Verhandlungen und neue Forderungen Trumps: wie geht es weiter | Vitaly Portnikov. 08.02.2026.

Diese Woche war erneut von Erwartungen und Hoffnungen geprägt, im Zusammenhang mit dem Verhandlungsprozess, dessen Zeugen wir alle in den letzten Monaten sind – man kann sagen: seit dem Zeitpunkt, als im Medium Axios unerwartet der sogenannte Friedensplan der Vereinigten Staaten mit 28 Punkten erschien, der dann von den amerikanischen und ukrainischen Präsidenten diskutiert wurde, anschließend mit den Europäern besprochen wurde und später zu einem Plan mit 20 Punkten wurde, den US-Präsident Donald Trump angeblich dem russischen Präsidenten Wladimir Putin präsentieren wollte.

Und jetzt befinden wir uns in einer Situation, in der dieser Plan bereits von Verhandlungsgruppen besprochen wird. Und wir befinden uns in einer Situation, in der diese Verhandlungsgruppen nicht aus Ideologen des russischen Chauvinismus bestehen – was übrigens Teil von Putins Plan sowohl 2022 als auch 2025 war. Erinnern Sie sich: Damals stand an der Spitze der russischen Verhandlungsgruppe der ehemalige Kulturminister der Russischen Föderation Medinski, einer der Autoren des Konzepts der Wiederherstellung des Russischen Imperiums und der Nicht-Existenz des ukrainischen Volkes. Jetzt sitzen dort Generäle und Vertreter der Geheimdienstgemeinschaft. Es wirkt, als sei alles viel konkreter. Und deshalb wecken solche Verhandlungen sowohl Erwartungen als auch Hoffnungen.

Aber wir müssen uns eine ziemlich einfache Sache klarmachen: Präsident Putin ist bereit, jede Kulisse aufzubauen, um die politischen Fragen zu lösen, die für ihn tatsächlich dringend sind. Und unter diesen politischen Fragen steht keineswegs das Ende des Krieges gegen unser Land, sondern vor allem der Versuch, die Wirkung des westlichen Drucks auf die Russische Föderation zu verringern.

Tatsächlich kann das Jahr 2026 zu einem Jahr werden, in dem die russische Wirtschaft reale, ernste, offensichtliche Probleme bekommt. Zwar hat niemand gesagt, dass die Anhäufung dieser Probleme gerade 2026 zum Ende des russisch-ukrainischen Krieges führen muss. Doch, wie jeder Staatschef, möchte Putin, dass es weniger solcher Probleme gibt. Und er versteht sehr gut, dass der Löwenanteil dieser Probleme vor allem mit dem Widerstand der Ukrainer gegen die russische Aggression zusammenhängt und natürlich damit, dass der Westen der Ukraine weiterhin hilft, dieser Aggression standzuhalten.

Was bedeutet das praktisch? Praktisch bedeutet es, dass Putin einen recht einfachen und verständlichen Plan haben kann. Der erste Teil dieses Plans besteht darin, dass der Vernichtungskrieg gegen die Ukraine in einer Destabilisierung des Nachbarstaates enden soll – mit dem Zerfall staatlicher Institutionen, dem Zusammenbruch der Streitkräfte. Und so wird die Russische Föderation selbst ohne besondere militärische Erfolge jene Aufgabe erfüllen können, die Putin sich bereits im fernen Jahr 2000 stellte, als der Föderale Sicherheitsdienst Russlands ihn auf das Amt des Präsidenten der Russischen Föderation brachte.

Diese Aufgabe heißt: den „Fehler von 1991“ korrigieren, also die Russische Föderation in die Grenzen der Sowjetunion zurückführen – vielleicht ohne die baltischen Länder. Und Putin hofft weiterhin darauf. Obwohl mir scheint, dass diese vier Jahre des großen russisch-ukrainischen Krieges ihn hätten davon überzeugen müssen, dass Moskau schlicht nicht über reale Ressourcen und Möglichkeiten verfügt, diese Aufgabe zu erfüllen.

Die zweite Aufgabe kann wesentlich konkreter aussehen: Putin versucht, den amerikanischen Präsidenten Donald Trump von neuem Druck auf die Russische Föderation abzuhalten, von neuen Sanktionen, die für die russische Wirtschaft alles andere als ein Geschenk wären. Um Trump von Sanktionen abzuhalten, imitiert Putin selbstverständlich einen Verhandlungsprozess, um seine Bereitschaft zu zeigen, Frieden zu suchen.

Im Grunde sind auch wir – im Bewusstsein, dass Russland keinerlei Wunsch nach Frieden hat – gezwungen, an einem Verhandlungsprozess teilzunehmen, der sehr oft nicht wie ein wirklicher Verhandlungsprozess aussieht. Und wir verstehen sehr gut: Würde sich die ukrainische Delegation etwa diesen Verhandlungsrunden entziehen – noch dazu unter Beteiligung von Steve Witkoff und Jared Kushner –, würde Trump bereitwillig sagen: „Seht ihr, die Ukrainer wollen im Grunde gar keine reale Friedensvereinbarung. Putin will den Krieg beenden, aber die Ukrainer wollen nicht.“ Und so sind wir faktisch Geiseln dieses imitierten Prozesses.

Bis wann würde Putin solche Verhandlungen imitieren wollen? Die Frist ist völlig offensichtlich: bis Januar 2029. Das ist überhaupt Putins einfacher Ansatz gegenüber westlicher Politik: den Opponenten aussitzen und dann entscheiden, wie man die eigene Politik gegenüber dessen Nachfolger gestaltet. Daran ist nichts Neues oder Fantastisches.

Als US-Präsident Joe Biden 2022 ziemlich scharf auf Putins großen Krieg gegen die Ukraine reagierte, fragten viele: „Wird Putin unter dem Druck der Sanktionen irgendeine Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten eingehen? Wird er zumindest versuchen, seine Bereitschaft zu einem Verständnis mit den Amerikanern zu demonstrieren?“ Doch den meisten Beobachtern wurde klar: Putin will Biden einfach aussitzen und sehen, was nach Biden kommt.

Jetzt hat die russische Führung dieselbe Aufgabe: zu sehen, was nach Trump kommt, und dann zu entscheiden, was mit dem Krieg zu tun ist. Eine andere, durchaus naheliegende Frage: Reichen Putin die Ressourcen, um bis Januar 2029 auf einen neuen amerikanischen Präsidenten und eine neue Wende im russisch-amerikanischen Dialog zu warten? Denn vergessen Sie nicht: Für Putin ist der russisch-amerikanische Dialog viel wichtiger als Verhandlungen mit der Ukraine und sogar als Kontakte zu den Europäern.

Ich bin nicht sicher, dass Putin genügend Ressourcen hat. Mehr noch: Putin selbst ist sich nicht sicher. Genau deshalb hat der Abnutzungskrieg eine solche Schärfe gewonnen – weil Putin hofft, dass die Kapitulation der Ukraine und das Verschwinden unseres Staates von der politischen Landkarte der Welt noch während Trumps Präsidentschaft es ihm erlauben werden, nicht bis 2029 zu warten, sondern die wirtschaftlichen Beziehungen zu Washington bereits als „souveränes Territorium von Uschhorod bis Wladiwostok“ wiederherzustellen.

Aus Putins Sicht sollen die Ukrainer selbst die Entscheidung treffen, den ukrainischen Staat aufzugeben und auf ukrainische Staatlichkeit zu verzichten – nach dem „Cholodomor“ und den Prüfungen, die er dem ukrainischen Staat bereitet. Das mag ein vages Ziel sein, aber für Putin Putin ist dies zumindest maßgeblich. Und wiederum: Es ist oft vorgekommen, dass totalitäre Staaten, die von derartigen unrealistischen und dogmatischen Entscheidungen geprägt waren, der gesamten Anspannung ihrer militärisch-wirtschaftlichen Maschine nicht standhielten und früher zusammenbrachen als ihre Opfer.

Auch im russisch-ukrainischen Krieg kann das, wie wir sehr gut verstehen, so geschehen – denn es gibt den Eindruck, dass Putin diese wirtschaftlichen Prozesse in Russland im Grunde ignoriert. Sie können anfangs langsamer oder schneller verlaufen, aber irgendwann zu jenem Zusammenbruch mit unerwarteten Folgen führen, den wir alle sahen, als vor unseren Augen – vor den Augen der Menschen, die in der Sowjetzeit lebten – die Sowjetunion von der politischen Landkarte der Welt verschwand. Sie verschwand ja nicht einfach – sie war bereits wirtschaftlich verschwunden. Auch das muss man im Kopf behalten.

Und natürlich kann man sagen, dass die Russische Föderation ein um ein Vielfaches größeres „Polster“ hat als die Sowjetunion – schon deshalb, weil es eine Marktwirtschaft ist. Doch auch eine Marktwirtschaft kann, wie wir sehen, voluntaristische Entscheidungen nicht überstehen. Und die Umwandlung einer Wirtschaft in eine Kriegswirtschaft bei sinkenden Energieeinnahmen ist, glauben Sie mir, ist eine voluntaristische Entscheidung.

Mit Putin ist im Grunde alles klar. Schon als er diesen Krieg 2014 begann, war es ein Krieg, an dessen Ziel die ukrainische Staatlichkeit verschwinden und der russische Staat sich auf ehemalige Sowjetrepubliken ausdehnen sollte.

Aber was will Trump? Jetzt tauchen Informationen auf, wonach der amerikanische Präsident angeblich von der Notwendigkeit spricht, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, weil er sich sonst einfach nicht mehr mit diesem Thema befassen könne und gezwungen sei, sich auf die Zwischenwahlen zu konzentrieren.

Trump selbst bestätigt das im Grunde, wenn er sagt, er habe Putin und Zelensky vier Monate gegeben, um den Krieg zu beenden, und danach werde er Druck auf beide ausüben. Das bestätigt, dass er zum Höhepunkt der Wahlkampagne bereits ein konkretes Ergebnis im russisch-ukrainischen Krieg haben möchte – so etwas wie einen Abschluss.

Aber ich möchte darauf aufmerksam machen, dass Trumps Aussage über neuen Druck sich etwas von jenen Aussagen unterscheidet, die wir zuvor in den Medien sahen – wonach die Vereinigten Staaten aus dem Verhandlungsprozess aussteigen würden, wenn Trump in den nächsten Monaten keinen Erfolg erzielen könne. Genau das sollte man nicht erwarten. Sie werden sich aus diesem Prozess nicht zurückziehen. Warum? Aus der Logik des Verhandlungsprozesses und des Wahlprozesses – das folgt gleichzeitig daraus.

Die Frage Russland–Ukraine wird immer Teil jener politischen Fragen sein, die den Republikanern und Trump natürlich ebenso bei jedem Medientermin gestellt werden. Und das können Sie sehen: Denn die Tatsache, dass der US-Präsident sowohl in seinem Wahlkampf als auch unmittelbar nach seinem Amtsantritt wieder sagte, er könne den russisch-ukrainischen Krieg beenden, sollte zeigen, dass Trump fähig ist, Probleme zu lösen, die die vorherige Administration nicht lösen konnte. Und so stellte er es auch dar: „Biden konnte das nicht. Wäre ich Präsident gewesen, hätte dieser Krieg gar nicht begonnen, aber ich würde ihn leicht beenden.“

Es ist inzwischen mehr als ein Jahr vergangen, seit Trump im Weißen Haus ist – und es gibt keine realen Fortschritte. Und man kann sagen: Putin, der verstanden hat, dass er Trump hinsichtlich militärischer Hilfe für unser Land nicht besonders beachten muss, verstärkt sogar seine Angriffe gegen die Ukraine und denkt über Möglichkeiten eines hybriden Krieges gegen den Westen nach, wodurch neue ernsthafte Risiken für die zivilisierte Welt entstehen.

Und das ist ein Argument im Wahlkampf. Eine Person, die ihre Versprechen nicht erfüllt, verdient es im Grunde nicht, dass die von ihr unterstützten Menschen bei Kongresswahlen ins Repräsentantenhaus oder in den Senat kommen und dort arbeiten. Und Trump versteht das Ausmaß dieser Bedrohung sehr gut. Denn man muss verstehen: Wir sprechen jetzt von einer Welle, die die Demokraten tatsächlich nutzen können, um die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zu übernehmen und zumindest Trumps innenpolitischen Kurs stark zu bremsen. Und der US-Präsident tut bereits vieles, damit das nicht geschieht.

Ein grundlegender Punkt ist der Versuch, das Wahlverfahren in allen US-Bundesstaaten zu standardisieren – ein realer Angriff auf den amerikanischen Föderalismus, der zu einem der wichtigsten politischen Präzedenzfälle der gesamten US-Geschichte werden könnte. Und wenn der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten in dieser Situation auf die Seite Donald Trumps tritt, kann das zu unerwarteten Folgen für die amerikanische Staatlichkeit selbst führen. Aber das liegt noch vor uns.

So oder so: Selbst bei einer gewissen Standardisierung der Wahlparameter können die Demokraten das Repräsentantenhaus gewinnen. Für Trump wäre es aber am schlimmsten, wenn sie auch noch den Senat gewinnen – denn das würde, angesichts all dessen, was er in seinem ersten Jahr als US-Präsident beschlossen hat und bis November 2026 noch beschließen wird (und ich versichere Ihnen: es wird noch viele Entscheidungen revolutionären Charakters geben, die Amerika auf den Kopf stellen), bedeuten, dass Trumps politische Karriere beendet wäre. Und er versteht das sehr gut, wenn er sagt, dass die Demokraten ihm ein Amtsenthebungsverfahren eröffnen werden, falls sie die Kontrolle über den ganzen Kongress übernehmen – er scherzt natürlich nicht, denn das ist Realität.

Also muss Trump viele unangenehme Fragen vermeiden. Die Frage des russisch-ukrainischen Krieges – in einer Situation, in der die Mehrheit der republikanischen Wähler und die Mehrheit der demokratischen Wähler die Ukraine unterstützt und Russland nicht unterstützt, jene vielleicht unlogischen, vielleicht aber völlig verständlichen Sympathien Trumps für Putin nicht teilt – ist, auch wenn sie nicht die oberste Priorität der Wähler ist, ein starkes Thema. Und selbst wenn Trump in diesen Monaten keinen realen Fortschritt erreicht, kann er den Verhandlungsprozess nicht verlassen. Der Verhandlungsprozess wird ohnehin weitergehen.

Für uns ist aber wichtig, dass Trump diesen Verhandlungsprozess nicht gemeinsam mit Putin imitiert – dass es nicht zu einer Entwicklung kommt, bei der Trump ebenfalls Verhandlungen imitiert, erzählt, wie wunderbar sie sind, wie großartig alles gelöst wird, während es in Wirklichkeit keinerlei reale Ergebnisse gibt. Denn die Amerikaner verstehen, dass die Russen zu keinen Kompromissen bereit sind, und die Russen imitieren diese „Kompromisse“, wenn man es so nennen kann, nur um – wie ich sagen würde – im Kontakt mit den Amerikanern zu bleiben.

Nun zu den Punkten, die man jetzt als die wichtigsten in diesem Verhandlungsprozess bezeichnet: Territorium und das Kernkraftwerk Saporischschja. Man muss klar verstehen, dass auch das bis zu einem gewissen Grad eine imitierte Realität ist. Warum? Weil wir sehr gut verstehen: Putin hätte diesen Krieg kaum begonnen, kaum so viele Menschenleben und wirtschaftliche Ressourcen geopfert und sich westlichen Sanktionen ausgesetzt, nur um die Kontrolle über einen Teil des Gebiets der Donezker Oblast zu bekommen. Wenn Putin der Teil des Donezker Gebiets, der heute vom legitimen ukrainischen Staat kontrolliert wird, überhaupt „wichtig“ ist, dann nur als strategisches Sprungbrett für Angriffe auf weitere ukrainische Regionen.

Aber, wie ich schon oft gesagt habe und wiederholen möchte: Man soll keine Illusionen hegen, dass, wenn die Ukraine plötzlich zu Putin sagt: „Ja, nehmt diese Gebiete“, der Krieg sofort endet. Erstens können neue Bedingungen auftauchen. Und wir sehen, dass sie in diesen Verhandlungen bereits entstehen: „Dann sollen die Amerikaner das russische Krim anerkennen. Dann sollen westliche Länder die ukrainischen Gebiete des Donbas als russisch anerkennen. Uns reicht die Ukraine nicht – auch ihr müsst anerkennen.“ Es ist also die Suche nach Bedingungen im Gange, die unmöglich zu erfüllen sind, um danach die Partner der Unkonstruktivität zu beschuldigen. Das ist das Wesen des Prozesses, den wir beobachten.

Der nächste Punkt: Wenn es um den russisch-ukrainischen Krieg geht, sind alle Vorschläge Russlands in der Regel auf die Destabilisierung der Lage in der Ukraine ausgerichtet. Wenn Putin also Umfragen sieht, dass die überwältigende Mehrheit der Ukrainer gegen territoriale Zugeständnisse ist und meint, die Ukraine dürfe unter keinen Umständen auf jene Gebiete verzichten, die unsere Soldaten verteidigen, dann muss er die politische Führung dazu zwingen, genau eine solche Entscheidung zu treffen, um eine Kluft zwischen der öffentlichen Meinung und den Entscheidungen der staatlichen Führung zu schaffen.

Und wenn etwa vorgeschlagen wird, zu diesem Zweck ein Referendum abzuhalten und zugleich sofort Neuwahlen durchzuführen, dann sind das Schritte nicht für Wahlen und nicht für ein Referendum. Zumal man bedenken muss: Kein Referendum kann die territoriale Integrität der Ukraine entscheiden. Das ist der nächste politisch absurde Vorschlag. Wichtig ist, dass diese Ereignisse die ukrainische Gesellschaft erschüttern. Putin träumt bis heute von einer Parade, bei der ein russischer Soldat ohne Probleme triumphal nach Kyiv marschiert und er die Parade russischer Truppen auf einem russischen Chreschtschatyk in einem russischen Kyiv abnehmen kann. Dafür braucht er aber, dass die Ukrainer ihren Staat selbst zerstören – denn der russische Soldat kann ihn, wie wir sehen, nicht zerstören. Das ist auch das Fazit der letzten vier Jahre.

Wenn also gesagt wird: „Wissen Sie, das Problem ist, dass die Ukraine keinen Kompromiss will.“ Und Trump ist bereit, an dieser Komödie teilzunehmen, wenn er sagt: „Ich werde gleichzeitig Druck auf Putin und Zelensky ausüben.“ So sieht das im Kern aus: „Ich kann gegen beide Sanktionen verhängen.“ Das ist nicht nur eine Gleichsetzung von Opfer und Aggressor, an die wir uns in diesem Jahr von Trumps Präsidentschaft gewöhnt haben könnten. Es ist auch der Versuch zu erklären,beide Seiten verhielten sich unkonstruktiv – obwohl die Russen dich auf ukrainischem Boden befinden, ukrainische Gebiete besetzen und verlangen, dass ukrainische Truppen ukrainisches Gebiet verlassen.

Aber selbst wenn wir akzeptieren, dass der Krieg ein Ereignis ist, das das Völkerrecht so weit außer Kraft setzt, dass nicht nur der Aggressor, sondern auch diejenigen, die mit dem Aggressor sprechen, bereit sind, dieses Völkerrecht zu annullieren – selbst dann sollte man nicht glauben, dass territoriale Zugeständnisse der Ukraine den Krieg beenden würden. Offensichtlich wird in dieser Situation nichts  dergleichen geschehen. Der Krieg wird nicht enden, aber die Trennlinien in der ukrainischen Gesellschaft können sich verstärken – und Putin wird genau an diesen Trennlinien arbeiten.

Vergessen Sie auch nicht eine weitere Entwicklung: Putin könnte unter dem Druck der Umstände tatsächlich der Idee eines Waffenstillstands zustimmen. Auch das dürfen wir in unserer Kalkulation nicht ausblenden, denn man muss immer verstehen: Putin ist unter Bedingungen der sich zuspitzenden wirtschaftlichen Probleme in Russland zu Entscheidungen über ein Ende des Krieges fähig.

Ich werde nicht behaupten, dass das morgen geschieht. Aber Sie müssen in jedem Fall die Frage stellen: Sind diese wirtschaftlichen Probleme jetzt genau so, dass Putin jedem Ende des Krieges zustimmen würde – oder wird er doch „komfortable“ Bedingungen wählen, die ihm Trump anbietet? Natürlich komfortable Bedingungen, die ihm Trump anbietet – weil Trump selbst von diesen komfortablen Bedingungen nicht abrücken wird, selbst wenn er sieht, dass bei Putin alles zusammenbricht. Denn Trump ist wichtig, dass Putin den Krieg in einem Zustand normaler wirtschaftlicher Verständigung mit ihm beendet.

Und nicht zufällig tauchte gerade in dieser Woche die Idee des „Dmitrijew-Pakets“ über 12 Billionen Dollar auf. Das ist überhaupt eine geniale Sache: Die Russen verhandeln nicht über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges, sondern darüber, wie die Vereinigten Staaten verdienen können, wenn dieser Krieg endet. Es ist von unglaublichen Zahlen die Rede.

