Trump ist wieder zum Krieg bereit | Vitaly Portnikov. 21.04.2026.

Es bleiben buchstäblich nur noch wenige Stunden bis zum 22. April, dem letzten Tag des Waffenstillstands, den der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump an jenem Tag ausgerufen hatte, als die Welt sich bereits auf einen neuen, harten Schlag der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran und auf eine mögliche iranische Antwort vorbereitet hatte, die damals nach Meinung vieler Beobachter die Lage in den Ländern des Persischen Golfs destabilisieren, zu möglichen Verzögerungen bei der Produktion und Lieferung von Öl führen und zu einer weiteren Stufe hin zu einer großen Energiekatastrophe werden sollte.

Viele meinten, dass jene Militäroperation kaum schnell zur Entblockierung der Straße von Hormus, zur Wiederherstellung der Wege der Öllieferungen geführt hätte. Und die Entscheidung des Präsidenten der Vereinigten Staaten über einen Waffenstillstand mit dem Iran schien ein reales Programm zu sein, das darauf abzielte, Wege zu finden, zumindest vorübergehende Vereinbarungen mit der Islamischen Republik zu erreichen, was seinerseits zur Entblockierung der Straße von Hormus geführt hätte.

Nach zwei Wochen können wir sagen, dass wir wieder in einem Murmeltiertag gelandet sind. Zu keiner Entblockierung der Straße von Hormus ist es gekommen. Sie wurde vom Iran buchstäblich nur für einige Stunden entblockiert, dann aber wieder blockiert, nachdem Donald Trump erklärt hatte, dass er trotz der iranischen Entscheidung seine eigene Blockade der Straße von Hormus bis zu dem Moment fortsetzen werde, in dem die Islamische Republik seine Forderungen nach Verzicht auf Atomwaffen und auf die Entwicklung eines Raketenprogramms annehme.

Die Verhandlungen zwischen der amerikanischen und der iranischen Delegation, die ersten seit der Errichtung der Islamischen Republik auf hohem Niveau, verliefen ohne irgendwelche Ergebnisse. Sogar jetzt, wenn bis zum Ende des Waffenstillstands nur noch einige Stunden bleiben, ist unbekannt, ob der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance nach Islamabad aufbrechen wird und ob dort eine iranische Delegation eintreffen wird, die als Bedingung für ihr Eintreffen die Entblockierung der Straße von Hormus durch Donald Trump nennt.

Donald Trump wiederum sagt, dass er zu einer neuen Bombardierung des Iran bereit sei, und meint, dass eine solche Bombardierung eine starke Position in den Verhandlungen sein könne. Der Iran betonte als Antwort, dass er neue Karten vorbereitet habe, um Trump auf einen möglichen neuen Schlag gegen den Iran zu antworten. So weit sind wir am Abend des 21. April 2026 gekommen.

Und es kann eine ziemlich einfache Frage entstehen: Wozu musste dann dieser Waffenstillstand überhaupt ausgerufen werden, wenn am Tag seines Endes absolut nichts geschehen ist, nicht einmal die Straße von Hormus ist entblockiert. Und damit ist die Vorstellung der Welt von einer möglichen Krise, die alle Bereiche der Wirtschaft erfassen wird, absolut realistisch und möglich.

Inwieweit musste man dann auf die Militäroperation gegen den Iran verzichten, die vorbereitet zu sein schien, wenn man nun wieder zu Drohungen mit Schlägen gegen den Iran zurückkehren muss? Und wenn schon vor zwei Wochen klar war, dass diese Schläge zu nichts Konkretem und zu nichts Realem führen würden, welchen Sinn haben dann neue Schläge nach dem 22. April? Auf all diese Fragen gibt es heute, wie mir scheint, vor allem bei Donald Trump selbst keine Antwort.

Obwohl man der Wahrheit ins Auge sehen muss: Den Iranern ist es in diesen zwei Wochen gelungen zu beweisen, dass die Straße von Hormus tatsächlich ein ernstes Instrument der Erpressung ist, sogar ernster vom Standpunkt der Auswirkung auf die Menschen und auf die Wirtschaft als das Vorhandensein einer iranischen Atombombe. Trump musste in diesen zwei Wochen auf eine solche iranische Bedingung eingehen wie die Einstellung der Schläge Israels gegen die Positionen der terroristischen Organisation Hisbollah, die das Leben im Norden des jüdischen Staates buchstäblich unerträglich gemacht hat. Israel betonte nach der Verkündung des Waffenstillstands zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, dass der Libanon nicht zur Zone des Waffenstillstands gehöre. In dieser Position wurde es von Trump unterstützt. Buchstäblich nach einigen Tagen änderte sich die Position des amerikanischen Präsidenten ins Gegenteil, weil er sich überzeugt hatte, dass es ohne eine solche atemberaubende Änderung der Position nicht gelingen würde, die Öffnung der Straße von Hormus zu erreichen. Israel musste die Schläge gegen die Hisbollah nach der öffentlichen Erklärung Donald Trumps einstellen, dass er dies Israel befohlen habe, das heißt, er stellte die Autorität des einzigen verbündeten Staates, der bereit war, gemeinsam mit ihm gegen den Iran zu kämpfen, und sogar dessen Souveränität infrage.

Aber dieses Zugeständnis Donald Trumps hat, wie wir sehen, zu keinerlei realen Ergebnissen geführt, außer dem Zugeständnis selbst. Der Iran öffnete die Straße von Hormus für einige Stunden, und als er sich überzeugt hatte, dass Donald Trump nicht bereit war, sie von seiner Seite zu öffnen, und bereit war, iranische Schiffe festzuhalten, schloss er sie wieder. Und nun stehen wir tatsächlich vor mehreren Optionen, von denen jede schlimmer ist als die vorherige.

Eine Option: Der Status quo bleibt bestehen. Sagen wir, die Führung Pakistans vereinbart mit den Vereinigten Staaten und dem Iran ohne irgendwelche Verhandlungen von ihrer Seite eine Verlängerung des Waffenstillstands um zwei Wochen, um dem Verhandlungsprozess die Möglichkeit zu geben, weiterzugehen. Das bedeutet, dass die Straße von Hormus weitere zwei Wochen geschlossen bleiben wird, was ein unglaubliches Risikoniveau für die weltweite Energiewirtschaft, die Wirtschaft, die Landwirtschaft und andere Industriezweige schafft, die sich mit einer solchen Geschwindigkeit in Richtung Degradation bewegen, dass wir sie bald nicht einmal mehr verfolgen können.

Zweite Variante. Der Waffenstillstand bleibt bestehen, aber gleichzeitig geht Trump in seinem Bemühen, die Straße von Hormus zu öffnen, auf weitere Zugeständnisse an den Iran ein, das heißt, er hebt seine eigene Blockade auf. Genau davon sprach Trumps der Oberbefehlshaber der Streitkräfte Pakistans, Feldmarschall Asim Munir, offen, der der wichtigste Vermittler im Dialog zwischen Washington und Teheran ist.

Das wird bedeuten, dass der Iran demonstriert, dass er den amerikanischen Präsidenten und seine Administration buchstäblich an der Gurgel hat. Denn wenn der Iran diese Meerenge öffnet und ihm dann etwas nicht gefällt, kann er sie wieder schließen und Donald Trump erneut mit neuen Forderungen erpressen. Man kann sagen, dass der Iran jetzt nicht amerikanische Diplomaten als Geiseln hält, wie das in den ersten Monaten nach dem Sieg der Islamischen Revolution war, sondern die gesamte Weltwirtschaft.

Und das ist ein solches Instrument des Einflusses, das den Iran buchstäblich zu einer Supermacht unter den Supermächten macht, unter Bedingungen der Vernichtung einer großen Zahl politischer und militärischer Führer dieses Landes und eines großen Teils seiner Wirtschaft. Die Straße von Hormus hat sich in eine echte Schwachstelle Donald Trumps, der Weltwirtschaft, des kollektiven Westens verwandelt. Und niemand versteht, wie man sie entblockieren soll. Katastrophe auf Katastrophe.

Dritte Variante. Donald Trump versteht, dass jedes neue Zugeständnis zu einer Verschlechterung der Situation führt. Er stimmt der Idee einer Verlängerung des Waffenstillstands nicht zu, obwohl offensichtlich ist, dass er sehr nicht kämpfen will, weil er versteht, dass jede neue Bewegung zu neuen politischen Problemen führt, die im November 2026 mit einer Niederlage der Republikanischen Partei enden werden. Und in dieser Situation beginnt er, wie wir verstehen, eine neue Runde des Krieges mit dem Iran.

Hier ist die Situation absolut unvorhersehbar. Wir kennen die Antwort auf die Frage nicht, zu welchen Ergebnissen dieser Krieg führen wird. Wirklich, zu welchen? Vielleicht wird dieser Krieg dazu führen, dass es den Vereinigten Staaten doch gelingt, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu errichten, das iranische Regime zu vernichten. Aber da stellt sich die Frage: Wenn solche Möglichkeiten bestanden, warum hat Trump sie dann nicht ohne irgendeinen Waffenstillstand genutzt?

Und wenn es solche Möglichkeiten heute auch nicht gibt, welchen Sinn hat es dann, sie im gegenwärtigen Moment zu diskutieren? Es gibt noch die reale Variante, dass die Militäroperation der Vereinigten Staaten zu keinen wesentlichen Ergebnissen führt, aber mit einer Degradierung sowohl der iranischen Ölindustrie als auch der Ölindustrie der benachbarten Länder des Persischen Golfs endet, und auch möglicherweise mit iranischen Schlägen gegen ihre Entsalzungsanlagen, was vor unseren Augen eine noch vor Kurzem blühende Region in eine lebenslose Wüste verwandeln wird. Auch diesem ziemlich gefährlichen Szenario können wir näherkommen.

Und es ist offensichtlich, dass die Führer der Länder, die jetzt den Persischen Golf regieren, sich der ganzen Gefahr einer solchen Entwicklung der Lage sehr gut bewusst sind und alles Mögliche tun werden, um sie zu verhindern. Aber auch dort muss es keine Einigkeit geben. Wie wir verstehen, wissen wir nicht, mit welchen Vorschlägen sich der Kronprinz Saudi-Arabiens jetzt an Donald Trump wendet und mit welchen Vorschlägen sich die Führer der Vereinigten Arabischen Emirate an ihn wenden. All das sind ebenfalls Fragen, die dem Verständnis der Realität völlig fernliegen.

Gerade jetzt findet in den Vereinigten Staaten eben eine weitere Beratung amerikanischer Führungsvertreter statt, die zu begreifen versuchen, was man mit dem Iran in einer solchen Situation tun soll; an dieser Beratung nehmen neben Donald Trump J. D. Vance teil, der vorerst in Washington geblieben ist und nicht nach Teheran abgeflogen ist, ebenso der Außenminister der Vereinigten Staaten Marco Rubio, der Verteidigungsminister Pete Hegseth und der Direktor der Central Intelligence Agency John Ratcliffe. Also findet in Washington jetzt faktisch eine solche Beratung auf höchster Ebene statt. Das ist ebenfalls ein wichtiger Punkt, den man erwähnen sollte, wenn wir die heutige Situation besprechen.

Wir wissen nicht, was Donald Trump wählen wird. Wir müssen begreifen, dass es hier buchstäblich keine guten Varianten gibt, weil die beste Variante in dieser Situation jetzt für Trump, das, was er wirklich braucht, darin besteht, die Straße von Hormus zu entblockieren, aber so, dass er sein Gesicht wahrt. Der amerikanische Präsident spricht ja schon nicht einmal mehr von einem Regimewechsel im Iran. Nein, er äußert sogar den Wunsch, sich mit den Führern des Iran zu treffen, wenn eine Vereinbarung erreicht wird.

Dabei ist die Situation auch interessant. Wenn wir von Vereinbarungen mit den Führern des Iran sprechen, wissen wir nicht, von wem prinzipiell überhaupt die Rede ist. Wer sind diese Führer, wer regiert den Iran überhaupt? Ja, die iranische Delegation bei den Verhandlungen wird vom Parlamentspräsidenten Ghalibaf angeführt, aber er ist nicht der Oberbefehlshaber der Streitkräfte des Iran.

Oberbefehlshaber ist Ajatollah Khamenei, der Sohn des von den Israelis getöteten früheren Diktators der Islamischen Republik. Ajatollah Mojtaba Khamenei hat seit dem Moment, als die Residenz seines Vaters bombardiert wurde, niemand gesehen und niemand gehört. Man spricht davon, dass tatsächlich die Möglichkeit besteht, dass der Iran von den Führern des Korps der Wächter der Islamischen Revolution regiert wird und dass der reale Führer dieses Landes heute der Kommandeur des Korps der Wächter der Islamischen Revolution ist, dass er dem Parlamentspräsidenten Ghalibaf Anweisungen gibt.

Das kann eine absolut reale Geschichte sein. Dem könnte man auch zustimmen. Aber es entsteht eine andere Frage. Kann der Oberbefehlshaber des Korps der Wächter der Islamischen Revolution denn Befehle an die Armeeführung geben? Denn im Iran ist gerade durch die Bemühungen von Ajatollah Khomeini und Ajatollah Khamenei eine parallele Struktur staatlicher Organe und Institutionen geschaffen worden. Und sie besteht sogar auf der Ebene der Machtstrukturen fort. Ich erinnere die ganze Zeit daran und werde nicht müde, das zu tun.

Es gibt das Korps der Wächter der Islamischen Revolution, es gibt die iranische Armee, es gibt die Basidsch, die zivile Miliz, die das Korps der Wächter der Islamischen Revolution unterstützt. Es gibt schließlich die inneren Truppen des Innenministeriums des Iran. Keiner der iranischen Beamten und Generäle kommandiert all diese Gruppierungen gleichzeitig. Nicht einmal der Präsident der Islamischen Republik, ein Mensch, den angeblich die gesamte Bevölkerung wählt, hat das Amt des Obersten Oberbefehlshabers der Streitkräfte des Iran. Er tritt im Grunde in der Rolle des Regierungschefs auf, der sich ausschließlich mit technischen Problemen beschäftigen und Tweets in sozialen Netzwerken veröffentlichen kann. Vom Parlamentspräsidenten rede ich schon gar nicht. Stimmen Sie zu, dass es eine sehr seltsame Situation ist, wenn den Iran bei Verhandlungen nicht der Präsident des Landes vertritt, sondern der Parlamentspräsident.

Aber das Wichtigste ist, dass auch der Kommandeur des Korps der Wächter der Islamischen Revolution nicht über die gesamte Fülle der Macht verfügt. Die gesamte Fülle der Macht und das Amt des Oberbefehlshabers der Streitkräfte aller Iraner nimmt der Oberste Führer der Islamischen Revolution ein, eben jener Rahbar, den seit 50 Tagen niemand gehört und seit 50 Tagen niemand gesehen hat. Und es gehen verschiedene Gerüchte über seinen Zustand um, aber tatsächlich wissen wir davon nichts, was mit ihm real geschieht. Und auch das begrenzt die Möglichkeiten von Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran und das Erreichen einer Vereinbarung bei diesen Verhandlungen.

Dabei versucht jeder Politiker, in seiner eigenen Welt zu leben. Heute hielt der Präsident Frankreichs Emmanuel Macron, der, wie wir wissen, einer der Patronen der Unabhängigkeit und Souveränität des Libanon ist, eine große Rede zum Nahen Osten. Und der Präsident der Französischen Republik sagte absolut logische Dinge vom Standpunkt der Lage im Nahen Osten aus. Er sagte, dass der Schlüssel zum Frieden im Libanon der Abzug der israelischen Truppen und die Entwaffnung der Hisbollah sein könne.

Nun, wie der Abzug der israelischen Truppen vor sich gehen kann, kann man sich vom technischen Standpunkt aus vorstellen. Das kann eine Entscheidung der Regierung Israels sein. Also, sagen wir, wenn die Regierung Israels entscheidet, dass die israelischen Truppen aus dem Territorium des Libanon abziehen müssen, vom Standpunkt der eigenen Sicherheit aus oder vom Standpunkt des Drucks auf Israel seitens Präsident Donald Trump, der bereits demonstriert hat, dass er der amtierenden israelischen Regierung jede beliebige seiner Wünsche und Launen aufzwingen kann, dann werden die israelischen Truppen aus dem Libanon abziehen. Das ist in Wirklichkeit nicht so schwierig, wie es scheint.

Aber wer wird die Hisbollah entwaffnen? Auch eine wunderbare Frage. Der Premierminister Israels Benjamin Netanyahu kann sich im Weißen Haus mit Präsident Joseph Aoun treffen und mit ihm die Frage der Entwaffnung dieser terroristischen Organisation besprechen. Aber tatsächlich hat der Präsident des Libanon keinerlei reale Druckmittel auf die Hisbollah und ihre Führer.

Und so bleibt der Iran das einzige reale Land, das auf die Hisbollah Einfluss nimmt, ihr Geld und Waffen gibt und offensichtlich an ihrer Entwaffnung nicht interessiert ist. Sogar der jetzige Führer dieser terroristischen Organisation, Naim Qassem, den Israel jeden Augenblick liquidieren kann, so wie es seinen Vorgänger Hassan Nasrallah liquidiert hat, kann diese terroristische Organisation kaum entwaffnen.

Und in dieser einfachen Wahrheit zeigt sich, würde ich sagen, wie in einem Wassertropfen die ganze schwierige Lage im Nahen Osten. Dass es für viele Fragen einfach keine Lösung gibt, und wenn es sie gibt, dann gibt es mächtige Kräfte, um sie zu blockieren.

Das betrifft übrigens auch unseren Krieg. Heute hörten wir die Rede des Präsidenten der Russischen Föderation, der erneut sagte, niemand zweifle daran, dass der Sieg im Krieg Russland gehören werde, und damit seinen aufrichtigen Wunsch zeigte, weiter Krieg zu führen. Und auch hier kann man die amerikanische Administration fragen, die sich angeblich derzeit nicht so ernsthaft mit der russisch-ukrainischen Regelung beschäftigt. Die Vereinigten Staaten können Druck auf die Ukraine ausüben, Präsident Zelensky die ganze Zeit davon überzeugen, dass man die Truppen aus dem Gebiet der Oblast Donezk abziehen müsse und der Krieg dann ende, Putin einem Ende des Krieges, dem Abschluss eines Friedensabkommens zustimme. Aber wer wird Druck auf Putin ausüben und wie?

Putin sagt mit voller Überzeugung, dass die russischen Truppen Schritt für Schritt Teile des ukrainischen Territoriums abbeißen werden, um eine Pufferzone zwischen dem Territorium der Russischen Föderation, den von Russland besetzten Regionen der Ukraine und dem freien Territorium der Ukraine zu schaffen. Nun, wir verstehen doch, dass man eine Pufferzone bis ins Unendliche abbeißen kann. Erst eine Pufferzone abbeißen und dann eine Pufferzone schaffen, um die Pufferzone selbst zu schützen, und so bis Uschhorod, und weiter eine Pufferzone auf den Territorien Ungarns, der Slowakei, Polens und Rumäniens schaffen, um die Pufferzone zu schützen, die in dieser Zeit bereits geschaffen worden ist.

Und da stellt sich die Frage: Wie, auf welche Weise Druck auf Trump ausüben, damit er diese Situation begreift? Und wie kann Trump Druck auf Putin ausüben in einer Situation, in der der amerikanische Präsident heute, unter Bedingungen, in denen der Ölmarkt buchstäblich vor unseren Augen aus dem Gleichgewicht gerät und es keinerlei reale Instrumente zur Öffnung der Straße von Hormus gibt, dem Russen eher hilft, Milliarden Dollar mit Öl zu verdienen, als ihn im Krieg zu stoppen?

Und das ist so ein Teufelskreis. Einerseits hätte Trump gern ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges, um den Wählern wenigstens irgendetwas im Hinblick auf seine erfundene Friedensstifterrolle vorzuführen. Andererseits steckt er in der Falle des Iran-Krieges fest und kann nicht mehr heraus. Und um diese Falle, in der er sich befindet, etwas zu lockern, versucht er natürlich, wie wir verstehen, mit Präferenzen für Putin den Öldruck des Iran zu verringern.

Und in der Zeit, in der er für Putin den Öldruck verringert, ist Putin seinerseits nicht nur daran interessiert, dass der Iran aus dem Krieg mit den Vereinigten Staaten und Israel als eindeutiger Sieger hervorgeht. Und die Russen verbergen das bereits nicht mehr.

