Zelensky verhängte Sanktionen gegen Lukaschenko. Vitaly Portnikov. 18.02.2026.

Volodymyr Zelensky erklärte die Einführung persönlicher Sanktionen gegen Alexander Lukaschenko – selbstverständlich wegen dessen Unterstützung der russischen Aggression gegen die Ukraine.

Tatsächlich begann diese aktive Unterstützung durch Lukaschenko nicht erst im Jahr 2026 und auch nicht 2025, ja nicht einmal 2022, als er das Territorium von Belarus zur Verfügung stellte, um Putins Invasion zu erleichtern und bei der versuchten Besetzung von Kyiv zu helfen. Lukaschenko arbeitet seit Langem mit Moskau zusammen – gerade mit dem Ziel, den Zusammenbruch der Souveränität des ukrainischen Staates herbeizuführen. Offenbar versteht er nicht einmal, dass eine Annexion der Ukraine zwangsläufig auch zur Annexion von Belarus und zum Verschwinden seines eigenen Regimes führen würde. Doch Lukaschenko ist nicht der erste Diktator, der den Ast absägt, auf dem er sitzt.

Es stellt sich die Frage, warum man in Kyiv diese Sanktionen erst jetzt eingeführt hat. Warum hat sich die Haltung des Präsidialamts von Zelensky gegenüber der belarussischen Opposition geändert? Möglicherweise hängt dies mit den Versuchen zusammen, Lukaschenkos Präsenz auf der internationalen Bühne zu legitimieren – Versuche, die von der Administration des Präsidenten der Vereinigten Staaten aktiv unternommen werden. Wie bekannt ist, treffen sich Sondergesandte der Administration regelmäßig mit Lukaschenko. Trump hat sich wiederholt bewundernd über ihn geäußert und ihn sogar in einen geschaffenen „Friedensrat“ eingeladen. Lukaschenko selbst behauptet, er werde künftig auf höchster Ebene an diesem Rat teilnehmen – das heißt, er rechnet offenbar damit, in die Vereinigten Staaten eingeladen zu werden.

Für die Ukraine wäre eine solche Rehabilitierung des belarussischen Diktators ein direkter Weg zur Rehabilitierung des russischen. Genau deshalb sind die persönlichen Sanktionen gegen Lukaschenko eine weitere Erinnerung daran, welche Rolle der belarussische Staatschef in der russischen Aggression gegen die Ukraine spielt. Eine Erinnerung nicht nur an Trump, sondern auch an die europäischen Staats- und Regierungschefs. Wie bekannt ist, beginnen in Europa ebenfalls Stimmen laut zu werden, die zu Gesprächen mit zuvor isolierten Politikern bereit sind, sobald in den Vereinigten Staaten Versuche einer Annäherung an solche Figuren einsetzen – und das liegt eindeutig nicht im Interesse der Ukraine.

Darüber hinaus sind diese Maßnahmen offensichtlich auch eine Erinnerung an Lukaschenko selbst, dass seine Beteiligung am russisch-ukrainischen Krieg keineswegs erledigt ist, nur weil er Kontakte zur neuen Administration in Washington aufgenommen hat. Schließlich wechseln in Amerika – anders als in Belarus – die Regierungen. Seine Beteiligung an der militärischen Aggression gegen ein Nachbarland wird jedoch ein weiterer Makel in seiner ohnehin beschämenden politischen Biografie bleiben.

Die Frage ist allerdings, wie Trump selbst die Einführung ukrainischer Sanktionen gegen Lukaschenko und den Angriff auf den belarussischen Diktator bewerten wird. Schließlich handelt es sich um einen Mann, dem er persönlich eine Einladung zur Teilnahme am „Friedensrat“ geschickt hat – um jemanden, von dessen Unterstützung für ein gegenseitiges Verständnis zwischen Washington und Moskau er sich ebenfalls etwas versprechen könnte.

Meiner Meinung nach geht Zelensky in diesem Fall kein großes Risiko ein. Es ist nicht vergleichbar mit dem von Putin erfundenen Beschuss seiner Residenz in Waldai, bei dem Trump – wie bekannt – selbst bei einem unbewiesenen Vorwurf in Rage geriet. Im Fall Lukaschenko kann die Ukraine, denke ich, nach eigenem Ermessen handeln – aus einem einfachen Grund: In dem Weltbild, das sich seit Langem im Kopf des amerikanischen Präsidenten gefestigt hat, gibt es die Führer der großen Mächte – und alle anderen. Und eben diese Führer der großen Mächte genießen nach Trumps Verständnis Unantastbarkeit und persönlichen Respekt. Die Liste dieser Führer ist recht kurz: Trump selbst, der Vorsitzende der Volksrepublik China Xi Jinping und Putin.

Lukaschenko erscheint in diesem Zusammenhang eher als Instrument denn als jemand, den Trump als Führer eines für ihn wichtigen Staates betrachtet. Wenn also das Staatsoberhaupt eines Nachbarlandes beschließt, Sanktionen gegen einen solchen Akteur zu verhängen, ist das eine innere Angelegenheit der Ukraine. Es berührt die Vereinigten Staaten nicht und hebt zugleich nicht Trumps Bereitschaft auf, die Kontakte zu Lukaschenko fortzusetzen, falls er dies für notwendig hält.

Die ukrainischen Sanktionen werden selbstverständlich auch keinen Einfluss darauf haben, mit wem der amerikanische Präsident zu sprechen bereit ist oder nicht. Sie könnten jedoch die Haltung der Europäer beeinflussen, sie könnten die künftige Interaktion der Ukraine mit Belarus verändern und daran erinnern, dass Belarus de facto ein von Russland besetzter Staat ist, der von einem Gauleiter geführt wird, der alle Anweisungen Moskaus – zumindest in strategischen Fragen – ausführt.

Es ist zudem daran zu erinnern, dass Russland Lukaschenko bereits seit 1994 in diesen engen Entscheidungskorridor gedrängt hat – auch wenn es Momente gab, in denen dem belarussischen Machthaber schien, er halte Russland am Würgegriff und nicht umgekehrt. All das war von Anfang an eine Illusion. Und schließlich, nach 2020, nach der von Putin meisterhaft konstruierten Falle im Zusammenhang mit den belarussischen Präsidentschaftswahlen – wobei selbst Putin das Ausmaß der Proteste gegen Lukaschenkos Diktatur nicht vorhersehen konnte – verstand Alexander Grigorjewitsch endgültig, dass es für ihn nur noch einen komfortablen Platz im Leben gibt: auf russischen Bajonetten, mit russischer Unterstützung, mit russischem Geld und unter chinesischen Garantien, dass man ihm das Präsidentenamt nicht entzieht.

Es ist offensichtlich, dass unter solchen Umständen von einer souveränen Belarus nicht gesprochen werden kann. Aber dass die belarussische Souveränität früher oder später wiederhergestellt werden könnte, sollte man nicht vergessen – selbst dann nicht, wenn Lukaschenko im von Trump geschaffenen „Friedensrat“ Platz nimmt.


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Titel des Originals: Зеленский ввел санкции против Лукашенко | Виталий Портников. 18.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.02.2026.
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Valery Zaluzhny beschuldigt Zelensky. Vitaly Portnikov. 18.02.2026.

Der ehemalige Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Valery Zaluzhny, übte in seinem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press scharfe Kritik an der ukrainischen Führung. Er erklärte, dass gerade die unzureichende Bereitstellung von Ressourcen und die Überarbeitung der Angriffspläne im Jahr 2023 das Scheitern dieser ukrainischen Pläne bestimmt hätten.

Zaluzhny berichtet, dass der erste Plan, der vom ukrainischen Militärkommando gemeinsam mit NATO-Offizieren ausgearbeitet worden war, eine Konzentration auf die Richtung Saporischschja vorsah – mit dem Ziel, das Kernkraftwerk Saporischschja von der russischen Kontrolle zu befreien und zugleich einen Korridor zum besetzten Krim zu durchbrechen. Tatsächlich jedoch wurde die Offensive gleichzeitig in mehreren Richtungen geführt und konnte deshalb schon aus diesem Grund nicht erfolgreich sein.