Dabei verstehen wir sehr gut: Wenn man später real berechnet, was die Amerikaner in ihren Beziehungen zu den Russen tatsächlich verdienen könnten, kann von diesen 12 Billionen ein Nichts übrig bleiben – oder Versprechen gemeinsamer Projekte im Norden und andere „Potemkinsche Dörfer“, die die Russen meisterhaft zu errichten verstehen – man könnte sagen: während ihrer gesamten staatlichen Existenz.

Putin hat etwas sehr Wichtiges verstanden. Denn Putin arbeitet als erfahrener KGB-Ermittler mit Trump wie mit einem Klienten: Die Magie großer Zahlen ermöglicht es Trump, völlig inadäquate Entscheidungen zu treffen. Und genau mit dieser Magie großer Zahlen verzaubert er Trump und die Menschen um Trump. Denn wir müssen auch verstehen: Menschen wie Steve Witkoff und Jared Kushner sind vor allem Menschen mit der Psychologie von Geschäftsleuten. So war es immer, wenn sie sich mit dem Nahen Osten befasst haben. Und so sieht es natürlich auch in den russisch-ukrainischen Verhandlungen aus.

Sie verstehen doch: Wenn Witkoff mit Dmitrijew spricht, spricht er mit ihm nicht darüber, wie die Truppen zu trennen sind, wie der Krieg zu beenden ist, welche Gebiete von der Ukraine an Russland fallen sollen. Das sind Gespräche anderer Leute. Mit ihm spricht er ausschließlich über Business. Und Putin hat Dmitrijew zu seinem Sonderbeauftragten ernannt. Übrigens ist es bedauerlich, dass wir keinen solchen „Dmitrijew“, keine solche Position haben, um mit Witkoff und Kushner zu sprechen. Aber wir haben auch nicht so viele erfundene Ressourcen wie Russland. Unsere „Dmitrijew-Geschichte“ haben wir schon genutzt, als wir mit Trump das inzwischen vergessene Mineralienabkommen unterschrieben.

Also sprechen sie natürlich ausschließlich über Business. Und diese Business-Gespräche können Trump auch davon überzeugen, zumindest eine gewisse Stabilität in den Beziehungen zu Putin einzuhalten.

Eine separate Geschichte ist übrigens das Kernkraftwerk Saporischschja und die Kontrolle darüber, denn die Vereinigten Staaten waren vor dem russisch-ukrainischen Krieg an Innovationen in Saporischschja beteiligt, an seiner technologischen Umgestaltung. Und natürlich würden sie gern Zugang zum Kernkraftwerk Saporischschja bekommen – um die Energiesicherheit der Ukraine zu garantieren und um mit der Anlage als wichtigem Energieobjekt zu arbeiten; und um die Lieferung ihres Brennstoffs an ukrainische Kernkraftwerke zu prüfen. Genau das wollen die Russen nicht. Wenn also die Amerikaner anfangen, mit den Russen zu sagen: „Gut, übergebt die Station nicht der Ukraine, aber übergebt sie uns“, dann klingt das für Moskau, denke ich, noch gefährlicher als irgendeine ukrainisch-russische Kontrolle über diese Station – falls sich überhaupt Voraussetzungen für einen Waffenstillstand an der Frontlinie ergeben.

Und dann stellt sich die Frage: Was kommt als Nächstes? Was wird in der nächsten Zeit sein? Erstens sehen wir, dass Trump auch verstanden hat, dass der Verhandlungsprozess nicht so aussieht, als könne er zu schnellen Ergebnissen führen. Weitere vier Monate für den Verhandlungsprozess – das ist schon nicht mehr Putins Zeitspiel, sondern Trumps Zeitspiel: „Ich habe ihnen vier Monate gegeben, dann schauen wir.“

Zweitens müssen wir verstehen: Fristen spielen keine Rolle – vier Monate, acht Monate. Trump wird ständig versuchen, diese Situation zu verlängern, um nicht hilflos zu wirken und zu hoffen, dass irgendwelche ernsthafteren Ereignisse in der Weltpolitik in der Wahrnehmung der amerikanischen Gesellschaft seine Hilflosigkeit im russisch-ukrainischen Krieg überschattet.

Also: Was müssen wir erreichen? Wir müssen erreichen, dass der Druck auf Russland bereits in diesen vier Monaten zunimmt und dass Trump nicht auf irgendeine reale Konstruktivität Putins wartet, nicht – wie er es gern tut – die Augen vor Putins Verbrechen verschließt und nicht versucht zu erzählen, wie Putin seine Versprechen erfüllt. Denn das ist einfach eine Schande. Eine Schande für die Vereinigten Staaten, eine Schande für die zivilisierte Welt.

Das ist nur unter dem Einfluss der öffentlichen Meinung möglich. Das ist nur möglich, wenn wir selbst aktiv am Verhandlungsprozess teilnehmen und der amerikanischen Administration keinen Anlass geben, uns Unkonstruktivität vorzuwerfen. Denn man muss verstehen: Die amerikanische Administration ist in dieser Situation weniger unser Verbündeter als eine Struktur, die versucht, Verantwortung dafür zu vermeiden, dass die erste Person keine Beziehungen zum russischen Präsidenten verderben will.

Davon muss man ausgehen, wenn wir über den Verhandlungsprozess sprechen, der sich auch 2026 und 2027 fortsetzen kann – sofern der Zustand der russischen Wirtschaft bis dahin nicht zu solchen abrupten Folgen für Putin führt, die ihn zumindest dazu zwingen, der Idee eines Waffenstillstands entlang der Kontaktlinie zuzustimmen. Ja, natürlich – um vielleicht später Kräfte zu sammeln und dann mit neuer, „ausgeruhter“ Wucht wieder auf die Ukraine loszugehen. Aber niemand hat gesagt, dass nur gegen die Ukraine. Niemand hat gesagt, dass es schnell passiert.

Viele glauben, wenn der Krieg eingefroren wird, beginnt er buchstäblich nach ein paar Monaten am selben Ort und in denselben Umständen – und vergessen, dass, wenn Kampfhandlungen aufhören, völlig neue politische und militärische Prozesse beginnen, und der Krieg tatsächlich wiederaufflammen kann, aber in einer völlig anderen Form und nicht unbedingt als russisch-ukrainischer Krieg.

Man muss sich schlicht klarmachen: Der russisch-ukrainische Krieg bestätigt lediglich die Tatsache, dass Krieg im 21. Jahrhundert – unter den Bedingungen des Zusammenbruchs des Völkerrechts, das Putin faktisch zerstört und Trump weiter untergräbt – für viele führende Politiker der Welt zur Fortsetzung der Politik geworden ist. Aus dieser Periode ständiger Kriege, des Sterbens von Menschen, der Zerstörung und Krise wird die Menschheit im 21. Jahrhundert nicht herauskommen. Unser Jahrhundert ist ein Jahrhundert von Kriegen, Verbrechen und Katastrophen. Und ein anderes Jahrhundert haben die Menschen, die im 21. Jahrhundert leben, nicht.

Also muss man lernen, unter diesen Bedingungen zu überleben und zu siegen, weil es keine anderen Bedingungen gibt – die anderen Bedingungen sind in jenem Paradies, in das Donald Trump zu gelangen hofft. Ich muss Ihnen sagen: die Fortsetzung dieser Serie, damit Sie es wissen – dorthin kommt er nicht. Das ist wie der Nobelpreis. Den Nobelpreis kann man sogar leichter bekommen, denn ich habe den starken Verdacht, dass man sogar Bedingungen schaffen könnte, unter denen das Nobelkomitee die weiße Flagge hisst. Aber Trump ist nicht in der Lage, Bedingungen zu schaffen, unter denen der Apostel Petrus die weiße Flagge hisst. Der letzte Anzug hat bekanntlich keine Taschen. Und das ist ein sehr wichtiger Punkt, über den wir sprechen müssen, wenn wir die Ergebnisse dieser schwierigen Woche mit den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine ziehen.

Ich werde auf die Fragen antworten, die in diesen Minuten bereits eingegangen sind, während wir miteinander sprechen.

Frage: Wie groß ist die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Wirtschaft und Gesellschaft? Wie viele Jahre kann die Ukraine unter den aktuellen Tendenzen noch standhalten?

Portnikov: Ich erinnere ständig an eine sehr einfache Sache. Wenn wir über die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Gesellschaft und Wirtschaft sprechen, müssen wir umso mehr daran denken, dass wir faktisch kaum noch irgendeine Wirtschaft haben. Die Ukraine ist kein sehr großes Land im Vergleich zu Russland; ihre Wirtschaft ist durch die Bombardierungen des Feindes zerstört, dazu kommt ein demografischer Aderlass. Aber die Ukraine kämpft gegen die Russische Föderation als Teil des Westens, als Teil der zivilisierten Welt, als Teil Europas.

Wie lange können wir durchhalten? Im vergangenen Jahr hat die Ukraine, wie Sie wissen, die notwendigen Mittel erhalten, um ihren Haushalt für 2026 und 2027 zu stützen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Ukraine, falls der Krieg in diesen Jahren weitergeht, auch Mittel erhalten wird, um 2028 durchzuhalten. Die Ukraine kann sogar länger durchhalten als Russland, einfach weil die Ukraine aus Sicht ihrer ökonomischen Sicherheit ein Staat ist, dem europäische Länder helfen.

Übrigens deshalb rastet Putin so aus. Er will, dass in Europa rechts-populistische oder links-populistische Kräfte an die Macht kommen, die uns einfach kein Geld geben werden. Sie verstehen sehr gut: Hätte der Westen kein Geld und keine Waffen gegeben, dann hätte die Russische Föderation längst ihre Grenzen dort, wo die Sowjetunion war – damit es keine Zweifel gibt. Denn eine kostenlose Armee kann man nicht haben. Keine Armee kann den Feind halten, wenn der Staat kein Geld für irgendetwas hat. Zweifeln Sie also nicht daran, dass die Ukraine in den 20er und 30er Jahren des 21. Jahrhunderts mit Hilfe des Westens Russland in einem langen Konflikt widerstehen wird, der in einem bestimmten Moment – wir wissen nicht, in welchem Jahr, unter welchen Umständen – aus der heißen Phase in eine Phase des Abklingens übergehen kann.

Und die Gesellschaft – das kann ich Ihnen nicht sagen. Wenn die ukrainische Gesellschaft die Wahl zugunsten der Liquidierung der eigenen Staatlichkeit und der Aufgabe des Begriffs des ukrainischen Volkes trifft, dann bedeutet das die Bereitschaft der Menschen zum Selbstmord. Denn wie Sie verstehen: Die Russen haben alle notwendigen Schlussfolgerungen gezogen – und dort, wo die Russen sind, wird es keine Ukrainer geben, so wie es sie auf den besetzten Gebieten nicht gibt. Sehen Sie dort irgendeine parallele Ukraine, irgendeine gute Ukraine, irgendwelche Ukrainer, die Hopak vor ihren russischen Besatzern tanzen? Nein. Sie sehen dort Russland. Und jene, die Ukrainer sein wollen, sind entweder eingeschüchtert, oder vernichtet, oder vertrieben. Und auf ein solches Schicksal können absolut sicher alle zählen, zu denen ein russischer Soldat ins Haus kommt.

Die ukrainische Gesellschaft hat also keine Wahl: entweder durchhalten – oder verschwinden und lediglich als Teil eines ethnografischen Lehrbuchs oder Museums irgendwo in Kanada oder den Vereinigten Staaten enden. Das ist das Schicksal des ukrainischen Volkes im Falle eines russischen Sieges. Ein anderes Schicksal gibt es nicht. Und wünschen sich viele Menschen in der Ukraine ein solches Schicksal? Die soziologischen Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Menschen nicht einmal bereit ist, Russland die Kontrolle über jene ukrainischen Gebiete zu überlassen, die heute von der ukrainischen Armee verteidigt werden. Worüber sprechen wir also?

Sollte sich diese Soziologie im Laufe der Jahre ändern, dann werden wir andere Schlussfolgerungen ziehen. Wenn die gesellschaftliche Stimmung einmal lautet: „Hauptsache, der Krieg endet, wir sind bereit, Russen zu sein, solange alles gut ist. Ach, wir haben verstanden, dass wir Russen sind“ – dann werden wir darüber sprechen. Wenn solche Menschen die Mehrheit bilden und bereit sind, diesen Standpunkt zu verteidigen – denn verteidigen müssten sie ihn dann auch –, dann werden wir darüber sprechen. Derzeit sehe ich dafür keinerlei Voraussetzungen.

Frage: Warum sind Sie der Meinung, dass Russland nicht zu einer allgemeinen Mobilmachung übergehen wird und China im Bedarfsfall keine deutlich größere Unterstützung leisten wird, während Sie zugleich oft sagen, dass dieser Krieg für Russland eine Priorität ist und für China ein langfristiger Faktor?

Portnikov: Weil jedes Land seine eigenen Ressourcen und Risiken hat. Wenn Russland zu einer allgemeinen Mobilmachung fähig gewesen wäre, hätte es diesen Schritt längst vollzogen. Der Versuch Putins, im Jahr 2022 eine Mobilmachung der Reservisten auszurufen, führte zur Flucht Hunderttausender Menschen – etwa einer Million – über die Grenzen der Russischen Föderation. Und Putin hat sehr gut verstanden, dass unter diesen Bedingungen, insbesondere in einer Situation, in der die Mehrheit der russischen Gesellschaft nicht bereit ist, direkt am Krieg teilzunehmen, eine allgemeine Mobilmachung zu unvorhersehbaren Folgen führen könnte: zu weiterer Abwanderung der Bevölkerung und zu sozialen Problemen, mit denen er bei dem aktuellen Zustand der russischen Wirtschaft nicht fertigwerden würde.

Die Frage ist also nicht, ob Russland eine allgemeine Mobilmachung durchführen kann oder nicht. Die Frage ist, dass es sich vier Jahre lang nicht dazu durchgerungen hat – und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass es sich künftig dazu durchringen wird.

Was die Volksrepublik China betrifft: China unterstützt Russland nicht mit direkten Haushaltszuschüssen, so wie die Europäische Union die Ukraine unterstützt. China kauft russisches Öl – und ich würde sagen: zu Schleuderpreisen. Diese Preise sinken ständig. Und in einer Situation, in der Russland gezwungen ist, enorme Mengen seines Öls auf den chinesischen Markt umzuleiten, in der Indien diese Mengen russischen Öls derzeit nicht kauft und in der ein großer Teil der russischen Raffineriekapazitäten aufgrund ukrainischer Angriffe stillsteht, kann China zwar mehr russisches Öl kaufen – aber China wird Russland nicht einfach Geld schenken. Schon deshalb nicht, weil dies Fragen des Sanktionsdrucks auf China und seiner Beziehungen zum Westen aufwerfen würde, der wiederum der wichtigste Absatzmarkt für chinesische Produkte ist.

Die Chinesen tun grundsätzlich nichts umsonst. Ja, sie können an einer langen Dauer des Krieges interessiert sein – aber nicht durch direkte Geldtransfers an Russland, zumal sich die chinesische Wirtschaft selbst nicht in der besten Verfassung befindet. Ganz zu schweigen von einem weiteren Aspekt: Russland braucht für viele Dinge Dollar, nicht Yuan. Die Chinesen können Bauteile für Waffen liefern, sie können Öl kaufen – aber sie sind definitiv nicht bereit, mit Russland ihre Währungsreserven zu teilen, und mit Yuan lässt sich nun einmal kein Krieg führen.

Deshalb finde ich es immer interessant, wenn man mir einen pessimistischen Blick auf die Realität vorwirft. Ich versuche stets, objektiv zu bewerten, was der Feind kann und was nicht. Gleichzeitig sehen wir nun ganz andere Versuche – mich sozusagen dazu zu drängen, zu sagen, dass „alles verloren ist“. Das halte ich für falsch. Ich bin nicht der Meinung, dass alles verloren ist, denn in einem Abnutzungskrieg erschöpfen sich beide Seiten. Und besonders erschöpft sich jene Seite, die keine reale Unterstützung durch Länder erhält, die mit ihr durch gemeinsame Werte verbunden sind.

Frage: Wie sehen Sie die Frage des Endes von Putins Amtszeit, und könnte es sein Plan sein, seine Wahlen auf der Grundlage des Krieges aufzubauen, nach dem Motto: „Man wechselt nicht die Pferde mitten im Fluss.“?

Portnikov: Nein, das sehe ich nicht so. Ich bin der Meinung, dass Putin Präsident der Russischen Föderation auf Lebenszeit ist. Einen „Ablauf“ seiner Amtszeit gibt es für ihn nicht. Nachdem Putin die Verfassung so geändert hat, dass seine Amtszeiten „auf null gesetzt“ wurden, wurde vollkommen klar, dass er nicht vorhat, das Präsidentenamt bis zu seinem Tod zu verlassen.

In Russland gibt es keine Wahlen. Aus einem ganz einfachen Grund: Wahlen sind ein Wettbewerb. Es müsste eine politische Kraft geben, die tatsächlich in der Lage wäre, den amtierenden Präsidenten zu besiegen. Solche Wahlen hat es in Russland seit Putins Machtantritt nie gegeben. Die einzigen Wahlen, bei denen der amtierende Präsident der Russischen Föderation einer realen Bedrohung durch einen Konkurrenten ausgesetzt war, waren die zweiten Präsidentschaftswahlen im postsowjetischen Russland – als Boris Jelzin gegen Gennadi Sjuganow antrat.

Putin hat also keinerlei Probleme mit Wahlen und wird sie auch nie haben. Er nutzt diesen Krieg überhaupt nicht für Wahlen, weil er die gesamte Wahlmaschinerie vollständig kontrolliert. Man darf Demokratien nicht mit Autoritarismen verwechseln, die lediglich Wahlprozeduren imitieren. Nein, Putins Amtszeit wird niemals enden. Er wird Präsident bis zu seinem letzten Tag sein, und sein Nachfolger könnte jemand aus dem Sicherheitsapparat sein. Ob diese Person gegenüber der Zerstörung der Ukraine aggressiver oder weniger aggressiv sein wird als ihr Vorgänger, wissen wir nicht. Aber darauf werden wir noch sehr lange warten müssen. Putin ist, wie Sie verstehen, nicht besonders alt.

Frage: Sie sagten, dass Putin bei wirtschaftlichen Problemen zu Verhandlungen bereit sein könnte. Brauchen wir diese Verhandlungen dann überhaupt? Wenn Russland den Krieg nicht fortsetzen kann – wäre es dann nicht an der Zeit, auf die Grenzen von 1991 zurückzugehen?

Portnikov: Wenn wir davon sprechen, dass es Putin wirtschaftlich schlecht gehen wird und er deshalb zu Verhandlungen bereit sein könnte, bedeutet das nicht, dass Putin all seine Möglichkeiten verlieren würde. Es bedeutet lediglich, dass er möglicherweise nicht mehr in der Lage wäre, neue Territorien zu erobern, neue Angriffe auf die Ukraine zu führen, um unsere Infrastruktur vollständig zu zerstören und das Territorium unseres Landes unbewohnbar zu machen – all das, was im Kreml für die kommenden Jahre geplant ist. Das heißt aber keineswegs, dass Putin nicht in der Lage wäre, die bereits besetzten Gebiete zu halten.

Es gibt jedoch noch einen weiteren Punkt, der sogar wichtiger ist als die berechtigten Überlegungen, die Sie ansprechen. Wozu brauchen wir überhaupt Verhandlungen mit Russland, wenn der wirtschaftliche Organismus Russlands plötzlich so stark ins Wanken gerät, dass die russische Armee ihre heutigen Positionen nicht mehr halten kann? So etwas hat es in der russischen Geschichte übrigens schon gegeben.

Ich sage Ihnen jedoch, wo in diesem Fall das Problem liegen würde – und zwar, wenn dies vor Januar 2029 geschieht: in den Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten werden keine Destabilisierung der Russischen Föderation infolge einer schweren geopolitischen Niederlage zulassen. Schon allein deshalb nicht, weil sie den Einsatz von Atomwaffen durch den Präsidenten der Russischen Föderation fürchten – mit unvorhersehbaren Folgen für das Verhältnis zwischen Atommächten. Das ist eine reale Sorge, und genau deshalb würden sie versuchen, uns zu einem Frieden zu drängen, der für Putin komfortabel ist. Das ist die Realität.

Frage: Bitte kommentieren Sie das Trump-Video mit den Obamas. Wie würden Sie das charakterisieren?

Portnikov: Mir ist es peinlich. Ich glaube nicht, dass dieses Video ohne Wissen dessen erschienen ist, der Herr über seine eigenen Accounts ist. Aber wir leben in einer Zeit, in der alle – ich würde sagen – Normen des Respekts gegenüber dem Mitmenschen, jene Normen, für die man, wie man sagt, ins Paradies kommt, praktisch aufgehoben sind. Und zwar entweder aufgrund des mentalen oder des politischen Zustands der Menschen, die an der Spitze großer Staaten stehen. Das ist die Realität, in der wir in den 2020er- und 2030er-Jahren leben werden. Und sie wird sich weiter verschlechtern, weil sich die Gesellschaften in genau diesem Zustand befinden. Menschen mit Gewissen können darüber nur Scham empfinden.

Frage: Welcher Weg ist besser: jetzt Zugeständnisse zu machen, solange Trump den Konflikt lösen will, oder es geschehen zu lassen und mit der Unterzeichnung irgendwelcher Abkommen zu warten, bis Russland wirtschaftlich zusammenbricht?

