prozentpunkte an Wählerunterstützung. Zumindest zeigten dies die ungarischen Vorwahlumfragen.

Auch viele andere europäische Politiker meiden derzeit Trump, wie der Teufel das Weihwasser, und verstehen, dass, wenn er jemanden kritisiert, dies höchstwahrscheinlich Sympathie gerade in dem Land hervorrufen wird, dessen Führung er angreift.

Etwas Ähnliches kann auch mit Giorgia Meloni geschehen. Sie hat erst kürzlich ein für sie bedeutendes Referendum über die Reform des Justizsystems verloren. Viele begannen zu sagen, dass es ihr kaum gelingen werde, ihre frühere Popularität zu bewahren. Und nun tritt die italienische Ministerpräsidentin in der Rolle der Verteidigerin der nationalen Souveränität und der Ehre des Papstes auf, der vom Präsidenten der Vereinigten Staaten beleidigt wird – und übrigens auch von dessen Vizepräsidenten, der weiterhin auf die Nachfolge hofft und zudem ein neu bekehrter Katholik ist.

Es ist klar, dass für viele Italiener diese Aussagen Donald Trumps ein echtes Gütesiegel darstellen werden, das bestätigt, dass sie sich nicht geirrt haben, als sie bei den Wahlen zum italienischen Parlament für die Partei von Giorgia Meloni gestimmt haben.

Schlimm ist etwas anderes: dass wir in eine Situation geraten sind, in der Äußerungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten über einen europäischen Politiker genau die entgegengesetzte Reaktion hervorrufen, als der amerikanische Präsident erwartet; dass die Unterstützung durch den Präsidenten eines Staates, der noch vor kurzem der wichtigste der demokratischen Welt war, bei den Wählern unweigerlich die Überzeugung erzeugt, dass dieser Politiker die nationalen Interessen nicht vertritt und überhaupt nicht das Land führen sollte. Und wenn der Präsident der Vereinigten Staaten sich mit beleidigenden Aussagen an einen europäischen Regierungschef richtet, dann bedeutet dies für den Wähler in Europa gerade, dass es sich um einen gefestigten politischen Akteur handelt.

Noch vor kurzem war alles anders. Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten sich zu einem Politiker oder einer öffentlichen Person äußerte, wurde dies ganz anders wahrgenommen, weil der Präsident der Vereinigten Staaten über etwas verfügte, das Donald Trump katastrophal fehlt – Respekt und moralische Autorität. 

Andererseits kann man sagen, dass Trump selbst nie nach dieser moralischen Autorität strebte. Sowohl er selbst als auch sein Vizepräsident J. D. Vance, Außenminister Marco Rubio und andere amerikanische Beamte haben wiederholt deutlich gemacht, dass von Moral in der Politik keine Rede sein könne. Mit genau solchen Aussagen wandte sich J. D. Vance, wie bekannt, in seiner beschämenden Rede auf der Münchner Konferenz an das Publikum. Mit ähnlichen Ausfällen trat Donald Trump vom Podium des Weltwirtschaftsforums in Davos auf.

Wenn also Unmoral als wichtigstes politisches Instrument vom Präsidenten der Vereinigten Staaten selbst formuliert wird und von jenen, die sich in seinem Umfeld bewegen, unterstützt wird, dann kann man sagen, dass auch die Europäer dem amerikanischen Präsidenten mit derselben Münze des mangelnden Respekts antworten können – in dem Verständnis, dass von Moral in der Politik, wenn es um Donald Trump geht, keine Rede sein kann. 

Deshalb würde ich an Stelle von Giorgia Meloni die herablassende Kritik Donald Trumps, die sie offensichtlich nicht verdient hat, nicht allzu ernst nehmen. Denn in Wirklichkeit kann diese Kritik zu einem echten politischen Geschenk für die italienische Ministerpräsidentin werden, nicht nur ihre Amtszeit verlängern, sondern auch ihre Chancen auf politisches Überleben selbst dann sichern, wenn man Donald Trump und seine politische Karriere bereits zu vergessen beginnt.

Und ich habe den Verdacht, dass kein zukünftiger Präsident der Vereinigten Staaten sich erlauben wird, sich in derart grober Weise über Kollegen zu äußern, mit denen die Vereinigten Staaten strategische Beziehungen verbinden. Denn letztlich bleiben – ungeachtet aller Ausfälle, die wir seit Trumps Rückkehr ins Oval Office hören – die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten unverändert, und die Sicherheit dieses Landes hängt von den Positionen ab, die die Vereinigten Staaten in ihren Beziehungen zu europäischen Partnern einnehmen, insbesondere wenn es um Sicherheit geht.

Und diese Wahrheit lässt sich durch keine Inkompetenz und Parteilichkeit Donald Trumps auslöschen, der hartnäckig versucht, so offensichtliche, durch die Zeit und vor allem durch zwei Weltkriege bestätigte Fakten zu ignorieren, die den Amerikanern eigentlich hätten zeigen müssen, wie wichtig Europa für das Überleben der Vereinigten Staaten selbst ist. Doch für Menschen wie Donald Trump, wie bekannt, existieren historische Beweise nicht.


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Titel des Originals: Трамп атакует Мелони | Виталий Портников. 15.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 15.04.2026.
Originalsprache: ru
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Die letzten Öltanker: Was weiter | Vitaly Portnikov. 14.04.2026.

Die letzten Tanker mit Vorkriegsöl nähern sich jetzt ihren Bestimmungshäfen. Damit nähern wir uns jener roten Linie, über die wir mit Ihnen praktisch seit den ersten Wochen des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran sprechen. Wir sprechen davon, dass man heute in Wirklichkeit noch nicht sagen kann, dass wir bereits auf einen Ölmangel getroffen sind, und dass dieser Anstieg der Ölpreise an den Börsen, den wir alle in den ersten Wochen des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran beobachtet haben, nicht die reale Situation auf dem Energiemarkt widerspiegelte, sondern vor allem mit den Erwartungen der Ölhändler verbunden war.

Und auch der jetzige Rückgang des Ölpreises hängt nicht mit dem zusammen, was in der Situation geschieht, die wir alle beobachten, wenn wir über die Energiekrise in der Welt sprechen. Denn jetzt können die Ölhändler gerade darauf hoffen, dass es den Vereinigten Staaten und dem Iran gelingen wird, sich zu einigen, und dass dadurch die Straße von Hormus freigegeben wird und zusammen mit dem Ende der Blockade wieder Supertanker mit Öl erscheinen und sich die Energiesituation in der Welt verbessert.

Aber heute können wir eine ziemlich einfache und verständliche Situation feststellen. Die letzten Tanker mit Öl werden entladen. Die Menge an Öl, die in diesem letzten Monat durch die Straße von Hormus gegangen ist, nähert sich null. Damit wird in der Welt in einigen Wochen ein offensichtlicher Ölmangel zu beobachten sein, weil das Öl, das jetzt auf die Weltmärkte geliefert wird, einfach nicht ausreichen wird, um den Bedarf jener Länder zu decken, die früher über die Route durch Hormus Öl erhielten. Und schon jetzt laufen in Asien, kann man sagen, die letzten Kämpfe um den Erhalt jenes Öls, das es noch geschafft hat, vor der Blockade der Straße von Hormus durch das iranische Korps der Islamischen Revolutionsgarden durchzukommen.

Aber nachdem das Öl endgültig verteilt sein wird, beginnt eine völlig neue Energieepoche. Ja, man kann sich vorstellen, dass die europäischen Länder versuchen werden, ihre strategischen Ölreserven freizugeben. Man kann annehmen, dass auch die Vereinigten Staaten zu solchen Maßnahmen greifen könnten. Aber auch hier stellt sich die Frage, wie lange diese strategischen Reserven reichen werden und wie das die Lage in der Welt real verändern wird.

In jedem Fall bleiben jetzt nur noch einige Varianten der weiteren Entwicklung der Ereignisse, die mit Blick auf die Folgen und Ergebnisse des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran bestimmend sein werden.

Die erste ist, dass die Verhandlungen doch noch ein Ergebnis bringen. Wie ich bereits gesagt habe, setzen die Ölhändler große Hoffnungen auf diese Verhandlungen. Pakistan bereitet weiterhin möglicherweise ein neues Treffen zwischen der iranischen und der amerikanischen Delegation vor, bevor der von Donald Trump verkündete zweiwöchige Waffenstillstand endgültig ausläuft. Wir haben diesen Termin fast schon vergessen, weil unmittelbar danach Verhandlungen zwischen der amerikanischen und der iranischen Delegation stattfanden, die zu keinerlei konkreten Ergebnissen führten.

Aber hier stellt sich eine ziemlich einfache Frage: Wenn diese zwei Wochen enden, wird Donald Trump sich dann daran erinnern? Was wird er tun, nachdem der Waffenstillstand ohne irgendwelche realen Ergebnisse und Vereinbarungen endet? Auf den ersten Blick sind Trump und sein Vizepräsident J. D. Vance, der die Delegation der Vereinigten Staaten bei diesen Verhandlungen leitet, nun ausreichend friedfertig gestimmt. Und sie sprechen davon, dass, ich zitiere den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, die Vereinigten Staaten ihre Hauptziele in dieser Operation bereits erreicht hätten und beabsichtigten, sie zurückzufahren.

Aber wie können die Vereinigten Staaten ihre Operation gegen den Iran zurückfahren, wenn die Straße von Hormus blockiert bleibt und damit die Ölpreise nicht nur in den Ländern Europas und Asiens, sondern natürlich auch in den Vereinigten Staaten von Amerika steigen werden? Und das vor den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress, die zu einer politischen Katastrophe für Donald Trump werden könnten. Etwas Ähnliches hat der amerikanische Präsident bereits am Beispiel seines alten Freundes Viktor Orbán gesehen, der buchstäblich an diesem Sonntag bei den Parlamentswahlen in Ungarn ein vernichtendes Fiasko erlitt.

Und es ist offensichtlich, dass Trump, der Orbán leidenschaftlich unterstützte und ihm sogar den amerikanischen Vizepräsidenten J. D. Vance zur Unterstützung schickte, ganz klar nicht mit einem solchen Zusammenbruch seines langjährigen Anhängers und Verbündeten gerechnet hatte. Was immer er schon nach dem Ende des Kampfes in Ungarn und dem Sieg der Opposition sagt. Das ist auch eine Lehre für Trump und ein ziemlich wichtiger Trigger für ihn, ebenso wie für den russischen Diktator Putin. Ein wichtiger Trigger, der Putins Haltung zur Politik und zur Situation in Russland selbst veränderte, war der Arabische Frühling mit der Zerstörung diktatorischer Regime in vielen Ländern und dem Tod eines wichtigen Verbündeten der Russischen Föderation, des libyschen Tyrannen Muammar al-Gaddafi. Bedingt gesagt: Als Putin die Aufnahmen der letzten Minuten Gaddafis sah, traf er endgültig die Entscheidung, sein Regime in ein totalitäres und gegenüber jeglichen oppositionellen Erscheinungen gnadenloses zu verwandeln.

Trump hat natürlich eine andere Reaktion. Er begreift, dass ihm, wenn es ihm nicht gelingt, die Lage der amerikanischen Wirtschaft zu verbessern, sogar seine Basis, das sogenannte Make America Great Again, ihm einen Krieg nicht verzeihen wird, der zu einer erheblichen Verschlechterung des Lebensstandards der Amerikaner führt. Natürlich wird diese Verschlechterung bereits beginnen, und nichts kann sie verhindern. Aber die Frage liegt im Ausmaß einer solchen Verschlechterung. Denn es gibt eine Verschlechterung, die man mit ideologischen Motiven erklären kann, etwa mit der Notwendigkeit, die Welt von einem tyrannischen iranischen Regime zu befreien, oder zumindest den Versuch dazu. Und es gibt eine Verschlechterung, bei der die Menschen überhaupt nicht an außenpolitische Motive denken, weil sie gezwungen sind, Fragen ihres eigenen Überlebens zu lösen. Und natürlich übertragen sie ihre Lebensprobleme auf den Politiker, den sie für schuldig an ihrer Lebenskatastrophe halten. Und offensichtlich scheint es, dass dieser Politiker gerade Donald Trump sein wird.

Aber es stellt sich die Frage: Selbst wenn die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran wieder aufgenommen werden, können sie zu irgendeinem realen Ergebnis führen? Denn wir sehen, dass das Korps der Islamischen Revolutionsgarden für den Sommer ganz andere Pläne hat. Das Korps hofft, die politische Autorität Donald Trumps zu zerstören. Und warum gerade ihn? In Teheran ist man der Auffassung, dass gerade dieser amerikanische Präsident ein leidenschaftlicher Anhänger Israels ist und unter dem Einfluss des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu handelt. Und der Einfluss des israelischen Premierministers auf Trump ist mit dem Einfluss, den Benjamin Netanyahu auf frühere amerikanische Präsidenten hatte, überhaupt nicht zu vergleichen. Wenn man also der politischen Karriere Donald Trumps einen Punkt setzen und ihn für die Amerikaner in ein Symbol ihres eigenen wirtschaftlichen Zusammenbruchs verwandeln kann, dann wird sich jeder andere amerikanische Präsident, selbst wenn es ein Republikaner aus dem trumpistischen Lager sein sollte, mit Blick auf israelische Wünsche viel vorsichtiger verhalten. Und die Geschichte mit dem Krieg gegen den Iran wird zu einer Lehre für alle künftigen Präsidentschaftsadministrationen werden.

Die Tatsache, dass sich die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren ganz und gar nicht zugunsten Israels verändert, und wir bereits soziologische Umfragen gesehen haben, in denen zum ersten Mal in der Geschichte Amerikas die Mehrheit der Amerikaner nicht die Israelis, sondern die Palästinenser unterstützte bei der Antwort auf die Frage, wem sie im Nahostkonflikt mehr Sympathie entgegenbringt, schafft bei den Iranern natürlich zumindest die Hoffnung, dass die Zerstörung Trumps und des Trumpismus ihnen den Weg für einen ernsthafteren Kampf gegen Israel und sogar zur Zerstörung des jüdischen Staates öffnen wird, was bekanntlich ein wichtiger Teil des politischen Programms der Islamischen Republik ist. Und wiederum wächst mit dem Auftreten militärischer Radikaler an der Spitze der politischen Maschinerie Irans dieses Verlangen, der Existenz Israels ein Ende zu setzen, nur noch weiter. Auch das muss man sich bewusst machen.

Also, was haben wir im Ergebnis? Wir haben im Ergebnis die Vereinigten Staaten, die sich mit dem Iran auf einen Verzicht des Iran auf das Atomprogramm, auf einen Verzicht auf das Raketenprogramm Teherans und auf die Freigabe der Straße von Hormus einigen möchten. Und wir sehen den Iran, der möchte, dass die Vereinigten Staaten ihm Reparationen zahlen und sich selbst als Aggressor anerkennen, damit ihm so erlaubt wird, das Atomprogramm fortzusetzen, zumindest in den Kategorien des friedlichen Atoms, auf denen der Iran immer bestanden hat. Und dass in dieser Situation auch Möglichkeiten geschaffen werden, die dem Iran Chancen auf die Aufhebung der gegen ihn verhängten Sanktionen und auf legalen Ölhandel geben würden.

Und natürlich wachsen diese Forderungen Irans mit jedem Tag. Heute wandte sich die Islamische Republik an die Länder des Persischen Golfs mit der Forderung, ihr Reparationen zu zahlen, weil von den Territorien dieser Länder aus ein Angriff auf den Iran durchgeführt wurde. Und offensichtlich ist das nicht nur ein Wunsch, sondern auch eine Erpressung im Vorfeld einer möglichen Eskalation auf regionaler Ebene, die es dem Iran schließlich erlauben würde, neue Angriffe auf die Öl- und Gasinfrastruktur dieser Länder oder auf ihre Entsalzungsanlagen zu beginnen, was den Nahen Osten innerhalb weniger Wochen in eine Wüste verwandeln und seiner Ölverarbeitung ein Ende setzen könnte. Natürlich wünscht sich das niemand, aber was wird sein, wenn die Verhandlungen scheitern, und das ist ein völlig realer Verlauf der Ereignisse? Wird Donald Trump zu einer neuen militärischen Eskalation bereit sein? Und was am wichtigsten ist: Wird diese militärische Eskalation mit Schlägen der Vereinigten Staaten gegen den Iran tatsächlich zu einer schnellen Freigabe der Straße von Hormus führen?

Wir müssen jetzt verstehen, dass die Vereinigten Staaten im Gebiet der Straße von Hormus und des Persischen Golfs die größte Marineeskadre in der Geschichte des 21. Jahrhunderts zusammengezogen haben. Und damit kann Trump auf die planmäßige Zerstörung der iranischen Energieinfrastruktur und auf die Erzwingung eines Friedens zu amerikanischen Bedingungen durch das Regime der Ajatollahs setzen. Zugleich behaupten viele Experten, dass Donald Trump in Wirklichkeit nicht über die militärischen Möglichkeiten verfügt, die Straße von Hormus mit Gewalt freizubekommen. Zumindest ist das nicht schnell zu machen. Und das kann einige Monate in Anspruch nehmen, die der Iran gerade braucht, um die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in einen blassen Schatten zu verwandeln und dafür zu sorgen, dass in den Geldbörsen der Amerikaner viel weniger Dollar sind in dem Moment, in dem sie zu den Wahllokalen gehen. Das ist das enorme Problem jeder Demokratie: auf Wahlen Rücksicht zu nehmen, wenn man auf das Überleben Rücksicht nehmen müsste. Und die iranischen Ajatollahs müssen, wie wir verstehen, an Wahlen nicht denken.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Vereinigten Staaten von neuen massierten Schlägen gegen den Iran absehen könnten, einfach weil sie möglicherweise der Auffassung sind, dass in diesen Schlägen kein realer Sinn läge, zugleich aber bereit wären, die Straße von Hormus weiter zu blockieren, damit der Iran auch sein eigenes Öl nicht ausführen kann und so amerikanischen Bedingungen zustimmt. Aber die Frage ist, dass der Iran erstens offensichtlich eine gewisse Zeit mit der Ausfuhr seines eigenen Öls warten kann, wenn es um die Vernichtung des Feindes geht. Die iranische Gesellschaft, die faktisch von militärischen Radikalen aus dem IRGC kontrolliert wird, kann einfach damit einverstanden sein, dass Warten besser ist, als einen Kompromiss einzugehen. Und zweitens gibt es für den Iran alternative Wege, sein Öl in die Volksrepublik China zu verkaufen.

Und dabei muss man sich daran erinnern, dass China sein System der Zusammenarbeit mit dem Iran so aufgebaut hat, dass es überhaupt an jeglichen Sanktionsmechanismen der Vereinigten Staaten vorbeigeht. Der Iran rechnet für das Öl, das er von der Volksrepublik China erhält, in Yuan ab. All diese Zahlungen gehen nicht durch amerikanische internationale Systeme. Dieses Geld wird von einem konkreten System von Raffinerien gezahlt, die gerade mit iranischem Öl arbeiten. Das heißt, dort ist alles so geschaffen worden, dass Donald Trump dem Regime der Ajatollahs und natürlich Xi Jinping in keiner Weise Steine in den Weg legen konnte. Nun, und das Wichtigste: Praktisch die Mehrheit der Länder, die jetzt in diese Thematik einbezogen sind, tritt gegen die amerikanische Blockade der Straße von Hormus auf. Genau das ist der Trick: nicht gegen die iranische, sondern gegen die amerikanische, gegen den Umstand, dass die Vereinigten Staaten eine doppelte Blockade der Meerenge einführen und Tanker nicht durchlassen, die der Iran durchlässt. Viele europäische Länder sind faktisch dagegen aufgetreten und haben mitgeteilt, dass sie diese Blockade nicht unterstützen und Donald Trump nicht dabei helfen werden, die Straße von Hormus freizubekommen.