Haben Sie diese Geschichte mit der Festnahme israelischer Bürger in Moskau gesehen? Ich frage nicht, warum sie dorthin gefahren sind. Dummheit läuft, wie bekannt, den Menschen voraus. Wir erinnern uns, wie viele ukrainische Bürger Russland bis 2022 und auch nach 2022 besuchten. Bei vielen ist dieser Wunsch nicht verschwunden. Aber man sagte Israelis einfach ins Gesicht, dass sie aus einem feindlichen Land kommen, das den Verbündeten angegriffen hat.

Also, Russland wünscht nicht nur den Sieg des Iran und das Verschwinden Israels von der politischen Weltkarte und eine Katastrophe für Amerika, es will auch, dass dieser Krieg lange andauert und dass Donald Trump gezwungen ist anzuerkennen, dass der Westen ohne russisches Öl einfach nicht standhalten wird und dass auch der globale Süden dieses russische Öl braucht. Auch das ist ein sehr wichtiger Punkt, den man erwähnen muss, wenn wir über die Fragen der zukünftigen Entwicklung der Ereignisse sprechen.

Wenn man sagt: „Das ist unser Krieg, das ist nicht unser Krieg.“ Wir sehen, dass das im Wesentlichen ein Krieg ist oder zwei Fragmente des Vorspiels zum Dritten Weltkrieg, in dem die verängstigte Menschheit bald leben wird, oder bereits ein Element des Dritten Weltkriegs. Auch das können wir bis zum Ende nicht wissen. Und ich denke, dass die Antwort auf diese Frage nicht wir erhalten werden, sondern sie die Historiker der Zukunft. Man wünschte sich, dass diese Antwort nicht so schrecklich wäre. Aber was muss man tun, damit diese Antwort nicht so schrecklich wird? Nun, zumindest zu begreifen, dass das ein Krieg ist, das wäre ebenfalls kein schlechter Punkt, der mit der Zukunft zusammenhängt.

Gerade eben hat ein hochrangiger Vertreter der Administration der Vereinigten Staaten gesagt, dass Trump alternative Varianten habe außer der Wiederaufnahme von Luftschlägen gegen den Iran. Wir wissen nicht, was das für alternative Varianten sind. Wir können uns vorstellen, dass sich unter diesen alternativen Varianten sowohl die Suche nach einem Verhandlungsweg als auch die Suche nach irgendwelchen möglichen alternativen wirtschaftlichen Maßnahmen befinden kann, die die Möglichkeiten der Islamischen Republik schwächen würden. Und sogar der Versuch einer Bodenoperation. Obwohl wiederum: Wie kann eine Bodenoperation ohne vorausgehende Luftschläge aussehen?

Aber es ist bereits völlig klar, dass Trump diesen Krieg sehr nicht wieder aufnehmen will, dass er die Wiederaufnahme des Krieges und die Folgen dieser Wiederaufnahme sehr fürchtet. Und ich schließe absolut nicht aus, dass man jetzt bei der Beratung beim Präsidenten der Vereinigten Staaten gerade diese möglichen alternativen Varianten bespricht. Eine der alternativen Varianten kann, wie ich schon sagte, auch ein Waffenstillstand sein, der im amerikanisch-iranischen Krieg ausgerufen werden könnte. Und dieser Waffenstillstand kann, wie wir verstehen, in irgendeinem Szenario auch ein Szenario für einen Waffenstillstand im russisch-ukrainischen Krieg sein, wenn er irgendwie gestaltet und erreicht wird.

Schon allein unter diesem Gesichtspunkt, dass im amerikanisch-iranischen Krieg zumindest verständlich ist, dass die Amerikaner die Möglichkeit des Drucks auf den Iran noch nicht verloren haben, obwohl der Iran, wie wir sehen, gewichtige Möglichkeiten des Drucks auf die Vereinigten Staaten hat, dass die Straße von Hormus ein Instrument dieses Drucks ist. Was aber den Druck auf Russland betrifft, sehe ich heute solche realen Möglichkeiten bei den Amerikanern nicht. Real Druck auf Russland übt die ukrainische Armee aus, die auf die Ölhäfen und die Ölverarbeitungsindustrie der Russischen Föderation schlägt und so Bedingungen für eine reale wirtschaftliche, energetische Krise in Russland selbst schafft.

Ich werde einige Fragen beantworten, die während dieser Sendung eingegangen sind.

Frage. Wie viele Weltkriege hat Trump schon gewonnen und wie viele Iran-Kriege ebenfalls? Ist das nicht der Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“?

Portnikov. Ich habe schon gesagt, dass das ein echter Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist und wir in ihm leben und vielleicht noch ziemlich lange in ihm leben können. Und leider ist das so eine Tendenz der Weltpolitik, dass wir uns die ganze Zeit in genau einem solchen Tag wiederfinden.

Frage. Glauben Sie, dass die Regelung beider Kriege durch neue internationale Gesetze und Normen bedingt sein könnte?

Portnikov. Ich sehe vorerst keinerlei Möglichkeit zur Schaffung irgendwelcher neuen internationalen Gesetze und Normen, weil die Idee jetzt damit zusammenhängt, dass die Russische Föderation, der Iran, sogar China beschlossen haben, jene Welt nach Regeln zu bombardieren, die bis jetzt existierte. Und die Vereinigten Staaten wollen, statt zu dieser Welt nach Regeln zurückzukehren, Russland, dem Iran und China beweisen, dass sie in einer Welt ohne Regeln die Ersten sein können. Und so sind wir mit Ihnen in eine Situation unkontrollierten Chaos geraten, die mehrere Jahrzehnte in Folge andauern und den größeren Teil der Länder der heutigen Welt in einen Strudel der Aussichtslosigkeit ziehen kann.

Wie kehrt man zu einem normalen Leben zurück? Ich sage Ihnen wie. Wenn die Vereinigten Staaten zur Idee der Notwendigkeit einer Welt nach Regeln zurückkehren, vielleicht geschieht das bereits, nachdem Donald Trump die politische Bühne verlassen hat, vielleicht auch nicht, dann werden die Vereinigten Staaten יחד mit anderen Ländern des Westens gerade Anstrengungen dieser Art unternehmen. Bis dahin aber sehen wir, wenn Sie wollen, eine Konkurrenz der Chaose.

Frage. Welche Rolle spielt Israel in diesen Verhandlungen?

Portnikov. Nun, erstens möchte ich alle, die diese Sendung aus Israel sehen, zum Unabhängigkeitstag beglückwünschen, der vor einigen Stunden begonnen hat, und zumindest wünschen, dass unsere israelischen Zuschauer und Zuhörer den nächsten Unabhängigkeitstag in Frieden und nicht im Krieg begehen. Das ist jener Wunsch, den wir uns am Unabhängigkeitstag der Ukraine selbst immer machen.

Die Rolle Israels in diesen Verhandlungen ist jetzt auf null reduziert. Soweit wir verstehen, erfuhr der Premierminister Israels Benjamin Netanyahu von dem von Donald Trump im iranisch-amerikanischen Krieg ausgerufenen Waffenstillstand einige Minuten, bevor der Präsident der Vereinigten Staaten einen solchen Waffenstillstand öffentlich verkündete. Für den Premierminister Israels, für seine Regierung war all das eine echte kalte Dusche aus dem einfachen Grund, dass Israel sich auf die Fortsetzung der Operation gegen den Iran vorbereitete und nicht glaubte, dass Donald Trump auf die Fortsetzung des Krieges verzichten würde.

Und das war noch nicht das Ende, weil Benjamin Netanyahu auch vom Ende der Kampfhandlungen im Libanon einige Minuten, bevor Donald Trump diesem Ultimatum seitens des Iran nachkam, erfuhr. So spielt Israel im Verhandlungsprozess heute keine irgendeine reale Rolle.

Und das ist übrigens auch für uns eine sehr ernste Lehre. Nun, was haben wir die ganze Zeit gesagt: „Oh, Donald Trump nimmt auf uns keine Rücksicht, weil Zelensky sich falsch verhält. Weil er Putin liebt und nicht Zelensky. Weil er an einer Lösung der Frage des russisch-ukrainischen Krieges nicht so interessiert ist, wie wir es gern hätten, weil er nicht so unser Freund ist.“ Nun gut. Donald Trump ist ein großer Freund Israels, der beste. Er ist ein persönlicher Freund Benjamin Netanyahus. Benjamin Netanyahu übernachtete im Haus Donald Trumps und ist seit vielen Jahren mit der Familie von Trumps Schwiegersohn Kushner befreundet.

Aber in dem Moment, als Trump begann, an seine Interessen zu denken, begann er sich Netanyahu ungefähr so gegenüber zu verhalten wie Zelensky. Das heißt, überhaupt nicht, ohne jede Berücksichtigung dessen, was Benjamin Netanyahu über die Situation denkt. Und Benjamin Netanyahu blieb nichts anderes übrig, als Reden zu halten, so zu tun, als entscheide er in dieser Situation irgendetwas, und Donald Trump zu danken. Genau dasselbe, was Volodymyr Zelensky nach dem Skandal im Oval Office tun musste.

Also spielt es keine Rolle, ob du ein Freund Donald Trumps bist, ob du nach Mar-a-Lago fährst oder nach Washington, in Donald Trumps Büro, oder nirgendwohin fährst. Ob du mit seiner Familie befreundet bist oder mit dieser Familie nichts zu tun hast. Wenn es um die realen Interessen Donald Trumps geht, wird man an dir die Füße abtreten, in jeder Situation auf dich spucken. Das ist alles, was man begreifen muss. Nun, das sollte man begreifen.

Frage. Nach Angaben von CNN sind 30–50 % der Raketenbestände der USA im Krieg gegen den Iran aufgebraucht. Wie wahrscheinlich ist es, dass ein weiterer Krieg die Vereinigten Staaten so sehr schwächt, dass die Achse des Bösen auf absehbare Zeit einen Freibrief für neue Konflikte erhält?

Portnikov. Eine solche Möglichkeit gibt es, und sie verstärkt sich mit jedem Tag. Heute gab es übrigens die Meldung aus Estland, dass Estland die bereits geplante Lieferung von Raketen für HIMARS aus den Vereinigten Staaten nicht erhalten hat, weil die Vereinigten Staaten bei dieser Technik einen ernsthaften Mangel haben. Und zweifellos wird ein weiterer Krieg das militärische Potenzial der Vereinigten Staaten erschöpfen, insbesondere die Bestände an strategischen Raketen, Flugabwehrraketen und so weiter. Also werden die Vereinigten Staaten vieles über viele Jahre hinweg wiederherstellen müssen. Donald Trump hat bereits vorgeschlagen, den Militärhaushalt der Vereinigten Staaten um 40 % auf eineinhalb Billionen Dollar zu erhöhen. Das ist eine gewaltige Zahl, die, denke ich, von den Vereinigten Staaten eine erhebliche Kürzung ihrer eigenen Sozialprogramme und vieler Haushaltsausgaben verlangen wird und im Grunde, würde ich sagen, zu einem ernsthaften Geschenk für viele Wähler Donald Trumps werden wird, die sich bereits im nächsten Jahr von vielen ihrer Träume und Erwartungen für die kommenden Jahrzehnte verabschieden werden.

Andererseits meine ich, dass ehrliche Armut besser ist als das Fehlen von Sicherheit. Und genau eine solche ehrliche Armut wünsche ich den Wählern Donald Trumps für alle Jahre, die ihnen in ihrem Leben bleiben, denn es ist normal und richtig, beim Wählen dieser oder jener Person genau das zu bekommen, was du verdienst. Armut und Sicherheit. Und jetzt werden darin alle Wähler von Populisten in der ganzen Welt leben, von den Vereinigten Staaten bis zu den europäischen Ländern, wo man, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, bei uns heute das siebenjährige Jubiläum, so zu wählen vermag. Dagegen lässt sich nichts machen. Für alles im Leben muss man mit harter Münze bezahlen.

Also ist das ein reales Problem, das tatsächlich in die Zukunft verlagert werden kann. Und in erster Linie können wir natürlich von der Volksrepublik China sprechen, die all diese Chancen zu nutzen vermag, zumindest einen neuen Kriegsschauplatz in der asiatischen Ebene zu eröffnen oder einfach asiatische Länder so zu erschrecken, dass sie bereit sein werden, jeden Wunsch Chinas zu erfüllen, nur um nicht mit seinen Bemühungen konfrontiert zu werden. Die Konfrontation Chinas mit Japan verschärft sich buchstäblich heute vor unseren Augen. Auch das muss man klar begreifen.

Frage. Vorbereitete neue Karten Irans, sind das Schläge gegen die Türkei oder gegen Europa? Wenn man von der Logik der Eskalation ausgeht, erscheint mir das als wahrscheinliches Szenario.

Portnikov. Nun, ehrlich gesagt sehe ich keine Notwendigkeit für Schläge gegen die Türkei und Europa seitens des Iran. Aus einem einfachen Grund: Sowohl in der Türkei als auch in den europäischen Ländern tritt man im Wesentlichen gegen den Krieg der Vereinigten Staaten gegen den Iran auf, und gegen die Türkei und gegen Europa zu schlagen erscheint mir vom Standpunkt der iranischen Interessen aus absolut unlogisch. Aber ich lasse zu, dass der Iran im Fall amerikanischer Schläge ein vollständigeres Verzeichnis von Zielen vorbereitet haben könnte, ein Verzeichnis von Zielen, das gerade die Öl- und Ölverarbeitungsindustrie der Länder des Persischen Golfs sowie Schläge gegen die Energiewirtschaft Israels umfassen würde. Obwohl das eine zweitrangige Frage ist, weil die Ausschaltung der israelischen Wirtschaft von der Weltwirtschaft nicht bemerkt werden wird. Aber von der Ausschaltung der Wirtschaften der ölreichen Länder des Persischen Golfs wird eine schwere Erkrankung beginnen, verbunden mit der Blockade von Hormus. Also ist das eine absolut reale Sache.

Frage. Hat Netanyahu, ein so erfahrener Politiker, denn nicht verstanden, dass man, man kann nicht, man kann noch einmal nicht mit Trump als Hauptverbündeten in einen so ernsten Krieg gehen darf?

Portnikov. Erstens hatte Netanyahu keine anderen Verbündeten, die bereit gewesen wären, gemeinsam mit Israel gegen den Iran zu kämpfen und die Gefahr zu verringern, die der Iran für den jüdischen Staat darstellt, und vielleicht wird er solche auch nicht mehr haben. Und die Bedrohung seitens des Iran hat aus Sicht Israels einen existenziellen Charakter, weil das Ziel des Iran die Vernichtung des jüdischen Staates im Nahen Osten ist. Und zweifeln Sie nicht daran, dass dieses Regime, wenn es erhalten bleibt, alles tun wird, um dieses Ziel zu verwirklichen. Das ist kein deklaratives Ziel. Zu glauben, dass der Iran das einfach so sagt und nicht vorhat, es zu tun, heißt, die realen Ziele Teherans nicht zu verstehen.

Genauso wie viele Ukrainer bis heute nicht verstehen, dass das reale Ziel des Präsidenten der Russischen Föderation die Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit ist. Der Präsident der Russischen Föderation ist bereit, jeden Preis in Menschenleben der eigenen Landsleute und in Geld zu zahlen, wenn er es haben wird, um dieses Ziel in den 20er–30er Jahren des 21. Jahrhunderts zu verwirklichen. Kriegerische Jahrzehnte für die Ukraine, obwohl auch das zehnte Jahrzehnt, wie bekannt, in jener Kollektion des endlosen Krieges kriegerisch ist.

Andererseits müssen Sie bedenken, dass jeder Politiker, der viele Jahre an der Macht ist und der, wie Netanyahu, noch dazu durch Strafverfolgung belastet ist, jeden Krieg, der zur Niederlage des Feindes hätte führen sollen, als Ablass und als Möglichkeit zur Machtbewahrung betrachten kann und als Möglichkeit, nicht auf der Anklagebank zu landen, nicht nur wenn du vor Gericht gehst und aussagst, sondern real nicht in einer Gefängniszelle zu landen. Und Netanyahu konnte in seinem Kopf einfach Wunsch und Wirklichkeit verwechseln, genau so, wie Donald Trump das tat. Wenn du Staatsinteressen mit den Interessen deines eigenen politischen Überlebens verwechselst, ist das leider immer so.

Obwohl, ich wiederhole, was wir auch immer über Netanyahu sagen mögen, über seine Erfahrenheit oder Unerfahrenheit, Befangenheit oder Unbefangenheit, Korruptheit oder Nicht-Korruptheit, die existenzielle Gefahr für die Juden, die in Israel leben, hinsichtlich des Wunsches des Iran, sie zu vernichten, hebt das nicht auf, denn der Iran hat das niemals verborgen, sondern im Gegenteil bei jeder Gelegenheit immer erklärt.

Frage. Angenommen, Trump würde des Amtes enthoben. Angenommen, obwohl das technisch unmöglich ist, weil es im Senat keine zwei Drittel der Demokraten gibt und sie auch nach 2026 nicht erscheinen werden. Angenommen, die Demokraten kommen an die Macht. Das kann wahrscheinlich erst 2029 geschehen, bis zu dem man noch ohne einen Dritten Weltkrieg leben muss, der die Lebensperspektiven von zig Millionen Menschen, die in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern der Welt leben und niemals mehr Wähler werden können, beenden könnte. Auch das ist in nächster Zeit absolut real. Nun, angenommen, das ist nicht geschehen. Seltsam, aber es ist nicht geschehen. Und die Demokraten sind an die Macht gekommen. Werden die USA Verbündeter Israels bleiben?

Portnikov. Ja, werden sie. Aber es ist klar, dass jeder neue Präsident der Vereinigten Staaten, auch wenn er kein Demokrat, sondern ein Republikaner sein wird, höchstwahrscheinlich ein vorsichtigerer Verbündeter Israels sein wird als Donald Trump. Denn es wird sowohl die Erfahrung Donald Trumps geben als auch die Unwilligkeit, Risiken einzugehen, und die Suche nach irgendeinem diplomatischen Weg zur Lösung des Problems, die in Wirklichkeit ein Zerreden des Problems sein kann. Wir müssen uns sagen: Hätte der Iran denn wirklich keine Atomwaffe bekommen, wenn seine Abkommen mit Barack Obama weiter erfüllt worden wären? Wer kennt die Antwort auf diese Frage?

Frage. In den Medien erschien die Information, dass in Peking ein trilaterales Treffen von Xi, Trump und Putin möglich sei. Was ist Ihre Meinung dazu, ist das wieder eine weitere Verschwörungstheorie?

Portnikov. Im Moment gibt es nicht einmal Gründe anzunehmen, dass in Peking ein bilaterales Treffen zwischen Trump und Xi Jinping stattfinden wird. Und ich denke, Sie haben die Medienberichte einfach falsch gelesen. Die Medien berichteten, dass Putin höchstwahrscheinlich nach Peking kommen könne, nachdem der Besuch Trumps stattfindet. Oder dass er unabhängig vom Besuch Trumps nach Peking kommen könne. Aber ein solches trilaterales Treffen war nicht geplant. Geplant war, dass Xi Jinping und Putin die Lage erörtern würden, sagen wir, im Zusammenhang mit ihrer eigenen Sicht ihrer Zusammenarbeit und des Drucks auf Amerika, nachdem der Vorsitzende der Volksrepublik China sich mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten getroffen hat.

Frage. Mir persönlich ist klar, dass die Kriege andauern und sich ausbreiten werden, zu viele neue Militärtechnologien, die Asymmetrie und Unvorhersehbarkeit schaffen. Warum glauben die meisten Menschen an einen schnellen Frieden?

Portnikov. Menschen neigen dazu, an das zu glauben, was nicht geschehen kann, einfach weil es der menschlichen Natur eher entspricht, in Frieden als im Krieg zu leben. Und viele Menschen können den Krieg nicht als Norm akzeptieren. Obwohl in Wirklichkeit die reale Norm der politischen Existenz in der Welt immer Krieg war und nicht Frieden. Das gilt besonders für Menschen, die zufällig in das relativ friedliche Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg geraten sind, als die Angst vor einem neuen Krieg die Unmöglichkeit großer Konflikte schuf und alle Kriege eher in einem lokalen Maßstab stattfanden. Die Jahre sind vergangen, und jetzt wird Krieg, Krieg und noch einmal Krieg die Norm der Existenz dieser Generationen von Menschen sein bis zu dem Moment, in dem irgendeine große Katastrophe und der Tod von Millionen Menschen in kurzer Zeit die Menschen wieder dazu bringen, sich vor dem Krieg zu fürchten und die Bemühungen zu seiner Fortsetzung zu stoppen. Und so werden die nächsten Generationen jener Menschen, denen es gelingt, in diesem Fleischwolf zu überleben, ebenfalls in Frieden leben. Und wir müssen ihnen alles Gute wünschen, falls es uns nicht gelingt, und auch das ist möglich, uns diesen Menschen anzuschließen.