Portnikov: Erstens begeben wir uns, wenn wir von Zugeständnissen sprechen, erneut auf einen völlig – ich würde sagen – nicht existierenden Weg. Es gibt keinerlei Zugeständnisse, denen wir zustimmen sollten, weil Russland überhaupt nicht will, dass wir irgendwelche Zugeständnisse machen. Das ist alles ein Spiel für Trump.

Russland will, dass der ukrainische Staat verschwindet und die Ukrainer entweder das Land verlassen oder sich als Russen bekennen – jene, die bleiben und das sogenannte „Filtrationsverfahren“ durchlaufen. Hören Sie auf, sich einzureden, irgendjemand erwarte von der Ukraine irgendwelche Zugeständnisse. Hören Sie auf, sich einzureden, die Ukraine sei ein Subjekt dieses Verhandlungsprozesses. Das ist heute schlicht nicht der Fall. Und ob solche Bedingungen in den kommenden Jahren entstehen werden, wissen wir nicht. Man wünschte sich, dass sie in den nächsten Monaten entstehen – aber das ist Wunschdenken.

Wir verzögern hier gar nichts. Es sind die Russen, die verzögern. Wenn die Russen tatsächlich den Bedingungen zugestimmt hätten, die Trump vorgeschlagen hat – etwa einer Truppentrennung entlang der Kontaktlinie –, hätte man uns weder in den Vereinigten Staaten noch in Europa groß gefragt, ob wir damit einverstanden sind oder nicht. Das Problem ist, dass die Russen dem in Wirklichkeit nicht zustimmen, sondern Bedingungen stellen, die auf eine Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine in den 2020er- und 2030er-Jahren hinauslaufen – bis zur vollständigen Liquidierung der ukrainischen Staatlichkeit. So denkt Putin.

Könnten Bedingungen entstehen, unter denen die Russen bereit wären, bestimmten ukrainischen Zugeständnissen zuzustimmen? Das könnte infolge schwerer Probleme im russischen Wirtschaftsorganismus geschehen. Diese Probleme reifen heran – aber in welchem Monat oder in welchem Jahr sie den entscheidenden Impuls geben, weiß niemand. Weder Sie noch ich noch Putin.

Frage: Warum soll die Ukraine überhaupt ein Referendum abhalten? Will denn irgendjemand ernsthaft Putin ukrainisches Land schenken? Warum scheint die Regierung sich auf diesen Unsinn einzulassen?

Portnikov: Ich denke, die Regierung beteiligt sich einfach an Verhandlungen mit Amerikanern, die sich in einem bestimmten Bewusstseinszustand befinden. Die Frage ist nicht einmal, warum die Ukraine ein Referendum abhalten sollte. Die Frage ist vielmehr, welche rechtlichen Grundlagen es für ein solches Referendum überhaupt geben könnte.

Ich habe das schon oft zu erklären versucht: Ein Referendum über die Abtretung eines Teils des ukrainischen Territoriums kann gemäß der Logik der ukrainischen Verfassung grundsätzlich nicht durchgeführt werden. Aber selbst wenn man sich ein solches Referendum vorstellen würde, müsste es unter Bedingungen stattfinden, in denen kein Kriegsrecht gilt. Damit kein Kriegsrecht gilt, müsste es zuvor aufgehoben werden. Und dafür müssten die Kampfhandlungen beendet sein.

Putin aber will, dass zunächst alle Entscheidungen getroffen werden – und erst danach die Kampfhandlungen enden. Zudem kann die Werchowna Rada unter Kriegsrecht nicht einmal Verfassungsänderungen beschließen. Und selbst wenn man sich vorstellt, dass das Kriegsrecht aufgehoben wird, ein dubioses Referendum stattfindet und eine Mehrheit der Bürger sich dort für die Übergabe von Territorium an Russland ausspricht – wobei ich auch hier frage: Warum geht man eigentlich davon aus, dass eine Mehrheit dafür stimmen würde? –, entstünde ein weiteres, noch gravierenderes Problem.

Es müsste eine neue Werchowna Rada gewählt werden, weil das bestehende Parlament nach dem Ende des Kriegsrechts keine entsprechenden Kompetenzen mehr hätte. Die neue Rada müsste Verfassungsänderungen in zwei getrennten Sitzungsperioden beschließen, anschließend ein weiteres Referendum durchführen lassen, da es sich um grundlegende Fragen der Verfassung handelt, und danach noch eine Stellungnahme des Verfassungsgerichts einholen. Selbst wenn man sich vorstellt, dass dieser ganze rechtswidrige Prozess irgendwie als rechtmäßig inszeniert werden könnte, würde er dennoch enorm viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb verstehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, worüber hier geredet wird.

Frage: Wie hoch sind die Chancen, dass Putin von einigen seiner Forderungen bezüglich des Donbas abrückt? Oder ist das tatsächlich – wie Gordon sagt – unmöglich, weil er seinem Volk einen „Sieg“ verkaufen muss?

Portnikov: Noch einmal: Putin hat überhaupt keine Wünsche in Bezug auf das Territorium des Donbas. Putins Wunsch besteht darin, den ukrainischen Staat zu zerstören und sein Territorium Russland einzuverleiben. Klammern Sie sich nicht an diese Vorstellung, Putin wolle den Donbas. Die Idee vom Donbas ist eine klassische tschekistische Finte, damit wir darüber diskutieren, damit es eine Spaltung der ukrainischen Gesellschaft gibt und damit russische Truppen nach Kyiv, nach Lwiw und nach Uschhorod einmarschieren können.

Solange Putin glaubt, dass er in der Lage ist, die westlichen Grenzen der Ukraine zu erreichen, wird der russisch-ukrainische Krieg weitergehen. Der Donbas hat mit dem Ende dieses Krieges absolut nichts zu tun – wirklich überhaupt nichts. Als reales Thema für ein Kriegsende kann er nur dann auftauchen, wenn Putin nicht mehr über die Kräfte verfügt, weiterzukämpfen.

Was Dmytro Gordon betrifft: Er hat als jemand, der schon lange in der Ukraine lebt, offenbar vergessen, wie ein autoritäres System funktioniert. Putin muss seinem Volk überhaupt nichts „verkaufen“. Das ist völliger Unsinn. Das russische Volk wird jede Version des Kriegsendes als Sieg akzeptieren. Weil Russen immer gewinnen – so funktioniert ihr Selbstbild.

In ihrer Wahrnehmung heißt das dann: „Ein Akt des guten Willens, um die Zivilbevölkerung vor den Nazis zu schützen. Wir haben beschlossen, den Krieg zu beenden, weil die Nazis die friedliche Bevölkerung misshandelt haben. Wir kommen auf jeden Fall zurück und befreien alles.“ Was spielt es für eine Rolle, was sie im staatlichen Fernsehen erzählen? Russland kann diesen Krieg auf jede beliebige Weise beenden, und Putin wird in den Augen der Mehrheit trotzdem als Sieger erscheinen. In den Augen der Elite gilt er schon lange nicht mehr als Sieger – aber sie hat Angst vor ihm.

Deshalb: Nicht der Donbas ist das Ziel. Der Krieg um die Ukraine auf lange Sicht – das ist Putins eigentliches Ziel. Wenn wir uns ständig auf die Frage fixieren: „Was wäre, wenn wir ihm Kramatorsk und Slowjansk geben, würde er sich dann beruhigen?“, dann stellen Sie sich einmal vor, er bekäme dieses Territorium. Was glauben Sie – würde er dann sagen: „Das war’s“? Nein. Er würde weiter vorrücken. Neues Referendum, neue Forderungen. Das ist die Salami-Taktik. Salami. Und der Donbas ist nur ein Teil dieser Taktik. Es ist extrem gefährlich, sich an dieser Geschichte festzubeißen. Sie hat mit der Realität nichts zu tun.

Frage: Kann man von einer neuen ideologischen Epoche sprechen, von einer existenziellen Konfrontation der Werte, die letztlich den Verlauf der globalen Geschichte entscheiden wird – oder ist das alles doch noch ein lokaler Konflikt?

Portnikov: Von einer globalen Konfrontation der Werte kann man sprechen. Und ich spreche darüber schon seit sehr langer Zeit. Ich sage, dass der Konflikt zwischen marktwirtschaftlichen Demokratien und marktwirtschaftlichen Despotien im Prinzip nur mit einem großen Krieg enden kann – mit dem Tod von Millionen, wenn nicht gar Dutzenden Millionen Menschen. Das ist die Logik der Geschichte. Dieses Problem lässt sich ohne Konflikt nicht lösen.

Es gibt allerdings verschiedene Szenarien. Es gibt die Logik der Verwandlung marktwirtschaftlicher Demokratien in marktwirtschaftliche Despotien – so wie wir das derzeit auf der anderen Seite des Ozeans beobachten. Ich glaube allerdings nicht, dass das funktionieren wird.

Es gibt die Angst vor Atomwaffen, die sowohl nukleare Demokratien als auch nukleare Despotien davon abhält, einen Krieg zu beginnen, der alles restlos zerstören würde. All das existiert. Deshalb ist dies kein lokaler Konflikt – es ist der Schuss aus der Startpistole für einen großen, gewaltigen Krieg, der sich in Form lokaler Konflikte entfalten kann. Gerade wegen der Angst vor einem Krieg dieses Ausmaßes.

Und genau deshalb haben wir eine Chance, diesen Konflikt zu beenden. Denn wenn das, was als Prolog geschieht, nicht in eine Eskalation mündet, verliert dieser Prolog selbst für alle Beteiligten an Bedeutung – insbesondere dann, wenn einer der Akteure, Russland, seine realen Ziele nicht erreichen kann.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Перемовини і нові вимоги Трампа: що далі | Віталій Портников. 08.02.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 08.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Die Ukraine wird für 12 Billionen verkauft | Vitaly Portnikov. 07.02.2026.

Volodymyr Zelensky teilte mit, dass die Vereinigten Staaten und die Russische Föderation die Unterzeichnung des sogenannten Dmitrijew-Pakets erörtern – also eines wirtschaftlichen Abkommens im Umfang von bis zu 12 Billionen Dollar, das ehrgeizige Projekte der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern umfassen soll. Nach Zelenskys Worten soll dieses Abkommen jedoch auch Fragen beinhalten, die die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges betreffen, also die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine.

Zelensky betont, dass die Ukraine niemals einem Ansatz zustimmen werde, der ein wirtschaftliches Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation mit Fragen der Souveränität der Ukraine verknüpft. Wenn man jedoch darüber nachdenkt, steckt in dieser Mitteilung des ukrainischen Präsidenten keine große Sensation.

Denn schon die Tatsache, dass auf dem Verhandlungsstrang mit der Russischen Föderation Steve Witkoff und Jared Kushner aufgetaucht sind – Personen, die stets finanzielle Interessen der Vereinigten Staaten und ihre eigenen über Fragen von Moral und internationalem Recht in der Politik gestellt haben –, macht einen solchen Verlauf der Ereignisse wenig überraschend. Ebenso wenig sollte man vergessen, dass Putin Kirill Dmitrijew gerade deshalb zu seinem Sonderbeauftragten für die Beziehungen zu anderen Ländern ernannt hat, damit Dmitrijew mit Witkoff und Kushner vor allem wirtschaftliche Aspekte der Situation erörtert und nicht Fragen der großen Politik.

Und natürlich können in einer solchen Situation all jene wirtschaftlichen Projekte, die Putin Trump anbietet, nur den Wunsch des amerikanischen Präsidenten verstärken, den russisch-ukrainischen Krieg so schnell wie möglich zu beenden, um Raum für wirtschaftliche Vereinbarungen zu schaffen. Meiner Ansicht nach überrascht es in diesem Zusammenhang auch nicht, dass die Vereinigten Staaten versuchen, bereits in den kommenden Monaten eine Lösung für den russisch-ukrainischen Krieg zu finden.

Zelensky bestätigte diese Informationen, die in den Nachrichtenagenturen aufgetaucht waren, und betonte, dass sie mit den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten zusammenhängen könnten. Meiner Meinung nach geht es dabei jedoch weniger um Trumps Interesse, sich auf diese Zwischenwahlen zu konzentrieren, die mit einer Niederlage der Republikanischen Partei im US-Kongress enden könnten, als vielmehr um den Wunsch, schnell Ergebnisse zu erzielen und jene wirtschaftlichen Vereinbarungen festzuschreiben, die getrennt zwischen der russischen und der amerikanischen Seite diskutiert werden.

Von Bedeutung ist auch die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten die Europäer nicht als jene Akteure sehen, die die ukrainische Sicherheit garantieren und insbesondere die Einhaltung eines Waffenstillstands überwachen würden – falls es den Seiten überhaupt gelingt, sich auf einen solchen Waffenstillstand zu verständigen. Der ukrainische Präsident spricht in diesem Zusammenhang ausdrücklich von den Vereinigten Staaten, der Ukraine und Russland als den Parteien eines solchen Monitorings.

Und hier ergibt sich ein Widerspruch: Einerseits erklärt Donald Trump ständig, dass die Frage der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges eine Angelegenheit Europas sei und dass die Europäer für ihre eigene Sicherheit sorgen müssten. Wenn es jedoch um die praktischen Aspekte dieser Sicherheit geht, findet der Präsident der Vereinigten Staaten wie selbstverständlich keinen Platz für die Europäer – weder am Verhandlungstisch noch bei Fragen eines möglichen Waffenstillstands zwischen Russland und der Ukraine.

Aus dieser Perspektive müssen wir auch verstehen, dass all diese Appelle an europäische Länder, sich an der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges zu beteiligen, für den amerikanischen Präsidenten nur dann von Interesse sind, wenn es darum geht, ihnen die Verantwortung für das Ausbleiben realer Vereinbarungen mit Putin zuzuschieben. Mehr noch: Man kann ihnen die Schuld dafür geben, dass gerade die europäische Position die friedensstiftenden Bemühungen Trumps behindere, weil sie es nicht erlaube, sich mit Putin so zu einigen, wie es der amerikanische Präsident gerne hätte.

Wir müssen noch eine weitere Sache begreifen. Sobald Putin sieht, dass seine Vorschläge die Gier der engsten Umgebung Trumps – vielleicht sogar des amerikanischen Präsidenten selbst – nähren, beginnt er, neue und ziemlich harte Bedingungen zu stellen, die aus seiner Sicht das internationale Recht endgültig begraben und seine eigenen Positionen im Dialog mit den Vereinigten Staaten stärken sollen.

So ist erneut die Frage aufgetaucht, ob die Vereinigten Staaten den russischen Status der Krim anerkennen könnten. Ich erinnere daran, dass diese Idee im Dialog zwischen Putin und Trump praktisch seit den ersten Tagen nach der Rückkehr des amerikanischen Präsidenten ins Oval Office präsent ist. Und man kann klar sagen: Sollte Trump dieser Idee Putins zustimmen und sollten die Vereinigten Staaten offiziell anerkennen, dass die von Russland besetzte und annektierte Krim ein Subjekt der Russischen Föderation ist, dann wäre dies das Begräbnis des internationalen Rechts – vollzogen durch die gemeinsamen Anstrengungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten und des Präsidenten der Russischen Föderation. Es wäre offensichtlich, dass die Vereinigten Staaten einer Vorstellung zustimmen, nach der Grenzen in Europa mit Gewalt verändert und anschließend von der zivilisierten Welt als Norm anerkannt werden können.

Putin sieht jedoch, dass es bei den mythischen 12 Billionen Dollar, und es ist durchaus vorstellbar, dass Dmitrijew den Preis solcher Vereinbarungen weiter erhöht, der amerikanische Präsident in diesem Fall sein Interesse am internationalen Recht und überhaupt am Ansehen und Prestige der Vereinigten Staaten zugunsten zweifelhafter politischer Deals verliert.

Volodymyr Zelensky betont, dass die Ukraine einen solchen Ansatz niemals anerkennen wird. Meiner Ansicht nach wird Russland jedoch in der ersten Phase nicht verlangen, dass die Ukraine der Anerkennung des russischen Status der Krim zustimmt, sondern vielmehr darauf drängen, dass die Vereinigten Staaten diesen Status anerkennen. Man hofft, dass Washington anschließend zumindest einen Teil seiner Verbündeten zu ähnlichen Schritten zwingen wird und dass die Staaten des sogenannten globalen Südens nach einer Entscheidung Donald Trumps ohne große Probleme ebenfalls zur Anerkennung des russischen Status der Krim übergehen – in der Annahme, dass dies ihre Beziehungen nicht nur zu Putin, sondern auch zu Trump selbst verbessern würde.

So ließe sich sagen, dass Putin nicht so sehr die Ukraine besiegt hätte, sondern vielmehr jene Weltordnung, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat. Und das würde bedeuten, dass die Türen zum Dritten Weltkrieg durch die gemeinsamen Anstrengungen sowohl des amerikanischen als auch des russischen Präsidenten aufgestoßen würden.

Das ist die Bedeutung dieses Abkommens über mythische 12 Billionen Dollar zwischen Russland und den Vereinigten Staaten, falls es von derartigen Zugeständnissen Washingtons begleitet werden sollte.


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Україну продають за 12 трильйонів | Віталій Портников. 07.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 07.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Putin erfindet Kapitulationsbedingungen | Vitaly Portnikov. 06.02.2026.

Korrespondentin: Heute ging eine weitere Verhandlungsrunde in Abu Dhabi zu Ende. Und wenn man der Erklärung des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, zuhört, sagte er, dass Ukraine und Russland einer Friedensvereinbarung sehr nahe seien. „Wir haben es fast erreicht.“ Präsident Donald Trump ist wie immer ziemlich optimistisch, aber oft wissen wir, dass diese Aussagen vorerst nur Worte bleiben.

Zelensky sagte während einer Pressekonferenz mit dem polnischen Premierminister Donald Tusk, der heute die Ukraine besuchte, als man ihn fragte, welche Fortschritte es in diesen Verhandlungen gebe und welche Informationen er habe. Und genau in diesem Moment ertönte während der Pressekonferenz eine Luftalarmsirene. Er sagte: „Nun, hören Sie es? Wenn der Alarm weiter ertönt, bedeutet das, dass man sich nicht auf einen Waffenstillstand einigen konnte.“

Derzeit gibt es Informationen, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden. Wahrscheinlich könnte die nächste Runde sogar ein Treffen in den Vereinigten Staaten von Amerika sein. In dieser Zeit – und aus dem, was wir gesehen haben, denn es gab gestern Verhandlungen und auch heute – wie sehr hat uns das einer Lösung des russisch-ukrainischen Krieges nähergebracht?

Portnikov: Ich habe wiederholt versucht zu erklären, dass das Ende des russisch-ukrainischen Krieges ausschließlich mit dem politischen Willen des Staatsoberhaupts zusammenhängen kann – der Person, die diesen Krieg begonnen hat, nämlich des russischen Präsidenten Putin. Wenn Präsident Putin keinen klaren politischen Willen hat, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden, dann werden jegliche Verhandlungen, egal wie lange sie dauern, ausschließlich eine Verzögerungstaktik zur Fortsetzung des Krieges sein.

Was die Verhandlungen betrifft, die wir in Abu Dhabi beobachten, so konzentrieren sie sich wie zuvor auf die Diskussion technischer Details. Das verstehen wir sogar aus der Erklärung des Sekretärs des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates Umerov, der sagt, dass Fragen im Zusammenhang mit einem Waffenstillstand und mit Parametern zur Überwachung der Kampfhandlungen diskutiert werden, also damit diese nicht wieder aufgenommen werden. Aber die wichtigste Frage ist: Wann kann dieser Waffenstillstand stattfinden? Denn aus russischer Sicht soll der Waffenstillstand die Kulmination des Friedensprozesses sein, also die Folge der Unterzeichnung eines Friedensvertrags. Und die Parameter eines Friedensvertrags, wie Sie verstehen, werden bislang nur diskutiert.

Ich habe ebenfalls wiederholt erklärt, dass, wenn ein Waffenstillstand vor der Ausarbeitung eines Friedensvertrags ausgerufen worden wäre, wir diesen Prozess eher als Zuschauer hätten verfolgen können. Es gäbe einen Waffenstillstand, die Truppen stünden an der Kontaktlinie, es gäbe keine Bombardierungen, und die Seiten träfen sich zu Verhandlungen – sagen wir – während der 2020er oder vielleicht sogar der 2030er Jahre dieses Jahrhunderts. Das wäre ein völlig logischer Prozess, wenn die Seiten tatsächlich den Wunsch hätten, den Krieg zu beenden.

Doch all diese Verhandlungen finden vor dem Hintergrund eines fortgesetzten Krieges statt, was Sie vollkommen zutreffend mit Zelenskys Worten während der erneuten Luftalarmsirene illustriert haben. Das heißt, die Bombardierungen der Ukraine gehen weiter, die Kampfhandlungen an der Frontlinie gehen weiter, und Russlands Vorbereitung auf neue großangelegte Offensiven im Frühling und Sommer kann ebenfalls weitergehen.

Dass wir derzeit einen weiteren Moment des Austauschs von Kriegsgefangenen beobachten, ist ein großes Glück für diese Menschen und ihre Angehörigen. Zugleich ist es ein weiterer Beleg dafür, dass Putin erneut versucht, den fehlenden Willen zur Beendigung des Krieges und das Fehlen konkreter Entscheidungen durch einen humanitären Track zu ersetzen. Wenn während Verhandlungen über ein Kriegsende ein Gefangenenaustausch stattfindet, ist das ein klares Indiz dafür, dass man kein baldiges Ende des Krieges erwarten sollte, und dass Putin auf diese Weise Trump seine Friedfertigkeit demonstriert, um Trump die Möglichkeit zu geben zu sagen, dass sich alles in Richtung Frieden bewege.