Der ehemalige Oberbefehlshaber schilderte außerdem einen Vorfall, der der Öffentlichkeit bislang unbekannt war und nicht das Jahr 2023, sondern September 2022 betrifft. Damals wurde in seinem Hauptquartier eine Durchsuchung durch Vertreter des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) durchgeführt. Zaluzhny drohte sogar dem damaligen Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, dass die Armee diesen Kommandoposten verteidigen werde, falls die Durchsuchungen nicht eingestellt würden.

Beim Sicherheitsdienst selbst heißt es nun, man habe unter der betreffenden Adresse nach einem Stripclub gesucht. Zaluzhny widerspricht dieser Darstellung und erklärt, beim SBU könne man nicht nicht gewusst haben, dass sich unter dieser geheimen Adresse des ukrainischen Militärkommandos kein Stripclub befinden konnte. Es sei Druck auf ihn ausgeübt worden, auch wenn die Motive für diesen Druck im Herbst 2022 nicht ganz klar seien.

Selbstverständlich können diese Vorwürfe Zaluzhnys gegen eine Adresse, die man konkret mit Zelensky oder Jermak in Verbindung bringen könnte, von offiziellen Stellen zurückgewiesen werden. Tatsächlich entspricht eine Durchsuchung des Hauptquartiers Zaluzhnys im September 2022 keinem Motiv der Zweckmäßigkeit – außer einem: belastendes Material zu finden, um später Druck auf den populären Oberbefehlshaber der Streitkräfte ausüben zu können.

Was die Offensive von 2023 betrifft, erinnern wir uns daran, wie sorgfältig sich auch die Russen darauf vorbereitet hatten und welche Befestigungen sie errichteten, die jede Offensive ukrainischer Truppen – in welcher Richtung auch immer – in Frage stellten. Ob jedoch selbst Zaluzhnys ursprüngliche Pläne für einen Durchbruch der russischen Positionen realistisch waren, müssen Militärfachleute beurteilen.

Das Wichtigste an dieser Geschichte ist jedoch die Tatsache, dass Zaluzhny, der weiterhin als Botschafter der Ukraine im Vereinigten Königreich arbeitet, sich erstmals eine so offene Kritik an der politischen Führung der Ukraine unter Volodymyr Zelensky erlaubte – und zwar in Bereichen, die auf einen Zerfall des Systems der Staatsverwaltung in der Ukraine hindeuten könnten. Das dürfte für jeden, der die Entwicklung des Landes seit den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2019 verfolgt, kein Geheimnis sein. Letztlich sind all diese Episoden, von denen Zaluzhny spricht, in jedem Fall eine Diagnose eben dieses Zerfalls.

Wenn der Sicherheitsdienst der Ukraine im Jahr 2022 das Büro Zaluzhnys mit dem Ziel durchsucht hat, belastendes Material zu finden, um später die Beziehungen des Präsidialamts zu einem populären Oberbefehlshaber nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, ist das ein offensichtlicher Zusammenbruch der Führungssysteme. In einer Situation, in der es um das Überleben des Staates geht, ist für Apparatschik-Kämpfe kein Platz.

Sollte der Sicherheitsdienst tatsächlich die Adresse eines Kommandopostens mit der ehemaligen Adresse eines Stripclubs verwechselt haben, ist auch das eine Diagnose des Zusammenbruchs der Verwaltung, denn es zeugt von Inkompetenz sowohl der Spezialdienste als auch der Justiz, die solche Durchsuchungen genehmigt.

Letztlich überrascht mich jedoch nichts mehr – nachdem ich etwa zur selben Zeit in meiner Wohnung ein Abhörgerät gefunden hatte, das der SBU später als kein Abhörgerät charakterisierte und das Verfahren mangels Straftat einstellte. Über Professionalität oder Inkompetenz habe ich keine Zweifel – hatte ich übrigens auch nicht, bevor ich dieses Gerät fand. Und falls es Aufzeichnungen gibt, könnten sie meine Gedanken über die Inkompetenz jener festgehalten haben, die den Staat in einem Moment führen, in dem es um sein Überleben geht.

Auch bezüglich der Offensive von 2023 kann man von Inkompetenz bei der Organisation des staatlichen Führungssystems sprechen – unabhängig davon, welche Pläne es gab und welches Schicksal sie ereilte. Es ist offensichtlich, dass sich die zivile Führung, die keinerlei reale Verbindung zu militärischen Planungen hat, nicht in das Handeln der Militärführung einmischen darf, die ihre weiteren Offensiven plant. Die Aufgabe der zivilen Führung besteht darin, Bedingungen zu schaffen, unter denen die Armee in einem Krieg um das Überleben des Staates ihre Funktionen erfüllen kann.

Wir haben wiederholt darüber gesprochen, dass die Einmischung der zivilen Führung in die konkrete Arbeit des Militärs für demokratische Staaten untypisch ist und eher ein Zeichen inkompetenter Autokratien darstellt – mit gravierenden Problemen und Opfern als Folge. Das ist keine Neuigkeit und zieht sich durch die gesamte Geschichte.

Selbst in sowjetischen Schulen – nachdem der Stalinismus offiziell verurteilt worden war – sprach man darüber, wie der damalige Oberste Befehlshaber der Streitkräfte der Sowjetunion versuchte, sich in die konkrete Arbeit der Militärs einzumischen und wie professionelle Militärs mit Stalin über die Zweckmäßigkeit bestimmter Entscheidungen streiten mussten, weil seine Eingriffe oft zu katastrophalen Situationen an der Front führten.

Praktisch dasselbe gilt für die Beziehungen deutscher Generäle und Feldmarschälle zu dem ehemaligen Gefreiten und späteren Reichskanzler Deutschlands, Adolf Hitler. Und eigentlich hätte man aus diesen historischen Erfahrungen Schlussfolgerungen ziehen können – schließlich versuchten weder der Präsident der Vereinigten Staaten Franklin Roosevelt noch der britische Premierminister Winston Churchill, sich in die konkrete Arbeit der Militärs einzumischen. Doch die Menschheit zieht niemals Lehren aus ihren Fehlern.

Das Thema, wie die Ukraine in den letzten Jahren überhaupt geführt wurde, ist jedoch ein eigenes Kapitel. Ich denke, ernsthaft darüber sprechen kann man erst nach dem Ende des Krieges. Wenn das ukrainische Volk in der Lage sein wird, ein Führungssystem zu schaffen, das den Anforderungen eines demokratischen Prozesses entspricht, wird ein neues ukrainisches Parlament – sofern es nicht erneut von Populisten beherrscht wird – verpflichtet sein, Kommissionen einzusetzen, die untersuchen, wie die Vorbereitung auf den Krieg mit Russland verlief und was in den Kriegsjahren mit den Handlungen der zivilen und militärischen Führung geschah.

Allerdings habe ich erhebliche Zweifel, dass dies geschieht. Denn es ist auch eine Frage der Qualität der ukrainischen Gesellschaft und ihrer Fähigkeit, richtig und kompetent zu wählen – statt sich jeder schillernden populistischen Agenda anzuschließen.

Nicht weniger interessant ist die Frage, warum Zaluzhny sich entschloss, mit einer so deutlichen Kritik an der ukrainischen politischen Führung aufzutreten. Hält der General seine politische Arbeit als Leiter der diplomatischen Vertretung der Ukraine im Vereinigten Königreich für beendet? Oder meint er, dass diese Kritik kein Anlass für das Ende seiner Tätigkeit ist? Charakterisiert er die Situation als eine, die zu Präsidentschaftswahlen führen könnte, bei denen Zaluzhny weiterhin als Hauptkonkurrent des amtierenden Präsidenten Volodymyr Zelensky gilt – sofern dieser für eine zweite Amtszeit kandidiert?

Und noch ein interessanter Punkt aus diesem Interview: Er bestätigt, dass der amerikanische Präsident Donald Trump nach Möglichkeiten sucht, Zelensky bei den nächsten Präsidentschaftswahlen loszuwerden. Denn Trumps Antipathie gegenüber Zelensky ist nicht erst seit 2025 bekannt, sondern – würde ich sagen – seit 2019, als Trump versuchte, Zelensky dazu zu bewegen, an der Suche nach Dokumenten mitzuwirken, die seinen damaligen Hauptgegner bei den Präsidentschaftswahlen, Joseph Biden, kompromittieren sollten.

