Patriot oder Starlink: Was die Ukraine braucht. Vitaly Portnikov. 03.08.2026.

Patriot чи Starlink: що потрібно Україні. Віталій Портников. 03.08.2026.

Russland nutzt weiterhin aus, dass der Ukraine Raketen für Patriot-Batterien fehlen, die zur Abwehr ballistischer Raketen benötigt werden. In Kyiv heulten mehrere Tage hintereinander die Luftalarmsirenen – und es handelte sich dabei gerade um die Gefahr ballistischer Raketen. Ein weiteres Problem sind die modifizierten Antischiffsraketen Zircon, die noch ungenauer sind als die russischen ballistischen Raketen und ebenfalls in erster Linie mit amerikanischen Abfangraketen bekämpft werden können.

Während seines jüngsten Besuchs in Washington sprach Präsident Volodymyr Zelensky mit seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump über Unterstützung. Obwohl Zelensky dieses Gespräch selbst als sehr gut bezeichnete, wirken seine tatsächlichen Ergebnisse ernüchternd. Trump stellte sogar seinen eigenen Vorschlag infrage, der Ukraine die Möglichkeit zu geben, Patriot-Raketen selbst herzustellen. Was die Lieferung bereits vorhandener Raketen betrifft, sieht die Lage noch schwieriger aus. Bekanntlich haben die amerikanischen Streitkräfte selbst während der Operation „Epic Fury“ eine enorme Zahl dieser Raketen verbraucht, sodass die Bestände der Vereinigten Staaten zu wünschen übrig lassen.

Hinzu kommt, dass Donald Trump sich weiterhin nicht über sein Vorgehen im Konflikt mit Iran entscheiden kann und seine Haltung zur Möglichkeit neuer Angriffe buchstäblich täglich ändert. Wir müssen jedoch verstehen, dass eine Entscheidung des amerikanischen Präsidenten zur Intensivierung der Angriffe einen erneuten massiven Einsatz von Abfangraketen nach sich ziehen würde. Das Problem besteht nicht einmal darin, dass wir das verstehen. Das Problem ist vielmehr, dass sich auch das amerikanische Militär und Donald Trump dessen sehr wohl bewusst sind. Sie könnten befürchten, dass die Vereinigten Staaten infolge einer neuen Phase des Krieges buchstäblich schutzlos gegenüber einem möglichen Konflikt etwa mit China um Taiwan oder mit Russland wären, falls der Kreml eine Eskalation in Europa und einen Angriff auf die NATO beschließen sollte. Wie soll man unter solchen Umständen die 300 Raketen liefern, von denen Zelensky mit Trump sprach, wenn sich in den amerikanischen Arsenalen selbst nicht mehr als 900 befinden? Zumal die amerikanischen Hersteller nach wie vor nicht mehr als 800 Raketen für Patriot-Batterien pro Jahr produzieren – eine Zahl, die den Anforderungen moderner Kriegsführung offensichtlich nicht entspricht.

Gerade diese Zahl macht deutlich, dass es unter keinen Umständen mehr Abfangraketen als ballistische Raketen geben wird. Das bedeutet wiederum, dass russische Raketen unter allen Umständen ihre Ziele erreichen und Wohnviertel ukrainischer Städte treffen werden. Was ist also der Ausweg?

Über diesen Ausweg sprach Zelensky ebenfalls mit Trump. Es geht um die Möglichkeit, Produktionsstätten und Abschussorte ballistischer Raketen auf russischem Territorium anzugreifen. Was die Abschussorte betrifft, wirkt diese These allerdings merkwürdig, denn es handelt sich um mobile Abschussanlagen, die ihren Standort ständig wechseln. Die Fabriken zur Herstellung ballistischer Raketen hingegen wären ein ernsthafter Schlag gegen Russlands Möglichkeiten. Und herauszufinden, wie man einen wirklich wirksamen Angriff führt – einen, der nicht nur ein Feuer in einem Telegram-Kanal zeigt, sondern die Produktion tatsächlich zum Erliegen bringt –, ist tatsächlich eine wichtige Aufgabe.

Diese Entscheidung kann jedoch nicht ohne Elon Musk getroffen werden – und der Milliardär hat es nicht eilig, sie zu treffen. Denn in Musks Weltbild soll die Unterstützung der Ukraine auf ihrem eigenen Territorium für ihn keinen ernsthaften Konflikt mit dem Kreml auslösen. Die Bereitstellung von Informationen über das Territorium Russlands hingegen schon.

Es ist wichtig, Musk davon zu überzeugen, dass dies lediglich sein persönliches Weltbild ist, das mit der Realität nichts zu tun hat. Ein Milliardär, der den Ukrainern die Dienste seines Satellitensystems zur Verfügung gestellt und sie für die Russen abgeschaltet hat, ist für Russland ohnehin bereits ein Feind. Das wird Putin selbstverständlich nicht daran hindern, sich mit ihm zu verständigen, falls dies notwendig werden sollte. Eine neue Entscheidung Musks würde die Haltung Moskaus ihm gegenüber jedenfalls nicht grundlegend verändern.

Ich weiß nicht, warum das ukrainische Militär die Produktionsstätten ballistischer Raketen nicht auch ohne Musks Hilfe angreifen kann – schließlich kommt es auch ohne seine Informationen aus, wenn es Ölraffinerien ins Visier nimmt. Darüber möchte ich jedoch nicht streiten; diese Diskussion ist Sache von Fachleuten. Für mich ist allerdings das Entscheidende offensichtlich: Die Ukraine braucht sowohl Abfangraketen als auch eigene ballistische Raketen und außerdem die Zerstörung der russischen ballistischen Kapazitäten.

Und innerhalb dieser Triade ist gerade die Zerstörung der russischen ballistischen Fähigkeiten der wichtigste Punkt. Denn andernfalls wird Putin die ukrainischen Städte auch in der nächsten Phase dieses grausamen Krieges weiterhin planmäßig in Ruinen verwandeln.</


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Art der Quelle: Artikel
Titel des Originals: Patriot чи Starlink: що потрібно Україні. Віталій Портников. 03.08.2026.
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 03.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Zeitung
Link zum Originaltext: Original ansehen

Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach, veröffentlicht auf uebersetzungenzuukraine.data.blog.


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