Gegen die Blockierung der Straße von Hormus gerade durch die Vereinigten Staaten hat sich die Volksrepublik China ausgesprochen. Und ich habe Grund zu der Annahme, dass eines der Instrumente des Einflusses auf Donald Trump seitens des Vorsitzenden der Volksrepublik China Xi Jinping die Weigerung sein wird, den amerikanischen Präsidenten in die chinesische Hauptstadt einzuladen. Und Trump ist an diesem Besuch interessiert, um den Amerikanern zu zeigen, dass er mit dem wichtigsten wirtschaftlichen und geopolitischen Konkurrenten der Vereinigten Staaten zu einer Verständigung gelangen kann. Nun und noch ein wichtiger Punkt: Gegen diese Blockade kann Saudi-Arabien auftreten. Warum? Saudi-Arabien hat den Prozess der Öllieferungen bereits praktisch fast vollständig auf das Niveau der Vorkriegszeit gebracht. Das bedeutet im Prinzip, dass es sowohl jene Pipelines nutzen kann, die in den letzten Wochen wieder in Betrieb genommen wurden. Allerdings sind diese Pipelines ziemlich unzuverlässige Routen, weil sie bereits vom Iran angegriffen wurden und erneut angegriffen werden können. Aber es gibt auch die Route durch den Sueskanal und die Bab-al-Mandab-Straße, die heute für Saudi-Arabien und damit auch für das Weltöl der Lebensweg ist. Wenn die Blockade der Straße von Hormus durch die Vereinigten Staaten andauert, könnte die Gefahr entstehen, dass die Bab-al-Mandab-Straße von den Verbündeten Irans, den jemenitischen Huthi, angegriffen und blockiert wird, die bereits damit gedroht haben, dies zu tun, es aber bislang nicht getan haben. Und Saudi-Arabien verlangt von Donald Trump laut Berichten der Weltmedien, seine Blockade zu beenden, aus Angst, dass die Antwort des Iran in Form einer Blockade der Bab-al-Mandab-Straße, durch die 12 % des Weltöls laufen, so schwerwiegend sein könnte, dass die Welt im Prinzip auf dem Markt in eine absolute Abwesenheit von Öl als solchem geraten wird.

Es ist also unbekannt, wie lange Trump die Frage mit dem Iran einfach durch eine Blockade der Straße von Hormus lösen können wird. So oder so wird der Tag kommen, an dem der amerikanische Präsident handeln oder sich mit dem Iran zu Bedingungen verständigen muss, die faktisch wie eine politische Niederlage seiner Administration und zugleich wie eine politische Niederlage Israels aussehen werden, noch dazu vor dem Hintergrund, dass es nicht gelingt, die Lage an der Nordgrenze dieses Landes zu stabilisieren. Und die terroristische Organisation Hisbollah setzt die Beschießung des Nordens Israels fort. Oder aber die militärische Operation wird mit völlig unvorhersehbaren Folgen dieser Verstärkung für die Weltwirtschaft verschärft.

Vor diesem Hintergrund Russland. Einerseits ist der Preis für russisches Öl der Marke Urals in diesem Monat um 42 % gestiegen, was dem Präsidenten der Russischen Föderation Putin theoretisch die Hoffnung hätte geben müssen, dass sein Regime aus dem Defizitniveau herauskommt, das 2026 kritisch zu werden versprach und Putins weitere Pläne eines jahrelangen unbefristeten Krieges gegen die von ihm gehasste Ukraine infrage zu stellen drohte. Andererseits haben die ukrainischen Streitkräfte trotz der offensichtlichen Wünsche unserer Partner, über die der Präsident der Ukraine Volodymyr Zelensky bereits öffentlich gesprochen hat, und wir wissen, welche Partner das sind, Angriffe auf russische Ölterminals und auf die russische Ölverarbeitung begonnen. Das sind erfolgreiche Angriffe. Ich hoffe, dass sie auch künftig fortgesetzt werden. Und somit muss Russland sowohl die Öllieferungen als auch die Ölverarbeitung praktisch um die Hälfte reduzieren und wird auch die Ölförderung reduzieren müssen, weil es selbst unter den Bedingungen dieser Förderung keine Möglichkeit gibt, Öl zu lagern oder irgendwohin zu liefern.

Jenes Öl, dessen Verkauf Russland vom Finanzministerium der Vereinigten Staaten gestattet wurde, war nicht das Öl, das durch die von den Streitkräften der Ukraine zerstörten russischen Ölhäfen Ust-Luga und Primorsk lief. Das war jenes Öl, das die Russen vor Beginn des russisch-ukrainischen Krieges aufs Meer hinausgebracht hatten. Das heißt, praktisch lässt sich das mit dem Effekt der Durchfahrt von Tankern durch die Straße von Hormus vergleichen. Und in dieser Situation hat Russland, wie wir ausgezeichnet verstehen, keine neuen Mengen mehr, um weiterhin Öl auf den Tankern seiner Schattenflotte zu verkaufen. Natürlich war ich sehr daran interessiert zu erfahren, warum Russland diese Tanker in solcher Menge noch vor dem Beginn des Krieges mit dem Iran hinausgeführt hat. Entweder weil seine Analysten, zumindest in den Geheimdiensten, die Bereitschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten zu einer großen Eskalation begriffen und vorausgesehen haben, dass das Ergebnis dieser Eskalation ein unvermeidlicher Anstieg des Ölpreises sein würde. Oder aber sie erhielten vertrauliche Informationen von der amerikanischen Administration über deren Absichten gegenüber dem Iran. Oder aber die Geheimdienste haben funktioniert. Wir können annehmen, dass sich im Umfeld des Präsidenten der Vereinigten Staaten Leute befinden, die Putin Informationen liefern, so wie sie ihm etwa der nunmehr fast Ex-Außenminister Ungarns Péter Szijjártó lieferte, der als ganz gewöhnlicher russischer Agent auftrat.

Ich weiß es nicht, aber die Tatsache bleibt eine Tatsache. Sofort nachdem der Krieg der Vereinigten Staaten mit dem Iran begonnen hatte, ruft der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump Putin an. Und das Ergebnis dieses Gesprächs wird eine zeitweilige Erlaubnis des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten für die Russen, Öl von jenen Tankern zu verkaufen, die sich auf See befanden. Und natürlich haben die Russen daran reichlich verdient. Aber interessant ist, dass diese Anordnung, diese Erlaubnis, die bereits vor zwei Tagen auslief, vom Finanzministerium nicht erneuert wurde. Und nun ist interessant, warum. Zuvor hatten sich Vertreter des amerikanischen Kongresses an den Finanzminister der Vereinigten Staaten, Scott Bessent, mit der Forderung gewandt, die Erlaubnis für Russland zum Verkauf seines Öls nicht zu verlängern. Als in den amerikanischen Medien die naheliegende Frage an das Finanzministerium der Vereinigten Staaten auftauchte, was mit der Lizenz geschehen werde, die Bessent Russland zum Verkauf seines Öls erteilt hatte, beantwortete das Finanzministerium diese Frage nicht, betonte aber, dass die Lizenz nur vorübergehend erteilt worden sei und es keinerlei Grundlagen gebe anzunehmen, dass sie erneut erteilt werde. Somit können wir mit Ihnen davon sprechen, dass Russland sich derzeit wieder auf dem Niveau amerikanischer Sanktionen befindet, das vor Beginn des großen Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran bestand. Ich weiß nicht, aus welchen Gründen die Amerikaner beschlossen haben, die Lizenz nicht zu verlängern.

Das kann ein klares Verständnis der Führung der Vereinigten Staaten davon sein, dass die Russische Föderation dem Iran im Krieg mit den Vereinigten Staaten hilft, indem sie ihm Aufklärungsinformationen liefert, die die Iraner für die Zerstörung amerikanischer Militärobjekte und für Schläge gegen die Infrastruktur der Länder des Persischen Golfs benötigen. Und wir sehen Beweise dafür, dass russische Satelliten eigens für die Iraner die Informationen fotografieren, die sie brauchen. Nun und natürlich kann es auch um Waffenlieferungen aus der Russischen Föderation an den Iran gehen, weil wir verstehen, dass es im Prinzip im Interesse des Präsidenten der Russischen Föderation liegt, den Krieg möglichst lange fortzusetzen, damit die Ölpreise weiter steigen. Putin muss die Iraner unterstützen. Putin muss, dass sie den Amerikanern Widerstand leisten und auf die Länder des Persischen Golfs schlagen, denn all das bedeutet steigende Ölpreise. Das ist ein völlig logisches Kalkül. Aber jetzt könnte das für Putin schon nicht mehr so vorteilhaft sein, weil auch er sich unter amerikanischen Sanktionen wiederfindet, die ihm einfach nicht erlauben werden, selbst jenes Öl zu verkaufen, das er noch nicht verkauft hat. Nun oder illegal, aber jetzt sind nicht viele bereit, in Kenntnis des Charakters von Präsident Trump russisches Öl illegal zu kaufen, jedenfalls nicht in Ländern wie Indien.

Nun, oder es ist Chaos. Auch das kann sein. Wir sehen jetzt, dass infolge dieses Krieges und infolge dessen, dass Donald Trump und seine Gefolgsleute die zahlreichen Überraschungen des Iran nicht erwartet hatten, die Analysten viele Jahre vor dem Beginn von all dem vorausgesehen hatten. Die Schließung der Straße von Hormus, die Möglichkeit iranischer Schläge gegen die Länder des Persischen Golfs — all das figurierte in Berichten der amerikanischen Nachrichtengemeinschaft, die Donald Trump nicht liest, weil, wie wir wissen, der amerikanische Präsident nur Videos anschaut und aus dem einen oder anderen Grund, physischer oder psychologischer Natur, keine Dokumente liest, in denen darüber berichtet wird, welche realen und nicht von ihm und seinen engsten Gefolgsleuten erfundenen Ergebnisse sein Handeln haben wird.

So könnte Russland hier große Möglichkeiten eben gerade nicht haben, was natürlich die an sich völlig unglaublichen Folgen dieser Energiekrise für die ganze Welt nicht aufhebt. Man muss auch an einen anderen Stoff im Zusammenhang mit russischem Öl erinnern, der heute bereits gemeldet wurde, vom Präsidenten Volodymyr Zelensky während seiner gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser Stoff hängt mit der Druschba-Pipeline zusammen. Buchstäblich zwei Tage nachdem die Niederlage Viktor Orbáns bekannt geworden war, der ein Anhänger der sofortigen Wiederaufnahme des Betriebs der Druschba war und gerade damit, dass sie nicht funktioniert, sein Unwillen erklärte, den 90-Milliarden-Kredit für die Ukraine freizugeben, teilte der ukrainische Präsident mit, dass die Druschba bereits bis Ende April repariert werden könne. Er betonte, dass die Ukraine nicht die gesamte Infrastruktur vollständig reparieren könne, dass aber die Druschba als Ölpipeline arbeiten könne.

Natürlich gibt es vom moralischen Standpunkt aus hier viele Fragen, warum die Ukraine überhaupt durch ihr Gebiet russisches Öl pumpen soll, Geld, mit dem dem Präsidenten Russlands geholfen wird, den Krieg gegen unser Land fortzusetzen. Aber andererseits verstehen wir ausgezeichnet, dass die Europäische Kommission die Ansprüche sowohl der neuen ungarischen Regierung unter Führung von Premierminister Péter Magyar als auch der slowakischen Regierung unter Führung von Premierminister Robert Fico endgültig ausräumen muss. Es ist offensichtlich, dass Fico, wenn die Druschba repariert ist, keine Möglichkeiten mehr haben wird, die Blockierung dieser 90 Milliarden, die die Ukraine jetzt für ihr wirtschaftliches Überleben braucht, zum Thema zu machen. Und Magyar betont überhaupt schon in seinen ersten Antworten auf Fragen von Journalisten nach dem Sieg seiner Partei Tisza bei den Parlamentswahlen in Ungarn die Notwendigkeit einer Diversifizierung der Öllieferungen nach Ungarn.

Vom Standpunkt praktischer Ölpolitik verstehen wir, dass sich Viktor Orbáns Zusammenarbeit mit Putin vor allem auf dessen Wunsch bezog, irgendwelche politischen oder korrup-tiven Dividenden aus dem Einkauf russischen Öls zu erhalten. Es wurde schon oft bewiesen, dass Ungarn in Wirklichkeit sogar vom Preis her auch ohne Verträge mit Russland auskommen kann. Und diese Verträge hatten für den ungarischen Premierminister höchstwahrscheinlich vor allem eine korrupte und politische Komponente, die in keiner Weise mit dem Preis des russischen Öls verbunden ist. Ich schließe nicht aus, dass sich auch der Premierminister der Slowakei von genau solchen Motiven leiten lässt. Ganz wissen können wir das natürlich nicht, aber so oder so ist klar, dass das Geld, das Putin aus Budapest und Bratislava erhält, keineswegs das Geld ist, das ihm erlauben würde, seine Ölbilanz ernsthaft aufzufüllen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass sich unter den Bedingungen eines ernsten Öldefizits auch die Ansichten europäischer Länder über die Energiezusammenarbeit mit der Russischen Föderation ändern können. Dass Europa jetzt den endgültigen Termin des energetischen Abschieds von Russland aufgeschoben hat, weil es absolut nicht versteht, wie es mit der Weltenergetik weitergeht, ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie Putin in der Situation spielen kann, wenn das, was im Persischen Golf geschieht, nicht endet und sich die Ereignisse dort in Richtung eines raschen Abrutschens in eine neue Eskalation entwickeln.

Dabei muss man klar verstehen, dass gerade Putin zu denen gehören wird, die diese neue Eskalation mit der iranischen Führung besprechen und sowohl den Präsidenten Irans Masoud Pezeshkian als auch den Außenminister Abbas Araghchi und andere Mitarbeiter der iranischen Führung und Gesprächspartner des Kremls davon überzeugen werden, dass nur eine Eskalation die Vereinigten Staaten zwingen wird, vor Teheran zu kapitulieren. Auch das ist ein sehr gefährlicher Moment in der Entwicklung der Ereignisse auf dem Energiemarkt, die durch russische Bemühungen weiter angeheizt werden. Aber es gibt auch China, das das ganz und gar nicht wünscht, vielmehr das Gegenteil, die Stabilisierung des Energiemarktes. Und die Chinesen werden den Iranern ganz andere Dinge sagen als die Russen. So paradox das auch klingt. Das ist ein solches Vorgefühl der Ereignisse, vor denen wir bereits stehen.

Ich werde auf Fragen antworten, die heute schon während dieser Sendung gestellt wurden.

Frage. Besteht eine Wahrscheinlichkeit für das Entstehen eines militärischen Konflikts zwischen der Türkei und Israel?

Portnikov. Ich bin der Ansicht, dass es trotz des Austauschs aller kriegerischen Erklärungen zwischen Ankara und Jerusalem heute keine reale Möglichkeit für das Entstehen eines militärischen Konflikts zwischen der Türkei und Israel gibt. Die Türkei ist an einer Stabilisierung der Lage im Nahen Osten interessiert. Israel ist im Prinzip ebenfalls daran interessiert. Sagen wir, beide Länder haben nicht den Wunsch, in Syrien zu kämpfen und damit zu einer neuen Destabilisierung der Lage in diesem Land zu führen. Sowohl in der Türkei als auch in Israel versteht man, dass ein solcher Konflikt zu einer Verschlechterung der Beziehungen beider Länder zu den Vereinigten Staaten führen kann. Denn bekanntlich betrachtet Donald Trump sowohl den Präsidenten der Türkei Recep Tayyip Erdoğan als auch den Premierminister Israels Benjamin Netanyahu als seine wichtigen Verbündeten. Offensichtlich gefällt das weder Netanyahup noch Erdoğan, die miteinander kriegerische Erklärungen austauschen und einander Verbrecher nennen. Aber klar ist, dass, wenn sie eine bestimmte rote Linie überschreiten, unbekannt ist, wie Trump darauf reagieren und wen er wählen wird. Zumindest Erdoğan versteht das ausgezeichnet.

Frage. In welcher Region der Welt wird es die nächste Blockade geben, denn das ist ein ideales Instrument der Erpressung.

Portnikov. Nun, ich habe bereits gesagt, dass der nächste Kandidat für eine Blockade die Bab-al-Mandab-Straße ist, die von den jemenitischen Huthi blockiert werden könnte. Bislang verhalten sich die Huthi ausreichend vorsichtig. Möglicherweise deshalb, weil ihr militärisches Potenzial durch Schläge der Vereinigten Staaten und Israels erheblich untergraben worden ist. Aber der Iran kann von den Huthi ein intensiveres Eingreifen in den Krieg verlangen. Und wenn sich tatsächlich herausstellt, dass der Iran in der Straße von Hormus vollständig blockiert ist, und der Iran einer der wichtigen Sponsoren des Regimes der jemenitischen Huthi ist, kann Sanaa zu neuen Maßnahmen greifen, die die Lage im Welthandel blockieren. Auf die Bab-al-Mandab-Straße muss man also sehr aufmerksam achten. Und gerade deshalb unterstreicht die Regierung Saudi-Arabiens in ihrer, wie die Weltmedien meinen, an die Administration von Präsident Trump gerichteten Botschaft, dass die Blockade der Straße von Hormus ihrerseits zu dem führen kann, was jetzt mit der Wirtschaft in der Welt geschehen wird.

Frage. Welche Branchen in der Ukraine werden unter dieser Krise leiden? Welche Folgen wird sie haben?

Portnikov. Nun, erstens warten wir das Eintreten der Krise ab. Zweitens sehen wir uns an, wie der Ölpreis sein wird. Drittens sehen wir uns an, ob es ein Öldefizit geben wird, ob das Hauptproblem der Preis oder ob das Problem der Mangel sein wird. Aber wie Sie verstehen, können unter dem Anstieg der Treibstoffpreise alle Branchen jeder Wirtschaft leiden, weil das eine Preissteigerung praktisch für alles bedeutet: für Güter des täglichen Bedarfs, für Dienstleistungen. Ganze Wirtschaftszweige werden nicht nur in der Ukraine, sondern in der Welt stillgelegt werden, etwa das Bauwesen. Das heißt, vieles wird im Moment hoher Ölpreise schlicht unrentabel werden. Und das Ausmaß dieser Unrentabilität lässt sich jetzt nicht vorhersagen, weil wir am Vorabend eines Schocks stehen. Aber dieser Schock kann noch ausbleiben. Ich wiederhole noch einmal: Wir stehen nur am Vorabend eines Schocks. Wenn etwa die Meerenge freigegeben wird, dann wird es einen schwierigen Monat geben, aber in diesem Monat können strategische Ölreserven freigegeben werden. Und all das kann weich in irgendeinen normalen Zustand übergehen. Darauf gibt es Hoffnung.

Frage. Aber gibt es theoretisch die Möglichkeit, dass der Krieg mit dem Iran noch ein oder zwei Jahre dauern wird?

Portnikov. Das ist möglich. Als der große russisch-ukrainische Krieg begann, waren viele Experten der Auffassung, dass er sehr schnell enden könne, gerade weil die Seiten kein Potenzial für eine lange Konfrontation hätten. Genau daraus entstand das Meme von den zwei bis drei Wochen, das im Prinzip ein Zeugnis der Inkompetenz derjenigen ist, die solche Prozesse einschätzen. Sie erinnern sich, dass ich zu denen gehörte, die betonten, dass auch der ukrainische Krieg seinem Verlauf nach höchstwahrscheinlich an das syrische Szenario erinnern und sich über einen Zeitraum von fünf bis acht Jahren hinziehen könnte. Jetzt befinden wir uns bereits im fünften Jahr und im Prinzip ist das die realistischste Prognose. Ich weiß nicht, welches Maß an Durchhaltefähigkeit der Iran im Kampf mit den Vereinigten Staaten hat, aber ich schließe nicht aus, dass das, was wir in den letzten Wochen gesehen haben, im Prinzip Möglichkeiten für einen Krieg der Vereinigten Staaten und des Iran über mehrere Jahre schafft.

Nur liegt das Problem worin. Der Krieg Russlands mit der Ukraine wirkte sich nicht in diesem Maß auf das Niveau der Weltwirtschaft aus, wie sich ein Krieg der Vereinigten Staaten mit dem Iran auswirken wird. Der Krieg der Vereinigten Staaten mit dem Iran wird, wenn er etwa ein Jahr andauert, der Entwicklung der Weltwirtschaft faktisch einen Punkt setzen und viele Regierungen hinwegfegen, nicht nur das Ende der politischen Karriere Donald Trumps sein. Und deshalb denke ich, dass alle daran interessiert sein werden, dass dies zu irgendwelchen Bedingungen zumindest in nächster Zeit gestoppt wird.

Frage. Aber israelische Militärexperten sprechen von einer baldigen Wiederaufnahme der Kampfhandlungen durch Amerika und den Vorbereitungen darauf. Wie stehen Sie zu einer solchen Meinung?