Denn wenn es einen echten Frieden gäbe, könnte man einfach alle Kriegsgefangenen im Rahmen eines „alle gegen alle“-Austauschs freilassen und dieses Thema abschließen. Doch wenn Putin weiterhin ukrainische Soldaten als Tauschmasse benutzt, um Trump seine Friedfertigkeit zu demonstrieren, ist das ein weiteres Zeugnis dafür, dass es keine echten Verhandlungen als solche gibt. Nicht fehlenden Fortschritt in Verhandlungen – sondern das Fehlen von Verhandlungen an sich.

Deshalb sind die Menschen, die an diesem Prozess beteiligt sind, deutlich vorsichtiger als Trump. Steve Witkoff spricht von konstruktiven Ergebnissen. Und übrigens nennt er als eines der konstruktiven Ergebnisse die Wiederaufnahme militärischer Kontakte zwischen den Vereinigten Staaten und Russland in Europa. Das heißt, die Amerikaner nutzen den russisch-ukrainischen Track faktisch weiter zur Legitimierung ihrer Beziehungen zu Moskau.

Zelensky spricht vom Wunsch, den Krieg noch in diesem Jahr auf diplomatischem Wege zu beenden, obwohl wir Anfang Februar sprechen, was bedeutet, dass der Verhandlungsprozess nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten fast ein Jahr dauern wird – sofern er nicht in einem schönen Moment scheitert. Und die Russen treten derweil weiterhin mit immer neuen Forderungen auf.

Übrigens, haben Sie gesehen, dass eine neue Forderung aufgetaucht ist? Nicht nur der Abzug ukrainischer Truppen aus jenem Teil der Oblast Donezk, der nicht von Russland kontrolliert wird, sondern auch die internationale Anerkennung der russischen Souveränität über die Oblast Donezk – durch alle Länder, wie sie sagen. Was bedeutet das überhaupt? Das heißt, die Ukraine soll die Oblast Donezk als Teil der Russischen Föderation anerkennen, und alle anderen Länder sollen ebenfalls zustimmen, dass die annektierten Gebiete Teil Russlands sind. Und bis zu dem Moment, an dem es diese Anerkennung gibt – möglicherweise durch die Vereinigten Staaten und die europäischen Länder – weigert sich Russland, den Krieg zu beenden. Sie verstehen, dass dies eine weitere Illustration dafür ist, dass bei diesen Verhandlungen von einem Kriegsende überhaupt keine Rede ist.

Korrespondentin: Das heißt, zumindest von Seiten der Russischen Föderation sehen wir lediglich ein weiteres Hochziehen der Einsätze und das erneute Vorlegen zusätzlicher Forderungen, so wie sie sich das vorstellen. Jetzt wollen sie die internationale Anerkennung des Donbas, faktisch also, dass andere Länder das bestätigen. Und heute, erneut bei derselben Pressekonferenz mit Tusk, als Zelensky darüber sprach, sagte Tusk: „Also, wir werden das auf keinen Fall anerkennen, Polen wird das unter keinen Umständen anerkennen.“ Das ist natürlich gut, aber die Frage ist, dass es europäische Länder geben könnte, die eine solche Entscheidung treffen könnten. Wir wissen, dass es welche gibt, die uns nicht besonders wohlgesonnen sind. Die andere Frage ist, ob wir dem überhaupt große Bedeutung beimessen sollten, denn das ist doch nur eine weitere Laune Putins, der Russischen Föderation. Hat das für uns irgendeine Bedeutung? Wir sind doch ein unabhängiger Staat, wir wissen selbst, welche unsere Territorien sind. Und wenn sie derzeit vorübergehend besetzt sind, verstehen wir das ebenfalls. Müssen wir diese Bedingungen überhaupt berücksichtigen?

Portnikov: Aber was, wenn das eine klare Bedingung eines Friedensvertrags wird? „Unterschreibt nicht – der Krieg geht weiter, die Bombardierungen der Ukraine gehen weiter. Das ist euer Problem. Es gibt klare russische Bedingungen. Entweder ihr erfüllt sie und beendet den Krieg, oder ihr erfüllt sie nicht und der Krieg geht weiter. Und fertig. Und warum geht der Krieg weiter? Weil die Ukraine keinen Friedenswillen zeigt. Wir haben wunderbare Bedingungen angeboten. Erkennt die Territorien an, die in der russischen Verfassung als Teil Russlands festgeschrieben sind. Erkennt den Willen der Menschen an, die Referenden über den Anschluss an Russland abgehalten haben. Wollt ihr nicht? Dann werden wir euch weiter bombardieren, bis ihr wollt.“

Es geht nicht um die Unabhängigkeit des Staates, sondern um den Versuch Russlands, diesen Staat zu zerstören und ihn in eine menschenleere Wüste zu verwandeln. Und um das Angebot einer Alternative: „Wollt ihr nicht, dass diese Wüste für euch zu einem verschneiten Grab wird? Dann erkennt alles an, was Putin will. Ihr habt keine Wahl.“ Das ist der russische Ansatz. Eine Situation zu schaffen, in der es keine andere Wahl gibt, als der bedingungslosen Kapitulation der Ukraine vor Russland zuzustimmen – und dass diese Kapitulation von den Verbündeten der Ukraine gebilligt wird.

Wichtig ist, dass es eine gemeinsame Kapitulation ist. Nicht nur die Ukraine kapituliert, und die ukrainische Frage wird geschlossen, und die Ukraine verwandelt sich für immer in einen Satelliten Russlands – selbst wenn man sich vorstellt, dass ein Teil des ukrainischen Territoriums von den Russen als formal unabhängiger Staat erhalten bleibt, wie ein großes Belarus. Sondern auch die Vereinigten Staaten und die europäischen Länder müssen anerkennen, dass die Ukraine ein russischer Satellit ist. Und damit wäre der Krieg für beendet erklärt. Das ist es, was sie wollen.

Korrespondentin: Uns bleibt nur zu hoffen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika und Donald Trump auf – nun ja, nicht unbedingt auf unserer Seite bleiben, auch wenn wir wollen, dass er auf unserer Seite ist – aber uns zumindest nicht zu irgendwelchen derart zynischen Forderungen unseres Feindes, der Russischen Föderation, drängen werden.

Und was Donald Trump betrifft: Diese Woche und auch die vorige haben wir über dieses „Energie-Waffenstillstands“-Thema gesprochen, das eine Woche lang gelten sollte. Aber es hielt keine Woche. Ich weiß nicht, wie alle gezählt haben, insbesondre im Weißen Haus und im Oval Office, denn als Donald Trump gefragt wurde, wie das denn sei – weil Putin ja nach ein paar Tagen trotzdem die Ukraine beschossen hat; vielleicht, wie Volodymyr Zelensky sagte, nicht auf kritische Energie-Infrastrukturobjekte, aber dennoch auf Infrastruktur. Am Ende wurden auch Zivilisten getroffen, viele Menschen starben. Und Donald Trump sagt: „Nein, Putin hat sich daran gehalten. Eine Woche gab es diesen Waffenstillstand, den ich ausgehandelt habe.“

Worum geht es da? Warum will er eine Realität nicht sehen? Oder läuft er vor ihr davon? Ist das ein bewusster Schritt, damit dieser Verhandlungsprozess einfach weitergeht und man sozusagen nicht eskaliert?

Portnikov: Trump möchte zeigen, dass er realen Einfluss auf die Ereignisse hat und dass, wenn er Putin um einen Waffenstillstand bittet, dieser Waffenstillstand auch stattfindet. Er nimmt den Hörer ab, will Menschen helfen, die unter Kälte leiden, bittet Putin darum – und Putin kommt ihm natürlich entgegen. Wenn man anerkennen würde, dass Putin auf ihn spuckt, wäre das ein Schlag gegen Trumps eigene Reputation. Deshalb wird Trump in der Realität leben, in der es für ihn vorteilhaft ist zu leben.

Ich glaube nicht, dass das eine Frage des Verhandlungsprozesses oder des Nicht-Zuspitzens der Lage ist. Es ist einfach eine bestimmte Wahrnehmung der Realität. Und wir verstehen sehr gut, dass es nicht einmal um diese sieben Tage geht. Schließlich sagte Moskau die ganze Zeit, dass dieser Waffenstillstand bis zum 1. Februar gelten solle. Sie haben sich an dieses Datum gehalten, das sie sich selbst gesetzt hatten. Wir wissen nicht, wann es einen Kontakt zwischen Trump und Putin gab und ob es ihn überhaupt gab. Wir wissen nicht, ab welchem Datum sie alle gezählt haben. Es ist durchaus möglich, dass sie ab dem Datum gezählt haben, an dem es irgendeinen Kontakt zwischen Trump und Putin gab, und dass danach eine Woche verging.

Aber es geht nicht darum, sondern darum, dass Trump Putin gebeten hat, die Ukraine an den kältesten Tagen nicht zu treffen – und der letzte massive Angriff fand genau in einer Periode brutaler Kälte statt. Und das hat bei Trump, wie wir sehen, keinerlei Eindruck hinterlassen.

Das heißt, all dieses Gerede, er habe Empathie, es tue ihm leid um die Menschen – im Gegenteil, er sagte völlig zynisch, das sei großartig, dass Putin diese Woche nicht geschlagen habe, weil es sehr kalt sei. Sehr kalt. Er hat diese Schläge nicht einmal verurteilt. Darin liegt die Besonderheit dieses Moments. Er hält es nicht für nötig, Putin für Angriffe auf Zivilisten zu verurteilen – als ob er diese Angriffe für legitim hielte, weil in seinem Weltbild er, Putin und Xi Jinping die Führer der Welt sind und alles tun können, was sie wollen.

Sie erinnern sich doch: Als Putin ihm von dem angeblichen Beschuss seiner Residenz in Waldai erzählte, war Trump sehr wütend. Obwohl ich nicht verstehe, warum man wütend sein sollte, wenn in einem Krieg die Streitkräfte des Landes, das angegriffen wird, die Residenz des Oberbefehlshabers der Streitkräfte des Aggressorstaates angreifen. Wenn sie diesen Oberbefehlshaber, der am Krieg teilnimmt, tatsächlich zerstören wollen und den Gegner so enthaupten – das ist doch Logik des Krieges. Nein, Trump ärgert das, weil man ihn oder Putin nicht antasten dürfe.

Aber wenn Putin auf Zivilisten schlägt – auf Frauen, auf Kinder, auf ältere Menschen – dann kümmert Trump das nicht besonders, weil es ja nicht Putin ist, sondern ganz gewöhnliche Menschen, die aus Sicht eines Menschen, der sich als Führer der Erdkugel sieht, keine große Bedeutung haben, sondern nur ein Instrument zur Selbstverherrlichung Trumps sind. Das ist das Wesen dieser Moral, die heute in den Köpfen der Anführer ultrarechter politischer Kräfte präsent ist, die weltweit an die Macht zu kommen versuchen und den Planeten in eine Art Lager zur Verwirklichung ihrer unmenschlichen Ambitionen verwandeln wollen. Und es ist sehr traurig, dass der Präsident der Vereinigten Staaten so mit gewöhnlichen Menschen, mit ihrer Sicherheit, mit ihrer Zukunft umgeht – und zugleich so mit Putins Sicherheit umgeht.

Korrespondentin: Es stellt sich heraus, dass die Russische Föderation eine sehr bequeme Position eingenommen hat. Sie sind angeblich im Verhandlungsprozess, aber gleichzeitig schlagen sie weiter auf Zivilisten, auf Infrastruktur, auf das, was sie treffen wollen – weil sie eine große Anzahl, wie dieses Mal, ballistischer Raketen einsetzen. Das heißt: solange sie haben, was sie haben, setzen sie es ein, sie schlagen zu. Und wiederum gab es keine Reaktion Trumps. Und im Grunde gab es auch keine Reaktion der Welt als solche darauf, dass das etwas Außergewöhnliches wäre, dass in einem so riesigen…

Portnikov: Das nennt man doch den Geist von Anchorage. Den Geist von Anchorage. Vor dem Treffen mit Putin in Anchorage hoffte Trump, er könne den russischen Präsidenten überreden, das Feuer an der Frontlinie und die Bombardierungen der Ukraine einzustellen und einen Friedensprozess zu beginnen, Friedensverhandlungen, in denen er übrigens bereit war zu vermitteln – so, dass Putin komfortabel aus diesem Krieg herauskäme, zumindest indem er die Kontrolle über die besetzten ukrainischen Territorien behält, vielleicht sogar sein Kontrollgebiet vergrößert, indem ukrainische Truppen aus den Gebieten Donezk und Luhansk abgezogen werden – aus dem Teil, der nicht unter Moskaus Kontrolle steht.

Doch Putin zeigte während des Treffens in Alaska, dass er dem nicht zustimmen wird. Endgültig, könnte man sagen, zeigte er es. Und Trump stimmte im Grunde Putins Vorschlag zu, Friedensverhandlungen während des Beschusses und der Kampfhandlungen zu führen – das ist genau Putins Szenario: Zeit zu schinden, bis Donald Trump das Oval Office verlässt. Putin hat also einen einfachen Plan. Wir wissen sogar, wann dieser Plan enden soll: im Januar 2029.

Und danach wird der russische Präsident entscheiden, wie er über die Zukunft des Krieges und der Ukraine mit dem neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten verhandelt – je nachdem, wer der neue Präsident sein wird. Und dieser Präsident wird von ihm ausschließlich als eine Person wahrgenommen, mit der man Zeit schinden kann. Und er schindet Zeit. Es passiert nichts besonders Überraschendes. Wir sollten nicht über 2026 diskutieren oder darüber, was 2026 sein wird, sondern schon über 2029. Politisch gesehen befinden wir uns, aus Putins Sicht, faktisch schon darin. Das Einzige ist, dass ihm vielleicht die Ressourcen nicht reichen – dafür müssen wir kämpfen, damit er diesen Krieg nicht bis 2029 durchziehen kann.

Aber die Position ist zweifellos bequem, und ich bin der Meinung, dass Trumps Verzicht auf sein erstes Konzept nicht einmal ein Verbrechen ist, sondern ein Fehler. Mehr als ein Verbrechen: ein grober politischer Fehler. Aber von solchen Fehlern hat sich im ersten Jahr von Donald Trumps Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten schon so viel angesammelt, dass es nichts mehr zu kommentieren gibt.

Korrespondentin: Und versteht Trump wirklich, dass Putin ihn so benutzen kann, diese Zeit hinausziehen kann, im Bewusstsein, dass Trump nicht wieder Präsident sein wird und möglicherweise auch seine Partei nicht gewinnt? Oder glaubt er tatsächlich an das, was er sagt: „Alles wird bald enden, wir werden das schaffen, wir werden durchdrücken, und ich werde der sein, der noch einen Krieg beendet hat“?

Portnikov: Ich denke, Trump glaubte gerade nach Anchorage, dass Putin, wenn er Trumps Zustimmung zu Putins Idee erhielt – dass nicht ein Waffenstillstand, sondern Friedensverhandlungen den Krieg beenden sollen – dann auch einem schnellen Prozess zur Einigung über diesen Friedensvertrag zustimmen würde. In diesem Punkt haben Sie zweifellos recht. Das ist die Divergenz in den Positionen Putins und Trumps. Putin spielt auf Zeit, damit es überhaupt keine Friedensvereinbarung gibt. Und Trump meint, dass es ihm, nachdem er von seinem Konzept „erst Waffenstillstand, dann Friedensvertrag“ abgerückt ist, gelingen werde, Putin zu einer schnellen Friedensvereinbarung zu drängen. Darin liegt der Hauptkonflikt.

Korrespondentin: Noch etwas, das ich mit Ihnen besprechen wollte, ist die Geschichte, dass heute, am 5. Februar, die Wirkung des Vertrags zwischen den USA und Russland über die Reduzierung und Begrenzung strategischer offensiver Waffen offiziell beendet wurde. Und hier ist es wichtig zu verstehen, was das für die Welt bedeutet, denn dieser Vertrag wurde mehrfach neu geschlossen, verlängert – aber Stand jetzt befinden wir uns in der Zeit, in der er nicht mehr gilt. Wie kann uns das bedrohen? Denn hier geht es um nukleare Sicherheit. Lassen Sie uns darüber ein bisschen mehr sprechen.

Portnikov: Es gibt keine nukleare Sicherheit. Die Welt ist in eine neue Phase des nuklearen Wettrüstens eingetreten. Sie ist faktisch 50 Jahre zurückgekehrt. Aber man muss verstehen: Es geht hier nicht um ein amerikanisch-russisches Abkommen, es geht um China. Das ist eine Fortsetzung der Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und China. Die Vereinigten Staaten betrachteten sich als durch dieses Abkommen gebunden und konnten daher weder ihr nukleares Potenzial erhöhen noch modernisieren. Während China – aus Sicht amerikanischer Analysten, Militärs und Politiker – sein nukleares Potenzial in den nächsten Jahren um ein Vielfaches erhöhen kann.

Die Vereinigten Staaten haben der Volksrepublik China wiederholt vorgeschlagen, sich dem amerikanisch-russischen Abkommen anzuschließen. Sowohl Amerika als auch Russland waren bereit, es zu erhalten. China lehnte mehrfach ab und sagte: „Hört zu, ihr habt ein riesiges nukleares Potenzial, wir können damit nicht gleichziehen. Wenn ihr euer nukleares Potenzial auf unseres reduziert, dann schließen wir uns an.“ Sie verstehen, dass weder die Vereinigten Staaten noch Russland einer solchen Formulierung zugestimmt haben.

Russland und die Vereinigten Staaten haben jeweils около 1500 stationierte Raketen. Insgesamt gibt es etwa 4500 Raketen in den Arsenalen. Ein bisschen mehr in Russland als in den Vereinigten Staaten, soweit ich mich an die realen Zahlen erinnere. Wir wissen nicht, wie viele dieser Raketen tatsächlich einsatzfähig sind – von diesen jeweils anderthalb Tausend stationierten und den 4500 in den Arsenalen. Bei China sind es weniger, aber wir wissen nicht, wie viele. Wir wissen nicht, wie viele es in 10 Jahren oder früher sein werden.

Jetzt werden die Vereinigten Staaten ihr nukleares Arsenal ziemlich umfassend modernisieren. Und dafür wollen sie rund eine Billion Dollar ausgeben. Fast eine Billion Dollar. Was Russland betrifft: Russland hat dieses Geld nicht. Das ist zweifellos so, obwohl seine früheren neuen Entwicklungen wie Poseidon, Oreshnik – sie fielen bereits nicht mehr unter dieses Abkommen. Das muss man verstehen. Und natürlich kann Russland meinen, es müsse den Weg der Entwicklung solcher Systeme gehen, statt den Weg der Vergrößerung seines nuklearen Arsenals oder его weiterer Erneuerung, wie es die Vereinigten Staaten tun.

Aber für Russland liegt das Problem darin, dass Russland einfach keine zusätzlichen Ressourcen hat. Die Vereinigten Staaten können es sich leisten, eine Billion Dollar für eine Umgestaltung des nuklearen Arsenals auszugeben. Russland hat, wie Sie verstehen, physisch keine Billion. Und das wären genau die Gelder, die man vom russisch-ukrainischen Krieg abziehen müsste.

Aber wenn man nachdenkt, hat Russland auch keinen Ausweg. Es kann in diesem nuklearen Wettbewerb nicht zurückbleiben, sonst verliert es den für ihm wichtigen Status als wichtigste nukleare Großmacht der heutigen Welt neben den Vereinigten Staaten. Und auf wen würde dieser Status übergehen? Auf China – was Russland nicht vorteilhaft ist.

In jedem Fall jedoch: Wenn es dieses nukleare Wettrüsten ohne Kontrolle gibt, ohne Überprüfungen, ohne Inspektionen, wenn die Seiten nicht wissen, was der andere Teilnehmer dieses Wettrüstens macht, dann steigt die Möglichkeit eines Nuklearkrieges mit Einsatz taktischer oder strategischer Kernwaffen um ein Vielfaches. Zweifeln Sie nicht daran, dass das so ist. Viele werden sagen: „Na und, was hat sich geändert?“

Nun: Als es keine gegenseitige Kontrolle gab, fand die Kuba-Krise statt. Sie erinnern sich, das ist ein historischer Fakt: Als die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten nahe am Dritten Weltkrieg waren. Die Vereinigten Staaten wollten ракeten in der Türkei stationieren, die Sowjetunion auf Kuba, direkt vor der Küste der Vereinigten Staaten. Als die Amerikaner das aus Geheimdienstinformationen erfuhren, weil es keine Kontrolle und Überprüfungen gab, begannen sie faktisch, sich auf einen Schlag vorzubereiten. Dieser Schlag hätte eine Reaktion der Sowjetunion und einen Dritten Weltkrieg auslösen können, in dem eine enorme Zahl sowohl sowjetischer Bürger als auch amerikanischer Bürger natürlich gestorben wäre. Es wäre von Millionen die Rede gewesen, wenn nicht von Dutzenden Millionen.