Frage. Glauben Sie, dass gerade die Angst Trumps, vor den amerikanischen Wählern das Gesicht zu verlieren, ihn morgen dazu bringen kann, auf den Knopf zu drücken, selbst wenn die militärischen Berater dagegen sein werden?

Portnikov. Die Frage ist, was Trump unter Gesichtsverlust vor den amerikanischen Wählern versteht. Trump wird meinen, dass er vor den amerikanischen Wählern das Gesicht verliert, wenn sie wieder zu den Tankstellen kommen und dort hohe Kraftstoffpreise sehen, und wenn das bis November 2026 so bleibt. Und das ist seine Hauptkatastrophe, sein Hauptalptraum. Und niemand wird ihm sagen, dass, wenn er auf den Startknopf drückt, sich dadurch irgendetwas an der Situation mit seinem Gesicht vor den amerikanischen Wählern ändern wird. Genau darin liegt die Hauptintrige des morgigen Tages. Wie Trump die Situation real einschätzt unter Bedingungen, in denen sich seine Ansichten über das, was geschieht, jede Minute ändern.

Danke, Freunde. Wir werden auf dieses Thema unbedingt zurückkommen. Ich bitte Sie, zu kommentieren, wie Sie denken, ob am 22. April eine neue Runde des amerikanisch-israelischen Krieges beginnen wird und zu welchen Folgen sie für die Welt und für Russlands Krieg gegen die Ukraine führen wird.


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Titel des Originals: Трамп знову готовий воювати | Віталій Портников. 21.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 21.04.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Trump ist auf einen neuen Krieg mit dem Iran eingestellt | Vitaly Portnikov. 21.04.2026.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, schließt eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen gegen den Iran nicht aus und betont, dass es aus einer solchen Position leichter sei, in Verhandlungen einzutreten. Trump, der weiterhin auf eine für ihn vorteilhafte Vereinbarung mit dem Iran hofft, besteht darauf, dass die Vereinigten Staaten sich auf eine neue Runde von Kampfhandlungen vorbereitet haben und die Straße von Hormus kontrollieren.

Noch ist unklar, inwieweit diese Aussagen des amerikanischen Präsidenten tatsächlich mit seiner Bereitschaft verbunden sind, Kampfhandlungen gegen den Iran zu beginnen, oder ob sie darauf abzielen, Druck auf die Teilnehmer der Verhandlungen auszuüben, die an diesem Mittwoch in Islamabad stattfinden könnten. Nachrichtenagenturen betonen, dass an diesen Gesprächen diesmal sowohl eine amerikanische als auch eine iranische Delegation teilnehmen könnten, angeführt vom Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten J. D. Vance und dem Sprecher des iranischen Parlaments Ghalibaf.

Allerdings wurden frühere Berichte darüber, dass man in Teheran einer Teilnahme an solchen Gesprächen zustimmt, bislang nicht bestätigt. Unter anderem auch deshalb, weil die Iraner von den Vereinigten Staaten als Bedingung für den Beginn von Verhandlungen die Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus verlangen. Und Trump besteht in seinem heutigen Interview darauf, dass die Straße von Hormus bis zum Abschluss der amerikanisch-iranischen Verhandlungen nicht freigegeben wird.

Unlogisch bleibt die Tatsache, warum Trump einem Waffenstillstand mit dem Iran zugestimmt hat, um dann wieder Kampfhandlungen aufzunehmen. Denn offensichtlich kehren wir genau zu jenem Moment zurück, als man vom Präsidenten der Vereinigten Staaten intensive Angriffe auf den Iran erwartete, stattdessen aber die Verkündung eines zweiwöchigen Waffenstillstands erhielt, an dessen Fortsetzung, wie wir sehen, nun weder in Washington noch in Teheran Interesse besteht.

Als Donald Trump den Waffenstillstand verkündete, stimmte er faktisch der Tatsache zu, dass die Vereinigten Staaten nicht in der Lage sind, die Straße von Hormus mit militärischen Mitteln zu öffnen. Und somit müsse man reale Möglichkeiten für eine Verständigung mit dem Regime der Islamischen Republik suchen. Bedeuteten die neuen Drohungen des amerikanischen Präsidenten gegenüber der Führung der Islamischen Republik, dass die Vereinigten Staaten nun eine solche Möglichkeit gefunden haben und eine Fortsetzung der Blockade der Straße von Hormus – sowohl durch die Vereinigten Staaten selbst als auch durch die Islamische Republik – nicht mehr fürchten?

Denn unabhängig davon, wer diesen wichtigen Handelsweg blockiert, gehen in vielen Ländern der Welt die Ölreserven bereits zur Neige, und wir befinden uns weiterhin an der Schwelle zu einer groß angelegten wirtschaftlichen und energetischen Krise. Außerdem wissen wir nach wie vor nicht, wie der Iran auf mögliche amerikanische Angriffe auf seine strategischen Objekte reagieren wird.

Als Donald Trump den Waffenstillstand verkündete, befürchteten viele Beobachter, dass der Iran als Antwort solche Schläge gegen strategische Objekte der Staaten des Persischen Golfs führen könnte, die nicht nur die Transportrouten für Öl, sondern die Ölproduktion selbst für viele Jahre infrage stellen würden. Und das ist keine Übertreibung, denn wir wissen, dass von Iran beschädigte Energieanlagen der Länder des Persischen Golfs in vielen Fällen mehrere Jahre zur Wiederherstellung benötigen. Und während dieser ganzen Zeit wird sich der Mangel an diesen Ressourcen auf den Zustand der Weltwirtschaft auswirken.

Und wenn wir bedenken, dass zum Transport von Öl durch die Straße von Hormus noch Chemikalien hinzukommen, die für Düngemittel benötigt werden, sowie Materialien, die für Hochtechnologieprodukte erforderlich sind, werden wir erkennen, wie tiefgreifend die Auswirkungen dieser Krise auf die Menschheit in den kommenden schwierigen Jahren dieses Jahrzehnts sein können. Es stellt sich die Frage, ob der Präsident der Vereinigten Staaten diese Folgen fürchtet oder ob er in seiner eigenen Welt lebt, in der Logik keinen Zugang hat.

Im selben Interview zeigte Trump auch seine Bereitschaft, in Konfrontation mit der Volksrepublik China zu gehen, als er mitteilte, dass sich auf einem von den Amerikanern beschlagnahmten Schiff gewisse, für ihn „übliche“ Überraschungen befanden, die offensichtlich mit militärischer Unterstützung der Chinesen für die Islamische Republik zusammenhingen. Trump sagte mit gespielter oder vielleicht echter Überraschung, dass der Vorsitzende der Volksrepublik China, Xi Jinping, ihm das Gegenteil versprochen habe.

Das heißt, der amerikanische Präsident erkennt noch immer nicht, mit welchem Maß an Verachtung man ihm in Moskau und in Peking begegnet und wie man versucht, seine Präsidentschaft auszunutzen, um die Vereinigten Staaten von Amerika zu demütigen und die geopolitische Rolle Chinas und Russlands zu stärken. Doch mit einem Ego wie dem von Trump ist es natürlich schwer, sich die tatsächliche Haltung der eigenen entschiedensten Gegner vorzustellen, die man gern als Freunde sehen würde.

Im selben Interview sagte Trump auch, er hätte den Vietnamkrieg gewonnen, bezeichnete ihn als eine der größten historischen Prüfungen für die Vereinigten Staaten im gesamten 20. Jahrhundert und behauptete, er habe Venezuela in 45 Minuten eingenommen. Tatsächlich aber hat das diktatorische Regime in diesem Land seine Positionen vollständig bewahrt, nachdem amerikanische Spezialeinheiten Nicolás Maduro festgenommen hatten.

Und zu behaupten, die Vereinigten Staaten würden Venezuela kontrollieren, bedeutet, die Tatsache zu ignorieren, dass die Regierung Trump im Wesentlichen einen beschämenden Deal mit einer weiteren Diktatur eingegangen ist. Einen Deal, der ausschließlich mit den finanziellen Interessen Donald Trumps und seines Umfelds sowie mit der Taktik zusammenhing, bereit zu sein, sich mit gelenkten Diktaturen zu arrangieren.

Möglicherweise sollte genau so auch Trumps Taktik gegenüber dem Iran aussehen. Auf solche Abmachungen mit dem iranischen Regime hofft Donald Trump. Und genau deshalb glaubt er, dass seine Drohungen gegenüber diesem Regime letztlich zur Wiederholung des venezolanischen Szenarios führen werden, das den amerikanischen Präsidenten völlig zufriedenstellt: sich mit einer Diktatur zu verständigen und die Menschen zu ignorieren, die in einem normalen zivilisierten Land leben möchten.

Doch im Fall des Iran wird Trump eine Enttäuschung nach der anderen erwarten. Und wenn er die Realität noch lange nicht erkennt, ist ihm ein politisches Fiasko im Nahen Osten sicher – und uns allen die Folgen einer so umfassenden wirtschaftlichen und energetischen Krise, wie wir sie vielleicht in unserem bisherigen Leben noch nicht erlebt haben.


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Titel des Originals: Трамп налаштований на нову війну з Іраном | Віталій Портников. 21.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 21.04.2026.
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Putins Teufelskreis. Vitaly Portnikov. 20.04.2026.

https://hromada.us/uk/articles/2026/04/20/putins-vicious-circle?fbclid=IwZnRzaARUhGVleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeCAdsFI0sci4GB-EzWGhTOpLZjMMCqioi4dAX5vG0lmY-sUMawUyI93I5pT4_aem_qpkgF2_-sHI0idIFc5J9XQ

Dem russischen Präsidenten wird es nicht gelingen, einen regelrechten Akt beispielloser Großzügigkeit, den man ihm in den Vereinigten Staaten vor dem Hintergrund des Krieges mit dem Iran und der Versuche, nach der Schließung der Straße von Hormus das Ölgleichgewicht irgendwie zu stabilisieren, organisiert hat, voll auszunutzen.

Ja, Putin wird Milliarden Dollar aus dem Verkauf von Öl aus Tankern erhalten, die vorausschauend aufs Meer hinausgeschickt wurden. Aber er hatte mit mehr gerechnet.

Dieses Mehr wird es dank der Bemühungen der ukrainischen Streitkräfte nicht geben. Angriffe auf die russische Ölverarbeitung begannen bereits im Herbst 2023, doch gerade jetzt hat ihre Intensität zugenommen. Und das Wichtigste: Die Ukrainer haben verstanden, dass man nicht nur die Raffinerien treffen muss, sondern vor allem die Ölterminals der Russischen Föderation.

Diese kombinierten Schläge treiben den russischen Präsidenten in einen Teufelskreis. Russland kann kein Öl verkaufen, kann aber auch das Rohöl nicht für den eigenen Bedarf verarbeiten, weil die Kapazitäten der Raffinerien nicht ausreichen. Man ist gezwungen, Bohrlöcher stillzulegen und Währungsreserven zu nutzen, um Erdölprodukte im Ausland zu kaufen.

Doch im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten gibt es immer mehr Probleme, und ja, auch diese Erdölprodukte verteuern sich. Und die Wirtschaft beginnt tatsächlich und spürbar einzubrechen.

Nicht umsonst stellt die Zeitschrift Foreign Affairs fest, dass es durch die ukrainischen Angriffe gelungen ist, das zu erreichen, was mit allen westlichen Sanktionen zusammen nicht möglich war.

Im vergangenen Jahr sind die Öleinnahmen des Kremls um 24 Prozent gesunken – das war der schlechteste Wert seit 2020. Im Januar 2026 verdienten die Russen mit dem Verkauf von Öl halb so viel wie ein Jahr zuvor. Im März beliefen sich die Einnahmen laut der Nachrichtenagentur Reuters auf minus 52 Prozent im Vergleich zum März 2025. Und zum ersten Mal in den Jahren des groß angelegten Krieges gegen die Ukraine gab Russland mehr für diesen Krieg aus, als es durch Öl einnahm. So musste Putin eine Sonderbesprechung einberufen und seine Minister wegen des Rückgangs des BIP rügen.

Ja, natürlich will er den Krieg keineswegs beenden und betrachtete Friedensverhandlungen bis heute ausschließlich als Schlüssel zu einem Einvernehmen mit seinem amerikanischen Amtskollegen. Doch es geht nicht nur um Putins Wünsche – es geht um seine Möglichkeiten. Wenn Russland das Geld ausgeht und Bedingungen für soziale Destabilisierung entstehen, wird Putin schlicht gezwungen sein, anzuhalten. Die Stabilität des Regimes zu riskieren, liegt keineswegs in seinem Interesse.

So wird das Jahr 2026 dank der ukrainischen Anstrengungen zu einer Zeit echten Drucks auf Putin. Dabei ist es jedoch wichtig, dass sich nur Putin in einem Teufelskreis befindet – und nicht Trump.

Denn wenn Trump einerseits den Krieg Russlands gegen die Ukraine schnell beenden will, andererseits aber der Erteilung und anschließenden Verlängerung einer Lizenz für den Verkauf russischen Öls aus Tankern der „Schattenflotte“ zustimmt, rettet er mit dieser Lizenz faktisch die russische Öl-Infrastruktur und schafft Bedingungen nicht für ein Ende, sondern für die Fortsetzung des Krieges. Und nicht nur dafür, sondern auch für die Unterstützung des Iran.

Der Iran, sich dieser Möglichkeit der Unterstützung bewusst, setzt Trump weiterhin unter Druck und blockiert die Straße von Hormus. Und Trump hilft Putin erneut beim Verkauf von Rohstoffen, um irgendwie den Druck steigender Ölpreise auf die Ergebnisse der Kongresswahlen zu verringern.

Putins Teufelskreis gefällt mir. Trumps Teufelskreis hingegen weniger, denn er ist ein Ausweg für Putin – zumindest vorübergehend. Und um Putin zum Anhalten zu zwingen, sollte man diesen „Teufelskreis“ Trumps durchbrechen.

Zumal sich das auch auf den Verlauf der Ereignisse im Nahen Osten ausschließlich positiv auswirken würde.


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Titel des Originals: Замкнене коло Путіна. Віталій Портников. 20.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 20.04.2026.
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Wahlen in Bulgarien: Folgen für die Ukraine | Vitaly Portnikov. 20.04.2026.

Der ehemalige Präsident Bulgariens, General Rumen Radev, und seine Partei „Progressives Bulgarien“ sind die wirklichen Triumphatoren der Parlamentswahlen in diesem Balkanland geworden. Zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten der politischen Geschichte Bulgariens hat eine Partei die Mehrheit der Wählerstimmen erhalten und wird eine Einparteienregierung bilden können, die keine Unterstützung anderer politischer Kräfte benötigt.

Die Parteien, die bisher die politische Landschaft Bulgariens bestimmten, darunter auch die GERB-Partei des ehemaligen Premierministers Boyko Borissow, erwiesen sich bei diesen Wahlen als Außenseiter und werden nun in der Opposition zur Partei des ehemaligen Präsidenten stehen.

Dieses Ergebnis kann natürlich sowohl in Europa als auch in der Ukraine Besorgnis auslösen. Wir kennen die prorussischen Aussagen von General Radev, und einige haben es bereits eilig, ihn als neuen Orbán zu bezeichnen und sagen, dass der General in Europa faktisch zum politischen Nachfolger des nun schon fast ehemaligen ungarischen Premierministers werden könnte.

Aber ich wäre vorsichtig mit solchen Vorhersagen. Tatsächlich zeichnet sich Rumen Radev durch seine offensichtlichen Sympathien für Moskau und den Wunsch aus, mit Russland eine gemeinsame Sprache zu finden. Doch unmittelbar vor den Wahlen, als man ihn zum Kredit befragte, den die Europäische Union der Ukraine gewährt hat, betonte er, dass Bulgarien sich nicht gegen die Bereitstellung dieser Mittel stellen solle, aber auch nicht an deren Bereitstellung teilnehmen müsse.

Das heißt, die Position des künftigen Premierministers Bulgariens, Rumen Radev, stimmt mit der Position des künftigen Premierministers Ungarns, Péter Magyar, überein. Und gerade Magyars Sieg bei den Parlamentswahlen in Ungarn wird als Rettung vor Orbán wahrgenommen.

Ein weiterer wichtiger Punkt hängt damit zusammen, dass Rumen Radev, wenn er tatsächlich echte Reformen in Bulgarien anstrebt, eine verfassungsändernde Mehrheit benötigt. Schon allein, um den Generalstaatsanwalt des Landes zu ersetzen und eine Justizreform durchzuführen. Auch hier stimmen seine Aufgaben mit denen von Péter Magyar an der Spitze der ungarischen Regierung überein.

Das Problem besteht jedoch darin, dass Magyar im ungarischen Parlament über eine verfassungsändernde Mehrheit verfügt und solche Reformen ohne Probleme durchführen kann. Die Partei Radevs hingegen hat keine solche Mehrheit. Um Reformen in Bulgarien durchzuführen, wird Rumen Radev die Unterstützung proeuropäischer politischer Kräfte aus der Koalition „Wir setzen den Wandel fort – Demokratisches Bulgarien“ benötigen. Gerade aus dieser Koalition, deren führende Politiker der Ukraine in den ersten Monaten des russisch-ukrainischen Krieges so tatkräftig geholfen haben, als ihre Partei an der Spitze des bulgarischen Staates stand.

Auch hier wird Radev also berücksichtigen müssen, dass seine Position gegenüber dem russisch-ukrainischen Krieg und gegenüber Moskau angepasst werden muss, wenn er tatsächlich Reformen durchführen und über reale Instrumente zur Führung Bulgariens verfügen will. Und Radev versteht das sehr gut.

Ein weiterer wichtiger Punkt hängt damit zusammen, dass Orbán ein Vertreter rechter politischer Kräfte war und daher als Partner von Donald Trump wahrgenommen wurde. Radev hingegen ist ein Vertreter linker politischer Kräfte; für das Amt des Präsidenten Bulgariens kandidierte er von der postkommunistischen Bulgarischen Sozialistischen Partei, die nun faktisch von der politischen Bühne verschwindet, von der Bewegung Radevs absorbiert. Das bedeutet lediglich, dass die von Radev geführte Partei zur wichtigsten Kraft im linken politischen Spektrum Bulgariens wird. Es ist unwahrscheinlich, dass ein solches politisches Bündnis im Weißen Haus als Partner zur Lösung der Probleme angesehen wird, die heute in den Beziehungen zwischen den USA und Europa bestehen.

Und die wirtschaftliche Dimension: Bulgarien wird Unterstützung von der Europäischen Union benötigen, Gelder aus europäischen Fonds, denn ohne diese Mittel, wie wir verstehen, ist eine Verbesserung der Lebensverhältnisse im Land unmöglich. Und auch Radev wird berücksichtigen müssen, dass er den Bulgaren ein positives Programm zum Ausweg aus der politischen und wirtschaftlichen Krise anbieten muss, in die Bulgarien in den letzten Jahren geraten ist, als die Regierungen sich nahezu alle sechs Monate oder jedes Jahr abwechselten.

Übrigens hat Rumen Radev über einen längeren Zeitraum, als er Präsident Bulgariens war, diese Regierungen faktisch über technische Premierminister geführt, die gerade dann eingesetzt wurden, wenn die politischen Parteien keine Koalitionen zur Arbeit in der Exekutive bilden konnten. In dieser Situation wird Rumen Radev sogar vorsichtiger sein als der slowakische Premierminister Robert Fico.

Fico berücksichtigt die Positionen seiner ultrarechten Koalitionspartner, die prorussisch und antiukrainisch eingestellt sind. Er ist gezwungen, mit diesen Menschen zusammenzuarbeiten, um die Macht in der Slowakei nicht zu verlieren. Andernfalls wäre er in seinen Beziehungen zur Europäischen Union vorsichtiger, als er es bislang ist. Radev hingegen wird keine ultrarechten politischen Partner haben. 

Mehr noch: Die prorussische Partei „Wiedergeburt“, die im vorherigen Parlament eine beträchtliche Zahl von Sitzen hatte und Einfluss auf die Tätigkeit der Regierung ausüben konnte, wird nun zu einem echten Außenseiter. Und bis zur endgültigen Auszählung der Stimmen hoffte man sogar, dass die Agenten Putins im bulgarischen Parlament diesmal gar nicht ins Parlament einziehen würden.

Doch selbst wenn es dieser prorussischen Kraft gelingt, eine eigene Fraktion zu bilden, wird sie keinen Einfluss auf Entscheidungen des neuen Premierministers und der neuen Regierung haben. Darin wird sich Rumen Radev von Robert Fico unterscheiden.