Portnikov. Das Erste, was ich sagen möchte, ist, dass sich die Integration der Ukrainer in den russischsprachigen Expertenraum ebenfalls bemerkbar macht, wenn Sie die Situation in Israel und in der Frage des Krieges einschätzen. Ich spreche ebenfalls mit einigen meiner Kollegen, ziemlich starken Spezialisten, und werde auf meinem Kanal Portnikov Argumente sagen wir mit denen sprechen, die ich unter meinen israelischen Kollegen und Freunden für ernsthafte Spezialisten halte. Aber die überwältigende Mehrheit der sogenannten russischsprachigen israelischen Experten ist, wie Sie verstehen, im Prinzip aus Dilettanten zusammengesetzt, die sich einfach eine Nische für Gespräche mit Publikum gesucht haben, weil die wirklichen professionellen israelischen Experten, wie Sie vermutlich erraten können, ihre Interviews eigentlich auf Hebräisch geben. Und die wirkliche Information darüber, was geschieht, erscheint auf den Seiten hebräischsprachiger und englischsprachiger israelischer Publikationen. Gerade deshalb lese ich, da ich diese Publikationen lese, übrigens nicht unbedingt, weil mir etwa ihre politische Orientierung gefällt, denn ich lese sowohl konservative als auch, würde ich sagen, links-liberale Publikationen, und solche Publikationen wie Israel Hayom und Haaretz werden, als erschienen sie nicht in Israel, sondern auf verschiedenen Planeten, aber dennoch arbeiten dort Menschen, die im Prinzip real in die Situation in Israel selbst und in der Welt sehr viel besser integriert sind. Dasselbe betrifft angesehene israelische englischsprachige Publikationen wie Jerusalem Post und Times of Israel. Nicht zufällig habe ich mir eine Blog-Plattform bei Times of Israel geschaffen, gerade um mit einem englischsprachigen und nicht mit einem russischsprachigen Publikum zu kommunizieren. Denn bei allem Respekt, den ich vor der russischsprachigen Presse Israels habe, mit der ich selbst viele Jahre zusammengearbeitet habe, beginnt der russischsprachige Informationssektor in Israel mit der Alterung eines großen Teils der großen Umsiedlung ehemaliger sowjetischer Juden nach Israel und dem Übergang eines großen Teils von ihnen zum Hebräischen einen marginalen Charakter anzunehmen. Nun, das vorsichtig ausgedrückt.

Das bedeutet nicht, dass sich die israelischen Militärexperten, über die Sie schreiben, in all ihren Prognosen zwingend irren müssen. Aber niemand weiß jetzt, ob Amerika seine Kampfhandlungen wieder aufnehmen wird, aus dem einfachen Grund, dass sowohl die Leute, von denen Sie sprechen, als auch ich nicht wissen können, was im Kopf Donald Trumps vorgeht. Aber sie überzeugen sich selbst davon, dass beim amerikanischen Präsidenten alles nach Plan läuft, weil sie so denken möchten, und ich verstehe sie, weil von der Planung der Situation durch den amerikanischen Präsidenten ihr eigenes physisches Überleben abhängt. Und sie möchten wie alle Menschen, die vor einem bereits auf sie gerichteten Gewehr stehen — ich meine damit den Erhalt einer Atombombe durch den Iran — glauben, dass der Mensch, der gegen eine solche Bedrohung kämpft, ein normaler Mensch ist, der Politik plant. Strategisch irren sie sich. Und darin liegt ihr großes Problem, dass sie wie jeder Mensch, der an der Wand und vor einem Erschießungskommando steht, versuchen, Wunschdenken für Realität auszugeben.

Ich werde Ihnen nicht sagen, dass das in der hebräischsprachigen und in der englischsprachigen Expertenlandschaft Israels nicht vorkommt. Es kommt vor, aber in sehr viel geringerem Ausmaß und in diskursivem Charakter. Das ist alles. Wobei das wiederum nicht konkret die geehrten Experten betrifft, von denen Sie sprechen. Das betrifft einfach das allgemeine Niveau der Einschätzung der Situation in einem bestimmten Informationssegment. Sagen wir so.

Frage. Kann Netanyahu das Schicksal Orbáns erwarten, den Trump einfach fallen ließ, als es für ihn unvorteilhaft wurde, weiter mit ihm zu tun zu haben? Worauf kann Israel dann allein mit diesem Tier Iran rechnen?

Portnikov. Nun, sagen wir so: Die Vereinigten Staaten werden mit jeder Regierung zusammenarbeiten, die das israelische Volk wählt. Genauso wie sie mit jeder ungarischen Regierung zusammenarbeiten werden. Mit Israel hängt das damit zusammen, dass nicht Netanyahu, sondern Israel strategischer Verbündeter der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Wenn die Partei Benjamin Netanyahus, Likud, und die ultrarechten politischen Kräfte, die sich in Koalition mit dieser Partei befinden, die Parlamentswahlen in diesem Jahr verlieren, wird Donald Trump mit einem anderen israelischen Premierminister zusammenarbeiten. Ich halte es für möglich, dass diese Zusammenarbeit fruchtbarer sein wird als die mit Netanyahu, aus zwei Gründen. Der neue Premierminister könnte sich als realistisch betrachten erweisen. Er könnte nicht an Gedanken über elektorale Erfolge und über seinen Platz auf der Anklagebank gebunden sein, und Donald Trump wird sich kritischer zu seinen Vorschlägen verhalten. Also könnte das gut für Israel sein und nicht schlecht. Denken Sie darüber nach.

Frage. Sind die Länder des globalen Südens nicht eher daran interessiert, einen so schwachen und prorussischen, prochinesischen Präsidenten der USA wie Trump zu erhalten, als ihn endgültig zu versenken?

Portnikov. Die Länder des globalen Südens sind verschieden. Und die Interessen des Iran können sich von den Interessen Saudi-Arabiens, Bahrains, Katars, Kuwaits und so weiter unterscheiden. Die Interessen Indiens von den Interessen Chinas. Das Problem der Weltpolitik besteht eben darin, dass es keinerlei reale Vorstellung davon gibt, ob sie eine gemeinsame Position haben. Also ja, vermutlich können einige Länder des globalen Südens an so etwas interessiert sein und einige nicht.

Frage. Ist es in der Europäischen Union nicht geplant, sofern das sinnvoll ist, statt eigener Gelder auf die Frage eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Hilfe für die Ukraine zurückzukommen?

Portnikov. Nein, das ist nicht geplant. Bundeskanzler Friedrich Merz hat klar gesagt, dass die Frage eingefrorener russischer Vermögenswerte bereits entschieden ist. Zu ihr wird die Europäische Union nicht zurückkehren. Höchstwahrscheinlich werden wir dennoch jene 90 Milliarden Euro erhalten. Und schon heute hat die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen darüber mit dem künftigen Premierminister Ungarns Péter Magyar gesprochen. Und sie begrüßte die Rückkehr Ungarns in die europäische Familie.

Frage. Warum tritt Rubio nicht zurück? Wenn er zusammen mit dem vernünftigen Flügel der Republikaner in Opposition ginge, würde er für republikanische Wähler zum Nationalhelden und so die Partei vor dem künftigen Abgrund retten.

Portnikov. 90 % der MAGA-Republikaner und 70 oder 80 % der traditionellen Republikaner unterstützen jede Handlung Donald Trumps. Somit würde sich Außenminister Marco Rubio, wenn er zurückträte, in einen politischen Marginalen verwandeln. Denn jener kleine Kreis von Republikanern, die Trump nicht unterstützen, wird ihm sein Verhalten in den ersten Jahren seines Aufenthalts in der Administration niemals verzeihen, und die überwältigende Mehrheit der Aktivisten und Anhänger der Republikanischen Partei, die weiterhin leidenschaftliche Anhänger jeglicher Handlungen Trumps bleiben, wird ihn als Verräter betrachten. Und somit wird er aus der amerikanischen Politik verschwinden, so wie eine riesige Zahl von Republikanern verschwunden ist, die weiter gegen Donald Trump auftraten, trotz seiner Unterstützung durch die Hauptmasse dieser Partei. Die Republikanische Partei als solche, als klassische, gibt es heute nicht. Es gibt eine Partei des Trumpismus. Kein Marco Rubio wird in dieser Partei zum Nationalhelden werden. Vielleicht wird man mit der Zeit, nachdem Donald Trump die politische Bühne verlassen hat oder wenn sich die wirtschaftliche Lage in Amerika in unbekanntem Ausmaß verschlechtern sollte, davon sprechen können, dass sich die Republikanische Partei in ihrer traditionellen konservativen Gestalt wiederherstellt, aber ich habe nicht sehr viele Hoffnungen darauf. Also ich weiß es hier nicht.

Frage. Auf der Website Flightradar sieht man in den letzten Tagen diese massierten Flüge der Tankflugzeuge fast nicht mehr, wie das früher war. Können wir also schon von einer getroffenen politischen Entscheidung sprechen, dies zu beenden?

Portnikov. Wie ich bereits sagte, bin ich der Ansicht, dass Donald Trump den leidenschaftlichen Wunsch hat, diese Operation zu beenden, weil er begreifen könnte, dass ihre Fortsetzung zu weitaus negativeren Folgen führen kann als ihre Beendigung, selbst ohne irgendwelche konkreten ernsthaften Vereinbarungen mit der Islamischen Republik. Das Einzige, was unklar ist, ist, wie Donald Trump all das beenden kann, falls die Islamische Republik die Straße von Hormus weiter blockiert. Das ist die Hauptfrage, auf die, wie mir scheint, niemand irgendeine Antwort hat. Und Donald Trump kann Geisel dieses Krieges werden, den er bereits begonnen hat, und möglicherweise nicht wissen, wie er ihn beenden soll. Bei Putin gibt es da irgendeine Formel, die er sich selbst ausgedacht hat, dass er zu Gesprächen über die Beendigung des Krieges übergehen könne, wenn die ukrainischen Truppen das Gebiet des Donezker Gebiets verlassen. Aber auch das kann bloß eine Phrase sein, also der Ukraine solche Bedingungen zu stellen, auf die sie nicht eingehen kann, um den Krieg nicht zu beenden. Und Trump hat dem Iran gegenüber in Bezug auf die Beendigung des Krieges viel ernstere Bedingungen. Das ist die Freigabe der Straße von Hormus, das ist der Verzicht auf das Atomprojekt, das ist auch der Verzicht auf die Raketenprogramme. All das sieht bei der offensichtlichen Unwilligkeit des Regimes der Ajatollahs, diese Sprache anzunehmen, im Prinzip keinen Mechanismus zur Beendigung des Krieges vor. Es kann nur einen Mechanismus zur Aussetzung des Krieges geben, der ebenfalls lang sein kann. Und möglicherweise bleibt gerade dieser Mechanismus der Aussetzung des Krieges erhalten, wenn man sich über die Freigabe der Straße von Hormus einigt. Aber bislang sehen wir beim Iran keinerlei Wunsch, das zu tun.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Останні танкери з нафтою: що далі | Віталій Портников. 14.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 14.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Orbán hat Trump im Stich gelassen | Vitaly Portnikov. 14.04.2026.

Die Weltmedien behaupten, dass die Niederlage des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seiner ultrarechten politischen Partei Fidesz bei den Parlamentswahlen ein schwerer Schlag für die Positionen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und der MAGA-Bewegung sein wird, die derzeit den Kern der amerikanischen Republikaner bildet.

Viktor Orbán und seine Vorstellung von Politik wurden in Kreisen, die Donald Trump nahestehen, wiederholt als Ideal einer europäischen politischen Reaktion auf Trumps Wahlsieg bei den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten und auf die Rolle gesehen, die die europäischen Eliten in ihren Beziehungen zum neuen Weißen Haus spielen sollten. Zudem war Orbán bereit, sowohl auf die Wünsche Donald Trumps als auch auf die Wünsche Wladimir Putins zu hören, wenn es um die Ausarbeitung der Position der Europäischen Union ging. Ein Beispiel dafür ist die Blockade von Sanktionen gegen Russland oder die Weigerung Viktor Orbáns, die Vergabe eines Kredits von neunzig Milliarden für die Ukraine zu unterstützen.

Es gab jedoch auch viele andere Beispiele im Zusammenhang mit der Reaktion europäischer Politiker auf bestimmte Maßnahmen der Vereinigten Staaten oder auf Äußerungen des amerikanischen Präsidenten. Vor den Wahlen zum ungarischen Parlament unterstützte Trump nicht nur selbst Viktor Orbán, sondern schickte auch seinen Vizepräsidenten J. D. Vance nach Budapest, der bei Wahlkundgebungen als Orbáns Wahlkampfunterstützer auftrat und versicherte, dass der ungarische Regierungschef die Wahlen auf jeden Fall gewinnen werde. Wie sollte es auch anders sein? Schließlich versprach Trump den Ungarn Geld, wenn sie für Fidesz stimmen würden.

Infolgedessen muss sich J. D. Vance nun vor Journalisten rechtfertigen und behaupten, dass man im Weißen Haus verstanden habe, dass Orbán die Wahlen verlieren könne, ihn aber dennoch unterstützt habe, weil man die Politik des ungarischen Ministerpräsidenten für richtig hielt. Dennoch ist der Nachgeschmack dieser Reise von J. D. Vance natürlich geblieben. Nicht nur Europäer, sondern auch Amerikaner haben gesehen, dass das Auftreten eines ultrarechten Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten auf einer Wahlkundgebung und die Unterstützung durch Donald Trump keineswegs zum Erfolg auf der europäischen politischen Bühne beitragen, sondern im Gegenteil sogar zu einer schmählichen Niederlage führen können.

Und es ist keineswegs zufällig, dass wir einen Prozess beobachten, bei dem sich viele europäische Politiker mit ultrarechten Ansichten nach den jüngsten Äußerungen des amerikanischen Präsidenten gezwungen sehen, sich von Donald Trump zu distanzieren.

So erklärte beispielsweise die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, dass sie die Äußerungen Donald Trumps über Papst Leo XIV. für inakzeptabel halte. Bekanntlich hatte der amerikanische Präsident den Pontifex mit Beleidigungen und Angriffen überzogen, nachdem dieser erklärt hatte, dass die angesammelten Probleme der Welt mit friedlichen Mitteln gelöst werden müssten – was für einen Geistlichen durchaus selbstverständlich ist. Trump erklärte daraufhin, dass er einen solchen Papst nicht brauche.

Für den italienischen Wähler jedoch grenzen derartige Aussagen eines Politikers an eine Beleidigung der nationalen Würde und der religiösen Gefühle. Und Meloni konnte, so sehr sie auch gute Beziehungen zum Weißen Haus aufrechterhalten wollte, diese Äußerungen Donald Trumps nicht ignorieren.

Auch der Vorsitzende der britischen Reformpartei, Nigel Farage, der in den Umfragen zunehmend hinter die linken Grünen zurückfällt, die eine Rückkehr Großbritanniens in die Europäische Union befürworten, sah sich gezwungen, sich von Donald Trump zu distanzieren, nachdem dieser den britischen Premierminister Keir Starmer angegriffen hatte – Angriffe, die an Respektlosigkeit gegenüber der Souveränität Großbritanniens grenzten.

Und der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar, der bald den umstrittenen Viktor Orbán im Amt ablösen wird, erklärte, dass er Donald Trump nicht anrufen werde, aber bereit sei, mit dem amerikanischen Präsidenten zu sprechen, falls dieser ein entsprechendes Interesse bekunde. Für den egozentrischen und ausschließlich auf seine eigenen Möglichkeiten fixierten amerikanischen Präsidenten wirkt eine solche Aussage selbstverständlich wie eine kalte Dusche.

In Europa hat man inzwischen eine recht einfache Schlussfolgerung gezogen: Jede Orientierung an Trump und am Trumpismus erweist sich als verlustbringende Karte für die politische Karriere – selbst für jene, deren Weltanschauung der von Donald Trump und J. D. Vance ähnelt. Damit hört der Trumpismus auf, eine globale Ideologie zu sein, und wird zu einer Bewegung, die ausschließlich auf schnelle Siege in den Vereinigten Staaten selbst ausgerichtet ist. Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit solche Siege möglich sind, wenn sich die wirtschaftliche Lage in den USA infolge der Folgen des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran von Tag zu Tag verschlechtert.

Auch die außenpolitischen Handlungen Trumps wirken nicht wie die eines selbstsicheren Politikers. Zumal derzeit niemand sagen kann, wie der amerikanisch-iranische Krieg enden wird. Wird es Trump gelingen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden? Und wird er einen Dialog mit dem Vorsitzenden der Volksrepublik China, Xi Jinping, aufbauen können, der mit Genugtuung die wirtschaftliche und energetische Demütigung des Westens infolge unvorbereiteter Maßnahmen im Persischen Golf beobachtet?

So wird die Niederlage Viktor Orbáns zu einem weiteren Beweis dafür, dass die ultrarechte Ideologie, die noch vor kurzem als Siegerin erschien und als Bedrohung für die moderne Demokratie galt, offenbar ausschließlich mit dem Phänomen der persönlichen Popularität und der Ausstrahlung eines rasch alternden amerikanischen Präsidenten verbunden ist, der zunehmend das Verständnis für die Vorgänge um ihn herum verliert. Und je länger das Establishment der Republikanischen Partei darauf setzt, dass Trump und MAGA dieser Partei das politische Überleben sichern können, desto tiefer wird das politische Grab, das diese Kräfte nicht nur für „Make America Great Again“ und seine Aktivisten – von denen viele Trump inzwischen selbst kritisieren –, sondern auch für die Republikanische Partei selbst ausheben, die einst glaubte, sich die Ausstrahlung eines populistischen Geschäftsmanns zunutze machen zu können, um bei Parlaments- und Präsidentschaftswahlen erfolgreich zu sein und immer wieder triumphal ins Weiße Haus zurückzukehren.

Es hat sich herausgestellt, dass dies eines der schlechtesten Rezepte für politischen Erfolg ist, die je in den Vereinigten Staaten erdacht wurden. Es hat sich gezeigt, dass der traditionelle Konservatismus und die Werte, auf die sich die Republikanische Partei über Jahrhunderte gestützt hat, schlicht nicht durch einen ultrarechten, populistischen und inkompetenten Trumpismus ersetzt werden können. Und so hat sich der Trumpismus als ein echtes Gift für die amerikanischen Konservativen erwiesen, das seinerseits das Überleben der Republikanischen Partei als seriöse politische Plattform für die Zukunft Amerikas infrage stellen könnte.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Орбан подвел Трампа | Виталий Портников. 14.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 14.04.2026.
Originalsprache: ru
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Ein anderer Papst. Vitaly Portnikov. 11.04.2026.

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„Offensichtlich hat er beschlossen, Papst zu sein“, sagte mir einer meiner Gesprächspartner, ein einflussreicher Kirchenhierarch, als wir mit ihm die jüngsten Erklärungen von Papst Leo XIV. besprachen, die während des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran gemacht wurden. Dass der Pontifex offensichtlich – und nicht einfach seine persönliche Meinung äußernd, sondern aus der Perspektive der Dogmatik – den Ansatz widerlegt, den Krieg als etwas Gutes zu betrachten, das erlaubt, beliebige Probleme zu lösen, und als „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“, widerspricht nicht nur der Position von Ländern wie Russland oder Iran, sondern auch der Position der Administration von Donald Trump. Während der amerikanische Kriegsminister Pete Hegseth, ein neubekehrter protestantischer Fundamentalist, versuchte, den Krieg als einen heiligen Feldzug im Namen Christi darzustellen, stellte der erste Papst aus den Vereinigten Staaten fest, dass „Gott keinen Konflikt segnet. Wer ein Jünger Christi ist, des Fürsten des Friedens, steht niemals auf der Seite derer, die einst das Schwert führten und heute Bomben werfen“.

Als nach dem Tod von Papst Franziskus, eines aus Lateinamerika stammenden Kirchenoberhaupts, die Kardinäle einen Hierarchen aus den Vereinigten Staaten zum neuen Oberhaupt der Kirche wählten, glaubten viele von denen, die dem Vatikan fernstehen, aber versuchen, die Handlungen des Konklaves aus politischer Sicht zu analysieren, dass diese Wahl ein weiterer Sieg Donald Trumps sei und ein Zeugnis dafür, dass sich sogar der katholische Klerus vor dem neuen alten amerikanischen Präsidenten fürchtet.

In Wirklichkeit aber war dies die größte Herausforderung für Trump. Die Kardinäle, die fähig sind, Ereignisse weniger in Kategorien politischer Zweckmäßigkeit als in Kategorien von Herausforderungen für Gott und die Kirche zu analysieren, konnten nicht umhin zu begreifen, dass die Administration Trumps ein Triumph der Fundamentalisten ist – seien es christliche, aber deshalb nicht weniger dogmatische. Und sie konnten entscheiden, dass nur ein Amerikaner, der die Ideale des Humanismus verteidigt, imstande ist, diesen selbsternannten „Kreuzfahrern“ entgegenzutreten und Autorität bei den Amerikanern und in der Welt zu haben.

