
Путінська логіка витривалості. Віталій Портников. 24.09.2026.
Volodymyr Zelensky traf sich am Rande der Sitzung der UN-Generalversammlung in New York mit Donald Trump. Derzeit sieht es nicht danach aus, als könnte dieses Treffen zu irgendwelchen konkreten Ergebnissen bei der Suche nach Möglichkeiten zur Beendigung des Krieges führen. Doch allein die Tatsache, dass es stattgefunden hat, ist wichtig, denn sie zeigt, dass der Präsident der USA diesen Krieg nicht einfach ignorieren kann und dass die Suche nach Wegen zu seiner Beendigung sowie die Zusammenarbeit mit der Ukraine ein wichtiger Bestandteil der politischen Agenda der USA bleiben – zumindest bis zu den für Donald Trump so wichtigen Zwischenwahlen.
Vielleicht gerade weil Trump sich darüber im Klaren ist, dass die Mehrheit der amerikanischen Gesellschaft auf der Seite der Ukraine steht, demonstriert auch er selbst diese Unterstützung. Doch Unterstützung zu demonstrieren und auf konkrete Ergebnisse zu hoffen, sind nicht dasselbe. Über Lizenzen für Luftverteidigungsraketen wird weiterhin nur gesprochen, und selbst wenn es zu einer Vereinbarung kommt, wird es Jahre dauern, bis Raketen in der Ukraine hergestellt werden. Auch über die Nutzung von Starlink auf dem souveränen Territorium Russlands, um russische ballistische Raketen zu zerstören, konnte man sich erneut nicht einigen. Trump rät Zelensky, mit Musk zu sprechen, und Musk rät Zelensky, mit Trump zu sprechen. Dieses Spiel kann man bis zum Ende des Krieges weiterspielen.
Dennoch muss man mit dem ukrainischen Präsidenten über Wege zur Beendigung des Krieges sprechen. Ich möchte daran erinnern, dass Donald Trump nach dem Besuch der amerikanischen Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kyiv sowohl mit Putin als auch mit Zelensky sprechen wollte. Damals fand nur das Gespräch mit dem russischen Präsidenten statt, das Trump als „gut“ bezeichnete, ohne jedoch irgendwelche konkreten Angaben zu machen – vielleicht deshalb, weil es auch keinerlei konkrete Ergebnisse gab. Witkoff und Kushner konnten in Moskau stundenlang über wirtschaftliche Projekte sprechen, vermochten jedoch nicht, das Wichtigste von Putin zu erreichen – seine Zustimmung zur Beendigung des Krieges.
Zelensky in dieser Situation zu ignorieren, erwies sich ebenfalls nicht als die beste Lösung. Zumal Trump ständig sagt, die ukrainischen Angriffe auf die russische Ölverarbeitung führten zu einem Anstieg der Dieselpreise – auch an amerikanischen Tankstellen. Das ist natürlich eine Übertreibung mit Blick auf die Wahlen. Ohne eine Öffnung der Straße von Hormus dürfte sich der Kraftstoffpreis kaum wesentlich verändern – selbst wenn die Ukraine aufhört, russische Ölraffinerien anzugreifen. Aber für den amerikanischen Präsidenten ist es zumindest wichtig zu demonstrieren, dass er sich um eine Lösung des Problems bemüht. Er schickt Vermittler nach Kyiv und Moskau, unterzeichnet das „Graham-Gesetz“, trifft sich mit Zelensky und warnt Putin vor den Folgen für dessen Ölverarbeitungsindustrie, über die der russische Präsident – zumindest aus Trumps Sicht – bereits die Kontrolle verloren hat.
Im Geschäftsleben versucht Trump stets, einer bestimmten Logik zu folgen. Wenn Putin seine eigene Ölverarbeitungsindustrie retten muss, muss er zumindest einer Energiewaffenruhe zustimmen. Genau deshalb begann Trump, den russischen Präsidenten öffentlich daran zu erinnern, dass dieser die Kontrolle über seine eigene Ölverarbeitung verloren habe.
Doch Putin folgt einer anderen Logik, die eher Trumps iranischen „Partnern“ eigen ist. Putin bemisst die Situation nicht nach wirtschaftlichen Interessen, sondern nach den Grenzen der Widerstandsfähigkeit. Für den russischen Präsidenten ist nicht wichtig, wie viel Russland verliert, sondern welchem Druck es standhalten kann. Und die Ukraine zermürbt er aus genau denselben Erwägungen – um ein Ausmaß an Zerstörung zu erreichen, das die Widerstandsfähigkeit des Gegners untergräbt. Und Europa „terrorisiert“ er aus genau denselben Erwägungen – damit die Europäer der Ukraine nicht die Möglichkeiten geben, der russischen Aggression zu widerstehen.
Das ist ganz und gar nicht die Logik des Geschäftslebens. Es ist die Logik des Fanatismus. Doch bei der Suche nach Wegen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges müssen sowohl Zelensky als auch Trump diese Logik berücksichtigen. Putin wird keine echten Verhandlungen beginnen, solange er die Möglichkeit hat, die Ukraine zu zermürben. Und solange Russland über Ressourcen für den Krieg und die nötige Widerstandsfähigkeit verfügt. Das ist eine einfache Formel, die für weitere Angriffe auf Russland und eine verstärkte Unterstützung der Ukraine spricht. Das bedeutet, dass die russische Ölverarbeitungsindustrie endgültig ausgeschaltet und Raketen für die ukrainische Luftverteidigung gefunden werden müssen.
Und ja, das erfordert die Anerkennung der Tatsache, dass weiterhin ein Zermürbungskrieg stattfindet und kein erfolgreicher Verhandlungsprozess. Doch gerade diese Erkenntnis bringt uns tatsächlichen und nicht nur vorgetäuschten Friedensverhandlungen näher.
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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Путінська логіка витривалості. Віталій
Портников. 24.09.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 24.09.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf
uebersetzungenzuukraine.data.blog.