So wird Radev trotz seiner allgemein bekannten außenpolitischen Sympathien gezwungen sein, mit deren öffentlicher Äußerung wesentlich vorsichtiger umzugehen als Viktor Orbán oder sogar Robert Fico. Das muss man an dem Tag verstehen, der vielleicht den größten politischen Triumph in der Biografie Rumen Radevs darstellt, dem nach zwei Amtszeiten als Präsident Bulgariens nun der Wechsel in den wesentlich einflussreicheren und bedeutenderen Sessel des Premierministers bevorsteht.

Was die militärische Hilfe betrifft, so arbeitet die Ukraine faktisch eng mit dem militärisch-industriellen Komplex Bulgariens zusammen. Das ist ebenfalls ein Teil des Wachstums der bulgarischen Wirtschaft. Wir haben bereits bei vielen prorussischen Politikern gesehen, dass keiner von ihnen gegen die Interessen der eigenen Industrie vorgehen und ihnen verbieten konnte, Waffen für die Ukraine im fortdauernden Krieg zu verkaufen. Und ich versichere Ihnen: Rumen Radev wird hier keine Ausnahme sein.


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Titel des Originals: Вибори в Болгарії: наслідки для України | Віталій Портников. 20.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 20.04.2026.
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Iran erteilt Trump eine Absage | Vitaly Portnikov. 19.04.2026.

Natürlich könnte man am Sonntag eine gewisse Bilanz jener Ereignisse ziehen, die sich im Nahen Osten abspielten und, wie wir verstehen, auch die Ukraine, die Weltpolitik und die weitere Entwicklung des russisch-ukrainischen Krieges beeinflussten. Allerdings leben wir in einer Zeit, in der jeder Tag irgendeine neue, ich würde sagen, strategisch wichtige Information bringt.

Seit Beginn des Tages warteten alle auf Nachrichten über die Möglichkeit einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und Iran im pakistanischen Islamabad. Im Laufe des Tages wechselte sogar die Besetzung der Spitze dieser Delegation von amerikanischer Seite. Präsident Trump sagte mehrmals, dass nach Islamabad, ich würde sagen, bereits klassische trumpistische Unterhändler kommen würden, sein Sondergesandter Steve Witkoff und der Schwiegersohn des Präsidenten Jared Kushner.

Trump sprach nicht davon, dass an der Spitze der Delegation der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, J. D. Vance, stehen werde, der die Delegation während der vorherigen Verhandlungen in Islamabad geleitet hatte. Mehr noch, er bestritt die Möglichkeit von Vances Anwesenheit. Allerdings, buchstäblich wenige Minuten, würde ich sagen, nachdem der Präsident der Vereinigten Staaten eine solche Erklärung abgegeben hatte, teilte der ständige Vertreter der Vereinigten Staaten bei den UN, Botschafter Mike Waltz, der, wie wir uns erinnern, zuvor Trumps Nationaler Sicherheitsberater war, mit, dass J. D. Vance nach Islamabad fahren werde, und später kam die Bestätigung dieser Information aus dem Weißen Haus.

Also absolutes Chaos bei der Bildung einer solchen Delegation. Aber das Interessanteste ist, dass unbekannt ist, mit wem J. D. Vance in Pakistan sprechen wird, weil in Teheran die Tatsache der Anwesenheit ihrer Delegation bei den Verhandlungen überhaupt entschieden bestritten wird und man von den Amerikanern in erster Linie verlangt, die Seeblockade der Straße von Hormus zu beenden. Erst danach seien sie bereit, an Verhandlungen teilzunehmen. Und Trump verspricht, wie er das schon getan hat, Iran vollständig zu zerstören, alle seine Kraftwerke, alle seine Ressourcen, wenn die Iraner nicht zu Verhandlungen bereit sind und nicht das Abkommen unterzeichnen, das er ihnen anbietet.

Das heißt, heute sind wir zu genau der Situation zurückgekehrt, die vor dem vom amerikanischen Präsidenten angekündigten Waffenstillstand zu beobachten war, vor dem er, wie bekannt, Iran ebenfalls mit totaler Vernichtung drohte. Und nun können wir uns diese Situation unter einem etwas anderen Blickwinkel anschauen. Donald Trump versprach, Iran zu zerstören, und verlangte von den Iranern erhebliche Zugeständnisse, insbesondere die Öffnung der Straße von Hormus, den Verzicht auf das Atomprogramm und den Verzicht auf das Raketenprogramm. Damit die Iraner auf solche Zugeständnisse eingehen, kündigte er einen Waffenstillstand an. Dabei betonte er, dass dieser Waffenstillstand sich nicht auf Angriffe Israels gegen die Terrororganisation Hisbollah im Libanon erstrecke.

Iran weigerte sich während der Verhandlungen mit J. D. Vance in Islamabad, seine Raketen- und seine Nuklearprogramme abzuschaffen. Die Straße von Hormus blieb so lange geschlossen, bis Donald Trump auf ein weiteres erhebliches Zugeständnis an Iran einging und Israel den Kampf gegen die Terrororganisation Hisbollah untersagte und damit die Souveränität des jüdischen Staates und das Handeln seiner Verteidigungsarmee infrage stellte. Denn der Premierminister Israels, Benjamin Netanyahu, war gezwungen, diesen Bedingungen Donald Trumps zuzustimmen, genau so, wie er gezwungen war, dem Waffenstillstand mit Iran zuzustimmen, von dem er, wenn nicht aus den Medien, dann zumindest wenige Minuten vor Donald Trumps endgültiger Entscheidung erfuhr, über die der amerikanische Präsident nicht einmal mit dem israelischen Premierminister beriet. Das übrigens zu der Frage nach Donald Trumps Verbündeten und danach, wen er respektiert und wen nicht besonders. So war die Situation.

Nachdem Donald Trump auf dieses Zugeständnis eingegangen war, öffnete Iran die Straße von Hormus, aber dann beschloss Donald Trump bereits zu bluffen und sagte, dass die Vereinigten Staaten ungeachtet der Öffnung der Straße von Hormus durch Iran diese weiterhin für iranische Schiffe blockieren würden, bis Iran den anderen Forderungen der amerikanischen Seite zustimme, die mit dem Verzicht auf Irans Atomprogramm und Raketenprogramm zusammenhängen. Iran schloss die Straße von Hormus. Das heißt, wir sind wieder zu der Situation jener Nacht zurückgekehrt, in der alle einen entschlossenen Angriff der Vereinigten Staaten auf Iran mit unvorhersehbaren Folgen für die Weltwirtschaft, die iranische Energiewirtschaft und die Vereinigten Staaten selbst erwarteten.

Es stellt sich die Frage: Was ist in all diesen Tagen geschehen, wenn wir wieder zu der Situation kommen, die im Moment der Ankündigung des Waffenstillstands durch den amerikanischen Präsidenten zu beobachten war? Und dazu sehen wir, dass gewisse Schwankungen des Ölpreises stattfinden, keine sehr bedeutenden, aber sie hängen nicht mit der realen Situation auf dem Ölmarkt zusammen, sondern mit den Erwartungen der Ölhändler, dass die Straße von Hormus entweder geschlossen oder geöffnet sein wird. Aber irgendwann, wie Sie verstehen, wenn das so weitergeht, wird an die Stelle der Worte des amerikanischen Präsidenten, die natürlich den Aktienmarkt in Bewegung setzen und einer beträchtlichen Zahl von Spekulanten, die mit dem Weißen Haus verbunden sind, ermöglichen, sich auf diesem Markt zu bereichern, ein so reales Problem treten wie der Mangel an Öl, Düngemitteln, Helium für Chips und anderer Produkte, der die Weltwirtschaft in den Zustand der größten Wirtschaftskrise, einer Energiekatastrophe seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts versetzen kann. Und übrigens ahnt niemand von uns auch nur, was die realen Folgen dieser Katastrophe für die Welt sein könnten.

Dass Trumps Präsidentschaft gerade unter dem Zeichen einer solchen oder noch größeren Katastrophe in die Weltgeschichte eingehen wird, weil, wenn Trump es nicht schafft, sie heute zu provozieren, er sie morgen unbedingt provozieren wird, dafür garantiere ich Ihnen zu 100 Prozent. Trump ist die Katastrophe selbst. Aus dem einfachen Grund, dass wir, selbst wenn wir nicht von dem Iran-Krieg sprechen, nicht einmal die Frage der Grausamkeit und Niedertracht des iranischen Regimes, der Wichtigkeit, es loszuwerden usw. erörtern. Wir sprechen nur über die Frage der Unvorbereitetheit und Inkompetenz der Menschen, die diesen Krieg führen. So also, selbst wenn wir nicht von dem Iran-Krieg sprechen, verstehen wir, dass, wenn die größte Demokratie der Welt und die nach wirtschaftlichen Möglichkeiten größte Macht der Welt von inkompetenten, unangemessenen, gierigen Menschen geführt wird, von denen der erste kein einziges Wort der Kritik hört und nicht einmal versteht, wo er sich befindet. So sehr, dass sogar seine eigenen Mitarbeiter beginnen, vor ihm strategisch wichtige Informationen zu verbergen. Heute gab es Nachrichten, dass diese Mitarbeiter mit Trump die Details der Operation zur Befreiung eines amerikanischen Piloten nicht geteilt haben, damit er diese ihre Bemühungen nicht zunichtemacht. Also, wenn solche Leute und ein solcher Mensch ein solches Land führen, wird man die Katastrophe nicht verhindern können. Träumen Sie nicht einmal davon. Wenn es gelingen sollte, sich irgendwie aus dieser Situation herauszuwinden, geraten wir unbedingt in die nächste Grube und kommen aus der auch nicht heraus. Das ist nur eine Frage der Zeit.

Darauf muss man sich einfach vorbereiten und das verstehen, denn ich weiß, dass ich in einem Land lebe, in dem eine riesige Zahl von Menschen auf ein Wunder hofft, aber in der Politik gibt es kein Wunder. Das sind keine Weihnachten. Es gibt gewisse Gesetzmäßigkeiten. Wenn Menschen ohne berufliche Befähigung, mit ihrem eigenen Ego, von Bürgern dazu gewählt werden, Staaten zu regieren, ist die Katastrophe unvermeidlich. Die Frage ist die Zeit und das Ausmaß einer solchen Katastrophe. Nun, Sie wissen das aus eigener Erfahrung, was soll man da noch erzählen. Nicht die Ukrainer müssen die Amerikaner in gesundem Menschenverstand unterrichten, wie Sie verstehen.

Und nun kommen wir wieder zu dem Dilemma, in dem Donald Trump sich im Moment der von ihm verkündeten Waffenruhe im Krieg mit Iran befand. Trump will diesen Krieg natürlich sehr gerne verlassen. Jeder weitere Schritt ist für ihn gefährlich. Neue Raketenbombardements gegen Iran, ja, sie sind möglich, und sie können massiv sein, und sie können sich für die iranische Energiewirtschaft bemerkbar machen. Aber niemand in den Vereinigten Staaten kann Trump jetzt sagen, wie Iran antworten wird, weil die amerikanische Nachrichtendienstgemeinschaft sich nicht einmal vorstellen kann, wie hoch die reale Wirksamkeit der Schläge gegen das Raketenpotenzial der Islamischen Republik ist.

Es ist bereits klar geworden, dass die Zahl der Raketen und Abschussanlagen, die die Vereinigten Staaten und Israel während der gut 40 Kriegstage zerstört haben, übertrieben worden ist. Und dass Iran möglicherweise zwei Drittel seines Potenzials hat, die bislang nicht eingesetzt wurden. Wiederum wissen wir nicht, wie viel von diesen zwei Dritteln einsatzfähig ist und wie viel irgendwo in den Bergen verschüttet ist. Aber dass wir diese Information nicht haben, bedeutet nicht, dass wir nicht fürchten könnten, dass in den Bergen weniger verschüttet ist, als wir hoffen. In der Aufklärung auf Hoffnungen zu setzen, ist nicht die richtige Arbeit. Also, wenn auch nur die Hälfte des iranischen nuklearen Raketenarsenals einsatzfähig ist, reicht das aus, um eine gewaltige Energiekrise im gesamten Nahen Osten auszulösen, die Ölfelder der arabischen Länder, ihre Raffinerien und das Energiepotenzial Israels zu treffen.

Nun, Schläge gegen das Energiepotenzial Israels werden Probleme ausschließlich für den jüdischen Staat schaffen, aber nicht für die Weltwirtschaft. Das verstehen wir. Aber Schläge gegen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate werden die Krise auf dem Ölmarkt nur verstärken. All das ist ebenfalls ein völlig offensichtliches Problem für die weitere Entwicklung der Ereignisse. Und Trump kann davor Angst haben.

Außerdem ist unklar, wie man mit militärischer Gewalt die Kontrolle über die Straße von Hormus wiederherstellen kann. Auch das würden in dieser Situation viele gerne verstehen. Die Medien behaupten, dass der amerikanische Präsident nicht deshalb von der Idee Abstand genommen habe, die iranische Insel Chark mit den bedeutenden Ölreserven der Islamischen Republik zu besetzen, weil man diese Insel nicht besetzen könnte, sondern weil offensichtlich wird, dass amerikanische Militärangehörige, die auf dieser Insel konzentriert wären, ein leichtes Ziel für einen Angriff Irans würden. Nun, das können wir vielleicht mit der Schlangeninsel vergleichen, von der die Russen weggehen mussten.

Und das Letzte, was Trump vor den Nachwahlen zum amerikanischen Kongress braucht, bei denen die Republikaner ohnehin hinterherhinken werden, sind Särge, die in einer solchen Situation nonstop in die Vereinigten Staaten kommen werden. Vor Särgen kann Trump sich auch im Fall der Idee einer Besetzung der Küstenlinie der Straße von Hormus fürchten, ohne die man im Grunde die Kontrolle über die Seewege dieser wichtigen Ölroute der Welt nicht wiederherstellen kann.

Aber hier stellt sich die Frage: Nun gut, Sie haben die Kontrolle über diesen Weg durch die Kontrolle über das Ufer wiederhergestellt? Und Iran setzt mithilfe von Raketen und Drohnen die Schiffe, die durch die Straße von Hormus fahren, weiter unter Terror. Dagegen werden Sie doch nichts machen können. Dann wird man Sie eben aus größerer Entfernung beschießen. In welchem Umfang werden Versicherungsgesellschaften Tanker versichern, die durch die Straße von Hormus fahren, und in welchem Umfang werden die Tankereigner selbst bereit sein, ein solches Risiko einzugehen? Das heißt, wir kommen wieder in die Situation, dass reale Sicherheit in der Straße von Hormus nur möglich ist, wenn entweder das iranische Regime ersetzt wird oder man sich mit ihm einigt.

Der Schrecken der Situation, in der wir uns infolge dieses Krieges befinden, besteht darin, dass Iran jetzt keine Atombombe braucht, um die Vereinigten Staaten von Amerika zu erpressen. Eine Atombombe braucht Nordkorea, um die Vereinigten Staaten von Amerika zu erpressen. Iran aber hat verstanden, dass es eine viel ernstere Waffe in der Hand hat als die Nuklearwaffe. Das ist die Kontrolle über die Straße von Hormus, die wirtschaftliche Schwierigkeiten in der ganzen Welt schafft.

Nun, versuchen wir trotzdem zu verstehen, wie diese Erpressung weitergehen wird. Das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, über den man sprechen muss, wenn wir mit Ihnen die Situation erörtern, die mit der weiteren Entwicklung der Ereignisse in der Lage um die Zukunft des iranisch-amerikanischen Krieges zusammenhängt. Also, die Iraner haben gesehen, dass sie Donald Trump erpressen können. Er wollte keinen Waffenstillstand im Libanon. Er verstand, dass Israel eine historische Möglichkeit hat, die Terrororganisation Hisbollah zu vernichten. Und das war eine realistischere Möglichkeit als die Vernichtung des iranischen Regimes. Aber unter dem Druck Teherans war Trump gezwungen, auf weitere Schritte im Zusammenhang mit den israelischen Handlungen im Libanon zu verzichten.

Was kann weiter geschehen? Das ist die wichtigste Frage. Die Iraner können jetzt meinen, dass sie Trump nach Belieben unter Druck setzen können. Heute hat er auf Schläge gegen die Hisbollah verzichtet, und morgen wird er auf die Seeblockade verzichten, und die Iraner selbst werden von ihrer Seite gar nichts tun. Sie können entweder die Meerenge öffnen oder die Meerenge schließen. Das sind all ihre Zugeständnisse. Und das sieht, wie wir verstehen, ziemlich komisch aus, denn vor dem Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran benutzte Iran die Straße von Hormus nicht als Druckmittel gegenüber den Vereinigten Staaten. Das gab es nicht. Die Meerenge war offen. Der gesamte Welthandel lief durch sie.

Und der Krieg begann nicht deshalb, damit Iran die Meerenge öffnet oder schließt. Der Krieg begann gerade unter dem Zeichen, dass Iran auf die Schaffung von Atomwaffen verzichten müsse, dass es sein angereichertes Uran den Vereinigten Staaten übergeben könne, dass es Inspektoren der IAEO zu seinen Nuklearobjekten zulassen und auf diese verzichten müsse. Trump spricht auch jetzt davon, und die Iraner diskutieren das nicht einmal. Sie diskutieren die Situation, nach der sie ausschließlich an Fragen der Straße von Hormus arbeiten müssten, weil sie verstanden haben, dass das in Wirklichkeit heute alles ist, was Trump interessiert. Letztlich kann er sich mit ihren Atomwaffen nach den Kongresswahlen befassen, ebenso wie mit dem Raketenprogramm. Aber mit der Straße von Hormus wird er sich in einem halben Jahr nicht befassen können, weil unbekannt ist, was ihn infolge dieser Nachwahlen erwartet, wenn die Straße von Hormus geschlossen bleibt.

Und, wie wir verstehen, wird mit jedem Tag der Ölpreis steigen, mit jedem Tag wird der Kraftstoffpreis an amerikanischen Tankstellen steigen. Mit jedem Tag wird Trumps Rating fallen. Das heutige Rating zeigte eine Unterstützung von 37 Prozent. Das heißt, die Popularität des amerikanischen Präsidenten beginnt zu sinken. Und ja, er behält noch die Unterstützung seines Kerns, sowohl unter den MAGA-Republikanern als auch in den republikanischen Reihen selbst. Die überwältigende Mehrheit der Wähler unterstützt seine Handlungen weiter. Aber das reicht für einen Sieg bei den Nachwahlen zum Kongress nicht aus, weil sich zur totalen Ablehnung jeglicher Handlungen Donald Trumps durch die demokratischen Wähler praktisch eine ebenso totale Ablehnung Donald Trumps durch die unabhängigen Wähler hinzuaddiert, die ihm den Sieg sowohl bei den Präsidentschaftswahlen 2025 als auch bei den Präsidentschaftswahlen 2016 gebracht haben. Ohne die Unterstützung unabhängiger Wähler ist es unmöglich, Kongresswahlen zu gewinnen, unmöglich, Präsidentschaftswahlen zu gewinnen. Und Trump, der ein solches echtes politisches Tier ist, versteht das wie kein anderer, mit welchen Erklärungen er auch immer auftreten mag. Auch das muss man begreifen.

Und die Iraner können in ihrer Erpressung des amerikanischen Präsidenten zu weit gehen, denn irgendwann wird er sich wie eine in die Ecke getriebene Ratte fühlen, die nach der Logik Putins, der dieses Beispiel, wie wir wissen, sehr liebt, handeln muss, sonst wird er einfach vernichtet, und er wird sich auf die Iraner stürzen, und dann kann er tatsächlich irgendwelche Gewaltmaßnahmen zur Einwirkung auf das iranische Regime anwenden, ohne über ihre Folgen nachzudenken, denn die Folgen des Nicht-Handelns und der Zustimmung zur Erpressung können dem amerikanischen Präsidenten viel gefährlicher erscheinen als irgendwelche anderen Folgen weiterer Handlungen nach der Bereitschaft, auf Irans Erpressung einzugehen. Das ist es, was man verstehen muss, äh, wenn wir darüber sprechen, wie Iran sich verhalten wird, wie Donald Trump sich verhalten wird.