Das heißt, im Grunde geschah genau das, was wir im Oktober 1978 beobachtet haben, als das Konklave begriff, dass man, um anderen Dogmatikern, den kommunistischen, entgegenzutreten, einen Papst aus dem kommunistischen Lager haben müsse – und auf den Stuhl Petri den ersten polnischen Pontifex wählte, Kardinal Karol Wojtyła, der zu Johannes Paul II. wurde.

Tatsächlich hängt über der Welt jetzt keine geringere Gefahr als in den kommunistischen Zeiten – denn jeder Dogmatismus, ob religiös oder politisch, ist immer ein Versuch, die Welt in die Vergangenheit zurückzuführen und uns der Freiheit der Wahl zu berauben. Wir können ironisch lächeln, wenn wir kollektive Gebete im Oval Office beobachten – aber wir müssen begreifen, dass die Menschen, die dort beten, in ihrem Glauben und in ihren Absichten vollkommen ernst sind. Wir wissen nicht einmal, ob sie den selbstverliebten und habgierigen Trump mit seinen Instinkten eines politischen Tieres als echten Führer wahrnehmen oder ihn einfach als Instrument zur Erfüllung der Aufgaben der Führer ihrer religiösen Sekten betrachten. Und auch das ist kein Scherz.

Wenn wir beispielsweise die Biografie von Pete Hegseth diskutieren, erinnern wir uns zunächst an seinen Dienst, an seine gescheiterte Karriere im Veteranenumfeld und an seine Arbeit als Fernsehjournalist. Aber Hegseth wurde zum Neophyten in einer der radikalsten fundamentalistischen protestantischen Gruppen Amerikas. Der Begründer ihrer Ideologie, Douglas Wilson, den man neben dem Minister bei gemeinsamen Gebeten im Pentagon sehen kann, bestreitet die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, tritt für körperliche Züchtigung von Kindern und für eine „Theologie des Faustkampfs“ ein. Und er glaubt an das Konzept der südlichen Konföderierten Staaten, die (im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, wo die Gründerväter die Kirche entschieden vom Staat trennten) ein „christlicher Staat“ waren – nun, natürlich nicht so wie Iran eine „islamische Republik“ ist, aber dennoch… Nun ja, und natürlich rehabilitiert dieser Mann die Sklaverei und brandmarkt ihre Gegner als Hasser Gottes. Und ja, diesen Mann hat Hegseth ins Pentagon eingeladen, um zu predigen. Und ja, als er sich der Gemeinschaft anschloss, musste er versprechen, ihren Ältesten gegenüber verantwortlich zu sein. Und ja, Hegseth rief zusammen mit seinem unmittelbaren Mentor, dem Pastor Bruce Potteiger, die Mitarbeiter des Pentagons zu monatlichen Gebeten „auf freiwilliger Basis“ auf. Es liegt eine gewisse Ironie darin, dass der Minister, indem er iranische fundamentalistische Ajatollahs vernichtet, gleichsam das Terrain für „Ajatollahs“ aus christlich-fundamentalistischen Sekten säubert. Und ich habe hier nur einen der Vertreter der Administration erwähnt, dem der Papst gewissermaßen stillschweigend entgegengetreten ist. Um das gesamte fundamentalistische Geflecht dieser Administration zu beschreiben, müsste man ein Buch schreiben.

Deshalb ist die Bedeutung der humanistischen Sicht des Papstes auf die Welt in dieser dunklen Zeit (vor allem dunkel nicht einmal aus politischer, sondern aus moralischer Sicht) absolut unvergleichlich. In solchen Zeiten ist derjenige, der klar zwischen Gut und Böse unterscheidet – und dies von einer der wichtigsten Kanzeln der Welt aus tun kann – ein wahrer Retter der Tugenden der Menschheit. Leo XIV. kann uns alle retten – Katholiken und Nichtkatholiken, Christen und Nichtchristen – genau so, wie es seinerzeit Johannes Paul II. getan hat.

Natürlich, wenn er wirklich beschlossen hat, Papst zu sein.


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Art der Quelle: Essay
Titel des Originals: Інший Папа. Віталій Портников. 11.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 11.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Scheitern der Verhandlungen: Was weiter? | Vitaly Portnikov. 12.04.2026.

Zunächst einmal gratuliere ich Ihnen zum Feiertag und wünsche, dass Ihr Glaube Sie in diesen schwierigen Zeiten trägt. Und wir beginnen vor allem mit dem Versuch, das zu analysieren, was in dieser Nacht nach Kyiv-Zeit bei den Verhandlungen geschehen ist, die viele erwartet haben. Viele meinten, dass diese beispiellosen Konsultationen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran unter Vermittlung Pakistans tatsächlich ein Verständnis dafür bringen könnten, wie eine Deeskalation im Nahen Osten nach dem im Grunde 40-tägigen Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran aussehen wird, einem Krieg, in dem jetzt ein ziemlich brüchiger Waffenstillstand zu beobachten ist, der jederzeit, an jedem Tag, unterbrochen werden kann.

Die Verhandlungen endeten ohne irgendwelche realen Ergebnisse. Das teilte der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, nach seiner Rückkehr aus dem Iran mit. Das sagt man auch in Teheran. Und wie zu erwarten war, versuchen beide Seiten, die Verantwortung für das Scheitern der Verhandlungen den Teilnehmern der Konsultationen von der Gegenseite zuzuschieben.

Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, betont, dass keinerlei Vereinbarungen erreicht werden können, solange nicht irgendein Einvernehmen über das Vorhandensein von Kernwaffen in der Islamischen Republik und die Unmöglichkeit, sie zu erhalten, erzielt wird. Im Iran sagt man, dass jetzt die Vereinigten Staaten nach vielen Runden erfolgloser Verhandlungen und Kriegen, die diese Konsultationsrunden begleiteten, das Vertrauen der iranischen Seite gewinnen müssen.

Die Verhandlungen dauerten 21 Stunden. Und auch das spricht dafür, dass es viele Bemühungen gab. Zu den Teilnehmern der Verhandlungen wurden auch der Premierminister Pakistans und der Chef der pakistanischen Armee zugeschaltet, die bekanntlich die wichtigsten Vermittler bei diesen Konsultationen zwischen Washington und Teheran waren. Aber keinerlei reale Vereinbarungen konnten erreicht werden.

Meiner Meinung nach ist das ein absolut erwartbares Ergebnis, denn die Positionen der Seiten dazu, wie die Welt infolge des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran aussehen soll, sind diametral entgegengesetzt, und, was am wichtigsten ist, beide Seiten halten sich in diesem Krieg für Sieger und sind deshalb überzeugt, dass sie denen, mit denen sie verhandeln, Bedingungen diktieren können.

Für die Vereinigten Staaten und Israel besteht der Sieg darin, dass sie das militärisch-technische Potenzial der Islamischen Republik erheblich geschwächt, einen großen Teil ihrer militärischen und politischen Führung vernichtet haben, an deren Spitze der Ayatollah Ali Chamenei selbst stand, der Iran viele Jahrzehnte als Diktator autoritär geführt hat. Und jetzt sollen diejenigen, die in Iran an der Macht geblieben sind, wenigstens aus Furcht um ihr eigenes Leben und das Schicksal ihres eigenen Regimes den Bedingungen Donald Trumps zustimmen, damit kein neuer Krieg beginnt.

Im Iran gibt es eine völlig gegenteilige Sicht auf das Geschehene. Das iranische Regime hat standgehalten. Es kontrolliert die Lage im Land. Es kontrolliert die Straße von Hormus, von deren Öffnung die Entwicklung der Weltwirtschaft abhängt und deren fortgesetzte Blockade zu einer beispiellosen wirtschaftlichen und energetischen Krise in der Welt führen kann, die mit den Krisen der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts nicht zu vergleichen ist. Dem Ausmaß nach beginnt sie bereits.

Und zudem hat der Iran seine Fähigkeit demonstriert, die Infrastruktur der Länder des Persischen Golfs zu zerstören und ihr Ölpotenzial lahmzulegen. Und so ist der Iran überzeugt, dass er sich in einer starken Position befindet und den Vereinigten Staaten und Israel Bedingungen diktieren kann. Für das Selbstvertrauen des Iran spricht die Tatsache, dass der Iran unmittelbar nach Beginn des Waffenstillstands darauf bestand, dass die Straße von Hormus nicht geöffnet wird, solange Israel die Kampfhandlungen im Libanon gegen die Terrororganisation Hisbollah nicht einstellt, und die Vereinigten Staaten mussten dem Iran im Grunde entgegenkommen und Premierminister Benjamin Netanyahu, der in dieser Situation diese Ratschläge des amerikanischen Präsidenten nicht ignorieren kann, raten, zumindest die Häufigkeit und das Niveau der Angriffe auf den Libanon zu verringern und sogar direkten Verhandlungen mit der libanesischen Regierung zuzustimmen, die bereits mehrere Wochen lang vergeblich auf die Zustimmung zu solchen Verhandlungen von Benjamin Netanyahu und seiner Regierung gewartet hatte. Auch das spricht im Prinzip für das Kräftegleichgewicht bei den Verhandlungen.

Was real geschehen ist, worüber man als über beispiellose Erscheinungen sprechen muss:

  • Erstens fanden die ersten direkten Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran auf hoher Beamtenebene seit vielen Jahrzehnten statt. An der Spitze der amerikanischen Delegation stand die zweite Person der Vereinigten Staaten, der Vizepräsident der USA, an der Spitze der iranischen Delegation der Vorsitzende des iranischen Parlaments. Auf einem so hohen Niveau hatten Verhandlungen praktisch seit dem Moment nicht stattgefunden, als Iran zur Islamischen Republik unter Führung seiner berühmten Ayatollahs wurde.
  • Der zweite Punkt besteht darin, dass man trotz des offensichtlichen Scheiterns der Verhandlungen und des prognostizierbaren Scheiterns der Verhandlungen nicht sagen kann, dass beide Seiten an einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen interessiert sind, was immer sie darüber auch sagen mögen.

Donald Trump droht dem Iran jetzt natürlich mit einer solchen Wiederaufnahme, mit der Ansammlung großer Streitkräfte im Persischen Golf um die Küsten des Iran herum. Aber hier stellt sich eine einfache Frage. Wenn Trump so sicher war, dass diese Streitkräfte ausreichen, um die Möglichkeiten der Islamischen Republik zu verändern, nicht einmal ihre Positionen, sondern ihre Möglichkeiten, warum stimmte er dann dem Waffenstillstand zu und warum initiierte er im Grunde diese Verhandlungen mit der Islamischen Republik? Denn seit der Verkündung des Waffenstillstands mit Iran durch Trump hat sich aus Sicht militärischer Stärke und amerikanischer Möglichkeiten praktisch nichts verändert. Zum Schlechteren, meine ich, aber auch nicht zum Besseren.

Und nach wie vor bleibt die Frage offen, ob man mit militärischer Gewalt, selbst durch Bombardierung strategischer Objekte des Iran und sogar unter der Bedingung einer begrenzten Militäroperation zur Einnahme von Objekten im Iran, real die Kontrolle über die Straße von Hormus herstellen, die Sicherheit der Durchfahrt von Öltankern durch diese Straße gewährleisten kann. Das ist die wichtigste Frage für die gesamte amerikanische Strategie. Und ob die Vereinigten Staaten und Israel bereit sind für die Folgen dessen, dass der Iran als Antwort nicht nur auf Infrastrukturobjekte Israels schlagen wird, die ebenfalls zu seinen vorrangigen Zielen gehören, insbesondere israelische Kraftwerke, sondern auch auf wichtige Infrastrukturobjekte in den Ländern des Persischen Golfs, in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Katar, Kuwait. Inwieweit sind die Vereinigten Staaten dazu bereit, dass diese Länder das Niveau der Ressourcenlieferungen auf den Weltmarkt senken, der durch diese 40 Tage und die Zeit des Waffenstillstands ohnehin schon sehr eingeschränkt ist? Denn die Straße von Hormus bleibt, was Donald Trump auch immer erzählen mag und welche Bilder vom Durchfahren amerikanischer Kriegsschiffe durch diese Straße auch immer erscheinen mögen, blockiert, und das bedeutet, dass kein Öl durch sie hindurchgeht.

Das sind die Hauptfragen, die zu diskutieren sind, wenn vom weiteren Verlauf der Ereignisse die Rede ist. Aber auch Iran, wie Sie verstehen, ist nicht daran interessiert, dass die Vereinigten Staaten Schläge auf sein Territorium ausführen. Was die Iraner auch immer darüber sagen mögen, dass sie standhalten und Möglichkeiten zum Wiederaufbau des Landes auch nach neuen Schlägen erhalten können. Offensichtlich versucht jedes Land, dessen Führung sich zumindest in irgendeiner bedingten Adäquatheit befindet, die weitere Zerstörung seiner Infrastruktur zu verhindern. Und davor können die Iraner sich fürchten.

Welche Varianten der weiteren Entwicklung der Ereignisse kann es also geben?

  • Die erste Variante ist die Wiederaufnahme des Krieges im Persischen Golf mit unvorhersehbaren Folgen für die Weltwirtschaft, für Trump selbst, für die gesamte Kräfteverteilung in der Welt. Das ist eine reale Variante. Nichts Gutes wird sie niemandem bringen. Und Trump kann kaum sicher sein, dass diese Variante die Straße von Hormus öffnen wird, obwohl er, würde ich sagen, seine Besorgnis nicht verbergen kann.

Heute schrieb er schon nicht über Öl, denn Öl ist im Preis gestiegen; dass die Treibstoffpreise steigen werden, dass die Preise für Waren, für Güter des täglichen Bedarfs steigen werden, das ist schon eine Realität, mit der die Welt in den nächsten schwierigen Monaten, vielleicht sogar Jahren, leben muss. Denn die Weltwirtschaft stürzt, kann man sagen, rasch in einen Abgrund unbekannter Tiefe, weil jeder neue Tag dieser Konfrontation für diese Tiefe neue Möglichkeiten schafft.

Aber Trump sprach über Düngemittel. Der Preis für Düngemittel steigt erheblich, weil die für sie, für ihre Produktion nötigen chemischen Reagenzien, Materialien ebenfalls nicht durch die Straße von Hormus gelangen. Er sagte, er werde Monopolen nicht erlauben, den Preis zu erhöhen, aber unter den Bedingungen der Vereinigten Staaten mit ihrer Marktwirtschaft ist das nur bloßes Gerede. Höchstwahrscheinlich wird der Preis für Düngemittel steigen, was zu ernsten Problemen für die sogenannte Kernwählerschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten, die amerikanischen Farmer, führen wird.

Viele werden schon in den nächsten Monaten oder Jahren bankrottgehen. Und Trump sagte, die Regierung werde sie schützen, aber heute gibt es keinerlei verständliche Instrumente zum Schutz dieser Menschen ohne unvermeidliche Verarmung, Bankrott und Geschäftsaufgabe, für den Fall, dass Düngemittel teuer sein werden und aus ihren Produkten faktisch eine nicht konkurrenzfähige Ware machen. Niemand weiß, wie das alles zu regeln ist. Und kein Tweet Trumps gibt, wie Sie verstehen, eine Antwort auf diese Frage.

Und die Verteuerung und der Mangel an Düngemitteln sind nur eine der atemberaubenden Folgen dieser Krise. Denn wenn wir von einer Ölkrise sprechen, wenn wir von der Krise der Düngemittel und der Landwirtschaft in der Welt sprechen, wenn wir davon sprechen, dass in einigen Ländern Südostasiens schon sehr bald eine Hungersnot beginnen wird, die wiederum Millionen, wenn nicht Dutzende Millionen Menschenleben fordern wird, dann ist das das, was mit bloßem Auge zu sehen ist.

Und bei genauerem Hinsehen werden wir die Krise der Hochtechnologien sehen, denn durch die Straße von Hormus werden zum Beispiel die nötigen Bestandteile für die Herstellung eben jener Chips transportiert. Und in einem bestimmten Moment kann ein Produktionsmangel all dieser wichtigen Elemente der Hightech-Industrie entstehen, ebenfalls mit ziemlich atemberaubenden Folgen für die Weltwirtschaft.

Das sind nur die ersten Folgen, über die man sprechen muss, wenn wir in die Ferne des für die Weltwirtschaft sehr schwierigen, ich würde sagen katastrophalen Jahres 2026 blicken, das im Vergleich zu dem, was uns 2027 erwartet, sogar ruhig erscheinen könnte. Das wird ein Jahr wirtschaftlicher Überraschungen sein, wie die Menschheit sie im 21. Jahrhundert noch nicht gesehen hat, aber sehen wird.

Und natürlich möchte Trump die ganze Situation irgendwie abmildern, zumindest bis zu den Wahlen zum amerikanischen Kongress. Und hier wird die Wahl sein: entweder eine große Militäroperation beginnen oder die Verhandlungen mit der Führung der Islamischen Republik fortsetzen und irgendeinen Kompromiss finden, der es erlaubt, zumindest teilweise Hormus zu öffnen und dabei nicht wie der offensichtliche Loser in dieser Situation auszusehen, sondern wie ein Sieger, so wie Trump es wünscht.

  • Es gibt noch eine Idee, die Trump heute verbreitet, in sozialen Netzwerken repostet. Das ist eine Seeblockade des Iran. 

Die Schaffung derselben Probleme für den Iran, die seinerzeit für Venezuela geschaffen wurden, die dieses Land faktisch an den Rand einer wirklichen Katastrophe brachten, als Trump die Öllieferungen aus Venezuela durch eine Seeblockade der Küste blockierte. Aber bei einer solchen Idee wie einer Seeblockade gibt es Probleme mit der Geografie. Denn den Iran zu blockieren wird, was gerade die maritime Infrastruktur und die geografische Lage dieses Landes betrifft, viel schwieriger sein als Venezuela, wo im Grunde alles durch absolut einfache Entscheidungen gelöst wurde.

Aber es gibt noch einen Punkt, an den ich Sie erinnern möchte. Dieser Punkt hängt damit zusammen, dass die Seeblockade Venezuelas die Position seines Regimes gegenüber den Vereinigten Staaten nicht veränderte und die Bindung Venezuelas an die Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China und der Russischen Föderation nicht veränderte. Um Zugang zum venezolanischen Öl zu erhalten, musste Trump nach der Seeblockade Venezuelas, die lange andauerte und die erwarteten Ergebnisse nicht brachte, zur Festnahme des Präsidenten Venezuelas Nicolás Maduro durch amerikanische Spezialeinheiten greifen.

Und wie wir uns erinnern, wurde erst danach das autoritäre Regime Venezuelas nun aus unerfindlichen Gründen von Trump als legitim anerkannt. Das erinnert noch einmal daran, dass der amerikanische Präsident kein Verteidiger der Demokratie ist, sondern ein Anhänger der Zusammenarbeit mit gehorsamen Diktaturen. Erst danach ging dieses Regime zur Zusammenarbeit mit der Trump-Administration über, und Trump erhielt, wie er sagt, die Kontrolle über das venezolanische Öl.

Und wir verstehen jetzt schon, dass aus Sicht der Logik einer Seeblockade Trumps Hauptidee nicht der Regimewechsel im Iran ist; wir wissen, dass die wichtigsten Mitarbeiter der Trump-Administration, darunter Vizepräsident J. D. Vance, Außenminister Marco Rubio, das als unrealistisches Ziel charakterisiert haben, sondern vor allem die Übernahme der Kontrolle über das iranische Öl. 

Aber wieder stellt sich die Frage, inwieweit das iranische Regime bereit sein wird, auf solche Kompromisse einzugehen, solange es Hormus kontrolliert, solange es versteht, dass Hormus für es eine so wichtige, stabilisierende Arterie in den Verhandlungen mit den Amerikanern ist, dass die Amerikaner ohnehin nichts ausrichten können, solange die Meerenge nicht entblockiert ist.

Und jeder neue Tag der Blockade dieser Meerenge bringt der Weltwirtschaft Verluste in Milliardenhöhe, die, wenn die Meerenge nicht in nächster Zeit entblockiert wird, sich in geometrischer Progression vergrößern werden und Krise, Hunger, wirtschaftliche Not und möglicherweise den Beginn neuer schrecklicher Konflikte auf der ganzen Welt säen werden. Das ist es, worauf wir uns rasant und mit einer Geschwindigkeit, die die Geschwindigkeit eines Supertankers in einer Ölstraße weit übersteigt, zubewegen. Auch das muss man absolut klar verstehen.