Gemeint ist der Anruf, den der bekannte amerikanische Politstratege Paul Manafort bei Zaluzhny tätigte. Manafort ist seit langem mit Trump verbunden und war nicht nur an der Wahlkampagne des amtierenden amerikanischen Präsidenten beteiligt, sondern auch an der Wahlkampagne von Präsident Viktor Janukowytsch. Zaluzhny betonte jedoch, dass er eine Zusammenarbeit mit Manafort ablehnte und keinen Kontakt mit ihm aufnahm, als dieser versuchte, sich mit dem Botschafter der Ukraine im Vereinigten Königreich in Verbindung zu setzen und seine Dienste anzubieten. Zaluzhny sagte den Journalisten von Associated Press, er komme ohne Manaforts Dienste aus und benötige sie nicht.


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Titel des Originals: Залужний звинувачує Зеленського |
Віталій Портников. 18.02.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 18.02.2026.
Originalsprache: uk
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Verhandlungen, die den Frieden in die Ferne rücken. Vitaly Portnikov. 17.02.2025.

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Die Münchner Konferenz, auf der sich die Staats- und Regierungschefs traditionell über die Zukunft austauschten – und sehr viel Zeit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine widmeten – fand buchstäblich nur wenige Tage vor Beginn einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen den ukrainischen, russischen und amerikanischen Delegationen statt.

Viele betrachten allein die Tatsache solcher Verhandlungen bereits als Fortschritt und als Verdienst Donald Trumps. Doch wirklichen Sinn haben nur Verhandlungen, die ein Ergebnis versprechen. Verhandlungen, die auf dem Wunsch der Seiten beruhen, Frieden zu erreichen – während Putin offenbar lediglich versucht, Zeit zu gewinnen. Und selbst während der Diskussionen in München musste der US-Außenminister Marco Rubio einräumen, dass man in Washington nicht weiß, ob Putin tatsächlich Frieden will.

Man kann sagen, dass wir uns selbst täuschen, wenn wir versuchen, in Putins „Signalen“ etwas Positives zu finden. Nehmen wir zum Beispiel den Beginn der Gespräche: An der Spitze der russischen Delegation stand plötzlich der Leiter der Hauptverwaltung des Generalstabs der russischen Streitkräfte, Admiral Igor Kostjukow. Dass die russische Delegation erstmals seit 2022 nicht von dem „Ideologen“ Wladimir Medinski angeführt wurde, der als einer der Apologeten des Konzepts der Eroberung ehemaliger Sowjetrepubliken gilt, wurde als Zeichen von Sachlichkeit gewertet. Wenn Militärs Details über Truppenentflechtung, Kontrolle eines Waffenstillstands und Ähnliches diskutieren, könnte das bedeuten, dass Putin es ernst meint. Doch ich konnte von Beginn dieses Prozesses an nicht verstehen, welche Bedeutung all diese Details haben sollen, wenn das Wichtigste fehlt – der politische Wille, die Aggression zu beenden oder zumindest das Feuer einzustellen, vollständig oder auch nur teilweise.

Nun hat Putin Medinski an den Verhandlungstisch zurückgeholt und ihm erneut die Leitung der russischen Delegation anvertraut. Und dieselben Menschen, die im Auftreten von Admiral Kostjukow ein positives Signal sehen wollten, versichern nun, dass Medinski ebenfalls ein gutes Zeichen sei. Seine Rückkehr bedeute angeblich, dass die Militärs sich bereits geeinigt hätten und nun die Zeit für politische Entscheidungen gekommen sei. So, als hätte Medinski diese politischen Fragen nicht schon mehrfach diskutiert.

Ich würde nicht nach einer schwarzen Katze in einem dunklen Raum suchen – vor allem nicht, wenn sie dort nicht ist und nie war. Ja, Putin nimmt an einer „Friedensshow“ für Trump teil, aber er hatte nie die Absicht, diesen Krieg durch Verhandlungen zu beenden. Was der russische Machthaber derzeit wirklich anstrebt, sprach dieser Tage der stellvertretende russische Außenminister Michail Galusin aus, der vorschlug, in der Ukraine eine „externe Verwaltung“ einzuführen, um Wahlen durchzuführen und eine Führung zu wählen, mit der Russland einen Frieden vereinbaren könne!

Wir verstehen sehr gut, dass sich hinter diesen Worten kaum verhüllt die Idee verbirgt, die ukrainische Staatlichkeit zu demontieren, indem die Ukraine in ein „UNO-Protektorat“ verwandelt wird – mit der Möglichkeit russischen propagandistischen Drucks und politischer Unterstützung prorussischer Kräfte. Russische Sprache, russische Kirche und eine prorussische Bande – das ist das russische Rezept zur endgültigen Zerstörung der Ukraine.

Es ist durchaus bemerkenswert, dass man all dies auf „diplomatischem“ Wege erreichen will – sofern man einen solchen Ansatz überhaupt als Diplomatie bezeichnen kann. Die russischen Truppen sind seit vier Jahren nicht in der Lage, die vollständige Kontrolle über die Region Donezk zu erlangen – und Putin nutzt die Verhandlungen, um Washington dazu zu bewegen, Kyiv zum Abzug seiner Truppen aus dem nicht besetzten Teil des Gebiets Donezk zu drängen. Und nun eine neue Idee: Unter dem Vorwand von „Wahlen“ der Ukraine die Souveränität zu entziehen.

Soll man also überhaupt keine Verhandlungen führen? Natürlich haben Verhandlungen keinen Sinn, wenn ihr einziges Ergebnis darin besteht, dem US-Präsidenten die Möglichkeit zu geben zu behaupten, der Prozess gehe weiter und der Frieden sei ganz nah. In Wirklichkeit bringen solche Gespräche den Frieden nicht näher, sondern entfernen ihn nur, weil sie der Administration erlauben, unter dem Vorwand, den inszenierten „Friedensprozess“ nicht zu „blockieren“, auf stärkeren Druck auf Russland zu verzichten. Und genau so – als Prozess der Entfernung vom Frieden – sollte man sie betrachten.


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Titel des Originals: Перемовини, що віддаляють мир. Віталій Портников. 17.02.2025.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.02.2025.
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Plattform / Quelle: Zeitung
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Was geschieht in Genf | Vitaly Portnikov. 17.02.2026.

Seit bereits etwa vier Stunden dauern die ukrainisch-amerikanischen Verhandlungen in Genf an. Die neue Runde wird kaum zu einem ernsthaften Durchbruch führen, aber sie wird zeigen, wie sich die Taktik der russischen Delegation verändert hat.

Natürlich geht es um Putins Taktik, nachdem sich den Gesprächen erneut der ehemalige – und nun wieder neue – Leiter der russischen Delegation, Medinski, angeschlossen hat, der vom russischen Präsidenten in der Regel eingesetzt wird, um vor allem ideologische Ansprüche gegenüber der Ukraine vorzubringen. Diese Runde wird auch demonstrieren, wie die Vereinigten Staaten künftig tatsächlich mit dem Verhandlungsprozess umgehen wollen. Zumal offensichtlich ist, dass sie sich in einem echten Zeitdruck befinden.

Denn gleichzeitig mit den Gesprächen mit Russland und der Ukraine führten die amerikanischen Vertreter Jared Kushner und Steve Witkoff auch Verhandlungen mit dem Iran. Diese Konsultationsrunde in Genf ist bereits beendet. Quellen sprechen von einem gewissen Fortschritt, aber auch davon, dass noch viele Details abgestimmt werden müssen.

Man kann also sagen, dass die iranische Führung in den Gesprächen mit den Amerikanern dieselbe Taktik verfolgt wie die Führung der Russischen Föderation. Sie gewinnt Zeit, demonstriert Gesprächsbereitschaft, zeigt jedoch keinerlei Willen, sich auf konkrete Vereinbarungen einzulassen. Und natürlich wissen die Sondergesandten des amerikanischen Präsidenten, dass Donald Trump eigene politische Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Wahlkampf in den Vereinigten Staaten hat und dass er reale Ergebnisse sowohl von den ukrainisch-russisch-amerikanischen als auch von den iranisch-amerikanischen Gesprächen erwartet. Sie sind daher gezwungen, unter diesem eigentümlichen Zeitdruck zu handeln, während die Russen es offenbar überhaupt nicht eilig haben.