Natürlich ist es wichtig, dass Trump in dieser Situation, und das muss man ebenfalls klar begreifen, im Kampf mit Iran keine roten Linien überschreitet, die einen völlig unvorhersehbaren Charakter haben werden. Ich glaube nicht, dass er bereit ist, gegen das iranische Regime eine Atombombe einzusetzen. Obwohl Sie sich erinnern, wie viele Gespräche darüber es gab, als Trump zum ersten Mal einen Tweet veröffentlichte, in dem er das Ende der Zivilisation versprach. Und viele Beobachter nahmen das gerade als Möglichkeit wahr, dass Trump bereit sei, Nuklearwaffen gegen Iran einzusetzen. Nun, ich hielt das von Anfang an ausschließlich für ein Bild, eine Redefigur, und nicht für irgendeinen wirklichen Wunsch, Nuklearwaffen einzusetzen. Aber ich muss sagen, dass wir jetzt darüber sprechen können, dass er wieder von totaler Vernichtung spricht. Und dann können wir wieder anfangen zu sagen: „Was, wenn das doch eine nukleare Drohung ist, was, wenn er etwas absolut Unvorhersehbares tun kann?“

Ich bin heute nicht bereit, Situationen in solchen Kategorien zu beurteilen. Aber wir verstehen doch, dass die Uhr läuft. Die Uhr der Annäherung an die weltweite Wirtschaftskatastrophe. Seit dem Moment, in dem der Waffenstillstand verkündet wurde, ist die Straße von Hormus noch nicht geöffnet worden. Und übrigens war ein anschauliches Beispiel dafür, dass diese Uhr weiterläuft, weitergeht, die Entscheidung des amerikanischen Finanzministeriums, die Lizenz für russisches Öl zu verlängern, denn im Grunde waren die Amerikaner, wie man verstehen kann, bereits bereit, diese Lizenz zu beenden.

Diese Erleichterungen für den Verkauf russischen Öls von Tankern, die Putin ins Meer hinausgeführt hatte, wurden in den ersten Tagen des Konflikts eingeführt, als klar wurde, dass Iran nicht einfach nur die Straße von Hormus schließt, sondern auch Angriffe auf die Länder des Persischen Golfs beginnt und damit die Produktion von Öl und Ölprodukten in ihren Anlagen stoppt. Und damals telefonierte Trump mit dem russischen Präsidenten Putin. Erinnern Sie sich, das war, scheint mir, am 9. März. Und das Ergebnis dieses Gesprächs zwischen dem amerikanischen und dem russischen Staatschef war Trumps Entscheidung, die Sanktionen gegen russisches Öl zu lockern, eben im Hinblick auf jene Tanker, die die Russen bereits vorher aufs Meer hinausgebracht hatten.

Mich hat übrigens immer interessiert, warum sie eine solche Zahl von Tankern im Meer konzentriert haben? Wussten sie im Voraus, dass es einen Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran geben würde, und erkannten sie die Folgen dieses Angriffs für den Energiemarkt? Oder hofften sie einfach nur, irgendwelche Käufer zu finden, und dann kam ihnen so ein Glück zuteil. Aber ich neige zu der Version, dass sie doch wussten, dass es so kommen würde, von ihren Nachrichtendienstgemeinschaften oder möglicherweise von jenen Amerikanern, die ständig im Kontakt mit dem Kreml stehen, nicht umsonst fährt Kirill Dmitriev die ganze Zeit dorthin, aber dennoch.

Und sie gingen im Grunde davon aus, dass, wenn diese Abmachungen Trumps mit Putin enden, die Lizenz ausgeschöpft sein würde und man dann sagen könnte, dass jetzt alles zur vorherigen Ordnung der Dinge zurückkehrt. Aber dass Iran die Straße von Hormus wieder geschlossen hat, zwang sie einfach erneut dazu, den Weg der Erleichterungen für Russland zu gehen. Selbst wenn wir theoretisch annehmen, dass sie das nicht vorhatten, zumindest gibt es den Anlass, die Sanktionen gegen Russland zu lockern. „Seht ihr, Iran lässt wieder kein Öl durch, also muss man irgendwie irgendwie den Druck dieses iranischen Ölmotors verringern.“ Aber es wird doch der Moment kommen, in dem die Meerenge geschlossen sein wird und Russland sein ganzes Öl bereits verkauft haben wird. Und neues wird es übrigens nicht geben, weil wir die russischen Ölhäfen und einen großen Teil der russischen Ölverarbeitung zerbombt haben. Also ist auch Russland keine Rettung für Donald Trump und für die Preise in Amerika.

Aber schon die bloße Tatsache, dass die Amerikaner wieder darauf eingegangen sind, Russland den Verkauf von Öl zu erlauben, während sie weiter erzählen, dass sie den russisch-ukrainischen Krieg schnell beenden wollen, zeigt bereits, dass Trump einfach von einer Ecke des Zimmers in die andere rennt und nicht verstehen kann, wo denn der Ausgang aus diesem Zimmer ist, was auch immer seine erstaunlichen Adepten erzählen mögen, dass bei ihm alles nach Plan laufe. Der Witz ist ja gerade, dass es keinen Plan gibt. Der Plan endete, als sich das Regime nach dem Tod des Ayatollah Khamenei nicht änderte. Und jetzt geschieht all das sporadisch. Nun, das sind so die Ergebnisse dieser sehr komplizierten Situation.

Frage. Senator Graham sagte, dass in Iran nicht der Typ im Anzug das Sagen habe, sondern die Typen vom Korps der Wächter der Islamischen Revolution. Versteht Trump das oder wenigstens irgendjemand aus seinem Umfeld?

Portnikov. Ich denke, dass alle das sehr gut verstehen, Trump und Trumps Umfeld, weil man ganz klar sagen kann, dass nach dem Tod von Ayatollah Khamenei und vieler Vertreter der iranischen Führung die Macht im Land tatsächlich faktisch auf die Führung des Korps der Wächter der Islamischen Revolution übergegangen ist. Obwohl, wiederum, ich Ihnen noch eine wichtige Sache sagen muss. Das ist nicht erst vor 40 Tagen geschehen. Man kann sagen, dass gerade die Herrschaft Ali Khameneis das Korps der Wächter der Islamischen Revolution zur führenden Kraft im Staat gemacht hat. Ayatollah Khomeini, der Gründer der Islamischen Republik, hielt das Korps auf Distanz, weil er selbst unter den Anhängern der Islamischen Revolution über enorme Autorität verfügte. 

Sozusagen, wie Lenin für die sowjetischen Bolschewiki, der keine außerordentliche Kommission von Tschekisten brauchte, um diese Autorität zu stützen. Er selbst war eine solche, würde ich sagen, denkende Guillotine, wie jemand gesagt hat. Als aber Stalin an die Macht kam, der in den großen Kreisen der Parteifunktionäre nicht über eine solche Autorität verfügte, nutzte er die Dienste des Volkskommissariats für innere Angelegenheiten, um seine Macht real zu stärken. Ayatollah Khamenei ist so ein Stalin, der das Korps einfach zu einer realen Kraft gemacht hat. Der noch während Trumps erster Amtszeit getötete Kommandeur des Korps, General Qasem Soleimani, war der faktische Mitregent des Ayatollahs. So dass das Korps seine Macht einfach legalisiert hat, nachdem Ayatollah Khamenei gestorben war und sein Sohn zum neuen Staatsoberhaupt gewählt wurde. 

Nichts Besonderes ist geschehen. Man muss die ernsthafte Veränderung des Regimes nicht überschätzen. Es wird nur jetzt erstens von radikalen Menschen geführt, und zweitens von möglicherweise radikaleren als, äh, zu Zeiten Khameneis, der meinte, dass strategische Zurückhaltung nötig sei. Und sie haben sich überzeugt, dass strategische Zurückhaltung zu nichts führt. Und zweitens kämpfen diese Menschen um das Überleben ihres eigenen Regimes. Warum sollten sie nicht riskieren? Wie man sagt: Wenn es Putin nicht gibt, wird es Russland nicht geben, wenn es das Korps der Wächter der Islamischen Revolution nicht gibt, wird es Iran nicht geben.

Frage. Legt Israel, wenn es nur auf die Hilfe der Vereinigten Staaten setzt, nicht faktisch alle Eier in einen Korb und riskiert, infolge eines Linksrucks der USA alles zu verlieren? Hat es Chancen auf ein Bündnis mit Europa?

Portnikov. Nein, hat es nicht. Israel hat keine andere Wahl, als sich auf das Bündnis mit den Vereinigten Staaten zu verlassen. Aus einem einfachen Grund. Europa ist von Öllieferungen aus dem Nahen Osten viel stärker abhängig als die Vereinigten Staaten, die überhaupt zum größten Ölstaat der Welt geworden sind. In Europa gibt es viel mehr eigene Wähler und Einwohner arabischer Herkunft als in den Vereinigten Staaten. Europäische Politiker sind gezwungen, auf all das zu achten. Das, ja, geschah schrittweise. Im Jahr 1956 waren Großbritannien und Frankreich noch Verbündete Israels, und die Vereinigten Staaten stoppten sie im Kampf um den Suezkanal. Und übrigens wurde auch die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten stoppten und alle gezwungen waren, ihrer Meinung zuzustimmen, zu einer kalten Dusche für Großbritannien und Frankreich, die verstanden, dass sie die Überlebensinteressen Israels nicht für ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Ziele nutzen können. Und während des Jom-Kippur-Krieges, als die arabischen Länder einen Ölboykott gegen die europäischen Länder verhängten und dies in Europa zu einer Energiekatastrophe beispiellosen Ausmaßes führte, wurde das zu einer echten Lehre und orientierte die europäische Politik auf ein größeres Verständnis arabischer Interessen um. Man soll sich also nicht einbilden, dass Israel in dieser Situation so viele Wahlmöglichkeiten hat. Und ja, für Israel besteht eine enorme Gefahr, dass, wenn an der Spitze der Vereinigten Staaten ein Präsident steht, der gegenüber den Überlebensinteressen Israels vorsichtiger eingestellt ist, Israels Feinde dies ausnutzen können. Israel muss heute hier und jetzt überleben, so wie auch wir hier und jetzt überleben müssen, und nicht darüber nachdenken, was infolge der nächsten Wahlen in Amerika sein wird. Denn wenn die Israelis in solchen Kategorien gedacht hätten, gäbe es sie im Nahen Osten schon nicht mehr.

Frage. Können die kommenden Wahlen in Bulgarien seinen geopolitischen Kurs gegenüber Russland und der Europäischen Union verändern? Wie real ist eine Abkehr von der proeuropäischen Politik?

Portnikov. Nun ja, wir sehen jetzt die vorläufigen Ergebnisse der Wahlen in Bulgarien. Ich verfolge sie ebenfalls aufmerksam. Und Bulgarien, in dem jetzt fast jedes Jahr außerordentliche Wahlen stattfinden, hat nun einen neuen mächtigen Spieler bei diesen neuen Wahlen, den ehemaligen Präsidenten des Landes Rumen Radev, der mehrere, würde ich sagen, Monate vor dem Ende seiner Amtszeit vorzeitig von seinem Amt zurücktrat, um eine neue Partei Progressives Bulgarien zu gründen. Diese Partei Progressives Bulgarien gewinnt laut den ersten Exit-Polls souverän die Wahlen, sie erhält mehr als 38 Prozent der Stimmen. Die traditionellen Wahlsieger, die GERB-Partei des ehemaligen Premierministers Bojko Borisow und die Partei Wir unterstützen den Wandel, Demokratisches Bulgarien, bleiben auf dem zweiten und dritten Platz mit ungefähr 15 beziehungsweise 14 Prozent der Stimmen. Und im Prinzip spricht das von einer erheblichen Neuformatierung des bulgarischen Parlaments, in dem eine große Zahl von Abgeordneten gerade diese neue Partei von Rumen Radev vertreten wird. Und Sie wissen, dass die Partei Rumen Radevs, ich würde sagen, wenn nicht euroskeptisch, so doch eine Partei ist, die der Idee der Hilfe für die Ukraine sehr vorsichtig gegenübersteht. Als Präsident Bulgariens hat Rumen Radev, kann man sagen, die Hilfe für unser Land gebremst. Er stand dem immer vorsichtig gegenüber, gelinde gesagt. Und viele sagen, dass er der neue Ersatz für den ungarischen Ministerpräsidenten werden könnte, der faktisch in einigen Wochen aus dem Amt scheidet.

Aber ich würde die Situation in Bulgarien nicht vereinfachen. Ja, Rumen Radev ist ein ernsthafter politischer Spieler in diesem Land, aber erstens wird er eine Koalition mit Kräften bilden müssen, die in der bulgarischen Macht anderen politischen Positionen anhängen können. Und das werden kaum prorussische Kräfte sein, denn jetzt sehen wir, dass die bulgarischen Sozialisten, die Verbündete Rumen Radevs sein könnten, ihm erstens kaum eine Mehrheit bringen werden, weil sie höchstens 4 Prozent der Stimmen bekommen könnten. Und zweitens könnten sie überhaupt nicht ins bulgarische Parlament gelangen. Das bedeutet, dass er höchstwahrscheinlich eine Koalition mit irgendeiner proeuropäischen Partei bilden muss, entweder mit GERB oder mit der Partei Wir unterstützen den Wandel, Demokratisches Bulgarien. Gerade diese Partei hat, als sie regierte, uns all diese ersten Wellen von Waffen sowjetischer Bauart geschickt. Sie erinnern sich, dass das einfach eine geheim gehaltene Spezialoperation war, damit sie niemand vereitelt.

Zweitens muss man verstehen, dass auch das Gewicht Bulgariens in der Europäischen Union im Hinblick auf seine Abhängigkeit von europäischen Fonds sogar größer ist als das Gewicht Ungarns. Niemand erwartet vom Ministerpräsidenten der Slowakei Robert Fico einen selbständigen Widerstand gegen die Europäische Union. Orbán konnte sich das erlauben. Erstens, weil er im Grunde keine Koalitionsregierung führte, sondern ein solcher Machthaber in Ungarn war. Robert Fico kann sich das nicht erlauben, weil er die Macht bereits einmal verloren hat. Er ist an Koalitionspartnern interessiert. Er versteht, dass er Probleme bekommen wird, wenn er auf europäische Fonds verzichtet. Bei Rumen Radev wird es dieselbe Situation sein, weil er sehr gut begreifen wird, dass es neue außerordentliche Wahlen geben wird, wenn er im ersten Jahr oder anderthalb Jahre seiner Amtszeit als Premierminister Bulgariens kein reales Ergebnis zeigt; das ist nicht das Amt des Präsidenten, das ist ein Amt, von dem konkrete Ergebnisse erwartet werden. Dann werden ihn seine Koalitionspartner einfach im Stich lassen, er wird ohne Koalitionsunterstützung keine neue Regierung bilden können, und damit wird seine ganze glänzende Karriere enden.

Würde er tatsächlich 51 Prozent der Stimmen bekommen, würde er sich vielleicht anders verhalten können, aber bislang gibt es ein solches Ergebnis nicht. Und Radev kann nur hoffen, dass er diese 51 Prozent bekommt, wenn er in vier Jahren an der Macht, falls er diese vier Jahre haben wird und nicht ein Jahr wie jeder durchschnittliche bulgarische Premierminister zu Zeiten seiner eigenen Amtsperiode, seiner zwei Amtsperioden, ein reales Ergebnis zeigt. Also würde ich nicht voreilig sagen, dass er in eine so ernsthafte Opposition zur Europäischen Union gehen wird und dass wir einen neuen Orbán bekommen.

Obwohl es offensichtlich ist, dass noch ein Politiker aufgetaucht ist, der Moskau hören will, ja, das war am Verhalten Radevs im Amt des Präsidenten Bulgariens offensichtlich. Allerdings, wiederum, verhielt er sich auch in diesem Amt immer viel vorsichtiger als Viktor Orbán, als Robert Fico, sogar als Andrej Babiš. Also muss man hier alles verstehen.

Frage. Die Ukraine ist ein Land mit einzigartigen Möglichkeiten. Wird es nach dem Sieg der Ukraine über die Russische Föderation zur Rückkehr vieler Ukrainer unterschiedlicher ethnischer Herkunft kommen?

Portnikov. Nun, man muss zunächst begreifen, was wir in den Begriff Sieg hineinlegen. Vorerst können wir von einem Ende des Krieges sprechen, und wir hoffen auf ein Ende des Krieges entlang der Kontaktlinie der russischen und ukrainischen Truppen, in welchem Jahr auch immer und unter welchen Sicherheitsgarantien auch immer. Angesichts der Realität von Sicherheitsgarantien in der heutigen Welt kann man sagen, dass die Ukraine zum Zeitpunkt der Einstellung der Kampfhandlungen mit Russland keinerlei reale Sicherheitsgarantien erhalten und sich einfach auf einen neuen Krieg vorbereiten könnte. So wird es im Nahen Osten geschehen. Wird es eine Rückkehr der Ukrainer geben, die die Ukraine schon vor dem Krieg verlassen haben, weil sie meinten, dass ein wirtschaftlich instabiler und korrupter Staat kein Ort für ihre Entwicklung und die Entwicklung ihrer Kinder sei? Und werden jene Bürger in die Ukraine zurückkehren, die das nicht meinten, aber die Ukraine verließen, als intensive Kampfhandlungen begannen? Das ist eine offene Frage, wie Sie verstehen, denn mit jedem neuen Kriegsjahr wird die Abhängigkeit der Menschen vom Leben in den Ländern, in die sie umgezogen sind, immer größer und größer. Wir können natürlich damit rechnen, dass Menschen zu uns kommen, die im Westen keinen Platz für sich gefunden haben, die von Sozialhilfe leben. Und natürlich verstehen wir, dass diese Menschen im Fall eines Endes der aktiven Kampfhandlungen, wann auch immer sie enden mögen, in den 20er oder 30er Jahren des 21. Jahrhunderts, kaum weiter auf diese Sozialhilfe werden rechnen können. Mehr noch, einige europäische Länder, wir hören das bereits aus Irland, sind bereit, diese Hilfsprogramme zu beenden, ohne auf jenen Moment zu warten, der als Punkt bei den Kampfhandlungen eintreten wird. Aber andererseits sind nach Irland nach dem Beginn der aktiven Kampfhandlungen, wie es scheint, mehr als 100.000, 130.000–140.000 Ukrainer ausgereist. Und es geht um 16.000, die sich in solchen Programmen befinden. Das heißt, die überwiegende Mehrheit der Menschen hat sich bereits angepasst, Arbeit gefunden, die Kinder gehen zur Schule, die Menschen fangen an, ihr Leben anders zu gestalten, sie beginnen Familien aufzubauen. Also wird die überwiegende Mehrheit der Ukrainer, die ausgereist sind, natürlich nicht zurückkehren. Man sollte sich keinerlei Illusionen machen. Wenn 25 bis 30 Prozent von denen zurückkehren, die ausgereist sind, wird das ein enormer Erfolg sein. Auch das muss man verstehen. Oder man wird Programme schaffen müssen, um diese Menschen zur Rückkehr zu motivieren, was bei den Ukrainern, die geblieben sind, eine unglaubliche Verärgerung auslösen wird. Nun, vorerst ist es zu früh, darüber zu sprechen, weil wir keine objektiven Voraussetzungen für ein baldiges Ende des russisch-ukrainischen Krieges sehen. Und ich denke, dass man über all das nachdenken kann, wenn die Perspektive eines Endes des russisch-ukrainischen Krieges entsteht. Allerdings, wenn wir beginnen, diese Perspektive als etwas Reales und nicht als etwas Ätherisches zu diskutieren; heute wirkt selbst eine kurzfristige Aussetzung des russisch-ukrainischen Krieges wie ein ätherisches Ereignis. Allerdings muss man sofort sagen, dass die Zerstörung der russischen Ölinfrastruktur dieses Ereignis, die Aussetzung des russisch-ukrainischen Krieges mit dem Ziel der Stärkung des wirtschaftlichen Potenzials Russlands für einen neuen Angriff, mit unglaublicher Geschwindigkeit näherbringt. Und wie wir verstehen, könnte dieser zweite Angriff, wenn wir den ersten Angriff in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts stoppen können, ich hoffe in den 20ern, nicht in den 30ern, auch ausbleiben, wenn wir diesen Staat in eine Festung verwandeln, deren gesamte Anstrengungen sich vom Aufbau eines Sozialstaates auf einen Staat verlagern, der bereit ist, sich gegen einen neuen Schlag zu verteidigen. Aber ich bin nicht sicher, dass Menschen in irgendeinen Festungsstaat zurückkehren wollen, in dem der Sozialstaat, der in der Ukraine vor dem Angriff existierte, unter dem Applaus der Ukrainer selbst endgültig begraben werden wird. Nun, wenn die Ukrainer wieder irgendeinen Menschen wählen, der ihnen erzählen wird, dass all das nicht nötig sei, dass der Krieg schon vorbei sei und man einfach nur Straßen bauen müsse, dann können wir ruhig sagen, dass die Ukrainer für ihren eigenen Tod stimmen werden. Ich hoffe, dass wir eine solche Abstimmung nicht noch einmal sehen werden.