Ich sage schon gar nichts davon, dass es Länder gibt, die daran interessiert sind, dass diese Meerenge länger geschlossen bleibt. Und das wichtigste dieser Länder ist natürlich die Russische Föderation unter Führung von Präsident Putin, die zum Hauptnutznießer des Krieges geworden ist. Genau sie, nicht die Vereinigten Staaten und nicht Israel, natürlich auch nicht Iran, sondern Russland, das sein Öl nun zu viel höheren Preisen verkaufen kann, das sich bereits am Rand einer wirklichen wirtschaftlichen Katastrophe befand, als der Ölpreis bei 60–70 Dollar für die Sorte Brent, ich spreche gar nicht von der Sorte Urals, unglaubliche Probleme für den russischen Haushalt schuf.

Und hier erhielt Putin, vielleicht so, wie er es erwartet hatte, ein unglaubliches Geschenk vom Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump in Form des gestiegenen Ölpreises. Und jetzt wird sehr viel gerade von den ukrainischen Militärs abhängen, von unseren Bemühungen zur Zerstörung der Öl- und Ölverarbeitungsinfrastruktur der Russischen Föderation. Jeder Tag, an dem diese Infrastruktur arbeitet, schafft für den Präsidenten der Russischen Föderation und die Führung der Russischen Föderation Möglichkeiten zu hoffen, dass der Krieg gegen die Ukraine nicht nur in den 20er-, sondern auch in den 30er-Jahren des 21. Jahrhunderts weitergehen wird. So viel hängt von unserer Armee ab, denn es geht um Jahre, Jahre und Jahre ununterbrochenen Krieges. Und das ist ebenfalls ein Ergebnis der Kurzsichtigkeit, Arroganz, Inkompetenz des Präsidenten der Vereinigten Staaten Trump und seines nächsten inkompetenten Umfelds sowie der Unfähigkeit derjenigen in der amerikanischen Führung, die die Folgen begreifen, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten das ganze Ausmaß dieser Risiken so zu erklären, dass er es versteht und erschrickt. Aber wir verstehen, dass man in der gegenwärtigen Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten einfach nicht mit einer Position streiten kann, die sehr oft weit vom gesunden Menschenverstand entfernt ist und die Donald Trump aus dem einen oder anderen Grund einnimmt.

Also, jetzt ist die Lage so. Die Wahl zwischen:

  • Einer neuen großen Eskalation im Nahen Osten mit absolut unvorhersehbaren Ergebnissen. Also einer Rückkehr zu dem, was vor dem Waffenstillstand war, einer Rückkehr zu neuen Drohungen dieses Niveaus. 
  • Die zweite Möglichkeit ist die Suche nach neuen Wegen des Drucks auf den Iran. Nun ist die Idee einer Seeblockade aufgetaucht, aber vielleicht taucht noch irgendeine andere Idee auf, das wissen wir nicht.
  • Weiterhin die Möglichkeit einer Fortsetzung der Verhandlungen

Ich denke, dass jetzt viele versuchen werden, diese Verhandlungen wiederaufzunehmen. Das kann die Führung Pakistans tun. Wie ich schon sagte, waren in den letzten Stunden dieser 21-stündigen Konsultationen auch die Führer Pakistans im Raum und sprachen mit den Iranern und den Amerikanern. Nun, also haben die Pakistaner den Wunsch, diesen Verhandlungsprozess irgendwie fortzusetzen.

Wir müssen begreifen, dass hinter den Pakistanern der Schatten des Vorsitzenden der Volksrepublik China und Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Xi Jinping zu sehen ist. Und Trump befindet sich jetzt wirtschaftlich und politisch nicht in einer Lage, in der er diese Tatsache ignorieren könnte. Natürlich ist schon seine Idee gescheitert, er könne mit irgendwelchen Karten nach China fahren, die er dem Führer Chinas zeigen könne. Trump hat aus dieser Sicht ein klares Fiasko erlitten. Jetzt sind die Karten in den Händen des chinesischen Führers, aber auch für die Chinesen ist es nicht so leicht, denn die Fortsetzung der Blockade von Hormus schafft offensichtliche Probleme für die chinesische Wirtschaft, noch dazu unter Bedingungen, unter denen die Ukraine die Öl-Möglichkeiten der Russischen Föderation zerstört, auf die China als alternative hätte hoffen können, falls es kein Öl durch die Straße von Hormus erhalten würde.

Somit wäre China im Prinzip an Vereinbarungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran interessiert, aber an solchen, die weder die Erhaltung des iranischen Regimes, eines der Hauptverbündeten der Volksrepublik China, infrage stellen, noch die Kontrolle des Iran über die Handelswege. Wobei es wiederum mit dieser Kontrolle ein großes Problem geben kann, denn wenn die Verhandlungen weitergehen, werden sie zwangsläufig nicht nur daran scheitern, was mit dem nuklearen Potenzial der Islamischen Republik geschieht, denn darüber kann man sich letztlich ohnehin nicht vollständig einigen, wenn man das Regime nicht verändert.

Es ist klar, dass die Nuklearmaterialien der Islamischen Republik ziemlich umfangreich und tief verborgen sind. Es ist klar, dass die Iraner Zugang zu ihnen erhalten können, bevor diese Materialien zerstört werden. Also geht es hier gerade um Kontrolle, um jene Kontrolle, die seinerzeit Präsident Barack Obama in dem Abkommen zu erreichen versuchte, aber es war ein Abkommen mit der Islamischen Republik, und jenes Abkommen, aus dem Donald Trump ausstieg, weil er auf einen einen wirksameren Ansatz gegenüber der Islamischen Republik hoffte. Und das geschah nicht. Wie Sie verstehen, führte auch diese Frist nicht zu irgendwelchen offensichtlichen Ergebnissen, über die man heute sprechen könnte. Nun, auch das ist ein wichtiger Punkt.

Und in dieser Situation besteht noch ein weiterer Punkt darin, dass China Pakistan zu neuen Signalen an die Amerikaner und die Iraner hinsichtlich der Notwendigkeit einer Fortsetzung der Verhandlungen bewegen kann. Wenn in den nächsten Stunden oder Tagen die umfassenden Kampfhandlungen nicht wieder aufgenommen werden, dann könnte eine Chance für eine neue Verhandlungsrunde entstehen. Und unter denen, die daran interessiert sein werden, dass diese Runde stattfindet, wird der Vizepräsident der Vereinigten Staaten J. D. Vance sein, für den die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen mit Iran ein persönliches Fiasko werden kann, denn man wird ihm sagen: „Du wolltest doch mit ihnen reden, hast gesagt, wir wählen die falschen Instrumente, dass man sich mit ihnen verständigen kann, dass man irgendeine zivilisierte Lösung ohne Krieg finden kann. Nun bist du hingefahren, um dich mit ihnen zu verständigen, und was ist daraus geworden, was hast du erreicht?“

Und bei Trump wird es natürlich eine enorme Versuchung geben, die Verantwortung für seine offenkundigen Fehler, denn er trifft solche Entscheidungen, auf J. D. Vance, auf seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth, den er jetzt verteidigt, den er aber jederzeit aufhören kann zu verteidigen, und auf andere seiner Gefährten abzuwälzen. Ich spreche schon gar nicht davon, dass Sie sehen, wie all diese antisemitischen Elemente in der odiosen MAGA-Gruppe, die die Basis für Donald Trump ist, bereits beginnen, Israel, den Premierminister Israels Benjamin Netanyahu, der Trump den Plan des Krieges gegen Iran präsentiert hatte, für das Geschehene verantwortlich zu machen. Und auch das kann für Trump in naher Zukunft eine ziemlich bequeme Position sein. So sieht diese Situation im Moment des Scheiterns der Verhandlungen aus, auf die viele aus irgendeinem Grund so sehr gesetzt hatten.

Ich werde auf einige Fragen antworten, die bereits während dieser Sendung gestellt wurden.

Frage. Wie meinen Sie, konnten die Verhandlungen im Prinzip zu nichts führen, oder ist das ein Problem mangelnder Kompetenz der amerikanischen Verhandler?

Portnikov. Natürlich ist der Mangel an Kompetenz bei den amerikanischen Verhandlern ein riesiges Problem. Wie Sie verstehen, haben Sie hier völlig recht. J. D. Vance hat in seinem ganzen Leben überhaupt nie irgendwelche realen Verhandlungen auf hohem Niveau geführt und stellt sich nicht besonders gut vor, mit wem er es zu tun hat, womit er es zu tun hat. Nun, und das Niveau der Kompetenz von J. D. Vance in internationalen Fragen konnte man an seinen Bemerkungen sehen, die er im Oval Office während des berühmten Treffens zwischen Zelensky und Trump machte, als Zelensky übrigens, auf den danach alle losgingen, Trump absolut realistische Dinge über die Zukunft des Landes unter seiner Führung sagte, nämlich: „Sie könnten schon bald mit genau denselben Problemen konfrontiert werden wie wir, und wir werden Ihnen helfen.“ Genau jetzt helfen wir übrigens. Und es war offensichtlich, dass weder Donald Trump noch J. D. Vance verstehen, wovon der ukrainische Präsident spricht. So weit sind diese Leute von der Realität entfernt und so inkompetent. Das ist wahr.

Was Witkoff und Kushner betrifft, so scheint mir, dass man es nicht einmal erklären muss. Diese Leute verstehen nichts von Politik, nichts von Diplomatie, nichts, würde ich sagen, von irgendwelchen ideologischen Prioritäten der Länder, mit denen sie verhandeln. Das sind einfach gewöhnliche kleine Immobilienmakler, die gewohnt sind, in Spekulationen auf Manhattan zu denken. Und solche Leute erreichen niemals ernsthaft irgendetwas. Das ist Fakt. Und wenn sie irgendetwas erreichen, dann wenden sich ihre Errungenschaften später in eine Katastrophe für diejenigen, für die sie in Verhandlungen gehen.

Nehmen Sie als Beispiel: Sagen Sie mir bitte, was ist überhaupt mit der Hamas in Gaza geschehen? Ist sie entwaffnet? Hat sie die Macht im Gazastreifen übergeben? Ist sie keine Gefahr mehr für Israel? Nein, Hamas stellt weiterhin ihre Ressourcen und ihre Möglichkeiten wieder her, die von der israelischen Armee zerstörten Tunnel, kontrolliert weiterhin das Territorium, führt weiterhin Untergrundarbeit in Gebieten durch, die von der israelischen Armee kontrolliert werden. All diese Waffenstillstände von Witkoff, weil Trump als großer Friedensstifter erscheinen musste, die Frage der Freilassung der Geiseln lösen musste – das ist übrigens eine große Sache, für die wir Trump dankbar sein müssen, ebenso für die Freilassung unserer Gefangenen infolge des russisch-ukrainischen Verhandlungsprozesses, den Trump ebenfalls initiiert hat. Also, diese humanitäre Komponente funktioniert, weil in solchen Situationen immer gerade die humanitäre Komponente funktioniert. Aber infolgedessen weiß niemand, was weiter sein wird. Dass Hamas jetzt nicht am Krieg Israels und der Vereinigten Staaten gegen Iran teilnimmt, Iran nicht hilft, liegt nur daran, dass Iran auf die arabischen Länder schlägt und die Hamas-Leute sich einen solchen Luxus einfach nicht leisten können, wie auf der Seite Irans aufzutreten in dem Moment, in dem Iran die Infrastruktur ihrer Sponsoren zerstört.

Aber wenn wir über die Inkompetenz der amerikanischen Verhandler sprechen, warum denken wir, dass die iranischen kompetent sind? Das sind doch Vertreter eines totalitären Regimes, die in ihrer eigenen Realität leben. In dieser Realität ist der Wert des menschlichen Lebens absolut geringfügig. Sie denken möglicherweise überhaupt nicht über die Folgen nach. Sie glauben, dass sie die eigene Bevölkerung als lebenden Schutzschild betrachten können. Sie erinnern sich doch daran, dass sie am Vorabend möglicher amerikanischer Schläge auf iranische Kraftwerke Menschen um diese Kraftwerke herum aufgestellt haben. Ist das Kompetenz? Stellen Sie sich vor, man würde Sie vor russischen Bombardierungen irgendwelcher ukrainischer Objekte vor ein Heizkraftwerk stellen. Wie würden Sie die ukrainische Regierung wahrnehmen, die Ihnen sagt: „Steht da und schützt ihn mit euren Körpern“? Das ist alles, was man über den Unterschied zwischen Macht in einem demokratischen Land und Macht in einem totalitären Land wissen muss.

Deshalb glaube ich nicht, dass man so sagen kann, dass die Verhandlungen ausschließlich mit der Inkompetenz der amerikanischen Verhandler verbunden sind. Das ist ein Moment, der es nicht erlaubt, irgendwelche Momente zu finden, nicht einmal von Kompromiss, sondern von Fallen für die eigenen Gegner. Aber wenn die Gegner nicht zu Verhandlungen anreisen, sondern um Zeit zu schinden, und mir scheint, dass die Iraner immer gekommen sind, um Zeit zu schinden, dann kannst du, ob kompetent oder inkompetent, nicht viel ausrichten.

Frage. Aber wirklich, hat Trump denn solche Kriegsziele wie einen Regimewechsel überhaupt ausgesprochen? Es wirkt so, als hätte er das öffentlich doch nicht ausgesprochen, was natürlich die schlechte Kriegsvorbereitung nicht entschuldigt.

Portnikov. Trump sagte in den ersten Tagen nach Beginn dieser Operation, dass die Iraner auf die Straße gehen und dieses Regime zerstören sollten. Das sagte er mehr als einmal. Also kann ich nicht sagen, dass Trump öffentlich nicht von einem Regimewechsel gesprochen hätte. Während des Aufstands der Iraner sagte er auch, dass er auf einen Regimewechsel hoffe. Jetzt sagt er, das Regime habe sich bereits geändert. Dass es ein völlig anderes Regime sei, mit dem er konstruktivere Verhandlungen führen könne. Er sprach ja vom Außenminister des neuen iranischen Regimes. In seinem Kopf hat sich das Regime bereits verändert. Wenn er von einem neuen Regime spricht, dann bedeutet das, dass er als Ziel einen Regimewechsel hatte. Also nein, das hat er öffentlich mehr als einmal gesagt. Die Frage ist nur, wie man das versteht.

Frage. Die ultrarechten Kräfte des Westens schließen sich zusammen in der Unterstützung der Russischen Föderation und in der Geringschätzung der Ukraine. Falls ukrainische Ultrarechte irgendwann nach dem Krieg an die Macht kommen sollten, wie würden sie sich in diese Konstruktion einfügen?

Portnikov. Nun, erstens sehe ich derzeit überhaupt keine realen Grundlagen für die Annahme, dass ukrainische Ultrarechte irgendwann in der Ukraine an die Macht kommen werden. Erstens haben wir keine ernsthaften ultrarechten Kräfte. Zweitens, und das ist das Wichtigste, wir haben keine ideologisierte Gesellschaft. Verstehen Sie? Damit Ultrarechte oder Ultralinke an die Macht kommen, muss es sein, dass die Menschen irgendeinem System von Ansichten und Werten entsprechen, und die Ukrainer wollen einfach gut leben. Deshalb zeigen die 73 % für Zelensky und für seine Partei im Jahr 2019 im Prinzip gerade die De-Ideologisierung der ukrainischen Gesellschaft, weil die Partei Diener des Volkes, wie Sie sich erinnern, erst nachdem sie ins Parlament gekommen und zur regierenden Partei des Landes geworden war, begann, nach einer Ideologie für sich zu suchen. Und das hängt, wissen Sie, mit der Suche nach einem Anzug zusammen, wenn man dich nackt in eine ehrwürdige Gesellschaft gebracht und dir erklärt hat, dass man hier nicht mit nacktem Hintern sitzt. Man muss irgendetwas anziehen. Aber im Prinzip ist es dir völlig gleich, was du trägst, was in dieser Saison Mode ist.

Zweitens wiederum: Niemand hat gesagt, dass, wenn ultrarechte Kräfte in Europa die Ukraine großenteils als Fortsetzung Russlands wahrnehmen, weil sie die Welt nicht nur aus ultrarechter Sicht, sondern auch aus imperialer Sicht wahrnehmen, irgendeine ukrainische ultrarechte Partei, die Russland feindlich gegenübersteht, in ein solches Bild passen würde. Nein, sie würde nicht passen. Ich möchte Sie daran erinnern, dass sogar nicht ultrarechte, sondern eher rechtskonservative Kräfte wie Svoboda versucht haben, Kontakte zu ultrarechten politischen Kräften in Europa zu pflegen, aber dann stellte sich heraus, dass diese Kontakte sinnlos waren, aus dem einfachen Grund, dass irgendwann offensichtlich wurde, dass diese ultrarechten politischen Kräfte Moskau unterstützen.

Aber wiederum hat sich seitdem auch vieles verändert. Es gibt verschiedene ultrarechte Kräfte, sogar verschiedene Fraktionen im Europäischen Parlament. Die einen Ultrarechten orientieren sich an den Brüdern Italiens von Giorgia Meloni. Und diese Ultrarechten sind überhaupt nicht prorussisch. Andere Ultrarechte orientieren sich an Fidesz von Viktor Orbán. Und diese Ultrarechten sind prorussisch. Es gibt Parteien wie die Alternative für Deutschland, die in keines dieser ultrarechten Segmente passen, trotz ihrer Prorussischkeit.

Und ich glaube nicht, dass Sie das überraschen sollte, denn Sie verstehen: Selbst als in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts die ultrarechte Ideologie Europa zu beherrschen begann, zu Beginn dieser schrecklichen, bösartigen Entwicklung, waren Adolf Hitler als Mensch mit nationalsozialistischer Ideologie und Benito Mussolini als Begründer des Faschismus faktisch keine Verbündeten. Das Bündnis zwischen Hitler und Mussolini entstand erst, als Mussolini nach seinem Angriff auf Äthiopien in der zivilisierten Welt zum Ausgestoßenen geworden war. Bis dahin wurde der Faschismus einfach so wahrgenommen, würde ich sagen, als eine anständige, einfach sehr rechte Ideologie, trotz ihres ganzen Autoritarismus. Und auch hier kann es in der westlichen Welt einen ganz realen Kampf von Nazis und Faschisten und irgendwelchen weiteren Verzweigungen dieser ultrarechten Ideologie geben.

Also, ich kann mir vorstellen, dass Ultrarechte in der Ukraine, wenn sie zu irgendeiner gewichtigen Kraft werden sollten, woran ich, ich sage es noch einmal, nicht wirklich glaube, weil ich nicht an die Ideologisiertheit der ukrainischen Gesellschaft glaube, nicht glaube, dass bei den Ukrainern in den nächsten Jahren irgendein System von Ansichten entstehen wird, dann ihren Platz unter jenen Ultrarechten finden werden, die keine prorussischen Ansichten vertreten und keine offenkundigen Imperialisten sind, sondern solche sein können, würde ich sagen, waschechte Nationalisten.

Frage. Ist das Auftauchen nüchtern denkender Leute in der Administration der Vereinigten Staaten in irgendeiner Perspektive möglich, vor dem Hintergrund einer Niederlage bei Nachwahlen oder einer Wirtschaftskrise und so weiter?

Portnikov. Nein. Auf das Auftauchen nüchtern denkender Leute in der Administration der Vereinigten Staaten zu warten, solange Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten ist, lohnt sich nicht. Das ist eine weitere Illusion, weil die Vereinigten Staaten selbst nicht so regiert werden, wie, würde ich sagen, ein Standardland mit einer Administration, in der unter den Beteiligten diskutiert wird. Donald Trump sagt das selbst, absolut klar und verständlich. Er sagt, dass er seine Berater aussprechen lässt und sie dann so handeln, wie er sagt. Das heißt, im Prinzip nimmt er jene Positionen und Ansichten, die ihm nicht gefallen, gar nicht zur Kenntnis. 