Für die Russen ist es wichtig zu zeigen, dass der Verhandlungsprozess weitergeht, und auf diese Weise die amerikanische Delegation davon abzuhalten, Trump Berichte vorzulegen, die ihn zu harten Maßnahmen gegenüber Putin zwingen könnten. Offensichtlich ist in diesem Zusammenhang auch der Sondergesandte des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, nach Genf gereist.

Was sich bei diesen Gesprächen tatsächlich verändert hat, ist der Versuch der europäischen Länder, auf ihrer Beteiligung zu bestehen. Zum ersten Mal in diesem Verhandlungsprozess sind die Nationalen Sicherheitsberater von vier europäischen Staaten nach Genf gekommen, um eigene Konsultationen mit den amerikanischen Vertretern zu führen. Damit wird erneut unterstrichen, dass ohne Europa – wie es der französische Präsident Emmanuel Macron auf der Münchner Konferenz formulierte – keinerlei Vereinbarungen mit Russland möglich sind.

Die Amerikaner sind sich dessen sehr bewusst. Selbst wenn sie mit Putin über die Aufhebung von Sanktionen, über die Übertragung der in der Europäischen Union eingefrorenen Vermögenswerte der Russischen Föderation oder über Sicherheitsgarantien für die Ukraine sprechen, können solche Entscheidungen nicht ohne Beteiligung europäischer Vertreter getroffen werden. Und selbst wenn amerikanische Vertreter während ihrer Gespräche mit der russischen Delegation etwas versprechen, müssen sie diese Zusagen in jedem Fall mit den Europäern abstimmen.

Aus logischer Sicht stimmt das alles. Doch es hätte nur dann reale Bedeutung, wenn Putin tatsächlich Frieden mit der Ukraine anstreben würde – also Vereinbarungen mit Kyiv zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges. Da der russische Präsident seiner Delegation jedoch – wie bereits mehrfach in den vergangenen nicht nur vier, sondern elf oder zwölf Jahren des Verhandlungsprozesses – in erster Linie aufträgt, Zeit zu gewinnen, interessiert ihn kaum, wie die Amerikaner ihre Positionen mit den Europäern abstimmen.

Mehr noch: Putin könnte sogar daran interessiert sein, dass die Amerikaner in Gesprächen mit Moskau Versprechungen machen, die sie nicht einhalten können, damit die Europäer anschließend Positionen einnehmen, die die Administration Trump zu neuen Kompromissen zwingen – während die Administration Putin die Amerikaner der Unkonstruktivität beschuldigt.

Es sei daran erinnert, dass solche Vorwürfe der Unkonstruktivität bereits vor Beginn der Gespräche in Genf vom russischen Außenminister Lawrow erhoben wurden. Der Leiter des russischen Außenministeriums erklärte, die Amerikaner hielten angeblich die in Anchorage erzielten Vereinbarungen nicht ein – insbesondere übten sie keinen ausreichenden Druck auf die Ukrainer und Europäer aus, eine flexiblere Haltung gegenüber russischen Forderungen einzunehmen, und drängten Russland vom Energiemarkt.

Man kann also sagen, dass dies bereits der Beginn einer neuen Phase der Verzögerungstaktik in den russisch-ukrainischen Verhandlungen ist. Russland gibt sich konstruktiv, betont seinen Wunsch nach Frieden und Vereinbarungen. Doch die Europäer halten Trump angeblich zurück, sodass er gezwungen ist, die Positionen seiner Verbündeten zu berücksichtigen.

Natürlich wird es auch zahlreiche gezielte Informationslecks geben, bevor die Parteien die Gespräche fortsetzen. Vielleicht kennen Sie den Artikel im „Economist“, in dem behauptet wird, die ukrainische Delegation sei in zwei Lager gespalten: Das eine versuche unter amerikanischer Ägide eine raschere Einigung mit Moskau zu erzielen, wozu das Magazin auch den Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, zählt. Das andere Lager wolle derzeit jede Vereinbarung vermeiden, in der Erwartung, dass sich die Position der Ukraine in Zukunft verbessern werde. Und der Präsident der Ukraine müsse die Positionen beider Gruppen berücksichtigen.

All das klingt gut – wenn es denn irgendetwas mit dem realen Verlauf der Ereignisse zu tun hätte. Es geht hier nicht einmal um die Kompetenz oder Inkompetenz westlicher Journalisten, die nach Meinungsverschiedenheiten innerhalb der ukrainischen Delegation suchen. Das kann auch einfach die Suche nach Quellen sein, die Wunschdenken verbreiten. Solche Quellen gibt es auch in Kyiv. Entscheidend ist jedoch, dass es wenig Bedeutung hat, welche Positionen einzelne Mitglieder der ukrainischen Delegation einnehmen, solange die russische Delegation keinerlei Interesse an Vereinbarungen hat und den Verhandlungsprozess nutzt, damit Putin den Krieg fortsetzen kann – und nicht nach Genf oder an einen anderen Ort reist, um reale Friedensbedingungen zu suchen.

Das ist meines Erachtens der wichtigste Punkt dessen, was geschieht. Denn wenn wir darüber spekulieren, welche Position die ukrainische Delegation einnimmt, inwiefern Europäer und Amerikaner unterschiedlicher Meinung sind oder zu welchen Zugeständnissen Witkoff und Kushner gegenüber Putin bereit sein könnten, begeben wir uns in eine Situation, in der Russland tatsächlich ein Ende des Krieges anstrebt – in eine alternative Realität. In Wirklichkeit sind die Gespräche in Genf lediglich Teil von Putins Plan zur Fortsetzung des Krieges mit dem Ziel, den Westen von härteren Sanktionen gegen die Russische Föderation abzuhalten.

Und bislang, so muss man sagen, wird dieser Plan weiterhin umgesetzt. Putin bleibt jemand, der am Verhandlungsprozess mit Trump teilnimmt, ihm jedoch nicht das Gewünschte gibt – nicht einmal einen Waffenstillstand an der russisch-ukrainischen Front – und ihm keine Möglichkeit verschafft, gegenüber Russland eine härtere Haltung einzunehmen. Dabei geht es nicht nur um amerikanische Sanktionen, die man durchaus verschärfen könnte und worauf republikanische Senatoren Trump derzeit hinweisen, sondern vor allem um die Lieferung weitreichender Waffen an die Ukraine und um eine umfangreichere militärische Unterstützung für unser Land.

Offensichtlich könnte dies zumindest dazu führen, dass Putin erkennt, dass die Verhandlungen als Instrument der Zeitgewinnung nicht mehr funktionieren – wenn schon nicht zu einer unmittelbaren Änderung seiner Position. Doch bislang sehen wir, dass sich alles eher nach russischer Vorstellung vom Verhandlungsprozess entwickelt als nach der amerikanischen, ukrainischen oder europäischen.


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Titel des Originals: Що відбувається у Женеві | Віталій Портников. 27.02.2026.

Autor / Verfasser / Kanal: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 27.02.2026.
Originalsprache: uk
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Schwarze Brauen, braune Augen/ Чорнії брови, карії очі. 

Schwarze Brauen, braune Augen,
Dunkel wie Nacht und klar wie der Tag,
Braune Augen – Mädchenaugen,
Wer lehrte euch Liebesplag?

Schwarze Brauen, braune Augen,
Bange wird mir, wenn ich euch seh.
Schlaflos lieg ich manche Nächte,
Denk an euch in Leid und Weh.

Seid ihr fern – und doch so nahe,
Leuchtet ins Herz wie Sternenschein.
Tragt ihr Gift in euren Blicken,
Oder seid ihr Heiler mein?

Schwarze Brauen – seidne Bänder,
Immer nur euch schaut ich an.
Braune Augen, Dornenaugen,
Immerzu euch schauen kann.

Braune Augen, habt ihr mich verzaubert?
Welchen Zauber sandtet ihr?
Vor dem bösen Blick, ihr Lieben,
Helft nur ihr – nur ihr allein mir.

Чорнії брови, карії очі,
Темні як нічка, ясні як день,
Карії очі - чарі дівочі!
Де ви навчились зводить людей.

Чорнії брови, карії очі,
Страшно дивитись на вас під час.
Не будеш спати іноді ночі,
Все будеш думать, очі про вас.

Вас і немає, а ви мов тута.
Світите в душу, як дві зорі.
Чи в вас улита яка отрута,
Чи, може, й самі ви знахарі.