Frage: Wie finden Sie diese geniale These der Trumpisten? „Schaut nicht darauf, was er sagt, schaut darauf, was er tut.“ Das heißt, diese Leute sind mit einem Präsidenten zufrieden, der ständig irgendetwas daherredet.

Portnikov. Übrigens sage ich Ihnen auch immer genau dasselbe. Schauen Sie nicht darauf, was er sagt, schauen Sie darauf, was er tut. Das ist überhaupt die wichtigste Regel in der Politik. Nun ja, vielleicht ist es seltsam, dass jemanden stört, was Trump sagt, aber ich kommentiere Ihnen gerade nicht Trumps Aussagen, sondern seine realen Handlungen. Wir sprechen doch nicht darüber, was Trump in seinen Tweets sagt, wir sprechen mit Ihnen über Handlungen. Eine groß angelegte wirtschaftliche und energetische Krise, die wie ein Tsunami der Wirtschaft der entwickelten Welt einen Punkt setzen und zu vielen Millionen Hungertoten in der ganzen Welt führen kann. Was, sind das für Sie Trumps Tweets? Schaue ich darauf, was er sagt? Nein, ich spreche zu Ihnen über die Folgen, wenn eine enorme Zahl von Menschen den morgigen Tag schon nicht mehr erleben wird, und diejenigen, die ihn erleben, werden ihn in Armut erleben. Soll ich dann Trumps Tweets lesen? Ich bin gerade der Mensch, der nicht darauf schaut, was Trump sagt, sondern sich für seine Handlungen interessiert, für die atemberaubenden Folgen dieser Handlungen für Dutzende und Hunderte Millionen Menschen. Das ist wirklich unglaublich interessant und fesselnd. Und Trumps Tweets sind nicht so interessant und fesselnd. Sie sind sehr kindisch, würde ich sagen.

Frage. Ist eine Bodeninvasion für Trump nicht sicherer als ein Nuklearschlag? Das sind doch ganz unterschiedliche Folgen für Trump.

Portnikov. Ich glaube ebenfalls, dass es keinen Nuklearschlag geben wird. Ich glaube, dass der Nuklearschlag gerade eine Folge der Phantasie irgendjemandes ist, insbesondere von Menschen, die bereit sind, von Trump alles Mögliche zu erwarten, vom Nuklearschlag bis zum nackten Spaziergang durch Manhattan. Also versichere ich Ihnen, dass er weder einen Nuklearschlag anwenden noch nackt durch Manhattan laufen wird. Trump weiß in dieser Hinsicht, was er tut. Aber ich denke, dass auch eine ausländische Invasion für ihn eine sehr riskante Operation ist, deshalb will er so sehr nicht darauf eingehen, weil die Amerikaner, würde ich sagen, sehr empfindlich auf den Tod ihrer eigenen Landsleute im Ausland reagieren. Und das hat sehr oft Regierungen, ihre Autorität und die Möglichkeiten jener Parteien, die damals an der Macht waren, diese Macht zu behalten, zermalmt. Und Trump weiß das sehr gut. Er kennt die amerikanische Geschichte.

Frage. Trump kann die Truppen nur 60 Tage einsetzen. Danach braucht er die Zustimmung des Kongresses. Was wird Trump in diesem Fall tun? Wird er einen Verstoß gegen die Gesetze der Vereinigten Staaten begehen?

Portnikov. Ich denke, er könnte sagen, dass das überhaupt kein Krieg ist, sondern so eine Spezialoperation. Er setzt keine Truppen ein, sondern diese Truppen werden nicht für Krieg eingesetzt, sondern, sagen wir, zur Sicherung der Handelswege. Man kann sich vieles ausdenken, aber das Wichtigste ist: Er kann die Zustimmung des Kongresses bekommen. Unter den Kongressabgeordneten gibt es ja in beiden Kammern eine republikanische Mehrheit. Zu sagen, Trump sei dagegen abgesichert, dass der Kongress ihn nicht unterstützt, würde ich auch nicht sagen, aber all das werden wir natürlich bald sehen, denn schon in dieser Nacht und am Montag wird klar sein, wie real der Verhandlungsprozess zwischen den Vereinigten Staaten und Iran ist. Und was man von diesem Verhandlungsprozess erwarten kann, wenn die eine Seite in der Sprache der Ultimaten spricht, und seien wir realistisch, das sind die Vereinigten Staaten. Und die andere Seite spricht in der Sprache der Erpressung, und seien wir realistisch, das ist die Islamische Republik. Schauen wir, wie das in den nächsten Tagen aussehen wird, und sprechen wir darüber.


🔗 Originalquelle

Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Iran erteilt Trump eine Absage | Vitaly Portnikov. 19.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 19.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Der Terrorakt in Kyiv: Schlussfolgerungen | Vitaly Portnikov. 18.04.2026.

Terroranschlag in der ukrainischen Hauptstadt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich zu Beginn dieser Sendung den Angehörigen und Freunden derjenigen, die während dieses Terrorakts ums Leben gekommen sind, mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Dieser erinnert, kann man sagen, nur sehr bedingt an jene Schießereien, von denen wir immer aus den Nachrichten in den Vereinigten Staaten von Amerika hören, wenn der eine oder andere Schütze Menschen in Einkaufszentren oder in Schulen erschießt. Und jedes Mal führt das zu Diskussionen darüber, inwieweit man im amerikanischen Gesellschaftssystem von einem Recht auf Waffenbesitz sprechen kann.

Aber ich würde diesen Terrorakt, ehrlich gesagt, überhaupt nicht mit dem amerikanischen vergleichen. Ich würde ihn mit israelischen Terrorakten vergleichen, wenn Terroranschläge verübt werden, um die Bürger Israels davon zu überzeugen, dass sie hier keinen Platz haben, dass dies kein Ort der Sicherheit ist, dass sie besser über irgendeinen anderen Wohnort nachdenken sollten. Genau damit hängt der radikale arabische Terror auf dem Territorium Israels im Verlauf der letzten Jahrzehnte zusammen.

Und ich erinnere mich sehr gut daran, dass, als ich zum ersten Mal nach Israel kam, noch in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, das Erste, was ich dort möglicherweise sah, ein Terroranschlag war, als ein Bus explodierte, neben dem ein Auto fuhr, in dem ich mich befand. Und ich verstand, wie so etwas überhaupt geschieht, was Menschen empfinden, die zu Opfern oder Zeugen eines solchen Terrorakts werden. Und genau das geschieht jetzt auf ukrainischem Boden. Und für mich ist auch völlig offensichtlich, warum ich grundsätzlich der Meinung bin, dass ein solcher Terror genauso ein Teil des Krieges ist wie der Vormarsch der feindlichen Armee auf ukrainischem Boden, wie die antiukrainische Propaganda, wie Raketen- und Drohnenangriffe auf zivile ukrainische Wohnviertel.

Ich habe viele Male davon gesprochen, dass wir unausweichlich mit einem solchen Terror konfrontiert werden. Schon deshalb, weil es in der Ukraine nicht wenige Menschen gibt, die Sympathisanten des russischen Weltbilds sein können, Anhänger der russischen Sicht auf die Ukraine als einen nicht existierenden, vorübergehenden Staat, dessen Territorium ganz bestimmt, ganz bestimmt an die Russische Föderation angeschlossen werden wird. Und diese Menschen können entweder zu Agenten russischer Geheimdienste werden, die bereit sind, deren Befehl auszuführen, oder zu Aktivisten, die bereit sein werden, so zu handeln, dass es ihrer eigenen Sicht auf die Zukunft der Ukraine entspricht. So, wie es mit Anhängern der autoritären Idee immer der Fall ist.

Die autoritäre Idee schätzt in der Regel das Leben selbst nicht, und ihre Anhänger können keinen Wert im eigenen Leben sehen. Hier haben Sie auch die Antwort auf die Frage, wie ein Mensch sich zu einer Tat entschließen kann, die im Wesen Selbstmord ist. Und wenn die ersten Informationen über die Biografie eines solchen Menschen auftauchen, sehen wir tatsächlich einen realen Anhänger der russischen Welt, einen Menschen, der sich in russischer Militäruniform fotografieren ließ, der für die Streitkräfte der Russischen Föderation spendete. Dabei handelt es sich um einen Berufsmilitär, und zwar darum, dass dieser Militär nicht russisch war, sondern ein ukrainischer Militärangehöriger.

Aber wiederum: Was ist ein ukrainischer Militär vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine? Gerade in diesem Angriff härtete sich die wirkliche ukrainische Armee. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Dienst in der ukrainischen Armee für viele Menschen einfach nur ein Arbeitsplatz. Und die ukrainische Armee selbst eine Fortsetzung der russischen, so wie, sagen wir, für viele in Belarus die belarussische Armee, die Armee des Diktators Lukaschenko, eine Fortsetzung der russischen ist.

Auch das ist ein Erbe der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, als wir, statt eine eigene Armee zu schaffen, einfach den Weg gingen, dass die Militärangehörigen jener sowjetischen Militärbezirke, die sich auf unserem Boden befanden, der Ukraine den Eid leisteten. Und natürlich leisteten alle mit Freude den Eid, einfach damit sie danach nicht irgendwo nach Sachalin oder Ussurijsk versetzt würden. Denn in der Ukraine bis zur Pensionierung zu bleiben, das war der Traum jedes sowjetischen Fähnrichs und Offiziers, woher auch immer er stammte.

Aber man muss sich dennoch bewusst machen, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen mit sowjetischen Rangabzeichen die ukrainische Armee nie als eine echte wahrnahm. Und das Erstaunlichste und Schrecklichste ist, dass die überwältigende Mehrheit der Bürger unseres Staates die ukrainische Armee ebenfalls nicht als eine echte wahrnahm. Wie konnte sich in einer solchen Armee ein ukrainischer Offizier Dmytrij Wasyltschenko herausbilden? Oder war er wirklich ein ukrainischer Offizier? Das ist ebenfalls eine ziemlich gute Frage, ebenso wie die Frage, dass der Mensch im Donezker Gebiet und später in Kyiv lebte, in einem Umfeld starker prorussischer Einflüsse.

Und auch das spricht im Prinzip für das, was wir beobachten, wenn wir die Situation mit der Mentalität von Menschen besprechen, die sich bereits unter diesen letzten sowjetischen und postsowjetischen Bedingungen herausgebildet haben. Ich denke, dass ich weiß, wovon ich spreche, denn dieser Mensch ist in meinem Alter. Ich wurde in einer Gesellschaft erzogen, in der eine riesige Anzahl meiner Altersgenossen klassische sowjetische Menschen waren. Und für viele von ihnen, wenn diese Menschen obendrein russischer Herkunft waren, in Russland geboren – und das hängt gerade mit diesem Schützen Dmytrij Wasyltschenko zusammen –, nahmen diese Menschen das Entstehen eines unabhängigen ukrainischen Staates, das Entstehen einer ukrainischen Armee einfach als Zufall wahr, als etwas, dem man keine Aufmerksamkeit schenken müsse. Und natürlich wurden das Jahr 2014 und das Jahr 2022 für sie zu einer wirklichen Tragödie, weil sie auf eine Befreiung warteten – und sie kam nicht.

Und natürlich gibt es hier eine unglaubliche kognitive Dissonanz in den Köpfen solcher Menschen und in ihrem Verhältnis zur ukrainischen Gesellschaft. Denn die ukrainische Gesellschaft wartet auf die Befreiung von den Russen, und solche Menschen warten auf die Befreiung durch die Russen und gehen unter Menschen umher, die ihnen ihrem Wesen nach aufgrund ihrer Wünsche feindlich sind. Und das ist ein riesiges Problem für unsere Sicherheit, wenn wir natürlich nicht auf die Gefahr solcher Prozesse achten werden. Es gab Informationen – ich weiß nicht, inwieweit sie sich bestätigen werden –, dass Wasyltschenko zwei Staatsbürgerschaften hatte: die russische und die ukrainische. Es ist unbekannt, inwieweit diese Information real ist.

Natürlich ist die Frage ziemlich wichtig, wie man unter solchen Bedingungen Terrorismusprävention betreiben soll. Und es geht hier nicht um den konkreten Schützen, sondern um die Gesamtheit agenturner Maßnahmen zur Vorbeugung dieser Welle des Terrors, die eintreten kann. Terror schafft absolut neue Spaltungen in der Gesellschaft. Terror lähmt sehr oft die Gesellschaft. Das konnte man in vielen Ländern beobachten.

Ich habe in Russland gelebt in der Periode des Terrors, der mit den beiden Kaukasuskriegen verbunden war. Und ich kann Ihnen ganz klar sagen, dass gerade dieser Terror es den Leuten aus dem Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation, aus dem KGB, ermöglichte, die Macht endgültig in die eigenen Hände zu nehmen. Denn wenn Terror, und dazu noch vor dem Hintergrund eines Krieges, gewöhnlich und massenhaft wird, dann wird der Wunsch, jemanden zu finden, der Ordnung schafft, in der Gesellschaft vorherrschend.

Ich habe die israelische Gesellschaft gesehen, wie sie sich während des massiven Terrors veränderte. Natürlich erhielten damals Menschen einen Freibrief vom Wähler, die radikale Maßnahmen anboten, die natürlich an keinerlei Möglichkeit eines Dialogs glaubten. Wie kann man an die Möglichkeit eines Dialogs mit Terroristen glauben? Und das ist, wie Sie verstehen, immer ein Weg in die Sackgasse.

Aber wie kann man der terroristischen Gefahr vorbeugen? Nun, erstens muss man wiederum darüber nachdenken, auf welche Weise die Spezialdienste der Russischen Föderation mit den künftigen Ausführern ihrer Aufträge arbeiten. Denn wir stehen ja jetzt erst am Anfang der Prozesse. Der individuelle Terror, kann man sagen, hat bereits begonnen, ist bereits zur Norm unseres Lebens geworden. Erinnern wir uns an den schrecklichen Mord an Iryna Farion. Erinnern wir uns an den schrecklichen Mord an Andrij Parubij. Das alles sind doch waschechte Terroranschläge. Und zwar demonstrative, wenn wehrlose Menschen einfach auf den Straßen einer ukrainischen Stadt ermordet werden, die weit von der Kampfzone entfernt ist. Und jetzt geschieht bereits, sagen wir so, Massen-Terror, wenn man einfach gewöhnliche Menschen in einem Einkaufszentrum erschießt.

Hier sind wiederum die Einschränkung der Kommunikationsmöglichkeiten der Russen über Messenger und entsprechende Netzwerke ebenfalls Teil einer solchen Arbeit. Noch einmal: Ich habe nie zur Schließung von Telegram aufgerufen. Ich habe zur Begrenzung der Präsenz jener Kanäle und Plattformen auf Telegram aufgerufen, die eine Gefahr für das nationale Überleben der Ukraine darstellen können. Und selbst in vielen Ländern des Westens, die sich nicht im Krieg mit der Russischen Föderation befinden, findet eine solche Begrenzung statt, während es sie bei uns bis heute nicht gibt.

Ich denke, man muss einerseits jene Bürger Russlands und der Republik Belarus schützen, die sich als politische Flüchtlinge in der Ukraine befinden. Andererseits muss man die Kontakte jener russischen Bürger aufmerksam verfolgen, die in den letzten Jahren in die Ukraine gekommen sind. Natürlich können sich unter diesen Menschen völlig apolitische Menschen befinden, für die das Leben in Russland oder in der Ukraine keinen besonderen Unterschied macht. Aber es können auch Menschen mit ganz konkreten Überzeugungen und Verpflichtungen gegenüber Russland darunter sein.

Ich sehe kein Problem darin, präventive Gespräche mit Bürgern des Landes zu führen, das gegen uns einen Eroberungskrieg führt. Diese Bürger selbst, wenn sie die Ukraine während des Krieges mit Russland als Ort ihres Aufenthalts gewählt haben, könnten einem solchen Gespräch ebenfalls mit offensichtlichem Verständnis begegnen. Das ist auch ein Teil unserer Arbeit an der kollektiven Sicherheit.

Jetzt werden natürlich wieder Gespräche beginnen darüber, dass man allen Ukrainern die Möglichkeit des freien Gebrauchs von Waffen geben müsse, und alle werden zu überzeugen versuchen, dass genau das die Möglichkeit sei, solchen Terroranschlägen vorzubeugen. Ich möchte Sie daran erinnern, dass in den Vereinigten Staaten die Möglichkeit des freien Waffenbesitzes die Situation mit Schützen, die die Zivilbevölkerung erschossen, niemals verändert hat.

In Israel hat sie sie verändert, aber einfach deshalb, weil in Israel während eines Terrorakts erstens die Menschen, die Waffen besitzen, in der Regel Profis im Umgang damit sind, weil alle Menschen die Streitkräfte durchlaufen, sowohl Männer als auch Frauen. Zweitens ist in Israel während eines Terrorakts völlig offensichtlich, wer der Eigene und wer der Fremde ist. Ich möchte daran erinnern: Wenn dieser Terrorakt von einer Gruppe von Komplizen verübt wird, dann verstehst du in der Regel, auf wen du schießt, denn die Menschen, die schießen, unterscheiden sich von den Menschen, auf die sie schießen.

In der Ukraine kann der Waffenbesitz sowohl des Angreifers als auch derjenigen, die sich gegen ihn verteidigen werden, einfach zu einem massenhaften Schusswechsel führen, weil du in dieser Situation, in einer Situation noch dazu von Stress und Zeitnot, nicht verstehen wirst: Ist dieser Mensch, der sich jetzt neben dem Terroristen befindet, sein Komplize oder einfach ein zufälliger Besucher des Geschäfts, der sich nur zufällig in der Nähe befand? Nun, und das ist ebenfalls eine Frage, die wir uns alle stellen müssen.

Aber ich denke, dass diese Diskussion aus einem einfachen Grund nicht stattfinden wird. Ich bin überzeugt, dass auch nach dem Ende der Kampfhandlungen Fälle von Massenschießereien in der Ukraine ständig vorkommen werden, sogar nicht im Rahmen des Terrors, sondern im Rahmen dessen, dass wir im friedlichen Leben eine riesige Zahl von Menschen mit Stress, mit Kriegstraumata bekommen werden, in einer zerrütteten, korrupten Gesellschaft, in der es keine Gerechtigkeit gibt. Und diese Menschen, glauben Sie mir, werden bereit sein, ihre Fragen zu lösen oder sich für Respektlosigkeit und Nichtbeachtung mit Hilfe von Waffen zu rächen.

Solche Episoden wird man nicht vermeiden können. Man muss ihrer Zukunft als einer realen Perspektive des Lebens in einem Land begegnen, in dem sie zum Alltag werden. Die Erschießung irgendeines Beamten, irgendeiner Sitzung eines Gebiets- oder Stadtrats, Schießereien auf den Straßen. All das wird zur Norm unseres Nachkriegslebens werden. Und selbst wenn wir mit Ihnen eine wirksame Wiedereingliederung der Menschen entwickeln können, die aus den Kampfzonen zurückkehren, wird es dennoch Menschen geben, die unzufrieden sein werden, einfach weil sie von all dem Grauen traumatisiert sein werden, das sie durchleben. Und ich denke, vor dem Hintergrund all dieser Massenbegräbnisse, die es in vielen ukrainischen Städten und Dörfern geben wird, werden die Gespräche über Waffenbesitz enden. Deshalb ist diese Diskussion jetzt einfach unangebracht.

Gerade deshalb, weil ich mir die weitere Entwicklung der Ereignisse vorstelle, ebenso wie ich mir vorstelle, dass Russland Terrorismus als wichtigen Teil der Destabilisierung der ukrainischen Gesellschaft in den kommenden Jahren des Kampfes einsetzen wird. Umso mehr, als Putin jetzt wiederum tatsächlich ernste wirtschaftliche Probleme spürt. Wir haben tatsächlich seine wunde Stelle ertastet: die Ölhäfen, vor allem die Ölverarbeitung. Sie verstehen doch, was technologisch im Prinzip mit Russland geschieht, nachdem wir seine Öltransporte gestoppt haben und es jetzt einfach die Präferenzen Trumps nicht nutzen kann, der Putin die Möglichkeit gegeben hat, noch einen Monat lang sein Öl von Tankern auf dem Meer zu verkaufen.

Aber woher sollen neue Tanker kommen, wenn die Häfen nicht arbeiten? Das bedeutet, dass Russland kein Öl verkaufen kann. Es kann sein eigenes Rohöl in seinen eigenen Raffinerien für den Eigenbedarf verarbeiten, aber diese Raffinerien werden ebenfalls bombardiert und fallen ebenfalls aus. Und in dieser Situation, wie wir sehr gut verstehen, muss Russland einfach die Ölförderung verringern, Bohrlöcher schließen, von denen noch unbekannt ist, wie schnell sie wieder geöffnet werden. Und das ist eine schwierige Situation.