Da können viele nüchtern denkende Leute sein, aber erstens können sie Angst haben, ihre realistischen Ansichten zu äußern, um ihre Posten nicht zu verlieren. Und zweitens: Selbst wenn sie solche Ansichten äußern, wenn sie Donald Trump nicht fürchten, schenkt Trump dem keinerlei Aufmerksamkeit, weil er in seiner eigenen Welt lebt. Und die Dämmerung in dieser Welt wird mit seinem Altern immer größer und größer werden. Denn ich, so scheint mir, sage seit dem ersten Tag von Trumps Amtszeit: „Hören Sie, täuschen Sie sich nicht selbst. Trump kann sich in einem mehr oder weniger normalen körperlichen Zustand befinden, aber er wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. Die Arbeit des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist eine sehr schwere, stressintensive Arbeit. Mir scheint einfach, dass sich ein gewöhnlicher Mensch all den Horror gar nicht vorstellen kann, der dich umgibt, wenn du ein solches Amt übernimmst, erst recht ein Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, wo jeder Fehler zu einer Katastrophe weltweiten Ausmaßes führt.“

Zudem geht es darum, dass im Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht einfach nur ein Mensch sitzt, der Fehler fürchtet, sondern einer, der fürchtet, dass Fehler ihn auf die Anklagebank und ins Gefängnis bringen, weil er die ganze Zeit zwischen der ersten und zweiten Amtszeit des Präsidenten in dieser Angst gelebt hat. Und das ist Stress. Und Stress brennt einen Menschen aus. Und wenn ein Mensch 80 Jahre alt ist, dann, würde ich sagen, begünstigt er schnelleres Altern, Demenz und eine ganze Reihe von Problemen. Das wird auf jeden Fall sein. 

Die Natur kann man nicht täuschen. Das ist keine künstliche Intelligenz, wenn man überhaupt von Intelligenz sprechen kann. Deshalb ist das erst der Anfang. Es werden noch Entscheidungen kommen, bei denen Sie sich an den Kopf fassen werden. Glauben Sie mir, und warten Sie nicht auf irgendwelche nüchtern denkenden Leute, sie werden nichts ändern. Es kann einfach eine Umbesetzung der Administration geben, wenn irgendwelche Leute der Meinung sein werden, dass Trump keinen Sieg mehr bringt, und von seinem Schiff fliehen werden. Das kann sein.

Nun, das sind die Hauptfragen. Ich möchte Sie daran erinnern, dass in diesen Stunden der Wahlprozess in Ungarn stattfindet. Die Wahlbeteiligung ist unglaublich hoch, ich würde sagen beispiellos hoch im Vergleich zu früheren Wahlen, sowohl im eigentlichen Ungarn als auch in der ungarischen Diaspora. Viele sagen, dass diese Wahlbeteiligung im Prinzip der Opposition zugutekommt. Zum jetzigen Zeitpunkt haben bereits mehr als die Hälfte der Ungarn ihre Stimmen abgegeben, das sind faktisch 54 % im Moment. Im vergangenen Jahr, bei den letzten Wahlen, waren es zu dieser Stunde 40 % der Wähler, verstehen Sie? Also 14 % mehr. Und auch das spricht dafür, dass viele Bürger Ungarns diese Wahlen als einen bestimmten politischen Rubikon wahrnehmen, denke ich, sowohl unter den Anhängern der ultrarechten Partei Fidesz, die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump und vom Präsidenten der Russischen Föderation Putin unterstützt wird, als auch unter den Wählern der ungarischen Oppositionspartei Tisza unter Führung von Péter Magyar, auf deren Sieg man in Europa hofft, um jene Beziehungen zu entblockieren, die zwischen der Europäischen Union und Ungarn bestehen, um die allgemeine Lage in der Europäischen Union zu normalisieren.

Natürlich verfolgen auch wir diese Wahlen sehr aufmerksam. Wir wissen, dass in der Situation, die sich heute in der Welt ergibt, die Unterstützung unserer Verbündeten für uns sehr wichtig ist. Die Regierung Viktor Orbáns, inspiriert von ultrarechten Populisten und zugleich sowohl mit Moskau als auch mit Washington verbunden, blockiert, wie Sie wissen, die Hilfe für die Ukraine. Über all das werden wir unbedingt noch heute Abend sprechen. Ich denke, wenn die ersten realen Wahlergebnisse in Ungarn verständlich sein werden – das werden nur vorläufige Ergebnisse sein, denn in Ungarn gibt es ein sehr kompliziertes System der Stimmenauszählung, und die realen genauen Ergebnisse werden wir nicht vor dem nächsten Samstag kennen. Stellen Sie sich vor! Aber über die ersten Ergebnisse werden wir heute Abend ebenfalls unbedingt sprechen. Also achten Sie auf irgendwelche Ankündigungen auf diesem Kanal und nehmen Sie am Wahlabend teil, der den ersten Ergebnissen der Wahlen in Ungarn gewidmet ist.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Провал перемовин: що далі? | Віталій Портников. 12.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 12.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Zelensky verspricht Verhandlungen | Vitaly Portnikov. 09.04.2026.

Volodymyr Zelensky spricht erneut über die Möglichkeit dreiseitiger Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland unter Vermittlung der Vereinigten Staaten. Er betont jedoch, dass das Format dieser Verhandlungen bislang nicht festgelegt ist und unklar bleibt, ob ein trilaterales Treffen stattfinden wird oder ob Vertreter der Vereinigten Staaten Kyiv und Moskau besuchen werden, um zu versuchen, dem faktisch zum Stillstand gekommenen Verhandlungsprozess neuen Impuls zu verleihen.

Doch zu sagen, wann dieses Treffen stattfinden wird, ist natürlich schwierig, aus dem einfachen Grund, dass Vertreter von Präsident Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, gleichzeitig an Verhandlungen in Islamabad teilnehmen, wo sie mit dem Iran unter Vermittlung Pakistans Vereinbarungen treffen sollen. Und angesichts der Tatsache, dass es zwischen Washington und Teheran in Wirklichkeit keine Einigkeit darüber gibt, wie der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran beendet werden kann, und dass weiterhin unklar ist, ob tatsächlich ein Waffenstillstand besteht und ob der Iran beabsichtigt, die Straße von Hormus freizugeben – zumindest bis zur Lösung der Kampfhandlungen im Libanon –, erscheint es mir nicht sinnvoll anzunehmen, dass Witkoff und Kushner sich in den nächsten Tagen, möglicherweise sogar Wochen, von den Iran-Verhandlungen lösen können. Und davon, wie diese Verhandlungen aussehen und welche Ergebnisse sie bringen, hängt auch das Interesse der Russischen Föderation an Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten ab.

So spricht man derzeit in Kyiv eher über ein Format zur Wiederaufnahme der Verhandlungen, um den Wunsch zu demonstrieren, die Konsultationen mit den Vereinigten Staaten fortzusetzen. Reale Verhandlungen können jedoch erst stattfinden, nachdem wir verstanden haben, wie der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran beendet wird – und ob er überhaupt beendet wird –, der sich bereits jetzt auf den Zustand der Weltwirtschaft und der Energieversorgung auswirkt. Und das wiederum kann sich auch auf die Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme des Verhandlungsprozesses zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten auswirken.

Doch das Wichtigste, was Volodymyr Zelensky sagte, betrifft letztlich nicht so sehr das Thema der Verhandlungen, sondern die Tatsache, dass sich – wie sich herausgestellt hat – das Wesen der Sicherheitsgarantien für die Ukraine durch die Vereinigten Staaten weiterhin als ungeklärt erweist.

  • Erstens gibt es keinen Mechanismus, der es erlauben würde, von der Lieferung moderner Waffen an die Ukraine nach dem Ende des Konflikts zu sprechen – falls man überhaupt von einem Ende in absehbarer Zukunft sprechen kann.
  • Zweitens ist die Frage der künftigen Lieferung von Luftverteidigungssystemen an die Ukraine ungelöst.
  • Und drittens gibt es keine Antwort auf die wichtigste Frage: auf welche Weise die Vereinigten Staaten am Krieg teilnehmen könnten, falls die Russische Föderation nach dem Ende dieser Phase der erbitterten russisch-ukrainischen Konfrontation beschließt, unser Land erneut anzugreifen.

Tatsächlich gibt es auf alle diese drei Fragen zum heutigen Zeitpunkt keine Antworten – wiederum unter Berücksichtigung der Lehren des Iran-Krieges. Und selbst wenn Zelensky zusammen mit Witkoff und Kushner versuchen wird, sie zu finden, werden sie verstehen, dass es sich nicht lohnt, in einem dunklen Raum nach einer schwarzen Katze zu suchen. Zumal es diese Katze dort gar nicht gibt.

Bei den Waffen wird es ein ernstes Problem geben, denn derzeit, da die Arsenale der Vereinigten Staaten selbst infolge des Krieges im Nahen Osten erheblich geschrumpft sind und weiter schrumpfen könnten, und da diese Arsenale wieder aufgebaut werden müssen und man in Amerika der Meinung sein wird, dass man sich auf eine neue Phase des Krieges vorbereiten muss, falls das iranische Regime überlebt, erscheint es mir nicht sinnvoll, von irgendeiner Garantie für Waffenlieferungen an die Ukraine zu sprechen, wenn diese Waffen physisch in den Vereinigten Staaten möglicherweise gar nicht vorhanden sind.

Dasselbe gilt für Luftverteidigungssysteme. Die Realität ist, dass sich für diese Systeme jetzt eine lange Warteschlange bilden wird. Und selbst wenn die Ukraine einen der vorderen Plätze in dieser Schlange einnimmt, muss man anerkennen, dass es in absehbarer Zeit keine ausreichende Anzahl von Luftverteidigungssystemen zum Schutz des ukrainischen Himmels geben wird, sofern die amerikanische und europäische Rüstungsindustrie die Produktion nicht erheblich steigern – und dafür braucht es ebenfalls keine Monate, sondern Jahre. Diese Möglichkeit wird es also nicht geben. Man kann sich über alles Mögliche einigen, aber wenn es kein Metall gibt, dann gibt es kein Metall.

Und die wichtigste Frage bleibt das Format der Beteiligung der Vereinigten Staaten an einem Krieg gegen Russland, falls es erneut zu einem solchen Krieg zwischen Russland und der Ukraine kommt. Früher hätte ich klar sagen können, dass die Vereinigten Staaten ohnehin keine Entscheidungen treffen würden, die die Möglichkeit eines Konflikts zwischen zwei der größten nuklearen Mächte der Gegenwart einschließen. Und dass man nicht auf solche Sicherheitsgarantien hoffen sollte, die den Vereinigten Staaten eine solche Beteiligung ermöglichen würden. Umso mehr jetzt, da Donald Trump faktisch alles Mögliche – und ich würde sagen sogar Unmögliche – tut, um Verantwortung gemäß Artikel 5 des Nordatlantikvertrags zu vermeiden. Und wir wissen nicht einmal, ob die Vereinigten Staaten europäische Länder verteidigen werden, falls diese von einem nuklear bewaffneten Russland angegriffen werden.

Doch nach dem Iran-Krieg hat auch das keine große Bedeutung mehr. Nun, die Vereinigten Staaten waren bereit, auf Seiten Israels gegen den Iran zu kämpfen. In den Ländern des Persischen Golfs befanden sich ihre Militärbasen. Das ist etwas, wovon wir nur träumen können – eine amerikanische Militärbasis auf ukrainischem Boden. Doch es hat sich gezeigt, dass die Präsenz eines amerikanischen Militärstandorts auf fremdem Territorium eher ein Zeichen von Gefahr und von Angriffen auf zivile Wohngebiete und Infrastruktur ist als eine Sicherheitsgarantie. Ja, der moderne Krieg hat sich verändert, und das muss man klar verstehen.

Deshalb geht es nicht darum, ob die Vereinigten Staaten am Krieg gegen Russland teilnehmen werden, falls die Russische Föderation beschließt, ihre Aktionen zur Aneignung ukrainischen Territoriums fortzusetzen. Man muss vielmehr daran denken, dass die Beteiligung der Vereinigten Staaten keine Sicherheitsgarantie für die Ukraine sein wird, sondern im Gegenteil: Die Präsenz einer amerikanischen Militärbasis in der Ukraine kann zusätzliche Gefahren für diejenigen schaffen, die sich in ihrer Nähe befinden – für eine Stadt oder sogar für eine ganze Region, wie es in Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten geschehen ist. Und es wird offensichtlich weiter geschehen, denn alle sehen, dass die Vereinigten Staaten nicht einmal dem iranischen Regime eine ernsthafte Antwort geben können.

Wenn wir schon von einer nuklearen Supermacht wie Russland sprechen, die zumindest keine Angst vor einem nuklearen Schlag der Vereinigten Staaten haben muss, gegen die Donald Trump oder irgendein anderer amerikanischer Präsident die Idee von der „Zerstörung der Zivilisation“ nicht anwenden kann, weil er genau wissen wird, dass eine weitere Zivilisation, die augenblicklich verschwinden würde, als hätte es sie nie gegeben, die Zivilisation der Vereinigten Staaten von Amerika wäre.

Was also tun? Ist das eine ausweglose Situation? Nein, nicht ausweglos. Und wir sehen bereits, dass, wenn wir die energetischen Möglichkeiten der Russischen Föderation zerstören, diese den Krieg nicht finanzieren kann – ob sie nun Atomwaffen hat oder nicht. Ob die Vereinigten Staaten reale Sicherheitsgarantien für die Ukraine haben oder nicht, ob wir Luftverteidigung haben oder nicht – wenn ein Land, das bereit ist zu kämpfen, kein Geld für Waffen und keine Mittel hat, um die Menschen zu bezahlen, die töten sollen, endet der Krieg. Andere Sicherheitsgarantien für die Ukraine gibt es heute nicht und wird es nicht geben.

Und deshalb muss man nicht darüber nachdenken, wie man Witkoff und Kushner dazu bringt, ein weiteres Blatt Papier zu unterschreiben, das in wenigen Tagen nichts mehr wert sein wird, sondern über eine gemeinsame Arbeit mit den Vereinigten Staaten an der Schwächung des Energiekomplexes der Russischen Föderation. Zumal dies auch den eigenen Interessen Donald Trumps entspricht, der davon träumt, alle vom Energiemarkt zu verdrängen und das gesamte Öl zu kontrollieren – und auch unseren Interessen, dem Raubtier die Zähne auszuschlagen, so dass sie ihm nie wieder nachwachsen.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Зеленський обіцяє перемовини | Віталій
Портников. 09.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 09.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Trump droht mit der Zerstörung der Zivilisation | Vitaly Portnikov. 07.04.2026.

Heute ist ein weiterer Tag im Krieg im Nahen Osten. So wichtig im Hinblick auf die Entwicklung von Ereignissen, die zu unglaublichen Folgen für die Welt führen können, dass in einigen Fernsehstudios bereits Uhren mit einem Countdown eingeblendet werden. Gemeint ist, dass die Frist des Ultimatums, das der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump dem Iran gestellt hat, buchstäblich in wenigen Stunden endet, um 3 Uhr nachts Kyiv-Zeit.

Niemand weiß, was geschehen wird, nachdem dieses Ultimatum abgelaufen ist. Donald Trump meint, dass das iranische Regime genau diese Stunden habe, um auf die amerikanischen Vorschläge zu antworten und Vereinbarungen mit der Führung der Vereinigten Staaten über die Beendigung eines der gefährlichsten Kriege im Nahen Osten zu treffen – gefährlich sowohl für die Menschheit als auch für die politische Karriere Donald Trumps selbst. Am Morgen trat Donald Trump mit einem weiteren starken Tweet in den sozialen Netzwerken auf, in dem er dem Iran mit der Zerstörung der Zivilisation drohte und zugleich beteuerte, dass die Menschen im Iran seine Schritte gegen die Führung der Islamischen Republik unterstützten.

In letzter Zeit ist offensichtlich, wie ernsthaft sich der amerikanische Präsident sorgt, der nun sogar bereit ist, in seinen Beiträgen in sozialen Netzwerken starke Ausdrücke zu verwenden, die früher selbst für ihn in den Texten, die wir in den sozialen Netzwerken sahen, untypisch waren. Eine solche Arroganz kann von einer ernsten Nervosität des amerikanischen Präsidenten zeugen, der buchstäblich beobachtet, wie seine politische Karriere zusammen mit der amerikanischen Wirtschaft und der Haltung der Amerikaner zu Donald Trump selbst in den Abgrund rast – möglicherweise dem unpopulärsten amerikanischen Präsidenten des letzten Jahrzehnts. Und das ist ganz sicher nicht das, womit Trump gerechnet hatte, als er die Iran-Operation plante.

Heute veröffentlicht die Zeitung New York Times eine detaillierte Untersuchung darüber, auf welche Weise Donald Trump die Entscheidung über einen Krieg traf, der für sein politisches Erbe verhängnisvoll werden könnte. Diese Entscheidung basierte auf einem klaren Plan, den Premierminister Benjamin Netanyahu vorgelegt hatte. Der Chef der israelischen Regierung betonte, dass die Liquidierung des Obersten Führers des Iran, Ajatollah Khamenei, und einer Reihe iranischer Militärs zu einem Regimewechsel im Iran führen und damit helfen könne, das Problem der nuklearen Ambitionen der Islamischen Republik sowie jener Bedrohungen zu neutralisieren, die der Iran durch die Existenz des islamisch-radikalen Regimes für die Vereinigten Staaten, Israel und die Länder des Persischen Golfs faktisch schuf.

Mitarbeiter Donald Trumps – sowohl die Führung der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten als auch der Vereinigte Generalstab – unterstrichen die ganze Gefährlichkeit einer solchen Entscheidung. Kaum jemand zweifelte daran, dass die erste Etappe, also die Liquidierung von Ajatollah Ali Khamenei und die Vernichtung iranischer Militärs, zu einem positiven Ergebnis führen könnte. Doch in der CIA äußerte man von Anfang an ernsthafte Zweifel daran, dass die Vernichtung des Obersten Führers des Iran zu realen Entscheidungen führen würde, die mit einem Wechsel des iranischen Regimes verbunden wären, dass nach dieser Entscheidung tatsächlich ein Aufstand der Iraner stattfinden würde, die bereit wären, eines der gefährlichsten Regime im Nahen Osten zu zerstören. Aber Trump, so versichern die Autoren dieser Untersuchung, meinte, dass ein Regimewechsel Sache der Iraner selbst sei und dass es für ihn wichtiger sei, Ali Khamenei und das engste Umfeld des iranischen Obersten Führers loszuwerden.

Die Militärs warnten, dass ein Krieg mit dem Iran, wenn er sich hinziehe, zu katastrophalen Folgen für das amerikanische Militärarsenal führen könne. Insbesondere werde er zu einem Mangel an Abfangraketen führen, nachdem die Vereinigten Staaten diese Raketen in den letzten vier Jahren an die Ukraine geliefert hatten und ab 2023 begonnen hatten, sie intensiv an Israel und die Länder des Persischen Golfs zu liefern. Doch Trump stimmte diesen Warnungen nicht zu, weil er als technologieferner Mensch nicht begriff, was tatsächlich mit den amerikanischen Arsenalen strategischer Waffen geschieht.

Eine weitere Warnung, die Donald Trump hinsichtlich der künftigen Folgen des Iran-Krieges zu hören bekam, war die Warnung, dass der Iran die Straße von Hormus sperren und damit eine katastrophale Situation für die Weltwirtschaft und für Donald Trump selbst schaffen könnte, weil die Preise an amerikanischen Tankstellen rasch steigen würden und die Amerikaner unzufrieden wären mit dem, was weiter mit ihrem Wohlstand und mit der Wirtschaft ihres Landes geschehen würde. Doch der amerikanische Präsident wies diese Einwände zurück und betonte, dass der Iran zerschlagen werde, noch bevor die Straße von Hormus geschlossen werde.

Infolgedessen unterstützte ein großer Teil der Mitarbeiter Donald Trumps seine Entscheidung faktisch nicht. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, machte deutlich, dass er gegen den Krieg mit dem Iran sei, auch weil er sich bewusst war, dass ein großer Teil der sogenannten Basiswählerschaft Trumps aus der Bewegung Make America Great Again, dem odiosen MAGA, für Trump vor allem gestimmt hatte, damit Amerika sich nie wieder in irgendwelche Kriege in verschiedenen Regionen der Welt einmischt. Wir dürfen auch den Antisemitismus vieler MAGA-Anhänger nicht vergessen, die Israel vom ganzen Herzen hassen. Das kann man an den zahlreichen Reportagen eines der Lieblinge dieser rechtsextremen Gruppe, Tucker Carlson, sehen, der, kann man sagen, seinen Antisemitismus mit der Liebe zum russischen Diktator Putin verbindet.