Чорнії брови - стрічки шовкові!
Все б тільки вами я любувавсь!
Карі очиці - очі тернові!
Все б я дивився тільки на вас.

Карії очі. Ви поробили,
Наворожили ви щось мені.
Та од пристріту, оченьки милі,
Тільки й поможете ви одні.

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Чорнії брови, карії очі
Autor: Konstantin Dumitrashek
Veröffentlichung / Entstehung: 1854
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Volkslied-Sammlung
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Die Ukraine unter neuem Druck Trumps | Vitaly Portnikov. 17.02.2026.

Wie es bereits traditionell geschieht – sofern man dieses Wort im Zusammenhang mit Verhandlungen zwischen der Ukraine, den Vereinigten Staaten und Russland überhaupt verwenden kann – wurde die Ukraine vor den Gesprächen erneut Ziel eines massiven Angriffs der russischen Streitkräfte. Raketen, Drohnen, Versuche, das zu zerstören, was von der ukrainischen Energieinfrastruktur noch übrig ist.

Es entsteht der Eindruck, dass die Russen die Verhandlungen nicht nur als Anlass nutzen wollen, um Druck auf die Ukraine auszuüben, sondern auch als Demonstration dafür, dass gerade der Verhandlungsprozess ihre Angriffe legitimiert. „Wir können diese Verhandlungen doch nicht ohne Druck führen. Also schlagen wir auf die Ukraine ein, bevor unsere Unterhändler in die nächste Stadt reisen, in der Konsultationen stattfinden.“

Unterdessen sagt Donald Trump selbst, dass die Ukraine sich so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch setzen müsse und dass die Gespräche in Genf lediglich große Konsultationen zwischen den Vereinigten Staaten, der Ukraine und Russland sein würden. Worauf der amerikanische Präsident seine Aussagen stützt, wenn er behauptet, gerade die Ukraine müsse diese Möglichkeiten nutzen, wissen wir nicht.

Sein eigener Außenminister hat in seiner Rede auf der Münchner Konferenz eingeräumt, was auch ohne Marco Rubio bekannt ist: Im Weißen Haus weiß bis heute niemand, ob Russland tatsächlich zu irgendwelchen Friedensvereinbarungen mit der Ukraine bereit ist.

Ich hingegen weiß es: Russland ist nicht zu Friedensvereinbarungen bereit und nutzt den Verhandlungsprozess zur Fortsetzung des Krieges. Mehr noch – dieser Verhandlungsprozess hilft Russland, den Krieg fortzusetzen, gerade weil er den amerikanischen Präsidenten von einer echten, umfassenden Hilfe für die Ukraine abhält. 

Jetzt kann man sowohl das Ausbleiben dieser Hilfe als auch die Tatsache erklären, dass die Vereinigten Staaten uns keine Waffen liefern, sondern sie für europäisches Geld verkaufen. Und dass Trump vor seinen Anhängern damit prahlt, keinen einzigen Dollar für die Ukraine ausgegeben zu haben, lässt sich nicht nur mit Geiz oder dem Wunsch erklären, mit dem russischen Staatschef Putin eine gemeinsame Sprache zu finden, sondern auch damit, dass solche Maßnahmen angeblich den Friedensprozess stören könnten.

Dass dieser Friedensprozess jedoch eine bloße Imitation ist, will der amerikanische Präsident hartnäckig nicht anerkennen – selbst wenn er es selbst versteht. Und gerade deshalb wiederholt er vor dem Hintergrund eines weiteren russischen Angriffs auf die Ukraine seine Worte über Verhandlungen und demonstriert, dass er Druck auf Kyiv ausübt und nicht auf Moskau.

Dabei sehen wir keinerlei Anzeichen dafür, dass Putin seine Position in irgendeiner Weise geändert hätte. Im offiziellen Raum hat Putin erneut beschlossen, zu den Verhandlungen seinen Berater und ehemaligen russischen Kulturminister Medinski zu entsenden, der für seine chauvinistischen Ansichten bekannt ist – und vor allem, vergessen wir einmal seine Ansichten, für seine Unfähigkeit, bei Konsultationen irgendeine grundlegende Frage zu lösen, und stattdessen für seine Fähigkeit, einen diplomatischen Prozess zu imitieren und das russische Unwillen zur Einigung hinter langen historischen Ausführungen zu verbergen.

Während die ukrainischen Unterhändler reale, konkrete Details darüber besprechen möchten, wie der Krieg beendet werden soll, wird Medinski mit ihnen ausschließlich darüber sprechen können, wer wann mit wem gekämpft hat und wem welches Territorium gehört – genau das, womit er sich bei seiner früheren Teilnahme an diesen Verhandlungen erfolgreich beschäftigte.

Und was ist mit Witkoff und Kushner, werden Sie fragen? Nun, Witkoff und Kushner werden sich erstens offenbar gerade während der russisch-ukrainischen Gespräche auf nicht weniger verantwortungsvolle Verhandlungen mit dem Iran vorbereiten, denn auch dort ist kein ernsthafter Fortschritt zu erwarten. Trump hingegen überzeugt weiterhin Journalisten und seine Anhänger davon, dass der Iran sehr daran interessiert sei, sich mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu einigen. Und zweitens werden sie sich gesondert mit dem Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, treffen, der eigens nach Genf reist, um diese amerikanischen Geschäftsleute im diplomatischen Dienst zu sehen.

Bezeichnend ist auch, dass Putin Dmitrijew nicht in die Delegation aufgenommen hat, die die Verhandlungen führen wird, ihm jedoch die wichtigste Aufgabe übertragen hat: Kushner und Witkoff erneut von den Billionen Dollar zu erzählen, die Amerikaner verdienen könnten, wenn sie einer Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu russischen Bedingungen zustimmen.

Deshalb bin ich der Meinung, dass in dem Druck des amerikanischen Präsidenten auf die Ukraine, auf die ukrainischen Unterhändler, vor dem Hintergrund von Angriffen auf die Zivilbevölkerung der Ukraine ein doppelter Zynismus liegt. Einerseits will der Mann, der die größte demokratische Macht der modernen Welt führt, die Verbrechen dessen nicht wahrnehmen, mit dem er profitable Handelsbeziehungen eingehen möchte – so talentiert von Putin erdacht.

Andererseits versucht er vor dem Hintergrund dieser Verbrechen auch noch, die Ukraine davon zu überzeugen, dass sie sich möglichst schnell mit demjenigen einigen müsse, der sie erpresst, beschießt und zerstören will. So, als würde Moskau mit konkreten Vorschlägen auftreten und Kyiv diese Vorschläge ablehnen. So, als liefen tatsächlich reale, konkrete Verhandlungen, die zur Beendigung des Krieges führen könnten.

Und man sollte sich nicht selbst einreden, Trump wisse irgendetwas, was uns unbekannt ist. Trump weiß nur eines: Er muss seine Fähigkeit demonstrieren, Probleme zu lösen, die er entweder nicht lösen kann oder nicht lösen will. Die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges durch Druck auf den Aggressor ist eines dieser Probleme.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Україна під новим тиском Трампа | Віталій Портников. 17.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 17.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle:
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Wenn du gehst am Uferrand/ Коли ти берегом ідеш.

Wenn du gehst am Uferrand,
brich die Kalina nicht!
Ziehst du fort ins Heeresland,
lieb das Mädchen nicht!

Refrain:
O ich weiß noch jene Zeit,|
du weintest still um mich,|
und zum Abschied, weit und breit,|
winktest du mit Tuch so inniglich.| (2)

Als der Bursche zog zum Heer,
schwor das Mädchen Treu ihm zu,
sprach: „Ich wart auf dich so sehr“,
schenkte ihm ihr Tuch dazu.

Refrain

Ein Jahr verging, das zweite auch,
der Kosak kehrt vom Heer,
die Gärten blühn, die Seele bebt,
das Herz schlägt kaum noch mehr.

Der Kirschgarten, der grüne Hain,|
Kalina nah am Haus,|
und die Mutter, alt und mild,|
tritt ihm freudig raus. | (2)

Refrain

Wenn die Kalina einst verblüht,
dann brich den Zweig dir ab!
Kehrst du heim vom Heereszug,
lieb dein Mädchen dann!

Refrain

Коли ти берегом ідеш,
То не ламай калини!
Коли ти в армію ідеш,
То не кохай дівчини!