Deshalb fällt das Bruttoinlandsprodukt der Russischen Föderation bereits den zweiten Monat in Folge. Ich nehme diese Zahlen ja nicht aus der Luft. Ich zitiere Putin selbst, der bereits darauf aufmerksam gemacht hat, und das alles können noch geschönte Zahlen des Rückgangs sein. Und in dieser Situation – wie antwortet Putin natürlich? Er hat das Konzept der in die Ecke getriebenen Ratte. Schon aus seinem ersten biografischen Buch, das am Vorabend der Präsidentschaftswahlen des fernen Jahres 2000 veröffentlicht wurde, wie er eine Ratte verfolgte, sie in eine Sackgasse trieb und die Ratte auf ihn losging. Und Putin lief schon vor der Ratte davon. Diese Ratte also – das ist das Wesen, dem Putin ähnlich sein möchte. Man muss verstehen, wer überhaupt Putins Held ist, der Held seiner Kindheit: diese Ratte.

Deshalb müssen Sie, wenn Sie Putin in die Ecke, in eine Sackgasse treiben, ganz klar verstehen, dass er nicht mit Ihnen verhandeln wird. Er wird aus dieser Ecke heraus Sie angreifen. So stellt er sich das Leben vor. Wie wird er angreifen? Er wird dem Krieg und dem Beschuss Terror hinzufügen. Das könnte erst der Anfang sein. Solche Ereignisse können jetzt regelmäßig geschehen. Das heißt, es ist sehr wichtig, über die Vorbeugung solcher Ereignisse verschiedener Art nachzudenken. Das muss zu einer der Hauptaufgaben der ukrainischen Spezialdienste werden. Und auch die Bürger müssen aufmerksam darauf schauen, was um sie herum geschieht, auf verdächtige Menschen, die plötzlich Wohnungen mieten, denn das können Gruppen sein, die in ukrainische Städte kommen werden, auf das seltsame Verhalten der eigenen Nachbarn.

Wir haben doch gehört, dass dieser Schütze angeblich seine eigene Wohnung in Brand gesetzt hat, bevor er zum Verbrechen aufbrach. Man erzählt doch, dass dieser Wasyltschenko im Jahr 2023 eine Prügelei in einem Supermarkt veranstaltete. Sich dort also aggressiv verhielt. Das heißt, die Person war die ganze Zeit über, sagen wir so, psychisch nicht ganz normal. Und auch das konnte für seine Anwerbung genutzt werden. Zudem tauchen ebenfalls recht interessante Informationen auf, dass er in den Jahren 2015–2017 – der Krieg Russlands gegen die Ukraine hatte schon begonnen, die Krim war bereits besetzt, ein Teil des Donbas war besetzt – in Rjasan lebte. In Rjasan, und davor war er in Bakhmut. Nun, Sie verstehen, dass es während des Lebens in Rjasan bei einem ehemaligen Militärangehörigen irgendwelche Kontakte zu irgendwelchen russischen Spezialdiensten gegeben haben könnte.

Nun richtet jetzt natürlich jeder seine Aufmerksamkeit auf seine Seiten in sozialen Netzwerken. Hätte man ihnen vielleicht früher Aufmerksamkeit schenken müssen? Antiukrainische Einträge, antisemitische Äußerungen. Wie viel von alledem erscheint in den sozialen Netzwerken. Und wir winken einfach ab. „Ach, wenn er in sozialen Netzwerken schreibt, wird er schon nichts tun.“ Er pries Hitler, rief zu gewaltsamen Säuberungen in der Gesellschaft auf, nannte die Ukraine eine sogenannte, bedauerte, dass Girkin seine Heimatstadt Bakhmut nicht vernichtet habe. Nun, nicht Heimatstadt, er wurde in Moskau geboren, aber Bakhmut war sein Wohnort. Dabei war er ein ukrainischer Militärpensionär.

Und jetzt, eben jetzt, gibt es Zugang zu dieser Webseite. Jetzt kann man verstehen, warum Menschen sich so verhalten. Diese Webseite hieß „Bakhmut WDW“. „Sehen Sie, Balaklija, das sind Explosionen von Waffenlagern. Dagegen wirkt Tschernobyl harmlos. Schade, dass Balaklija nicht im Gebiet Kyiv liegt. Man sagt, es gehe ein hybrider Krieg, aber das ist ein hybrider Genozid. Wenn Girkin Strelkow als Statthalter und Gauleiter von Slowjansk und der slowjansker Region ein echter Militär gewesen wäre, dann hätte so etwas 2014 mit Artjomowsk-Bakhmut geschehen müssen.“ Das also sind die Gedanken und Äußerungen eben dieses Wasyltschenko. Bakhmut WDW, verstehen Sie? WDW (russischen Luftlandetruppen) – wir verstehen doch, was das ist. Also sind das alles absolut klare, verständliche Äußerungen eines Menschen, der das Land hasste, in dem er lebte.

Wie viele solcher Menschen sehen Sie ganz unverhohlen in sozialen Netzwerken – keine Bots, mit ukrainischem Wohnort, mit ukrainischer Registrierung? Und Sie verfolgen sie vielleicht nicht, aber der russische Genosse Major vom Föderalen Sicherheitsdienst, der hat solche Menschen im Blick. Er wird ihnen ganz bestimmt schreiben. Er wird irgendeine Tätigkeit vorschlagen oder einfach anstoßen. „Keine Kraft mehr, all diese verfluchten Nationalisten, Banderowzy zu ertragen? Vernichte wenigstens einen Teil von ihnen, dann wird es dir leichter.“ Sie verstehen doch, dass diese Leute das Andropow-Institut absolvieren, um mit ähnlichen Terroristen zu arbeiten. Auch das ist eine reale Wahrheit über das, was mit einem solchen Kontingent geschieht.

Man darf nicht denken, dass nach 2022 unsere ganze Gesellschaft alles über Russland verstanden hätte. Hören Sie, machen Sie sich keine Illusionen. Menschen, die Feinde der Ukraine waren, sind Feinde der Ukraine geblieben. Wenn wir über „die Wartenden“ sprechen, dann sind sie es. Nur dass manche von diesen „Wartenden“ jetzt vielleicht schon eine reale, reale Möglichkeit haben, ihre Wünsche zu erfüllen, ohne darauf zu warten, dass die Besatzer in Kyiv einmarschieren, in Kharkiv einmarschieren, in Odesa einmarschieren. Und diese  „Wartenden“ können die Russen, weil sie vielleicht auch verstehen, dass sie nicht nach Kharkiv, nach Odesa, nach Kyiv einmarschieren werden, benutzen. Es ist sehr gefährlich, mit einem solchen realen Problem so umzugehen, als existiere es nicht. Das ist es, was ich zu diesem Terrorakt sagen wollte.

Nun die Frage: Warum betont niemand die Tatsache, dass sehr viele Vertriebene aus den östlichen Regionen einfach weiterhin Russland unterstützen und weiter auf ihren Sieg warten und ihn wünschen?

Portnikov. Ich bin grundsätzlich dagegen, Menschen nach ihrer Herkunft aus irgendwelchen Regionen zu teilen. Ja, vielleicht war in den östlichen und südlichen Regionen der Einfluss prorussischer Kräfte größer als in den zentralen und westlichen. Aber gab es in den zentralen und westlichen Regionen keine Menschen, die für prorussische Kräfte, wie Janukowytsch gestimmt haben? Gab es dort keine, die gegen die ukrainische Sprache und gegen die ukrainische Unabhängigkeit auftraten? Eine große Zahl von Menschen, die die besetzten Gebiete im Osten verlassen haben, ist ja gerade deshalb von dort weggegangen, weil sie nicht unter den Russen leben wollte. Deshalb denke ich, dass das Problem nicht darin besteht, dass es in verschiedenen Regionen Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten gibt, die von den Russen zu eigenen Zwecken benutzt werden können. Und das wissen Sie sehr gut.

Eine der Aufgaben Moskaus besteht auch darin, die Ukrainer nach Sorten und nach Wohnorten zu spalten. Und das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt. Und tatsächlich: Je mehr Terror es geben wird, desto mehr wird es solche Möglichkeiten geben. Heute, wenn Sie russische Sprache in öffentlichen Verkehrsmitteln hören, können Sie einfach so reagieren: „Warum sprechen sie weiterhin Russisch?“ Morgen werden Sie schon allein wegen terroristischer Aktionen denken: Werden diese Leute nicht einen Terrorakt in dieser Metro verüben, wenn sie Russisch sprechen, dazu noch akzentfrei? Nun, sie sind ja irgendwoher gekommen, nicht von hier. Und in Wirklichkeit kann einen Terrorakt auch ein ukrainischsprachiger Mensch verüben, wie wir wissen, gegen Geld. Solche Fälle gibt es ebenfalls viele. Wie wir wissen, beherrschte der Mensch, der Rebet und Bandera tötete, die ukrainische Sprache ausgezeichnet, war aber ein Agent Schelepins, der die ukrainische Sprache nicht beherrschte.

Auch das ist eine Erinnerung daran, wie all das aussehen kann. Und daran, dass ich dagegen bin, Menschen nach ethnischer Herkunft, nach Wohnort, sogar nach Staatsbürgerschaft zu teilen. Denn ich verstehe sehr gut, dass es unter den Bürgern Russlands und Belarus’ sehr viele Menschen geben kann, die wirklich für den Sieg der Ukraine mitfiebern, während es unter den Bürgern der Ukraine nicht wenige Verräter geben kann, so wie diesen Wasyltschenko, der einen ukrainischen Pass hatte und ukrainische Menschen getötet hat und das immer wollte. Das Interessanteste ist: Er wollte das immer.

Frage. Mich interessiert, warum das ganze Gesindel, das zu pro-hamasischen Kundgebungen hingeht, über all das, was es in der Ukraine passiert, schweigt und über das Fehlen anti-antisemitischer Gesetze in Europa – entspricht das der Stimmung der Bürger?

Portnikov. Warum? In Europa gibt es Gesetze, die Verantwortung dafür vorsehen, dass Menschen die Tatsache des Holocaust nicht anerkennen. Wir müssen übrigens dafür kämpfen, dass es solche Gesetze auch in Bezug auf den Holodomor gibt, damit es Verantwortung gibt, und zwar nicht nur in der Ukraine, für die Leugnung der Tatsache des Holodomor. Nicht einfach nur die Anerkennung des Holodomor als Genozid. Das ist eine politische Aktion, aber es muss eine juristische Aktion geben. Verstehen Sie? Denn glücklicherweise gibt es zumindest im Westen einen Konsens in Bezug auf den Holocaust. Und in Bezug auf den Holodomor gibt es einen solchen Konsens nicht. Die Russen können ihren Mist straflos verbreiten und erzählen, dass es das alles nicht gegeben habe, dass überall Hunger gewesen sei. Darüber muss man irgendwie nachdenken.

Nun, und was die Pro-Hamas Kundgebungen betrifft, so müssen Sie sehr gut verstehen, dass die Menschen, die zu Pro-Hamas Kundgebungen gehen, einfach gewöhnliche Antisemiten sind, die die Tragödie, die im Nahen Osten geschieht, für legalen Antisemitismus benutzen. Gerade deshalb, weil es Gesetze gibt, und sie sind angeblich nicht gegen Juden, sie sind gegen das Grauen, das Israel auf dem Territorium des Gazastreifens und im Libanon anrichtet. Und wenn wir sagen: „Warum bemerkt ihr nicht, dass es dort israelische Geiseln gab, dass Hamas-Leute Kinder getötet haben, dass die Hisbollah auf friedliche israelische Städte schießt und sie besetzte Territorien nennt, auf die man straflos schießen könne, weil das aus Sicht der Hisbollah überhaupt keine Städte seien? Dort geschieht doch dasselbe.“ Man kann die Frage stellen: „Warum interessieren diese Menschen sich nicht für ukrainische Kinder?“

„Nun, vielleicht deshalb, weil Russland ein Verbündeter der Hamas ist und Präsident Putin ein toller Kerl, der sich als Erster unter Politikern, die überhaupt irgendein Gewicht in der Welt haben, mit den Führern der Hamas getroffen hat. Er lud den Chef der Hamas, Ismail Hanija, als Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Moskau ein, Hamas-Minister. All das geschah zuerst in Moskau. Und die Ukraine ist nicht auf der Seite der Hamas. Wozu also ukrainische Kinder bemitleiden? Bemitleiden muss man jene Kinder, deren Regierung die Terroristen unterstützt. Das heißt, russische Kinder muss man bemitleiden. Das sind die arme Kinder, Opfer der Banderowzy.“

Ich bin also absolut nicht überrascht von dem, was auf all diesen Demonstrationen geschieht. Und ich habe wiederholt gesagt, dass diesen Leuten auch die palästinensischen Kinder egal sind, dass das einfach eine Legalisierung alter Komplexe ist, die wir in Europa gesehen haben und die schließlich zum Holocaust geführt haben. Und auch das ist eine absolut offensichtliche Sache, die damit zusammenhängt, was wir beobachten, wenn wir über die Ereignisse im Nahen Osten sprechen.

Also ist es jetzt im Prinzip sehr wichtig zu verstehen, inwieweit die Situation mit all diesen terroristischen Gefahren von uns richtig aufgearbeitet werden wird. Verstehen Sie, diese Erschießung in einem Supermarkt in Kyiv kann ja einfach als so ein Vorfall gewertet werden. Mehr wird so etwas nicht geschehen. Ein unausgeglichener Mensch. Aber wenn sich das wiederholt, wenn das weitergeht? Wie Sie verstehen, ist das doch eine sehr ernste Gefahr. Die Unterschätzung der Terrorgefahr ist immer ein sehr ernstes Problem für eine Gesellschaft, in der Terror geschieht. Daran muss man sich erinnern, wenn wir über die Situation auch nur der Einschätzung des gegenwärtigen Terrorakts sprechen.

Nun gut, meinetwegen sei es ein unausgeglichener, aggressiver Mensch. Aber dieser unausgeglichene, aggressive Mensch hatte seine politischen Ansichten bereits gezeigt, bevor er diesen Terroranschlag verübte. Er war faktisch bereits mit antiukrainischen Erklärungen aufgetreten. Nun, versuchen wir wenigstens zu verstehen, dass die Situation mit der Terrorprävention auch mit der Prävention in sozialen Netzwerken zusammenhängt. Wenn Menschen aggressive Posts antiukrainischen Charakters schreiben und sich nicht einmal verstecken, dann muss man mit diesen Menschen ebenfalls sprechen. Auch ihre Kontakte müssen verfolgt werden. Übrigens, sehen Sie, eine Frau wurde getötet, als sie im Park spazieren ging, dieser Widerling tötete sie einfach auf dem Weg zum Supermarkt. Nicht einmal im Supermarkt selbst, es gab nicht einmal irgendeinen Akt der Aggression, der zu solchen Handlungen provoziert hätte. Nein, das war ein vorbereiteter, kaltblütiger Akt des Mordens an Menschen, wie Sie verstehen.

Und hier stellt sich die Frage: Wozu musste man dann Geiseln nehmen, wenn der Terrorist keinerlei reale Forderungen stellte? Und irgendeinen Sinn in diesen Verhandlungen – das Innenministerium schickte eine Verhandlerin dorthin, die versuchte, mit ihm zu sprechen – gab es nicht. Der Innenminister erzählt, dass der Schütze an jeden herantrat und Einzelschüsse abgab. Ebenfalls ein absolut kaltblütiger Wunsch, Menschen zu töten.

Tragisch natürlich, aber ich wiederhole: Solche Situationen können systematisch werden, wenn wir keine reale Arbeit am Verständnis des Zustands der Gesellschaft und des Zustands jener Menschen beginnen, die Anhänger Russlands in unserer Gesellschaft sind. Natürlich sind wir ein demokratisches Land, Menschen haben das Recht auf eigene Gedanken, aber wenn ein Mensch dem Staat, den Bürgern offen, ohne sich zu verstecken, droht, muss man daran denken, dass eine solche Drohung verwirklicht werden kann.

Wir, Menschen unseres Berufs, leben die ganze Zeit unter Gottes Augen. Wir erhalten persönliche Drohungen. Wir verstehen, dass jeder beliebige verrückte Anhänger Moskaus kommen und dir Schaden zufügen oder dich töten wollen kann. Sie verstehen doch, wie viele solcher Drohungen ich in meinem Leben erhalten habe, Dutzende, Hunderte. Aber wenn Drohungen massenhaft werden, wenn Drohungen tatsächlich auf die Untergrabung der Sicherheit eines ganzen Staates während des Krieges gerichtet sind, dann ist das wirklich schon ein Problem für unsere, ich würde sagen, Durchhaltefähigkeit im Krieg mit der Russischen Föderation.

Man muss all diese Gefahren einfach verstehen, dass das alles verschiedene Fronten sind. Die Front realer Kampfhandlungen der Armeen, die Front des Beschusses ukrainischer Städte und Siedlungen mit Raketen und Drohnen, die Front des individuellen und Massenterrors. Heute kann ich faktisch sagen, dass die Front des Massenterrors eröffnet wurde. Heute ist so ein Tag. Und die Front der antiukrainischen Propaganda. Dabei ist die Front der antiukrainischen Propaganda sehr oft gerade darauf gerichtet, Terror gegen die Zivilbevölkerung von Seiten einzelner Individuen zu provozieren, die an solchen Handlungen teilnehmen.

Also hat die Untersuchung die Ermordung unserer Mitbürger in Kyiv – leider sind bereits sechs Bürger ums Leben gekommen, 14 wurden verletzt – eben als einen Terrorakt qualifiziert, der zum Tod von Menschen in der ukrainischen Hauptstadt geführt hat. Das ist eine so traurige Bilanz dieses Tages. Zu meinem größten Bedauern. Bitte kommentieren Sie, was Sie darüber denken, wie man gegen den russischen Terror und den Terror russischer Handlanger auf unserem Boden kämpfen kann.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Теракт в Києві: висновки | Віталій Портников. 18.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Trump rettet Putin erneut | Vitaly Portnikov. 18.04.2026.

Das Finanzministerium der Vereinigten Staaten hat die Gültigkeit der Lizenz, die es Russland erlaubt, sein bereits zuvor auf Schiffe verladenes und sich derzeit auf See befindliches Öl zu verkaufen, um einen weiteren Monat verlängert. Eine solche Lizenz war der Russischen Föderation erstmals nach Beginn des Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran erteilt worden, als der amerikanische Präsident Donald Trump wegen der steigenden Ölpreise und der daraus resultierenden Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten selbst besorgt war. Vor dem Hintergrund des Waffenstillstands im amerikanisch-iranischen Krieg betonten die Beamten des Finanzministeriums jedoch, dass Russland keine neue Genehmigung erhalten werde.

Nun haben sich diese Aussagen, mit denen der US-Finanzminister Scott Bessent auftrat, als Desinformation erwiesen. Wie aus Washington berichtet wird, hat Bessent selbst die Möglichkeit einer Verlängerung der Lizenz mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, besprochen. Und die Politiker kamen zu dem Schluss, dass dies eine gute Idee sei. Darüber hinaus drängten Länder wie Indien und die Philippinen, die wegen der Schließung der Straße von Hormus besorgt sind, auf eine Verlängerung der Lizenz für Russland. Übrigens erschien die Genehmigung genau vor dem Hintergrund ihrer erneuten Sperrung durch Iran.

Obwohl Donald Trump gestern prahlerisch erklärte, die Straße von Hormus sei für immer geöffnet, verging nicht einmal ein Tag, bis das Korps der Wächter der Islamischen Revolution die Meerenge erneut schloss und nun nicht nur darauf besteht, dass Israel seine militärischen Operationen gegen die terroristische Organisation Hisbollah im Libanon einstellt — dieser Forderung der Iraner musste Donald Trump zustimmen —, sondern auch darauf, dass die Vereinigten Staaten ihre eigene Seeblockade der Straße von Hormus aufgeben, die vor allem mit der Unmöglichkeit der Durchfahrt von Schiffen aus Iran und nach Iran verbunden ist. Und nun ist die Situation wieder zu der zurückgekehrt, die noch gestern bestand, nur mit einem Waffenstillstand im Libanon und der Möglichkeit für die Hisbollah, ihre Ressourcen für weitere Angriffe auf Israel auszubauen.