Zugleich befand sich J. D. Vance in einer ziemlich schwierigen Lage. Er war sich bewusst, dass Trumps Entscheidung den Ambitionen jedes Trumpisten, der 2028 bei den nächsten Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten kandidieren würde, ein Ende setzen könnte. Denn MAGA und der Kern der republikanischen Wählerschaft würden dem Erben Trumps nicht verzeihen, dass Trump sie im Wahlkampf schlicht widerlich belogen hat. Und unabhängige Wähler würden in dieser Situation, wie wir verstehen, für einen solchen Republikaner ganz sicher nicht stimmen. Zugleich war sich J. D. Vance bewusst, dass Trump ihn, wenn er Trump in der entscheidenden Situation nicht unterstützte, nicht zu seinem Erben ernennen würde. Wobei man aus Sicht von Vance und anderer Anpasser in Trumps Umfeld ohne eine solche Billigung durch den amtierenden amerikanischen Präsidenten die republikanische Nominierung für die von all diesen Leuten begehrten Wahlen 2028 nicht würde erhalten können.

Ungefähr dieselbe Position nahm Außenminister Marco Rubio ein, der während der Beratungen im Weißen Haus die Prognosen über einen möglichen Sturz des iranischen Regimes selbst als Unsinn charakterisierte. Auch Rubio begriff, dass er, wenn er Donald Trump nicht unterstützte, auf die Nominierung für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten verzichten müsste, um die er seinen unverhüllten Kampf mit Vizepräsident J. D. Vance fortsetzt.

Der einzige Mensch, der alle Vorschläge zum Beginn des Krieges entschieden unterstützte, war der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, der sogenannte Kriegsminister Pete Hegseth, bekannt für seine eklatante Inkompetenz und sein Unverständnis für das Ressort, in dem er sich befindet.

Der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs, General Caine, stand den möglichen Vorschlägen und möglichen Folgen des Iran-Krieges ebenfalls recht skeptisch gegenüber.

Und so stimmte letztlich praktisch die überwiegende Mehrheit von Trumps Ministern – mit Ausnahme seines Kriegsministers – dem Plan der Ereignisentwicklung, den Premierminister Netanyahu Trump beschrieben hatte, nicht zu, wobei dieser ihn zudem mit Videomaterial über mögliche neue Führer des Iran illustrierte. Doch es siegte gerade die Position von Netanyahu und Hegseth. Nicht einmal deshalb, weil Trump der Realitätsnähe des Plans zustimmte, den die israelische Delegation vorgelegt hatte, sondern weil den amerikanischen Präsidenten wie ein Kind die ersten zwei Punkte des Plans interessierten. Und Trump erwies sich, wie schon mehrfach in seiner Geschäfts- und Politkarriere, als unfähig, weiter als bis zur eigenen Nasenspitze zu schauen.

Das heißt, den amerikanischen Präsidenten, selbstverliebt und inkompetent, interessierten in Wahrheit der dritte und vierte Punkt des Plans nicht. Er dachte nicht an die Folgen seiner Entscheidung für die amerikanische Wirtschaft, weil er aufrichtig überzeugt war, dass die ersten zwei Punkte schön sein würden. Faktisch verband er mit diesen ersten zwei Punkten auch das, was zuvor in Venezuela geschehen war, wo es Trump nach der Entführung des widerwärtigen Diktators Nicolás Maduro und seiner Frau durch amerikanische Spezialkräfte gelang, Maduros Nachfolgerin im Präsidentenamt, seine eigene Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, an die Macht zu bringen, die sich zur Zusammenarbeit mit Donald Trump ausschließlich aus wirtschaftlich-merkantilen Interessen des amerikanischen Präsidenten bereit erklärte, der die Weltwirtschaft als echter Pirat wahrnimmt, bereit, alle auszuplündern, die man ausplündern kann, und dabei Gerede über Drogenhändler und Diktatoren zu benutzen. Denn wir sehen, dass es in Venezuela nicht zu einer wirklichen Demokratisierung des Regimes gekommen ist, sondern zu einer Demonstration des völligen Fehlens bei Donald Trump und seinem engsten Umfeld nicht einmal von Werten, sondern von ganz gewöhnlichen Normen menschlichen Verhaltens.

Und nun befinden wir uns, sozusagen, hier, wo Donald Trump in acht Stunden eine Entscheidung treffen kann, die die Weltwirtschaft, kann man sagen, in einen akuten und unheilbaren Sturzflug versetzen kann. Und niemand wird die Folgen dieser Entscheidung kennen. Dabei wissen wir nicht, worauf Donald Trump sich stützt, wenn er eine solche Entscheidung trifft. Jetzt erscheint viel Information darüber, dass Kriegsminister Pete Hegseth den amerikanischen Präsidenten darüber desinformiert, was tatsächlich mit dem Iran-Krieg und mit dem Potenzial der Islamischen Republik geschieht.

Trump könnte einfach nicht begreifen, welcher Teil der Waffen der Iran derzeit besitzt, wie viele Abschussanlagen dem fanatischen Korps der Wächter der Islamischen Revolution zur Verfügung stehen und wie dieses Korps diese Anlagen nutzen will, um den Nahen Osten in eine echte Wüste zu verwandeln. Dabei muss man sagen, dass es sich in diesem seinem Wunsch vervollkommnet.

Heute wurde bekannt – und das ist ebenfalls, kann man sagen, sensationelle Information –, dass die Russische Föderation dem Iran echte Fotos von Zielen in Israel zur Verfügung gestellt hat. Gemeint sind vor allem Kraftwerke auf dem Gebiet des jüdischen Staates. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um Satellitenaufnahmen, die dem Iran helfen sollen, die israelische Energieversorgung so zu zerstören, wie Russland die ukrainische zerstört. Hier sehen wir absolut dieselben Ansätze, aber auch die Schlussfolgerung, dass Israel, anders als die europäischen Staaten – und hier ist wiederum die Ukraine gemeint, die den Export europäischer Elektrizität nutzen kann –, eine isolierte Energieinsel ist. Und somit wird die Vernichtung der wichtigsten Energieobjekte Israels zum vollständigen Zusammenbruch der Energieversorgung dieses Landes führen.

Wir wissen im Prinzip von den iranischen Plänen. Das ist die Verwandlung Israels in eine schwarze Ödnis durch die Vernichtung seiner Energieobjekte, an die man buchstäblich nirgends mehr anschließen kann. Und Russland arbeitet aktiv an dieser Vernichtung Israels, indem es das Vermächtnis der Führer der Sowjetunion erfüllt, die hofften, den jüdischen Staat zu vernichten. Heute rechtfertigte sich der Botschafter der Russischen Föderation in Israel, Genosse Viktorov, wegen dieser Information und erklärte, das sei völliger Blödsinn, denn all diese Fotos könne man aus offenen Quellen nehmen, und daher habe Russland dem Iran gar nichts liefern müssen, weil die Iraner das alles ohnehin selbst wüssten.

Doch der nächste Plan des Iran, an den man erinnern sollte, ist die Möglichkeit von Schlägen gegen Entsalzungsanlagen und Kraftwerke in den Ländern des Persischen Golfs mit dem Ziel, diese Region von einer blühenden, investitionsattraktiven Region der Welt, einer Oase für Investoren wie Trump, in eine Wüste ohne jede reale Möglichkeit zur Rückkehr zu einem normalen Leben zu verwandeln. Und natürlich wird in dieser Wüste auch die Ölförderung enden, und dieses Öl, das es in den Vereinigten Staaten gibt, wird nicht ausreichen, um irgendwie jenes Defizit zu decken, das in der Welt buchstäblich wenige Wochen nach diesem Kollaps entstehen wird, falls es dem Iran natürlich gelingt, diese seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen.

Und wenn die Iraner zudem auf einen amerikanischen Schlag in Form der Bombardierung oder der Eroberung der Insel Kharg mit iranischem Öl stoßen oder wenn die Amerikaner diese Insel erobern und die Iraner dort amerikanische Militärangehörige vernichten, mit dem Ziel, vor den Kongresswahlen möglichst viele Särge in die Vereinigten Staaten zu schicken, dann werden wir den Öl-Energiesektor komplett vergessen und auf Elektrizität umsteigen müssen. Trumps Hass auf Windräder und erneuerbare Energie wird ihm einen bösen Streich spielen, denn nur diese Energie wird der verängstigten Menschheit in den kommenden Jahrzehnten bleiben. Somit wird man Trump, wenn er stirbt – möge er lange leben –, unter dem Zeichen der Windräder begraben können, deren Inspirator und Vater in der Energiewirtschaft er sein wird. Das ist so ein Paradox, aber sehr oft schaffen Menschen, die etwas derart hassen, ideale Bedingungen für dessen Entwicklung. Darin liegt die Besonderheit der Situation.

Und außerdem ist nicht ganz klar, was auf iranischer Seite geschieht. Das ist überhaupt ein echter Nebel. Wir wissen nicht, mit wem die Amerikaner im Prinzip verhandeln. Nun, vermutlich weiß der Oberbefehlshaber der pakistanischen Armee davon, aber er tauscht Informationen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi aus. Araghchi ist im Prinzip nicht der Mensch, der Entscheidungen treffen kann. Er arbeitet hier als Briefkasten. Und da stellt sich ebenfalls eine gute Frage: Briefkasten für wen? Für was? Wem übermittelt er diese Information? Was ist mit dem Obersten Führer des Iran, der nach dem Tod von Ajatollah Ali Khamenei gewählt wurde, Ajatollah Mojtaba Khamenei? Gibt es ihn überhaupt, existiert er? Es gab bereits viele widersprüchliche Informationen darüber, dass er überhaupt getötet wurde, dass er sich in schlechtem Gesundheitszustand befinde, dass er nach seiner Wahl nicht in der Lage sei, Entscheidungen zu treffen. Im Prinzip ist er kein einziges Mal in der Öffentlichkeit aufgetreten. Wir haben weder sein Videobild gesehen noch seine Stimme gehört. Es ist absolut unverständlich, ob dieser Mensch überhaupt existiert.

Im Iran gibt es scheinbar ein kollektives Organ, so etwas wie einen Obersten Militärrat, es gibt einen Nationalen Sicherheitsrat. Doch nach dem Tod des Sekretärs dieses Rates, Ali Laridschani, den man – auch das könnte völlige Desinformation gewesen sein – nach dem Tod Ali Khameneis für den faktischen Führer des Staates hielt, hört man auch über diesen Rat nichts mehr. Wir können uns theoretisch vorstellen, dass es irgendeine kollektive Führung gibt, die eine Entscheidung über einen Waffenstillstand treffen kann. Auch über die Rolle des iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian, der lebendig und gesund ist, ist absolut nichts klar. Er tritt von Zeit zu Zeit mit Tweets in sozialen Netzwerken auf, die den Handlungen widersprechen, die in seinem eigenen Land stattfinden.

Daher bleibt die Frage, mit wem die Vereinigten Staaten real über einen Waffenstillstand verhandeln, offen. Nachdem Trump mit einem weiteren kämpferischen Tweet aufgetreten war und mit der Zerstörung der Zivilisation gedroht hatte, erschien zunächst eine Mitteilung, dass alle Kontakte zu den Vereinigten Staaten abgebrochen seien. Später erschien die Mitteilung, dass sie nein, nicht abgebrochen seien. Tatsächlich gingen sie weiter. Und all das aus iranischen offiziellen Quellen. Falls es im Iran überhaupt irgendwelche offiziellen Quellen gibt; auch das ist eine absolut unklare Situation, die man nicht so charakterisieren kann, als gäbe sie uns eine Antwort auf die Frage, was in ein paar Stunden geschehen wird.

Arabische Medien erinnern daran, dass wir jetzt von einer Entwicklung der Situation in Richtung einer Fortsetzung der Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sprechen können. Zugleich sagen diese Medien aber auch, dass vor dem möglichen Ablauf von Trumps Ultimatum die Möglichkeit, ein Abkommen zu erreichen, wächst. Wobei absolut unverständlich ist, wie realistisch diese Situation aus Sicht der Ereignisse aussieht, die wir beobachten. Sofort wird auch offensichtlich, dass sich in der Region alle auf eine Entwicklung der Ereignisse vorbereiten. Buchstäblich während unserer Sendung erscheint die Meldung, dass man in den arabischen Ländern des Persischen Golfs den Bürgern rät, die Häuser nicht zu verlassen, da eine Verstärkung der Raketenangriffe seitens des Iran für möglich gehalten wird. Die Briten ziehen ihre Truppen aus dem Irak ab, aus Sorge, dass sie zu einem leichten Ziel für iranische Raketen werden könnten. Das heißt, praktisch sprechen einerseits alle davon, dass Verhandlungen stattfinden könnten, andererseits davon, dass eine Eskalation stattfinden könnte, aber wiederum wissen wir nicht, eine Eskalation welchen Niveaus.

Was meint Donald Trump, wenn er von Schlägen gegen Kraftwerke im Iran spricht, die jetzt von Zivilisten umringt werden, die zu einem lebenden Schutzschild für die iranische Energieversorgung werden wollen oder dazu gezwungen sind? Auch das sagt übrigens viel über das iranische Regime, nicht wahr? Stellen Sie sich doch einmal vor: Wir haben mit Ihnen viele Beschüsse ukrainischer Energieobjekte erlebt. Stellen Sie sich vor, die ukrainische Regierung würde von ukrainischen Bürgern verlangen oder sie dazu anhalten, dass wir nachts nicht in Schutzräumen, sondern bei Heizkraftwerk 5 in Kyiv oder bei Heizkraftwerk 6 wären, und dass es sich dabei um Kinder und Frauen handelte. Auch das darf man nicht vergessen, wenn wir darüber sprechen, gegen welches Regime die Vereinigten Staaten und Israel überhaupt Krieg führen. Ein Regime, das bereit ist, die eigenen Bürger als lebenden Schild zu benutzen, das sogar in Kriegszeiten weiterhin Menschen wegen der Teilnahme an regierungsfeindlichen Demonstrationen tötet – das ist kein menschliches Regime. Nein, nein, auch das muss man klar begreifen.

Ein ziemlich wichtiger Moment ist auch, was mit Vizepräsident J. D. Vance geschieht, der eigentlich jetzt real Verhandlungen mit dem Iran führen müsste und der ein Befürworter dieser Verhandlungen war. Er flog überhaupt nach Budapest. Er flog nach Budapest. Und in Budapest äußerte er sich ziemlich gemäßigt über den Krieg, sagte, die wichtigsten militärischen Ziele der Vereinigten Staaten seien bereits erreicht, es sei noch einige militärische Arbeit nötig, und danach werde der Krieg enden. Das heißt, selbst vor dem Hintergrund völliger Ungewissheit wirkte er wie ein Mensch, der sicher ist, dass es in dieser Nacht keine Apokalypse geben wird, selbst wenn keine realen Abkommen mit dem Iran erreicht werden können. Zumindest verstehen wir, dass ein Mensch, der Stunden damit verbringt, dem odiosen Viktor Orbán, diesem Idol der ultrarechten Kräfte der ganzen Welt, zum Sieg bei den Parlamentswahlen zu verhelfen, kaum gleichzeitig Verhandlungen mit iranischen Vertretern führen kann. Das heißt, er ist nicht Teil dieser Delegation.

All diese Informationen, von denen sogar Trump erzählte, dass J. D. Vance mit den Iranern verhandle – nun, das ist doch völliger Quatsch, wenn man sieht, dass er sich einfach mit Agitationstätigkeit in Ungarn beschäftigt. Daher ist klar, dass in dieser Delegation kein Vance ist, dass die Verhandlungen höchstwahrscheinlich von denen geführt werden, die sie immer führen: Witkoff und Jared Kushner mittels Zettelchen-Austausch mit Abbas Araghchi über die Pakistaner. Und ich weiß nicht, inwieweit man das Verhandlungen nennen kann. Mir scheint auch wichtig, dass wir vor dem Hintergrund all dieser Apokalypse auch gesehen haben, wie J. D. Vance Viktor Orbán unterstützt, wie er erzählt, dass der Mensch, über den heute gerade Informationen mit der Veröffentlichung des Protokolls seines Telefongesprächs mit Putin auftauchten, dass dieser Mensch sich Putins Mäuschen nannte, Putins Mäuschen, und versprach, alles Mögliche zu tun, um als Mäuschen den Löwen aus dem Käfig zu lassen, damit Putin noch jemanden zerreißt, Ukrainer hat er wohl nicht genug, und versprach, Russland im Kampf gegen den Westen so gut zu helfen, wie es eben geht. Und in diesem Moment kommt der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, formal des größten demokratischen Landes der ganzen Welt, nach Budapest und schreit den Ungarn zu, sie sollten für Orbán stimmen, weil gerade Donald Trump und Viktor Orbán besser als alle anderen wüssten, wie man den russisch-ukrainischen Krieg beendet.

Natürlich weiß Orbán, wie man den russisch-ukrainischen Krieg beendet. Durch die Kapitulation der Ukraine. Wer zweifelt denn daran? Und er beschuldigt nicht sich selbst der Einmischung in die Wahlen in Ungarn, obwohl dieser Funktionär aus den Vereinigten Staaten von der Tribüne direkt dazu aufrief, für Orbán zu stimmen, sondern die ukrainischen Nachrichtendienste. Stellen Sie sich vor: die ukrainischen Nachrichtendienste! Irgendein Teil von ihnen habe sich nicht nur in die Parlamentswahlen in Ungarn eingemischt, sondern auch in die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten. Stellen Sie sich vor, wie unglaublich bewundernswert wir eigentlich sind, dass wir uns im Prinzip in die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten eingemischt haben. Und nun entscheiden wir auf Ebene der Nachrichtendienste die Frage der Parlamentswahlen in Ungarn. Stellen Sie sich vor, was im Kopf von J. D. Vance, der kürzlich erzählte, dass Dämonen durch Amerika spazieren, tatsächlich vorgeht. Stellen Sie sich vor, dass ein Mensch mit einem solchen Denken der neue Präsident der Vereinigten Staaten wird, nachdem Donald Trump endgültig die Orientierung im Raum verloren hat – und das wird schneller passieren, als Sie denken. Das alles schreitet mit unglaublicher Geschwindigkeit voran. Oje.

Nun, also so. Ich finde auch, das war heute sehr interessant und sehr bezeichnend, dass Viktor Orbán J. D. Vance als eine Art hochrangigen Wahlagitator auf Zuruf der ungarischen Regierung benutzt hat, dass J. D. Vance im Hinblick auf die Entwicklung des Iran-Krieges sehr beruhigend wirken wollte. Und dass klar wurde, dass er genau der Mensch ist, der diesen Krieg offenkundig nicht unterstützt. Auch das sind Tatsachen, wichtige Tatsachen für die weitere Entwicklung der Ereignisse. Also, was werden wir in der Nacht sehen? Niemand kann das wissen. Leider sagt man im Weißen Haus, dass der einzige Mensch, der das weiß, Donald Trump ist. Aber ich möchte Ihnen ein Staatsgeheimnis verraten. Im gesamten Moment jetzt, um 21 Uhr Kyiv-Zeit und bis 3 Uhr nachts Kyiv-Zeit, wird Donald Trump selbst noch nichts wissen. Er wird die Entscheidung buchstäblich im letzten Moment treffen oder aber keine Entscheidung treffen und das Ultimatum an den Iran verlängern, weil man angeblich bereits fast irgendein Abkommen erreicht habe und nun von einem Waffenstillstand sprechen könne.

Das ist also ein reales Problem, das mit dem verbunden ist, was sich hinsichtlich der Entwicklung der Ereignisse im Nahen Osten im Zusammenhang mit dem abspielt, was wir erwarten. Natürlich ist das eine ziemlich ernste und ziemlich wichtige Frage für jeden, der diese Situation verfolgt. Wird diese Nacht eine Nacht der Apokalypse sein? Was erhalten wir am Ende dieser Nacht, oder ist es doch eine Nacht der Erpressung der iranischen Ajatollahs, damit sie Donald Trump erlauben, aus dieser Situation mit erhobenem Haupt und möglicherweise sogar mit einer offenen Straße von Hormus herauszukommen? Wir werden sehen.

Frage. Wenn die Ukraine der Schild Europas ist, wer ist dann das Schwert?