Приспів:
Ой, помню, помню я той час - |
Ти плакала за мною |
І на прощання раз у раз |
Махала хустиною. | (2)

Як їхав хлопець до войська,
Дівчина присягала,
Казала буде вірно ждать,
Хустину дарувала.

Приспів.

Пройшов годок, пройшов другий,
Козак з войська вертає,
Сади цвітуть, душа тремтить,
Аж серце завмирає.
Вишневий сад, зелений гай, |
Калина коло хати, |
Стріча солдата-вояка |
Старенька його мати. | (2)

Піриспів.

Коли калина й одцвіте,
Тоді ламай калину!
Коли ти з армії прийдеш,
Тоді кохай дівчину!

Піриспів.

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Art der Quelle: Lied
Titel des Originals: Коли ти берегом ідеш
Autor: Volkslied, Moderne Version von Mykola Oreshko und der Band „Duliby“
Veröffentlichung / Entstehung: 19. Jahrhundert
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von KI und Viktoriya Limbach,
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Neue Verhandlungen: Was ist zu erwarten | Vitaly Portnikov. 16.02.2026.

Die ukrainische Delegation befindet sich in Genf, und morgen beginnt dort eine neue Runde der russisch-ukrainischen Verhandlungen. Große Erwartungen hat natürlich niemand, doch man muss verstehen, welchen Sinn dieses Treffen für all jene Seiten hat, die sich in der für die Diplomatie traditionellen Schweizer Stadt versammeln werden, um eine weitere Runde von Konsultationen über die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges abzuhalten.

Das Interesse des Weißen Hauses ist nachvollziehbar. Trump möchte gleich zwei große Konflikte lösen: den postsowjetischen und den nahöstlichen, um als Friedensstifter zu erscheinen, der nicht nur Anspruch auf den Friedensnobelpreis erheben könnte – das wäre, würde ich sagen, ein zweitrangiges Problem –, sondern der auf einen Erfolg der Republikaner bei den Zwischenwahlen im November 2026 hoffen kann. Denn eine Niederlage der Republikanischen Partei, sollte sie in beiden Kammern des amerikanischen Parlaments eintreten, könnte dazu führen, dass Donald Trump vorzeitig die Macht verliert, und eine Niederlage im Repräsentantenhaus würde ernsthafte Probleme für die Durchsetzung neuer Entscheidungen und Ideen des amerikanischen Präsidenten schaffen. Und Trump ist sich dessen sehr wohl bewusst. Er möchte seinem Elektorat und jenen, die noch überlegen, wen sie wählen sollen, seine Handlungsfähigkeit beweisen.

Hinzu kommt die Idee wirtschaftlicher Beziehungen mit der Russischen Föderation und der Wunsch, Russland von China zu lösen – was, gelinde gesagt, in absehbarer Zeit kaum realisierbar ist, aber nicht nur ein Ziel der amerikanischen Außenpolitik darstellt, sondern auch eine Möglichkeit, den Wählern zu beweisen, dass Trump mit der größten Bedrohung für die amerikanische Sicherheit und Wirtschaft fertigwerden kann und dass China keine stabilen Bündnisse aufbauen kann.

Und natürlich der Nahe Osten, die Sicherheit Israels, der Versuch, den Iran – einen Verbündeten Russlands – einzudämmen. Ebenso die Hoffnung, sich mit Russland darüber verständigen zu können, dass es den Iran nicht allzu aktiv unterstützen wird. Man darf nicht vergessen, dass am 17. Februar in Genf sowohl russisch-ukrainisch-amerikanische als auch amerikanisch-iranische Gespräche stattfinden werden. Das bedeutet eindeutig, dass Donald Trump es eilig hat – aber es bedeutet nicht, dass er tatsächlich etwas erreichen kann.

Die russische Seite gewinnt wie gewohnt Zeit. Jetzt kann man es anders sagen: Sie gewinnt Zeit, indem sie einen neuen Leiter der Delegation für die Verhandlungen ernennt – einen neuen alten Leiter, nämlich Medinski, den ehemaligen Kulturminister der Russischen Föderation, bekannt für seine chauvinistischen, antiukrainischen Ansichten, der bereits 2022 und 2025 an der Spitze der Delegation stand. Als der Chef der Hauptverwaltung des Generalstabs der Streitkräfte Russlands, Admiral Kostjukow, an die Spitze der russischen Delegation trat, sagten viele, das sei ein Zeichen von Fortschritt, weil Militärs miteinander über reale technische Details sprechen könnten und nicht über Informationskriege und Propaganda, womit sich Medinski bei diesen Verhandlungen gewöhnlich beschäftigt.

Doch ehrlich gesagt hat jede Diskussion technischer Details keinen wirklichen Sinn, solange es keinen politischen Willen gibt, den Krieg zu beenden. Und beim Präsidenten Russlands gab es diesen politischen Willen nicht, es gibt ihn nicht und es scheint, dass es ihn auch in absehbarer Zukunft nicht geben wird. Welche Entscheidungen er trifft, hängt vom wirtschaftlichen Potenzial der Russischen Föderation ab, davon, ob sie die kommenden Jahre überstehen kann, indem sie sowohl die Fähigkeit zur Fortsetzung des Krieges als auch ein gewisses soziales Gleichgewicht bewahrt.

Nun kehrt Medinski an die Spitze der Delegation zurück, und dieselben Menschen, die sagten, Kostjukow sei ein Zeichen von Fortschritt, erklären nun, Medinski sei ein Zeichen von Fortschritt, denn jetzt würden ernsthafte politische Fragen entschieden. Nein. Gerade Medinski ist dafür da, die Verhandlungen erneut in eine Sackgasse zu führen, nachdem die Militärs technische Details besprochen haben, und den Ukrainern – vielleicht auch den Amerikanern – Bedingungen vorzulegen, denen man nicht zustimmen kann, um so die Lösung dieser Probleme auf die nächste Runde in ein oder anderthalb Monaten zu verschieben.

Interessant ist, dass Russland diesmal nicht einmal wirtschaftliche Fragen besonders betont. Putin hat seinen Sonderbeauftragten Kirill Dmitrijew nicht in die Delegation aufgenommen, die mit Witkoff, Kushner und den ukrainischen Unterhändlern sprechen wird. Doch Dmitrijew wird nach Genf kommen und getrennte Treffen mit Kushner und Witkoff führen, offensichtlich um sie an die russischen Angebote über Billionen Dollar zu erinnern, die selbstverständlich nur realisiert werden können, wenn die Vereinigten Staaten ihre Unterstützung für die Ukraine opfern.

In Russland ist man offensichtlich enttäuscht, dass der amerikanische Präsident die Ukraine nicht so unter Druck setzen kann, wie es sich Putin wünscht, und zudem Russland vom Energiemarkt verdrängt. Die Russen sprechen darüber offen – wenn man sich an das jüngste Interview des russischen Außenministers Lawrow erinnert – und nicht nur hinter verschlossenen Türen.

Also Enttäuschung hin oder her, man muss Witkoff, Kushner und über sie auch Trump in einer, würde ich sagen, nervösen Erwartung russischer Billionen halten – zumindest die Vereinigten Staaten davon abhalten, die Ukraine aktiv zu unterstützen, uns weitreichende Waffen zu liefern oder ihren Kurs hin zu eigener finanzieller Unterstützung der Ukraine zu ändern, also all das zu unterlassen, was Putin daran hindern könnte, den Krieg in den kommenden Jahren fortzusetzen. Darin liegt die Idee nicht nur der Verhandlungen, sondern auch dieser schwindelerregenden wirtschaftlichen Angebote, die der Kreml dem Weißen Haus macht.

Und hier stellt sich die Frage: Wo liegt unser Interesse? Es ist einfach. Wir müssen, in der Hoffnung vor allem auf die Hilfe unserer europäischen Verbündeten, die – wie wir auf der jüngsten Münchner Konferenz gesehen haben – die Bedeutung der Unterstützung der Ukraine für ihre eigene Sicherheit sehr wohl verstehen, zugleich die Hilfe der Vereinigten Staaten nicht verlieren. Nicht nur die nachrichtendienstliche Unterstützung, nicht nur die Situation, in der die Vereinigten Staaten ihre Waffenprogramme über europäische Mittel an die Ukraine verkaufen, sondern auch die Möglichkeit verhindern, dass Trump versucht, sich aus dem Spiel zurückzuziehen und der Ukraine jegliche Unterstützung zu entziehen, indem er uns mangelnde Friedensbereitschaft vorwirft.