Dem damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten John Kennedy und dem sowjetischen Ersten Sekretär des ZK der KPdSU Nikita Chruschtschow gelang es im letzten Moment, eine Einigung zu erzielen, aber das war einfach grausam. Wir lasen später die Memoiren von Mitgliedern der sowjetischen Parteiführung, die berichteten, dass Chruschtschow buchstäblich weinte und sagte: „Wir können den Dritten Weltkrieg verlieren. Wir haben nicht so viele Kräfte wie Amerika, wenn wir gegen sie kämpfen.“

Das heißt, all das stand physisch an der Schwelle einer echten Katastrophe, als die Sowjetunion vielleicht nicht gegen die Vereinigten Staaten Krieg führen wollte – aber auch nicht nicht konnte. Und wir nähern uns heute mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 60–70 km/h genau einer solchen Situation. Aber bald wird die Geschwindigkeit auf 100–120 km steigen.

Korrespondentin: Und warum wird sie steigen?

Portnikov: Weil das Wettrüsten beginnen wird. Es hat ja noch nicht begonnen.

Korrespondentin: Also hat es nicht begonnen, weil dieses Abkommen galt.

Portnikov: Das Abkommen galt, und jetzt wird es beginnen. Gegenseitige Verdächtigungen werden beginnen, Befürchtungen. Es werden amerikanische Fragen beginnen: „Und wie arbeitet China hier mit Russland zusammen? Und bereiten sie nicht irgendeine Waffe vor, die die Vereinigten Staaten nicht haben werden?“ Und umgekehrt. Sie verstehen doch, worin die Hauptidee besteht: Wenn der Gegner eine Waffe erhält, gegen die Sie keine Antwort haben, und er Ihnen so einen nuklearen Schlag versetzen kann, ohne dass Sie antworten können, dann müssen Sie dem Erwerb dieser Waffe zuvorkommen und sie eliminieren, bevor Sie faktisch schutzlos werden. Denn derjenige, der diese Waffe zuerst bekommt – wie bei Kernwaffen oder Trägersystemen oder etwas anderem – wird den anderen seine Bedingungen diktieren, und die anderen müssen diese Waffe im Moment ihres Auftauchens vernichten. Das kann Science-Fiction sein, aber Sie verstehen doch, was die moderne Welt ist. Schon der bloße Verdacht ist eine solche Katastrophe wert.

Korrespondentin: Zum Thema der Kuba-Krise gibt es das Buch „Nukleares Wahnsinn“ von Serhii Plokhy. Von dem Letzten, was ich gelesen habe, wäre es vielleicht für unser Publikum interessant, sich daran zu erinnern: Das ist genau die Geschichte, wie das alles verlief, wie man sich einigte, wer wem was sagte – mit echten Briefen, Gesprächen, Protokollen jener Ereignisse. Und was ist überhaupt die Realität? Gibt es sie, dass sie sich doch hinsetzen und über etwas verhandeln und vielleicht dieses Abkommen verlängern? Oder hat das schon keinen Sinn mehr?

Portnikov: Worin liegt das Problem? Hier müssen schon drei Seiten verhandeln, nicht zwei. Einigen können sich nur China und die Vereinigten Staaten. Russland wird bereit sein, sich zu einigen. Putin hat absolut keine Lust, zusätzliche Milliarden für die Umrüstung des nuklearen Arsenals auszugeben. Umso mehr, wie ich noch einmal sage: Er konnte im Rahmen des bestehenden Abkommens seine Oreshniks mit Poseidon entwickeln. Das passte ihm alles. Aber die Frage ist, ob die Amerikaner sich mit den Chinesen einigen. Wenn nicht – dann wird es nichts geben.

Das heißt: Die Amerikaner haben nicht vor, sich mit den Russen zu einigen, weil mit den Russen in Bezug auf genau dieses Abkommen – so seltsam es auch klingt – alles geklärt ist. Sie haben keine Vereinbarung mit den Chinesen. Sie brauchen ein Abkommen, das die Entwicklung des chinesischen nuklearen Arsenals blockieren würde oder zumindest die Möglichkeit von Überprüfungen gäbe.

Hier liegt ja auch noch das Problem: Sie haben keinen Zugang zum chinesischen nuklearen Arsenal, wie sie ihn zu einem gewissen Grad zum russischen hatten. Dort sind die Überprüfungen übrigens längst eingestellt worden, aber formal waren sie da. Ich sehe daher leider keine realen Möglichkeiten, hier eine gemeinsame Sprache zu finden, bis zu dem Moment, in dem das nukleare Arsenal Chinas dem nuklearen Arsenal der Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation gleich sein wird.

Korrespondentin: Es gab Informationen, dass ein Vertreter Frankreichs, ein Vertreter des französischen Präsidenten Macron, sich in der Russischen Föderation mit Ushakov getroffen hat. Und Bloomberg schreibt, dass Macrons Vertreter mit einer Botschaft nach Moskau gefahren sei, dass die Europäer einer Kapitulation der Ukraine nicht zustimmen werden. Könnte das wirklich Gegenstand ihres Gesprächs gewesen sein, oder könnten sie über etwas anderes sprechen?

Portnikov: Nein, ich denke, sie sprachen darüber. Warum nicht? Macron kann in Kontakten mit Putin wünschen, als Vertreter eines vereinten Europas aufzutreten, das klar sagt: „Selbst wenn du mit Trump über etwas verhandeln wirst, wird es dir nicht gelingen, uns zu umgehen, weil wir der Ukraine helfen werden, selbst wenn Trump auf diese Hilfe verzichtet. Und deshalb musst du dich mit uns einigen und nicht mit ihm. Ohne uns wird dir nichts gelingen. Du wirst die Ukraine nicht bekommen, und komfortable Bedingungen für ein Kriegsende wirst du auch nicht bekommen.“

Das wäre also ein absolut logisches Gespräch. „Und wenn du dich auf unsere Weise einigst, aufhörst zu kämpfen, dann könnten es dort solche und solche Sanktionserleichterungen geben.“ Ich denke, das ist absolut real.

Korrespondentin: Wie wird Russland wahrscheinlich darauf reagieren?

Portnikov: Das können wir nicht wissen. Das hängt, wie immer, vom wirtschaftlichen Potenzial Russlands und von Putins Bereitschaft ab, die Realität zu verstehen.

Korrespondentin: Und wie stark kann der Einfluss Frankreichs auf die Russische Föderation sein – auf ihre Entscheidungen, auf Putin?

Portnikov: Das ist ja nicht nur Frankreich, das ist Europa als solches. Ich sage noch einmal: Ich denke, Macrons Idee ist, dass er im Namen Europas spricht; dass dies ein Gespräch über Sanktionen ist, über SWIFT, über eingefrorene Vermögenswerte, über Geld für die Ukraine, über europäische Waffen für die Ukraine – über alles. Andere europäische Führer sprechen aktuell nicht mit Putin, das bedeutet, dass Macron faktisch über dieses gesamte Problemfeld sprechen kann.

Korrespondentin: Die nächste Verhandlungsphase, von der Volodymyr Zelensky sagte, sie könne in den Vereinigten Staaten von Amerika stattfinden – was können wir davon erwarten? Also werden es wieder Gespräche darüber sein, dass man weiter verhandeln wird, oder könnte es endlich zu einem Durchbruch kommen?

Portnikov: Ich wiederhole noch einmal: Jeder Durchbruch hängt vom politischen Willen ab, den Krieg zu beenden. Unter Bedingungen eines fehlenden politischen Willens, den Krieg zu beenden, spielen keine Runden von Verhandlungen irgendeine Rolle. Wenn es eine politische Entscheidung gibt, den Krieg zu beenden, wird das völlig anders aussehen.


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Titel des Originals: Путін вигадує умови капітуляції | Віталій Портников. 06.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 06.02.2026.
Originalsprache: uk
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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Die Gespräche in Abu Dhabi: Ergebnisse | Vitaly Portnikov. 05.02.2026.

Der Sondergesandte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, bezeichnet die jüngste Runde der russisch-ukrainisch-amerikanischen Verhandlungen als konstruktiv. Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Rustem Umjerow, betont, dass die Seiten über Parameter eines Waffenstillstands und über die Kontrolle der Kampfhandlungen gesprochen hätten. Auch der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, unterstreicht, dass es bald zu neuen Treffen kommen könne – diesmal in den Vereinigten Staaten. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse jener Verhandlungsrunde, die zwischen den russischen, ukrainischen und amerikanischen Delegationen stattgefunden hat.

Natürlich war für jene Menschen, die ihre Angehörigen aus russischer Gefangenschaft zurückerwartet haben, genau dies das tatsächliche Ergebnis der Gespräche. Zum ersten Mal seit langer Zeit fand ein solcher Austausch statt, und man möchte jene beglückwünschen, die aus russischen Gefängnissen freigekommen sind, ebenso wie ihre Familien und Freunde, die die Freiheit ihrer Angehörigen erleben durften. Zugleich verstehen wir jedoch sehr gut, dass ein Gefangenenaustausch während laufender Verhandlungen auch ein Zeichen dafür ist, dass der Präsident Russlands keinerlei konkrete politische Entscheidungen zu treffen beabsichtigt und – für ihn bereits typisch – das Fehlen eines echten politischen Prozesses durch eine humanitäre Schiene ersetzt.

Selbstverständlich können die Seiten auch Details im Zusammenhang mit einem Waffenstillstand erörtern. Doch man sollte sich daran erinnern, dass ein Waffenstillstand im Sinne des sogenannten „Geistes von Anchorage“, als Trump faktisch auf die Idee verzichtete, zuerst einen Waffenstillstand und danach einen Friedensprozess einzuleiten und stattdessen Putins Variante akzeptierte – nämlich dass „Friedensverhandlungen während des Krieges stattfinden können“ – die Krönung einer bereits vereinbarten Friedensregelung sein müsste. Doch es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die Seiten eine Friedensvereinbarung ausgehandelt oder sich auf deren Parameter geeinigt hätten. Das ist nicht der Fall.

Aus den Verhandlungen dringen vielmehr recht seltsame Gerüchte nach außen. So heißt es etwa, dass die Russische Föderation nun nicht nur den Abzug der ukrainischen Truppen aus jenen Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk fordere, die unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung stehen, sondern auch die internationale Anerkennung der Zugehörigkeit des Donbass zur Russischen Föderation verlange. Wir verstehen, dass es für westliche Staaten, insbesondere für die Vereinigten Staaten, äußerst schwierig wäre, einer solchen Entscheidung zuzustimmen, da sie die Normen des internationalen Rechts untergraben würde. Es ist eine Sache, sich auf eine faktische Kontrolle Russlands über bestimmte ukrainische Gebiete zu verständigen. Eine völlig andere ist es jedoch, einer internationalen Anerkennung der Tatsache zuzustimmen, dass ein Staat sich das Territorium eines anderen Staates angeeignet hat.

Doch genau das will Russland. Denn wenn die Vereinigten Staaten und die NATO-Staaten anerkennen würden, dass die Gebiete Donezk und Luhansk der Ukraine tatsächlich Subjekte der Russischen Föderation seien, würde dies in Zukunft die Anwendung der sogenannten Salami-Taktik ermöglichen: die Annexion von Regionen benachbarter Staaten mit anschließender Forderung nach internationaler Anerkennung ihrer Zugehörigkeit zu Russland. Der Präzedenzfall wäre geschaffen – der Donbass wäre anerkannt – und dies wäre ein bedeutender diplomatischer Erfolg für den russischen Präsidenten.

Es stellt sich jedoch die Frage: Ist Putin wirklich so naiv und erkennt nicht, dass dem niemand zustimmen wird, wenn selbst die Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens von kaum einem Staat der Welt anerkannt wurde? Selbst einige der wenigen Staaten, mit denen Russland entsprechende Anerkennungen vereinbart hatte, zogen diese später zurück. 

Nein, Putin dürfte das sehr wohl verstehen, geht jedoch möglicherweise von einer anderen Logik aus. Wenn sich etwa eine reale Kompromisslösung zur Präsenz ukrainischer Truppen im Gebiet Donezk abzeichnen sollte – etwa wenn ernsthaft über den von Jared Kushner und Steve Witkoff vorgeschlagenen Plan einer Freihandelszone gesprochen würde –, dann würde dies bedeuten, dass man einem Kriegsende zustimmen müsste.

Genau das ist jedoch nicht Teil von Putins Plänen. Sein Plan besteht darin, den Krieg so lange hinauszuzögern, bis Donald Trump das Oval Office verlässt – also bis Januar 2029, nicht etwa bis Februar 2026, Gott bewahre. Und deshalb muss Putin eine neue Bedingung erfinden, über die die Verhandlungsteilnehmer diskutieren sollen. Eine solche Bedingung könnte die internationale Anerkennung des russischen Status der Gebiete Donezk und Luhansk der Ukraine sein. Interessant ist dabei, warum nur der Donbass genannt wird und nicht auch die Krim.

Da der russische Präsident sehr gut versteht, dass dem niemand zustimmen wird – oder zumindest viele Staaten nicht –, kann er die Verhandlungen ruhig fortsetzen und hoffen, dass sie sich weiter in die Länge ziehen. Die einzige Frage ist, inwieweit der Präsident der Vereinigten Staaten an einem solchen Hinauszögern interessiert ist, nachdem er nach dieser Runde in Abu Dhabi erneut erklärte, Russland und die Ukraine stünden kurz vor dem Ende des Krieges.

Zwar hat Trump solche optimistischen Aussagen bereits mehrfach gemacht, doch inzwischen klingen sie aus seinem Mund deutlich lauter und überzeugender als noch vor einigen Wochen. Er erklärt, er habe nie mit einer solchen Zuversicht über die Möglichkeit eines Kriegsendes gesprochen. Das bedeutet, dass er auf reale Kompromisse von Putin hofft. Doch bislang sehen wir keinerlei solcher Kompromisse.

Daher kann auch das Bestreben der Amerikaner, die Treffen in die Vereinigten Staaten zu verlegen, als Zeichen dafür gewertet werden, dass sie sich aktiver in diesen Friedensprozess einbringen und ernsthafter mit Russland über ein tatsächliches Ende der Kampfhandlungen zwischen Russland und der Ukraine sprechen wollen. Umso mehr, als diese letzte Verhandlungsrunde auch vor dem Hintergrund des Auslaufens des russisch-amerikanischen Abkommens zur Reduzierung nuklearer Waffen stattfand.

De facto sind Russland und die Vereinigten Staaten – gemeinsam mit China – an einen Punkt gelangt, an dem ein echter Wettbewerb im Bereich der nuklearen Rüstung beginnt. Für Russland bedeutet dies die Suche nach konkreten Milliardenbeträgen für den Ausbau und die Modernisierung seines Nukleararsenals, wozu die Russische Föderation derzeit offensichtlich nicht bereit ist. Und deshalb könnte Trump annehmen, dass Putin vor dem Hintergrund dieser Situation – in der Amerika über ausreichende finanzielle Mittel zur Erweiterung seiner nuklearen Fähigkeiten verfügt, Russland jedoch nicht – ebenfalls an einer Verständigung mit den Vereinigten Staaten interessiert sein könnte.

Doch erneut könnten Trumps Hoffnungen auf rationales Denken Putins – sowohl im Kontext des russisch-ukrainischen Krieges als auch im Hinblick auf das nukleare Potenzial – mit der Realität kollidieren, in der wir keinerlei Rationalität in den Entscheidungen Putins erkennen können.


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Titel des Originals: Перемовини в Абу-Дабі: підсумки | Віталій Портников. 05.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 05.02.2026.
Originalsprache: uk
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Die Verhandlungen wurden wieder aufgenommen: Tag eins | Vitaly Portnikov. 04.02.2026.

In Abu Dhabi ist die erste Runde der Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation sowie amerikanischen Vertretern zu Ende gegangen. Über die Details dieses ersten Tages der neuen Verhandlungsrunde wird nichts berichtet, doch allein die Tatsache, dass Steve Witkoff und Jared Kushner in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist sind, zeugt zumindest von der Ernsthaftigkeit der Absichten der Amerikaner.

Ich erinnere daran, dass vor diesem neuen Treffen, als es für den 1. Februar geplant war, der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, die Möglichkeit der Anwesenheit von Witkoff und Kushner dementiert hatte. Es wurden verschiedene Formen einer amerikanischen Präsenz erwogen, doch damals kamen Beobachter zu dem Schluss, dass die russisch-ukrainischen Gespräche dieses Mal bilateral sein würden.

Dass Witkoff und Kushner nun doch in die Vereinigten Arabischen Emirate gekommen sind, spricht für eine gewisse Veränderung der Lage, möglicherweise im Zusammenhang mit dem jüngsten Aufenthalt des Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, in Miami. Und man muss verstehen, dass die Anwesenheit amerikanischer Vertreter zumindest verhindert, dass die russische Delegation den Ukrainern direkt ins Gesicht lügt und den Verhandlungsprozess so imitiert, dass es für Washington nicht offensichtlich ist.

Gleichzeitig setzen russische Funktionäre ihre kämpferischen Erklärungen fort, die vom Wunsch des Kremls zeugen, bei den Verhandlungen Zeit zu schinden. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, betonte, Moskau sei offen für Frieden. Doch während die Gespräche laufen, setzt Russland weiterhin die sogenannten Ziele der „militärischen Spezialoperation“ um. Und das, obwohl niemand klar definieren kann, worin diese Ziele eigentlich bestehen und was Moskau erreichen will, wenn es Objekte der ukrainischen Energieinfrastruktur zerstört, wie dies mit militärischen Zielen zusammenhängt und wie man das anders als als Völkermord bezeichnen kann.

Doch Peskow erklärt mit der für russische Beamte und Propagandisten typischen Niederträchtigkeit, dass die russischen Streitkräfte in Wirklichkeit nur Ziele angreifen würden, die mit den Streitkräften der Ukraine in Verbindung stehen. Selbst jetzt, da ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung der Ukraine geführt wird, fehlt es dem Kreml an Mut, dies zumindest einzugestehen.

Interessant ist hier auch der Kommentar der Sprecherin des Außenministeriums der Russischen Föderation, Maria Sacharowa, die betonte, dass nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine die Truppen der sogenannten Koalition der Willigen, also vor allem der Mitgliedsstaaten des Nordatlantischen Bündnisses, ein legitimes Ziel für die russischen Streitkräfte sein würden. Diese Aussage ist voller Widersprüche, denn es stellt sich die Frage: Wenn Russland tatsächlich beabsichtigt, ein vollwertiges Friedensabkommen zu unterzeichnen, von dem Putin dem amerikanischen Präsidenten wiederholt gesprochen hat, von welchen legitimen Zielen und welchen militärischen Aufgaben kann dann die Rede sein, wenn die beiden Länder nicht mehr gegeneinander Krieg führen? Und wie gedenkt Russland dann, Angriffe auf ukrainisches Territorium zu führen? Das lässt sich nur mit einer geradezu banalen politischen Schizophrenie erklären, die der russischen Führung eigen ist.

Ich habe hier jedoch auf einen anderen Aspekt geachtet. Russland beginnt zu begreifen, dass es in einem Friedensabkommen nicht alle jene Artikel diktieren kann, die die Ukraine zu seinem Protektorat machen würden. Das heißt, es gibt zumindest zum heutigen Zeitpunkt keine Hoffnung darauf, dass im Friedensvertrag eindeutig festgelegt wird, dass die Ukraine kein Recht hat, Truppen anderer Staaten auf ihrem Territorium zu stationieren, insbesondere von NATO-Mitgliedsstaaten. Dass diese Demilitarisierung der Ukraine und die faktische Entziehung ihrer Souveränität, auf die Putin hoffte – und zwar nicht erst seit Beginn des großen Krieges Russlands gegen die Ukraine, sondern seit 2014, ja sogar seit 2004, als er sich erstmals unmittelbar am politischen Kampf in unserem Land beteiligte – nicht stattfinden wird.

Und dann wird nicht mehr die Ukraine eingeschüchtert, auf deren internationale Verpflichtungen, keine Truppen der Koalition der Willigen auf ihr Territorium zu lassen, man nun nicht mehr setzen sollte. Vielmehr werden westliche Länder eingeschüchtert, nach dem Motto: „Wenn ihr Friedenstruppen schafft, um einen neuen Angriff Russlands auf die Ukraine zu verhindern, werden wir vor allem euch angreifen. Wir brauchen dort eure Truppen nicht. Gebt uns die Möglichkeit, noch einen weiteren Krieg zu beginnen.“

Das ist natürlich keine Änderung der Position des Kremls, aber es ist eine Demonstration dessen, dass man in Moskau angesichts des schwierigen Zustands der russischen Wirtschaft ebenfalls daran interessiert ist, dass der Krieg so schnell wie möglich endet. Man kann sagen, dass sich die Ziele aller Teilnehmer dieser Verhandlungen – Donald Trump, Wladimir Putin und Volodymyr Zelensky – überschneiden. Nur die Vorstellungen darüber, wie der Krieg enden soll, stimmen natürlich nicht überein.