Wie sich die Situation entwickeln wird, ist natürlich schwer vorherzusagen, aber offensichtlich werden vor dem Hintergrund der fortgesetzten Blockade der Straße von Hormus durch Iran die Ölpreise steigen, was den politischen Zielen Donald Trumps überhaupt nicht entspricht. Und daher ist der Versuch, erneut russische Dienste zu nutzen, um das Ölgleichgewicht zu stützen, aus Sicht des bisherigen Verhaltens des amerikanischen Präsidenten völlig nachvollziehbar, der offenbar nicht begreifen will, dass das Geld, das Putin aus dem Ölverkauf erhält, zur Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges verwendet wird — jenes Krieges, den Trump erneut prahlerisch versprach, in den ersten Tagen seiner Rückkehr ins Oval Office zu beenden. Wie die meisten Wahlversprechen Donald Trumps bleibt auch dieses unerfüllt.

Natürlich wird es für Putin schwierig sein, aus dem Ölverkauf Gewinne in dem Umfang zu erzielen, auf den er hätte hoffen können, da die Streitkräfte der Ukraine weiterhin Angriffe auf die Ölhäfen der Russischen Föderation und die russische Ölverarbeitung durchführen und dem russischen Staatschef, der auf die Fortsetzung des russisch-ukrainischen Krieges ausgerichtet ist, neue Möglichkeiten zur Einnahmeerzielung fehlen. Doch wir müssen daran erinnern, dass Putin die Öltanker im Voraus auf See gebracht hat.

Als sich diese Tanker häuften, stellten viele die Frage: „Warum braucht Russland eine solche Menge an Ölschiffen, und was wird Moskau mit dem Rohstoff tun, nachdem die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen zwei seiner wichtigsten Ölkonzerne — Rosneft und Lukoil — verhängt haben?“ Doch nun können wir erkennen, dass entweder die russische Geheimdienstgemeinschaft professionell gearbeitet und den Präsidenten der Russischen Föderation über die Möglichkeit von Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran informiert hat — was aus Gründen des gesunden Menschenverstands zwangsläufig zur Schließung der Straße von Hormus und zu ernsthaften Problemen in der Weltwirtschaft und Energieversorgung führen musste. Dass Donald Trump dies nicht gesehen hat, bedeutet nicht, dass man in der russischen Hauptstadt damit nicht rechnen konnte. Oder aber Putin erhielt im Voraus Informationen von Vertretern der amerikanischen Führung, die bekanntlich ständig mit ihm oder mit einem solchen seiner Emissäre wie Kirill Dmitrijew in Kontakt stehen, der die Vereinigten Staaten regelmäßig gerade zu wirtschaftlichen Gesprächen besucht.

Man kann sagen, dass es den Russen gelungen ist, Sich operativ auf eine Entscheidung im Zusammenhang mit einer möglichen Schließung der Straße von Hormus vorzubereiten und zu verstehen, dass sie zumindest aus den Schiffen, die sich auf See befinden, schnell die Möglichkeit haben würden, Rohstoffe an Länder wie Indien, die Philippinen und natürlich an die Volksrepublik China zu verkaufen, die die amerikanischen Sanktionen gegen die Russische Föderation überhaupt nicht beachtet.

Doch neues Öl, um es in ausreichender Menge auf See zu bringen, könnte Russland schlicht nicht haben. Zudem könnte es auch keine realen Möglichkeiten geben, dieses Öl zu verkaufen. Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass die Lizenz, die den Russen derzeit von den Vereinigten Staaten erteilt wurde und die einen Monat gelten soll, sich gerade auf das Öl bezieht, das sich bereits auf See befindet, und nicht auf neues Öl, das Russland in seinen Seehäfen verladen und auf neuen Schiffen ausfahren müsste.

  • Erstens funktionieren diese Häfen praktisch nicht, von dort kann kein Rohstoff verschifft werden.
  • Zweitens gibt es ein großes Problem bei der Produktion von Erdölprodukten in der Russischen Föderation.

Und so wird in jedem Fall der Gewinn, den Putin aus seinen Öllieferungen an die Länder des globalen Südens erzielt, ein begrenzter Gewinn sein. Aber selbst ein begrenzter Gewinn ist immer noch Geld für den Krieg.

Das ist Geld für den Krieg, den der Präsident der Russischen Föderation bereit ist, in den kommenden Monaten, vielleicht sogar Jahren, gegen die Ukraine zu führen.

Das ist Geld für den Krieg, den Putin aufgrund seines Wunsches erhält, das Territorium seines Landes zu vergrößern und zu den imperialen Grenzen zurückzukehren.

Das ist Geld für den Krieg, das Putin dank der Unterstützung von Donald Trump und seiner Administration erhält, die sich nicht einmal in der Lage sehen, nicht nur die Prioritäten ihrer Außenpolitik zu bestimmen, sondern, so seltsam es für die größte demokratische Nation der modernen Welt klingen mag, auch die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu verstehen. Und offenbar sind sie nicht fähig zu begreifen, dass man im Kampf gegen Iran nicht gleichzeitig Iran stärken kann, indem man ihm erlaubt, sein eigenes Öl zu verkaufen. Und man kann nicht gleichzeitig den Verbündeten Irans, Russland, stärken, indem man ihm ermöglicht, am Krieg zu verdienen und nicht nur gegen die Ukraine zu kämpfen, sondern auch Iran zu unterstützen.

Aber von Logik, so scheint mir, kann man in der heutigen Politik Abschied nehmen.


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Titel des Originals: Трамп знову рятує Путіна | Віталій Портников. 18.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Von 1991 bis heute: Der lange Weg in den Krieg und seine Profiteure. Vitaly Portnikov. 18.04.2026.

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Um zu verstehen, wie die prorussische fünfte Kolonne in unserem Land tatsächlich arbeitet – und wie sie versucht, die Macht zu ihrem Verbündeten zu machen und das Image der „Verteidiger Zelenskys“ auszunutzen –, lohnt es sich, einen Blick auf die erneute Angriffe gegen mich nach dem Interview mit dem Kanal „Bombardir“ zu werfen.

In diesem Interview sage ich klar, dass der Krieg eine Folge davon ist, dass die Ukrainer vom ersten Tag der Unabhängigkeit an die Gefahr nicht erkannt haben und bei Wahlen – immer – seit 1991 – für denjenigen gestimmt haben, der sich besser mit Russland verständigen kann. Ich mache bewusst eine Ausnahme für die Wahlen von 2004, erinnere aber daran, dass der Sieg damals durch den Maidan ermöglicht wurde und dass der erste Besuch des neuen Präsidenten nach Moskau führte. Der Interviewer fragt gezielt nach, ob dasselbe auch 2014 der Fall war, und ich bestätige das – sodass das Jahr 2019 als logische Fortsetzung eines Prozesses nationaler Blindheit erscheint. Und übrigens setzt sich dieser Prozess fort – Sie wissen selbst, wie viele Menschen immer noch glauben, dass man sich mit Putin einigen kann und bereits danach suchen, wer das tun könnte.

Was machen die Propagandisten? Natürlich werfen sie sich in die Verteidigung Zelenskys – und ich bin sicher, dass sie dafür auch noch Geld kassieren. Und sie argumentieren gegen eine These, die ich gar nicht geäußert habe – nämlich dass alles nur mit dem Jahr 2019 zu tun habe –, statt sich mit der These auseinanderzusetzen, die ich tatsächlich formuliert habe: dass der Prozess des Hineingleitens in den Krieg bereits 1991 begonnen hat. Und wozu?

Dazu, dass diese Leute vor dem Krieg nicht nur der Dienst des Präsidentenbüros waren, sondern auch die fünfte Kolonne Moskaus. Sie dienten seinen Interessen, sie dienten den Interessen Medwedtschuks und wurden logischerweise von ihren Kuratoren delegiert, der neuen Macht zu helfen – einer bunten Macht, die auf finanziellen Erfolg ausgerichtet ist und nicht auf Werte. Und ihre Hauptaufgabe besteht darin, Zwietracht zu säen und dabei jenen zu helfen, denen sie in Wirklichkeit immer gedient haben. Denen, deren Gesinnungsgenossen sie stets waren – seit den Zeiten Janukowytschs und sogar noch früher.

Ja, sie schaufeln uns, den ukrainischen Patrioten, ein Grab. Aber die Ironie des Schicksals besteht darin, dass in diesem Grab zusammen mit uns auch Zelensky landen wird, den sie so eifrig verteidigen.

Ich verstehe nur nicht, warum er für dieses Begräbnis auch noch bezahlt.


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Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.04.2026.
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Die Nacht des russischen Terrors | Vitaly Portnikov. 16.04.2026.

Kyiv, Odesa, Dnipro, andere Städte und Regionen der Ukraine stehen unter einem massiven Angriff der Russischen Föderation. Zunächst möchte ich den Angehörigen und Freunden der bei diesem kombinierten Angriff Getöteten sowie den Verletzten mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Natürlich sollte man sich über die Grausamkeit, mit der Russland diese Angriffe durchführt, nicht wundern. Die Ziele der Angriffe sind sowohl politischer Natur – die Ukraine weiterhin einzuschüchtern und von der Notwendigkeit zu überzeugen, die vom Kreml geforderten Bedingungen zur Demontage der ukrainischen Staatlichkeit zu erfüllen – als auch rein wirtschaftlicher Natur, verbunden mit dem fortgesetzten Versuch, die ukrainische Energieversorgung zu zerstören. Ich erinnere daran, dass Cherson und Mykolajiw infolge dieses Angriffs derzeit überhaupt ohne Strom geblieben sind. Einfach deshalb, weil die Russen massiv Energieobjekte im Süden der Ukraine angegriffen haben.

Natürlich wirkt dieser Angriff noch überzeugender vor dem Hintergrund der Aussagen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump über ein baldiges Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Denn nur wenige Stunden bevor die Russen ihre neuen Angriffe auf die Ukraine begannen, betonte der amerikanische Präsident erneut, dass sich der russisch-ukrainische Krieg seinem Ende nähere. Und das vor dem Hintergrund des völligen Fehlens selbst jenes imitativen Verhandlungsprozesses, den wir vor Beginn eines anderen großen Krieges in der Welt beobachtet haben – des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, den Donald Trump, wie es scheint, ebenfalls schnell zu beenden versucht, trotz der fortgesetzten Blockade der wichtigsten Energiewege der Welt.

Diese Blockade ist ebenfalls Teil des Krieges Russlands gegen die Ukraine. Denn dank dessen, was im Nahen Osten geschieht, hat der Präsident der Russischen Föderation Möglichkeiten erhalten, seinen Haushalt aufzufüllen, der für ihn längst zu einem Kriegsbudget geworden ist. Gerade aufgrund der Ereignisse im Nahen Osten verfügt die Ukraine nicht über eine ausreichende Anzahl von Abfangraketen gegen russische Raketen und hat keine Perspektiven, solche neuen Raketen in naher Zukunft schnell zu erhalten.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass es derzeit genügend Raketen in den Patriot-Batterien und anderen Luftverteidigungssystemen der Ukraine gibt, kann Putin zumindest darauf abzielen, unsere Luftverteidigung bis zum Beginn der Wintersaison zu erschöpfen, die für die Russische Föderation aus Sicht ballistischer und anderer Raketenangriffe auf ukrainische Regionen Priorität hat – mit demselben Ziel, die ukrainische Energieversorgung zu zerstören. Somit sind die Handlungen des russischen Führers, die Handlungen der russischen Armee zur Fortsetzung massiver Angriffe auf die Ukraine, wenn man sich die Ziele dieses Krieges vor Augen führt, für den Aggressor logisch und gerechtfertigt.

Unlogisch und ungerechtfertigt ist es, zu hoffen, dass beim Aggressor der Wunsch entstanden ist, den Krieg zu beenden. Diejenigen, die darauf hoffen, dass solche Absichten im Kreml tatsächlich bestehen, können einfach auf das schauen, was vor ihren Fenstern geschieht – auf die Brände in ukrainischen Städten, auf die getöteten ukrainischen Bürger, auf die Versuche, die ukrainische Energieversorgung zu zerstören.

Das ist auch die Antwort auf die Frage, wie lange der russisch-ukrainische Krieg noch andauern wird. So lange, wie der Präsident der Russischen Föderation und der russische Staat über finanzielle Ressourcen verfügen, um den Kampf gegen die Ukraine fortzusetzen, so lange wird er andauern. So lange, wie die Ukraine die Kraft hat, diesem grausamen Krieg und dem Wunsch, unseren Staat zu zerstören, zu widerstehen, so lange wird er andauern.

Und natürlich geht es hier nicht um Monate, sondern möglicherweise um Jahre eines zermürbenden Kampfes gegen den russischen Aggressor. Und in der Antwort auf die Frage „wie lange“ liegt auch die Antwort auf die Frage, was getan werden muss, um diese Marathonstrecke zu verkürzen, die nicht einmal 2014 mit der Annexion der Krim und dem Krieg im Donbas begonnen hat, sondern am 24. August 1991 mit der Ausrufung der ukrainischen Unabhängigkeit. Das ist der erste Tag der tatsächlichen Konfrontation zwischen dem russischen und dem ukrainischen Volk – so wie es 1918 mit der Ausrufung der Unabhängigkeit der Ukrainischen Volksrepublik war.

Wenn es der Ukraine gelingt, das militärische, energetische und vor allem finanzielle Potenzial der Russischen Föderation mit Hilfe ihrer Verbündeten zu erschöpfen, wird man auf ein Ende des Krieges, ein Ende all dieser Angriffe und auf den Wiederaufbau der Ukraine hoffen können. Wenn solche Möglichkeiten nicht bestehen, wird die Ukraine natürlich lange, dunkle Jahre im Zustand des Krieges leben – als eine Art Normalität.

Und es ist wichtig, dass die Streitkräfte der Ukraine Möglichkeiten gefunden haben, Russland zu erschöpfen. Angriffe auf russische Häfen, Angriffe auf russische Ölraffinerien – all das zeigt bereits die Probleme Russlands. Und all das wird sich, so hoffe ich, nur noch verstärken, denn solche ballistischen Angriffe erinnern uns an die Notwendigkeit, das Energiepotenzial dieser terroristischen Föderation weiter zu zerstören – um des Überlebens unserer Bürger willen, um des Überlebens des ukrainischen Staates willen.

Es gab keine diplomatische Alternative zu diesen Anstrengungen, es gibt sie nicht, und in absehbarer Zukunft wird es sie natürlich auch nicht geben. Was auch immer uns der selbstverliebte Präsident der Vereinigten Staaten erzählt – er möge diese Mythen jenen Menschen erzählen, die ihn nach den heutigen Angriffen nicht mehr hören können.

Und wenn diese Angriffe auf die russische Energieversorgung erfolgreich sind, wird Putin, seine Armee und sein auf die Aneignung fremder Gebiete ausgerichtetes Volk früher oder später gezwungen sein, zumindest einer Pause in diesem Krieg zuzustimmen, und wir werden uns auf neue Etappen des Kampfes gegen ein Imperium vorbereiten müssen, das nicht zur Ruhe kommen kann und weiterhin – wie schon vor einem Jahrhundert – Wohnviertel ukrainischer Städte und Siedlungen angreift.


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Titel des Originals: Ніч російського терору | Віталій Портников. 16.04.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 16.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Die Niederlage Orbáns: Europa verschwindet nicht. Vitaly Portnikov. 13.04.2026.

https://vilni-media.com/2026/04/13/porazka-orbana-ievropa-ne-znykaie/?fbclid=IwZnRzaARMwbZleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeD1pxlrqzpb4bJgIlnPpqamvaQYj64m5Yp5hQR05iWN0XkxzDH4HwA3b7Wgc_aem_0R5JYKWuX-rBHSy-Rva0wQ

Die wichtigste Schlussfolgerung, die die Regierung der Vereinigten Staaten aus den Ergebnissen der Parlamentswahlen in Ungarn und dem erschütternden Fiasko von Viktor Orbán ziehen könnte, ist: Europa verschwindet nicht, und die Bürger der Länder der Europäischen Union wollen Europäer sein. Über viele Jahre hinweg hat der ungarische Ministerpräsident gerade die antieuropäische Idee ausgebeutet und vielleicht gerade deshalb eine solche Wertschätzung sowohl seitens des amerikanischen Präsidenten Donald Trump als auch seitens des russischen Führers Putin verdient. Denn, so seltsam es auch erscheinen mag, an der Schwächung der Europäischen Union sind fast gleichermaßen Washington, Moskau und sogar Peking interessiert. Natürlich ist es mit jedem einzelnen europäischen Staat leichter umzugehen als mit einem vereinten Block europäischer Staaten. Aber mir scheint, dass eine solche Logik vor allem autoritären oder totalitären Regimen eigen sein sollte, während das größte demokratische Land der Welt – die Vereinigten Staaten – gerade an einer Zusammenarbeit mit demokratischen europäischen Staaten interessiert sein sollten, die in einer effektiven Union vereint sind.

Während seiner Amtszeit als Ministerpräsident hat Orbán alles Mögliche getan, um die Einheit dieser Union zu untergraben, und wie wir sehen, hat er seine Absichten gegenüber Putin nicht verheimlicht. Zu seinen letzten Entscheidungen im Amt gehörte auch die Blockade europäischer Hilfe für die Ukraine, obwohl diese Hilfe nicht nur im Interesse der Ukraine selbst lag, die Unterstützung für ihre durch den Krieg erschöpfte Wirtschaft benötigt, sondern auch im Interesse Europas, das die Ambitionen Russlands einfach eindämmen muss. Es ist geradezu paradox, dass der Ministerpräsident eines Landes, dem die Russen so oft die Freiheit genommen haben, wie ein Politiker im Sinne des Kremls handelte. Es ist geradezu paradox, dass der Präsident der Vereinigten Staaten, der Orbán öffentlich vor den Wahlen unterstützte und sogar seinen eigenen Vizepräsidenten nach Budapest schickte, um für Orbáns Partei zu werben, diese Unterstützung und seine persönlichen Beziehungen zum ungarischen Ministerpräsidenten nicht nutzte, um ihn davon zu überzeugen, auf dieses Veto zu verzichten. Und es ist erstaunlich, dass der Präsident der Vereinigten Staaten, der die Europäer jahrelang davon überzeugte, auf russisches Öl und Gas zu verzichten, jedes Mal die Augen verschloss, wenn es um den Kauf russischer Energieträger durch Ungarn ging. Dabei ist inzwischen offensichtlich, dass Putin dieses angeblich billige russische Öl gegen politische Unterstützung und die Förderung eines korrupten Mechanismus im ungarischen Staat eintauschte.

Orbáns Herrschaft hat der Ukraine tatsächlich teuer zu stehen gekommen. Es gab keinerlei Gründe für eine Verschlechterung der ungarisch-ukrainischen Beziehungen, außer einem – der Bereitschaft Budapests, Moskau zu unterstützen. Es gab keinerlei Anlass, die Ukraine der Missachtung der Rechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien zu beschuldigen. Doch Orbán äußerte nicht nur solche Vorwürfe, sondern investierte auch Ressourcen in die Schaffung einer entsprechenden politischen Atmosphäre in der Grenzregion der Ukraine. Und das, obwohl die Ungarn in Transkarpatien eine der wenigen nationalen Gemeinschaften Europas geblieben sind, denen es gelungen ist, ihre Muttersprache, ihre nationalen Traditionen, ihre Bildung und ihre politische Vertretung zu bewahren – und das alles auf ukrainischem Boden. Ich habe dem ungarischen Ministerpräsidenten einst geraten, sich für das Schicksal zweier anderer ungarischer Völker zu interessieren – der Chanten und der Mansen, die auf dem Territorium Russlands leben. Unter Putin haben sie endgültig nicht nur ihre eigene Sprache verloren, sondern auch die Fähigkeit, Gedichte und Prosa ihrer eigenen Schriftsteller zu lesen, und sogar die scheinbaren Attribute einer eigenen nationalen Staatlichkeit – obwohl diese Völker auf einem Gebiet leben, das in seinem Reichtum mit den Vereinigten Arabischen Emiraten vergleichbar ist und ihnen zumindest gewisse Entwicklungsmöglichkeiten bieten könnte. Doch statt die ungarischen Völker gegenüber Putin zu verteidigen, versuchte Orbán, mit den Problemen der Ungarn in Transkarpatien gegenüber Poroschenko oder Volodymyr Zelensky zu spekulieren. Und das zeigt einmal mehr die Unaufrichtigkeit eines Politikers, der mehr prorussisch als proungarisch war. Und natürlich auch mehr prorussisch als proamerikanisch.

Auch daraus sollte Trump Schlüsse ziehen, wenn es ihm gelingen würde, die Augen zu öffnen: Menschen, die gegen die europäische Einheit arbeiten, werden niemals wirklich an die globalen Interessen der Vereinigten Staaten denken. Solchen Politikern ist Moskau viel näher als Washington.


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Titel des Originals: Поразка Орбана: Європа не зникає. Віталій Портников. 13.04.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 13.04.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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