Zumal wir sehen, dass er jedes Mal versucht, genau das zu tun. Es gelingt ihm nur nicht besonders gut. Seine jüngste Erklärung bedeutete bereits, dass sich der ukrainische Präsident beeilen müsse, weil der russische angeblich sehr daran interessiert sei, den Krieg zu beenden. Und buchstäblich am nächsten Tag widersprach ihm sein eigener Außenminister, als er in München sagte, dass die Vereinigten Staaten nicht einmal wüssten, ob Russland tatsächlich ein solches Interesse habe.

Das ist also eine typische Situation nach dem Motto: Haltet mich zurück, denn ich möchte unbedingt dazu beitragen, dass der Krieg endet – selbst wenn es zu russischen Bedingungen ist – damit ich endlich mit Putin über all seine wunderbaren Vorschläge verhandeln kann.

So sind wir gezwungen, an diesem Schauspiel teilzunehmen. Die Russen ebenfalls. Doch wie die Amerikaner handeln werden, wenn Trump erkennt, dass Putin nur mit ihm spielt wie mit einer Maus – das ist die nächste Frage, auf die wir möglicherweise erst nach den Zwischenwahlen zum amerikanischen Kongress eine Antwort erhalten werden.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Нові перемовини: чого чекати | Віталій Портников. 16.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 16.02.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Galuštschenko wurde ein Tatverdacht zugestellt | Vitaly Portnikov. 16.02.2026.

Das Nationale Antikorruptionsbüro hat dem ehemaligen Minister für Energie und Justiz der Ukraine, Herman Galuštschenko, kurz nach seinem gescheiterten Versuch, die Ukraine zu verlassen, einen Tatverdacht zugestellt. Es geht dabei sowohl um die Beteiligung an der Bildung einer kriminellen Organisation als auch um Beihilfe zur Geldwäsche illegal erlangter Mittel.

Konkret ist von der Einrichtung eines Trusts die Rede, der Bedingungen schaffen sollte, um Dutzende Millionen Dollar zu waschen. Es geht unter anderem um den Erhalt von 112 Millionen. Und es handelt sich um einen hochrangigen Amtsträger, ein Mitglied des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, um einen Menschen, der über mehrere Jahre hinweg eine für den Staat strategisch äußerst wichtige Branche wie die Energieversorgung leitete. Und was Energie für einen Staat bedeutet, das haben wir in diesem schwierigen Winter sehr deutlich zu spüren bekommen.

Natürlich kann man sagen, dass die Folgen dieses Winters in erster Linie mit den unaufhörlichen russischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur zusammenhängen. Doch wenn diejenigen, die die ukrainische Energieversorgung leiteten, nicht an ihre eigene Tasche, sondern an das künftige Überleben des Landes gedacht hätten, hätte die Lage möglicherweise nicht so kritisch ausgesehen.

Und wieder einmal kehren wir zu einem Thema zurück, das seit den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2019 aktuell ist: der Zerfall des Systems der staatlichen Verwaltung und die Unfähigkeit zu einer durchdachten und seriösen Personalpolitik. Die Verwandlung der Personalpolitik – und das bei Positionen, von denen das bloße Existieren der Ukraine abhängt – in eine Lotterie.

Man könnte mir sagen, dass dieses Schema im Fall Galuštschenko nicht greife. Galuštschenko war kein ehemaliger Drehbuchautor von „Kwartał 95“, kein Studiobesitzer, keine Person aus dem Showbusiness. Er war vielmehr ein typischer Beamter. Und nach meiner Logik sollte die Regierung gerade aus solchen Beamten bestehen, aus Fachleuten.

Erstens aber sollte eine Regierung nach meiner Logik aus Politikern bestehen, nicht aus Beamten. Ein Minister ist immer eine politische Ernennung. Das Auftreten eines Beamten auf einem Ministerposten ist der direkte Weg zu seiner Korruptheit. Denn ein Politiker denkt in erster Linie an sein politisches Überleben, an neue Wahlen, an seine Popularität bei den Wählern. Ein Beamter jedoch, der ins Ministerium gelangt, weil ihm die erste Person im Staat wohlgesonnen ist, kann nur daran denken, wie er dieser ersten Person dient und wie er Geld verdient.

Das ist die typische Logik des postsowjetischen Raums, zu der wir 2019 zurückgekehrt sind. Davor waren in den Ministerien Politiker, die man kritisieren konnte, die ihren Aufgaben keineswegs immer gerecht wurden, unter denen es ebenfalls Korruption geben konnte – doch diese Menschen dachten weit mehr an ihr politisches Überleben als eben jener Galuštschenko, der niemals eine politische Karriere gemacht oder auch nur imitiert hat.

Wir erinnern uns heute kaum noch daran, dass er Mitglied einer politischen Partei war, die bei den Präsidentschaftswahlen der Ukraine einen eigenen Kandidaten aufstellte – und dieser Kandidat erhielt eine Stimmenzahl, die man kaum mit dem Mikroskop erkennen konnte. Der eigentliche Aufstieg der Beamtenkarriere Herman Galuštschenkos fiel mit dem Aufstieg der Präsidentschaft Viktor Janukowytschs zusammen. In dieser Zeit wurde Galuštschenko Exekutivdirektor von Energoatom. Und obwohl er stets seine Verbindungen zum ehemaligen Abgeordneten der Werchowna Rada der Ukraine und heutigen Mitglied des Föderationsrates der Russischen Föderation, Andrij Derkatsch, bestritt, geht es hier nicht einmal um persönliche Kontakte, sondern um ein systemisches Wachstum.

Mir schien es völlig offensichtlich, dass Personen, die mit dem System Janukowytsch verbunden waren – einem System, das auf die Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit ausgerichtet war, denn gerade in den Jahren 2010–2013 wurden entscheidende Schritte unternommen, die für die spätere Bedrohung der Ukraine maßgeblich waren, insbesondere im Sicherheitsbereich –, nicht in die Macht zurückkehren und keine verantwortlichen Posten bekleiden sollten, von denen das Überleben des ukrainischen Staates abhängt. Umso weniger während eines großen Krieges, in dem offensichtlich wird, dass das Hauptziel des Feindes eben die Zerstörung dieser Staatlichkeit und die schrittweise Eingliederung des ukrainischen Territoriums in die Russische Föderation ist.

Selbst ein professioneller Beamter jener Zeit kann wie jemand erscheinen, dessen Dienste man besser nicht in Anspruch nimmt. Es geht hier nicht einmal mehr nur um Korruption, sondern um Integrität, um das Verständnis, dass die Ukraine nur von denen verteidigt werden kann, denen sie wirklich am Herzen liegt. Und das sind keineswegs alle Menschen mit ukrainischem Pass und auch nicht alle, die wissen, wie man als Beamter arbeitet.

Denn auch in Russland gibt es viele Menschen, die wissen, wie man professionell als Beamter arbeitet. Und einige von ihnen waren übrigens früher professionelle Beamte in der Ukraine. Für sie spielte es schlicht keine Rolle, wo sie als professionelle Beamte arbeiteten – Hauptsache Karriere und korrupte Einnahmen.

Vielleicht bereitete ihnen die Ukraine sogar gewisse Probleme, weil man auf dem russischen Markt viel mehr verdienen kann. Dort ist die Zusammenarbeit mit der Macht – wenn es um Korruption geht – systemisch organisiert. Für solche Menschen war die russische Flagge, zumindest bis zu den jüngsten westlichen Sanktionsmaßnahmen, ein Symbol ihres zukünftigen Erfolgs.

Es geht also nicht um die Person Herman Galuštschenko. Etwas Ähnliches musste zwangsläufig geschehen – und geschieht auch. Ich denke, dass wir in den kommenden Jahren noch viele solcher Fakten erfahren werden, bei denen sich viele an den Kopf fassen. Der Lotterie-Ansatz in der Personalpolitik, das Fehlen eines Integritätskriteriums und das fehlende Bewusstsein, dass der Maidan 2013–2014 die Ukraine von einer umbenannten Sowjetrepublik, die sie bis 2014 war, in ein echtes Land verwandelte – und dass man sich in den Ansätzen des Staatsaufbaus an der Logik des Maidan und nicht an der Logik der Revanche orientieren muss, weil die Logik der Revanche zum Zusammenbruch der ukrainischen Staatlichkeit führen wird –, all das hat zu der Situation geführt, in der wir uns heute befinden, selbst jenseits der russischen Aggression.