Portnikov. Warum denken Sie, dass die Ukraine nicht Schild und Schwert Europas zugleich sein kann? In diesem Fall ist die Ukraine sowohl Schild als auch Schwert Europas. Denn die Ukraine fügt der russischen Ölverarbeitung Schläge zu, die Ukraine fügt den russischen Ölhäfen Schläge zu. Die Ukraine hindert Präsident Putin daran, Präferenzen aus jenen faktischen Vorteilen zu ziehen, die ihm der amerikanische Präsident Donald Trump nach dem Beginn seines Krieges mit dem Iran gewährt hat. Das alles ist bislang die Ukraine. Ja, die Ukraine kann finanziell unterstützt werden, der Ukraine können Waffen gegeben werden, damit sie das tut. Aber all das tut die ukrainische Armee. Und Sie verstehen, dass, wenn es uns gelingt zu erreichen, dass Russland 75–80 % seiner Ölverarbeitung und die Möglichkeit verliert, Rohöl zu verkaufen, dann werden der russische Präsident und seine Bande mit uns in einem ganz anderen Ton sprechen. Wir müssen ihnen das Geld für den Krieg nehmen. Und das liegt in unserem Interesse, das liegt im Interesse der Europäer. Wobei darin ein kognitiver Dissonanz liegt, dass die Welt einerseits Öl braucht, dass Trump die Weltwirtschaft faktisch in ein tiefes, tiefes Grab schaufelt, wir Russland aber zugleich das Öl nehmen müssen. So eine Katastrophe. Können Sie sich das vorstellen? Wenn Russland nicht in den Krieg gegen die Ukraine gezogen wäre, sich diesen ganzen Schrecken nicht angetan hätte und Trump jetzt in den Krieg gegen den Iran gegangen wäre – wie viel Geld hätte Putin verdient? Wie hätte er sein Regime den Russen vorführen können, einfach, wissen Sie, wie ein Milchfluss mit Geleebänken. So wäre es dort gewesen.

Frage. Menschenmengen von Iranern bei Energieobjekten, von denen berichtet wird, dass sie getroffen werden könnten – ist das iranische Propaganda?

Portnikov. Das ist ganz normale iranische Propaganda. Ich habe Ihnen schon gesagt, dass die Iraner versuchen, ihre Leute als lebenden Schild zu benutzen. Und das ist eine regelrechte Katastrophe im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung. Oder sie zeigen Trump und seinen Generälen einfach, dass, wenn diese auf Kraftwerke schlagen, das Ergebnis nicht nur Schläge gegen Kraftwerke sein wird, sondern auch der Tod von Hunderten Menschen, Frauen, Kindern, die diese Kraftwerke schützen. Das ist alles.

Frage. Werden wir nicht in ein paar Stunden die realen Möglichkeiten von Trumps Amerika sehen, auf die geopolitischen Prozesse in der Welt Einfluss zu nehmen? Trump könnte noch vor den Zwischenwahlen zur lahmen Ente werden.

Portnikov. Das stimmt, denn es gibt hier mehrere Fragen. Es gibt die Frage, was sein wird, wenn Trump zuschlägt und diese Ergebnisse erreicht. Der Iran antwortet und erreicht ebenfalls seine Ergebnisse. Und am Ende hätten wir absolutes wirtschaftliches, energetisches Chaos. Das ist ein schlechtes Ergebnis. Aber es gibt auch ein anderes schlechtes Ergebnis: Trump schlägt zu und erreicht nichts, und die iranischen Schläge werden sagen wir zumindest für die Länder des Persischen Golfs ein Problem. Nicht für Israel vielleicht, aber für die Länder des Persischen Golfs. Allen gehen jetzt die Abfangraketen rapide aus. Ja, einerseits meinen die Vereinigten Staaten, sie kontrollierten den Luftraum des Iran, aber wir sehen, dass weder die israelische Flugabwehr noch die Flugabwehrsysteme der Länder des Persischen Golfs diesem Hagel von Angriffen bereits wirklich standhalten. Und wenn man sich vorstellt, dass die Iraner ihre Raketen für irgendeinen entscheidenden Gegenschlag auf die Handlungen der Vereinigten Staaten zurückgehalten haben, dann können sie größeren Erfolg haben als Amerika. Das ist ein sehr gefährlicher Moment. Noch gefährlicher ist weniger, dass Trump nichts tut, dass es kein Abkommen und keine Schläge geben wird. Dann würden wir wieder in einer Situation der Ungewissheit bleiben, in der niemand mehr auf Trumps Warnung achten würde. Und das würde eine weitere Eskalation der Lage im Nahen Osten bedeuten. Es gibt hier also einen sehr wichtigen Punkt, den man ebenfalls nennen muss.

Frage. War das eine Rettungsoperation zur Evakuierung des Piloten oder in Wirklichkeit Aufklärung und eine misslungene Landung mit Verlust von Fluggeräten?

Portnikov. Nein, das war eine Rettungsoperation zur Evakuierung des Piloten. Man muss verstehen: Wenn Sie jedem Ihrer Bürger Sicherheit geben wollen, gehen Sie Risiken ein. Wenn Sie meinen, dass es misslungene Operationen geben könnte und irgendeine Zahl von Menschen umkommt, dann sind Sie im Prinzip kein Staat, der jedem seiner Bürger Sicherheit garantiert – erst recht nicht einem Militärangehörigen, der einen Befehl ausführt. Deshalb halte ich das gerade für den Stil der Vereinigten Staaten. Wissen Sie, der ältere Bruder des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu kam auf dem ugandischen Flughafen Entebbe ums Leben, als Terroristen ein Flugzeug mit israelischen Bürgern entführten und dort auf diesem Flughafen parkten und verschiedene Bedingungen und Forderungen an die israelische Regierung stellten, damit sie diese erfülle. Und die Terroristen wurden damals vom Diktator Ugandas, Idi Amin, unterstützt. Und die israelischen Spezialdienste organisierten einen Einsatz zur Befreiung dieser Passagiere und zur Vernichtung dieser Terroristen. Und bei diesem Einsatz kam nur ein einziger Mensch ums Leben, der Bruder des israelischen Premierministers. Alle Geiseln wurden befreit, aber der Premierminister Israels verlor seinen leiblichen Bruder. Auch das ist, wie Sie verstehen, eine Erfahrung.

Frage. Kann der Iran als Antwort auf Bombardierungen in dieser Nacht durch die Vereinigten Staaten zum Beispiel Europa bombardieren? Und sollte man eine reale nukleare Bedrohung erwarten?

Portnikov. Ich denke, dass iranische Raketen heute die Länder Europas nicht erreichen werden. Und wenn irgendeine Zahl es doch schaffen sollte, wäre das weder wirksam noch ernsthaft. Außerdem würde das die Hoffnungen des Iran zerstören, dass die europäischen Länder diesen Krieg weiterhin als nicht ihren Krieg betrachten werden. Denn es wäre aus logischer Sicht sehr seltsam, wenn die Iraner auf Europa schlügen, während Europa versucht, sich von den Handlungen der Vereinigten Staaten zu distanzieren und die Vereinigten Staaten zu einer diplomatischen Lösung des Problems aufruft. Aber worauf die Iraner in dieser Nacht als Antwort auf die Handlungen der Vereinigten Staaten ganz sicher schlagen können, das sind die Länder des Persischen Golfs und Israel. Wiederum: Wir wissen nicht, welches reale Potenzial der Iran hat. Es gilt als wahrscheinlich, dass dem Korps der Wächter der Islamischen Revolution etwa bis zur Hälfte der Raketen und bis zur Hälfte der Abschussanlagen zur Verfügung stehen. Genau deshalb eilen die radikalsten Vertreter der jetzigen iranischen politischen Führung nicht mit irgendwelchen Vereinbarungen mit Donald Trump, in der Hoffnung, in der nächsten Etappe des Krieges möglichst viel zu zerstören. Und das kann es auch sein, was Donald Trump reizt. Übrigens kann er meinen, dass er auf diese Länder nicht genügend Hebel des Einflusses hat.

Frage. Welche Prioritäten – politisch-ideologische oder wirtschaftliche – werden den Kurs der Volksrepublik China hinsichtlich des Krieges im Iran künftig bestimmen?

Portnikov. Nun, ich sage Ihnen gleich: China wird von Kommunisten regiert. Wenn sie zwischen Wirtschaft und dem Zusammenbruch der Vereinigten Staaten von Amerika wählen müssen, werden sie den Zusammenbruch der Vereinigten Staaten von Amerika wählen. Natürlich kann man sagen: „Nein, in Wirklichkeit sind die Chinesen an der Straße von Hormus interessiert. Sie brauchen Öl.“ China verfügt jetzt über ziemlich große Ölreserven, wie auch viele andere Länder, die Energiereserven angelegt haben. Eine gewisse Zeit kann China noch aushalten. Außerdem kann China den Kauf russischen Öls steigern. Jetzt ist der Preis für russisches Öl auf das höchste Niveau seit den 90er Jahren gestiegen. Ich würde sagen, einen solchen Preis für russisches Öl gab es nicht. Ja, es kann wegen unserer Schläge nicht in der Menge geliefert werden, die nötig wäre, aber China hat so oder so die Möglichkeit, es zu erhalten, zumindest jenes Öl, das sich derzeit auf See befindet. Daran können wir nicht energisch genug hindern. Aber der Iran kann hoffen, dass sowohl die Schläge gegen die Länder des Persischen Golfs als auch der Anstieg der Preise für Öl, Treibstoff, Lebensmittel und alles andere in den Vereinigten Staaten selbst zu einer Chaotisierung des politischen Lebens in Amerika führen. Zumindest tatsächlich, wie hier in der Frage gesagt wurde, die Möglichkeiten der Vereinigten Staaten, auf die Welt Einfluss zu nehmen, zunichtemachen. Das kann ein sehr wichtiger Moment sein, der für China in der weiteren Entwicklung der Ereignisse in der Krise am Persischen Golf vorrangiger sein kann.

Frage. Wie meinen Sie: Wenn Trump die Entscheidung trifft, strategische Atomwaffen gegen den Iran einzusetzen, wäre das ein Signal für Putin, denselben Schritt gegen die Ukraine zu tun?

Portnikov. Erstens spricht niemand von der Möglichkeit des Einsatzes strategischer Atomwaffen, sondern von der Möglichkeit eines taktischen Atomschlags. Ich will nicht vor Ihnen verbergen: Sobald eines der Atomländer taktische Atomwaffen einsetzt, macht es damit anderen Atomländern die Hände frei. Derzeit besteht ein solcher Status quo, dass kein Atomland Atomwaffen gegen Nicht-Atomländer einsetzt. Ich denke nicht, dass Trump zum Einsatz von Atomwaffen greifen wird, weil ich die Zweckmäßigkeit eines taktischen Atomschlags gegen den Iran unter Bedingungen, in denen die Vereinigten Staaten den Luftraum über dem Iran tatsächlich kontrollieren, nicht verstehe. Was könnten sie durch einen taktischen Atomschlag erreichen? Nichts. Nur sich selbst in ein Land verwandeln, zu dem alle um sie herum mit Entsetzen schauen würden. Denn Sie verstehen, was der Preis dafür ist, als Erster Atomwaffen einzusetzen. Deshalb scheint mir, dass das eher ein Hochschrauben der Hysterie in dieser Nacht ist. Wobei man natürlich angesichts dessen, wie rasant sich, würde ich sagen, der psychologische Zustand Donald Trumps verändert, nichts ausschließen kann. Auch das ist absolute Realität.

Es gibt eine Frage zu Ungarn. Warum ist Ungarn gegen die Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union? Würde das Ungarn nicht statt zur Peripherie zu einem zentralen Land der EU machen?

Portnikov. Weil es nicht um Ungarn geht, sondern um eine ganz konkrete Person, Viktor Orbán, der, wie wir sehen, durch korrupte Beziehungen mit Putin verbunden ist. Verstehen Sie: Ungarn ist eines der ärmsten Länder der Europäischen Union. Die Entwicklung der ungarischen Wirtschaft, der Umstand, dass Orbán in Ungarn ein bestimmtes Maß an sozialer Stabilität aufrechterhalten kann – all das hängt vor allem damit zusammen, dass Ungarn jahrelang billiges russisches Öl kaufte. Sie verstehen doch, dass das nicht um schöner Augen willen geschieht. All diese Energielieferungen zu reduzierten Preisen. Putin senkt den Preis immer für Loyalität.

Und ich möchte Sie daran erinnern, dass dies, würde ich sagen, ein echtes Urteil für die Ukraine geworden ist. Dass wir immer kostenloses, billiges Gas wollten. 1994 gewann Leonid Kutschma die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine gerade deshalb, weil die überwiegende Mehrheit unserer Mitbürger meinte, dass billiger Käse, kostenloser Käse, nicht nur in der Mausefalle vorkommt. Und die Ukrainer haben sich mit ihrer eigenen Stimmabgabe selbst in den Käfig getrieben, in dem sie dann fröhlich auf den Krieg mit Russland warteten. Aber das war der Preis für Loyalität. Und sobald die ukrainische Regierung versuchte, eigene politische oder wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, erhöhte man uns entweder den Gaspreis oder schaltete das Gas ab, wie das schon während der Präsidentschaft Wiktor Juschtschenkos begann. Das heißt, man nutzte Gas weiter als Waffe. Dabei zeigte die Erfahrung nach 2014, dass wir ganz auf russisches Gas hätten verzichten können, dass wir es gar nicht brauchten, damit man uns damit erpressen konnte. Aber Gas war Teil einer Korruptionsvertikale, an der eine riesige Zahl von Vertretern der ukrainischen Eliten beteiligt war, unabhängig davon, welche politischen Ansichten sie hatten. Und das führte letztlich sowohl zur Degradierung der ukrainischen Gesellschaft, zumindest eines großen Teils von ihr, der überhaupt nicht verstand, was um ihn herum geschah und woraus dieses Fest eigentlich bezahlt wurde, als auch zu dem möglichen Krieg mit Russland, das, als es seine energetischen Hebel eingesetzt und verstanden hatte, dass es uns damit nicht mehr kaufen konnte, beschloss, uns zu erobern.

In Ungarn ist die Situation sehr ähnlich. Orbán kann nicht für eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union oder in der NATO sein, weil er weiß, dass man ihn bestrafen und ihm kein billiges Gas mehr liefern wird. Auf nicht billigem Gas basiert seine Wirtschaft nicht, denn dann müsste er auf jenes Modell verzichten, dank dessen er all diese Jahre die Wahlen gewann. Deshalb rastet er wegen dieses billigen Öls die ganze Zeit so aus. Das ist alles. In diesem Sinne können wir darüber nicht mehr weiter sprechen.

Frage. Wenn Trump aus irgendeinem Grund das Amt vorzeitig verlässt und Jay D. Vance Präsident wird – wird er dann aus der NATO austreten und China und Putin erlauben, alles zu tun, was sie wollen?

Portnikov. Entschuldigung. Erstens hat Trump noch gar nichts verlassen. Zweitens haben wir doch sehr gut gesehen, dass J. D. Vance ein klassischer anpassungsfähiger Politiker ist. Er hat seinerzeit Donald Trump scharf kritisiert, den er mit Adolf Hitler verglich. Diesen Eindruck hatte er von Trump. Auch seine öffentlichen Einschätzungen Trumps waren ziemlich hart und ziemlich, würde ich sagen, realistisch. Doch später, als er begriff, dass seine politische Karriere in der Republikanischen Partei davon abhängen würde, ob er bereit ist, Trump in allen Entscheidungen und Handlungen zuzustimmen, wurde er ein größerer Trumpist als Trump selbst.

Aber stellen Sie sich vor, Trump verlässt das Präsidentenamt aus körperlichen Gründen oder wegen irgendwelcher anderer Umstände, nicht infolge eines Impeachments, denn es gibt keinerlei Grundlage, davon zu sprechen, dass Trump ein Impeachment drohen könnte, selbst wenn die Demokraten die Wahlen zum Kongress gewinnen. Ich erkläre das immer wieder, weil dafür zwei Drittel des Senats nötig wären. Zwei Drittel im Senat haben die Demokraten nicht und werden sie auf keinen Fall haben. Das ist unmöglich. Deshalb wird Trump höchstwahrscheinlich bis Januar 2029 Präsident der Vereinigten Staaten bleiben, wenn die körperlichen Umstände es ihm erlauben, wenn sich sein Gesundheitszustand nicht verschlechtert. Das ist für einen Menschen, der in diesem Jahr 80 wird, möglich, aber bislang sehen wir dafür keine offensichtlichen Anzeichen.

Aber niemand weiß, wie sich J. D. Vance verhalten wird, wenn er Trump über seinem Kopf los ist. Lyndon Johnson war als Vizepräsident der Vereinigten Staaten John Kennedy sehr loyal. Obwohl sie vor dem gemeinsamen Gang in die Präsidentschaftswahlen keine großen Freunde waren. Doch seine Präsidentschaft unterschied sich nach dem Tod des amerikanischen Präsidenten sehr stark von der Kennedys. Solche Beispiele könnte man millionenfach anführen. Also: Erstens ist es gar nicht so einfach, die Vereinigten Staaten aus der NATO herauszuführen. Zweitens glaube ich nicht, dass es im Interesse von J. D. Vance läge, Putin und Xi Jinping die Möglichkeit zu geben, alles zu tun, was ihnen einfällt. Insofern denke ich nicht, dass die Situation so bedrohlich ist, wie Sie es sagen wollen, wenn wir über die weitere Entwicklung der Situation sprechen.

Und überhaupt ist das sehr weit weg. Wissen Sie, ich finde es sehr interessant, wenn Menschen jetzt eine Situation, die mit ferner Zukunft zusammenhängt, als eine Situation wahrnehmen, die man jetzt besprechen müsse. Wir leben längst in einer Welt, in der es, bedingt gesagt, keine ferne Zukunft mehr gibt, sondern taktische Aufgaben, die gelöst werden müssen. Die Ukraine muss den großen Krieg überleben, der, wie Sie sehen, keinerlei objektive Gründe für ein Ende hat. Objektive gibt es nicht, subjektive aber schon.

Denn wenn wir diese Schwachstelle Russlands ertastet haben, seine Achillesferse, und wenn wir sein Energiepotenzial zerstören können, dann werden in diesem Jahr nichtobjektive Gründe für ein Kriegsende entstehen. Stellen Sie sich das vor: Ich sage Ihnen doch in der Regel, dass es keine objektiven Gründe gibt. Das hier ist ein anderer Grund, eben kein objektiver. Konnte man das noch vor ein paar Monaten voraussehen? Nein. Es gibt viele Dinge, die man nicht voraussehen kann. Können wir uns eine massive Energiekrise infolge dessen vorstellen, dass heute Nacht jemand daneben trifft? Ja, kann man, aber man kann nicht klar verstehen, ob es so kommt oder nicht, wie genau es aussehen wird. Verstehen Sie, das alles ist eine absolut unwirkliche Sache, die man heute nicht durchrechnen kann.

Deshalb halte ich all diese Gespräche darüber, was nach Donald Trump sein wird, was J. D. Vance tun wird, was in Russland sein wird, wenn Putin stirbt, für völlig unangebrachtes Kaffeesatzlesen. Lassen Sie uns zunächst die Präsidentschaft Trumps überleben. Lassen Sie uns den Moment erleben, in dem Präsident Putin stirbt oder das Amt verlässt. Das können noch zehn Jahre sein oder weniger oder mehr. Er ist nicht in dem Alter, um einfach zu verschwinden. Und dann werden wir sehen, wer sein Nachfolger wird – der unter den Bedingungen des heutigen russischen Regimes sehr viel grausamer und radikaler sein kann als Putin. Es kann Chaos geben, alles kann sein, aber man muss erst einmal bis zu diesem Moment gelangen und dann weiterdenken.

Sich auf eine der unzähligen Varianten vorzubereiten, die es heute in der Zivilisation gibt, würde ich Ihnen nicht raten, denn im Prinzip verstehen wir doch, dass echtes Chaos herrscht. Wir sind in eine solche historische Periode eingetreten, in eine Periode des Chaos, in eine Periode politischer Ungewissheit, in eine Periode, in der es sehr schwer ist, irgendetwas durchzurechnen. Ich habe nie versucht, als ein Mensch zu erscheinen, der dort rechnen kann, wo es keine Formeln gibt. In der klassischen Politik gibt es offensichtliche Formeln, dank derer man bestimmte Dinge begreifen kann. Aber im Chaos ist es wichtiger, den Ereignissen zu folgen. Warum? Weil man, wenn man aufmerksam den Ereignissen folgt und versteht, wie sie sich in der aktuellen Phase entwickeln, eine unschätzbare Möglichkeit hat. Die Möglichkeit zu überleben und dann zu den strategischen Aufgaben zurückzukehren. Wenn Sie nicht überleben, kehren Sie nicht zu strategischen Aufgaben zurück. Auch das ist eine absolut offensichtliche Sache, über die man in der heute entstandenen Situation sprechen kann – in der Weltpolitik, in jenen zwei großen Kriegen. Ich könnte sagen, wir seien ihre Zeugen, aber wir sind nicht Zeugen, sondern ihre Teilnehmer.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Трамп погрожує знищенням цивілізації | Віталій Портников. 07.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.04.2026.]
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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