Putin muss den Krieg beenden, um die wirtschaftliche Stabilität zu retten, zumindest eine gewisse, um sein Regime zu erhalten. Dafür braucht er Zeit. Gleichzeitig muss dieser Krieg mit dem Zusammenbruch der ukrainischen Staatlichkeit enden oder zumindest mit der Umwandlung des ukrainischen Staates, dessen größten Teil seines Territoriums er nicht unter seine Kontrolle bringen kann, in ein russisches Protektorat. Genau damit hängen die Aussagen Sacharowas zusammen, denn es besteht ein klares Verständnis dafür, dass es, falls es nach dem Ende des russisch-ukrainischen Krieges nicht gelingt, die Ukraine in ein solches Protektorat zu verwandeln, und falls auf ihrem Territorium Truppen von NATO-Mitgliedsstaaten erscheinen, deren Verpflichtungen zumindest mit logistischer Unterstützung der Vereinigten Staaten verbunden sein könnten, einen neuen Angriff auf die Ukraine aus der Perspektive eines möglichen Beginns eines nuklearen Krieges zwischen zwei Supermächten zu einem riskanten Unterfangen machen würde.

Zumal Putin bereits sehr gut versteht, dass die politische Karriere Trumps im Jahr 2029 enden wird. Und wie der neue Präsident der Vereinigten Staaten auf seine Handlungen reagieren wird, falls es keinen russisch-ukrainischen Krieg gibt, weiß er einfach nicht. Dieser neue Präsident könnte deutlich härter sein. 

In dieser Situation muss Moskau natürlich alles daransetzen, dass der Krieg nicht mit dem Erhalt der ukrainischen Souveränität endet. Genau damit beschäftigen sie sich. Und bis klar wird, welche konkreten Gewinne der Kreml in dieser Richtung erzielen kann – nicht einmal aus den russisch-ukrainischen Verhandlungen, sondern aus einer direkten Konsultation Putins mit Trump selbst –, kann Putin keine politische Entscheidung über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges treffen.

Und wir verstehen sehr gut, dass diese politische Entscheidung allein von ihm abhängt. Nur er, der Aggressor, der den Krieg gegen unser Land begonnen hat, kann ihn beenden. Und gerade weil es keine politische Entscheidung des russischen Präsidenten gibt, diskutieren die Delegationen bei den Verhandlungen in Abu Dhabi trotz seines Wunsches, so schnell wie möglich Ergebnisse zu erzielen, in erster Linie technische Details jener Regelung, die eintreten könnte, falls eine politische Entscheidung letztlich doch getroffen wird.


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Titel des Originals: Перемовини відновилися: день перший | Віталій Портников. 04.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 04.02.2026.
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Trump ist mit Putin zufrieden | Vitaly Portnikov. 04.02.2026.

Vor dem Hintergrund einer der größten russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur betonte der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, dass Putin sein Wort in Bezug auf das sogenannte Energie-Waffenstillstandsabkommen gehalten habe, da dieses für eine Woche angekündigt worden sei und eine Woche lang angehalten habe. Donald Trump bewertete diesen Umstand als positiv und hob hervor, dass sieben Tage sehr, sehr viel seien, da es in der Ukraine derzeit extrem kalt sei.

Dass die Russen selbst nach der öffentlichen Bitte des amerikanischen Präsidenten um ein Energie-Waffenstillstandsabkommen weiterhin Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur durchführten, dass ein tatsächliches Ausbleiben solcher Angriffe lediglich über einige wenige Tage hinweg zu beobachten war, irritierte Donald Trump, wie wir sehen, nicht. Auch dass Putin die Ukraine in einer der kältesten Nächte dieses Winters angriff, schien ihn nicht zu beunruhigen. Aus humanitärer Sicht jedoch ging es Trump gerade um die Bombardierung der Ukraine während extremer Kälteperioden – und zumindest darauf hätte er achten müssen.

Doch wie wir sehen, ist für den Präsidenten der Vereinigten Staaten das Wichtigste, dass Putin sein Wort hält. Und ehrlich gesagt überrascht mich das nicht. Vielmehr hat mich die Appellation an Trump überrascht, die der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky äußerte, als er betonte, dass er eine Reaktion des amerikanischen Präsidenten auf Putins Nichteinhaltung seines Versprechens erwarte.

Trump wird diesen Umstand selbstverständlich nicht anerkennen. Und diese Worte Zelenskys sind ihm vermutlich auch nicht besonders angenehm, weil sie die Wahrheit über das Wesen der Beziehungen zwischen dem amerikanischen und dem russischen Staatsoberhaupt offenlegen. Für Trump ist das Unangenehmste, offen einzugestehen, dass Putin seine Bitten ignorieren und sie für eigene Zwecke ausnutzen kann.

Denn inzwischen wird völlig offensichtlich, dass es überhaupt kein echtes Energie-Waffenstillstandsabkommen gab, dass Putin Trumps Bitte nutzte, um Raketen und Drohnen für einen neuen Angriff auf die Ukraine anzusammeln und um zugleich die Gefahr ukrainischer Angriffe auf den russischen Ölverarbeitungskomplex zu verringern. Und natürlich auch, um die Ukraine vor der nächsten Runde der Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation zu erpressen, an denen auch Trumps Sondergesandter Steve Witkoff teilnehmen wird. Und vermutlich wird er den ukrainischen Vertretern erklären, dass die Einhaltung des Wortes durch den russischen Präsidenten in seinen Beziehungen zum amerikanischen Kollegen ein enormer Fortschritt sei und beweise, dass Putin tatsächlich Frieden wolle.

Im Grunde entwickelt sich die Situation also nach dem klassischen putinschen Szenario. Er zieht die Zeit in Verhandlungen in die Länge, die keinerlei reale Beziehung zu einem tatsächlichen Ende des Krieges in der Ukraine haben. Denn alle Details, die Unterhändler miteinander besprechen könnten, stoßen an die Tatsache, dass der russische Präsident faktisch keinerlei Bereitschaft zeigt, eine politische Entscheidung zur Beendigung des Krieges gegen die Ukraine zu treffen. Und ohne eine solche politische Entscheidung haben keinerlei technische Details, selbst wenn man sie drei Jahre lang abstimmen würde, irgendeine reale Bedeutung.

Übrigens möchte Putin diese Details offensichtlich genau drei Jahre lang abstimmen – denn so lange bleibt Donald Trump noch im Weißen Haus. Und wenn der amerikanische Präsident nach einem weiteren massiven Angriff der russischen Armee auf die Infrastruktur der Ukraine, der darauf abzielt, Menschen während der grausamsten Winterfröste die Wärme zu nehmen, davon spricht, dass Putin sein Wort gehalten habe, dann überzeugt dies den russischen Präsidenten nur noch mehr davon, dass ihm während der Zeit, in der dieser Mann im Oval Office sitzt, praktisch nichts Ernsthaftes droht. Höchstens könnten die wirtschaftlichen Sanktionen verschärft werden, die Putin offensichtlich hofft, mithilfe immer neuer Öl-Liefermodelle an Länder wie Indien oder China zu umgehen.

Ganz abgesehen davon, dass der heutige russische Staatshaushalt nicht mehr in dem Maße von Energieträgern abhängt, wie dies noch einige Jahre vor 2026 der Fall war. Natürlich bedeutet das nicht, dass sich die russische Wirtschaft verbessert hätte – vielmehr ist der Staat gezwungen, seine eigenen Bürger und sein eigenes Geschäft faktisch auszurauben, um den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen. Doch wir denken heute nicht über das Wohlergehen der Russen nach, sondern über die Fähigkeit des russischen Staates, mithilfe genau solcher fiskalischer Mechanismen diesen grausamen und ungerechten Krieg noch mehrere Jahre lang fortzuführen. Und es bleibt nur zu hoffen, dass dieser Mechanismus schneller zusammenbricht, als Putin, seine Gefolgsleute und seine von militärischen Perspektiven berauschten Generäle darauf setzen.

Sogar Trumps Verbündete erkennen, dass wirtschaftlicher Druck auf Russland nicht ausreicht und das Problem der Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges weder im Jahr 2026 noch während der gesamten Amtszeit Trumps im Weißen Haus lösen wird. Davon spricht etwa Senator Lindsey Graham, der den amerikanischen Präsidenten dazu aufruft, der Ukraine Tomahawk-Raketen zu liefern – etwas, das tatsächlich strategische Objekte der Russischen Föderation zerstören könnte, jene Orte, an denen Raketen produziert werden, und die russische Ölverarbeitung lahmlegen würde. Denn wir wissen, dass nach Drohnenangriffen Reparaturarbeiten erfolgen und die russische Ölverarbeitung weiterarbeitet wie zuvor, wodurch die Abhängigkeit Russlands vom Import von Erdölprodukten gegen nahezu fehlende Devisen reduziert wird.

Doch Trump, so denke ich, wünscht sich am allerwenigsten, der Ukraine weitreichende Raketen zu liefern, da er versteht, dass dies seine Beziehungen zu Putin nicht verbessern würde – zu einem Einvernehmen, das er weiterhin anstrebt. Und man muss hier keine Verschwörungstheorien bemühen. Trumps Wunsch, sich mit Putin zu verständigen, ist, ich würde sagen, ein biologischer Instinkt eines ehemaligen Freundes Epsteins. Denn Trump glaubt, dass es in dieser Welt nur drei Führer gibt, die die Beziehungen untereinander klären müssen: er selbst als Hauptführer, Putin und natürlich der Vorsitzende der Volksrepublik China, Xi Jinping. Alle anderen sollen sich lediglich ihren Entscheidungen unterordnen.

Im Grunde treibt Trump Putin mit Sanktionen lediglich zu einer für ihn komfortablen Lösung der Frage des Endes des russisch-ukrainischen Krieges und versteht nicht, warum Putin sich nicht auf den „rationalen“ Ausweg einlassen will, den Trump ihm anbietet – in Form ukrainischer Territorien und der Aufhebung von Sanktionen in einer Situation, in der die von Russland besetzten Gebiete beim Aggressor verbleiben und nicht an das Opfer der Aggression zurückgegeben werden.

In diesem Sinne ist Trumps Bestreben, zu beweisen, dass Putin sein Wort gehalten habe, nicht nur ein Eingeständnis eigener Hilflosigkeit, sondern auch der Wunsch, daran zu erinnern, dass der amerikanische Präsident sich mit dem russischen Präsidenten in einem bestimmten, sehr exklusiven Club von Staatsführern befindet. Und offensichtlich haben diese Staatsführer das Recht, untereinander auszuhandeln, nach wie vielen Tagen sie Frauen und Kindern erneut die Wärme entziehen dürfen.


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Titel des Originals: Трамп задоволений Путіним | Віталій Портников. 04.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 04.02.2026.
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Putin hat Trump ausgenutzt: Wie geht es weiter | Vitaly Portnikov. 03.02.2026.

Mit dem nächtlichen Angriff auf ukrainische Städte hat der russische Präsident erneut demonstriert, wie wenig ihn die humanitäre Motivation interessiert, mit der sich der amerikanische Präsident angeblich an ihn gewandt hat. Putin schlug bei der kältesten Witterung zu und unterstrich damit noch einmal, dass seine Aufgabe bei den ständigen Schlägen gegen die ukrainische Energieversorgung überhaupt nicht „Krieg“ im klassischen Sinn ist, sondern der Versuch, die Ukraine zu zermürben, der Versuch, die Ukraine in ein Gebiet zu verwandeln, das zum Leben ungeeignet ist – nach einem, ich würde sagen, aus der Vergangenheit bekannten russischen Szenario: „Wenn ich etwas nicht erobern kann, wenn ich etwas nicht bekommen kann, dann zerstöre ich es. Wenn ich dich nicht haben kann, sollst du niemandem gehören.“

Aber wenn wir sagen, Putin habe seine Gespräche mit Trump missachtet, dann gehen wir natürlich eher von unserer eigenen Motivation aus, wie man das Geschehen bewertet, wenn es solche Abmachungen über ein Einstellen des Feuers gibt, über das sogenannte Energie-Waffenstillstandsabkommen, das es – wie wir verstehen – in Wirklichkeit von russischer Seite nie gegeben hat. Wie das jedoch der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, bewerten wird, ist eine Frage ganz anderer Art. Denn einerseits kann der amerikanische Präsident der Meinung sein, Putin habe seine Bitte einfach ignoriert. Andererseits kann er der Meinung sein, die Bitte sei erfüllt worden. Der Kreml sprach die ganze Zeit vom 1. Februar als dem Datum, bis zu dem es keine Bombardierungen geben werde, und rückte auch nicht von jenen Kommentaren ab, die Putins Pressesprecher Peskow abgegeben hatte.

Wann genau der Kontakt zwischen Trump und Putin stattfand, wann sie überhaupt auf eine Unterhaltung über dieses sogenannte Energie-Waffenstillstandsabkommen kamen, wissen wir nicht. Trump sagt, er habe Putin angerufen. Über den bloßen Umstand dieses Telefongesprächs wissen wir ebenfalls nichts, aber es kann sich herausstellen, dass Putin aus formaler Sicht genau innerhalb jener sieben Tage blieb, die er dem amerikanischen Präsidenten zugesagt hatte, und so sein Versprechen gegenüber Trump erfüllt hat. Und dass nach Ablauf dieser sieben Tage weiterhin kaltes Wetter herrschte – nun, Putin ist nicht der Wetterdienst. Daran ist er nicht schuld.

Natürlich ist das alles reine Kasuistik und zeigt ein völliges Fehlen eines echten Verständnisses der Situation. Das ist uns vollkommen klar. Gleichzeitig aber gibt es ein klares Verständnis dafür, dass Trump sich in seinen Beziehungen zum russischen Präsidenten von eigenen Motiven leiten lässt. Und wenn er glauben will, Putin habe sein Versprechen erfüllt, dann wird er genau das glauben. Wenn er glauben will, Putin halte seine Versprechen nicht, dann wird er das glauben – selbst dann, wenn Putin diesen Angriff gar nicht durchgeführt hätte.

Ich möchte also nur betonen: Putins Angriffe und Trumps Stimmung hängen nicht besonders eng miteinander zusammen; sie hängen vielmehr mit den tatsächlichen Motiven zusammen, von denen sich der amerikanische Präsident grundsätzlich leiten lässt, und damit, was er erreichen will, um den russisch-ukrainischen Krieg auf die eine oder andere Weise zu beenden. Zumal Trump unmittelbar vor diesem großen putinschen Angriff davon sprach, er werde bald gute Nachrichten zu diesem Krieg verkünden – als ob er das nie gesagt hätte, obwohl er es wiederholt gesagt hat: „Und ihr werdet sehen, es wird Nachrichten geben.“

Offensichtlich kann das mit der nächsten Runde der Verhandlungen in Abu Dhabi zusammenhängen. Und jetzt sehen wir, dass diese Runde sorgfältiger vorbereitet wird als die vorherige – irgendwelche Gespräche –, weil sie verschoben wurde, weil man in der Lage, die sich jetzt mit diesen Verhandlungen ergeben hat, zunächst davon ausging, dass Steve Witkoff, der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, nicht dabei sein werde. Und später stellte sich heraus, dass er doch kommen wird. Das heißt: Die Amerikaner haben Erwartungen an diese Verhandlungen.

Aber wie mir scheint, haben die Russen tatsächlich keinerlei reale Motivation, dort irgendetwas zu vereinbaren – außer weiterhin Zeit zu gewinnen für den Krieg. Und das Wichtigste, was wir in dieser Situation begreifen müssen, ist die Veränderung des Charakters dieses Krieges. Wir sehen, wie sich die Lage mit jedem Tag dieses Krieges verändert, weil wir grundsätzlich verstehen müssen, dass der Krieg jetzt praktisch auf dem gesamten Territorium der Ukraine und auch jenseits ihrer Grenzen stattfindet, und dass Putin endgültig begriffen hat: Die Handlungen seiner Armee, die Einnahme bestimmter Territorien, werden ihm nicht den ersehnten Sieg und die Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit bringen.

Und das ist natürlich nicht das erste Mal, dass es so läuft – in den Kriegen, die Russland führt. Das ist nicht erst jetzt im russisch-ukrainischen Krieg passiert. Denn ich denke, nach dem Blitzkrieg von 2022, der in einem Fiasko endete, hat Putin sich schnell und operativ auf einen Zermürbungskrieg umgestellt, auf einen jahrelangen Krieg. Aber wenn unter dieser Zermürbungskrieg 2022 zunächst vor allem die Zermürbung der Armee meinte, dann ist er inzwischen endgültig zu einem Zermürbungskrieg gegen die Gesellschaft selbst geworden – zu dem Versuch, den Ukrainern zu beweisen, dass der einzige Ausweg für ihr Überleben die vollständige und bedingungslose Kapitulation vor der ehemaligen Metropole ist.

Die Handlungen, die Russland jetzt auf dem Territorium der Ukraine ausführt, sind genau das, worüber wir sprechen, wenn wir diese von russischen Sadisten eingeübten Muster beobachten: Wenn der Armee nichts gelingt, muss man das Hinterland zerschlagen. Man muss dafür sorgen, dass Menschen unter unmenschlichen Bedingungen leben. Man muss sie nach und nach dahin bringen zu begreifen, dass – je mehr Territorium sie abgeben, und vor allem: je mehr Souveränität sie im Krieg abgeben – desto schneller die Zerstörung ihrer normalen Lebensbedingungen aufhört.

Erinnert ihr euch: In den ersten Kriegsjahren sagten viele, es sei schrecklich, dass auf dem Schlachtfeld Menschen sterben und leiden, dass dort ein solcher Horror herrscht – sowohl im Krieg zwischen den Armeen als auch in den frontnahen Gebieten –, während in allen anderen Teilen der Ukraine die Menschen ein normales Leben führen. Und das sei ein furchtbarer Kontrast. Und ich versuchte zu erklären, dass gerade dieses normale Leben in ukrainischen Städten die Garantie dafür ist, dass die Ukraine in den kommenden Jahrzehnten auf der politischen Landkarte der Welt erhalten bleibt, weil das bedeutet, dass es Putin und Russland nicht gelingt, das normale Leben der Ukrainer zu zerstören, dass es Putin und Russland nicht gelingt, die Ukraine in ein Gebiet zu verwandeln, das zum Leben ungeeignet ist; dass die Russen keinen vollständigen und bedingungslosen Sieg in dem demografischen Krieg erringen können, in dem auf dem Territorium der Ukraine schlicht keine Bevölkerung mehr bleiben soll, in dem alle in andere Länder und Regionen flüchten sollen, und dieses Territorium – entvölkert und in eine Wüste verwandelt – den Russen zufällt; oder vielleicht nicht einmal zufällt, aber dennoch entvölkert und für Entwicklung unbrauchbar bleibt.

Nun sehen wir, dass Russland zur zweiten Phase dieses jahrelangen Krieges übergegangen ist: zur Zerstörung der Bedingungen für ein normales Leben der Ukrainer, zur Verwandlung großer Städte in Fallen für diejenigen, die dort bleiben. Das ist die ganze Logik. Jetzt sagt niemand mehr, dass große Städte normal leben. Viele verlassen die Städte – so wie sie sie in den ersten Monaten 2022 verlassen haben. Und das zeigt, dass ich in meiner Einschätzung dessen, worin der Charakter dieses Krieges besteht, recht hatte. Und nur wenn es der Ukraine gelingt, in der kommenden schwierigen Phase einer solchen Konfrontation mit Russland standzuhalten – und mehr noch: wenn es gelingt, den Zermürbungskrieg auf das Territorium der Russischen Föderation selbst zu tragen –, kann man davon sprechen, dass dieser Krieg mit der Bewahrung der Ukraine auf der politischen Landkarte der Welt enden wird, und mit dem Fortbestehen des ukrainischen Volkes in den Gebieten seines traditionellen ethnischen Lebensraums. Denn jetzt geht es genau darum: darum, dass die Ukraine verschwindet und das ukrainische Volk verschwindet – für Putin.

Genau dafür führt er diesen Krieg. Genau dafür diese Bombardierungen. Nicht, damit Putin ein paar Bezirke der Oblast Donezk unter seine Kontrolle bekommt. Auch ich halte die Vorstellung, dass all das wegen Slowjansk und Kramatorsk geschieht – diese Hunderttausenden Toten der Russen auf dem Schlachtfeld, dieser Verlust des wirtschaftlichen Potentials Russlands, der Verlust der Rolle Russlands als Energiedonor Europas, der Verlust der Villen der russischen Machthaber in Europa, ihrer Konten in westlichen Banken – für absurd. Alles für Kramatorsk? Ihr versteht doch selbst, dass es nicht so ist.

Aber die Ukraine ist es wert, all das zu opfern, weil sie die reale Brücke zur Wiederherstellung des russischen Imperiums in seinen vollwertigen sowjetischen Grenzen und zur geopolitischen Einflussmacht Russlands ist. Dann, glaubt mir, wenn all das zurückgeholt wird, kommen auch die Villen zurück, und das Geld, und die Rolle des Energiesponsors Europas – alles kommt zurück. Auch die Europäer selbst, dann nicht von denen geführt, die heute führen, sondern von ultrarechten und ultralinken Verbündeten Putins, werden Moskau alles geben, was es verlangt – und sogar mehr. In Russland versteht man das sehr gut. Und wir müssen verstehen, worum dieser Krieg geführt wird.

Und natürlich sehen wir, dass der Ansatz zur Beendigung dieses Krieges im Westen derselbe geblieben ist wie seit den ersten Tagen: „Lasst uns entscheiden, wie wir nach dem Krieg leben werden.“ Für mich ist das ein sehr merkwürdiger Ansatz, denn man kann beliebige Investitionsabkommen ausarbeiten, über beliebige Sicherheitsgarantien reden – aber wenn man nicht weiß, wie der russisch-ukrainische Krieg endet, sind all diese Gespräche über Sicherheitsgarantien und wirtschaftliche Investitionen nur der Versuch, die eigene Unfähigkeit zu kaschieren, Russland mit ernsthafteren Mitteln zur Beendigung des Krieges zu zwingen als denen, die der Westen bereits seit 12 Jahren des russisch-ukrainischen Konflikts anwendet.