Wobei – wiederum – diese Situation gerade dafür geschaffen wurde, dass die russische Aggression erfolgreich sein sollte. Putin hat sich nur verrechnet. Denn neben Menschen, denen es völlig gleichgültig ist, ob es die Ukraine gibt oder nicht, gibt es ein Volk, das an ihrem Fortbestehen interessiert ist. Und genau deshalb sind Antikorruptionsermittlungen erfolgreich – weil sie die Fortsetzung unseres Kampfes dafür sind, dass die Ukraine auf der politischen Weltkarte bestehen bleibt, trotz des offensichtlichen Wunsches Russlands, einen hohen Preis für unser Verschwinden zu zahlen.


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Titel des Originals: Галущенку вручили підозру | Віталій
Портников. 16.02.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 16.02.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
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Aliyev trollt Putin | Vitaly Portnikov. 15.02.2026.

Während der Münchner Konferenz traf sich der Präsident Aserbaidschans, Ilham Aliyev, nicht nur mit seinem ukrainischen Amtskollegen Volodymyr Zelensky, sondern erklärte auch gegenüber ukrainischen Journalisten, dass er die systematischen Beschüsse der aserbaidschanischen Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt nicht für zufällig halte.

Aliyev gab diese Erklärung bereits nach seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ab, und in Moskau beeilte man sich, von einer angeblichen Normalisierung der russisch-aserbaidschanischen Beziehungen zu sprechen – trotz eben dieser systematischen Beschüsse und der russischen Angriffe auf Objekte der aserbaidschanischen Energieinfrastruktur in der Ukraine.

Von einer tatsächlichen Normalisierung kann also keine Rede sein, auch wenn Putin sich zumindest zu Worten eines scheinbaren Bedauerns gegenüber den Angehörigen der Opfer der Katastrophe des aserbaidschanischen Passagierflugzeugs durchrang, das durch eine russische Flugabwehrrakete im Luftraum der Russischen Föderation abgeschossen worden war. Zumindest der Präsident Aserbaidschans hat nicht die Absicht zu vergessen, wie Russland mit der diplomatischen Vertretung seines eigenen Landes umgeht und wie es die Präsenz aserbaidschanischer Energieunternehmen auf ukrainischem Boden behandelt – als, um es in Putins Sprache zu sagen, „legitime Ziele“.

Das ist ebenfalls eine völlig logische Reaktion auf russische Handlungen. Wenn man in Moskau die aserbaidschanische Botschaft und Energieinfrastruktur für legitime Ziele hält und glaubt, auf diese Weise Signale an Baku senden zu können, dann sollte man sich auch in der aserbaidschanischen Hauptstadt nicht zimperlich gegenüber einem Staat verhalten, der Aserbaidschan offen als feindlichen Nachbarn betrachtet. Ja, bislang destabilisiert Russland die Lage auf dem Territorium dieses Nachbarn nicht direkt – aber es zeigt bereits, was geschehen könnte.

Selbstverständlich verlieh der jüngste Besuch des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, J.D. Vance, in Baku und Jerewan Ilham Aliyev zusätzliche Sicherheit. Während dieses Besuchs wurde das offensichtliche Interesse der amerikanischen Administration an einem Transportkorridor demonstriert, der über das Gebiet Aserbaidschans und Armeniens verlaufen soll – ein Projekt, dessen Realisierung ohne eine Normalisierung der Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern unmöglich ist. Jahrzehntelang befanden sie sich gewissermaßen in einer geopolitischen Falle, errichtet vom selben Kreml.

Und das Abkommen über eine strategische Partnerschaft, das zwischen Aserbaidschan und den Vereinigten Staaten unterzeichnet wurde, ist ein weiterer Beweis dafür, dass Ilham Aliyev bemüht ist, sein Land selbst aus dem Restschatten der russischen Einflusssphäre herauszuführen, der noch geblieben war. Zur Annäherung an die Türkei, die in den vergangenen Jahrzehnten zum bestimmenden Faktor der aserbaidschanischen Außen- und Sicherheitspolitik geworden ist, kommt nun auch eine strategische Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten hinzu.

Zumal allen klar ist, wie sehr Donald Trump, der sich weder im russisch-ukrainischen Krieg noch bei einer langfristigen Regelung im Nahen Osten mit echten friedensstiftenden Ergebnissen rühmen kann, an einer friedlichen Lösung im Südkaukasus interessiert ist. In Washington besteht ein klares Verständnis dafür, dass es dort keine Lösung geben wird, solange Moskau präsent ist. Und Aliyev versteht das selbstverständlich ebenfalls sehr gut, weshalb er es sich erlaubt, von den russischen Handlungen als gezielten Maßnahmen gegenüber Aserbaidschan zu sprechen.

Natürlich ruft das wachsende Irritation in der russischen Hauptstadt hervor – und diese ist bereits spürbar. Russische Propagandisten behaupten bereits, Aliyev habe Putin getäuscht. Tatsächlich hat es keine wirkliche Versöhnung zwischen Moskau und Baku gegeben. Doch andererseits: Was hatte man in Moskau eigentlich von Baku erwartet, als man beschloss, die Botschaft der Republik Aserbaidschan in Kyiv zu beschießen, als man entschied, die aserbaidschanische Energieinfrastruktur in der Ukraine zu zerstören? Dass die Aserbaidschaner das einfach schlucken und sich bedanken würden?

Noch dazu vor dem Hintergrund des Verhaltens, das Putin und andere russische Führer am Tag der Tragödie mit dem aserbaidschanischen Flugzeug zeigten – als deutlich wurde, dass Aserbaidschan für Russland keineswegs ein souveräner Staat ist, bei dem man sich für eine durch einen Fehler des russischen Flugabwehrsystems verursachte Tragödie entschuldigen müsste, sondern lediglich eine ehemalige Sowjetrepublik, die schon dankbar sein sollte, dass Putin etwas vom „ukrainischen Spuren“ murmelte.

Das Entscheidende in den Beziehungen zwischen Russland und Aserbaidschan ist natürlich die Verachtung, die man in Moskau nicht einmal zu verbergen versucht. Und ja, wenn es keinen Schutz vor dieser Verachtung gibt, muss man mit ihr leben, manövrieren und so tun, als nehme man sie nicht wahr. Genau so haben die Führer ehemaliger Sowjetrepubliken all diese Jahrzehnte existiert. Der russisch-ukrainische Krieg, die Tatsache, dass alle russischen Ressourcen auf die Ukraine konzentriert sind, und das wachsende Interesse des Westens an Ländern wie Aserbaidschan – dem angesichts seiner Energieressourcen eine besondere Rolle zukommt, da es eine Energiealternative zu Russland sein kann – all das ermöglicht es nun Ilham Aliyev und nicht nur ihm, jene Missachtung und Geringschätzung wahrzunehmen, mit der die russische Führung dem aserbaidschanischen Souveränitätsanspruch stets begegnet ist: von den Putschversuchen in den 1990er Jahren bis hin zu jüngeren Ereignissen, die man ertragen musste, um eine Eskalation zu vermeiden.

Und genau das ist die Schlussfolgerung, die man in Russland schon heute ziehen könnte: Wenn man aufhört, dich zu fürchten, dann sollte man vielleicht selbst aufhören, überheblich und grob zu sein, und versuchen, sich wie ein zivilisierter Staat zu verhalten. Obwohl – zu wem sage ich das eigentlich? Von welcher Zivilisation können wir überhaupt sprechen? Schließlich sind die Angriffe auf die aserbaidschanische Botschaft oder auf aserbaidschanische Infrastruktur Teil der russischen Angriffe auf Kyiv und andere ukrainische Städte mit dem Ziel, Frauen, Kindern und alten Menschen Wärme und Licht zu entziehen. Kann ein Staat, der zu solchen schrecklichen Verbrechen bereit ist, überhaupt Anspruch auf das Prädikat „zivilisiert“ erheben?


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Titel des Originals: Алиев троллит Путина | Виталий Портников. 15.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 15.02.2026.
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