Alternative Militärbündnisse? Eine gefährliche Illusion | Vitaly Portnikov. 04.08.2026.

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Die Ukrainer diskutieren unermüdlich über die Möglichkeit, alternative Militärbündnisse zu schaffen – umso mehr, nachdem der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, betont hat, dass er die Ukraine nicht in der NATO sieht.

Dabei versuchen wir weiterhin, uns selbst und andere davon zu überzeugen, dass ein Militärbündnis mit uns für alle von Interesse wäre, weil wir über die erfahrenste und bestausgerüstete Armee im heutigen Europa verfügen.

Ich werde nicht daran erinnern, dass unsere Armee weiterhin Krieg führt und niemand weiß, wie viele Jahre sie der russischen Aggression noch widerstehen muss. Und ich werde auch nicht daran erinnern, dass sich in einer solchen Situation kaum jemand auf ein ernsthaftes Bündnis mit einem Land einlassen wird, das sich im Krieg befindet. Doch selbst in Friedenszeiten werden die Vereinigten Staaten über einen Trumpf verfügen, den kein anderer Staat der Welt besitzt – ein nukleares Potenzial, das mit dem nuklearen Potenzial Russlands konkurrieren kann.

Deshalb wird jeder Staat, dem seine Sicherheit wichtig ist, bei der Wahl militärischer Bündnisse ein Bündnis mit den Vereinigten Staaten und nicht mit uns bevorzugen.

Theoretische Annahmen darüber, dass jemand ein Land angreifen könnte und die Vereinigten Staaten es dann nicht verteidigen würden, bleiben eben theoretische Annahmen. Damit die NATO ihre Unfähigkeit beweist, müsste es zunächst tatsächlich zu einem Angriff kommen und die Vereinigten Staaten müssten sich weigern, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Doch selbst dann könnte ein NATO-Staat, der sich im Krieg mit Russland befindet, davon ausgehen, dass das Bündnis mit Amerika Moskau vom Einsatz von Atomwaffen abhalten wird.

Wenn ein NATO-Mitglied mit der Ukraine ein Militärbündnis eingehen und bereit wäre, gemeinsam mit uns zu kämpfen, würde es damit selbst die Wirksamkeit des Artikels 5 infrage stellen. Deshalb wäre zunächst einmal interessant zu erfahren, mit welchen Staaten die Ukraine überhaupt ein alternatives Militärbündnis bilden will. Und kann ein Land, das sich trotz seiner starken Armee an der Peripherie des Kontinents befindet, zum Zentrum eines solchen Bündnisses für Europa werden?

Zu behaupten, die Ukraine werde niemals Mitglied der NATO werden, oder zu behaupten, die Ukraine werde Mitglied der NATO werden, ist unter den Bedingungen einer politischen und militärischen Lage, die sich buchstäblich täglich verändert, gleichermaßen zu selbstsicher. Und sie wird sich auch in den kommenden Jahren weiter verändern. Uns erwartet eine Epoche der Turbulenzen, in der jede Prognose vom Montag bereits am Dienstag überholt ist.

Unverändert bleibt jedoch eines – die Existenz von Sicherheitspolen. Ein Land, das keine bündnispolitischen Beziehungen zum westlichen Sicherheitspol aufbauen will oder kann, der nach wie vor durch die Vereinigten Staaten und die NATO verkörpert wird, wird zwangsläufig Teil des östlichen Sicherheitspols werden. In unserem Fall bedeutet das: Teil des russischen Staatsgebiets oder bestenfalls ein Satellit Russlands.

Wer bereit ist zu sagen, dass die Ukraine niemals Mitglied der NATO werden wird, muss sich selbst die Frage beantworten: Wie soll die Ukraine in diesem Fall verhindern, Teil Russlands zu werden?


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Art der Quelle: Social Media
Autor: Vitaly Portnikov
Veröffentlichung: 04.08.2026.
Originalsprache: uk
Plattform / Quelle: Facebook
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Deutsche Übersetzung von Viktoriya Limbach,
veröffentlicht auf

uebersetzungenzuukraine.data.blog
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