Man muss anerkennen, dass sich der Westen als vollkommen hilflos und ohnmächtig erwiesen hat, Russland zum Ende dieses Konflikts zu zwingen. Und diese Hilflosigkeit des Westens – von den Vereinigten Staaten bis zur Europäischen Union – wird zu einem realen Trigger für die Verstärkung des politischen Einflusses der Volksrepublik China und der Russischen Föderation. Diese 12 Jahre sind die Jahre ihres vollständigen, bedingungslosen Sieges über die demokratische Welt. Und es ist sehr merkwürdig, dass wir das nicht sehen wollen – denn die Länder des globalen Südens sehen es sehr wohl. Und übrigens: Wenn Trump versucht, auf diese Länder härter Druck auszuüben, zumindest im Hinblick auf wirtschaftliche Verbindungen mit der Russischen Föderation, dann ist das bereits ein gewisses Ergebnis.

Wenn er sagt, Indien werde kein russisches Öl mehr kaufen – auch das kann ehrlich gesagt genau dasselbe sein wie all diese Gespräche über ein Energie-Waffenstillstandsabkommen, wie ihr versteht. Denn der indische Premierminister Narendra Modi kann im Gespräch mit Trump Dinge sagen, und das wäre eine völlig reale Grundlage, würde ich sagen, für Trumps Hoffnung, dass russisches Öl tatsächlich nicht mehr gekauft wird. Aber es kann sein, dass es von staatlichen Unternehmen Indiens, die der Regierung nahestehen, nicht mehr gekauft wird. Private Unternehmen aber können weiter bestimmte Mengen beziehen; es können irgendwelche Umgehungsschemata entstehen. Und das garantiert ebenfalls keineswegs, dass die Lage im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg dadurch geregelt werden kann, dass China und Indien Trump versprechen, kein Öl zu kaufen, und diese Versprechen über bestimmte Konstruktionen umgehen, die sie praktizieren.

Also kann man fragen: Was ist der Ausweg aus der Situation? Übrigens sprach heute Senator Lindsey Graham, einer der Unterstützer Donald Trumps, über einen Ausweg: Es sei notwendig, dass die Ukraine Tomahawks erhält. Ich möchte euch an einen realen, würde ich sagen, Fakt erinnern, wie Russland es schafft, seine Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten durchzusetzen. Es ist nicht das so, dass Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil eingeführt werden – obwohl auch das sehr wichtig ist. Es ist nicht das, dass die Amerikaner ein paar russische Tanker in der westlichen Hemisphäre festgesetzt haben. Es ist vor allem das, dass wir keine weitreichenden Waffen erhalten. Und deshalb kann Putin sicher sein, dass seinem Raffineriekomplex in Wahrheit nichts Ernstes droht. Ja, natürlich kann man eine große Zahl von Kapazitäten außer Betrieb setzen, aber wenn diese Kapazitäten – wie wir verstehen – von Drohnen getroffen werden, kann man sie reparieren. Das wissen wir aus eigener Erfahrung.

Und in dieser Situation ist das ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, über den wir sprechen, wenn wir das Verhältnis der russischen Schläge gegen die Energieversorgung und unserer Schläge gegen die russische Raffinerieindustrie betrachten. Wir schlagen mit Drohnen, die Russen schlagen mit Raketen. Sie können grundsätzlich bestimmte ukrainische Objekte so treffen, dass sie nicht wiederhergestellt werden können, während wir diesen Objekten, die für den Raffineriekomplex der Russischen Föderation wichtig sind, eher einen temporären Schlag versetzen können. Ganz zu schweigen davon, dass Schläge gegen Raffinerien zwar die Ausgabenlast für den russischen Haushalt erhöhen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass das Gewicht der russischen Einnahmen aus Öl und Gas im russischen Budget im Vergleich zu früheren Jahren deutlich gesunken ist: 22 % im vergangenen Jahr.

Das bedeutet, dass die Russische Föderation aufgehört hat, ein Land zu sein, das real von Öl und Gas und deren Preis abhängt. Nichts Gutes gibt es daran für die Russische Föderation. Es bedeutet, dass Putin einfach die Steuern für die Bevölkerung erhöht, dass er in die Taschen gewöhnlicher Bürger greift, dass er in die Taschen der Wirtschaft greift – und dass diese Haltung zur Lage früher oder später zu ernsten Problemen für die gesamte russische Wirtschaft führen wird. Aber die Frage ist immer: Wann wird das eintreten? In den 20er Jahren dieses Jahrhunderts, in diesem Jahr, in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts? Wie viele Probleme wird die Ukraine in dieser Zeit haben? Denn der Zermürbungskrieg wird so lange weitergehen, wie Putin Möglichkeiten hat. Und verstehen wir, dass, wenn es diese weitreichenden Waffen gäbe, all das für Russland viel schneller enden würde – nicht in hypothetischen fünf Jahren, sondern in fünf Monaten? Darauf muss man sich konzentrieren.

Aber der Westen denkt über das Niveau von Sicherheitsgarantien nach. Und das ist ebenfalls sehr wichtig, zumal vor dem Hintergrund des Besuchs des NATO-Generalsekretärs Mark Rutte. Und wir können diese Sicherheitsgarantien analysieren. Wobei man wiederum verstehen muss: All diese Sicherheitsgarantien würden erst dann in Kraft treten, wenn Abmachungen über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges erreicht würden. Und ich frage mich immer: Wollen unsere westlichen Verbündeten dieses Ende durch Abmachungen mit Russland erreichen – oder ohne solche Abmachungen?

Denn wenn es Abmachungen mit Russland geben sollte, kann ich euch versichern, dass all diese Sicherheitsgarantien niemals mit der Russischen Föderation abgestimmt werden und dass die Russische Föderation niemals einem Modell von Sicherheitsgarantien zustimmen wird, das überhaupt die Beteiligung von NATO-Mitgliedstaaten am Schutz der Ukraine berücksichtigt. Das wird von keinem russischen Teilnehmer unterschrieben und niemals von Putin gebilligt werden. Daher gilt: Entweder ist der Westen bereit, für den Schutz der Ukraine das reale Risiko eines nuklearen Konflikts mit der Russischen Föderation einzugehen – selbst wenn es ein theoretisches Risiko ist. Oder wir verstehen, dass wir in dieser Situation keinerlei Sicherheitsgarantien unterschreiben können, egal, was gerade diskutiert wird.

Die Financial Times berichtete über drei Ebenen von Sicherheitsgarantien. 

  • 24 Stunden: eine diplomatische Warnung an Russland und Maßnahmen der ukrainischen Armee zur Wiederherstellung des Waffenstillstands. 
  • 48 Stunden: Einsatz der Kräfte der sogenannten Koalition der Entschlossenen unter Beteiligung der EU-Staaten, Großbritanniens, Norwegens, Islands und der Türkei. Und 
  • 72 Stunden: eine koordinierte Reaktion westlicher Kräfte einschließlich Unterstützung der Vereinigten Staaten – soweit ich verstehe, logistischer Hilfe. 

Und erneut: Das bestätigte der NATO-Generalsekretär Mark Rutte teilweise, der heute in der Werchowna Rada der Ukraine sprach. Er sagte, er habe diesen Artikel gelesen, bestätigte den Text jedoch nicht; er räumte aber ein, dass es tatsächlich drei Sicherheitsebenen für die Ukraine gebe. 

  • Die erste Ebene sei eine verstärkte ukrainische Armee, die von Partnern finanziert werde – die erste Verteidigungslinie. 
  • Die zweite Ebene sei die Koalition der Entschlossenen, aber der NATO-Generalsekretär erklärte nicht, wie diese Koalition im Falle eines neuen russischen Angriffs handeln würde. 
  • Und die dritte Ebene seien die Vereinigten Staaten, die im Sommer gesagt hätten, sie wollten sich beteiligen – obwohl wir von den Vereinigten Staaten keine Bereitschaft gehört haben, sich an Sicherheitsgarantien im Sinne militärischen Schutzes zu beteiligen.

Also ein solcher dreistufiger Schutz ohne konkrete Ausgestaltung der Beteiligung. Und ich sage ganz klar: Erstens ist es absolut sinnlos, diesen dreistufigen Schutz überhaupt zu diskutieren, solange der Westen nicht versteht, wie er Russland dazu zwingen will, einem solchen dreistufigen Ansatz zuzustimmen. Denn so klingt es eher wie ein Beruhigungs- und Schmerzmittel für die Ukraine: „Glaubt uns: Wenn der Krieg endet, schaffen wir solche Bedingungen. Aber unterschreibt zuerst ein Abkommen mit Russland, in dem klar steht, dass ihr ein neutraler Staat seid, dass ihr kein Recht habt, andere Staaten um Hilfe zu bitten, dass jede Präsenz von Truppen aus NATO-Mitgliedstaaten auf eurem Territorium als Bruch des Waffenstillstands gelten wird und diese Truppen als legitime Ziele betrachtet werden.“ Wir verstehen doch, dass die Russen darauf bestehen werden.

Aber in diesem ganzen, würde ich sagen, dreistufigen Ansatz gibt es eine rationale Sache. Erstens bin ich grundsätzlich der Meinung, dass es in der heutigen Welt überhaupt keine Sicherheitsgarantien gibt. Und all diese Gespräche über Sicherheitsgarantien für die Ukraine sind – ich wiederhole es – ein Beruhigungs- und Schmerzmittel. Wir wissen nicht einmal, wie Artikel 5 der NATO in unserer Zeit funktionieren wird, zumindest unter der Trump-Administration, unter Bedingungen, in denen diese Administration weiter über Grönland sprechen will, also faktisch bereit ist, die Souveränität eben jenes Dänemark zu verletzen, das Verbündeter der Vereinigten Staaten ist und dessen Souveränität die Vereinigten Staaten nach Artikel 5 schützen müssen. Deshalb kann man Sicherheitsgarantien in der heutigen Welt vergessen – einen dicken Punkt hinter diese Gespräche setzen.

Es gibt keine Sicherheitsgarantien mehr – erst recht keine Sicherheitsgarantien in einer Konfrontation mit nuklearen Supermächten –, denn die einzige Sicherheitsgarantie in einer Konfrontation mit einer nuklearen Supermacht ist die Bereitschaft einer anderen nuklearen Supermacht, unmittelbar am Konflikt teilzunehmen und nicht nur durch Bereitstellung von Aufklärungsinformationen oder sogar weitreichenden Waffen. Wenn die andere Supermacht nicht bereit ist, teilzunehmen, dann vergesst es: Ihr seid nicht in Sicherheit. Übrigens betrifft das nicht nur die Ukraine, sondern auch die europäischen NATO-Mitgliedstaaten. Sie haben diese Möglichkeit einer solchen Konfrontation nur noch nicht selbst erfahren – vor allem, weil die Ukraine alle russischen Ressourcen gebunden und faktisch gezeigt hat, dass Russland keine realen militärischen Möglichkeiten für einen Angriff auf europäische Staaten hat.

Aber niemand hat gesagt, dass diese Möglichkeiten nicht in ein paar Jahren auftauchen können – wie viele europäische Politiker sagen. Und niemand hat gesagt, dass diese Möglichkeiten nicht hybriden Charakter annehmen können: etwa im Drohnenkrieg, bei groß angelegten Sabotageakten auf dem Territorium feindlicher Länder. Das kann mit strategischen Militäranlagen und mit Kernkraftwerken zusammenhängen. Man kann vieles tun, um ein feindliches Land in ein Gebiet zu verwandeln, das zum Leben ungeeignet ist – so, wie es jetzt im russisch-ukrainischen Krieg geschieht. Und das wird die Realität des 21. Jahrhunderts in Europa sein, wenn Russland nicht gestoppt wird.

Und nun stellt sich die Frage: Wie? Ich denke, die wichtigste Sicherheitsebene ist die erste: eine starke ukrainische Armee. Viele sprechen vom koreanischen Szenario des Kriegsendes, davon, dass Armeen jahrzehntelang an der Kontaktlinie stehen bleiben. Ich glaube auch, dass es im russisch-ukrainischen Krieg so sein wird: Jahrzehnte der Feindseligkeit, des Misstrauens, der Vorbereitung auf einen neuen Krieg. Das ist bereits die Realität, aus der vielleicht weder die Ukraine noch Russland in den 20er bis 50er Jahren des 21. Jahrhunderts herauskommen werden. Das ist ein Konflikt für Jahrzehnte, ein normaler Friedensvertrag wird nicht zustandekommen. Generationen von Ukrainern und Russen werden in gegenseitigem Hass aufwachsen. Und das wird, kann man sagen, das Gesicht Europas prägen.

Aber wie verhindert man eine echte Wiederholung des Krieges – so wie es in Korea keinen Krieg gibt? Man kann sagen, die Hauptbedingung dafür sei die Präsenz der Amerikaner in Südkorea. Das stimmt. Aber die andere Wahrheit ist: das militärische Potential Südkoreas, das so ernsthaft ist, dass selbst unter Bedingungen, in denen Nordkorea Atomwaffen besitzt, Südkorea die Möglichkeit behält, dem Feind einen Schlag zu versetzen, der dem Bestehen seiner militärischen Objekte, seiner Hauptstadt, seines Regimes ein Ende setzt. Und zu meinem großen Bedauern gibt es keine anderen Sicherheitsgarantien, außer der Fähigkeit, das Nachbarland im Falle eines Angriffs zu einem Ziel zu machen, das zerstört werden kann. Alles andere ist völlig sinnloses Gerede. Das muss man begreifen.

Wenn es wirklich eine starke ukrainische Armee gibt – mit Raketenwaffen, mit starken Raketentruppen, mit eigener Waffenproduktion, mit dem Verständnis, die gesamte Gesellschaft auf die Aufgaben der Stärkung des militärisch-industriellen Komplexes zu konzentrieren –, dann kann eine solche Festung überleben. Wenn am Tag nach dem sogenannten Waffenstillstand – falls er in den nächsten Jahren überhaupt kommt – wieder Gespräche beginnen, dass die Ukraine irgendwie eine gemeinsame Sprache mit Russland finden müsse, dass man Handel treiben müsse, dass man verstehen müsse, man könne nicht immer so leben, dann wird man das auch im Westen sagen, und in der Ukraine selbst wird man für Politiker stimmen, die sagen: „Hört zu, wir müssen Straßen bauen, und ihr kommt wieder mit euren militaristischen Parolen. Ihr ruft uns wieder zum Krieg auf.“ So höre ich das ständig über mich: dass ich wolle, dass der Krieg weitergeht. Als ob ich und nicht Putin die Ukraine angegriffen hätte. Als ob ich und nicht Putin die Ukraine in eine Wüste verwandeln wolle. Als ob ich und nicht Putin nicht verhandeln wolle über reale Friedensabkommen. So wird es auch nach dem Krieg sein. Glaubt mir: Der überwiegende Teil der ukrainischen Gesellschaft wird bereit sein, sich selbst das Grab zu schaufeln, in das er dann fällt.

Ich glaube nicht, dass realistische Schlussfolgerungen gezogen werden – und sie müssen gezogen werden, wenn wir auf ukrainischer Erde leben und überleben wollen. Und genau das wird die Sicherheitsgarantie sein. Aber das kann nur mit Beteiligung der Partner geschehen. Die Ukraine ist nicht besonders groß – im Vergleich zu Russland –, nicht besonders groß in der Bevölkerungszahl – im Vergleich zu Russland –, und ein Land mit zerstörter Wirtschaft. Deshalb geht es nicht darum, was diese Koalition der Entschlossenen garantieren wird, die ohnehin nicht in einen direkten Konflikt mit der Russischen Föderation eintreten wird. Erinnert euch an meine Worte, falls der Krieg endet und ein neuer beginnt: Man wird dennoch einen Vorwand finden, nicht einzutreten, weil das ein direkter nuklearer Konflikt ist, mit dem praktischen Risiko, die Hauptstädte europäischer Länder in Wüste zu verwandeln. Davor wird man große Angst haben. Aber die Finanzierung der ukrainischen Armee, ihr Erhalt in einer Stärke von 800.000 Personen, die Entwicklung des ukrainischen militärisch-industriellen Komplexes – Drohnen, Raketen.

Man kann natürlich glauben, wir müssten vor allem Getreide produzieren. Aber wer schützt dieses Brot, wenn wieder Raketenangriffe beginnen? Man kann glauben, wir müssten Straßen bauen. Aber auf diesen Straßen werden wieder russische Panzer fahren, wenn Drohnen und Raketen ihnen dafür die Möglichkeit schaffen. Man kann natürlich glauben, die Hauptaufgabe eines Staates sei Wohlstand und Entwicklung. Aber wer schützt diesen Wohlstand und diese Entwicklung, wenn die Russen ihn zerstören wollen? Das sind sehr einfache Fragen, die als erstes sich stellen müssen, wenn wir über Sicherheitsgarantien für die Ukraine sprechen.

Eine starke Armee, ein starker Staat und eine bewusste Gesellschaft – und die Bereitschaft der Verbündeten von den Vereinigten Staaten bis Europa, dabei zu helfen. Ohne die Vereinigten Staaten wird in Russland, wie wir verstehen, zumindest in dieser Phase, niemand ernsthaft Rücksicht nehmen. Und dann kann man sagen, dass, wenn es eine solche Position gibt, sie auch in den Verhandlungen über das Einstellen des russisch-ukrainischen Krieges in dieser Phase stark sein wird – egal wie lange diese Verhandlungen stattfinden oder unterbrochen werden und wie viele Enttäuschungen es über diese Verhandlungen im russisch-ukrainischen Krieg gibt. Das ist, wie mir scheint, ebenfalls ein Fakt, den man begreifen muss, wenn wir über das sprechen, was jetzt in dieser Diskussion geschieht.

Ganz zu schweigen davon, dass es mir ziemlich bezeichnend erscheint, dass dieser Angriff genau in dem Moment stattfand, als der NATO-Generalsekretär in die ukrainische Hauptstadt eintraf – in der Nacht, bevor er in der Werchowna Rada sprechen sollte. Das sendet ebenfalls offensichtlich bestimmte Signale Putins: Ihm ist es völlig egal, wer was macht, wer wo spricht und wer wohin kommt; die NATO und die Europäer verachtet er. Denn selbst als nach Kyiv jemand von amerikanischen Beamten ohne irgendwelche ernsthaften Ämter kam, derselbe Keith Kellogg, über dessen realen Einfluss in der Trump-Administration man nur spekulieren konnte, weil er an keinem einzigen Verhandlungsdurchgang mit der Russischen Föderation teilnahm, da hörten die Beschüsse auf. Das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Moment, der mit dem zusammenhängt, was im russisch-ukrainischen Krieg geschieht: Die Russen demonstrieren, dass sie Trump respektieren, amerikanische Beamte respektieren, gegenüber den Europäern jedoch verächtlich und ohne jede Ehrfurcht auftreten.

Und das, denke ich, sieht auch der NATO-Generalsekretär, weil er ein Mensch ist, der gute persönliche Beziehungen zu Trump hat. Er versteht: Das ist eine reale Möglichkeit, Trump Informationen zu übermitteln, seine Stimmung zu verändern. Aber wie ihr seht, wirkt das überhaupt nicht auf Russland. Und was kann auf sie wirken? Das, was Senator Lindsey Graham gesagt hat. Tomahawks.


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Titel des Originals: Путін використав Трампа: що далі | Віталій Портников. 03.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Putin hat Trump mit dem „Waffenstillstand“ getäuscht | Vitaly Portnikov. 03.02.2026.

Der massive russische Angriff auf die Ukraine in dieser Nacht wird von vielen als das Ende des sogenannten energetischen Waffenstillstands bezeichnet. Und ich möchte diese Frage erneut stellen: Gab es diesen Waffenstillstand überhaupt? Wir erfuhren von ihm durch den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der berichtete, er habe den Präsidenten Russlands gebeten, während der stärksten Kälteperiode keine Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine durchzuführen.

Der Kreml hat niemals anerkannt, dass Putin dieser Bitte Trumps zugestimmt hätte. Allerdings betonte Putins Pressesprecher Peskow, dass Trump darum gebeten habe, bis zum 1. Februar keine Angriffe auf die Ukraine zu führen.

Warum genau dieses Datum gewählt wurde, erklärte der Kreml nie, doch die Tatsache bleibt bestehen: Die massiven Angriffe wurden genau am Tag nach dem in der russischen Hauptstadt genannten Datum wieder aufgenommen. Und trotz der starken Fröste, die derzeit in der Ukraine herrschen, waren sie nicht weniger grausam und nicht weniger umfangreich als frühere Angriffe Putins.

Somit kann festgestellt werden, dass der russische Präsident keinerlei Rücksicht darauf genommen hat, dass sein amerikanischer Amtskollege ihn gebeten hatte, gerade während der starken Kälte keine Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine zu führen. Und daher stellt sich die Frage, ob Putin tatsächlich jemals an einen energetischen Waffenstillstand gedacht hat. Und ob man den Berichten Glauben schenken kann, die nach Trumps Erklärung in den Medien auftauchten, wonach angeblich bei den vorherigen Gesprächen in Abu Dhabi ein energetischer Waffenstillstand vereinbart worden sei, dass russische und ukrainische Unterhändler darüber gesprochen hätten und dass russische Unterhändler den Ukrainern mündlich zugesagt hätten, diesen Waffenstillstand einzuhalten.

Wie ich bereits sagte, nachdem diese – übrigens von niemandem bestätigten – Informationen aufgetaucht waren, konnte es dabei ausschließlich um den Wunsch der Russischen Föderation gehen, eine ausreichende Anzahl an Kalibr-Raketen, Iskander-Systemen und Drohnen für einen neuen massiven Angriff auf die Ukraine anzusammeln. Und Putin konnte dies in seiner Kommunikation mit Trump sogar als Waffenstillstand und als Bereitschaft darstellen, dem amerikanischen Präsidenten entgegenzukommen.

Schließlich waren wir unzählige Male Zeugen von Situationen, in denen Russland seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine allein deshalb einstellte, weil ihm die Ressourcen für weitere Angriffe fehlten. In solchen Fällen sammelte es diese Ressourcen an. Und das wurde niemals als irgendein Waffenstillstand bezeichnet, sondern ausschließlich als unzureichende Anzahl von Raketen und Drohnen für einen neuen massiven Angriff wahrgenommen.

Deshalb weiterhin zu glauben, dass der russische Präsident tatsächlich am Erfolg von Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine interessiert sei – wie Trump in der Nacht des massiven russischen Angriffs auf unser Land erneut erklärte –, bedeutet schlicht, die Augen vor der Realität zu verschließen. Zu sagen, Putin sei dem amerikanischen Präsidenten aus humanitären Gründen entgegengekommen und das bedeute bereits sehr viel – ich zitiere hier Trump –, heißt ebenfalls, die Augen vor der Realität zu verschließen. Zu glauben, dass russisch-ukrainische Konsultationen in Abu Dhabi heute irgendein realistisches Ergebnis bringen könnten, bedeutet ebenfalls, die Augen vor der Realität zu verschließen.

Und mit geschlossenen Augen zu leben bedeutet, die Herausforderungen nicht zu erkennen und den Abnutzungskrieg und Überlebenskampf zu verlieren, den Putin gegen die Ukraine führt. Und selbst wenn es dem amerikanischen Präsidenten und seinem Team an diesem Realismus und an diesem Verständnis dessen fehlt, was in der Welt tatsächlich geschieht, bedeutet das nicht, dass es uns selbst an diesem Realismus und diesem Verständnis mangeln darf.

Es gibt noch einen weiteren Punkt im Zusammenhang mit diesem massiven Angriff: Warum erfolgte er genau in dieser Nacht, und warum nannten die Russen die ganze Zeit hartnäckig und beharrlich das Datum 1. Februar? Das hatte nichts mit der Kälte zu tun. Es hing damit zusammen, dass man wusste, dass der Generalsekretär der NATO, Mark Rutte, in die ukrainische Hauptstadt reisen würde, dass er vor den Abgeordneten der Werchowna Rada der Ukraine sprechen würde und dass dies ein bedeutender Moment der Unterstützung des ukrainischen Staates und des ukrainischen Krieges gegen die russische Aggression seitens des Generalsekretärs des Bündnisses sein würde, das Russland bis heute in seinen imperialen Ambitionen und in seinen Versuchen, seine Einflusssphäre in Europa wiederherzustellen, zurückhält.

Hinzu kommt, dass wir sehr genau wissen, dass Mark Rutte – ein Politiker mit guten Beziehungen zu Donald Trump, einer der wenigen europäischen Politiker, die in der Lage sind, Einfluss auf Trump auszuüben – fähig ist, ich würde sagen, den Versuchen Putins und seines Umfelds entgegenzutreten, dem amerikanischen Präsidenten Sand in die Augen zu streuen und bei den Verhandlungen Zeit zu gewinnen, in der Hoffnung, dies als Teil des russischen Krieges gegen die Ukraine bis zum Ende von Trumps Präsidentschaft im Januar 2029 fortsetzen zu können. So lange ist das gar nicht mehr, wenn man einen Blick auf den politischen Kalender wirft.

Und deshalb ruft Rutte mit seinen harten antirussischen Erklärungen und seinen Appellen an die NATO-Staaten, die Unterstützung der Ukraine in unserem Krieg gegen die russische Aggression fortzusetzen, offenkundigen Hass bei den Russen hervor. Und allein die Tatsache, dass der Generalsekretär des Nordatlantischen Bündnisses im ukrainischen Parlament auftritt, löst bereits den Wunsch aus, ihm zu demonstrieren, dass Russland bereit ist, den Krieg fortzusetzen, dass es Kyiv selbst dann beschießen kann, wenn er in der ukrainischen Hauptstadt eintrifft – sogar während seiner Rede –, und dass eine Person in einer derart hohen Position beim Führungskreis der Russischen Föderation keinerlei Respekt genießt.

Dabei erinnern wir uns gut daran, dass der Beschuss Kyjiws praktisch eingestellt wurde, wenn irgendein hochrangiger amerikanischer Beamter in die Stadt reiste, selbst wenn dieser keine bedeutende Position in der Trump-Administration innehatte. Und das soll aus Sicht Moskaus ebenfalls demonstrieren, dass man in der russischen Hauptstadt jenen mit Respekt begegnen kann, die aus Washington in die Ukraine reisen, gegenüber europäischen Politikern jedoch keinerlei Respekt zeigt – selbst wenn diese bedeutende internationale Organisationen anführen.

Und dies ist natürlich ein weiterer demonstrativer Schlag ins Gesicht und eine weitere Erinnerung daran, dass die NATO für Russland ein feindliches Bündnis ist, mit dem Moskau bereit ist, nicht nur durch die Bombardierung der Ukraine zu kämpfen.

So bestimmten diese beiden Umstände – Trump zu ignorieren und zu demonstrieren, dass Putin schießt, wann immer er es will, sowie seine Verachtung gegenüber Rutte, der NATO und sein erneutes Signal, dass eine euroatlantische Integration der Ukraine unmöglich sei – den Zeitpunkt unmittelbar nach dem 1. Februar für einen neuen verbrecherischen Angriff auf unser Land. Einen Angriff, der dazu bestimmt ist, jenen die Illusionen zu nehmen, die bereit sind, sich ihnen hinzugeben. Wobei, wie wir sehen, keine einzige russische Attacke dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika irgendwelche Illusionen nimmt.


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Titel des Originals: Путін обманув Трампа з «перемир’ям» | Віталій Портников. 03.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 03.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
Link zum Originaltext:

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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Eine unerwartete Wendung in den Verhandlungen | Vitaly Portnikov. 02.02.2026.

Der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Steve Witkoff, wird zu den Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation nach Abu Dhabi reisen, die am 3.–4. Februar stattfinden sollen.

Zuvor hatte der Außenminister der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, wie bekannt, die mögliche Anwesenheit von Steve Witkoff und Jared Kushner bei den für den 1. Februar geplanten Gesprächen ausgeschlossen. Marco Rubio erklärte, dass die Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation ohne die Anwesenheit amerikanischer Sonderbeauftragter stattfinden würden. Daraus ließ sich schließen, dass die Amerikaner von diesen Konsultationen keine ernsthaften Ergebnisse erwarteten und Witkoff sowie Kushner deshalb keine Notwendigkeit sahen, persönlich anwesend zu sein. Nun jedoch, wie wir feststellen können, ändert sich der amerikanische Ansatz. 

Ebenfalls interessant ist die Tatsache, dass Volodymyr Zelensky, der die weiteren Verhandlungen mit Mitgliedern der ukrainischen Delegation besprochen hat, betonte, man müsse sich vor allem auf die Kontakte mit der amerikanischen Seite konzentrieren. Daraus lässt sich schließen, dass man in Kyiv von Gesprächen mit den Russen vorerst nichts Substanzielles erwartet und sich darüber im Klaren ist, dass die russische Delegation weniger an der Suche nach Wegen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges interessiert ist als an einer Verzögerungstaktik.

Somit sind für uns tatsächlich die Kontakte mit den amerikanischen Vertretern von entscheidender Bedeutung, um gemeinsamen Druck auf die Russen zu erörtern und den russischen Präsidenten dazu zu zwingen, nicht über Zeitgewinn, sondern über das Ende des russisch-ukrainischen Krieges nachzudenken. Dies erscheint als ein äußerst wichtiger Punkt für den weiteren Verlauf des Verhandlungsprozesses.

Wenn Amerikaner und Ukrainer während der Gespräche ihre eigenen Schritte und Absichten koordinieren und man in Moskau erkennt, dass es nicht möglich sein wird, ohne ernsthafte Zugeständnisse Putins die Zeit endlos hinauszuzögern, ist das eine Entwicklung. Wenn jedoch in den Vereinigten Staaten die russischen Absichten als Ausdruck eines tatsächlichen Willens des Kremls zur Beendigung des Krieges interpretiert werden, ist das eine völlig andere Geschichte.

Es sei daran erinnert, dass Steve Witkoff während des letzten Besuchs des Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, in Miami diesem gegenüber Komplimente äußerte und betonte, dass er die russischen Bestrebungen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges durchaus positiv einschätze. Und ich erinnere daran, dass es genau Dmitrijew war, der – offenbar gemeinsam mit dem außenpolitischen Berater des Präsidenten der Russischen Föderation, Juri Uschakow – jenen Plan mit 28 Punkten entworfen hat, mit dem zunächst Witkoff und Kushner vertraut gemacht wurden und dessen Details später auch den Lesern amerikanischer Medien bekannt wurden.

Daher schließe ich nicht aus, dass eine der zentralen Aufgaben Dmitrijews derzeit darin besteht, die Amerikaner von Putins angeblichen Friedensabsichten zu überzeugen. Und möglicherweise gerade deshalb, weil Witkoff sich bei dem Treffen mit dem russischen Vertreter tatsächlich von diesen Absichten überzeugt hat, änderte er seine Haltung und entschloss sich nun, nach Abu Dhabi zu reisen, um persönlich an den Konsultationen zwischen Russen und Ukrainern teilzunehmen.

Die entscheidende Fragen sind jedoch: Auf wen wird Witkoff während dieser Konsultationen mehr Druck ausüben? Wer wird der tatsächliche Verbündete des amerikanischen Sonderbeauftragten bei den Verhandlungen sein – die Russen oder die Ukrainer? Wird Washington weiterhin darauf bestehen, dass die Ukrainer den Teil des Gebiets der Oblast Donezk verlassen, der sich derzeit unter der Kontrolle der legitimen ukrainischen Regierung befindet, und dies als reale Möglichkeit zur Beendigung des Krieges darstellen? Oder erkennen die Vereinigten Staaten, dass der Präsident der Russischen Föderation die Donbass-Frage nutzt, um die Kampfhandlungen hinauszuzögern und die Konfrontation mit der Ukraine fortzusetzen?

Das sind, wie ich sagen würde, die zentralen Fragen des aktuellen Verhandlungsprozesses. Denn wenn wir der Logik des Außenministers der Vereinigten Staaten, Marco Rubio, folgen, der meint, dass sich derzeit alles auf die territoriale Frage konzentriert habe und alle anderen Fragen tatsächlich bereits gelöst seien, werden wir womöglich nicht bemerken, wie die Vereinigten Staaten gemeinsam mit der Russischen Föderation beginnen, Druck auf die Ukraine auszuüben. Und falls dieser Druck theoretisch Erfolg haben sollte, würden sie sehr schnell auf neue, noch härtere Bedingungen seitens Russlands stoßen.

So haben wir kürzlich etwa gehört, dass jegliche Form der Präsenz eines Friedenstruppenkontingents auf dem Territorium der Ukraine als unzulässig betrachtet wird. Wir hörten vom russischen Außenminister, dass es die Europäer seien, die den von Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump organisierten Friedensprozess behinderten, während sich Russland stattdessen direkt mit den Amerikanern ohne europäische Beteiligung verständigen wolle. Das heißt, es lassen sich sehr viele Wünsche und Forderungen formulieren, die selbst nach einer vermeintlichen Lösung der sogenannten territorialen Frage es Putin ermöglichen würden, die Ukraine weiter zu terrorisieren und seinen Abnutzungskrieg fortzuführen.

Deshalb ist die wichtigste Frage tatsächlich der Druck auf Russland. Und aus dieser Perspektive erscheint es mir positiv, dass zumindest aus wirtschaftlicher Sicht auch der Präsident der Vereinigten Staaten diesen Druck nicht vergisst. Er erklärte, er habe sich mit dem Premierminister Indiens darauf geeinigt, dass Indien künftig kein russisches Öl mehr kaufen werde, was zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges beitragen könne.

Je geringer die Energieeinnahmen des russischen Staatshaushalts werden – auch wenn dieser heute längst nicht mehr in dem Maße von Öl und Gas abhängt wie noch vor einigen Jahren –, desto stärker wird Putin gezwungen sein, über ein Ende des Krieges nachzudenken. Denn die weitere Suche nach Geld in den Taschen der eigenen Bevölkerung könnte selbst das derzeit noch bestehende Maß an sozialer Stabilität in der Russischen Föderation untergraben.

Und das erinnert uns erneut daran, dass das eigentliche Instrument zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges – unabhängig davon, welche Konsultationen oder Verhandlungen stattfinden – der Druck auf das Putin-Regime bleibt, und nicht Gespräche, in denen sich Putin weiterhin wohler fühlt als auf dem Schlachtfeld oder im wirtschaftlichen Dialog mit dem Westen. Sofern man Sanktionsdruck überhaupt als Dialog bezeichnen kann.


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Titel des Originals: Несподіваний поворот у перемовинах | Віталій Портников. 02.02.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 02.02.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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Neue Umstände der Verhandlungen | Vitaly Portnikov. 02.02.2026

Der Präsident der Ukraine, Volodymyr Zelensky, hat ein neues Datum für die Verhandlungen genannt, die zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation stattfinden sollen. Wie bekannt war, ging man zuvor davon aus, dass Vertreter Moskaus und Kyivs unter Beteiligung nicht näher benannten amerikanischen Beamten bereits am 1. Februar zu Gesprächen zusammenkommen könnten. Am Sonntag jedoch fanden keinerlei Kontakte zwischen der russischen und der ukrainischen Seite statt. Nun ist von dem Zeitraum 4.–5. Februar die Rede.

Bislang ist unbekannt, wo genau die Verhandlungen stattfinden werden und ob die Vereinigten Staaten dabei vertreten sein werden. Doch unmittelbar vor der neuen Runde von Konsultationen gaben zwei hochrangige russische Politiker – der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation und ehemalige Präsident des Landes Dmitri Medwedew sowie der Leiter des russischen Außenministeriums Sergej Lawrow – Erklärungen ab, die deutlich machen, dass Russland seine Haltung vollständig beibehält und in absehbarer Zukunft kein Ende der Kampfhandlungen vorsieht.

Medwedew versicherte Journalisten, die mit ihm sprachen, des Sieges Russlands in diesem Krieg und betonte, dass sich dieser Krieg auch auf andere Länder ausweiten könne. Lawrow wiederum beschuldigte die Europäer, sie verhinderten die Entwicklung der russisch-amerikanischen Beziehungen.

Gemeinsam war diesen Erklärungen Medwedews und Lawrows vor allem der Wunsch, zu unterstreichen, dass Russland eine Großmacht sei, die zur Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten bereit sei. Und genau dies spiegelt die Taktik wider, der Putin im vergangenen Jahr gefolgt ist.

Er erinnert ständig daran, dass er zu Diskussionen und produktiver Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten bereit sei und dass selbst dann, wenn es keine ernsthaften Anzeichen für ein gegenseitiges Verständnis gebe, die Lage nicht zu einem größeren Konflikt eskalieren dürfe.

Darauf verwies auch Lawrow in seiner Erklärung, in der er betonte, eine schärfere Konfrontation zwischen der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten wäre nicht nur ein Fehler, sondern ein echtes Verbrechen. Dies ist zugleich eine Aufforderung an die Trump-Administration, ihre Unterstützung für die Ukraine nicht zu intensivieren, da eine solche Hilfe angeblich gerade zu einer Eskalation des Konflikts zwischen Moskau und Washington führen könne.

Man kann also sagen, dass Lawrow erklärt hat, was das eigentliche Ziel der Verhandlungen ist, mit denen sich Russland beschäftigt: eine wirksamere Unterstützung der Ukraine durch die Vereinigten Staaten zu verhindern und damit die Bedingungen für die eigenen Streitkräfte in diesem Krieg zu verbessern.

Das ist aus der Sicht eines Aggressors absolut logisch, der weiterhin darauf hofft, dass der Vormarsch seiner Truppen und die Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur die Nachbarstaat irgendwann zur Kapitulation zwingen und zu seinem Verschwinden von der politischen Landkarte der Welt beitragen werden. 

Für die Vereinigten Staaten hingegen ist diese Logik unverständlich, da sie eine faktische Unfähigkeit demonstrieren, ernsthaften Einfluss auf die russische Position auszuüben – trotz neuer Wirtschaftssanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil sowie der Jagd auf Tanker der russischen Schattenflotte.

So entsteht die Situation, dass die Vereinigten Staaten einerseits über die Bedrohungen sprechen, die Russland für Amerika selbst darstellt. So wird etwa die Einführung des Ausnahmezustands im Zusammenhang mit den Handlungen Kubas mit der Existenz einer russischen Radaranlage auf der Insel begründet – einer Anlage, die dort übrigens seit vielen Jahren nicht mehr existiert. Wenn es jedoch um den Krieg Russlands gegen die Ukraine geht, scheint man diese Bedrohung Russlands für die Vereinigten Staaten kaum wahrzunehmen.

Daher tritt die Frage, welche Themen bei den Verhandlungen behandelt werden sollen, angesichts der kriegerischen Erklärungen der russischen Führung in den Hintergrund. Einerseits demonstriert Moskau seine Bereitschaft zu solchen Konsultationen, andererseits zeigt es keinerlei Wunsch, eine kompromissfähige Position zu suchen.

Wie schon faktisch seit 2022 betrachtet der Kreml jegliche Verhandlungen mit der Ukraine ausschließlich als Mittel für weiteren Druck auf die Position der ukrainischen Führung und als Möglichkeit, in den Beziehungen zu den westlichen Staaten Zeit zu gewinnen. Mit dem Einzug Donald Trumps ins Oval Office hat sich diese Taktik nur noch verstärkt und richtet sich nun zusätzlich auf den Aufbau neuer Kontakte zur amerikanischen Administration, die selbstverständlich vor allem auf der Bewerbung wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Moskau und Washington beruhen sollen – worüber Sergej Lawrow ebenfalls sprach.

Wie kann man auf eine solche Taktik Moskaus reagieren? Natürlich hofft derzeit kaum jemand auf Kompromisslösungen, die aus den russisch-ukrainischen Konsultationen hervorgehen könnten – vorausgesetzt, diese Konsultationen finden tatsächlich am 4.–5. Februar statt. Gleichzeitig kann die Ukraine jedoch nicht auf Konsultationen verzichten, da wir uns faktisch alle in einem Theaterstück für einen einzigen Zuschauer befinden: Donald Trump.

Und man sollte nicht vergessen, dass auch die Aufführung selbst Zwischenergebnisse liefert. Wenn beispielsweise das sogenannte Energie-Waffenstillstandsabkommen tatsächlich funktioniert hat und in den kommenden Tagen nicht aufgehoben wird – wobei es bereits Anzeichen dafür gibt, dass die Russen neue massive Angriffe auf die Ukraine vorbereiten –, dann ist dies bereits ein erstes Ergebnis der Konsultationen. Denn Donald Trump könnte praktische Resultate von den Treffen der russischen, ukrainischen und amerikanischen Verhandler erwarten und Putin zu solchen Konsultationen und zu praktischen Ergebnissen drängen.

Es könnte sich sogar herausstellen, dass das Energie-Waffenstillstandsabkommen nicht das einzige positive Ergebnis dieses theatralischen Prozesses bleibt, dass punktuelle Waffenruhen und Versuche der Deeskalation den gesamten Verhandlungsprozess begleiten werden – selbst dann, wenn er sich über Jahre hinzieht. Und genau dies würde die Alternative zu einem umfassenden Waffenstillstand und zu realistischen Perspektiven für ein Ende des Krieges in absehbarer Zeit darstellen.

Natürlich ist dies nicht das, was Donald Trump sich vom Verhandlungsprozess erhoffen würde. Und offensichtlich auch nicht das, was die Ukrainer sich wünschen. Aber es ist ebenso wenig das, was der russische Präsident sich wünschen würde, der bislang hofft, die nächsten Monate – vielleicht sogar Jahre – des russisch-ukrainischen Krieges mit völlig freien Händen, ohne Verpflichtungen, führen zu können.

So wird es jedoch nicht kommen. Denn mit jedem neuen Monat des russisch-ukrainischen Krieges wird Trump – zusätzlich gebunden durch den Wahlkampf in den Vereinigten Staaten – vom russischen Präsidenten immer neue Zugeständnisse verlangen, im Austausch für das Ausbleiben neuer Sanktionen und für neue Schritte, die die angebliche Konstruktivität der Position Putins demonstrieren sollen.


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Titel des Originals: Нові обставини перемовин | Віталій
Портников. 02.02.2026.

Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung / Entstehung: 02.02.2026./span>
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: YouTube
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

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